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Heute so: Redhat bietet Kubernetes-Konfiguration als Clouddienst an. Ja geil! Da hat man ja MASSIV was gewonnen mit!
Aber die Frage, wieso man eigentlich auf eine Plattform migriert, bei der man nicht mal die Konfiguration ohne Assistenz im Griff hat, die stellt mal wieder keiner.
Wir sind auf dem direkten Weg in die Cyberpunk/Shadowrun-Welt. Alles ist kaputt, alles ist hackbar, keiner hat irgendwas im Griff. Nur Black ICE fehlt noch: Detektions-Tech, die den angeblich identifizierten Hacker physisch angreift. Aber der eine Teil daran, den Shadowrun und co nicht durchdacht haben: Wenn die Menschen so wenig in der Lage sind, ordentliche Software zu schreiben, dann würde die Einführung von Black ICE erstmal den eigenen Admins das Hirn frittieren. Denn soviel ist heute schon beobachtbar: Der typische Angreifer weiß deutlich mehr über das die Details des Systems als der typische Admin.
Was ich ja bei der Idee mit dem Konfigurations-Clouddienst auch krass finde: Wer würde denn in so einem Szenario merken, wenn die NSA ihm eine Konfiguration mit Hintertür in die Hand drückt?
Gut, das konnte bei den Monolithen am Anfang auch niemand. Aber da gab es eine realistische Chance. Jetzt nicht mehr.
Und dazu kommt, dass du am Ende mit einem Dutzend YAML-Dialekten zu tun hast, alle subtil unterschiedlich.
Für CI-Pipelines gilt Ähnliches. Die wirken im Allgemeinen auch komplexitätsverstärkend. Ich mache ja Code Audits bei Kunden, d.h. ich muss den Code nur lesen können, nicht bauen. Wäre natürlich schöner, wenn ich den auch bauen könnte. Aber das haben, wie sich rausstellt, praktisch alle Kunden schon vollständig aufgegeben.
Dafür müsste man mir in der Cloud eine Kopie der CI-Pipeline konstruieren. Und die durchblickt niemand mehr. Das ist völlig unrealistisch. Welche Präprozessor-Symbole gesetzt sind? Äh ... keine Ahnung? Wir wissen nur, dass wir hier clicken, und am Ende fällt ein Binary raus. Wir verstehen nicht mal genug, um die Fehlermeldungen der Pipeline und des Compilers auszuwerten.
Da lobe ich mir echt das GNU-Projekt und die BSDs, die ihre Buildsysteme auf einen gemeinsamen Standard normiert haben. Schade nur, dass die sich nicht auf denselben Standard einigen konnten.
Meine Zielvorstellung wäre ja, dass du in jedes Verzeichnis gehen kannst, make aufrufen kannst, und dann baut der die Libraries und Programme aus dem Verzeichnis.
Wenn man nur Open Source macht, könnte man geneigt sein, den Buildprozess von Firefox für den übelsten der Welt zu halten. Glaubt mir. Weit gefehlt. Der spielt nicht mal in derselben Liga wie so übliche Kommerzprojekte.