Fragen? Antworten! Siehe auch: Alternativlos
Der Schock kam bereits am Mittwochmorgen: Per Mail teilte das Bezirksamt mit, dass auf dem Bergedorfer Friedhof keine neuen Beerdigungen mehr angemeldet werden können. Der Grund: Ein fehlerhaftes Software-Update hat das digitale Buchungssystem lahmgelegt. Die „Bergedorfer Zeitung“ berichtet, dass selbst die Bestatter keine Vorwarnung erhielten. Wie lange der Zustand andauert, ist unklar. Die IT arbeite „mit Hochdruck“ an einer Lösung, heißt es vom Amt.Softwarefehler. Kann man nichts machen.
Ich wundere mich ja immer, woher die nach dem Verkacken immer den "Hochdruck" nehmen. Wenn die Energie und Mittel für Hochdruck haben, wieso wenden sie die nicht vorher an?
Das war bloß ein Buchungsfehler.
Die Munition sei "korrekt beschafft und physisch im Bestand der Polizei vorweisbar" gewesen, aber nicht im elektronischen Nachweissystem.Na da sind wir aber haarscharf an einem Softwarefehler vorbeigeschrammt!
Hey, wofür haben die noch gleich dieses elektronische Nachweissystem, wenn man damit nichts nachweisen kann? Frage für einen Freund.
Money Quote:
"Moeten deur barricaderen met houten balken"(Wir müssen die Türen mit Holzbalken verbarrikadieren)
The Trump administration accidentally sent a Salvadorian immigrant to a notorious Salvadorian prison and says it can’t do anything to get him back.That’s even though the man had protected immigration status in the U.S., specifically barring him from being sent back to that country for fear of persecution.
Immerhin war es kein Softwarefehler.“On March 15, although ICE was aware of his protection from removal to El Salvador, Abrego Garcia was removed to El Salvador because of an administrative error,” the government wrote.Aber machen kann man da trotzdem nichts. *schulterzuck*
Schuld war ein kaputtes Softwareupdate. (Danke, Christian)
Fast eine Stunde lang haben Sirenen in Oberfranken geheult und sich nicht mehr abstellen lassen. In Unterfranken blieben dagegen einige Sirenen stumm. Eine Sirene geriet gar in Brand.Na dann kann ja nichts mehr passieren.
Update: Die Pointe habt ihr hoffentlich gesehen:
Schuld war ein Softwarefehler.
Softwarefehler. Kann man nichts machen. (Danke, Michael)
meine Schwester hat eine monatliche Verbrauchsinformation von Techem mit etwa 30-fach höheren Zahlen bekommen.Kann ich so nicht validieren, daher bitte als Hörensagen betrachten, aber achtet mal auf eure Techem-Abrechnungen und widersprecht dann halt fristgemäß.
Bei Rückruf bei der Hausverwaltung:"Habe angerufen, Hausverwaltung weiss Bescheid, Techem EDV wäre gehackt. Kein Kontakt zu denen möglich, also auch keine Berichtigung, kein Hinweis"
Update: Ich kriege gerade eine Mail eines Verantwortlichen von Techem:
Dein Leser-Beitrag zu der Abrechnung hat mich allerdings etwas stutzig gemacht, denn einen erfolgreichen Angriff hatten wir nicht, wir wurden nicht gehackt und unsere Systeme wie auch unsere Kontaktmöglichkeiten laufen normal.
Was korrekt ist: aufgrund eines Softwarefehler, der bereits in Behebung ist, werden aktuell nicht alle Werte der unterjährigen Verbrauchsinformation korrekt dargestellt. Selbstverständlich erhalten unsere Kunden zeitnah neue, korrigierte Abrechnungen.
Google loses in court, faces trial for collecting data on users who opted outJudge: Reasonable juror may find Google profited from misappropriation of data.
Das war bestimmt ein bedauerlicher Softwarefehler. Technisches Versagen. Kann man nichts machen.Außerdem bestimmt bloß ein paar Einzelfälle. Kann man doch nicht verallgemeinern, schon gar nicht zu einem Class Action Lawsuit!1!!
A federal judge this week rejected Google's motion to throw out a class-action lawsuit alleging that it invaded the privacy of users who opted out of functionality that records a users' web and app activities.Herr Richter, wir machen das alles bloß im Interesse unserer Kunden! Um die zu schützen! Damit die nicht, äh, mit massenhaft irrelevanter Werbung konfrontiert werden!1!!
Das war bestimmt ein bedauerlicher Softwarefehler oder so. Oder menschliches Versagen. Dafür sind Palo Alto ja Spezialisten.
Auch dass da "Automatable: NO" steht ist glatt gelogen. Macht nur keiner, weil das einfach eine PHP-Seite ist, die das Admin-Passwort auf "palo alto" zurücksetzt, wenn ich das nicht mit einer anderen Palo-Alto-Lücke gerade verwechsele. Anderswo würde man das als Backdoor bezeichnen, nicht als "Lücke".
Aber hey, was reg ich mich auf. Ihr werdet alle weiter bei denen kaufen, und die werden keinen Druck haben, bessere Produkte zu bauen.
Das Hauptinteresse der Passanten gerade lässt sich offensichtlich befriedigen, indem man eine Liste von IPs als "IoC" verteilt. Wenn mir das vor 20 Jahren jemand als Scifi-Plot angeboten hätte, hätte ich ihn aus dem Raum gelacht.
Update: Ich habe das mit dem anderen Palo-Alto-Müll verwechselt. Hier brauchte man mehrere trivial automatisierbare Schritte.
Fehlerdiagnose:
„Der Antrag beziehungsweise der daraus resultierende Zugangsbrief ist durch einen technischen Fehler, ausgelöst durch die zeitgleiche Zeitumstellung quasi in eine „Zeitschleife“ geraten.“Klar, hört man ja immer wieder. Wer von uns ist noch nicht in eine Zeitschleife geraten bei der Zeitumstellung?!
Softwarefehler. Kann man nichts machen.
Hier ein Beispiel aus Ettlingen (Baden-Württemberg). Mit so denkwürdigen Aussagen wie:
Die Stadtverwaltung spricht auf Nachfrage unserer Redaktion von einem Softwareproblem. Der sogenannte Radio Identification Code, kurz RIC, soll normalerweise die Sirenen ansprechen und alarmieren. Doch das funktionierte nicht.Und dann, ein bisschen weiter unten:
Stadtverwaltung: Im Ernstfall würden die Ettlinger Sirenen funktionierenOh. Aber klar doch. Natürlich, natürlich. An den Sirenen ist ein Sensor dran: Ist das hier ein Ernstfall? Und wenn ja, dann repariert die Sirene den Softwarefehler schnell selbst. Klar.
Der Leser fragt dann noch, was die Zuständigen eigentlich beruflich machen. Gute Frage! (Danke, Ralf)
Laut Aussendung der Stadt liegt der Software-Fehler nicht in ihrem Einflussbereich.Nee, natürlich nicht. Das macht eine Software. Von jemandem, den wir ausgesucht, beauftragt und bezahlt haben. Was können wir denn bitte dafür?!
„Das Problem war, dass in der ersten E-Mail, die falsch war, die Nummer nicht mit der Postsendung übereinstimmte. Das heißt, die Personen, die sich dann die Sendung bei der Post abholen wollen, würden sie nicht bekommen, weil die Nummer nicht identisch ist mit dem, was dann tatsächlich auf der Wahlkarte draufsteht.“Nummern drucken ist eines der Kernprobleme der elektronischen Datenverarbeitung. Bis heute ungelöst, wie man sieht!
Ja geil. Jetzt kriegen wir hier auch Wahlbetrugs-Gekreische oder was?
Oder würdet ihr das als AfD-Wähler glauben?
Pilots manually set the thrust level following a software glitch that Beoing was aware of before take-off.Softwarefehler. Kann man nichts machen.
Schau an. Auch dieser Softwarefehler ging zu Gunsten von Amazon, nicht der Kunden. Bemerkenswerte Zufälle gibt es manchmal!
Da willste doch Kunde werden, wa? (Danke, Joachim)
Bedauerlicher Fehlgriff. Softwarefehler! Keine Sorge, die tut ja gar nichts, die App, sagt Microsoft.
Ich finde, wir sollten hier mal die übliche Rhetorik anwenden.
Die Behörden sind informiert. Die Angreifer haben eine enorme kriminelle Energie demonstriert! Bislang sind unseres Wissens keine Daten weggekommen. Die Bundeswehr wurde in Alarmbereitschaft versetzt. Sowas, wissenschon.
Offensichtlich kriegt Microsoft noch viel zu wenig auf die Fresse. Wäre das nicht schön, wenn wir einen Weg hätten, Firmen für Cyberangriffe wie diesen zu bestrafen? Ihr wisst schon, eine Behörde vielleicht. Ein Regulator? Polizei? Vielleicht ein Bundesamt für Sicherheit. In der Informationstechnik oder so.
Die haben Maschinen zum Auszahlen von Spielgewinnen eingeführt. Der einarmige Bandit druckt einen Barcode aus, mit dem geht man zur Auszahlmaschine und die gibt einem dann Bargeld.
Damit da keiner auf Ideen kommt, haben die Maschinen ein Limit von 2000 Australdollar.
Aber man konnte zwei Bons auf einmal einreichen, mit der Summe über 2000 A$, und dann hat der die Summe ausgezahlt. Und einen der Bons wieder ausgespuckt. Den konnte man dann nochmal abbuchen.
Der Hammer: Das blieb 13 Tage unentdeckt durch das Casino. Und der Schaden war nur um die 3 Mio Dollar. Die Zocker in Australien scheinen nicht so helle zu sein :-)
Die Kanzlei hat das dann zwei Tage später bemerkt und wollte das rückgängig machen. Ich würde ja gerne einen Softwarefehler-kann-man-nichts-machen-Joke machen, aber das war wohl echt eine Fehlbedienung. Gut, kann man ja auch als Softwarefehler sehen, wenn sich die Software in so einer wichtigen Sache so krass fehlbedienen lässt.
Der Lacher ist jedenfalls, dass die sich jetzt vor Gericht streiten. Wieso streiten die sich, wenn das ein Unfall war? Nun, offenbar gibt es da bei dem jetzt fälschlich geschiedenen Paar irgendwelche Streitigkeiten über Alimente, und die Frau wollte sich eigentlich auch scheiden lassen, aber nicht bevor die Alimente-Frage geklärt ist. Der Ehemann, als er hörte, dass die Scheidung durch sei, argumentiert jetzt, durch ist durch und Scheidung rückgäng gibt es nicht, nur weil sie nicht einverstanden war. Dann hätte sie den Anwälten halt keine Vollmacht geben dürfen. (Danke, Marcel)
Wieso verbreiten die jetzt diesen Schwachsinn mit den DDoS-Zahnbürsten? Ich weiß es auch nicht. Aber ich habe Vermutungen.
Erstens mal, der Vollständigkeit halber. Nein, es gab da keinen DDoS. Das war ein hypothetisches Szenario. Muss wohl bei der Übersetzung verloren gegangen sein.
Zweitens: Die hatten noch nie einen guten Ruf. Die hatten damals behauptet, sie hätten ein eigenes Realtime-OS gehackt, was sich dann als ein Linux herausstellte, wenn man das Image gegen den hartkodierten Wert XORt. Aber das sind ja alte Kamellen. Neuer ist "FortiSIEM - Multiple remote unauthenticated os command injection". Ah, die Königsklasse! In der "oh Mann ist das peinlich"-Liga!
Aber warte, Fefe, das war doch letztes Jahr. Das haben die doch bestimmt schnell gefixt.
Klar! Microsoft-Style! Der Patch war rottig und jetzt mussten sie für dieselben Bugs neue Patches machen.
Wer kauft bei solchen Leuten?!
Überlegt mal, wie einfach sich das BSI das machen könnte! Einfach gucken, was Gartner empfiehlt, und jeweils direkt eine Warnung raushauen. Fertig!
Update: Die Aargauer Zeitung sieht sich übrigens als Opfer und bestätigt, dass es sich um ein hypothetisches Szenario gehandelt habe. Das war bestimmt mit "KI"-Hilfe übersetzt. Softwarefehler. Kann man nichts machen.
Also, die Flugzeuge werden in Renton gebaut, das ist in Washington State. Ich bin da mal vorbei gefahren, da kann man als Tourist eine Führung machen. Riesiges Produktionsgelände.
Es gibt da QA, aber das ist offenbar wie in der Softwareentwicklung. Man produziert erst Mist, dann beauftragt man für die Compliance einen Pentest. Der sollte natürlich idealerweise nichts finden, weil man ordentlich gearbeitet hat, aber weil man auf dem ganzen Weg gepfuscht hat, findet der doch Dinge.
Diese Dinge sollten dann in einer besseren Welt zu einem sofortigen Produktionsstopp führen, und zu monatelangen Arbeiten am Prozess, damit das NIE NIE WIEDER vorkommt. Tatsächlich fixt man die Pentest-Findings und erzählt dem Kunden, alles sei jetzt sicher.
So in der Software. Bei Boeing ähnlich: Die Airline ("Spirit") hat gemerkt, dass Boeing da Schrott baut, und hat daher eine eigene QA-Abteilung VOR ORT installiert. Da kann man eigentlich schon zu lesen aufhören. Aber wartet.
Boeing hat eine QA-Abteilung, und die sollte natürlich nichts finden, weil alles super ist. Tatsächlich sieht die Statistik so aus:
this check job that should find minimal defects has in the past 365 calendar days recorded 392 nonconforming findings on 737 mid fuselage door installationsWohlgemerkt: Nur an den Türen in der Mitte der Flugzeuge. Alleine an diesen Türen haben die mehr als einen Defekt pro Tag gefunden.Gut, sie machen dann ein Ticket auf. Weil Boeing selbst nicht mehr dazu kommt, alle Defects zu bearbeiten, kümmert sich das Spirit-Team. Die fixen also das Problem, die Kosten zahlt Boeing, bucht das unter Warranty, und dann prüft Boeing nochmal, ob der Fix von Spirit OK war. War er nicht.
The Boeing QA writes another record in CMES (again, the correct venue) stating (with pictures) that Spirit has not actually reworked the discrepant rivets, they *just painted over the defects*.Da fehlten die Nieten, und der Fix von Spirit war eine neue Lackierung. Die Nieten fehlten immer noch, aber es sah super aus!1!! In den Worten des Whistleblowers:In Boeing production speak, this is a “process failure”. For an A&P mechanic at an airline, this would be called “federal crime”.Natürlich darf das Flugzeug so nicht übergeben werden. Wurde es aber anscheinend doch und flog dann mit Passagieren rum, bis die Tür rausflog, weil sie nicht ordentlich vernietet war.Wie haben sie das geschafft, dass ihre Prozesse die Abnahme zuließen? Sie haben ein Teil als ausgetauscht ins System eingepflegt, für das man die Tür öffnen muss, aber sie haben die Tür nie als angefasst markiert, also gab es keinen Bedarf für eine weitere Inspektion.
Mit anderen Worten: Das war kein Unfall. Das war kein Softwarefehler. Das war vorsätzliche Täuschung, die nur durch großes Glück keine Todesfolge nach sich zog.
In other News: Lufthansa hat im Dezember 100 Boeing 737 MAX 8 geordert.
Update: Oh, Spirit ist zwar eine Airline, aber es gibt noch ein Spirit Aerosystems, ein Outsourcer, und die waren hier gemeint. Nicht die Airline.
Gestern in einem Regionalzug der ÖBB:Kann man nichts machen."Sehr geehrte Fahrgäste, aufgrund eines Softwarefehlers muss ich das Fahrzeug neu starten. Das heißt es gehen kurz die Lichter aus, es wird finster, aber es ist alles in Ordnung."
Instead of their pay, workers are being offered a money order that must be paid back due to what USPS called a "programming issue."Softwarefehler. Kann man nichts machen.
Wie Michaela Grubesa, Leiterin der SPÖ-Wahlkommission bei einer Pressekonferenz kommunizierte, wurden am Parteitag am Parteitag in Linz die Ergebnisse von Hans Peter Doskozil und Andreas Babler vertauscht [...]Softwarefehler, kann man nichts machen.Grund dafür war laut Grubesa ein "technischer Fehler". Nach dem Auszählen der Delegiertenstimmen habe man die Excel-Tabellen vertauscht und das falsche Ergebnis kommuniziert.
Eine fehlende Wahlscheinnummer auf einem Rücksendeumschlag in Reinickendorf. Ein fehlendes Dienstsiegel auf einem Wahlschein in Charlottenburg-Wilmersdorf. Ein falsches Wahldatum auf einem englischsprachigen Informationsblatt zur BVV-Wahl. Im Bezirk Treptow-Köpenick wurden in 49 Fällen Briefwahlunterlagen doppelt verschickt, wie eine Sprecherin des Bezirks jetzt auf Anfrage mitteilte. Grund sei ein Softwarefehler.Oh ein Softwarefehler! Na gut, dann kann man nichts machen.
Macht ja auch nichts. Machen wir einfach "Und täglich grüßt das Murmeltier"!
Und da kommen gar gruselige Details ans Licht!
Officials ultimately found a corrupt file in the main NOTAM system, the source told CNN. A corrupt file was also found in the backup system.Mit anderen Worten: Softwarefehler. Kann man nichts machen.Gut, was tut man als IT-Profi, wenn was nicht geht? Rebooten!
In the overnight hours of Tuesday into Wednesday, FAA officials decided to shut down and reboot the main NOTAM system -- a significant decision, because the reboot can take about 90 minutes, according to the source.NEUNZIG MINUTEN!?!? What the FUCK?!Und wie üblich in der IT sagen sie jetzt, das "war halt das alte System" und "wir wollten ja eh ein neues machen". Ich finde an der Stelle die Frage interessanter, wie so ein System überhaupt je online gehen kann. Da hast du ja Null Spielraum für Fehler, wenn das schon im Regelfall 90 Minuten zum Hochkommen braucht.
Und das ist ja nun kein Steuersystem hier sondern im Wesentlichen eine Datenbank mit Text-Meldungen und Geodaten. Das ist jetzt nicht gerade Raketenchirurgie!
The FAA said that it was working to restore a system that alerts pilots to hazards and changes to airport facilities and procedures that had stopped processing updated information.Ja das ist natürlich eher nicht so gut, wenn so ein Warnsystem ausfällt. Entsprechend waren hunderte von Flügen verspätet und knapp hundert wurden ganz abgesagt.Softwarefehler. Kann man nichts machen.
wundert mich gar nicht, dass so viele Anträge unvollständig sind - works as designed.Ich verstehe plötzlich, wieso Behörden und Konzerne am Ende lieber SAP einführen.Dazu meine Erfahrung (als Unterhaltspflichtiger, habe aber auch meiner Tochter bei der Antragstellung geholfen):
- zum Beginn des Wintersemesters gab es zwei(!) digitale Frontends. Unterschied war die Anmeldung - per Userid/Password oder mit nPA. Die sind anscheinend jetzt zusammengelegt.
- die (zeitweise) unvollständigen Anträge sind dem Prozess geschuldet: Antragsteller füllt seinen Teil aus, darin gibt es auch Angaben zu Unterhaltsverpflichteten, u.a. auch die Email-Adresse. An diese wiederum wird vom Portal die Aufforderung zur Abgabe einer Einkommenserklärung versendet - online oder offline auszufüllen. D.h. an der Stelle ist der Antrag schon im System, aber dieses vorausgefüllte PDF wurde gerade erst erzeugt. Logischerweise ist der Antrag nicht vollständig.
- Dieser Prozess deckt aber nur den Standardfall ab. Annahme: bei den Eltern hat sich in den letzten zwei Jahren nichts geändert, die Steuererklärung vom vorletzten Jahr reicht. Ist die Annahme falsch, hängt es vom Bundesland ab, ob das Formular für solche Veränderungen bereits digitalisiert wurde. Das Formblatt selbst liegt natürlich blanko vor, benötigt aber eine Unterschrift.
- OK, diese Änderung kann auch nachgereicht werden, aber ... im Standardprozess wird der Nachweis meiner Befreiung von der KV-Pflicht angefordert. WTF?! 5x alles hoch und runter gecheckt - ich habe nirgends etwas dahingehend angeklickt, aber Nicht-Befreite müssen auch die Nicht-Befreiung nachweisen, ansonsten wird die Erklärung dem Antrag nicht beigefügt. Aussage der Hotline: Softwarefehler, kann man nichts machen. Also abbrechen, auf Papier ausfüllen und per Post verschicken - oder einfach ein leeres PDF als Nachweis (also: Writer -> neues Dokument -> Export als PDF) hochladen. Upload ist entscheidend, der Inhalt erstmal egal.
Nach einer Woche waren wir damit durch, aber da meldete sich Töchterlein auch schon: sie hatte einen Brief(!) bekommen, dass der Antrag unvollständig sei - sie möchte doch bitte die fehlenden Formulare und Nachweise nachreichen. WTF!? Der Prozess ist asynchron designed (ist ja sinnvoll, wenn Student nicht mehr bei den Eltern wohnt), was wollt ihr denn? Also alles nochmal aus dem Portal rausgeklaubt, ihr per Mail geschickt (inkl. Änderung aus Pkt. 3), damit sie das weiterleiten kann. Das Portal ist jetzt komplett außen vor.
- Ooh, für die Änderung fehlte noch ein Papier, gut, kann man auch noch scannen + mailen. Upload? Nöö, wir sind wieder beim alten Verfahren, Email ist nur die schnellere Post.
Seit 6 Wochen ruht still der See ... und ich mache mir jetzt Vorwürfe, dass das BaFöG-Amt auch noch leere Seiten ausdrucken muss.
Nun, seit dem sind ja zwei Jahre vergangen. Sicher genug, um die Infrastruktur zu reparieren.
Nun, liebe Leser, ihr müsst jetzt sehr tapfer sein!
Am bundesweiten Warntag an diesem Mittwoch wird es in Berlin noch keine Warnung über Sirenen geben. Zum einen stehen von den 400 Sirenen, die aufgebaut werden sollen, bisher erst sehr wenige zur Verfügung. Zum anderen können sie nicht angesteuert werden, weil die Technik für die Anbindung an das Modulare Warnsystem vom Bund entwickelt werde und noch nicht betriebsbereit sei, teilte der Senat im Internet mit.Ja gut. Dann ist das ein Softwarefehler. Dann kann man da nichts machen.
Update: Lacher am Rande: Der Katastrophen-Testtag ist Donnerstag, nicht Mittwoch :-)
Das liegt daran, dass die zugrundeliegende Agentur russischen Diesel rausgerechnet hat, obwohl er noch da war und weiter rein kam. Das sah dann in den Modellen so aus als sei der Nachschub knapp, also gingen die Preise hoch.
Das war bloß ein bedauerlicher Softwarefehler, dass sich da Großkonzerne auf eure Kosten bereichert haben!1!!
Die Agentur gehört übrigens zu S&P und sitzt in London. S&P war die Ratingagentur, die schon die Hypothekenkrise ausgelöst hatte, wenn ihr euch erinnert, weil sie Klärschlamm als AAA eingestuft hat. Wider besseren Wissens.
*wieher*
Da wird echt Unterhaltungssteuer fällig bei denen. Offiziell ein "technical glitch". Softwarefehler. Kann man nichts machen.
»Zurzeit gibt es aufgrund eines Softwarefehlers in einer Reihe von dm-Märkten Probleme mit den Kassen«, wird Christoph Werner, Vorsitzender der dm-Geschäftsführung, auf eine SPIEGEL-Anfrage hin per Mail zitiert.Ich weiß, was ihr jetzt denkt. Softwareproblem. Kann man nichts machen.
Aber nein! Stimmt gar nicht:
»Wir haben die Ursache gefunden und gehen davon aus, dass wir in den nächsten Minuten bundesweit wieder überall unsere Kundinnen und Kunden wie gewohnt bedienen können«, heißt es weiter.Eine exzellente IT-Infrastruktur erkennst du daran, dass das gar nicht erst passiert. Aber eine gute Infrastruktur erkennst du daran, dass wenn es passiert, es schnell gefixt werden kann.
In diesem Sinne: Wenn das stimmt, mit dem "in wenigen Minuten wieder verfügbar", dann Thumbs Up, dm!
Softwarefehler. Kann man nichts machen.
Ein Sprecher erklärte in Den Haag, dass ein Softwarefehler in einem Planungssystem vorliege. [...]Ihr müsst das verstehen. Das ist wie Hochwasser!1!!Ähnliche Störungen hatte es in den Niederlanden schon im vergangenen Jahr zweimal gegeben.
Softwarefehler. Kann man nichts machen.
So langsam wird dieser Paywall-Scheiß echt nervig. Ich hatte bestimmt ein halbes Dutzend Einsendungen hierfür, die alle nicht blogbar waren, weil sie hinter eine Paywall führten. Wir hatten echt goldene Zeiten. Bis wir sie uns selbst kaputtgemacht haben.
War ein Softwarefehler. Kann man nichts machen.
Update: Kurze Durchsage des Dompfarrers dazu:
Die nächtlichen Glockentöne des Wiener Stephansdoms waren ein Hackerangriff, wie der Dompfarrer Toni Faber am Mittwoch klarstellte. Er stoppte via Tablet das Gebimmel persönlich.
Bewaffnet nur mit seinem Tablet stellte er sich heldenhaft den fiesen russischen Cyberbrigaden entgegen!
Wartet, wird noch geiler! Es gibt auch noch einen Battlestar Galactica Subplot:
Der Hacker startete zunächst das sogenannte Festgeläute im Südturm und danach das barocke Geläute im nördlichen Heidenturm. Die Pummerin habe nicht geläutet, diese sei auch nicht ans Internet angeschlossen.
Alle Battlestars von den Zylonen gehackt? Nicht alle! Admiral Adama bestand darauf, sein Geläut analog zu lassen! (Danke, Wolfgang)
"Eine bestimmte Type von Schaltuhren ist aufgrund eines Softwareproblems seit dem 1. Jänner nicht mehr aktiv", sagt Josef Stocker von Kärnten Netz. Diese Schaltuhren steuern Nachtstromanlangen, in erster Linie Boiler. Die meisten defekten Schaltuhren gibt es in Villach.Softwarefehler. Kann man nichts machen.
Ob die Exchange fahren? (Danke, Stefano)
The Kyoto University in Japan has lost about 77TB of research data due to an error in the backup system of its Hewlett-Packard supercomputer.Das muss man erstmal schaffen, dass das Backupsystem für weniger Datenverfügbarkeit sorgt!
The high street bank Santander was scrambling last night to recover £130 million it accidentally paid out to tens of thousands of people and businesses on Christmas Day.About 75,000 people and companies in receipt of normal one-off or regular payments from 2,000 businesses with accounts at Santander were inadvertently paid a second time.
Softwarefehler. Kann man nichts machen.Ja, äh, buchste halt zurück? Nee, zurückbuchen geht nur, wenn das Zielkonto bei Santander liegt. Ansonsten musst du mit den Leuten verhandeln. Deshalb lässt man Onlinehändler immer abbuchen und überweist nie. Abbuchung kann man rückgängig machen, wenn das ein Betrüger war. Überweisung nur wenn die Sterne günstig stehen oder du dir das gerichtlich zurückholst.
Warum haben sie denn falsche Zahlen gemeldet?
Kommt ihr NIE drauf!
Der andere Grund, warum es zur Meldung der zu geringen Inzidenzzahlen kam, sei mittlerweile auch bekannt: Softwarefehler. Jeweils ein falscher Datensatz habe zwei Datensätze komplett zerstört, so die Stadt. Dadurch seien viel zu geringe Inzidenzen zum RKI übermittelt worden. Das Problem sei mittlerweile behoben.Oh ach so. Ein Softwarefehler. Da kann man nichts machen.
Passiert euch das eigentlich auch immer? Dass ein Datensatz benachbarte Datensätze kaputtmacht?
Ich sage euch, die moderne Datenverarbeitung ist ein gefährliches Umfeld. Da hängst du einen Datensatz an die Tabelle an und schwups sind die anderen Zeilen beschädigt!!1!
Wat (Danke, Peter)
Dann haben mir ein halbes Dutzend Leser den Fall mit der Post in Großbritannien geschickt. Weiß nicht, wieso das gerade rumgeht, aber das war schon im April hier im Blog.
„Apotheken bedienen sich privater Softwareprodukte. Bei einem dieser Softwareanbieter kam es aufgrund eines Fehlers in der eingesetzten Software zu einer von der ärztlichen Verordnung abweichenden Anzeige einer Dosierungsinformation“,Da stand dann drauf "nehmen Sie drei täglich" statt "nehmen Sie alle zwei Wochen eine" oder so.
Softwarefehler. Kann man nichts machen. (Danke, Stefan)
Berlin hat gerade eine verschärfte Situation, weil es da sechs Kreuze auf fünf Zetteln gibt. Aber zusätzlich haben sie einen Marathon zugelassen, d.h. es gab Straßensperrungen.
Aber die Liste der Dinge, die der rbb da berichtet ... weia! In Spandau ist ein Wahlbüroleiter einfach nicht erschienen. In Mitte kamen sie in ein Wahllokal nicht rein. Softwarefehler bei der Schließanlage. In Friedrichshain hatten sie die falschen Wahlzettel. In Charlottenburg hatten sie gar keine Wahlzettel.
Wat?!
Das liest sich alles wie eine Satire der letzten Jahre in der Sowjetunion! Was machen die eigentlich alle beruflich?
Mir schrieben jetzt noch andere Wahlhelfer, dass auch ihr Wahllokal die Unterlagen erst ein paar Minuten vor Öffnung des Wahllokals gekriegt hat.
Ich habe mich hier jahrelang über die Zustände in den USA lustig gemacht, mit den Schlangen vor den Wahllokalen. Und jetzt haben wir das hier auch. Wow.
Das ist ja mal ein bitterer Absturz.
Aber falls ihr das geguckt habt, und euch auffiel, dass die da systematisch den Scholz reden ließen und die Baerbock nicht, dann liegt ihr völlig richtig.
Aber keine Sorge. Niemand ist Schuld.
»Dahinter stand ein Softwarefehler. Die Zeitnahme wurde dann zusätzlich per Hand durchgeführt«, teilten die Sender auch dem SPIEGEL in einem Statement mitSoftwarefehler. Da kann man nichts machen.
Die Britische Post hatte eine Software namens "Horizon" installiert, und die hat den Eindruck erweckt, als hätten Dutzende von Mitarbeitern Geld unterschlagen.
Stellt sich raus: Das war ein Softwarefehler.
Campaigners believe that as many as 900 operators, often known as subpostmasters, may have been prosecuted and convicted between 2000 and 2014.Mit so einem Fleck auf deiner Vita findest du natürlich auch keinen anderen Job mehr.In his written judgment, Lord Justice Holroyde, sitting with Mr Justice Picken and Mrs Justice Farbey, said of the 39 cleared: “Many of these appellants went to prison; those that did not suffered other penalties imposed by the courts; all would have experienced the anxiety associated with what they went through; all suffered financial losses, in some cases resulting in bankruptcy; some suffered breakdowns in family relationships; some were unable to find or retain work as a result of their convictions – causing further financial and emotional burdens; some suffered breakdowns in health; all suffered the shame and humiliation of being reduced from a respected local figure to a convicted criminal; and three … have gone to their graves carrying that burden.”
Aber wartet mal. Kein Projekt ist so verkackt, dass man es nicht noch tiefer in die Scheiße fahren kann!
Dass der Privatsphärevernichtungs-Techniklieferant Palantir Teil von Gaia-X war, hat die Sache ja schon umgebracht. Hier sind noch ein paar mehr:
Dazu gehören auch diverse Unternehmen aus China und den USA wie Huawei, Alibaba, Haier, Amazon, Google, Microsoft, Palantir und Salesforce.Denn klar, wenn ich an europäische Werte wie Schutz der Privatsphäre und Datensparsamkeit denke, dann fällt mir auch sofort obiges Gruselkabinett aus Nach-Hause-Telemetrierern ein!1!!
Die Idee bei Gaia-X war ja, etwas anderes als Amazon, Microsoft und Google zu haben, wenn man in die Cloud will. Wen nehmen wir rein? Amazon, Microsoft und Google! Salesforce, falls euch das nichts sagt, ist ein Cloud-Service für CRM. Da legen einmal alle nennenswerten Firmen in Deutschland alle ihre Kundendaten ab. Ein US-Unternehmen, versteht sich. Aber ist kein Problem, denn die deutschen Firmen haben ja einen *papierraschel* Auftragsdatenverarbeitungs-Vertrag mit Salesforce geschlossen! Wenn Salesforce also die Daten anderweitig nutzt, dann wäre das … bedauerlich aber dann könnte man da nicht viel machen, fürchte ich. Softwarefehler, wissenschon.
Gaia-X ist also nicht die Wunderwaffe der EU gegen Datenkraken sondern eher sowas wie der Zusammenschluss der schlimmsten Datenkraken. Sowas wie SPECTRE bei James Bond.
Oder wie CDU, BITKOM oder der BDI in Deutschland.
Hunderte von Gefängnisinsassen in Arizona konnten wegen eines Softwarefehlers nicht entlassen werden.
Tja. Softwareproblem. Kann man nichts machen.
Fortune 500 firms with strong growth profiles are more susceptible to “cooking the books” than smaller, struggling companies, according to a recent study published in Justice Quarterly.No shit, Sherlock! Und nicht nur in der Buchhaltung, wenn ich mal diskret auf den Dieselskandal zeigen darf.Das hat bestimmt die CIA rausgefunden. Die finden ja alles raus. Alles finden die raus!
Update: Schöner Leserbrief dazu:
ich bin ja ein bisschen enttäuscht, dass Du nicht auf diese besondere Wortwahl hingewiesen hast: "... susceptible to 'cooking the books' ...'. Das ist wohl die Buchhalterversion von "Softwarefehler, kann man nichts machen"; ab einer gewissen Wachstumsrate (growth profile) werden die so heiß, dass die Bücher einfach anfangen zu kochen!1!! Oder das ist wie "susceptible to Corona Virus"; irgendeiner schleppt das Virus ein und man wird es nicht wieder los - "Bücherfieber" sozusagen.
Ich bin ja immer mehr angewidert von derlei Verrenkungen in der Sprache. Da merkt man schon an den Formulierungen, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt.
In der Tat. Danke für den Hinweis. Ich ärgere mich da auch immer drüber und hätte da in der Tat was zu schreiben sollen.
Vielleicht brauchen wir da einen griffigen Kampfbegriff für, für dieses Presseerklärungs-Herumgewiesel.
Das war in Florida. An wen ging Florida noch gleich? Oh ja richtig.
That third party candidate is Alexis Rodriguez, who has the same last name as the Democratic incumbent senator Jose Javier Rodriguez. The Republican challenger is Ileana Garcia.Alexis Rodriguez falsified his address on his campaign filing form last June. The couple who now live at the Palmetto Bay address say they have been repeatedly harassed since then by people looking for Rodriguez, who hadn’t lived there in five years.
Bestimmt alles bloß ein bedauerliches Missverständnis. Clerical Error!Oh nee warte. Softwarefehler! Kann man nichts machen.
Nach dem Einigungsvertrag stellte man fest, dass das Beitrittsgebiet nicht über ein Sirenennetz verfügt wie es in den Altländern seit anno knips existierte.Das wundert mich ehrlich gesagt ein bisschen, denn meine Ost-Freunde sind gerade erstaunter als meine West-Freunde, dass sie nicht einfach "die alten DDR-Sirenen weiterbetrieben" haben.Die Bund und Länder müssen aber flächendeckend für vergleichbare Lebensverhältnisse sorgen (sagt das GG), hatten also zwei Möglichkeiten: in Neufünfland Sirenennetz baun oder das alte Sirenennetz abbaun (privatisieren wäre noch denkbar gewesen, aber das wollte offenbar nicht mal die Regierung Kohl).
Und nun raten wir mal, was billiger war.
Allerdings musste man ja weiter die Aufgabe der Bevölkerungswarnung erfüllen, also musste das abgebaute Sirenennetz ersetzt werden => SatWaS/MoWaS.
Das MoWaS-System der Bundesregierung/*Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe* (*BBK*) ist übrigens satellitenbasiert.
Das ist eine Lehre aus den Fluten an Oder und Elbe, die sehr viel Infrastruktur lahmgelegt haben, weil Strom abgeschaltet werden musste. Also an sich eine Gute Idee, nur ist Satellitenempfang halt so eine Spezialkunst. Auch daher ist MoWaS nur als eine Art Backbone zur Verteilung an weiter verteilende Stellen konzipiert, nicht für die direkte Bevölkerungswarnung.
Jedenfalls ist meines Wissens der aktuelle Sachstand bei der Bevölkerungswarnung: "Daumen drücken, wird schon nix schiefgehen" als Konsens aller "Verantwortlichen". Und das ist ja ein nachvollziehbarer Ansatz, denn in der föderal organisierten Verantwortungsdiffusion können alle Beteiligten davon ausgehen, nie persönliche Nachteile (=Definition von "was schiefgehen") zu erleben.
Also wie bei politischer Verantwortung oder Softwarefehlern heutzutage leider üblich.
Update: Ein anderer Leser widerspricht:
selbstverständlich gab es "im Beitrittsgebiet" einen zentralen Warndienst: Alle 11.000 Sirenen der DDR konnten zentral gesteuert werden.
Das Ganze befand sich im ZGS-14, dem zentralen Gefechtsstand der Luftstreitkräfte der NVA, bei Fürstenwalde.
Die Abschaltung der Sirenen auf DDR-Gebiet hat einen anderen Hintergrund: Mit der Wende glaubte man, dass der ewige Friede ausgebrochen sei, das Bundesamt für Zivilschutz wurde dann langsam kaputtgespart. Die Sirenen wurden den Ländern übergeholfen, diese wieder den Gemeinden - jetzt kommts: Da hingen langfristige und teure Wartungsverträge dran, viele Gemeinden haben abgewunken. Viele Sirenen kamen weg.
Aber auch nicht überall: In hochwasser- oder waldbrandgefährdeten Gemeinden entschieden die Gemeindevertreter, dass die Sirene bleibt.
Mit dem Elbehochwasser 2002 änderte sich die Situation in der Elberegion: Dresden schaffte sich eine neue Sirenenanlage an. Landkreise bauten den Durchgriff von der Leitstelle auf alle Landkreissirenen wieder auf.
Was macht Google eigentlich hauptberuflich? Oh, Software schreiben?
Mhh, tja, vielleicht sollte man die schließen, bevor sie noch mehr Schaden anrichten?
Meine Freundin ist gerade dabei, ihr Medizinstudium zu beenden. Hierzu absolviert sie derzeit ein Praktikum nach dem anderen, unter anderem kürzlich in einer Hausarztpraxis in einem Vorort einer größeren Stadt in Hessen. Meine Mutter ist Allgemeinmedizinerin und niedergelassene Hausärztin in einer ländlich geprägten Region in Thüringen. Trotz der geographischen und auch altersbedingten Unterschiede beobachten beide folgendes:Dann haben einige meiner Leser angefangen, den Gründern dieser Bewegung hinterherzugoogeln. Der, dessen Bild ganz links ist auf der Homepage von denen, hat eine Webseite, auf der er "gesamtheitliche" und "komplementäre" "Krebsbehandlung" anbietet. Wenn ihr die Terminologie nicht kennt: Das sind die aktuellen Wieselformulierungen der Heilpraktiker-Branche. Gesamtheitlich heißt inhaltlich gar nichts, aber soll unterstellen, dass die Schulmedizin unvollständig arbeite. "Komplementär" soll heißen, dass man das neben der Schulmedizin macht. Das ist natürlich der süßeste Deal für Quacksalber, denn dann ist die Schulmedizin Schuld, wenn der Patient stirbt, aber man konnte sich noch mal ordentlich finanziell gesundstoßen an dem Verzweifelten in Todesangst. Und nota bene: Krebsbehandlung, nicht heilung. Sonst klagen am Ende noch die Nachfahren. Ein verzweifelter Krebspatient bemerkt aber möglicherweise den Unterschied nicht.Patienten, oftmals mit einschlägigen Vorerkrankungen wie Asthma oder genereller Immuninsuffizienz, kommen in die Praxen und fordern (!) eine "Bescheinigung", die sie von der Maskenpflicht entbindet. Mit dem in Klammern gesetzten Ausrufungszeichen möchte ich ausdrücken, dass besagte Patienten bisweilen ziemlich patzig reagieren, wenn man ihnen entgegnet, dass es keine rechtliche und schon gar keine medizinische Grundlage gibt, solche Bescheinigungen (man könnte es auch Attest nennen) auszustellen. Als Gründe für die Notwendigkeit der Entbindung von der Maskenpflicht werden dann natürlich Atembeschwerden genannt oder auch, dass man mit einem Mund-Nase-Schutz nicht die dreißig minütige Busfahrt zur Arbeit bewältigen könne, ohne dass es einem schwindlig wird... Dabei sind das keine Einzelfälle im Sinne eines Trottels, der auf die Idee kommt, so etwas zu fordern. Solche Fälle gab es im Mai und Juni zuhauf.
Der Selbstzerstörungsmechanismus des Menschen kennt also selbst im Angesicht einer weltweiten und Menschen dahinraffenden Pandemie keine Grenzen :D
Dann fand ein Leser noch einen Artikel von vor 20 Jahren über einen Hamburger Internisten gleichen Namens. Der hat damals einer alten Frau ein Attest ausgestellt, dass sie beim Anblick von dunkelhäutigen Menschen Angstzustände kriegt.
Und zu guter Letzt kamen mehrere Hinweise rein, dass auf der Liste Einträge doppelt und dreifach auftauchen. Tja. Bestimmt ein Softwarefehler. Kann man nichts machen.
Bleibt die Frage: Ist das ein Internetpranger, wenn ich das hier schreibe? Hätte ich das nicht bloggen sollen? Gute Frage. Mein Gedankengang dazu ist, dass der Lobbyarbeit betreibt, um Einfluss auf die Politik auszuüben. Das ist eine Grauzone in meinem Schema, dass ich Privatleute schützen will aber Politiker nicht. In diesem Falle halte ich Links auf deren Homepage und ihre eigenen Veröffentlichungen für vertretbar.
Es gibt gerade ein tolles Beispiel dafür.
Und zwar war ja vor einer Weile ein unschuldiger syrischer Flüchtling namens Amad A. in Kleve (NRW) in einer Gefängniszelle qualvoll verbrannt. Jahrelang wollte es niemand gewesen zu sein. Es gab einen Untersuchungsausschuss, der nichts bewirkt hat. Und jetzt? Jetzt war es ein Softwarefehler. Na dann ist ja alles gut. Phew. Ich befürchtete schon, da habe jemand einen Fehler gemacht! Jemand, den man dafür zur Rechenschaft ziehen könnte vielleicht! Aber Softwarefehler? Tja. Da kann man nichts machen.
*im Strahl kotz*
Die Hochbahn hat Probleme mit dem Jahreswechsel: 95 der insgesamt 120 neuen DT5-Fahrzeuge sind ausgefallen. Die Hochbahn bestätigte entsprechende Meldungen und erklärte, es sei "ein Fehler aufgetreten, der die Fahrzeuge nach dem Wenden nicht mehr starten ließ". Deshalb müsse für die DT5-U-Bahnen ein Update der Software vorgenommen werden.Der Informant sagt, es läge am Jahreswechsel. Also Y2K20 sozusagen.
Google has fixed a bug in an online tool after it began translating "Russian Federation" to "Mordor".In addition, "Russians" was translated to "occupiers" and the surname of Sergey Lavrov, the country's Foreign Minister, to "sad little horse".
Das war der Übersetzungsservice von Ukrainisch nach Russisch. Googles Übersetzung basiert auf statistischen Modellen und Machine Learning, und die Leute in der Ukraine haben seit der Krim-Krise offenbar tatsächlich Russland konsequent als Mordor bezeichnet :-)
Insgesamt seien vor dem Absturz drei Triebwerke ausgefallen.Ach naja, Triebwerke sind eh total überbewertet bei Flugzeugen!1!!
Die Triebwerke hätten, unmittelbar nach dem das Flugzeug gestartet war, widersprüchliche Befehle erhalten und daraufhin die Leistung abgeschaltet. Aus Airbus-Kreisen hieß es, die Piloten hätten nichts unternehmen können, um die Triebwerke wieder zu starten. Sie hätten zwar versucht, das Flugzeug zurück zum Flugplatz zu steuern, konnten es aber nicht mehr kontrollieren.Weia.
Tja, und wie kam es dazu? Nun, äh, …:
"Es handelt sich sehr wahrscheinlich um ein Qualitätsproblem in unserem Werk", heißt es aus Airbus-Kreisen. In den letzten Monaten wurde deshalb das gesamte Management der Airbus-Tochter in Sevilla ausgetauscht.Ja aber echt mal! Das geht doch nicht, so spät zu liefern?! Da liefern wir lieber rechtzeitig Triebwerke, die sich dann abschalten!1!!
Ein Software-Fehler bei der zentralen Steuer-Datenbank Elstam hat bundesweit zu zu hohen Steuervorauszahlungen geführt. Möglicherweise sind Tausende von Ehepaaren betroffen, eine genaue Zahl können die Finanzbehörden aber nicht nennen. „Zu aufwendig“, sagen sie und wiegeln zudem ab: Man könne sich das Geld ja über die Steuererklärung zurückholen.Aber das ist nicht unbedingt korrekt. Lest euch die Details selber durch. (Danke, Christian)
Nein, muss es nicht. Im Gegenteil. Das wäre das Ende von Open Source.
Außerdem lässt es der Artikel so klingen, als habe sich jetzt herausgestellt, dass Open Source Software weniger gut als kommerzielle sei. Das ist ganz großer Unsinn (auch wenn es natürlich auf beiden Seiten Ausreißer gibt, die deutlich besser als der Durchschnitt der anderen Seite sind).
Open Source als Bewegung ist das Konzept, dass man Leute Code schreiben lässt, deren Herzensblut dranhängt. Die es eben nicht kurz herunterpfuschen, weil sie dafür bezahlt werden. Open Source ist die Beobachtung, dass manche Menschen es lieben, Code zu schreiben. Und wenn man sie nicht mit Deadlines und Deliverables und dem monatlichen Paycheck unter Druck setzt, dann nehmen sie sich die Zeit und machen ihr Projekt ordentlich. Viel ordentlicher jedenfalls als die durchschnittliche kommerzielle Software.
Inzwischen wird kommerzielle Software wie Open Source entwickelt. Weil das Modell funktioniert. Kaum eine Firma entwickelt heute noch Software ohne Unit Tests, ohne Source Code-Versionskontrolle, überall gibt es ein Wiki für die Dokumentation und alle wollen gerne agil sein.
Der Erfolg von Open Source war so durchschlagend, dass es das Gegenmodell gar nicht mehr in freier Wildbahn gibt!
Wenn es etwas gibt, das sich bei Open Source zu ändern lohnt, dann ist es der mangelnde Respekt. Nur weil du gerne Programmieren lernen willst, heißt das nicht, dass du am Linux-Kernel herumfummeln solltest. Deine eigene SSL-Library schreiben? Kein Ding. Tu es! Da kann es nur Gewinner geben, selbst wenn es niemals fertig wird und niemand deinen Code benutzt. Du hast dabei was gelernt und als Programmierer an Größe gewonnen. Ein wenig bekanntes Detail aus der OpenSSL-Genesis ist, dass das mal SSLeay hieß — eay sind die Initialen des initialen Autoren, Eric Young —, und der hat das Projekt gestartet, weil er lernen wollte, wie die Division von 1024-Bit-Zahlen funktioniert.
Der Kern des Problems ist aus meiner Sicht, dass wir als Gesellschaft uns darauf geeinigt haben, dass Software halt ein schwieriges Problem ist, und daher Fehler halt passieren und niemand für seine Fehler geradestehen muss. Man kann sich heute bei so gut wie allen Problemen mit "das war ein Softwarefehler" herausreden. Für mich als Programmierer ist das natürlich auf der einen Seite toll, weil ich mich so Dinge trauen kann, die ich sonst nicht in Angriff nehmen würde. Aber es hat in der Szene so ein wirklich widerliches Gefühl erzeugt, als hätten wir Programmierer es verdient, als sei das unser Recht, niemals für unseren Scheiß den Kopf hinhalten zu müssen. Ich will das mal anhand dieser Tweets veranschaulich. So tief sitzt da die Panik! So ein Affront für das Weltbild ist es, dass möglicherweise jemand kommen könnte, und der sieht, dass ich gepfuscht habe! Sowas finde ich zutiefst unwürdig. Als ob der Auditor Schuld hat, wenn dein Code Scheiße ist! Wenn bei einer Frittenbude Küchenschaben gefunden werden, ist dann das Gesundheitsamt der Bösewicht? Wenn GM kaputte Autos baut, und da sterben Leute, glaubt ihr auch, die Zuständigen machen sich in erster Linie Sorgen wegen der Hater aus dem Internet? Anders gefragt: Würde irgendjemand von euch von einer Firma kaufen, die nur Qualitätskontrolle macht, weil sie Angst vor Internet-Hatern hat, wenn herauskommt, wir ranzig ihr Produkt ist?!
Dass überhaupt das Wort "Hater" gefallen ist, sagt aus meiner Sicht schon alles. Wenn du etwas baust, dann sollte das der güldene Sonnenschein sein, nach frisch gebackenem Brot durften und die filigrane Eleganz eines mathematischen Beweises haben. Und zwar nicht weil es da draußen "Hater" gibt, sondern weil das dein verdammer Anspruch an dich selbst ist! Wenn jemand kommt und dich auf Fehler in deinem Code hinweist, dann solltest du auf die Knie fallen und dem Fremden überschwänglich danken, denn er hilft dir, deinen Code näher an die Zielvorstellung der Perfektion zu bringen!
Ich glaube nicht, dass bei Software so viel mehr gepfuscht wird als anderswo. Aber physische Dinge sind vergänglich. Fehler bei physischen Dingen gehen von alleine weg, mit den Dingen selbst. Software lebt theoretisch für immer. Softwarefehler akkumulieren immer nur. Aus meiner Sicht müssen wir Software wie radioaktiven Müll behandeln — vorsichtig und mit Bedacht.
Nachdem ich all das gesagt habe, möchte ich noch sagen: Schreibt mehr Software! Aber macht es ordentlich!
Update: Jetzt bin ich ganz von meinem eigentlichen Gedankengang abgekommen. Open Source funktioniert, weil es eben nicht geldgetrieben ist. Der Programmierer zieht seinen Anreiz, die Software zu schaffen, aus der kreativen Freude des Programmierens, und aus dem Zen-ähnlichen Zustand, wenn ein komplexer Algorithmus, den man hingeschrieben hat, dann tatsächlich funktioniert. Guter Code ist seiner selbst Belohnung. Wenn man dort Geld als Anreiz einbringt, dann wird das dieses Modell kaputtmachen. Programmierer werden dann anfangen, die Arbeit pro eingenommenem Euro zu minimieren. Genau wie das überall eintritt, wo man Geld für Arbeit zahlt. Am Ende wird man feststellen, dass die Stundenlöhne anderswo niedriger sind als bei uns, und dann wird niemand mehr in Deutschland Open Source programmieren wollen. Nur weil man das mentale Modell so umgebaut hat, dass wir das "für Geld" tun, nicht um etwas zu lernen, oder den anderen Gründen. Macht das bloß nicht!
Geld für Dinge ausgeben, bei denen niemand kreative Genugtuung erfährt, das kann man diskutieren. Ich glaube, das wird man auch machen müssen, damit auch bei den SSL-Libraries wieder Open Source qualitativ führend ist. Aber fangt nicht an, das Belohnungsmodell von Open Source Programmieren auf "da gibt es Geld für" umzustellen. Das wäre der Untergang.
Update: Ich will mal eine Kommentarmail hier zitieren:
In der Psychologie unterscheidet man zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation. Intrinsische Motivation bedeutet, dass man etwas tut, weil es einem Spass macht, weil man es für richtig hält etc. Extrinsische Motivation bedeutet, dass man etwas tut, weil man eine Belohnung dafür erhält. Sozialpsychologische Experimente haben gezeigt, dass man intrinsische Motivation unwiederbringlich zerstören kann, indem man einen extrinsischen Anreiz schafft, etwas zu tun.
Update: Noch eine Einsendung:
Die moderne Motivationsforschung sagt an dieser Stelle „Nein“, weil die Programmierer bereits in dem Moment wo sie Geld bekommen den Spaß verlieren würden, aus Spiel wird dann Arbeit. Das Ganze geht auf die Selbstbestimmungstheorie der Motivation von Deci & Ryan, 1985a zurück (s. Wikipedia). Lese grade Drive von Daniel Pink (ISBN 978-1847677686), was die gedankliche Grundlage für die agile Softwareentwicklung z.B. Scrum beschreibt. Bei modernen Softwareschmieden gehört diese Kenntnis mittlerweile auch zum Einstellungskriterium.
More than 100 say they were wrongly prosecuted or made to repay money after computers made non-existent shortfalls.Da mussten teilweise sogar welche in den Knast. Es geht um Betreiber von kleinen Läden und Kiosken, die im Auftrag der Post Briefmarken verkauft haben und so, und die Post-Software hat dann da Phantom-Verluste ausgewiesen und die Betreiber mussten "zurückzahlen", was sie nie eingenommen hatten.