Fragen? Antworten! Siehe auch: Alternativlos
Ab jetzt landen Leute, die mir Petitions-Links schickt, direkt im Killfile. Ich habe das jetzt echt häufig genug angesagt.
Oh und Links auf deutsche-wirtschafts-nachrichten.de, kopp-verlag.de und alles-schallundrauch.blogspot.com landen auch direkt neben infowars.com in der Tonne. Ich will hier vertrauenswürdige Primärquellen haben, keine hysterische Meinungsmache und Hörensagen-Seiten, die sich für ordentliche Quellenangabe zu fein sind.
Ich will das mal der Reihe nach erklären. deutsche-wirtschafts-nachrichten.de wird von einer obskuren Social Media GmbH betrieben, hat Deppenleerzeichen im Namen und bietet mir genau keinerlei Grund, sie für eine seriöse Quelle zu halten. Nehmt nur die aktuelle Story, die da gerade die Runde macht, über das Saatgut. Das einzige neue darin war die angebliche Stellungnahme, die die EU-Kommission veröffentlicht hat. Aber dafür geben sie keinen Link an. Auf ganzer Linie durchgefallen.
kopp-verlag.de bietet laut Wikipedia Ufologen, Kreationisten, "das Mittelalter existierte gar nicht" und anderen Spinnern ein Forum. Geht gar nicht.
Und dieser Hörstel von Schall-und-Rauch, guckt euch mal Videos von dem an auf Youtube, da geht praktisch die gesamte Zeit für Selbstdarstellung drauf. Der Rest ist Infowars-Wiederkäu.
Infowars wird von libertären US-Amerikanischen NRA-Fanatikern betrieben. Die sind inzwischen so hysterisch, dass sie hinter allem eine False Flag Operation von Obama vermuten, um ihnen ihre Sturmgewehre wegzunehmen, die sie für die Hirschjagd brauchen!1!!
Wie bei den anderen Sites auch rutscht gelegentlich ein Nugget dazwischen. Aber das ist dann im Allgemeinen ein Nugget mit Link auf eine Primärquelle. Die könnt ihr dann gerne einsenden, und von mir aus die Sekundärquelle dazu tun. Aber wenn da keine weiterführende Analyse steht sondern nur Hysterie, dann verlinke ich das nicht. Für Hysterie bin ich hier zuständig!1!!
BTW: Hier ist eine aktuelle Pressemeldung zum Saatgut-Dingens. Da sieht man immerhin, dass das Agitprop von Saatgutkampagne.org kommt. Und natürlich kämpfen die — mit einer Petition. m(
Update: Eine Sache sei trotzdem erwähnt: Wikipedia über Corexit:
In late 2012, a study from Georgia Tech and Universidad Autonoma de Aguascalientes, Mexico reported that Corexit used during the BP oil spill made the oil up to 52 times more toxic.
Nun gibt es für den Fall einen Legal Defense Fund, in den $20.000 an Spenden zusammengekommen sind, um ihm einen ordentlichen Verteidiger zu bezahlen. Und jetzt? Achtung, hinsetzen. Sitzt ihr stabil? Jetzt hat der Richter in dem Fall die $20.000 beschlagnahmen lassen, das Konto eingefroren und der Richter besteht darauf, dass Brown von einem Pflichtverteidiger verteidigt wird, den das Gericht ernennt. Die Kohle soll höchstens dafür benutzt werden, den Pflichtverteidiger zu bezahlen.
Der Fall wirft auch sonst kein gutes Licht auf die US-Justiz. Hier gibt es eine Zusammenfassung.
First the feds charge Barrett Brown with crimes that, if he’s found guilty, could keep him in jail for 100 years. They deny him bail, which means he’ll have been behind bars for a year before he gets a trial in September. They go after his mom for obstruction.
They work primarily with the Ft. Meade customer … combination of offensive and defensive Cyber software engineering … Reverse Engineering, Penetration Testing, Malware Analysis, and the application of Big Data / Cloud technologies to Cyber problems … seeking Kernel and Device Driver Developers (Windows or Linux/Unix)Falls jemand nicht weiß, wer der Ft. Meade customer sein könnte: Wikipedia hilft. Da sitzen das United States Cyber Command und die NSA.
Insofern haben Regierungen seit jeher ein Interesse daran, den Goldkurs zu drücken, während sie ihre Währung nach unten manipuliert haben, damit man das nicht so sieht. Dafür hat man nicht so viel Möglichkeiten, man konnte halt die eigenen Goldbestände verscheuern und so das Angebot über die Nachfrage steigern und den Preis drücken. Inzwischen macht man sowas eher über Termingeschäfte und Optionen und der Goldmarkt ist ja eh voller Betrüger, die Wolfram-Fake-Goldbarren hatten wir ja sogar im Fnord-Jahresrückblick.
Im Moment gibt es aber den spannenden Effekt, dass der Goldkurs seit einer Weile am sinken ist. Das hat sogar schon das ehemalige Nachrichtenmagazin zu einer Meldung veranlasst. Natürlich fragt man dann in so einem Fall irgendwelche "Experten", und die legen sich irgendwelche Erklärungen zurecht, aber das Problem ist, dass es da nicht wirklich eine gute Erklärung für gibt.
Die Verschwörungsforen sind gerade voll mit bizarren Theorien dazu.
Das hat dann dazu geführt, dass gestern bei der Pressekonferenz des Bostoner Bombenanschlages einer von den Alex Jones-Mitstreitern (das war der Spinner, der bei Piers Morgan zur Waffenregulierung so krass entgleist ist) wild "False Flag" herumkreischte. Deren Theorie ist, dass die US-Regierung die Bostoner Bomben gelegt hat, um so das Sinken des Goldpreises zu kaschieren. Das hat natürlich auch die US-Regierung herbeigeführt, in deren Theorie.
Wer am tatsächlichen Hintergrund interessiert ist, freut sich womöglich über den Hinweis, dass der Bombenanschlag zeitlich genau auf der Deadline für die US-Amerikanische Bundes-Einkommenssteuererklärung lag. Das deutet ja eher auf einen Tea-Party-Spinner als Bomber hin als auf Ausländer, denn die radikaleren Tea Party-Spinner um Ron Paul und co fordern seit einer Weile die Abschaffung des Bundes-Finanzamtes der USA, Steuern sollen nur von den Bundesländern erhoben werden.
Eine der interessanteren Fragen an der Stelle finde ich den moralischen Vergleich zwischen Bomben gegen Zivilisten in Boston und Drohnenanschläge von Obama gegen Zivilisten im Ausland. Der Typ, der das gebloggt hat, ist ein libertärer Freimarktspinner, insofern Vorsicht. Aber spannend, dass diese Frage überhaupt gestellt wird, auch wenn das noch nicht Teil des öffentlichen Diskurses ist.
Update: Übrigens, falls jemand das nicht wusste: Boston spielt auch in der Historie des Namens "Tea Party" eine wichtige Rolle. Wikipedia erklärt die Historie.
Warum nicht gleich so?Die Geldautomaten waren zwar noch an, aber hatten ein Notfall-Limit von 100 Euro aktiviert.
Überlegt euch mal, jemand würde das mit euch so machen. In Deutschland. Undenkbar? Na vergleichen wir doch mal. Die neuesten Zahlen, die ich gefunden habe, sind von 2011. Zypern: 71,6%. Deutschland: 81,2%. Eurozone: 87,2%. Zum Vergleich: Italien: 120,1%, Griechenland: 165,3%, Japan um die 240%.
Pleitebanken gab es auch bei uns mehr als genug. Aber bei uns wurden die alle gerettet. Sogar die Hypo Real Estate. Die Hypo Real Estate, falls das jemand nicht mehr auf dem Radar hat, war explizit als Bad Bank gegründet worden, damit die HypoVereinsbank überleben kann. Steht sogar so in der Wikipedia. Das Konzept der Bad Bank, wir erinnern uns, ist das Abspalten von Pleite-Klärschlamm, damit die Bad Bank geordnet pleite gehen kann, ohne das Mutterhaus mit in den Abgrund zu reißen. Und bei uns in Deutschland wurden sogar die Bad Banks gerettet.
In Zypern enteignen wir jetzt Russen, die ja wohl von allen noch am wenigsten für das Problem können, weil die Staatsbank pleite ist, weil sie für Griechenland gehaftet hat, und die Griechen sind pleite, weil wir ihnen unbegrenzt Kredite gegeben haben, damit sie unserer Wirtschaft ihren überflüssigen Scheiß abkaufen. Wenn hier überhaupt jemand enteignet werden sollte, dann die 10% reichsten Deutschen. Und deren Geld verteilen wir dann unter dem Rest der Bevölkerung, dann pegelt sich auch der Median wieder ein. Und die Bevölkerung kauft dann damit unserer Wirtschaft ihren überflüssigen Kram ab und schwupps ist unsere Wirtschaft wieder liquide.
Ich blogge das deshalb, weil das in England ungefähr so betrachtet wird, wie bei uns "die Niedersachsen-Wahl" betrachtet wird, als Indikator für die Stimmung im Lande. Die Konservativen sind eh eher unpopulär gerade und werden wohl nicht wiedergewählt werden, und jetzt haben sie es in der Wahl nicht mal auf den 3. Platz geschafft. Das ist zwar nur symbolisch, weil auch der 2. Platz nicht geholfen hätte, aber UKIP muss man langsam als ernsthaften politischen Player bewerten und sich mit denen auseinandersetzen, fürchte ich. Dieser Nigel Farage sitzt übrigens auch im EU-Parlament und sorgt dort nach Kräften für Eklats, wo er nur kann. Ich glaube, man beschreibt die am besten als britische Version von Jörg Haider und seinen Mitstreitern damals in Österreich.
Die Forderungen der UKIP könnt ihr euch bei der Wikipedia angucken.
Die Wahl war seit einer Woche in den Medien als eine Art Schicksalswahl begleitet und aufgewertet worden, trotzdem gab es nur eine Wahlbeteiligung von ca 50%. Bei der letzten Wahl waren es noch 70%.
Es ist recht unterhaltsam, sich die Kommentare gerade durchzulesen, die wie üblich nach solchen Wahlen anfangs relativ ungefiltert sind. So schiebt ein Tory-Abgeordneter das schlechte Abschneiden der Konservativen in der Wahl auf die Schwulenehe. Die Konservativen hatten übrigens vor der Wahl noch darüber diskutiert, ob sie nicht schnell ein paar fiese Anti-Ausländer-Aktionen starten sollen, um UKIP den Wind aus den Segeln zu nehmen. Haben sie am Ende aber nicht gemacht, nur ein bisschen Polit-Blablah ala "wir haben viele wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht". Der Guardian-Kommentator findet auch, dass UKIP der wichtigste Punkt an dieser Wahl ist.
Außerdem beschrieb das Magazin zwei Fälle, in denen Mitarbeiter von Lindner Presseorgane dazu bringen wollten, Artikel über den Politiker zu ändern oder zu entfernen, weil sie angeblich falsche Behauptungen enthielten. Der Sprecher Lindners habe das dahinter stehende Motiv erläutert: "In Lindners Wikipedia-Eintrag wird auf den Text Bezug genommen, und solange die Quelle nicht verschwunden ist, lassen die Wikipedianer eine Veränderung des Eintrags nicht zu."Oh nein, sie haben die Schwachstelle der Wikipedia erkannt! In der Wikipedia geht es nicht um Fakten oder die Wahrheit, sondern um Behauptungen, für die sich Quellen finden lassen.
Was mich ja immer wundert: dass die nicht einfach ein SEO-Netzwerk aus sich gegenseitig Relevanz verleihenden Pseudoquellen aufbauen und da ihre Version der Realität "belegen" und das als Brechstange gegen die Wikipedanten benutzen. Druckt man dann aus, verteilt es in der Fußgängerzone, nennt es Parteimagazin, schon erfüllt es die Anforderungen. Zumindest mit dem "Ausdrucken"-Aspekt sollten die alten Herren bei der FDP ja hinlänglich vertraut sein.
Update: die taz hat auch was.
Steven Seagal ist genau wer ihr gerade vermutet: dieser abgehalfterte Action-Schauspieler.
Sherrif Arpaio ist dieser Arizona-"Law and Order"-Sherriff, der mit seiner Ausländerfeindlichkeit Schlagzeilen macht. Wikipedia hat Details.
Die "Posse" ist eine Art Militia, lauter Freiwillige. Wenn ihr euch jetzt fragt, was für Freiwillige denn schwerbewaffnet vor einer Schule Dienst schieben würden, und ob man sich mit sowas nicht Pädophile einfängt, dann habt ihr völlig Recht:
Their investigation "uncovered a number of posse members with arrests for assault, drug possession, domestic violence, sex crimes against children, disorderly conduct, impersonating an officer - and the list goes onDomestic Violence heißt, dass die ihre Familienmitglieder verprügelt haben. Genau die Art von anständigem Bürger, die man vor der Schule seines Kindes patrouillieren haben will!1!!
Die Testerin bekam neben einem Grundhonorar eine sogenannte „Fangprämie“ in Höhe von 50 Euro für jedes beigebrachte Rezept über die „Pille danach“. Neben den Honorarzahlungen fielen auch Übernachtungskosten und Kosten für einen Mietwagen an. Insgesamt schlug die Aktion nach Erinnerung eines Beteiligten mit 1.500 bis 2.000 Euro zu Buche.WTF!?
Update: Wikipedia hat Details zu der Zusammenarbeit der BKK-IHV mit den Abtreibungsgegnern. Das klingt dort alles noch viel übler. (Danke, Johannes)
Perhaps the scariest is the technology carried by a Reaper drone the Air Force is flying near Lincoln, Nevada and in areas of California and Utah. This drone uses "Gorgon Stare" technology, which Wikipedia defines as “a spherical array of nine cameras attached to an aerial drone . . . capable of capturing motion imagery of an entire city.” This imagery “can then be analyzed by humans or an artificial intelligence, such as the Mind's Eye project” being developed by DARPA. If true, this technology takes surveillance to a whole new level.
Through an agent the studios further requested the search engine to remove their official Facebook pages and Wikipedia entries, as well as movie reviews in prominent newspapers.Das ist selbst für deren Verhältnisse echt bescheuert. Ich vermute daher, dass da der Dienstleister freidreht, oder die Aufgabe an einen Azubi vergeben wurde, der Anhänger von Eris ist und da jetzt maximalen Schaden anrichtet.
In den USA hat ein einzelner Editor verhindert, dass die WP-Seite über Hurricane Sandy "climate change" oder "global warming" erwähnt. Das Portrait, das sie da von dem Mann zeichnen, ist durchaus interessant. Sie haben auch ein Foto gemacht.
Wem das nichts sagt: Wikipedia hilft.
Die Zivilisationsdecke ist halt dünner als man denkt.
Update: Wikipedia zu dem Manöver. (Danke, Bartholomäus)
Aber keine Sorge, liebe besorgen Anwohner. Wenn ihr bis jetzt noch nicht Krebs habt, dann kriegt ihr es jetzt auch nicht mehr. Äh, nein, warte, falscher Zettel.
"There's absolutely no danger whatsoever to the public health and safety. We have design features in the plant that when something unusual occurs in the plant, the plant would automatically shut down and that's what happened today," DeSantis said.Sehr ihr? Keinerlei Gefahr für die Anwohner. Wie immer bei Kernkraftwerken.
But the reason I got involved in public service, by and large, if I had to credit one thinker, one person, it would be Ayn Rand. And the fight we are in here, make no mistake about it, is a fight of individualism versus collectivism.Wer mit dieser Meldung nichts anzufangen weiß, dem kann ich nur dringend ans Herz legen, sich mal drei Stunden (oder besser gleich ein-zwei Tage, denn da braucht man Zeit, um das zu verarbeiten und zu reflektieren) Zeit nehmen und sich All Watched Over by Machines of Loving Grace von Adam Curtis anzugucken. Gibt es bestimmt im Internet, kurzes Googeln findet z.B. das hier. Drei Teile mit jeweils 60 Minuten Länge. Wikipedia hat ein bisschen Hintergrund zu Ayn Rand. Im Wesentlichen dient ihre Philosophie des Objektivismus als moralische Grundlage und Selbst-Rechtfertigung der Neocon-Bewegung. Man könnte sagen: DIE ist an allem Schuld.
Update: archive.org hat die auch! Oh und wenn euch das gefällt: Der Mann hat noch mehr sehenswerte Dokumentationen gemacht.
Die verteilen in Tausenderstückzahlen obigen Flyer, der Schnelle Brüter als die Lösung darstellen. Die haben sich vermutlich gedacht, hey, die Piraten sind das gewohnt, sich nicht auszukennen, und rennen im Zweifelsfall "dem Fortschritt" hinterher, die merken bestimmt nicht, wie sie hier missbraucht werden.
Die Idee der Schnellen Brüter haben wir übrigens in Alternativlos 14 besprochen. Wer das noch nicht gehört hat, sollte sich die Zeit mal nehmen. Ansonsten hat auch Wikipedia ein paar Andeutungen.
Oh und wo wir gerade bei den Piraten waren. Deren Pressemitteilung zum Bundeswehr-bewaffnet-im-Inland-Urteil ist fertig. Dort loben sie das Urteil und brauchen dazu eine veritable Springflug aus Neusprech und Polit-Bullshit. Ich hatte erst den Eindruck, es habe da zwei Urteile gegeben und sie meinten ein anderes als das mir bekannte. Und warum? Weil sie Juristen rangelassen haben. Das ist keine juristische Frage, das ist eine moralische Frage, ob man bewaffnete Bundeswehr im Inland haben will oder nicht. Dass die Piratenpartei überhaupt Juristen an sowas ranlässt, hat mich an der Stelle echt erschüttert.
Update: Es gibt Widerstand gegen den Flyer innerhalb der Piraten.
Nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte Anfang 2010 die nachträgliche Sicherungsverwahrung in Deutschland erneut ausdrücklich als menschenrechtswidrig gerügt hatte, erklärte Busemann gegenüber der Berliner Zeitung: „Der Niedersachse bleibt stur. Ich lasse keinen raus.“Aktuell hat der sich zu einer Studie über Vergewaltigungen und andere gewalttätige Übergriffe, denen Gefängnisinsassen ausgesetzt sind, die u.a. auf dieses Ergebnis kam:
Die Wahrscheinlichkeit, im Jugendvollzug innerhalb eines Monats vergewaltigt zu werden, liege bei sieben Prozent.(innerhalb eines MONATS!!) wie folgt geäußert:
„Ein Knast ist eben keine Mädchenpension“, sagte er auf dapd-Anfrage.Un-glaub-lich! Und DER ist der zuständige Justizminister![...]
Die nun vorgestellten Ergebnisse könne er „gut akzeptieren“
Vielleicht braucht der auch mal ne Jahr Knast. Gar nicht mal damit er was lernt, CDU-Mitglieder sind eh lernresistent. Aber so aus Karmagründen. (via)
14. Anwendbares RechtAbgesehen davon haftet der Cloudanbieter natürlich für nichts:
Es gilt rumänisches Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG).
CyberGhost haftet weder bei Verlust oder Beschädigung Ihrer Informationen, Dateien und Verzeichnisse, noch für Kosten oder Ausgaben im Zusammenhang mit der Sicherung oder Wiederherstellung Ihrer Informationen, Dateien und Verzeichnisse.Das passt ja mal wieder alles wie Arsch auf Eimer. Lustigerweise hat Rumänien CISG laut Wikipedia ratifiziert.
Update: Gizmodo hat sogar ein Foto von dem Teil!
Update: Hier gibt es mehr Details
Falls jemand sich mal über ACTA informieren will: Noch hat die deutsche Wikipedia was. Ansonsten bei Quadrature du Net oder Netzpolitik.
Update: Ach und übrigens, zu dem Markenzeichenspruch des Urheberrechtspapstes Nuhr: Der kommt im Original auch von jemand anderem.
Not to be confused with Yakuza.Äh, ja, ...!?
Präsident Sarkozy hat jetzt den Anti-Terrorismus-Plan für die Region aktiviert. Alle jüdischen und muslimischen Einrichtungen werden besonders gesichert.Sorry, liebe Juden, aber die Moslems sind einfach die wichtigere Gruppe im Wahlkampf.
Franks Voraussagen sind: nach der Wahl kommt raus, dass das ein verwirrter Einzeltäter war. In zwei Jahren kommt raus, dass der Geheimdienstkontakte hatte. Ich schließe mich dem an.
Update: Oh übrigens: die verwendete Munition ist im Wesentlichen bei Spezialeinheiten im Einsatz, weil sie sich gut für Schalldämpfer eignet. Außerdem ist die in den USA in Shooting Ranges beliebt, weil das so das Dirty Harry-Kaliber ist, und im Wilden Westen hatten die Colts so ein Kaliber. Das ist alles andere als leise, das nehmen so die "Waffen-Enthusiasten" zum Rumballern. Ohne Training kann man damit aber nicht mal eben so ein paar Leute abschießen, Schusswaffen mit dem Kaliber haben einen deutlichen Rückschlag. Wenn man da kein Training hat, kann man sich was verrenken.
Update: Jetzt fahren sie die Nazi-Terroristen-Schiene, das ist richtig schlau. So kann Sarkozy da einen Law&Order machen, ohne als ein Law&Order-Arsch rüberzukommen. Also doof ist der ja nicht, oder zumindest seine Berater sind es nicht :-)
Update: Ach gucke mal jetzt kommen hier wieder die ganzen Klugscheißer an und mäkeln herum, .45 ACP sei kein Western-Kaliber, weil es neuer als Western sei (niemand behauptete je was anderes), .45 ACP habe auch gar nicht so viel Wumms drin (ich habe auf .45 ACP verlinkt, weil es für .45 ohne ACP keine Webseite gab, die Quellen sprechen alle nur von Kaliber .45, das kann ACP sein oder auch nicht), und ein besonders schlauer Schlaukopf schreibt mir sogar, .45 sei gar kein Western-Kaliber, die hätten .44 benutzt (das war ja wohl ein GANZ tiefer Griff ins Klo). Wenn ihr nichts zu sagen habt, sagt doch bitte auch einfach nichts. Bis rauskommt, was für Munition die da wirklich verwendet haben, ist das eh alles nur Spekulation. Die Konfusion kommt daher, dass .45 eben nur den Durchmesser angibt, das gibt es eben einmal als Magnum und einmal als ACP und bestimmt auch noch in anderen Varianten. ACP ist eher die Sportschützen-Variante, dass ich die jetzt verlinkt habe bei meinen Erklärungen zur Magnum-Variante hat offenbar diverse Leute überfordert.
Update: In der Wikipedia haben sie ein paar Details, u.a. dass der auch eine 9mm dabei hatte und mit der zuerst schoss. Damit würde ich die Theorie mit dem Colt verwerfen wollen, dann war das wahrscheinlich eher eine normale Schwarzmarkt-Handfeuerwaffe und tatsächlich .45 ACP und die Geschichte mit dem Rückschlag und dem man muss Training haben, um sich nicht zu verletzten, die trifft auf die Pistolen nicht zu.
The Obama administration’s top Pentagon lawyer on Wednesday said that American citizens who join Al Qaeda can be targeted for killing and that courts should have no role in reviewing executive branch decisions about whether someone has met such criteria.Klar, wo kämen wir da hin, wenn die Exekutive sich von Gerichten hinterfragen lassen müsste! Chaos! Anarchie!!1!
“Belligerents who also happen to be U.S. citizens do not enjoy immunity where non-citizen belligerents are valid military objectives,” said Jeh C. Johnson, the Defense Department general counsel, in a speech at Yale Law School.Oh, "Belligerents" ist das neue "Combatants"! Es ist sehr erleuchtend, sich auf Wikipedia über die genaue Wortbedeutung zu informieren:
A belligerent is an individual, group, country or other entity which acts in a hostile manner, such as engaging in combat. Belligerent comes from Latin, literally meaning "to wage war". Unlike the colloquial use of belligerent to mean aggressive, its formal use does not necessarily imply that the belligerent country is an aggressor.Mit anderen Worten: auch jemand, der sich selbst verteidigt, ist ein "Belligerent".
Da hat jetzt ein angeblicher Insider interne Dokumente geleakt, die sich wohl nach bisherigen Erkenntnissen echt anfühlen. Die Site, die die Dokumente hostet, ist gerade unter dem Traffic zusammengebrochen, aber die zitierten Teile sind schon hart genug.
Wer jetzt glaubt, hey, SOPA für richtungsweisend zu halten, so blöde kann nicht mal die CDU sein: Hier ist die Original-Presseerklärung. Ich zitiere:
US-Amerikanische SOPA-Gesetzgebung weist in die richtige Richtung(Danke, Manu)
Data centers in the Netherlands, Canada and Washington housing MegaUpload’s equipment were raided. In an apparent reference to the latter location, a source has just informed TorrentFreak that the FBI are currently detaining everyone at the ISP Cogent Communications’ headquarters in Washington DC, in connection with a Mega-related search warrant.Cogent ist ein fetter Internet-Anbieter, die vor allem durch ihre sehr günstigen Preise aufgefallen sind immer. Deren Modell war, dass sie nach dem Dot-Com-Zusammenbruch den ganzen Insolvenzmassen das Routing-Equipment und die Leitungen abgekauft haben, und dann systematisch die anderen unterboten haben. Wikipedia hat ein paar Details zu denen. Das ist keine kleine Bude, will ich sagen, das ist einer der größten Carrier der Welt. Und bei denen soll das FBI bei einer Razzia erstmal das gesamte Personal im Hauptquartier festgehalten haben?! Zuzutrauen wäre den Trampel-Amis das ja, aber es wäre schon ein echt tiefer Griff ins Klo.
Spannenderweise ist nach der Megaupload-Meldung erstmal der Cogent-Aktienkurs um 23% (!) eingebrochen.
Google hat ihr Logo zensiert und linkt hierauf. Die englische Wikipedia hat auch zugemacht. SOPA ist ja schon zu den Akten gelegt, aber das würde ich mal als Nebelkerze werten. Seit Schäuble diese unsägliche Testballonstrategie eingeführt hat, machen die ganzen Repressionsregimes auf der ganzen Welt das so. Kommen mit immer unerträglicheren Knebelgesetzen, und wenn es zu viel Widerstand gibt, dann wird es "auf Eis gelegt" und nächsten Monat unter anderem Namen nochmal versucht, und wenn das auch nicht klappt, dann macht man es halt über die EU oder irgendein internationales Abkommen.
Update: Die Reaktionen auf den Wikipedia-Blackout sind durchaus unterhaltsam.
Update: Oh da sind ja richtig viele Sites zensiert heute. Auch fark, reddit, imgur, die mozilla foundation, techcrunch, boingboing, wordpress.com, und sehr schön finde ich auch den Ansatz von xda-developers, die da Protest-Unterschriften sammeln und nach 50000 wieder online gehen wollen. 41k haben sie schon. EFF und die FSF sind natürlich auch am Start.
Twitter macht zwar nicht mit, aber das trending topic ist gerade #IfTheyShutDownTwitter. Die Bevölkerung hat das also schon mitgekriegt.
Ich würde da ja jetzt doller drauf rumkloppen, aber es war ja noch nie anders. Die betrachten es nicht als ihre Aufgabe, die Wahrheit zu verbreiten. Wir sind eine Zeitung, kein Lexikon! Ironischerweise erinnert das ein bisschen an Wikipedia. Die sind ja auch nicht an der Wahrheit interessiert, sondern nur an Dingen, für die es möglichst viele Quellen gibt.
Update: Ach SO ist das!
Sie erinnerte sich, dass die Polizei 1998 in Jena Uwe B., Uwe M. und Beate Z. wegen der Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens suchte. Die drei gehörten damals zum militant-neonazistischen "Thüringer Heimatschutz" (THZ).Na und nun lest euch mal den Wikipedia-Artikel über deren ehemaligen Chef vor.
Am 12. Mai [2001] berichtete die „Thüringer Allgemeine” (TA), die Landesverfassungsschutzbehörde Thüringen führe den Neonazi Tino Brandt seit mehreren Jahren als Spitzel.Mit anderen Worten: der war V-Mann. Der Verfassungsschutz hat also schonmal gelogen in dem Kontext.
Update: Ich vermute mal, dass da einfach kein Platz mehr war, nachdem Artikel wie dieser über das Hausrind Yvonne die Platten gefüllt haben.
Falls jemandem GTZ nichts sagt: Hier ist was Wikipedia zu denen sagt. Viel offizieller Bundesrepublik Deutschland wird es nicht.
Das muss man bei allem Meckern über Firmen, die es wagen, Diktatoren im Nahen Osten Unterdrückungstechnologie zu liefern, eben auch sehen: das ist offizielle Position unseres Landes, Regierungen dort zu helfen. Und so ergibt das auch plötzlich Sinn, dass Dirk "Bundeswehr" Niebel jetzt für "Entwicklungshilfe" zuständig ist. Inhaltlich ist das offensichtlich kein großer Sprung. (Danke, Christian)
"We're going to stop the riots - police obviously can't handle it," Stephen Lennon, leader of the far-right English Defense League, told The Associated Press. He warned that he couldn't guarantee there wouldn't be violent clashes with rioting youths.Die wollen wohl so 1000 Mitglieder losschicken. Breivik hatte in seinem Manifest die EDL als seine "Inspiration" erwähnt.
Inhaltlich scheint das die UK-Version von PI-News zu sein. Ein bisschen weniger extrem vielleicht, immerhin setzen sie sich mit ihrer "das waren bestimmt Moslems!1!!"-Reaktion auf das Breivik-Massaker kritisch auseinander. Wer sich über die informieren will, kann z.B. bei der Wikipedia anfangen.
Update: Mir ist ja das Verfolgen dieses ganzen Kleinkriegs in der Wikipedia und bei Wikimedia zu anstrengend, aber Markus Kompa hat ein paar Einblicke, was da jetzt eigentlich gerade genau passiert und wie da die Konstellationen sind. Achtung: verbrannte Erde. Man könnte sogar von nuklearem Winter reden.
Zugleich zeigt mir die Reaktion von Community und Vereinsmitgliedern in der Wikipedia auf die Situation beim Community-Projektbudget, dass dem Vorstand in seiner jetzigen Konstellation nicht nur kein Vertrauen entgegengebracht wird. Nein, uns allen wird nur noch mit Missgunst, Vorurteilen (und auch Vorverurteilungen) und Unterstellungen begegnet und das mit jedem Mal, mit dem wir uns äußern.
Update: Im Twitter ist dieses PDF bei Dropbox aufgetaucht, und dieses Dossier dazu (beides PDF, aber immerhin nicht bei Google+).
Hier ist der Löschantrag und hier ist der Bereich des Antragstellers. Die fetten pseudolegalistischen Disclaimer oben sagen mir persönlich ja schon alles, was ich über den Mann wissen muss.
Update: Au weih, das nimmt kein gutes Ende (mailte mir gerade jemand)
Dazu zählen: Google, BBC, Facebook, eBay, Amazon und die Seite des türkischen Menschenrechtsvereins. Sie sind einfach nicht mehr erreichbar.Und sie filtern auch partielle Sites, z.B. bei der englischsprachigen Wikipedia die Seite zu "Kurdish People". Und natürlich die üblichen Verdächtigen, die man von einem repressiven, rückständigen, religiös motivierten Regime erwarten würde: Bademoden, Schwulen+Lesben-Vereine, sowas halt.
Eine Lektion, die ich für uns daran besonders wichtig finde: es gibt ein Sperrgesetz. Das sagt, was gesperrt werden soll. Und sie sperren einfach mehr.
Denn sobald es so eine Infrastruktur gibt, wird sie missbraucht werden. Genau wie der CCC auch für Deutschland vorausgesagt hatte.
Update: Martin weist gerade per Mail darauf hin, dass die Wahlen am 12.6.2011 stattfinden. Falls sich jemand fragte, wieso die Privathaushalte erst ab Ende August dran glauben müssen.
Und wenn ihr damit fertig seid, könnt ihr euch zuende amüsieren, dass die BND-Leute mit Ford Tourneos rumgurken.
Wird der Behälter genügend gekühlt, kann sich zwischen der Schmelze und der Reaktorwand eine Kruste bilden. Die Schicht aus geschmolzenem Stahl oben auf dem Oxid erzeugt eine Zone mit erhöhter Wärmeleitung zur Reaktorwand. Dieser Zustand, der als "Heißmesser" ("heat knife") bezeichnet wird, erhöht die Wahrscheinlichkeit dafür, dass an der Seitenwand des Reaktordruckbehälters eine lokale Erweichung stattfindet und daraufhin Corium austritt.Es gibt da sogar einen Namen für!
Außerdem dieser Teil von Three Mile Island:
Die Masse erwies sich als homogen und bestand vor allem aus geschmolzenem Kernbrennstoff und Brennelementhülsen. An Elementen enthalten waren in Massenanteilen etwa 70 % Uran, 13,75 % Zirconium und 13 % Sauerstoff.Für mein Verständnis spannend ist a) homogen, also nicht hier mal nen Klumpen Uran und da mal nen Klumpen Zirconium, und b) kein Plutonium. In anderen Proben haben sie auch Reste von Materialien aus den Steuerstäben gefunden.
Und dann hier noch ein spannender Teil von Tschernobyl:
Da das Material gefährlich radioaktiv und hart und fest war, und da ferngesteuerte Systeme wegen der hohen Strahlung, die die Elektronik beeinträchtigte, nicht verwendet werden konnten, wurde mit einer AK-47 darauf geschossen, um Stücke zur Analyse davon abzutrennen.Bei Tschernobyl ist das eine sehr heterogene Sache, an der man rückblickend die verschiedenen zeitlichen Phasen und Reaktionen nachvollziehen kann.
Auch die deutsche Fachzeitschrift Atomwirtschaft schrieb im Dezember 1983: "Die Verlässlichkeit von Tschernobyl ist sehr hoch".
Oh und einen habe ich noch. Vom September 2010. Deutschland. "Sicherheitsstandards sollen gesenkt werden".
Angeblich plant die Koalition eine deutliche Absenkung des Sicherheitsniveaus für Atomkraftwerke. Nachrüstungen würden aufgeschoben, das Klagerecht für Bürger eingeschränkt. Das Umweltministerium dementiert.Wozu auch Sicherheitsmaßnahmen, unsere Kraftwerke sind schließlich per Definition sicher. Sonst hätte die Merkel sie ja abgeschaltet, um nicht ihren Amtseid zu verletzten!
Update: Auch der Bundesfinanzhof bezieht sich auf Wikipedia (bei Nummer 13).
Erst im Jahr 1999 wurde entdeckt, dass der AVR-Bodenreflektor, auf dem der Kugelhaufen ruht, im Betrieb zerbrochen war und dass sich einige hundert Brennelemente im gebildeten Riss verklemmt haben. Die Brennelemente konnten großenteils nicht entfernt werden.Oh und wo wir gerade bei Atomenergiehumor waren: der Störfall-Teil zum DDR-AKW Greifswald fängt so an:
Am 7. Dezember 1975 wollte ein Elektriker seinem Lehrling zeigen, wie man elektrische Schaltkreise überbrückt.*schenkelklopf*
Update: Hier hat jemand noch andere solche Wikipedia-Fundstellen rausgesucht, leider jeweils ohne Link. Ein besonders schöner (von Biblis):
März 1994: brannte in Biblis A innerhalb des Containments der Motor einer Hauptkühlmittelpumpe, weil es aufgrund eines bei Wartungsarbeiten in der Pumpe vergessenen Meißels zu einem Kurzschluss gekommen war
According to Gyorgy, who invoked the Freedom of Information Act to gain access to the relevant Central Intelligence Agency (CIA) files, the CIA knew of the 1957 Mayak accident all along, but kept it secret to prevent adverse consequences for the fledgling American nuclear industry.
Update: Weil jetzt hier gefühlte 13 Milliarden Mails darauf hinweisen, dass die deutschsprachige Wikipedia doch was zu dem Kyshtym-Unfall hat: hab ich nicht gefunden. Und wisst ihr, warum nicht? Weil die deutschen Wikinger den krankhaften Drang haben, Artikel in anderen Lemmas wegzusortieren. Und nicht nur ich finde das dann nicht mehr, sondern wenn ihr in der englischen Wikipedia mal auf den linken Rand achtet, da gibt es eine Funktion mit Links auf die Versionen in den anderssprachigen Wikipedias. Und da ist kein Link auf das deutsche Lemma. Weil es das nicht gibt. Dieses Wegsortieren ist Sabotage am Projekt und ich werde das weiterbashen, bis das aufhört.
Update: Inzwischen gibt es doch einen Artikel in der de-Wikipedia.
The amount of radiation reached around 1,000 times the normal level in the control room of the No. 1 reactor of the Fukushima No. 1 plant, the Nuclear and Industrial Safety Agency said.Ich hoffe mal, dass das ein Übersetzungsfehler von denen ist, denn der Kontrollraum ist nicht Teil des Kreislaufes des radioaktiven Gases. Wenn da ein hohes Radioaktivitätsniveau herrscht, dann haben die da deutlich größere Probleme als es bisher aussah.
Bei der AFP liest sich das sogar schon so, als gäbe es da eine Kernschmelze in dem einen Reaktor. Bei nikkei.com heißt es, die Brennstäbe ragten 1,5 Meter aus dem Wasser. Klingt übel aber ist laut des Wikipedia-Artikels ein Designfeature dieser Art von Reaktor, dass das noch kompensierbar ist, wenn man Wasser nachkippt, und genau das tun sie.
In den anderen Kraftwerksblöcken von Fukushima hieß es bisher, die seien OK, nur zwei seien problematisch, aber jetzt heißt es, sie hätten bei vieren Dampf rausgelassen.
Die Atombehörde hat eine Pressekonferenz einberufen. Dort haben sie gesagt, dass sie Cäsium- und Jodwerte gemessen haben, die darauf hindeuten, dass einige der Brennstäbe zu schmelzen begonnen haben.
Der Betreiber dieses AKWs hat in der Vergangenheit nicht gerade durch Kompetenz überzeugt. Ihr erinnert euch vielleicht an den letzten großen Atomskandal aus Japan, 2002, das waren auch die.
Und dann gibt es da noch diesen sehr gruseligen Reuters-Artikel, die sich offenbar eher mehr Sorgen machen als die anderen.
Wenn man sich in der Wikipedia den Artikel über Siedewasserreaktoren durchliest, klingt das eignetlich alles nicht so übel, geradezu selbst-reparierend.
Dieses folgt dem sogenannten fail-safe-Prinzip - beim Ausfall z. B. der Energieversorgung läuft die Schnellabschaltung durch in Drucktanks gespeicherte Energie selbsttätig ab. Bei einem unterstellten Ausfall der Steuerung der Steuerelemente kann die Kernreaktion auch durch Borsäureeinspeisung unterbrochen werden (sogenanntes Vergiftungssystem).Das war hier nicht nötig, die Schnellabschaltung hat funktioniert. Laut der Presseerklärungsseite des Betreibers sind die Reaktoren subkritisch, d.h. keine stabile Kettenreaktion, da muss nur noch die Nachzerfallswärme abgeführt werden. Laut Wikipedia geht das fast von alleine, weil man mit dem ausströhmenden Dampf eine kleine Turbine antreiben kann, die dann Energie generiert.
Ich bin kein Atomenergiephysiker, aber mein Verständnis bisher ist, dass wenn die Brennstäbe subkritisch sind, ein Super-GAU schonmal nicht mehr stattfindet. Was da halt passieren kann, ist dass die Lage ein bisschen ungemütlich wird, womöglich noch mehr radioaktiver Dampf rausgelassen werden muss, aber im Grunde ist die Frage nicht mehr, ob das Teil schmilzt und den Japanern um die Ohren fliegt, sondern ob der Reaktor zu Schaden kommt. D.h. die Frage ist eher "wird das ein teures Aufräumen oder können wir nächste Woche wieder Strom erzeugen damit". Vielleicht will mich ja jemand korrigieren, der da mehr von versteht.
Also versteht mich nicht falsch, das ist unschön, wenn da Radioaktivität austritt, aber das ist nicht so als ob Japan dann unbewohnbar würde. Immerhin, die Regierung hat wohl Jodpillen ausgeteilt. Ich bin überhaupt beeindruckt, wie gut die Japaner auf sowas vorbereitet sind. Deren Krisenmanagement wirkt ja mehr als professionell (abgesehen von dem Detail mit "wir konnten unseren Dieselgenerator nicht anschließen, weil wir das richtige Kabel nicht dabei hatten").
Es gibt da übrigens auch ein schönes Blog zu Atomfragen, wo sie natürlich auch die aktuelle Lage einschätzen.
Am 29. Januar 2011 rief er in einer von al-Jazeera ausgestrahlten Fernsehansprache den ägyptischen Staatspräsident Husni Mubarak auf, das Land zu verlassen.Am 18. Februar 2011 trat al-Qaradawi erstmals nach dreißig Jahren unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in Kairo vor die Öffentlichkeit. Er leitete das Freitagsgebet und richtete die Freitagspredigt auf dem Taḥrīr-Platz an rund eine Million Zuhörer, die anschließend den Rücktritt aller Mitglieder der gestürzten Regierung mit folgendem Spruch forderten: „Ḥusnī ḫaraǧ mini l-qaṣr / leh aʿwānu(h) bi-yaḥkumū Maṣr“ (Ḥusnī verließ den Präsidenten)palast / warum herrschen seine Mitläufer über Ägypten.
Angesichts der Gewaltakte der libyischen Regierung gegen die Demonstranten im Aufstand in Libyen 2011 durch Einsatz der Streitkräfte und der Luftwaffe erließ al-Qaradawi im Fernsehsender Al Jazeera am 21. Februar 2011 offiziell eine Fatwa, in der er Offiziere und Soldaten zur Ermordung von Muammar al-Gaddafi aufrief.
Und wer sich jetzt denkt, hey, sowas wäre bei UNS NIE denkbar, dem seien die Wikipedia-Artikel zu Propaganda Due und Gladio empfohlen. Bei uns ist bisher der Unterschied, dass die ganzen "Terroristen" bereits geschnappt werden, bevor Menschen zu Tode kommen, um mal auf die Sauerländer und die Kofferbomber zu verweisen.
Nun, jetzt ist bekannt geworden, dass sein Vizepräsident dort der Geheimdienstchef ist. Ich hoffe mal, dass er damit nicht durchkommt. Der Polizei- und Geheimdienstapparat in Ägypten ist für seine Folterungen bekannt. Die gehören alle zugemacht und neu gegründet, nicht auch noch an der Regierung beteiligt. Wikipedia zu ihm.
Also, liebe Constanze: Glückwunsch und willkommen im Club! :-)
Die Gulli-Berichterstattung liest sich nicht gerade vertrauenserweckend.
Aus den Reihen der Nicht-Vereinsmitglieder in der Wikipedia wurde am gleichen Tage kritisiert, dass die mehrheitlich per Briefwahl vorliegenden Wahlunterlagen mindestens schon zu einem Teil vor der Veranstaltung geöffnet worden und die Umschläge mit den Stimmzetteln dabei herausgenommen worden seien.WTF?
Zu den weiteren Kritikpunkten zählte auch, dass einige Unterlagen, wie der Antragstext des Misstrauensvotum, zunächst überhaupt nicht mit der Einladung verschickt worden war.Das ist ja wie im Osten! Immerhin ist der Antrag, dass der Vorstand von Wikimedia sich ein Gehalt auszahlen wollte, gescheitert.
Update: Die erste halbwegs glaubwürdige Erklärung ist da: es handelte sich um die Eingangskontrolle mit Relevanzprüfung. :-)
Germany is swapping aircraft mostly pre-dating re- unification 20 years ago for two customized Airbus SAS A340 wide-bodies and a pair of smaller A319s fitted with first-class seats, a Defense Ministry spokesman said. The new fleet also includes four planes from the Global Express range described by Bombardier Inc. as the most luxurious corporate jets ever built.Da weiß man doch, wofür man Steuern zahlt!
Das ist bestimmt wie damals bei Bhagvan, wenn ihr euch an den erinnert. Von dem sagte man, er habe 365 Rolly-Royce Gefährte. Weil er so einen schlechten Rücken habe und den Komfort von Rolls-Royce Sitzen brauchte. Ich bin mir sicher, bei der Merkel gibt es eine ähnlich überzeugende Erklärung.
PS: Laut Wikipedia war das mit den 365 Rolls-Royce eine Urban Legend und er hatte nur 93. Na dann.
Oh und wer sich denkt, hey, mit den Grünen an der Regierung wäre das nicht passiert, der sieht sich getäuscht:
“New planes will be highly expensive, but this investment is completely warranted,” said the Green Party’s Winfried Hermann,who chairs the parliamentary transport committee. “It's almost embarrassing to see the heads of state of one of the world's richest economies flying around in such antiquated aircraft.”Das Timing könnte übrigens besser kaum sein. Wir haben gerade Griechenland und Irland "überzeugt", ihre eigenen Regierungsjets komplett einzusparen. Wegen der Krise, wissenschon.
Yeah, actually, with all due respect, I think you should be following his example.*strike*
Update: boston.com hat ein Bild der Wumme (Teil dieser Bildserie)
Update: Der Wikipedia-Artikel ist auch recht erhellend, und insbesondere auch diese dort verlinkte Quelle, in der es heißt, sie hätten den schon nach Afghanistan verschickt, und nicht nur in dem Übungszentrum in Amerika.
Wow. Wir müssen mal unser Apple-Bashing hochfahren, das ist offensichtlich noch zu zurückhaltend. :-)
Update: Dafür hat jemand unseren Wikipedia-Eintrag gelöscht.
Update: Screenshot.
Bedingt durch die aktuellen Berichterstattungen in den Medien hinsichtlich Wikileaks, welches von einigen Kunden mit Wikipedia assoziiert wird, stelle ich gegenüber meiner Person ein geschäftsschädigendes, existenziell bedrohliches, Verhalten fest. Mit Hinblick auf die oben genannten Auswirkungen sehe ich mich leider gezwungen, mein Amt als Schatzmeister mit sofortiger Wirkung niederzulegen.(Danke, Markus)
SUBJECT: Lame Duck German Governor Kicked Upstairs as New Energy Commissioner in BrusselsSie sagen da: Oettinger ist eine lahme Ente (im Amt aber ohne Mehrheit) und wurde daher zur EU weggelobt. Messerscharf analysiert! Selbstverständlich ist das richtig, genau das ist da passiert.
1. (SBU) Chancellor Angela Merkel nominated Baden-Wuerttemberg (BW) Minister President Guenther Oettinger as EU Energy Commissioner primarily to remove an unloved lame duck from an important CDU bastion.Exakt. "unloved" gefällt mir ja besonders schön. Der ungeliebte Oettinger ist da der CDU im Wege und wird daher aus dem Wege befördert.
The move was not the promotion of a valued colleague as Merkel's allies sought to portray it.Damit das keiner missversteht, erklären sie es nochmal im Detail. Nein, das war keine Beförderung, wie es die Merkel-Apologeten zu spinnen versuchten, sondern der wurde weggelobt, weil er da im Wege war.
Rather, Oettinger's increasing loss of party support in BW compelled Merkel to push Oettinger out to protect her support base there.Im Gegenteil, der war selbst in der eigenen Partei unbeliebt und Merkel musste ihn entsorgen, um die Parteibasis zu schützen.
Und fürs Archiv beschreiben sie auch noch schnell den Oettinger:
Oettinger is noted for a lackluster public speaking style, and some commentators have asserted that Merkel, who has often stood out at EU meetings, wanted to appoint a German Commissioner who would not outshine her.Er kann a) nicht reden und b) legt Merkel darauf Wert, dass da keiner in der EU platziert wird, der kompetenter aussieht als sie selber. Mit anderen Worten: Oettinger ist eine Pfeife.
Der nächste Abschnitt ist besonders schön:
2. (SBU) Germany has a time-honored tradition of sending unwanted politicians to the EU Commission, although departing SPD EU Industry Commissioner Guenter Verheugen proved his worth during his tenure.Es ist Tradition in Deutschland, die Flaschen und Pfeifen bei der EU zwischenzulagern. Sagen sie da. Wun-der-bar. Sag ich ja schon seit Jahren :-)
Mit ein bisschen Erstaunen sagen sie dann noch, der Verheugen sei nicht ganz so furchtbar wie erwartet gewesen. Naja. Darüber kann man streiten. *hust*
In addition to being a poor public speaker, he has a tendency to put his foot in his mouth.Nicht nur kann er nicht reden, manchmal leistet er sich veritable Bockschüsse, sagen sie da. Dann verweisen sie auf die Filbinger-Rede, die es ja sogar bis zu Oettingers Wikipedia-Artikel geschafft hat.
Ich spare mir mal den Rest jetzt, aber ich muss sagen: erstklassiger Kommentardienst. Wirklich! Vor allem decken sich deren Einschätzungen auffallend mit meinen Ansagen zur Lage der Nation :-)
Will sagen: das sollten die mal frei ins Internet stellen immer, da könnte ich mir viel Arbeit sparen. Alleine für Sätze wie diesen hier:
His background in energy appears limited to public support for nuclear power and the extension of power plant operating licenses.Da würde ich sogar Geld für ein Abo ausgeben!
Ich habe hier sogar schon Mails gekriegt, dass sich das wie eine englische Übersetzung von meinem Blog liest. Soweit würde ich jetzt nicht gehen *hust*, aber die Faktenbasis überlappt in der Tat auffallend stark.
Update: Oh und guckt euch mal deren Analyse zu De Maiziere an. Und vergleicht das mal damit, was bei uns in der Presse stand. Mehr Inhalt, weniger Text, kein Bullshit.
Update: Eine Sache muss ich ja doch erwähnen. Das ehemalige Nachrichtenmagazin hatte sich beim letzten Wikileaks-Fall noch von mir anpupen lassen müssen. Und dieses Mal haben sie da ... ein Video, wie man das zu lesen hat. Das war letztes Mal einer meiner zentralen Kritikpunkte. Gut, das Video ist jetzt kein Reißer, aber sie haben sich da offensichtlich am Guardian orientiert, den ich letztes Mal als Vorbild gelobt hatte. Und daher, bei allem gerechtfertigten Gebashe: Respekt, Spiegel. Das reißt euch nicht raus, immerhin sehe ich da immer noch kein Archiv zum Rumklicken in den Depeschen, aber es zeigt, dass ihr partiell lernfähig seid. Insbesondere ist mir unbegreiflich, wie die auf nytimes.com, guardian.co.uk, lemonde.fr und elpais.com verlinken können, aber nicht auf cablegate.wikileaks.org.
Update: Und nach dem Lob geht jetzt das Gebashe wieder los: Spiegel und Guardian im direkten Vergleich zum selben Memo. Hmm, wo fühlt man sich da besser informiert?
Im Übrigen, zu dem üblichen Bild von "der Norden sind die Bösen und die im Süden sind die Guten": Frau in Südkorea wegen Besitzes von Instrumentalmusik aus dem Norden verurteilt. Vier Jahre Haft. Begründung: die Musik sei eine Verherrlichung des Nordens und begünstigt den Feind.
Zur Bewertung der Situation dort empfiehlt sich auch Wikipedia, denn es stellt sich raus, dass die Grenzführung in der Gegend strittig ist.
The Northern Limit Line is considered by South Korea as the sea boundary between itself and North Korea, while North Korea disagrees and states that the boundary is farther south. North Korean fishing vessels often wander into the area and are frequently chased away by South Korean patrol vessels. Occasionally a North Korean patrol tries to enforce its southern claim by traversing the limit line. In 2002 one such incursion turned into a naval battle along the limit line.Unabhängig davon, wie man das mit der Grenzführung sieht, finde ich es schon bemerkenswert, wenn Südkorea die Fischerboote seiner verhungernden Brüder im Norden verjagt. Es ist ja nicht so, als könnten die Südkoreaner sich nicht auch anders ernähren.
Lustigerweise sieht man das auch in der flämischen Wikipedia ein bisschen: Der Artikel zu 1839 sagt, König Willem I hat die Unabhängigkeit des Königreichs Belgien anerkannt, und der Artikel zu Belgien sagt, es sei seit 1830 unabhängig.
Ich finde solche Diskrepanzen im Geschichtsunterricht in verschiedenen Ländern ja ohnehin sehr spannend. In Belgien wird im Geschichtsunterricht auch lang und breit erzählt, wie die heroischen Belgischen Armeen im 2. Weltkrieg die deutschen Truppen für 18 Tage aufgehalten haben. Bei uns ist Belgien auf dem Weg nach Frankreich eher so eine Randnotiz im Geschichtsunterricht. "Jaja, durch Holland und Belgien mussten wir auch durch". :-)
Wer sich ein Bild von den Heldenhaftigkeit des Belgischen Widerstandes machen will: es gibt einen Wikipedia-Artikel u.a. über die belgische Verteidigungsstrategien.
Dem Bericht zufolge teilt die größte deutsche Sparkasse ihre Kunden in sieben Typen ein: "Bewahrer", "Hedonisten", "Abenteurer", "Genießer", "Performer", "Tolerante" und "Disziplinierte".[...]
Für den Genießer sei eine "weiche Wortwahl wichtig, um Phantasie und Genuss ins Spiel zu bringen", soll in den Papieren stehen. Beim Bewahrer solle man "Ängste aufbauen" und beim Performer argumentieren: "Die Basis des Fonds sind die besten Unternehmen der Welt. Das bieten wir nur unseren Top-Kunden an."
Update: Wikipedia hat zu der Klassifizierung auch was, das ist keine Idee der Haspa sondern eine ältere Sache, wobei die Kategorien da subtil anders sind, aber auch sehr apart, besonders "DDR-Nostalgiker", "Konsum-Materialisten" und "Postmaterielle".
Da die Sicherheit und der Datenschutz bei uns einen sehr hohen Stellenwert haben, bitten wir Sie um Verständnis dafür, dass wir keine genauen Angaben zu unseren Sicherheitssystemen machen (Security through obscurity: http://de.wikipedia.org/wiki/Security_through_obscurity). Darüber hinaus ist es nicht möglich, externe Zertifikate in das E-POSTBRIEF Portal einzubinden.Aha. Doch so gut, dass wir nicht darüber reden können. Das entspricht ja mal wieder allen Vorurteilen bis ins Detail.
Update: Jemand hat die Post bei der Security-by-Obscurity Wikipedia-Seite eingetragen. Mwahahahaha
Update: Wird noch besser, eine IP von der "Deutsche Post AG" (160.57.144.11) versucht gerade, den Abschnitt wieder zu löschen. Popcorn!!! (Danke, Stefan)
Wir fordern die Westberliner Polizei [*geht im Gejohle unter*] energische Maßnahmen zu ergreifen, zur sofortigen Einstellung des Beschießens des Hoheitsgebiets über die Grenzsicherungsanlagen [*Applaus der Besetzer*]. Sie gefährden mit ihren Handlungen Leben und Gesundheit der Angehörigen der Grenztruppen [Zwischenruf: "und was ist mit uns? Du Dummkopf!"], der Bevölkerung des grenzüberschreitenden Diplomatenverkehrs im Bereich der Friedrich-/ZimmerstraßeDen Hintergrund dieser Aktion kann man sich auch bei der Wikipedia durchlesen, letzter Absatz in dem Abschnitt. Ich zitiere den mal vollständig, weil das so bizarr ist:
Am Morgen des 1. Juli 1988 wurde das Lenné-Dreieck von mehreren Hundertschaften der West-Berliner Polizei geräumt. 182 der Besetzer kletterten als Mauerspringer über Barrikaden an der Mauer nach Ost-Berlin. Im Todesstreifen standen Lastwagen bereit, die die flüchtigen Besetzer aufnahmen. Die Besetzer wurden in eine Betriebskantine in Ost-Berlin gebracht, wo ihnen ein Frühstück serviert wurde. Anschließend verließen sie in kleineren Gruppen die DDR über reguläre Grenzübergänge. Im Vorfeld der „Fluchtaktion“ hatten Vertreter der Demonstranten Kontakt zum MfS aufgenommen, das sich auf den Übertritt vorbereitete, ohne ihn aktiv zu unterstützen.
Und die Briten? Überlegt mal, WIE doll die mit dem Rücken an der Wand stehen müssen, dass die das überhaupt in Erwägung ziehen, auch nur intern! Au weia!!
Was bin ich froh, dass Deutschland keine eigenen Atomwaffen hat. Da will ich gar nicht drüber nachdenken müssen, dass Schwarz-Geld die aus Filzgründen ein paar alten Parteifreunden zur Wartung übergibt, eine Hand wäscht die andere und so. *grusel*
Update: Stimmt nicht, die sind nicht alle an der Grenze. Wikipedia hat eine Landkarte. Der Standort Chooz ist allerdings echt allerliebst gewählt, oder?
Nun, wir reden hier von RTL 2, da gehört nicht viel Phantasie dazu, um sich vorzustellen, WIE schlimm das sein wird. Wenn ich das widerliche Grinsen auf dem Pressefoto schon sehe, könnte ich kotzen gehen. Oh Graus, was für eine apokalyptische Vorstellung alleine die Androhung dieser Sendung schon ist. *göbel*
Am 2. April 2009 unterzeichneten Ministerpräsident Oettinger, Bundesverkehrsminister Tiefensee und DB-Vorstandsmitglied Garber schließlich die Finanzierungsvereinbarungen.... dann passt mal wieder alles wir Arsch auf Eimer. (Danke, Frank)
Update: Zu dem Gründer von Kritische Polizisten gibt es auch einen spannenden Wikipediaeintrag. Was da alleine an erstunkenen und erlogenen Verfahren gegen ihn steht, da wird einem ganz anders. In einem kämpft er immer noch darum, rehabilitiert zu werden. Toller Rechtsstaat, in dem wir da wohnen.
(5) Jeder Vertragsstaat verpflichtet sich, Mittel zur Bekämpfung von Unruhen nicht als Mittel der Kriegführung einzusetzen.Anders ausgedrückt: was die da gerade in Stuttgart gegen die Demonstranten einsetzen, das wäre der Bundeswehr im Kriegseinsatz untersagt.[...]
7. "Mittel zur Bekämpfung von Unruhen" bedeutet
jede nicht in einer der Liste genannte Chemikalie, die bei Menschen spontan sensorische Irritationen oder handlungsunfähig machende Wirkungen hervorrufen kann, welche innerhalb kurzer Zeit nach Beendigung der Exposition verschwinden.
Im Übrigen sei auch der CS-Gas-Artikel in der englischsprachigen Wikipedia empfohlen, insbesondere der "Toxicity"-Absatz.
Und Markus erklärt da auch nochmal den Punkt mit den Spendeneinnahmen und wieso Wikimedia das Deutsche Spendensiegel nicht mal beantragt hat, und was der Deal zwischen der amerikanischen Wikimedia Foundation und Wikimedia Deutschland ist (ich hatte das ja auch schon mal kurz angesprochen und als Franchise-Unternehmen bezeichnet).
Die spannenste Neuerung ist die Gründung einer gGmbH. Über die können dann die Spendengelder an die US-Foundation überwiesen werden. Und ich will das nicht grundsätzlich madig reden, denn dort besteht immerhin eine gewisse Restchance, dass das Geld in die Wikipedia fließt.
Wenn das der Führer Schily wüsste!! (Danke, Timo)
Jetzt ist glaube ich auch eine gute Gelegenheit, auf das vt220-Stylesheet hinzuweisen, das hier seit einer Weile rumfliegt. Ich hatte das mal gemacht, weil ich die Font im Internet gefunden hatte. Die ist wohl aus den ROMs extrahiert. Ich hatte den Typen angemailt, wie denn der Lizenzstatus ist und nie eine Antwort gekriegt. Wahrscheinlich weiß er es selber nicht, wenn das wirklich aus den DEC ROMs kommt. Ich glaube das kam von hier.
Nicht besonders nach Arbeit, eher nach Wordpress sieht diese Einsendung aus. Ansonsten gibt es für Arbeitssimulation natürlich auch noch das gute alte Wikipedia-Stylesheet.
Update: Noch mehr:
Mir ist erstmal eine Sache aufgefallen, und zwar in diesem Report auf Seite 11. Da geht es um die Bürgschaften. Die laufen unter dem Posten "Issue of SoFFin-guaranteed bearer bonds".
Bearer Bonds kenne ich nur aus Kriminalfilmen, weil es keinen Papierkram gibt, der den Besitz festhält, das ist wie Bargeld. Wenn ich mal Wikipedia zitieren darf an der Stelle:
Bearer bonds have historically been the financial instrument of choice for money launderers, tax evaders, and those just generally trying to conceal business transactions. In response, new issuances of bearer bonds were banned in the United States in 1982.Na das passt ja mal wieder wie Arsch auf Eimer.
Aber gucken wir mal weiter. Die Jahnke-Tabelle weist eine ungewöhnliche Häufung von Redwood Grove International $foo und RGI $bar auf, wenn man die Co-Invest-Associates unter der selben Anschrift auf Grand Cayman dazurechnet, haben die 49% der Stimmen. Da stellt sich ja schon die Frage, wer das eigentlich ist. Wenn man denen hinterhergoogelt, findet man heraus, dass das ein Immobilienfonds ist. Gucken wir doch mal weiter. Das ist nur einer der Namen, unter denen Grove International Partners in HRE investiert hat, da kommt auch noch Learmonth aus Luxemburg mit einem 7% Anteil dazu. Insgesamt kommt man da auf 9 Anteile zu 7%. Das sind 64%, die Mehrheit der HRE! OK, das wird ja immer spannender. Wer ist das also?
Achtung, hinsetzen:
The firm was formerly known as Soros Real Estate Partners. Mr. George Soros founded Grove Capital in 1999.George Soros besaß 2008 64% der Anteile von der HRE. Das ist jetzt leider nicht ganz so eine großartige Verschwörungsgeschichte, wie ich gehofft hatte, weil sie das alles im Mai 2009 verkauft haben. Im April gab es nämlich die Verstaatlichung. Kurz gesagt: wir haben den Hartz IV Opfern das Geld gekürzt, damit sich George Soros an seinen Spekulationen eine goldene Nase verdienen konnte.
Falls es jemand vergessen hat, hier nochmal fürs Archiv: George Soros hat 1992 gegen das britische Pfund spekuliert und gewonnen. George Soros hat dabei 1,1 Milliarden Dollar Gewinn gemacht, und die Briten 3,4 Milliarden Pfund Verlust. Money Quote über Soros:
The Times of Monday, October 26, 1992, quoted Soros as saying: "Our total position by Black Wednesday had to be worth almost $10 billion. We planned to sell more than that. In fact, when Norman Lamont said just before the devaluation that he would borrow nearly $15 billion to defend sterling, we were amused because that was about how much we wanted to sell."Vielen Dank an Patrick für den Hinweis mit der Soros-Connection.
Mein Stand der Dinge ist: Gaby hat die Akten freigeklagt, und da haben sie schnell eine neue Sperrerklärung erlassen. Die Dokumente, die sie dann gekriegt hat, waren zum Großteil geschwärzt. Und als wenn das nicht schon Beleidigung und Frechheit genug ist, wollten sie zusätzlich von ihr auch noch eine Geheimhaltungserklärung unterschrieben haben! Und sie haben die Sachen, die sie ihr gezeigt haben, als "Verschlusssache - nur für den Dienstgebrauch" gekennzeichnet. Das heißt, dass sie die nicht kopieren darf, nur einsehen.
So scheißt unser Staat auf seine eigenen Gesetze.
Immerhin, zwei Sachen geben sie jetzt zu:
Definitive Kenntniserlangung des Bundesnachrichtendienstes von dem Aufenthalt Eichmanns in Argentinien seit 1958. Hierzu gehören auch die Akten, die belegen, dass die Adenauer-Regierung dezidiert nicht an der Verhaftung und Auslieferung von Eichmann (und seiner Verurteilung in Deutschland) interessiert war.Für den ersten Teil vergleiche man mal mit Wikipedia:
Im Jahr 1960 wurde er von israelischen Agenten in Argentinien entführt und anschließend nach Israel gebracht, wo ihm der Prozess gemacht wurde.Die englische Wikipedia verweist noch auf diese Shin Bet Webseite als Quelle für die Aussage:
In 1959, the Mossad received information stating that Eichmann was living in Buenos Aires under the name Ricardo Clement.Ihr seht schon, das passt alles hinten und vorne nicht. Bei Gaby Weber gibt es einen kurzen Text dazu. Ich hoffe ja, dass sie auch mal beispielhaft ein paar der geschwärzten Seiten hochläd, damit man sehen kann, was für eine Farce das ist.
Oh übrigens, falls jemand auf die Begründung scharf war, warum sie die Akten weiter schwärzen:
It [das Bundeskanzleramt] expressed concern that because the information had been received in confidence from other intelligence agencies, to make it public would discredit the BND.BWAHAHAHAHAHAHA, das ist ja grotesk!
Und soll ich euch was sagen? Belgien geht es nicht schlechter. Im Gegenteil. Die hatten keine großen Skandale mehr, keine Internetzensur, kein Three Strikes, nirgendwo hat sich die Lage verschlimmert (wie in allen Nachbarländern). Die hatten auch eine Wirtschaftskrise, wo ihnen ihre größte Bank geplatzt ist, aber das haben sie auch ohne Regierung überlebt. Ich glaube langsam, das belgische Modell ist das beste, was man sich wünschen kann. Mein Ideal für die nächste Wahl ist daher, dass keine Regierung zustandekommt und die sich jahrelang rumzanken und dann wenigstens nichts mehr noch schlimmer wird.
In den Niederlanden haben sie über eine von Wilders (dem Anti-Moslem-Neonazi) geduldete Minderheitenregierung nachgedacht. Selbst wenn das zustandegekommen wäre, wäre das ein handlungsunfähiges erstarrtes Gebilde geworden.
Update: Wilders ist nicht bloß ein stumpfer Nazi, sondern der vertritt abgesehen von seiner Anti-Moslem-Agenda auch liberale Standpunkte wie Schwulenehe oder pro Abtreibung. So einfache Schablonen wie früher sind das nicht mehr. Wilders ist auch nicht gänzlich gegen Einwanderer, er hat eine Ungarin geheiratet. Übrigens: Belgiens Interims-Regierungschef hat gerade bekanntgegeben, dass er zurück zu seinem Job als Parteichef gehen will. Damit gibt es wohl nochmal Neuwahlen dann.
Update: Christian (von Mogis) stellt gerade per Mail richtig, dass Belgien DOCH Internetzensur hat. Wikipedia stimmt ihm zu.
The stand-off came as the bank's third-biggest shareholder, Mahmoud Karzai – the elder brother of President Hamid Karzai – called for a US bailout of the stricken bank.Ich dachte ja erst, das sei der hier, aber ist er nicht. Der CIA-Drogendealer heißt Ahmen Wali, der Banker heißt Mahmoud Karzai. Die haben ja echt alle Abteilungen der organisierten Kriminalität abgedeckt da :-)
Übrigens, wenn man dem mal hinterhergoogelt, findet man heraus, dass der vor zehn Jahren noch Restaurants in den USA betrieben hat.
Mahmoud Karzai has major interests in the country's only cement factory, its dominant bank, its most ambitious real-estate development, its only Toyota distributorship and four coal mines.Oh und die Handelskammer leitet er auch noch. Wenn das kein goldenes Händchen ist! Wo wohl das Geld dafür hergekommen ist? Jedenfalls hat das nicht mit seiner Familie zu tun, findet er.
Hier ist Wikipedia zu Hamid Karzai, ich zitiere mal:
Karzai has six brothers, including Mahmoud Karzai and Quayum Karzai, who are both Afghan American restaurant owners in the Baltimore–Washington Metropolitan Area of the United States, as well as Ahmed Wali Karzai who is the representative for the southern Afghanistan region. Quayum is also the founder of the Afghans for a Civil Society in Maryland. Karzai has one sister, Fauzia Karzai, who is the manager of Helmand restaurant in Cambridge, Massachusetts.Vor meinem geistigen Auge ergibt sich folgende Situation:
Hey George, Dick hier!Du, pass mal auf. Wir marschieren doch nächsten Monat in Afghanistan ein. Wir brauchen da mal einen Präsidenten. Kennst du da jemanden? Was ist denn mit dem Restaurant, wo wir neulich waren? Der spricht wenigstens gut Englisch! Und der macht doch auch einen geschäftstüchtigen und verlässlichen Eindruck, oder? Na siehst du. Den nehmen wir!
Update: Die Wikipedia-Helden haben den Artikel gelöscht. Wunderbar! Dann halt neue Rechtschreibung. Immer schön professionell bleiben, liebe Wikinker!
Wer mal hören will, wie sowas klingt, dem empfehle ich diese großartige Aufnahme, die klingt wie ein alter Hollywood-Mainframe mit Floppylaufwerk, das man mal ölen sollte :-)
Oh und wenn euch Nummernstationen nicht sagen und ihr noch nichts vorhabt am Wochenende, dann klickt euch da mal in Ruhe durchs Internet. Das ist ein wunderbares Thema für laue Sommernächte!
Übrigens betreiben die Russen noch andere spannende "Sender" wie den "russischen Waldspecht", der Teil von deren weitweiten Raketenabschusserkennung war. Der steht so nahe bei Tschernobyl, dass manche sagen, Tschernobyl sei überhaupt nur gebaut worden, um dieses Gerät mit Energie zu versorgen. Ich bloggte da schon früher drüber. Als die Station im Juni zu Senden aufhörte, haben sich ein paar echt hartkernige Verschwörungstheoretiker die Hosen von innen verunreinigt, weil das ja ein Indiz für eine Art Toter-Mann-System hätte sein können und jetzt die russischen Atomraketen kommen!1!!
Insofern habe ich für mich entschieden, dass das beste Vorgehen ist, die ganzen Leute da aus der Ferne dabei zu beobachten, wie sie sich gegenseitig das Leben zur Hölle machen. Irgendwann sind nur noch noch eine Handvoll übrig, und die sind vom langen Krieg entkräftet, und dann können wir verhandeln. Vorher bringt das nichts.
Ich habe mir ja neulich erklären lassen, wie das Modell der US-Wikimedia-Foundation funktioniert. Das ist ein Franchise-Unternehmen wie McDonald's. Da geht es nicht ums Weltwissen, sondern um die Vermarktung der Logo-Rechte. Die deutsche Wikimedia hat kürzlich seinen Status als Chapter der Wikimedia-Foundation verloren. Das ist halt ein Vertrag, der irgendwann ausläuft, und dann muss einer neuer gemacht werden. Der alte ist wohl Ende letzten Jahres ausgelaufen, der neue wird demnächst unterschrieben. Bei der Gelegenheit habe ich mal recherchiert, ob es eine Option wäre, sich einfach statt derer als deutsches Chapter anzumelden. Und wenn es den Amis ums Weltwissen ginge, wäre das auch eine Option gewesen, aber so war das nicht.
Daher ist aus meiner Sicht klar: die müssen alle weg. Das einzige richtige, was die je getan haben, ist die freie Lizenz für die Inhalte. Das ist gut, weil es die Welt vor dem schützt, was dieser Laden heute geworden ist. So haben wir die Option, das einfach auszusitzen, bis die "Community" an Altersschwäche verstorben sind. Und auch wenn die da 3/4 ihrer Artikel löschen, haben wir immer noch ein Backup und können das wiederherstellen.
Now two Israeli groups seeking to gain the upper hand in the online debate have launched a course in "Zionist editing" for Wikipedia, the online reference site.Also, bald gilt mehr denn je: nicht alles glauben, was im Internet steht.
Ich versuche das mal zusammenzufassen, wobei ich da kein Insider und auch kein Vorantreiber bin, sondern das nur aus der Ferne beobachte. Es geht im Wesentlichen darum, dass man bei der indirekten Demokratie das Problem hat, dass die Kandidaten vor der Wahl A versprechen, und dann nach der Wahl B machen, und man sie bis zur nächsten Wahl nicht bestrafen und ihnen nicht das Mandat wegnehmen kann. Bei Liquid Democracy kann man einen Delegierten benennen, aber nicht insgesamt sondern pro Thema. Und, noch wichtiger: man kann jederzeit die Delegation zurücknehmen, wenn der Proxy plötzlich seine Wahlversprechen bricht.
Am Ende wird die indirekte Demokratie zurückgeführt auf eine direkte Demokratie, bei der man nicht bei den "weniger wichtigen Themen" Kompromisse eingehen muss, um seine wichtigen Themen gut repräsentiert zu bekommen, und Proxies werden tatsächlich darauf reduziert, Proxy zu sein, also in meinem Namen abzustimmen, die können sich da z.B. nicht einfach die Diäten hochsetzen, ohne dass tatsächlich die Bevölkerung ihnen das Mandat dazu gegeben hat.
Der Nachteil ist, dass es für den einzelnen Bürger mehr Aufwand ist, wenn er tatsächlich einen Vorteil daraus ziehen will. Der Vorteil ist, dass der einzelne Bürger tatsächlich nuanciert seine Positionen vertreten wissen kann.
Kurz gesagt: das ist ein revolutionäres Wahlkonzept, eine große Bedrohung für das korrupte verkrustete Lobbyistensystem, das wir im Moment haben. Und, das will ich hier mal zu Protokoll geben, viel wichtiger als alle anderen, inhaltlichen Punkte der Piratenpartei. Wenn wir das Niveau von Demokratie eingeführt kriegen in Deutschland, dann folgt der Rest quasi von alleine, weil da im Moment eben nicht der Willen des Volkes umgesetzt wird, sondern ein paar alte Männer mit Schlipsen ihre Machtfantasien ausspielen.
So, nachdem ich erklärt habe, wieso mir Liquid Democracy wichtig ist: Heise berichtet, dass der Vorstand der Piratenpartei die Einführung von LiquidFeedback verschoben hat. LiquidFeedback ist, wenn ich das richtig verstanden habe, deren Softwareplattform für Liquid Democracy. Das ist für mich eine der schlechtesten Nachrichten, die überhaupt nur vorstellbar aus Richtung der Piratenpartei hätte kommen können. Aber ich bin da kein Insider, daher habe ich erst nichts geschrieben. Meine Befürchtung ist aber, dass sich da jetzt schon genug Verkrustungen und Machtwunsch im Vorstand gebildet hat, dass die kalte Füße vor ihrer eigenen Courage gekriegt haben.
Ich will dazu selber gar nicht viel spekulieren, sondern lieber auf zwei gute Artikel zum Thema verweisen: Frank und Kris Köhntopp. Die finden auch beide, dass das mit dem Datenschutz keine glaubwürdige Ausrede ist.
In diesem Artikel vertritt Herr Professor Tomuschat die Auffassung, das Verfassungsgericht solle sich mal nicht so haben mit der Verfassung und den Menschenrechten und das Parlament mal machen lassen, und dass die EU undemokratisch ist, das sei ja wohl auch kein Ding. Da hat er natürlich nicht völlig unrecht, das ist ein relativ neues Phänomen, dass Deutschland auf Rudimenten von Demokratie besteht. Die Kommentare zu dem Op-Ed sind dann auch alles andere als freundlich.
Übrigens, Herr Tomuschat hat einen Wikipedia-Artikel, und wenn man da den Links hinterher läuft, findet man diese Seite. Dort liest sich das so, als habe Tomuschat für Daimler ein Gutachten gemacht, und zwar in dem Fall mit Mercedes Argentinien und dort während der Diktatur verschwundenen Betriebsräten. Das Gutachten war wohl eher kontrovers — jedenfalls ist Tomuschat danach mit Farbbeuteln beworfen worden.
Und so passt mal wieder alles wie Arsch auf Eimer.
Update: Tomuschat war auch 2009 Prozessbevollmächtigter der Bundesregierung unter Schäuble, der ja einen Großteil der jetzt bemängelten Entscheidungen gefressen hat. Insofern sieht das sehr nach "schlechter Verlierer" aus gerade.
Update: Die "Zeit" publiziert auch gleich die Gegendarstellung, von Burkhard Hirsch. (Danke, Erhard)
Ich werde ja gelegentlich nach der Zukunft des Journalismus gefragt. Hier könnt ihr sie sehen. Ihr kennt das sicher: ihr klickt irgendwas bei Wikipedia, seht drei interessante Links, folgt denen, findet mehr interessante Links, und wacht Stunden später aus einem Wikipedia-Wachkoma auf, das ihr mit Rumklicken verbracht habt. DAS ist die Zukunft des Journalismus. Wenn jemand ein Internet-Angebot hat, das einen tatsächlich dazu bringt, sich stundenlang fasziniert durch Webseiten zu klicken. Und bei den Afghanistan War Logs schafft das nur einer: der Guardian. Die haben da ein Video, wo ein Journalist der interessierten Bevölkerung erklärt, wie man die Einträge zu lesen hat, was die Abkürzungen bedeuten. Und dann haben sie tatsächliche Einträge zum Lesen. SO muss das sein. Und oben drüber — eine interaktive Landkarte mit dem Ort des Berichts ausgewiesen. Das, liebe Freunde, ist die Zukunft des Journalismus. Man muss genug Substanz dahinter haben, dass sich der geneigte Leser stundenlang gespannt durchklicken kann. Denn das merke ich mir als Leser. Und komme wieder.
Update: Der Spon-Chefredakteur sieht das übrigens auf Nachfrage ähnlich.
Nesthocker und von Kindern besetzte Eltern. Morbus Crohn, Colitis, schwerste Formen von Hüftarthrose. Torticollis bei Schülern, Lernschwierigkeiten, ArbeitslosigkeitWenn sich das bis zu den Hartz IV Opfern durchspricht, wird das aber unangenehm riechen auf den Arbeitsämtern...
Oh und wo wir gerade dabei waren: gegen unbeugsamen Willen setzt der gelernte Homöopath "Plutonium nitricum" ein. Ich tippe da ja auf einen Übersetzungsfehler. Die meinen bestimmt Polonium, nicht Plutonium. Das würde dann den Litvinenko-Fall erklären.
Wenn die da Plutonium verabreichen, eine der giftigsten Substanzen auf dem Planeten, dann stellt sich schon die Frage nach der Dosierung:
Die Prüfungen wurden in der Regel mit C200, vereinzelt mit C30, Q-Potenzen und C1000 durchgeführt.Kurze Erklärung: C200 heißt, dass sie auf 10200 verdünnen. Wenn man die Erkenntnisse von Herrn Avogadro bedenkt, bleibt da also kein einziges Atom Plutonium übrig.
Update: Jetzt kommen hier Mails an, dass Plutonium gar nicht soooo giftig sei, weil man die Radioaktivität nicht mitzählt in der offiziellen Giftigkeitsskala. Leute, macht euch doch mal bitter locker. Von zuviel Korinthenkackerei kriegt man Nierensteine. Plutonium erfüllt jedenfalls locker die Kriterien für die schwerste Giftigkeitskategorie.
Update: Mir mailt gerade jemand, dass ich Wikipedia falsch gelesen habe, und C200 sogar 10400 bedeutet. Stimmt. Ist noch grotesker als ich dachte.
Wikipedia has become home base for a loose worldwide network of pedophiles who are campaigning to spin the popular online encyclopedia in their favor and are trying to lure more people into their world, an investigation by FoxNews.com confirms.Fair and balanced!
Kein Wunder, dass die Wikinger so eine Bundermentalität entwickeln.
Wir müssen echt mal wieder eine Radiosendung zusammen machen. :-)
Update: Ich fühle mich von dem Artikel nicht beleidigt. Ich hatte mit Johannes Boie übrigens auch mal ein Interview zur Wikipedia. Das hätte ich ja nicht gemacht, wenn der mir als besonders unangenehm oder unseriös aufgefallen wäre.
Gauck räumt ein, der Kapitalismus sei nicht perfekt und erzeuge unter anderem Gier, wandte sich aber anlässlich der Finanzkrise 2008 auch gegen größere Kapitalismuskritik. Er ist Mitglied des Verbandes Atlantik-Brücke und Mitglied im Senat der von Helmut Schmidt, Kurt Biedenkopf u. a. gegründeten Deutschen Nationalstiftung.Oh Graus! Ein Atlantiker! Gefunden bei den Nachdenkseiten, die außerdem die Ziele der Nationalstiftung wie folgt zitieren:
Das sind genau die Ziele der "neuen sozialen Marktwirtschaft". Das ist Hartz IV. Diese Stiftung klingt wie der radikale Arm der Bertelsmann-Stiftung. Lest auch den Rest der Nachdenkseiten-Darstellung, das geht noch weiter. Kein Wunder also, dass die FDP den Gauck für einen tollen Kandidaten hält. Der vertritt genau deren Denke. (Danke, Frank)
- Umbau der Sozialversicherung;
- Renovierung der öffentlichen Finanzwirtschaft;
- längeres Anhalten der Realeinkommen;
- Verzicht auf weitere DM-Aufwertungen;
- eine umfassende Deregulierung auf allen Gebieten.”
A forensic report said he was shot at close range, with four bullets in his head and one in his chest, according to the Anatolian news agency.Nein, unter den verschleppten Aktivisten war auch ein US-Überlebender des Angriffs auf die USS Liberty. Wem das nichts sagt, der kann sich das mal in der Wikipedia durchlesen.
Mein Lieblingskommentar dazu war ein schönes Stück Internethumor. Da kommentierte jemand, man müsse jetzt aufpassen, dass dieser noble Selbstmord nicht den Friedensprozess gefährde. HAHAHAHAHAHAHA, anders als mit beißendem Zynismus kann man dieser ganzen Geschichte auch gar nicht mehr begegnen.
Es handelt sich hierbei um einen (ehem.) Bundestagsabgeordneten, der wegen KiPo einen Strafbefehl bekommen hat. Ich halte es für durchaus sinnvoll, dies im Artikel zu erwähnen, schliesslich wird in der Causa Jörg Tauss darauf mit nicht weniger als 5 Absätzen eingegangen und das ganze sogar speziell im Einleitungstext erwähnt. Bei ihm läuft vor allem das Verfahren noch, bei Herrn Sehling ist der strafrechtliche Teil sogar bereits abgeschlossen, wenn auch mit einem aus meiner persönlichen Sicht unerfreulichem Ergebnis. Hier sollten gleiche Maßstäbe angesetzt werden. Entweder der Eintrag von Herrn Sehling wird entsprechend ergänzt oder der Eintrag von Herrn Tauss wird ebenfalls "bereinigt" (oder sollte man das besser "zensiert" nennen?) Hackwar 11:16, 27. Mai 2010 (CEST)Mal gucken, was sich da noch tut. (Danke, Felix)
Oh, wo wir gerade bei Transocean waren, deren Wikipedia-Seite ist auch aufschlußreich. Ich hatte mich ja gewundert, wieso eine Bohrinsel-Firma ausgerechnet in der Schifffahrtsnation Schweiz sitzt. Stellt sich raus, dass die ursprünglich aus Alabama sind, später dann nach diversen Firmenfusionen (u.a. mit einer Walfangfirma aus Norwegen) ihren Firmensitz von den Cayman-Inseln in die Schweiz verlegt. Das gibt ja gleich noch mal Sympathiepunkte.
Aber auch für den Fall, dass die da jetzt einen fetten Cleanup aufgedrückt kriegen, haben sie vorgesagt, und am 12. Mai erstmal angefangen, den Papierkram für eine fette Auszahlung an ihre Aktionäre klarzumachen. Denn man kann nicht für Cleanup ausgeben, was man schon an die Aktionäre ausgezahlt hat.
Natürlich weiß niemand wirklich, was sie mit dem Zeug noch alles an Kollateralschaden verursachen bei den Fischen und Shrimps und so, aber es ist vermutlich weniger schlimm als wenn sie das Öl da alles kaputtmachen lassen. Ein weiterer beunruhigender Aspekt an der Sache ist, dass der Hersteller nicht sagen will, was da drin ist:
The company would not discuss the exact chemical makeup of the dispersant, Corexit 9500, in part because the formula is a trade secret.Werden wir ja sehen, denke ich. (Danke, Rop)Corexit 9500 comes with a warning that it can cause irritation to the eyes, skin and respiratory tract with prolonged contact. Toxicologists and environmental scientists say, however, that dispersants are unlikely to cause immediate harm to people.
Ich glaube ja, dass Relevanz zur vorgeschoben ist. Die hatten schlicht keinen Platz mehr, denn die Platte ist mit einer Liste von Fremdkörpern in Anus und Rektum voll. Das kann ja jeder für sich entscheiden, welchen Artikel er für enzyklopädisch relevanter hält.
Anat soll Daten an die Presse gegeben haben, die zeigen, dass die israelische Armee gezielte Tötungen durchgeführt hat, obwohl das höchste Gericht in Israel das explizit verboten hatte. Sie hat selber für die Armee gearbeitet und hat wohl aus der Zeit auch die Daten gehabt, später wurde sie dann Reporterin für Haaretz, und denen hat sie auch die Daten gegeben.
Die mußten unterwegs ihre Arbeitsgruppe umbenennen, weil die Leute ihnen auf die Schliche gekommen sind, und keinen Bock auf diesen Bullshit hatten! Wenn jemand einen Satz wie diesen hier von sich gibt:
JSR 299 bietet ein neues Set an Funktionen für Java EE. Grundlage ist eine Menge von definierten Lebenszykluskontexten.Da hilft doch nur noch Einschläfern! Wenn die so einen Satz sagen, fällt denen dann nicht selber auf, dass sie auf dem Holzweg sind? Beim Formulieren im Kopf meine ich jetzt?
Darauf aufbauend bietet der JSR Modularisierung, übergreifende Aspekte (Decorators und Interceptors) sowie typsicheres Injizieren von Objekten, alles Dinge, die Java-EE-Komponenten zu einer geschmeidigen Kooperation bewegen sollen.Wenn jemand soweit ist, dass er Decorators und Interceptors braucht und Objekte injizieren will, dann sollte man das Projekt in einem Glassarg im Ozean versenken, alle Kopien und Dokumente darüber vernichten, und neu anfangen. Sicherheitshalber würde ich außerdem für eine Sicherheitsverwahrung aller Beteiligten plädieren.
Schon der erste Satz räumt schon alle Zweifel aus, dass man solche Leute nicht Software entwickeln lassen darf:
Dependency Injection ist eine Anwendung des Inversion-of-Control-Prinzips (IoC) und als solches ein Entwurfsmuster für die objektorientierte Softwareentwicklung.Inversion of Control, ja? Lest euch mal bei Wikipedia durch, in was für einer Traumwelt die Leute leben:
Replacing systems will have no side effect on other systems.Nee, klar, so läuft das ja immer bei komplexen Systemen!1!! Und damit das so bleibt, packen wir noch ein bisschen mehr Komplexität oben drauf!
Guckt euch auch mal an, was sie da für Probleme zu lösen versuchen:
Dank dieser Konstruktion ist es erstmals möglich, EJBs als JSF Managed Beans einzusetzen.Mit anderen Worten lösen Sie da selbsterzeugte Probleme. Probleme, die sie dank verkackten Designs in vorigen Pseudotechnologien haben. Meine Fresse ist das alles eine Bankrotterklärung für Java. Unglaublich. Und wieder machen sie da XML-Metadaten, die man mitpflegen muss. Die lernen halt nicht aus ihren Fehlern. Na dann, guten Absturz, liebe Java-Leute.
Oooooder vielleicht verstehe ich ja auch einfach nicht genug von modernen OO-Dingen, um die Genialität hinter diesem ganzen Framework-Gedudel würdigen zu können. Will mir das vielleicht mal jemand erklären? Das müsste aber jemand sein, der ein größeres Projekt vorzuweisen hat, dass dank dieser Technik funktioniert und sonst nichts geworden wäre.
Update: Mir erklärt gerade jemand, dass sich hierunter im Wesentlichen eine Indirektionsschicht zwischen einer Klasse und dem Class Loader verbirgt. Die Klasse gibt die Instanziierung eines benutzten Interfaces komplett an das Framework ab. Für mich liest sich das genau wie ich oben meinte: eigentlich wollten sie Lisp-Closures haben, aber das kann die Sprache halt nicht, daher pfuschen sie sich jetzt eine Callback-Struktur zurecht. Und dadurch, dass man die Implementation nicht kennt, und die jemand anderes instanziiert, kann man auch nicht am Interface vorbeiarbeiten (was ja eigentlich schon durch das Interface selber verhindert werden sollte, aber offenbar nicht genug...?). Insgesamt scheint es bei Java ein Riesenproblem zu sein, anderer Leute Code benutzen zu müssen, ohne ihn anfassen zu können. Und die existierenden Komponenten müssen so furchtbare Modularitätsverletzungen haben, dass man das architekturell erzwingen muss in Java. Was bin ich froh, dass ich nicht in so einem Umfeld programmieren gelernt habe. Die Leute sind sicher für ihr Leben gezeichnet und werden nie ordentlichen Code schreiben können.
Update: Mir mailt gerade jemand völlig zu Recht diesen Link, der schön illustriert, was hier gerade passiert (Spalte 1, Zeile 2).
Update: Ist anscheinend ein Hitzeproblem in dem Rack in Amsterdam. Sie haben das dann per DNS umzuleiten versucht, aber das ging schief. Siehe hier.
Indeed, 90 percent of the world’s wheat has little or no protection against the Ug99 race of P. graminis. If nothing is done to slow the pathogen, famines could soon become the norm — from the Red Sea to the Mongolian steppe — as Ug99 annihilates a crop that provides a third of our calories. China and India, the world’s biggest wheat consumers, will once again face the threat of mass starvation, especially among their rural poor. The situation will be particularly grim in Pakistan and Afghanistan, two nations that rely heavily on wheat for sustenance and are in no position to bear added woe. Their fragile governments may not be able to survive the onslaught of Ug99 and its attendant turmoil.Das klingt ja alles nicht so erfreulich.
Oh und wenn ihr schon bei Wikipedia klickt, folgt auch unbedingt diesem "see also" Link. Unglaublich, aber wahr: die US-Luftwaffe hat eine Biowaffe aus dem Pilz gemacht (nun, der alten Generation).
Update: Guckt euch mal den HTML-Source an! Und die Wikipedia-Seite dazu.
Wer hätte das gedacht, dass die alten Zeiten, als Vandalismus noch das Verunstalten von bestehenden Artikeln war, mal wie die guten alten Zeiten aussehen würden. (Danke, David)
Ich frage mich, ob Google Code das auch macht. Es gab da ja mal eine deutsche Alternative, berlios, aber die ist wegen Inkompetenz gehackt worden, wird offenbar von Jörg "Integer Overflow? Was ist das?" Schilling administriert und da würde ich deshalb nicht mal mein /etc/issue hosten. Wird Zeit, dass das mal jemand ordentlich und vertrauenswürdig und in einer brauchbaren Jurisdiktion macht.
Update: Wikipedia sagt, Google Code blockt auch.
Update: Mir mailt gerade jemand, dass Jörg seit einer Weile bei Berlios raus ist. (Danke, Thomas)
Update: Das ging ja schnell, das Meinungsbild wurde abgebrochen.
Ich habe zwar keine konkreten Zahlen, aber man sagte mir, die Spenden für Wikileaks würden stetig reinkommen bei der Wau Holland Stiftung. Sehr erfreulich! Möge uns Wikileaks noch lange erhalten bleiben.
"Book-burning seems terribly wrong but we have to get rid of unsold stock for pennies and some of the pensioners say the books make ideal slow-burning fuel for fires and stoves," the paper quoted one shop assistant as saying.Dass die für so billig zu haben sind, haben wir vermutlich Wikipedia zu verdanken. Wikipedia hilft armen Menschen beim Heizen!"A lot of them buy up large hardback volumes so they can stick them in the fire to last all night."
Wenn die Zeitungen und Magazine anständig für die Inhalte bezahlt hätten, die sie in den letzten Monaten von Wikileaks erhalten und für ihre Berichte verwendet haben, dann wären die wohl kaum in der derzeitigen Lage. Es scheint mir, dass die Journalisten die gleiche Kostenlos-Mentalität pflegen, die sie an allen Ecken und Enden beklagen. Was zahlt denn die Zeit so an Wikileaks?Sehr schön gesagt!
So, und jetzt spendet mal schön, müsste ja noch was übrig sein, das nicht an Wikipedia gegangen ist *hust*
Oh übrigens: Wikileaks-Spenden in Deutschland sind steuerabzugsfähig. Und man weiß, dass sie auch dem Projekt zugute kommen und nicht einem obskuren Förderverein :-)
Auch für die Hacker hat der Mann eine Botschaft. Erst kommt die These, dass Männer sich heute fast nur noch mit High-Tech beschäftigen, weil alle anderen Bereiche von den fiesen Frauen usurpiert wurden, und auf die Nachfrage, ob "die Digitalität der Hobbykeller des modernen Mannes" sei (OMGWTF!?), kommt dann diese Antwort:
Ich bin mir nicht so sicher, ob Frauen hier bewusst ausgeschlossen werden. Andererseits bringt diese Produktivität viel Geld und Erfolg.Ich deute das mal so, dass wir Männer unschuldig daran sind, dass es so wenige Häcksen gibt. Dann kann ich mich ja entspannt zurücklehnen und wieder mehr Frauen diskriminieren. Als Ausgleich für die Ungleichgerechtigkeit des Feminismus (übrigens verteufelt der Mann ausdrücklich nur den Feminismus, nicht die Frauenbewegung) an den Männern!1!!
Und hier noch one for the road:
Die Aggression von Männern und Frauen ist nach dem Stand der Forschung gleich. Frauen reagieren ebenso aggressiv als Folge von Kränkungen und Versagungen, aber Männer wenden die Aggression eher nach außen, um sie dort zu sublimieren, und haben eine Technik des Durchsetzens und Eroberns oder Erfindens entwickelt, während die Frauen eher dazu neigen, die Aggression gegen sich zu wenden, etwa ins Depressive. Sie reden viel, können aber nicht handeln.Spannendes Detail: Wikipedia sagt, der hatte nur bis 2003 eine Professur. Ich finde es ja krass, dass solche Leute jahrelang am Lehrstuhl für Geschlechter- und Generationenforschung überleben können. Ob der da rausgeflogen ist? Der gibt übrigens häufiger solche Klopper von sich. Hier ist noch ein Beispiel, ebenfalls Springerpresse, wo er für die Abschaffung der Frauenhäuser plädiert. Weil das ein Hort des Männerhasses sei. Well, ... duh!
Fazit: Internet ist ScheißeYeah! :-) Zu Alec Empire und der Wikipedia siehe auch diese Diskussionsseite in der Wikipedia. (Danke, Markus)
Ich wollte ja ursprünglich Moderator sein, aber aus NPOV-Gründen haben wir das lieber den Andreas machen lassen, aber ich habe mich dann in die Veranstaltung reingehackt und saß neben dem Podium ohne Mikrofon auf einem Sofa. Eigentlich hatte ich da einen Freud-Ohrensessel haben wollen, aber den haben wir nicht organisiert gekriegt. Ich wollte noch Kristian Köhntopp auf das Sofa setzen, aber der kam nicht (ich gratuliere übrigens herzlich). Ich habe auch verpeilt, da mit einer Packung Popcorn anzukommen, und so war ich im Wesentlichen auf ein gelegentliches Facepalm reduziert, habe aber über Kurts Mikro einmal in der Mitte und einmal am Ende etwas eingeworfen.
Inhaltlich gab es dann natürlich doch viel Bashing. Das Publikum schien mir teilweise extra dafür angereist, um mal dem Saal erzählen zu können, wie ihnen auch der erste Artikel erstmal gelöscht wurde und dass sie seitdem keinen Bock mehr haben. Insbesondere ein Teilnehmer war ausgesprochen verärgert, dass aus dem Artikel zu Jörg Schönbohm eine umfangreiche Liste von grenzwertigen "nationalkonservativen" Äußerungen entfernt worden seien, wie sich denn das mit dem immer hochgehaltenen NPOV vereinbaren ließe, und dass das seiner Meinung nach eine faule Ausrede sei und alle Moderationen oder Zensurmaßnahmen letzlich politisch seien.
Sinn von so einem Podium ist ähnlich eines Interviews natürlich auch immer, Leute zu entlarvenden Aussagen zu verleiten. Bei dem Wikipedia-Podium waren die entlarvensten Äußerungen meiner Ansicht nach die folgenden:
An der Stelle hat man gut gesehen, dass hinter der ganzen Rhetorik von wegen "Qualitätssicherung" und "Relevanz" doch immer nur steckt, das eigene Weltbild dem Rest aufzudrücken.
An dieser Stelle ist das Podium schon ein Erfolg gewesen für mich, denn nur wenn man diese Art von anderer Perspektive versteht, kann man die daraus resultierenden Aktionen verstehen und sinnvoll diskutieren.
Update: Oh, ein Highlight möchte ich noch erwähnen. Kurt argumentierte an einer Stelle, man würde ja fürs Kochen nicht die Wikipedia konsultieren. Daraufhin meinte einer aus dem Publikum, gerade beim Kochen sei es wichtig, dass man freie Inhalte haben könne für seine Rezepte und Lebensmittelfotos. Falls diese Anspielung für jemanden zu subtil war: mit Abmahnungen zu Lebensmittelfotos bestreiten im Internet einige Abmahner ihren Lebensunterhalt (oder könnten von der gefühlten Menge des abgemahnten Geldes her; wer weiß, vielleicht haben die ja auch Nebenjobs).
Update: Mathias Schindler weist darauf hin, dass für freie Fotos von Essen Wikimedia Commons zuständig ist und für Kochbücher Wikibooks.
Update: Kurt Jansson schickt mir gerade folgende Klarstellung:
Was ich gesagt habe ist, dass ein Pokemon-Artikel immer 5 Sterne hätte, egal wie gut oder schlecht er ist. Oder noch deutlicher: Sobald wir das einführen wird es in den Naziforen Aufrufe geben, bestimmte Versionen des Artikels "Holocaustleugnung" hoch zu bewerten, den Artikel zur "taz" hingegen runterzuwerten, egal wie der gerade ausschaut.Das hatte ich offensichtlich falsch verstanden.
Insgesamt ging der Tag schon krass los, die Tickets waren schon eine Stunde vor der Keynote ausverkauft. Die ganzen findigen Nerds waren schon gestern angereist und hatten stundenlang angestanden, um sich ein Ticket zu sichern. Heute haben wohl einige Leute in die Röhre geguckt und kamen nicht rein. Das ist natürlich alles sehr unbefriedigend für uns, aber es gibt in Berlin schlicht keine größeren in Frage kommenden Veranstaltungsorte ausser dem ICC, und mit den Leuten von der Messe Berlin will keiner wirklich reden, weil die komische Vorstellungen haben wie "dann müsst ihr auch das Internet, die Verpflegung und die Garderobe von uns kaufen". So werden wir wohl auch in Zukunft mit dem bcc leben müssen, auch wenn es zu klein ist.
Ich werde mal anregen, dass wir nächstes Jahr auch ein Dragons Everywhere mit den Berliner Unis machen, damit niemand ganz nach Hause gehen muss, weil er nicht reinkam.
Das Internet ist den ganzen Tag schon eher flaky, was angesichts unserer Streaming-Versprechen natürlich besonders ärgerlich ist. Das liegt daran, dass wir die Hardware für Router und Switches immer leihen müssen, und die erst kurz vorher kriegen, und da schon auch mal was kaputt ist oder geht und wir dann Teile tauschen müssen. Insofern können wir da auch nicht so viel gegen tun, außer uns für die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.
Der Wikileaks-Vortrag war ganz großes Kino, übrigens. Zieht euch den mal als Video, wenn ihr den nicht live geguckt habt. Die haben ihr Projekt vorgestellt, in Island eine Art Offshore-Publishing-Center aufzubauen als Gegenposition zum Offshore-Banking. Island hat gerade von Banking die Schnauze voll und die kennen alle Wikileaks, weil Wikileaks die Liste der Leute geleakt hatte, die sich mit ihrem Geld aus dem Staub gemacht haben. Da gab es eine lustige Geschichte zu, dass das staatliche Fernsehen Islands das als 8-Uhr-Nachrichten bringen wollte, aber eine einstweilige Verfügung kassiert haben, dass sie das nicht bringen dürfen. Also haben die gesagt, das wäre unser Thema gewesen, wir haben auch nichts anderes vorbereitet, also hier ist die URL bei Wikileaks, guckt euch das halt selber an. Seit dem kennt jeder in Island Wikileaks und die sind auch in der Laune gerade, mal den anderen Ländern den Mittelfinger zu zeigen und die Wikileaks-Leute waren da mal in ein Fernseh-Interview eingeladen, und haben die Idee eben live im Fernsehen angesprochen, und da echt eine Welle losgetreten mit der Idee. Wenn das klappt, wäre das ein großer Schritt für Wikileaks, die Pressefreiheit und Menschenreche.
Am Ende hat Wikileaks standing ovations gekriegt.
Lasst euch nicht von dem Detail irritieren, dass der (längliche) Artikel (mit umfangreicher Quellenliste) selbstverständlich umgehend zur Löschung vorgeschlagen wurde.
Die lernen es aber auch nicht.
Joseph Henchman, director of state projects for the Tax Foundation of Washington, D.C. says the states collected a total of $781 billion in taxes in 2008.For a rough comparison, according to Wikipedia data, the total budget for defense in fiscal year 2010 will be at least $880 billion and could possibly top $1 trillion. That’s more than all the state governments collect.
Im Übrigen reicht ein Zünder nicht, wenn man nicht auch ausreichend Uran angereichert hat. Da arbeitet der Iran zwar dran, aber die IAEA war nicht optimistisch, dass da in naher Zukunft eine Bombe rausfallen könnte.
Naja und wenn alles fehlschlägt, guckt mal halt in der Wikipedia nach :-)
Leider ist es nicht so, dass man das nicht erklären kann. Die haben nämlich eine Kooperation mit der Wikipedia. Und ist Kritik von außen nicht gewünscht, lieber Apologeten von innen.
Dann kommen diverse Strohmänner, die die Aussage angreifen, der Mensch sei (haupt-)ursächlich an der Klimaveränderung schuld. Das habe ich nie gesagt. Meines Wissens besteht auch daran kein wissenschaftlicher Zweifel, nur damit mich jetzt keiner falsch versteht. Aber wer mich für Aussagen beschimpft, die ich nie gemacht habe, ist bei mir sofort für alle Zeiten untendurch, der muss gar nicht mehr versuchen, mir jemals wieder eine Mail zu schicken. Das ist eine der schnellsten Methoden, sich lebenslang zu disqualifizieren.
Also, Leute. Was euch da gerade passiert, das ist ein klassischer Mechanismus des menschlichen Gehirns. Das ist medizinisch untersucht und wird einem im Psychologiestudium im 1. Semester erklärt. Das Gehirn denkt nur partiell vor dem Handeln darüber nach, was für eine Handlung es gleich tun wird. Stattdessen redet das Gehirn uns das nur ein, dass das alles geplant war, und das ist ja auch die viel schönere Vorstellung. Wer will sich schon selber als nach Reflexen handelnden Roboter sehen, der seine Taten nicht vorher durchdenkt sondern nur rückblickend rechtfertigt. Tatsächlich ist ein Großteil unserer Handlungen schlicht Reflex oder Kurzschlußhandlung, und das Gehirn erklärt dann nach der Handlung, warum wir das gerade getan haben.
Der Effekt ist sogar noch spannender als das. Wenn das Gehirn ein paar Mal beobachtet hat, wie es etwas bestimmtes getan hat, ändert sich die Einstellung der Person so, dass die Tat rückblickend passt. Wenn jemand also ein paar Mal schwarzfährt, legt sich sein Gehirn erst eine Entschuldigung zurecht, wieso das rational und gut war, und fängt dann bei Wiederholung an, das zur generellen Strategie zu machen. Man könnte es professionelles Selbstbelügen nennen.
Was hat das mit Leugnern der Klimaveränderung zu tun? Sie fallen genau auf diesen Mechanismus herein. Wer sich einmal auf die falsche Handlungs-Straße begeben hat, dessen Gehirn arbeitet ab dann auf Hochtouren daran, die Handlungen rückblickend in Konsonanz mit seinen anderen Gefühlen und Einstellungen zu bringen. Erstens, wenn jemand zwanzig Jahre ein Auto hat, dann ist es für denjenigen besonders schwierig, die Idee mit seiner Erfahrung in Konsonanz zu bringen, dass Autofahren schlecht für die Umwelt ist. Genau so ist es bei Rauchern.
Natürlich gilt das auch umgekehrt. Nachdem ich mich davon überzeugt habe, dass CO2 ein Treibhausgas ist, und Geld für Solarzellen ausgebe oder mich in meinem Blog aus dem Fenster gelehnt habe, wäre auch für mich eine Kurskorrektur besonders schwierig. Bei mir äußert sich das so, dass ich echte, tatsächliche, nachprüfbare, wissenschaftliche Beweise brauche, dass CO2 kein Treibhausgas ist. Nicht einmal die Aussage, dass andere Treibhausgase schlimmer sind, würde mich überzeugen, weil dann immer noch gelten würde, dass wir auch gegen CO2 vorgehen müssen.
Das, was jeder für sich verstehen muss, ist: auch für mich gilt dieser Mechanismus. Auch ich tue irrationale Dinge, und mein Gehirn rechtfertigt das dann danach mir gegenüber.
Und wenn man das verstanden hat, muss man sich selbst bei jedem seiner Argumente fragen, ob das jetzt eigentlich ein rationales Argument ist oder nur für mich gerade so aussieht, weil mein Gehirn es erfunden hat und es mir gegenüber daher grundsätzlich als rational erscheinen läßt.
Leider geschieht das nicht oder kaum. Mir mailen Leute z.B. Dinge zu, die beweisen sollen, dass auch die Klimaforscher mit Leuten von den Ölkonzernen zusammenarbeiten. Für denjenigen, der mir das gemailt hat, was das bestimmt ein total rationales Gegenargument gegen die Verschwörungstheorie, dass Big Oil uns für ihre kurzfristigen Profite in den Klimatod schickt. Die eigentliche Frage, ob nämlich CO2 ein Treibhausgas ist, und wir den Ausstoß reduzieren sollten, um die Lage nicht noch schlimmer zu machen, oder ob wir nicht sogar CO2 aus der Luft ziehen sollten, um unsere bisherigen Emissionen rückgängig zu machen, ist von diesem scheinrationalen Metaargument völlig unberührt. Und bei mir kommt sowas daher an wie ein völlig verwirrter Kläffer, der gerade mit seiner kognitiven Dissonanz kämpft.
Ein anderer schrieb mir, dass das doch nur gut für Big Oil ist, wenn CO2-Emissionen teuer werden, weil dann Öl teuer wird. Das könnt ihr euch ja mal selber überlegen, ob mich dieses Argument überzeugt haben wird oder nicht.
Dann gab es noch Zuschriften, die mir erklären wollten, dass der ganze Klima-Hokuspokus doch nur eine Strategie der 1. Welt sei, um die 3. Welt kleinzuhalten. Aha. Und ... deshalb senken wir jetzt unsere Emissionen lieber doch nicht, oder wie?
Einer schrieb mir sogar, dass EM-Strahlen von Handymasten doch auch die Erde erwärmen würden.
Also, nochmal langsam zum mitschreiben. Versteht, wie euer Gehirn funktioniert. Lest euch noch mal diese Vortragsfolien und den Wikipedia-Artikel durch und reflektiert da mal in Ruhe drüber. Klickt auch die Links, insbesondere den hier. So funktionert unser Gehirn. Und ja, das wird auch aktiv gegen uns eingesetzt, um uns Produkte zu verkaufen. Lernt das. Das ist wichtig. Um nicht zu sagen: wenige Erkenntnisse über uns selber sind so wichtig wie diese.
Und in Zukunft, bevor ihr mir Mails schreibt, die mich mit nicht überzeugenden Argumenten zu überzeugen versuchen: lest euch die Mails nochmal selber durch, und überlegt euch in Ruhe, ob ihr mir da wirklich gerade in überzeugendes Argument mitteilt oder nicht. Das kann man selber herausfinden und erkennen, aber man muss aktiv Aufwand dafür treiben. Das Gehirn selber findet die Argumente natürlich völlig rational, wenn man sie nicht noch mal hinterfragt.
Update: Jetzt kommt gerade die eine Zuschrift, wo mich jemand wütend beschimpft, weil sie glaubt, meine Ausführungen zum Funktionieren des Gehirns hätten das Ziel, ihr eine Geisteskrankheit zu unterstellen. Wow. Da sieht man mal, dass es allerhöchste Eisenbahn war, das Thema hier mal anzusprechen. Im Übrigen, um das noch mal klar zu sagen: das ist nicht Fefes Verschwörungstheorie zum Gehirn hier gerade, das ist die wissenschaftliche Erkenntnis. Ihr sollt mir das nicht glauben, ihr sollt das nachrecherchieren, und daraus Erkenntnis über euch und euer Gehirn gewinnen.
Update: Schöner Cartoon zum Klimawandel
Spannend war, dass dieses Mal Sebastian Moleski im Studio war, der 1. Vorsitzende von Wikimedia. Ich konnte leider erst ab der 2. Stunde zuhören und kam dann für so ca. 20 Minuten zu Wort, aber in der Zeit kamen schon einige interessante Punkte. So habe ich z.B. mal nachgefragt, wie denn in Wikimedia die Diskussion steht, ob sie sich für die Zukunft der Wikipedia zuständig fühlen sollen, und die Antwort war, dass die noch nicht mal angefangen hat.
Er hat das Treffen Anfang November hochgehalten, aber eigentlich findet Wikimedia wohl, dass die Leute das lieber innerhalb der Wikipedia ausdiskutieren sollen. Und es gibt wohl auch noch keine Überlegungen, sowas noch mal zu machen.
Ansonsten mache ich heute abend bei Radio Fritz auch mit Holgi den dritten Teil der Sendereihe "Alternatives Realitätsmanagement", von Zehn bis Mitternacht im Radio und danach hoffentlich auch irgendwo zum Downloaden.
Update: Die Fritz-Sendung gibt es auch als Stream im Internet, entweder bei Fritz selbst oder auch bei streams.xenim.de.
Interessant - und vielleicht auch symptomatisch - ist, dass all diese Vorschläge an der Macht der Administratoren kratzen, wenigstens ein bisschen. Sicher ist aber, dass auf die Wikipedianer unbequeme Arbeit zukommt. Es gilt, die Enzyklopädie in Teilen strukturell neu zu erfinden. Die Relevanzdebatte hat trotz aller Spitzen für ein nötiges Problembewusstsein gesorgt. Man wird die Wikipedia künftig auch danach beurteilen müssen, ob und wie sie solche Konflikte lösen kann.
Als nächstes mache ich einen Artikel dazu, wie man ein Presse-Interview liest. Ich habe mir dafür auch schon die Erlaubnis besorgt, das Streitgespräch zwischen Pavel Richter und mir in der Süddeutschen komplett zitieren zu dürfen. Das ist zwar kein ideales Beispiel, weil ich da befangen bin, aber vielleicht macht das die Lektion ja auch noch interessanter für euch. Also ich mache mich dann mal an die Arbeit.
Medienkompetenz wird immer wichtiger, und ich halte das für sehr wichtig, dass mal jemand so ein Projekt startet. Hoffentlich können wir insgesamt auch unseren Qualitätsanforderungen gerecht werden.
Update: Weil hier jetzt Leute drauf linken: Da ist der Blogeintrag und hier ist der Text (Achtung: 50 KB HTML).
So zählt Ortega jeden Autoren, der jemals eine Änderung vorgenommen hat, während Wikimedia die Editoren erst ab mindestens fünf Beiträgen in die eigenen Statistik aufnehme. Ortega spricht in seiner Analyse von drei Millionen freiwilligen Autoren in den zehn größten Wikipedia-Ausgaben, während Wikimedia seit Gründung in allen Wikipedia-Ausgaben etwas weniger als eine Million Autoren zählt.Da können sich die Global Warming Leugner noch eine Scheibe von abschneiden!
Ein weiteres überraschendes Detail ist, dass die Arbeit an Artikel nach dem Erlangen der Adminprivilegien abnimmt. Es ist fast so, als erarbeite man sich seinen Adminposten durch Mitarbeit, und danach sinkt dann die Motivation für weitere Arbeit, weil man ja schon erreicht hat, weshalb man gearbeitet hat. Oder vielleicht ist die Erklärung auch, dass Admins dann andere Dinge zu tun haben.
Für mich das spannenste Detail ist aber, wie neutral und professionell Markus Kompa bleibt, so übel wie ihm bisher von Wikipedia und Wikimedia mitgespielt wurde. :-)
Wikipedia ist ein großartiges Projekt und eine der Erfolgsgeschichten des Internets. Völlig werbefrei und nur durch die freiwillige Mitarbeit und durch Spenden (überwiegend) von Privatpersonen ist das Projekt zu dem größten Nachschlagewerk und zu einer der beliebtesten Websites der Welt geworden.Tolle Antwort. Hilft genau niemandem weiter. Original aus der Pressemappe kopiert. Was für eine Farce.
Community heißt auch Spontanität, Emotionalität und Dynamik.Da kommt mir das Mittagessen hoch, wenn ich sowas lese.
Die Wikipedia Autorengemeinschaft wird sicherlich Anregungen aufgreifen und weiterentwickeln.Man achte auch darauf, wie hier jegliche Eigenverantwortung konsequent verneint wird, aber sie doch zu feige sind, das direkt zu sagen, sondern hier mit solchen Taschenspielertricks den Handlungsbedarf zu "der Autorengemeinschaft" schiebt. Euer Geld nehmen wir gerne, aber handeln tun wir nicht. "That's not my department," says Wernher von Braun.
Ich würde eher von Aufgaben statt Problemen reden, die sich sicherlich lösen lassen.*speih* Aber wartet, wird noch härter:
Wir sind uns sicher, dass der Leitsatz der Wikipedia 'sei mutig' auch gilt, wenn es um die Weiterentwicklung des Projektes geht.HAHAHAHAHAHA
Und so sind die Antworten alle! Dreimal weichgewaschen, jedweder potentielle Inhalt vorher rausoperiert, am Ende nochmal durch ein Feinsieb. Ich krieg bei sowas Würgreflex.
Tausende von Wikipedia-Autoren investieren Zeit oder Geld um Artikel für die Wikipedia zu erstellenUn-glaub-lich! Als ob sie mit einem Kind redet! "Du bist zu doof, als dass ich mit dir über das Problem reden könnte, daher hier, ist ein Stöckchen! *werf* Wollen wir nicht lieber Fangen spielen!"
Von diesem Verein fühle ich mich echt nur noch verarscht. Ich frage mich, ob das nicht einem Großteil der Wikipedia-User genau so geht. Förderverein, dass ich nicht lache. DIESE FRAU wird mit EUREN SPENDEN bezahlt!
Update: Vielleicht mal als Klarstellung: das ist nicht als Bashing dieser Frau zu verstehen. Die macht da nur ihren Job. Aber dass der Verein glaubt, sich kritischen Fragen entziehen zu können, indem sie eine PR-Beauftragte Füllwörter hinmailen lassen, DAS kritisiere ich hier. Frau Schoneville hat eher gezeigt, dass sie auch unter widrigen Umständen in der Lage ist, unverfänglichen und inhaltsarmen PR-Text zu formulieren. Für Situationen, in denen man das braucht, hat sie sich damit 1a qualifiziert. Dies war keine solche Situation. Hier hätte es ehrliche Antworten des Geschäftsführers oder des 1. Vorstandes gebraucht. Aber die haben lieber ihre PR-Frau vorgeschickt. Ölkonzerne brauchen PR-Berater, die ihre maroden Tanker und leckenden Pipelines wegdiskutieren, aber doch kein Verein wie Wikimedia?! Mit der Förderung freien Wissens hatte das gerade jedenfalls gar nichts zu tun.
Debora fand die Idee prima, dass jemand kommen und die Wikipedia forken könnte, und meinte, wir sollen das mal bloß machen. Es könne eigentlich nur besser werden. Die Wikipedia scheitert seit vielen Jahren an ihren Erneuerungsversuchen, und zwar an allen Fronten. Beispielhaft haben wir uns über das neue Benutzerkonzept unterhalten, dass die Wikimedia Foundation bezahlt hat, und das man sich als Beta angucken kann. Ein Riesenprojekt, bei dem am Ende als Eindruck übrig bleibt, dass man jetzt Pastellfarben als UI-Hintergrund auswählen kann. Andere Verbesserungen sind mir da nicht aufgefallen.
Debora ist pikanterweise Gründungsmitglied des deutschen Vereins und hält den daher auch weiterhin für wichtig. Der Verein macht zwar lauter Projekte, aber keines von denen überzeugt für sich alleine genommen so sehr, dass man sagen könnte, ok, dafür brauchen wir den Verein. Höchstens die Datenbefreiungsaktionen von Mathias Schindler, aber da sitzt der Verein an sich auch nur daneben und läßt den machen. Es ist nicht so, dass der Verein da ein Konzept erarbeitet hätte, was man in welcher Reihenfolge von wo befreien will. Oder vielleicht habe ich das ja auch ganz falsch verstanden alles und lasse mich dann gerne korrigieren.
Naja ist ja auch egal. Meine Frage, ob der Verein sterben muss, damit Wikipedia leben kann, hat sie jedenfalls klar verneint, konnte mich dann aber nicht argumentativ überzeugen, das auch so zu sehen.
Wir im Club sind kurz davor, die Diskussion mit Wikipedia abzubrechen und als Totalverlust zu werten. Das ist so ein römischer Schildwall von Leuten, die alle finden, dass mal jemand was tun muss, aber selber aus diversen Gründen nicht in Frage kommen und auch nicht offen mithelfen würden, dass es der Motivation nicht zuträglich ist. Es ist inzwischen sogar soweit, dass Leute zu uns kommen, um mit uns zu reden, aber nur wenn wir versprechen, keinem zu erzählen, dass derjenige bei uns war!
Es gibt da zaghafte interne Diskussionen, aber die gab es auch schon vorher. Da ist noch nie was bei rausgekommen, weil die gesamte Struktur der Wikipedia auf die Abwehr von Veränderungen ausgelegt ist. Jeder hat immer plausible Gründe, wieso es keine Änderungen geben kann, so sehr er persönlich auch findet, dass sie benötigt werden. Vorschläge werden in endlosen Diskussionen solange kaputtdiskutiert, bis keiner mehr da ist, der bei der Umsetzung mithelfen könnte oder wollte.
Mich persönlich ärgern im Moment vor allem zwei Dinge.
Debora überraschte dann am Ende noch mit der Ansage, aus ihrer Sicht sei es ja ein Wunder, dass es die Wikipedia überhaupt noch gibt. Sie hätte 2004 nie gedacht, dass die Wikipedia es nie bis jetzt machen würde. Weil all die strukturellen Probleme damals schon absehbar waren.
Und so macht Debora das selbe, was ich auch bei allen anderen beobachten konnte, die ich da bisher interviewt habe. Die setzen sich von der Masse ab, reduzieren ihr Engagement auf zwei-drei klar umrissene Unterbereiche, und kümmern sich dann nur noch um diese. Manche führen dann unerbittliche Grabenkriege, um ihr Refugium abzusichern, Debora ist da nicht so kämpferisch und hat sich aus ihrem Herzblutprojekt Wikiversity enttäuscht abgesetzt. Den Namen habe ich schon ein paar Mal gehört, also wollte ich mal wissen, was das jetzt genau ist. Die Zusammenfassung: vergiss es, ist komplett gescheitert, ich habe mich da zurückgezogen.
Und so habe ich mal wieder das Gefühl, die Wikipedia ist ein bisschen wie Pripyat. Man kann teilweise zwischen den verstrahlten Ruinen ein Pflänzchen keimen sehen. Aber es ist und bleibt eine radioaktive Wüste.
Update: Debora hat sich gemeldet, und sie findet meinen Blogeintrag zu negativ. Hat sie Recht, ich finde ihn auch zu negativ. Aber mir fallen echt keine positiven Dinge ein, die ich da berichten könnte. Bis mir noch was einfällt, könnt ihr euch mal Deboras Darstellung dazu durchlesen. Da gibt es immerhin eine gute Nachricht:
I've not given up on the Wikipedia, Felix. And actually, I've not currently cutting back.Insofern ist nicht alles schlecht. :-)
Update: Kris wurde zwar interviewt, aber das ist nicht als Interview in der FAS gelandet, sondern nur in den Artikel eingeflossen.
Die andere Möglichkeit sind Partnerprogramme, und da gerade Weihnachten ist und es wieder kalt wird und alle was zum Anziehen brauchen, habe ich da mal mit zwei coolen Nerd-Bekleidungsversendern einen Deal gemacht, 3dsupply und getdigital. Beide haben auch ein Lostret-Angebot, bei dem man ein T-Shirt für lau oder sehr wenig mitbestellen kann, bei 3dsupply ist es "Wo bleibt eigentlich die Revolution" und bei getdigital kriegt man "WTF? Was taete fefe" für nur einen Euro. Als Mitbestellshirts werdet ihr schon was schönes finden, die haben beide ein breites Angebot. Bei getdigital hat mir z.B. "Willfähriges Mitglied des Fefe-Zeitbinder-Botnets" sehr gut gefallen, und 3dsupply hat ein "Mein Freund ist Wiki-Blockwart" Herzchen-Shirt :-)
Also ich denke mal, für die passende Congress-Kleidung ist damit gesorgt, und ich kann mit der Kohle mal zumindest die laufenden Kosten decken, und vielleicht auch mal schön mit Freunden essen gehen. Mal schauen, wie gut das läuft.
Update: Mhh, so gut wie das bei der Wikipedia neulich lief, könnte ich euch auch einfach alle mal vor den Kopf stoßen und einen Spendenticker einrichten :-)
die Abwesenheit fernsehturmtypischer Betriebsgeschosse für die Mitarbeiter der funktechnischen Einrichtungenund da merkt man: es ist November. Auch in der Wikipedia. :-)
Ich selbst habe das gar nicht mitgekriegt, weil ich gerade im Chat mit ein paar Wikipedianern war. Mit deren Erlaubnis habe ich mal das Chatlog von dem Vorfall hochgeladen.
Das ist mir übrigens während einer Diskussion mit ein paar Wikipedianern aufgefallen. Die waren davon genau so überrascht wie ich. Man darf die nicht alle über einen Kamm scheren, aber, liebe Wikipedianer, solche Vandalen müsst ihr rausschmeißen. Das geht gar nicht.
Update: Anscheinend schreiben gerade vermehrt Leute böse Mails an Holgerjan, weil der in der Diff da oben rechts steht. Der kann nichts dafür. Guckt euch mal die History selber an. Angefangen hat das damit, dass "Liberaler Humanist" vor den Absatz ein "das ist alles total unbelegt!1!!" davor gepappt hat, und daraufhin hat Arcy das gelöscht. Wenn es also einen Auslöser gibt, dann ist das Liberaler Humanist. Mal wieder.
Ort der DiskussionKann man so sagen, ja. :-) Schade, dass sie dieses Statement dringelassen haben, weil es ein bisschen so klingt, als bedauern sie, dass sie die Kritiker nicht weglöschen oder ihre Accounts sperren können.
Es scheint, als ob diese Diskussion überwiegend außerhalb der Wikipedia geführt wird.
Die zweite Stelle ist die hier:
Dabei möchten wir das Engagement von Juliana da Costa José und Ralf Roletschek besonders wertschätzen, die in einer schwierigen Situation, die Wogen durch ihre Versuche der Aufklärung glätten konnten, und damit für eine Versachlichung der Diskussion gesorgt haben.Das freut mich sehr, weil ich ja befürchtet hatte, dass Juliana und Ralf innerhalb der Wikipedia gemobbt werden würden, weil sie sich mit mir getroffen haben. Aber gar so schlimm scheint es ja doch nicht zu sein.
Ansonsten liest sich das Statement so, als sei ihnen jetzt klar geworden, dass es da ein Problem gibt, und auch mal tatsächlich ernsthaft gewillt sind, über die Situation und wo es in Zukunft hingehen soll nachzudenken. Das freut mich sehr. Hoffentlich kommt da jetzt ein bisschen Bewegung rein.
Und weil wir ja im neuen Jahrtausend und im Web 2.0 angekommen sind, haben sie einen Levitation-Logowettbewerb ausgerufen. Also, liebe Künstler und Photoshopmagier, auf an die Geräte und ladet eure Logos hoch! Schöne Domain, die sie da haben :-)
Und was für ein Kontrast das ist, schon sprachlich! Gut, bei den Kommentaren unter dem Artikel merkt man dann schon wieder, dass da die Deutschen mitreden, aber von dem Artikel oben fühle ich meinen Standpunkt und die Geschichte bisher fair wiedergegeben. Und der verliert sich auch nicht in irgendwelchen Detail- und Seitenfragen, obwohl die meisten Seitenfragen Erwähnung finden.
So, liebe WP:DE, muss das aussehen. Das können wir Deutschen doch bestimmt auch.
Relevanz ist doch aber wichtig, weil sonst Oma Marta einen Artikel zu ihrem Hund reinstellen würde, und wo kämen wir dann hin. Und wie ist das mit den Pokemons? Die haben wir reingelassen, und jetzt sehen wir ja, was wir davon haben! Da kommen jetzt Leute und wollen zu jedem Pokemon eine eigene Seite! Zu jedem! Eine eigene Seite!!
An der Stelle kommt von mir dann gewöhnlich die Frage, was denn daran so schlimm wäre. Ich kann das auch ernsthaft nicht nachvollziehen, wo da das Problem ist. Wenn wir uns einig sind, dass die Seiten unrelevant sind, wem schaden sie dann? Dann klickt doch eh keiner drauf, wenn sie unrelevant sind. Dann kann da auch unwichtiger Kram stehen.
Wegen der Relevanzkriterien möchte ich mal ein konkretes Beispiel nennen. Über das Artikelsterben habe ich vor ein paar Tagen gesehen, dass es einen Löschantrag für Adämonisten gibt. Inzwischen steht da, es handele sich um einen Urheberrechtsverstoß. Gut, das ist eine Sache, die ich als Grund akzeptiere. Aber vor ein paar Tagen standen da drei Zeilen Text. Wenn ich mich recht entsinne, entsprach der Text weitgehend der Wortdefinition auf dieser Seite. Ich finde diesen Eintrag ein tolles Beispiel für Relevanzdiskussionen. Es handelt sich hier um einen Begriff, der von Wissenschaft und Ratio nicht weiter entfernt sein könnte, und bei dem Quellenangaben sinnlos sind. Es geht um Vampire, Dämonen und Astralkörper. Völliger Mumpitz also in meinem Weltbild. Trotzdem wäre diese Definition des Begriffes genau das, was ich dazu in der Wikipedia erwarten würde. Mein Benutzungsmuster für die Wikipedia ist, dass ich irgendwo auf ein Wort treffe, das ich nicht kenne oder bei dem mein Verständnis der Wortbedeutung in dem Kontext keinen Sinn hat. Dann laufe ich zur Wikipedia und gucke nach. Und wenn ich dort die obige Definition finde, hat mir die Wikipedia geholfen. Und zwar deutlich mehr, als wenn jemand für mich entschieden hat, dass Adämonisten Mumpitz ist und in der Wikipedia nichts verloren hat. Denn, bei aller Freundschaft, diese Entscheidung kann und will ich selber treffen. Genau wie ich nicht möchte, dass meine Regierung für mich entscheidet, welche Nachrichten oder Bücher für mich relevant sind. Und, mal unter uns, wenn da was von Astralkörpern, Vampiren und Dämonen steht, dann brauche ich nicht eure Hilfe, um das als das zu erkennen, was es ist. Als Mumpitz.
Diese Runde endet dann gewöhnlich an der Stelle. Wikipedianer hatten an der Stelle bisher immer kognitive Dissonanz. Das ist eine Frage des Weltbildes. Im Wikipedia-Weltbild ist das ein Axiom, dass es schädlich ist, wenn unrelevante Artikel in der Wikipedia sind. Niemand kann ernsthaft der Meinung sein, dass das kein Problem sei. Wenn wir uns dann physisch gegenübersitzen und man an unserer Körpersprache erkennen kann, dass wir das ehrlich nicht für ein Problem halten, kollidieren Weltbild und Realität und kognitive Dissonanz setzt ein.
Nun ist ja nicht unerforscht, was in so einem Moment im Gehirn geschieht. Wenn man eine Kollision zwischen Weltbild und Realität hat, dann ist das meistens dadurch ausgelöst, dass man gerade einen Fehler gemacht hat. Das Gehirn fängt dann an, rückwirkend Erklärungen zu finden, warum man das gerade gemacht hat. Ähnliche Mechanismen treten an der Stelle üblicherweise in Kraft, und es kommen progressiv weniger überzeugende Argumente, wieso das schlecht wäre. Häufigstes Argument ist bisher, dass dann ja jeder Werbung reinstellen könnte, und dann würde Wikipedia ja zu einer kostenlosen Werbeplattform verkommen, und die Spender wären sauer, dass mit ihren Spenden eine Werbeplattform finanziert würde. Das Argument klingt ja erstmal ganz gut, aber es ist ein Strohmann. Denn wir sagen ja nicht, dass der Inhalt eines Lemmas nicht relevant sein muss. Wir sagen nur, dass für das Lemma selbst keine oder sehr lasche Relevanzkriterien gelten sollten. Wenn jemand Werbung oder Falschaussagen zu einem Lemma ins Netz stellt, dann sollen die natürlich weiterhin entfernt oder NPOV-konform umformuliert werden. Das ist ein orthogonales Problem. Aber gut, das ist letztlich eine Frage, bei der man geteilter Meinung sein kann.
Der Punkt, auf den ich die ganze Zeit eigentlich hinaus wollte, ist dieser: Als nächstes (und letztes) kommt dann, wir sollen doch mal konstruktive Gegenvorschläge machen.
Ich (oder wir, denn normalerweise bin ich ja nicht alleine in solchen Debatten) hole dann immer meine Liste raus. Wir haben eine längliche Liste von Vorschlägen erarbeitet. Wir haben sie gebloggt. Ich habe Vorschläge gebloggt. Frank hat sie gebloggt. Kris hat Vorschläge gebloggt. Pavel hat Vorschläge gebloggt. Wir haben uns alle gegenseitig verlinkt. Wir sind von diversen anderen Blogs und von Zeitungen verlinkt worden. Wir haben eine Radiosendung gemacht, wo wir zwei Stunden lang unsere Vorschläge vorgestellt und darüber geredet haben. Wir (also meine Freunde, nicht ich) sind zu diesem Wikimedia-Treffen gegangen und haben dort versucht, unsere konstruktiven Vorschläge zu thematisieren. Daher hatten wir noch nie Schwierigkeiten, unsere Vorschläge zu bringen. Normalerweise endet das Gespräch dann. Und heute ist es mir beim Reflektieren wie Schuppen von den Augen gefallen. Keiner hat darauf jemals eine Antwort erwartet!
Lasst mich das in einem neuen Absatz nochmal hinschreiben.
Die Frage nach konstruktiven Gegenvorschlägen von uns ist, so glaube ich jetzt erkannt zu haben, immer rhetorisch gemeint gewesen.
Das ist natürlich schwer nachzuweisen, aber ich habe Indizien. Z. B. beim Chaosradio, da kam nach 10 Minuten Gespräch von Sargoth (dem Wikipedianer, den Frank eingeladen hatte), die überraschte Ansage, er sei total verwundert, dass wir uns da so viel Gedanken gemacht hätten. Und vorgestern im Club bei dem Gespräch mit Juliana und Ralf, da wurde das auch deutlich. Ich will mal versuchen, die Situation zu schildern. Und, bitte, ich meine das keinesfalls negativ über Juliana, Ralf oder Sargoth hier! Es ist aber essentiell zum Verständnis des Problems, warum unsere Diskussion nicht weiterkommt gerade.
Also. Anekdoten-Zeit. Vorsicht: Wir haben das Gespräch nicht aufgezeichnet, und das ist jetzt zwei Tage her, und ich will einen Punkt machen. Ich überspitze leicht.
Juliana und Ralf kommen rein, setzen sich, ich mache mein Notebook aus und hole einen Block und einen Stift raus.
Erstaunen.
Juliana packt ihr Netbook aus, schließt es an unser Internet an (ja, im Club gibt es im Gegensatz zu Wikimedia freies Internet für Gäste :-) ), hat die Wikipedia als Homepage eingestellt. An dieser Stelle zeigt sie mir etwas, das jetzt aber keine Rolle spielt gerade, das kann ich vielleicht später nochmal thematisieren.
Der Punkt ist: Ich mache mein Notebook aus zum Gesprächsbeginn, sie macht ihres an. Ich habe einen Block dabei, um mir Notizen zu machen. Sie nicht. Denkt mal drüber nach, was das über die Gesprächsteilnehmer und ihre Intentionen und Vorstellungen zum Ziel des Gesprächs aussagt. Als wir dann unsere Liste mit konstruktiven Vorschlägen ausbreiteten und da Diagramme malten und ihr Stichworte gaben, hat Juliana die schon mitgeschrieben, auf meinem Block dann halt. Ich will ihr nicht vorhalten, dass sie keinen Block dabei hatte, darum geht es nicht. Es geht darum, dass ich den Eindruck hatte, eigentlich wollten die nicht wirklich von uns hören, was wir für Vorschläge haben. Oder genauer: Sie gingen davon aus, wir hätten keine. Ich hatte sogar ein bisschen das Gefühl, sie hielten uns für Trolle. Genau das Zerrbild, das in der Wikipedia von den bösen Bloggern gepflegt wird. Sie dachten, unser Kritik-Kartenhaus fällt in sich zusammen, wenn sie uns nach konstruktiven Vorschlägen fragen.
Nochmal: Ich will hier weder Sargoth noch Juliana noch Ralf beschimpfen oder kritisieren, im Gegenteil. Hut ab! Hochachtung! Respekt! Ihr hattet im Gegensatz zu den anderen Wikipedianern genug Arsch in der Hose, um euch mit uns zu treffen, um mit uns zu reden! Es gab noch andere, aber ich nenne nur diejenigen, die sich öffentlich mit uns getroffen haben und nichts dagegen hatten, dass wir ihre Namen nennen. Es tut mir leid, dass ich meinen Punkt an euch illustrieren muss, weil sich so viele andere hinter ihren Pseudonymen verstecken und lieber Foren-Heckenschützen sein wollen, als sich über die Zukunft der Wikipedia Gedanken zu machen.
Oh, und eines noch. In den Diskussionen sind unsere Gedanken zur Zukunft der Wikipedia häufig ein-zwei Größenordnungen weiter gediehen als was aus der Wikipedia selber kommt (und komme mir jetzt keiner mit "Kompass 2020"). Ich meine damit das, was die Wikipedianer im Gespräch an Vorschlägen und Argumenten haben. Vermutlich wird es da schon irgendwo Webseiten geben in der Wikipedia, wo sich auch schon mal jemand richtig tiefschürfend Gedanken gemacht hat. Während wir Strategien diskutiert haben, wie man die Benutzerführung konkret ändern könnte, um das Verhalten der Nutzer zu verbessern, und während wir uns Gedanken gemacht haben, von welchen psychologischen Effekten das aktuelle Verhalten der User und Admins in der Wikipedia befördert wird, und wie man das verbessern kann, kamen an Vorschlägen von der Gegenseite bisher eher Schulterzucken und Durchhalteparolen. Es gibt in Deutschland soviele Wikipedia-Stammtische! Das kann doch nicht sein, dass ihr da nur Bier trinkt? Denkt da wirklich niemand tiefschürfend darüber nach, wie man die Welt verbessern kann?!
Also bitte, liebe Wikipedianer. Helft uns, das Niveau der Diskussion zu erhöhen.
Ein guter erster Schritt wäre, wenn ihr vor dem Diskutieren unsere bereits veröffentlichten Vorschläge und Argumente zur Kenntnis nehmt. Das Ziel der Diskussion ist ein Erkenntnisgewinn auf beiden Seiten, nicht nur auf eurer. Und für uns wird das deutlich befriedigender, wenn wir von euch auch mal neue Argumente oder reflektierte Gedankengänge zum Thema Zukunft der Wikipedia hören können. Und ja, ihr könnt davon ausgehen, dass wir uns eure Standard-Argumente auch vorher durchgelesen haben.
Update: In den Diskussionen zum Wikipedia-Kurier geht es gerade hoch her. Ich poste keinen Link, weil ich die Wikipedia ja nicht mit Schmutz bewerfen will hier, sondern an einer Klärung interessiert bin. Aber eine Sache will ich aufgreifen, die Markus Cyron dort anspricht. Da kommt die Frage, wieso wir uns an so technischen Dingen aufhalten. Was eine Eingabemaske mit dem Löschen von Artikeln zu tun hat. Der Hintergrund ist die Disziplin "User Interface Design" und hat viel mit Psychologie zu tun. Ich will das mal an einem einfachen Beispiel erläutern. Stellt euch mal folgendes Experiment vor. Ein Raum, darin 20 Leute, die die Versuchsperson nicht kennt, und eine Versuchsperson vor der Tür. Du sagst der Versuchsperson, dass die drei Leute links hinten in der Ecke in dem Raum drei Störer sind, um die sich die Versuchsperson kümmern soll. Der 1. Versuchsperson gibst du als Werkzeug Handschellen und eine Polizeiuniform. Der 2. Versuchsperson gibst du einen Block Papier, einen Stift, einen Tisch und Stühle. Der mit den Handschellen wird vermutlich versuchen, die Störer festzunehmen und rauszuschmeißen. Der mit dem Block wird sich vermutlich mit den Störern hinsetzen, ihnen zuhören, und sich Notizen machen.
Beim User Interface Design (und bei unseren Vorschlägen) geht es darum, mit möglichst wenig Aufwand Einfluß darauf zu nehmen, in welcher Rolle sich die User sehen. Was sie als ihre Handlungsoptionen wahrnehmen. Im Moment gebt ihr den Leuten Handschellen, und wir möchten ihnen einen Block Papier geben. Mal übermäßig vereinfacht. Also, Markus, wir erklären das auch gerne noch mal im persönlichen Gespräch in den Clubräumen, wenn du dich mit uns treffen willst. Schreib mir einfach ne Mail, dann machen wir ein Treffen.
Oh und im Übrigen empfehle ich das Buch "The Design of Everyday Things". Inhaltlich überschneidet sich das ein bisschen, aber nicht viel. Lest daher beides. Kris' Ausführungen und das Buch. Ihr werdet nie wieder Webseiten oder Drehtüren mit den selben Augen sehen.
Blockwart gilt heute als Synonym für einen Spitzel und Denunzianten in der Nachbarschaft.Ex-akt. Und im Internet, um das es hier geht, gibt es noch eine Spezialbedeutung:
In deutschsprachigen Webforen (dort auch Brettwart genannt) und Newsgroups ist Blockwart ein Schimpfwort für Teilnehmer, die sich bemühen, andere wegen vermuteten Verstoßes gegen Forumsregeln durch den zuständigen Administrator sperren zu lassen (Blockwartmentalität).Bingo! So sieht das aus. Hier ist die Nazi-Bedeutung laut Wikipedia:
Die sprachliche Verwirrung gipfelte später darin, dass die Helfer des Reichsluftschutzbundes die Bezeichnung „Blockwart“ erhieltenÄh, ja. Kann mir das mal jemand erklären, wie man das mißverstehen kann? Das ergibt doch gar keinen Sinn, einen Wikipedia-Admin als Helfer des Reichsluftschutzbundes zu beschimpfen!
Also, liebe Leute, kommt mal bitte runter. Falls das wirklich jemand ernsthaft gedacht hat, dass ich hier Leute als Reichsluftschutzbundhelfer verunglimpfen wollte: nein, wollte ich nicht. Davon distanziere ich mich ausdrücklich, und es ist meiner Ansicht nach auch von Anfang an völlig klar gewesen, was ich mit dem Begriff gemeint haben könnte und was nicht. Ich bezeichne Leute überhaupt sehr selten als Nazis. Was ich gerne mal mache ist die Taten von Leuten mit bekannten Aktionen aus dem 3. Reich zu vergleichen. Das nennt man im Übrigen "vernunftbegabt" und es gilt im Allgemeinen als Hauptunterscheidungsmerkmal zwischen Mensch und Tier. Der Mensch ist in der Lage, aus den Fehlern anderer zu lernen, ohne sie selber auch noch mal gemacht haben zu müssen. Er kann aus der Tatsache extrapolieren, dass dieses Verhalten früher bei jemand anderem schon mal ein Fehler war, und dann vorhersagen, dass es auch heute ein Fehler wäre.
Ich kann aber kurz meinen Eindruck zusammenfassen. Mein Eindruck ist, dass sich Wikimedia nicht aus eigener Kraft retten kann. Wikipedia könnte vielleicht mit Hilfe von außen noch gerettet werden, wenn wir Doktor House, Chuck Norris und das A-Team einfliegen. Aber nur, wenn der Wikimedia e.V. aus der Gleichung genommen wird. Bei Wikimedia e.V. sitzen im Wesentlichen die alten Wikipedia-Haudegen, die genug Einfluß hätten, um mal etwas zu reißen. Aber die trauen sich alle nicht, was zu reißen, weil sie um ihren Status innerhalb von Wikimedia fürchten. Ohne jetzt hier groß saftige Details ausplaudern zu wollen: der Außeneindruck, dass Wikimedia e.V. im Wesentlichen nichts für Wikipedia tut, und statt sie zu fördern Aktivisten und Projekten eher im Weg steht, der hat sich auch bei den Gesprächen mit Insidern bestätigt. Wir haben da natürlich über Einzelfälle geredet und es wird auch Ausnahmen geben. Der Punkt, der das am besten auf den Punkt gebracht hat, war unser Congress, wo wir der Wikipedia seit 10 Jahren einen Stand eingeräumt haben, um das Projekt zu fördern. Daher sind wir jetzt auch so bissig, weil wir das eben auch als unser Kind betrachten, das wir da mit großgezogen haben. Und vor zwei Jahren kamen die nicht mehr. Wir haben also heute mal gefragt, warum eigentlich nicht, und Ralf war einer der Freiwilligen gewesen, die immer für die Wikipedia den Stand gemacht haben. Ralf meinte dann, naja, wir hätten Eintritt haben wollen. Stimmt auch. Das liegt daran, dass wir so voll waren in den letzten Jahren, dass wir Gefahr liegen, bezahlende Leute nicht reinlassen zu können, und da erscheint es uns unfair, Wikimedia da ganz ohne Gegenleistung eine kostenlose Werbeplattform einzurichten, zumal auf dem Platz ein Dutzend Hacker Platz gehabt hätten. Und mal unter uns, wenn Wikimedia da auf sechsstelligen Beträgen sitzt, da müssen wir ja wohl nicht drüber reden, oder? Stellt sich raus, dass Wikimedia den Freiwilligen die Eintrittskarten nicht erstatten wollte. Wer noch nie auf dem Congress war: wir reden hier über einen so kleinen Betrag, dass Wikimedia mehr an Zinseinkünften einnimmt, als sie das gekostet hätte. Meine nächste Frage könnt ihr euch wahrscheinlich denken. Ich wollte wissen, wozu sie diesen Verein eigentlich haben, wenn der bei sowas die Spesen nicht zahlt. Antwort: Achselzucken.
Und wem das noch nicht reicht, um Wikimedia abschließend zu den Akten zu legen, den schicke ich mit freundlichen Grüßen zu Kompass 2020, dem "strategischen Plan für Wikimedia Deutschland", wo sie Bullshit-Bingo mit Begriffen wie "Stakeholder" spielen und von "Operativen Maßnahmen" reden. Da riecht man ja förmlich noch den Management-Consultant-Hohlkörper, der das geschrieben hat, durch! Ich meine, mal ehrlich, seriously? Die Tabelle hier? Ernsthaft? Und die Visionen erst:
1 Medien stellen freie Inhalte zur Verfügung und teilen unsere Ideen.und später, bei "Leser":
2 Freies Wissen ist in den Medien präsent
3 Journalisten haben bei Wikimedia-relevanten Themen einen direkten Draht zu WMDE.
6 Jeder, der etwas wissen will, geht zu Wikimedia.Ich habe schon fundiertere Großkonzern-Visionen gelesen. Sehr erheiternd sind auch die Visionen zum Thema Usability. Ja! Die nehmen ernsthaft das Wort Usability in den Mund! Und reden von einfachem Zugriff für jüngere Schüler oder Ältere mit geringer Technikaffinität (Schulen werden bei Wikipedia schon mal weiträumig auf IP-Ebene abgeklemmt, weil die Schüler nämlich alles fiese Vandalen sind). Oh und als wir den beiden mal das CMS von www.ccc.de gezeigt haben, mit WYSIWYG-Editor im Browser, mit Dialogen, Wizards, Templates und Constraints, da sind denen fast die Tränen gekommen. "Wie, sowas geht?" Ich mußte mir ein paar vorweihnachtliche Mitleidstränen verdrücken, so rührend war das.
7 Die Inhalte sind hochwertig, fundiert und unübertroffen.
8 Alle Wikimedia-Marken sind etabliert.
Wie alt ist Wikimedia jetzt? Sie geben sich wie eine verkrustete Partei von 50 Jahren, kurz vor der Revolution. Also wie gesagt, ich glaube nicht, dass da noch was zu retten ist. Dieser Verein muss zugemacht werden. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Wikimedia Foundation die Zustände bei Wikimedia e.V. gutheißen würde, wenn sie davon Bescheid wüßten.
Aber mal kurzfristiger gedacht, auf dem Weg zur Weltrevolution des Proletariats gibt es ja Zwischenschritte, und da haben wir denen mal feierlich eine Liste von konkreten Vorschlägen überreicht. Die hatten wir zwar auch schon alle geblogt, mehrfach, verteilt, und untereinander verlinkt und zitiert und wiederholt, und wir haben sie auch schon im Radio und auf deren Veranstaltung erwähnt, aber das reicht offensichtlich nicht, damit sie auch bei den Vorständen und Ex-Vorständen von Wikimedia ankommen. Die leben da so sehr in einem Wikipedia-Holodeck ohne Außensensoren, dass wir im Chat schon gescherzt haben, die Lösung sei die von "Ship in a Bottle".
Wir haben die Vorschläge auch nach Dringlichkeit, Aufwand bei der Umsetzung und Wirkungsgrad bewertet und sortiert und schöne Boxen aufgemalt. Ich mache mir keine Illusionen, dass die beiden jetzt mal eben die Wikipedia umkrempeln, aber alle großen Taten fangen mit einem ersten Schritt an. Der erste Schritt auf unserer Liste war, dass Wikimedia eine Deletionpedia für die deutsche Wikipedia hostet. Das kostet einmal gar nichts, weil sie das mit den bestehenden Daten in den bestehenden Datenbanken auf den bestehenden Servern mit der bestehenden Software abfackeln können. Und es würde einen Großteil der schädlichen Emotionen aus der Diskussion ziehen, weil keiner mehr das Gefühl haben müsste, ihm wird hier mir nichts dir nichts die in der Freizeit geleistete Herzensblut-Arbeit von Tagen von irgendeinem wildgewordenen Neandertaler gelöscht, der vom Thema keine Ahnung hat. Wenn die das gemacht haben, können wir über den Rest gleich viel entspanner reden.
Also, in diesem Sinne. Gucken wir mal, ob sie eine Deletionpedia machen. Monetär kostet das gar nichts. Aber es wäre eine immense symbolische Geste, weil es erstmalig greifbar einräumen würde, dass die Kritiker womöglich vielleicht doch ein kleines bisschen Recht haben könnten. Ich hoffe inständig, dass die Zuständigen so viel menschliche Größe aufbringen werden.
Update: Ja, ich fand auch, dass Kompass 2020 an Agenda 2010 erinnert. Aber ihr wisst ja, von der SPD lernen heißt ... äh ... #fail :-)
Update: Oh, und: Juliana hat angekündigt, das Gespräch aus ihrer Sicht im Wikipedia:Kurier zu besprechen. Das wird sicher auch noch mal spannend.
Update: Ralf weist mich gerade auf ein paar Fehlerchen hin. Er ist auch bei Wikimedia, der Wikipedia-Stand war nicht zehn Jahre lang (duh, das war "figure of speech"), und er hat auch beim Wikimedia gar nicht nachgefragt, ob sie ihm die Tickets erstatten. Damit trifft Wikimedia nicht mehr die komplette Schuld, aber immer noch der Großteil. Denn am Ende ist gar keiner gekommen.
Update: der erste Teil von Julianas Bericht ist jetzt online. Falls jemand sich wegen des Bildes fragt: ja, ich habe darum gebeten, dass die keine Bilder von mir auf die Wikipedia hochladen.
Vor allem ist jetzt auch bei der dpa das hier aktenkundig:
Die Wikimedia Deutschland fühlt sich allerdings etwas zu Unrecht von der Protest-Spendenwelle überrollt und erklärt sich selbst als neutrale Instanz. «Wikimedia Deutschland ist nicht Betreiber der Wikipedia, wir haben keinen inhaltlichen, technischen oder redaktionellen Einfluss auf das Projekt», heißt es in einem Blog-Eintrag.Ich hätte ja an der Stelle die offensichtliche Frage nachgeschoben, wieso die dann Spenden einsammeln, wenn sie mit dem Projekt inhaltlich, technisch und redaktionell nichts zu tun haben. Aber darauf ist die dpa nicht gekommen. Macht aber nichts, das haben Leute im Wikimedia-Blog gefragt. Und das muss ja fast genau so sehr schmerzen.
Was passierte daraufhin? Dreimal dürft ihr raten! Ein Admin aus dem Wikimedia-Vorstand hat das zurückeditiert. Na SO ein Zufall. Sicher nur ein bedauerliches Mißverständnis.
Update: Jetzt hat er auch Links. Und falls der mal ausfällt, gibt es hier nochmal sowas ähnliches.
AndreasPraefcke: fefe vielsagend: "solche Leute dürfen bei Wikipedia ihren Account behalten?!" Wenn's gegen seine Meinung geht, ist er selbst "Löschnazi".Ja, richtig gelesen, auf dem Niveau wird da diskutiert!
Inhaltlich müssen wir uns über diese "Logik" nicht unterhalten. Herr Praefcke ist sicher auch gegen die Polizei, weil er gegen Straftaten ist, und wenn die Polizei jemanden verhaftet, das ist ja auch Freiheitsentzug!1!!
Immerhin werden die tumben Beleidigungen langsam etwas kreativer. Die hier z.B.. Der simuliert wenigstens ein gewisses Grundniveau an politischer Bildung bei seinen Stammtischparolen. Und, das muss ich ihm zubilligen, das ist eine sehr effektive Beleidigung. Ich warte ja noch darauf, dass mich jemand den Franz Josef Strauß der Deutschen Blogosphäre nennt. Aber da muss ich wohl noch ein bisschen mehr für leisten.

Das lässt ja mal wieder tief blicken, wie unsouverän Wikimedia hier mit Kritik umgeht. Tilos Spende ist weg. Fast so unsouverän wie das Treffen neulich.
Update: Interessanterweise hat sich Wikimedia damit in die Wikipedia-Schußlinie gebracht, was sie ja bisher nach Kräften vermieden haben. Das wird sich vermutlich als wenig schlaue Entscheidung herausstellen.
Update: Wow, da platzt gerade ein Knoten. Ich bin ja an sich nicht dafür, denen auch nur einen Euro zu spenden, aber was da gerade passiert hat auch gute Seiten. Zum Einen stehen da echte Namen dran, im Gegensatz zu den Kindergarten-Pseudonymen, hinter denen sich in der Wikipedia die User verstecken. Zum Anderen entkräftet das das Argument, das wir zuletzt noch auf dem Wikimedia-Whitewash-Treffen gehört haben, Wikimedia habe kein Mandat für den Betrieb einer Deletionpedia für WP:DE, weil die Spenden ja nach wie vor reinkämen, also würden sie ja das richtige tun. Vielleicht passiert ja jetzt doch auch mal was Positives in dieser ganzen WP:Sickergrube. Übrigens, eine positive Sache gibt es ja abgesehen hiervon zu berichten: der Admin 32X verliert gerade seine Admin-Wiederwahl. Das war der mit dem "völkischen Beobachter", falls ihr euch erinnert. Vielleicht gibt es da ja doch so etwas wie Selbstheilungskräfte, und wir haben die nur noch nicht genug stimuliert.
Update: Es gibt jetzt auch eine (lahme) Stellungnahme von Wikimedia. "Wir beziehen [...] keine Position in der aktuellen Relevanzdebatte", nee klar, "Unser Spendenticker ist [...] die falsche Plattform".
Update: Au weia, lest euch mal die Kommentare durch, die sich der Wikimedia-Pavel mit der Stellungnahme eingefahren hat. Da kriegt man ja fast Mitleid. Käpt'n, wir haben Wassereinbruch! *gluck* *gluck* *gluck*
Update: Mir mailt gerade jemand folgendes:
Proaktiv der Hinweis, daß es beim Spenden nicht reicht, den Betrag auf "1 Euro" zu drehen, man muss auch noch ein Häkchen umsetzen - ansonsten ist der Betrag plötzlich 20 Euro. Ohne weitere Vorwarnung, die eigentlich überall woanders übliche Seite mit "Überprüfen Sie Ihre Angaben" fehlt.Jetzt mailen mir andere, dass das doch nicht so ist, und man auch eine Mail kriegt, über die man sich auch beschweren kann. Ich geb das mal alles nur so weiter. Könnt ihr ja selber gucken. Ich vermute mal, dass derjenige Javascript ausgeschaltet hatte. Aber ein-zwei 20 Euro Spenden sind ja dazwischen gerutscht, also könnte da ja doch was dran sein.
Update: Mit dem "Blockwart" habe ich ja offensichtlich ins Mark getroffen, wie man auf diesem mir zugemailten Screenshot gut sehen kann. Ich verstehe gar nicht, was deren Problem dabei ist. Ich habe ja nirgendwo geschrieben, Wikipedia bestünde nur aus Blockwarten, oder die Admins seien alles Blockwarte. Im Gegenteil habe ich sie aufgerufen, die Blockwarte rauszuschmeißen. Es läßt tief blicken, dass offenbar auch der Herr Geschäftsführer der Wikimedia sich da persönlich angesprochen fühlt und da jetzt mit eiserner Hand durchgreift, nicht nur an der Eingangstür, wenn er persönlich den Heise-Reporter rausschmeißt, sondern auch bei den Kommentaren in seinem Hausblog. Tja, so ist das eben, wenn die Vorstellungen von PR-Funktionären ("Müller, wir brauchen auch so ein Blog, da können wir dann unsere PR-Botschaften verbreiten") auf die Realität treffen. Oh und ich bin entzückt, wie viele Vandalen sich öffentlich beschweren, dass ich keine Kommentarfunktion habe. Besser könntet ihr mich gar nicht in meiner Entscheidung bestätigen!
Relevanz unklar. Das nicht zu unterschätzende Engagement war rein örtlich, keine der betreffenden Institutionen bekäme hier einen Artikel. Das Bundesverdienstkreuz ist als Orden zwar ein "Anhaltspunkt für eine mögliche Relevanz", alleine reicht es aber nicht aus.Und wenn ihr diesem User hinterher klickt, ist das ein Pfadfinder und Ingenieur der Raum- und Umweltplanung.
Der User "Weissbier" hat heute morgen einmal völlig freigedreht und Löschanträge für alles aus der Kategorie "CCC" gestellt, was er finden konnte. Von Easterhegg über Haecksen und Bayerische Hackerpost bis zur Wau Holland Stiftung. Und solche Leute dürfen bei Wikipedia ihren Account behalten?! (Danke, Lutz)
Frei fabuliertes und dahergewieseltes "..waren ganze Familien und ein größerer Frauenanteil...zu beobachten.", "..einigen Leuten", "..dürfte..gewesen sein" etc. über eine nicht relevante Hobbyistenveranstaltung. 3000 Teilnehmer wäre ca. eine kleine Katzen- oder Hundeausstellung oder ein großer "Field-Day" bei den Amateurfunkern. Und bei diesen käme hier nie jemand auf die Idee sie für relevant zu halten. Nimmt man die Relevanzmaßstäbe für Festivals, so zeigt sich hier deutlich die Irrelevanz dieser Werbemaßnahme für einen Internetanbieter. Halt so ne Art "T-Online Sommercamp" in der Käsekaribik. --WB 08:24, 9. Nov. 2009 (CET)"Käsekaribik", ja? Solch offener Fremdenfeindlichkeit bietet die Wikipedia ein Forum?!
Update: Angestiftet hat diese Löschung übrigens Juliana, die laut Selbstdarstellung 2008/2009 im Vorstand von Wikimedia war. Na SO ein Zufall.
Update: "Weissbier" wollte auch 2007 "Mutex" löschen, weil er die Erklärung nicht verstand. Und der scheint auch sonst als Serientroll an allen Löschdebatten beteiligt zu sein, die er zum Gutteil auch selber losgetreten hat. Wie so jemandem in der Wikipedia Unterschlupf gewährt werden kann, während sie gleichzeitig mit der Begründung des Vandalismus ein /17 blocken, das muss mir mal jemand erklären. Vandalen zählen nur als Vandalen, wenn ihr Account nicht zu alt ist?
Ich finde es ja auch höchst amüsant, dass die ausgerechnet jetzt eine Fundraising-Kampagne lostreten. Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass das Detail keiner mitgekriegt hat, dass das Geld ungefähr zu 1% der Wikipedia zu Gute kommt, und Wikimedia damit ansonsten Hochglanzprospekte druckt, ihre Angestellten durch die Gegend fährt, Geschäftsessen, Miete und andere Spesen bezahlt, und den Rest zur Bank bringt, wo es dann Zinsen abwirft. Das Geld könnt ihr auch selber zur Bank bringen und Wikimedia dann die Zinsen spenden. Oder ihr könnt denen einfach gar nichts mehr spenden, bis sie ihren Augiasstall mal ausmisten.
Update: Peg DHCP ist plötzlich auch irrelevant!1!! Begründung:
RFCs kann jeder schreibenBizarrerweise ist Chaos Communication Camp noch nicht zum Löschen vorgeschlagen, dabei waren da sogar eher weniger als auf der WTH.
Update: Ich bin jetzt übrigens laut Wikipedia eine religiöse Bewegung (von der WTH-Löschdiskussion):
Der nächste, der die Sperre des Antragstellers fordert, landet auf der Vandalismusmeldung. Wenn die Fefe-Jünger nicht fähig/willens sind zu diskutieren, sollen sie dem projekt fernbleiben.Seht ihr? Ihr seid gerade geupgraded worden. Von meinem willfährigen Zeitbinder-Botnet zu meinen (wahrscheinlich willenlosen Zombie-)Jüngern! Wobei eigentlich macht mich das ja nicht zu einer Bewegung sondern zu einem Messias, oder? Ich kenn mich bei diesen Religionen nicht so aus.
Oh übrigens, falls ihr euch mal gefragt habt, wie so ein Wikipedia-Admin eigentlich aussieht: hier gibt es eine Collage. Zählt mal die Frauen.
Experts are forced to engage in pointless debates with Wikipedia’s bureaucratic guardians, many of whom are persuaded only by hyperlinks, not cogent arguments.Hey, das ist ja genau wie bei uns! :-)
Nun ist das im Moment ein Proof of Concept. Das heißt noch lange nicht, dass jemand Wikipedia forkt, oder dass ein Fork sinnvoll wäre, zumal man ja weiterhin bei MediaWiki bliebe, wo sich ja an sich alle einig sind, dass das keine gute Basis für eine moderne Wikipedia ist.
Aber git ist schon mal die richtige Basistechnologie, auf der man sowas aufsetzen wollen würde.
Wir haben es ja hier im Kern mit einem Kontrollproblem zu tun. Wir haben Wikipedianer, die Kontrolle über ihren Inhalt ausüben wollen. Während das per se wie eine noble Idee klingt, ist es das Gegenteil der Idee, mit der Wikipedia das geworden ist, was sie jetzt ist. Das Grundprinzip von Wikipedia ist ja gerade, dass alles gut wird, wenn man alle Menschen ran lässt, weil das Gute im Menschen überwiegt und sich der Schwarm am Ende in die richtige Richtung zur Verbesserung der Lage für alle bewegen wird. Und das ist schlauer als es auf den ersten Blick aussieht, denn ein Gutteil des Vandalismus erklärt sich eben über die Kontrollfunktion. Wenn der User sich als Mitarbeiter sieht, wird er nicht vandalieren. Wenn er sich aber als überwachter, kontrollierter Verdächtiger fühlt, wird er Reifen anstechen. Wenn man User wie vernunftbegabte Erwachsene behandelt, werden sie sich eher wie vernunftbegabte Erwachsene verhalten, als wenn man sie wie Kinder behandelt. Das ist eine Frage des Mindsets, mit dem man auf die Leute zugeht. Natürlich wird das Vandalismusproblem nie ganz weggehen, es gibt immer ein paar Soziopathen in der Bevölkerung. Aber dieser Mindset will eben kommuniziert werden. Wenn man da mit "Hallo lieber potentieller Wikipedia-Mitautor, willst du nicht diesen Artikel zu verbessern mithelfen?" begrüßt wird, ist das was ganz anderes, als wenn da — fast wie versehentlich wirkend — jemand den Edit-Knopf auszublenden vergessen hat. Im Moment wirkt das wie ein Getränkeautomat, das menschliche Element fehlt. Wenn das wie ein Automat wirkt, werden die Leute eher Dinge probieren. Aus einem Getränkeautomat werden Leute eher eine Dose zu klauen versuchen als aus einem Oma-und-Opa-Laden. Und je mehr die Blockwarte dann Kontrolle auszuüben versuchen, desto mehr reizen sie Vandalen zum Weitermachen. Wobei mein Wortsinn von Vandale hier ein anderer ist. Ein Vandale ist jemand, der den Inhalt eines Artikels wegmacht und durch "Die Merkel ist doof" ersetzt.
Um die Analogie mal fortzuspinnen: wenn potentielle Autoren wie Bittsteller abgekanzelt werden, gehen die Freiwilligenzahlen zurück. Das kann man alles live und in Farbe beobachten gerade bei der Wikipedia.
Die Eltern unter meinen Lesern werden das Problem sofort wiedererkennen. Das ist nämlich der klassische Erziehungskonflikt bei Eltern. Eltern erziehen das erste Kind noch mit eiserner Knute und beim zweiten Kind sind sie dann weiser und greifen nur noch ein, wenn es nötig ist. Eltern müssen irgendwann ihr Kind ziehen lassen, so schmerzhaft das auch ist. Und an dieser Stelle beißt uns die Statistik in den Hintern, die Johnny so schön formuliert hat:
80% der Wikipedianer in den USA seien männlich, mehr als 65% alleinstehend, mehr als 85% kinderlos und rund 70% jünger als 30 JahreBei der deutschen Wikipedia sieht das vermutlich sehr ähnlich aus.
Ich möchte an der Stelle mal ausdrücklich sagen, dass meine Kritik nicht den einzelnen Menschen gilt, die in der Wikipedia herum-blockwarten. Ich gehe bei solchen Problemen gerne den wirtschaftlichen Weg der Analyse und halte das Problem für ein System-Problem. Die Menschen gehen ja nicht zum blockwarten in die Wikipedia, im Gegenteil sind die meisten damit unzufrieden. Das kam bei allen meinen Gesprächen mit Wikipedianern in letzter Zeit klar heraus. Jeder einzelne von denen fing nach einer Weile zu berichten an, wie viele schöne Artikel ihm denn schon gelöscht worden seien. Diese Menschen sind genau so Opfer wie wir alle. Opfer des Systems Wikipedia, das die falschen Anreize setzt. So habe ich gestern gelernt, dass man seinen Admin-Status wegen Inaktivität verlieren kann. Was ist hier also der Anreiz? Admin-Aktionismus. Und was eignet sich da besser als Löschen? Gelöschte Artikel können nur andere Admins einsehen, da kann einem also keiner (der nicht im selben Boot wäre) nachweisen, dass man gerade Mist gemacht hat. Löschen ist weniger Aufwand als Typos suchen und fixen. Und wenn man sich genötigt sieht, möglichst viele Löschungen vorzunehmen, um aktiver auszusehen, dann wird man auch die Löschdiskussion eher überfliegen als durchlesen und überdenken. Die Situation erinnert mich sehr an den Richtervorbehalt. Beim Richtervorbehalt ist es für den Richter ein Aufwand von einer Unterschrift, eine beantragte Durchsuchung zu beschließen, aber im Ablehnfall muss er eine Begründung schreiben. Also wird fast nie was abgelehnt. Und so ist das bei der Wikipedia im Moment auch. Der Admin hat einen Vorteil davon (er wirkt aktiver), wenn er dem Löschgesuch entspricht. Das ist genau falsch herum.
Man könnte das z.B. lösen, indem man Achievements wie in Onlinespielen einführt. Wer einen Artikel rettet, der zum Löschen vorgeschlagen wurde, kriegt ein Achievement. Wer rettet, indem er an dem Artikel Daten hinzufügt, kriegt ein Achievement. Wer 100 Achievements hat, kriegt ein GIF-Banner "Wikipedia-Held" zum Einblenden auf seiner Homepage. Sowas. Wir müssen Anreize schaffen, um das System in die Richtung zu bewegen, in die wir es bewegen wollen. Von alleine oder durch gut zureden bei den Admins und Trollen werden wir da nichts bewegen.
So schade das ist, aber ich fühle mich von der Diskussion gestern in meinem Weltbild bestärkt. Die Blockwarte machen das nicht aus Spaß an der Freude, sondern wollen etwas Gutes tun bzw folgen Anreizen, die das System ihnen bietet. Denen "sei mal kein Blockwart" zu sagen ist zum Scheitern verurteilt.
Im Übrigen muss ich noch eine bittere Lektion ziehen. Wir hatten ja gedacht, wenn wir da einen Fork ansprechen, sei das eine Drohung, mit der wir womöglich die Wikipedianer zum Einlenken bringen können. Das Gegenteil ist der Fall. Die würden sich sogar freuen, wenn wir forken. Weil sie dann das Problem loswerden. Aus deren Sicht ist das Problem nämlich nicht, dass die Wikipedia den Bach runter geht, sondern in deren Denkmodell geht die Wikipedia den Bach runter, weil so viele Vandalen rumvandalieren und sie nicht mit dem Löschen hinterherkommen. Wenn wir forken, dann gehen die Vandalen zu uns, wo weniger gelöscht wird. Aus deren Sicht löst das ihr Problem. Wenn jemand unzufrieden ist, können sie den zu unserem Fork schicken. Wenn ihnen dann die Userzahlen wegsterben, dann macht das nichts, denn in deren Mission Statement geht es um das Weltwissen, nicht um das Bereitstellen an die User. Hier greift der alte Witz aus der Arbeitswelt, wie schön dieser Job doch wäre, wenn man es nicht ständig mit Kunden zu tun hätte. Forken ist also keine Option.
Im Übrigen möchte ich noch ein wichtiges Wort fallen lassen: Monopol. Wikipedia hat ein Monopol auf Online-Wissen-Nachschlagen, und zwar mehr noch als Google eines auf Suchmaschinen hat. Für Monopole gelten andere Regeln als für normale Marktteilnehmer. Genau wie Telekom und Post als Monopol gezwungen waren, in jedem noch so kleinen Kaff Telefon und Briefpost anzubieten, und wie Microsoft Ärger kriegt, wenn sie Konkurrenten behindern, genau so hat die Wikipedia eine Sonderrolle als Monopolist und darf aus meiner Sicht nicht damit durchkommen, bei Community-Debatten Leute auszuladen, auch nicht wenn sie Markus Kompa heißen. Das kann man als kleines Randgruppenwiki bringen, aber nicht als Monopolist auf dem Online-Enzyklopädie-Markt, und schon gar nicht wenn man Worte wie "Weltwissen sammeln und erhalten" benutzt. Das muss für Wikimedia echte Konsequenzen haben.
Zurück zum Mindset der Wikipedia: wenn man das Problem als ein Kontrollproblem sieht, dann macht man so ein Treffen mit der Community auch als Kontrollfreaks, mit Namenskontrolle am Eingang. Und wenn man eigentlich weiß und einsieht, dass es da ein Problem gibt, aber das nicht zugeben will, dann limitiert man die Sitze auf 42, damit es nach außen nicht aussieht, als würde das mehr als eine handvoll Leute betreffen. Ich fand dieses Event augenöffnend. Laßt uns jetzt debattieren, wie wir das System ändern können.
BTW: lest euch die Links zu Johnny und Telepolis ganz durch. Und auch diesen Freitag-Artikel und diesen Blogeintrag hier.
Wir haben uns also im CCCB getroffen, um den Stream anzugucken, aber der Stream ist eine Katastrophe, setzte dauernd aus, der Sound ist viel zu leise, geht gar nicht. Inzwischen raucht er immerhin nicht mehr alle fünf Minuten ab, aber überzeugend ist was anderes.
Das bisherige Highlight war ein Wikipedia-Admin, der erzählt hat, er habe ja auch mal bei der "Eingangskontrolle" mitmachen wollen, wo neue Artikel geprüft werden und Müll rausfliegt, aber er habe immer nicht schnell genug klicken können, die Artikel waren immer schon weg, bevor er in der Incoming Queue einen anklicken konnte zum durchlesen.
Update: Frank Rieger kam kurz zu Wort, und hat sich hauptsächlich über das Nutzungsverhalten der Nutzer geäußert, und dass man auf dem Kindle als einzige Webseite Wikipedia gucken kann, zu den konkreten Vorschlägen, die er auch in seinem Blog genannt hatte, kam er nicht. Der Moderator erwähnte das aber.
Maha kam zu spät, aber sie haben ihm dann gleich das Mikro in die Hand gedrückt, und er hat dann mal seine Vorschläge aus seinem Blog gebracht, u.a. wer viel macht wird automatisch Admin, wer sich daneben benimmt, verliert den Status, und so.
Zu meiner großen Überraschung ist Christian Bahls von MOGIS doch hingegangen und hat dann der versammelten Menge erzählt, wie er sich vorstellt, dass man die Software mal anständig bedienbar macht, und verkündete u.a., dass MOGIS jetzt auch ein e.V. ist. Das war ja eines der Argumente gegen die Relevanz des MOGIS-Eintrages in der Wikipedia, dass ein paar Blockwarte unterstellten, das sei bloß ein Ein-Mann-Verein, der sich nur aus PR-Gründen überhaupt als Verein bezeichnet.
Update: Pavel fordert gerade, dass mal die Null-Toleranz-Kriterien, die es gegenüber den Neuautoren gibt, auch gegenüber Wikipedia-Altlasten anwendet, und er forderte, dass gelegentlich ein sich daneben benehmender Wikipedia-Blockwart als Leiche den Fluß runter geschwommen kommen muss, wenn man neue Leute anziehen will (seine Formulierung!) :-)
Update: Anne Roth ist auch da, und bringt dankenswerterweise das Indymedia-Argument — Indymedia war nämlich vor Wikipedia als "Jeder mitmachen!"-Angebot am Start, aber wird pikanterweise von Wikipedia nicht als Quelle für Referenzen zugelassen.
Und mein Freund Rüdiger Weis ist auch am Start und erzählt gerade das spannende Detail, dass robots.txt bei der Wikipedia ausgerechnet die Löschkandidaten und die Qualitätssicherung sperrt. Er bringt auch das wichtige Argument, dass Löschen ein viel zu einfacher Eingriff ist, als dass man so leichtfertig damit umgehen darf, wie es im Moment geschieht, und bringt ansonsten den wichtigen Satz, dass die Wikipedia wichtiger ist für die Leute da draußen als diese Veranstaltung da gerade den Anschein erweckt.
Update: ein Wikipedia-Mitarbeiter sagt gerade an, dass aus seiner Sicht gar keine Krise existiert. Ihm seien keine seriöse journalistischen Artikel aufgefallen, die die Wikipedia kritisiert hätten, das seien nur ein paar Blogger gewesen, und in drei Wochen schert sich da keiner mehr drum. Das hättet ihr wohl gerne, liebe Wikipedianer!
Update: Burks ist auch hingegangen und erklärt der staunenden Masse, dass der Grund, wieso wir keine kritische Presse zur die Wikipedia-Krise haben, ist, dass die Krise des Journalismus in Deutschland viel größer sei als die Krise der Wikipedia. Im Übrigen erklärt er Gruppendynamik wie folgt: der Dumme hat weniger Feinde als der Schlaue, daher setzt er sich bei einer Schwarmintelligenz durch, und am Ende bleiben nur die Doofen übrig :-) Danach konnte er sich nicht zurück halten und brachte die Online-Durchsuchung ins Gespräch, bei der er ja die Meinung vertritt, dass die Online-Durchsuchung gar nicht existiert. Bei dem konkreten Beispiel kann man geteilter Meinung sein, aber generell hat er Recht, solche Fragen sind für eine Enzyklopädie unentscheidbar. Das klassische Beispiel dafür ist ja die JFK-Ermordung oder 9/11.
Update: Christian von MOGIS meint das mit dem Forken ernst genug, dass er da gerade mal offene Datenbankzugriffs-Protokolle fordert, um ein neues Interface basteln zu können. Ich habe auch den Eindruck, dass das jetzt auf einen Fork hinaus läuft. Denn mit diesem Personal ist da offensichtlich nichts zu reißen. Lacher an Rande war ja, dass es da kein offenes Internet für die Gäste gab. Wer von vor Ort twittern will, mußte UMTS benutzen.
Update: Das Schlußwort war der Lacher. Das war 1a Marketing-Krisen-PR-Gefasel, in der sie dann das Resümee zogen, dass diese Diskussion ja die Qualität in der Wikipedia voran treiben werde. Als ob DAS das Problem der Wikipedia wäre gerade! Zu wenig Qualitätsfetischismus! *facepalm*
Update: ich habe mich noch mal mit ein paar Augenzeugen unterhalten, und da kamen noch folgende Informationen rein: 1. war das Audio nicht nur im Stream unbrauchbar, sondern vor Ort war es genau so schlimm. 2. ging es bei Anne Roth und Indymedia um noch ein anderes spannendes Detail, nämlich dass die mit der selben Prämisse gestartet sind, und an der selben Problematik gescheitert sind: an freidrehenden Admins. Natürlich sind deren Relevanzkriterien andere, aber die Lektion ist spannend: unsere Befürchtungen, dass die Wikipedia an ihrem Blockwart-Problem versterben könnte, ist nicht nur eine Fiktion, eine Befürchtung, sondern es gibt einen Präzedenzfall. Man muss diese Gefahr ernst nehmen. 3. hat Frank seine Thesen nicht an das Kirchentor geschlagen, weil der Moderator (das konnte man im Stream nicht sehen) wild gestikuliert hat, er soll das Mikrofon abgeben.
Update: einen Moment muss ich nochmal separat erwähnen, weil er so toll war. Der Wikipedia-Apologet (ja, in dem Raum war neben dem völlig abwesend scheinenden Moderator, der auch der Vorstandsvorsitzende Geschäftsführer von Wikimedia ist, genau einen, der sich durchgängig pro bestehender Wikipedia geäußert hat, und von dem erfuhr ich gerade, dass das der Ex-Vorstand der Wikimedia war, Kurt Jansson) fing irgendwann eine Lobhudelei an, wie toll das Projekt doch sein, ein einzigartiger Erfolg, sie hätten schon eine Million Artikel, ... und da warf Pavel ein krachendes "und die kriegen wir auch wieder auf 500.000 runter" ein. Großartig! Oh und noch ein Detail: dieses ultrapeinliche Schlußwort des Moderators, das hat man im Stream nicht so gesehen, das war vom Zettel abgelesen. Das hatte er sich also vorher zurecht gelegt. Daher paßte das so gar nicht und war so abgrundtief schlecht.
Franks Kritik geht noch ein bisschen weiter, natürlich. Lest euch das mal ganz durch. Die Software muss auch mal neu gemacht werden, z.B.
Auf die Gefahr hin, mich als uninformierter Tourist zu outen: Dresdens Innenstadt ist beeindruckend, und nicht nur die Frauenkirche, auch drum herum haben die Dresdner echt was gerissen. Wer noch nie in Dresden war und sich für schöne alte Architektur interessiert, dem kann ich Dresden echt empfehlen.
Oh und wer das Chaosradio gestern nicht gehört hat, der sollte sich mal den Mitschnitt runterladen und anhören. Da gab es einige Überraschungen, z.B. als der Wikipedia-Admin da erzählte, dass ihm ja auch schon alle möglichen Artikel weggelöscht wurden, und dass ihn das geärgert hat, und dass alle möglichen Mitmach-Kennwerte wie Anzahl der Autoren, Anzahl der Admins und Anzahl der neuen Artikel rückläufig seien. Da fehlt also nicht mehr viel, bis die Wikipedianer da mal 2 und 2 zusammenzählen an der Stelle.
Außerdem scheint Fefes Blog jetzt endgültig durchgekommen zu sein. Nicht, weil sie die Relevanz einsehen, sondern wegen dieser grandiosen Begründung, wo man den im Sandkasten sitzenden und mit Förmchen sitzenden User "32X" gut vor seinem geistigen Auge sehen kann. War mir nur nicht ganz klar ist: welcher Vandalismusaufruf? PDD? Ist das ein User oder wie? Egal, da sowas ja bei der Wikipedia gerne mal versehentlich gelöscht wird, zitiere ich die Behaltensentscheidung mal hier:
Behalten:Ich habe hier ja auch sowas wie eine Dokumentationspflicht. Also dann, mein liebes willfähriges Zeitbinder-Botnet. Bis zur nächsten Weltrettungsmission!
Die im Löschantrag bemängelte schlechte Quellenlage ist durch Nachweise aus verschiedenen reputablen Veröffentlichungen behoben worden. Nachweise über die Wirkmächtigkeit sind im Abschnitt Einfluss meines Erachtens in ausreichender Menge vorhanden.Daneben sprachen auch persönliche Bedenken gegen eine Löschung. (Meines Erachtens ist die Lücke durchaus durch das Fehlen einer Biographie von Leitners in Ansätzen vorhanden.) Seit Stellung des Löschantrags ist der Artikel in gefühlten 1000 Bearbeitungen unverhältnismäßig wenig gewachsen (qualitativ wie auch quantitativ), jedoch hat allein die Größe der Löschdiskussion gezeigt, dass von Leitner über eine Armee willfähriger Zeitbinder verfügt, die auf einen uninformierten Netznutzer wie ein Botnetz wirkt. Ich sehe Wikipedia hier in einer gewissen Informationspflicht.
Dass von Leitners Vandalismusaufruf gegen Artikel, die PDD bearbeitete, nur mässige Resonanz folgte, sollte niemanden dazu verleiten, ihn zu unterschätzen. --32X 00:00, 28. Okt. 2009 (CET)
Update: Es stellt sich raus, dass ich da überhaupt nur die entschärfte Version gesehen habe. Hier gibt es die ursprüngliche Version, in der dieses Blog mit Medien wie dem "Völkischen Beobachter" und dem "Schwarzen Kanal" auf eine Ebene gestellt wird. Den nächsten Wikipedianer, der mich kritisiert, weil er "Blockwart" für eine Nazi-Beschimpfung hält, werde ich laut auslachen.
Was meinst du mit wichtigem historischen Wissen? Nein, nein, in den Geschichtsbüchern sollen nur die Erfolge der CDU drinstehen. Wir sind hier schließlich eine neutrale Enzyklopädie. Hier geht es um Neutralität, nicht um Wahrheit. *facepalm*
Update: Ich frage mich ja, was die Wikipedia mit ihrem "ewige Relevanz" Kriterium macht, wenn mal ein Dokument aus dem Internet verschwindet, das jemand als Beweis verlinkt hat.
Update: Wisst ihr, was noch nicht ausreichend belegt ist? Der Fraktionszwang. Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen. Sowas gibt es bei uns nicht.
Ehrlich gesagt, sind wir schon viel zu abhängig von zentralen Strukturen wie auch die Wikipedia eine ist. Diese exklusive Stellung der Wikipedia, dieses Gefühl der Unentbehrlichkeit, führt wahrscheinlich auch zu den Auswüchsen, die wir gerade sehen.So ist das. Die Wikipedia ist ein Single Point of Failure und failure ist auch genau das, was sie gerade tut.
Update: Hier gibt es noch eine schöne Löschstatistik, und hier eine für die "Seitenschutze". Der Top Scorer macht das offensichtlich nicht manuell sondern läßt da Bots für ihn rumskripten.
Die letzten Tage zeigen, dass wir mit unseren Hilfestellungen und Angeboten nicht weit genug gehen und immer noch dabei versagen, eine nachvollziehbare Außensicht auf Vorgänge in der Wikipedia zu schaffen.Was wie Einsicht und ein Anerkennen der Tatsache, dass es da ein Problem gibt, anfängt, geht leider nicht so schön weiter. Lest selbst. Liest sich wie eine Presseerklärung der FDP, wo man mit halbwegs Reue implizierenden Sätzen anfängt und dann letztlich als Lektion zieht, man müsse nur besser nach außen kommunizieren, dass man alles schon immer genau richtig gemacht hat.
Update: Der erste Artikel kam bei scienceblogs.de nicht so gut an :-)
Die Telepolis ist ja eh eine Lektüre wert, aber mit dem Artikel zementieren sie das noch mal. Lesebefehl! Leider ist einer der Links auf mich kaputt, aber wenn ihr das hier lest, habt ihr vermutlich auch die Links alle gelesen :-)
Alleine für die "Wikipediakammer Hamburg" hat der Autor einen Orden verdient.
Dazu kommt, dass die Community in den vergangenen Jahren so enorm gewachsen ist, dass es erstaunlich ist, wie gut wie gut das System der Selbstregulierung noch funktioniert.Ich frage mich, von welcher Wikipedia er da redet. Ich habe da keine Zahlen, aber die Presseberichte der letzten Jahre sprachen eher von rückläufigen Trends. Und dass die Selbstregulierung noch funktioniert, das ist ja gelinde gesagt auch ... kontrovers.
Übrigens möchte ich darauf verweisen, dass Frau von der Leyen mit ihrem Stoppschild zwar baden gegangen ist, aber in der Wikipedia lebt das Stoppschild weiter, verstärkt noch durch das folgende Schäuble-Channeling:
Sie werden von mir und anderen Mitarbeitern beobachtet!Ich hielt das ja erst für eine Satire.
Update: Um nicht immer nur zu meckern: Mein Freund Maha hat sich mal konstruktive Gedanken gemacht, und schlägt vor, "Admin" als Position abzuschaffen und die Löschrechte auf die Sichter zu übertragen. Bei denen gibt es anscheinend deutlich weniger Missbrauch als bei den Admins. Die Idee ist, dass jeder Sichter werden kann, wenn er eine bestimmte Quote an konstruktiven Änderungen in letzter Zeit vorweisen kann. Wer mißbraucht, verliert die Rechte wieder. Außerdem empfiehlt er statt Löschen das Verschieben in einen besonderen Namensraum. So was ähnliches habe ich auch mal vorgeschlagen, und das kann man auch verbindern. Statt Löschen ein Banner einblenden: "Diesen Artikel haben wir gelöscht, weil er unseren Qualitätsanforderungen nicht genügt hat; klicken Sie [hier], um ihn trotzdem anzugucken".
Update: Mein Freund Henryk hat versucht, an dem Stoppschild zumindest mal eine Rechtschreibfehler-Korrektur vorzunehmen, und als dann nach ihm ein Vandale kam, wurden beide Änderungen zurückgenommen und jetzt ist die Seite mit Fehler "geschützt". *facepalm*
Update: Jetzt hat sich ein Admin erbarmt. Die History ist lustig. Henryk war nicht der erste.
Update: War kein Admin, und der Artikel war nur "halbgesperrt".
Diese Diskussion wurde in die Liste unvorstellbar öder Diskussionen aufgenommen.*strike*
Hier kommen vereinzelt Mails an, in denen Leute vorschlagen, die Wikipedia-Trolle einfach solange zu ärgern, bis sie resigniert aufgeben. Nein, Leute, das macht ihr bitte nicht. Das wird genau den gegenteiligen Effekt haben, nämlich dass die sich in ihrer Wahrnehmung der Welt bestätigt sehen, dass das Internet eine Horde Hunnen ist, die ihren Sandplatz vandalisieren wollen. Und selbst wenn das funktionieren würde, im Sinne von "die Blockwarte hauen ab", so wäre von der Wikipedia auch nur noch eine rauchende Ruine übrig.
Im Übrigen gibt es Grund zur Annahme, dass die Blockwarte so abgehärtet sind, dass das Ziel eh nie erreicht wird. Meine Freundin Constanze wollte gestern abend was in der Wikipedia editieren und wurde abgewiesen, weil ihr /17 geblockt war. Ein /17 Netz sind 32768 IP-Adressen. In diesem Fall handelt es sich um den Versatel-DHCP-Pool für Berlin. Ja, richtig gelesen, bei der Wikipedia sind die so schmerzbefreit, dass sie mal eben 32768 potentielle User aussperren, weil einer aus dem IP-Bereich vandalisiert hat. Auf Nachfrage kam raus, dass das eine alltägliche Sache sei. Dieser Ban war für einen Tag, aber es soll auch mal vorgekommen sein, dass Wikipedia ein /16 (das sind 65536 Adressen) über ein Jahr sperrt. Da geht es darum, ISPs dazu zu zwingen, Vandalen die Accounts zuzumachen. Natürlich trifft man da für einen Vandalen 65535 unschuldige IPs, aber hey, im Krieg gibt es halt Kollateralschäden.
Oh und diese Maßnahmen sind auf der Wikipedia selbst dokumentiert. Das ist kein durchdrehender Terrorist, das ist offizielle Policy.
Nun klingt das in den offiziellen Dokumenten nicht so schlimm, weil man ja mit einem Account immer noch editieren kann. Nur leider kann man keinen Account anlegen, wenn man aus einem geblockten IP-Range kommt. Oh und falls sich jemand dachte, na gut, dann gehe ich halt über Tor: könnt ihr ja mal versuchen.
Update: Auch die Netzeitung berichtet. Aber ist ja leider auch nicht relevant, pah, wie die schon heißt, immer diese Onlinemedien!1!! Immerhin ist die Netzeitung so konsequent, mein Blog nicht zu erwähnen in der Kontroverse. Keine Fraternisierung unter unrelevanten Randmedien!
http://de.wikipedia.org/wiki/Deletionpedia!
Begründung:
Relevanz nicht ausreichend dargestellt.--† Alt ♂ 14:57, 22. Okt. 2009 (CEST)(Danke, Martin)
Falls der Name jemandem nichts sagt: der postet auch zu jeder Pro-Stimme in der Löschdebatte eine Contra-Stimme. Für den Fall, dass jemand auf die Idee kommt, dass da demokratisch nach Mehrheiten entschieden wird. Was nicht der Fall ist.
Schade, dass Wikipedia bei der Accountvergabe so geringe und beim Behalten von Weltwissen so hohe Anforderungen stellt.
Denn anders als sowohl die öffentliche als auch die Wikipedia-interne Debatte häufig darstellt, ist für eine Enzyklopädie nicht der Durchschnitt der Qualität jedes einzelnen Artikels bedeutsam, sondern die Gesamtqualität. Und ja, es gibt da einen Unterschied: Wird ein schlechter Artikel gelöscht, so nimmt die durchschnittliche Artikelqualität zu — die Gesamtqualität nimmt jedoch ab. Denn um die Qualität einer Enzyklopädie zu beurteilen, muss auch negativ berücksichtigt werden, wenn Informationen fehlen.Und das ist genau der Casus Knacktus. Hier liegt schlicht ein Mißverständnis vor, welche Qualität denn genau maximiert werden soll. Die Durchschnitts- oder die Gesamtqualität. An sich wollen wir ja alle das selbe.
Eine Aussetzung der Löschdiskussion für vier Wochen ist das ungeheuerlichste, was sich die Wikipedia je geleistet hat – das geht ja wohl wirklich nicht. So etwas machen wir weder bei rechter Esoterik, Tibet oder bei einem Krieg im Gazastreifen!Leute, äh, macht euch mal nen Baldrian-Tee. Gaaaaanz ruhig. Es ist bloß eine Webseite. Kein Grund für Amokläufe.
Auf der anderen Seite ist diese "Diskussion" fast noch spannender als die öffentliche Löschdiskussion mit dem Pöbel. Da entkleiden sich die Kaiser reihenweise.
Ich sollte mal bei den Popcornherstellern meine Provision einfordern. Die habe ich gerade auf Jahre saniert, glaube ich.
Ansonsten gucken wir gerade, ob wir das nächste Chaosradio zur Wikipedia machen. Ich kann da aber leider nicht mitmachen, weil ich auf dem Weg zum Linux-Kongress in Dresden bin am 28. Aber egal ob es da um Wikipedia geht oder nicht — da lohnt sich das Zuhören grundsätzlich!1!!
Bei Kris gibt es noch ein paar lesenswerte Gedanken zur Wikipedia.
Oh und wer die Löschdiskussion noch nicht gelesen hat: die ist deutlich lesenswerter als der umstrittene Blogeintrag :-)
Update: Kurze Erklärung vom Wikipedia-Admin "avatar":
Das Wort "frei" im Titel der Wikipedia bezieht sich hingegen nur auf die verwendete Lizenz.Das hätten sie vielleicht vor ihren Spendenmarathons mal ansagen sollen.
Popcorn!!
Die Löschdiskussion von 2006 zur Piratenpartei ist recht unterhaltsam.
Mein Lieblingstweet des Tages ist:
volldieLaiin: Von #Wikipedia können wir noch was lernen: Löschen UND SperrenAnsonsten legt ahoipolloi nochmal nach und Wikimedia bemüht sich um Schadensbegrenzung, wie ich aus dritter Hand erfahre. Völlig klar, bei so einer Veranstaltung kann man unmöglich mein Blog verlinken oder mich gar ansprechen und einladen. Na dann schmort mal weiter in eurem Saft.
Ansonsten hat tatsächlich jemand ein Auffangbecken für gelöschte Wikipedia-Artikel gebaut. Na mal gucken.
Oh und auch bei scienceblogs.de ist das Problem angekommen.
Update: Außerdem ist es jetzt amtlich: Fefes Blog ist nicht die NY Times. So there!
Update: Guckt euch mal das Log zu "Wikipedia" an. Da hat jemand die Relevanzdiskussion erwähnt. Wurde gelöscht. Begründung:
(→Relevanzdiskussion: nur für blogger von belang)Na dann.
Mein Lieblingstweet zum Thema ist bisher:
gerdbrunzema: Also ich kauf jetzt auch keine Winterjacken mehr bei Wikipedia.Word! Meine Inbox quillt über, da sticht mir dieser Link entgegen, dessen Quellen nur aus Legenden und Hörensagen aus irgendwelchen Obskuro-Ecken besteht, der also quasi die Definition der Irrelevanz perfekt verkörpert.
Auch geht die Geschichtsrevision weiter, jetzt löschen sie Links zu anderen "Organisationen völlig unklarer Relevanz", damit man ja keinen dazu verleitet, über die einen Artikel zu schreiben. Dem zum Opfer gefallen sind in der Änderung die Aktion Umwelt, ODEM.org und Trotz Allem.
Dann hat mal jemand dem Herrn Minderbinder hinterher geklickt, und siehe da, der Minderbinder hat vor über einem Jahr auch schon den Herrn Beckedahl zu löschen versucht.
Dann hat mir jemand diese sehr instruktive Illustration des langsam Wegkürzens von Fakten gemailt. Wow. Ist diesmal die englische Wikipedia. Wir stellen fest: SAP ERP hat gar keine Nachteile!1!!
Wenn man ein bisschen nach Wikipedia googelt, findet man auch ältere Blogpostings, die meine Nazi-Metaphorik plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.
Dann hat jemand etwas gemacht, auf das ich seit einigen Tagen warte: und den "Wikipedia" Wikipedia-Eintrag zum sofortigen Löschen vorgeschlagen. Ich finde auch, nach den Relevanzkriterien der deutschen Wikipedia kommt die Wikipedia abseits von per Definition unseriösen und unglaubwürdigen Online-Quellen auf keine relevanten, belastbaren Primärquellen. Man könnte sogar ihre Existenz bestreiten!1!! Das ist wahrscheinlich nur ein einziger Blockwart. Die sollen mal für ihre Mitgliederzahl belastbare Sekundärquellen angeben.
Ach und wißt ihr, was sie noch gelöscht haben gestern? "Schäublone". Ich bin mir sicher, das ist nur ein bedauerlicher Zufall, dass da gerade unsere ganzen Begriffe verschwinden.
Einen schönen Beitrag zur Relevanzdiskussion gibt es noch hier :-)
Update: Twister legt auch noch mal nach.
Update: Das ehemalige Nachrichtenmagazin nimmt sich der Sache an.
Update: Es gibt (auf der Wikipedia, wo sonst) auch Liste von recht unterhaltsamen Löschdiskussionen, damit das hier auch mal einen humoristischen Anteil kriegt.
Update: Aktueller Lacher am Rande: Wikipedia hat auch eine Seite mit Überlegungen zur Machtstruktur der Wikipedia.
Diese Projektseite wurde zur Löschung vorgeschlagen.
Und, besonders grandios, der Typ, dessen Begründung sie da zitieren, heißt: Triebtäter!
# 01:56, 19. Okt. 2009 Emes (Diskussion | Beiträge) hat „Zensursula“ gelöscht ({{löschen}} implizites Bashing einer lebenden Person, Wiederherstellung zweimal per LP abgelehnt, bitte Lemma sperren — Triebtäter (2009) 01:55, 19. Okt. 2009 (CEST) #REDIRECT [[Stasi 2.0#Protest gegen die Sperrung von Internetseiten, Spitznamenpolem)Besonders pikant: Der Zensursula-Eintrag bei der englischsprachigen Wikipedia ist noch da, und er ist größer als unserer vorher war. Der hat nämlich nur auf einen Teil von "Stasi 2.0" verwiesen, der auch insgesamt kürzer ist als was über Zensursula bei den Amis steht.
Update: Oh und auch für Zensursula gilt: nicht nur gelöscht, sondern auch gleich "Schutz" vor Neuanlage:
# 01:56, 19. Okt. 2009 Emes (Diskussion | Beiträge) schützte "Zensursula" [create=sysop] (unbeschränkt) — (Schutz vor Neuanlage) (Versionen)Das ist jetzt offenbar das neue Standard-Procedere. Krass.
Update: Yeah! Zensursula ist wieder da. Die Front der Blockwarte bröckelt offenbar. Sehr schön! Vielen Dank an Markus Beckedahl, dessen Tweet direkt davor kam und daher klar als Auslöser gelten muss. blog.fefe.de kann wikipedia vielleicht noch wegstecken, aber ich bin ja auch #7. Netzpolitik ist #1, das grenzt schon fast an richtigen Journalismus oder gar eine zitierfähig Quelle.
Update: Mein Freund Pavel hat eine längliche Exkursion über Relevanz geblogt, deren Lektüre ich nur empfehlen kann.
Update: Ist wieder weg! HAHAHAHA, was ist das bloß für ein Kindergarten bei der Wikipedia.
Update: Also wenn mir im Sommer einer erzählt hätte, dass die Wikipedia "Löschen statt Sperren" im Oktober auf Zensursula anwenden würde, ich hätte es nicht geglaubt. In diesem Fall wäre mir persönlich ja ausnahmsweise ein "Stopp-Schild" lieber gewesen.
Update: Das ultimative Cartoon zur Situation hat ahoipolloi! Wunderbar!
Update: Um das nochmal zu sagen: nein, ich will gar keinen Eintrag bei Wikipedia haben, und dass die eine Weiterleitung löschen, wenn der Hauptartikel weg ist, geht auch klar. Dass ich das hier referenziere dient einzig und alleine der Unterhaltung. Man kann ja nicht den ganzen Tag über Atommüll und Bomben in Afghanistan reden.
Seufz.
Oh und aus dem IRC gibt es auch noch ein Update, das mir gerade jemand zumailt:
(21:12:14) LeonWP hat das Thema zu Wikimedia Deutschland e.V. | Fefe-Leser: -> #wikipedia-de abgeändert*kicher*
(21:12:54) DaBPunkt hat das Thema zu Wikimedia Deutschland e.V. | Fefe-Leser: -> #wikipedia-de-irrenhaus abgeändert
Update: Die Sendung lohnt sich übrigens. Warum würde die Pharmaindustrie ein Medikament gegen Neurodermitis verhindern wollen? Weil es zu gut funktioniert. Es kann nicht bloß behandeln, sondern heilen. An Heilen verdient die Pharmaindustrie aber nicht so viel wie an Behandeln.
Update: Wow, das ging ja schnell! Im Wikipedia-Krisenzentrum lesen sie offenbar das Fefeblog in Echtzeit jetzt :-) Es gibt jetzt wieder einen Regividerm-Artikel, nicht mal eine halbe Stunde nach diesem Blogeintrag. Ich fühle mich geehrt!
Dafür, wie mir gerade jemand mailt, hat jemand den Eintrag "Fefe" gelöscht, von dessen Existenz ich gar nichts wußte. Ich frage mich, wohin der weitergeleitet hat. Da hat es mir jetzt aber echt ein wütender Blockwart so richtig gegeben!1!! Vor allem war das nicht irgendein Blockwart, sondern der, der "Regividerm" gelöscht hatte. Username: "WIKImaniac".
Update: Jetzt gibt es auch wieder einen Artikel "Fefe". Was für ein Kindergarten, echt mal. Kommt mal bitte alle klar da draußen. Und for the record: ich habe auf Wikipedia einmal einen Typo gefixt. Vor Jahren. Keine dieser Ringelpietz-mit-Anfassen Spielchen ist von mir hier gerade. Ich berichte nur.
Update: Hier kann man den ARD-Beitrag online angucken.
Update: Kleiner Leserservice: hier gibt es die Original-Studie im Volltext als Postscript, mit genauer Zusammensetzung.
Update: Gut, man muss die Creme doch im Dauereinsatz haben, d.h. es ist doch nur eine Behandlung, keine Heilung.
Update: Oder wie wäre es mit der Kategorie U-Bahnhöfe? Versteht mich nicht falsch, ich finde jeden dieser Einträge cool, auch die Bordellbetreiber und Zuhälter, und würde keinen davon löschen wollen. Aber dann soll mir keiner mit enzyklopädischer Relevanz und "Wikipedia ist keine Liste von Dingen" kommen.
Einer der Admins hat jedenfalls jetzt dem Mogis-Löscher gesagt, er hätte die Löschung des Vereines doch dezenter vornehmen können, z.B. "den Artikel langsam quasi zu Tode kürzen"Keine Ahnung, ob da was dran ist, aber so oder so ähnlich habe ich mir immer das ZK der SED 1989 vorgestellt.
Im Übrigen kommen da gerade noch so Anwürfe hoch, ich sei ja bloß sauer wegen sowas hier und weil sie die Seite über mich gelöscht haben. Ich habe keine dieser Seiten geschrieben und von der Existenz der Seite über mich erst nach ihrer Löschung erfahren, die im Übrigen über ein Jahr zurück liegt. Im Gegensatz zu MOGIS sehe ich mich auch nicht als Person der Zeitgeschichte, über die in einer Enzyklopädie Dinge stehen sollten, also: ist schon OK, dass es über mich keine Seite gibt. Es läßt aber natürlich tief blicken, wenn schon solche Anwürfe kommen.
Im Übrigen weise ich aus aktuellem Anlass darauf hin, dass Meinungs-Mails an mich über Remailer völlig sinnlos sind, weil mich eure Meinung nur dann interessiert, wenn ihr auch Nachfragen dazu beantworten könnt und wollt. Wenn ihr mir per Remailer was mailen wollt, dann: Fakten, Links und erschöpfend alle Details. Zu einer Meldung. Keine Meinungen. So ist das mehr als sinnlos.
Dann kommt hier noch Kritik rein, es sei taktisch unklug, die Wikipedia-Blockwarte mit Kritik vor den Kopf zu stoßen, und man solle lieber freundlich zu ihnen sein. Dazu sage ich nur: Nein. Funktioniert nicht. Das war der Ansatz der letzten zwei Jahre. Das Problem ist seit dem eher schlimmer geworden. Siehe auch: Appeasement.
Update: In der Blogosphäre rumort es zu dem Thema kräftig, tut euch mal ein bisschen um. Lest auch insbesondere die Position von Kris Köhntopp durch.
(Kein Artikel oder kein enzyklopädischer Inhalt: WP:RK)Früher fixte man Artikel mit (angeblichen) formalen Problemen, heute löscht man sie. Hey, warum löscht ihr nicht auch die Piratenpartei? Außer kurzzeitigem Medienecho und der Blogosphäre kann man da ja wohl auch nicht von Relevanz reden!1!!
Oh und bei MOGIS sind wir inzwischen soweit, dass nicht nur Erwähnungen von MOGIS gelöscht werden, sondern auch Erwähnungen von Aktionen, an denen MOGIS beteiligt war. Begründung:
(zurück auf Version vor Editwar)
Update: Das ging ja schnell, jetzt ist da ein Stub. Inzwischen behaupten auf Twitter einige, da hätte vorher nichts gestanden. Woher soll ich das wissen, wenn was da vorher stand gelöscht war? Und selbst wenn, dann löscht man sowas nicht, sondern stellt Inhalt rein. Da hätte sich z.B. deren Selbstdarstellung geeignet. Das ging wahrscheinlich wegen des MOGIS-Links nicht...
Update: Krasse Kacke, mir mailt gerade jemand, dass die deutschsprachige Wikipedia tatsächlich den Artikel über die Österreichische Piratenpartei wegen fehlender Relevanz gelöscht hat. Heute gibt es da nur noch eine Weiterleitung auf einen Anchor innerhalb des generischen Piratenpartei-Artikels. Ich sollte aufhören, über solche Dinge Witze zu machen :-(
Update: Also die Aussage, dass es vor gestern keinen Artikel über den AK Zensur bei der Wikipedia gab, hält einer näheren Prüfung nicht stand. Schaut euch z.B. die Version der Seite über "Sperrung von Webseiten in Deutschland" von Anfang September an, wo schon ein Link zum AK Zensur-Artikel drin ist. Vielleicht ist der mehrfach gelöscht worden?
Update: Es gibt jetzt eine Theorie, wie so ein Link über Monate auf eine nicht existierende Seite zeigt: es hatte schlicht keiner Zeit, da Content reinzustellen. Kein Wunder, waren ja auch alle mit dem Löschen von Artikeln beschäftigt.
Update: ich habe jetzt aus mehreren Ecken glaubwürdige Erklärungen erhalten, dass dieser Artikel über den AK Zensur tatsächlich sehr frisch und noch ohne Inhalt war und ziehe daher meine Kritik in dem Punkte zurück. Ich hatte allerdings auch nicht behauptet, er sei wegen Relevanzproblemen gelöscht worden, wie das offenbar einige reingelesen haben wollen.
* Julius changes topic to: 'Wikipedia darf kein rechtsfreier Raum sein'
Außerdem ist die Löschung von MOGIS bestätigt worden, mit folgender zeitlosen Facepalm-Begründung:
Kein Fehler zu erkennen; Relevanz des Vereins abseits der Blogosphäre und kurzzeitiger Medienpräsenz nicht erkennbar. --PDD, 17:27, 17. Okt. 2009 (CEST)Zum Kontrast mal ein paar Artikel, die von PDD editiert wurden, und ja mal jeder für sich selbst klären kann, was seiner Ansicht nach relevanter für eine Erwähnung in den Geschichtsbüchern und der Wikipedia ist, MOGIS oder der jeweilige Artikel. Und, äh, abseits der Blogosphäre und kurzzeitiger Medienpräsenz?! Das ist mehr als man z.B. von Uwe Barschel sagen kann.
Aber der eigentliche Lacher ist, dass ich doch hier erwähnte, dass es für den CCC auch keine belastbaren Primär- oder Sekundärquellen für die Anzahl der Mitglieder gibt. Da hat jetzt tatsächlich jemand einen Löschantrag gestellt, der niedergeschlagen wurde, aber den Nachhall können wir spüren, denn beim CCC kommt gerade die folgende Email an:
ich interessiere mich für die Mitgliederzahl Ihres Vereins. Ich konnteNach kurzem Brainstorming, wie wir darauf am besten antworten, ging die folgende Antwort raus:
Ihrer Homepage jedoch keine Angabe dazu entnehmen.Könnten Sie mir die Zahl mitteilen? Ggf. wäre auch eine Publikation
auf Ihrer Homepage interessant.
vielen Dank fuer Ihre freundliche Anfrage, leider veroeffentlichen wir unsere Mitgliederzahlen nicht auf unserer Webseite, da wir die Verwertung als Primaerquelle fuerchten.:-)
Update Krass, jetzt hat auch noch ein Rambo-Admin den Mogis-Benutzer gelöscht.
Update: Jemand hat die Mogis-Erwähnung wieder zurück editiert. Yeah! Edit Wars!!
Update: Beim Zensursula-Eintrag haben sie Mogis auch rauseditiert, und es war wieder der User "Minderbinder", der gerne als Admin wiedergewählt werden möchte.
Denn das ist das schöne bei einem Wiki. Niemand erleidet einen Schaden, wenn noch ein weiterer Eintrag dabei ist. Es gibt kein Buch, was dann zu dick zum Herumtragen würde. Es gibt keine Elektronen, die alle werden. Und nur weil ihr einen Begriff nicht kennt, heißt das noch lange nicht, dass der auch für die andere Milliarde Internetnutzer irrelevant ist. Wer sich diese Entscheidung über andere anmaßt, hat den Beruf verfehlt und hätte doch Heiseforentroll bleiben sollen.
Wenn Du es weißt, wieso beziehst Du Dich dann auf die Mehrheit? Sie hatte eben Unrecht.So sieht das nämlich aus in der Wikipedia. ICH habe Recht, die Mehrheit da draußen hat Unrecht, und ich werde denen jetzt mal zeigen, was eine Harke ist.
Mein Anspruch an die Wikipedia ist, dass ich, wenn mir jemand von Tschunk erzählt, bei der Wikipedia nachschlagen kann, was das eigentlich ist. Oder wenn mir einer von MOGIS erzählt. Genau wie ich das machen kann, wenn mir jemand von Anonymous erzählt. Was ja das krasseste Beispiel für Wikipedia-Irrwitz ist. Sie weisen Mogis ab, weil der nicht beweisen möchte, dass er mehr als ein Mitglied hat (was ja wohl mit der Relevanz des MOGIS-Eintrages genau nichts zu tun hat, ob der jetzt 1, 15, 23 oder 5 Millionen Mitglieder hat), und weil es keine belastbare Sekundärquelle für die Anzahl der Mitglieder gibt, aber Anonymous haben sie drin?!
Ich bin da hauptsächlich deshalb so sauer, weil die da den Traum des freien Weltwissens mit Füßen treten, mit dem sie jahrelang die Herzen der Nerds gewonnen haben. Ich kann euch aus meinem direkten Bekanntenkreis jedenfalls sagen, dass keiner von denen Wikimedia auch nur einen müden Cent spenden wird, bis diese selbsternannten Hilfssherriffs entwaffnet und rausgeschmissen sind. Und das ist wirklich, wirklich schade.
Update: Oh, und implizit aber eigentlich auch erwähnenswert: die werden nicht mehr mitschreiben bei der Wikipedia. Wer hat schon Lust, sich stundenlang Erklärungen aus den Fingern zu saugen, um sich dann mit solchen Leuten auseinandersetzen zu müssen oder gar den Kram einfach gelöscht zu kriegen, weil da ein Admin irgendein zu kleines Körperteil kompensieren mußte.
Update: Es stellt sich raus, dass das Problem bekannt ist und humoristisch hochwertig durch die jährliche Vergabe des Löschmeister-Awards an den Blockwart mit den meisten Extrem-Löschkandidating-Exzess-Punkten vergeben wird.
Das ist ja leider bei Open Source Projekten häufig so, dass sich eine Art Regime bildet, die sich dann hauptsächlich selbst im Wege stehen und Fortschritt verhindern. Bei gcc hat man das erfolgreich über einen fork beendet. Der hießt damals "egcs", könnt ihr ja mal googeln.
Und Wikipedia ist anscheinend auch so weit. Und nein, das mache ich nicht nur an Mogis fest.
Ihr sollt nicht einfach den nicht hinterfragenden Saugnapf der Leichtgläubigkeit von spiegel.de zu blog.fefe.de umschwenken.
Ich habe nicht das Ziel, alle Dinge neutral darzustellen und beiden Seiten gleichen Raum für ihr PR-Krisenmanagement einzuräumen.
Insbesondere gibt es bei mir nicht für jedes offensichtliche Dementi ein Update, schon mal gar nicht, wenn das in dem Artikel selber als Update angehängt wurde oder in den Kommentaren steht.
Überhaupt gibt es hier keine Tatsachenbehauptungen sondern lediglich Meinungsäußerungen und Zitate von anderen Quellen. Wenn ihr also was richtiggestellt haben wollt, geht zu der verlinkten Quelle.
Also, liebe Wikipedia-Blockwarte. Geht mal schön zur Wikipedia zurück. Oder in die Heise-Foren. Oder wo man heute halt so abhängt und den Blockwart markiert.
PS: Falls ich doch mal was offensichtlich falsch dargestellt habt, und das nicht wie Satire, ein Scherz oder anderweitig Absicht aussieht, seid ihr natürlich weiterhin herzlich eingeladen, mich per Email darauf hinzuweisen.
So und jetzt guckt euch mal den Wikipedia-Artikel dazu an. Ich zitiere mal aus dem Teil über Deutschland:
Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus 1945 wurde die eugenische Praxis in Deutschland deutlich eingeschränkt, insbesondere wurde das sogenannte Erbgesundheitsgesetz durch den alliierten Kontrollrat aufgehoben, was den staatlichen Eingriffen die rechtliche Grundlage entzog. Dennoch gab es in beiden deutschen Staaten und gibt es noch heute in der BRD gesetzliche Regelungen und staatlich tolerierte Praktiken, die eugenischen Prinzipien gehorchen.Äh... wie meinen?!
Nach Schätzungen des Bundesjustizministeriums wurden in der BRD bis 1992 jährlich etwa 1.000 geistig behinderte Frauen – meist vor Erreichen des Erwachsenenalters – ohne bzw. gegen den eigenen Willen sterilisiert. Bis November 2003 blieben Sterilisationen von behinderten Frauen auch ohne deren Einwilligung und ohne medizinische Gründe möglich.Mir fällt die Kinnlade runter. WTF?!?
Und dann geht es da weiter mit weniger verfolgten Abtreibungen, wenn das Kind behindert gewesen wäre (wobei ich dafür sogar Verständnis aufbringen kann) und dem Inzestverbot, das auch mit Eugenik begründet wird.
Update: Oh übrigens: der Supreme Court hat sogar mal für Zwangssterilisation gestimmt. Und die einzige Frau im Supreme Court hat kürzlich der New York Times folgendes gesagt:
Frankly I had thought that at the time Roe was decided, there was concern about population growth and particularly growth in populations that we don’t want to have too many of. So that Roe was going to be then set up for Medicaid funding for abortion. Which some people felt would risk coercing women into having abortions when they didn’t really want them. But when the court decided McRae, the case came out the other way.Roe steht für Roe vs Wade, der Fall, in dem der Supreme Court Abtreibung für rechtens erklärt hat.
Die Frage, ob das Volk in Honduras nicht eine Verfassung verdient, in der man das Volk dazu befragen kann, ob sie nicht eine neue Verfassung wollen, die ist eine andere, die man natürlich auch stellen muss, und die ich mit ja beantworten würde.
Mir fehlt im Moment der Einblick für eine Beurteilung, ob ein potentielles neues Regime unter einer neuen Verfassung besser gewesen wäre als das alte. El Presidente sah mir auf den Fotos aber eher nicht wie ein Indio aus. Wikipedia sagt, er sei Sohn reicher Eltern, kurz: Teil der Oligarchen. Insofern würde ich jetzt mal nicht per se davon ausgehen, dass der da das Wohl des Volkes im Sinn hatte bei seinem Referendum.
Also haltet mal bitte alle die Füße still, bis sich da Details heraus kristallisieren, anhand derer man die Situation ordentlich beurteilen kann. Bisher kann man nur sagen, dass das kein Putsch war.
Zelaya's order to hold a poll of public opinion, generally referred to as a referendum by international media, to assess the population's desire for a constitutional referendum despite rulings from the Supreme Court of Honduras, the parliament, the country's attorney general, and the top electoral tribunal led a political crisis and his ousting.Überhaupt scheint der nur bedingt ein Mann des Volkes gewesen zu sein. Lest euch das mal ganz durch. Ich weiß nicht, ob das Militär und das Verfassungsgericht unsere Sympathie verdient haben, aber dieser Typ hat sie ziemlich sicher nicht verdient.
Für Rheinmetall ist die Puma-Order der größte Einzelauftrag seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Kampffahrzeuge sollen zwischen 2010 und 2020 an die Bundeswehr ausgeliefert werden, die ersten davon bereits im kommenden Jahr.Der Lacher ist die Begründung:
Der Panzer soll den mehr als 30 Jahre alten Marder ersetzen. Der Puma bietet einen größeren Schutz vor Minen und Panzerfäusten, wie sie beispielsweise von den feindlichen Taliban verwendet werden.Ja da hört man doch immer wieder davon, dass die Taliban sich da fett mit Anti-Panzer-Minen und Panzerfäusten eingerichtet hat. Weil die ja auch so viel mit Panzern zu tun haben da unten.
Update: Sehr unterhaltsam ist dazu auch die Wikipedia. Der Puma kann nur in Spezialflugzeugen transportiert werden, die die Bundeswehr noch nicht hat, und auch dann nur ohne Panzerung, und hat dann ein Drittel Mehraufwand, weil die Panzerung extra geflogen werden muss. Oh und wißt ihr, was ein Puma kostet? 7 Millionen Euro. Damit ist es der teuerste Schützenpanzer der Welt. Hey, für 7 Millionen könnte man auch eine Schule bauen. (Danke, Erik)
Update: Wikileaks macht wohl Wartung gerade und Wikipedia geht offenbar für andere Leute, nicht jedoch aus dem T-Netz.
Update: Jetzt geht es auch von der Telekom aus wieder.
Es geht mit den üblichen Lügen los, dass das Internet ein rechtsfreier Raum sei, dass es dieses Gesetzes bedürfe, um das Verbot von Kinderpornographie im Internet durchzusetzen, dass die Verfügbarkeit von Kinderpornos ein Anreiz für weitere Missbrauchsfälle sei. Haben wir alles schon zigmal widerlegt, spare ich mir hier.
Franziska hält dagegen, vergreift sich aber bei der Wortwahl "ineffizient". Das ist kein Zeichen von Ineffizienz. Ineffizienz ist, wenn man zu wenig blockt. Wenn man zuviel blockt, ist das Missbrauch der Zensurinfrastruktur. Daher warnen wir ja auch vor Missbrauch. Das ist keine theoretische Erwägung, sondern das kann man bei allen "Vorbildern" für unsere Zensurinfrastruktur so live und in Farbe beobachten. Und da kommen wir zum ersten Schenkelklopfer von Zensursula:
Die genaue Recherche zeigt, dass diese Listen oft schon alt waren und völlig überholt. Das ist kein wirkliches Argument.Und dann wechselt sie das Thema. So einfach geht das bei uns im politischen Diskurs.
Als nächstes kommt ihr Vergleich mit einem Bildband in der Buchhandlung, und Zensursulas Argumentation fußt am Ende auf der Behauptung, die Sperren in den anderen Ländern würden täglich zehntausende von Leuten vom Kinderpornoklicken abhalten. Hier hätte man einhaken müssen, woher Sie denn weiß, dass die Leute nach Kinderpornos gesucht haben? Das könnte ja auch ein Cron Job sein, der alle Domains durchgeht, um zu gucken, welche zensiert werden. Oder ein Netzaktivist, der alle Einträge der Sperrliste in einem Iframe verlinkt, um zu zeigen, wie sinnlos diese Sperren sind. Oder oder oder. Oder vielleicht klickt da auch gar keiner drauf und das ist nur eine Schutzbehauptung der Behörden, um ihr Gesicht zu wahren angesichts der offensichtlichen Nichtwirksamkeit der Sperren. Damit kommen wir zum nächsten Schenkelklopfer:
Wer die Stoppseite zu umgehen versucht, macht sich bewusst strafbar, weil er dann aktiv nach Kinderpornografie sucht.Das ist natürlich Unfug. Ich habe z.B. einen eigenen DNS-Resolver am Start, weil ich für mich kritische Infrastruktur lieber selber betreibe als sie an andere outzusourcen. Damit "umgehe" ich etwaige DNS-Sperren. Und selbstverständlich mache ich mich damit nicht strafbar, schon gar nicht bewußt, und ich suche auch nicht nach Kinderpornographie, und selbst wenn jemand nach Kinderpornographie sucht, macht er sich nicht automatisch strafbar.
Mein persönlicher Höhepunkt ist aber der folgende Satz, bei dem ich wahrscheinlich ausfallend geworden wäre:
Aber es ist interessant, dass Sie jetzt leugnen, dass es einen Massenmarkt von Kinderpornografie im Internet gibt.Un-glaub-lich. Völlig untragbar! Wie konnte diese Person jemals für irgendein Amt mit Menschenkontakt zugelassen werden? Die wäre ja schon als Schülersprecher ungeeignet! Leugnen! Wenn man bedenkt, dass die Däubler-Gmelin damals für deutlich weniger zurück getreten ist. Oh und als Quelle für ihre wilden Fantasiezahlen zum angeblichen Massenmarkt Kinderpornographie nennt sie Unicef, die Internet Watch Foundation und das BKA. Das BKA sagt in der polizeilichen Statistik das Gegenteil, die Internet Watch Foundation hat sich u.a. durch die Sperrungen von Wikipedia und archive.org komplett lächerlich gemacht (und selbst DIE sagen in ihrer Statistik das Gegenteil) und Unicef hat sich als Quelle unbrauchbar gemacht.
Als nächstes lügt Ursula lächelnd der Kamera folgendes ins Gesicht:
Gleichzeitig sehen wir deutlich mehr Fälle bei der Verbreitung kinderpornografischer Schriften.Tatsächlich sind sie konstant geblieben. Aber wartet, wir noch härter:
Dazu müssen wir von einer hohen Dunkelziffer ausgehen.ACH. Jetzt begründen wir schon mit Fantasie-Dunkelziffern Zensurgesetze, ja? Missile Gap, anyone?
Der nächste Absatz muss insgesamt zitiert werden, um seine Absurdität voll zur Geltung zu bringen:
Der Kampf um Meinungsfreiheit war immer berechtigt. Aber diejenigen, die in den vergangenen Jahrzehnten oder Jahrhunderten um die Freiheit von Zensur gekämpft haben, taten das, weil sie anders als die Obrigkeit dachten oder ihre Religion ausüben wollten. Aber niemals, damit Bilder von Gewalt oder Kinderpornografie verbreitet werden können. Freiheit kann nie bedingungslos sein. Ihre Grenze ist da erreicht, wo sie die Freiheit oder die Würde des Mitmenschen infrage stellt. Zensur in Deutschland wäre, wenn zum Beispiel das Wort "Zensursula" verboten würde. Aber dass Bilder von vergewaltigten Kindern nicht frei zugänglich sind, das ist keine Zensur.Das müssen wir ihr dann halt schon glauben, dass da nur Kinderpornographie drauf ist. Und sie hat ja gerade demonstriert, wie glaubwürdig ihre Aussagen so sind.
Auf den Vorwurf, wir würden gerade Zensurregimes im Iran und in China durch unsere Zensur legitimieren, kommt dann folgender Hammer:
Exakt die Gegenpositionen nehmen namhafte Rechtswissenschaftler ein, die sagen: Die verfassungsrechtlich geschützte Informationsfreiheit deckt nicht, dass strafrechtlich relevante Inhalte zur Verfügung gestellt werden. Wir leben in einem Rechtsstaat. Die Diskussion um die aktuelle Zugangserschwerung zeigt, wie aufmerksam dieser Staat damit umgeht.Erstens ist das nicht die Gegenposition, schon gar nicht die exakte, zweitens bestreitet niemand diesen sinnlosen Allgemeinplatz, drittens leben wir dank ihrer Zensurlisten und ihrer Abschaffung der Gewaltenteilung nicht mehr in einem Rechtsstaat und viertens zeigt die Diskussion das Gegenteil, nämlich dass der Staat seine Bürger ignoriert, selbst wenn sie ihm in der größten Petition in der Geschichte der Bundesrepublik deutlich mitteilen, dass sie weiterhin gerne in einem Rechtsstaat leben würden. Ich möchte an der Stelle auch mal einen echten Rechtswissenschaftler zitieren:
Or, as Petersmann memorably suggests, constitutionalism's foundational insight is that the central political question is not who shall govern, but rather 'how must laws and political institutions be designed ... so that even incompetent rulers and politicians cannot cause too much harm' (Petersmann 1997)Das Zitat kommt von Jeffrey L. Dunoff, "The WTO Constitution, Judicial Power and Changing Patterns of Authority", in Rittberger/Nettesheim: "Authority in the Global Political Economy", Basingstoke: Palgrave Macmillan 2008, S.68 (Dank an atoth fürs Raussuchen).
Den nächsten kapitalen 12-Ender, den sie schießt, muss man auch großflächig zitieren:
Es stimmt nicht, dass jeder kriminalisiert wird, der zufällig auf eine gesperrte Seite gerät. Das war mir wichtig, denn viele Nutzer kommen ungewollt auf diese Seiten. Ich habe deshalb gegen die Vorstellung der SPD gefochten, dass automatisch die Daten aller Nutzer gespeichert werden. Diese Daten werden jetzt sofort gelöscht.Das muss man ja schon würdigen. So dreist in das Mikrofon zu lügen, ohne dabei das Gesicht zu verziehen, das erfordert jahreslanges Unehrlichkeitstraining. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall, und in einigen der Knebelverträge, die sie den ISPs aufgenötigt hat, steht das noch explizit drin, dass die Daten in Echtzeit ans BKA gehen sollen. Hat mir jemand geleakt. Wissen können wir das natürlich nicht, weil diese Verträge ja geheim sind. Wahrscheinlich sind sie auch genau deshalb geheim, damit nicht so auffällt, wie sehr uns die Ursula gerade ins Gesicht lügt.
Und auch die Darstellung, dass man ja den Betreibern nicht Bescheid sagen müsse, wenn man sie sperrt, weil es ja im Internet "40 Millionen Kontrolleure" gäbe, ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Hier hat Franziska sehr schön schlagkräftig reagiert:
Heine: Wollen Sie die Bürger aufrufen, sich pädophilen Inhalten aussetzen zu müssen, um die Kontrolle demokratischer Rechte wahrzunehmen? Sie haben doch oft genug öffentlich gesagt, dass derjenige, der so etwas sieht, süchtig danach werden kann.MUHAHAHAHA, sehr schön! Zu dem folgenden Charite-Verweis verweise ich auf netzpolitik.org, wo man sehen kann, dass ausgerechnet Zensursula einem Prof ausgerechnet an der Charite seine Arbeit nicht finanzieren wollte, der ausgerechnet Pädophilen ihre Neigungen kontrollieren helfen wollte.
Die geheimen Filterlisten verteidigt Zensursula mit der Lüge, dass man ja ansonsten die Ermittlungen öffentlich machen würde, und sie dann zum Erliegen kämen. Das ist natürlich, wie auch Franziska einwirft, eine groteske Falschdarstellung, weil die Webseite ja merkt, wenn ihre Kundschaft von einem Stoppschild aufgehalten wird. Die Ermittlung ist also bereits veröffentlicht zu dem Zeitpunkt.
Als Sahnehäubchen marginalisiert Zensursula dann noch die Petition mit den Worten
Ich meine: 134.000 Zeichner, das ist schon etwas. Aber es gibt 40 Millionen Internetnutzer.und
von der Leyen: Ich kann das Gefühl schon nachvollziehen, aber eine Onlinepetition ist mit einem Klick unterschrieben ...Was für eine schöner Arschtritt für die Bürger. Da seht ihr mal, wie wir hier mit aufmüpfigen Bürgern umgehen, die glauben, sie könnten Einfluß nehmen auf unsere sinnlosen Wahlkampf-Aktionismus-Gesetze! Als sie dann noch "Ausschussberatungen" als "demokratischen Prozess" bezeichnet, will man nur noch eine goldene Merkbefreiung am Bande überreichen. Die Frau muss da weg. Die hat schon mehr Schaden angerichtet als alle ihre Vorgänger zusammen.Heine: ... das stimmt nicht!
von der Leyen: Okay, vielleicht braucht es zwei, drei Minuten.
Update: ist euch aufgefallen, dass sie sagt, "der Kampf um Meinungsfreiheit war immer berechtigt"? Ein Schelm, wer dabei böses denkt. Danke an Cryx für diesen Hinweis.
Damit ist die Gewaltenteilung in Deutschland abgeschafft. Um mal Wikipedia zu zitieren:
Heute wird das Prinzip der Gewaltenteilung überwiegend als Bestandteil jeder Demokratie betrachtet.Wir sind also auch ganz offiziell keine Demokratie mehr.
Das Gesetz muss noch von Bundesrat und dem Köhler abgenickt werden, aber das sind ja nur Formalien.
So kann das gehen. Da fahre ich aus einer Demokratie weg und kehre in eine Diktatur zurück.
Update: nachdem da jetzt der dritte mit dem Einwand aufschlägt, dass der Bundesrat nicht bestätigen muss sondern nur einen Einspruch geltend machen kann: wo ist denn da bitte der Unterschied? Macht euch mal locker. Wichtig ist, was hinten rauskommt.
Dieser Artikel in der Frankfurter Rundschau hingegen, der ist von einem Politikprofessor an der Humboldt-Uni zu Berlin geschrieben. Und da zieht es mir dann doch die Schuhe aus. Der kommt da mit den üblichen Lügen wie dass Eigentum im Internet nichts gelten würde (Domains kosten Geld, Herr Münkler, und wurden auch von Gerichten schon gepfändet). Und dann kommt dieser Vorschlaghammer hier:
Es ist eine eigentümliche Schar, die sich unter dem Banner der Netzfreiheit versammelt hat. Einerseits kriminelle Geschäftemacher, die das Internet benutzen, um verbotene Produkte an den Mann zu bringen, und andererseits ein Ensemble von Freiheitskämpfern, die ihre anarchistischen (kein Staat!) oder kommunistischen Ideen (kein Eigentum) in der virtuellen Welt des Internets realisieren wollen.Wow. SO wenig Standards hat die HU? Solche Leute können dort Politikprofessoren werden? Der hat ja nicht mal versucht, sich vor dem Faseln mit dem Thema zu beschäftigen! Krasse Nummer. Eigentlich müsste den mal jemand wegen Ruf- und Geschäftsschädigung verklagen.
Auch bei netzpolitik.org gibt es Stellungnahmen zu dem Stadtanzeiger und zu dem Machwerk in der Rundschau. Das freut mich sehr, so kann ich diesen Schund zu den Akten legen. Ist besser so für den Blutdruck.
Update: Beide Zeitungen gehören übrigens zum Dumont-Imperium.
Un dann kommt er mit so dreisten Lügen wie:
Doch auch für das schnelle Löschen von ausländischen Kinderpornoseiten muss das BKA eine leistungsfähige Infrastruktur aufbauen - die dann auch für andere Zwecke, etwa gegen illegale Musiktauschbörsen, eingesetzt werden könnte.WTF? Infrastruktur? Kann es wirklich sein, dass der Rath das so dermaßen gar nicht verstanden hat, dass er sich hier vorstellt, das BKA hat dann auf allen Servern einen Trojaner sitzen und löscht ungefragt Dateien? Gut, so weit sind wir von den Trojanern ja leider nicht entfernt, aber wenn er sich mal vor dem Trollen informiert hätte, wüßte Herr Rath, dass in der Praxis jede interessierte Privatperson Kinderpornographie im Internet löschen lassen kann, indem sie dem Provider Bescheid sagt, bei dem der Server steht. Wenn der nicht reagiert, sagt man dessen Upstream-Provider Bescheid. Bzw muss das BKA das alles gar nicht machen, die müssen einfach nur der Polizei vor Ort Bescheid geben, und die macht das dann — oder sie kriegt ein Verfahren wegen Untätigkeit oder eine Klage wegen Strafvereitelung im Amt ans Bein. So einfach ist das.
Noch mal zum Mitmeißeln, Herr Rath: Kinderpornographie löscht nicht das BKA. Das BKA sagt entweder dem Provider Bescheid, der rückt dann Koordinaten der Uploader heraus und nimmt den Server vom Netz. Oder das BKA beschlagnahmt den Server samt Platten und guckt selber in die Logs. Im ersten Fall haben wir den Provider als neutralen Schutzwall gegen Missbrauch, und im zweiten Fall merke ich, wenn meine Platte beschlagnahmt wird, und habe rechtsstaatliche Mittel, um dagegen vorzugehen. Das ist bei einer geheimen Zensurliste so nicht gegeben.
Und, Herr Rath, niemand beim CCC oder der Anti-Zensur-Kampagne ist dafür, Kinderpornographie im Internet zu belassen. Daher ist es auch eine Anti-Zensur-Kampagne, und keine Kinderporno-Legalisieren-Kampagne.
So langsam muss man sich ja echt fragen, ob der wirklich die Zusammenhänge alle nicht versteht, oder ob der ein Maulwurf der Guttenbergs oder Leyens ist.
Update: Oh und ein Detail noch: Kinderpornographie hosten ist heute schon verboten. Und mehr noch: das BKA muss dagegen vorgehen, wenn sie davon hören. Das heißt: wenn das BKA die Daten hat, um eine Site auf die Zensurliste zu tun, dann hat sie auch genug Daten, um die Löschung der Site betreiben zu können und zu müssen, und zwar ohne Verzug. Die Zensurliste ist also völlig überflüssig, weil die Sites eh gelöscht werden müssen. Und das sind bestehende Gesetze, nach denen Kinderpornographie im Internet nicht angeboten werden darf! Die neuen Gesetze, mit denen Frau von der Leyen sich da gerade für den Wahlkampf in Szene zu setzen versucht, sind völlig überflüssig. Und sie sind außerdem auch noch schädlich.
Update: Christian Rath hat mir eine Mail geschrieben, in der er bittet, zur Abrundung des Bildes auch auf diesen Artikel von ihm zu verweisen, in dessen Kontext der Kommentar zu lesen ist. Den Artikel hatte ich in der Tat nicht gesehen. Bildet euch also ein Bild. Ich bin noch nicht überzeugt, weil der Artikel ein bisschen wie eine Faktenliste klingt, den man schreibt, weil das Wikipedia-Neutralitätsgebot einen dazu zwingt (mal metaphorisch gesprochen), und der Kommentar ist dann, wie man das wirklich sieht, was man dann blogt oder unter Freunden beim Bierchen ausspricht.
Die Seite blog.fefe.de ist bereits in unserem Filter enthalten und wird als 'Standard gesperrt' eingestuft.Aber ich bin in guter Gesellschaft:
Die Seite taz.de ist bereits in unserem Filter enthalten und wird als 'Standard gesperrt' eingestuft.Nein, nein, das geht nicht, dass die Jugend sich unabhängig zu informieren versucht. Die taz und ich, wir verschmutzen die Hirne der Jugendlichen mit Hasspropaganda und subversiven Ideen. Da ist es viel besser, wenn ihr euch beim ehemaligen Nachrichtenmagazin staatstragend informiert:
Die Seite spiegel.de wird von uns für unbedenklich gehalten.Sehr erheiternd auch:
Die Seite krautchan.net ist noch nicht in unserem Filter vorhanden.
Update: sehr schön auch, wie unterschiedlich die Parteien behandelt werden: dielinke.de ist ab 14 freigegeben, cdu.de hat offenbar einer meiner Leser nominiert, spd.de ist nicht gelistet, gruene.de und piratenpartei.de sind gesperrt. Da weiß man, was man hat. bild.de ist übrigens als unbedenklich gelistet, das bildblog hingegen erst ab 16. vorratsdatenspeicherung.de ist gesperrt. lawblog.de ist gesperrt. ccc.de ist nicht gesperrt, aber chaosradio.ccc.de ist. heise.de ist unbedenklich aber telepolis.de ist gesperrt. icanhascheezburger.com sind gesperrt. Immerhin: kinderhilfe.de und bka.de sind auch gesperrt :-)
Die Seite wird laut Impressum übrigens von einem Internet-Pornovertrieb betrieben, der Domaininhaber ist die Inter Content KG, über die Wikipedia schreibt, sie seien einer der größten Pornoanbieter im deutschsprachigen Internet.
Mir teilt gerade jemand mit, dass man diesen Kram mit dieser URL deaktivieren kann.
Sind eigentlich alle Befürworter der Internetzensur korrupt, kriminell oder anderweitig anrüchig? Keine Ahnung, aber der Verdacht drängt sich ja schon auf. Aktuell: "Deutsche Kinderhilfe e.V." sammelt Unterschriften für Kinderpornobekämpfung, soll die dann an Versicherungen weiter verkauft haben. An ihren Wikipedia-Seiten haben sie anscheinend auch manipuliert. Und dann ist da noch der Vorwurf von Unregelmäßigkeiten bei dem Umgang mit Spendengeldern.
Wäre mir ja alles nicht so wichtig, wenn die nicht Statements wie dieses raushauen würden, wo sie Netzaktivisten pauschal als "Internet-Lobby" verunglimpfen, und den ganzen Blödsinn von dem Kinderporno-Milliardenmarkt vertreten. Und Unterschriftenaktionen für Internetzensur lostreten würden.
Update: Mir steckt gerade jemand das Gerücht, dass der Vorsitzende der Deutschen Kinderhilfe sich ein Pferd mit einer Abteilungsleiterin im Familienministerium teilt. Ich bin mir sicher, dass da nichts, aber auch gar nichts dran ist, und distanziere mich ausdrücklich von diesem Schmierenjournalismus. Recherchiert doch mal, um dieses schmutzige Gerücht zu widerlegen!1!! Das sind wir der Kinderhilfe und dem Familienministerium schuldig. Das ist ja wohl das mindeste, was wir für eine Versachlichung dieser Diskussion leisten können!
Update: Auch der Spiegelfechter hat was zu denen, und fixmbr, und Don Dahlmann und auch Netzpolitik.
Update: Oh spannend, die IWF dementiert jetzt, dass sie beteiligt waren.
The top five UK car producers are Nissan, Toyota, Honda, MINI and Land Rover.Ach ja, Mini. Gehört auch BMW. Und Nissan, Toyota, Honda, die wären mir auch sofort eingefallen. Was britischeres als diese Firmen gibt es ja gar nicht.
Das sind die gleichen Spezialexperten, die bei Konflikten mit Wikipedia dann den deutschen Verein abmahnen oder anderweitig verfolgen. Diese Leute sind einfach zu inkompetent für diese Welt. Und von sowas werden wir regiert! Vor allem: was ist denn bitte Gefahr im Verzug an Wikileaks (mal abgesehen davon, dass am nächsten Tag die Abstimmung zur Internet-Zensur ist)? Ist ja nicht so als ob die da regelmäßig Daten verschwinden lassen, wenn sie sich unter Beschuß wähnen. Eher im Gegenteil. Aber so eine Offenheit verstehen unsere Politiker halt nicht, die ja auch im Zweifelsfall alles erst mal nur für den Dienstgebrauch oder Verschlußsache labeln und beim Regierungswechsel alle ihre Unterlagen shreddern.
Warum können die eigentlich eine Hausdurchsuchung beim Besitzer von wikileaks.de machen, aber nicht bei den Betreibern der Kinderpornoserver?!
Nachdem sich ja auch die Terroristen als CIA-Agenten herausgestellt haben, muss man ja auch bei den Kinderpornoservern langsam über die Möglichkeit nachdenken, dass unsere Junta die selber betreibt, um sich ein Argument für Internetzensur zu schaffen. Das ist auch die einzige sinnvolle mir noch verbleibende Begründung dafür, dass die Kinderpornoserver auf den Listen noch am Netz sind.
Aus gegebenem Anlass sei auch auf Absatz 4 verwiesen. So langsam bereue ich ja, gegen Wahlcomputer gekämpft zu haben. Die hätten wir im Superwahljahr echt brauchen können.
Update: Hier ist die Presseerklärung, und das ist gelaufen, wie man sich das in Nicaragua vorstellen würde:
Einige Details der Durchsuchung werfen Fragen auf:Tollen Rechtsstaat haben wir da. Aber hey, ist in Sachsen, vielleicht haben denen die 20 Jahre seit dem Mauerfall noch nicht gereicht, um die Polizei umzuschulen. Übrigens war laut Protokoll der Grund für die Durchsuchung — festhalten!! —[...]
Schlussendlich hat Herr Reppe sich verweigert das Protokoll der Polizei aufgrund dieser und anderer Maengel zu unterschrieben.- Die Polizei fragte nach Passwoertern zur Wikileaks.de Domain, und forderte die Abschaltung der Domain.
- Herr Reppe wurde nicht zu seinen Rechten belehrt, wie dem Protokoll zu entnehmen ist.
- Entgegen der Feststellung im Protokoll, hat Herr Reppe nicht auf einen Zeugen verzichtet und es wurde auch kein Polizeibeamter als Zeuge nominiert.
Grund fuer die Durchsuchung sind laut Protokoll die "Verbreitung pornographischer Schriften" und das "Auffinden von Beweismitteln" in diesem Zusammenhang.Un-fucking-believable. In Dresden gibt es dazu um 17:15 eine Spontandemo. Wer in der Gegend ist, sei hiermit nachdrücklich zur Teilnahme aufgerufen.
Update: Lest euch auch mal Holgi zum Thema durch. Und ich dachte ICH bin der Verschwörungstheoretiker hier!1!!
Alongside child porn, bestiality, rape and extreme violence sites, the list includes a slew of online poker sites, YouTube links, porn sites, Wikipedia entries, sites on euthanasia, fringe religions, fetishes, Christianity, the website of a tour operator and even a dentist.Muharharharhar, der Zahnarzt hat auch eine Theorie, wie er auf die Liste kommt. Dem ist vor ein paar Jahren der Webserver von ein paar Russen gehackt worden, und die hatten da Pornos hochgeladen. Tolle Wurst.
Leider wird unser winziger Server mit dem momentanen Ansturm nicht fertig. Es gibt allerdings auch gar nichts zu sehen, da die deutsche Presse sich bedauerlicherweise (vermutlich nicht zum ersten Mal) von einer Fälschung hat täuschen lassen.Soweit keiner Erwährung wert, business as usual. Aber angesichts dieser Meldung muss ich doch mal kommentieren :-)Hier wurde kein Amoklauf angekündigt, es gibt hier nur Leute, die mit Photoshop umgehen können.
Scheinbar ist recherchieren heutzutage uncool. Schlimm genug, bei Wikipedia abzuschreiben, aber hier? Grundgütiger.
Money Quote:
xxx: wir feiern den kreativen schon den ganzen tag als helden. der hat mehr als 15 minutes - hey, er hat ‘nen innenminister getrollt, das ist ganz weit oben :-DYeah! (Danke, Stefan)
Kadyrow war ab März 2006 Premierminister der russischen Kaukasus-Republik Tschetschenien. Am 2. März 2007 wählte ihn das tschetschenische Parlament auf Vorschlag des russischen Staatschefs Putin zum Präsidenten des LandesHAHAHA, nee, klar. Anyway. Der Ermordete jetzt, der hatte Russland beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte verklagt, und wollte über Kadyrow auspacken.
Offensichtlich ist der Kadyrow nicht so ein zivilisierter Mann wie Putin. Oder das Polonium war alle.
Und Klarheit von einer CDU-Politikerin fordern, das ist ja noch mal doppelt unfair!
Wohl gemerkt empfehle ich nur, das anzugucken, nicht auf dem Gebiet zu arbeiten, weil das SO krass schwierig zu analysieren ist, dass ihr mit Sicherheit Race Conditions haben werdet in eurem Code. Aber so zum Hirn-Freipusten fürs neue Jahr sicher gut geeignet.
Im Übrigen: frohes neues Jahr! :-)
Und das Timing ist perfekt. Putin hat sich vermutlich gedacht, wenn die ganzen NATO-Christen-Spinner ihn zu den olympischen Spielen von der Flanke erwischen wollen, dann kloppt er mal zu Weihnachten zurück. In der Ukraine ist eh gerade landunter, die Koalition ist zerbrochen und die russlandfreundliche Partei hat das Sagen. Na mal gucken.
Update: Oh und die nächste Provinz steht schon SchlangeDoch nicht, das ist bloss ein anderer Name für Ruthenien.
During the Ukrainian independence referendum held in 1991, Zakarpattia Oblast voters were given a separate option on whether or not they favored autonomy for the region. Although a large majority favored autonomy, it was not granted.Oh und wer mal ein bisschen Spass haben will, kann sich mal die deutschsprachige Webseite des ukrainischen Hörfunks angucken, da gibt es tolle Meldungen wie dieses grossartige Dementi hier, mit Sicherheit eines der überzeugensten Dementis, die ich je gehört habe.
Update: Hinweis von Valerij: das ist das Westende der Ukraine, nicht das Ostende. Russland liegt im Osten. Das ist keine Pro-Russische Provinz, die sich da gerade abzuspalten versucht. Im Gegenteil sind das eher Ultra-Nationalisten, denen der Anti-Russland-Kurs der Regierung noch nicht weit genug geht.
Warum muss eigentlich jeder Staat seine Unterdrückungsmechanismen als erstes an der Wikipedia ausprobieren?! Moan ey! Es geht um den Artikel über das 1976 erschienene Album "Virgin Killer" der Scorpions. Da ist das Cover zu sehen, auf dem ein nacktes Mädchen zu sehen ist. Und Schuld sind offenbar die hier. "Co-funded by the European Union". Ganz groß. Hach was können wir da mal wieder stolz sein. Ich verweise da nur mal auf diese Presseerklärung. Money Quote:
We are delighted to welcome Censornet as a member of the Internet Watch Foundation.Keine weiteren Fragen.
Ist das nicht eines der sichersten Merkmale eine Diktatur, dass dem Volk verboten wird, sich bei "Feindsendern" zu informieren? Und überhaupt: wodurch zeichnet sich Propaganda von Islamisten aus? Wenn man das nur weit genug auslegt, fiele auch dieses Blog darunter?
Gucken wir uns mal die Wikipedia-Seite "Diktatur" an.
Ich denke da gerade drüber nach, weil ich mich gelegentlich frage, wie ich mich vor einer Klasse voll Kinder schlagen würde. Ich stelle mir dann vor, dass einer wissen will, wieso Deutschland eigentlich nicht als Diktatur zählt. Und da hätte ich Schwierigkeiten, das zu argumentieren. Könntet ihr das? Also nicht nur so eine wegwisch-Argumentation jetzt. Eine echte Argumentation, hinter der ihr auch selber steht. Na?
Wenn der Pofalla z.B. mal wieder sagt, was er halt so sagt immer (ich kann das gar nicht wiedergeben ohne Kotzkrämpfe, sorry, googelt selber), dann ist das durchaus auch Schuld der CDU. Die Partei ist die Summe der Mitglieder, und definiert sich über die Abgeordneten und Funktionäre. Gut, manche werden direkt gewählt, aber der Rest kommt von der Liste. Wenn einer von denen Scheisse macht, muss die Partei sich sofort distanzieren, das ist das MINDESTE. Danach finde ich ist ab einem gewissen Schadensgrad auch angesagt, dass solche Leute rausfliegen.
Die SPD hat z.B. den Clement rausgekantet, weil der untragbare Dinge gesagt hat. Der hat zwar explizit vor einer Wahl der SPD gewarnt, aber mal unter uns, wenn dieser Heilmann die Wikipedia abschaltet — der Effekt ist der selbe. Deutlicher kann man "wählt uns nicht" kaum sagen, vor allem nachdem ein Gericht vorher entschieden hatte, dass die Wikimedia Deutschland (wikipedia.de) nicht für Wikipedia-Meldungen haftet (Heilmann ist immerhin Jurist!!) und die Linkspartei mit einer Wikipedia-Sperrung vor knapp einem Jahr schon mal massivst auf die Schnauze geflogen ist. So jemand ist nicht tragbar, und so sehr der Heilmann jetzt Bedauern heuchelt und die Linkspartei den fallen lässt wie eine heisse Kartoffel... das reicht alles nicht. Der Mann muss da weg.
Auch aus taktischen Gründen übrigens. Denn die Linkspartei fordert ständig von den Pfeifen der anderen Parteien den Rücktritt, wenn die Mist machen, und nie tritt jemand zurück. Und nicht nur das, die anderen Parteien betreiben ihre Grabenkämpfe mit der Linkspartei ja hauptsächlich mit dem Argument, das seien die ganzen alten SED- und Stasi-Kader. Da könnten sie jetzt mit einem Rausschmiss so viele positive Signale auf einmal setzen. Und auch einfach mal laut dazu sagen: ja, der Mann war hauptamtlich bei der Stasi und er hat es uns vorher entgegen unserer Regeln nicht ordentlich mitgeteilt. So ist das einfach nur der selbe Filz wie überall sonst, an ihren Ämtern klebende Sesselfurzer. Wer würde denn jemanden, der so wenig zu seiner Vergangenheit und seinen Fehlern steht, noch mal einstellen? Das ist doch Grundvoraussetzung für eine Karriere, dass man zu seinen Fehlern steht und aus ihnen lernen kann! So wie der sich gerade verhält, kann er doch nur in der Politik noch Karriere machen, und das schwebt ihm ja offenbar auch vor. Wenn die Linkspartei das duldet, hat sie in meinen Augen jegliche Seriosität und Vertrauenswürdigkeit verloren. Daher: Rauskanten, und zwar sofort. Und mit so viel Karacho wie es nur geht.
Und Holgi, verzeih mir bitte noch mal! :-)
Vor allem beharrt der immer noch auf seinem Recht, obwohl er da den falschen abgeklemmt hat. Manche Menschen sind echt beratungsresistent. Und RAUS aus dem Bundestag mit dem, das geht ja gar nicht.
Update: das ehemalige Nachrichtenmagazin aus Hamburg basht fröhlich mit und nutzt die Gelegenheit für ordentliche Agitprop. Warum müssen die nur immer gleich so hysterisch werden beim Spiegel? Naja, jedenfalls: sie behaupten, er habe die Landesmitgliederversammlung nicht informiert über seine Stasi-Karriere, hätte es aber tun müssen laut PDS-Beschlüssen von 1991 und 1993. Der Bruch in der Linkspartei ist offenbar ziemlich genau zwischen WASG und PDS. Es gab sogar einen Misstrauensantrag, 47 dagegen, 42 dafür, eine Enthaltung. Und der Spiegel zitiert aus seiner Kaderakte:
Das Motiv des Kandidaten zur Bereitschaft eines Dienstes im MfS liegt in seiner bisherigen positiven politischen Entwicklung zugrunde, indem er selbst einen aktiven Beitrag zum Schutz unseres Staates leisten möchte. Der Kandidat ist sich der persönlichen und familiären Konsequenzen eines solchen Berufes bewußt.Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.
Oh und die Morgenpost schreibt, dass der Personenschutz des MfS eben nicht nur Personenschutz gemacht haben soll sondern auch gegen Oppositionelle im Einsatz gewesen sein soll.
Angeblich war diese "Stalin-Party" Geschichte hier der Auslöser für innerparteiliche Streitereien, und ich vermute mal, wenn Heise schreibt, er habe drei Leute angezeigt, darunter einen Wikipedia-Autoren, dass da tatsächlich was anderes hinter steckt als Wikipedia. Diese Sex-Shop-Geschichte war dann wohl die Retourkutsche einer schmierigen Provinzposse. Wie im Affenkäfig im Zoo, alle bewerfen sich gegenseitig mit Scheisse. Ganz toll, liebe Linkspartei. Warum schafft ihr euch nicht gleich ab? Oder glaubt jetzt ernsthaft jemand von euch, er habe "gewonnen"?
Update: Hier hat jemand Wikipedia-Edits aus den IP-Ranges rausgesucht
Update: Frank erklärt mir gerade, dass die in Thule nur das Radar hatten, die Bomber kamen aus Alaska. Ich habe also mal im Internet geklickt und die Site ist toll. Ihre Mission:
to effect space superiority through Air Force Core Values-based installation operations and protection.Das fette Radar, das sie da haben, nennen sie "Eyes of Freedom". Wikipedia hat auch ein tolles Foto des Monster-Radars da. (Danke, Stefan)
Er war von 1974 bis 1979 Mitglied der SPD und von 1987 bis 2007 Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen. Seit April 2008 ist er Mitglied der CDU.Mehr muss man zu dem eigentlich nicht sagen.
According to the 2008 Forbes Global 2000 list, AIG was the 18th-largest company in the world.Und die Fluglinien sind eh alle gerade am Zusammenfalten, und die US-Regierung ist da am Zubuttern, damit Boeing über Wasser bleibt und nicht Airbus gewinnt.AIG owns International Lease Finance Corporation (ILFC) , the world's largest aircraft leasing company, with hundreds of aircraft ranging from Airbus A319s to Boeing 747s. Total assets under lease are $55 billion as of June 30, 2008.
Ein in der Wikipedia-Gemeinschaft bislang unbekannter Autor mit dem Namen "Young Trigg" hatte am vergangenen Donnerstag in dem Lexikon-Eintrag beispielsweise den Hinweis entfernt, dass Palin an Schönheitswettbewerben teilgenommen hatte. Insgesamt nahm "Young Trigg" rund 30 Änderungen vor, um die Politikerin in einem besseren Licht erscheinen zu lassen. So wurde in dem Artikel die Bemerkung eingeführt, Palin sei "eine Politikerin von herausragender Integrität". Gestrichen wurde dagegen die Passage, in der erklärt wurde, wie Palin an der Universität zu ihrem Spitznamen "Sarah Barracuda" kam.Bwahahahaha
Interessantes Detail: da sollen nur 10 Patriot-Raketen installiert werden. Gegen wen soll das denn helfen? Sogar der Iran hat mehr als 10 Raketen (und die Patriot-Stellungen der Israelis damals gegen die dummen Scud-Raketen hat die 100% Erfolgsrate deutlich unterschritten). Da ist recht transparent, dass es nur darum geht, den Radar-Range der Amis zu erweitern. Oder die Journalisten waren unfähig und meinen 10 Batterien, nicht 10 Raketen — in meinen Augen die wahrscheinlichere Variante.
Bei der Wikipedia gibt es ein paar Zahlen, wie viele Patriot-Raketen die Bundeswehr und Luftwaffe haben.
Der Lacher des Tages: Georgien will die Hälfte ihrer Soldaten aus dem Irak abziehen, weil sie sie jetzt zuhause brauchen. Da werden die Amis aber Kübel kotzen.
Georgien soll auch alle russischen TV-Kanäle abgeschaltet haben, weil die nur Desinformation verbreiten :-)
Georgien will jetzt Kriegsrecht ausrufen. Die Russen sollen, so sagen sie, zivile und wirtschaftlich wichtige Infrastruktur bombardieren, u.a. den Schwarzmeerhafen Poti und die Landebahnen der Flughäfen.
Südossetien sagt, Georgien habe deren Hauptkrankenhaus in der Hauptstadt kaputt geschossen und würde die immer noch bombardieren. Die Ambulanzen erreichen die Opfer nicht. Georgien hatte heute von 15 bis 18 Uhr einen Waffenstillstand angekündigt, damit die Zivilisten fliegen können, aber die Russen behaupten, das sei nur eine Lüge, es habe nie einen Fluchtkorridor gegeben.
Update: Wer Russisch kann, kann gerade noch mal eine Packung mehr Spaß haben als die anderen. Oder mal Google Translate anwerfen. Hier z.B.: Diese Meldung hat mir jemand mit Russischkenntnissen wie folgt übersetzt:
Patriotische Bürger haben die Botschaft der Georgischen Republik angeschrienMuhahaha
Für Georgien ist das natürlich ein Affront.
Die Russen haben auch die Abspaltung Südossetiens vorangetrieben. Aus Sicht Georgiens ist ja klar, was da gerade passiert. Es gab da die ganze Zeit schwelende Scharmützel, aber jetzt ist da der Konflikt zwischen Georgien und Südossetien ausgebrochen. Es ist unklar, wer da "angefangen" hat, aber es wollen sich natürlich beide Seiten als die Angegriffenen darstellen. Laut Ria Novosti (nicht unbedingt eine unbefangene Nachrichtenquelle in dem Fall) haben wohl die Georgier angegriffen, die Russen sind dann als Vermittler eingeschritten, und dann hat Georgien "unilateral" den Soldaten befohlen, nicht zurück zu schießen. Wikipedia hat ein paar Absätze zum aktuellen Konflikt. Insbesondere hat Russland halt nur auf einen Vorwand gewartet, um sich da gegen Georgien einschalten zu können. Der aktuelle Stand ist, dass die Russen behauptet haben, Georgien haben die russischen "Friedenstruppen" beschossen und dabei einige Russen getötet. Daraufhin haben die Russen offenbar ein paar Bomber losgeschickt und ein paar Ziele in Georgien plattgemacht. Daraufhin hat Georgien die Generalmobilmachung ausgerufen.
Ich kann euch nur empfehlen, mal ein bisschen bei Ria Novosti herum zu stöbern, das ist hervorragende Kriegspropaganda (und die beste Propaganda ist ja immer die, bei der im Kern ein bisschen Wahrheit dabei ist).
Hier sind mal ein paar Meldungen, um euch ein Gefühl zu geben:
Die OVKS hält es für zynisch, den Krieg am Tag der Eröffnung der Olympischen Spiele anzufangen. Doch der Beginn der Olympischen Spiele sei kaum in der Lage, die Weltgemeinschaft von den Ereignissen in Südossetien abzulenken, heißt es in der Mitteilung.
Update: Lacher am Rande: "Internet-Krieg: Hacker-Attacken auf südossetische Webseiten". Und offenbar sind auch die meisten Webseiten der georgischen Regierung offline.
The Royal Horticultural Society (RHS) has been inundated with calls from concerned gardeners who have seen potatoes, beans, peas, carrots and salad vegetables wither or become grossly deformed. The society admitted that it had no idea of the extent of the problem, but said it appeared 'significant'. The affected gardens and allotments have been contaminated by manure originating from farms where the hormone-based herbicide aminopyralid has been sprayed on fields.Und wer hat dieses Gift hergestellt? Na klar, die üblichen Verdächtigen:
Dow AgroSciences, which manufactures aminopyralid, has posted advice to allotment holders and gardeners on its website.Und natürlich haben die Konsumenten nichts, aber auch gar nichts zu befürchten:
'All we can say is that the trace levels of aminopyralid that are likely to be in these crops are of such low levels that they are unlikely to cause a problem to human health.'Genau. Pflanzen sterben und haben Fehlbildungen, das sind also offensichtlich völlig ungefährliche Dosen. Nur aus formaljuristischen Gründen empfehlen sie den Verzehr nicht!1!!
The Dow website says: 'As a general rule, we suggest damaged produce (however this is caused) should not be consumed.' Those who have already used contaminated manure are advised not to replant on the affected soil for at least a year.Krass. Oh und zu Dow: lest mal den Wikipedia-Artikel, Napalm, Agent Orange, und das Union Carbide Desaster.
die Polizei in Italien ist ein Teil des Militärs. Die Carabinieri ist eine eigenständige Teilstreitkraft neben Heer, Marine und Luftwaffe in der italienischen Armee und bekommt ihr Geld vom Verteidigungsminister.Sie unterliegen dabei den Weisungen des Innenministerium, immerhin. Wikipedia hat dazu auch einen länglichen Artikel.
It was formed during 1933 in Rome, Italy, under the fascist government of Benito Mussolini by companies mainly owned or controlled by General Electric in the United States of America.Da weiss man, was man hat. (Danke, Markus)
The Aegis weapon system is an advanced combat, control, and information system that uses powerful computers and radars to track and destroy enemy targets. It is the most advanced modern combat system and is the first fully integrated combat system built to defend against air, surface, and subsurface threats.Nun, das beste Radar hilft nicht viel, wenn man zu blöd ist, es richtig zu bedienen. Oder, wie mein Großvater zu sagen pflegte:
In des tumben Toren Hand
ist das beste Werkzeug Tand.
Fünf Kilometer nördlich der Stadt Wingen in New South Wales brennt seit etwa 6.000 Jahren der "Burning Mountain", das weltweit älteste Flözfeuer.
Natürlich empfinden wir das mehrheitlich als Frechheit, wenn uns ein Wahlleiter unterstellt, kriminell Wahlcomputer manipulieren zu wollen. Noch ist nicht entschieden, wie wir darauf reagieren wollen. Es gibt Meinungen von "naja, lasst den mal, den hat die Presse halt in einem ungünstigen Moment erwischt und der hat bestimmt was ganz anderes gemeint" bis "was glaubt der eigentlich, gleich Klage einreichen". Ich persönlich kann mal sagen, dass es mich wundern würde, wenn der wirklich Klage einreicht. Das kann für ihn eigentlich nur nach hinten losgehen. Und irgendwann wird er verstehen, dass wir ja alle auf einer Seite sind. Wir wollen alle, dass da Wahlen stattfinden, und zwar im Sinne der in der Wikipedia gelisteten notwendigen Bedingungen für politische Wahlen.
Given that the approximately three-kilometer-wide inbound traffic lane in the Strait of Hormuz is within Iran's territorial water, the US Navy's invocation of "transit passage" harking back to the 1982 UN Convention on the Law of the Sea, (UNCLOS) is hardly surprising.Die Navy bezieht sich hier also auf eine Konvention, die sie selber gar nicht ratifiziert haben. Aber für die anderen soll sie gelten. Wie üblich. Und warum haben sie sie nicht ratifiziert?Although the US has yet to ratify the UNCLOS, it has been a strong advocate of its provisions regarding navigational rights, thus explaining the US officers' availing themselves of "international law".
It is noteworthy that in May 2006, Bush urged the US Congress to "act favorably on US accession to the convention". But, in light of the legal ramifications of the US-Iran standoff in the Persian Gulf, discussed below, opponents of the UNCLOS may have become emboldened. According to them, the convention "prohibits two functions vital to American security: collecting intelligence and submerged transit of territorial waters".Die Konvention fordert u.a. auch, dass Schiffe im Transit da dann auch ohne Verzögerung durchfahren und nicht anhalten oder gar militärisch Gewalt androhen oder Messungen durchführen. (Danke, Benny)
Das tolle an dieser Geschichte ist, dass sie so stark an Wag The Dog erinnert. Wikipedia hat eine Übersetzung des 9/11-Kommentars, und da beschwert er sich vor allem darüber, dass die tolle Leistung von Berlusconi, der sich das bin Laden "Geständnis"-Tape ausgedacht haben soll, gar nicht gewürdigt würde. Was man auch davon hält: ganz großes Kino. (Danke, Carsten)
Die Rote Hilfe hat eine Webseite und einen Wikipedia-Artikel, dessen Lektüre ich empfehle. Hier kann man sehen, wie sie den zum G8-Gipfel Verfolgten geholfen haben. Das muss man sich mal vorstellen, ein Verein, der mit Spenden Anwälte bezahlt, um Menschen zu verteidigen (was eines der grundlegensten Grundrechte in einem Rechtsstaat ist, dass man sich juristisch verteidigen darf, und der Staat einen nicht einfach wegsperren kann), so einen Verein wollen die da als verfassungsfeindlich darstellen. Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich da kotzen will. Liebe "Welt", auch Terroristen und Massenmörder haben Anspruch auf einen kompetenten Anwalt. Auch die Nazis nach dem 2. Weltkrieg hatten Anspruch auf ein ordentliches Gerichtsverfahren und wurden nicht einfach an Ort und Stelle am Galgen aufgeknüpft. Was kann denn bitte nobler sein als anderen Leuten zu ihrem Recht zu verhelfen? Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Verein auch noch als gemeinnützig anerkannt ist.
Interessant ist, dass Norwegen die Terrorliste seit einer Weile nicht mehr anwendet. Wenn die nicht vom Europäischen Haftbefehl betroffen wären, käme das als Auswanderungsland echt in Frage.
Aaaalso. Mir hat gerade jemand erklärt, was die "Reagiert empfindlich auf Reibung" Stelle bei Wikipedia soll. Das Zeug sublimiert. Wenn man das also in einen Container tut, und ein bißchen damit rumfährt oder das stehen läßt, hat man Spuren davon plötzlich im Schraubverschluß, und beim Aufschrauben fliegt einem das dann komplett um die Ohren. Das hat wohl die Hamas einige Sprengstofflabore gekostet, meinte er.
Außerdem meint er, für die Sprengstoffherstellung braucht man Aceton, und das fällt unter das Grundstoffüberwachungsgesetz, d.h. der Verkäufer würde präventiv die Behörden benachrichtigen. Im Übrigen ist das hochbrennbar und man muss daher Sicherungen für die Lagerung und Sachkunde im Umgang mit Chemikalien nachweisen, um das in größeren Mengen kaufen zu können.
Im Übrigen weist er darauf hin, daß die Stärke der Reaktion viel stärker wächst als die Oberfläche des Kolbens, d.h. nur weil mal jemand im Chemieunterricht ein Gramm davon hergestellt hat, heißt das noch lange nicht, daß er das auch im industriellen Maßstab machen kann. Es gäbe da wohl Spezial-Chemiker-Berufe nur für das Skalieren von Reaktionen vom Labor auf industriellen Maßstab, und die würden in Bunkern im Wald arbeiten.
Oh, und nochwas: Wenn man bei der Reaktion die Temperatur nicht exakt einhält, kriegt man neben dem gewollten trimeren APX auch die dimere Variante, die noch empfindlicher ist. Er schreibt es sei so gut wie ausgeschlossen, dass jemand da in der Garage ein paar hundert Kilo von herstellt, ohne dabei in die Luft zu fliegen, zumal das ja keine entsprechend vorgebildeten Leute waren.
Update: Mir schreibt gerade jemand anderes, daß man Aceton schon auch legal kaufen kann (im Baumarkt z.B.), die Regulierung betrifft wohl eher den Export.
Gut, was macht man in solchen Fällen? Man googelt mal. Und findet z.B. das hier, wo Craig Murray (der immerhin von 2002 bis 2004 für die Briten Botschafter in Usbekistan war) die ganze Gruppierung für frei erfunden oder eine False Flag Operation hält. Er hat damals ein paar dieser Gruppe zugerechnete Anschläge untersuchen wollen, ist da hin gefahren, und hat (nur wenige Stunden nach der jeweiligen Explosion) keinerlei Anzeichen für eine Explosion gefunden.
Ich denke mal, unter diesem Gesichtspunkt muss man auch die sofortige Erwähnung von "Al Kaida" sehen. Der Schäuble hat ja geradezu rührend heute den Bürgern erklärt, daß "Terrornetzwerke" heutzutage sowohl getrennt sind als auch zusammen arbeiten. Das muss wohl sogar ihm selbst aufgefallen sein, daß das nicht viel Sinn ergibt, so wie er da gestammelt hat.
Oh, der Spiegelfechter hat da auch noch einen Focus-Link gefunden, wo sie schon im Mai über diese Gruppe geplappert haben. So ein Mist, das Popcorn ist alle :-)
Auch ansonsten finde ich es ja belustigend, wie sie bemüht sind, diesen Angriff auf US-Amerikaner in Deutschland als Angriff auf Deutschland auszulegen. Gut, bei der Disco und dem Frankfurter Flughafen wären auch Nicht-Amis zu Schaden gekommen, aber es klingt für mich ja doch irgendwie so, als sei da eine Autobombe gegen die US-Basis in Ramstein geplant gewesen, und dann haben sie noch den Frankfurter Flughafen dazu getan, damit sich die Bürger auch schön fürchten.
Oh und zu der Bombe: da ist immer von Wasserstoffperoxid die Rede. Der Sprengstoff dazu ist TATP (Wikipedia dazu) und der ist sehr instabil, d.h. reagiert empfindlich (durch Explosion) auf Hitze, Reibung und Schock. Nun stellen wir uns mal in der Praxis ein Auto vor, das damit voll geladen ist, und das jemand dann zum Ziel fährt. Fährt einer rein? Boom. Zu stark gebremst? Kawumm. Warmer Tag? *fump*. Man nutzt das normalerweise als Zünder für einen anderen Sprengstoff, z.B. einen Plastiksprengstoff. Kurz gesagt: das stimmt doch mal wieder alles hinten und vorne nicht. Vielleicht will da noch mal ein Chemiker was zu sagen, falls ich die Empfindlichkeit des Zeugs überschätzt habe.
Bin ich eigentlich der Einzige, der sich fragt, wie viele Millionen ein Polizeieinsatz über 9 Monate mit 300 Mann kostet? Und wie viele Lehrer man davon hätte einstellen können?
Dem selben User ist offenbar auch der Passus mit der Realschulbindung peinlich...
Rüttgers waren seine Talkshow-Aussagen peinlich, und hier wollte jemand nicht, daß über erhebliche Zahlungen der Dresdner Bank geredet wird.
Laurenz Meyer fühlt sich von den fiesen Medien verfolgt und möchte da mal was bezüglich seiner Bezüge von VEW/RWE klarstellen. Das war alles in Ordnung. Und überhaupt, was kann schon auszusetzen sein, wenn ein Stromkonzern einen Politiker bezahlt. Offensichtlich völlig un-anrüchig, das.
Hier ist auch ein wunderbarer Spin-Job. Der Vorher-Text war Scheiße, das muss ich einräumen, aber der Nachher-Text ... naja, lest selbst.
Auch Ludger Volmer muss sich gegen eine Schmutzkampagne wehren, und das war auch völlig rechtens, daß seine Frau sich auf Kosten der Regierung durch die Gegen fliegen ließ
Sehr schön auch, wie die CSU Johannes Rau mit Scheiße zu bewerfen versucht.
Also ich hätte ja jetzt zu gerne die IP-Ranges, unter der die INSM-Schergen ihre Inhalte verbreiten...
Hier ist auch ein schöner PR-Whitewash von RWE zu Biblis, einem Meilenstein in punkto Sicherheit.
Aerosolbomben haben eine wesentlich stärkere Hitzewirkung als konventionelle Sprengladungen, was die Bombe effektiver gegen Weichziele wie Infanterie oder ungepanzerte Fahrzeuge macht."Weichziele", wie? Priiiima. Naja, ist ja eh alles nur Augenwischerei. Die Warlords regieren das Land. Die Bundeswehr hat sich in ihren Lagern eingegraben und patroilliert nur noch gelegentlich eine große Straße entlang. Was wollen sie da mit mehr Bomben erreichen?
Ich habe mich z.B. über die Schilderung gefreut, wie De Gaulle die Amis und die NATO vorgeführt hat, und wie Maos Sticheleien Schuld an der Kanonenbootdiplomatie der Russen in den Westeuropäischen Ländern gewesen sein sollen. Keine Ahnung, wie viel da dran ist, klingt schon teilweise sehr fantastisch, aber der Typ hat schon Credentials (und Wikipedia hat ein grandioses Foto!). Das gibt es gerade relativ billig als Taschenbuch. Ich weiß noch nicht so recht, wie viel ich vom Inhalt halten soll, aber vertane Zeit ist die Lektüre glaube ich nicht.
Es ist die Tragik jeder Demokratie, dass bei uns jeder seine Meinung öffentlich vertreten darf und dass man politisch Verantwortliche in einer Demokratie schützen muss. In Diktaturen würde so etwas nicht passieren.Nie gehört? Guckt euch mal ne Dokumentation über die Ära Kohl an. Ohne den ist Kohl nirgendwo hin gegangen. Wikipedia hat ein paar Details zu dem. Roche hat nen Lebenslauf (da sitzt der im Board of Directors).
Update: diese Charakterisierung als "liebenswürdig" erinnert mich an die Wikipedia-Seite zu "Gestapo", wo folgendes steht:
Es handelte sich zunächst um eine relativ bescheidene und kleine preußische Behörde, die in direkter Tradition zur politischen Polizei Preußens stand und deren Hauptaufgabe die Beobachtung und Bekämpfung politischer Gegner war.
Update: Wikipedia hat eine Liste von Selbstanzündern, und da taucht der Islam eher selten auf. Mhh. Offenbar eher Buddhisten.
The most infamous quote, "Israel must be wiped off the map", is the most glaringly wrong. In his October 2005 speech, Mr. Ahmadinejad never used the word "map" or the term "wiped off". According to Farsi-language experts like Juan Cole and even right-wing services like MEMRI, what he actually said was "this regime that is occupying Jerusalem must vanish from the page of time."Ich stieß mich erst an der Behauptung, MEMRI sei rechts-außen, weil ich bisher dachte, das sei so eine Art Uni-Ausgliederung, aber laut Wikipedia ist das schon eine passende Beschreibung oder zumindest werfen MEMRI das noch andere vor, und es ist in der Tat von einem Israelischen Ex-Militär gegründet worden. (Danke, Chico)What did he mean? In this speech to an annual anti-Zionist conference, Mr. Ahmadinejad was being prophetic, not threatening. He was citing Imam Khomeini, who said this line in the 1980s (a period when Israel was actually selling arms to Iran, so apparently it was not viewed as so ghastly then). Mr. Ahmadinejad had just reminded his audience that the Shah's regime, the Soviet Union, and Saddam Hussein had all seemed enormously powerful and immovable, yet the first two had vanished almost beyond recall and the third now languished in prison. So, too, the "occupying regime" in Jerusalem would someday be gone. His message was, in essence, "This too shall pass."
Zumindest unter Techies ist das Wahlmaschinen-Problem weitgehend bekannt.
Die Debatte mit den mexikanischen Einwanderern läuft mit sehr ähnlichen Argumenten ab wie bei uns, aber es fühlt sich für mich viel klarer an, weil ich da als Außenstehender nicht emotional betroffen bin. Ich finde es sehr interessant, sich damit zu beschäftigen, weil man die Erkenntnisse am Ende vielleicht übertragen kann. Die vorgebrachten Argumente sind:
Auch sehr interessant an Mexiko ist Vicente Fox, der Präsident, denn der hat bei Amtsantritt erst mal angefangen, seine Befugnisse und die der Regierung auf das in der Verfassung definierte Maß zurück zu fahren. Sowas würde ich mir ja auch bei uns mal wünschen. Der Mann scheint der einzige Demokrat zu sein, den die USA in fremden Ländern an der Macht halten. Normalerweise sind das ja eher krasse Diktatoren und fiese Tyrannen.
Im Übrigen, liebe Susanne, beantrage ich hiermit ein Howto, oder eine FAQ von mir aus, wo solche tumben Parolen mal aufgelistet und in einfachen Worten widerlegt werden. Ich halte es für an der Zeit, daß wir allen Leuten Argumente in die Hand geben, um aus solchen Stammtischparolen souverän die Luft rauslassen zu können. Ich gebe mal ein Beispiel, wie ich das meine:
"Die Mexikaner zahlen keine Steuern"So oder so ähnlich wünsche ich mir eine Art Wikipedia der dummen Stammtischargumente und ihrer Widerlegung. Wer macht mit? Ich will jetzt nicht, daß wir alle über Mexikaner bloggen, sondern schon über unsere eigenen Probleme, aber der Blick auf vergleichbare Probleme anderer Leute hat noch keinem geschadet.Erstens betrifft das nur die Einkommenssteuer; andere Steuern wie Mehrwertsteuer, Tabaksteuer, Benzinsteuer und so weiter zahlen die natürlich auch. Zweitens gibt es auch in den USA ein progressives Steuersystem, bei dem man erst ab einem Mindesteinkommen steuerpflichtig wird. Und das Einkommen der durchschnittlichen illegalen Einwandererfamilie ist deutlich unter dem Mindeseinkommen. Im Übrigen nutzen die Mexikaner ja auch die ganzen Dienstleistungen nicht, die US-Bürgern zur Verfügung stehen. diese Studie von 2004 sagt, daß bei einer Einbürgerung die Kosten pro Mexikaner für den Staat um knapp 200% oder $5000 steigen (die Seite will mit den Zahlen das Gegenteil ausdrücken, aber wenn die Mexikaner weg wären, müsste der Job ja von anderen gemacht werden, die dafür auch nicht mehr Geld bekämen, aber Bürger wären).
Global central bankers are still inflating their money supplies to keep borrowing costs low, in the face of strong loan demand, especially for corporate takeovers. Globally, 5,800 takeovers valued at $859 billion were announced in the first three months of 2006, the fastest start since the record M&A year of 2000. The Euro zone's M3 money supply is 8.6% higher from a year ago, and the UK's M4 is 12.2% higher. China's M2 money measure is 18.8% higher. The US M3 is off the charts.Die Chinesen sind da unter Zugzwang; deren Wohlergehen hängt davon ab, daß die Amis sich ihren Billigschund leisten können, daher halten sie ihren Yuan möglichst nahe am Dollar. Weil der Dollar so abstürzt, müssen die auch ihre Inflation voran treiben. Wikipedia über Geldmenge
Ich habe da schon an anderer Stelle etwas zu gesagt, aber ich möchte auch hier meinem Unverständnis für das Gebahren der Wikipedia Ausdruck zu verleihen. Liebe Wikipedianer, ihr seid eine Webseite! Keine Enzyklopädie. Eine Webseite! Was ihr euch da intern für Maßstäbe für euren Inhalt ausgedacht habt, ist vollständig wurscht. Das ist eine Webseite, und unterliegt damit rein juristisch Regeln. Wenn ihr abgemahnt werdet von den Eltern, und ihr das Material dann nicht entfernt (und die Gründe dafür sind wirklich vollständig egal, und interessieren mich z.B. überhaupt rein gar nicht, also sowas von überhaupt nicht, das kann man mit Worten gar nicht ausdrücken), dann fangt ihr euch eine Einstweilige Verfügung ein. Jetzt hier tränendrüsendrückend eine Verfolgtenrolle herbeihalluzinierend unter Tränen www.wikipedia.de zuzumachen, und Trons Eltern die Schuld daran zu geben, das ist echt das allerletzte. Daß ihr sowas nötig habt! Meine Güte!
Aber ganz abgesehen von dieser Problematik, mit der Realität umzugehen, gibt es da auch noch die moralische Ebene. Wenn die Eltern eines Verstorbenen euch erlauben, den Artikel über Tron da zu lassen, solange ihr den Namen nicht erwähnt (und ich finde Tron ehrlich gesagt nicht so wichtig, daß er unbedingt in der Wikipedia einen Artikel haben muss), dann solltet ihr dankbar sein und den Familiennamen da rausnehmen und gut ist. Unabhängig davon ob ihr jetzt findet, daß die Recht haben oder nicht. Das versteht sich doch von selbst, daß man den Wünschen der Hinterbliebenen erstmal mit Respekt begegnet und folgt, und dann einvernehmlich einen Kompromiß sucht. Und was die Eltern euch angeboten haben, das war aus meinen Augen schon ein außerordentlich fairer Kompromiß. Manche Leute sind echt so sozial unfähig, daß man fast versucht ist, ihnen auch mal so einen Fall an den Hals zu wünschen, wo wildgewordene "Reporter" wie Burks ihre verstorbenen Verwandten in Büchern und Artikeln mit Schmutz bewerfen. Bei Leuten wie Burks gibt es ja keinen Grund, anderes Verhalten zu erwarten, aber Leute wie die Wikipedia-Jünger, die sich immer mit hehren ethischen Zielen umgarnen, daß solche Leute sich dann auch nicht besser verhalten als Burks, das finde ich wirklich schade. Wie können Leute, die so auf den Rechten anderer herumtrampeln, sich selbst auch noch für "die Guten" halten? Ist wie im echten Leben auch — nach der Revolution stellen sich die Revoluzzer als auch nicht besser als die Diktatoren vor ihnen heraus.
Heute stelle ich fest, daß es schöne Begriffe für die Teile des Phänomens gibt: Redshirt (der Mann in der roten Uniform, der mit Kirk, Pille und Spock runtergebeamt hat, steht immer mit einem Beim im Grab; man weiß schon vor dem Beamen, daß jemand sterben wird, wenn er zum ersten Mal eine Sprechrolle hat), Stormtrooper Effect (wenn Kanonenfutter-Nebenrollen wie die Imperialen Sturmtruppen trotz überwältigender Übermacht auf einem engen Gang mit 2000 Schuß nicht in der Lage sind, auch nur einen der vier fliehenden Protagonisten zu treffen). Die Seite über den Stormtrooper Effekt erklärt auch das Inverse Ninja Law: ein gegnerischer Ninja ist supergefährlich, lautlos, schleicht sich von hinten an und bringt sicheren Tod. 12 Ninjas hingegen stehen sich gegenseitig im Weg, und machen dann einen großen Kreis um den Protagonisten, der sie dann mit links platt macht. ;-) Die Redshirt-Seite listet auch Hommages an die Redshirts — sehr schön!