Fragen? Antworten! Siehe auch: Alternativlos
Es scheint aber recht klar zu sein, dass die Preiserhöhung nur in einer Hinsicht etwas mit Inflation zu tun hatten: Die Kartelle sahen, dass sie ihre Preise der Inflation in die Schuhe schieben können, also haben sie die Preise mal kurz verdoppelt und genau das getan.
Das war übrigens auch eines der Hauptprobleme der Biden-Regierung bei der Wiederwahl (nach dem Wahlbetrug der Trumpisten): Die Inflation. Damit gemeint: Die Wucherpreise der Kartelle.
Wie schlimm ist es?
This is just price-fixing, with an app. The fact that they don't sit around a table and openly discuss pricing doesn't keep this from being price-fixing. What's more, they admit it. A director at McCain said that "higher ups" forbade anyone in the company from competing on price. A Lamb Weston exec described the arrangement as everyone "behaving themselves," chortling that they'd "never seen margins this high in the history of the potato industry." Lamb Weston's CEO attributed a 111% increase in net income to "pricing actions."
Leser dieses Blogs werden sich vielleicht an der Stelle an Epic Systems erinnern, oder an diese kurze Durchsage von Unilever, die auch bei uns die Supermärkte mit Nestle unter sich aufteilen, und mit Procter & Gamble im Waschmittelbereich.
Eine andere Kasse hatte gestern verkündet, dass ihre Kunden mal schön ihre Anästhesie selber zahlen sollen. Das haben sie sich dann recht schnell noch anders überlegt.
Gleichzeitig ist Pressebeobachtern aufgefallen, dass das Social-Media-Echo hauptsächlich aus Stimmen verdient, die sich über das US-Gesundheitssystem aufregen, und kaum jemand aufrichtig Mitleid mit dem Typen heuchelt.
But in contrast, one commenter on CNN’s Instagram post about Thompson’s death wrote: “Can’t find the room to care over my daughter’s $60,000 cancer treatment. Thoughts and prayers.”
Angeblich geht in New York das Mem um "if you saw the shooter, no you didn't". Wenn du den Schützen gesehen hast: Nein, hast du nicht. Das ist eine Referenz an die alte Parole "if you saw someone steal baby formula, no you didn't" (Wenn du jemanden Babynahrung stehlen sahst: Nein, hast du nicht).Ich kriege jedenfalls Flashbacks zur Korruption in unserem Gesundheitssystem und den daraus resultierenden krassen Beitragserhöhungen gerade. Ob sich da auch hierzulande gerade ein paar Leute Sorgen machen, was meint ihr?
New hotness: Pflegeversicherung ist pleite, Beiträge steigen signifikant.
Und nie vergessen, warum die pleite sind. Weil die alle betrügen und bescheißen, dass sich die Balken biegen, zu Lasten des Solidarsystems. Und das ist dann halt pleite. Ist auch egal, wieviel Geld man da nachschießt. Der Betrug wird natürlich mitskalieren.
Update: habt ihr euch auch gefragt, wie pleite die Pflegeversicherung tatsächlich ist? Die AOK hat Zahlen.
Zum Jahresende 2023 verzeichnete die SPV einen Überschuss von 1,78 Milliarden Euro. Die Einnahmen lagen bei 61,01 Milliarden Euro, die Ausgaben bei 59,23 Milliarden. Die Jahre 2022 und 2021 hatte sie jeweils mit einem Defizit abgeschlossen. Die liquiden Mittel lagen Ende 2023 bei 6,9 Milliarden Euro.
Ja gut, 7 Milliarden flüssig rumliegen haben, das ist aber auch kein Zustand. Wer würde da nicht mit Pleite drohen und mehr Geld fordern?
Neben immer weiteren Anbietern von Rechnungs-"Optimierern" kam auch diese Meldung rein:
Ein Problem sieht Lauterbach dabei vor allem in der Kompatibilität mit der ePA. „Wir werden auch dafür sorgen müssen, dass die Krankenhausinformationssysteme miteinander kommunizieren und in die ePA hineinkommunizieren können“, kündigte er an.Ach. Ach was. Hier geht es noch weiter und bestätigt, was ihr vermutlich schon geahnt habt:Das sei bisher nicht gelungen, beklagte er, um direkt darauf den US-Anbieter Epic als positives Gegenbeispiel anzubringen: „Wenn man sich dort Systeme anschaut, die besonders gut sind, zum Beispiel das Epic-System in den Vereinigten Staaten, dann sieht man, wie viel besser die Versorgung wird, wenn man solche Systeme hat.“
Hinter den Kulissen jedoch ist Kritik zu hören. Die Ausschreibung der Charité sei so gestaltet, dass deutsche Firmen nicht mithalten können, und der zum Ärger der Branche vor einigen Monaten von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach gelobte US-Anbieter Epic habe wohl die besten Chancen, die Ausschreibung zu gewinnen, heißt es.Ja klar, wenn der Gesundheitsminister findet, dass Epic geil ist, dann wird die Ausschreibung natürlich so frisiert, dass nur Epic sie gewinnen kann. (Danke, Dirk)
Mit leider viel Erfahrung in diesem Sektor muss ich sagen, dass Upcoding noch das kleinste Problem ist.Auf Deutsch heißt das übrigens "Kodierfachkraft" und die sind sehr gesucht.
Es gibt ganze Organisationen, die die Krankenhäuser dabei und den Verhandlungen mit den Krankenkassen beraten, um möglichst viel rauszuholen.
Aber viel schlimmer: Die Fallpauschalen (eingeführt von Ulla Schmidt SPD, natürlich und vorbereitet von Horst Seehofer) sind nur dazu da, Gewinne auf Kosten der Versorgung zu optimieren.Seitdem sind die Liegezeiten gesunken (man munkelt, dass gewisse börsennotierte Gesundheitskonzerne ihre hohen Profitmargen nur durch Dinge wie "blutige Entlassung" zustandebringen aber das sind böse Gerüchte), die Operationen werden komplett betriebswirtschaftlich optimiert (es gibt Software, um Ärzte zu identifizieren, die nicht genug Patienten für Knie-OPs bringen, schöne Doku im WDR.
Konzerne kaufen mittlerweile die Versorgungszentren (also Ärzte) und noch die Hersteller von Medizintechnik und Prothesen. Und das schlimme: Dadurch sinkt die Qualität, Pfleger sind am Limit etc.
Einer verwies auf diesen Artikel von 2016, der — völlig überraschend!1!! — ausführt, dass bei uns auch Upcoding stattfindet. Nur bei uns nicht nur von den Krankenhausbetreibern angestoßen sondern auch von Krankenkassen. Nein, wirklich!
Man würde ja denken, dass Krankenkassen ein Interesse daran haben, möglichst wenig in Rechnung gestellt zu kriegen. Aber stellt sich raus:
Je kränker ein Patient, umso mehr Geld bekommt seine Kasse für seine Versorgung aus dem Gesundheitsfonds.Ach ja. Betrug und Korruption. Das dynamische Duo der deutschen Wirtschaft.
Ein anderer Leser berichtet, dass die Charité kurz vor einem Deal mit Epic Systems steht. Der Artikel ist vom Mai 2024. Weiß da jemand, wie das ausgegangen ist?
Ein Dritter schickte mir diesen Link zu einem Softwareanbieter an, der mit "Erlössicherheit" wirbt und ein Modul "Abrechnungsmöglichkeiten und Potenziale" anbietet. Hier ist noch ein Anbieter, der auch mit ähnlichem wirbt.
Ihr Abrechnungspotential zu kennen ist der Start für mehr Praxisgewinn und mehr Entnahme. Im Folgenden erfahren Sie, wie die optimale Abrechnung funktioniert und erhalten einen Abrechnungspotentialrechner, der individuell für Ihre Praxis berechnet, wie viele Euros Sie bei der Abrechnung liegen lassen.Und noch einen dritten Link schickte er mir, der "Abrechnungsoptimierung" bewirbt.
Ich habe bei keinem diesen Anbieter konkretes Wissen, was die Software tatsächlich tut. Aber die Werbung klingt auch für meine Ohren ausgesprochen verdächtig nach Epic-mäßigen "Optimierungen" zu Lasten des Solidarsystems. Weiß da jemand näheres?
Update: Hier ist noch ein sachdienlicher Link zur TK von 2019. Das ist also schon länger ein Problem.