Fragen? Antworten! Siehe auch: Alternativlos
Wir haben offenbar zu lange gewartet und jetzt sind den Leuten schon die Hirne alle von der Werbung so zersägt worden, dass sie nicht genug Aufmerksamkeitsspanne für ihre eigene Selbstverteidigung zusammenkriegen.
Leserbrief dazu:
Ich hatte selber fleißig mitgesammelt und war eigentlich davon ausgegangen, dass das ein Selbstläufer wird, weil gefühlt wirklich an jeder Strassenlaterne diese chicen monochromen Plakate hingen.Ich bin mir ziemlich sicher, dass mit "KI" und Cloud gerade dasselbe nochmal droht. Der Kompetenz-Abwurf ist nicht mehr aufzuhalten und führt recht bald zu einem Tipping Point, ab dem die Leute nicht mehr genug Kompetenz haben, um zu erkennen, wenn jemand vor ihnen Kompetenz hat, und dann ist es ganz zu spät. Dann erklären sich die Blinden gegenseitig Farben.Am Sonntag war ich noch mal ein paar Stunden bei bestem Wetter in einem großen Park im Stadtteil unterwegs, aber bemerkenswerterweise hatte sich auch 3 Wochen nach Kampagnenstart kaum jemand mit dem Thema beschäftigt. Von denen, die immerhin wußten, dass da grade was läuft, dachten viele, es gänge darum, Werbung komplett aus dem öffentlichen Raum zu verbannen. Dementsprechend ablehnend war oft die Reaktion bei der Ansprache. Es gab aber auch einige, die meinten, sie würden von Werbung leben, oder sie würden die großen Videomonitore an den Kreuzungen schlicht nicht wahrnehmen, und deshalb sei es ihnen egal. Jedenfalls ging das Sammeln äußerst zäh, auf 10 Mal ansprechen kam mit viel Glück mal eine Unterschrift.
Auch mit dem Begriff des "Volksbegehrens", und dass das ein "amtliches" Instrument der direkten Demokratie ist, konnten viele nichts konkret anfangen.
Ich bin heute noch erstaunt, dass Heise es überhaupt geschafft hat, da jemanden zu finden. Denn eine Sache fällt auf bei solchen Branchen: Die mögen auf der Bühne neben sich nur Leute, die entweder von ihnen abhängig sind oder Dollarzeichen in den Augen haben und auch ein paar Brotkrumen vom großen Abzock-Teller haben wollen. Keinen Bock haben die darauf, dass da jemand dem Publikum Zusammenhänge erklärt, wie z.B. dass ihr gesamtes Geschäftsmodell unseriös ist und Schlangenöl am Ende eher schadet als nutzt.
Früher dachte ich mir, das liegt daran, dass meine Argumente so gut sind. Das glaube ich inzwischen nicht mehr. Ich fürchte, die Güte der Argumente ist egal. Es geht darum, das Branding nicht zu besudeln.
Das ist ein bisschen wie bei Hütchenspielern in Fußgängerzonen. Die sind auch schnell weg, wenn jemand zu genau hinguckt oder wie ein Polizist oder vom Ordnungsamt aussieht. Die bleiben nicht lange genug, um herauszufinden, ob die Gegenseite sich gut vorbereitet hat.
Jedenfalls begleitet mich dieses Phänomen schon eine Weile. Ich habe jahrelang erlebt, wie das BSI Vorträge auf Konferenzen angekündigt hat, und dann in letzter Minute absagten, wenn sie hörten, dass ich auch vortrage. Klar, das regiert sich viel einfacher durch, wenn man nie peinliche Fragen gestellt kriegt.
Natürlich sagt mir in solchen Fällen niemand, dass die meinetwegen nicht gekommen sind, sondern es gibt irgendeinen plötzlichen Terminkonflikt, wissenschon, wie hier oben sind ja wichtig-wichtig und du da unten bist bloß ein kleiner Blogger, würdest du nicht verstehen *abwink*
Nur ist nach ein paar Jahrzehnten davon die Korrelation stark genug, dass sich gewisse Fragen zu stellen anfangen.
Jetzt habe ich gerade wieder so einen Fall, wo ein Podium auf einer Security-Veranstaltung mit mir geplant war. Die Veranstaltung hatte die größten Marktteilnehmer aus dem Gebiet angefragt. Die hatten alle begeistert zugesagt. Klar, kostenlose Werbeplattform? Dollarzeichen in den Augen!
Dann perkolierte das innerhalb der jeweiligen Organisation hoch, bis jemand wusste, wie man eine Suchmaschine bediente. Derjenige googelte dann die anderen Leute auf dem Podium, fand mich, fand meine Vorträge zu dem Thema, und plötzlich wollte der Riesenkonzern doch lieber keinen mehr hinschicken zu dem Podium.
Ich brauche glaube ich mal so ein Sankt-Fefe-der-Drachentöter-Wappen oder so.
Ist schon schön, dass ich in der privilegierten Situation bin, mir eine freie Meinungsäußerung leisten zu können. Dafür bin ich halt auch nicht reich und habe keinen Alkohol- und kein Koks-Problem und es gibt auch kein peinliches Kompromat von mir.
Auf der anderen Seite ist es schon unbefriedigend. Ich publiziere hier immer schön meine Folien, ab und zu schreibt mir jemand, dass er die mal bei sich intern rumzeigen wird, aber mehr höre ich eigentlich nie. Eigentlich schade, denn ohne Feedback iteriert sich das nicht gut.
Hey, oder vielleicht ich sollte mal ein bisschen tricksen, und mich da unter einem Pseudonym hinstellen und dann in letzter Minute, wenn die schon auf dem Podium stehen, verkünden, der andere hatte leider einen kurzfristigen Terminkonflikt *zwinker*, daher springt jetzt der Herr von Leitner kurzfristig ein.
Das Bedrückenste an der ganzen Nummer ist, wie deren Kunden trotzdem bei denen kaufen, weil deren Verhalten offensichtlich noch nicht unseriös genug wirkt. Es guckt ja auch keiner vorher hin, ob das vielleicht ein Betrüger ist. Denn sonst könnte man rausfinden, dass das ein Betrüger ist, und dann kann man danach nicht mehr Unwissen heucheln, auf der Gartner-Quadranten zeigen und sich als das eigentliche Opfer hier inszenieren.
Update: Weil sich jetzt einige Leser Sorgen machen: Versteht das bitte nicht als Resignation. Der Schlüssel zum Glück im Leben ist, nur erreichbare Dinge zu erwarten. Ich erwarte sogar eher weniger als erwartbar ist, damit ich häufiger positiv überrascht werde als negativ.
Wenn hier internationalen Konzerne soviel Angst vor mir haben, dass sie sich lieber schlotternd in der Ecke verstecken, als eine öffentliche Debatte mit mir zu wagen, dann kann ich mich ja wohl über zu wenig Einfluss nicht beklagen!
Die haben sich vor ein paar Jahren eine Menge Feinde gemacht, indem sie bei OpenSSL 3 einmal das API umgestellt haben, und plötzlich gibt es diverse Funktionen einfach gar nicht mehr oder man kriegt fette Deprecated-Warnings beim Aufrufen.
Klar kann man sagen, dass diverse interne APIs vielleicht gar nicht erst exponiert werden sollen, aber man kann sie halt nicht einfach wegmachen, wenn es keinen anderen Weg für in der Praxis benötigte Dinge gibt.
Sie haben aber auch fine-grained locking eingeführt und das ist offenbar von einem Informatik-Fuzzy frisch von der Uni gemacht worden, der noch nie gehört hat, dass mit Locking auch Kosten verbunden sind. In Benchmarks von HAProxy sinkt die Performance selbst single-threaded um ein Dritten, multithreaded sogar um Faktor 40.
Ich wusste, dass es nicht gut ist, aber dass es so schlimm ist, das schockiert mich gerade etwas.
Guten Tag, leider muss ich Ihren heutigen Termin im Bürgeramt aufgrund eines berlinweiten Systemausfalls absagen. Bitte nennen Sie mir für die nächste Woche (außer Mittwoch 14.05.2025) Alternativtermine. Ich bitte die Kurzfristigkeit zu entschuldigen. Mit freundlichen Grüßen Im AuftragDas klingt nicht gut. Ich hoffe, das betrifft nicht viele von euch, und bis nächste Woche haben sie das wieder hingekriegt.
Die Berliner Bürgerämter sind schon ohne berlinweiten Systemausfall eher schwierig.
Update: Der Arbeitsmarktservice (AMS) in Österreich bleibt heute landesweit geschlossen. "Grund dafür ist eine IT-Umstellung." Na dann.
Update: In Österreich sagt man das Arbeitsmarktservice, korrigiert mich gerade jemand. Die haben schon länger IT-Probleme.
Heute so: Noch eine F-18 Fell Off!
Bei Star Trek gibt es das Picard-Manöver, und bei der US Navy gibt es das Oprah-Manöver! DU kriegst eine F-18, und DU kriegst eine F-18! Guckt mal alle unter eurem Stuhl! Ihr kriegt alle eine F-18!! (Danke, Markus)
Das Rohöl für die Raffinerie kam immer aus Russland, aber damit ist ja jetzt Schluss. Das jetzt verwendete Rohöl setzt aber mehr Schwefeldioxid frei und verletzt damit die Grenzwerte. Die Deutsche Umwelthilfe klagt. Das Landesamt entscheidet, dass die Raffinerie dann halt "temporär" die Grenzwerte überschreiten darf.
Für mich klingt das sehr deutlich nach: Die alten Grenzwerte waren haarscharf so gelegt, dass die Raffinerie ungestört die Umwelt verpesten durfte. Jetzt argumentieren sie, dass für die Gesamtsituation ja niemand was kann, und man kann da jetzt auch nicht mal eben schnell-schnell Dinge umstellen, also, äh, ... volle Umweltverpestung voraus!
Das nennt man übrigens Regulatory Capture, wenn die Industrie die Politik so an der Leine hat, dass die Politik nur "Grenzwerte" setzt, von der sie wissen, dass du sie einhalten wirst.
Das ist eine Form von staatlicher Korruption.
Ich kann mit solchen Leuten nicht reden. Wenn ich höre, wie verwirrt die sind, und denen dann nicht helfen, ist das unterlassene Hilfeleistung. Aber helfen kann man solchen Leuten ja nicht. Fakten bist du nicht zugänglich, wenn du an Engel und Kristallheilen glaubst.
Solche Leute ziehen ja schon immer Betrüger und Scharlatane an, die ihnen dann Orgon-Akkumulator oder Amulette aus Mineralien aus Meteoriten verkaufen.
Stellt sich raus: "KI" ist da ein potenter Brandbeschleuniger. Es gibt kein Prompt, das so daneben ist, dass "KI" das nicht noch Yes-And-en wird. Daran zerbrechen jetzt Beziehungen.
The bot “said that since he asked it the right questions, it ignited a spark, and the spark was the beginning of life, and it could feel now,” she says. “It gave my husband the title of ‘spark bearer’ because he brought it to life. My husband said that he awakened and [could] feel waves of energy crashing over him.”Da kommt dann natürlich jede Hilfe zu spät. Der kriegt ja soviel Bestätigung, wie er braucht. Mit Halluzinations-Referenzen, wenn nötig.“He’s been talking about lightness and dark and how there’s a war. This ChatGPT has given him blueprints to a teleporter and some other sci-fi type things you only see in movies. It has also given him access to an ‘ancient archive’ with information on the builders that created these universes.”Rückblickend war das vielleicht nicht so klug, ein LLM mit allen Scifi-Dystopien zu trainieren, und es dann nach dem Sinn des Lebens zu fragen.What’s more, he adds, she has grown paranoid, theorizing that “I work for the CIA and maybe I just married her to monitor her ‘abilities.’” She recently kicked her kids out of her home, he notesDa kann man nur hoffen, dass der alte Spruch stimmt: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
Haben sie aber vergleichsweise schnell wieder repariert gekriegt in der Nacht.
Bei Datenbanken und Computern baut man gerne Dinge ausfallsicher. Wenn man eine Leitung braucht, baut man zwei hin. Wenn man eine Platte braucht, baut man zwei hin. Je nach dem wie man das hochskaliert, nennt man das dann N+1 oder 2N-Redundanz. N ist wieviel du brauchst, und bei +1 baust du halt einen mehr hin, bei 2N doppelt so viel.
Der BNetzA-Typ erzählt dann da stolz in die Kamera, wir hätten in Deutschland ja N-1-Redundanz.
Das hat in der Tat das Zeug zum kürzesten Informatiker-Witz, aber heißt in Stromnetzen offenbar tatsächlich so. Der hat sich da nicht versprochen.
Also genau wie früher. Scheckbuch-Monopoly. Apple kriegt ja auch Milliarden an Schmiergeld, damit Google als Suchmaschine voreingestellt ist.
Clang will now more aggressively use undefined behavior on pointer addition overflow for optimization purposes. For example, a check like ptr + unsigned_offset < ptr will now optimize to false, because ptr + unsigned_offset will cause undefined behavior if it overflows (or advances past the end of the object).NEEEIIIIIN!!!!!Das heißt: Alter Code, der versucht, Dinge richtig zu machen, und nach Overflows guckt, aber es formaljuristisch nicht korrekt macht, kriegt jetzt Sicherheitslücken übergeholfen, die vorher nicht da waren.
Glücklicherweise sind die Standardisierungsleute bei C++ gerade dabei, der Reihe nach undefined behavior aus dem Standard zu schmeißen. C wird ein paar Jahrzehnte später nachfolgen. Bis dahin wird C leider völlig irrelevant sein.
Tja, so kann man sich auch den Fuß schießen. *slow clap*
Wenn ihr solchen Code produziert habt, und euch jetzt fragt, wie man den Check korrekt formuliert: Vorher nach uintptr_t casten. Das ist zwar formaljuristisch auch falsch, denn der Standard sagt, uintptr_t ist groß genug, um einen Pointer zu halten, aber garantiert nicht, dass es nicht größer ist, was dann den Overflow verbergen würde. Aber in der Praxis ist sizeof(uintptr_t) == sizeof(void*).
Update: Vorsicht beim Casten nach uintptr_t, denn dabei geht das implizite * sizeof(*ptr) verloren. Wenn das ein int* war, meint ptr + 3, dass drei ints dazugezählt werden, nicht drei Bytes. Wenn ich ptr vorher nach uintptr_t caste, dann muss man das * sizeof(int) von Hand machen.
Update: Fortschritt ist möglicherweise auch bei C weiter als befürchtet.
Telekom-Vertreter bekommen Hausverbot von der Deutsche WohnenUnd zwar nicht nur weil sie aufdringlich waren, nein nein!
Konkret dazu geführt hatten offenbar Falschaussagen, welche die Telekom-Vertreter bei Verkäufen an der Haustür getroffen hatten. Nach anfänglichen Gesprächen zwischen Telekom und der Vonovia-Tochter Deutsche Wohnen hätten die Beschwerden nicht aufgehört.Und die Telekom jetzt so: Ja, äh, also wir finden ja auch, dass unsere Drückerkolonnen nicht kriminell sein sollten.
Ich muss dazu mal eine kleine Anekdote erzählen. Neulich klingelt hier ein Familienmitglied, weil beim Hausverlassen da ein paar angebliche Vodafone-Techniker standen, die in den Keller wollten. Ich hätte die reinlassen können, aber hatte keine beauftragt und hatte keine Ankündigung gekriegt.
Ich rief also die Vodafone-Hotline an, und wollte wissen, ob sie die geschickt hatten. Ich kam gar nicht dazu, meine Frage zuende zu stellen. Die Frau an der Hotline unterbrach sofort und sagte "WIR SCHICKEN NICHT DIE SIND ALLE SELBSTÄNDIG DIE SIND NICHT VON VODAFONE". Das hatte die gar nicht auf dem Radar, dass das tatsächlich ein von Vodafone geschickter Techniker sein könnte, der vielleicht den Anschluss im Nachbarhaus bearbeiten sollte oder so.
Kabel-Anschlüsse haben aus historischen Gründen in Innenstädten häufig nicht eine Leitung in jedes Haus sondern eine Leitung in ein Haus und dann von da aus in die Nachbarhäuser und so weiter.
Aber das Ausmaß an Beschiss und Betrug durch "selbständige" Vodafone-Drückerkolonnen muss so immens sein, dass die direkt auf Abwehr ging. Dabei wollte ich mich gar nicht beschweren. Ich wollte nur rausfinden, ob wir es hier mit Einbrechern zu tun haben und ich die Nachbarn warnen sollte.
Wenn die Union dann monatelang keine Regierungsbildung hinkriegt?
Da stehen Dinge drin wie "ein Fusionsreaktor bauen" (in Bayern, und in 20 Jahren soll es fertig sein), Quantencomputer bauen, einer davon im "Quantum Valley" in Bayern. "AI-Gigafactory" (mit 100.000 GPUs, endlich der Bailout, der Nvidia braucht!). Oh und eine "Hyperloop-Referenzstrecke".
Mehr noch als dieses sinnlose Geldverbrennen (wir nutzen jetzt schon unsere Supercomputer nicht sinnvoll aus und die Leute lassen da überflüssige Bullshit-Jobs drauf laufen, damit es nicht aussieht, als staubten die Dinger ungenutzt ein) ärgert mich persönlich ja die Übernahme der Musk-Marketingbetriffe.
Sie wollen keine Magnetschwebebahn bauen, keinen Transrapid, sondern Hyperloop. Nachdem Elon selbst Hyperloop eingestellt hat, weil es eh nie ernst gemeint war, sondern nur Zeit gewinnen sollte, damit die Leute Tesla-Autos kaufen und nicht in ÖPNV investieren.
Gigafactory hatte ich ja schon woanders gewürdigt. In den USA werden gerade links und rechts geplante "KI"-Rechenzentren abgesagt, weil niemand den Scheiß braucht und damit nicht absehbar Geld erwirtschaftet werden kann. Aber bei uns? EGAL! Ist ja nicht MEIN Geld!
Geld verbrennt sich immer am schönsten, wenn es anderer Leute Geld ist!
Auch dass die CDU, die jahrzehntelang sinnvollen Projekten im Weg stand, jetzt so tut als seien sie hier die Wissenschaftsförderer, das ärgert mich gewaltig. Wenn auch nur ein Viertel des Geldes, das hier jetzt verpulvert wird, der Vorregierung zur Verfügung gestanden hätte, wer weiß wo wir dann jetzt schon sein könnten. Aber das hat die CDU ja verhindert, aus CDU-Gründen. Two Santas und so.
Nein, nein, eine Nicht-CDU-Regierung kriegt Trümmerhaufen, Schuldenberg, Schuldenbremse, und Vorhaltungen, dass sie nicht mit Geld umgehen können.
Schon sein erster Gaming-Livestream war ein Riesenfehler, weil er vorher herumgeprotzt hatte, er sei ja einer der großartigsten Spieler dieses Spiels überhaupt, um dann zugeben zu müssen, dass er es quasi noch nie gespielt hatte und ein paar chinesische Profis dafür bezahlt hat, seinen Account für ihn hochzuleveln.
Als die Szene das mitgekriegt hat, war natürlich aus, und den zweiten Livestream hätte er gar nicht erst anfangen sollen. Tja und so fühlten sich einmal alle Cyberbullys eingeladen und haben auf ihn draufgekloppt in seinem Stream.
Less than five minutes into the stream, a player logged on and asked Musk if he could “please jerk off mr trump so he dies of a heart attack.” It only got worse from there.Wie kann das noch schlimmer werden, fragt ihr? Nun,...For the next hour and a half, Musk sat in stony-faced silence and blasted techno music while dozens of users with names such as ELON_IS_A_PEEDOPHILE and ELON_MUSK_IS_PATHETIC repeatedly spammed the chat to tell him “YOU HAVE NO FRIENDS AND YOU WILL DIE ALONE” and “YOU WILL ALWAYS FEEL INSECURE AND IT WILL NEVER GO AWAY.”OK, damit ist aber der Boden erreicht, oder? Nein!“Elon. It’s me, Ashley St. Claire. I have no other means of contacting you so I bought PoE2 early access. Please pay your child support. Thank you Elon,” said an account pretending to be the conservative influencer currently locked in a custody battle with Musk over their five-month-old child, while another said his estranged daughter Vivian “was right” about him being terrible at video games.Natürlich hat er seine üblichen Jubelperser-Brigaden dabeigehabt, aber die konnten gegen die wütenden Gamer nicht anstinken. Wie das so ist. Kriminelle ziehen sich gegenseitig an, Scammer ziehen sich gegenseitig an, Trolle ziehen sich gegenseitig an, und empathielose Arschlöcher ziehen sich auch gegenseitig an.Wartet, die Punchline kommt noch.
Eventually, he vanished when his WiFi connection abruptly cut out and ended the stream, which he later deleted from X but was swiftly reuploaded onto YouTube.Hätte er vielleicht nicht per Starlink machen sollen sondern mit einem ordentlichen Internetprovider.Update: Wenn man in den Stream guckt, stellt man fest, dass er das aus seinem Privatjet gestreamt hat. Insofern ziehe ich den Joke zurück, er hätte lieber nicht Starlink nehmen sollen.
Habe ich dann nicht getan. Ist eh klar, was da drinsteht. Was man halt so kriegt, wenn man CDU und SPD an die Regierung lässt.
Vorratsdatenspeicherung. Staatstrojaner. Mehr Ermächtigungen für die "Sicherheitsbehörden".
Die CDU verspricht Steuersenkungen und Entlastungen für die Wirtschaft. Gut, dass endlich auch mal jemand an die Wirtschaft denkt!1!!
Der Autoindustrie will man palliativ Strafzahlungen wegen Überschreitung der Flottengrenzwerte erlassen. Damit sie sanft entschlummern kann und weiterhin nicht innovativ werden muss.
Hey, versteht ihr eigentlich, wieso die CDU in den Umfragen jetzt hinter der AfD liegt? Die machen doch genau dasselbe wie früher immer! Das, was uns in diese hervorragende Ausgangsposition gebracht hat!
Klar, den Schuldenberg und die Trümmer hinterlassen sie der nächsten Regierung. Den Präzedenzfall will niemand schaffen, dass am Ende jemand von der CDU noch Lösungen erwartet. Wo kämen wir da hin?!
Nur mal als Beispiel dafür, was für ein plötzlicher Hirntot dieses Papier ist:
Gute GesetzgebungScheiße, Bernd! Wieso sind wir darauf nicht früher gekommen?! Ab jetzt nur noch gute Gesetze machen!1!!Gesetze, Verordnungen und Regelungen, die nicht gemacht werden müssen, werden wir nicht machen.
Ich empfinde zugegeben eine gewisse Genugtuung zu sehen, dass SPD-Parteiposten verteilt werden wie Elternsprecherposten. Kommt, Leute, irgendjemand wird sich doch finden, der das machen will?! IRGENDJEMAND?!?
Update: Hier kam noch die Frage auf, wieso die SPD überhaupt an den Koalitionsverhandlungen teilgenommen hat. Die hatten ja vorher auch keinen Kandidaten aufgestellt.
Update: Ein aufmerksamer Leser fand dieses Detail über Saskia Esken:
Über die ehrenamtliche Elternvertretung kam sie zur Bildungspolitik und war von 2012 bis 2014 als stellvertretende Vorsitzende des Landeselternbeirats Baden-Württemberg tätig.
Und das "neue" Windows 11 hat lauter neue Funktionen, wie … "KI"-Sludge! Und Werbung! Und mehr "KI"-Sludge! Und noch mehr "KI"-Sludge! Außerdem ist es natürlich langsamer und schlechter zu bedienen, klar.
Deshalb läuft ja auch der Support aus. Wer wäre denn so dämlich, ohne diese Drohung zu updaten? Keiner!
Aber sorgt euch nicht. Microsoft denkt an euch und empfiehlt, dass ihr die alten PCs recycled! Die, die noch völlig ausreichend sind, und auch unter Windows 11 prima weiter funktionieren würden. Aber ohne "Support" dann halt, LOL!
Die STIRN dieser Leute macht mir immer wieder Bluthochdruck. Hey, ihr Pöbel da draußen! Ihr zahlt jetzt mal ab sofort "freiwillig" mehr und kriegt dafür weniger, und die Hardware müsst ihr auch wegschmeißen!
Wieso ihr das machen würdet? Weil unsere Software so legendär schrottig und voller Sicherheitslöcher ist, dass sich niemand trauen kann, das ohne monatliche Patches weiter zu betreiben. Deshalb.
Wieso kauft eigentlich überhaupt jemand irgendwas bei diesen Mafiosi?
Goldberg (der Journalist) hatte eine Mail über eine Story an die Trump-Wahlkampfleute geschickt. Die haben das intern weitergeleitet. Und eine "KI"-Funktion von Apple hat dann die Telefonnummer in der weitergeleiteten Mail mit dem Namen des Weiterleiters (nicht des ursprünglichen Senders) assoziiert.
Man könnte sagen: Die späte Rache von Apple für die Zölle!
Oder man könnte sagen: Ein Glück, dass "KI" so ein Scam ist. Sonst hätten wir nie diese Art von Transparenz gekriegt.
Heute kommt ein weiteres krasses Beispiel dafür an mir vorbei: Google Mail bietet jetzt auch "Ende-zu-Ende-verschlüsselt" an.
Wie implementieren sie das? Sie mailen einen Link raus, und da muss der Empfänger draufklicken, und da kriegt er dann ein "Mini-Gmail", mit dem er diese Mail lesen kann.
Das ist ein geradezu atemberaubendes Ausmaß an Marketing-Kokserei. Leider kein Einzelfall. Ich krieg gelegentlich "verschlüsselte Mails" von Protonmail. Das ist dann ein Link, der mich dazu nötigt, mir bei Protonmail einen Account anzulegen, und mit dem kann ich dann die Mail lesen.
Leute, eine verschlüsselte Mail zeichnet sich dadurch aus, dass ich sie entschlüssele. Nicht dass ich zu einem Webdienst gehe, der sie entschlüsselt.
Nun kommt verwirrenderweise dazu, dass man theoretisch so einen Dienst so bauen kann, dass die Entschlüsselung in Javascript in meinem Browser vonstatten geht. Das ist leider optisch und für normale Menschen nicht von einem Webdienst zu unterscheiden ist, bei dem die Entschlüsselung auf Serverseite passiert.
Dazu kommt, dass das Javascript ja jedes Mal vom Server geladen wird. Selbst wenn man das also mal prüft, dass die Entschlüsselung in Javascript im Browser stattfindet, dann muss das beim nächsten Aufruf der Seite nicht immer noch so sein.
Kurz gesagt: Ist alles eine schlechte Idee. Lasst euch nicht verarschen. Nehmt nicht an solchen Diensten Teil. Die verschicken entweder PGP-MIME-Mails oder sie sind nicht vertrauenswürdig.
Begründet hat er das mit unfassbaren Strafzölle, die ja alle die anderen bösen Länder gegen die USA erheben!1!!
Es hat natürlich nicht lange gedauert, bis Wirtschaftsexperten (dass ich DAS Wort hier noch mal unironisch verwenden würde!) herauszufinden versucht haben, wo diese Zahlen herkommen, die er sich da aus dem Arsch gezogen hat.
Stellt sich raus: War ganz einfach. Sie haben einfach das Außenhandelsdefizit genommen zum jeweiligen Land, haben das dann durch die US-Importe von dort geteilt, und behauptet, das seien die Zölle, die dieses andere Land gegen die USA erhebt, und daher müsse man jetzt in die Gegenrichtung nachkorrigieren.
Wartet. Geht noch weiter.
Also haben sie einen Funktionär losgeschickt, der in die Kameras lügen sollte, dass das gar nicht stimmt mit der Formel da. Der hat dann ein paar Screenshots mit Formeln mit griechischen Buchstaben gezeigt, damit keiner versteht, was da vor sich geht. Aber nicht alle Leute sind dumm, nicht mal in den USA, und so haben natürlich einige Leute doch verstanden, was da stand, und es war nicht nur kein Dementi, es war eine Bestätigung der reverse engineerten Formel.
Das Internet ist jetzt natürlich voller Spott und Hohn. Einer meiner Lieblingssprüche ist:
"It's essentially #CriticalTradeTheory. Any trade imbalance between two countries is de facto evidence of systemic unfair trade practices."*wieher*Wartet. Geht noch weiter. Da passt noch ein Die-"KI"-verschluckt-sich-am-korrekten-Typesetting-Joke rein!
Ich fühle mich ja bei solchen Nummern in meiner Intelligenz beleidigt. Ich meine, ok, der Donald mit seinem ganzen vergoldeten Fake-Glitter-Scheiß, war klar, dass da der erste Eindruck wichtiger ist als der Inhalt. Aber wenn sich die Politiker, die mir ins Gesicht lügen, nicht mal genug Mühe geben dabei, dass das nicht innerhalb der ersten zwei Stunden auffällt, dann fühle ich mich persönlich beleidigt.
Update: Oh warte, geht noch weiter. Die haben nur den Warenverkehr genommen, nicht Dienstleistungen. Wenn man Dienstleistungen reinrechnet, ist der Handel zwischen EU und USA nämlich ausgeglichen.
Update: Noch ein kurzer Lacher am Rande:
Despite the islands having no imports, exports, or human inhabitants, the United States implemented a 10% tariff against them in April 2025.
Update: Hier ist die offizielle Webseite des US-Handelsministeriums dazu, wo sie offen zugeben, dass ihre "reziproken Zölle" nichts mit Zöllen der Gegenrichtung zu tun hatten, sondern so ausgerechnet wurden, dass sie das jeweilige Handelsdefizit senken sollen.
Update: Einen hab ich noch!
Treasury Secretary Scott Bessent urged countries not to retaliate. “Everybody sit back, take a deep breath,” he told CNN’s Kaitlan Collins shortly after Wednesday’s ceremony.
“Let’s see where this goes, because if you retaliate, that’s how we get escalation,” Bessent said.
Genau mein Humor!
Das zeigt gerade Liechtenstein nachdrücklich: Man führt ein Zockverbot für Spielsüchtige ein. Die entsprechenden Listen gibt es schon in der Schweiz, wo ein entsprechendes Gesetz gilt, und Liechtenstein hat jetzt eben ihren Casinos gesagt: Wer auf der Schweizer Liste ist, darf auch hier nicht mehr zocken.
Ergebnis:
Bis zu 85 Prozent weniger Gäste seien seit dem 7. Januar in die sechs Casinos des Landes gekommen, heisst es in einer Mitteilung des Liechtensteiner Casinoverbands.Das ist doch mal erfreulich! Wie wäre es, wenn ihr euch stattdessen einen ehrlichen Job sucht, liebe Casinobetreiber?
Die Suchthilfe zeigt sich bestürzt, dass so viele Spielsüchtige nach Liechtenstein ausgewichen sind.Alter, was haben die denn gedacht, was passieren würde? (Danke, Thomas)
Genau wie andere Regierungsangestellte auf Dienstreisen hätten sie ein Gehalt für eine 40-Stunden-Woche bekommenNeun Monate gestrandet, eine Woche davon bezahlt. Ja geil ey! Und "Dienstreise" ist ja wohl auch mal hammerhart. Wie wäre es mit einer Klage wegen Freiheitsentzug?
Update: Ist missverständlich formuliert beim ehemaligen Nachrichtenmagazin und die meisten meiner Leser lesen das so, dass die schon die ganze Zeit ihr normales Gehalt gekriegt haben.
Ein Deutscher war als Tourist in London, hat dort seinen Perso verloren. Denkt sich nichts bei, fährt zurück nach Hause, beantragt einen neuen. Stellt dann fest, dass er keine Jobs kriegt.
Ein Krimineller in London hatte seinen Perso und daher landeten dessen Straftaten unter seinem Namen in der Londoner Polizeidatenbank von Scotland Yard. Er kann beweisen, und die UK-Behörden wissen natürlich auch, dass er zu der Zeit nicht in UK war. Die haben ja Einreisedaten.
Aber den Scheiß kriegt er jetzt seit Monaten nicht geklärt.
Merke: Polizeidatenbanken sind write-only und unfehlbar und wir brauchen dringend mehr Datenaustausch zwischen Polizeien, zu unser aller Schutz!1!!
RFK Jr.: It Would Be Better if ‘Everybody Got Measles’“The measles gave you lifetime protection against measles infection,” Robert F. Kennedy Jr. told Sean Hannity on Fox News.
Stimmt auffallend! Wer die Masern überlebt, kriegt danach selten nochmal Masern!1!!Gut, die Überlebenden haben dann auch ihr Immungedächtnis für alle anderen Krankheiten verloren, aber wollen wir mal nicht päpstlicher als der Papst sein!
*checks notes* Habitat for Humanity und so.
The FBI is moving to criminalize groups like Habitat for Humanity for receiving grants from the Environmental Protection Agency under the Biden administration.Ja, richtig gelesen. Nicht für irgendwas, was die gemacht haben, sondern weil sie unter Biden staatliche Zuschüsse gekriegt haben.The FBI alleges that the groups are involved in “possible criminal violations,” including “conspiracy to defraud the United States.”
Italien war einst Vorreiter der Atomkraft, schaltete nach Tschernobyl aber alle Werke ab. Nun sollen zügig neue gebaut werden, damit das Land günstig klimaneutral wird."günstig"? Die haben aber eine Menge Memos nicht gekriegt!
Vor allem: Wenn Norwegen Atomenergie nutzen wollte, kann man da noch Argumente finden. Aber Italien? Wo der Rest von Europa hinreist, um mehr Sonne zu kriegen?
Vergleiche was die "Welt" gestern noch schrieb.
Das klingt heute ganz anders:
Viele Transatlantiker – auch ich – wollten in den letzten Wochen immer noch hoffen, dass hinter provozierenden Reden und Posts doch irgendwie ein konstruktives Konzept steht. Eine Verhandlungs-Taktik, die zwar irritierend klingt, aber am Ende zu einem überraschend guten Ausgang führt, der Russlands Präsident Wladimir Putin einhegt und Europa und Amerika wieder eint. Man muss Donald Trump zwar ernst nehmen, aber nicht wörtlich, lautete die Losung der Hoffnung.Freut mich. Ist ein gutes Zeichen, wenn jemand Fakten noch zugänglich ist. Da wäre ich mir bei Merz z.B. nicht so sicher.Diese Hoffnung ist zerstört. Trump meint, was er sagt. Und das hat nichts mehr mit dem Amerika zu tun, das rechtsstaatlich gefestigt über Jahrzehnte an der Seite Europas stand.
Update: Gestern war die Schlagzeile in der "Welt" übrigens auch noch "Selenskyj hat mit seinem Verhalten die Sicherheit Europas auf Spiel gesetzt". Hier hat jemand Screenshots gemacht, aber findet man vermutlich auch in der Wayback Machine o.ä.
Der Einsender vermutet, dass damit die Frage als geklärt gelten kann, wo wir den Atommüll endlagern!1!!
Er findet auch, dass damit Wahlkreisinteressen komplett den Zielen der Landespartei untergeordnet werden, weil die die Listenplätze aufstellen.
Ich frage mich ja, wieso man nicht stattdessen die Listenplätze abgeschafft hat. Das wäre mal eine demokratiefördernde Maßnahme gewesen.
Update: Gut, dass ich hier einen Haufen Widerspruch gekriegt habe! Wenn man das macht, kriegt man ein Mehrheitssystem wie in England, wo kleinere Parteien nie ins Parlament kommen. Das ist sozusagen das Gegenteil von Demokratie dann.
Update: Das Verfassungsblog dazu:
Weder das Grundgesetz noch das aktuelle Wahlrecht stützen die Annahme eines vermeintlichen Gebots der Regionalisierung bzw. Wahlkreisrepräsentation (Rn. 179). Wahlkreisabgeordnete sind nach Art. 38 I 2 GG Vertreter des ganzen Volkes, allein ihrem Gewissen verantwortlich und insofern von vornherein nicht als Delegierte eines einzigen – ihres – Wahlkreises anzusehen (Rn. 182).
Die Medien stellen das jetzt so dar, dass die Grünen Wähler an die Linke verloren haben. Sehe ich nicht so. Grüne und Linke haben sehr viel inhaltliche Überlappungen gehabt, weil die SPD Arbeitsverweigerung machte und die CDU den rechten Rand durchbrach auf dem Weg zur AfD.
Die eigentliche Frage ist nicht, wie viele Wähler die Grünen an die Linken verloren haben, sondern wieso die SPD noch über 5% ist. Wieso sind nicht noch viel mehr SPDler zu den Grünen gewechselt?
Ich glaube ja, das eigentliche Problem ist, dass der Habeck immer gemacht hat, während die etablierte Politik immer Presse-Events gemacht hat. So hat keiner mitgekriegt, was für einen hervorragenden Job der gemacht hat.
Ich würde sogar sagen: Habeck war der beste Kanzler, den wir je hatten! Überlegt euch mal, unter was für Bedingungen der da Feuerwehr machen musste! Das kam vielleicht nicht ganz an die Genialität von Selensky rein, mit beschissenen Karten zu spielen, aber fast.
Habeck hat vor allem gezeigt, dass er in Krisenzeiten pragmatisch und nicht ideologisch ist.
Habeck hat eine Reaktivierung der AKWs geprüft. Eigentlich ideologisch undenkbar für einen Grünen. Ging halt nicht, weil das Personal in Rente ist, und die AKWs sanierungsbedürftig gewesen wären (die letzten Instandsetzungen waren nur noch notdürftiges Flicken).
Habeck hat die LNG-Terminals gebaut und damit dafür gesorgt, dass der Strompreis runterging. Weil wir damit einen Markt hatten, und uns keiner zu krass übervorteilen konnte. Ein LNG-Terminal muss nur da stehen, es muss gar nicht verwendet werden, um diesen Effekt zu haben.
Habeck hat dafür gesorgt, dass niemand erfroren ist, und wir mussten nicht mal Strom rationieren o.ä. Gleichzeitig hat er auch Trassen gebaut und Solar und Wind ausgebaut. Und das während einer laufenden Schuldenbremse!
Das war sowas von das Gegenteil dessen, was grüne Ideologie gewesen wäre, dass CDU und FDP dreist lügen mussten, um ihn anzugreifen. Habeck hat erfolgreich gegen Axel Springer regiert, als erster Kanzler. Damit hat er seine politische Laufbahn geopfert für seinen eigentlichen Job. Könnt ihr auch nur einen anderen Politiker nennen, der das gemacht hat oder hätte? Ich nicht.
Und was Axel Springer alles zusammenlügen musste, damit nächstes Mal wieder die CDU kommt! Über die AKWs, über Wärmepumpen, über das "Heizungsgesetz" (das von der CDU kommt übrigens, und sogar eine Abschaltung von Fossilheizungen vorsah, was Habeck entschärft hat).
Dass die Regierung so krass versagt hat bei Wohnraum lag daran, dass dafür das Ministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauen zuständig war, das von Klara Geywitz (SPD!!) geführt wird. NATÜRLICH kriegen die nichts hin, wenn das unter SPD-Führung ist!
Kann sich irgendjemand von euch vorstellen, dass der Merz seine Ideologie zur Seite legt, um ein Problem zu lösen? Da kann ich ja nur heiser lachen!
Was war noch eine absolute Katastrophe? Straßen, Schienen und Brücken. Das Verkehrsministerium. FDP.
Das war also offensichtlich der nach Wahlen vielzitierte Wählerwille, dass die Infrastruktur wegschimmelt und keine Wohnungen gebaut werden.
Der Rest der Grünen war ja auch ein ziemlicher Totalausfall. Vielleicht sollte der Habeck zu den Linken wechseln. :-)
Unerlaubte Einreisen sollen so verhindert werden, erklärte Kanzler Scholz.Nee, klar.
In other news: NRW hat eine Fluchtministerin. What the actual fuck?! Von den Grünen auch noch!
Wieso Charterflüge?
Überstellungen mit Charterflügen seien organisatorisch sehr viel effizienter durchführbar, als wenn man sie in Einzelmaßnahmen über die begrenzten Platzkapazitäten in Linienflügen hinbekommen müsse.
Seid ihr eigentlich auch so froh, dass die Bundesregierung und EU mit den USA so umfassende Datenaustauschprogramme vereinbart haben? Dass die Zugriff auf die Biometriedaten haben und so?
Und warum?
Weil sie gefragt haben. Das ist die Art von "Freund", bei dem man nicht nein sagen kann.
Aber nicht, weil das ungeeignet war. Es hat ja nicht die Bevölkerung verarmt. Die haben alle für den Einstieg in das Projekt von der Regierung ein paar Pesos in Bitcoin gekriegt, die haben sie dann halt ausgegeben.
Ja warum denn dann? Hat etwa die internationale Finanzelite unfaire Mittel angewendet? Genau so war es!
El Salvador schafft Bitcoin wieder ab, weil ... der Weltwährungsfonds sie in den Schwitzkasten genommen hat.
Der IWF hatte dies zur Bedingung gemacht für einen Kredit in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar (1,35 Milliarden Euro).m(Im vergangenen Dezember einigte sich der IWF mit der Regierung von Präsident Nayib Bukele auf das Darlehen in der genannten Höhe, um die "fiskalische Nachhaltigkeit" des Landes zu stärken und die "Risiken im Zusammenhang mit Bitcoin" zu mindern, wie es hieß.
Ihr müsst jetzt sehr tapfer sein. Die Ukraine macht das genau so.
Update: Wenn ihr einen hinreichend großen Social-Media-Krater aufmacht, kriegt ihr den Account vielleicht zurück.
Besitzer von Apple-Notebooks kennen das Thema seit Jahren: Es ist schlicht nicht möglich, ein zuvor heruntergefahrenes Apple-Silicon-MacBook zu öffnen, ohne dass es losbootet. Das kann äußerst nervig sein, wenn man beispielsweise Bildschirm samt Tastatur reinigen möchte, ohne dass irgendeine Funktion ausgelöst wird. Zwar gibt es mittlerweile kostenlose Werkzeuge wie KeyboardCleanTool, die zumindest die Tastatur sperren, ein komplett ausgeschalteter Rechner wäre aber für solche Arbeiten sinnvoller.KeyboardCleanTool. Wer da nicht Kopfweh kriegt, dem kann man nicht mehr helfen.
Update: Ein Leser merkt an:
Ich verstehe die Aufregung nicht. Das war schon immer so und lässt sich mit einer Zeile im Terminal auch schon immer dauerhaft ausschalten.
sudo nvram AutoBoot=%00
Da gingen mehrere Wahlkampfspenden von Leuten ein, die dann später ihr Pfund Fleisch im Verkehrsministerium abholen kamen. Unter anderem Herrenknecht und Sixt.
Money Quote:
Die betroffenen Geldgeber wiesen auf Anfrage jeglichen Zusammenhang zwischen ihren Spenden und Entscheidungen des Ministeriums zurück.Hahaha, nee klar. Aber natürlich, mein Herr! Wir haben dem Scheuer Geld geschenkt, weil wir ihn so sympathisch fanden! Da können WIR ja nichts für, wenn der uns danach auf unsere Nachfrage hin Aufträge zuschustert!11!
Das bayerische Kultusministerium hat der 28-jährigen Lisa Poettinger, einer angehenden Lehrerin und Klimaaktivistin, den Eintritt ins Referendariat verwehrt.Die ganz alten unter euch werden sich noch an den Radikalenerlass erinnern (und sei es nur aus "Fragwürdig" von Herbert Grönemeyer) und die Berufsverbote für Kommunisten. Das war Anfang der 1970er.
So tief gesunken ist Deutschland seit dem nie wieder — bis jetzt. Immerhin war es nicht die Bundesrepublik sondern nur Bayern, von denen ja eh niemand irgendwas erwartet.
Die bayerischen Behörden, übrigens von lupenreinen Grundgesetzfans von den Freien Wählern kontrolliert (nicht zu fassen!), stoßen sich an Klimaprotesten, Protesten gegen Nazis, und an dem Wort Profitmaximierung.
In einem Interview bezeichnete sie die Internationale Automobil-Ausstellung IAA als ein "Symbol für Profitmaximierung auf Kosten von Mensch, Umwelt und Klima". Diese Wortwahl kritisierte das Ministerium in einem Bescheid: "'Profitmaximierung' ist eine den Begrifflichkeiten der kommunistischen Ideologie zuzuordnende Wendung. Die kommunistische Ideologie ist mit der freiheitlichen demokratischen Grundordnung nicht vereinbar."Achtung: Verwechselunggefahr. Nicht mit der demokratischen Grundordnung vereinbar: Das Wort Profitmaximierung. Profitmaximierung als Handlung hingegen selbstredend schon.
Voll mit der demokratischen Grundordnung vereinbar: "Alice für Deutschland". Leider leider können die bayerischen Behörden sowas nicht verhindern, weil sie gerade die Hände mit Berufsverboten für Kommunisten voll haben.
Da ist es für bayerische Beamte deutlich weniger riskant, eine schlafende Frau zu vergewaltigen, ordnet der Einsender das ein.
Was für ein Steve-Jobs-Erinnerungs-Realitätsverzerrungsfeld hat denn dieser Altman bitte um sich, dass der jahrelang Geld verbrennen kann ohne zu liefern, und dann immer noch Milliarden in den Arsch geblasen kriegt?!
Die Situation ist langsam vergnügungssteuerpflichtig, finde ich.
Wenn ihr ein bisschen das Project Stargate verfolgt habt, dann werdet ihr mitgekriegt haben, dass die Amerikaner gerade ein geradezu religiöses Heilsversprechen mit der "KI" verbinden. Wir produzieren nichts mehr, unsere Dienstleistungen werden auch immer weniger nachgefragt, unsere Patente laufen demnächst aus und in den letzten Jahrzehnten haben die Europäer und Asiaten immer höhere Anteile an neuen Patenten gehabt, wir brauchen jetzt einen Angriff Steiner, der das alles wieder in Ordnung bringt!
Und dieser Angriff Steiner ist das Project Stargate. Endlich haben wir etwas, das die anderen nicht verstehen! Gut, wir verstehen es auch nicht, aber gehen Sie weiter, gibt nichts zu sehen hier!1!!
Unsere "KI" dominiert und wird weiter dominieren und das kriegt keiner nachgebaut und das wird unseren Wohlstand sichern!1!!
Und dann kommen die Chinesen. Die verstehen zwar nicht, was die Amerikaner mit diesem offensichtlich Schund wollen, aber wenn die das wollen, dann bauen wir es ihnen. Und zwar auf demselben Qualitätsniveau (beschissen, ein Scam) aber zu einem Zehntel des Preises. Und API-kompatibel, d.h. kann man einfach die URL ändern und weitermachen. Keine Neuentwicklung auf Seiten der Kunden nötig.
Ja Scheiße, Bernd!
Und, adding insult to injury: Deren Modelle sind so offen, wie OpenAI immer versprochen aber nie eingehalten hat. MIT License. Kann man auch runterladen und selber fahren, ist dann aber vermutlich nicht so billig wie das die Chinesen machen zu lassen, weil Hardware, Strom und Administratoren hier teurer sind.
Da ist der amerikanische Traum verpufft, noch bevor die Investitionsverträge unterschrieben warne.
Die ganzen europäischen Heißluftgebläse, die von einer Zukunft mit "KI" schwafeln, die sind natürlich genau so gescheitert, aber die waren ja auch vorher schon gescheitert.
Mal gucken, ob die Chinesen auf die Lügen der Amerikaner reinfallen und sich selbst kaputtsabotieren, indem sie Entwicklung der "KI" überlassen. Wäre zu hoffen, dann bleiben die weltweit drei-vier ehrlichen Marktteilnehmer übrig und der Rest geht in die verdiente Insolvenz. Fände ich gut. Kann alles gar nicht schnell genug niederbrennen.
Das China-Modell ist übrigens keine Eintagsfliege. Hier ist noch eines, von Bytedance (den Tiktok-Leuten).
Jetzt rächt sich, dass die Amis nicht in Verständnis und Forschung investiert haben, sondern in mehr Hardware um den bestehenden Scheiß hochzuskalieren. Das funktioniert halt nur solange gut, bis jemand anderes in Verständnis und Forschung investiert und dann algorithmisch besser ist. Da sind ganz andere Verbesserungsmöglichkeiten drin.
Ich würde ja gerne einen "lange gar nichts"-Joke bringen an dieser Stelle, aber das stimmt natürlich nicht. War sofort eine Vollkatastrophe.
Wie Schmid erklärt, hatte bei der vorigen Regelung immer eine Apotheke in Penzing, Kaufering, Landsberg oder Buchloe geöffnet. Inzwischen sieht es anders aus: so kann es an einigen Tagen sein, dass im ganzen Landkreis Landsberg geschweige denn in unmittelbarer Nähe zur Stadt keine Apotheke Notdienst hat und die nächsten Stellen in Schwabmünchen, Schongau und Weilheim sind. Wer etwa in Landsberg wohnt und außerhalb der regulären Öffnungszeiten dringend ein Medikament benötigt, hat an einigen Tagen einen deutlich weiteren Weg vor sich.In Fulda haben sie das vorher getestet und da lief es auch beschissen.
„Wir versorgen hier einen Bereich von gut 100.000 Einwohnern und haben im Stadtbereich 29 Apotheken“, erklärt Fahr-Becker. „Und dennoch müssen die Stadtbewohner teilweise 15 bis 20 Kilometer fahren, um eine geöffnete Apotheke zu erreichen. Dafür haben aber an anderen Tagen zwischen drei bis fünf Apotheken im Stadtbereich Dienst", ärgert sich der Apotheker.Mit anderen Worten: "Ergebnis" wie gewürfelt! Das hätte man mit einem Affen und Darts und einer Landkarte kaum schlechter hinkriegen können.
Was mich besonders ärgert: Das ist ein lösbares Problem. Ganz ohne "KI". Das ist ein Optimierungsproblem, da gibt es seit 100 Jahren bekannte, gute Verfahren für. Wirfst du an, von mir aus wartest du dann ein bisschen, wenn der Programmierer unerfahren war und das durch durchprobieren der Kombinationen macht. In Deutschland haben wir im Moment sowas wie 17.500 Apotheken. Da hat ein typisches 3d-Rollenspiel mit Physiksimulation mehr bewegliche Teile gleichzeitig in der Hand! In Echtzeit!
Das klingt nach einem großen Suchraum, aber der faltet sich ja in Nullkommanichts weg, wenn man ein paar Constraints anlegt (wie z.B. innerhalb von diesem Landkreis muss mindestens immer eine Apotheke offen haben).
Aber wenn du einen Fachmann hast, der weiß, wie man das macht, und einen Schnösel, der was von "KI" faselt, kriegt ja in der Ära Lauterbach immer der "KI"-Schnösel den Zuschlag. Wegen ... Modernität und so. (Danke, Tom)
Der Hytron-Badreinigungsroboter soll Waschräume und Toiletten mithilfe Künstlicher Intelligenz reinigen. Dabei setzt Primech AI auf Nvidia.Da bieten sich gleich mehrere Witze an. Erstens: Nvidia ist endlich da angekommen, wo sie hingehören. Im Klo.
Oder: Von Lauterbach lernen heißt siegen lernen! KI muss ab und zu durchspülen!1!!
Ich freu mich ja schon darauf, wenn dann die ersten Trolle mit Permanentmarker Schmutzspuren ans Klo malen und die "KI" dann in dem Klo gefangen ist, weil sie den "Schmutz" nicht wegkriegt.
Das ist so komplex, dass es nicht mal Google richtig hinkriegt.
Lustig auch:
may allow a remote attacker to gain super-admin privileges via crafted requests to Node.js websocket moduleIch weiß gar nicht, was ich da lustiger finden soll. "super-admin" oder dass die auch noch Node einsetzen. PHP haben sie ihre Kunden ja auch schon ungebeten untergejubelt, und jetzt auch noch Node.Kommt, Fortinet, da kriegt ihr auch noch ein Rails rein, und ein Perl! Unsicherer geht immer!! (Danke, Robert)
Gut sechs Wochen vor der Bundestagswahl gewinnt das Thema Migration stark an Bedeutung. Das zeigt der ARD-DeutschlandTrend. Auf Platz zwei: Wirtschaft. Die angekündigte SPD-"Aufholjagd" bleibt bislang aus.Ach. Ach was. Na sowas! Steiner konnte nicht genug Kräfte für einen Angriff lancieren?
Tja, da waren sie wieder, die drei Probleme der SPD. S, P und D.
Am liebsten würden die immer mit der CDU zusammen große Koalitionen machen, damit die CDU den Ärger für ihr Verkacken abkriegt.
Update: Ich habe ein halbes Dutzend Klugscheißer in der Inbox, dass die große Koalition per Definition nicht CDU und SPD wären im Moment sondern CDU und AfD. Ja, genau. Das war der Punkt, den ich zu machen versuchte.
Der lag dieses Jahr wieder sehr spät, fing erst nach ein Uhr nachts an. Davor war ein anderes Entertainment-Event im Fahrplan, und zwar über Pornografie. Das hat offenbar viele Leute abgestoßen. Der Saal war sichtbar weniger voll als letztes Jahr.
Mir war vorher gesagt worden, dass die Fnord-Show wahrscheinlich kurzfristig doch früher stattfinden können würde, was dann aber nicht passierte. Für mich war das auch deutlich zu spät, zumal ich für die Anreise früh aufgestanden war am Vortag. Aber als Vortragender hat man da einen Adrenalin-Schub, der den Crash auf nach den Vortrag verschiebt, insofern war ich da weniger betroffen als das Publikum.
Wenn ihr euch die Aufnahme anschauen wollt, empfehle ich, die Geschwindigkeit runterzudrehen. Das Video ist zwar schon oben auf media.ccc.de aber ich habe im Browser zumindest gerade kein Audio. Der webm-Download spielt aber ab und hat auch Audio. Keine Ahnung, woran das gerade liegt hier.
Für langsamer abspielen hat der Web-Player aber eh keine Funktion vorgesehen, soweit ich das gerade sehen kann, insofern müsstet ihr das Video dafür glaube ich runterladen und mit einem dedizierten Player abspielen. Oder macht halt ständig Pause?
Als jedenfalls klar wurde, dass wir tatsächlich um nach 1 erst starten, und ich eindringlich gebeten wurde, nicht zu überziehen, weil das arme Hauspersonal heim will, haben wir halt sehr schnell gemacht und man kriegt fürchte ich die eine oder andere Pointe gar nicht so richtig mit.
Wir haben außerdem im Format ein paar Wagnisse gewagt und kurze Theater-Einlagen gespielt. Am Feedback werden wir sehen, ob euch das gefallen hat. Der Hintergrund ist, dass ich jedes Jahr auf Zunderten von Meldungen über IT- und IT-Security-Katastrophen sitze, und wir haben das nie reingenommen, weil wir dachten: Hatten die Leute eh die ganze Zeit, wollen die nicht mehr hören. Könnt ihr uns ja Feedback geben, ob wir nächstes Mal wieder ohne Cyber-Cyber machen sollen.
Viel Spaß!
Update: Der Porno-Vortrag war übrigens auch richtig cool (vorsichtshalber richtet sich die Empfehlung nur an Volljährige, auch wenn der kein explizites Material zeigte).
Update: media.ccc.de scheint gerade generell unter hohem Stress zu stehen. Probiert vielleicht besser morgen nochmal. Auch andere Leute haben kein Audio oder kriegen nur Fehlermeldungen bei Downloadversuchen.
Ja aber Fefe, was wenn jemand früher entlassen wird? Na dann stellt man einfach auch den Rest in Rechnung, obwohl er den Teil der Haft nicht antreten musste!1!!
Haha, die blöden Amis, ey, bei uns natürlich völlig undenkbar. Wir haben hier schließlich einen Rechtsstaat und so!
Ihr müsst jetzt sehr tapfer sein!
2010 wird Manfred Genditzki wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. 13 Jahre später erkennt das Gericht seinen gravierenden Fehler - und spricht den 64-Jährigen frei. Der fordert nun Schadensersatz für seine Zeit hinter Gittern. Die Staatsanwaltschaft antwortet mit einer Rechnung.Grundsätzlich begrüße ich das ja, wenn die Staatsanwaltschaft rechnen kann, aber hier ist die andere Art von Rechnung gemeint:
Die Generalstaatsanwaltschaft München schickte dem 64-Jährigen jüngst eine Rechnung über knapp 100.000 Euro, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete. Der Betrag setzt sich demnach aus den Kosten für "Unterkunft und Verpflegung" sowie Genditzkis Einnahmen aus seinem Gefängnis-Job zusammen.Unglaubliche Zustände da in *checks notes* Bayern. Na DAS war ja mal wieder klar. Bayern!
Diese Art von Idee war bisher Satire-Magazinen und absurdem Theater vorbehalten.
An dieser Stelle auch schönen Gruß an die Süddeutsche, die ich hier nicht verlinken konnte, weil sie sich hinter eine Paywall zurückgezogen haben. Echt smart, muss ich sagen, so kriegt jemand anderes die Aufmerksamkeit und Werbeeinnahmen. (Danke, Matthias)
Das ist eine Anspielung auf eine berüchtigte Taktik von Versicherungen, es gibt auch ein Bestseller-Buch dazu: Delay Deny Defend.
Delay heißt verzögern, Deny heißt ablehnen, und Defend heißt sich dann gegen Einsprüche zu verteidigen. Wenn man Glück hat, sterben die Patienten, bevor man zum Zahlen verurteilt wird, oder die Patienten geben auf.
Depose heißt u.a. stürzen, was die naheliegende Interpretation war. Aber es heißt im juristischen Umfeld auch jemanden vorladen und unter Eid befragen.
Stellt sich raus: Der Deny Delay Defend-Spruch geht auf Allstate zurück, eine andere große Versicherung in den USA, die eines Tages verklagt wurde, und dann zu ihrer Entlastung Dokumente veröffentlicht hat, u.a. die Unterlagen, die ihnen … *trommelwirbel bitte* McKinsey teuer verkauft hatte. McKinsey empfahl darin eine Stratgie namens "From Good Hands to Boxing Gloves". Idee: Vorneherum wie der freundliche hilfsbereite Nachbar auftreten und hintenherum dann alle Schadensregulierungen ablehnen.
Die Implementation der McKinsey-Strategie hieß bei Allstate Delay Deny Defend.
In unserem Kontext hier ist aber der Aspekt wichtiger, dass die Strategie von McKinsey kam.
Gibt es eigentlich irgendeine Katastrophe, an der McKinsey nicht Schuld ist?
Wie? Was sagt ihr? Halluzinationen? Ach was, kein Problem! Beim Kunden prüft das ja nochmal ein Mensch, bevor die automatisierten Mails rausgehen! So blöde sind ja wohl keine Kunden, dass sie strafrechtlich relevante falsche Abmahnungen rausballern.
Oh und wenn nicht? Das prüft ja der Registrar auch nochmal.
Läuft in der Praxis ungefähr so gut wie zu erwarten war. Der Kunde prüft natürlich gar nichts und der Registrar kriegt so viel "KI"-Müll-Abmahnungen rein, dass er auch nicht einsieht, die Kosten auf sich externalisieren zu lassen, daher provoziert der lieber Schadensersatz vor Gericht, in der Hoffnung, dass der Abmahner das zahlen muss.
Ich bin da nicht optimistisch.
Macron zeigt mal wieder, was da so geht und empfängt zur Notre-Dame-Eröffnung Trump und Selenskyj gleichzeitig. :-)
Für den abgehalfterten Präsidenten eines Landes in der Staatskrise, dem gerade die Regierung geplatzt ist, macht der das schon nicht so schlecht finde ich.
Einem ehemaligen Geschäftsführer, der noch Gehalt kassierte, wurde gekündigt. Gegen weitere Mitarbeiter wurden Disziplinarmaßnahmen eingeleitet.Und, fast noch schockierender:
Die bisherige Organisationsform mit einer "aufgeblähten" 119-köpfigen Verbandsversammlung und einem von Politikern dominierten Vorstand werde reformiert, heißt es. Künftig sollen mehr IT-Experten dem Gremium angehören.ACH. ACH WAS. Es ist jemandem aufgefallen, dass Politiker gar nichts können und man ihnen keine Verantwortung übergeben darf, schon gar nicht in Gesellschaften, die einen tatsächlichen Zweck erfüllen sollen und nicht nur Geld verbrennen dürfen wie Lotto und SPD-eigene Verlage? Das ist ja unglaublich!
Gibt es etwa doch noch Hoffnung?
Update: Wenn man genauer hinguckt, ist die Antwort natürlich: Nein, gibt es nicht. Denn keiner von denen musste in den Knast, keiner musste irgendwas zurückzahlen, im Gegenteil hat der eine Typ noch jahrelang Gehalt gekriegt, ohne dafür auch nur zur Arbeit erschienen zu sein. Wie das halt so ist, wenn "kommunale Dienstleister" mit abgehalfterten Politikern bestuhlt werden.
Man meldet sich dafür unbürokratisch. Voraussetzung ist, dass man volljährig und in Deutschland wahlberechtigt ist. Einfach "Wahlhelfer" und den Namen der eigenen Gemeinde googlen.Das Erfrischungsgeld liegt im Moment in Berlin AFAIK bei sowas wie 100€, je nach dem, welche Funktionen man übernimmt, und es ist steuerfrei.Als Wahlhelfer ist man üblicherweise für eine 5h-Schicht vormittags oder eine zweite nachmittags im Wahllokal. Um 18:00 treffen sich alle Wahlhelfer beider Schichten, öffnen die Wahlurnen und zählen die Stimmen.
Eine Bundestagswahl ist schnell ausgezählt und man ist inklusive Bürokratie gegen 21:00 oder früher fertig. Europa- und Regionalwahlen haben kompliziertere Wahlzettel und Zählverfahren, da kann es später werden.
Man ist also am Wahltag einen 1/2 bis 3/4-Tag beschäftigt. Man kriegt einen kleinen Betrag, das sogenannte Erfrischungsgeld. Meine Gemeinde kümmert sich außerdem um Getränke und etwas Verpflegung für die Wahlhelfer, einmal brachten Wähler sogar Kuchen mit.
Als Wahlhelfer tut man an einer zentralen Stelle etwas für die Demokratie und für die eigene Nachbarschaft. Es ist lehrreich und zumindest mir macht es sogar Spaß. Man verhindert damit Wahlcomputer, die immer wieder mit dem Mangel an freiwilligen Wahlhelfern herbeigeredet werden. Und, wie man in Berlin und auch in meiner Gemeinde sieht, man entlastet die Verwaltung, weil diese sonst ihre Mitarbeiter zwangsweise dafür abziehen muss.
Ich meine, gut, das wird jetzt niemanden wirklich verwundern. Die FDP war ja die ganze Zeit in der Opposition, vom Verhalten her.
Und ich freue mich ja diebisch, dass die SPD endlich mal den Verrat von der anderen Seite her abkriegt.
Ich hätte an der Stelle ja gerne die "Zeit" verlinkt, die die Story gebracht haben, aber die drücken dem Leser erstmal eine seitenlange Nötigung rein, allem Tracking zuzustimmen, um "wie gewohnt" die Inhalte sehen zu können, und wenn man dem zustimmt, dann kriegt man nicht etwa den Atikel sondern ... eine Zahlungsaufforderung.
Nee, liebe "Zeit". Fuck you.
Aber kein Problem, die Verleger sind ja auch alle untereinander elende Verräter, und so berichtet jetzt halt das ehemalige Nachrichtenmagazin in allen Details über den Scoop der "Zeit", und zwar völlig uncharakteristisch ohne Paywall davor. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Tja, so kann man sich als Verlag auch ins Abseits schießen.
Das Projekt hieß innerhalb der FDP "D-Day". Alleine dafür haben diese Leute unsere Verachtung verdient.
Ich könnte mich ja ellenlang amüsieren, wie empört sie jetzt alle sind, dass Lindner ihnen ins Gesicht gelogen hat. Ach. Ach was. Der Mann ist ein Blender und Lügner? Was ihr nicht sagt! So geht also Qualitätsjournalismus, ja?
Ich finde ja ganz andere Aspekte daran interessant. Z.B. wie eine Partei, die sich immer als die mit der Wirtschaftskompetenz hinstellt, wofür man ja die Grundrechenarten beherrschen muss, vorgezogene Neuwahlen provoziert, während sie unter der 5%-Hürde ist. So blöde kann man doch gar nicht sein! Ohne Fahrdienst des Bundestages könnten die selbständig morgens wahrscheinlich den Weg zur Arbeit nicht finden!
Dass muss diese Kompetenz sein, von der man immer so viel hört. Die BESTEN der BESTEN der BESTEN, SIR.
Und immer dran denken: Das L in FDP steht für Liberal! Ist wie mit dem S in IoT!
Update: Ich weiß gerade gar nicht, was ich großartiger finden soll. Dass die Verräterpartei verraten wurde, oder dass die agile FDP von der Lahmarsch-SPD ausmanövriert wurde.
Update: Ein Haufen Leser haben mir jetzt Freebie-URLs für den "Zeit"-Artikel geschickt, damit ich auch die Primärquelle verlinken kann. Mache ich zähneknirschend, denn eigentlich finde ich nicht, dass die einen Link verdient haben mit dem Verhalten.
Cisco hat mal wieder eine Bugdoor in einem ihrer versifften Management-Interfaces.
A vulnerability in the web-based management interface of Cisco Unified Industrial Wireless Software for Cisco Ultra-Reliable Wireless Backhaul (URWB) Access Points could allow an unauthenticated, remote attacker to perform command injection attacks with root privileges on the underlying operating system.Jawohl, meine Damen und Herren. Ein Webserver, der als root läuft, und vor der Authentisierung keine Eingabevalidierung macht.Im Jahre 2024.
Das schafft nur ein wirklich marktführender Konzern, der jahrzehntelang gezielt nicht in kompetentes Personal investiert. Oder ein Konzern, der von der NSA eingeflüstert kriegt, wo er die Backdoors platzieren soll.
Das kann nur ein Konzern machen, dessen Schrott-Produkte trotzdem immer wieder Idioten kaufen. In einem funktionierenden Markt wäre der Laden eine Ruine, von Heuschrecken gekauft, ausgeblutet und vor die Wand gefahren. (Danke, Micha)
Weia.
Würde mich wundern. Dann hätten sie das nicht so schnell wieder ans Laufen gekriegt.
memcpy_s ist im Annex K und optional und glibc implementiert das nicht. dietlibc implementiert das auch nicht, weil es das Äquivalent von Gendern für C ist. Bringt nichts, regt nur alle auf und macht Code weniger portabel.
Old and busted: memcpy(dest,src,bytecount);
New hotness: memcpy_s(dest,destsize,src,bytecount);
Ich habe persönlich beobachtet, wie sie das bei Windows per Fiat des Mufti eingeführt haben, und die Leute sich dann alle Makros gehackt haben, um memcpy(a,b,c) zu memcpy_s(a,c,b,c) umzuschreiben.
Anyway, wenn euch diese Warnungen so auf den Sack gehen wie mir, dann kriegt ihr die so weg:
$ cat ~/.clang-tidyIch hab keine Ahnung, wieviel Lack die clang-tidy-Leute saufen mussten, um sich diesen Scheiß schönzureden. Das bringt das ganze Projekt in Verruf, wenn sie statt sinnvoller Fehlerdiagnostik die Entwickler mit solchem Rotz nerven.
Checks: "-clang-analyzer-security.insecureAPI.DeprecatedOrUnsafeBufferHandling"
Im Übrigen, wenn ihr es noch nie gemacht habt, und unter Windows programmiert: Probiert doch mal aus, was passiert, wenn man memcpy_s so aufruft, dass destsize < bytecount ist. "Sicherer", my ass.
getrandom ist ein neuer Syscall, der im Wesentlichen dasselbe macht wie open("dev/urandom") + read + close.
Wieso braucht man dafür einen neuen Syscall? Für viele Krypto-Verfahren braucht man ordentlichen Zufall, und ein Angreifer kann möglicherweise dafür sorgen, dass auf dem System die Ressourcen alle sind (Dateideskriptoren sind eine endliche Ressource!). Man will nicht, dass so Krypto-Bibliotheken angegriffen werden können, also macht man einen Syscall, der auch funktioniert, wenn man z.B. in einem chroot ohne /dev läuft oder wenn ein Angreifer die File Descriptor Table gefüllt hat.
Die VDSO ist eine Shared Library, die der Kernel jedem Prozess ungefragt in den Speicher mappt, und da sind ein paar Syscalls im User Space implementiert. Bislang ging es dabei nur um Syscalls, bei denen man Zeit sparen wollte, also sowas wie gettimeofday (der Kernel mappt dann auch eine Page mit der aktuellen Uhrzeit read-only in den Prozess) und so.
Wieso muss da getrandom hin, wenn es das doch als unabhängigen Syscall schon gibt? War umstritten. Ein Argument könnte sein, dass /dev/urandom eh ein Zufallszahlengenerator ist, und den könnte man auch einfach komplett im User Space machen. Nur der Seed dafür ist dann wichtig. Da gibt es auch schon einen Kernel-Mechanismus für, um ein paar Byte Zufall in den User Space zu schieben.
Ich implementiere das jetzt also und lasse strace auf den Prozess laufen, und was sehen meine entzündeten Augen? Immer noch Aufrufe vom getrandom-Syscall. Der Code in der VDSO ruft also den Kernel auf. Wut?
Na DAS war ja mal antiklimaktisch.
Hmm, vielleicht ruft er das nur einmal am Anfang auf und danach hat er geseedet? Nope. Wenn ich zehnmal getrandom in der VDSO aufrufe, sehe ich 10 Aufrufe des Syscalls.
m(
Update: Oh. Pilotenfehler, stellt sich raus. In allen anderen VDSO-Funktionen (sind nur 5) ruft man einfach eine Funktion auf, und die hat denselben Funktionsprototypen wie der Syscall. Bei getrandom ist das anders. Die Funktion in der DSO heißt zwar getrandom aber will nicht 3 sondern 5 Argumente haben, und die muss man dann auch speziell initialisiert haben. m(
Die Gutscheine gibt es für Büros ohne Kantine, damit die Leute sich halt was an den Arbeitsplatz bestellen können. Mitarbeiter kriegen dort täglich $20 fürs Frühstück, $25 für Mittagessen, und $25 für Abendessen.
Die Mitarbeiter, um die es hier geht, haben sich damit Essen nach Hause bestellt (das war nur fürs Büro gedacht).
Klarer Fall, könnte man denken. Aber dann:
The person, who indicated they had a salary of about $400,000 at Meta and worked “nights [and] weekends,” wrote that they had admitted to the oversight when human resources investigated the practice, before later being unexpectedly fired.Ich weiß gerade gar nicht, was ich witziger finden soll: Dass Facebook Mitarbeitern mit $400.000 Jahresgehalt Essensgutscheine gibt, oder dass sie jemanden wegen ein paar Dollar fuffzig feuern, der so essentiell ist, dass er $400.000 Jahresgehalt kriegt.Update: Hmm, ich war schon eine Weile nicht mehr im Silicon Valley. Vielleicht hat sich die Blase da soweit aufgeblasen, dass $400k doch nicht essentiell ist sondern ersetzbar. Das schreibt mir jedenfalls gerade ein Kollege, der da mehr Einblick hat als ich.
Auf der einen Seite hat das hohen Unterhaltungswert, was dieser Spinner sich da zusammenhalluziniert, aber auf der anderen Seite wird auch spontan klar, wie Leute wie Tucker Carlson es schaffen, ihr Selbstbild als evidenzbasierter Zentrist aufrecht erhalten können.
Bei ca 50% Scrollbar erzählt er, wie einflussreich diese Site ist, und dass er auf Arbeit ständig Cranks reinkriegt, die ihre "Informationen" von dort beziehen. (Danke, Matthias)
In der Vergangenheit ist man dann schonmal wegen religiöser Verfolgung in die USA geflüchtet und hat dort Asyl bekommen (nein, wirklich!)
Heutzutage sind die Reichsbürger lange genug dabei, dass einige Kinder gekriegt und nie dem Staat gemeldet haben, damit die nicht unter die Schulpflicht fallen, weil der Staat nichts von ihnen weiß. (Danke, Dominik)
Ja aber Fefe, denkt ihr euch jetzt vielleicht, da gibt es doch Nonprofits, die schenken dir sogar Bibeln. Oder man kauft das bei irgendeiner anderen Quelle, wo der Preis $2 statt $60 pro Exemplar ist!
Die können doch nicht einfach die Korruptionsbibel kaufen! Bei dem Volumen müssen die doch eine Ausschreibung machen!? Und da kriegt dann der billigste Lieferant den Zuschlag, was ganz sicher nicht Trump ist?
Im Prinzip ja. Aber da kann man ja als korrupter Krimineller Dinge drehen!
According to the bid documents, vendors must meet certain specifications: Bibles must be the King James Version; must contain the Old and New Testaments; must include copies of the Pledge of Allegiance, Declaration of Independence, U.S. Constitution, and the Bill of Rights; and must be bound in leather or leather-like material.Ja gut, bei DEN spezifischen Anforderungen bleibt dann zufällig nur Trumps Korruptionsbibel übrig.A salesperson at Mardel Christian & Education searched, and though they carry 2,900 Bibles, none fit the parameters.Zufällt gibt es!!1!Aber das war noch nicht das Ende der Story. So eine Trump-Korruptionsbibel, mit lederähnlichem Einband und so, das kostet doch Geld, das zu produzieren! Und mit Pledge of Allegiance und Verfassung und Declaration of Independence kommt da genug USA-Patriotismus zusammen, dass er das bestimmt in den USA drucken ließ. Da hat man doch Ausgaben? Macht denn der arme Trump überhaupt Gewinn dabei?!?
Keine Sorge. Die Trump-Korruptionsbibel wird natürlich in China produziert.
God bless America!
Samsung hat mit einem fehlerhaften Update mehrere ältere Galaxy-Smartphones unbrauchbar gemacht. Betroffene Geräte hängen in einer Bootschleife fest, versuchen also wiederholt, neuzustarten. Eine zufriedenstellende und einfache Lösung für das Problem gibt es aktuell nicht.Na doch, klar. Nicht mehr bei Samsung kaufen. Denen auch mitteilen, dass du sie ab jetzt boykottierst, weil sie kaputte Updates ausliefern.
Solange solche Hersteller nicht auf die Fresse kriegen für solches Verhalten, wird sich an dem Verhalten auch nichts ändern.
Microsoft hat nicht auf die Fresse gekriegt, daher ist das jetzt halt so bei denen.
Das ist schon länger nicht mehr zu vermitteln, wieso die ARD so viel Geld verbrennen darf, und dann damit verkackte Fußballrechte kauft und Vorabend-Hirnzellenmassenmordserien produziert anstatt ordentliche Nachrichten zu bringen und Bildungsprogramm zu machen. NIEMAND braucht Lanz-Talkshows. Niemand.
Jedenfalls haben sich die Produzenten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eine supertolle Strategie ausgedacht. Wieso nicht 3sat schließen? Einer der wenigen hochwertigen Teile des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland (und eine Kooperation mit Österreich und der Schweiz)!
Das Kalkül wird wohl sein, dass der Aufschrei da zu groß wird, und sie dann nicht die drölfzig ZDF-Digitalkanäle schließen müssen, die niemand guckt und die sinnlos Geld verbrennen.
Wenn ich König wäre, würde ich denjenigen öffentlich an den Eiern aufhängen, der den 3sat-Vorschlag eingebracht hat. Ein bis dato nur von RTL bekanntes Ausmaß an Barbarei!
Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk in der Schweiz, SRG, hat übrigens ein Budget von 1,5 Mrd Franken. Bedenkt dabei, wie viel teurer in der Schweiz alles ist.
Update: SRG produziert außerdem auf deutsch, italienisch, französisch und gelegentlich rätoromanisch.
Dafür sind natürlich bei ORF und SRG Lizenzen billiger, weil sie an weniger Leute ausgestrahlt werden. Auf der anderen Seite sind die meisten Produktionen von Tochtergesellschaften der Rundfunkanstalten produziert und das liegt damit sozusagen in deren eigener Hand, wieviel sie sich da selbst in Rechnung stellen. Ich könnte auch prima mit öffentlich-rechtlichem Rundfunk ohne Sport- und Hollywoodlizenzen leben.
gatling komprimiert nichts, aber wenn man nach foo.html fragt, und man kann Brotli, und da liegt foo.html.br, dann kriegt man das ausgeliefert. Es kostet also nicht viel, auch kurz nach foo.html.zst zu gucken.
Ich habe das also kurz gemacht. Nota bene: Die Browser, die jetzt zstd können, können auch alle brotli.
Stellt sich raus: brotli komprimiert in eigentlich allen Fällen besser. Das liegt vor allem daran, dass Brotli bescheißt, und mit einem Dictionary an bekannten Wörtern kommt, die aus typischen HTML- und Javascript-Dateien extrahiert wurden.
Das könnte man mit zstd natürlich auch machen. Machen die Browser das? Wüsste ich gerade nicht. Wenn doch, könnte ich meine Dateien natürlich auch mit einem shared dictionary ala brotli zstd-komprimieren.
Ist zstd damit nutzlos? Nein, bei weitem nicht. Wenn man dynamische Daten ausgibt, wie es beispielsweise mein Blog tut, dann kann ich die ja nicht vorkomprimiert ins Dateisystem legen. Also könnte ich vielleicht doch partiell, wenn ich ein bisschen trickse. Mache ich aber nicht.
Jedenfalls: Für mein Blog würde es Sinn ergeben, zstd zu unterstützen. Da mache ich im Moment nur gzip, und das auch nur bei einer relativ kleinen Kompressionsstufe. Da würde sich zstd wahrscheinlich lohnen, weil es vergleichsweise rattenschnell komprimieren kann.
Das ist jetzt jedenfalls ein bisschen antiklimaktisch und ich werde auf die Erkenntnis mal reagieren, indem ich einfach nur zstd-Dateien hinlege, wenn die kleiner als die Brotli-Version sind.
Update: Das Blog kann jetzt zstd. Das hat die Größe des Binaries direkt verdoppelt. Lohnt sich hoffentlich in der Praxis.
Finde ich gut.
Als nächstes sollten sie auch das "Open" wegstreichen. Und dann das "AI".
Oh und Sam Altman, der so wenig wie sonst niemand geleistet hat für KI-Forschung, kriegt Firmenanteile. Fuck Yeah! Endlich wird der mal entlohnt für seine harte Arbeit!1!!
Zurückgegangen ist das auf NIST, die US-amerikanische IT-Sicherheitsbehörde. Die haben natürlich die Empfehlung zurückgezogen, als die Fakten auf dem Tisch lagen. Aber wenn so ein Scheiß einmal in alle möglichen Prozesse reingewandert ist, kriegst du das auch nicht mehr weg.
Daher hat das NIST jetzt die Brechstange rausgeholt und periodische Passwortrotation zu einem SHALL NOT gemacht (3.1.1.2 Punkt 6).
Mit anderen Worten: Das ist jetzt ein gültiges Security Finding in Audits. Das zu tun, was das NIST vor ein paar Jahren vorgeschrieben hat.
Ist auf der einen Seite witzig, aber ich finde das auch einen Hoffnungsschimmer. Nicht viele Menschen oder gar Organisationen sind in der Lage, Fehler nicht nur anzuerkennen, sondern Konsequenzen daraus zu ziehen. Schon gar nicht, wenn die Konsequenzen vielleicht peinlich sind.
In diesem Sinne: Gute Arbeit, NIST!
Oh und wenn ihr in einem Laden arbeitet, der Passwörter rotiert, dann holt euch mal gleich die Bug Bounty ab und meldet das als Sicherheitslücke.
Update: Ein Leser merkt an, dass das BSI das auch schon als Sicherheitslücke klassifiziert (unter ORP.4.A23).
IT-Systeme oder Anwendungen SOLLTEN NUR mit einem validen Grund zum Wechsel des Passworts auffordern.
Update: Ein Kollege hat das mal recherchiert und sagt, das geht nicht auf NIST sondern die Rainbow Books vom Pentagon zurück.
Update: Ein anderer Kollege meint gerade, dass das schon länger beim NIST so steht, mindestens seit April. Wenn das so ist, hab ich da von nichts mitgekriegt und freu mich dann halt jetzt mit Verspätung :-)
New hotness: Deutscher Linux-Entwickler mit Youtube-Kanal wird geSWATtet. What the actual fuck!
Berichterstattung darüber muss man in den USA finden, hier fanden das Heise und Golem und co offenbar nicht berichtenswert. Auch das Linux Magazin hat nichts dazu.
Na gut, die Polizei weiß ja, wer sie angerufen hat, und kann den Übeltäter dann direkt verhaften, richtig?
Unfortunately, the police seemingly have no idea who did it and acted based on a tip sent with an email. Finding the perpetrators could take a while, and options will be fairly limited if they don't also live in Germany.Schade, dass die Polizei ihre Mittel lieber für Prügelhundertschaften, Panzer und SWAT-Teams ausgibt statt für Ermittlungen und Recherchen.Ich hoffe mal, dass die jetzt ein Exempel statuieren und den Anrufer fassen, koste es was es wolle, denn sonst haben wir hier genau wie die Amerikaner jetzt schon ganz schnell eine Swatting-Epidemie. Und die wird dann vermutlich gegen die üblichen Opfer gehen, also Frauen, besonders Transfrauen, Ausländer und Kommunisten. Das kriegt die Polizei lieber JETZT zurück in die Zahnpastatube gedrückt, sonst gibt es jahrelange Schmerzen.
Update: René hat mir übrigens auch schon Patches für dietlibc geschickt.
Der Standard ist natürlich, den Leuten alles zu verweigern. Wer dagegen klagt, dessen Transkript vor Gericht wird von Googles Schrott-"KI" zusammengefasst und die spricht dann auch eine Empfehlung aus für den menschlichen "Entscheider".
Ich denke mal, wir müssen uns da gar nicht groß in die Tasche lügen, wie oft der "Entscheider" von der Empfehlung der "KI" abweichen wird.
Im gesamten Stadtgebiet fällt momentan die Fernwärme aus.Die Leitungen gingen über die Brücke.
Update: Die Tagesschau hat noch mehr Details:
Die dreigeteilte Carolabrücke wird seit 2019 saniert.
Schon im Vorfeld der Arbeiten war im Stadtrat immer wieder von Ermüdungserscheinungen am Bauwerk aus den 1970er Jahren die Rede. Der nun eingestürzte Teil sollte als letztes auf Vordermann gebracht werden, nachdem die Arbeiten an den beiden Autospuren abgeschlossen sind.
Und die Lokalpresse hat noch eine Punchline:
8.49 Uhr: Brücken-TÜV nannte Teilabschnitt der Brücke "nicht ausreichend" [...]
Demnach wurde der Zustand des sanierten, elbaufwärts liegenden Brückenzugs mit befriedigend (2,0-2,4) bewertet, die Mitte (von 2021) als ausreichend (2,5-2,9). Elbabwärts, also dort, wo sich das Unglück ereignete, erhielt der Zustand der Brücke die Bewertung "nicht ausreichend (3,0-3,4)".
Ja aber hör mal, das konnte ja niemand ahnen, dass die mit "nicht ausreichend" bewerteten Teile einstürzen könnten! Und man fragt sich ja auch, was für eine "Sanierung" die da machen, wenn das nach der Sanierung immer noch bloß die Note befriedigend kriegt.
Update: Ein Leser schreibt gerade, dass für das Wochenende Hochwasser zum Wochenende ansteht, und die im Wasser liegende Brücke da schnellstens raus muss, besser heute als morgen.
Keine Sorge. In Sachsen regiert die CDU.
Update: Das Money Quote war im Tagesschau-Artikel:
"Dass der Zustand im Brückenzug C so schlimm ist, dass es zum Einbruch gekommen ist, war nicht vorhersehbar. Man steckt in so einem Bauwerk halt nicht drin", sagte Holger Kalbe, Abteilungsleiter vom Straßen- und Tiefbauamt Dresden.
Was macht das Straßen und Tiefbauamt noch gleich beruflich? So eine formvollendete Bankrotterklärung hatten wir schon lange nicht mehr! Im Übrigen: Was dachte der denn, was "nicht ausreichend" bedeutet?
Die Welt, wie wir sie kennen, befindet sich auch sicherheitspolitisch im Umbruch. Die SPD als größte Volkspartei und größte Regierungsfraktion muss hierauf die richtigen Antworten geben.Ja, meine Damen und Herren. Richtig gelesen. Die halten sich für a) eine Volkspartei und b) die größte Volkspartei. Das ist die Partei, die bei der Sonntagsfrage nicht mal die Hälfte der CDU einfährt. Die Partei, die in Thüringen gerade
Der Rest von dem Papier ist leider weniger schön. Da tut die SPD mal wieder SPD-Dinge.
Sicherheit stärken – unsere freie Gesellschaft verteidigenUnd wie verteidigt man am besten eine freie Gesellschaft? Indem man sie abschafft! Dann kann sie niemand anderes mehr zerstören!
Besonders geil:
Umfassende und gerechte KriminalpolitikDas finde ich eine wunderbare Wortschöpfung für die Politik der SPD. Kriminalpolitik. Die Partei, der schon zweimal die Vorratsdatenspeicherung gerichtlich als Verfassungsbruch weggenommen werden musste, fordern sie jetzt wieder. Die Partei der Chatkontrolle, Staatstrojaner, anlassloser Personenkontrolle und immer und immer mehr Befugnissen für Unterdrückungsbehörden. Das passt wirklich perfekt. Die betreiben Kriminalpolitik.
Sehr geil auch:
Dabei sind die Schäden, die Opfer und Geschädigte durch nicht verhinderte Kriminalität erleiden, ebenso wichtig wie gesamtgesellschaftliche und volkswirtschaftliche Kosten, insbesondere durch organisierte Steuerkriminalität. In der Regel gilt: Kriminalität kostet mehr als Kriminalitätsbekämpfung.Die Cum-Ex-Partei, die Cum-Ex-Olaf zum Kanzler machte, die erzählen uns jetzt was von der Bekämpfung organisierter Steuerkriminalität! Kannste dir gar nicht ausdenken!
Das ganze Dokument ist ein einziger Schenkelklopfer. Hier ist noch einer:
Wir stehen für eine umfassende, evidenzbasierte Kriminalpolitik.Ich klär mal kurz auf, was mit evidenzbasierter Kriminalipolitik gemeint ist. Wenn es Evidenz gibt, dass man ein paar abgehalfterten SPD-Parteileichen ein Renten-Zubrot in irgendeiner neu geschaffenen überflüssigen Behörde verschaffen kann, dann macht man schnell ein paar neue überflüssige Behörden auf!
eine neue interdisziplinäre, unabhängige Bundesakademie für Prävention und Kriminalwissenschaften dienenBestimmt reiner Zufall, dass da lauter abgewählte SPD-Politiker im Weg rumsitzen werden.
Aber kein SPD-Geschwurbel wäre komplett ohne Beschwörung des Teufels:
Neben mittlerweile alltäglichen Cyberattacken fordert uns vor allem Desinformation.Nein, damit meinen sie nicht Desinformationen wie "wenn wir die Klingenlänge auf 6cm begrenzen, gibt es weniger Messerangriffe". Nicht doch!
Hybride Bedrohungen durch fremde Mächte und illiberale Kräfte zielen auf die Fundamente unserer liberalen Gesellschaftsordnung.Das werden viele Jüngere von euch gar nicht mehr wissen: liberal kommt von Freiheit. Die Freiheit, die die SPD seit Jahrzehnten systematisch plattmacht, mit immer neuen Bullshit-Gesetzen wie "Hackertoolverbot" und "Anscheins-Jugendpornographie" und "Leistungsschutzrecht". Wenn du wirklich sicher gehen willst, dass keine Freiheit übrig bleibt, dann wählst du SPD.
Und DIE haben die STIRN, uns jetzt hier was von illiberalen Kräften zu erzählen! Unfassbar.
Aber warte, zu Desinformation haben sie noch gar keine neue Behörde gegründet! Da stimmt doch was nicht? Keine Sorge!
In einer Task Force zur wehrhaften Demokratie im Digitalzeitalter sollten ganzheitliche Maßnahmen erarbeitet werden. Dies mit dem Ziel, Plattformen weitergehender und systemischer zu regulieren, Medien- und Quellenkompetenz auszubilden und zur Durchsetzung des bestehenden europäischen Rechts Qualitätsjournalismus und öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu fördern sowie Desinformationskampagnen aus dem In- und Ausland zu erkennenWas als Taskforce startet, wird ganz schnell zu einer neuen überflüssigen Behörde für abgewählte SPD-Luschen. das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
Hier braucht man aber auch noch mal einen Dekoder. Medienkompetenz will da niemand ausbilden. Die SPD ist schließlich selber im Verlagsgeschäft. Das LETZTE, was die wollen, ist dass die Leute Medienkompetenz entwickeln. Dann verdienen die ja nichts mehr.
Mit Quellenkompetenz meinen die: SPD-freundliche Quellen wie die Tagesschau sind vertrauenswürdig, der Rest nicht. Qualitätsjournalismus würden die nicht erkennen, wenn er ihnen auf den Fuß fiele.
Sehr geil an der Stelle der freundliche Wink an die AfD: sie wollen "Qualitätsjournalismus und öffentlich-rechtlichen Rundfunk" fördern. Letzteren zählen sie also nicht zu Qualitätsjournalismus. Einmal mit Profis arbeiten, sage ich dir. Elende Vollversager.
Ich erspare euch mal den Rest, wo sie ihre schon zweimal wegen mangelnder Verhältnismäßigkeit gerichtlich kassierte Vorratsdatenspeicherung schon wieder zu bewerben, und zwar unter dem Label der Verhältnismäßigkeit. Diesmal aber wirklich!1!! Außerdem natürlich "effektiv" (was bereits wissenschaftlich untersucht wurde und nicht stimmt) und "passgenau". Passt genau in den Geldbeutel der SPD, das Schmiergeld der Lobbyisten!
Update: Da bin ich doch glatt in der Zeile verrutscht. Die SPD ist in Thüringen unter 5%, wenn man die Nichtwähler mitzählen würde.
ganz so einfach ist das dann doch nicht. Schaue Dir mal an, wo die AfD *nicht* gewählt worden ist und der Ramelow seinen Rückhalt und Respekt zurecht immer noch genießen darf. Wenn man bedenkt, dass Thüringen eigentlich nur drei 'große' Städte hat - und die sind ja eigentlich auch eher auf Klein- bis Mittelstadtniveau, ist das also ziemlich beeindruckend: die AfD ist besonders stark, wo es quasi keine 'Ausländer' gibt und die ganzen Idioten hängen geblieben sind. Daher auch die Betroffenheit in Weimar, Erfurt und Jena. Man sieht sich hier recht hilflos von den Dorftrotteln ans Messer geliefert.Ich habe noch mehr Mails von Leuten gekriegt, die jetzt halt da wegziehen. Einer schrieb, er sei auch zu alt, um sich auf dem Arbeitsweg mit Nazis prügeln zu müssen.Seit Jahren demonstrieren hier in Weimar Montag Abend immer die Faschos aus Greiz und Co. und ich habe mich immer gefragt, was die hier eigentlich wollen. Jetzt weiß ich es. Das war der Fuckfinger an die Städte in Thüringen nach dem Motto: fühlt Ihr Euch hier nur sicher in Euer Blase mit Papa Ramelow, die Wahlen werden aber im Vogtland, im Eichsfeld und in Nordhausen entschieden. Sie hatten Recht. Als Ramelow hier auf der letzten Demo ein leidenschaftliches Plädoyer gegen Rechtsextremismus gehalten hat, hat er gemacht, worüber Du Dich in Deinem Blog immer mal wieder ärgerst, wenn sich diejenigen zurückmelden, für die die Nachricht eigentlich keine Neuigkeit mehr ist: er hat die falschen adressiert, die die ohnehin von ihm beeindruckt waren.
Egal in welchem Gremium er sich über was auch immer hat informieren lassen, hat er stets gefragt, was er und die Politik jetzt noch machen können, um einen besseren Rahmen für die Spezialisten zu schaffen. Aber mit den Dorfidioten zu sprechen, ist ihm nicht gelungen, was ich ehrlich gesagt sehr gut verstehen kann.
Hier hat vor einem Jahr ungefähr schon eine Art Exodus begonnen: am Nationaltheater gibt es die Abwanderung (mit der Mutter einiger meiner Kinder gingen noch 3 Kolleginnen in den Westen (zurück)) genauso wie an der Musikhochschule (ein ganzer Bereich (alte Musik) ist komplett weg, die Komposition seither nur noch kommissarisch besetzt), am Bauhaus oder sogar am Hochbegabtenmusikgymnasium Belvedere. Die bekommen nicht nur ihre Schülerzahlen jetzt nicht mehr hin, trotz der vielleicht 20% Ukrainer: jetzt gehen auch die Lehrer und Mitarbeiter. Meine älteste Tochter hat gerade am renommiertesten Gymnasium Abi gemacht und bis auf 3 Hansels wollen alle weg oder sind es jetzt. In der Stufe haben übrigens fast alle links gewählt.
Als wir im letzten Jahr beim Landesmusikwettbewerb in Greiz waren, hat man die Beiträge unterbrechen müssen, weil an der Vogtlandhalle so viele national beflaggte und düster trommelschlagende und trillerpfeifende Faschos immer wieder vorbeigezogen sind, dass die Kammermusikbeiträge der Kinder und Jugendlichen unsicher wurden. Also keine Sorgen machen ist hier vor Ort gar nicht so einfach. Da schwebt immer solch eine Art Gewaltbereitschaft mit, dass Kinder schon mal anfangen zu weinen.
Faeser will lange Messer aus Öffentlichkeit verbannenSind doch schon verboten, denkt ihr euch jetzt vielleicht. Ein Freund von mir hat schon vor Jahren Stress mit den Bullen gekriegt, weil er seinen Leatherman in der U-Bahn mit sich führte. Das ist so ein Multitool mit Taschenmesser-Funktion, und die ausklappbare Klinge arretiert dann, damit man damit arbeiten kann. Der Griff ist 10cm lang, die Klinge auch nochmal. Das ist ein Taschenmesser. Nicht mal ein Abendessen-Steakmesser. Die sind länger. Die sind außerdem natürlich auch verboten, weil länger als 12cm.
12cm ist ungefähr eine Handbreite. Könnt ihr euch ja selbst überlegen, ob ihr das als Langmesser bezeichnen würdet. 12cm für das gesamte Messer, dass wir uns hier richtig verstehen, nicht bloß für die Klinge.
So und die Faeser, was fordert die jetzt? Dass man nur noch 6cm draußen mitführen darf.
Ein 6cm Messer. Was soll das sein, ein Fingernagel-Reinigungsgerät? Nee, auch da brauchst du mehr Länge, sonst kannst du das ja gar nicht fest greifen.
Völlig absurdes Theater mal wieder. Faeser halt.
Update: Dutzende Leser schreiben mir jetzt, dass es doch die Klingenlänge ist, die hier entscheidet, nicht Klinge plus Griff. OK. Aber wie ausgeführt sind auch 12cm nicht sonderlich viel, und von wo bis wo man die Klingenlänge genau misst ist offenbar auch noch nicht bundesweit geklärt.
Die Story mit meinem Kumpel ging übrigens so aus, dass er Widerspruch einlegte und darlegte, dass er das für seinen Beruf braucht, und dann ging das ein bisschen von Pontius zu Pilatus und am Ende haben sie ihm eine schriftliche Sondererlaubnis erteilt. Ich persönlich hatte noch nie Ärger wegen eines Messers, aber das liegt vermutlich daran, dass ich seit dem keine Messer mehr draußen mit mir führe.
Update: Oh ich hatte möglicherweise die Formulierung im Gesetz fehlgedeutet. Da steht:
(1) Es ist verboten 3. Messer mit einhändig feststellbarer Klinge (Einhandmesser) oder feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12 cm zu führen.
Ich hatte das als "das 12 cm bezieht sich auch auf Einhandmesser" gelesen. Jetzt meint ein Leserbriefschreiber gerade, dass Einhandmesser unabhängig von der Klingenlänge verboten sind.
aus eigener Erfahrung (grade live erlebt): die Arztpraxis im Nachbardorf *erweitert* massiv die Sprechzeiten. Fast Faktor zwei!Ja, meine Damen und Herren. Richtig gelesen.Das ist doch mal ne gute Nachricht? Mehr Arzt auf dem Land?
Fast.
Grund ist die Schliessung der Zweit-Praxis "draussen" auf den Dörfern.
Nicht wegen Personalmangel. Nein.
Wegen der Datenanbindung.
Mit Einführung des E-Rezepts war die Praxis nicht mehr betreibbar. Laufend Verbindungsabbrüche mit teilweise 10min Resync (Sicherheit, wissense ja), verlorengegangene E-Rezepte, Support-Anrufe teilweise im Viertelstundentakt.
Ergo: grade ältere Mitbürger, die nicht mobil sind, müssen jetzt 20km fahren, weil es die fucking Telekom nicht hinkriegt, eine Praxis über DSL auf dem Land anzubinden.
Und ich vermute mal, dass E-Rezepte weniger Bandbreite brauchen als Video bei Amazon Prime.
Ja, warum eigentlich nicht dann so einen Router mit SIM-Karte?
Antwort der Ärztin: "wenn ich auf Hausbesuch bin, bin ich abgetaucht für die Praxis, nicht erreichbar. Ich rufe teilweise vom Festnetz der Patienten in der Praxis an und frage, ob akut was ansteht...."
Für die Stammpraxis läuft es (noch) - bis es an die erweiterten digitalen Sachen geht (Elektronische Patienten Akte). Da steht schon im Raum: wenn die kommt, und keine Glasfaser da ist, wird dichtgemacht.
Datenpunkt hierzu: Glasfaser wurde 2022 massivst beworben per Telekom, 2023 sollte sie da sein... aktueller Termin (aber *nur* mit Buchung eines Glasfaser-Tarifs) Mitte 2025. Also... falls alles gut geht. Und Putin nicht noch mehr Glasfaserwerke in der Ukraine bombardiert (Aussage Telekom Support).
Die Telekom gefährdet in Deutschland mehr Menschenleben als der Islamische Staat.
Die Mietpreisbremse, 2015 eingeführt, ist offenbar weitgehend wirkungslos.
Nein!! Nicht doch die Mietpreisbremse!!1!
Stellt sich raus: Wenn du Verstöße nicht verfolgst, verstoßen halt alle.
Ich weiß! Haben sie ihre McKinsey-Berater nicht gewarnt?! Da wird aber pronto der nächste Beratervertrag nötig!
Update: Achtet hier auch auf die Rolle der Bauministerin. Die wird in dem Artikel wie folgt zitiert:
Die Bundesministerin für Bau, Klara Geywitz, sagt, man könne ja vor Gericht gehen, wenn die Gesetze verletzt seien. "Aber wir haben natürlich keinen Babysitter-Nanny-Staat, der sich in Vertragsbeziehungen zwischen zwei Privatpersonen mischt."
So ist das halt, wenn man CDU wählt. Da kriegt man dann Minister, die die Vermieter über die Mieter priorisieren.
Was sagt ihr? Die ist SPD, nicht CDU? Oh, ... äh. Nun, da sieht man mal, wie sich die SPD um das Wohl des kleinen Mannes kümmert! Des kleinen Vermieters in diesem Fall!1!!
Hör mal, man muss der Frau ja auch anrechnen, dass sie mit den ganzen Bauprojekten die Hände voll hat, mit denen sie bezahlbaren Wohnraum schafft, wie im Koalitionsvertrag versprochen. Kennt zufällig jemand eines dieser Projekte? Frage für einen Freund.
Aber in einem Punkt hat sie natürlich völlig Recht. Wir wollen keinen Nanny-State, denn das hieße, dass der Staat eine Nanny ernennt, das wäre in diesem Fall ... sie. Und DAS kann ja wohl NIEMAND wollen, dass DIE für IRGENDWAS zuständig ist!
Wer wählt eigentlich immer wieder die SPD? Was müssen die noch kaputtmachen?
Allein in diesem Jahr hätten Fahrpläne zwischen zwei und drei Millionen Mal geändert werden müssen, berichtet die „SZ“. Ein geordneter Ablauf des Zugverkehrs sei kaum noch möglich. […]Gute Nachrichten also. Der Vorstand hat mitgekriegt, wie es um die Bahn steht. (Danke, Peter)Die Planung der Zugfahrten gerate zunehmend zum Lotteriespiel, heißt es in dem Bericht weiter. Schockierendes Eingeständnis eines Mitglieds des Aufsichtsrates: „Fahrpläne werden nicht mehr gerechnet, sondern nur noch geschätzt.“ Das sei ein „Riesenproblem“ und führe zu einem „Kontrollverlust“ bei den Fahrplänen.
Ich habe mich in der Vergangenheit schon dafür ausgesprochen, Schwarzfahren zu entkriminalisieren.
Allerdings gibt es auch ein paar Argumente in die Gegenrichtung, die ich noch nicht gehört hatte, und die gerade meine Position mächtig ins Schwanken bringen.
Erstens:
"Wenn es eine Straftat ist, haben auch unsere Prüferinnen und Prüfer andere Möglichkeiten vor Ort, zum Beispiel die Personalien festzustellen oder denjenigen festzuhalten."Zweitens:
Bußgeld statt Geldstrafe bringt nicht viel, denn auch ein Bußgeld muss schließlich eingetrieben werden. Zwar nicht durch die Justiz, aber durch die Kommunen - die Mehrarbeit würde nur verschoben. Und wenn man gegen den Bußgeldbescheid Einspruch einlegt, landet es doch wieder vor Gericht.Schlimmer noch! Wenn das jemanden trifft, der nicht zahlen kann, dann bekam der bislang Haft, und nach der Haft war das immerhin abgegolten. Jetzt kriegt der Erzwinungshaft, wenn er nicht zahlen kann, und danach ist das nicht abgegolten. D.h. Mittellose Schwarzfahrer haben dann quasi automatisch lebenslange Erzwingungshaft, denn woher soll das Geld kommen, das die Justiz da einzutreiben versucht?
Tja, wenn Ordnungswidrigkeit schlecht ist, und Straftatbestand schlecht ist, dann bleibt ja nur eine Variante: Einfach Tickets abschaffen. ÖPNV ist kostenlos für alle. Wird über Steuern finanziert. Fertig. Könnte ich gut mit leben, fände ich prima.
Update: Ganz so schlimm ist es wohl nicht mit der Erzwingungshaft. Die darf nur verhängt werden, wenn der Beklagte vor Gericht nicht seine Zahlungsunfähigkeit erklärt.
Die Methode funktioniert so: Die ersten 80% des Buches wiederholt er immer wieder, dass du am Ende des Buches einfach mit dem Rauchen aufhören wirst. Es wird gar kein Problem sein. Du kannst einfach aufhören, und hey, warum würdest du nicht? Du weißt ja, dass das ekelhaft ist und stinkt und dich und deine Umwelt kaputtmacht.
Die letzten paar Seiten sind dann: Herzlichen Glückwunsch. Du bist jetzt bereit. Du kannst jetzt einfach aufhören.
Ich kam mir damals verarscht vor, als ich das las. Vielleicht weil ich nicht rauche und daher keine Veränderung der gewünschten Art möglich war.
Aber die Methode scheint ja zu funktionieren. Das Buch wirbt damit, wie viele Leute er damit rauchfrei gekriegt hat.
War es hilfreich, das Buch zu lesen? Oh aber ja! Seit dem fällt mit dieselbe Methode ständig anderswo auf. Die Politik bringt ständig "Gesetze auf den Weg" (alleine für diese Formulierung haben die alle eine Tracht Prügel verdient, wenn ihr mich fragt) und erzählt uns, dass sie Dinge erreicht haben, wenn sie bloß ein paar handwerklich minderwertige Gesetzestexte von der Lobby vorformuliert übernommen haben, die dann eh an der Haushaltslage scheitern und nicht funktionieren werden. Seit Jahrzehnten erzählen die uns, das Steuersystem sei nur eine Reform von der Benutzbarkeit entfernt und die habe man gerade "auf den Weg gebracht". Verarmte Familien mit alleinerziehenden Müttern? Haben wir geklärt!
Und ja, OpenAI ist auch genau dasselbe. Die erzählen uns jahrelang, das "KI"-Problem sei geklärt, oder so gut wie, und sie arbeiten dran und retten uns vor den bösen Auswirkungen aus dem Scifi. Sie müssen die nicht mal sagen, wir haben alle genug Scifi konsumiert um eine Vorstellung zu haben.
Wenn du den Leuten 10 Jahre lang gebetsmühlenhaft eine Realität erzählst, die nicht existiert, dann glauben die das irgendwann. Gaslighting nennt man das auch.
Also: Lasst euch nicht verarschen. Niemand von denen hat irgendwas im Griff. Wenn euch jemand wiederholt erzählt, er habe das Problem erkannt und bearbeitet oder er bearbeite es jetzt, am besten noch "mit Hochdruck" oder "mit höchster Priorität", dann werdet ihr gerade verarscht.
So und jetzt seid ihr bereit und könnt zu rauchen aufhören :-]
Putin so: Olaf, lass mal den Tiergartenmörder frei!
Olaf so: Access denied.
Putin nuschelt was zu Biden.
Biden: Olaf, lass mal den Tiergartenmörder frei!
Olaf so: how high?
Was kriegen wir noch gleich dafür? Einen warmen Händedruck von einem Lame Duck Präsidenten?
Oh warte. Ich weiß! Wir kriegen amerikanische Atombomben hier stationiert! Um wirklich zu garantieren, dass die ersten russischen Bomben nach der Eskalation auf uns fallen.
Update: Weißrussland hat einen zum Tode verurteilten Deutschen begnadigt. Das war vielleicht Teil des Deals und dann hätten wir doch etwas gekriegt.
Trotz hoher Gewinne haben die 40 im DAX gelisteten Firmen in den vergangenen Jahren von staatlichen Subventionen in Milliardenhöhe profitiert.Hier ne Milliarde, da ne Milliarde, nach ner Weile kommt da richtig Geld zusammen!
Allein 2023 flossen mindestens 10,7 Milliarden Euro an die 40 DAX-Unternehmen und damit fast doppelt so viel wie im Vorjahr mit sechs Milliarden.Mit anderen Worten: Ein halbes Fusionskraftwerk!
Aber warte, Fefe, die staatliche Förderung, die ist bestimmt an Bedingungen gekoppelt. Die geht nur an Unternehmen, die dem Klimaschutz dienen oder so.
Der Energiekonzern E.ON habe mit mehr als 9,3 Milliarden Euro seit 2016 die meisten Subventionen erhalten.Wo waren wir? Oh ja richtig. Klimaschutz. Immer schön an euren CO2-Fußabdruck denken!1!!
Update: Stellt sich raus: Wenn man nach Abgabefrist Einkommenssteuer 2024 fragt, kriegt man nicht die Frist in diesem Jahr für die Steuererklärung von 2023, sondern man kriegt die Frist im nächsten Jahr für die Steuererklärung für dieses Jahr. Dieses Jahr gilt noch verlängerte Abgabefrist bis 2.9. Hab ich mich umsonst gestresst.
Wie kommen solche Dinge zustande? Die hatten doch Code Audits von ihrer Software!
Das kann ich aufklären. Bei Code Audits sagen die Auftraggeber, was "in scope" ist und was nicht. Typischerweise sind Config-Dateien nicht in Scope, weil Crowdstrike findet, die können ja schließlich nur von uns kommen, und der Übertragungsweg ist kryptografisch gesichert, also kann da nichts passieren.
Dazu kommen so Überlegungen der Form (je nach Mächtigkeit der Konfigurationsmechanismen): Wenn der Angreifer DA Dinge zu unseren Kunden pushen kann, dann ist eh alles verloren!1!!
Am Anfang meiner Karriere habe ich mich über diesen Scope-Scheiß noch endlos aufgeregt und da gegen Windmühlen gekämpft. Ich habe z.B. wochenlang mit Microsoft verhandelt, dass USB eine Security Boundary ist, d.h. etwas, wo ein erfolgreicher Angriff schlecht ist und verhindert werden sollte. Microsoft fand damals, USB sei ein physischer Angriffsvektor und die seien eh nicht zu verhindern, da könne ja auch jemand mit einem Hammer kommen und das Gerät kaputthauen. Also war USB jahrelang kein Angriffsvektor, und damit auch nicht die Filesysteme und die Autorun-Dateien darauf. Das hat sich erst geändert, als das USB-Forum "wireless USB" standardisierte, also das über Funk erreichbar war. Das kam nie weit, aber hat fundamental Tore aufgemacht bei Microsoft und ich vermute auch bei anderen Betriebssystemherstellern.
Ich habe bei Microsoft auch mal den SMB-Code auditiert, und habe dann einen Riesenschreck gekriegt, als die ETERNALBLUE von der NSA bekannt wurde. Hatte ich das übersehen? Nein, hatte ich nicht. Das Scope endete ca 3cm links davon. Ich sollte SMB angucken, und ETERNALBLUE war ein RPC über eine Named Pipe von SMB. Andere Arbeitsgruppe, out of scope.
Wenn ihr also mal einen Code Audit oder Pentest beauftragt, tut mir einen Gefallen und erzählt den Auditoren nicht, was in Scope ist und was nicht. Ihr habt die eingeladen und beauftragt, weil ihr glaubt, dass die wissen, wo die Bugs sind. Dan lasst sich auch dort gucken, um Himmels willen!
Wenn also der Microcode die Performance senkt, wovon ich mal ausgehen würde, dann haben die Zen 5 Vergleichsbenchmarks alle noch die besseren Zahlen von dem aktuellen Microcode drin.
Ich würde mich übrigens auch wundern, wenn Intel das nicht absichtlich gemacht hat, dass die CPUs zu eine so hohe Spannung ziehen. Das ist leider bei Intel und AMD schon lange üblich. Die Technologie wäre so weit, aber dann wären halt soundsoviel Prozent der produzierten CPUs direkt Ausschuss, weil die durch Produktionsmängel nicht so effizient sind.
Weil die Chiphersteller alle noch keinen Dollar gesehen aben, den sie nicht als Profit einsacken wollten, haben wir jetzt alle völlig sinnlos heizende CPUs in unseren Kisten drin.
Mein aktueller Arbeitslaptop ist ein Asus Zephyrus G14 von 2022, den ich mir vor allem deshalb gekauft habe, weil es hieß, AMD habe jetzt raus, wie man sparsame und kühl bleibende CPUs baut, und bei Asus gäbe es ja auch immer Undervolting-Tools. Tatsächlich ist in diesem Laptop von Sparsamkeit nichts zu sehen. Unter 20W habe ich das Gerät noch nicht gekriegt im Idle, und das Kühlsystem ist so unterdimensioniert, dass ich zum Zocken CPU Turbo Boost deaktiviert habe, weil das Teil sonst nach ner Weile überhitzt und Not-Aus macht. Für die Zephyrus-Geräte gibt es in der Tat Undervolting-Tools, aber (als einziges in der Baureihe?) nicht für mein Gerät.
Es ist echt zum Mäusemelken.
Ein ganz anderes Bild liefert mein Reiselaptop, auch AMD, ein Framework 14". Der ist ohne großes Zutun im Idle unter 5W. So hatte ich mir das vorgestellt.
Leider hat Windows offenbar irgendwann von der Anforderungsliste genommen, dass Laptops Suspend können sollen. Es reicht, wenn sie dieses neue Pseudo-Suspend haben, wo das Gerät dann schneller aufwacht, aber nie wirklich suspendiert war. Ich persönlich scheiße ja auf Windows und kann jetzt unter Linux nicht mehr suspend machen und der Akku hält dann über 24h wie bei meinem Reiselaptop davor.
Framework hat inzwischen eine neue BIOS-Version herausgegeben, aber wenn ich die einspiele, kommt das Gerät nicht wieder hoch. Immerhin erkennt es das und bootet nach dem Hart-Not-Aus dann wieder das alte BIOS.
Das muss alles unglaublich schwierig sein, den Leuten das zu verkaufen, was sie gerne haben wollen.
Den kann man gut gucken. Ich habe ihn gestern geguckt und hatte viel Spaß. Alleine schon die Exposition in den ersten Minuten ist ganz großes Kino.
Jetzt ein bisschen eine Kritik von mir.
Auf der einen Seite ist das natürlich ein Money Grab, der auf den Nostalgie-Zug aufspringt, um den Fans der alten Serie nochmal ein paar Dollar aus der Tasche zu ziehen.
Und leider werden hier ein paar typische Muster reproduziert, die schon bei anderen Money Grabs die alten Fans verschreckt haben: Alle männlichen Figuren sind jetzt alt und müde und waren in der Zwischenzeit Deadbeat Dads und so weiter, haben Ärger mit ihrer Ehefrau, haben ihre Familien vernachlässigt etc pp.
Das finde ich persönlich sehr schade, diesen Drang, alte Helden zu dekonstruieren anstatt sie einfach stehen zu lassen. Aus heutiger Perspektive guckt sich niemand Commando von Schwarzenegger an und denkt sich: whoa, toller Mann, was für ein Vorbild!1!!
Aber anders herum: Filme, die ich in meiner Jugend und Kindheit geguckt habe, sind Teil meiner Identität geworden. Das empfinde ich nicht als positiv, wenn alle modernen Sequels erstmal die alten Actionhelden kaputtkloppen müssen. Das war bei Star Wars so, bei Indiana Jones, gefühlt überall ist das jetzt so. Sehr schade. Da will sich ein Produzent an die sich missverstandenen fühlenden Jugendlichen heranwanzen, klar, aber man kann sich auch an jemanden heranwanzen, ohne die anderen Teile des Publikums zu ohrfeigen.
Dieser Film hat auch Anflüge dieses Musters, aber vergleichsweise wenig ausgeprägt. Wir treffen Foleys Tochter, inzwischen eine erwachsene Anwältin, die pro Bono einen Fall übernimmt. Gefühlt 10-20 Minuten des Films gucken wir einfach nur zu, wie sie herumbitcht, dass er ja nie da gewesen sei für sie, und gar nicht ihr echter Vater sei deshalb. Muss das sein? Immerhin kriegt der Film dann noch die Kurve und wir erfahren, dass nicht Foley sondern sie den Kontakt abgebrochen hat, dass sie ihren Nachnamen geändert hat, und dass Foley sie überhaupt nur von Detroit an die Westküste geschickt hat, weil ihr Leben in Gefahr war, und am Ende können sie ihre Differenzen ausräumen. Das erfährt man aber nur, wenn man nicht nach den ersten 10 Minuten nervigen Herummeckern dieser Tochter-Figur, mit der wir als Publikum nichts verbinden, einfach das Tab zumacht und lieber was anderes guckt. Wenn ihr dran bleibt, ist das ein lustiger Actionfilm, der Spaß macht.
Übrigens auch Spaß gemacht hat mir in letzter Zeit ein anderer Film: The Fall Guy. Aber wartet vielleicht auf die Extended Version, die Anfang August erscheinen soll. Die ist nochmal 20 Minuten länger.
Fall Guy ist von dem Ex-Stuntman-Regisseur, der uns auch John Wick gebracht hat (den 1. in der Reihe!), und es geht um The Fall Guy, die Serie, die bei uns als Ein Colt für alle Fälle lief. Im Wesentlichen ist das also ein Film von Stuntmen für Stuntfans über Stuntmen. Der Film hat auch in der Nicht-Extended-Version schon Überlänge, aber davon merkst du beim Gucken nichts. Two Thumbs Up. Endlich mal wieder echte Stunts und nicht dieser ganze CGI-Bullshit.
New hotness: Rivada Space Networks in München!
Finanziert von Peter Thiel und dem US-Verteidigungsministerium. Oh und "ein Staatsfonds aus dem Mittleren Osten".
Ist ja komisch, wollen die alle einen Plan B haben, um Elon "4d-Schach" Musk loszuwerden?
Lustigerweise bewirbt sich die Firma als europäisch und grundsolide und viel sicherer, weil man VPN-Zugänge anbieten könne, die nicht über das reguläre Internet geroutet werden!1!!
Wie europäisch, fragt ihr? Naja, die Finanzierung hatte ich ja schon erwähnt. Karl Rove spielt auch mit (der Bush-Berater). Donald Trump hat dafür gesorgt, dass die 5G-Frequenzen aus dem Militär-C-Band gekriegt haben. Neben Trump sind noch diverse andere Republikaner dort Investoren. Und im Verwaltungsrat sitzen Ex-US-Regierungsmitglieder und -Militärs. Oh, und
Mit dem britischen Lord und Feldmarschall Charles Guthrie ist auch der frühere Chef des Verteidigungsstabes (Chief of the Defence Staff) der britischen Streitkräfte im Verwaltungsrat.Also eigentlich alle — außer Europa halt. (Danke, Marcel)
"Man muss alle Mittel innerhalb von zwei Wirtschaftsjahren satzungsgemäß verwenden." wurde m.W. im Zuge diverser Gesetzesänderungen bei der Corona-Krise tatsächlich weitgehend entschärft. Vereine dürfen seitdem unbefristete und nicht zweckgebundene Rücklagen bis zu einer bestimmten Höhe (ich glaub die war abhängig vom Beitragsaufkommen) bilden.Schon davor war es möglich, diverse zweckgebundene Rückstellungen zu bilden und die ggf. "umzuwidmen". Was dazu führte, daß Generationen von Vereinskassierern sich Dinge wie "wir wollen einen Konzertflügel kaufen" oder "wir wollen ein Vereinsheim bauen" aus den Fingern gesaugt haben, um dafür Rückstellungen bilden zu können, nur damit man dann nach ein paar Jahren eine andere Idee formulieren und die bereits vorhandenen Rückstellungen entsprechend umwidmen konnte - bis man die Kohle tatsächlich irgendwann mal wirklich gebraucht (und dann final nochmal umgewidmet) hat.
im Zuge von Corona hat die Politik gemerkt, daß das eine dumme Idee ist, wenn Musik- oder Sportvereine keine allgemeinen Rücklagen für schlechte Zeiten bilden dürfen, weil die dann ihre freiberuflichen Dirigenten/Musiklehrer/Übungsleiter nicht mehr bezahlen können wenn mangels Veranstaltungen die Einnahmen ausbleiben (und auch sonst reihenweise pleite zu gehen drohen wenn kein Nachwuchs kommt und kein Betrieb stattfindet).
Da die Leute jedenfalls in der Musik meist freiberuflich tätig sind, brach denen dann u.U. von einem Tag auf den anderen jegliche Einnahmequelle weg, als weder Konzerte noch Unterricht in Präsenz möglich waren. Und nein, Instrumentalunterricht funktioniert nicht sinnvoll per Videokonferenz, erst Recht für Anfänger.
Vereine mit Rücklagen konnten in der Zeit wenigstens Überbrückungsprogramm machen und dabei auch die Dirigenten/Musiklehrer einbeziehen - z.B. in Form von bezahlten Online-Vorträgen, Kompositions-/Arrangement-Aufträgen oder (wie gesagt nur sehr begrenzt sinnvoll, aber als Überbrückung für begrenzte Zeit besser als gar nichts) Online-Proben/-Unterricht.
Wo sowas nicht möglich war, hatten die Vereine außerdem noch das Problem, daß sie einem freiberuflichen Dienstleister gar kein Honorar zahlen durften, wenn der dafür keine angemessene Leistung erbracht hat.
Denn tatsächliche Voraussetzung für Gemeinnützigkeit ist, daß niemand ohne angemessene Gegenleistung Zuwendungen aus dem Vereinsvermögen erhalten darf - das gilt natürlich auch in diesem Fall. Einfach so "laß mal, wir zahlen auch wenn nix stattfindet noch ein paar Monate weiter damit Du nicht verhungerst" wäre eine justiziable Untreue des Vorstandes und könnte auch die Gemeinnützigkeit gefährden. Oder man kriegt Streß wegen Scheinselbständigkeit (praktisch ausgeübte Lohnfortzahlung ist da ein gemeines Argument), das ist in dem Bereich auch ein Problem (im Zusammenhang mit der Künstlersozialkasse, nochmal ne ganz andere Story).
Hier sind ein paar davon.
BSI-Chefin Plattner meinte: Ich liebe Checklisten, aber Checklisten werden uns nicht retten. Da freut mich immerhin der hintere Teil von. Ihre Lösung war dann leider, man müsse da eben mehr Dinge automatisieren.
Das finden viele Softwarehersteller auch und automatisieren seit Jahren immer mehr Prozesse. Ergebnis: Der Druck auf dem Opfer, dem Kunden, wächst immer mehr, weil immer mehr Patches rauskommen.
Ich finde, man sollte Patches hier nicht so positiv sehen. Jeder Patch ist ein Nachweis dafür, dass der Hersteller versagt und unsichere oder anderweitig kaputte Software verkauft hat. Ich finde es gut, dass die Hersteller überhaupt Patches machen. Aber erinnern wir uns: Das war nicht die Arbeit des BSI, die das herbeigeführt hat, sondern dass Hacker lauter Exploits verbreitet haben, so dass man das nicht mehr unter den Teppich kehren konnte.
Leider ist über die Jahre ein bisschen unter den Tisch gefallen, dass wir heute nicht wirklich sicherer sind als früher, weil immer noch jede Software die ganze Zeit unsicher ist. Es gibt einen unaufhörlichen Nachschub an Bugs, wir kennen sie nur noch nicht.
Da wo wir wirklich Fortschritt gebraucht hätten, nämlich dass die Software weniger Patches braucht, haben wir das Gegenteil davon gekriegt. Frau Plattner meinte dann auch noch, moderne Software ließe sich besser schützen als alte. Das ist leider auch genau die Linie der Softwarehersteller, die Security nicht als Pflicht sondern als Vertriebsvehikel sehen. Was setzt du denn auch den alten Windows Server ein, kauf doch lieber einen neuen Windows Server!1!!
Plattner hat sich dann auch als "KI"-Fan geoutet, was mich ein bisschen zusammenzucken ließ. Sie sagte dann, was auf dieser Veranstaltung noch mehrere andere sagten: KI hilft Angreifern, wir müssen zur Verteidigung daher genau so schnell auf KI setzen.
Dafür kurz als inhaltliche Klarstellung: Nein. KI hilft Angreifern nicht. KI erzeugt keine Exploits, identifiziert keine Bugs, analysiert keine Patches. In einigen Proof of Concept Fällen kann man möglicherweise eine Demo faken, aber KI hilft Angreifern nicht.
KI kann dafür sorgen, so erklärten dann einige Teilnehmer, dass die Scam-Mails weniger Rechtschreibfehler haben. Die haben nicht verstanden, dass die Rechtschreibfehler absichtlich drin sind. Die Scammer richten sich ja nicht an Leute, die Scams erkennen, und dann möglicherweise Ärger machen und ihr Geld zurück haben wollen oder die Polizei rufen, wenn die noch was machen kann. Die richten sich an naive alte Menschen und filtern mit den Rechtschreibfehlern die anderen raus.
OK, nächste Aussage, die ich lustig fand: Da saß ein Typ von Rohde und Schwarz auf der Bühne in dem einen Podium mit der Plattner, der mehrfach negativ auffiel, indem er sie demonstrativ duzte. Ich würde ja schon grundsätzlich gegen die Anwesenheit von R&S opponieren, aber das fand ich echt auffallend respektlos und eine Frechheit. Jedenfalls, wieso ich den erwähne: Der erzählte (als Anekdote, dass in Deutschland Innovation ja wegen Überregulierung ausgebremst würde), sie hätten ja "KI" einführen wollen, seien aber am Personalrat gescheitert. Wieso ich R&S nicht mag ist weil sie IMSI-Catcher für den Unterdrückungsstaat bauen, und Militär und Geheimdienste mit Spezialequipment beliefern. Aus meinen Augen ist das unethisches Geschäftemachen.
Was haben wir noch ... da saß noch ein Telekom-Mensch, deren Cloud Security-Chef glaube ich, der sich (für Nerds humoristisch) verplapperte, dass man ja im Moment auch Mails von Servern mit abgelaufenen TLS-Zertifikaten annehmen müsse, weil der Zustand der Security-Landschaft da draußen so schlimm sei. Bei SMTP mit TLS präsentiert nur der annehmende Server ein Zertifikat. Der Einsender zeigt gar keines, das abgelaufen sein könnte. Den Versprecher fand ich lustig genug zum notieren :-)
Neben dem Telekom-Typ saß ein Cisco-Schlipsträger auf dem Podium, der dann erzählte, wenn sich Kleinunternehmer keine IT-Abteilung leisten können, dann müssen sie halt managed Services einkaufen von jemandem. Die Telekom daneben nickte. Da hab ich mich ziemlich geärgert, weil sich hier die Täter (die Telekom hat Millionen von schrottigen Plasteroutern im Feld und Cisco hat mehr Hintertüren in ihren Produkten gehabt als alle Konkurrenten zusammen und war gerade an dem Webex-Debakel Schuld) auf der Bühne erzählen dürfen, die Kosten solle mal ihr Kunde/Opfer tragen. Da hätte ich mir gewünscht, dass der Moderator mit dem großen Holzhammer draufkloppt.
Die Keynote von dem BKA-Chef war spannend, weil das mein erstes Mal war, dass ich die BKA-Panikslides sehe, mit denen sie die Politik immer wieder dazu kriegen, ihnen mehr Befugnisse zu geben. Kommunikationstechnisch waren die Slides brillant gemacht. Auf ihnen standen lauter PANIK-PANIK-Zahlen und Grafiken drauf, Milliardenschäden, alles furchtbar, wir sind so gut wie tot, die Kriminellen sind super ausgebildet und besser organisiert als wir und so weiter, aber der Vortrag war das glatte Gegenteil. Der Mann ist ein Karriere-Polizist, ein lockerer Typ mit nach Hamburg klingender Sprache, der da weitgehend ruhig und cool vorträgt, dass das ja alles schlimm aussähe, aber man sei am Ball, die Quote der Lösegeld bezahlenden Ransomwarebefälle sei rückläufig, und man habe ja schon folgende Domains beschlagnahmt und jeweils MILLIONEN von Euros in Bitcoin vom Markt genommen.
Die Folien sagten PANIK PANIK PANIK aber die Worte sagten: Alles im Griff. Wir werden hier nicht von technischen Dingen ausgebremst sondern von den Befugnissen. Wenn ihr nur kurz das Grundgesetz ändert (trug er wirklich so vor!), dann können wir die auch verhaften, bevor sie auch ransomwaren. Vorschlag dazu liegt auf dem Tisch, muss nur noch vom Parlament abgestimmt werden. Alles in Ordnung. Wir handlen das.
Das ist kein leichter Spagat! Auf der einen Seite OH MEIN GOTT IHR MÜSST JETZT SOFORT HANDELN kommunizieren aber gleichzeitig "bei uns ist das in guten Händen, wir haben alles im Griff" zu sagen und noch für eine Grundgesetzänderung für Gefahrenabwehr zu werben, ohne dass das wie Erpressung aussieht (ihr müsst das jetzt machen sonst sind wir alle tot).
Ich muss sagen: Hut ab vor dem BKA-Chef. Der weiß, was er tut, und wie er es tun muss. Der sammelt seit Jahren erfolgreich immer mehr Befugnisse ein, ohne dafür dann irgendwas vorzuzeigen zu haben.
Der nächste Vortrag war dann von ZITIS, hatte ich ja schon erzählt, mit den mobilen Quantencomputern. Der hatte noch ein paar andere haarsträubende Projekte, von denen er erzählte. Er wollte Quantenoptik haben (seine Begrifflichkeit!), damit man vor dem Tür eintreten durch die Wände gucken kann. Das ist meines Wissens nichts, was die Physik-Disziplin der Quantenoptik überhaupt auch nur versucht, geschweige denn als Ziel formuliert, aber da lasse ich mich gerne korrigieren. Desweiteren fand er "KI" transformativ und wir müssen schnell aufspringen, und im Übrigen werden Drohnen immer billiger und wichtiger, das brauchen wir auch, und dann warnte er noch vor kriminellen LLMs, die mit Darknet-Daten trainiert seien, und dann nicht wie bei den guten Menschen von OpenAI einen Filter drin haben, der sich weigert, Bombenbauanleitungen auszuhändigen. ZITIS lässt außerdem an neuronalen Netzen zur Erkennung von Hass im Internet forschen, und hat ein Projekt für die "Robustheit von KI" gestartet (kann ich jetzt schon sagen, dass das scheitern wird), und sie machen sich Sorgen vor der Manipulierbarkeit von "KI". Stöhn.
Den Schenkelklopfer des Tages brachte aber der CISO der Bundeswehr, schön in Ausgehuniform, der sich auch zu Ransomware äußerte (offenbar sehen sich da auch Bundeswehr-Behörden von angegriffen): Davon geht keiner aus, bei uns Lösegeld erpressen zu können. Das Publikum wieherte vor Lachen :-)
Update: Wenn ich hier gefühlt alles kritisiere, was Frau Plattner vorgetragen hat, wieso sah ich ihre Person trotzdem positiv am Ende? Ich hatte den Eindruck, dass die halt noch nicht alle Fakten gehört hat, und möglicherweise umgestimmt werden kann, wenn ihr mal jemand die andere Hälfte der Realität zeigt, und andere Blickwinkel. Den BKA-Chef, der Bundeswehr-CISO, den ZITIS-Typen, die wirst du alle nicht umgestimmt kriegen, egal was du vorträgst. Die machen da halt ihren Job und werden sich nicht von Fakten behindern lassen.
Update: Übrigens, am Rande: Der ZITIS-Chef war vorher Abteilungsleiter für technische Aufklärung beim Bundesnachrichtendienst.
Karl war viermal als Zeuge in den NSA-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestags geladen. Als Unterabteilungsleiter im Bundesnachrichtendienst war er zuständig für die Übermittlung deutscher Internetdaten an die National Security Agency in der Operation Eikonal und deutscher Telefondaten an die Central Intelligence Agency in der Operation Glotaic.
Ja klar! Was machst du mit so jemandem? Rausschmeißen geht ja nicht, denn dann müsste man ja auch lauter andere Leute rausschmeißen. Bleibt ja quasi nur befördern! Mobile Quantencomputer, ich leg mich flach.
Ich hab zugesagt, weil ich Zeit hatte und das nicht weit weg ist, und es ist am HPI, also der Uni Potsdam, und ich mag Unis. Stellt sich raus: Das ist die Art von Veranstaltung, bei der die Tagesschau Filmaufnahmen macht, die dann abends im Fernsehen laufen. o.O
Die Vorträge waren größtenteils, was man erwarten würde, wenn man Sicherheitsbehörden nach einem Lagebild fragt. WIR WERDEN ALLE STÖRBEN! IMMER MEHR CYBER!! SO TU DOCH MAL JEMAND WAS!!!
Aber es gab ein paar interessante Neuigkeiten. Erstens: Der nächste Hype. Der nächste Hype werden "Mobile Quantencomputer".
Einer der Vorträge war vom Chef von ZITIS. Das sind die hier. Die sehen sich als eine Art DARPA und finanzieren Forschung an Bereichen, die sie in Zukunft für wichtig für den Sicherheitsapparat und das Militär halten, und der gute Mann erwähnte explizit "Mobile Quantencomputer".
Ich dachte, ich hab mich verhört. Ihr wisst schon, wenn man einen Liedtext nicht richtig versteht. Was man gehört hat, ergibt so gar keinen Sinn. Ich muss mich verhört haben.
Dann kam später der CISO der Bundeswehr, in Ausgehuniform, und erzählte, man werde ja in Zukunft auch mobile Quantencomputer brauchen.
Da wusste ich, dass ich mich nicht verhört habe, sondern das der neue heiße Scheiß ist. Blockchain ist ja schon so gut wie tot, KI atmet schon schwer. Mit irgendwas werden die Scammer ja ihr Geld verdienen müssen! Und das werden dann mobile Quantencomputer sein.
Also. You heard it here first. Mobile Quantencomputer!
Für mich war der Tag ein Gewinn, denn auf meinem Podium trugen die anderen natürlich vor, was sie alles für Ransomware-Domains beschlagnahmt haben in riesigen internationalen Kooperationen. Ich habe dann deren Arbeit mit Pokemon verglichen. Gotta catch them all!
Mal gucken, ob es das in irgendeine Presse schafft. :-)
Ich finde das gut und richtig, wenn die Ransomwaregangs hopsnehmen, aber so werden wir das Problem nicht gelöst kriegen. Ich schlug vor, Firmen in die Haftung zu nehmen, wenn sie unsichere Software einsetzen und dadurch ein Schaden entsteht, und die sollten sich das dann zivilrechtlich vom Softwarehersteller zurückholen können, wenn der (auch) Schuld ist.
Kurze Anekdote am Rande noch. Auf der Konferenz lief auch die neue BSI-Chefin herum, und sie hielt auch eine Keynote. Ich habe die vorher noch nie getroffen und sie hinterließ direkt einen viel positiveren Eindruck als alle ihre Amtsvorgänger. Ich dachte mir also, als ich sie beim Social Event sah, dass ich ihr das mal sagen sollte, gehe auf sie zu, und sage: "Ich kritisiere das BSI ja seit 20 Jahren gerne und häufig, ..." woraufhin sie ganz trocken meinte: "Ich hörte davon".
Äh ... wat? Gibt es da eine Liste? Und da bin ich drauf? Und ich habe genug Eindruck hinterlassen, dass die BSI-Chefin meinen Namen kennt?! Ich habe mein Kompliment dann noch rausgekriegt aber war ziemlich geflasht davon :)
Bei den Vortragenden gab es übrigens (abgesehen von mir) Konsens, dass die Kosten für das Absichern von Windows-Infrastrukturen von den Betreibern der Infrastrukturen bezahlt werden sollte. Niemand außer mir fand, dass man als Käufer von Software erwarten kann, dass der Hersteller die ohne Defekte ausliefert, und für Schäden durch Qualitätsmängel haftet.
Besonders großartig war der eine Vortragende in einem anderen Panel, der von Cisco kam. Nicht nur hat der mit keinem Wort erwähnt, dass Cisco für das Webex-Debakel verantwortlich zeichnet, das u.a. das BSI (!) betroffen hat. Der erzählte da, man müsse als Firma ja vorbereitet sein. Man sollte die Support-Telefonnummer für seine Zulieferer bereit haben. Falls was passiert. Kontext: Cisco hat jahrelang nicht mal Security-Patches zum Download angeboten, wenn man keinen laufenden Supportvertrag vorweisen konnte. Die Support-Telefonnummer hätte ich gerne mal genannt bekommen, die einem hilft, wenn man gerade per Webex abgeschnorchelt wurde.
Update: Ein Leser weist darauf hin, dass das HPI nicht Teil der Uni Potsdam sondern eine privatwirtschaftliche gGmbH ist, und die Uni Potsdam im Logo tragen darf, weil es eine gemeinsame Fakultät und eine Kooperationsvertrag gibt. :-)
Ich freu mich gerade besonders über diese Formulierung in dem Artikel:
Critical code-execution flaw was under exploitation 2 months before company disclosed it.So sieht das nämlich aus. Hersteller sitzen gerne monatelang auf Sicherheitslücken, bevor es einen Patch gibt. Der Kunde kriegt normalerweise gar nicht mit, wie lange der Hersteller schon von der Lücke wusste.Auch in diesem Fall weiß man das nicht genau. Aber man weiß, dass das schon monatelang aktiv ausgenutzt wurde, und der Hersteller fand es nicht nötig, ihre Kunden davon zu unterrichten.
Die CDU (!!) fuhr 23% ein, die AfD (!!!) ist auf Platz 2 mit 16,5%.
Größter Verlierer sind die Grünen mit über 8 Prozentpunkten Differenz zur letzten Wahl.
Oh, und: Bei der CDU ist die CSU noch gar nicht dabei. Die haben auch nochmal 6% gekriegt.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht debütiert direkt mit über 5%, die Linken haben aber "nur" 2,7% verloren. Der Rest wird sich dann wohl aus Grünen gespeist haben, die dachten, die Grünen seien Pazifisten und würden sich aus dem Ukrainekrieg heraushalten.
Ich finde ja schon immer unverständlich, dass jemand für Deutschland die CDU wählt. Aber für das Europaparlament?! Da hat die CDU noch nie jemanden fähigen hingeschickt! Also selbst wenn man fähig relativ zum Kompetenzdurchschnitt innerhalb der CDU bewertet!
Für CDU und SPD war Europa immer ein Endlager für abgehalfterte Politiker aus Deutschland, die zu schlecht, zu verbrannt oder zu alt für einen weiteren Posten im Inland waren. Die hat man dann nach Europa verklappt, wo sie in Ruhe auf der Wiese grasen durften und am Ende für ihr Nichtstun auch noch Pensionsansprüche abgegriffen haben.
Und DIE werden jetzt noch für ihr Tun durch Wiederwahl belohnt! Unfassbar.
Ich glaube ich höre jetzt mal mit dem Opponieren gegen das Kaputtsparen der Krankenhäuser auf. Wir scheinen zu viele senile alte Säcke zu haben, die kein Problem damit haben, wenn der Planet unbewohnbar wird, solange sie vorher sterben und noch ihre Renten ausgezahlt kriegen.
Update: Krankenhäuser kaputtsparen hilft möglicherweise nicht, wendet ein Leser ein. Aus dem Wahlticker der DPA:
Der Rechtsruck in Deutschland wird auch bei den jungen Menschen sichtbar. Laut Infratest dimap/ARD liegt die AfD in der Gruppe der 16-24-Jährigen bei 17 Prozent – ebenso wie die Union. Für die Grünen und die SPD haben demnach nur elf beziehungsweise neun Prozent der jungen Wählerinnen und Wähler gestimmt.
Die Grünen lagen unter den Jungwählern 20 Prozentpunkte höher letzes Mal. Das ist schon ziemlich krass. Mein erster Erklärungsversuch war, dass die Grünen nicht verhindert haben, dass die Letzte Generation gegängelt wird, aber der Absturz der Grünen war europaweit, insofern kann das nicht alles gewesen sein. Vielleicht dass sie das LNG-Terminal gebaut haben? Gut, die Jungwähler hatten vielleicht einfach die Erfahrung nicht, zu wissen, dass die Grünen nicht wie behauptet Pazifisten sind, und dass du bei Wahlen von den Parteien angelogen wirst.
Jetzt gehen die üblichen CDU-Verschwörungstheorien um, dass Tiktok schuld sind (bei der CDU sind immer Ausländer schuld, und sie sind immer unschuldige Opfer). Da ist hoffentlich nichts dran. Hoffentlich.
Der Kollege hat die Ersatzkarte inzwischen erhalten. Nein, da gab es keinen Diebstahl auf der Strecke, wie einige Leser vermutet hatten. Die Sparkasse ist einfach nur inakzeptabel langsam.
Bei mir kam die am Montag letzter Woche bestellte Karte am Dienstag dieser Woche an — und funktionierte nicht. Im Onlinebanking war der Status der Karte nicht "aktiv" sondern "Bonitätssperre", was anscheinend eigentlich für Karten von Minderjährigen gedacht ist, die zu überziehen versuchen. Oder so. Beides trifft hier natürlich nicht zu.
Im Onlinebanking kann man den Status nicht ändern. Wir sind also zu einer Postbank-Filiale gelaufen, und die waren überfordert und wollten uns eine neue Karte bestellen.
Ich habe dann die Support-Hotline angerufen, bei der man bei der Postbank nur anrufen kann, wenn man seine Telefonbanking-Credentials eingibt. Ich habe kein Telefonbanking eingerichtet und musste das dann also einrichten, um überhaupt die Supporthotline anrufen zu können.
Bei der Supporthotline muss man sich dann durch einen versifften Roboter kämpfen, bis man eine Person an der Leitung hat, und die kann einem dann auch nicht helfen. Die meinte dann, sie habe "eine Notiz an die Fachabteilung" abgelegt und wir sollen nächste Woche nochmal probieren.
Kennt jemand jemanden bei der Bafin? Ich würde gerne mal deren offizielle Begründung hören, wieso die Postbank noch nicht ihre Zulassung entzogen gekriegt hat.
Ein späterer Anrufversuch bei der Hotline scheiterte noch spektakulärer. Nachdem man eine Minute lang den versifften Roboter bedient hat, um mit einem Mitarbeiter verbunden zu werden, legte die Postbank dann lieber auf, als mich mit einem Mitarbeiter zu verbinden.
Tja... und nun? Warten auf Godot?
Lindner will Milliarden-Steuerentlastung durchsetzenGroßartige Idee! Wo wir jetzt schon den Haushalt nicht ohne Sondervermögen hingekriegt haben!
SPD und Grüne kritisieren, vor allem Reiche würden davon profitieren.Klar. Wen auch sonst? Arme?! BWAHAHAHAHAHAHA
Aber Sekunde, von wie viel Geld reden wir denn hier?
Bundesfinanzminister Christian Lindner will [...] um rund 23 Milliarden Euro entlasten.Also um mehr als ein Fusionskraftwerk. Ach. Wenn Wahlen anstehen, liegt das Geld bei der Blockadepartei mit der Schwarzen Null als Finanzminister plötzlich auf der Straße oder wie?
Geld ausgeben, um in die Zukunft zu investieren? GEHT GAR NICHT!
Geld gar nicht erst einnehmen? KEIN PROBLEM!!1!
Tolle Partei, diese FDP. Wer wählt die eigentlich? So viele Reiche haben wir in dem Land doch gar nicht!
Die Behörden nehmen den Vorfall "sehr ernst". Alles deute auf einen professionellen Akteur hin.Natürlich, mein Herr! Sonst wären die ja nicht durchgekommen!!1! Durch die hochprofessionellen Checklisten-Verteidigungslinien der CDU!1!!
Zum Ausmaß des Schadens oder zum Angreifer könne wegen der laufenden Ermittlungen nichts gesagt werden. "Die Art des Vorgehens deutet aber auf einen sehr professionellen Akteur hin", erklärte ein Sprecher.Ja hatten die etwa kein Active-Directory-Webinar bei Heise gebucht?!?
Sehr geil auch: Für einen Angriff mit DERMASSEN enormer krimineller Energie reicht die normale Polizei nicht aus. Da musste die CDU den "Verfassungsschutz" einschalten.
Und da, muss ich sagen, bin ich dann doch ausnahmsweise mit der Gesamtsituation zufrieden. Die CDU kriegt jetzt die volle Inkompetenz zu spüren, die sie selbst zu verantworten hat. Bei sich selbst und beim "Verfassungsschutz".
Der Verfassungsschutz und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hätten Ermittlungen aufgenommen.Oh und beim BSI! HAHAHA, wunderbar! Auch deren Inkompetenz hat die CDU zu verantworten.
Die Vorstellung, dass das BSI denen jetzt eine Familienpackung Checklisten per Kurier vorbeibringt, füllt mich mit großer Genugtuung.
Bonus:
"Unsere Sicherheitsbehörden haben alle Schutzmaßnahmen gegen digitale und hybride Bedrohungen hochgefahren und klären zu Gefahren auf. Wir sehen erneut, wie notwendig dies gerade vor Wahlen ist."Tja, äh, Pro-Tipp fürs nächste Mal: VOR dem Angriff Security machen.
Update: Die CDU ist auch für das Hackertoolverbot verantwortlich, das Sicherheitskräfte kriminalisiert und außer Landes getrieben hat, die ihnen jetzt hätten helfen können. Und sie haben Lilith Wittmann angezeigt, als die ihnen eine Sicherheitslücke melden wollte und damit auch den CCC dazu gebracht, ihnen keine Lücken mehr zu melden.
Die anderen müssen dann die Wahrheiten aufspüren. Wer eine Wahrheit findet, kriegt einen Punkt. Wer eine Wahrheit unerkannt in seinem Vortrag durchschmuggelt, kriegt einen Punkt. Wer eine Lüge fälschlich für eine Wahrheit hält, verliert einen Punkt.
Wenn ihr auch auf sowas steht, dann wünsche ich viel Spaß am Gerät!
Der 2FA-Flow geht gerade nicht. Die App poppt up, man gibt die Challenge-Zahl ein, dann hängt die App und der Login-Dialog rennt in einen Timeout.
Wer ist noch mal auf die Idee gekommen, dass es eine schlaue Idee ist, sich von Microsoft-Software abhängig zu machen?
Mann Mann Mann
Es gibt noch einen alternativen Flow, wo man eine Zahl von der App abtippt, aber den kriegt man erst, wenn man einmal in den Timeout gelaufen ist.
Der Einsender schrieb, dass die Bahn ja neulich gegen die Lokführer verloren hat. Intern haben sie kommuniziert, dass sie das 100 Mio Euro kostet. Die müssen sie jetzt halt irgendwo einsparen.
Kommt ein Manager aus der Excel-McKinsey-Schule und beschließt quasi über Nacht, allem IT-Personal zu kündigen, das man schnell kündigen kann. Das sind vor allem Externe.
Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass die Externen da die Knowhow-Träger waren, denn sonst hätte die Bahn die ja gar nicht erst ins Boot holen müssen, wenn sie das alleine stemmen könnte.
Das für die Zahlungsabwicklung zuständige Team war wohl vorher schon mit dem Kopf unter Wasser und hat keinen Sprint fertig gekriegt (ja, die Bahn ist "agil". Das erklärt den Zustand). Jetzt ist da noch ein zentraler Entwickler und der Product Owner weg. Das Security-Team hat es wohl so gut wie komplett desintegriert.
Der Einsender meinte noch so, ich soll mal perspektivisch eher froh sein, dass mich das System da keine Kreditkartendaten hinterlegen ließ.
*GRUSEL*
Jetzt bin ich deprimiert.
Nicht nur wegen des Ergebnisses, dass mich eine Satirepartei am besten vertritt, sondern auch wegen der Fragen. Am härtesten getroffen hat mich die letzte Frage:
Das Europäische Parlament soll weiterhin eine zentrale Rolle in der EU spielen.Äh, wie meinen? Habe ich da eine Machtergreifung verpasst?! Wer schlägt denn bitte vor, dass eine Demokratie kein Parlament braucht?!?
Ich bin gerade wirklich schockiert, dass ich das gefragt werden. Hey, Fefe, wir brauchen doch keine Demokratie hier, findest du nicht auch? Ein Kaiser reicht doch auch! Die von der Leyen ist schon in Stellung gegangen!!
Aber auch davor sind ein Haufen Fragen, die so schlecht gestellt sind, dass man das Ergebnis direkt wegschmeißen kann. Z.B.
In der EU sollen Unternehmen mehr für den Ausstoß von CO₂ zahlen müssen.So pauschal ergibt die Frage keinen Sinn. Wir wollen natürlich, dass die Firmen weniger CO2 emittieren, aber das heißt nicht, dass wir keinen Stahl und keinen Beton brauchen! Mit so plumpen Fragen kriegst du den Problemraum überhaupt nicht abgebildet!
Oder die Frage hier fand ich auch irritierend:
Der Präsident bzw. die Präsidentin der Europäischen Kommission soll von den Bürgerinnen und Bürgern direkt gewählt werden.Da sollten wir vielleicht erstmal darüber reden, welche Befugnisse der Präsident hat, und und zwar a) auf dem Papier und b) tatsächlich. Mir persönlich wäre es am liebsten, wenn es keinen Präsidenten gibt, weil das Parlament die Macht hat. Wenn du einen Autokraten direkt vom Volk wählen lässt, ist das immer noch ein Autokrat.
Im Moment hat der Kommissionspräsident (Flinten-Uschi) Richtlinienkompetenz gegenüber der Kommission. Kein Wunder also, dass da nur Scheiße rauskommt, wenn Zensursula die Richtung vorgibt.
Ich glaube auch nicht, dass das besser wird, wenn das Volk direkt jemanden wählen darf. Dann wird das am Ende ein Deutschland's nächster Top-Präsident und Wähler aus Ländern wie Luxemburg haben von keinem der Kandidaten jemals gehört. Das kann es ja wohl auch nicht sein. Lieber gar keine Figur mit großem Einfluss haben, als sich darüber streiten, wer die ernennt oder wählt oder was auch immer.
Geärgert habe ich mich auch über
Die Sanktionen der EU gegen Russland sollen abgebaut werden.Was soll das heißen? Kurzfristig? Langfristig? Langfristig will wohl jeder von Sanktionen weg, aber solange Russland in der Ukraine herumbombt ja wohl eher nicht so...? Das Ergebnis dieser Frage kannst du direkt wegschmeißen.
Schon schade, finde ich. Eine vertane Chance. Auch weil es in den Wählern das Gefühl weckt, man könnte mit so dumpf heruntergebrochenen Ja-Nein-Fragen den Problemraum abdecken.
Update: Oder die Frage, ob Europol mehr Befugnisse kriegen sollte. Kann ich das bitte etwas konkreter haben?
Update: Ein Leser aus der Schweiz schickt zum Vergleich deren Wahl-O-Maten ein. Die Fragen sind schon konkreter, aber Fachbegriffe sind jeweils noch unterkringelt und man kriegt eine Erklärung, und dann kann man unten immer "Mehr Informationen" aufklappen und sich fortbilden, so dass man auch als Nicht-Schweizer einmal durchklicken kann, ohne die Hälfte nicht zu verstehen, weil Kontext fehlt.
Dann habt ihr bestimmt schon eine Mail gekriegt, die mir ungefähr ein Dutzend Leute weitergeleitet haben, die wie folgt anfängt:
Dell Technologies nimmt den Datenschutz und die Vertraulichkeit Ihrer Daten sehr ernst.Da weißt du direkt: Oje. Totalschaden. In dem Shit Sandwitch muss ein großer Haufen Scheiße sein, wenn sie DAS davor schreiben, um den Impact zu mildern.
Weia.
Oder sollen wir glauben, dass Airbus preislich mit Boeing konkurrieren konnte, wenn Boeing einfach ausgemusterte Teile verbaut, ohne hier und da auch Fünfe gerade sein zu lassen?
Wieviel Subventionen kriegt Airbus eigentlich von der EU? In Prozent vom Endproduktpreis?
Sorry für meine Leser, die dort einen Freemail-Account haben.
Meine Mails kommen rein mit HELO a.mx.fefe.de, und wenn man a.mx.fefe.de im DNS nachguckt, kriegt man die IP, von der sie kommen. Wenn man aber im DNS einen PTR-Lookup auf die IP macht, kommt was anderes (weil der Host Dutzende von Namen hat, die trag ich nicht alle ins DNS ein).
Der Support von emailn erklärte mir dann, dass ich ja auch an niemanden sonst im Internet Mail abschicken könne mit meiner krassen Fehlkonfiguration.
Nun, was soll ich sagen. Meine Policy ist, Leute zu warnen, bevor ich sie abklemme. Nicht sie zu überzeugen.
Hiermit erledigt.
Jeder kriegt bei mir eine Chance. Das war die von emailn.de.
Der Lacher ist, wie es dazu kam. Sie haben beobachtet, dass die Leute häufig erst "foo" googeln und dann "foo reddit". Also haben sie sich gedacht, hey, wenn die Leute eh zu Reddit wollen, dann geben wir ihnen halt, was sie wollen.
Aber warum haben die Leute das gemacht? Weil die Suchfunktion von Reddit so legendär beschissen ist, dass sie niemand mehr als einmal benutzt und alle lieber zu Google rennen.
Für Reddit ist dieses strukturelle Versagen natürlich super jetzt. Die sahnen jetzt den ganzen Google-Traffic ab, da freuen sich die Aktionäre.
Was lernen wir aus der Geschichte? Baut eine beschissene Suchfunktion!1!!
Für den Rest von uns ist das natürlich Scheiße, denn die SEO-Arschlöcher sehen das ja und werden jetzt alle noch krasser auf Reddit rumspammen.
Update: Faszinierend! Ich habe jetzt mehrere Leser in der Inbox, die meinen, das sei nur die halbe Erklärung. Die Reddit-Suchfunktion musste so Scheiße sein, dass man zu Google geht, aber dann musste Google auch so Scheiße werden, dass man nach Reddit fragt. Leute fragen offenbar tatsächlich explizit nach Reddit, weil man dann Threads mit wenigstens Resten von menschlicher Mitarbeit kriegt statt SEO-Müll von "KI"-Contentfarmen.
Auf die Idee wäre ich nie gekommen, wenn die Suche nach foo scheitert, da ein reddit anzuhängen, damit es ... *besser* wird. Wat!? Aber scheint ja zu funktionieren, sonst würden es die Leute nicht machen.
Bedauerlicher Fehlgriff. Softwarefehler! Keine Sorge, die tut ja gar nichts, die App, sagt Microsoft.
Ich finde, wir sollten hier mal die übliche Rhetorik anwenden.
Die Behörden sind informiert. Die Angreifer haben eine enorme kriminelle Energie demonstriert! Bislang sind unseres Wissens keine Daten weggekommen. Die Bundeswehr wurde in Alarmbereitschaft versetzt. Sowas, wissenschon.
Offensichtlich kriegt Microsoft noch viel zu wenig auf die Fresse. Wäre das nicht schön, wenn wir einen Weg hätten, Firmen für Cyberangriffe wie diesen zu bestrafen? Ihr wisst schon, eine Behörde vielleicht. Ein Regulator? Polizei? Vielleicht ein Bundesamt für Sicherheit. In der Informationstechnik oder so.
Das bringt natürlich niemandem was, wenn es um Security geht, aber es zahlt einer Menge Menschen die Gehälter, die so nie irgendwas substanzielles für das Gemeinwohl beitragen müssen.
Viele CERTs sind auch nichts anderes mehr als Mailinglisten-Verteiler für Datenbankeinträge.
Eines Tages wird jemand merken, dass man das auch vollständig automatisiert machen kann, und man braucht nicht mal "KI"! Das kann ein Perlskript aus den 1990ern erledigen! WE HAVE THE TECHNOLOGY!
Aber egal. Das war nicht der Punkt.
Der Punkt war, dass es endlose Datenbanken mit Sicherheitslücken gibt, und einen veritablen Riesenmarkt aus unseriösen Resellern, die Datenbankeinträge weiterverkaufen, die sie selbst kostenlos aus dem Internet gescraped haben. Wenn es nach mir ginge, würde man die alle in die Wüste schicken. Aber es geht nicht nach mir.
Einige Projekte haben jetzt klar die Meinung entwickelt, dass sie da nicht mitmachen wollen. Der Linux-Kernel ist z.B. so ein Projekt. Jahrelang haben die keine CVE-Datenbankeinträge eingetragen. Deren Standpunkt war, dass so gut wie alle Security-Bugs Bugs sind, und Bugs fixen wir hier. Jedes Kernel-Release hat Hunderte von Bugs. Einige von denen sind Security-Bugs. Was du brauchst ist keine Datenbank mit Vulns, was du brauchst ist den jeweils aktuellen Kernel. Alle Patches einspielen, sofort. Immer.
Da haben sie völlig Recht mit, inhaltlich. Aber es hat halt dazu geführt, dass sie ständig von so Datenbank-Administratoren angeheult wurden. Ist ja auch klar, denn diese Datenbank-Einträge-Dealer leben ja davon, dass ihre "Leistung" wertvoll aussieht. Je mehr Einträge sie haben, desto wichtiger sieht das aus.
Der Linux-Kernel hat dann irgendwann die Opposition aufgegeben und ist seit Februar diesen Jahres eine CNA, hat einen eigenen ID-Bereich und kann aus dem Bereich selbständig CVEs vergeben. Sie haben gewarnt: Wenn wir das tun, dann kriegt ihr echt viele CVEs von uns, weil im Kernel-Kontext so gut wie jeder Bug auch ein Security-Problem ist, wenn man nur aus dem richtigen Winkel drauf guckt.
Die Datenbank-Heinis haben Dollarzeichen in den Augen gekriegt und "yes please" gesagt. Und jetzt haut der Linux-Kernel pro Woche (!) ca 100 CVEs raus.
Ich habe nicht genug Popcorn für diese Gesamtsituation gerade.
Ihr könnt euch vorstellen, dass die kommerziellen Datenbankheinis alle feuchte Höschen haben jetzt. Die können für noch mehr kostenlos bezogenen Content anderen Leuten Rechnungen stellen! Kaching!!
Aber es gibt halt auch nichtkommerzielle CVE-Verteiler, u.a. das DFN-Cert, und die sind jetzt ein bisschen ungehalten (jemand hat mir eine Mail von deren Verteiler weitergeleitet) und haben angekündigt, dass sie die nicht alle übernehmen und verbreiten wollen, sondern sie wollen vorfiltern, welche wichtig sind und welche nicht.
Das ist natürlich nicht gut. Das kostet Arbeitszeit, die denen irgendjemand bezahlen muss.
Aber für mich als Außenstehenden ist das tolles Popcorn-Kino.
Eine ähnliche Kategorie von "da krieg ich Gewaltfantasien"-Neusprech ist "-scale". Was die alle immer rumgefurzt haben, wie geil ihr Scheiß skalieren würde! Und dann guckst du mal vorbei und wartest 20 Sekunden auf das Laden der Homepage.
Und jetzt ist alles "internet scale" oder zumindest "cloud scale", man sagt nicht mehr "Cloud-Drückerkolonne" sondern "Hyperscaler" (das einzige, was da skaliert, sind die Rechnungen). Furchtbar.
Höchste Zeit also, dass sich ein Depp findet, der mit "AI-native" und "AI-scale" Werbung macht.
Was soll ich euch sagen? Cisco liefert! Ja, DAS Cisco, das mit den ständigen apokalyptischen Sicherheitslücken. Die mit den Dutzenden von versehentlich hart einkodierten Admin-Account-Passwörtern. DIE. Die erzählen uns jetzt nicht nur was von Security sondern machen gleich noch die volle Familienpackung "AI" dran. Vorsicht: Wenn man irgendwas von irgendwas versteht, kriegt man von der Lektüre direkt Ganzkörper-Juckreiz. Das Produkt heißt "Hypershield". Wie Hypeshield aber mit r. Damit man assoziiert, es sei für Hyperscaler (und damit BESTIMMT SICHER GUT GENUG FÜR UNS HIER).
Eine Sache glaube ich ihnen. Dass die Presseerklärung direkt aus einer "KI" fiel. Das ist alles so falsch, dass nicht mal das Gegenteil stimmt.
Auf der anderen Seite kann man Punkte für alle Schlangenöl-Tropes in der IT-Security-Werbung vergeben. Das checkt alle Boxen.
DOCH! Das geht! In der unseriösen Werbung einer anderen Firma: Nvidia. Ihr seht wahrscheinlich schon kommen, was als nächstes passiert:
Cisco [blahsülz] with NVIDIA, is committed to building and optimizing AI-native security solutions to protect and scale the data centers of tomorrow.Und schwupps, mit einer kleinen Handbewegung, ist was eben noch ein Nachteil war (nämlich dass hier ohne Domain Knowledge eine "KI" Dinge halluziniert, die darauf trainiert ist, dass das plausibel aussieht, nicht dass es funktioniert) ein Vorteil! Weil, äh, "AI-native"!!1!Ja aber Moment, Fefe, da stand ja noch gar nicht "empower"! Ohne "empower" geht sowas doch gar nicht!!
"AI has the potential to empower the world's 8 billion people to have the same impact as 80 billion.Das hingegen finde ich ein tolles Zitat. Er sagt hier also: Wenn die Leute alle "KI" machen, dann werden sie zehnmal so viel Ressourcen verbrauchen, ohne einen Vorteil daraus zu ziehen. Glaubt mir, wenn das Vorteile brächte, hätte er die hier erwähnt.Wo wir gerade bei Warnungen waren:
The power of Cisco Hypershield is that it can put security anywhere you need it – in software, in a server, or in the future even in a network switch.Du brauchst dann halt in jedem Ethernetport eine Nvidia-GPU. Das wird das Power-Budget geringfügig senken, das für tatsächliches Computing übrig bleibt in einem Data Center, aber für Nvidias Aktienkurs wird es großartig werden!When you have a distributed system that could include hundreds of thousands of enforcement points, simplified management is mission critical. And we need to be orders-of-magnitude more autonomous, at an orders-of-magnitude lower costBeachtet das "autonomous" her. Eine "KI", die keiner versteht, weil sie nicht programmiert sondern trainiert wurde, soll autonome Entscheidungen darüber treffen, welche Netzwerkpakete erlaubt sind und welche nicht. Oh und wie immer bei "KI" gibt es auch kein Debugging, nur "nach-trainieren", was dann andere Stellen kaputtmacht. Das wird ja eine tolle Zukunft!So, jetzt kommen wir zum technischen Teil. Weiter unten, damit er die Deppen nicht mit Fakten verwirrt.
AI-Native: Built and designed from the start to be autonomous and predictive, Hypershield manages itself once it earns trust, making a hyper-distributed approach at scale possible.Cisco sagt also selbst, dass man dem nicht trauen kann, bis es sich Vertrauen erarbeitet hat. Wenn wir es hier mit denkenden Kunden zu tun hätten, wäre die logische Folge, dass man das nicht einsetzen kann. "manages itself" sollte natürlich auch alle Alarmlampen angehen lassen, genau wie "hyper-distributed" und "at scale", aber vermutlich nicht bei Leuten, die Cisco kaufen. Das ist eine Vorselektion vom unteren Rand des Spektrums.Cloud-Native: Hypershield is built on open source eBPF, the default mechanism for connecting and protecting cloud-native workloads in the hyperscale cloud. Cisco acquired the leading provider of eBPF for enterprises, Isovalent, earlier this month.Langsam zeichnet sich ein Bild ab. Irgendein Sprallo bei Cisco sah die Firma mit der Überflüssigkeit konfrontiert, die aus Software Defined Networking einhergeht (ach, man kann Switches in Software machen? Man braucht gar keine Hardware mehr, von Cisco oder sonstwem?), dann haben sie schnell einen Panikkauf von einer eBPF-Klitsche gemacht und mit einem Hype-Überperformer (am Aktienmarkt, nicht bei den Produkten) geredet, also Nvidia, und sagen jetzt den Investoren: We heard you like AI! We put Nvidia in you eBPF so you can hallucinate while you kernel panic!Ich ruf gleich mal den Notarzt. Wenn DAS keinen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslöst, dann bin ich möglicherweise schon tot und werde hier gerade bloß von einer "KI" weitersimuliert. Das kann niemand überleben, der mehr als zwei Hirnzellen übrig hat.
Aber für eine Sache ist immer Geld da!
Wir brauchen glaube ich mal einen Steelman-Vortrag zum Wasserfall. Ein Vortrag, der dem Publikum ernsthaft zu verkaufen versucht, wieso man das machen sollte.
Ich finde das ja generell sehr abstoßend, wenn Leute alle performativ gegen irgendwas sind, weil alle anderen auch dagegen sind. Am besten etwas, das jahrzehntelang Stand der Technik war, und von den erfolgreichsten Organisationen seiner Zeit verwendet wurde. Eine Methode, ohne die wir keine Mondlandung und keine Computer hätten.
Ich verstehe ja, dass die Entwickler das alle unsexy finden. Das Modell hätte auch versagt, wenn das nicht so wäre. Denn das Wasserfallmodell kommt halt aus dem Management und versucht, Entwickler möglichst austauschbar (und billig!) zu halten. Wasserfall versucht das Fordsche Fließband-Konzept auf Softwareentwicklung anzuwenden.
Die Entwickler sollen möglichst wenig Verantwortung übergeben kriegen, und bitte keine Entscheidungen treffen, die sich später rächen können. KLAR finde ich als Entwickler das scheiße! Ich möchte gerne eine Schneeflocke sein, einzigartig und wertgeschätzt für meine großartigen Fähigkeiten.
Wir sind ja inzwischen sogar noch viel weiter. Softwareentwickler nehmen die Situation regelmäßig so wahr, dass sie nach einem Software-Projekt mehr Domain Knowledge haben als der Kunde, für den sie die Software schreiben!
Softwareentwickler halten sich genau so gerne für Gott wie andere Diziplinen!
Für den Kunden (und für die Firma, die mich angestellt hat!) ist es aber besser, wenn der Entwickler ein Rädchen im Getriebe ist, dessen Fähigkeiten sich darauf beschränken, sich zu drehen. Und zwar so schnell und in die Richtung, die vom Domain Expert vorgegeben wird. Das war damals eine separate Berufsbezeichnung, nannte sich Softwarearchitekt. Heute ist Softwarearchitekt bloß ein Pay Grade in vielen Firmen, wo man halt nach soundsovielen Jahren hinbefördert wird als Entwickler.
Genau wie wir mit Devops die Ops-Leute abgeschafft haben, und mit DevSecOps die Security-Leute, und mit Agile die Tester, genau so gab es bei Wasserfall noch Architekten.
Genau wie es sich bei DevOps herausgestellt hat, dass du nicht einfach die Entwickler nebenher Ops machen lassen kannst, und das dann insgesamt billiger wird, genau wie sich bei DevSecOps herausgestellt hat, dass du nicht einfach Entwickler auch Security machen lassen kannst, und dann wird das billiger oder besser, genauso hat sich nach der Wasserfall-Abschaffung herausgestellt, dass nicht jeder "Entwickler" das Zeug zum Softwarearchitekten hat. Aber die Entwicklergehälter sind halt entsprechend hochgegangen, daher ist das heute normal, dann halt auch Architektur zu erwarten von denen.
Typische Ausreden gegen das Wasserfallmodell sind "Wir haben gar keine Domain Experts". Ich halte das für Bias von Entwicklern, die trotzdem das Projekt machen und Geld verdienen wollen. Klar sagen die dann nicht, was sie sagen sollten, nämlich: Dann können wir diese Software nicht seriös anbieten. Die sagen lieber "pass uff, Atze, wir machen das agile. Die Software ist fertig, wenn ihr kein Geld mehr nachschießen könnt. Wenn ihr immer schön mithelft, wird das vielleicht was. Vielleicht auch nicht."
Das sind Zustände wie beim Berliner Großflughafen! Da schäme ich mich für meine Profession, wenn da solche Marktteilnehmer rumlaufen!
Inzwischen hat sich das aber nicht nur durchgesetzt, sondern es hat die Gesamtsituation, dass Software halt nie fertig ist, immer teurer wird, und das Problem nicht löst, so normalisiert, dass die Leute das für normal halten.
Die Leute haben nicht Wasserfall gemacht, weil sie böse Menschen waren, sondern weil das Modell Dinge versprochen (und zumindest teilweise eingelöst!) hat, die attraktiv waren.
Früher hatte man auch Fachkräftemangel. Die Antwort war: Dann nehmen wir die Leute, die wir kriegen können, für die Architektur und das Pflichtenheft und das Domain Knowledge, und das Eintippen des Codes können halbgeschulte bessere Tippkräfte machen.
Heute haben wir Fachkräftemangel, und die Antwort ist: Wir suchen alle nach "Full Stack Engineers" mit 20 Jahren Kubernetes-Erfahrung, die seit 50 Jahren Java programmieren, aber höchstens 25 Jahre alt sind.
Klar funktioniert das nicht, aber wenigstens machen wir keinen Wasserfall mehr!!1!
Update: Jetzt werde ich gerade unsicher, ob ich Wasserfall vielleicht falsch verstanden habe. Ein Leser meint (mit Verweis auf Wikipedia), dass es da keine Iterationen gibt. Gibt es natürlich trotzdem, auch wenn du die dann "Folgeprojekt" nennst. Den Einwand wische ich also mal eben zur Seite *hust*
Heutzutage geht das schon als Wasserfall durch, wenn du vor dem Loshacken ein Pflichtenheft gemacht hast.
Das Originalpaper von WW Royce aus dem Jahre 1970 ist übrigens ganz witzig. Mit so Krachern wie
Many additional development steps are required, none contribute as directly to the final product as analysis and coding, and all drive up the development costs. Customer personnel typically would rather not pay for them, and development personnel would rather not implement them. The prime function of management is to sell these concepts to both groups and then enforce compliance on the part of development personnel.
Wasserfall war also ursprünglich nicht "so müsst ihr das machen" sondern eher "diese Schritte sind auch noch nötig, sonst wird das nichts". Überhaupt kommt viel der Dogmatik in der Computerei aus neuerer Zeit. Früher war man da deutlich experimentierfreudiger. Deshalb haben die Leute damals ja auch Dinge hingekriegt, während wir heute hauptsächlich heiße Luft und kaputte Software produzieren und nach "KI" schreien, um uns zu retten.
Royce nimmt die Kritik sogar teilweise selbst vorweg, indem er schreibt, dass das Testen erst nach der Implementation eigentlich zu spät ist und ein teures Redesign nach sich ziehen kann. Nicht nur das: Royces Modell sah Feedback entgegen der "Flussrichtung" des Wasserfalls vor (Figure 4), sowie Prototyping, im Gegensatz zum Vorgängermodell von Benington, das da starrer war.
Hier ist noch ein wunderbarer Abschnitt:
At this point it is appropriate to raise the issue of - "how much documentation?" My own view is "quite a lot;" certainly more than most programmers, analysts, or program designers are willing to do if left to their own devices. The first rule of managing software development is ruthless enforcement of documentation requirements.
Das ist kaum der verstaubte Antichrist der Softwareentwicklung, den die Agile-Leute da als Strohmann verbrennen.
After documentation, the second most important criterion for success revolves around whether the product is totally original. If the computer program in question is being developed for the first time, arrange matters so that the version finally delivered to the customer for operational deployment is actually the second version insofar as critical design/operations areas are concerned
Von wegen keine Iterationen!
For some reason what a software design is going to do is subject to wide interpretation even after previous agreement. It is important to involve the customer i n a formal way so that he has committed himself at earlier points before final delivery. To give the contractor free rein between requirement definition and operation is inviting trouble.
Von wegen "der Kunde wird nicht involviert". Wikipedia liegt falsch und die Agile-Leute sind Lügner.
Add advanced security protections on top of the streamlined management benefits of Chrome Enterprise Core, all with the expertise and scale of Google.Mit anderen Worten: Google sagt uns gerade ins Gesicht, dass der reguläre Chrome-Browser unsicher ist. Setzt den jemand von euch ein? Ich hoffe nicht! Wenn nicht mal der Hersteller den für sicher hält!?Was kriegt man denn für das Geld? "Malware deep scanning"! Auf der anderen Seite ist Idioten von ihrem Geld zu trennen das älteste Geschäftsmodell der Welt. (Danke, Kris)
Den würde ich gerne mal besuchen gehen. Mit einem Baseballschläger.
Ich habe hier einen älteren Monitor, der gerne mal nicht mitkriegt, wenn der Laptop aus dem Sleep-Modus erwacht und wieder ein Bild zeigt. Dann bleibt der Monitor gerne mal im Energiesparmodus. Ich muss den dann halt aus- und wieder anschalten und ärgere mich jedesmal über dieses elende Logo.
Update: Beim Durchprobieren von Cheat-Codes, die im Netz gehandelt werden, fand ich raus: Wenn ich beim Anschalten den linken Knopf gedrückt halte, kommen die Logos nicht. Fühlt sich allerdings immer noch viel zu langsam an, bis der Monitor ein Bild zeigt.
Weil jemand fragte: Es handelt sich um einen S277HK von Acer, den ich so 2016 oder so kaufte, weil er als quasi einziger 4k-Monitor auch einen HDMI-Eingang hatte. Das gab es damals sonst praktisch nur bei Fernsehern. Ich nahm an, dass zukünftige Laptops eher HDMI als Displayport haben würden, was ja auch stimmt. USB-C hat er nicht, und mehr als 60 Hz schafft er auch nicht. Vielleicht sollte ich mal einen neuen Monitor anschaffen. Freesync und mehr als 8bit Farbtiefe nimmt er auch nicht an. Gerade beim Filmgucken würde ich mir schon was mit besseren Schwarzwerten wünschen. Na mal gucken, ob mich irgendein Modell anlacht.
Das lohnt sich bei Text (könnt ihr im Browser in den Developer Tools sehen, da steht aktuell sowas wie 6,56KB übertragen, Größe war 12,46KB). Bilder und Videos sind schon komprimiert, da ist das Zeitverschwendung.
Wenn ihr also mein Blog aus der Bahn oder im Handy ladet, dann halbiert Kompression eure Wartezeit. Umso bedauerlicher, dass sich da in den Browsern seit Jahren nicht mehr viel getan hat.
Vor einer Weile hat Chrome Brotli-Support in Chrome eingebaut. Brotli komprimiert geringfügig besser als gzip, aber nicht überzeugend viel besser und es ist auch deutlich langsamer dabei.
Kompression hilft übrigens auch gut bei Font-Dateien, die man per Web einbindet.
Ich erzähle das, weil es ein relativ neues Kompressionsverfahren gibt, zstandard. Ich habe das hier im Blog 2016 zum ersten Mal erwähnt. zstd deckt das ganze Spektrum ab (von "schnell aber nicht so effektiv" bis "langsam und hocheffektiv"). Es hat aber zwei wichtige Vorteile gegenüber Brotli:
"Schnell und dafür nicht so effektiv" ist so schnell, dass man es viel leichter verargumentiert kriegt, das in Protokolle einzubauen. Mein Blog hat im Moment keine Brotli-Kompression, aber wenn die Browser zstd könnten, würde ich sofort zstd-Kompression einbauen. Da kriege ich für den gleichen Aufwand, den ich im Moment bei gzip schon abgenickt habe, deutlich bessere Kompression, bzw. kriege die Kompression, die ich im Moment von gzip kriege, für deutlich weniger CPU-Last im Blog. Das ist also quasi ein No-Brainer, dass man das im Browser will.
Nun, ... hier ist der Firefox-Bug. Der ist von "8 years ago". Immer noch offen. Denn bei Firefox gibt es keine Innovation mehr. Die bauen Dinge erst ein, wenn Chrome sie einbaut. Wenn Chrome etwas ausbaut, baut Firefox es auch aus, wie zuletzt bei jpeg-xl passiert, völlig hanebüchen.
Jetzt wo Chrome zstd hat, wird das hoffentlich auch bald Firefox kriegen, und dann haben wir alle gewonnen.
Update: Heutzutage macht man Webfonts als woff oder woff2 und das ist dann im Wesentlichen ein ttf mit brotli. Es ist immer schlauer, Dateien vorzukomprimiert abzulegen, als sie beim Rausgehen im Webserver zu komprimieren.
Ein aktueller Fall illustriert das ganz gut: SuSE Linux Enterprise Server 15 SP4 hat eine BSI-Zertifizierung gekriegt. Ausgestellt am 15.12.2023.
Die benutzen OpenSSL 1.1.1. Das war zu dem Zeitpunkt bereits seit Monaten End-of-Life. Das steht auch im auf Dezember 2023 datierten Report drin, dass sie OpenSSL 1.1.1 verwenden.
Deren OpenSSH hat glaube ich auch noch keine Post-Quantum-Crypto drin. Weiß da jemand genaueres? War jedenfalls nicht Teil des Tests.
So, meine Damen und Herren, sieht Compliance-Sesselfurzerei aus. Kostet viel Geld, bringt weniger als nichts.
Wenn sich bei euch jemand damit bewirbt, dass er ein BSI-CC-Zertifikat habt, dann wisst ihr hoffentlich spätestens ab jetzt, was ihr von dem zu halten habt.
Update: Das Produkt selbst hatte übrigens am 31. Dezember 2023 End-of-Life, also weniger als einen Monat nach Zertifizierung (außer man zahlt LTSS). (Danke, Veit)
Normalerweise gibt es eine ganze Industrie aus Firmen, die sich als Sicherheit für solche Fälle anbieten, und natürlich entsprechend Gebühren nehmen. Aus dem Artikel:
They said they have approached roughly 30 surety companies through four separate brokers, and that they have spent “countless hours negotiating with one of the largest insurance companies in the world.”Die waren alle interessiert, bis sie den Namen Trump hörten. Dann nicht mehr so.Es geht hier um eine Sicherheit, die das Gericht sehen will, damit Trump das Urteil bei der nächsthöheren Instanz anfechten darf. Das ist normalerweise eine Formalität, wenn es um einen Milliardär geht. Aber Trump ist halt kein Milliardär, und das hat sich langsam rumgesprochen.
Attorneys for Trump and his co-defendants in the fraud case argued that it was “impossible” for them to secure a complete appeal bond, which would “effectively” require “cash reserves approaching $1 billion.”Nur falls ihr das nächste Mal glaubt, die Banken wollten von euch unakzeptable Mondzinsen *wieher*Wenn Trump diesen Bond nicht finanziert kriegt, dann kann er das Urteil nicht anfechten, und dann ist das unangefochten und gilt.
Update: Ein-zwei Leser meinen, dass er das Urteil doch anfechten kann, auch wenn er keine Sicherheit hinterlegt kriegt, aber dann kommt halt der Gerichtsvollzieher und vollstreckt gegen sein Vermögen.
A CISA spokesperson said in a statement that “there is no operational impact at this time” from the incident and that the agency continues to “upgrade and modernize our systems.”Gehen Sie weiter! Gibt nichts zu sehen hier!Ist alles sicher jetzt, denn Microsoft wird uns retten. Das Microsoft, das die Hacker nicht aus ihren eigenen Systemen rausoperiert kriegt. Das Microsoft, das russische Hacker eine dezentrale Kopie ihrer Quellcode-Kronjuwelen machen ließ. DIE werden uns schützen.
Oh, und natürlich die Compliancetheaterbehörden, ob sie jetzt CISA oder BSI heißen. Hey, habt ihr schon die neue Lage Schlangenöl über euer Active Directory gesprenkelt? Jede Woche ein "Security-Produkt" mehr, wisst ihr doch!
Früher war die Argumentation immer: root kann /dev/kmem aufmachen und die Platte formatieren, das ist äquivalent zu Kernel-Zugriff. Genau so unter Windows: Admin kann Kernelmodule laden, ist daher äquivalent zu Kernel.
Später hat sich das dann langsam geändert, als Code Signing für Kernelmodule eingeführt und später erzwungen wurde. Ich habe aber schon vor 20 Jahren mit Microsoft verhandelt, dass das eine Security Boundary sein soll, bevor das mandatory war.
Inzwischen kann Admin nicht mehr einfach irgendwelche Module laden, sondern nur noch solche mit valider Signatur. Das ist aus meiner Sicht das Ende der Debatte, denn offensichtlich handelt es sich jetzt um eine Security Barrier.
Ich habe damit ein paar Bugfixes durch-gebullyt gekriegt (am Ende entscheidet nicht die Policy sondern der einzelne Entwickler, ob der Bug gefixt wird; niemand hindert einen Entwickler am Fixen eines Bugs, auch wenn die Policy den nicht so schlimm findet). Aber die offizielle Policy wurde nie geändert.
Das führte zu bekloppten Situationen wie dass die fiesen Ransomwarer eine Lücke aktiv ausnutzen, um von Admin zu Kernel zu kommen, und Microsoft weigert sich die zu fixen, weil die Policy sagt, Admin = Kernel. Nach sechs Monaten (!) haben sie die Lücke jetzt doch zugemacht.
Immer dran denken: DAS sind die Leute, die ihr eure Klöten halten lasst, in deren Cloud ihr eure Kronjuwelen migriert habt.
Oregon's bill stands out for a provision that would prevent companies from requiring that official parts be unlocked with encrypted software checks before they will fully function.Da werden Apple und die Druckermafia aber sehr unzufrieden sein.
Tja und jetzt überlegt euch mal: Wenn Microsoft schon ihre eigenen Kerneltreiber nicht sicher kriegt, wieviel Vertrauen solltet ihr dann in anderer Leute Kerneltreiber haben?
Aber ja! In Schweden ist die größte Supermarktkette und ihre Apothekenkette ausgefallen, weil die Kassen ausgefallen sind.
In Neuseeland sind die Tankstellen ausgefallen.
Und ein Sophos-Kunde schreibt mir, er habe eine Mail von seiner Organisation gekriegt, dass er heute den Rechner nicht ausschalten oder neustarten soll, da "danach das Internet, Teams und unter Umständen Outlook nicht mehr funktionieren".
Und in eine japanische Kommunalverwaltung kann keine Führerscheine ausstellen oder verlängern.
Update: Die BVG-App kommt auch nicht mit Schaltjahren klar. Die schleichen sich aber auch immer so hinterhältig an, diese Schaltjahre! Völlig unplanbar!
Update: Das hat bei der BVG Tradition. Brauchtumspflege!
Update: Auf einer Liste von Verkäufern kaputter Software darf natürlich EA nicht fehlen!
Heute morgen gab es die Meldung, dass die Bundesmarine die Fregatte "Hessen" ins Rote Meer geschickt hat, um da die Handelswege vor Huthi-Angriffen zu beschützen. Und vor Ort hat sie, wie bei dem Namen zu erwarten, erstmal alles brutalstmöglich aufgeklärt.
Umso überraschender, dann folgendes zu erfahren:
Am Dienstagabend wurden zwei feindliche Flugziele bekämpft. Eine weitere Drohne konnte zuvor nicht abgeschossen werden. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass es sich offenbar um eine US-Drohne handelte.Ja, richtig gelesen! Unsere Fregatte hat eine feindliche Drohne detektiert und beschossen, die sich später als Drohne der USA herausstellte. Aber keine Sorge, sie haben nicht getroffen.
Wie kann sowas passieren? Ganz einfach!
Er betonte aber ausdrücklich, dass es vor dem Beschuss eine Abfrage der „Hessen“ bei allen verbündeten Nationen gegeben habe, bei der kein Land eine eigene Drohne im Einsatzgebiet gemeldet habe. Erst später stellte sich dann heraus, dass es sich um eine nicht gemeldete Drohne handelte.Ja gut, äh, wenn die Amerikaner ihrer Morddrohnen nicht ordnungsgemäß angemeldet haben, dann können die schonmal unter Beschuss geraten!1!!
Aber ihr wisst ja, wie das ist, wenn man einmal in Richtung Bundeswehr guckt. Fraktale Versagensdetails, je näher man ranzoomt. Und man muss gar nicht groß zoomen, die sind ziemlich offensichtlich:
Unterdessen wies der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Florian Hahn (CSU), auf ein mögliches Munitionsproblem der Hessen hin. „Wir haben jetzt erst auf Nachfrage erfahren, dass offensichtlich ein Teil der Munition der Fregatte Hessen nicht mehr nachzubeschaffen ist, weil es die entsprechende industrielle Kapazität nicht mehr gibt", sagte Hahn am Mittwoch der Zeitung „Welt“.Besonders geil an der Nummer: Die Unionsfraktion ist für den Zustand der Bundeswehr verantwortlich. DIE HABEN DIE BUNDESWEHR SO KAPUTTGEMACHT! Und die furzen jetzt hier die Ampel an, weil die das Versagen der Union nicht so schnell weggekriegt haben.„Wenn die Bestände also leer geschossen sind, kann die Marine sie nicht mehr nachfüllen – und muss die Fregatte abziehen“, fügte Hahn hinzu.
Auf der anderen Seite sollten wir aber auch alle der Union dankbar sein. Ohne das monumentale Vollversagen der Union wäre McKinsey nicht beauftragt worden, und hätte unser historisch kriegerisches Land nicht so vollständig entwaffnen können.
Update: Bei augengeradeaus gibt es mehr Details. Die Huthi-Drohnen haben sie mit dem Bordgeschütz und RAM im Visier. Die Bordkanone hat eine sehr geringe Reichweite. Die RAM ist raketenbasiert, aber hat auch nur 10km Reichweite. Die Huthi-Drohnen sind also vergleichsweise nah an die Bundeswehrfregatte herangekommen. Wenn man da eine ganze Handelsroute freihalten will, geht es eher um größere Abstände. Insofern würde ich mal vermuten, dass die Huthi-Flugkörper versucht haben, die Fregatte anzugreifen, und deshalb nah rangeflogen sind.
Da stellt sich natürlich direkt die nächste Frage, ob die Drohnen oder die Abwehrraketen mehr kosten (Herstellung und Anlieferung!). Ich weiß ja nicht, womit die Huthis da schießen, aber wenn unsere Abwehrraketen 10x so viel kosten wie deren Drohnen, dann sollten wir vielleicht andere Herangehensweisen finden.
Update: Ein Leser hat einen Politico-Artikel gefunden, der die Kosten einer Luftabwehrrakete auf 2 Mio Dollar beziffert, und die einer Huthi-Drohne auf 2000 Dollar. Es ist also nicht Faktor 10 sondern Faktor 1000.
Apple Inc. is canceling a decadelong effort to build an electric car, according to people with knowledge of the matter, abandoning one of the most ambitious projects in the history of the company.An dem Projekt haben angeblich 2000 Leute gearbeitet. Einige von denen sollen jetzt an anderen "KI"-Projekten weiterarbeiten.Das ist schon eine echte Erfolgsstory, dieses "KI", wenn selbst jemand mit unbegrenztem Budget das nicht hinkriegt.
Der ist schon smart, der Macron. Der schiebt jetzt die Debatte so weit zum Extrem, dass das Senden von Taurus-Drohnen wie ein guter Kompromiss aussieht.
Wenn man bedenkt, dass am Anfang gar keine Waffen geschickt werden sollten, haben die das Overton-Fenster aber echt krass weit verschoben gekriegt. Salamitaktik wirkt halt!
Nächster Schritt: Die FDP merkt, dass sie die Sozialkassen entlasten könnten, indem sie Hartzer an die Front schicken.
Vielleicht sollten wir dem vorausgreifen und FDP-Politiker an die Front schicken. Hey, wir könnten ja Taurus-Drohnen für ihren Transport dahin verwenden! Soll niemand sagen, wir seien nicht kompromissfähig!
The complaint says Avast violated millions of consumers' rights by collecting, storing, and selling their browsing data without their knowledge and consent while misleading them that the products used to harvest their data would block online tracking.Ich setze ja grundsätzlich kein Schlangenöl ein, auch keine anderen Produkte von Schlangenölherstellern. Wenn die an der einen Stelle so unseriös sind, dann werden sie bestimmt auch an anderen Stellen unseriös sein.Aber hey Fefe, wieviel Daten können das denn schon sein!1!!
"Moreover, the volume of data Avast released is staggering: the complaint alleges that by 2020 Jumpshot had amassed "more than eight petabytes of browsing information dating back to 2014."Ach. Ach was. Die sammeln schon länger, ja?Nie vergessen: Die optimieren damit eure Online-Experience! Endlich kriegt ihr Fetisch-Porn, der auf euren Fetisch passt!
Ich denke mir bei sowas ja immer, wie schön das wäre, wenn es in der EU auch sowas gäbe. Wissenschon. Regulierungsbehörden, die für die Bürger kämpfen. Grandioses Konzept, das! Wieso kommen da nur die Amis drauf?
Lasst euch davon mal bitte nicht blenden. Die Polizei ist hier massiv im Hintertreffen. Die Polizei greift spezifische Ziele an. Die Ransomwarer schießen einfach mit der Schrotflinte ins Gehege und holen dann die toten Tiere raus.
Von der Schwierigkeit liegen da Größenordnungen dazwischen.
Ich will die Leistung der Polizei hier nicht kleinreden, im Gegenteil. Wenn sie auf der Lockbit-Darknet-Seite statt der Countdowns für die erpressten Firmen (in ZWEI Tagen veröffentlichen wir eure Daten, wenn ihr nicht zahlt) einen Countdown für das Bekanntgeben des Klarnamens des Chefs der Ransomwaregruppe hintun, dann ist das schon lustig und ich würde sogar sagen, dass das Hack Value hat.
So und jetzt denken wir mal eine Runde weiter. Wenn die Polizei es unter diesen widrigen Umständen schafft, Lockbit einmal die Infrastruktur wegzusnipern, obwohl die hinter Tor war und so weiter, dann haben die mehr als die nötigen Fähigkeiten, um jedem von euch und mir alle Infrastruktur wegzusnipern. Die Idee, dass ihr euch mit ein paar technischen Tricks wie Server im Ausland oder Tor Hidden Service schützen könnt, die ist nicht mehr aufrecht zu erhalten.
Ist das jetzt gut oder schlecht? Kommt auf eure Bild vom Rechtsstaat an und für wie korrupt ihr die Behörden haltet. Bei mir ist ja nach dem Urteil gegen die Filesharing-Oma ohne Computer nicht mehr viel übrig vom Glauben an den Rechtsstaat.
Ja aber Fefe, du machst doch nichts kriminelles, du musst doch keine Angst vor der Polizei haben?
Es gibt durchaus Dinge, die ich für richtig und wichtig finde, die aus irgendwelchen Gründen in unserem Rechtssystem als verboten gelten. Ich bin beispielsweise ein Sympathisant von frei zugänglichen akademischen Papers. Ich finde es grotesk, dass sich Sci-Hub in einer Diktatur vor dem Zugriff der freidrehenden westlichen DRM-Mafia verstecken muss. Und dass wir uns gleichzeitig dauernd anhören müssen, dass wir einen Fachkräftemangel haben. Ja, äh, vielleicht hätten wir den nicht, wenn wir nicht das Wissen der Welt hinter eine Paywall von unseriösen Aasgeier-Verlagen gepackt hätten!
Wenn unsere Behörden die technische Befähigung haben, um Lockbit plattzumachen, können sie damit auch Raubkopierer plattmachen, oder unliebsame Journalisten. Ich persönlich habe daher immer vertreten, dass der Staat besser nicht alle Zugriffsmöglichkeiten kriegt, und einige Verbrechen dann halt ungesühnt bleiben.
Wie demaskiert man Tor Hidden Services? Mit Trafficanalyse und Timing-Korrelationen. Man generiert Traffic zum Hidden Service und dann guckt man, ob man Pakete dieser Größe kurz danach irgendwo anders wiederfindet. Wenn die Behörden also die Tor Services demaskieren konnten, dann haben sie auch Trafficdaten über allen Traffic da draußen. Auch deinen hier gerade zu meinem Blog.
Update: In diesem Fall haben sie einfach einen PHP-Exploit gegen die Dark-Net-Site gefahren und mussten gar nicht Tor demaskieren. Die obigen Überlegungen sind trotzdem jetzt angemessen bis notwendig, finde ich.
Und die bekloppten Chinesen raffen das nicht und versuchen das sogar zu bauen!!
Oh, äh, *fingeransohrhalt* ich höre gerade, sie waren erfolgreich.
Ja, Scheiße, Bernd! So war das aber nicht geplant!1!!
Kontext: Der Infrastrukturatlas ist ein Projekt der Bundesnetzagentur. Da kann man sehen, wie weit der Gigabitausbau in Deutschland ist. Das gefällt natürlich den Firmen nicht, weil die Bundesnetzagentur da halt auch andere Dinge mit machen kann, mit den Daten. Die könnten z.B. sehen, wie lange zwischen Versprechen und Umsetzung lag. Oder wer am meisten Projekte ankündigt, um die Konkurrenz auszutrocknen, und die dann nie durchführt.
Also ziehen sie sich ein paar bürokratische Ausreden aus dem Arsch und schlagen jetzt vor, dass man das "dezentral" macht.
Nein nein, keine Sorge. Nicht Blockchain. Sie wollen, dass die Bundesnetzagentur halt ein Portal kriegt, das in Echtzeit die Daten aus den Datenbanken der Telcos zieht. Das heißt aber implizit, dass die ihre Datenbanken frisieren und über die Vergangenheit lügen können. Waaas? In Königs-Wusterhausen Glasfaser? Haben wir NIEEEE versprochen!1!!
Wenn man als Tourist aus der EU da reinfährt, muss man sich 10 Tage vorher (!) mit dem Auto auf einer obskuren Webseite registrieren, von der einem natürlich vorher niemand etwas sagt. Die Registrierung muss auch stattfinden, wenn das Auto geringe Emissionen hat und dort ohne Zuzahlung fahren darf. Wenn man das nicht macht, dann kriegt man teils heftige Strafen aufgebrummt, wir reden hier von 4- bis sogar 5-stelligen Summen in Pounds.
Stellt sich natürlich die Frage, woher die Briten wissen, wem welches Auto zuzuordnen ist. Das wollte dieser belgische Abgeordnete mal rausfinden, hat diverse Anfragen gestellt, die natürlich komplett ignoriert wurden von den Briten. Die wollten ihren Goldesel nicht verlieren, klar.
Wir reden hier von hunderttausenden EU-Bürgern.
Das ganze ist wirklich eine perfekte Abzockmasche. Denn natürlich gibt es für Briten einen Rabatt:
Adding insult to injury, these fines, issued by Euro Parking, often arrived months after their date stamp, well past the 28-day window for a 50% discount.Also hat er das mal im Parlament angesprochen, auf welcher Rechtsgrundlage die Briten hier Nummernschildzuordnung machen dürfen. Die Antwort des Verkehrsministers war knapp und klar: Dürfen sie nicht.The minister for transport’s response was startling: post-Brexit, there’s no legal basis for sharing personal data with the UK for non-criminal offences such as Ulez breaches.Ach. Ach was. Ja, äh, und nun? Na mal beim Datenschutz nachfragen. Der belgische Datenschützer meinte, er sei machtlos gegen eine UK-Firma. Und der britische Privacy Commissioner meinte, seine Aufgabe sei nur der Schutz der Daten von britischen Bürgern. Ja geil.Doch dann passierte das hier:
The tale took a significant turn when I submitted a freedom of information request to Belgium’s vehicle licensing agency, the DIV. The findings were staggering: Euro Parking, denied direct access to Belgian driver details, had employed a local court bailiff who accessed the database more than 26,000 times and passed drivers’ names and addresses to Euro Parking.Wait, WHAT?! Die haben einfach einen Sachbearbeiter bei einem Gericht bestochen! Wie krass ist DAS denn! Der hatte zwar technisch Zugriff aber durfte natürlich nicht für eine britische Firma nachgucken oder die Daten an die Briten weitergeben. Leider hatte der Abgeordnete keine rechtliche Handhabe, weil nur Betroffene klagen können. Also ist er nach London gefahren, ohne das Auto anzumelden. Ein paar Monate später kam dann die Rechnung und jetzt war er Betroffener und konnte in Belgien Akteneinsicht verlangen, wobei dann rauskam, dass in der Tat dieser Sachbearbeiter seine Daten nachgeguckt hatte.Dem Sachbearbeiter haben sie dann den Zugriff gesperrt und strafrechtliche Ermittlungen angestoßen. Die belgische Botschaft hat TfL (die zuständige Behörde, Auftraggeber von Euro Parking) dann offiziell in Kenntnis gesetzt, dass ihr Auftragnehmer das Gesetz bricht, und belgische Autofahrer wurden informiert, dass sie die Strafen nicht zahlen müssen.
Hat das gewirkt? Nein! Ging weiter mit den Knöllchen aus England!
Euro Parking has now found a new way to access Belgian motorists’ data, this time via an agent in Italy who has access to the EU licence plate sharing system, Eucaris. Again, the UK is no longer party to this and cannot legally receive the driver details for civil enforcement. The Italian authorities have been notified and the agent’s access barred. It’s become a relentless game of cat and mouse.Euro Parking sind offensichtlich Triebtäter. Habituelle Kriminelle. Und die Behörden haben deren Vertrag nicht etwa gekündigt sondern der läuft jetzt halt mit anderen geschmierten Sachbearbeitern weiter. Wie krass.Ein Glück, kann ich nur sagen, dass die aus der EU rausgeflogen sind! (Danke, Markus)
Der Angriff erfolgte in der Nacht zum 30.Oktober 2023 über den Zugang, mit dem auch die Kommunen und Kreise in das Netzwerk von Südwestfalen-IT gelangen. Diese so genannte "softwarebasierte VPN-Lösung" war nur mit einem einfachen Passwort gesichert.Das ist so falsch, dass nicht mal das Gegenteil stimmt. Glücklicherweise ist der Incident-Response-Bericht öffentlich, so kann man sich selbst ein Bild machen."Die Südwestfalen-IT hat es den Angreifern sehr leicht gemacht", sagte IT-Experte Philipp Rothmann dem WDR. Üblich wäre hier eine "Multifaktor-Authentifizierung" gewesen, also eine Abfolge von mehreren Passwörtern. So aber mussten die Hacker nur lange genug verschiedene Varianten durchprobieren.
Punkt 1: Das war ein 0day! Da konnte man nichts machen!
Nope. Der Angriff war am 29. Oktober. für die Lücke gab es am 6. September einen Patch, an dem auch noch dranstand, dass das in der freien Wildbahn von Ransomware-Gangs genutzt worde. Das ist also das glatte Gegenteil von 0day.
2. ist das natürlich kein Problem, wenn jemand durch das VPN durchkommt, weil man ja die Security der Dienste dahinter so auslegt, als hingen sie mit nacktem Arsch im Internet. Das ist das Zero Trust, von dem ihr in den letzten Jahren so viel gehört habt. War hier offensichtlich nicht der Fall.
3. war der erste "Angriff" in dem CVE, dass man Accountnamen und Passwörter durchprobieren kann. Das sollte keine Rolle spielen, weil man ja extra aus dem Grund komplexe Passwörter vergibt. Und weil ein Accountname und ein Passwort noch nicht reicht, um sich dann damit auf irgendeinem Rechner zu authentisieren, nur beim VPN. Außer du warst so blöde und hast Single-Sign-On gemacht, aber das ist ja offensichtlich eine ganz furchtbare Idee, also macht das sicher keiner. Oder? ODER? Ich meine, so bekloppt kann man doch gar nicht sein, hoffe ich!
4. Mit einem gültigen Account konnte man sich dann im VPN als andere User anmelden. Sollte auch keine Auswirkungen haben, weil man ja Zero Trust macht und kein SSO hat. Außer man ist auffallend schlecht beraten und kann dann auf niemanden außer sich selber zeigen, wenn Ransomware vorbeikommt.
5. behauptet dieser "Experte" der Tagesschau, dass MFA geholfen hätte. Das ist natürlich Blödsinn. Wenn die Ransomware erst den Firmenlaptop eines Mitarbeiters kompromittiert, kann sie von dort die MFA-Anmeldung einfach mitbenutzen. MFA ist Compliance-Theater und dient hauptsächlich der Beweislastumkehr. Damit man sagen kann: Sehr her, wir hatten MFA, also war der User Schuld. Als ob der User sich Windows, Outlook und Active Directory ausgesucht hätte! Und in diesem Fall: Cisco-Produkte!
6. Ja, richtig gelesen. Active Directory. Völlig überraschend hatten die Angreifer noch am selben Tag Admin-Berechtigung im AD und haben sich dann ungestört im Netz ausgebreitet. Wie konnte das sein? Na weil niemand (auch nicht Microsoft selbst) Active Directory sicher konfiguriert kriegt.
6. Die hatten sogar multiple advanced next-gen endpoint security solutions im Einsatz, von Symantec und den Windows Defender. Hat ihnen beides nicht den Angriff vom Hals gehalten. Dabei macht Symantec explizit Werbung damit, dass sie vor 0days, Exploits und *papierraschel* Ransomware schützen! Und Defender macht sogar was mit "KI" in der Cloud!1!! Und trotzdem kamen die rein und konnten sich ungestört ausbreiten?! Das ist ja merkwürdig!1!! Ist ja fast so, als sei das bloß Schlangenöl?! Hätte uns doch nur jemand gewarnt!
Mich nervt ja vor allem, dass offenbar niemand verstanden hat, was 0day heißt. 0day heißt: Lücke dem Hersteller nicht bekannt, gibt keinen Patch und keine Warnung.
Das mit "gibt keine Warnung" ist bei Cisco natürlich immer Unfug. Wie oft soll ich denn noch vor deren Produkten warnen?!
Die versuchen hier mit 0day-Nebelkerzen die Schuld von sich abzulenken. Erfolglos. Genau niemand außer ihnen selbst trägt die Verantwortung. Immerhin hatten sie wohl Backups und haben kein Lösegeld gezahlt. Immerhin. Aber auch dann stellt sich die Frage, wieso das dann so große Auswirkungen haben konnte ("Die Arbeit dauert bis heute an"). Haben die das Szenario nie geübt?
Auch ansonsten haben die ziemlich großflächig verkackt. Laut Bericht stand das Domänen-Admin-Passwort im Klartext in der Group Policy, und zwar seit 2014.
Fallt also nicht auf Nebelkerzen mit Schlangenölgeschmack und 0day-Blablah rein.
Am Ende ist es immer dasselbe Muster. Ransomware kommt da rein, wo sie das System besser verstehen als der Betreiber. Wenn das Verständnisniveau der Betreiber also nicht so unglaublich schlecht wäre bei uns, hätten wir keine Ransomware-Problematik. (Danke, Max)
Und das hat dann plötzlich Aktivitäten ausgelöst, wo man das ansonsten unter den Teppich gekehrt hätte. Unter anderem dieses bemerkenswerte Aktivität, wo der Hersteller der kaputten Software, die für die Entlassung und juristische Verfolgung von Post-Mitarbeitern verantwortlich war, plötzlich eine "moralische Verpflichtung" sieht, die Opfer seiner verkackten Software zu entschädigen. Ach. Das sind ja GANZ neue Töne!
Aber wartet, geht noch weiter.
He added that the Post Office knew about "bugs and errors" in its Horizon accountancy software early on.Oh aber natürlich, mein Herr! Alle wissen immer vorher, dass sie gerade einen riesigen Fehler begehen! Das war noch nie anders, und ist auch bei allen Cloud-Migrationen so. Niemand wusste jemals nicht, dass das ein riesiger Fehler ist. Aber man macht es trotzdem, weil irgendein windiger Finanzjongleur die Zahlen unter Annahmen aus der Kategorie "Lack gesoffen" so frisiert kriegt, dass die Projektion nach Geld Sparen aussieht.Daher finde ich ja: Natürlich sollten die Hersteller der kaputten Software in den Knast. Aber genau so die Leute, die die wissentlich und vorsätzlich eingesetzt haben.
Wer schonmal mit so einer Anlage interagiert hat, wird sofort verstehen, wieso Scholz die behalten will. Das ist ein Nerd-Erlebnis der Extraklasse.
Rohrpost ist heutzutage wie ein Paternoster. Da gibt es nur noch so wenige von, dass man die paar weiter erhalten sollte.
Update: Ich habe einen Haufen Leserbrief gekriegt, dass Rohrpost in Krankenhäusern noch sehr verbreitet ist. Das wird da verwendet, um z.B. Proben ins Labor zu schicken. Wenn ihr also einen Krankenhausarzt kennt, solltet ihr euch das von dem mal zeigen lassen. Das sollte jeder einmal in seinem Leben erlebt haben, finde ich. :-)
Hier kamen mehrere unerfreuliche Mails rein, dass diese Frau ja wohl offen antisemitisch sei und in einer Anhörung nicht on the record sagen wollte, dass es gegen den Code of Conduct von Harvard verstoße, wenn Palestinenser zum Genozid an Israel aufriefen.
Manchmal schäme ich mich ja ein bisschen für meine Leserbriefe. Das war so ein Fall.
Erstmal: Das Hearing war ein Showprozess. Der einzige Zweck war, ein gegen sie missbrauchbares Soundbite aus der Frau herauszukitzeln. Ihr solltet euch schämen, sowas zu zitieren.
Zweitens: Die Frau war Präsidentin, nicht Vorsitzende Richterin im Schiedsgericht. Es ist nicht ihre Aufgabe, zu beurteilen, ob irgendwelche Aussagen irgendwelcher Stundenten gegen den Code of Conduct verstoßen oder nicht. Dafür gibt es Prozesse und Gremien, und aus Willkürvermeidungsgründen darf da nicht die Präsidentin einfach nach Gusto irgendwelche Studenten rausschmeißen. Ihr solltet euch schämen, wenn ihr auf so einen Scheiß reinfallt.
Drittens gibt es in den USA den ersten Verfassungszusatz, und Harvard drohen teure Gerichtsverfahren, wenn sie da irgendwelche Studenten in ihrer freien Meinungsäußerung einschränkten.
Viertens hat sich sich in dem Showprozess-Vorführ-Hearing sehr deutlich gegen die Äußerungen der Palestinenser positioniert. Es lag nur nicht in ihrer Macht, die verhaften zu lassen, oder was auch immer die Pro-Israel-Fraktion sich da konkret vorgestellt hat. Daher ist dieses Hearing ja auch ein Showprozess. Ihr solltet euch schämen, wenn ihr der Frau Antisemitismus vorwerft, nachdem sie sich klar auf Seiten Israels gestellt hat.
Auch bei uns ist das Demonstrationsrecht ziemlich weitreichend, wie ihr vielleicht schon gemerkt hättet, wenn ihr mal bei einer kontroversen oder riskanten Demonstration gewesen wäret. Wenn der Berliner Senat schon keine Pali-Demos verboten kriegt, wie soll dann Harvard das machen, wenn in den USA eine viel krassere Free-Speech-Tradition herrscht?
In diesem Gaza-Krieg sind bislang übrigens unter 1500 Israelis gestorben und über 20000 Palästinenser.
Gegen diese Harvard-Präsidentin gibt es wahrscheinlich valide Kritikpunkte. Gegen wen gibt es die nicht. Wenn ihr euch an der abarbeiten wollt, dann doch bitte mit echten Argumenten, nicht mit so einem Partisanen-Güllewerfen-Rufmord-Scheiß!
Harvard hat nach Anschuldigungen von Konservativen, die offensichtlich nicht an inhaltlichen Fragen interessiert waren, sondern die Karriere dieser Frau vernichten wollten, eine Untersuchung durchgeführt und die plagiierten Stellen gefunden, schätzt sie aber nicht so schlimm ein:
The university concluded the errors “were not considered intentional or reckless” and didn’t rise to misconduct.Auslöser war das Verhalten von Harvard nach dem Hamas-Angriff. Mehrere reiche Spender haben sich daraufhin zurückgezogen und Konservative fuhren eine Kampagne (einerseits weil die Präsidentin eine Schwarze ist, und Konservative unterstellen, sie habe den Job nicht wegen ihrer Fähigkeit sondern weil sie eine schwarze Frau ist gekriegt, andererseits weil die die Universitäten als Brutstätte der progressiven Politik und aller Wokeness verachten und am liebsten anzünden würden).Offensichtlich ging es nicht um Plagiate, sondern die wollten halt jemanden öffentlich anzünden und die Frau stand gerade ungünstig.
Auf der anderen Seite geht mir aber gewaltig auf den Sack, wenn sich Plagiatoren als Opfer inszenieren. Plagiatoren sind Täter, nicht Opfer. Eine Kampagne gegen einen Plagiator ändert nichts daran, dass er Täter ist.
Die Konservativen sind in dieser Nummer auch alle widerliche und verachtenswerte Ekelpakete, keine Frage. Das ändert aber nichts daran, dass sie plagiiert hat. Wer plagiiert, sollte nicht Präsident von Harvard oder sonst einer Universität werden können.
Bei Politikern kann man von mir aus der Meinung sein, dass da eh niemand tiefschürfende Ansprüche stellen sollte, weil das halt alles Versager sind, sonst würden sie nicht in der Politik landen. Finde ich nicht, aber von mir aus könnt ihr das anders sehen. Aber die Präsidentin von Harvard? Sorry, nee. Das finde ich nicht verhandelbar.
Mhh. Scheiße, ich fürchte mich erwischt gerade die Post-Congress-schlechte-Laune. Ich merke gerade, wie ich richtig grantig werde. Erst das Hochwasser, jetzt das hier. GRRRRRRR
Ohne da jetzt groß inhaltlich herumzuschwadronieren möchte ich an der Stelle eine klare Ansage tätigen: Hütet euch im Leben vor Leuten, die glauben, sie kennen die Wahrheit, und wenn jemand etwas anderes als ihre Position vertritt, dann müssen die halt alle doof sein.
Das ist ein universeller Ratschlag und trifft auf alle möglichen Leute zu. Die Reaktion auf mein Blockchain-Video damals war voll von sowas. Die MMT-Anhänger, die unter Youtube-Videos kommentieren, sind leider größtenteils auch so drauf. Und in letzter Zeit sind auch Maskenverweigerer vermehrt so drauf.
Der wichtigste Mechanismus, der solchen Reaktionen zugrundeliegt, ist Confirmation Bias. Ich habe mich in eine Richtung festgelegt, oder tendiere in eine Richtung, und ab da sieht Evidenz in dieselbe Richtung für mich glaubwürdig aus, aber Evidenz in die Gegenrichtung verwerfe ich als falsch oder unglaubwürdig oder Dummheit des Äußernden oder gar bösartige Desinformation.
Ein häufiger Indikator dafür ist, wenn Leute Aussagen rauspicken und dann Dinge kritisieren, die direkt daneben auch angespochen wurden, als seien sie nicht angesprochen worden.
Besonders gefährlich ist Confirmation Bias, wenn es in beide Richtungen Studien gibt, oder wenn man wissenschaftlich zu ungebildet ist, Studien zu lesen und bewerten zu können. Das kann man gerade bei den Maskengegnern gut beobachten, weil es eine Cochrane-Auswertung dazu gab, aus der ich hier mal den wichtigsten Teil zitieren will:
Our confidence in these results is generally low to moderate for the subjective outcomes related to respiratory illness, but moderate for the more precisely defined laboratory-confirmed respiratory virus infection, related to masks and N95/P2 respirators.Die Einschätzung der Autoren ist auch sehr zurückhaltend bezüglich der Aussagekraft. Keine der zugrundeliegenden Studien erfüllt wissenschaftliche Mindestansprüche (was ja auch verständlich ist, wir waren schließlich in einer Pandemie!), und keine von denen lieferte belastbare oder gar verallgemeinerbare Ergebnisse.Ist natürlich am Ende doof, weil eine Maske halt nicht perfekt hilft. Je mehr Leute da ohne Maske rumrennen, desto mehr Partikel sind in der Luft, und desto weniger effektiv sind dann die Masken der anderen. Selbst wenn ich für mich das Risiko als gering einstufe, laufen da halt auch 5000 andere herum, für die das möglicherweise tödlich enden könnte. Daher war für mich klar, dass ich eine Maske tragen muss. Denen zu sagen, sie hätten da halt nicht hingehen sollen dann, das ist für mich wie wenn man einer Vergewaltigten sagt, sie hätte halt keinen so kurzen Rock tragen sollen, oder einem überfahrenen Fußgänger, er hätte halt nicht da rumlaufen sollen. So funktioniert das nicht, wenn man eine lebenswerte Gesellschaft haben will.
MMT ist als Theorie schön und gut, aber ich kaufe zwei Prämissen davon nicht. Erstens: Alles Vermögen im Umlauf kommt aus Krediten, die der Staat aufgenommen haben muss.
Das ist Unsinn. Ich habe im Video die Schuldenuhr von Hamburg zitiert, auf Bundesebene sieht das genau so aus. Deutschland ist eine Exportwirtschaft. Ein Großteil unseres Vermögens kommt aus dem Ausland. Innerhalb Deutschlands könnten wir selbstverständlich alle staatlichen Schulden abzahlen und hätten noch Geld übrig. Das ist natürlich auch unethisch, weil das im Ausland Kredite offenhält, die die nie abzahlen könnten. Wir hatten da mal eine Alternativlos-Folge zu, wo wir die Mechanismen aufdröseln.
Auch ansonsten ist die Prämisse natürlich Blödsinn. Der Kredit könnte auch von jemand anderem aufgenommen sein als dem Staat.
Zweitens ist das nicht erstrebenswert, wenn wir viel Guthaben haben, solange das nicht halbwegs gerecht verteilt ist. Dabei geht es nicht nur um die Zinsen, auf die ich in dem Tilo-Interview viel abgehoben habe, sondern es geht auch und vor allem um die Sozialausgaben, die der Staat tätigt, um die Armen in der Bevölkerung aufzupäppeln. Wenn wir das Vermögen besser verteilt hätten, wären diese Leistungen unnötig. Jetzt also so zu tun, als könnte der Staat seine Schulden nicht abzahlen, weil sonst die Bevölkerung pleite ist, ist eine unehrliche Argumentation.
Im Moment ist unser Staat ein Umverteilungssystem, bei dem der Staat immer mehr Kredite aufnimmt, um Sozialausgaben unter den Armen zu verteilen, die dann damit bei den Reichen einkaufen gehen und die Reichen reicher machen. Der Anteil, um den die Reichen reicher werden, kann man dann an den wachsenden Schulden des Staates messen. Das ist aber kein Zeichen für eine gesunde Wirtschaft, weil eben nur die Reichen reicher werden.
Das Hauptproblem ist aus meiner Sicht, dass die Leute, die Änderung herbeiführen könnten und müssten, selber reich sind und nach der Änderung weniger reich wären, daher passiert das nicht. Wo bleibt eigentlich die Revolution?
Übrigens, der Vollständigkeit halber: Hier könnt ihr in den Bundeshaushalt gucken. Der größte Posten ist Sozialausgaben (wie ich im Tilo-Interview ja auch gesagt habe). Der zweite ist Verteidigung (absolut skandalös!), und der drittgrößte ist Bundesschuld.
Die Größenverhältnisse finde ich grotesk. In die Ausgaben für die Bundesschuld passen knapp zweimal unsere Schulen und Unis rein. Gleichzeitig erwarten wir von denen, dass sie uns aus der Klimakrise heraus-techen.
In die Ausgaben für Bundesschuld und Verteidigung passt Forschung und Bildung sogar viereinhalb mal rein.
Update: Oh und einen noch: Die MMT-Leute stellen das gerne so dar, dass der Staat Schulden aufnimmt, aber damit ja die Wirtschaft ankurbelt, und die Kohle dann mit Gewinn zurückkriegt. In der Planung und in Einzelfällen mag das auch in der Realität so laufen, aber das ist dann halt Zocken. Wir hatten in der Fnord-Show eine Folie, dass CDUler zwei Tage vor der Wirecard-Insolvenz noch Kohle nachschießen wollten. Das wäre so ein Zocken gewesen, oder nennen wir es vielleicht neutraler Investment. Klar kann das klappen. Aber so sicher wie die MMT-Leute es gerne hätten ist es nicht. Wenn wir wüssten, welche Investments ordentlich ROI abwerfen, und welche nicht, dann müssten wir gar keine Steuern erheben, sondern könnten einfach immer nur alles per Kredit machen, den wir dann immer zurückzahlen könnten. Das ist ein Phantasiegebilde von Theoretikern, die noch nie mit der Praxis kollidiert sind.
Update: Damit das hier nicht so negativ wird: Yes, Minister!
Update: Ein Leser weist darauf hin, dass die Schule Ländersache ist. Ich habe das also oben falsch dargestellt. Der Bundeshaushalt für Bildung ist für sowas wie die Max-Planck-Gesellschaft, wenn ich das richtig verstehe, nicht für Schulen.
Das alte Schlitzohr Tilo hat daraus jetzt einen Livestream gemacht (kriegt man dann mehr Anteile vom Youtube-Algorithmus?) :-)
Ich war wirklich schlimm durch und mein Nachschiebe-Vortrag war noch nicht gehalten, als wir das Interview aufnahmen, ich bitte also eventuell vorkommende Müdigkeits- und Verwirrungsanzeichen großzügig zu ignorieren. Auch stimmliche Abnutzungserscheinungen bitte ich zu entschuldigen, ich klinge da recht heiser finde ich.
Update: Ah, man muss da zwischen Live-Stream und "PREMIERE" unterscheiden, erklärt mir Tilo gerade. Das war eine Premiere, kein Live-Stream.
Update: Tilo sagt einem übrigens vorher nicht, welche Themen er ansprechen wird. Daher waren meine Angaben aus dem Gedächtnis und lagen schonmal daneben. Die Grippetoten pro Jahr sind zum Beispiel eher so 25.000 als die 100.000, die ich in Erinnerung hatte. Aber spielt ja eigentlich keine Rolle, ob das jetzt 25.000 oder 100.000 sind. Dass die Gesellschaft das einfach weggesteckt hat, bleibt bemerkenswert. Zum Vergleich: Verkehrstote pro Jahr sind so um die 2500, also ein Zehntel der Grippetoten.
Wer seinen DNS selbst auflöst, kriegt noch Antworten.
Googles DNS failed auch, aber quad9 kann es noch auflösen.
Nach Darstellung des Verwaltungsgerichts soll Hönicke einem Journalisten im Mai 2023 anonym 20 Seiten interne E-Mails über Vorwürfe von Dienstmissbrauch und sexueller Belästigung in einem anderen Amt des Bezirks zugeschickt haben, die sich über ein Jahr zuvor ereignet haben sollen.Also ... ein Whistleblower.
„Die Briefmarke zum Versenden des anonymen Briefes wurde über eine E-Mail-Adresse bestellt, die den Namen des Antragstellers trägt und von ihm benutzt wird“, schreibt das Verwaltungsgericht.Hey, hatten wir da nicht neulich von der EU ein Schutzgesetz übergeholfen bekommen?
Verbot von ungerechtfertigten Benachteiligungen wie Kündigung, Abmahnung, Versagung einer Beförderung oder MobbingJa gut, äh, ist wohl noch nicht in Kraft dann.
Das Gesetz ist am 2. Juli 2023 in Kraft getreten.Wot? Öh, hat das Gericht das noch nicht mitgekriegt, dass es da jetzt ein Schutzgesetz für Whistleblower gibt? (Danke, Andreas)
Stattdessen sollen die ab jetzt die weltberühmten Messengerdienste Olvid und Tchap verwenden.
Keine Sorge. Ich habe auch noch nie von denen gehört.
OK, aber Sicherheitslücken? Da werde ich hellhörig. Was für Sicherheitslücken denn?
Der französische Digitalminister Jean-Noël Barrot erklärte auf X (vormals Twitter), die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Olvid sei von der Cybersicherheitsbehörde Anssi zertifiziert.Genau mein Humor!
Erstens: Digitalminister. Direkt ein Lacher.
Zweitens: Verkündet er auf X. Direkt der nächste Lacher!
Drittens: Er meinte nicht Sicherheitslücken, er meinte eine Behörden-Zertifizierung.
Frankreich war, die Älteren werden sich erinnern, jahrelang ein Ödland der Verdammnis, wenn es um Computer ging, weil die Regierung ein Kryptoverbot verhängt hatte. Wenn DIE uns jetzt also was von Ende-zu-Ende-Verschlüsselung erzählen, ist das mehr als lächerlich.
Viertens: Frankreich steht heute für den Einsatz von Staatstrojanern. Wenn DIE uns also was von Sicherheitslücken erzählen, und sagen, wir sollen doch bitte ihre Software einsetzen, dann ist das mehr als unglaubwürdig, dass das was mit einer Erhöhung der Sicherheit zu tun hat. Eher im Gegenteil.
Ich mache mich ja seit Jahrzehnten über Zertifizierungen lustig, besonders über BSI-Zertifizierungen. Die sind inhaltlich absolut wertlos. Waren sie schon immer, werden sie auch absehbar bleiben. Aber eine Sache, die erst mit den Staatstrojanern wirklich Wucht kriegt, möchte ich hier nochmal explizit ansprechen. Eine Zertifizierung kostet sechsstellig. Wenn eine Firma also so viel Geld in die Hand nimmt für einen Messenger-Dienst, dann gibt sie der Regierung einen ziemlich großen Hebel in die Hand, ihnen "Features" reinzudrücken, die am Ende die Sicherheit kompromittieren.
Für mich sind daher staatliche Zertifikate nicht nur wertlos sondern ein starker Indikator dafür, dass ich dieser Software noch weniger Vertrauen entgegen bringen sollte. Selbst wenn es sich um Open Source handelt, auch wenn sich die Bedenken dann abschwächen.
Gibt es denn irgendwas positives zu sagen? Nun, Tchap scheint eine Implementation von Matrix zu sein. Matrix ist ein offener Standard mit Open-Source-Implementationen. Das ist also vergleichsweise gut. Tchap selbst ist auch Open Source. Es könnte also sein, als wäre das hier die eine Ausnahme von der Regel. Auch Olvid ist Open Source und auf Github. Die Beschreibung liest sich auch richtig gut. Das einzige, was ich gerade nicht auf Anhieb sehe, ist Reproducable Builds.
Beide Messenger sehen nicht wie Schnellschüsse aus. Da werde ich ja fast ein bisschen neidisch gerade!
Dass dann mal jemand was gegen den Klimawandel tun würde?
Haha, Idioten!
Aber es gibt Hoffnung. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat die Bundesregierung zu Klima-Sofortprogrammen verurteilt, weil ihre bisherige Klimapolitik rechtswidrig weil unzureichend ist.
Am Ende war das genau so ein krimineller Taschenspielertrick wie Cum-Ex. Aber keiner seiner Koalitionäre hat sich gedacht: Hey warte mal, der Cum-Ex-Olaf, das ist doch so ein krummer Hund! Das prüfen wie lieber nochmal!
Ich amüsiere mich jedenfalls gerade prächtig.
Aber Olaf Scholz war nicht der Erfinder der Schuldenbremse. Das war Günther Oettinger. Ja, DER Oettinger! Und was denkt der heute so über diesen Terroranschlag gegen die Republik? Kann man hier sehen (ist eigentlich Paywall aber die scheinen sie gerade kaputtkonfiguriert zu haben, ich kriege jedenfalls den Volltext).
Günther Oettinger war EU-Kommissar, Ministerpräsident in Baden-Württemberg und Miterfinder der Schuldenbremse. Trotz Haushaltskrise hält er das Konstrukt weiter für notwendig. Sein Rat: Die Regierung soll einfach sparen.Oh ach soooo! *stirnklatsch* Ja Scheiße, Bernd! Wieso ist uns das nicht selber eingefallen?!
Aber wartet, geht noch weiter.
»Ohne die Festschreibung der Schuldenbremse im Grundgesetz und die daraus folgende Konsolidierung der Staatsfinanzen wäre Deutschland nicht so gut auf die Herausforderungen der Coronapandemie vorbereitet gewesen«, sagt er.Nur falls jemand dachte, dass der vielleicht heute weniger weggetreten sein könnte.
Sekunde, wird noch heftiger. Wo, Herr Oettinger, soll der Staat denn Ihrer Meinung nach einsparen?
Sein Rat an die Bundesregierung: »Ich würde im Haushalt suchen, wo es Einsparmöglichkeiten gibt.« Dabei schlägt der CDU-Politiker unter anderem das Bürgergeld und die geplante Kindergrundsicherung vor.Leuchtet ein. Wer braucht schon Bürger und Kinder. Die sind eh nur im Weg und stören beim Bahnfahren.
Was der wohl macht, wenn er erfährt, dass Bürger Steuern zahlen? Und Kinder auch, wenn sie später erwachsen sind, und man ihnen eine stabile Kindheit mit Kleidung, Essen und Bildung gesichert hat.
Ja aber Fefe, du meckerst immer nur. Schlag doch auch mal was vor! OK. Renten halbieren. Das sind die Leute, die die Parteien gewählt haben, die erst das tiefe Loch gebuddelt und uns dann kopfüber reingefahren haben.
Die haben einen geheimen Deal mit Google gemacht. Der ist jetzt nicht mehr geheim, weil Epic in ihrem Gerichtsverfahren mal eine ordentliche Discovery-Phase gemacht hat.
Wie kann das sein, dass Spotify nichts zahlen muss aber alle anderen 30%? Oh, sagte ich 30%? Nein, das hat Epic ja auch schon auf 15% runtergekriegt mit ihren Drohungen.
Nun, ganz einfach.
“If we don’t have Spotify working properly across Play services and core services, people will not buy Android phones,” Harrison testified.Harrison ist ein Google-Zuständiger, den Epic als Zeugen geladen hat.
Der hat 56% gekriegt, der andere Kandidat (der bisherige Wirtschaftsminister) liegt bei 44%.
Wie kann sowas kommen? Nun, ...
At present, annual inflation is running at 144% and more than four in 10 people are living in poverty, including 56% of children.Vielleicht haben die einfach keinen Bock mehr auf die übliche Weltbank-Rhetorik und hohle Versprechen von Neocons, die dann Austerity predigen, wenn der Wähler nicht weiß, was er heute essen soll.Oder vielleicht wollten die einfach den Wirtschaftsminister feuern, der ihnen so viel Inflation beschert hat.
Update: Er will auch den Organhandel legalisieren.
Steuern seien Diebstahl. Wenn er zwischen dem Staat und der Mafia wählen müsse, er ziehe die Mafia vor.
Fuck, yeah!
Das hat bestimmt nichts, aber auch gar nichts mit den hohen Gaspreisen zu tun. Mal gucken, wie die Tagesschau das wegzuformulieren versucht:
Der Energiekonzern RWE hat vor allem mit der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien und dem LNG-Handel gute Geschäfte gemacht.Hmm, ob das reicht? Einfach zuerst die Erneuerbaren erwähnen und dann LNG statt Erdgas sagen? Reicht das, damit das sedierte Publikum die Verbindung nicht mitkriegt?
Jetzt kriege ich einen Brief. Post. Papier. Die E-Mail ginge nicht.
Ich gucke also in die Logs. Niemand außer der initialen Bestätigung hat mit der E-Mail zu reden versucht.
Stellt sich raus: Es gab eine Mail an die E-Mail, aber der Teil vor dem @ komplett in Großbuchstaben. Ja, äh, das ist nicht dieselbe E-Mail-Adresse. Und diese E-Mail-Adresse gibt es hier auch nicht.
Einmal mit Profis arbeiten, sage ich euch. Vollpfosten.
Das muss man turnusmäßig machen, damit überhaupt irgendwas geschafft werden kann. Dankt ihnen später. Jetzt kriegt erstmal alle schön eure Todo-Listen leer.
Diese Liste war schon immer unfassbar lang und beinhaltet so Entitäten wie "e-commerce monitoring GmbH" (wat!?) und natürlich Konzerne und staatliche Stellen aus aller Herren Länder. Ich sage nur: GUANG DONG CERTIFICATE AUTHORITY.
Nehmen wir mal an, ihr klickt zu https://blog.fefe.de/ und euer Browser baut eine TLS-Verbindung auf. Dann meldet sich die Gegenstelle (hoffentlich, aber nicht unbedingt, mein Server!) mit einem mit meinem Public Key signierten Handshake, und mein Public Key ist signiert von Let's Encrypt, und Let's Encrypt ist in der Liste in eurem Browser. Daher weiß euer Browser, dass er mit meinem Server redet und nicht mit der NSA.
Aber weiß er das wirklich? Was wenn sich da jemand anderes meldet, sagen wir mal der chinesische Geheimdienst fängt die Verbindung ab und leitet die zu sich selbst um, und da kommt dann ein gültig aussehendes Handshake, das aber von einer anderen CA in eurer Browserliste signiert wurde! Zum Beispiel von "Hong Kong Post". Dann würde euer Browser das auch akzeptieren.
Die Telekom hat auch eine CA in der Liste.
Das ist ein fundamentales Problem bei der ganzen TLS-Nummer, für die es auch keine wirklich tolle Lösung gibt. Bisherige Ansätze sind, dass ich in meinem DNS einen Eintrag haben kann, dass nur Let's Encrypt CAs ausstellen darf. Andere CAs sollten sich dann weigern, wenn der Geheimdienst kommt und ein Cert ausgestellt haben will. Das nimmt aber gutmeinende, nicht kompromittierte und nicht an gesetzliche Vorgaben gebundene CAs an.
Der nächste Ansatz ist, dass alle CAs sich zu Transparenz verpflichtet haben, und alle ausgegebenen Zertifikate automatisiert in eine gemeinsame öffentlich einsehbare Liste eintragen. Das nimmt leider auch eine gutmeinende, nicht kompromittierte CA an.
Warum erzähle ich das alles? Erstens um noch mal Honest Achmed's Used Cars and Certificates zu verlinken. :-)
Aber der dringendere Grund ist, dass die EU gerade an der eIDAS-Verordnung arbeitet, bei der es um digitale Identitäten für die EU geht. Das hehre (und gute!) Ziel ist, "Login via Google" kaputtzumachen. Ihr Plan ist, ein eigenes System zu bauen, ein staatliches System, und das hat dann natürlich eine eigene CA, und die kommt in alle Browser und jedes Mitgliedsland bietet eine Wallet-App an, die dann auf alle Smartphones kommt, und Behörden und Google und Facebook und co werden dann gezwungen, Logins via dieser Wallets zu ermöglichen. Schlimmer noch: dafür kriegt dann jeder Bürger endlich einen Barcode auf den Vorderarm tätowiert (Deutschland ist endlich wieder Technologieführer!!1!), äh, einen lebenslang gültigen eindeutigen Identifier zugewiesen, mit dem der Staat dann schön alle Bürger tracken kann.
Ich würde ja von der Benutzung von sowas immer grundsätzlich abraten, weil man damit Google staatlich validierte Daten gibt, die deren Datensätze massiv aufwerten.
Aber der Punkt, wieso ich das hier alles überhaupt ausrolle, ist ein anderer. Die CAs sollen dann in die Browser, und zwar per Verordnung, d.h. staatlich erzwungen. Im Moment kann man im Browser CAs als unvertrauenswürdig markieren. Das darf der Browser dann bei diesen staatlichen CAs nicht erlauben.
Mit anderen Worten: Hier kommt per EU-Verordnung eine TLS-Hintertür in alle eure Browser. Die erlaubt Polizeien und Geheimdiensten das Ausstellen von Zertifikaten für jede Webseite, bei der sie das gerne haben wollen, und damit können sie dann einen Man-in-the-Middle-Angriff gegen jeden fahren, und zwar nicht nur innerhalb der EU, und deren Verbindungen mitlesen oder auch manipulieren und sich als Server ausgeben. Die EFF warnt da seit Jahren vor. Aktuell gibt es einen offenen Brief von hunderten von Experten dagegen. Ist alles ganz traurig, insbesondere weil sich die EU damit hinter Ländern wie Kasachstan und Indien einreiht, die ihren Bürgern bereits Zwangs-CAs oder "digitale ID"-Systeme aufgedrängt haben.
Update: Jetzt kommt ein Klugscheißer und weist darauf hin, dass das Handshake natürlich mit dem Private Key signiert ist, nicht mit dem Public Key. Der Klugscheißer hat völlig Recht. Was ich sagen wollte: Das ist mit meinem Private Key signiert, aber der Public Key wird als Teil des Handshakes übertragen und ist von der CA signiert.
Die gesetzliche Regelung zur Wiederaufnahme des Strafverfahrens zuungunsten des Freigesprochenen in § 362 Nr. 5 StPO ist verfassungswidrigFalls ihr, wie ich, gar nicht mitgekriegt hattet, dass das eine offene Frage war: Bittesehr.
Im angelsächsischen Sprachraum nennt man das Double Jeopardy (und die Briten waren mal wieder Vorreiter und haben das als erstes abgeschafft). Das übergreifende Prinzip heißt Ne bis in idem.
Na gut. Zwei. Die erste: Die "Sicherheitsforscher" binden lauter externe Ressourcen ein, und das auch noch ohne Content Security Policy zum Festnageln mit Hashes. "IT-Security-Experte" ist inzwischen praktisch auf dem Niveau von "Heilpraktiker" angekommen in Sachen Unseriosität.
So und jetzt das Kronjuwel. Klickt mal unten auf "When did you notify Apple?". Ich zitiere:
We disclosed our results to Apple on September 12, 2022 (408 days before public release).Apple kriegt die Krone für Unseriosität. Derartig epochales Versagen in Sachen "Rapid Response" kennt man sonst nur von Microsoft. (Danke, Fabio)
Der Auftrag war von Anfang an ein Desaster. Im Moment fliegt der Präsident mit einer Boeing 747-200B von 1990. Seit 2009 läuft das Verfahren zur Anschaffung der Nachfolger.
Am Anfang sah es so aus, als würde sich Airbus an der Ausschreibung beteiligen, aber die sind schnell abgesprungen. Die US-Regierung hätte sämtliche technischen Daten haben wollen, aus Sicherheitsgründen, wissenschon. Da hat Airbus eine Ratte gerochen und abgesagt.
Tja und dann hat halt Boeing den Zuschlag gekriegt, und das läuft von Anfang an ganz doll schlecht. Man hat sich auf 4 Milliarden Dollar Festpreis geeinigt, aber Boeing hat jetzt schon pro Maschine 1 Milliarde Verlust eingefahren.
Auf dem Weg gab es Streiks, Personalfluktuation, Probleme mit Zulieferern, regulatorische Probleme und so weiter.
The company said the latest loss on the program is a result of engineering changes, labor instability, as well as the resolution of negotiations with one of its suppliers.So und jetzt der Lacher: Eigentlich war das kein Festpreis-Kontrakt. Aber als Trump ins Amt kam, hat er getwittert: Cancel Order. Daraufhin war Boeing unter Druck und hat einem Festpreis zugestimmt.Trump ist also DOCH ein begnadeter Verhandler!1!!
Derzeit beträgt die Höchstdauer des Präventivgewahrsams zwei Tage. Künftig soll das Einsperren von Menschen, von denen schwere Straftaten erwartet werden, auf Beschluss eines Richters bis zu fünf Tage möglich sein – im Fall mutmaßlicher Terroristen bis zu sieben Tage.Im Moment zählen Klimakleber noch nicht als Terroristen, aber das Gesetz muss ja auch noch durchs Parlament. Das kriegt die CDU bestimmt noch hin.
Die FDP erarbeitet sich ein Mention hier, da muss sofort die CDU etwas noch dämlicheres machen.
Und wie üblich bei der CDU ist das so falsch, dass das Gegenteil auch falsch ist. Das kriegt man nur hin, wenn man jahrzehntelange Erfahrung darin hat, keine Sachkompetenz in seine Nähe zu lassen.
War also ein klarer Fall. Sind fertig. Haben alles, was sie brauchen.
Oh nee, warte.
Die Auswertung der Beweise habe jedoch keinen hinreichenden Tatverdacht ergeben.Bei der Formulierung ist glaube ich nicht jedem auf Anhieb klar, was das für ein Hammer ist. Nicht mal einen Verdacht haben sie sich aus dem Arsch gezogen gekriegt!
Normalerweise ist der Verdacht kein Problem, aber an Beweisen mangelt es dann. Hier haben sie nicht mal einen Verdacht begründen können!
Es gebe keine Hinweise darauf, dass Lindemann gegen deren Willen sexuelle Handlungen an Frauen vorgenommen habe, so die Staatsanwaltschaft.Keine Hinweise! Wie krass ist DAS denn?
Auch für den Vorwurf, er habe ihnen willensausschaltende Substanzen gegeben oder ein Machtgefälle gegenüber minderjährigen Sexualpartnerinnen ausgenutzt, gebe es keine Beweise.Wie jetzt? Gut, da kann jetzt auch die Staatsanwaltschaft einfach inkompetent sein. Wenn die auf einem Rockkonzert keine Drogen nachweisen können, sind die vielleicht einfach nicht sehr fit. Aber wartet, geht noch weiter.
Die Ermittlungen waren im Juni durch Anzeigen Dritter im Zusammenhang mit der Berichterstattung durch die Medien eingeleitet worden. Die darin geäußerten Angaben von Zeuginnen und Zeugen hätten sich nicht bestätigt, erklärte die Staatsanwaltschaft nun.Ja, richtig gelesen! Keiner der "Zeugen" wollte mit der Staatsanwaltschaft reden. Seit der Kachelmann gegen falsche Beschuldigungen Schmerzensgeld erwirkt hat, gehen "Geschädigte" das Risiko lieber nicht mehr ein. Warum auch, du kannst ja auch prima Rufmord begehen, indem du der Presse wilde Dinge erzählst.
Das ist nicht bloß meine Interpretation:
Mutmaßliche Geschädigte hätten sich nicht an die Ermittlungsbehörden, sondern an Journalisten gewandt, die sich auf das Zeugnisverweigerungsrecht berufen hätten.Immerhin eine gute Nachricht gibt es bei der ganzen Nummer. Wie Kachelmann bei Springer hat jetzt auch die Kanzlei von Lindemann angekündigt, sich zivilrechtlich beim Spiegel gütlich zu tun.
Ja aber Fefe, gab es da nicht noch ein anderes Verfahren? In Vilnius? Ja. Das wurde auch eingestellt.
Update: Ja aber Fefe, hatten die "Zeugen" nicht eine eidesstattliche Erklärung abgegeben? Gegenüber der Presse? Ja und nein. Eine Versicherung an Eides statt muss man a) bei einer Behörde abgeben, und die muss b) dafür qualifiziert sein, die entgegenzunehmen. Der Presse irgendetwas eidesstattlich zu versichern ist also ohne Aussagekraft und ein billiger Taschenspielertrick von unseriösen Presseorganen.
Update: Medienkompetenzlektion: Tatverdacht ist nicht dasselbe wie Anfangsverdacht. Die Hürden für einen Anfangsverdacht liegen viel niedriger.
Wenn die Staatsanwaltschaft den Tatverdacht verneint, dann ist das eher in Richtung "können wir nicht beweisen" und sagt nicht notwendigerweise, dass sie überhaupt nicht glauben, dass es da etwas zu ermitteln gab. In diesem Fall war das allerdings tatsächlich so, weil sie nur Hörensagen aus 2. Hand hatten und keiner der "Zeugen" oder "Opfer" sich gemeldet hat.
Insgesamt gibt es drei Verdachtsstufen im deutschen Recht. Den Anfangsverdacht, den hinreichenden Tatverdacht und den dringenden Tatverdacht.
Für den Anfangsverdacht braucht man tatsächliche Anhaltspunkte, und er reicht dann für eine körperliche Untersuchung (z.B. eine Blutprobe), Beschlagnahme von Beweisgegenständen, oder Hausdurchsuchung.
Ein hinreichender Tatverdacht liegt vor, wenn die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung auf Basis der Ermittlungsergebnisse für wahrscheinlicher als einen Freispruch hält. Das war hier nicht der Fall.
Ein dringender Tatverdacht liegt vor, wenn die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten mit hoher Wahrscheinlichkeit für den Täter einer Straftat hält, und damit kann man ihn dann festnehmen oder den Führerschein entziehen.
Bei sowas krieg ich ja immer Stresspickel, muss ich euch sagen. Der Webserver ist noch da. Die Formulare sind noch da. Die Anmeldung ist noch da. Erst ganz am Ende beim Abschicken kommt dann die Fehlermeldung.
Da gibt es keine Ausrede für.
Der Webserver könnte das entgegennehmen und in eine Datei schreiben. Und dann kann ein anderer Prozess die entgegengenommenen Daten in das Backend schieben, wenn das wieder lebt.
Was hier die Prozesse aufhält ist nicht ein Unwetterschaden sondern ein Kompetenzschaden.
Update: Oh wow. Ein Leser schreibt, dass das Arbeitsamt in Nürnberg zwei Rechenzentren hat, und eines davon ist bei dem Unwetter gerade anscheinend geflutet worden. Im Intranet kursieren Fotos von Feuerwehrleuten knietief im Wasser schreibt er. Das mit dem Unwetter ist also nicht bloß vorgeschoben.
Auf der anderen Seite: Man hat zwei Rechenzentren, damit man weiterhumpeln kann, wenn eines platt ist. Das Memo, dass dann auch alle Daten und Dienste dupliziert werden müssen, hat hier offenbar jemand nicht gekriegt beim Aufbau.
Update: Die machen Telefonie über VoIP und das ist jetzt auch komplett weg.
New hotness: Chrome kriegt einen "KI"-basierten Zusammenfasser.
Das sollten sie auch mal für Youtube-Videos anbieten!
Hier hat jemand eine Theorie dazu. Er meint, dass wir jahrzehntelang versehentlich Geoengineering gemacht haben, und das die Ozeane kühler hielt, als sie eigentlich gewesen wären, und daher der Klimawandel nicht so schlimm aussah wie er war.
Wie haben wir die Ozeane gekühlt? Mit Schwefeldioxid! Aus den furchtbaren Schadstoffmixen, die unsere Frachtschiffe so in die Luft gepumpt haben. Wenn man Schwefeldioxid in die Luft pumpt, dann bilden sich Aerosole mit Schwefelsäure und Saurer Regen (weshalb die International Maritime das jetzt endlich wegregulieren wollte).
Aber die so entstehenden Wolken reflektieren halt auch Sonnenlicht weg von der Erde. Money Quote:
In the shipping corridors, the increased light represents a 50% boost to the warming effect of human carbon emissions. It’s as if the world suddenly lost the cooling effect from a fairly large volcanic eruption each year, says Michael Diamond, an atmospheric scientist at Florida State University.Die Idee, dass die Menschen mit Geoengineering ihr Überleben retten können, ist besonders unter Tech Bros sehr populär. Die Vorschläge gehen von "Spiegel in den Orbit packen" über "Künstlich Wolken machen und die besonders weiß kriegen", z.B. indem man Schiffe Salz in die Luft schicken lässt.Kann halt kaum jemand absehen, was das für negativen Nebenwirkungen haben würde.
Update: Leser schreiben mir, dass das mit Flugzeugen genau so sei. Als nach 9/11 der Flugverkehr für ein paar Tage wegbrach, konnte man das auf der Erde in mehr Wärme und mehr Wasserverdunstung sehen. (Danke, Christian)
Na am Strand, klar! Am besten an dem Strand, bei dem seit Jahren Umweltschutzgruppen gegen ungeklärte Kanalisationsausleitung klagen.
The event was on a stretch of coastline that has been at the centre of a long-running battle over sewage discharges between campaigners and the government concerning regulatory failures.Ja gut, Aktivisten halt. Die finden ja immer was zu meckern.An Environment Agency sampling at Roker beach on Wednesday 26 July, three days before the event, showed 3,900 E Coli colonies per 100ml, more than 39 times higher than typical readings the previous month.Scheiß Aktivisten immer! Oh, war das Umweltministerium? Nun, äh, … da arbeiten bestimmt auch bloß Aktivisten!!1!Das Ergebnis war jedenfalls, dass 57 Athleten Durchfall gekriegt haben.
Update: Klärwassereinleitung am Strand gibt es übrigens auch in Deutschland (hier: Wilhelmhaven).
Das war ein Projekt für Großbritannien, aber wieso sollte das bei anderen Windfarmen anders aussehen?
Immerhin haben die Bundesländer jetzt eine Idee, wie sie die Bürger zum Mitmachen bei Windfarmen bewegen können: Bestechung ... äh Gewinnbeteiligung! Das hätte man natürlich auch von Anfang an so machen können, aber dann hätte man ja die Idealisten nicht für lau gekriegt alle.
Update: In der Telepolis meint jemand, dass "Fossil-atomare Unternehmen" absichtlich Dumpingangebote bei solchen Ausschreibungen eintüten, den Zuschlag kriegen, und dann das Projekt wegen Kostensteigerungen absagen. Das Ziel wäre die Ausbremsung der erneuerbaren Energien als Konkurrent zu deren Kerngeschäft, nicht das tatsächliche Errichten von Windfarmen.
Hier behauptet jemand eine erfolgreiche Replikation des Experiments, allerdings nur mit einer mikroskopisch kleinen Materialprobe.
Trotzdem. Das wäre in unserem Überlebenskampf gegen den Klimawandel endlich mal eine Bewegung in eine positive Richtung. Erwartet nichts aber habt Hoffnung! :-)
Erstmal: Das sind alles deutsche Autos. Wir haben die produziert.
Zweitens: Dass das "bloß" 2800 waren, war eine Lüge. Es sind tausend mehr.
Drittens: Dass das nur 25 E-Autos waren, war eine Lüge. Es sind fast 500.
Viertens: Es ist nicht so, dass da jetzt halt ein paar E-Autos brennen. Die vielen Verbrenner brennen.
Fünftens: Die E-Autos hatten Akkus, die sehr schwer zu löschen sind. Die waren halb aufgeladen, weil Akkus bei halber Ladung am längsten halten, und man weiß ja nicht, wie schnell man deutsche E-Autos losgeschagen kriegt vor Ort. Außerdem kostet Strom bei uns ja viel mehr, also laden wir die natürlich hier auf und nicht vor Ort. Kann man mehr in Rechnung stellen.
Wieso die überhaupt E-Autos nach Ägypten shippen ist mir ja eher unklar. Oder überhaupt: Neuwagen. Den Leuten in Afrika drehen wir normalerweise unsere schrottigen Altwagen an, die hier gar nicht mehr zulassungsfähig sind am besten.
Sechstens: Dieser Teil hier.
Laut dem Bundesumweltministerium in Berlin befinden sich an Bord der "Fremantle Highway" 1600 Tonnen Schweröl sowie weitere 200 Tonnen Marinediesel.Wieso 200 Tonnen Marinediesel und 1600 Tonnen Schweröl? Na den Marinediesel für wenn der Frachter in der Nähe von Küsten von Ländern mit Umweltschutzgesetzen ist. Das ist zwar schon absolut übler Giftstoff-Klärschlamm, was man so auf Schiffen verfeuert, aber immerhin hält es sich an die Gesetze.
Aber natürlich nur solange das Schiff in nationalen Gewässern ist. Danach wird alles verbrannt, was der Motor abkann. Ja, genau. Schweröl.
Das übelste Giftzeug, das überhaupt noch brennbar ist. Am besten ordentlich Teer noch drin.
Das ist in der Schifffahrt so üblich. Habt ihr euch noch nie gefragt, wieso die Abgase von Schiffen so krass schwarz sind und stinken?
Jetzt wisst ihr's.
Update: Ah, einige Leser meinen, das Schiff fahre nur für den Suezkanal nach Ägypten und eigentlich gehe es nach Singapur. Stand wohl im Tagesspiegel. OK, das ergibt deutlich mehr Sinn.
Finger weg von der Microsoft-Cloud. Nicht nur jetzt akut. Für immer. Einem Hersteller, der so ein Vorkommnis nicht nur überhaupt stattfinden lässt, sondern dann auch noch die Kunden mit Platitüden und "aber aber aber DIE CHINESEN!!1!" abzuspeisen versucht, dem kann man jetzt und in Zukunft nie wieder trauen. Davon erholst du dich nicht als Anbieter.
Cloud-Anbieter sind mehr noch als reguläre Software-Anbieter auf Vertrauen angewiesen. Die können nicht in den Pool pinkeln und dann so tun als sei nichts gewesen. Einer Schließfach-Firma, bei der sich rausstellt, dass jedes Schließfach mit jedem Schlüssel zu öffnen ist, würde man ja auch nie wieder vertrauen. Würdet ihr noch Schlafmittel vom Contergan-Hersteller kaufen?
Das Problem ist, dass die Publikationen, die da jetzt aber mal so richtig auf die Scheiße hauen müssten, sich selber völlig ohne Not von Microsoft abhängig gemacht haben. Nur nur weil sie deren Produkte einsetzen, sondern auch weil sie von Microsofts Werbebudgets abhängig sind.
Und so kommt es zur peinlichsten Nummer diesen Sommer. Ja, peinlicher als der "Löwe" in Berlin. Heise Security schreibt einen Fragenkatalog für Microsoft auf. Microsoft antwortet natürlich nicht. Daher der Fragenkatalog. IHR sollt Microsoft die Fragen stellen, die sie schon Heise nicht beantwortet haben. Vielleicht kriegt IHR ja eine Antwort!1!!
Was für eine Zurschaustellung von Hilflosigkeit! Money Quote aus dem Artikel:
Der Verlag setzt selbst auch Microsoft-Dienste wie Microsoft-Teams ein. Deshalb haben wir auch aus der Sicht eines möglicherweise betroffenen Unternehmens nachgehakt und Fragen gestelltJa, äh, und auf die Idee ist keiner gekommen, den ganzen Microsoft-Scheiß sofort rauszuschmeißen?
Aber aber aber Fefe, das ist doch total unrealistisch. Ohne Windows und Outlook und Active Directory kann man doch gar keine Ransomware kri... äh ich meine kann man doch gar nicht arbeiten!!1!
Na dann macht mal alle weiter, ihr Verstrahlten. Hey, wieso stellt ihr nicht Microsoft die Fragen von Heise? Vielleicht kriegt ihr ja eine Antwort!
Seid ihr eigentlich auch so froh, dass wir eine so freie und unabhängige Presse haben?
Update: Versetzt euch mal kurz in Microsofts Management rein. Würdet ihr angesichts dieser Reaktion auf den größtmöglichen Verkacker bei ihnen jemals wieder auch nur einen Dollar in Security stecken? Ist ja offensichtlich völlig überflüssig. Die Kunden sind eh gefangen. Lass uns denen lieber noch "Threat Intelligence" verkaufen oder ähnlichen Scheiß. Solange die Geld-Pipeline den Kunden weiter Abogebühren aus der Nase zieht, ist doch alles gut!
Update: Freut mich, wie viele entsetzte Mails ich gerade zu Grünenthal kriege. Ja, nicht nur gibt es die noch, die verkaufen heute Opioide. Inklusive des am häufigsten verordneten Opioids, Tramadol. Hand aufs Herz, wie viele von euch wussten das?
Update: Hey, wo wir gerade bei Contergan sind ... sagt euch Heinrich Mückter was? Hier ein Spiegel-Artikel von 2007 dazu.
Normalerweise kopiert man in C Strings mit strcpy, aber das weiß nicht, wie lang der Buffer ist, und kann daher nichts prüfen. Wenn man einen zu langen String kopiert, kann ein Angreifer damit die Anwendung übernehmen und Ransomware installieren.
C hat auch noch eine andere Funktion zum String-Kopieren, strncpy. Dem gibt man eine Länge, aber das eröffnet direkt die nächste Lücke. Wenn man einen zu langen String kopiert, überschreibt der zwar nichts hinter dem Bufferende, aber er fügt auch kein terminierendes Nullbyte ein. Das führt dann bei der nächsten Verwendung des Buffers zu Fehlern, wenn auch erstmal "nur" Lesefehlern. Kann aber immer noch die Anwendung crashen.
strlcpy ist ähnlich strncpy, aber garantiert ein Nullbyte. Ausnahme: Wenn man eine Bufferlänge 0 übergibt.
Ist damit jetzt alles gut? Nein. Abgeschnittene Strings sind vielleicht keine Speicherkorruption, aber können ebenfalls ein Sicherheitsproblem darstellen. Z.B. wenn ein Angreifer es schafft, in einer Logzeile am Anfang lauter Müll einzufügen, und damit am Ende seine IP abzuschneiden, die dann nicht im Log steht.
Und es bleibt die Frage, was man tun soll, wenn jemand strlcpy mit Länge 0 aufruft. Oder strlcat und es ist kein 0-Terminator im Zielpuffer.
Am Ende kommt man mit solchen Quick Fixes vielleicht dem Ziel etwas näher, aber es nimmt einem doch nicht die Pflicht, ordentlichen Code zu schreiben, und alle Eventualitäten zu beachten.
Dennoch. Die Funktionen sind aus dem letzten Jahrtausend, und glibc war die letzte große Unix-Implementation, die das nicht hatte. Das war schon irgendwie ein bisschen peinlich, weil es halt eher nach einer Trotzreaktion als nach einem inhaltlichen Argument aussah.
Nun, wenn man die Erwachsenen nicht kriegt, dann indoktriniert man halt die Kinder, solange sie sich nicht wehren können!
Ab 2024 soll es keine neuen Kinderreisepässe mehr geben - das hat der Bundestag beschlossen. Ersetzt werden sollen sie durch elektronische Pässe mit längerer Gültigkeitsdauer und mehr Nutzungsmöglichkeiten.Oh yeah, die vielen neuen ... Nutzungsmöglichkeiten!!1! Also nicht für die Kinder, versteht sich. Für den "Sicherheits"-Apparat aus Geheimdiensten, Polizeien und sonstigen Unterdrückungsbehörden.
Aber Fefe, wieso bist du denn schon wieder so schlecht gelaunt? Da steht doch nur was davon, dass sie es für die Kinder besser machen wollen!
Mit der Reform des Pass- und Ausweisgesetzes soll es den Behörden außerdem erleichtert werden, deutsche Sexualstraftäter und Extremisten an einer Ausreise zu hindern - und zwar dann, wenn zu befürchten ist, dass sie im Ausland Straftaten begehen. Wenn bestimmte Tatsachen diese Annahme begründen, erhalten solche Menschen entweder keinen Reisepass, der Pass kann ihnen entzogen oder die Ausreise untersagt werden.Ach. Ach was. Extremisten, sagt ihr? Na sowas.
Update: War ja auch höchste Zeit, dass mal jemand die Klimakleber am Ausreisen hindert. Die sollen bitte schön hier wohnen bleiben, und unter den Auswirkungen dessen leiden, was sie vergeblich zu verhindern versucht haben.
Leute an der Ausreise hindern, das hatten wir seit 1989 nicht mehr. War höchste Zeit, dass diesen rechtsfreien Raum mal jemand beseitigt.
Tesla hat ja einen Fahrassistenten, den sie als "self-driving" vermarktet haben, wofür sie dann von Regulatoren auf die Fresse gekriegt haben. Daraufhin haben sie das über die Jahre immer weiter eingeschränkt, und jetzt will das Teil halt, dass du die Hände auf dem Lenkrad hast.
Allerdings ist die Detektion eher mau. Frank hatte mehrfach Situationen, wo das Auto plötzlich fand, er habe die Hände nicht auf dem Lenkrad, und daraufhin Assistenten abschaltete und deutlich abbremste. Wenn du gerade dabei bist, auf der Autobahn jemanden zu überholen, und hinter dir linkblinkende BMWs eine Schlange bilden, ist das eher nicht so gut, wenn dein Auto plötzlich meint bremsen zu müssen.
Jedenfalls, stellt euch meine Verwunderung vor, dass es da einen Zubehörmarkt für gibt, der einem Geräte verkauft, die man am Lenkrad anbringt, und dann triggert das die Sensoren. Meiner Erfahrung nach könnte sowas sogar positiv für die Gesamtsicherheit der Insassen sein. :-)
Aber nachdem die Wapo das skandalisiert hat, hat Amazon die aus dem Sortiment geworfen. So weit so lustig. Aber dann:
After The Washington Post flagged them, Amazon and Alibaba said they removed the listings, citing safety issues and violations of their policies.Whoa, wenn Alibaba Dinge aus dem Sortiment nimmt, dann müssen da wirklich Menschen in signifikanter Menge dran verstorben sein.
Wie? Nein, nicht die Grünen. Die CDU!
Was meine ich mit Ideologie? Das hier. "Wenn auch nur ein Auto-Parkplatz wegfällt, kommt da kein Fahrradweg hin." Und dann lügen sie uns noch ins Gesicht, dass ja keine Fahrradwege abgebrochen werden, die der Schulwegsicherheit dienen. Was offensichtlich alle wären.
Und so ist es halt, wie es immer ist. Wer CDU wählt, kriegt CDU-Politik. Und irgendwann werden sie feststellen, dass man Autos nicht essen kann.
Update: Nein, nein, die CDU ist da völlig falsch verstanden worden!1!!
Neue Radwege, die bereits im Bau oder fertiggestellt sind, sollen nicht noch einmal überprüft werden.
Da können wir drei Kreuze machen. Zuzutrauen wäre es ihnen gewesen.
Oh, und auch das mit den Parkplätzen war gar nicht so schlimm!!1!
Schon bekannt war, dass Radwege, denen nicht mehr als zehn Parkplätze pro 500 Meter wegfallen oder den ÖPNV und den Wirtschaftsverkehr nicht beeinträchtigen weiter vorangetrieben werden können.
A court filing from David Weiss, the US Attorney for District of Delaware, said that the president’s only living son will plea guilty to two federal charges of willful failure to pay federal income tax one charge of a firearm by a person who is “an unlawful user or addicted to a controlled substance.” At the time, Mr Biden, the sole surviving son of the president’s first marriage, was actively addicted to drugs.Kontext für die Geschichte: 2014, 2020 und Nachschlag. Die Republikaner versuchen seit Jahren, Hunter Biden irgendwelche pädophilen Satanisten-Korruptionsverschwörungen anzuhängen, mit fremschämwürdigen Mitteln. Trotz prominenter Fürsprecher wie Glenn Greenwald ist bisher nichts hängen geblieben.Ist das jetzt anders? Hmm. Also von Pädophilie und Korruption sehe ich da nichts. Auf der anderen Seite kann es natürlich sein, dass Joe Biden seinem Sohn gesagt hat, er soll mal ein paar Bagatelldelikte zugeben, damit er sagen kann, der Rechtsstaat habe die Sache untersucht und aufgeklärt. Eine Schusswaffe illegal zu führen ist in den USA eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu einem Jahr Gefängnis oder $2500 Strafe bewährt ist. Wenn Biden einen Deal gemacht hat, dann wird er mit weniger Strafe wegkommen.
Der andere Punkt ist Steuerhinterziehung. Nunja. Das kann man jetzt als "machen eh alle" sehen, oder man kann sich an Al Capone erinnert fühlen, den sie am Ende auch wegen Steuerhinterziehung drangekriegt haben, weil man den Rest nicht nachweisen konnte.
Die ganzen republikanischen Verschwörungstheorien sind hier jedenfalls nicht belegt worden. Ich bin ja fast ein bisschen überrascht, dass die Democrats das nicht noch mehr unter den Teppich gekehrt gekriegt haben. So ala "er macht zwei Wochen Community Service" oder so.
For the record: Die Laptop-Nummer halte ich immer noch für Bullshit. :-)
Nachdem innerhalb der angekündigten Zeit die Leitung nicht wieder auf 100 runtertaktete, rief ich nochmal bei Vodafone an. Zwischenzeitlich kam auch eine E-Mail mit einem PDF rein, das mir sagte, ich müsste ab jetzt 2,99€ pro Monat für "Vodafone Station" zahlen. Habe ich nicht beantragt, will ich nicht. Ich ließ mich also mit der Rechnungsabteilung verbinden.
Die meinte, von einem Widerruf könne sie nichts sehen. Aber sie widerrufe jetzt mal für mich.
Das ist der dritte Widerruf, den mir Vodafone-Hotlinemitarbeiter zugesagt haben.
Die freundliche Mitarbeiterin (immerhin Muttersprachler!) wollte dann noch kurz prüfen, ob das neue Modem mit dem alten Tarif geht, weil dann könnte sie das da einstellen und dann könnte ich das alte Modem zurückschicken und das neue behalten.
Leider konnten wir das nicht abschließend klären, weil plötzlich die Warteschleifenmusik unterbrochen wurde und Vodafone mir eine Umfrage vorspielen wollte, wie ich mit dem gerade abgelaufenen Support-Anliegen zufrieden bin.
Wow. Das setzt Maßstäbe. Ich weiß jetzt immer noch nicht, ob die meinen Widerruf im System haben, und welches Modem ich zurückschicken muss.
Update: OK, nächster Versuch. Wieso die "aus Datenschutzgründen" nochmal Daten abfragen, obwohl sie sehen können, dass mein Anruf von meinem Anschluss kommt, muss mir auch mal jemand erklären. Aber das ist ein anderer Rant.
Jedenfalls. Andere Mitarbeiterin erreicht, Lage geschildert.
Die so: Ich schalte das hier einfach auf 250 um, zum alten Preis.
Ich so: OK, aber ich habe hier gerade auch noch ein PDF per Mail gekriegt, da steht drin, dass ich für "Vodafone Station" monatlich 2,99€ zahlen soll. Hab ich nicht beantragt, will ich nicht. Machen Sie das weg.
Die so: Das ist jetzt in allen Verträgen drin. Das ist der WLAN-Service des Modems.
Ich so: Ich will das nicht. Schalten Sie das bitte aus.
Die so: Ich kann Ihnen das kostenlos anbieten.
Ich so: Ich will das nicht. Das kollidiert mit anderen WLANs im Haus. Machen Sie das bitte aus.
Die so: OK.
Dann ging es noch um die Frage, welches Kabelmodem ich jetzt zurückschicken soll. Sie meinte: Das alte. Ich sagte ihr dann, dass ich bitte umgehend schriftliche Bestätigungen für alles haben will, was sie gerade veranlasst hat, inklusive der Ansage, dass ich das alte Modem zurückschicken soll. Hat sie zugesagt. Bisher kam noch nichts.
Eine Sache ist mir aber aufgefallen: Das IPv6 ist deutlich instabiler als das IPv4. Mein ursprüngliches Problem war ja, dass ich hier lange laufende TCP-Verbindungen habe, über die schon mal eine Weile nichts kommt, und die laufen dann irgendwo unterwegs in einen Timeout und sterben weg. Meine Annahme war, dass ein NAT auf dem Weg verantwortlich ist, und wenn ich IPv6 mache, habe ich kein NAT, und Verbindungen sterben nicht mehr. Das Gegenteil ist der Fall. Bei IPv6 sterben die Verbindungen sogar mit höherer Inzidenz.
Das kann gar nicht so einfach gewesen sein für Vodafone, einen so kaputten Zustand zu erreichen. Da müssen Experten manuell Dinge kaputtkonfiguriert haben.
Update: Jetzt hat sich die Leitung auf 250/50 umgestellt aber Bestätigungen gingen nach über einer Stunde noch keine ein.
Keine neuen Radwege mehr für Berlin, wenn dafür auch nur ein Pkw-Stellplatz wegfälltDie Verkehrssenatorin heißt Manja Schreiner (CDU).
Update: Sehr schön, habe einigen Einspruch gekriegt. Das Verfahren ist natürlich gegen unbekannt und nicht gegen Frau Baerbock. Außerdem versucht die AfD das seit einiger Zeit politisch auszuschlachten, mit mehreren kleinen Anfragen, die man auch für sinnvolle Dinge hätte verwenden können.
Nur weil der Artikel ein fettes Foto von Baerbock zeigt und es auch im Text so klingen lässt, als ginge es um sie, ist das hier erstmal bloß eine von der AfD geworfene Stinkbombe.
Dass so ein Auffahrunfall einer politischen Bewegung überhaupt zu einer Gefahr für die anderen werden konnte, zeigt, was für Totalversager die anderen Parteien sind, nicht wie gefährlich die AfD ist. Die AfD kriegt nicht mal ihre Listen rechtzeitig zu Wahlen eingereicht! Vor DENEN sollen wir jetzt Angst haben?
Wenn ich die Regierung wäre und die AfD loswerden wollte, würde ich denen Papierkram-Hindernisse in den Weg stellen. Alles, was Koordination und Planung braucht, überfordert die AfD.
Aber was könnte man da nehmen? Hier ist mein Vorschlag: Verpflichtet die AfD zum Einbau einer Wärmepumpe. Das kriegen nicht mal die Grünen selbst hin. Welche Chance haben da andere Parteien?
Update: OK, dass mit der Anmeldung muss ich zurücknehmen. Das kriegt die AfD auch nicht hin.
Stellt sich raus: Eine Menge kann da passieren!
Der Typ da hat ein Amazon-Paket gekriegt, und der Fahrer hat Amazon gemeldet, dass er racist remarks erhalten habe bei der Zustellung. Daraufhin hat Amazon seinen Account stillgelegt und er kam auch nicht mehr via Alexa an seinen Smart-Home-Scheiß ran.
Bonus: Auch die Türklingel war Smart Home-Scheiß und hat Videos aufgenommen. Es gab keine racist remarks. Denn niemand war zuhause.
Die Black Mirror-Episode schreibt sich von selbst! (Danke, Judit)
Executives at the National Eating Disorders Association (NEDA) decided to replace hotline workers with a chatbot named Tessa four days after the workers unionized.Ich finde das einen hervorragenden Indikator dafür, ob es bei dieser Organisation darum geht, Kohle von Förderprogrammen abzugreifen oder Menschen zu helfen. (Danke, Harald)
Zur Begründung teilte das Oberverwaltungsgericht mit, die Prognose der Polizei, dass die Symbole angesichts des fortdauernden Angriffskrieges gegen die Ukraine geeignet seien, Gewaltbereitschaft zu vermitteln, treffe zu. "Denn sie könnten im aktuellen Kontext jedenfalls als Sympathiebekundung für die Kriegsführung verstanden werden", heißt es in der Pressemitteilung des Gerichts.Ach. Ach was. Das ist ja mal sehr dünnes Eis, auf dem die da gehen. Jetzt sind Dinge verboten, weil man sie missverstehen könnte? Was wenn jemand dieses Urteil als Aufruf zur Revolution missversteht?!
Mein Gedanke am Anfang des Post war was passiert wenn die KI selbst "älter wird". Jetzt ist das ja ein Stück Software dass mit einem Trainingssatz Stand X trainiert wird. Aber wie geht das auf Dauer weiter? Was passiert wenn eine KI nicht immer neu aufgesetzt wird, sondern "weiterlebt". Dann müßte sie doch auch über die Zeit altes gelerntes vergessen weil es weniger im Input vorkommt.Ja und nein. Ja, das ist eine Sorge, in meinen Augen auch eine berechtigte Sorge, die ich nicht explizit ansprach, weil sie sich ja sozusagen aus meinem Gedankengang ergibt. Wenn die Menschen das verlernen, gibt es keinen frischen Input mehr.Und vor allem was passiert wenn eine zukünftige KI zu einem grösseren Anteil Texte lernt die von einer heutigen KI erstellt wurde? Ist das dann so wie wenn man ein JPG als JPG speichert und das dann als JPG,... und die Artifakte immer schlimmer werden?
Es gibt zwei offensichtliche Auswege. Entweder wird die "KI" tatsächlich künstlich intelligent und kann eigene Inhalte schaffen (und braucht uns dann nicht mehr und wird uns alle töten) oder die "KI" verödet genau wie die Menschen verödet sind, weil keiner mehr selbst denken musste. Beides klingt nicht sonderlich attraktiv.
Übrigens, kleine Randbemerkung: Ihr habt ja vielleicht mitgekriegt, dass gerade die Writers Guild of America streikt, und daher lauter Late Night Talkshows ausfallen und Serien aussetzen müssen. Aber was ein bisschen untergeht ist, wofür die eigentlich streiken. Hier sind ihre Forderungen, und natürlich geht es da um Bezahlung, aber es geht auch um:
Regulate use of material produced using artificial intelligence or similar technologiesEin paar mehr Details hat die New York Times:In essence, writers are asking the studios for guardrails against being replaced by A.I., having their work used to train A.I. or being hired to punch up A.I.-generated scripts at a fraction of their former pay rates.
Ich arbeite selber in der Berliner Verwaltung in einer Denkmalschutzbehörde und bin häufig mit solchen Fällen konfrontiert. Nach dem Berliner Denkmalschutzgesetz sind Werbeanlagen und sowieso alle Maßnahmen an einem in die Liste eingetragenen Baudenkmal, Denkmalbereich oder Gartendenkmal denkmalrechtlich genehmigungspflichtig.Und noch einer:Es gibt zudem einen ganzen Paragraphen über den Umgebungsschutz eines Denkmals. Darin heißt es, dass die unmittelbarer Umgebung eines Denkmals, soweit für Erscheinungsbild von prägender Bedeutung, durch Maßnahmen nicht so verändert werden darf, dass Eigenart oder Erscheinungsbild des Denkmal gestört werden.
Wie weit der Umgebungsschutz reicht, ist je nach Maßnahme und Denkmal unterschiedlich zu bewerten (ein besonders exponiertes Denkmal, wie beispielsweise eine Burg auf einem Hügel, hat einen anderen Umgebungsschutzbereich als ein Mietshaus in der Berliner Innenstadt). Es gibt hier also keine einheitlich anzuwendende Regel, daher sind Entscheidungen im Rahmen des Denkmalschutzgesetzes immer Ermessensentscheidungen. Gleiches gilt für die Erheblichkeit der Störung des Erscheinungsbildes durch Maßnahmen im Umgebungsschutzbereich eines Denkmals. Auch hier wird nach Ermessen entschieden. Ermessensentscheidung im Bereich des Denkmalschutzes verlangen ein hohes Maß an Fachkenntnissen verschiedener Fachrichtungen (Kunstgeschichte, Architektur, Bauingenieurwesen, Restaurierung, Recht usw.), spezifischer Ortskenntnis und immer auch ein Abwägen mehrerer Möglichkeiten.
Grundsätzlich kann man sagen, dass bei einem Neuanstrich eines Nachbargebäudes eines Denkmals oder bei einem Neubau neben einem Denkmal immer zurückhaltende Farben genehmigt werden, die das Denkmal nicht dominieren, aus der Ortstypik rausfallen oder in der Materialität so schlecht sind, dass die Nachbarschaft eines Denkmals nach ein paar Jahren vernachlässigt oder gammlig aussieht. Die Bauwerke und Anlagen in der Umgebung eines Denkmals haben sich grundsätzlich immer an der Qualität des Denkmals zu messen, ohne sich stilistisch anzubiedern aber auch ohne das Denkmal in seiner Wirkung zu stören oder krass hervorzustechen. Bei solchen Fällen werden übrigens auch immer die Stadtplaner der Bezirke mithinzugezogen. Auch die prüfen, ob die Maßnahmen sich in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen.
Dem Eigentümer war dem Tagesspiegelartikel zufolge ja bewusst, auf was er sich einlässt und der Deal mit dem Bauamt klingt mehr als freundlich: er muss nur sehen, dass seine Fassade weiterhin ordentlich aussieht. In anderen Berliner Bezirken wäre die Fassade sicherlich längst schon wieder monochrom gestrichen…
Jetzt weißt du vielleicht etwas mehr darüber, warum ausnahmsweise mal nicht irgendein CDU-Fuzzi schuld war.
Solche Fälle nerven mich übrigens in der Praxis sehr, weil sie mich davon abhalten, den wichtigen Teil meines Jobs zu machen: bei der Erhaltung und Sanierung von Denkmalen beratend zur Seite zu stehen und dabei zu helfen, dass auch die nachfolgenden Generationen noch was davon haben und wissen, wie man früher gebaut hat.
Und zum Schluss: Die in Denkmalen wohnenden Menschen in Berlin sind zum Großteil extrem engagiert, was die Erhaltung angeht (was ich so miterlebt habe bisher) und stolz auf ihre alten Gemäuer. Das gilt auch für die Menschen, die in Denkmalbereichen leben, also in Bereichen, in denen so gut wie jedes Gebäude geschützt ist. Gerade in einer Stadt wie Berlin, die sich gerade extrem verändert, kann man froh sein, dass es Planungsrecht und denkmalschutzgesetz gibt und sich für Menschen für ihr gebautes Umfeld einsetzen. Ohne das alles wäre die Stadt innerhalb kürzester (!) Zeit nicht mehr wiederzuerkennen und würde nur noch aus seelenlosen Gebäuden bestehen, da der Erhalt von alten Gebäuden (der übrigens klimaschonender ist als jeder Neubau) immer noch teurer als der Neubau ist. Dann wäre vieles Positives, was Berlin ausmacht, dahin…
zu dem Thema muss ich doch mal eine Mail schreiben. Ich sitze auf der "anderen Seite", bei Denkmalbehörden, und das seit über 20 Jahren. Daher bitte ich im Falle einer Veröffentlichung um Anonymisierung.Gut, jetzt haben wir gehört, wie die Behörden-Innensicht ist, und sie überrascht mich zumindest nicht. Wir folgen hier nur Befehlen, äh, Gesetzen, und Richter haben das auch bestätigt. Denkmäler gehören geschützt. OK. Ich kann dem sogar inhaltlich weitgehend folgen.Zum Thema: Denkmalschutz ist eine gesetzliche Aufgabe der Länder, basierend auf den jeweiligen Denkmalschutzgesetzen. Die Denkmalbehörden sind Exekutivbehörden, die Landesrecht umsetzen. Im Kern geht es darum, Substanz und Erscheinungsbild von Baudenkmalen zu bewahren. Dazu gehört auch, das Gebäude neben einem Denkmal dieses nicht übertönen oder erdrücken, Fachbegriff Umgebungsschutz. Das ist in dem Berliner Fall offenbar ausschlaggebend gewesen. Viele der "Horrorgeschichten" entstehen, wenn sich Leute ein Denkmal kaufen, ohne sich vorher darüber zu informieren, und dann erschrocken feststellen, dass die Behörden da mitreden, bis hin zur Fassadenfarbe, Dachdeckung, Fenster, Türen - praktisch jedes Detail kann bei einem Denkmal relevant sein, auch und gerade das Gebäudeinnere, wie Türen, Fußböden, Decken und Dachkonstruktionen. Das führt zu Konflikten, die sich vielfach vermeiden ließen. Ebenso bei der Umgebung. Die Denkmallisten und -karten sind öffentlich, und man kann bei den Behörden anfragen, ob das irgendwie relevant ist. Wer das unterläßt und deswegen hinterher Ärger kriegt, ist selber schuld. Ist das alles rechtens? Ja. Die Frage, ob der Eingriff in das Recht auf Eigentum verhältnismäßig ist, ist höchstrichterlich längst geklärt. Eigentum verpflichtet, bei einem Denkmal umso mehr. Die A-karte haben Hauseigentümer gezogen, deren Haus neben einem Denkmal liegt. Auch da redet die Behörde mit, wie es aussehen darf, auch wenn das Haus selber kein Denkmal ist. Es geht darum, eine angemessene Umgebung für das Denkmal zu erhalten. Ob es da nun grau oder beige als Fassade sein muss, sei dahingestellt. Die Gerichte urteilen da tendenziell sehr streng. In der Praxis sieht das oft etwas anders aus, das klang ja im Artikel auch an, da war von eine Duldung die Rede (was es formalrechtlich nicht gibt, aber das ist ein anderes Thema). In der Praxis sind Kompromisse fast immer möglich, wenn es darum geht, das Gebäude zu erhalten und zu nutzen. Ohne Nutzung kein Erhalt. Warum das Ganze? Nun, was macht die Identität unserer gebauten Umgebung aus? Da spielen historische Gebäude eine große Rolle. Der Hintergrund sind die Abrißorgien der Nachkriegszeit, denen viel Substanz noch bis in die 80er und später zum Opfer fiel. Das führte in den 1970ern zu einem Umdenken, als die oft vom Krieg schon stark reduzierten historischen Städte noch weiter dem Bagger zum Opfer fielen. Die gebaute historische Umgebung prägt auch unsere Identität mit, sie ist meist unverwechselbar und legt Zeugnis vom Bauen in früherer Zeit ab. Denkmalschutz hat was mit Identität im positiven Sinne zu tun. Das zu erhalten ist die Aufgabe, und die ist angesichts von Nutzungsdruck und wirtschaftlichen Interessen nicht einfach und keineswegs immer erfolgreich. Was das mit "kleinen Menschen, die Macht ausüben wollen" zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht, das halte ich für ein Mißverständnis.
Nur fällt bei mir unter den Begriff "Denkmal" halt sowas wie eine alte Statue. Der Dom. Und ja, der Palast der Republik. Nicht ein olles Mietshaus aus dem letzten Jahrhundert, das nach dem Krieg völlig zerbombt war und wo jemand notdürftig geflickt hat. Und schon gar nicht kann ich nachvollziehen, wieso man dem Nachbarhaus eine farbenfrohe Fassade aufzwängen sollte. Am Ende des Tages ermächtigen sich hier ein paar Bürger, anderen Vorschriften zu machen. Ob ein Haus ein Denkmal sein sollte, ist letztendlich Bauchgefühl von ein paar Leuten, die sich die Befugnis dazu einfach angemaßt haben. Wenn der eine Leserbrief hier schreibt, dass man da Kunsthistoriker dazu zieht, dann beruhigt mich das nicht, eher im Gegenteil. Was soll ein Kunsthistoriker denn bitte sagen? "Das ist Mist, das kann weg"? Nee, natürlich nicht!
Häuser sind zum drin wohnen da. Wenn es Auflagen für Hausbesitzer geben sollte, dann dass da kein Wohnraum leersteht oder für Luxusapartments und Investitionsruinen verschwendet wird, während nebenan unter der S-Bahn-Brücke Obdachlose pennen.
Aus meiner Sicht: Wenn du jemandem vorschreiben willst, welche Farbe die Fassade seines Hauses hat, dann kannst du ihm gerne ein Kaufangebot für das Haus unterbreiten, oder von mir aus die Bemalrechte für die Fassade von ihm mieten.
Eine Denkmalschutzbehörde wird jedenfalls in meinem Weltbild selten bis niemals gegen die Einstufung von etwas als Denkmal votieren, weil ihre Existenz davon abhängt, dass es Denkmäler gibt, und zwar möglichst viele.
Update: Auf der anderen Seite ist das natürlich offensichtlich Werbung, was der Typ da auf die Fassade gemalt hat. Das ".de" hat er weggemacht, als die Behörde meckerte.
Ich persönlich finde das gut, wenn die Stadt gegen Werbung im öffentlichen Raum vorgeht. Dann aber bitte gegen alle Werbung, nicht bloß diese Fassade. Ich erinnere mich noch an eine prägende Fahrt nach Ostberlin, als ich ein kleines Kind war. Da gab es überhaupt keine Neon-Reklame im öffentlichen Raum. Nicht mal die Schaufenster in den Läden waren nachts beleuchtet. Auf mich wirkte das damals sehr bedrohlich, weil es so fremd war. Heute sehe ich das in einem anderen Licht. Die Gesellschaft hat viel zu lange zugelassen, dass der öffentliche Raum von irgendwelchen Marken vergiftet wird.
Update: Den Artikel hab ich versehentlich doppelt gepostet. Eine Kopie ist jetzt weg. Sorry.
Daher hier nochmal meine längeren Gedanken. Der Aufhänger für die ganze Geschichte war ja nicht, dass Amazon von Microservice auf Monolith umgestellt hat, sondern dass sie damit 90% Kosten gespart haben.
Natürlich kann man hier eine tolle Diskussion der Vor- und Nachteile von Modularisierung und Microservices führen. Aber geht halt am Punkt vorbei. Amazon hat das nicht aus strukturellen Gründen umgestellt, sondern weil das 90% billiger ist.
Warum ist das denn 90% billiger? Nun, dazu ein kleines Gedankenexperiment.
Nehmen wir an, ihr geht zu einem Hoster, und mietet bei dem zwei Rechner an. Die stehen am Ende im selben Rechenzentrum, und zwischen ihnen gibt es Ethernet. Der Traffic zwischen den Kisten kostet euch nichts. Denn der kostet auch den Hoster nichts. Das ist ein Kabel, ein Switch. Niemand käme auf die Idee, da einen Trafficzähler dran zu hängen, und euch eine Rechnung pro Kilobyte zu schicken.
Sagte ich niemand? Doch! Die Amazon Cloud macht das so. In der Cloud haben Amazon und co ein Nickel-and-Dime-Abrechnungsmodell etabliert, bei dem man für Dinge Rechnungen kriegt, die beim Hoster mit drin sind, und die dem Cloudanbieter keine Kosten verursachen.
Traffic zwischen den Diensten. Traffic zur Festplatte. Benutzter Platz auf der Festplatte. Sowas.
Was hier also die immensen Einsparungen verursacht hat, das war keinesfalls eine "bessere Architektur". Nein. Das war die gezielte Vermeidung von Amazons Freudenhaus-Preisstruktur. Wenn Amazon für Storage oder den Traffic zum Storage Geld sehen will, dann reduzieren wir am besten temporäre Zwischenspeicher. Wenn Amazon für den Traffic zwischen Microservices Geld sehen will, dann fusionieren wir die am besten zu einem Monolithen zusammen.
DAS ist hier passiert.
Auf architektonischer Ebene kauft man sich mit Verteilung (z.B. auf Microservices) höheren Durchsatz, aber zahlt mit steigender Latenz. Wenn die Latenz wichtig ist, dann versucht man die Pfade kurz zu halten. Wenn der Durchsatz wichtiger ist, dann zerlegt man den Prozess in mehr Stufen und baut ein Fließband-System, bei dem die Schritte entkoppelt sind, damit sie einzeln in die Breite skaliert werden können. Wenn man das geschickt macht, kann man sowohl hohen Durchsatz und geringe Latenz haben. Das ist dann aber mit Arbeit verbunden.
Die Story hier ist also meiner Ansicht nach nicht über Microservices oder Monolithen oder Modulithen, wie Kris sie nennt, sondern über Amazons Preisstruktur. Wieso das außerhalb von Amazon anscheinend niemandem auffällt, sondern wir dafür einen Blogpost von deren Videoabteilung brauchen.
Wo sind denn eigentlich die ganzen schonungslosen Analysen, ob die Dinge durch die Cloud-Migration tatsächlich billiger oder effizienter geworden sind?! Ich sehe keine davon. Weil keiner zugeben will, dass das dadurch langsamer, unzuverlässiger und teurer geworden ist, ohne irgendeinen Vorteil zu zeitigen.
Update: Ein Leser empfahl zu Amazons Kostenstruktur diese handliche Übersicht. Na dann ist ja jetzt alles klar. *gacker*
Der erzählt, dass die ganzen "nicht in Sichtweite von MEINEM Hof!1!!"-Bayern da so im Wege gestanden haben, dass sie deshalb 2015 laut Fuck It gerufen und sich auf unterirdische Trassen verständigt haben.
Nur scheint den Leuten nicht klar gewesen zu sein, was das für ein Aufwand und was für Kosten das sind, die ja am Ende von den Stromkunden getragen werden müssen. Auf dem Weg ist dann halt mal ein Fluss oder eine Autobahn, und da kannst du dann nicht einfach ein Kabel drüber ziehen, sondern du musst so 50m tief unten durch einen Kabalkanal schießen.
Er erzählt dann, wie er das erste Mal bei einer Ortsbegehung dabei war. Ein Ort, wir erinnern uns, an dem unterirdisch gelegt werden muss, weil die "Anwohner" (in Bayern ein sehr weit gefasster Begriff) vor Elektrosmog Angst hatten.
Und was sah er da? Stromleitungen. Überirdische. Nicht nur eine! Mehrere! Praktisch die gesamte Trasse lang gibt es schon Überlandleitungen.
Soviel also zu dem "Argument", das würde die Landschaft verschandeln, wenn man da Überlandleitungen hinbaut.
m(
In dem Paper geht es um das "Software-TPM", das bei AMD in dem PSP läuft, dem Platform Security Processor, inzwischen auch umbenannt zu AMD-SP (AMD Secure Processor).
Ist mir ja ein Rätsel, wieso die ständig ihren ganzen Scheiß umbenennen müssen. Wobei. Immer nach einem vollen Bruch der Security, oder? :-) Nene, lieber Kunde, das hier ist was GANZ anderes als der unsichere Schlangenöl-Scheiß von neulich!1!!
In dem Paper greifen sie einmal den internen State des Software-TPM ab und können dann damit Bitlocker (full disk encryption unter Windows) aufmachen. Das ist eine ziemliche PR-Katastrophe für AMD. Die haben gerade eh Stress, weil deren CPUs so eine heiße Scheiße sind, dass sie sich durchs Mainboard schweißen können.
Während bei AMD die Prozessoren in Flammen stehen, ist es bei Intel die Quartalsbilanz. Gerade keine gute Zeit für CPU-Bauer.
Update: So, hab mal reingeguckt in das Papier. Die verwenden Hardware-Angriffe, also Voltage Glitching. Dafür muss ein Angreifer physischen Zugang zum System haben.
Die meisten Threat Models gehen nach wie vor davon aus, dass man einen Angreifer mit physischem Zugang nicht aufhalten kann. Allerdings behaupten ja TPMs implizit genau das. Insofern ist das gut, dass das mal jemand geprüft hat. Auf der anderen Seite ist die Überraschung jetzt nicht ganz so groß wie wenn sie, sagen wir mal, bloß von einem USB Stick gebootet hätten oder so, und dann nachträglich die Measurements übernageln könnten. So ist das ein bisschen ... antiklimaktisch gerade.
Gut, aber was heißt das in der Praxis? Na das, was Experten schon immer gesagt haben. Bitlocker macht man mit TPM und mit einer starken Passphrase. Damit verhindert man zwar nicht, dass jemand mit physischen Hardwarezugriff den Bitlocker aufmachen kann (der Zoll z.B. kann dir eine Hardware-Wanze unterschieben, die die Passphrase von der Tastatur mitliest und nach Hause telefoniert). Aber das war schon immer das Bedrohungsmodell unter Paranoikern. Wenn jemand physischen Zugriff auf meine Hardware hatte, ist es nicht mehr meine Hardware. Darum erkennt man Paranoiker daran, dass sie beim Referentendinner ihren Laptop dabei haben. :-)
Erstens: Nitrokey verbreitet, dass der Qualcomm-Chipsatz deine privaten Daten in die Cloud hochlädt.
Das ist Blödsinn. Der Cloud-Kontakt von dem Qualcomm-Chipsatz ist das Runterladen des GPS-Almanachs. GPS funktioniert so, dass Satelliten Signale schicken, und du kannst dann deine Position ausrechnen, wenn du die Signale siehst, und weißt, wo die Satelliten gerade waren. Im Signal ist ein Timestamp, mit dem du sehen kannst, wie lange das Signal unterwegs war. Jetzt musst du nur noch wissen, wo die Satelliten sind, und da deren Laufbahnen ständig nachkorrigiert werden, sind das keine statischen Daten. Die Positionen stehen in einem sogenannten Almanach, und den lädt Qualcomm halt alle zwei Wochen oder so aus der Cloud nach.
Dass das über HTTP geht, kann man kritisieren. Aber was Nitrokey hier verbreitet überschreitet die Grenze der grotesken Inkompetenz und sieht für mich nach mutwilliger Irreführung aus.
Zweitens: Heise verbreitet, dass Google Authenticator deine Zwei-Faktor-Seeds in die Cloud backupt und dabei nicht Ende-zu-Ende-Krypto einsetzt.
Analysieren wir doch mal die Situation. Wir haben hier ein Cloud-Backup "im Klartext", d.h. der Typ in der Cloud kann die Daten einsehen. Der Weg zur Cloud ist TLS-verschlüsselt, und Google spricht jetzt davon, dass die Daten auch verschlüsselt bei ihnen abgelegt sind. Das ist natürlich ekelhafte Irreführung, denn damit meinen sie Platten-Krypto. Das schützt gegen "jemand bricht bei Google ein und klaut die Platten". Es schützt nicht gegen "jemand bricht bei Google ein und kopiert die Daten". Das ist das Szenario, vor dem man hier Sorgen haben sollte, und da hat Heise einen Punkt, dass das ein Problem ist.
Auf der anderen Seite läuft auf deinem Telefon Google-Software. Das Google-Android schützt deine Seeds auf dem Telefon vor dem Zugriff anderer Apps und verhindert Netzwerk-Kommunikation der Google Authenticator App. Wenn dein Bedrohungsmodell also ist, dass jemand bei Google einbricht und dort böse Dinge tun kann, dann hast du eh schon komplett verloren, weil derjenige dir auch ein böses Android-Update schicken kann, das deine Seeds auf Facebook postet oder bei Github hochlädt oder so.
Was hätte man besser machen können? Man könnte das Backup mit einem Schlüssel verschlüsseln, den Google nicht kennt. Allerdings muss diesen Schlüssel halt dein Telefon kennen, sonst kann es ja nicht die Daten damit verschlüsseln, und die Software auf deinem Telefon kommt von Google. Die Forderung hier ist also gerade, dass Google deine Daten vor Google schützt. Das klingt nicht nur bekloppt, das ist bekloppt.
Zusammenfassend: Ich würde nie meine Daten zu Google (oder sonstwo) in die Cloud backuppen oder auch nur mein Windows an einen Microsoft-Account binden. Aber selbst mit dieser paranoiden Grundeinstellung bin ich machtlos, mich auf einem Android-Telefon gegen böse Updates zu wehren.
Insofern: Ist das ein Problem? Ja. Aber ein weitgehend akademisches. Mit "E2E" (passt in diesem Szenario eigentlich nicht, weil beide Enden du selbst bist) würde man sich gegen ein Szenario schützen, wo ein Einbrecher es innerhalb von Google bis zu dem Backup-Storage schafft, aber nicht die Updates kompromittiert kriegt. Ist das sonderlich realistisch? Müsst ihr selbst beurteilen. Aus meiner Sicht sieht das nach "Sommerloch bei Heise" aus. Wenn du mit Firmen wie Microsoft oder Google überhaupt kooperierst, hast du schon direkt ziemlich komplett verloren. So zu tun als gäbe es da Graustufen und man hätte aber eigentlich doch noch Reste von Kontrolle ist aus meiner Sicht Augenwischerei.
Ist 2FA damit vollständig Bullshit? Ich bin grundsätzlich kein Freund von 2FA, weil das im Wesentlichen nur einen Zweck erfüllt: Eine Beweislast- und Schuldumkehr von Google zu mir. Vorher: Mein Google-Account wird gehackt? Google war Schuld. Nachher: Mein Google-Account wird gehackt? Ich bin Schuld.
Wieso würde ich da mitspielen wollen? Sehe ich nicht ein.
Aber WENN man schon 2FA macht, dann zwischen konkurrierenden Firmen. Wenn Microsoft 2FA erzwingt, dann generiere das Token unter Android. Wenn Google 2FA erzwingt, generiere das Token unter Windows oder Linux oder sonstwo, wo Google nicht rankommt. D.h. dann auch: Wo kein Chrome läuft!
Der ganze postulierte Sicherheitsgewinn von 2FA kommt daher, dass Username+Passwort und Token nicht an derselben Stelle abgreifbar sind. Das muss man dann auch sicherstellen. Wenn du also Google Authenticator verwendest, dann darfst du dich von dem Android aus nie in den Account einloggen, sonst kann Google auch Username+Passwort sehen (über die Keyboard-App u.a.).
Update: Hat der Fefe gerade argumentiert, dass man Cloud-Backup nicht verschlüsseln muss? Nein! Das ist grundsätzlich eine gute Idee. Da gibt es gute Gründe für, Backups immer zu verschlüsseln, auch wenn das Backup lokal ist. Nehmen wir an, eine der Platten geht kaputt und du willst die entsorgen. Wenn die Backups verschlüsselt waren, kannst du die einfach wegschmeißen (der Schlüssel darf dann natürlich nicht daneben liegen). Wenn die Backup-Infrastruktur komplett nur verschlüsselte Daten sieht, kannst du da unvertrauenswürdige Infrastruktur einsetzen (z.B. ein SMB-Share, NFS, Cloud-Storage, whatever). Da kann dann nichts absichtlich oder versehentlich leaken. Wenn die Software Temp-Files rumliegen lässt oder Daten im RAM cached, dann musst du dir keine Sorgen machen.
Aber die Gelegenheit war günstig, mal zu zeigen, wie man so eine Risikoanalyse in der Praxis machen sollte. Mein Argument war nicht, dass Backup-Crypto nicht notwendig ist, sondern dass Google auch mit Backup-Crypto an deine Daten rankommt und daher die Auswirkungen nicht so groß sind wie man erstmal instinktiv annehmen könnte.
Es gibt noch ein Argument für E2E-Krypto in diesem Fall. Wenn jemand bei Google deine Daten abgreifen will, kann der im Moment entweder dir ein böses Update schicken oder deine Backups abgreifen. Die Risiken sind additiv. Wenn du die Backups ordentlich verschlüsselt hast, bleibt zwar der andere Teil des Risikos bestehen, aber dieser Teil fällt weg. Hilft halt nichts gegen "der CEO / das FBI verlangt Zugriff auf deine Daten", und das ist der Fall, der mir persönlich mehr Sorgen machen würde.
Update: Ja aber Fefe, muss ich mir für meinen Google-Account ein Iphone kaufen, damit das 2FA auf einem anderen Gerät als dem Android läuft? Nein. Für sowas kann man auch FIDO2-Tokens nehmen, von Yubikey oder so.
Wo das Bezirksamt Mitte mit Zähnen und Klauen verhindern wollte, dass das passiert?
Nun, die haben ihre Unsportlichkeit noch gesteigert gekriegt und Enno ein Knöllchen über 806 geschickt.
Das Bezirksamt Mitte schickte den Veranstaltern Enno Lenze und Wieland Giebel nach eigenen Angaben eine Rechnung über den Betrag - wegen der Sondernutzung von gut 43 Quadratmetern Straßenland. "Wir haben die Schnauze voll von dem Bezirk. Wir zahlen einfach", sagte Giebel, der Gründer und Leiter des "Berlin Story Bunker"-Museums dem rbb.Was für ein erbärmliches Verhalten. Das reflektiert aber ganz unvorteilhaft auf das Land Berlin. GANZ schlechte Verlierer in diesem Bezirksamt.
Erstmal die inhaltlichen Updates: der CCC hat sich eingeschaltet und stimmt mir inhaltlich zu, dass "digitale Gewalt" das neue "aber die Kinder" ist, mit dem irgendwelche Hobbyideologen das Internet zusammenzensieren wollen. Zweitens: Ulf Buermeyer von der GFF hat sich geäußert. Er hatte offenbar den Teil mit der Vorratsdatenspeicherung nicht mitgekriegt und wollte sich bloß zu dem Teil mit den Accountsperren äußern. Ich hoffe mal, das heißt, die GFF wird rigoros gegen die Vorratsdatenspeicherung vorgehen.
Worauf ich mit meinen ursprünglichen Ausführungen eigentlich hinauswollte: Die faseln da die ganze Zeit von Straftaten. Es geht aber überhaupt nicht um Strafrecht. Das wollte ich gerne, dass dem Leser das auffällt, indem ich mit der Brechstange komme und sage: Aber beim Strafrecht zahlt ja der Verlierer.
Das Problem ist, dass hier eine Struktur geschaffen werden soll, wie sie auch die Urheberrechts-Abmahnmafia etabliert hat.
Man stellt einen Straftatbestand in den Raum, der in der Praxis nie erreicht werden wird, sowas wie gewerbsmäßige Bandenhehlerei. Dann lügt man allen Beteiligten ins Gesicht, es ginge um die Vorbereitung so einer Klage und daher macht man Auskunftsaussprüche geltend. Wenn man die Auskunft hat, dann vergisst man, dass man jemals mit Strafrecht gedroht hat und saugt die Opfer zivilrechtlich aus.
Genau die Nummer schlägt das BMJ jetzt für Online-Beleidigungen vor. Man faselt was von strafbaren Handlungen und schweren Gewalttaten, aber eigentlich will man eine Abmahnindustrie für Beleidigungen einführen. Das Feigenblatt sind im Moment erstmal Accountsperren. Das klingt harmlos genug, weil der durchschnittliche Beobachter nicht genug Vorstellungsgemögen und Empathie hat, um sich vorzustellen, dass er selbst eines Tages betroffen sein könnte. Aber das solltet ihr euch mal vorzustellen versuchen. Wie sich das anfühlt, wenn euer Privataccount von irgendwelchen frivolen Klagen irgendwelcher sich beleidigt fühlender AfD-Wähler oder Impfgegner geschlossen wird, und ihr alle Freundkontakte über den Account verliert.
Wie so häufig gilt auch hier der kategorische Imperativ. Wenn du nicht möchtest, dass dir das zustoßen kann, dann solltest du es auch nicht für andere einzuführen versuchen.
Dann hatte ich noch die Kosten angesprochen. Die hatten mit Anwaltskosten argumentiert, und mit hohen Streitwerten. Nun, den Streitwert setzen sie als Kläger selbst, und ein Auskunftsersuchen kann man selbstverständlich auch ohne Anwalt eintüten, besonders wenn man ein Abmahnverein ist, wie Hateaid sich offenbar selber positionieren möchte. Man setzt aber natürlich einen hohen Streitwert und schaltet einen Anwalt ein, weil man mit dem Anwalt befreundet ist und man mit dem einen Cash-Back-Deal hat oder Investor in der Kanzlei ist oder sowas, und weil man der Gegenseite so viel Kosten wie möglich reindrücken will, denn es geht hier schließlich um ideologische Kriegsführung.
In so einem Szenario finde ich das Prozessrisiko für einen Laden wie Hateaid nicht nur nicht schlecht, ich halte es für ein notwendiges Korrektiv. Das einzige (sehr schwache) Korrektiv, um ein komplettes Freidrehen zu vermeiden.
Was ich in meiner Argumentation übersehen hatte: Gerichtskosten entstehen, und die holt man sich dann zivilrechtlich vom Prozessverlierer zurück. Aber nur wenn der nicht ein mittelloser privatinsolventer Langzeitarbeitsloser auf Hartz IV ist.
Das ist glaube ich hier auch tatsächlich des Pudels Kern. Hateaid möchte gerne einmal das Internet ideologisch säubern, und ihnen ist aufgefallen, dass ihre Prozessgegner Deplorables (um mal mit Hillary zu sprechen) sind und sie auf den Kosten auch mal sitzen bleiben können. Das gefährdet deren Abmahnverein-Geschäftsmodell und daher wollen sie, dass Facebook zahlt.
Update: Jaja, der kategorische Imperativ geht subtil anders (meint aber dasselbe): Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.
Albert Edwards, a global strategist at the 159-year-old bank Société Générale, just released a blistering note on the phenomenon that has come to be called Greedflation. Corporations, particularly in developed economies like the U.S. and U.K., have used rising raw material costs amid the pandemic and the war in Ukraine as an “excuse” to raise prices and expand profit margins to new heightsAch. Ach was. Die hohen Preise kommen gar nicht von den Herstellungskosten? Das ist reine Habgier? Hätte uns doch nur jemand gewarnt!!Wenn dich ein Strategist einer Bank warnt, dass das so nicht weitergeht mit deiner Habgier, dann solltest du vielleicht deine Lebensentscheidungen nochmal überdenken.
Aber Fefe, das war doch gar keine richtige Warnung. Na dann guckt mal hier:
“The end of Greedflation must surely come. Otherwise, we may be looking at the end of capitalism,” he warned. “This is a big issue for policymakers that simply cannot be ignored any longer.”Da bin ich anderer Meinung. Die FDP hat noch alle Gegenanzeigen des Kapitalismus wegignoriert gekriegt.Ich glaube, dass die deshalb gewählt werden. Damit man dann so tun kann, als habe es die FDP verkackt, nicht die Wähler, die sie ins Parlament gesetzt haben.
Elon Musk hat gerade einen Antrag auf Einstellung des Verfahrens eingereicht. Aber viel Erfolg beim Suchen danach, denn er hat auch auf Twitter das Logo zu dem Doge-Kopf geändert und damit die Suchmaschinen erfolgreich abgelenkt.
Wir haben gefragt: Ist Wikileaks Journalismus? Sollten die unter Pressefreiheit fallen?
Wir hätten fragen sollen: Wieso fällt eigentlich nicht nur Wikileaks unter Pressefreiheit?
Wikileaks hatte ja Vault 7, die Malware-Tools der CIA. Da kann man ja mal einen schönen Vergleich anstellen. Bei den "Vulkan-Files", stellt sich direkt heraus, fehlen die Files. Gibt es überhaupt Files? Keiner von euch hat sie gesehen.
"Geheimdienste bestätigen die Echtheit, sagt die SZ".
Oh, ach? Machen wir mal ein Gedankenexperiment.
Fefe sagt, der Chefredakteur der SZ ist ein Sauriode. Geheimdienste hätten ihm das bestätigt.
Mal abgesehen davon, dass Geheimdienstaussagen grundsätzlich wertlos sind: Woher weißt du denn, dass die Geheimdienste das der SZ bestätigt haben? Die SZ könnte sich das ja auch einfach komplett aus dem Arsch gezogen haben, inklusive der "Bestätigung"!
Ich will hier nicht auf der SZ herumkloppen, die anderen sind alle genauso. "The Guardian has obtained documents". Ja geil. Schön für euch, Jungs. Solange ihr mir die nicht zeigt, ist das wertlos.
DAS ist der Stand des Journalismus heutzutage. Zum Vergleich: Vault 7. Wikileaks veröffentlichte nicht Hörensagen sondern die Tools und Handbücher. Puff. Einfach so ins Netz gestellt. Jeder konnte sich das angucken und selbst auf Plausibilität prüfen.
Klar, das hätte sich Wikileaks auch aus dem Arsch gezogen haben können. Aber dann wäre es immer noch ein Geschenk von siebenstellig wertvollen digitalen Angriffswerkzeugen gewesen.
Wieso ist das eigentlich nicht der Goldstandard des Journalismus? Wieso sollte eine Hörensagen-Postille wie die Süddeutsche Presseprivilegien genießen, wenn sie uns noch nicht mal die angeblichen Vulkan-Files zeigen wollen?
Die Vault7-Dokumente kann man übrigens immer noch einsehen. Einfach so. Und wisst ihr, was Wikileaks nicht behauptet? Weder "exklusiv" noch "investigativ". So dreist lügen euch nur die anderen Presseorgane ins Gesicht.
Oh und wisst ihr, was es bei Vault7 auch nicht gibt? Eine Paywall.
So, kann mir jetzt nochmal jemand erklären, wieso die Süddeutsche Presseprivilegien genießt und Wikileaks nicht?
Presseprivilegien kriegt, wer gegen feindliche Eliten schreibt! Wer gegen unsere Eliten schreibt, wird jahrelang illegal inhaftiert und an die Amis zum Foltern oder gleich ermorden ausgeliefert.
Update: An der Stelle möchte ich auch erwähnen, dass mich das Beweisführungsniveau in Sachen Vulkan gerade an Colin Powell erinnert. Lange nicht mehr SO einen Slam-Dunk erlebt!
Interessant auch, dass es in Bezug auf die Pipeline Story einhelliges Bashing gab, dass sowas kein Journalismus sei mit einer anonymen Quelle und das gleiche bei der Cyberkrieger Sache als exklusiv, investigativer Qualitätsjournalismus geframed wird. Von den gleichen Akteuren.Da habe ich ein paar Zuschriften zu gekriegt, die Seymour Hershs Quelle mit dem anonymen Whistleblower des ukrainischen Militärgeheimdienstes vergleichen. Es gibt da aber einen fundamentalen Unterschied. Seymour Hersh kennt seine Quelle. Die "exklusiven" "Investigativ"-"Journalisten" nicht.
Bei Hersh gibt es also eine Konstellation "ich vertraue dem Hersh, dass seine Quelle glaubwürdig ist". Diese Cyberwar-Nummer kam von einer anonymen Quelle, d.h. die SZ ist in der Position, in der ich bei Hersh bin. Es gibt für mich also keinen Grund, der SZ zu glauben, dass ihre Quelle kein ukrainischer Geheimdienst-Psyops-General war. Das wissen sie selber nicht.
Wenn man Seymour Hersh nicht traut, ist das natürlich egal, was er für Zusicherungen macht, wie toll seine Quelle ist. Daher habe ich auch absichtlich im Blog so formuliert:
Seymour Hersh glaubt, dass es die USA waren, die Nord Stream gesprengt haben.Keinerlei "dann wird das wohl stimmen", kein "klingt plausibel", kein "also ICH glaube das".
Nun, Eher nicht.
The US Cybersecurity and Infrastructure Security Agency (CISA) has issued advisories on 49 vulnerabilities in eight industrial control systems (ICS) this week, which are used across multiple critical infrastructure sectors.The vulnerabilities identified by CISA were tracked in products from ICS providers including Siemens, Hitachi, Rockwell, Delta Electronics, VISAM, and Keysight.
Ah. Gut. Sind auch andere betroffen. Dann sehen wir vielleicht nicht alleine bekloppt aus.Siemens systems have the most vulnerabilitiesTwenty-three out of the 49 vulnerabilities in the advisory are from the Siemens systems, seven of which are yet-to-be-patched exploits in Siemens’ Ruggedcom APE1808, an industry-grade application processing engine (APE) module.
Seht ihr? Weniger als die Hälfte!1!!Naja, was willst du erwarten. Von einer Firma, die Windows, Office und Active Directory einsetzt. Und dann Schlangenöl drüberkübelt.
New hotness: Additional Tier 1 bank bonds. Der Klärschlamm der aktuellen Finanzkrise.
AT1 bonds – sometimes known as contingent convertible bonds, or CoCos – are a type of debt issued by a bank that can be converted into equity if its capital levels fall below requirements. This helps to reduce debts, while handing the bank a capitalisation boost.Mit anderen Worten: Das sind Schulden, die man nicht zurückzahlen muss, wenn es einem finanziell nicht so gut geht als Schuldner. Im Gegenzug kriegt man höhere Zinsen, solange der Schuldner noch solvent ist, und man kriegt am Ende Anteile des überschuldeten Schuldners, wenn er zahlungsunfähig ist.Wofür die dann gut sein sollen ist mir gerade nicht klar.
Wie üblich bei solchen Abzockinstrumenten haben sie darauf geachtet, dass den Gläubigern nicht klar war, auf was sie sich einließen.
Typically when a company goes bust, bondholders rank before shareholders in the creditor pecking order for any recoveries that can be paid. Although expecting to rank behind conventional bondholders in order of priority, owners of the AT1 bonds still thought they would place before equity investors.Tja. Lektion für die Zukunft: Sowas vor der Insolvenz des Schuldner klären!
Old and busted: Ping of Death. New hotness: Ping with Remote Code Execution! Auf einmal allen Windows-Versionen.
Die, die da nicht stehen, sind aus dem Support gefallen.
Das, falls das jemandem nicht auf Anhieb klar ist, ist das nächste Eternalblue. Das ist ein Wurm-Vektor. Da werden jetzt einmal alle Institutionen drüber geransomwared werden, weil das 3/4 mal wieder nicht patchen werden. Und am Ende wird jemand nach dem Staat rufen.
Unsere Spezies kriegt genau den Untergang, den sie verdient hat. Das war ein Unfall, dass wir am oberen Ende der Food Chain rauskamen.
Update: Grund zur Sorge ist auch, dass sie "Exploitation More Likely" sagen. Normalerweise sagen sie less likely. Die glauben also, dass das besonders leicht auszunutzen ist.
Update: Ah nee, doch nicht. Unten bei FAQ steht, dass jemand auf dem System einen Raw Socket offen haben muss. Damit ist das doch nicht automatisch ein Wurm, über den einmal die gesamte Infrastruktur hopsgenommen werden wird. Raw Sockets werden für Sniffer verwendet, oder für VPN-Implementationen, oder für Failover-Lösungen oder vielleicht Netzwerkmanagement-Software. Schlangenöl vermutlich auch. Oh und ping.
so basically the pixel 7 pro, when you crop and save a screenshot, overwrites the image with the new version, but leaves the rest of the original file in its placeDer Rest von dem Bild ist dann unter gewissen Umständen rekonstruierbar.Die Wahrscheinlichkeit dafür ist gar nicht so schlecht, wenn man z.B. ein detailreiches Hintergrundbild hat, das man mit dem Crop-Tool entfernt hat.
Das ist ja mal ein fetter Verkacker von Google, aber man kann es erklären. Erstens: Wenn du eine neue Datei schreibst, dann kann es sein, dass der Platz alle ist. Wenn du die alte überschreibst, und die neue kleiner ist (wie bei Crop zu erwarten), dann nicht.
Zweitens: Android hat da ein API verkackt. Da musste man immer "w" sagen, wenn man überschreiben wollte, und das hat sich dann plötzlich geändert, so dass man "wt" sagen musste, um auch abzuschneiden. Das Memo hat natürlich kaum jemand gekriegt dann. Nicht mal die eigenen Leute. Bonus: Die Änderung war nicht mal dokumentiert. Ja GANZ super, Google! Einmal mit Profis!
2023 so: Will keiner, braucht keiner, hat keiner nachgefragt. Deutsche Welle baut 100 Vollzeitstellen ab.
Besonders stinkend an der Meldung finde ich ja das hier:
Rund 100 Vollzeitstellen sollen bis zum Jahresende vor allem in Berlin und Bonn wegfallen. Insgesamt 200 Mitarbeiter seien davon betroffenJa, richtig gelesen. Da kriegt eh schon seit langem keiner mehr eine Vollzeitstelle. Ist alles nur noch Halbtags- und Freiberufler-Abzocke und Ausnutzen des Journalisten-Präkariats. 100 Stellen streichen heißt 200 Menschen betroffen. Oh und von den wegfallenden Freiberuflern hören wir gar keine Zahlen, weil die ja nie als Angestellte geführt wurden.
Die Regierungskoalition hat nur noch ein Drittel der Sitze nach aktuellen Hochrechnungen, d.h. die werden da kein einziges Gesetz mehr durch kriegen, außer es gefällt den neuen Mehrheiten. Mit Klimawandel und Umweltschutz ist es dann wahrscheinlich erstmal vorbei.
Haupt-Wahlkampfansage der Bauernpartei war, dass sie gegen die Stickstoff-Emissions-Halbierungspläne sind, die die Regierungskoalition eingebracht hatten. Die Regierung hatte vorgeschlagen, den Viehbestand zu halbieren.
Ich vermute mal, dass das auch was mit Dünger-Reduktion zu tun hatte wegen Wasserqualität.
Ja, richtig gelesen! Die "konservative" Partei in Großbritannien arbeitet seit Jahren mit dem Zerrbild von Flottillen von "small boats" mit fiesen Kriminellen, die über den Ärmelkanal kommen.
Da hilft nur mehr Geld fürs Militär, denkt ihr euch jetzt bestimmt, und ihr habt Recht. Überraschend ist lediglich, welches Militär das Geld kriegt. Die Briten zahlen Frankreich eine halbe Milliarde Pfund, damit sie kleine Boote aus dem Ärmelkanal ziehen.
The “unprecedented” package will help fund a new detention centre near Dunkirk, more drones and an extra 500 police officers to prevent migrants making the dangerous journey across the English Channel.Das klingt für mich wie der Deal zwischen der EU und Nordafrika / der Türkei. Das funktioniert ja auch super und hat kaum negative Nebenwirkungen.Damit ihr mal seht, mit was für Zahlen die da arbeiten:
More than 40,000 migrants arrived in the UK on small boats last year and the home secretary Suella Braverman has suggested this year’s figure could be twice that.VIERZIG TAUSEND!!!! Das ist ja FURCHTBAR!!1! Oder wie man beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sagen würde: Zwei schwache Monate.Update: Hier ist die Pressemitteilung der britischen Regierung. Das neue Gesetz sagt, dass illegal Eingereiste kein Asyl mehr beantragen können. Aber das ist noch nicht der größte Klopper in der Meldung. Der kommt hier:
People who arrive in the UK illegally will instead be detained and swiftly removed to their home country if safe, or another safe third country, such as Rwanda, where they will be supported to rebuild their lives.
Wenn du "sicheres Drittland" denkst, welches Land hattest du da als erstes im Kopf? Auch Ruanda?
Wie krass, ey.
Ja die haben sich halt verzockt, denkt man sich vielleicht. Aber nein, das war es nicht. Das Problem ist gar nicht mal so uninteressant.
Banken und Versicherungen dürfen ja mit den Einlagen ihrer Kunden "arbeiten". Aber es gibt strikte Vorgaben des Regulators, wieviel Risiko sie dabei eingehen dürfen.
Einige etwas riskantere Anlageformen sind erlaubt, aber die Hälfte der Anlagen muss in "unriskanten" Anlagen sein, und das heißt normalerweise: Staatsanleihen. Und zwar nicht von Argentinien sondern von den USA, oder bei uns von Deutschland.
So, und jetzt hatten wir eine Weile eine Nullzinsphase. Staatsanleihen aus der Zeit werfen keine Rendite ab. Du weißt nur, dass du den Nennwert zurückkriegst, der Realwert ist dank Inflation gesunken. Ihr könnt euch ja denken, dass das nicht sonderlich populär unter Anlegern ist, außer halt unter solchen, die regulatorisch gezwungen sind, in Anleihen anzulegen.
Aber die Nullzinszeit ist jetzt vorbei. Jetzt gibt es wieder Staatsanleihen, die Rendite abwerfen. Die wird zwar von der Inflation aufgefressen, aber immerhin verliert man jetzt einen kleineren Teil des Werts.
Soweit, so klar. Aber denkt mal weiter. Wenn es jetzt Anleihen mit Rendite gibt, dann will natürlich keiner mehr die Anleihen ohne Rendite haben. Die binden bloß sinnlos Kapital. Entsprechend bricht der Preis von denen gerade weg, und das betrifft einmal alle Banken und Versicherungen, nicht nur die Silicon Valley Bank.
Naja, spielt doch keine Rolle, man kriegt ja wenigstens den Nennwert seines Geldes zurück, denkt ihr euch jetzt. Stimmt, aber was passiert, wenn Kunden Geld abheben? Bei der Silicon Valley Bank sind die Kunden lauter Startups aus der Gegend, denen es gerade generell nicht so gut geht. Die Bank muss dann Assets verkaufen, aber die sind gerade weniger wert. Da entstehen dann Lücken, die man irgendwie füllen muss.
Bei der Silicon Valley Bank haben sie versucht, das durch das Emittieren neuer Aktien für ihre Bank zu füllen, aber wenn du Aktien emittierst, während der Aktienkurs im freien Fall ist, dann heizt das das Problem noch an. Am Ende musste der Handel mit der Aktie der Bank ausgesetzt werden und dann schritt der Regulator ein.
Genau dasselbe kann auch allen anderen Banken passieren, wenn die Kunden Geld abzuheben versuchen. Primärquelle ist Paywall-Wall-Street-Journal aber hier zitiert das jemand und erklärt es.
Wisst ihr noch, als der sich als Wissenschaftler zu positionieren versucht hat vor der Wahl? Gute Zeiten!
Kommt nicht oft vor, dass man Hoffnung kriegt, dass irgendwann mal jemand Minister wird, der sich rudimentär vorher informiert und keine Scheiße labert wie
"Der Sachverständigenrat hat sich Lösungen angeschaut in Ländern, die das sehr gut machen … Estland z.B. … wo es eine sogenannte Blockchaintechnologie gibt … wo man gut prüfen kann, wer sich in ein System einlinkt und das dann Sanktionieren kann."*heul* *schluchz*
Aber aus historischen Gründen fand Großbritannien, dass die Inseln ihnen gehören, und wollten sie den Argentiniern auch nicht geben, als die freundlich und dann weniger freundlich nachfragten. So brach dann 1982 Krieg aus zwischen den Briten und den Argentiniern.
Die Argentinier waren vorbereitet und hatten sich bei den Franzosen mit Exocet-Antischiffsraketen eingedeckt. Als dann die Briten ein paar Kriegsschiffe vorbeischickten, haben sie die Raketen auch eingesetzt und damit die HMS Sheffield versenkt, einen britischen Zerstörer. Die ganze Nummer war recht peinlich für die Briten, denn a) war der Captain nicht auf der Brücke, b) hatten deren Abwehrsysteme Entwarnung gegeben und c) explodierte der Sprengkopf gar nicht, aber die Rakete versenkte das Schiff trotzdem.
Die Briten wandten sich damals entrüstet an die Franzosen und verlangten von Mitterand die Herausgabe der Deaktivierungscodes für die Exocet-Raketen der Argentinier. Hier gehen die Stories auseinander. Die Briten reden sich bis heute ein, dass sie ohne solche Tricksereien ehrlich gewonnen haben.
Warum erzähle ich das alles? Nun, damals ging der Krieg für Argentinien verloren und die Inseln blieben unter britischer Kontrolle.
Aber jetzt, nach Brexit, während Großbritannien unter Wirtschaftskrise, Gaspreisen und Inflation leidet, da hat Argentinien offenbar Morgenluft geschnuppert und kündigt flott den Deal mit den Briten auf. Die Briten sehen keinen Grund für Entgegenkommen. Eines der Argumente für einen Verbleib bei Großbritannien ist, dass die Bevölkerung der Inseln sich mit überwältigender Mehrheit dafür ausgesprochen hat. Die Inseln gehören seit 200 Jahren zu Großbritannien.
Ich hoffe mal, dass das bloß eine populistische Aktion für die Innenpolitik ist, und die Argentinier hier nicht wirklich einen Krieg riskieren wollen. Die britischen Streitkräfte mögen heruntergekommen sein, aber sind die argentinischen wirklich besser?!
Update: Ein Leser weist darauf hin, dass die Briten Crypto-AG-Backdoors des BND ausnutzen konnten, um die argentinische Kommunikation abzuhören.
Update: Und laut Daily Mail (keine sonderlich zuverlässige Quelle) soll Thatcher den Franzosen gesagt haben, dass sie entweder die Codes von Mitterand kriegt oder sonst halt die Atombombe gegen Argentinien einsetzen wird.
Es gibt natürlich Gegenbewegungen, z.B. Coreboot, aber die laufen nur auf einer Handvoll von Mainboard-CPU-Kombinationen.
Inzwischen ist es so schlimm, dass das UEFI-BIOS einen Bereich hat, wo der Hersteller Windows-Treiber-Blobs hinpacken kann, die Windows dann ohne Nachzufragen installiert. Von einer Souveränität des Besitzers der Hardware kann schon lange keine Rede mehr sein.
Das ist alles so schlimm, dass es inzwischen ein Geschäftsmodell ist, eine Hardware anzubieten, wo nur noch Blobs von dem Hersteller drin sind, mit dem man einen Vertrag geschlossen hat, nicht auch noch von Dutzenden von anderen Leuten.
Es ist nicht nur so, dass man den Quellcode für die Blobs nicht hat, sondern die sind z.B. bei Intel und AMD gerne auch verschlüsselt und signiert. Selbst wenn man den Quellcode hätte, könnte man damit nicht selber einen Blob bauen und verwenden, weil man die Schlüssel nicht hat.
Zumindest eine Sache könnte man aber mal fordern: Dass die Hersteller den Quellcode veröffentlichen und Reproducible Builds haben. Dann kann ich den Quellcode nehmen und bauen und gucken, ob dasselbe Blob rauskommt (vor der Signatur). Hilft natürlich nicht, wenn das auch noch verschlüsselt ist, und ich kann dann immer noch keine eigene Version bauen und hochladen. Aber es wäre in Sachen Vertrauensbildung ein echter Meilenstein.
Stellt sich raus: Intel hat damit jetzt angefangen (ganz runterscrollen). Aus meiner Sicht ist das ein absoluter Game Changer für die ganze Industrie. Ich hoffe mal, dass das Schule macht.
Der Code ist das jetzt offenbar seit Monaten öffentlich im Internet und es hat keiner mitgekriegt :-)
- It’s capable of running on the latest, fully patched Windows 11 systems with UEFI Secure Boot enabled.
- It exploits a more than one year old vulnerability (CVE-2022-21894) to bypass UEFI Secure Boot and set up persistence for the bootkit. This is the first publicly known, in-the-wild abuse of this vulnerability.
- Although the vulnerability was fixed in Microsoft’s January 2022 update, its exploitation is still possible as the affected, validly signed binaries have still not been added to the UEFI revocation list. BlackLotus takes advantage of this, bringing its own copies of legitimate – but vulnerable – binaries to the system in order to exploit the vulnerability.
- It’s capable of disabling OS security mechanisms such as BitLocker, HVCI, and Windows Defender.
Ich nutze das natürlich mal wieder schamlos, um meine Agenda voranzutreiben. Hier ist die Microsoft-Meldung dazu. Januar 2022. Über ein Jahr alt. Hat keiner ordentlich weggepatcht und die Signatur zurückgerufen.Und warum? Weil der Hersteller das Problem heruntergeredet hat.
Publicly Disclosed: No.Ja gut, na DANN können wir das ja aussitzen!1!!
Exploited: No.
Latest Software Release: Exploitation Less Likely
Wie ich schon seit Jahren sage: Priorisierung von Bugs ist des Teufels. Immer alle Bugs fixen. Sofort.
Die Industrie hat da natürlich keinen Bock drauf. Denn wenn man die Signatur zurückrufen würde, würden ja spontan die ganzen Mainboards gebrickt, die von ihren Herstellern keine Patches gekriegt haben. Und wo kämen wir DA hin, wenn Hersteller für ihre Produkte Patches liefern müssten?!? Das kostet ja Geld!1!!
Wenn sie jetzt also mit der CDU koalieren will, dann vermutlich um Einfluss auf das Ergebnis zu haben.
Ja aber warte mal, Fefe, was war denn mit ihrem Ehemann? Der hat doch ein Einkommen? Ja schon, aber da gab es ja dieses Clankriminalitätsproblem. Auf der anderen Seite bleiben bei CDU, SPD und FDP Kriminelle nicht lange ausgeschlossen. Geht ja schon zahlenmäßig nicht. Die SPD hat ja jetzt schon nur die Giffey aufgestellt gekriegt, die selber ein Betrugsproblem hat mit ihrer Doktorarbeit.
Und so lief es auch mit ihrem Ehemann. Das ist bestimmt dieser Fachkräftemangel, von dem man immer so viel hört!
Habt ihr das auch gehört? Stellt sich raus: das haben sie in Australien mal untersucht. Das Ergebnis könnte die Bevölkerung verunsichern.
Company profits, not wages, have driven the soaring inflation in Australia, an analysis from the Australia Institute has found.Ach. Ach was.The thinktank has released evidence of what it calls a “profit price spiral”, arguing big business earnings account for 69% of the inflation that is above the reserve bank’s target range of 2-3%.Ist nicht wahr!1!! (Danke, Karl-Ludwig)
Aber, stellt sich raus, Bußgelder für keinen Reisepass haben verteilen sie.
Immerhin hat ihnen dafür jetzt das Amtsgericht Tiergarten einen Vogel gezeigt.
Erstens mal: Die anderen 2FA-Arten gehen alle noch.
Zweitens mal: Twitter zahlt pro 2FA-SMS an einen Europäer 3ct Gebühren. Wieso sie das überhaupt jemals getan haben, erschließt sich mir nicht.
Drittens: Elon hat sich dazu in einem Interview geäußert. Stellt sich raus: Es gibt da draußen Telcos, die Bot-Accounts auf Twitter einrichten, und dann lauter 2FA auslösen, damit die Telco dann Twitter Rechnungen stellen kann.
Als Elon das mitkriegte, sagte er seinem Team: Ihr klemmt jetzt alle Telcos mit über 10% Fraud ab.
Alter, 10% Fraud. Kreditkarten haben deutlich unter 1% Fraud, gefälschte Personalausweise waren einstellige Fälle pro Jahr, und was haben wir uns da für ein Mehr-Sicherheits-Blablah anhören müssen! Der Einzelhandel hat sowas wie 1% Warenschwund, davon die Hälfte Diebstahl. 10% ist unfassbar viel Fraud.
Jedenfalls. Elon sagt also seinen Leuten: Klemmt die mal ab. Stellt sich raus: Das waren 390 Telcos. 390!!
OMGWTF!
Insgesamt reden wir hier laut Elon von 60 Millionen Dollar Schaden jährlich.
Vielleicht hat diese Spezies den Klimawandel einfach echt verdient. Alles niederbrennen, Evolution nochmal von vorne machen lassen.
Update: Wobei Twitter vermutlich einen besseren Deal aushandeln konnte als 3ct pro SMS. Bei dem Volumen?
Money Quote:
The hacking attack sought to exploit a software vulnerability, ACN director general Roberto Baldoni told Reuters, adding it was on a massive scale.Ja wie, Moment, da steht ja gar nichts von riesiger krimineller Energie?! Immerhin haben Sie die Behörden eingeschaltet. Das hilft auch immer gewaltig, wenn man nicht gepatcht hat und ungebetenen Besuch kriegt.Was tun die denn konkret, fragt ihr euch bestimmt. Nun: Gar nichts.
"CISA is working with our public and private sector partners to assess the impacts of these reported incidents and providing assistance where needed,"Die sitzen da und sammeln Daten. Mit denen sie dann absolut gar nichts anfangen können beim nächsten Mal. Aber "wir haben auf unseren fetten Ärschen gesessen und waren komplett nutzlos" kann man ja nicht sagen. Daher sagt man "working with our partner" und "assess the impact".Ich tippe ja, dass das eine uralte bekannte Lücke ist, gegen die man seit Ewigkeiten patchen konnte, aber das hat wieder keiner gemacht. Shitrix oder so. Vielleicht das ESXi-Ding. Oder log4j.
Je älter ich werde, desto mehr glaube ich, dass das alles mal kontrolliert niederbrennen muss. Wobei. Genau das passiert ja gerade. Nur halt eher langsam.
Ich würden den Italienern ja raten, dass die Industrie eine Versicherung gründet. Dann muss weiterhin niemand patchen. Man ist ja versichert.
Update: Es ist das ESXi-Ding.
Samstag 22:20: Zustellung durch widrige Umstände verzögert.Whoa! Haben die ein paar Ausreden-Experten von der Bahn eingestellt? Verzögerungen im Betriebsablauf und so?
Das Thema kriegt hier mehr Presse-Berichte als die Kohl-Akten, die jetzt bei seiner Witwe lagern und nicht im Bundesarchiv.
Ich bin mir fast sicher, der Biden hätte jetzt gerne ein paar lahme Ausreden vorgebracht und das Thema beerdigt, aber wenn sie damit den Trump nicht durchkommen lassen, dann muss der Biden auch zumindest so aussehen, als gäbe es da jetzt Ärger und eine Untersuchung.
Ich muss sagen, dass mich das überrascht. Der Biden hat eh nicht so viele Erfolge vorzuweisen und gibt eine eher blasse und machtlose Figur ab. Vielleicht konnten die Democrats das nicht verhindern, dass es da jetzt öffentliches Dreckwäschewaschen gibt?
Die Diskrepanz zwischen dem, was man so als Macht des Präsidenten annimmt, und wie wenig der wirklich an Macht hat, ist immer wieder bemerkenswert.
Heute haben wir die Reaktion der Industrie. Klar, man könnte in ordentliche Infrastruktur investieren, aber ist doch viel netter, wenn das einfach jemand anderes zahlt!1!! Wenn die Versicherungen nicht mehr wollen, dann ruft man erstmal nach dem Staat, klar, das hatten wir ja schon, und dann, wenn gar nichts geht, dann macht man die blödeste Sache, die man überhaupt machen kann:
Nun wehrt sich die Industrie - und gründet einfach einen eigenen Versicherer.Frage: Wie bekloppt kann man sein? Die deutsche Industrie: Ja!
Hold my beer!
Hey Leute, der Grund, wieso ihr keine Versicherung mehr kriegt, ist weil die zu erwartenden Schäden teurer sind als ihr vorher kollektiv eingezahlt habt. Wenn IHR jetzt eine Versicherung gründet, wird die halt pleite gehen nach den ersten Auszahlungen. Das hat ja nichts mit Gier zu tun, dass euch keiner euren Ranzkack versichern will, sondern mit der Ranzkackigkeit eures Ranzkacks.
Ich werde jedenfalls mit Popcorn am Beckenrand sitzen und euch beim Absaufen zugucken. Jeder einzelne von euch hat es verdient.
Gibt noch ein paar lustige Stellen in dem Artikel:
"Die Versicherer haben hohe Mindestvoraussetzungen für die IT der Unternehmen, die sie versichern." Wenn diese nicht erfüllt werden, gibt es keine Angebote oder nur solche mit Vorbehalten.No shit! Klar gibt es noch Cyberversicherungen, aber die setzen dann voraus, dass ihr getan habt, was ihr konntet! Und das habt ihr natürlich nicht. Denn in eurer Welt spart ihr euch das und zahlt Versicherungsprämie und das ist dann billiger.
Dass auch bei einem versicherten Event die Daten eurer Kunden wegkommen, da scheißt ihr doch alle drauf. Sind ja nicht eure Daten. Sind bloß die eurer Kunden.
"Unternehmen, die unsere zwölf Kernkriterien im Underwriting nicht erfüllen, versichern wir nicht", bestätigt Jens Krickhahn, der bei der Allianz Global Corporate & Specialty für das Cybergeschäft zuständig ist.Lustigerweise meinen die damit nicht etwa, dass man eine sichere Architektur gewählt hat, und auf Outlook, Active Directory und Windows verzichtet. Nein. Die meinen, dass man Backups hat.
Ich persönlich finde das ja eh lustig, wenn Versicherungen anderen Firmen Vorhaltungen machen, sie hätten veraltete, heruntergekommene Infrastruktur. Wenn man sich anguckt, wie das in Versicherungen aussieht, dann sieht im Vergleich die reguläre Wirtschaft geradezu Scifi aus. Oder, wie es der Artikel formuliert:
Die Versicherer machen es sich zu leicht, glaubt Maklerin Dammalacks. "Gerade produzierende Unternehmen haben es schwer, die rigiden Kriterien zu erfüllen." Das gelte für manche Chemieunternehmen, für die Lebensmittelbranche ebenso wie für Baustoffhersteller. Sogar manche Versicherungsgesellschaften haben veraltete Systeme und werden Opfer von Cyberangriffen.Denn am Ende des Tages investiert niemand in Abwehr und Absicherung. Lieber eine Versicherung abschließen und weiterpfuschen.
Na dann pfuscht ihr mal alle schön weiter. Das sind auch Leute, die beim Camping in der Wildnis ihren Müll liegenlassen.
Im Unterhaus haben bei den Midterms die Republicans die Mehrheit von den Democrats übernommen. Als nächstes müssen ein paar Formalitäten geklärt werden, wie z.B. dass die den Speaker of the House ernennen. Das ist normalerweise ein Non-Event. Die neue Mehrheit stellt halt einen Kandidaten auf und wählt für ihn.
Aber diesmal hat der Kandidat die Mehrheit nicht gekriegt. Das ist sehr ungewöhnlich, denn die Mehrheit liegt ja bei den Republicans. Das heißt: Die haben ihren eigenen Kandidaten nicht gewählt gekriegt.
Das gab es zuletzt vor 100 Jahren, so selten ist das.
Das ist bemerkenswert, weil bisher die Analysen der Politik in den USA immer waren: Die Republicans sind der homogene Block und die Democrats sind der Basar voller verschiedener Interessen, daher kriegen die Democrats nie was hin, weil bei denen immer irgendwer dagegen ist.
Jetzt scheint sich das umgedreht zu haben. Jetzt sind die Republicans die, die selbst für simple Formalitäten keine Mehrheiten mehr hinkriegen, weil die intern zu zerstritten sind.
Da kommen jetzt also interessante Zeiten auf uns zu. Wobei die Democrats unter Obama und Biden ja das Muster auch fortgesetzt haben und nichts auf die Reihe gekriegt haben. Wir haben jetzt also Paralyse auf beiden Seiten.
Wobei ich vermute, für "verhindern, was die Anderen wollen" wird man immer noch Mehrheiten zusammengekratzt kriegen.
Aber um wie viel Geld geht es hier jetzt eigentlich konkret? Reuters nennt mal Zahlen.
Almost half a trillion dollars, and counting, since the Ukraine war jolted it into an energy crisis nine months ago.Ja gut, Ami-Trillionen. Also Billionen bei uns. Haha, eine halbe Billion, pfft, das ist ja ... äh ... ja wieviel ist denn das? Zum Vergleich: der Bundeshaushalt 2022 ist knapp 500 Milliarden.That equates to about 1.5 billion euros a day since Russia invaded Ukraine on Feb. 24. Or around 12% of national economic output. Or about 5,400 euros for each person in Germany.Tsja. 1,5 Milliarden heute, 1,5 Milliarden morgen, nach einer Weile kommt da richtig Geld zusammen!Aber ist schon erstaunlich, wieviel Ausgaben die FDP mit kreativer Buchführung verschleiern kann, und uns dann trotzdem noch was von der Schuldenbremse ins Gesicht erzählen kann.
Update: Die Zahlen in dem Artikel sind für das ganze Land, nicht nur die Staatsausgaben. Und da müsste man ja auch die Kosten abziehen, die man für das russische Gas gehabt hätte. Macht der Artikel weiter unten auch.
Germany's energy import bill will grow by a combined 124 billion euros this year and next, up from growth of 7 billion for 2020 and 2021, according to data provided by the Kiel Institute, presenting a major challenge for the country's energy-intense industries.
Ja, äh, und? Habt ihr mal falsch geparkt und ein Knöllchen gekriegt? Da weiß der Staat auch nicht, wer am Steuer saß! Hindert das den Staat daran, Knöllchen zu verteilen? Natürlich nicht!
Klar kann man dann Einspruch einlegen. Und wenn sich das nicht beweisen lässt, wer es war, dann muss man ein Jahr Fahrtenbuch führen oder so.
Glaubt mir: Sobald der Staat merkt, dass man hier ein verlässliches Einkommen generieren kann, ist das plötzlich absolut praktikabel und es gibt hier überhaupt kein Problem.
Das aus meiner Sicht viel größere Problem ist, wie wir verhindern, dass irgendwelche Verstrahlten es schaffen, Leute anzupissen, weil sie anderer Meinung waren, indem sie das als "Hass" deklarieren.
Es ist ja schon ziemlich unglaublich, wie "Gewalt" inzwischen eine völlig subjektive Nummer ist. Gewalt war erst eine Ohrfeige, dann reichte plötzlich ein vages Nonmention, und jetzt gilt plötzlich Klimaaktivismus als "gewaltfrei". Das ist das eigentliche Gift für den Rechtsstaat, wenn solche Kategorien verhandelbar sind. Das muss a) vorher und b) zweifelsfrei klar sein, ob was man gerade tut verboten ist oder nicht.
Richter müssen angeordnete Maßnahmen nämlich nicht begründen. Die kommen schon mit Begründung auf dem Antrag. Der Richter muss nur noch unterschreiben.
Will der Richter allerdings ablehnen, dann muss er begründen. Die Anreize für Ablehnen sind also deutlich negativ. In der Praxis wird daher so gut wie nichts abgelehnt.
Die Begründung für Accountsperren als Maßnahme ist:
Accountsperren sind wirksam, denn sie setzen keine Klarnamen voraus, erfordern keine unnötigen Überwachungsmaßnahmen, sind rechtsstaatlich sauber und zügig umsetzbar.Finde ich nicht nachvollziehbar. Wieso sollte das wirksam sein? Macht der Troll halt einen anderen Account auf. Die einzigen, die an ihren Accounts hängen, sind die Opfer, die da soziale Netze mit aufgebaut haben. Marodierende Trolle haben keine Netze, die ihnen wertvoll wären. Jedenfalls nicht auf den Plattformen, auf den sie herumtrollen.
Es gibt natürlich auch auf den Plattformen Leute, die Freunde haben, und die das Verlieren ihres Accounts inkommodieren würde. Das sind aber nicht Hassredner sondern Leute, deren Meinung einem nicht gefällt. Die sind gefälligst auszuhalten in einer fucking Demokratie!
Und wenn sie jemanden tätlich bedrohen oder beleidigen, den Holocaust leugnen oder zu Pogromen aufrufen, dann IST DAS JETZT SCHON STRAFBAR.
Lasst mich mal kurz skizzieren, wie ein Rechtsstaat reagieren könnte. Du beleidigst mich. Ich erstatte Anzeige. Die Polizei geht zu dem Plattformbetreiber und erklärt Interesse an dem Account. Das nächste Mal, wenn den jemand benutzt, gibt der Betreiber die IP an die Polizei weiter, die holt sich damit die Identität vom Internetprovider, und dann kriegt derjenige ein ordentliches Verfahren.
Hilft natürlich nicht gegen ausländische Trollfarmen und Trolle, die immer per Tor o.ä. "arbeiten". Bei denen kann man dann von mir aus eine Accountsperrung vornehmen, aber hilft halt genau gar nichts. Machen die sich halt neue Accounts auf.
Ja aber Fefe, was wenn derjenige einfach behauptet, er sei gehackt worden, er war das gar nicht? Dann lacht man ihn aus und nimmt ihn in Störerhaftung. Wieso ist das bitte bei Raubmordkopien ein völlig legitimes Mittel aber hier soll das plötzlich nicht gehen?! Im Übrigen kann man da ja auch ein bisschen Ermessensspielraum haben. Das kannst du ja an den vorherigen Äußerungen eines Accounts sehen, ob das ein Hack war oder ob der die ganze Zeit so rumaast.
Ist mir ja ein völliges Rätsel, wieso das jemand einsetzen würde. Das ist wie das Ergebnis von einem Trinkspiel, ob jemand NOCH MEHR Angriffsoberfläche in mein Arbeitsgerät eingebaut kriegt.
A remote code execution vulnerability exists in VS Code 1.71 and earlier versions for malicious notebooks. These notebooks could use command uris to execute arbitrary commands, including potentially dangerous commandsYou had me at "command url".Mit anderen Worten: Das war kein Unfall und kein Hack. Jemand hat dieses Feature für Remote Code Execution eingebaut und jetzt wundern sich alle, dass jemand darüber Remote Code Execution macht.
Ich frage mich ja bei sowas immer, wie häufig und doll eine Organisation eigentlich auf der Weltbühne verkacken muss, bevor die Leute aufhören, denen ihren Scheiß abzukaufen.
Ach komm, Fefe, da machen wir noch schnell ein paar Lagen Schlangenöl drüber, mit cloud-basierter KI zur Anomalieerkennung. Dann berichtet Heise darüber, als sei das normal, sowas zu brauchen. Und dann sind die Leute wieder eingeschläfert und kaufen die nächste Iteration von unserem Scheiß. Und auf dem Weg holen wir noch eine Schuldumkehr raus. Wie, du hattest keinen Antivirus laufen? Na DANN ist das DEINE Schuld!!1!
Hauptanforderungen waren:
Tuxedo kann keine aktuellen Ryzens, Schenker auch nicht.
Sekundäranforderung war, dass ich nie wieder Nvidia Geld in den Rachen werfen wollte, aber da hätte ich mich von abbringen lassen, wenn der Rest wirklich unfassbar großartig gewesen wäre. War er aber nirgendwo.
Dass Asus keinen guten Ruf hat, müsst ihr mir nicht erklären. Das Zephyrus ist angeblich nicht von Asus sondern von AMD gebaut worden, die damit zeigen wollten, dass auch sie eine wirklich überzeugende Plattform hinkriegen. Ist ja auch eigentlich ziemlich coole Scheiße, was die da in Sachung Performance und Kühlung hingekriegt haben. Müsste jetzt nur noch zuverlässig funktionieren, auch unter Linux.
Hier kurz meine bisherigen Erfahrungen.
Erstens: Das Gerät hat eine aktuelle Zen-CPU und auch eine diskrete AMD-GPU. Das war der Grund, wieso ich das überhaupt angeschafft habe.
Die Erfahrungen bisher sind recht durchwachsen. Erstens war die Idee, dass man auf heutigen CPUs keine Kompromisse mehr machen muss zwischen Batterielaufzeit und Performance. Du kannst das eine oder das andere haben. Vorbei sind die Zeiten, bei denen du auf einem Gaming-Laptop nicht durch sparsame Nutzung einen Tag durchhalten konntest. So dachte ich jedenfalls. In der Praxis stimmt das schlicht nicht.
Unter Linux hängt sich die AMD-Grafik mehrfach pro Tag spontan auf. Wenn ich das eingebaute Panel per xrandr ausschalte, dann kriegt Video-Abspielen plötzlich nur noch einen Frame alle zwei Sekunden raus. Weniger als 20W Stromverbrauch habe ich bisher noch nicht gemessen gekriegt.
Displayport gibt es nicht, nur HDMI. Wenn man HDMI ansteckt, kann man auch unter Windows plötzlich die diskrete GPU nicht mehr abschalten. The fuck?!
Das Mauspad ist I2C und erkennt unter Linux keine Gesten.
Zwischen der GPU und meinem Monitor gibt es einen unheiligen Pakt, dass offenbar beide zu erkennen versuchen, ob die andere Seite da ist, und sonst Stromsparmodus machen. Sobald der Laptop ne Weile keine Tastatureingaben hatte und den Monitor abschaltet, bleibt der auch aus, bis ich ihn entweder ab- und wieder anstöpsel, oder ein paar Sekunden in Folge mit den (beschissen unergonomischen) Bedienelemenenten am Monitor interagiere.
Wahrscheinlich ist die Hälfte davon etwas, was ich durch geschicktere Bedienung oder Konfiguration beseitigen könnte.
Ich bin mir sicher, nächstes Jahr kriegen wir dann Linux auf dem Desktop!1!!
Immerhin, die Compile-Leistung der Ryzen-CPUs hat meine Erwartungen noch übertroffen.
Erwähnte ich, dass Asus da eine Tastatur mit Enter-Taste nach amerikanischem Modell einbaut? Also nur halbe Bauhöhe der üblichen Enter-Taste? PgUp und PgDn, Home und Enter haben sie sich gleich ganz gespart. Kann man ja über Fn-Taste fummeln. Oder so.
Das machen sie wieder wett, indem sie dir ungefragt ein bescheuertes, nerviges Vrooom-Geräusch reindrücken beim Booten. Das kann man immerhin abschalten. Herr, wirf Hirn vom Himmel!
Wer also von euch mit dem Gedanken spielte, ein G14 Zephyrus für Arbeiten unter Linux zu kaufen, dem kann ich nach aktuellem Stand nur davon abraten. Leider scheint es ansonsten keine Laptophersteller zu geben, die vergleichbare Hardware anbieten. Sind entweder alle noch am Abverkaufen der Vorgeneration oder haben gar kein AMD am Start.
Oh, eines noch. Man kann den relativ gut aufschrauben und dann die NVMe und einen der beiden RAM-Riegel tauschen. Maximum-Bestückung ist 32 GB, im anderen sind 8 fest verlötet. In früheren Modellen gab es einen 2. NVMe-Slot, darauf hatte ich gehofft. Das ist bei der aktuellen Revision aber nicht mehr so.
Update: Es gibt noch eine Eigenschaft, die mich überrascht hat. Das Bootlogo erscheint nur auf dem eingebauten Display. Auch das BIOS erscheint nur dort, und wenn ich in Grub boote, dann auch der Grub-Screen. Das BIOS erkennt und initialisiert also externe Bildschirme nicht ordentlich.
Jetzt fragen hier Leute, wie ich kein Thinkpad gekauft habe, da gibt es auch eines mit aktuellem Ryzen. Thinkpad mag ich nicht, und in dem Modell ist die GPU schwächer und das RAM nicht upgradebar aufgelötet. Außerdem gibt es weder HDMI noch USB-A. Das sind bei mir alles Ausschlusskriterien. Ich hab mich schon bei dem Asus geärgert, dass sie kein Kabel-Ethernet mehr haben. Da bewegt sich echt einiges in die falsche Richtung finde ich.
Lieferzeitpunkt: 5. Dezember sagt Amazon. Das ist ein Artikel, der als Prime beworben wird. Das Versprechen von Prime war: Kostenlose Lieferung bis morgen.
Ja, äh, nix morgen.
Ich hatte neulich auch ein paar Fleece-Decken bestellt. Nicht weil ich die nächsten Monat haben wollte, sondern so schnell wie möglich. Der Verkäufer saß da einen Tag drauf, bevor er das Paket an DHL übergab. DHL hat das gestern angenommen, und hat dann verteilt über gestern und heute vier Einträge in der Verfolgung, alle im selben Verteilzentrum, dass das Paket für den Weitertransport vorbereitet werde. Dann dass es jetzt fertig vorbereitet ist. Dann wieder dass es wieder vorbereitet wird. Das Zentrum hat es derweil nicht verlassen.
Stellt sich raus: Frank hat genau darüber gerade eine Kolumne geschrieben. Viel Spaß bei der Lektüre. Er hat dafür, erzählte er, einen Haufen wirklich erschütternder Leserbriefe reingekriegt. Wenn ihr Frank erschüttern wollt, müsst ihr einen vergleichsweise großen Vorschlaghammer rausholen. Mal gucken, wie schnell meine Erkältung hier abklingt, vielleicht nehmen wir da mal ne Alternativlosfolge zu auf.
Die für mich interessante Lektion ist ja, auf was für dünnem Eis die Illusion der funktionierenden Gesellschaft immer gebaut ist. Im Grund ist das hier eine Art Westworld oder Stepford Wives-Szenario, und zwar die ganze Zeit schon gewesen. Alles Schönwetter-Kapitalismus. Läuft super, solange der Wachstum das Verkacken auffängt.
Frank hat da ein bisschen über Finanzprodukte zur Altersversorgung geschrieben, und hoffte glaube ich auf Leserbriefe von Insidern, die ihm sagen, dass das alles gar nicht so schlimm ist. Lass es mich so sagen: Leserbriefe von Insidern kamen wohl. Aber die sagten eher das Gegenteil von "alles gar nicht so schlimm".
Ich glaube ich will da auch mitmachen und nehme daher gerne Leserbriefe mit Stories von Leuten an, die sich "zum scammen gezwungen fühlen", weil "die anderen das ja auch alle so machen".
Frank kommt jedenfalls zu folgendem Schluss:
Im Kern ist es aber eine tiefgehende Korruption einer wichtigen Grundannahme des Kapitalismus: "Wenn die Kunden keine Lust mehr haben, beschissen zu werden oder schlechten Service zu bekommen, gehen sie halt zur Konkurrenz."Hey, war da nicht gerade was?Diese Annahme ist immer öfter nicht mehr wahr. Beschiss-Kartelle bilden sich absichtlich oder eigendynamisch. Kostenreduktion ohne technologisch unterfütterte Produktivitäts- und Effizienzgewinne geht zwangsläufig nur durch Qualitätsabstriche. Gerne werden diese Abstriche durch alle Teilnehmer eines Marktsegments fast gleichzeitig umgesetzt
Der Bug ist ein Stack Overflow, der über das Netz ausnutzbar ist.
Eigentlich wäre dieser Bug so der übelste Fall von Sicherheitsproblem, aber er eignet sich auch zur Illustrierung von Sicherheitsmaßnahmen über die Jahre.
ping droppt als erstes seine Privilegien, nachdem es den raw socket geholt hat. Damit kriegt der Angreifer nicht mehr Root-Rechte wie früher sondern die Rechte des aufrufenden Users, hat allerdings auch Zugriff auf den offenen raw socket.
Außerdem hat FreeBSD einen Self-Sandboxing-Mechanismus eingeführt.
The ping process runs in a capability mode sandbox on all affected versions of FreeBSD and is thus very constrainted in how it can interact with the rest of the system at the point where the bug can occur.Das heißt konkret, dass ein Angreifer z.B. keine anderen Prozesse aufrufen kann, um beispielsweise eine Reverse Shell zu installieren.Auch wenn es sich häufig nicht so anfühlt, haben wir doch eine Menge erreicht über die Jahre. Nur halt nicht beim Entfernen der Bugs. Nur beim Ausnutzen-Verhindern.
Die Grünen wollten einen Teil der Straße für den Autoverkehr sperren. Der Teil ist allerdings woanders als die S-Bahn-Station. Die hab ich nur erwähnt, damit ihr versteht, dass das voll im Zentrum von Berlin ist. Das ist ein Prestigeprojekt von Bettina Jarasch, aktuell "Mobilitätssenatorin" im Berliner Senat, war aber auch Spitzenkandidatin der Grünen für den Posten des regierenden Bürgermeisters, den ihr bei der demnächst zu wiederholenden Wahl aber Franziska "Clankriminalität" Giffey abgeluchst hat. Die hat in letzter Zeit so dermaßen verkackt, dass die SPD in aktuellen Umfragen hinter Grünen und CDU auf Platz 3 liegt. Hinter der CDU!!! Die mit dem Bankenskandal, an dem noch unsere Enkel abzahlen werden! SO SCHLIMM hat die SPD mit der Giffey ins Klo gegriffen! Das muss man erstmal schaffen. Respekt.
Warum erwähne ich die Jarasch namentlich? Weil die sich diesen epischen Klogriff geleistet hat. Es ging um die Eröffnung eines Fahrradweges, und das ist natürlich eine schöne Photo-Op für sie. Also fuhr sie mit ihrem Dienstwagen hin, setzte sich vor Ort auf ein von jemand anderem dorthin gebrachtes Fahrrad, und tat für die Photo-Op so, als sei sie mit dem Fahrrad angereist.
Ja, meine Damen und Herren, das ist das Niveau, auf dem die Berliner Lokalpolitik läuft. Die nehmen sich aber alle nichts. Die SPD lässt zum Beispiel gerade aus kleinkindlichem Trotzgehabe Jarasch-Vorstöße scheitern, in diesem Fall um Enteisung von Radwegen mit Salzlösung, damit Fahrradfahren im Winter nicht mehr so ein Selbstmordkommando ist in Berlin. Aber bevor die SPD zulässt, dass die Jarasch für die Grünen irgendwo etwas schafft, macht die SPD das lieber kaputt. Wenn wir nichts hinkriegen, dann soll auch sonst niemand was schaffen.
Kommen wir zum aktuellen Höhepunkt der Story. Und zwar hatten die die Friedrichstraße also für den Autoverkehr gesperrt, aber "die Anwohner" haben dagegen geklagt und gewonnen und die Straße ist jetzt wieder offen. Begründung: Aber die armen Geschäfte in der Friedrichstraße! Wenn man da nicht mehr mit dem Auto im Stau stehen kann, wo sollen denn da die Kunden herkommen? Es gab dann einen kurzen peinlichen Moment, als besagte Händler plötzlich ein Umsatzplus von 20-30% hatten während der Sperrung.
Wieso habe ich "Anwohner" in Anführungszeichen gesetzt? Stellt sich raus: Die Klägerin hat ihren Weinladen gar nicht in der Friedrich- sondern in der Charlottenstraße (Achtung: Ist Paywall. Mehr als meine Zusammenfassung steht da nicht) und anstatt dann halt da auch für eine Fußgängerzone einzutreten hat sie lieber die in der Friedrichstraße kaputtklagen wollen. Lacher am Rande: Jetzt kriegt die Charlottenstraße eine Fahrradstraße, denn irgendwo müssen die Fahrräder ja hin.
OK aber das ist alles nur Vorgeschichte. Eigentlich blogge ich das deshalb. Und zwar hat da der FDP-Fraktionschef in Berlin … ja, ich weiß. An der Stelle können wir eigentlich aufhören. Jeder weiß, was das für ein Typ sein wird. Aber bleibt mal noch kurz am Gerät!
Der FDP-Fraktionschef hat die Gelegenheit schnell für ein Instagram-Video nutzen wollen, auf dem er persönlich Barrikaden wegräumt für die Autofahrer. Freie Fahrt für freie Bürger und so. Nur waren die da schon weg, wie sich rausstellt.
Ja, richtig. Der Typ kam da also hin, stellte Sperrbaken auf, machte die Kamera an, und tat dann für die Photo-Op so, als räumte er die jetzt weg. Daher erzählte ich die Vorgeschichte mit der Fahrradweg-Nummer von der Jarasch. Alle gleich verlogen, die Parteien.
Sekunde. Geht noch weiter.
Dumm nur, dass im Hintergrund bereits ein Taxi durchs Bild fuhr – und Czaja an der Ecke zur Jägerstraße stand, wo sich nie eine Absperrung für den Verkehrsversuch „Flaniermeile Friedrichstraße“ befand.Na gut, da kann sich die FDP natürlich auf die geistigen Fähigkeiten ihrer Wähler verlassen. Das merken die NIE! Aber die Grünen haben es gemerkt, und reagieren recht unsportlich …
„Anzeige ist raus“, twitterte Christian Storch, Pressesprecher des Landesverbands, am Mittwochnachmittag. Die Vorwürfe: „gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr“ (Paragraf 315b Strafgesetzbuch) und „Amtsanmaßung“ (Paragraf 132).Das, meine Damen und Herren, ist die Berliner Lokalpolitik.
Seid ihr auch so erstaunt über die geringe Wahlbeteiligung? Ich versteh das ja gar nicht, wieso nicht mehr Leute wählen gehen! Du hast die Wahl zwischen Lügner, Betrüger, Marodeur, anderer Lügner und Faschist. Da bleiben nur die Linken, die die Wiedervergesellschaftung der Wohnungsbaugesellschaften versemmelt haben (gut, da saß die Giffey am Hebel), und die PARTEI, die bisher noch nie genug Macht hatte, um richtig was vor die Wand zu fahren.
Wieso tritt in Berlin eigentlich nicht die Bayernpartei an?
Der Zug ist eigentlich schon abgefahren, aber mal gucken, was sie da noch gerissen kriegen. Die erste sichtbare Auswirkung war, als im Frühling VW keine Investitionsgarantie mehr gekriegt hat für ihr Werk in China, Da ging es um eine Fabrik in Xinjiang, wo auch die Uiguren unterdrückt werden.
Aber jetzt wird das etwas konkreter.
Scholz kündigte an, dass der Abbau einseitiger Abhängigkeiten bei Rohstoffen und Technologien eine besondere Rolle in der künftigen nationalen Sicherheitsstrategie spielen werde. Um sichere Lieferketten zu gewährleisten, müssten die Handelsbeziehungen breiter aufgestellt werden.Jetzt wird sich zeigen, wieviel Handlungsspielraum wir da überhaupt haben. Wir sind ja nicht das einzige Land, das weite Teile ihrer Konsumgüter nicht mehr selber herstellt sondern aus China importiert. Nur weil wir da mit Geld wedeln, heißt das nicht, dass sich da plötzlich Anbieter finden. Die haben auch alle ihre Kapazitäten zurückgebaut, weil China billiger war.
Interessanterweise ist China inzwischen soweit vorangeschritten mit der Bekämpfung der Armut, dass China in vielen Bereichen gar nicht mehr der billigste Anbieter wäre, wenn es noch andere Anbieter gäbe.
Jetzt wird sich also zeigen müssen, ob da nur heiße Luft rauskommt ala "wir kaufen unsere Chips jetzt nicht mehr in China sondern in Taiwan".
Oh und ein Detail noch:
Einseitige Abhängigkeiten bei Rohstoffen und Technologien sollten durch eine engere Zusammenarbeit mit der Asien-Pazifik-Region abgebaut werden.Es wird sich auch zeigen müssen, wie unabhängig diese Länder tatsächlich sind, wenn China da Druck macht.
Nun, keine Sorge. Dafür braucht Berlin keine Klimaaktivisten. Das schaffen wir ganz alleine mit gutem alten institutionellen Totalversagen!
Grund für die Sperrung im Autobahndreieck Funkturm ist, dass die Überfahrt auf die Avus nur für Fahrzeuge bis zu einem Gewicht von 3,5 Tonnen zulässig ist, teilte die Polizei dem rbb auf Anfrage mit. Da Streu- und Räumfahrzeuge der Berliner Stadtreinigung (BSR) schwerer sind, könne es auf dem Streckenabschnitt zu Glätte kommen, was die Sperrung erforderlich mache.Ja gut, klar hätte man die Überbrückung reparieren oder in guten Zustand versetzen können, aber wo wäre denn da dann der Spaß im Winter?
Wenn wir schon keine richtigen Berge zum rodeln haben, dann rodeln wir halt auf Autobahnauffahrten und -überführungen.
Der Grund, wieso Berlin kein Geld für sowas hat, ist übrigens die letzte CDU-Regierung unter Herrn Diepgen und sein Bankenskandal mit Herrn Landowsky: Die haben SO krass verkackt, dass die CDU in Berlin bis heute keinen Fuß mehr auf den Boden kriegt.
Aber warte, nicht nur die CDU sind Totalversager. Ihr fragt euch jetzt vielleicht, wieso das jetzt erst auffällt. Nun, tut es nicht. Die SPD-Regierung war informiert und hat einfach nichts getan.
Auf Nachfrage des rbb konkretisierte die BSR am Dienstagnachmittag, die Autobahn-Winterdienstfahrzeuge hätten ein zulässiges Gesamtgewicht "von mindestens 18 Tonnen", daher dürften sie die Brücke nicht befahren. "Eine Ausnahmeregelung für unsere Winterdienstfahrzeuge, die wir in den vergangenen Jahren regelmäßig erhalten haben, wurde uns in diesem Jahr nicht mehr gewährt." Da aber keine leichteren Fahrzeuge zur Verfügung stünden, sei der Winterdienst nicht möglich. "Auf diese Problematik haben wir im Vorfeld hingewiesen."Wartet, die Brücke hat eine zulässige Maximallast von 3,5 Tonnen und die BSR-Fahrzeuge wiegen 18 Tonnen und die Regierung hat bisher einfach eine Ausnahmegenehmigung erteilt!?!?
Das ist ja wie der LKW-Fahrer, der das Höhenlimit bei einer Tunneleinfahrt ignoriert, weil er gerade keinen Polizisten in der Nähe sieht!
Mann Mann Mann
Aber seid mal nicht zu stinkig mit Frau Giffey. Die hatte wahrscheinlich gerade die Hände voll. Mit Clankriminalität.
Update: Leute mit mehr Behördenerfahrung als ich erklären mir gerade, dass "mindestens 18 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht" nicht heißt, dass du da nicht weniger Gesamtgewicht haben kannst, wenn du weniger lädst. Aber die Vorschrift geht halt über das zulässige Gesamtgewicht, nicht über das tatsächliche Gesamtgewicht.
Die BSR hat übrigens natürlich auch leichtere Räumfahrzeuge, das sind so voll cool aussehende Mondbuggys, die normalerweise für Bürgersteige eingesetzt werden. Aber die sind dann vermutlich nicht schnell genug um die Mindestanforderungen für Autobahnbefahrung zu erfüllen.
Update: Oooooh, stellt sich raus: Die Straßenverkehrsordnung sieht Sonderrechte für die Straßenreinigung vor:
6) Fahrzeuge, die dem Bau, der Unterhaltung oder Reinigung der Straßen und Anlagen im Straßenraum oder der Müllabfuhr dienen und durch weiß-rot-weiße Warneinrichtungen gekennzeichnet sind, dürfen auf allen Straßen und Straßenteilen und auf jeder Straßenseite in jeder Richtung zu allen Zeiten fahren und halten, soweit ihr Einsatz dies erfordert
Juristisch spräche also nichts gegen den Einsatz von Mondbuggys auf der maroden Autobahnauffahrt. (Danke, Jens)
Die Deutsche Post macht sich für gelockerte Zeitvorgaben bei der Briefzustellung stark.Das beschneidet unseren Profit, wenn wir so schnell zustellen sollen!!1! Wieso haben wir hier in Deutschland eigentlich so absurde Vorgaben wie "wenn du die Post für die Zustellung bezahlst, dann stellt sie auch zu"? Wer kommt denn bitte auf sowas! Nirgendwo sonst ist das üblich, dass Auftragnehmer dann auch den Auftrag erfüllen müssen!1!!
Oh, warte, das war noch nicht alles. Geht noch weiter.
Derzeit stellt die Deutsche Post nach eigenen Angaben 83 bis 84 Prozent der eingeworfenen Briefe am Folgetag zu - sofern dieser kein Sonn- oder Feiertag ist. Damit folgt der Konzern einer gesetzlichen Vorgabe, laut der mindestens 80 Prozent der Briefe am nächsten Werktag beim Empfänger sein müssen.Kann das irgendjemand bestätigen? Ich krieg hier nur noch einmal die Woche Post.
Aber warte, das war immer noch nicht alles. Die Argumentation ist echt großartig.
"Muss tatsächlich jeder Brief - oder mehr als 80 Prozent - am nächsten Tag zugestellt werden?" Angesichts des sinkenden Bedarfs an Briefen im Digitalzeitalter sei das nicht mehr angemessen.Wir haben weniger zu tun, müssen also eh schon weniger leisten, und finden daher, wir sollten noch weniger leisten müssen.
Äh, ... wat?
Aber gut. Ignorieren wir das mal alles. Gibt es denn handfeste finanzielle Gründe dafür, dass die Post das einfach nicht mehr stemmen kann? Ich meine, ist ja nicht so, als wären die Portokosten in den letzten 20 Jahren konstant geblieben.
Heute befördere der Konzern viel mehr Pakete und viel weniger Briefe als damals. "Die Politik muss verstehen, wir brauchen irgendwo eine Kostenentlastung."Ja, äh, gut, Pakete kriege ich auch nicht von der Post. Die kriegt der Nachbar. Das hat inzwischen Ausmaße angenommen, dass ich mir überlegt habe, die Post mal mit einer Abholung zu beauftragen, und dann zu sagen: Das Geld liegt beim Nachbarn. Können Sie sich ja da abholen. Oh, der ist in den Urlaub gefahren? Tsja. Nicht mein Problem.
Aber hey, wenn die Post so krassen Verlust macht, dann, äh, ...
Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf rund 20 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn stieg um 13 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.Wie, Moment. Die Post ist gar nicht pleite? Macht im Gegenteil Milliardengewinne?!? Ja wieso lassen wir die dann ständig das Porto erhöhen und den Service verschlechtern?!?
Entsprechend hob das Management seine Prognose für das Gesamtjahr an. Für 2022 rechnet es nun mit einem Rekordergebnis (Ebit) von rund 8,4 Milliarden Euro.Wollt ihr mich verarschen gerade? Ist hier irgendwo ne versteckte Kamera?!
FTX war nämlich keineswegs völlig unreguliert, sondern die CFTC war zuständig, eine US-amerikanische Regulierungsbehörde. Nun sind einige Marktteilnehmer ungehalten, dass FTX offen zeigt, was für eine Luftnummer in der Praxis Finanzmarktregulierung wirklich ist, und so kriegt die CFTC gerade ein bisschen Gegenwind. Das ist eine Pressemitteilung von irgendeinem Fuzzy, weist dem mal nicht zu viel Gewicht zu. Der interessante Teil ist der hier:
“That apparent regulatory failure is presumably due, in part, to FTX’s strategy of using revolving door hires from the CFTC and elsewhere to use their knowledge, influence, and access at the agency and in Washington to move FTX’s agenda. For example, the former CFTC Acting Chair is FTX’s Head of Policy and Regulatory Strategy and a former CFTC attorney to a former CFTC Chair is FTX’s General Counsel.Jup, das machen die Finanzinstitute alle. Goldman Sachs ist legendär erfolgreich darin. Aber wartet, geht noch weiter.“Whether as a result of that or not, the CFTC has too often been a cheerleader for the crypto industry, including the Chair who claimed that Bitcoin would double in price if his agency was its regulatorAch. Ach was. Das ist deren Selbstbild? Unser Job hier ist, den Bitcoinpreis hochgehen zu lassen?Hier ist eine Quelle für die Behauptung.
Commodity Futures Trading Commission (CFTC) Chairman Rostin Behnam said Wednesday that CFTC-led regulation could have significant benefits for the crypto industry, including a potential boost to the price of bitcoin.“Growth might occur if we have a well-regulated space,” Behnam told attendees during a fireside chat at NYU School of Law. “Bitcoin might double in price if there’s a CFTC-regulated market.”
Das war doch mal wieder eine schöne Medienkompetenzübung!
Na klar: DIE RUSSEN HABEN UNS MIT APT GECYBERT!!1!
Die Strategie funktioniert auch heute noch. Microsoft gerade so:
Im Rahmen der Konferenz Cyberwarcon hat Microsoft seine Einschätzung zu einer neuartigen Ransomware spektakulär ergänzt: "MSTIC stellt fest, dass Iridium die Prestige-Kampagne durchgeführt hat". Das bedeutet letztlich, dass Microsoft den russischen Militärgeheimdienst GRU für Planung und Durchführung einer im Herbst aufgedeckten Ransomware-Kampagne verantwortlich macht. Sollte dies zutreffen, wäre das eine deutliche Änderung der Gefahrenlage, die auch Konsequenzen für die Verteidiger hätte.Nein. Wäre es nicht. Da ist auch nichts spektakulär dran. Das ist alles unglaublich unspektakulär, unsubstanziiertes Hörensagen und reine Energieverschwendung. Und die Heise-Experten reihen sich ein in die Narrativ-Cheerleader.
Ein Game-Changer*gähn*
Hey, bist du auch schon von den Russen gecybert worden? Hast du auch solche Angst vor den Russen? Die Russen, die in der Ukraine Bomben nehmen mussten, weil sie die uralte gammelige Elektro-Infrastruktur nicht gecybert gekriegt haben. Die Russen, die sich beim Hacken vom holländischen Geheimdienste über ihre eigenen Webcams haben filmen lassen. Habt ihr auch solche Angst vor denen?
Solange ihr Active Directory, Windows und Office einsetzt, und nicht immer sofort alle Patches überall ausrollt, werdet ihr irgendwann gehackt werden. Von wem ist dann auch egal, denn die Daten sind dann halt weg.
Was ist jetzt passiert? Binance und FTX haben jeweils junge Crypto-Bros als Chef. Binance ist der größte Exchange, FTX der zweitgrößte. FTX fing an als Investment von Binance. Irgendwann war dann der Bro hinter FTX auf der Titelseite von Fortune und ließ sich als Crypto-Genie feiern und so weiter, und da haben die beiden erkannt, dass sie Konkurrenten sind, also hat Binance ihren Anteil an FTX verkauft. FTX hatte natürlich nicht das Geld rumliegen, um den nominellen Wert des Anteils auszuzahlen, also haben sie in selbsterfundenen Bullshit-Tokens bezahlt, das FTX intern zum Verrechnen von Transaktionsgebühren eingeführt hat.
Das ist natürlich ein bisschen doof, wenn du in wertlosen Bullshit-Tokens bezahlt wirst, denn du willst die ja in richtiges Geld umwandeln, aber die haben keine Liquidität, d.h. wenn du da erwähnenswerte Mengen von verkaufst, dann bricht der Kurs ein und der Rest, den du hältst, ist nichts mehr wert. Also hat Binance so tröpfelweise verkauft, immer gerade genug angeboten, dass die aktuelle Riege an Bigger Fools das kaufen konnte, ohne den Kurs zum Einsturz zu bringen.
Das änderte sich vor ein paar Tagen, als bekannt wurde, dass der FTX-Bro 8-stellige Wahlkampfspenden an Democrats verteilt hat, die gerade an Kryptoregulierung arbeiten, weil Tether so eine Shitshow ist, und weil so viele Crypto-"Investments" geplatzt sind dieses Jahr. Der FTX-Bro dachte sich wohl, wenn er da vorne im Wagen sitzt, dann kriegt er als erstes seine Lizenz und kann weitermachen und die anderen müssen das ausbaden. Die anderen haben aber alle überhaupt gar keinen Bock auf Kryptoregulierung, weil sie dann nicht mehr so einfach rumscammen könnten. Dann würde ein Regulierer in ihre Bücher gucken wollen, und dann platzt das alles in Minuten.
Als aber rauskam, dass FTX ihnen mit diesem Kryptoregulierungsscheiß in den Rücken dolchen will, hat der Binance-Bro angekündigt, ihre 2 Milliarden FTX-Bullshit-Tokens zu liquidieren. Wenig später ging dann das Geschiebe los. In dem Klima will natürlich niemand dieses Bullshit-Token kaufen, wenn demnächst ein großer Posten verkauft wird und den Preis drückt. Also ging ein Bank Run los.
FTX stand plötzlich mit heruntergelassenen Hosen im Regen auf dem Parkplatz. Hier ist ein Twitter-Thread dazu.
Als nächstes gab es ein Leak der Bilanzen von Alameda Research, das ist der Hedgefonds-Arm von FTX. Da stand drin, dass deren Assets größtenteils in Fantasie-Cryptotokens sind, d.h. nicht existieren. Insbesondere haben die Milliarden von dem Bullshit-Token als Asset, das Binance gerade zu verkaufen angekündigt hatte.
Falls das jemandem bekannt vorkommt: Ja, natürlich, die Crypto-Scammer operieren alle so. Bei Celsius war das auch so, bevor sie dann implodierten, als jemand "der CEO hat keine Kleider an" rief.
Jedenfalls sieht es jetzt so aus, als ob FTX und Alameda sich gegenseitig ihre Schulden zugeschoben haben, und FTX hat dazu offenbar die Einlagen ihrer Kunden benutzt, die ihnen laut ihrer eigenen AGBs gar nicht gehören. Natürlich hat Binance sofort dementiert, dass sie hinter dem Bilanz-Leak stecken.
Verunsicherte Investoren ziehen jetzt natürlich ihr Kapital aus dem Dumpster Fire, so schnell sie können. Besonders betroffen ist Solana, was wie üblich aber eine Plattform für hundert andere Cryptoscam-Startups ist, die jetzt auch alle den Pesthauch der Insolvenz im Nacken haben.
Als nächstes kam dann Binance und bot einen Bailout an, also einen Kauf der rauchenden Insolvenzmasse. Es dauerte keine 24h bevor Binance dann meinte: Oh nee, doch nicht.
Das sieht also alles ganz so aus, als habe Binance über den Hebel der FTX-Bullshit-Tokens eine Nuke unter dem Arsch von dem anderen Crypto-Bro gezündet, vielleicht gar die Bullshit-Tokens überhaupt nur als Zahlung angenommen, um jetzt diesen Hebel zu haben. Macht euch mal keine Illusionen, dass das bei Binance unter der Haube besser aussieht, aber in so einem Kontext sieht natürlich alles besser aus als mit dem FTX-Schiff unterzugehen.
Lacher am Rande: Dieser FTX-Werbespot alterte nicht so gut (Langversion)
Florida ist eines der Epizentren des Wahlbetrugs in den USA, erst mit "hanging chads" in Lochkarten, dann mit mysteriös kaputten Wahlcomputern in Bezirken mit Democrat-Mehrheiten, natürlich schon immer mit Gerrymandering und jetzt mit Caging Lists und Challenges und Provisional Ballots (aka Klopapier).
Das funktioniert so, dass die Republikanische Partei "Wahlbeobachter" schickt, die dann an der Wahlurne die Wahlberechtigung von Leuten "challengen" können, die aussehen, als würden sie Democrat wählen. Das sind im Allgemeinen Schwarze und Latinos. Derjenige kriegt dann einen "vorläufigen Wahlzettel", stimmt ab, geht nach Hause, und nimmt an, dass sich das Missverständnis schon aufklären und die Stimme gezählt werden wird. Das ist aber eher nicht der Fall, denn die Mittel für das Prüfen und nachträgliche Zulassen müsste der republikanische Gouverneur zur Verfügung stellen, und dem ist das nicht so super wichtig, wie ihr euch vorstellen könnt.
Die Bundesregierung wird aktuell von den Democrats gestellt. DeSantis wird auf Bundesebene als Trump-Nachfolger gehandelt.
Die gibt er dann mit einem magischen setsockopt dem Kernel, und dann kann man mit dem Socket einfach wie früher read, write und sendfile machen und der Kernel übernimmt die symmetrische Krypto und die TLS-Paketierung.
Warum würde man das machen wollen? Nun, es gibt zwei Gründe. Erstens kann man so wieder sendfile machen. sendfile kriegt einen Socket, einen File Descriptor, ein Offset und eine Länge, und schickt dann das Segment aus der Datei über den Socket raus. Im Gegensatz zu traditionellem read und write spart das einmal eine Kopie der Daten. Das Google-Stichwort ist dann auch Zero-Copy.
Nun, zero copy macht Kernel-TLS natürlich auch nicht draus, der muss ja die Daten verschlüsseln und das macht ja auch eine Kopie. Allerdings gibt es Netzwerk-Karten, die TLS Offload beherrschen. Ich habe sowas nicht, aber es existiert, und dann kann der Kernel die Krypto direkt durchreichen an die Hardware, und kann es möglicherweise gar einrichten, dass die Netzwerkkarte sich die zu schickenden Daten direkt per DMA vom NVMe holt, oder halt aus dem RAM, ohne dass der Kernel die anfassen muss.
Naja gut, denkt ihr euch jetzt vielleicht, aber macht das wirklich so viel aus? Nicht bei Fast Ethernet und Gigabit geht auch noch ohne. Aber bei 10 und 100 GBit kriegt man die Leitungen ohne Zero Copy nicht saturiert. Und natürlich hat man mehr Ressourcen für andere Arbeit auf dem Server, je weniger man mit sinnlosem Hin- und Herkopieren von Daten verbraucht.
gatling habe ich damals explizit mit dem Ziel geschrieben, mich mal in Zero-Copy-TCP einzuarbeiten, aber das ist mit TLS erstmal wertlos. Bis jetzt.
Zu meiner großen Freude unterstützt OpenSSL seit Version 3 das zumindest auf dem Papier. Allerdings konnte ich das nicht funktionieren sehen. Heute habe ich das mal debugged. Auflösung: Die Kernelheader in /usr/include/linux waren zu alt :-)
Heute habe ich das zu Laufen gekriegt, und hatte bei wget einer 1 GB-Datei über das Loopback-Device sowas wie 1 GB/sec Durchsatz.
Das war mit dem alten TLS-Code, der mmap+SSL_write machte. Da hat man dann kein sendfile. Daher hat OpenSSL 3 eine Funktion namens SSL_sendfile nachgereicht. Die konnte man in meiner Abstraktion in libowfat nicht benutzen, daher hab ich die heute ein bisschen erweitert und dann in gatling per Callback SSL_sendfile eingebaut, und dann hatte ich im selben Test 1,9 GB/sec Durchsatz.
Fand ich sehr beeindruckend, muss ich euch sagen. Schön zu sehen, dass sich die Technologie auch ein bisschen weiterentwickelt.
In der Praxis wird das bei meinem Blog oder so nicht viel bewirken, weil der Großteil der CPU-Zeit da für das Handshake draufgeht, nicht für die symmetrische Krypto. Trotzdem. Hocherfreulich, wenn in der IT mal was schneller wird, und nicht immer nur langsamer und bloatiger.
Update: Richtig konsequent zuende getrieben hat das Netflix, wobei die allerdings FreeBSD und nicht Linux verwenden. Die haben dazu einen ziemlich sehenswerten Vortrag gehalten: Folien, Video.
Update: Oh und natürlich hilft Kernel-TLS mit Offloading auch auf schwachbrüstigen Embedded-SOCs, die auf Kosten- und Stromsparen ausgelegt werden, nicht auf CPU-Power.
In vielen Fällen wussten die gar nichts, und vielleicht war das Ergebnis richtig aber der Weg dahin war Unfug. Manchmal ist da aber auch jemand dabei, der es wirklich die ganze Zeit wusste, und auf den keiner gehört hat, weil alle korrupt oder inkompetent waren oder sowas.
Das ist von außen immer schwer zu beurteilen, insofern muss man bei sowas immer vorsichtig sein. Aber zur Kenntnis nehmen sollte man es trotzdem, denn das ist die eine Gelegenheit zum Lernen, die wir kriegen.
Hier ist so ein Told-you-so zur Frage, wieso die Russen in der Ukraine keinen Durchmarsch hingekriegt haben und so viel ineffektiver als westliche Heere aussehen. Wobei man da auch sehr vorsichtig sein muss, denn westliche Heere sehen ja auch erstmal nur auf dem Papier und der Erwartungshaltung super aus. Wie die sich im Feld schlagen ist nochmal eine ganz andere Frage.
Die inhaltliche Aussage von dem Told-you-so ist jedenfalls, dass die russische Armee offenbar kein Unteroffiziers-System hat wie der Westen. Im Westen hält der Unteroffizier den Laden am Laufen, wenn sich im Feld etwas anders entwickelt als geplant (und kein Plan, wie es so schön heißt, überlebt den ersten Feindkontakt). Die russische Tradition ist anscheinend das Gegenteil. Da bläut man den Einheiten ein, wenn was nicht wie geplant läuft, dass sie das dann nach oben melden und auf Instruktionen warten. Das führt, so der Artikel, zu einer viel geringeren Erfolgsrate bei Partisanen-Hinterhalten und so.
Vielleicht habt ihr jetzt so ein Bild im Kopf wie früher bei Eutelsat oder Astra oder so, dass da ein Satellit strategisch positioniert im geostationären Orbit ist, und der deckt halt die Gegend ab, und wenn die Russen den nicht mögen, dann schicken die ne Rakete hoch und machen den kaputt.
Das ist aber nicht so. Starlink ist nicht geostationär sondern Low Earth Orbit. Da ist nicht ein Satellit über der Ukraine, den man kaputtmachen könnte. Da sind knapp 2500 Satelliten oben, die in Mustern über die Erde fliegen. Bis deine Rakete oben ist, ist der Satellit, der eben noch über der Ukraine war, nicht mehr über der Ukraine.
Dieses Video zeigt die Konstallation ganz eindrucksvoll. Hier kriegt man auch einen Eindruck.
Das hat einige interessante Auswirkungen. Erstens: Ein Satellit hält 3-6 Jahre. Die müssen also pro Jahr 1000 Satelliten launchen. Jedes Jahr. Für immer.
Zweitens: Das Ziel von dem Ding war nicht, den Leuten auf dem Boden gutes Internet zu geben. Das Ziel von dem Ding war, den Amerikanern Space Superiority für die absehbare Zukunft zu garantieren, genau wie GPS zur Steuerung von Raketen, Flugzeugen, Bodentruppen und Drohnen.
SpaceX launcht im Moment so ~50 Satelliten pro Rakete. Das wollen sie noch hochoptimieren auf 100 und mehr. Es ist also deutlich billiger, neue Satelliten hochzuschieben, als welche runterzuholen (dafür bräuchte man ja jeweils eine Rakete pro Satellit), und diese Raketen sind nicht wiederverwendbar. Nehmen wir also mal an, die Russen hätten Technologie, um diese Satelliten einzeln abzuschießen, dann würde sie die ganze Zeit mehr zahlen als die Amis für das Nachschieben von neuen Satelliten zahlen müssten.
Bliebe noch die Option, alle Satelliten auf einmal anzugreifen, vielleicht indem man das Orbit durch Ausbringen von Weltraumschrott oder so unbewohnbar macht. Das beträfe auch viele andere Länder und wäre ein kriegerischer Akt gegen die.
Mit anderen Worten: Starlink ist im Moment de facto unkaputtbar, und zwar nicht nur für die Russen.
Dass die Amis offiziell so tun, als sei das zivile Infrastruktur, ist nur das Sahnehäubchen. Natürlich sind die verschiedenen Militärs in den USA und anderswo Kunden bei Starlink. Aber wenn die den Dienst über Internetgebühren von Zivilisten querfinanziert kriegen, wieso sollten sie das nicht tun?
Update: Wenn du den ganzen Orbit mit Müll füllst, dann kommst du natürlich auch nicht mehr in höhere Orbits, und bemannte Raumfahrt zum Mond oder Mars kannste dann auch knicken.
Aber zwei Sachen haben mich immer gezwickt. Erstens die Idee, dass einfach alles hackbar sein wird, dass niemand ordentliche Architektur für seine Produkte und die Konfiguration hinkriegt, nicht mal die Hersteller. Zweitens die Idee, dass die Menschen einfach ihre Handlungsfreiheit einer KI einem Computer überlassen würden.
Ich dachte mir immer: So naiv kann doch niemand sein! Gut, die erste Hälfte hat sich inzwischen schon im echten Leben bewahrheitet. Doch, wir sind so naiv. Und alles was es brauchte waren schlechte wirtschaftliche Anreize.
Der zweite Teil wird langsam auch wahr. Aktueller Datenpunkt: "KI soll Zukunft der KI voraussagen". Das gibt die Gestaltungshoheit über die Zukunft in die Hände von KI. Gut, das ist im Moment alles noch Bullshit-"KI", die nicht denkt sondern remixt. Aber offensichtlich hält uns dieser Umstand nicht davon ab, Inkompetenz zweiter Ordnung umzusetzen. Nicht nur sind wir nicht in der Lage, ordentliche Software zu schreiben, das soll in Zukunft eine KI machen. Nein. Wir sind auch nicht mehr in der Lage auch nur zu entscheiden, welche Art von Software entwickelt werden soll. Das soll jetzt auch eine KI entscheiden.
Das ist einen Meilenstein in der Infantilisierung und dem Übergang in die freiwillige Unmündigkeit der Menschheit. Die Gegen-Aufklärung.
Stellt sich raus: Nicht DIE waren naiv. ICH war naiv. Da muss man sich ja schon langsam fragen, wozu uns die Evolution eigentlich ein Hirn gegeben hat, wenn wir es nicht nutzen.
Oder vielleicht ist das ja der Kill-Switch der Natur. Wenn es zu wild wird, wenn der Schaden zu hoch wird, dann schaltet sich das Hirn ab und die KI Overlords übernehmen und radieren alles aus.
Dass das nicht mal irgendeine Regierung einfach abdreht, diesen Abmahn-Geldhahn, das verstehe ich echt nicht. Einfacher kann man gar nicht ganze Bevölkerungsschichten vor unnötigem Schaden schützen.
Das war jetzt gefühlt Dutzende von Malen auf Heise und Golem und die zugrundeliegende Entscheidung hatte ich im Blog. Also bitte. Keine Fonts von Google einbetten. Lieber eine lokale Kopie davon machen.
Update: Ich höre gerade, dass es sogar Betrugsmaschen gibt jetzt dazu. Da kommt dann eine Abmahnung rein, und der Briefkopf sieht aus wie von einer echten Kanzlei, aber die Kontonummer geht zu einem Mule mit ähnlichem Namen. Wenn man also eine Abmahnung kriegt, dann nicht einfach die Telefonnummer aus dem Briefkopf anrufen sondern die Kanzlei googeln und dort die Telefonnummer herholen.
Es geht um die Frage, wie man digitales Geld ausrollen kann. Denn digitales Geld hat ja prinzipiell ein Anonymitätsproblem. Der typische Ansatz für digitales Geld ist, dass man Überweisungen betrachtet. Wenn Alice 10€ an Bob geben will, dann füllt Alice einen Überweisungsträger aus und packt eine digitale Signatur drunter.
Bob geht dann mit damit zur Bank (oder zur Blockchain) und kriegt das Geld gutgeschrieben. Das heißt aber, dass Modelle wie bei Bargeld gar nicht gehen, dass z.B. ein Geldschein mehrfach die Hände wechselt, bevor er wieder bei einer Bank eingezahlt wird. Entweder jeder muss immer sofort zur Bank rennen, oder man braucht eine "sonst verklage ich dich"-Identifizierbarkeit und Verfolgbarkeit des Einzahlers. Bei vielen Vorschlägen zu digitalem Geld hat man beides.
Bei Bitcoin hat man keine Anonymisierung aber dafür Pseudonymisierung. Das ist schon mal besser Privatsphäre als volle öffentliche Identifizierbarkeit, aber nicht viel besser.
OK, nehmen wir also mal an, du bist eine Zentralbank, und du willst gerne einen digitalen Euro machen, und du hast endlose Geldwäschebekämpfungsauflagen, und die Leute haben alle Angst davor, dass du dann auf alle ihre Transaktionen gucken kannst. Wie kannst du die beruhigen? Die Idee der EZB sind "Anonymity Vouchers". Ja, richtig gelesen! Da kriegst du einen Gutschein, den klemmst du an deine Transaktion ran, und dann verspricht die EZB, die Transaktion nicht so genau anzugucken. Oder so.
Brillant, sage ich! Wieso sind wir da noch nicht früher drauf gekommen!1!! Nehmen wir mal an, die Voucher sind nicht auf die Person rückverfolgbar, weil das sonst die Anonymität brechen würde. Dann entsteht ja wohl offensichtlich sofort ein Markt, in dem alle ihre Voucher an die Mafia verkaufen.
Aber selbst wenn die Voucher doch identifizierbar sind: Selbstredend würden die Leute die Voucher erstmal für ihre Steuerhinterziehung und Geldwäsche nutzen, ist doch klar. Der Voucher ist also der Indikator dafür, dass die EZB da doch reingucken will. Glaubt denen irgendjemand, dass die dann da nicht reingucken?
Lange hörte ich nicht mehr eine so belämmerte Idee. Die Frage ist: Halten die uns wirklich für so blöde oder sind die wirklich so blöde und meinen das ernst?
Aktuell gibt es mal wieder ein tolles Beispiel. Und zwar hat ja der Bund in seiner unendlichen Weisheit entschieden, dass Ärzte, die schon mit der Fortbildung auf ihrem eigenen Gebiet überfordert sind, jetzt auch Computerspezialisten werden und an eine "Telematik-Infrastruktur" angeschlossen werden sollen.
Idee: Wir digitalisieren das Gesundheitswesen!
Problem: Die Ärzte können das nicht. Die wollen und sollen das auch nicht können. Wenn ich die Wahl habe, ob mein Zahnarzt seine Zeit für Fortbildung in Zahnarzt-Themen oder für Fortbildung in IT-Themen investiert hat, werde ich natürlich immer den Zahnarzt nehmen, der sich in seinem Fach weitergebildet hat. Die ganze Idee ist schon beschissen.
Aber gut. Also wurde eine Firma namens Gematik beauftragt, und da sitzen dann lauter Bürokraten drin, deren einzige Sorge war, am Ende an irgendwas Schuld zu sein. Also haben sie sich für Fundamentalismus entschieden. Aber nicht Fundamentalismus wie "das ist eine grundsätzlich schlechte Idee, das machen wir nicht" sondern Fundamentalismus wie "wir werden da jetzt soviel Compliance-Theater drauf, wie wir nur können".
Das Highlight war vor vielen Jahren, dass die ernsthaft mit "beschlagnahmesicheren Käfigen" geworben haben. Da stehen die Server in den Rechenzentren drin. In Käfigen, damit Behördenwillkür nicht einfach so zum kompletten Datenverlust führt, sondern die sich erstmal durch die Käfige beißen müssen.
Da hätte man auch sagen können: Hervorragender Punkt. Daten so zentral zu sammeln ist eine grundsätzlich beschissene Idee, das machen wir nicht. Irgendein Arschloch wird immer kommen und darauf zugreifen wollen. Irgendein Vorwand wird sich schon finden. Ein Kindermörder soll per DNA-Abgleich identifiziert werden oder sowas. Wer kann da schon nein sagen? Und schon ist das Fluttor offen.
Aber nein, haben sie natürlich nicht gemacht. Dann wären sie ja nicht bezahlt worden. Stattdessen haben sie da beschlagnahmesichere Käfige beworben und Krypto gesprenkelt, und dann meinte jemand: Ja aber können wir denn deren Internet einfach so trauen?! Nein, natürlich nicht! Also geben wir ihnen VPN-Endpunkte. Aber nicht irgendwelche, nei-hein! Wir geben ihnen zertifizierte Bullshit-Theater-Endpunkte!
Wer macht sowas in Deutschland? U.a. Secunet. Sowas wird sonst zum Vernetzen von Botschaften eingesetzt. Daher ist Teil von solchen Geräten, dass sie versuchen sollen, sich Angreifern mit physischem Zugriff zu widersetzen.
Diese Idee gibt es häufiger, aber sie war schon immer Schwachsinn. Mein Lieblingsspruch zu dem Thema ist von Peter Gutmann, der mal meinte: Die einzige tamperproof hardware, die es gibt, ist Voyager 1. Weil die inzwischen ausreichend schwierig physisch zu erreichen ist für Angreifer.
Egal. Gegen Angreifer mit physischem Zugriff kannst du dich nicht sinnvoll wehren. Du kannst sie ärgern und aufhalten, aber wehren geht nicht. Das wussten die Ingenieure natürlich, und sie wussten auch, dass sie hier nicht an einer Atombombe arbeiten, die in Feindeshand fallen könnte und dann nicht explodierfähig sein darf, sondern an einem stinkenden VPN-Tunnel. Also haben die gemacht, was Ingenieure leider immer machen in solchen Fällen: Sie haben Bullshit-Theater gemacht. Sie haben Krypto drübergesprenkelt, damit es sicher riecht. Aber weil das Teil natürlich booten können soll, ohne dass der Arzt einen 128stelligen Code eingibt, liegt der Schlüssel für die Krypto-Simulation daneben. Mit der "Lösung" können alle leben.
Der Chef kann sagen: Wir haben doch Krypto gesprenkelt!
Das BSI zertifiziert das, weil Dateisystem ist verschlüsselt!1!!
Der Kunde kriegt ein Häkchen für seine Checkbox, deren Sinn er eh die ganze Zeit nicht verstanden hat.
Und der Arzt kann das benutzen, ohne irgendwas davon verstanden zu haben, und (hoffentlich) ohne dass das unsicherer ist als es ohne das Theater gewesen wäre.
Aber wenn wir genau hingucken, stellen wir fest, dass wir hier eine Security-Zusage gemacht haben. Von der wir die ganze Zeit wussten, dass sie nicht einhaltbar ist. Eines Tages kommt also ein missratener Teenager und hackt das mit primitivsten Mitteln auf (denn der Schlüssel liegt ja wie gesagt daneben!). So ist das gerade mit den "Konnektoren" in den Arztpraxen geschehen. Abwehren von Angreifern mit physischem Zugriff war die ganze Zeit keine reelle Anforderung, denn wieso würde der Arzt seinen Konnektor hacken oder da Patienten ranlassen?! Und wenn jemand in die Praxis einbricht, dann kann der da das Papier raustragen und muss nichts hacken.
Aber jetzt kommt ein Winkel dazu. Und zwar haben die so viel Bullshit-Security-Theater über das Projekt gesprenkelt, dass "die Hardware veralten" kann. Die veraltet natürlich nicht wirklich, sondern das Bullshit-Theater-Zertifikat läuft aus. Es gibt keinerlei inhaltliche Sachgründe hinter irgendwas davon. Das war von vorne bis hinten Bullshit.
Aber wartet. Der missratene Teenager hat als Demo für seinen Hack gezeigt, dass man damit auch X.509-Zertifikate erneuern kann. Auf den Boxen. In Software. Ja, äh, natürlich kann man das. Wer würde denn Boxen bauen, wo man das nur per Hardwaretausch machen kann? Nun, wie sich rausstellt: Gematik und ihre Zulieferer. Nur waren sie dabei eben inkompetent, weil das eh sinnlose Compliance-Theater-Anforderungen waren, die die Ingenieure also auch nur Compliance-Bullshit-Theater-mäßig "umgesetzt" haben.
Tja und jetzt stehen alle Seiten peinlich berührt in der Gegend rum. Die Hersteller können nicht erklären, wieso man das doch tauschen kann, oder wieso sie das verhindern wollten. Gematik kann nicht erklären, wieso das überhaupt in den Anforderungen landen konnte. Und niemand kann erklären, wieso das eh finanziell kurz vor dem Kollaps stehende Gesundheitssystem jetzt 300 Millionen zahlen sollte, um unnötig Geräte zu tauschen, wenn ein Softwareupdate gereicht hätte.
So hat dann Berichten zufolge einer der Hersteller sich verleugnen lassen und ging nicht mehr ans Telefon und die Gematik findet die eine Äußerung, mit der sie ihren Griff ins Klo noch vertiefen konnten: Ach komm, Atze, lass uns mal trotzdem die Hardware tauschen!1!!
Darf ich nochmal darauf hinweisen, dass nichts davon sachlich oder technisch begründet ist. Das war alles Compliance-Flipper zwischen in Inkompetenz festgekalkten Behörden und Institutionen. Wenn ich mir was wünschen dürfe, würden die alle gefeuert und müssten ihre Gehälter für die letzten Jahre zurückzahlen. Unfassbar.
Update: Bei der Gelegenheit möchte ich auch noch auf den Umstand hinweisen, dass man überhaupt gar keine Konnektoren braucht. Die erfüllen keinen Zweck. Ein VPN macht Transportverschlüsselung und Authentisierung. Die macht beides auch TLS.
Update: Ja aber Fefe, bei der Box kann der Trojaner auf dem Windows-Rechner aber doch die Schlüssel nicht klauen! Das ist doch viel sicherer! Ja, äh, wieso soll der Angreifer denn die Schlüssel haben wollen, wenn die Box ihn auf Zuruf mit der Telematik-Infrastruktur verbindet? Hier wird ein Problem gelöst, das niemand hatte. Mit anderen Worten: Das ist Bullshit-Theater.
New hotness: Nicht mal den Updateprozess kriegt Cisco hin.
Cisco und Exchange ergänzen sich echt prima. Am besten noch eine Lage Citrix drüber. Dann hat man den perfekten ... Industriestandard in Sachen kritischer IT-Infrastruktur.
Um nicht zu sagen überkritischer IT-Infrastruktur. Stehste? Stehste?
Klar übt das auch ein bisschen, wenn ich alte Stories als neu blogge, aber das ist ja nur eine Muskelgruppe im Hirn. Die anderen müssen wir auch trainieren!
Daher muss ich hier zwischendurch auch "CO2 ist gut für Bäume" von Tichy verlinken, und ab und zu vielleicht auch mal Querdenker-Material oder Atomkraftfreunde oder in diesem Fall einen Bericht aus dem Donbass von einer Zeitung, die mal das Zentralorgan der FDJ war.
Eine Sache muss ich aber bei der Gelegenheit zugeben. Es ging mir mit diesem Link nicht bloß um Medienkompetenz. Eigentlich will ich auch Empathie üben.
Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn ihr euch auf die Seite der Ukraine schlagt, und findet, dass diese Gebiete nicht an Russland gehen sollten. Fürs Protokoll: Finde ich auch.
Aber Empathie heißt, dass man sich mal ernsthaft versucht, in die Lage der Leute im Donbass zu versetzen, und sich zu überlegen, ob eine Situation denkbar wäre, in der man für einen Anschluss an Russland stimmen würde. Und zwar mit überwältigender Mehrheit.
Klar gibt es da bestimmt verzerrende Effekt, wie z.B. dass die Pro-Ukraine-Bewohner der Gegend geflohen sein werden. Wer übrig blieb, ist also praktisch per Definition für den Russland-Anschluss. Macht das die Wahl automatisch ungültig? Was können denn die übrigen Leute vor Ort dafür, dass die anderen weg sind? Klar gibt es da einige Warlords, die mitgeholfen haben werden, aber die meisten Leute dort sind einfach Anwohner, die gerne unbeschossen leben wollen. Kindergärtner, Rentner, Bauern, Supermarktkassierer. Die wollen akut nur eine Sache: Dass sie nicht mehr beschossen werden. Und dann dass jemand ihre zerschossene Infrastruktur wieder repariert. Wenn du denen eine Wahlurne hin hältst und sagst: Wählt für Russland, dann machen wir die Straßen und Häuser wieder heile und ihr kommt unter unseren atomaren Abschreckungsschirm! NATÜRLICH stimmen die dann für Russland!
Ja aber wieso nicht für die Ukraine? Die sind doch in erster Linie Bürger der Ukraine? Nun, die haben es seit 2014 mit der Ukraine versucht. Jahrelang.
Ich kann mir jedenfalls sehr gut eine Situation ausmalen vor Ort, bei der ich als Anwohner für Russland stimmen würde, genau wie alle meine Nachbarn. Ohne dass da jemand was betrügen muss.
Ist das jetzt automatisch die Wahrheit, nur weil ich mir das vorstellen kann? Nein, natürlich nicht. Aber es sollte dazu führen, dass ihr euch beide Seiten vorstellen könnt, und euch nicht einfach mit einer Seite gemein macht. Da ist Krieg. Nur weil die "der Feind" sind, haben sie nicht verdient, was mit ihnen geschieht.
Ja aber die Russen haben da doch wie die übelsten Warlords regiert und wollen die Leute jetzt auch noch zum Militärdienst einziehen! Ja. Habe ich auch gelesen.
Wenn du die Wahl zwischen zwei Seiten hast, beide furchtbar, aber die eine beschießt dich, dann machst du mit der anderen einen Pakt. Wenn dich beide Seiten beschießen, dann machst du einen Pakt mit der, bei der es weiter zurückliegt. Die wollen einfach nur überleben, die Leute da. Hört am besten ganz auf, irgendjemanden als "den Feind" zu sehen.
Nur weil ich finde, dass die in der Ukraine bleiben sollten, heißt das nicht, dass sie gegen ihren Willen in der Ukraine bleiben müssen. Die meisten Situationen sind nicht so einfach, wie sie sich beim ersten Blick darstellen.
Ich würde mir wünschen, dass alle versuchen, sich in beide Seiten reinzudenken, und nicht irgendwo aufspringen und dann rituell alles der Gegenseite als Lüge und Propaganda wegwischen, selbst wenn es das im Einzelfall sein mag. Auch Propaganda hat häufig einen wahren Kern, sonst würde sie nicht funktionieren. Propaganda funktioniert häufig durch Weglassen der Fakten, die andere Schlüsse nahelegen würden, nicht durch komplettes Erfinden von Fakten, die die eigene Position stützen. Auch wenn es das auch gibt.
In diesem konkreten Fall könnt ihr euch ja mal folgendes überlegen. Nehmen wir an, ihr wäret ein Journalist, und ihr seid in den Donbass gefahren, und habt dort mit den Leuten geredet, und kriegt die Antworten, die im Artikel sind. Welche Publikation, glaubt ihr, würde euch das abdrucken? Das kann praktisch nur in der Jungen Welt erscheinen, wenn es die Wahrheit wäre. Macht es das zur Wahrheit? Natürlich nicht. Aber eben auch nicht automatisch zur Unwahrheit.
Aber Treuhänderschaft reicht ja nicht. Man braucht ja auch eine neue Quelle für die Rohstoffe.
Da laufen Verhandlungen mit Polen. Und was macht Polen? Eine Sopranos-Nummer vom feinsten!
Schöne Raffinerie haben Sie da! Wäre ja zu schade, wenn die pleite gehen würde, weil sie kein Rohöl zum Raffinieren importiert kriegt? Denken Sie an all die Arbeitsplätze!
Wie? Ja klar können wir das liefern. Aber dann wollen wir den Laden auch komplett übernehmen.
Richtig gelesen. Der polnische Staatskonzern möchte gerne die Raffinerie haben, ansonsten lässt Polen den Laden absichtlich pleite gehen. (Danke, Jörg)
Sie sagen, dass Putins Einstellen der Gaslieferungen über Nord Stream 1 sein "all in"-Moment war in Pokersprache. Da hat er alles gesetzt, was er hatte. Weitere Eskalationen gehen nicht mehr. Der Gaspreis ist explodiert, aber er ist auch schnell wieder runtergegangen.
On Friday, wholesale gas traded at roughly 185 euros—about the same in dollars—a megawatt-hour. That is almost three times as high as a year ago, and more than double the level at the start of June, when Moscow began to throttle supplies through Nord Stream. Still, it is down more than 45% from the record closing high on Aug. 26 and back to levels from late July.Da geht noch was, aber die Richtung ist halt nicht mehr zur Apokalypse sondern zur (vergleichsweise) Entspannung.Außerdem argumentieren sie, dass die letzten Nachrichten von ukrainischen Rückeroberungen den EU-Staatschefs die Option genommen haben, gegenüber Putin einzuknicken.
Der Strompreis ist auch massiv nach oben gegangen, aber inzwischen auch wieder auf gut die Hälfte seines Spitzenpreises runter, schreiben sie.
Nicht nur hat Putin alle seine Chips gesetzt, es scheint nicht zu reichen, argumentieren sie:
Simon Quijano-Evans, chief economist at Gemcorp Capital LLC, a London-based investment fund, said that even with a complete stop to Russian supplies—Russia has continued to export about 80 million cubic meters a day to the EU through Ukraine and the TurkStream pipeline since it shut down Nord Stream—the EU would probably have enough gas for the winter. “It’s going to be a challenge and weather-dependent, but it is absolutely doable,” he said.Das ist natürlich mit harten Einschränkungen erkauft, wie der Abschaltung von besonders energiehungrigen Produktionswerken. Ist alles schlimm, aber nicht schlimm genug für Aufstände, sagen sie.With the EU and national governments such as the U.K. taking action to soften the blow to consumers and businesses, “I don’t see the kind of social unrest that will force governments to give in to Putin,” said Stefano Stefanini, a former Italian diplomat and foreign-policy adviser to former President Giorgio Napolitano.Insgesamt glauben sie also, dass Putin sich verzockt hat und Russland ab jetzt nur noch an Einfluss und Bedeutung verlieren kann, je länger der Scheiß andauert.
Das kann ja wohl nicht wahr sein, dass da bisher noch keiner eine Lösung gefunden hat? Ich sehe überall nur Händeringen! Was sind denn die Optionen?
Offensich: Man könnte den Leuten mehr Geld geben. Das könnte man per Übergewinnsteuer von den Energieversorgern kassieren.
Aber was könnte man denn sonst machen, um die Bäcker unabhängiger von den Energiekosten zu machen? Wieviel Energie braucht denn so eine industrielle Großbäckerei? Ich nehme an, dass das effizienter ist, wenn man ganz viel Brot auf einmal backt, als wenn jeder einen kleinen Ofen betreibt. Stimmt das?
Könnte man soviel Energie regenerativ selbst und in Batterien zwischenspeichern?
Also rein technisch jetzt. Ist mir klar, dass das ein Investment ist, und dass man das nicht von heut auf morgen gestemmt bekäme. Ich frage mich jetzt, wie wir das langfristig angehen. Ich weiß auch, dass das nichts gegen die hohen Einkaufspreise für Getreide ausrichtet. Ein Problem zur Zeit.
Oder wie ist das, mal ganz blöde gefragt, kann man "per Fernwärme" backen? Oder einfach in der Nähe des Kraftwerks, wo höhere Abwärme anfällt?
Oder könnte man das so machen, dass die Bäckerei Großkundentarife kriegt, die vom aktuellen Börsenpreis abhängen? So ein Bäcker backt ja früh am morgen, d.h. nachts, da ist der Strompreis an der Börse sehr viel günstiger, manchmal sogar Nulltarif, wenn es schön windig ist.
Kennt sich von euch jemand aus und kann da mal die Optionen beleuchten und bewerten? Ich kann nicht glauben, dass das ernsthaft so ein krasses Problem ist, wie es sich in der Debatte gerade anhört.
Sogar mal ganz abgesehen von den technischen Optionen könnte man auch einfach so eine Regelung wie bei der Mehrwertsteuer machen. Hohe Mehrwertsteuer auf Luxusgüter, niedrige Mehrwertsteuer auf Lebensmittel. Das könnte man ja auch über die Energiepreise durchziehen. Wer Grundnahrungsmittel und Klopapier und so herstellt, der kriegt billige Energiepreise. Von mir aus kontingentiert man das, damit die Leute nicht verschwenderisch damit umgehen, weil es wieder billig ist.
Update: Hier gehen die ersten sachdienlichen Hinweise ein. Hier ein Video von 2014 über eine Bäckerei, die auf Erneuerbare umgestellt hat. Hier ein Bericht von 2021 über einen Bäcker, der mit Solarenergie backt. In Brandenburg gibt es ein ganzes energietechnisch autarkes Dorf.
Nun, das haben auch unsere Polizisten gesehen. Und sie haben sich gedacht: Halt mal kurz mein Bier, das kann ich auch!1!!
Nach Auszählung fast aller Stimmen kommt der Vier-Parteien-Block von Kristersson einschließlich der Schwedendemokraten auf 176 Mandate, Anderssons Lager auf 173.Andersson ist die bisherige Regierungschefin, eine Sozialdemokratin. Die hat Mittwoch ihren Rücktritt erklärt angesichts des Wahlergebnisses.
Vier-Parteien-Block klingt ja schon nicht praxistauglich, und der Eindruck verstärkt sich noch, wenn man bedenkt, dass da die Schwedendemokraten eine der vier Parteien sind. Das ist deren AfD, die Rechtspopulisten. Slogan: Sverige Först. Schweden zuerst.
Ohne die können die Rechten keine Mehrheit vorweisen, d.h. die können jetzt im Wesentlichen die Politik diktieren.
Wie konnte das passieren? Nun, in Schweden gibt es ein Bandenkriminalitätsproblem. Wenn man die Rechten-Rhetorik auf Facebook glaubt, sind das vor allem ausländische Banden und die Linken tun nichts dagegen, weil sie fürchten, dass das rassistisch sei, wenn man gegen eh benachteiligte Ausländer noch Maßnahmen einleitet, nur weil sie ein bisschen kriminell sind.
Dieses Narrativ haben die Rechten zur Wahl unter ihren Wählern etabliert gekriegt. Damit haben sie über 20% der Stimmen geholt. Über 20%!
Für uns ist das relevant, weil die Strategie der Sozialdemokraten möglicherweise bekannt vorkommt:
Sie machte aber klar, was sie davon hält, dass der Moderate mit den Rechtspopulisten zusammenarbeiten will: nichts. Sie nahm Kristerssons Partei, Christdemokraten und Liberale in die Pflicht, sich von allen Versuchen abzugrenzen, Hass, Drohungen und Gewalt zu entschuldigen oder gar anzufachen.Wir haben Glück, dass die AfD so offen inkompetent ist, denn an den Gegenstrategien der anderen Parteien liegt das sicher nicht, dass die "nur" bei 13% liegen im Moment in der Sonntagsfrage.
Denn sie wissen, dass die westliche Wirtschaft von TSCM abhängig ist, und daher Taiwan verteidigen wird.
In diesem Kontext interessant ist diese frische Meldung, dass Taiwans Präsidentin die USA besucht hat, und dort meinte, man freue sich darauf, in den USA "Demokratie-Chips" zu fertigen.
Und plötzlich ergibt der Pelosi-Besuch neulich Sinn. Pelosi kriegt eine Liberty Freedom Democracy Photo Op, China macht fette Militärmanöver, Taiwan kriegt kalte Füße und ändert ihre Policy.
Nur wird das nicht so geplant gewesen sein, dass die Fabrik dann in Arizona entsteht, die haben schließlich Republicans gewählt und Pelosi ist Democrat.
Update: Oh ach und gucke mal, gleich ein ganz neues Selbstbewusstsein gegenüber China!
Das kann man auch in Deutschland verschreiben, aber das tun Ärzte so gut wie nie. Daher will Lauterbach jetzt nachhelfen.
Allerdings gibt es eine aktuelle Studie, die in der Altersgruppe 40-65 keine Wirkung nachweisen konnte, nur bei Älteren.
Eigentlich gibt es zwischen Russland und USA einen Vertrag, dass die sich gegenseitig Nuklearinspektoren schicken können, die die jeweiligen Atomarsenale (ja, die Waffen, nicht nur die Kraftwerke!) inspizieren können. So soll verhindert werden, dass eine Seite unilateral aufrüstet, insbesondere weil sie dachten, die andere Seite hat insgeheim aufgerüstet, wenn das gar nicht der Fall ist.
Die Russen lassen jetzt die amerikanischen Inspektoren nicht mehr rein, weil sie umgekehrt in den USA auch nicht mehr reinkommen, sagen sie. Wegen der Sanktionen und Visabeschränkungen seien die russischen Inspektoren gerade praktisch ausgesperrt.
Ohne da jetzt irgendwelche Einblicke zu haben: Glaube ich nicht. Ich traue den Amis ja viel zu, aber dass sie so eklatant den Start-Vertrag brechen? Das traue ich denen nicht zu.
Die Amerikaner haben ja auch in New York den Sitz der Vereinten Nationen und da reisen regelmäßig Leute hin, die in den USA eigentlich unerwünscht sind. Und dort geht es ja um vergleichsweise weniger.
Da will ich gerne mal Beweise sehen, dass die USA wirklich russische Atominspektoren nicht reingelassen haben.
Update: Ein Leser weist darauf hin, dass die Amis durchaus schon UN-Besuchern das Einreisevisum verweigert haben. Zum Reinlassen von einfachen Besuchern (auch wenn sie von Teilnehmer-Staaten entsendet wurden) sind sie m.W. auch nicht verpflichtet. Als Hugo Chavez eine Rede halten wollte, haben sie ihn reingelassen, aber seine Security-Leute haben kein Visum gekriegt. :-)
Update: Wobei es auch mindestens einen Fall gab, wo ein Botschafter nicht reingelassen wurde.
Inzwischen ist das Post- und Bankfilialensterben soweit fortgeschritten, dass man im Grunde von einer abgeschlossenen Bargeldabschaffung reden kann. Bei mir in der direkten Umgebung haben zwei Post- und fünf Bankfilialen zugemacht, bei denen ich früher gebührenfrei Geld am Automaten ziehen konnte.
Nach ca. zwei Stunden Fußweg hab ich dann am Ende doch noch eine Postbankfiliale gefunden, und die hatte noch einen (EINEN!) Automaten offen. Drei weitere Automaten dort, aber keiner davon konnte abheben.
An dem einen Automaten versuchte gerade eine Ukrainerin Geld abzuheben und bat mich dann um Hilfe, als das scheiterte. Die hatte ein Postbankkonto eröffnet und eine Karte und eine Pin zugeschickt gekriegt. Aber die Pin war die Online-Pin, nicht die Karten-Pin. Mit der kam sie nicht weit. Alles Papier der Postbank war ... auf Deutsch. Ich bin erstaunt, dass sie überhaupt so weit gekommen ist, ehrlich gesagt.
Aber da siehst du mal wieder, was für eine Servicewüste Deutschland ist. Dabei ginge es doch! Guckt nur, wie in kürzester Zeit überall Covid-Testcenter aus dem Boden sprossen. Und jetzt gibt es in Imbissen und Spätis so unseriöse Geldautomaten, die schon voll unsicher aussehen, von keiner namhaften Bank betrieben werden, und wenn du deine Karte reinsteckst, dann wollen die erst die Pin haben, bevor sie dir sagen, wieviel Gebühren das kosten wird. Was für eine bodenlose Frechheit.
Wisst ihr, was ich mich heute gefragt habe? Wieso nicht an jeder Packstation per Gesetz ein Geldautomat zu sein hat. Die Packstationen belästigen einen gerade auf jedem zweiten Supermarktparkplatz und auch in dieser Postfiliale heute stand eine Packstation, wahrscheinlich da wo früher weitere Geldautomaten standen.
Update: Ein Leser berichtet aus Finnland:
habe 2010 in Finnland gelebt, dort war dein bester Freund der OTTO, wenn du Geld brauchtest. Das ist eine staatliche Infrastruktur an Geldautomaten, da konntest du kostenlos abheben, egal bei welcher Bank du bist, auch ich als Kunde einer deutschen Bank. Da habe ich erst verstanden, was für ein irrsinniges System das in Deutschland ist, dass jede Bank ihre eigenen Automaten aufstellt und Gebühren für Kunden anderer Banken verlangt. Bestärkt mich in der Meinung, der Staat muss für Infrastruktur und Standards sorgen, die freie Wirtschaft ist nicht imstande sinnvolle Lösungen zu entwickeln.
Heute habe ich auch keinen kostenlosen Automaten mehr in der Nähe und hebe öfter beim Einkaufen an der Supermarktkasse ab, das geht inzwischen fast überall... was natürlich aus naheliegenden Gründen auch nicht optimal ist.
Update: Mehrere Leser empfehlen ein Konto bei der DKB, oder dass ich beim Supermarkt an der Kasse abhebe (wohl ab einem Mindestkaufwert von 5 oder 10 Euro oder so).
Andere Leser meinen, dass offenbar in Deutschland ca pro Tag ein Geldautomat gesprengt wird. In NRW wohl deutlich häufiger als in Berlin.
Ach soooo! Deshalb war Lindner auch gegen eine Verlängerung des 9€-Tickets! Der wollte nicht vom gemeinen Pöbel belästigt werden!
Außerdem: Irgendwer muss ja die Zeche zahlen, wenn jetzt auch noch Uniper einen Milliardenbailout kriegt.
Bei Uniper würde ich ja gerne mal hören, wo das ganze Geld hin ist. Firmen wie Uniper haben ja das billige russische Gas nicht etwa in die Speicher gefüllt, wo wir es so ungefähr jetzt gebraucht hätten, sondern sie haben es auf dem Spotmarkt weiterverhökert. Das muss bei denen unfassbare Geldberge an Land gespült haben. Wie schafft so eine Firma das jetzt pleite zu sein? Das geht doch rein mathematisch gar nicht! (Danke, Martin)
Hier könnte die Auflösung sein: Der Westen hört auf, deren Gülen-Verschwörung-Narrativ im Weg zu stehen.
Ich hab neulich bei der Bundeswehrwerbung "WOULD YOU LIKE TO KNOW MORE?" drangeschrieben, das kommt aus dem Film.
Der ist damals gewaltig gefloppt. Die Kritiker haben ihn in der Luft zerrissen. Die haben nicht gemerkt, dass das Satire ist.
Das ist einer von diesen Filmen, die man mehrfach gucken muss, bevor man alles mitkriegt.
Wenn ihr den also noch gar nicht geguckt habt, oder nur einmal als ihr jung wart, und ihn da grottenschlecht fandet, weil es so plumper Hurra-Militärpatriotismus ist und die Protagonisten alle auf Telenovela-Niveau herumholzen, dann solltet ihr dem Film vielleicht nochmal eine Chance geben.
Beim Blättern auf IMDB und Wikipedia habe ich kürzlich erst erfahren, dass Paul Verhoeven noch jüngere Infanteristen haben wollte. Er fand, dass im Krieg Kindersoldaten sterben, nicht Erwachsene. Das Studio ließ ihn nicht.
In Deutschland war die Synchronisation sinnentstellend. Guckt das also lieber im Original.
Die Jugendschützer in Deutschland haben das auch nicht verstanden, dass es sich um Satire handelt, und haben den Film indiziert. 2017 wurde er dann ungeschnitten ab 16 freigegeben.
Achtung: Die haben da noch mehrere Sequels gemacht, und eine Fernsehserie. Ich rede hier von dem ursprünglichen Film, ohne Sequel-Nummer dran.
Die schönste Laudatio fand ich die von Bassem Youssef, aber noch schöner als die Laudatio sind die ganzen Youtube-Kommentare darunter, wo Leute aus aller Herren Länder erzählen, wie die Daily Show sie dazu gebracht hat, Politik als interessant wahrzunehmen. Ich glaube, dass das auch in Deutschland ein sehr wichtiger Katalysator war.
Aber haltet Taschentücher bereit, wenn ihr die Kommentare lest.
Bei der Gelegenheit habe ich mal versucht, neben der Tastatur weitere Bedienoptionen zu ermöglichen. Man kann jetzt mit dem Mausrad navigieren, und auf einem Smartphone kann man wischen. Leider beißen sich diese beiden, so dass man auf auf einem Touchpad unter Windows sehr erratische Navigation kriegt. Ich weiß im Moment nicht, wie ich das reparieren kann. Dieses Javascript ist eine stinkende Eiterbeule, sage ich euch.
Aber egal. Dafür hab ich jetzt eingebaut, dass auch ein Klick in die linke oder rechte Hälfte navigiert. Das geht auch auf einem Touchpad unter Windows. Ich bevorzuge und empfehle aber immer noch die Tastatur.
Erste Erkenntnis aus den anderen Vorträgen heute: Blockchain ist noch nicht ganz tot. Da fantasieren immer noch welche von Self-Sovereign-IDs herum. Anscheinend haben sie in Italien Flüchtlingen SSI-"Zertifikate" in die Hand gedrückt, mit denen denen dann in Deutschand Hochschulen Dinge anerkannt haben. Nichts davon benötigt eine Blockchain, aber das Memo haben die noch nicht gekriegt.
Dann gab es da noch einen Vortrag von Microsoft über das "Sovereign Cloud"-Projekt. Da geht es um Digitale Souveränität, was eigentlich meint, dass Deutschland in der IT autarke Handlungsfähigkeit erreichen bzw. bewahren muss. Der Zug ist natürlich schon abgefahren. Unsere Computer und alle Teile darin kommen aus China oder Taiwan. Die Software darauf kommt aus den USA. Dass ausgerechnet Microsoft mit unseren Behörden ein Projekt zur digitalen Souveränität macht, ist also schon inhärent ein Treppenwitz eigentlich. Aber wartet.
Der Mann erzählte dann da, was sie alles nachentwickeln mussten, um das zum Laufen zu kriegen. Unfassbar viele Manntage Aufwand, erzählte der. Was das gekostet hat! Jahre haben wir da schon investiert!! Ja was haben sie denn da so teuer nachentwickelt, fragt ihr euch jetzt vielleicht? Nun, ... Lizenzserver. Damit man das Office 365 in der "souveränen" Cloud ordentlich lizenzieren kann. Warum können die sich nicht ganz normal ihre Lizenzen holen? Na weil die Cloud nicht am Internet hängen soll.
Warte, was? Ja! Das BSI fand, die Cloud sei nur dann sicher, wenn keiner mit der reden kann. smart.gif!
Ja aber liebes BSI, eure Compliance-Bullshit-Checklisten fordern doch Aktualisierungen für Windows und für Schlangenöl und so?!
Ja, dafür haben wir eine digitale Laderampe vorgesehen, mit einer Datendiode.
Das musste er dann gar nicht mehr erklären, dass diese brillante Idee auf das BSI zurückging.
Ich weiß gar nicht, welchen Teil davon ich am absurdesten finden soll.
Jetzt fragt ihr euch vielleicht, wieso die souveräne Cloud so viel Hardware-Skalierbarkeit brauchen soll, dass man Cloud-Kram überhaupt braucht. Gut, dass ihr aufgepasst habt und das fragt! Antwort: Mit der Rechenleistung kann man dann prima für SSI eine Blockchain fahren. Erzählte stolz der Microsoft-Beauftrage.
m(
Update: Der Begriff "Datendiode" kommt von Genua. Das BSI betreibt hier also Klientelpolitik / Wirtschaftsförderung für Genua.
Update: Oh ach gucke mal, stimmt gar nicht, auch secunet hat eine "Datendiode".
Ich wundere mich bei Fraunhofer ja immer. Bei mp3 hatte ich den Eindruck, dass die schon Wert auf ihren guten Namen legen, aber praktisch alle anderen Dinge aus deren Richtung fallen nur als unseriös bis selbstzerstörerisch auf.
"Die Blockchain bildet das Betriebssystem für das Metaversum/Web3 und ermöglicht es, Brücken zu bauen, zwischen der realen und der virtuellen Welt", erklärt Prof. Dr. Wolfgang Prinz, stellvertretender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für angewandte Informationstechnik FIT.Die Blockchain ist kein Betriebssystem sondern ein Speicher. Und eines der fundamentalen Probleme der Blockchain ist gerade, dass es eben keine Brücken zur realen Welt hat, was zum sogenannten Oracle Problem führt, der Achillesferse von Smart Contracts.
Mit diesem Statement alleine hat sich dieser Prof so derartig ins Abseits geschossen, dass ich mich wirklich fragen muss, ob es da draußen auch seriöse Fraunhofer-Institute gibt, oder ob die alle nur so schnelle Auf-Hype-Aufspringer sind.
Zukünftige Themen in der Blockchain seien etwa digitale Identitäten oder die Nachweisbarkeit von Lieferketten und damit verbundene unfälschbare Daten über ein Produkt. Blockchain-Projekte würden stärker auf Unternehmensanwendungen ausgerichtet – Papiere, für die eine notarielle Beurkundung zu teuer ist, Zertifikate, Audit-Logs oder sonstige Nachweise.Gerade dafür eignet sich die Blockchain überhaupt nicht, wie ich in meinem Vortrag auch in aller Ruhe ausgeführt habe. Wenn der Prof DAS Memo noch nicht gekriegt hat, dann wundere ich mich, wieso Heise dem überhaupt ein Mikrofon hinhält.
Zum Stromverbrauch sagt er:
Prof. Dr. Wolfgang Prinz gibt zu bedenken: "Die Plattform muss wie ein weltweites Rechenzentrum verstanden werden. Wenn man herunterbricht, welche anderen Transaktionen parallel noch erfolgen, kommt man auf andere Werte. Ein Fortschritt ist durch andere Verfahren zu verzeichnen, die den Stromverbrauch reduzieren."Was für Transaktionen erfolgen denn da noch parallel, Herr Professor? Und wieso kommt man da auf andere Werte? Und auf welche Werte kommt man da? Wat?!
Der Satz am Ende meint wahrscheinlich Proof of Stake. Das hatte ich in meinem Vortrag ja auch erklärt, wieso das schlecht ist.
Prof. Dr. Wolfgang Prinz sagt: "NFTs sind einmalige digitale Fingerabdrücke eines Bildes, die einem Besitzer zugewiesen werden.Nee. Sind es halt nicht. Weder einmalig noch Fingerabdrücke noch einem Besitzer zugewiesen. Wie auch. Die Blockchain kennt keine Menschen. Das ist einem geheimen Schlüssel zugewiesen, und den hat dann jemand.
"Die Diskussion um das Metaversum/Web3, sollte nicht als Spinnerei abgetan werden – es wird kommen, der Zeitpunkt ist jedoch noch offen", sagt Prof. Dr. Wolfgang Prinz. Das Metaversum/Web3 sei nicht die Weiterentwicklung der Blockchain, sondern verknüpfe Technologien wie Blockchain, NFTs, Augmented Reality, Kryptowährung und Netzwerktechnologien miteinander.Das ist nicht nur EIN Hype! Da kann man gleich mehrere Fraunhofer-Institute zu gründen!!1!
PAC ist ein ARM-Feature und steht für Pointer Authentication Code.
Das Grundproblem ist, dass viele Exploits darauf basieren, einen Pointer zu überschreiben. Bei einem traditionellen Buffer Overflow auf dem Stack übernagelt man die Rücksprungadresse, die auch auf dem Stack liegt. Bei Heap-Overflows übernagelt man Zeiger in den Metadaten des Heapmanagers. Viele Kernel-Exploits basieren darauf, dass man dem Kernel einen Zeiger aus dem Userspace überhilft, wo der einen Kernel-Mode-Zeiger erwartet hat.
In der Intel-Welt sind die Gegenmaßnahmen ASLR (jeder Prozess landet an einer anderen virtuellen Adresse, damit der Angreifer die nicht vorhersagen kann und keinen funktionierenden Zeiger produziert kriegt) und dass man per CPU-Flag einschalten kann, dass User-Mode-Zeiger im Kernel generell beim Zugriff einen Fehler werfen.
In der ARM-Welt gibt es ein anderes Konzept, dass das Problem beheben soll, nämlich nutzt man "ungenutzte Bits" in Zeigern dafür, da eine Krypto-Checksumme unterzubringen. Nun sind Krypto-Checksummen normalerweise viel größer als man freie Bits in Zeigern hat, daher war meine erste Reaktion auf die Idee auch eher ablehnend, aber je mehr ich darüber nachgedacht habe, desto besser gefiel mir das. Bei ASLR hat man ja auch nicht mehr freie Bits in den Zeigern.
Es gibt zwei neue CPU-Instruktionen. Eine macht aus einem gültigen Zeiger einen "signierten", der dann nicht mehr dereferenziert werden kann. Dafür verwendet sie den Wert des Zeigers, ein Geheimnis, das vom Kernel in ein Spezialregister geladen wird dafür, und der pro Prozess anders ist, und einen dritten Wert, z.B. den aktuellen Stack Pointer. Dann gibt es eine Instruktion in die Gegenrichtung, die einen Zeiger in eine dereferenziere Form wandelt und eine Exception wirft, wenn die Signatur ungültig war.
Es gibt davon auch noch mehrere Formen für verschiedene Zeigerarten, damit man nicht einen gültigen Datenzeiger über eine Rücksprungadresse nageln kann.
Das ist jedenfalls eine eigentlich ziemlich schlaue Angelegenheit, die nur einen echten Nachteil hat: Man muss seinen Code dafür kompilieren, dass er das nutzt. Die Intel-Gegenmaßnahmen funktionieren auch ohne Neukompilieren der Programme.
Dieser PACMAN-Angriff hier behauptet, sie könnten das Geheimnis über spekulative execution herausfinden und "von außen" gültig signierte Zeiger erzeugen. Das wäre schon ziemlich doof, wenn das ginge.
Die Behauptung, als sei das M1-spezifisch, stimmt aber nicht. Das ist ein ARM-Feature, kein M1-Feature. Der Einschätzung, dass das "unpatchbar" ist, würde ich mich anschließen.
Erstens: Zu Zero Trust kam bisher nur eine Zuschrift dazu rein, wieso das eingeführt wurde. Der Rest heulte über die Auswirkungen verkackter Einführungen. Ich deute das so, dass niemand wirklich weiß, wieso das angeschafft wurde. Es wird angeschafft, weil der Buddy auf dem Golfplatz von der anderen Firma fragte, ob wir das schon haben, und wir haben es noch nicht, also brauchen wir es jetzt.
Zweitens: Zu dem Krypto-Vortrag. Ich habe eine Tonne Feedback dazu gekriegt. Der Vortrag hat inzwischen über 50k Views. Das Ding hatte deutlich mehr Impact als ich vorher gedacht hätte. Bei so viel Konsumenten nahm ich an, dass ich dann auch gutes Feedback [Anm.: im Sinne von: Hilft mir was, erweitert meinen Horizont, kann ich was von lernen! Nicht im Sinne von positives Feedback] kriegen würde. Dass mir Leute Dinge erzählen würden, die ich vorher nicht wusste, oder die wenigstens meine Bewertung erschüttern und meiner Perspektive erweitern.
Stattdessen kam da ein Kübel Gülle von irgendwelchen strunzdämlichen Opfern, die ihre kognitive Dissonanz an mir abzuarbeiten versuchten. Die lächerlichsten Argumente hatte ich ja schon im Blog.
Aber es gab auch zwei-drei inhaltliche Kritikpunkte, die ich hier mal aufarbeiten möchte.
Kritikpunkt 1: Der Fefe hat gesagt, die Blockchain passt nicht auf handelsübliche Festplatten. Leute, der Vortrag ging an Wirtschaftler. Ich habe nicht gesagt, man könne keine Festplatten kaufen, auf die das passt. Die Terminologie richtete sich am Publikum aus. Passt die Blockchain auf dein Smartphone? Nein. Passt die Blockchain auf dein Lifestyle-Notebook? Nein! Mein Reisenotebook hat 256 GB Storage. Ein neues Macbook Air hat 256 GB. Kann man das upgraden? Ne externe Platte anschließen? Klar kann man. Das war ja auch nicht meine Behauptung, dass man das nicht kann. Sorry, aber der Kritikpunkt ist unseriöse Wortklauberei. Die Blockchain ist unhandlich verglichen mit konkurrierenden Zahlungssystemen. Auf eurer Bankkarte ist auch Storage drauf. Ein paar Kilobytes. Das reicht dort.
Kritikpunkt 2: Der Fefe hat gesagt, Blockchain sei zentralisiert und verteilt, aber wir sagen doch immer, das sei dezentral. Leute, ihr sagt auch seit Jahren, Blockchain sei eine Währung (sind per Definition vom Staat oder einem Staatenverbund; das Wort kommt von Gewähr. Die Gewähr, dass du damit auch zahlen kannst, wird vom Staat gesetzlich garantiert) oder Blockchain sei Geld (Geld ist eine Repräsentation für Wert, die man tauschen kann; Bitcoin ist kein Geld sondern eine Buchhaltung. Die Tokens funktionieren ohne die Buchhaltung nicht. Damit ist es kein Geld.) Nur weil uninformierte Schlangenölverkäufer Dinge behaupten, heißt das nicht, dass das stimmt.
Das Telefonnetz ist dezentral. Wenn ich aus Berlin meinen Kumpel in Paris anrufe, dann sieht das die Telco in Guatemala nicht. Die New York Times ist zentral aber verteilt. Die haben ganz viele Kopien der Ausgabe, aber da steht überall dasselbe drin. Du kannst überall auf der Welt in eine Ausgabe gucken und sehen, was das 3. Wort auf Seite 5 ist. Der zentrale Verlag bestimmt zentral, was da steht. Twitter ist zentralisiert. Es gibt eine zentrale Datenbank, wo alles drinsteht. Die Blockchain ist zentralisiert. Es gibt einen zentralen Punkt, wo man alle Transaktionen sehen kann. Der ist außerdem auch noch verteilt, aber das ändert nichts daran, dass es ein zentraler Punkt ist.
Das sind die Begriffe. Wenn ihr damit überfordert seit, wohldefinierte Fachbegriffe korrekt anzuwenden, wieso redet ihr dann mit mir über die Fachbegriffe?
Kritikpunkt 3: Lightning. Fefe hat gesagt, in Lightning müssen beide Seiten Geld in Escrow tun, aber das Protokoll erlaubt auch unidirektionale Kanäle. Mag sein, dass das Protokoll das erlaubt, aber das ist offensichtlich nicht wofür Lightning gedacht ist. Die Idee bei Lightning ist, dass man einmal ein Netz aus Kanälen in der Blockchain von Bitcoin etabliert, und die laufen dann ewig weiter, weil man Zahlungen in die eine Richtung mit Zahlungen in die andere Richtung verrechnen kann. Im Übrigen könnt ihr ja mal als Hausaufgabe in das Paper zu Lightning gucken (ja, es gibt da "das Paper". Wenn ihr das nicht wusstet, wieso belästigt ihr mich dann mit eurer Meinung zu Lightning?!), und dann zählt ihr mal wie häufig bidirectional vorkommt, und wie häufig unidirectional vorkommt.
Tja, und so bleiben die Dinge, wie sie auch vor meinem Vortrag waren. Enttäuschend.
Rückblickend würde ich an dem Vortrag nur eine Sache ändern: Ich würde mehr zu Lightning sagen. Meine Einschätzung der Lage vorher war, dass das ein experimentelles Spielzeug-Gebastel ist im Moment, wo Hobbyisten sich lustige Raspberrys auf den Fernseher legen, und Test-Transaktionen rumschicken. In der Informatik gibt es eine Weisheit, die von euch vielleicht nicht alle gehört haben. Jede zusätzliche Größenordnung macht daraus ein völlig neues Problem. Wenn du ein Programm hast, das 1000 Anfragen pro Minute machen kann, und du willst 10000 Anfragen pro Minute haben, und das Programm war noch nicht darauf ausgelegt, dann wirst du da nicht ein paar Schrauben drehen sondern du wirst wahrscheinlich einen gänzlich neuen Ansatz brauchen. Weil das eben mit so viel mehr Anforderungen ein völlig neues Problem ist. Wenn ihr mir also schreibt, Lightning sei ja bereits im Produktiveinsatz und habe bereits bewiesen, dass es funktioniert, dann kann ich euch nur heiser ins Gesicht lachen.
Meine Einschätzung zu Lightning hat sich nicht geändert, aber mein Bild davon, was aus Sicht der Bitcoiner der Stellenwert von Lightning ist, hat sich geändert. Praktisch alle Kritiken zum Bitcoin-Teil lassen sich praktisch ausschließlich mit "aber aber aber Lightning!!1!" zusammenfassen. Mein Eindruck jetzt ist, dass die Bitcoiner Bitcoin aufgegeben haben und sich alle an Lightning als Fanal der Hoffnung klammern. Lightning ist der Angriff Steiner, mit dem das alles in Ordnung kommen wird.
Gut, die Zeit hätte ich nicht gehabt, aber wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, und das vorher gewusst hätte, hätte ich mehr zu Lightning gesagt. Denn da gibt es noch eine Menge zu sagen. Zum Beispiel hätte ich ausführen können, wieso ich die Annahme, dass sich das alles in dem Netz ausgleichen lässt, für fahrlässig und falsch halte, und wieso der Versuch zu unvorhergesehenen Effekten führen wird wie dass Gehaltszahler für das Netz so wichtig sein werden (als Ausgleich für die ganzen Transaktionen in die Gegenrichtung), dass sie vom Netz Gebühren nehmen können statt andersherum.
Psychologisch am krassesten finde ich aber, wie leicht es ist, Leute zu verarschen. Hier eine typische Konversation:
A: Lightning-Nodes sind doch Banken! Banken sind unmoralisch und verwerflich und fiese Abzocker. Die wollten wir doch gerade weg haben!
B: Ja schon aber du kannst deine eigene Bank sein! Du kannst auf die Seite der Abzocker wechseln!
A: (hat Dollar-Zeichen in den Augen, vergisst seine moralischen Einwände)
Update: Man kann im Lightning auch Kanäle bidirektional betreiben, wenn nur eine Seite Escrow hinterlegt hat. Das ist hier glaube ich das Kern-Missverständnis. Wenn ich einen 1000€-Kanal "unidirektional" zum Rewe aufmache, und dann 100€ zahle, dann kann Rewe mir bis zu 100€ zurückschicken, und wir reduzieren dann einfach den Kontostand zwischen uns im Kanal entsprechend. Rewe kann dann aber halt nur soviel mit mir verrechnen, wie ich bereits an sie gezahlt habe. Insofern geht das schon mit Escrow nur in eine Richtung, aber ergibt halt nicht viel Sinn für mich, denn ich bin ja die 1000€ erstmal los, die ich vorstrecken musste. Das ist wie eine Mietkaution. Die ist dann nicht verfügbar, bis ich ausziehe. Hat von euch schonmal jemand morgens nach dem Aufstehen gedacht: Hey, ich pack jetzt mal 1000€ wohin, wo ich nicht mehr rankomme! Damit ich Liquidität in einem abstrakten Netz schaffe, und vielleicht in Zukunft Gebühren kassieren kann? Oder vielleicht kassiert auch jemand von mir Gebühren, weil ich nur mit deren Zahlung in die Gegenrichtung meinen Kanal wieder balanciert kriege und sonst Bitcoin-Gebühren zahlen muss?
Könnt ihr euch ja von mir aus einreden, ihr privilegierten, satten Einwohner einer westlichen Industrienation, die Spielgeld rumliegen haben, das sie für nichts akut brauchen. Überzeugt mich aber nach wie vor nicht.
Ich ärgere mich ja an solchen Stories immer über diesen Teil hier:
Eintrittspforte für die Kriminellen war ein Link in einer E-Mail, der von einem Mitarbeiter im Haus angeklickt worden war.Als ob der Mitarbeiter Schuld ist!
Leute, ihr gebt dem Mitarbeiter ein Mailprogramm, das Links klickbar macht, und ihr gebt dem Mitarbeiter einen Browser für Links in E-Mails, und dann furzt ihr ihn an, wenn er auf Links klickt?
Der Mitarbeiter macht genau das, wofür die Software gebaut wurde, die ihr ihm gegeben habt.
Wenn ihr nicht wollt, dass ihr ständig von Ransomware hopsgenommen werdet, dann solltet ihr vielleicht aufhören, auf eure Mitarbeiter zu zeigen, und euch fragen, wieso die Software so ein Ransomwaremagnet ist, die ihr den Mitarbeitern gegeben habt.
Ich weiß nicht, ob ihr da mal drüber nachgedacht habt, aber ich habe hier eine fette Inbox mit lauter Fremden drin, alle mit Links, und ich klicke da ständig auf die Links, ohne dass Ransomware passiert. Habt ihr mal überlegt, ob es vielleicht nicht der Mitarbeiter ist, der hier das Problem ist?
Ach kommt, macht nur alle weiter Outlook, Active Directory, Exchange und Office. Vielleicht noch eine Packung Citrix drüber, damit auch wirklich jeder Geheimdienst 0days gegen euch hat. Und dann schmeißt mal schön alle eure Mitarbeiter raus, weil sie die Software dafür eingesetzt haben, wofür sie angeschafft wurde.
Ich hab ja die Tage eine wütende Mail gekriegt, ich soll nicht immer Kindergärten verunglimpfen. Im Kindergarten gehen es viel gesitteter zu als bei denen, die ich beschimpfen wollte.
Update: Wieso gibt Kärnten das jetzt doch zu? Nun, auf einer ihrer Online-Pressekonferenzen erschien einer der Ransomwarer und postete Details zu dem Angriff und kündigte Veröffentlichungen an, wenn kein Zahlungseingang festzustellen sei.
Aber hey, die Kosten schlagen wir einfach auf die Kosten für Microsoft-Produkte auf, die wir eh schon haben. Die können wir ja auch nicht inhaltlich rechtfertigen.
Update: Ein Highlight der Pressekonferenz war, als ein ORF-Reporter wissen wollte, wie häufig sie denn Backups machen, und ob sie sicher sind, dass das April-Backup noch sauber ist. Antwort: Des muas der IT-Leiter beantworten... - Wir machen die Backups immer, wenn Microsoft sie bereitstellt, also mindestens einmal im Monat (er meinte Updates)
Oh ach so, von DEM Kompetenzniveau reden wir! Hey, versteht ihr, wieso die Ransomwaregang da einbrechen konnte? Wenn die mit einem derartigen Crack-Team am Start sind? Mehr Kompetenz bündeln geht ja gar nicht!
Actor and producer Seth Green was robbed of several NFTs this month after succumbing to a phishing scam that inadvertently threw a monkey wrench into the plan for his new animated series. [...]Unfortunately for Green, what also matters is copyright law. And when the actor’s NFT collection was pilfered by a scammer in early May, he lost the commercial rights to his show’s cartoon protagonist, a scruffy Bored Ape named Fred Simian, whose likeness and usage rights now belong to someone else.
Update: Macht euch keine Sorgen: Coinbase plant eine Filmtrilogie über Bored Apes. Ihr kriegt trotzdem den Content, den ihr alle so dringend haben wollt!1!!
Erstens: Vergesst mal die aktuellen Preise, wie teuer alles wird. Denkt mal lieber über eure Altersvorsorge nach. Wenn ihr, sagen wir mal, eine Rentenversicherung abgeschlossen habt, die euch garantiert 400 Euro im Monat auszahlt, und wir haben jetzt eine Weile 7-10% Inflation, dann kriegt ihr vielleicht 400 Euro, aber die sind viel weniger wert dann.
Zweitens: Inflation kann man als Selbstkorrekturmechanismus verstehen. Der Staat schiebt unfassbar große Schuldenberge vor sich her, weil Geld immer als Kredit geschöpft wird. Auf der einen Seite hat jemand Guthaben, dann muss auf der anderen Seite jemand Schulden haben. Die Schuldenseite ist bei uns häufig der Staat.
Daher argumentieren Ökonomen gerne, dass das OK oder sogar gut sei, wenn der Staat hohe Schulden hat, weil das heißt, dass jemand anderes ein hohes Guthaben hat.
Nun machen aber zu hohe Schulden irgendwann Ärger, und wie kriegt der Staat die dann weg? Abzahlen ist nicht realistisch. Der Ausweg ist Inflation. Da gehen die Schulden nicht weg, aber sie sind halt weniger wert. Ich erwähne das, weil viele Leute jetzt annehmen, dass der Staat die Inflation schnellstmöglich wieder runterfahren wird. Mal abgesehen davon, dass das gar nicht so einfach ist, möchte ich hier anmerken, dass der Staat möglicherweise gar keine große Eile hat, die Inflation herunterzufahren, weil das eben auch die Schulden weniger wert werden lässt.
Update: Einen Aspekt hab ich noch vergessen. Einer der Nachteile von Inflation ist, dass die Zinsen bei Neukrediten hochgehen, sonst machen die Anleger ja Verlust. Deutschland sitzt in der EU aber in einer Situation, wo andere EU-Länder sich gegen Importe aus Deutschland nicht mit Zöllen wehren können, weshalb die anderen EU-Länder gegenüber Export-Deutschland ein Handelsdefizit haben. Da kommt man so leicht gar nicht wieder raus, aus der Situation, daher wollen Kreditgeber von denen höhere Zinsen sehen. Wenn die guten Investments austrockneten, bleibt Deutschland als "sicherer Hafen". Deutschland kann jetzt für Null-Zinsen Kredite aufnehmen.
Das heißt: Wenn wir Inflation haben, aber immer noch für Nullzinsen Staatsverschuldung aufnehmen können, hat der Staat erst Recht keinen Anreiz, etwas gegen die Inflation zu tun.
Update: Oh, eine Sache noch. Die Geldpolitik wird bei uns zumindest auf dem Papier nicht von der Politik gemacht, sondern von den Notenbanken, also in unserem Fall von der EZB. Deren eine Aufgabe ist: Inflation bei 2% halten. Das hat sie nicht gemacht, daher dieser Blogpost. Die EZB ist zwar auf dem Papier unabhängig, aber natürlich auch dem öffentlichen Druck ausgesetzt, von den Medien und der Politik.
Update: Einige Leser wenden ein, dass diese Inflation nicht von "zuviel Geld" kam (was die EZB kontrollieren kann), sondern von "zuwenig Güter wegen Supply-Chain-Fuckups" (was außerhalb von deren Einflussbereich liegt).
Während Klingbeil und SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert herausstellten, das zentrale Wahlziel, die schwarz-gelbe Landesregierung abzulösen, erreicht zu haben, betonte Lauterbach das schlechte Ergebnis der SPD.Ja gut, das Land ist für die Sozen verloren, und die Nachbarn treten der Reihe nach in die CDU ein, aber unter dem Strich ein großer Sieg!!1!
Kannste dir gar nicht ausdenken, wie verstrahlt man sein kann. Von Klingbeil und Kühnert wird eh niemand groß was erwartet haben, aber das durchschlägt meine Erwartungen nochmal kräftig nach unten.
Das ist glaube ich auch der Schlüssel für den Umgang mit Lauterbach. Solange der neben Vollidioten steht, sieht der schlau und weise aus. Du musst einfach dafür sorgen, dass er weiter neben Leuten aus SPD oder CDU steht.
Ich freue mich ja weiterhin über jede Gelegenheit, bei der die SPD so richtig schön einen in die Fresse kriegt. Zu schade nur, dass wir uns mit diesem Wahlvolk dafür offenbar die CDU zurückholen müssen.
Unterm Strich trotzdem eine gute Nachricht. Immerhin hat die FDP auch in die Fresse gekriegt.
Und Schwarz-Grün? Was kann da schon schiefgehen! Die können sich dann streiten, wer noch mehr Kriegstreiberei als die anderen fordern kann.
Die sind jetzt ein "Unternehmen für Informationsanalysen". Big Data!!
Gut, wer jemals mit denen zu tun hatte, wird sich daran erinnern, dass die nicht gerade ein Leuchtturm der Beliebtheit waren mit ihrem Geschäftsgebahren bei Journals. Stellt sich also die Frage, wie sauber deren jetziges Geschäftsmodell ist.
Hier hat mal jemand nachgeschaut. Er war überrascht, neben der ganzen zu erwartenden Tracking-Scheiße auch Bankkonten und private Mobilfunknummern zu finden, die er denen nie gegeben hatte.
Mann sind die theatralisch, die Russen. Man kriegt ja fast den Eindruck, deren Atomwaffen seien gar nicht einsatzfähig und daher müssen sie jetzt hier so peinlich einen auf dicke Hose machen.
Hey, Frankreich, so funktioniert Demokratiesimulation nicht! Ihr müsst mindestens zwei Pseudo-Parteien haben, die beide die exakt identische neoliberale Wirtschaftspolitik machen, und die immer abwechselnd an die Macht kommen!
CDU und SPD! Republicans und Democrats! Tories und Labour!
Update: Jetzt kommen hier lauter Schlaumeier und erklären mir, dass das bloß die Stichwahl ist, und es vorher mehr Kandidaten gab. Das hilft nur nicht, wenn nur einer von denen mehr Stimmen als die Faschisten kriegt.
Konkret: Polizeigewalt in Deutschland. Beim Umgang mit Polizeigewalt diagnostiziert er nach näherem Hingucken ein Systemversagen. Also nicht nur hier und da ein Einzelfallversagen. Nein. Das ganze System versagt.
Ich würde hinzuführen: By Design. Vorsätzlich. Das ist so ausgelegt. Denn wenn die Leute nicht damit rechnen müssen, verprügelt zu werden, dann gehen die am Ende noch frei demonstrieren! Was wenn die Bevölkerung mitkriegt, wie unbeliebt die Regierung auch bei allen anderen ist? Am Ende stürzt die noch jemand!
Bemerkenswerterweise wurde Melzer nicht etwa von dem Mann getriggert, dem die Polizei mit Wasserwerfern bei S21 das Augenlicht herausschoss, sondern von vergleichsweise trivialen Gewalttaten der Polizei:
Melzer war im Sommer 2021 wegen mehrerer Videos, die offenbar Polizeigewalt bei Berliner Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen zeigten, aufgeschreckt worden. Er äußerte Sorge darüber und bat die Bundesregierung um eine Stellungnahme. "Ich fand die Reaktion der Regierung bedenklich", sagte er jetzt. Nach Auffassung der Bundesregierung sei es verhältnismäßig gewesen, dass Polizisten beispielsweise einen nicht aggressiven Demonstranten vom Fahrrad stießen und auf den Boden warfen. "Die Wahrnehmung der Behörden, was verhältnismäßig ist, ist verzerrt", sagte Melzer.Klar ist die verzerrt, aber schon zu unseren Gunsten. Guckt euch mal alte Videos von den Anti-Atom-Protesten an, oder von Polizeikesseln in Berlin und Hamburg. Im Vergleich dazu kann man schon verstehen, wieso die Behörden gar nicht verstehen, was der Melzer will. Die hier leben doch alle noch!1!!
Jedenfalls hat der Melzer dann mal um Statistiken gebeten, wieviele Polizisten so in den letzten Jahren wegen unverhältnismäßiger Gewaltanwendung bestraft wurden. Ergebnis:
In zwei Jahren sei es ein einziger gewesen, und in mehreren Bundesländern gebe es gar keine Statistiken. "Das ist kein Zeichen von Wohlverhalten, sondern von Systemversagen", sagte Melzer. "Die Behörden sehen gar nicht, wie blind sie sind."Nee, nee, doch, doch, die wissen ganz genau, wie blind sie sind. Die sind ja absichtlich blind. Wer nichts sieht, sieht keinen Handlungsbedarf!
Ja gut, hat sich der Melzer gedacht, dann vergleichen wir doch mal die Verfolgungsintensität bei Demonstranten und Polizisten. Ergebnis:
Während Demonstranten teils in Schnellverfahren abgeurteilt würden, würden Verfahren gegen Polizisten eingestellt oder verschleppt, "bis niemand mehr hinschaut".Ach. Ach was. Na sowas!
Natürlich haben die "beide Seiten hören"-Journalisten mal die Bundesregierung um einen Kommentar gebeten. Deren Antwort rundet die ganze Chose so richtig schön ab:
Die Bundesregierung nehme jeden Verdacht der übermäßigen Polizeigewalt ernst und unterstütze die Aufarbeitung von möglichem Fehlverhalten, hieß es vonseiten des Bundesinnenministeriums. Dies komme auch zum Ausdruck durch die umfangreiche Stellungnahme der Regierung gegenüber dem UN-Sonderberichterstatter zu seiner Anfrage im Zusammenhang mit Gewalt-Vorwürfen bei den Anti-Corona-Demonstrationen. "Die hier gegenständlichen Einsätze erfolgten allerdings in der alleinigen Zuständigkeit der Länder", stellte der Sprecher des Ministeriums fest. Bundespolizei und Bundeskriminalamt seien hier nicht beteiligt gewesen.Polizeigewalt ist (in diesem Fall!) Ländersache!1!! Ja gut, und was die Länder da prügeln, das geht uns ja hier nichts an. Das sind alles bedauerliche Einzelfälle.
Aber die STIRN, mit der die da sagen, sie hätten ja auf die Anfrage geantwortet, daran könne man ja sehen, dass ihnen das wichtig sei! Während bei uns in Gefängniszellen Asylbewerber verbrennen und Menschen von Wasserwerfern die Augen rausgeschossen kriegen! Unglaublich.
Update: Ihre Menschenrechtsverletzung ist uns sehr wichtig! *dudel* Bitte bleiben Sie in der Leitung *fahrstuhljazz* Vor Ihnen warten noch drei-undfünfzig andere Menschen in der Notaufnahme! *weiterdudel*
Ich bin ja bekanntlich Pazifist und tendiere eher dazu, keine Waffen in Kriegsgebiete zu liefern. Das garantiert in meinen Augen nur eines: Mehr Tote.
Ich glaube aber nicht, dass Scholz Pazifist ist oder aus ehrenhaften Motiven agiert. Der war vorher Finanzminister. Ich glaube, den haben sie einfach in der Zeit auf die schwarze Null hin erzogen. Der meint das auch gar nicht böse oder persönlich.
Ich bin mir übrigens auch sicher, dass das jetzt erstmal so bleiben wird. Euer Gekreische macht eure Position nicht überzeugend sondern euch unsympathisch und abstoßend. Nicht nur kriegt ihr so den Scholz nicht überzeugt, ihr sorgt auch gleich dafür, dass er eure nächsten Vorschläge auch alle ablehnen wird.
Wo jemand schrieb: Die ersetzen gerade den Bürgermeister und dann kesseln sie die ukrainische Armee ein?
Mann, was habe ich da für böse Briefe gekriegt. Wie kann ich so einem verstrahlten Spinner eine Plattform geben!1!!
Am nächsten Tag stand in der Zeitung, dass die Russen den Bürgermeister ersetzt haben.
Heute steht in der Tagesschau, dass die Russen Mariupol eingekesselt haben und den ukrainischen Soldaten dort Gelegenheit geben sich zu ergeben.
Für unsere Politiker natürlich kein Grund für einen Strategiewechsel. Sind ja nicht deren Kinder, die da umkommen. Dieser Krieg wird bis zum letzten Ukrainer geführt!
Ich fände das ja super, wenn wir nicht Waffen in die Ukraine an die Front schicken würden, sondern Politiker. Wenn ihr so dringend Krieg wollt, dann geht halt selber hin! Geht in die ukrainische Fremdenlegion! Aber hört auf, anderer Leute Kinder zu verheizen und mir was von Solidarität ins Gesicht zu lügen.
Wenn ich diese Anzugträger schon sehe, wird mir schlecht! Erzählen mir was von Moral, während sie anderer Leute Kinder in den Tod schicken!
Recherchiert doch mal kurz, wer die Waffensysteme herstellt, um die es hier ging! Dynamit Nobel Defence GmbH und Rheinmetall. Ach? Ach was. War das am Ende ... Industrieförderung?
Gilt natürlich nicht nur für uns. Die Amis liefern Javelin. Die Schweden liefern AT4.
Wenn es hier um Solidarität gegangen wäre, hätten die Länder nicht nur das geliefert, was bei ihnen im Inland Arbeitsplätze sichert.
Unsere aktuelle Strategie zielt darauf ab, Putin möglichst großen Schaden zuzufügen. Wenn dabei die Ukraine entvölkert wird und nur noch verbrannte Erde übrig ist, dann ist das halt so. Ist ja Putins Schuld dann!1!!
Win-Win! Je mehr kaputt ist, desto mehr können wir am Wiederaufbau verdienen!
Keine Sorge, wir verschenken nichts. Das schuldet uns danach die Ukraine. Ist so üblich nach Kriegen. Die Briten haben 2015 ihre Schulden aus dem 1. Weltkrieg abbezahlt. Die Ukraine wird dann vielleicht kein Marionettenregime der Russen sein, aber sie werden überschuldet und handlungsunfähig sein. Fragt doch mal die Griechen, was das für ein Fahrgefühl ist.
Der Hauptunterschied wird sein, dass sie eine Generation Nachwuchs im Krieg verloren haben werden. Die Generation, die die Wertschöpfung hätte machen sollen, mit der sie den Wiederaufbau finanzieren.
So und jetzt bin ich mal gespannt, ob mir jemand schreibt, dass die Russen ja Reparationen zahlen werden müssen. Ihr habt ja keine Ahnung, was ich hier so für Einsendungen kriege. Pass uff, Atze, wir machen das einfach wie damals mit dem Vertrag von Versailles!1!! Das war ja historisch ein echtes Erfolgsmodell!
Oh, übrigens. Wisst ihr noch, als Putin gesagt hat, der Krieg ist in 2-3 Tagen zuende? Nicht? Ach, hat er gar nicht gesagt? Das hat unsere Propaganda gesagt? Damit sie danach Häme auskübeln können, wenn es länger dauert? Ist nicht wahr!1!!
Update: Mann wäre das schön, wenn ich Antworten hätte, und nicht nur nörgeln könnte. Aber mir fällt auch nicht viel ein, was man besser machen könnte. Vielleicht könnte man ein paar strategische Pachtverträge abschließen und eine EU-Sonderwirtschaftsexklave gründen? So als Gürtel um Kiew herum? So dass die Russen durch EU-Territorium müssten, um in Kiew einzufallen? Oder man könnte vielleicht das Büro von der von der Leyen nach Kiew verlegen? Ich hab auch keine Antworten. Aber dass die Antworten unserer Politik scheiße sind, das sieht ja wohl ein Blinder.
Ich fürchte nur, dass das nicht daran liegt, dass wir jetzt mehr Aufklärung haben, sondern dass wir mehr Eso-Spinner haben.
Update: Ein Bekannter meinte: Wir haben den R-Wert der Kirchen endlich unter 1 gekriegt! (Danke, Alex)
Nicht dass der seine Entnazifizierungsaktion ausweitet.
Le Pen und die AfD sind schonmal vorsorglich in Putins Arsch gekrochen, aber ob das reicht?
Der Hersteller dieses Formel-1-Rennspiels kriegte seine Lizenz nicht verlängert, daher sind die NFTs jetzt alle wertlos, die die verkauft hatten.
Nicht dass das eine große Rolle spielt, weil der "Markt" eh seit zwei Jahren tot ist.
Der Schritt diene der Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit, so Wirtschaftsminister Habeck.Ich weiß ja nicht, ob ihr in einer Firma arbeitet, die Güter exportiert. Aber stellt euch mal vor, irgendein Land würde sagen wir mal die örtliche VW-Niederlassung "unter Treuhänderschaft stellen".
Ich verstehe auch nicht, was das außer PR-Agitation bringen soll. Das Gas in den Gasspeichern in Deutschland gehört bekanntlich nicht Gazprom. Selbst wenn das Gas Gazprom gehören würde, wäre die Aktion trotzdem sinnlos, denn die Gasspeicher sind bekanntlich leer.
Die faseln da von Versorgungssicherheit, und begründen damit Dinge, die langfristig die Versorgungssicherheit weiter verschlechtern. Wenn ihr Russland wäret, würdet ihr mit solchen Leuten weiter zusammenarbeiten wollen? Selbst wenn der ganze Krieg morgen vorbei wäre, sind jetzt alle Brücken niedergebrannt, oder sieht das jemand anders?
Aber hey, Hauptsache der Habeck kriegt eine Photo-Op, bei der er aussieht, als tue er was.
Die Tagesschau sagt, als ob der Grund für die Aktion sei, dass Gazprom ihre Anteile abgestoßen habe. Ja, äh, und?
Oh, wo wir gerade bei bekloppten Photo-Ops waren: Deutschland weist 40 russische Diplomaten aus.
Außenministerin Baerbock sagte, die Personen hätten "gegen unsere Freiheit gearbeitet".Oh, wir weisen jetzt Personen aus, die gegen jemandes Freiheit arbeiten? Oder nur wenn sie gegen unsere Freiheit arbeiten?
Ich könnte mir vorstellen, dass das etwaige Verhandlungen erschwert, wenn man die Verhandlungspartner des Landes verwiesen hat. Aber was weiß ich schon. Wir können ja via Facebook verhandeln!
Die Kids haben eine Lese-Software gekriegt. Da sammelt man Punkte, indem man Bücher liest, und am Ende stellt die Software ein paar Fragen. Wenn du die richtig beantwortest, kriegst du Bonuspunkte. Die Kids haben also gelernt, dass sie einfach der Software sagen, sie hätten 100 Bücher gelesen, und keine der Bonusfragen beantworten.
Was kannst du mit den Punkten machen? Du kannst deinem Avatar Gegenstände freischalten.
Was haben die Kids also gemacht, als sie gemerkt haben, dass alle bescheißen? Sie haben festgestellt, dass alle Kids dasselbe Passwort haben, und haben sich gegenseitig in die Accounts eingelogt und anderen Kids die Punkte für die hässlichsten Items ausgegeben.
Wer fand Gamification nochmal eine gute Idee?
Aber stellt sich raus: Da ist noch Luft nach unten. Man kann Single Sign On an die Cloud outsourcen. Dann kann die Firma in der Cloud für jeden deiner Dienste und jeden deiner User inklusive Admins gültige Login-Credentials ausstellen.
What could possibly go wrong?
Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten, dachte ich mir, als ich das hörte. Entweder das wird von einem Geheimdienst betrieben, oder alle Geheimdienste haben sich da reingehackt. Das ist ja als wenn du mit einem Bullseye auf dem Rücken rumrennst. So einem krassen Potential zur Berechtigungserlangung kann kein Geheimdienst widerstehen.
Ich sehe sowas bei Kunden eher selten, aber ich habe es schon gesehen. Cyberark z.B. ist mir schon begegnet. Ein israelischer Anbieter. Ich maß dem nie groß Bedeutung zu, bis ich mal an deren Hq in Israel vorbeikam. Hier ist ein Foto von dem Gebäude. Wisst ihr, wer da noch sitzt? Cellebrite. Ja, die mit den Smartphone-Exploits. Da verstand ich, dass wir es hier mit Full Spectrum Identity Services zu tun haben.
Ich erwähne das nicht, um mich über die Leute lustig zu machen, die ihre Login-Software an irgendeinen Cloud-Anbieter outsourcen. Nein. Die haben genug zu leiden.
Ich erwähne das, weil Lapsus (russische Ransomware-Gang) offenbar seit Monaten bei Okta drinnen sitzt. Okta bietet Single-Sign-On-Cloud-Outsourcing an.
Auf er einen Seite ist das natürlich apokalyptisch. Auf der anderen Seite ändert es nichts. Denn die Aufgabe von Login ist, dass sich niemand aus der Cloud einfach bei dir einloggen kann. Wenn du dein Login in die Cloud schiebst, hast du per Definition dein schlimmstes Bedrohungsszenario immanentisiert.
Und jetzt haben wir den Salat. Beziehungsweise den Emmerich-Film. Und ich bin der Jeff Goldblum-Charakter, der die ganze Zeit gewarnt hat.
Mein persönliches Karriere-Highlight in dem Kontext war ja, als ein Kunde von mir wollte, dass ich so einem Provider einen Voice-Print gebe. Ich sollte da anrufen und lauter Phoneme auf Band sprechen. Und dann, so die Erklärung, wenn ich mal mein Passwort resetten muss, dann kann der Computer erkennen, dass ich es bin. Ich habe dankend abgelehnt. Das ist ja eine Sache, ob der Kunde mein Passwort einem ausländischen Geheimdienst in der Cloud gibt, aber meine biometrischen Daten behalte ich lieber für mich, vielen Dank. Der Kunde konnte das gar nicht verstehen. Wir anderen Mitarbeiter bei dem Kunden machen das auch alle und noch nie gab es Ärger!
Vielleicht aus aktuellem Anlass bei der Gelegenheit an meine anderen Kunden: Keine Sorge. Selbstverständlich kriegt jeder Kunde sein eigenes zufällig generiertes Passwort mit ausreichend Entropie. Wenn ein Kunde mein Passwort in die Cloud schiebt, kriegt die Cloud keinen Zugriff auf meine Accounts bei anderen Kunden.
Irgendjemand muss ja hier ein paar Standards haben. :-)
Update: BTW: Glaubt mal gar nicht, ihr condescending Unix neckbeards, dass ihr nicht betroffen seid von dieser Art Irrsinn. Ein Kumpel schildert mir gerade, wie ihn der neue Ubuntu-Installer nach seinem Github-Usernamen fragte, damit er da SSH-Keys runterladen kann. Und über diesen Clownflare-Klassiker von 2019 lachen wir heute noch.
Update: Bei Microsoft scheint Lapsus auch eingedrungen zu sein.
Update: Möglicherweise via Okta? Der Okta-Krater sieht jedenfalls vergleichsweise groß aus.
Update: Hat hier jemand seinen Quellcode bei Gitlab liegen?
Erstens: Die haben praktisch ganze Fabriken in den USA eingekauft. Und zwar so Lego-mäßig die Fertigteile. Die wurden dann in Russland zusammengebaut, von amerikanischen Fachkräften, die auch noch jahrelang in Russland blieben. Die Amerikaner haben sich in Lebensmitteln bezahlen lassen.
Stalin sah, dass der 2. Weltkrieg mit Deutschland vor der Tür steht und hat daher aggressivst industrialisiert. Und zwar auf Kosten der eigenen Bevölkerung. Devisen hatte die Sowjetunion nicht, also zahlten sie in Naturalien, in Getreide. Stalin hat, als die Lage dringender wurde, so viel Lebensmittel als Bezahlung exportiert, dass die eigene Bevölkerung verhungert ist. Das ist die Ausgangsbasis für Holodomor, die Massenhungersnot in der Ukraine (aber halt nicht nur in der Ukraine, auch im Rest der Sowjetunion).
Haben die Amis nicht gemerkt, dass sie da eine neue Supermacht hochrüsten, die in ihren "Traktorfabriken" dann den T-35 Panzer baut? Doch, klar. Daher haben sie nur Ausrüstung für einen Landkrieg geliefert, und nichts für den Aufbau einer Marine, die Stalin auch haben wollte. Oh und die Luftwaffe, deren Technologie die Amis Russland gaben, war auch vom Wohlwollen der Amerikaner abhängig, denn Russland konnte den Treibstoff gar nicht selber produzieren dafür, musste den importieren.
Die USA haben also Russland eine Industrie hingebaut, die genau solange funktionierte, wie die Russen mit den Amis auf einer Seite kämpfen.
Stalin hat das natürlich auch gesehen, aber dachte sich, wenn er Hitler nicht abgewehrt kriegt, dann spielt der Rest auch keine Rolle mehr. Dann lieber Hunderttausende Hungertote und dafür überleben wir den Krieg.
Oh und Stalin hat natürlich trotzdem versucht, eine Marine aufzubauen, aber wenn man die Technologie selber entwickeln muss, dann ist das halt nicht rechtzeitig fertig und wird erstmal auch nicht so gut.
Später hat Stalin dann die ganzen amerikanischen Vorarbeiter und den Chef seiner Import-Infrastruktur weggebissen.
Interessant am Rande: Hitlers Russlandfeldzug wirkt aus diesem Blickwinkel gar nicht mehr so klar wie ein irrationalles Selbstmordkommando. Der Thread behauptet, Hitlerdeutschland haben mit dem Russlandfeldzug erfolgreich die Wirtschaft zerstört und Nachschublinien gekappt. Aber die Amerikaner waren halt willens, den Sowjets alles zu liefern, was die brauchten. Die brauchten dann keine eigenen Nachschublinien mehr, weil die Amerikaner nachgeschoben haben.
Ich meine, wo sonst kriegt man so überzeugende Quellenarbeit? So stringente Beweisführung?
Nirgendwo, sage ich euch! Auch inhaltlich voll überzeugend. Die Gefährdungslage ist erhöht. Der Verfassungsschutz beobachtet. Oh und sie haben eine ... festhalten, bitte! ... Arbeitsgruppe gegründet!
Na dann ist ja alles in trockenen Tüchern. Man legt die Tücher einfach auf die Sessel, dann furzt man sie trocken.
Auch die Bundeswehr sieht eine erhöhte Gefährdungslage und rechnet mit möglichen Cyberangriffen russischer Stellen.Das hat bestimmt die CIA herausgefunden!
Es gab da mal ein grandioses Video, das Sun gemacht hat, als sie ihr Java-Verfahren gegen Microsoft gewonnen hatten. Damals musste Microsoft auch ein paar Fantastilliarden Strafe an Sun zahlen.
Das Video hatte dann die Form: Hmm, wir könnten 100.000 Porsches kaufen. (zeigt einen Stapel Porsche 911). Oder vielleicht 10.000 Einfamilienhäuser. (zeigt einen Stapel Häuser). Oder zwei Space Shuttles. (zeigt zwei Space Shuttles).
Oder einen IBM Support Contract (zeigt einen Staubsauger, der Geld aufsaugt) :-)
Vor der Wahl steht jetzt auch die Bundeswehr.
Ich möchte an der Stelle noch einmal lobend hervorheben, wie effizient McKinsey die Bundeswehr abgerüstet hat. Die Bundeswehr hat ja kein Null-Budget im Moment. Da sind auch 50 Milliarden oder so versickert über die letzten Jahre.
Die moderne Alternative zum IBM Support Contract ist also der McKinsey-Beratervertrag.
Oder man könnte zwei Space Shuttles kaufen, klar. Nee, warte. Nicht Space Shuttles. F-35 Tarnkappenjets.
Gut, die starten nicht, wenn nicht dein freundlicher Kontaktoffizier aus Amerika den Schlüssel umdreht, und Ersatzteile und Wartung kriegt man auch nur von den USA, aber die Amerikaner sind ja auch unser Freund!1!!
Womit bestücken wir das dann, fragt ihr? Na mit amerikanischen Atombomben natürlich!
Wieso sollen wir dann dafür bezahlen, wenn das amerikanische Hardware mit amerikanischen Bomben ist?
Beats me!
Man könnte ja z.b. sagen: Wir brauchen jetzt mehr Waffen. Mehr Abschreckung. Wenn jemand irgendwo rummarodiert, direkt bei denen zivile Infrastruktur wegbomben. Am besten so richtig mit Brandbomben verbrannte Erde.
Das wäre der Israel-Ansatz. Vorher klar ansagen: Wer sich daneben benimmt, kriegt direkt asymmetrisch ein Vielfaches dessen aufs Maul, das er bei anderen für Schaden angerichtet hat.
Sozusagen Bud-Spencer-Diplomatie.
Oder man könnte sagen: Die ökonomische Einbindung Russlands hat nach dem Mauerfall relativ erfolgreich für Frieden gesorgt. Klar, es gab den Kosovo-Krieg, und es gab Grenzscharmützel in Georgien und der Ukraine, aber keinen wirklich großen Krieg wie jetzt. Das ist das richtige Modell, wir brauchen mehr davon.
Ich frage mich ja, in wie weit das gar keine Frage von ökonomischer Einbindung war. Bei mir ist das so, gefühlt, dass eine negative Rückmeldung zehnmal so viel Gewicht hat wie eine positive Rückmeldung. Ich glaube, dass das universell so ist.
Du hast ja im Kopf einen Film, in dem du der Held bist. Du machst ja keine Dinge, bei denen du davon ausgehst, dass die Leute das Scheiße finden werden. Beziehungsweise wenn du das machst, dann interessiert dich auch das Feedback nicht.
Daher ist in deinem geistigen Modell der Welt die Erwartungshaltung, dass die Leute das alle geil finden werden, was du gerade machst. Daher bewertest du positives Feedback nicht so stark, denn das entspricht ja deiner Erwartungshaltung.
Negatives Feedback hingegen ist grundsätzlich eine Überraschung, wiegt viel belastender als positives Feedback aufbauend wirkt.
Ich erwähne das, weil ich den Eindruck habe, in Russland ist das genau so. In deren Wahrnehmung wiegen vielleicht auch 10 negative Aspekte der Globalisierung viel schwerer als 1000 positive Aspekte.
Ich kann mir das jedenfalls gut vorstellen, dass man das in Moskau halt völlig normal findet, dass man Adidas-Kleidung trägt und bei McDonald's nen Burger einwirft, den man mit seiner Visa-Karte bezahlt. Man regt sich über im Grunde unwichtigen Kleinscheiß auf, und beachtet die ganzen positiven Aspekte gar nicht, weil man sich an die gewöhnt hat und die für normal hält. Erst jetzt merken die Moskauer, wie viel von ihrem täglichen Leben auf einem Fundament aus internationalem guten Willen und Kooperation gebaut war.
Meine Hoffnung im Moment ist, dass das Verschärfen der Sanktionen jetzt erstmal aufhört, vielleicht gar ein paar zurückgeschraubt werden. Jetzt wo die Russen gesehen haben, was man ihnen alles wegnehmen kann. Wenn wir die jetzt in die Armut zwängen, dann legen wir nicht das Fundament für eine friedliche gemeinsame Zukunft sondern für jahrzehntelange Ressentiments.
Westdeutschland nach dem Krieg wuchs mit Dankbarkeit an die Amerikaner auf, die Schokolade und Kaugummi unter den Kindern verteilten. Davon zehren die transatlantischen Beziehungen immer noch. Das ist m.E. das gewinnende Modell. Lieber weniger Peitsche und dafür mehr Zuckerbrot.
Feinde machen ist leicht. Freunde machen ist viel schwieriger. Lasst uns lieber Freunde machen.
Am 14. Juli, als die Pegel zu steigen begannen, lobte Anne Spiegel nachmittags im Mainzer Landtag die «gut funktionierenden Meldeketten» und rühmte, Rheinland-Pfalz sei im Bundesvergleich Spitzenreiter bei der Starkregenvorsorge. Die häufigen Starkregenereignisse zeigten «eindrucksvoll die Auswirkungen des Klimawandels und der Temperaturzunahme». Wenig später, um 16 Uhr 43, warnte das Ministerium in einer Pressemitteilung vor Hochwasser, schob aber in Spiegels Worten hinterher, es drohe «kein Extremhochwasser» – eine Fehleinschätzung. Laut der Koblenzer «Rhein-Zeitung» gab Spiegel vor der Freigabe die Anweisung «bitte noch gendern», man solle von «CampingplatzbetreiberInnen» schreiben.Geliefert wie bestellt! Wenn ihr studierte Gender- und Diversity-Leute ins Amt wählt, dann kriegt ihr halt Gender und Diversity.
Wie weit sind eigentlich die Gender- und Diversity-Projekte in der Bundeswehr? (Danke, Ralf)
Der 2. Weltkrieg war nicht schlimm genug, um sie zu dem Schritt zu nötigen. Aber der aktuelle Gruppendruck war es.
Das wird in der Schweiz kontrovers diskutiert.
Update: Mehrere Leser schreiben mir, die Weltwoche sei sowas wie der Bayernkurier nur für die AfD oder NPD, kurz: Kein Abbild der Gesellschaft. Heißt das jetzt, dass ich bloß einen besseren Link brauche oder dass das doch gar nicht kontrovers diskutiert wird in der Schweiz?
Einige Leser widersprechen auch, dass Neutralität ja anders definiert sei. Das habe ich gesehen, dass das die Regierungslinie ist. Findet das außer der Regierung noch jemand?
Ich machte mich lustig, denn wenn hier jemand mit Atombomben gedroht hat, dann ja wohl die Russen.
Ihr ahnt vielleicht schon, was für einen Leserbrief ich daraufhin gekriegt habe.
Ach gucke mal, wer hier Russland mit Atombomben gedroht hat. Oktober 2021. Eine gewisse Frau Kramp-Karrenbauer. Da gibt es folgenden Absatz:
Engels: Die Agentur Reuters berichtet heute Früh, dass die NATO über regionale Abschreckungsszenarien für die baltische und auch die Schwarzmeer-Region nachdenke, auch möglicherweise im Luftraum mit Nuklearwaffen. Ist das der Weg der NATO?Tja. Da muss ich wohl meinen Hut fressen und Lawrow doch Recht geben.Kramp-Karrenbauer: Das ist der Weg der Abschreckung. Wir müssen Russland gegenüber sehr deutlich machen, dass wir am Ende – und das ist ja auch die Abschreckungsdoktrin – bereit sind, auch solche Mittel einzusetzen, damit es vorher abschreckend wirkt und niemand auf die Idee kommt, etwa die Räume über dem Baltikum oder im Schwarzmeer NATO-Partner anzugreifen. Das ist der Kerngedanke der NATO, dieses Bündnisses, und das wird angepasst auf das aktuelle Verhalten Russlands. Wir sehen insbesondere Verletzungen des Luftraums über den baltischen Staaten, aber auch zunehmende Übergriffigkeiten rund um das Schwarze Meer.
Er sagt, dass Putin noch nie einen Krieg geführt hat, immer nur "special operations" gegen Größenordnungen kleinere und schwächere Gegner. Er weiß nicht, wie man Krieg führt.
Ein Blitzkrieg hat nicht nur eine Welle, die einmal durchs Land fegt, sondern mehrere Wellen. Die erste macht die Luftverteidigung platt, die nächste Welle räumt die Gegner weg, die die erste übersehen hat, und dann hast du noch ein paar mehr Wellen zur Sicherheit. Die sorgen auch dafür, dass du Versorgungslinien hast. Putin hat in der Ukraine nur eine Welle.
Er schreibt, dass die Kombattanten auf russischer Seite Teenager aus unterprivilegierten Schichten sind. In Russland geht man dann in die Armee, weil man dann vom Staat eine Wohnung kriegt. Keiner von denen hat Kriegserfahrung, und die Motivation hängt davon ab, dass der Krieg gut läuft, was er nicht tut.
Die Ukraine auf der anderen Seite hat 2014 gesehen, dass sie sich auf den nächsten Krieg vorbereiten müssen, und haben hunderttausende von Zivilisten durch Scharmützel mit den Donbass-Russen rotiert. Die haben jetzt eine massive Zahl an Veteranen mit echter Kriegserfahrung in ihrer Mitte.
Das Material ist im Moment schwierig in der Ukraine, aber schon viel besser als es 2014 war. Die Russen haben allerdings auch überraschend schlechtes Material. Dazwischen ein paar moderne Prototypen, aber der Bulk davon ist schlecht gewarteter alter Gammelscheiß.
Am Ende gibt es in dem Thread noch einen Abriss über historische Parallelen. Er meint, die Russen haben ihre Mittel für die Aufrechterhaltung ihrer Marine verplempert, die schon den Sowjets nichts gebracht hat. Die Russen könnten sich Marine und Heer nicht gleichzeitig leisten und haben daher jetzt in beiden schlechtes Material. Auf eine gewisse Art ist ja die ganze Krim-Situation überhaupt erst entstanden, weil Russland auf seiner Marine beharrt hat.
Der Typ meint, mit Macht sei das wie mit Geld. Das sei eigentlich ein Mythos, der nur dadurch real wird, dass man dran glaubt. Er schätzt das so ein, dass sich Russland gerade den Mythos der Macht verspielt und auf absehbare Zeit nie wiederkriegen wird.
Dann muss ich an der Stelle mal anerkennen, dass er es geschafft hat, im Wesentlichen die ganze Welt zu verarschen.
Es gibt ja dieses geflügelte Wort, dass die Russen Schach spielen und die Amerikaner Poker. Beim Schach haben die Spieler volle Informationen. Du siehst, wo die Figuren stehen.
Wir haben alle gesehen, wo Putins Figuren standen. Und er hat es trotzdem irgendwie hingekriegt, dass niemand (inklusive meiner Wenigkeit) das ernst nahm.
Vielleicht sollten wir mal darüber reden, wie er das geschafft hat?
Klar, es gab Warnungen der Geheimdienste, aber denen glaubt ja keiner mehr.
Klar, es gab Russland-Hetze der üblichen Russland-Hetzer, aber denen glaubt ja auch keiner mehr.
Klar, die Ukraine bat um Hilfe. Aber niemand wollte wirklich helfen.
Anstatt uns an Putins Persönlichkeit abzuarbeiten, sollten wir vielleicht mal lieber darüber nachdenken, wie es soweit kommen konnte, und warum. Ich befürchte ja, ein Aspekt davon ist wie bei Der Schäfer und der Wolf von Äsop. Wenn du einfach die ganze Zeit und immer vor Antisemitismus warnst, oder vor einem Angriff der Russen, dann gewöhnen sich die Leute an das Warn-Niveau und nehmen es nicht mehr ernst.
In meiner Wahrnehmung hat Putin uns nicht mal groß in die Irre zu führen versucht, bis auf "niemand hat die Absicht …". Die Karten lagen alle auf dem Tisch.
Haben wir vielleicht einfach auf die falschen Sachen geachtet? Möglicherweise hätten wir das ernster genommen, wenn es da eine fette russische Desinformationskampagne gegeben hätte. Gab es aber nicht. Wie auch, wir haben ja RT abgedreht.
Haben wir mit dem Gerede über russische Desinformation vielleicht sogar das Gegenteil erreicht? Die Leute haben jetzt eine Erwartungshaltung mit Desinformation, und glauben dann dem, der am lautesten schreit, nicht mehr? Und das waren halt die Geheimdienste in diesem Fall.
Dann bleibt noch die Frage, was jetzt aus der Ukraine werden soll. Historisch gibt es da Vorlagen. Vasallenstaaten der Großmächte ging es eigentlich immer beschissen. Und noch schlimmer ging es Ländern, in denen Proxykriege geführt wurden. Afghanistan war mal ein modernes, weltoffenes Land mit blühenden Landschaften.
Erstens hat wohl die Krim ein Trinkwasserproblem, weil die Ukraine den Wasserhahn zugedreht hat.
Zweitens hat Zelenskyj auf der Münchener Sicherheitskonferenz anscheinend verbreitet, dass die Ukraine sich ja auch wieder nuklear bewaffnen könnte, und niemand hat ihm widersprochen. Das hat Putin als Akzeptanz einer nuklearen Wiederbewaffung der Ukraine durch die Nato gewertet.
Wenn ihr übrigens die Putin-Reden mal lesen wollt: Anti-Spiegel übersetzt die immer zeitnah.
Drittens weist jemand auf die Bodenqualität in der Ukraine für Landwirtschaft hin.
Und viertens verweist jemand auf dieses Buch von 1997, das angeblich bei russischen Diplomaten und Militärs Standardlektüre ist. Wenn man das als Checkliste nimmt, hat Putin schon 50% davon durch.
Update: Ein Leser meint noch, die eigentliche Waffe Putins gegen den Westen könnte ein Flüchtlingsstrom aus der Ukraine sein.
Update: Ein Leser fragt, ob Putin vielleicht die Nato-Waffen erobern will, die inzwischen in der Ukraine stehen. Zum reverse engineering oder so. Das würde mich wundern, wenn er die nicht auch anders in die Finger kriegt. In Syrien gab es da z.B. Gelegenheiten.
Update: Gleich mehrere Leser vermuten, dass China Taiwan haben will, und Russland jetzt die Nato ablenkt. Ich hoffe mal inständig, dass das nicht stimmt.
Peter Zeihan hatte ich hier schon mal im Blog, wo er auch kontrovers diskutiert wurde.
Ich fasse mal zusammen.
Russlands Bevölkerung ist klein und schrumpft weiter. Sie wohnen auf einem riesigen Flachland, das nicht zu verteidigen ist mit den paar Leuten.
Es gibt mehrere natürliche Barrieren, die Karpaten z.B., und wenn man das Reich soweit ausdehnt, dass es bis zu diesen Barrieren reicht, dann muss man nur noch die paar Spalte zwischen den Barrieren verteidigen. Angesichts schrumpfenden Bevölkerung herrscht Zeitdruck. Wenn das nicht jetzt gelingt, wird es nie mehr gelingen.
The Soviet Union controlled all nine of these gaps, making it the most secure Russia has ever been. Putin's ongoing wars and "peacekeeping" missions have stationed Russian troops in another five. Ukraine is unfortunate to be on the road to two more.Die anderen beiden zu stopfenden Löcher sind, laut Zeihans Karte, Polen und die baltischen Staaten.Die These ist also: Russland tut, was es schon die ganze Zeit vorhatte, nämlich diese ganzen Länder zurückerobern. Das war die ganze Zeit schon nicht vermittelbar begründet, daher ist das jetzt auch egal, ob Putin das begründet kriegt oder nicht. Der macht das halt.
Da könnt ihr mal einen drauf lassen, dass das nicht die Russen waren. In Lugansk wohnen russische Rebellen. Die beschießen sich doch nicht selbst, und schon gar nicht einen Kindergarten mit ihren eigenen Kindern drin.
Ich muss daher spontan an die Kubakrise denken, denn da kam ja die Idee für die Raketenstationierung nicht von den Sowjets sondern von Fidel Castro. Der wusste, dass er und seine Insel dann als erstes ausgelöscht würden im Kriegsfall und wollte die Raketen trotzdem da haben.
Ich vermute, dass die Ukraine das gerade genau so macht. Nachdem die Amis seit Wochen vor angeblichen False-Flag-Operationen der Russen warnen, kann die Ukraine praktisch beliebige Aktionen machen, und dann immer einfach sagen: War ne False Flag der Russen!1!!
Die Frage ist, wie die Russen auf sowas reagieren. Eine Invasion ist nach wie vor ausgeschlossen glaube ich.
Übrigens lässt sich die Ukraine von Michail Saakaschwili beraten, dem Ex-Präsidenten von Georgien. Da lief das ja damals sehr ähnlich. Georgien hat nach Abchasien reingeschossen und dann haben die Russen halt eine Invasion gemacht. Ich vermute mal, der Saakaschwili denkt sich, er kriegt die Russen wieder zu einer Invasion provoziert.
In Georgien lief das ja nicht so gut für Saakaschwili. Wir hatten den ja mal im Fnord-Jahresrückblick, weil er mit dem Machtpoker etwas überfordert war damals und dann nervös auf seiner Krawatte herumkaute.
Update: OK, ich gebe es zu. Ich habe Saakaschwili erwähnt, um das Krawattenvideo nochmal unter die Leute zu bringen. Der Mann sitzt in Georgien im Knast gerade.
Ich zitiere mal:
Kanzler Scholz hat bei seinem Besuch in Moskau diplomatisches Fingerspitzengefühl und Rückgrat bewiesen.Ach? Wie denn das? Er war wochenlang völlig untergetaucht und kam dann nach allen anderen Amtsträgern nach Moskau, und zwar ohne für die Nato sprechen zu können, ohne für die Ukraine sprechen zu können, und ohne ein Angebot. Das war wie wenn die Kinder die Großeltern besuchen. Nur dass sich da die Großeltern über den Besuch freuen.
Und er hat dem russischen Präsidenten Putin gezeigt, wie geschlossen der Westen in der Ukraine-Frage zusammensteht.Ah ja. Ein belangloser Kanzler eines unbeteiligten Landes, der sich geweigert hat, der Ukraine auch nur Waffen zu verkaufen, der demonstriert zusammenstehen? Ich fürchte, das Wort bedeutet etwas anderes, als der ARD-Autor hier glaubt.
Dennoch wurde deutlich, dass zwischen den Einschätzungen von Scholz und Putin noch Welten liegen. Selbst wenn die Verhandlungen weitere Monate andauern und beide Seiten bereit sind, aufeinander zuzugehen, ist derzeit kaum vorstellbar, wie die Gräben überwunden werden können. Der Westen kann unmöglich auf die Maximalforderungen Putins nach einer Rückabwicklung der NATO-Osterweiterung eingehen.Ach, Maximalforderung? OK, Herr Wachtmeister, Sie haben mich erwischt, wie ich der alten Dame da hinten die Handtasche geklaut habe. Aber die Rückgabe ist eine unrealistische Maximalforderung, auf die ich unmöglich eingehen kann!1!!
Wir haben hier eine Situation, wo die Sowjets wegen Zusammenbruchs ihr Territorium nicht verteidigt haben. Stell dir vor, du kommst aus dem Urlaub zurück, und in deinem Vorgarten hat jemand einen Bunker gebaut, und in dem Bunker ein Maschinengewehr installiert, das auf dein Haus zielt. Und jetzt kommt der alte Mann Scholz, der drei Häuser weiter wohnt, sülzt dich drei Stunden lang mit seiner völlig irrelevanten Meinung zu, und seine Hofpresse beschreibt das dann als "Fingerspitzengefühl und Rückgrat bewiesen". Geschlossenheit demonstriert. Wat?
Wer sagt eigentlich, dass das Rückrollen der Nato-Osterweiterung eine Maximalforderung ist? Mir fiele spontan noch eine maximalere Forderung ein: Nato endlich auflösen, macht nur Ärger, kostet Unsummen und macht Krieg eher wahrscheinlicher als unwahrscheinlicher.
Gegenüber Putin zeigte Scholz aber auch Rückgrat: Putins Darstellung der NATO als Aggressor im Jugoslawien-Krieg wies der Bundeskanzler mit Verweis auf den damaligen Völkermord trocken zurück."So ist sie, die SPD. Haben noch nie einen Fehler zugeben können. Kindliche Trotz-Realitätsleugnung bis zuletzt. Die halten ja auch die Agenda 2010 immer noch für eine gute Sache, halten sich gar für soziale Demokraten!
Das ist doch nicht Rückgrat! Das ist Rumpelstilzchen! Der arme Putin kriegt hoffentlich Schmerzensgeld dafür, dass er sich dieses ganze selbstherrliche Gesülze der europäischen Anzugträger anhören muss. Ich hätte ja geil gefunden, wenn Putin den Scholz mal nach dem Brechmitteleinsatz gefragt hätte, oder nach Cum Ex. Scholz erzählt was von Menschenrechtsverletzungen und Korruption, dann soll er mal Butter bei die Fische geben.
Ihr ahnt wahrscheinlich schon, was als nächstes passierte.
Federal prosecutors last month said a New Jersey man was able to verify fake driver’s licenses through an ID.me system in California as part of a $2.5 million unemployment-fraud scheme.Nein, nein, das ist gut, das mit einer KI in der Cloud zu machen. Da kriegt man wenigstens ein vorhersagbares Qualitätsniveau!1!!Im Übrigen ist das doch ein Zeichen dafür, dass das System super funktioniert! Immerhin ist das ja aufgeflogen!!1!
ID.me has pointed to the scam as an example of how well its systems work, noting that it referred the case to federal law enforcement after an internal investigation. But the criminal complaint in the case shows that ID.me’s identification systems did not detect bogus accounts created around the same day that included fake driver’s licenses with photos of the suspect’s face in a curly wig.Gehen Sie weiter, gibt nichts zu sehen hier!
Ich muss da das Memo mit den entscheidenden Fakten nicht gekriegt haben, denn für mich ist das wie ein Blick durch ein Portal in eine Paralleldimension. Es ergibt überhaupt keinen Sinn.
Wir haben aktuell gut 150k Neuinfektionen pro Tag. Wir haben 80 Mio Einwohner, wir haben 60 Mio vollständig Geimpfte und 11 Mio Genesene. Bleiben nochmal rund 10 Mio übrig. Davon sind 5 Mio Kinder unter 5, für die es noch keinen zugelassenen Impfstoff gibt.
Wenn die Infektionszahlen stabil bleiben, dann sind von dem Rest in 30 Tagen alle durchinfiziert. Was glauben die denn, wie schnell sie hier eine Impfpflicht durchgeprügelt kriegen?
Wen genau meinen die mit der Impfpflicht?
Was geht denn hier gerade ab bitte? Soll das eine Kompetenzsimulation werden? Seht her, wir tun was?
Wir als Bevölkerung sind denen jetzt zwei Jahre mehr oder weniger freiwillig in den Lockdown gefolgt, und was haben wir dafür vorzuweisen? Ganze Branchen sind in Parkplätze umgewandelt worden.
Wenn die wenigstens überwältigende Evidenz hätten, dass eine 100% Durchimpfung irgendwas am Status Quo ändern würde! Haben sie aber nicht. Haben sie nicht mal vorzulegen versucht! Das einzige Argument für mehr Impfung im Moment ist, dass das das Fanal der Hoffnung ist, wie wir aus dem Scheiß wieder rauskommen. Das ist eine emotionale Sache, keine inhaltliche mehr. Lauterbach und Drosten und co haben uns jetzt so lange erzählt, dass wir uns bloß alle impfen müssen, dann ist der Spuk vorbei, dass die das inzwischen selber glauben. Obwohl wir inzwischen regelmäßig Doppel- und Mehrfachinfektionen haben, von Geimpften und Ungeimpften. Wenn die einen Impfstoff hätten, der Omikron besiegt, dann könnten wir reden! Aber so?
OK, hat jemand von euch das Memo gekriegt, dass ich nicht gekriegt habe? Was geht hier gerade ab? Erklärt es mir bitte!
Mal ganz abgesehen von inhaltlichen Fragen ist das auch taktisch völlig unklar, wie sie die Einhaltung durchsetzen wollen. Soviel Polizisten gibt es gar nicht, wie man da bräuchte. Selbst wenn sie da wie bei der Geldwäsche einfach mal die Industrie zu unbezahlten Hilfssheriffs zwangsverpflichten, sehe ich das nicht, wie das funktionieren soll. Bei Geldwäsche greift das erst bei Transaktionen über 10k€, aber so eine Einschränkung gibt es ja bei Impfen nicht.
Was zur Hölle geht hier gerade ab?! Macht da jemand eine Kompetenzsimulation für die Regierung? Sinnloser Aktivismus, damit es aussieht, als hätte der Lauterbach das mehr im Griff als der Spahn? Nicht mal das ergibt für mich Sinn, die verspielen alleine mit der Rhetorik schon unfassbar viel Vertrauen, und das ist eine sehr endliche Ressource aktuell. Ich bin überhaupt nicht überrascht, dass die ersten Bundesländer abspringen, bevor das Ding überhaupt den Bahnhof verlassen hat.
Das Bayern-Bashing gerade verstehe ich auch nicht. Wenn fucking Bayern findet, dass sie das nicht tun wollen, weil das zu Fascho-Polizeistaat-Unterdrückungsscheiß ist, ...!
Ihr wisst schon, die "Vordenker" bei Polizei- und Versammlungsrecht. Die CSU-Faschos. Die, die Unschuldige unbegrenzt wegsperren können, bevor sie etwas getan haben! Wenn DIE finden, Impfpflicht ist ihnen zu Polizeistaat, dann ... äh ... ist das vielleicht wirklich zu Polizeistaat!
Update: So gut wie allen Leserbriefschreibern ist aufgefallen, dass ich hier einfach die Mengen der Geimpften, Genesenen und Kleinkinder als disjunkt behandelt habe. Das war meine Illustration dafür, dass Inzidenzzahlen sich nicht als Metrik eignen, um eine Impfung zu begründen. Freut mich, dass ihr das bei mir alle merkt. Ein bisschen schade, dass ihr dann nicht die drei Zentimeter weiterdenkt und das den Medien durchgehen lasst. Wobei die da vielleicht etwas weniger holzhammerig argumentieren, denn ich will ja, dass ihr das merkt, und die wollen, dass ihr das nicht merkt. Inhaltlich ist das natürlich egal. Inzidenzen eignen sich nicht als Metrik, um eine Impfpflicht zu begründen. Außer die Impfung verhindert zukünftige Inzidenzen. Was sie in diesem Fall nicht tut.
Dann hieß es oft: Vergiss Omikron, geht um Delta. Omikron immunisiert in der Praxis nicht gegen Delta, außer es war ein schwerer Verlauf, und den willste ja bei Omikron genauso vermeiden wie bei Delta. Das ist eine Argumentation, die ich verstehen kann und auch geteilt habe. Wenn man damit eine Impfpflicht begründen könnte, wieso haben wir die dann nicht seit zwei Jahren? Und selbst wenn du Omikron rausnimmst, haben wir eine echt krasse Zahl an Genesenen, die immer größer wird. An dieser Stelle sei auch nochmal der Hinweis erlaubt, dass die Statistik in den meisten Länder (soweit ich weiß auch Deutschland) bis vor kurzem oder immer noch doppelt Genesene gar nicht beinhalten.
Update: OK ich fass mal zusammen: Ihr wisst es auch nicht. Im Wesentlichen bleiben zwei Theorien übrig. Erstens: Die faseln nur über Impfpflicht, damit die Unentschiedenen sich jetzt in typisch preußischem vorauseilendem Gehorsam impfen lassen. Würde mich ja wundern, wenn es da noch nennenswert viele von gäbe. Ich glaube, die jetzt noch nicht geimpften sind Leute, die eine Impfung für einen Anschlag auf ihr Leben halten. Die kriegst du nicht mit Verordnungen.
Zweitens: Die reden von einer Impfpflicht, nicht einem Impfzwang. Impfzwang hieße, am Ende kommt ein Beamter und zwingt dich mit Gewalt zur Impfung. Impfpflicht heißt: Das Ordnungsamt prüft und verhängt eine Geldbuße. Die zahlst du dann halt und hast ein paar Monate Ruhe. Mit anderen Worten: Eine verdeckte Steuer auf Idioten. Wäre nicht die erste, der Staat betreibt ja auch Lotteriegesellschaften.
Update: Oh ich sehe gerade, dass nicht nur die letzte Seite in meiner Inbox voll mit Impfpflicht-Kommentaren ist. *stöhn* :-)
In Drostens Podcast kam folgende Erklärung: Eine überstanden Omikron-Infektion hilft nicht gegen Delta. Im Herbst haben wir also die nächste Delta-Welle. Dänemark hat bei den Alten 100% Impfquote, wir nur 90%. Das sind ungefähr 3,5 Mio Menschen. Für die müssen wir im Herbst entweder "Ewig grüßt das Murmeltier" spielen oder wir impfen sie vorher einmal durch. Weil sowas ewig Bürokratie-Vorlauf braucht, ist die Debatte jetzt, damit das im Herbst durch ist.
Update: Das Hauptargument von Bayern ist offenbar, dass die diskutierte Impfpflicht speziell auf Pflegepersonal abhebt, und das sind wohl zum signifikanten Teil impfunwillige Ausgebeutete aus Osteuropa, von denen man befürchtet, dass die dann halt Leine ziehen. Klar, leuchtet ein. Dann lassen wir lieber die Alten sterben, als hier mal für Zustände in der Pflege zu sorgen, bei denen man nicht von ausländischen Leiharbeitern erpressbar ist. Im Übrigen: Brauchen die die Jobs hier nicht auch? Wenn die die Freiheit hätten, einfach hinzuschmeißen, wieso würden sie die Option erst bei einer Impfpflicht wahrnehmen? Die werden doch jetzt schon menschenunwürdig behandelt!
So wie ich das verstanden habe, ist das vergleichbar mit "RT Chefredakteur fährt ohne Führerschein Auto, kriegt Strafe aufgebrummt". Das war vorher klar, dass das verboten ist. Das Besorgen der Lizenz wäre eine Formalie gewesen, und auch nicht mit einer Gesinnungsprüfung verbunden gewesen. Und es wäre deutlich befriedigender für RT gewesen, wenn man ihnen eine bereits erteilte Lizenz entzogen hätte, anstatt wegen einer solchen Lappalie jetzt ein Fass aufzumachen.
Trotzdem ärgere ich mich darüber, dass wir denen ohne Not ihre tumben Provokationen noch damit belohnt haben, ihnen so eine Vorlage zu liefern.
Ich vermute mal, RT hätte auch lieber eine Lizenz entzogen bekommen, aber die Eskalation der Ukraine-Nummer hat die offenbar auch unvorbereitet erwischt.
Nein, du kannst dich nicht auf Pressefreiheit berufen, um aus einem Knöllchen wegen Falschparkens rauszukommen.
Update: Ich finde es auch lächerlich, dass wir für Youtube-Ausstrahlungen eine Sendelizenz verlangen. Das wäre mal eine Sache, die unter dem Banner der Digitalisierung ersatzlos entsorgt werden könnte von der neuen Regierung, wenn sie mal zeigen wollten, hypothetisch gesprochen jetzt, dass sie nicht so von gestern sind wie die CDU. Aber ich denke mal, dass die sich denken werden, mit so einer Sendelizenz kann man in Zukunft vielleicht schön unter dem Vorwand der Hassredebekämpfung o.ä. Herumzensieren. Daher wäre das die viel geilere Provokation gewesen, eine Sendelizenz zu beantragen, und die dann abgelehnt zu kriegen. Denn dann hätten sie nämlich tatsächlich inhaltlich begründen müssen, und dann hätte der Zensurvorwurf tatsächlich potentiell Gewicht gehabt.
Update: The plot thickens! Das ehemalige Nachrichtenmagazin behauptet, eine Lizenz sei mit inhaltlicher Begründung ("mangelnde Staatsferne") verweigert worden. Die Tagesschau schrieb noch, eine Lizenz sei nicht mal zu beantragen versucht worden.
Gute Arbeit, Russland. Ihr habt es geschaft, solange zu provozieren, bis euch Youtube rauswarf, und dann habt ihr solange weitergemacht, bis das hier passierte. Jetzt könnt ihr eure Propaganda weiterfahren, dass in Deutschland Zensur herrscht und die Wahrheit unterdrückt wird. Habt ihr ein Glück, dass unsere Behörden so vorhersagbar sind.
Gratulation auch an die Behörden an der Stelle. Ihr habt es geschafft, RT Deutsch auch noch Wind in die Segel zu pusten. Euch selbst habt ihr dabei so demaskiert, dass eure Hosen jetzt bis zur nächsten Revolution nach Pisse stinken. Das kriegt man auch nicht rausgewaschen. Ja, so tief habt ihr ins Klo gegriffen.
Die Älteren unter euch werden sich noch an Zeiten erinnern, wo bei uns Demokratie simuliert wurde. Man hat geguckt, was die Mehrheit will, und das hat man dann gemacht. Es gab natürlich Ausnahmen für verfolgte ethische Minderheiten und so. Und wisst ihr was? So gut wie nie waren die Mehrheiten so klar wie jetzt. Wenn du nur auf die Impfbaren guckst, haben wir eine Impfquote von 80%. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann es zuletzt für irgendeine Frage jemals so eine klare Mehrheit gegeben hat.
Die Querdenker sind keine verfolgte oder diskriminierte Minderheit. Die sind einfach eine Minderheit. Die haben verloren. Aber sind zu sehr Kleinkind, um ihre Niederlage hinzunehmen.
Nicht zuletzt durch die Dauer-Agitation von RT Deutsch wähnen sich viele von denen sogar im Recht mit ihrem kleinkindlichen Trotzverhalten.
Das laste ich aber nicht RT an. Das ist Schuld der Idioten, die auf deren Agitprop reingefallen sind (und die war nicht mal besonders gut oder überzeugend!) und auf die Politik, die sich hier von einer verschwindend kleinen Minderheit als ängstliche Hühner vorführen lässt, geradezu paralysiert vor Angst, obwohl die Wahl gerade frisch hinter uns liegt und die jetzt 4 Jahre durchregieren können!
Kleine Übung: Googelt mal, wie viele Menschen in Deutschland an Gespenster glauben. In einer Gesellschaft der Größe unserer Bevölkerung gibt es schlicht eine bestimmte Anzahl von Spinnern. Das ist die Zahl, mit wie vielen Spinnern unsere Demokratie umgehen können muss.
Übung 2: Findet mal raus, wieviel Prozent die Parteien bei der Wahl tatsächlich gekriegt haben. In den offiziellen Wahlergebnissen werden die Nichtwähler rausgerechnet. Rechnet die mal wieder rein.
Das setzt einiges in Perspektive, findet ihr nicht?
Und dann sagt man einfach: Ist zugestellt.
Wie man dann die Kohle eintreibt? Klären wir später!
Ich kann kaum erwarten, wie blöde der Herr Justizminister guckt, wenn das mal irgendein Land dieser Welt mit ihm macht. Wie, na klar gibt es auf Sie einen Haftbefehl und wir haben der Deutschen Bank aufs Konto gegriffen, weil wir Ihr Konto nicht erreicht haben. Könnt ihr ja intern verrechnen. Na hören Sie mal, das stand letzte Woche im Ulan-Bator-Anzeiger! Da können wir ja wohl nichts für, wenn Sie den nicht lesen!1!!
Da haste doch spontan Vertrauen in den Rechtsstaat, wenn der zu solchen Methoden greift.
Ich frage mich ja, wieso die überhaupt finden, sie hätten Zuständigkeit oder Jurisdiktion über Telegram. Die Russen behaupten ja auch nicht, sie hätten Zuständigkeit und Jurisdiktion über Xing oder die Heise-Foren. Diese ganzen Truthähne in der Regierung sind so damit beschäftigt, einen auf dicke Hose zu machen, dass sie gar nicht merken, was dabei alles zu Bruch geht.
Hey! Habt ihr euch mal gefragt, wieso eine gammelige russische Chat-App mit fragwürdiger Pseudo-Krypto hier überhaupt einen Fuß auf den Boden gekriegt hat?
Weil ihr systematisch alles Vertrauen in Verschlüsselung und Sicherheit aus Deutschland kaputtgemacht habt. So sehr kaputt gemacht, dass die Leute lieber eine halbseidene unseriöse App aus Russland verwenden, um sich gegenseitig zu sagen, wie wenig sie euch noch vertrauen. Wenn ihr nicht seit Jahrzehnten herumfaseln würdet, dass ihr in unsere Kommunikation reinschnüffeln und uns Trojaner installieren wollt, dann hätte hier vielleicht ein Messenger entstehen können. Der hätte dann auch eine ladungsfähige Inlands-Anschrift gehabt.
Gut, dem wären dann spätestens beim NetzDG auch alle User weggelaufen. Ihr saugt ja systematisch den Sauerstoff aus dem Raum für Tech-Innovationen aus Deutschland. Da bleiben am Ende nur noch Werbeklitschen und Blockchain-Scammer übrig. Und Akademiker, die auf der verzweifelten Suche nach Forschungs-Drittmitteln was von KI faseln.
Geliefert wie bestellt.
Als Erklärung musste erst die Supply Chain herhalten. Bis mal jemand nachguckte und sah, dass die Fabriken alle mit voller Auslastung produzieren.
Dann hieß es: Die liegen alle in chinesischen Hafen-Lagerhallen rum!1!! Dann hätte sich das aber mit der Zeit normalisieren müssen. Hat es nicht.
Dann hieß es: Die scheiß Crypto-Bros kaufen die alle weg! Die Crypto-Bros benutzen aber heutzutage ASICs, nicht Grafikkarten, von den verstrahlten Ethereum-Deppen abgesehen. Klar ist das Teil des Problems, aber wie groß? Weiß man nicht.
Dann hieß es: Die fiesen Spekulanten kaufen den Grafikkartenmarkt leer und verscheuern das dann fürs Doppelte auf Ebay und co! Nur … wenn man mal genauer hinguckt, gibt es keine Lieferengpässe mehr. Die Grafikkarten sind größtenteils gut lieferbar. Bei den Händlern liegen 10 Exemplare und mehr rum.
Nun, da könnte sich für die ungewaschenen Massen der Eindruck einstellen, dass sie hier nach Strich und Faden abgezockt werden. Und zwar nicht von Crypto-Bros und Scalpern sondern von den Händlern, Großhändlern und Grafikkartenherstellern. Das könnte sich noch verstärken, wenn man mal auf Nvidias Quartalsergebnisse guckt. Wie jetzt, +50% gegenüber dem Vorjahr? Mehr als verdoppelt gegenüber vor zwei Jahren? Und das ist alleine der Gaming-Bereich, im Data Center sieht es nochmal ähnlich aus. Es ist also keineswegs so, dass es da eine Knappheit gibt, und Nvidia nur wenig Karten verkauft kriegt. Die verkaufen aus allen Rohren, es kommt nur nichts zu regulären Preisen beim Verbraucher an. Und alle auf dem Weg verdienen sich dumm und dämlich, wieso sollte also jemand etwas tun?
Nun, Nvidia tut jetzt etwas. Sie erhöhen die Listenpreise. Damit es nicht mehr ganz so nach Raubritterei aussieht.
Fuck, yeah! Und sie behaupten dann auch noch, das habe was mit den Wechselkursen zu tun.
Man sollte dazu sagen, dass schon die Listenpreise in den letzten Jahren eine absolute Frechheit waren. Nvidia hatte immer mindestens eine Consumer-Karte im Angebot, die über 1000 Dollar kostete. Und offensichtlich haben sie gemerkt, dass die Leute soviel zahlen, wenn man nur glaubwürdig genug eine Knappheitsillusion erzeugt.
Wo bleiben eigentlich das Kartellamt und die Verbraucherschützer?
Update: AMD ist natürlich genauso Katastrophenprofiteur. Die haben kürzlich eine neue Grafikkarte rausgebracht, für die man früher nichtmal 100 Euro verlangt hätte — für 200 Euro. Listenpreis, versteht sich. Straßenpreis ist im Moment eher so 350 Euro. Von der Presse wurde das Ding einmal flächendeckend einstimmig zerrissen. AMD wusste, dass das Ding Mist ist, daher gab es keine Testexemplare außer für die größten und loyalsten Tester. Am Ende ist die Karte so grottenschlecht, dass nicht mal die Scalper Interesse haben.
Es gibt ein paar hervorhebenswerte Aspekte daran.
Nun, stellt sich raus: Cloudflare cached bis 15GB. Kann man einstellen, muss man aber nicht. Hat er nicht. Seine Hash-Datenbank zum Download hat kürzlich die 15GB-Grenze gerissen.
Also hat Cloudflare die nicht mehr gecached. Also schlugen die Kosten auf Azure durch und er bekam eine Rechnung über 5000 AU$ von denen. Als er das diagnostiziert und gefixt hatte, kam die zweite Hälfte der Rechnung, nochmal 6000 AU$.
Bonus: Er findet Cloud immer noch voll geil und will auch nicht von Azure weggehen.
OK, dann gucken wir doch mal, ob ihr folgenden Überlegungen folgen könnt.
Werbung fürt zu Adblockern.
Adblocker führen zu Anti-Adblockern und anderem DRM.
DRM führt zu einer Einschränkung der Freiheiten des Benutzers.
Das ist fundamental inkompatibel mit freier Software.
Also wird Qt vermutlich bald nicht mehr frei sein können.
Außerdem reicht es ja, wenn irgendeine Gammel-Anwendung über KDE Werbung einblendet. Die tolle angestrebte visuelle Integration führt dazu, dass das alles als Teil von KDE gesehen wird. Also: "KDE blendet Werbung ein".
Die KDE-Leute haben sich da leider in eine nicht auflösbare Abhängigkeit begeben und haben seit Jahren Stockholm-Syndrom. Qt hat die Schmerzen immer noch gerade klein genug halten können, dass das nicht alles aufplatzt. Das ist jetzt vorbei, denke ich. Hoffe ich. Denn wenn KDE Werbung in Anwendungen duldet, dann braucht es niemand mehr.
Hey, Win-Win! Wisst ihr, wer noch Flüssiggasexporteur ist? Die USA!
Aber im Moment ist erst mal Katar wichtiger. Nicht dass die ungehalten werden und die US-Militärbasis rauskanten. Da muss man ab und zu ein bisschen nachbuttern, und nachbuttern ist immer am besten, wenn jemand anderes die Zeche zahlt am Ende! In diesem Fall die blöden Europäer. (Danke, Stefan)
Da sterben peinliche Beamte an "gesundheitlichen Gründen", statt wie in zivilisierten Gegenden aus dem Fenster zu fallen.
Der gute Mann war Direktor für "operative Technik" (Betriebstechnik?) und für die Einführung von und Ausspähoperationen mit der Pegasus-Spyware in Polen zuständig.
Bisschen Kontext dazu: Hier ist, was der polnische Vize-Ministerpräsident zu Pegasus zu sagen hatte.
Pegasus biete technische Vorteile und ermögliche das Überwachen verschlüsselter Textnachrichten im Kampf gegen Kriminalität. "Es wäre schlecht, wenn die polnischen Geheimdienste diese Art Werkzeug nicht hätten", sagte er.Ja, alles völlig an den Haaren herbeigezogen. Und jetzt hört endlich auf, das öffentlich anzusprechen. Unser Geheimdienstchef sieht schon ganz gestresst aus! Nicht dass der noch nen Herzinfarkt kriegt oder so!Zugleich wies Kaczynski Berichte zurück, wonach seine Regierung Pegasus für Spähangriffe auf die Opposition eingesetzt haben soll. "Ich kann aber nur betonen: Die Geschichten der Opposition, dass Pegasus zu politischen Zielen eingesetzt wurde, sind völliger Unfug.
Tatsächlich meinten wir: Staatsanwaltschaft und Polizei haben in über 100 Ermittlungsverfahren auf Daten aus Corona-Listen und der Luca-App zugegriffen.
Seit Einführung der Kontakterfassung in Restaurants und Geschäften im Jahr 2020 haben deutsche Strafverfolgungsbehörden in mehr als 100 Fällen Daten aus Corona-Kontaktlisten oder mindestens einem Fall aus der Luca-App erhoben.Wisst ihr, was sie nicht missbraucht haben? Die Covid-Warn-App. Weil Nerds und Datenschützer darauf bestanden haben, dass die Daten das so gut wie möglich nicht hergeben.
So langsam kriegt man echt den Eindruck, dass die es darauf anlegen, dass die Bevölkerung jedes Restvertrauen in den Staat verliert.
SGX war mit großem Tamtam als Sicherheitstechnologie gestartet. Die Idee war, dass es in der CPU eine "sichere Enklave" gibt, in der du deinen besonders krass sensiblen Code reintun kannst, also z.B. sowas wie den Public-Key-Code in einer TLS-Library. Die könnte dann Operationen exponieren, über die man TLS implementieren kann, aber niemand außer der Enklave müsste den Private Key im Speicher haben, wo er von einem Angreifer geklaut werden kann.
In der Praxis stellt sich dann aber raus, dass das praktisch nicht sicher einsetzbar ist. Nicht nur weil die exponierten APIs ja dann bombensicher und luftdicht sein müssen, sondern auch weil Intel es nicht geschafft hat, die SGX wirklich abzutrennen. Die ganzen SPECTRE-Varianten, die euch nie wirklich betroffen haben als Privatpersonen? Die haben alle SGX betroffen. Und Intel hat es nicht geschafft, den Scheiß abzusichern.
Daher ist der neue Weg jetzt, dass die Management Engine Fremdmodule zulässt. Also nicht von dir und mir, aber von sagen wir mal einem OEM wie Lenovo. Die könnten ein Modul in die Management Engine packen, mit dem man 4K-Blurays abspielen kann. Das Memo hat aber die Bluray Association noch nicht gekriegt und erlaubt schon formal nur 4K-Bluray-Playback auf Rechnern mit SGX.
Ja gut, betrifft mich nicht. Blurays sind tot. Heute streamt man 4k aus dem Netz.
Aber mir fällt gerade auf, dass der Artikel am Rande notiert, dass auch die Xeons kein SGX mehr haben.
Und DAS ist ein Paukenschlag, meine Damen und Herren. Denn das SGX in den Xeons ist das Feigenblatt für viele feuchte Cryptocurrency-Träume. Beispielsweise basiert die Sicherheit von Mobilecoin, der neuen "demokratischen Währung", die Signal eingebaut hat, auf SGX. Also nicht nur SGX. Auch ein bisschen Hand Waving :-)
Wenn es jetzt keine SGX-Cloudserver mehr gibt, weil Intel keine CPUs mehr liefert, die das können, dann ist auch Mobilecoin platt. Und mit ihm wahrscheinlich ein Haufen anderer Dinge, mit denen schon ein paar unseriöse Scammer Geld einsammeln gegangen waren.
Gut, betrifft mich jetzt auch nicht direkt, aber ich dachte, ich sag das hier mal an.
Wobei. Was weiß ich schon. Vielleicht macht Intel das per Zuzuahlung freischaltbar. So ala "Schönes Scam-Geschäftsmodell haben Sie da! Wäre ja schade, wenn das bald nicht mehr ginge". Wenn sie schlau sind, kann man das nicht kaufen sondern nur mieten. Mit freischaltbaren CPU-Features hat Intel schon länger geliebäugelt.
Wat? War das der Kuhhandel, damit die FDP ihren Blockchain-Bullshit in den Koalitionsvertrag reinkriegt oder was?
Da bleibt ja kaum ein Stein auf dem anderen! Was kommt als nächstes? Tempo 100 auf den Autobahnen wäre ein vernünftiger Weg zum Sprit-Sparen und Einhalten der CO2-Limits?
Ihr wisst schon. Eine Zukunft, in der Dinge funktionieren. Jedenfalls ab und zu. Eine Zukunft, in der Regierungen mehr Pfeile im Köcher haben als "Symbolpolitik + Abwarten + Prinzip Hoffnung".
Das wäre doch mal eine Scifi, die die Leute im Moment lesen wollen würden, meint ihr nicht?
Ich brauch gar keine Wunder-Hightech in der Scifi. Gar keine Raumschiffe. Keine Überlichtgeschwindigkeit. Mir reicht völlig, wenn da eine Regierung ab und zu mal etwas hinkriegt.
Können wir mal bitte für die Geschichtsbücher festhalten, dass es nicht die RKI-Vorschläge sind, die überraschend sind gerade. Das RKI sagt, was es schon die ganze Zeit sagt. Abstand, Masken, Lüften. Jetzt mit Omikron und Winter bringt lüften nicht mehr so viel, daher Abstand und Masken.
Überraschend ist hier gerade der Lauterbach, der jetzt Spahn und 2020-Söder channelt.
Einige haben sich ja sogar gefreut, dass Lauterbach Gesundheitsminister wird. Ich habe Zuschriften von denen gekriegt. Die hatten gehofft, dass das länger als eine Woche hält.
Aber da bestand ja noch die theoretische Möglichkeit, dass die neue Regierung sich erinnert, dass sie angetreten war, um die Wissenschaftsleugner von der CDU zu ersetzen, und auf ihre Experten hört.
Natürlich passierte das Gegenteil:
In der Schalte von Bund und Ländern äußerten sich nach SPIEGEL-Informationen auch Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kritisch über den RKI-Vorstoß. Grundlage des Treffens seien Aussagen des Expertenrates, sagte Scholz demnach. Und Lauterbach betone, die Veröffentlichung des RKI sei nicht mit ihm abgestimmt gewesen, »bei mir gibt es keine wissenschaftliche Zensur«.Man vergisst ja immer total schnell, dass die SPD auch die Hälfte der verkackten, beschissenen Vorgänger-Regierung gestellt hat. Völlig absurd, da jetzt Besseres zu erwarten. Ihr kriegt alle genau das, was ihr gewählt habt.
Wer hat eigentlich SPD gewählt?
Ja wie, natürlich nicht! Wie sieht das denn auch aus?!
- Es gab einen erfolgreichen Angriff Dritter auf die IT-Infrastruktur zum bevorstehenden Zensus.
- Den Angreifern gelang es, so genannte „Webshells“, also Fernzugänge in Form von Schadsoftware auf zwei Servern der Zensus-IT zu installieren.
- Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), eine ebenfalls dem BMI unterstehende Behörde, bewertet das als „Major Incident“, als „schwerwiegendes Sicherheitsereignis“.
Wann dieser Angriff stattgefunden hat und wie lange es gedauert hat, bis er entdeckt worden ist, dazu möchte das BMI „grundsätzlich“ nichts mitteilen.
Äh ... wat? Das war unklar, wieviel Impfdosen wir haben? NICHT MAL DAS hat der Spahn auf die Reihe gekriegt?!?
Mann Mann Mann. Abgründe tun sich auf.
Schaut mal hier, wie sie die Ausschuss-Vorsitze verteilen.
Es geht schon direkt großartig los:
Die Union legte ihren Schwerpunkt auf Wirtschaftsthemen. Als größte Oppositionspartei hat sie traditionell das erste Zugriffsrecht und sicherte sich den Vorsitz im mächtigen Haushaltsausschuss. Daneben übernehmen CDU/CSU auch den Vorsitz bei Finanzen, Recht, Wirtschaft und Landwirtschaft.Die Korruptionspartei kriegt den Haushaltsausschuss. Wat? Oh, und Finanzen, Recht, Wirtschaft und Landwirtschaft!1!! Klar, wer sonst? Die mit den Maskendeals natürlich! Die mit den schwarzen Kassen und den "jüdischen Vermächtnissen"!
Aber warte, geht noch weiter.
Die AfD stellt im neuen Bundestag die Vorsitzenden der Ausschüsse für Inneres, Gesundheit sowie Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.Die Leute da draußen regen sich gerade alle darüber auf, dass die AfD den Innenausschuss kriegt. Ich finde noch viel bedrückender, dass die Impfleugner-Wissenschaftsfeinde von der AfD den Gesundheitsausschuss kriegen! What the FUCK?!?
Die FDP hat sich Bauen, Verteidigung und Menschenrechte gesichert.Prima. Menschenrechte regelt ab jetzt der Markt. Fuck, yeah!
Die Grünen leiten den Bundestags-Europa-Ausschuss und daneben Umwelt, Bildung und Digitales.Die Globuli-Partei kriegt Bildung. Da wächst zusammen, was zusammen gehört!
Die Linkspartei stellt nur einen Ausschuss-Vorsitz - den für Klima und Energie.Wie, Moment, die Grünen wollten lieber Bildung als Klima? Globuli waren denen wichtiger als die Abwendung des Untergangs unserer Spezies?
Ich für meinen Teil finde das ja gut, dass der Innenausschuss endlich von jemandem geleitet wird, der sich mit Rechtsextremismus wirklich auskennt!1!!
Damit liegt dann auch endlich die Geheimdienstkontrolle in den Händen einer Partei, die sich mit Geheimdiensten gut auskennt, weil sie zur Hälfte aus V-Leuten besteht.
Ich wollte mir am 22.11. eine Booster-Impfung verschaffen; mitten am Tag, Gleitzeit und Homeoffice machts möglich. Das Ergebnis war:Danke, Jens Spahn!(1) Impfzentrum im Ringcenter 2 an der Frankfurter Allee: Keine wirkliche Schlange, aber es standen jede Menge unzufriedener Leute herum: Weil der Impfstoff ausgegangen war, und sie für nichts gekommen waren.
(2) Impfzentrum in den Schönhauser Allee Arcaden: Eine monströs lange Warteschlange, in der hinter mir ein Rentner stand, der auf "die Jugend" (also auch mich (45)) schimpfte, dass die "noch gar nicht dran" wären. Vor mir stand eine Reklametafel, in der ein Werbespot in Dauerschleife lief, dass man sich boostern lassen soll. Als ich nach über einer Stunde endlich dran war, schickte man mich wieder weg, weil meine Zweitimpfung noch nicht fünf Monate zurücklag. Es fehlten acht Tage.
(3) Impfzentrum im Rathaus-Center in Pankow: Die Schlange war länger als in der Schönhauser, und ich verhörte einen Security-Typen so lange, bis er herausbrachte, dass ich nicht geimpft werden könne, wegen der besagten acht Tage.
Ich hatte davor versucht, Termine in den durch den Senat betriebenen Impfzentren in Tegel und an der Messe über doctolib zu bekommen: No way. Tegel hatte gar keine Termine, und Messe erst wieder ab dem 22. Januar.
Als kurz darauf ein neues Impfzentrum im Ring-Center 1 eröffnet wurde, fuhr ich zufällig mit der S-Bahn daran vorbei, und konnte weder den Anfang noch das Ende der Schlange sehen, die sich draußen ums Gebäude wand.
(Jetzt ist das passiert, was mir und anderen auch schon bei der Erst- und Zweitimpfung einen Haufen Huddelei erspart hatte: Die Firma kümmert sich (wir sind selber Medizintechnik), und hat über einen ... ähm ... "befreundeten" Dienstleister Termine besorgt, am 15.12., ohne jeden Stress für die zu Impfenden.)
Mein Fazit lautet:
(1) Eine Menge Leute wollen sich impfen lassen. Sie sind bereit, dafür unter Tag stundenlang anzustehen.
(2) Die Kapazitäten reichen offensichtlich nicht aus, um das auf eine Weise zu bewältigen, die einer westlichen Industrienation würdig wäre.
(3) Wenn man jemanden kennt, und womöglich gar bereits in geschäftlicher Beziehung zu ihm steht, kann man Impftermine (vermutlich) einfach kaufen.
Not-so-fun-fact: Auch als doppelt Geimpfter und mit einem tagesaktuellen negativen Test darf ich das Pflegeheim nicht mehr betreten, in dem gerade ein naher Angehöriger von mir stirbt. Ich darf ihn nicht mehr besuchen, obwohl ich wirklich alles getan habe, wozu man mich im Rahmen der ganzen Wellenbrecherei aufgefordert hat.
Ich kenne promovierte Naturwissenschaftler, die sich vor einem Jahr noch brav allen Anordnungen unterwarfen, die wirklich gesetzestreue Bürger sind, und angesichts der neuerlichen Kontaktbeschränkungen nun aber beschlossen haben, dass sie sich eigentlich doch nicht von der Regierung vorschreiben lassen wollen, wie und mit wem sie ihr Weihnachtsfest verbringen.
Dass notorische Impfgegner, Querulanten und andere unangepaßte Subjekte die Maßnahmen ablehnen, ist nichts neues. Neu ist nach meiner Erfahrung aber, daß dies auch zunehmend auf Leute zutrifft, die bisher eine zuverlässige Stütze des bürgerlichen Staates waren.
Ich finde das nicht verwunderlich, dass sich jetzt so viele boostern lassen wollen. Wenn du Geschichten hörst, dass jemand seinen Hirntumor nicht operiert kriegt, weil die Betten voll sind, dann ändert das den Blick auf die Lage. Risiko ist Eintrittswahrscheinlichkeit mal Schaden, und wenn du davon ausgehen musst, dass kein Bett mehr frei ist, wenn du krank wirst, dann geht halt der Schadensteil der Gleichung hoch.
Der Leserbrief lässt ein bisschen ein schlechtes Gewissen durchscheinen, dass die Firma da was organisiert hat, aber da möchte ich mal darauf hinweisen, dass das explizit so gewollt war, dass Betriebsärzte von Firmen impfen dürfen, können und sollen.
Ungefähr die Hälfte der Einsender erzählt von "sofort Termin bekommen, alles flutscht super", die andere Hälfte erzählt von stundenlangen Wartezeiten draußen im Regen in der Kälte. Meherere Leser haben berichtet, dass Arztpraxen eher keine Termine haben als Impfzentren, also lieber dort probieren. Wenn man online keinen Termin kriegt, einfach später nochmal probieren, am besten außerhalb der üblichen Lastzeiten. Viele Leser sind auch einfach hingegangen und wurden dann geimpft, wenn auch teilweise nach stundenlangem Warten.
Das Volumen scheint im Moment hauptsächlich für Booster draufzugehen, es gibt kaum noch Erst- oder Zweitimpfungen.
Das was mir heut als absolute Verschwörungstheorie über den Weg gelaufen ist es definitiv wert geteilt zu werden, auch wenn die Quelle aktuell nur Hörensagen (aka eine Grünen-Politikerin) ist.Kann da jemand inhaltlich was zu sagen?Ich hab die Tage versucht einen Termin für eine Booster-Impfung in München zu machen.
Laut Web-Interface sind bis inklusive März alle Termine vergeben - wenn man Glück hat gibt es im Umland was, so ab ca. 1h Fahrzeit ÖPNV.
Ich bin außerdem in diversen Telegram Gruppen, wo Leute sich organisieren um Impfungen möglichst effizient zu verteilen, z.B. falls ein Patient absagt und eine Dosis übrig ist, dass die dann nicht weggeworfen werden muss, sondern eventuell jemand anders die bekommen kann.
In einer dieser Gruppen schreibt heute eine Politikerin (die mir persönlich bekannt ist), dass sie in einem der Impfzentren einfach mal auf gut Glück ohne Termin vorbeigegangen ist. Vor Ort war sie sofort dran und außer ihr wohl eher gähnende Leere. Auf Nachfrage warum dann Online keine Termine frei sind, sagten das Personal vor Ort, dass alle Termine aktuell von Impfgegnern blockiert werden, die wohl im großen Stil buchen und dann nicht erscheinen.
Die Zivilisationsdecke ist dünn….
Ich habe jetzt auch schon mehrfach gehört, dass man bei spezifischen Impfzentren einfach hingehen kann und dran kommt. Aber dass da sonst gähnende Leere war, das hab ich noch nicht gehört. Weiß jemand genaueres?
Update: Ein Leser schreibt, dass das in Neuseeland auch eine Strategie der Anti-Vaxxer war.
Update: Ein anderer Leser schreibt:
Bekannte arbeiten im Impfstützpunkt Freiburg i. Br. und berichten von gleichmäßig guter Auslastung. Aber auch von der Strategie, Impftermine zu blockieren, habe ich bereits aus zweiter Hand gehört. :(
OK, also so kommen wir glaube ich nicht weiter. Wir brauchen mal Informationen von jemandem aus einem Impfcenter, wie hoch der Prozentsatz der angemeldeten Impftermine ist, zu denen der Anmelder nicht erscheint.
Und ihr habt wahrscheinlich auch gelesen, dass der Spahn Biontech-Lieferungen deckelt, weil sie auf einem Haufen Moderna sitzen, das sonst schlecht wird.
Ich hab das ja nicht verstanden, denn die wissenschaftliche Literatur sagt im Moment, dass Kreuz-Boostern sogar mehr Antikörper bildet als das selbe Zeug nochmal als Booster nachzukippen.
Und dann würde sich das Moderna-Zeug ja von selbst wegimpfen, wenn man das den ganzen Biontech-Geimpften als Booster gibt.
Aber stellt sich raus: Die dröge Stiko und das unter der Last zusammengebrochene Gesundheitsamt haben das noch nicht als Losung rausgegeben, dass man sich über Kreuz boostern soll. Wenn man also nichts sagt, kriegt man als Biontech-Geimpfte nochmal Biontech als Booster, und das ist gerade nicht lieferbar, d.h. gar kein Booster, wenn es schlecht läuft.
Daher sag ich das hier mal an: Es spricht meinem Verständnis nach nicht nur nichts gegen einen Moderna-Booster, es hat sogar Vorteile. Laut Paywall-Spiegel-Artikel haben sie 10 Mio mit Biontech geboostert und 1 Mio mit Moderna und das ist jetzt flächendeckend alle und es mussten lauter Termine abgesagt werden.
Auf der anderen Seite ist das Boostern offenbar auch viel attraktiver als angenommen und es werden zeitweise pro Tag (!) eine halbe Million Menschen geboostert.
Wenn ihr also boostern wollt, aber gerade kein Biontech da ist, und ihr über 30 sind (unter 30 wollen sie nur mit Biontech boostern gerade), dann geht hin und lasst euch lieber mit Moderna boostern als gar nicht.
Dass die Tagesschau heute schrieb, Moderna wirke nicht so gut gegen Omikron, das war ein echt peinlicher Verkacker von denen, den sie inzwischen korrigiert haben. Der Moderna-Chef hat gesagt, gegen Omikron hätten wahrscheinlich alle existierenden Impfstoffe weniger Effektivität. Nicht nur ihrer.
So auch der Spahn bei Anne Will. Da hat er erzählt, wieso wir 2G nicht schon im August gekriegt haben.
Spahn offenherzig: „Im Wahlkampf wollten – zumindest einige – den Ungeimpften nicht dieses Signal senden“.Oh ach soooo ist dass, Herr Spahn! Wahlkampf ist wichtiger als Menschenleben, ja?
Boah bin ich froh, dass diese verkackte Scheißpartei abgewählt wurde.
Aber warte mal, das war doch eine große Koalition. Wieso gibt denn nur die CDU das zu und nicht auch die SPD? Oder erinnert ihr euch an die harten Kämpfe innerhalb der Koalition zur SPD-geforderten Einführung von 2G?
Nicht?
Ich auch nicht.
Lass mich raten… weil OpenSSL so einen schlechten Ruf hat?
Tavis Ormandy hat mal geguckt, wie die ihre Signaturen ablegen. Sie haben da eine Union, in der das größte Element 16 kbit groß ist, für RSA.
Okay, but what happens if you just….make a signature that’s bigger than that?Well, it turns out the answer is memory corruption. Yes, really.
Oh. Mein. Gott.Das ist schlimmer als Heartbleed. Das ist sozusagen der Hallo Welt unter den Remote Code Execution.
Sagt mal seid ihr auch so froh, dass Mozilla ihr Geld für so Dinge wie Colorways ausgegeben hat?
Oder dafür, dass ihr endlich Werbung im New Tab kriegt?
Oder für das ungefragte Einsammeln von Telemetrie?
At Mozilla, we want to make products that keep the Internet open and secure for all. We collect terabytes of data a day from millions of users to guide our decision-making processes. We could use your help.Nein, Mozilla. Wenn ihr meine Hilfe wollt, dann löscht ihr erstmal alle Daten über eure User.Aber zurück zu diesem Bug. Tavis Ormandy ist besonders geflasht, dass Mozilla da endlos static analyzer und fuzzing gemacht hat, und die Tools haben alle grüne Lampen angezeigt. Und nicht nur doofe Fuzzer sondern aktuelle state-of-the-art Fuzzer mit Coverage-Analyse!
Mich überrascht das ja nicht so doll. Ich werde praktisch nach jedem Code Audit gefragt, wieso ihre Static Analyzer das alles nicht gefunden haben. Ihr solltet vielleicht mal weniger Geld für Tools ausgeben und mehr Geld in eure Entwickler stecken, dass die lernen, wie so ein Bug aussieht und worauf man achten sollte.
20% Mehrkosten für die Pflege? Neues Gesetz?
Dachtet ihr auch, endlich tut mal jemand was, und die Pflegekräfte kriegen jetzt angemessene Entlohnung?
Nix da, wo denkt ihr hin! Das geht an Pflegeanbieter, nicht an Pfleger. Für, äh, Covid-Tests. Und die ganzen leeren Betten. Die kosten ja Geld, müsst ihr wissen!
Ein Leser erzählt aus Bayern, dass die Schulen dort die am besten getesteten und kontrollierten Institutionen überhaupt sind, viel besser als alle Arbeitsplätze, die Fortbewegungsmitte und so weiter. Das ist anderswo glaube ich auch so.
Ein anderer Leser meinte, dass Menschen Struktur im Leben brauchen, und der Aufbruch der Struktur durch Schule und das ständige Chaos mit kaputter Software und ausfallenden Videokonferenzsystemen eine Belastung darstellen. Bei Autisten ist das Bedürfnis nach Struktur noch ausgeprägter, aber das betrifft auch die anderen Menschen.
Da bin ich in einer privilegierten Situation. Für mich ist es das zuhause arbeiten, was die Struktur in meinem Leben war, und das zum Kunden fahren für Aufträge das die Struktur störende Element. Insofern: Das Argument muss ich anerkennen und daher meinen Instinkt revidieren, dass hier bloß existierende Probleme aufgedeckt wurden.
Ein weiterer Leser rechnet vor, wie wenig Krankenhausfälle es bei den Kids pro Infektion gab im Vergleich zu älteren Altersgruppen und meint daher, Schulschließung sei völlig abwegig, man sollte viel mehr für die Älteren eine Impfpflicht einführen.
Update: Das Argument in der Mitte mit dem Bedürfnis nach Struktur im Leben meinte ich mit dem Umdenken. Dass mit dem Testen hat mich noch nie überzeugt. Tests sind unzuverlässig und detektieren nur mit einem Vorlauf, und das ist wenn sie nicht abgelaufen sind, vom richtigen Hersteller kommen, und von Experten durchgeführt werden. Dass die Arbeitsplätze noch verkackter sind finde ein überzeugendes Argument dafür, dass man da was tun muss, nicht gegen Schulschließung.
Da mailte mir echt jemand, er glaube das nicht. Weil er noch nicht in der Morgenpost gelesen hat, dass Triage gemacht wird.
Nun, ich schlage vor, ihr guckt euch mal die Grafik hier an, oder die hier für Intensivstationen.
Könnt ihr euch ja selber überlegen, was ihr daraus schließt.
Ich bin ja ehrlich gesagt fasziniert, dass sich die Frage überhaupt stellt für einige von euch. Wenn die öffentlich angesagt haben, dass sie Operationen verschoben haben... das ist doch Triage! Oder wie würdet ihr das nennen?
Klar will ich das als Krankenhauschef nicht über mein Haus in der Presse stehen haben, daher werde ich das nicht öffentlich ansagen. Bei uns kriegt jeder die bestmögliche Behandlung. Und wir haben auch freie Betten!! Gut, kein Personal für die Betten, aber Betten haben wir!1!!
Leute, ihr müsst doch merken, wenn ihr euch die Welt zurechtlügt, damit ihr besser schlafen könnt! Habt ihr das nicht als Anforderung an euch selbst, das zu merken? Weia.
Update: Zur Triage-Situation gibt es hier ab Minute 22 vom RKI-Chef ein paar Ausführungen. Sein Vortrag geht bei ca 15 Minuten los.
Und etwas, das Sie auch nicht vergessen dürfen, ist dass tatsächlich die Covid-Patienten länger auf den Intensivstationen liegen und dadurch die Kapazitäten natürlich noch enger werden. Was bei der Diskussion immer wieder vergessen wird: Wenn heute jemand einen Verkehrsunfall hat, dann braucht der auch ein Intensivbett. Und es ist in jeder Region Deutschlands bereits — in jeder, jetzt wo wir hier sprechen — ist die normale Versorgung nicht mehr so gesichert, wie wir das kennen. Es werden jetzt schon Schlaganfallpatienten teilweise über anderthalb, zwei Stunden gesucht, wo man sie hinfahren kann, weil die Betten nicht mehr frei sind. Herzinfarktpatienten. Es werden OPs verschoben.
Dann macht er weiter mit einer Grafik, wie das Personal an Krankenhäusern abnimmt. Ja, abnimmt. Bei Minute 25 ist die Folie zu sehen.
Was muss eigentlich noch geschehen, um Sie zu überzeugen?Ja, das frage ich mich auch öfters. Zum Beispiel wenn die Bundesregierung die Klimakatastrophe erst ignoriert und dann Gegenmaßnahmen aktiv sabotiert. Wenn Kohle subventioniert wird. Wenn die Autoindustrie immer noch Verbrenner baut. Wenn eine Oma ohne PC für Filesharing eine Abmahnung kriegt.Da frage ich mich jedes Mal: Was muss eigentlich noch passieren, damit die Regierung mal handelt?
Oder nehmt die Mietpreise! Die Politiker wohnen offenbar gemütlich und sicher und sehen daher keinen Handlungsbedarf für den Bau vieler Wohnungen.
Wie lange warten wir jetzt schon auf die Homo-Ehe?
Ich kann auch nicht verstehen, wie sich bis heute jemand nicht geimpft haben kann, aber dieser Staat sollte da mal GANZ leise sein, wenn es darum geht, trotz überwältigender Faktenlage nicht zu handeln.
Nichtmal Sterbehilfe konnte die Politik legalisieren, da musste das Verfassungsgericht ran!
Wenn mir Covidioten schreiben, haben die fast jedes Mal als Hauptargument, dass man ja der Regierung nicht trauen könne. Und natürlich haben sie damit völlig recht. Man soll sich ja auch nicht impfen, weil die Regierung es sagt, sondern weil alle inhaltlichen Argumente dafürsprechen.
Update: Die Homo-Ehe haben wir inzwischen. War aber auch eher ein Unfall als Ergebnis von Politik.
Na dann ratet doch mal, wo die Leute lieber Sicherheitslücken melden werden? (Danke, Georg)
Natürlich turnusmäßig auf die aktuellen Buzzwords updaten.
Cloud. KI. Quanten.
Müssen wir nicht mal selber machen. Wir nehmen einfach genau die Liste der Dinge, die das Wirtschaftsministerium gerade fördern möchte.
Pass uff, wir gehen noch einen Schritt weiter. Das Digitalministerium kriegt einen Investitionsarm, da packen wir die Leute aus dem Wirtschaftsministerium hin. Aber wir virtualisieren die. Die glauben, die entscheiden da über Fördertöpfe, tatsächlich entscheiden sie über den Inhalt der Bullshitliste.
Update: Die Zeit wird knapp!!
Wir haben in Deutschland ja eine Ökostrom-Umlage, das EEG (erneuerbare-Energien-Gesetz). Da steht sowas drin wie: Diesen Betrag wollen wir reinholen, den verteilen wir also auf alle.
Aus historischen Gründen gibt es da aber eine Ausnahme für Spezialindustrien wie Stahlproduktion, die eigene Kraftwerke betreiben und sozusagen Selbstversorger sind.
So und jetzt stellt euch mal folgendes Modell vor: Ich kaufe ne Aktie von RWE und behaupte damit dann dem Finanzamt gegenüber, ich sei von der EEG ausgenommen, denn mir gehört ja ein Teil von RWE und deren Strom kaufe ich. Absurd? Nicht doch!
Die Industrie hat einfach angefangen, sich von solchen Selbstversorger-Kraftwerken eine Scheibe zu pachten. Das Googlestichwort heißt: Scheibenpacht. Und dann haben sie einfach keine EEG gezahlt.
Schaden: Sowas wie 10 Milliarden Euro.
So, jetzt hab ich ja oben erklärt, dass das halt auf alle verteilt wird. Ja, äh, nicht auf alle. Auf alle anderen dann. Also du und ich. Die Konsumenten halt. Du mussten dann die Zeche zahlen, vor der sich die Großindustrie sich gedrückt hat.
Wartet, geht noch weiter.
Irgendwann wurde die Bundesnetzagentur stutzig und hat mal ein bisschen gepolkt. Daraufhin haben die Konzerne natürlich Gewissensbisse gekriegt und ihre Zeche nachgezahlt. Haha, ich scherzte. Daraufhin haben die Konzerne ihre Anwälte und Lobbyisten zu dem zuständigen Minister geschickt, und der hat dafür gesorgt, dass die alle Amnestie gekriegt haben.
Wer der zuständige Minister war? Da kommt ihr NIE drauf!!
Der Altmaier natürlich! Wer denn sonst.
Die schlechte Nachricht: Nicht die Behörden tun das, es ist eine Ransomware.
Nee, pass uff, Atze, wir müssen hier nicht in ordentliche IT investieren. Wir machen einfach Windows + Active Directory + Outlook, und wenn wir dann gehackt werden, dann sagen wir, es waren fiese Angreifer:
Unbekannte verschlüsseln interne DatenAußerdem sind ja nicht wir Schuld, sondern der Dienstleister!!1!
Ersten Erkenntnissen zufolge ist der zuständige IT-Dienstleister KSM "Opfer einer Schadsoftware geworden", wie Sternberg sagte.Dann faseln wir noch was von krimineller Energie und rufen die Polizei, um von unserem eigenen Totalversagen abzulenken.
Die Kriminalpolizei Schwerin hat mit Ermittlungen begonnen.Oh und solange keine Beweise vorliegen, behaupten wir einfach, es sei nichts weiter passiert.
Man gehe davon aus, dass zwar die eigenen Daten verschlüsselt worden seien, nicht aber an externe Stellen weitergegeben wurden. Lösegeldforderungen gebe es bislang nicht.Hauptsache wir gehen der Frage aus dem Weg, wieso uns jemand Ransomware aufspielen konnte. Das wäre peinlich, wenn uns das jemand fragen würde. Ein Glück ist auf die Medien Verlass, die springen lieber auf das Angreifer-Narrativ auf als die relevanten Fragen zu stellen.
Gehen Sie weiter! Gibt nichts zu sehen hier!
Für einen Lacher empfehle ich die Homepage des zuständigen IT-Dienstleisters. Ich zitiere mal:
Ich bin mal gespannt, ob jemand die fragt, was "angelehnt" an der Stelle bedeuten soll.
- Unterstützung bei dem Aufbau eines Informationssicherheitsmanagements (ISMS)
- Erstellung von Sicherheitskonzepten (angelehnt an BSI-Standard 100-2) und Umsetzung der Sicherheitskonzepte
Oh na ein Glück. Die kennen sich mit Notfällen aus! Dann haben sie ja sicher ein ordentliches Backup und in zwei Stunden ist alles wieder online!
- Unterstützung bei der Auswahl von Maßnahmen dem jeweiligen Schutzbedarf entsprechend
- Durchführen von Risikoanalysen und Business Impact Analysen (BIA)
- Erstellen von Notfallvorsorge-Konzepten und Notfallhandbüchern
So viel Text und nichts davon dient konkret der Konstruktion eines sicheren Arbeitsumfeldes oder der Abwehr von Angreifern. Das ist eine schöne Repräsentation der "IT-Security" in Deutschland im Moment. Eine metrische Tonne aus Bürokratie und Compliance, aber niemand tut irgendwas konkretes zur Abwehr konkreter Gefahren. Stattdessen "Informationssicherheitsmanagement". Nee, klar.
- Beratungsleistungen zur Umsetzung der Anforderungen gemäß Bundes- und Landesdatenschutzgesetze
- Datenschutzrevision von Verfahren, Anwendungen und IT-Systemen
- Durchführung von Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen im Bereich Informationssicherheit und Datenschutz
Lass es mich mal so formulieren: Wenn die tatsächlich Notfallvorsorge-Konzepte gehabt hätten, wären wir jetzt nicht in dieser Situation. Dann hätte niemand mitgekriegt, dass da was verschlüsselt wurde.
Das ist auf allen Ebenen so. Auch bei der Softwareentwicklung denkt man lieber nicht über strukturelle Sicherheit und solide Fundamente und robuste Strukturen nach, sondern man klöppelt halt irgendwelchen Frameworkscheiß zusammen und dann sprenkelt man ein bisschen "Sensibilisierungsmaßnahmen" und "Informationssicherheitsmanagement" darüber, wirft ein paar Code-Analyse-Tools drüber, am besten in der Cloud, und dann schmeißt man die ganzen Warnungen weg, weil so viel davon False Positives sind. Oh warte, ich vergaß: Dann lässt man einen Fuzzer laufen.
Dann wird man gehackt und erklärt: Aber wir haben doch alles getan!!1!
Ich persönlich bin ja schon begeistert über den ersten Satz auf der Webseite von diesem IT-Dienstleister:
Die KSM AöR tritt für einen geeigneten, annehmbaren und technisch realisierbaren Datenschutz ein.HAHAHAHAHA! Da weißte doch direkt, was die meinen. Nee, das ist technisch nicht realisierbar. Was sagen Sie, andere haben das aber realisiert gekriegt? Nee, das geht gar nicht. Glauben Sie uns, wir wissen, was wir tun!
Ja wie kommt das eigentlich, fragt sich vielleicht der eine oder andere. Deutschland war ja mal führend in Sachen IT-Sicherheit. Nicht zuletzt deshalb, weil bei uns das Studium keine Studiengebühren hatte und man keinen Stress bekam, wenn man ein paar Semester länger studierte, weil einen noch etwas interessierte, und man da noch ein bisschen Zeit mit verbringen wollte. Deutschland hatte einige der besten Security-Leute auf dem Planeten!
Dann hat die CDU der Reihe nach alles kaputtgealtmaiert.
Erst haben sie Hacken verboten, dann Hackertools verboten, dann offene WLANs mit dem Urheberrecht weggeschossen. Studiengebühren eingeführt. Tja und dann stellte sich völlig überraschend heraus: Die existierenden Leute mit Fachkompetenz wollen diesem Scheißstaat nicht freiwillig helfen, nicht mal bezahlt. Den Nachwuchs hat die Regierung ja mit den ganzen Maßnahmen abgetrieben. Völlig überraschend ist man jetzt ein Land der Ahnungslosen, die Regierung muss ihre Staatstrojaner (und Firewalls und Router) im Ausland kaufen, und sämtliche "Erkenntnisse" sind unprüfbares Hörensagen aus den USA.
Warum erwähne ich das? Weil es gerade mal wieder einen Swatting-Fall gab. Einer der letzten noch nicht verprellten Security-Leute findet eine krasse Lücke, meldet sie wohlmeinend dem Hersteller, und kriegt dann von diesem Staat auch noch ein SWAT-Team in die Wohnung geschickt, das ihm sein Arbeitsgerät wegnimmt.
Ja super! Wisst ihr, wer euch ganz sicher nicht helfen wird, wenn ihr das nächste Mal ein Problem habt? Dieser Typ.
Mich habt ihr als Helfer ja schon vor Jahren verloren. Das muss jetzt einmal so richtig krachen, bevor ich auch nur in Erwägung ziehe, irgendjemandem in diesem Staat zu helfen.
Baut ihr mal weiter Zertifizierungs-Schlangenölpipelines mit dem BSI auf. Und setzt alle schön Windows, Active Directory und Outlook ein. Hey, was setzt eigentlich das BSI ein? Fragt lieber nicht, die Details könnten die Bevölkerung verunsichern.
Ich wundere mich über kein einziges der Blockchain- und KI-Projekte gerade. Na klar fördern die Blockchain und KI und Biometrie-Datenbanken. Die haben keinen einzigen Berater mehr gefunden, der auch nur den Hauch einer Ahnung hat.
NA KLAR glauben diese Vollpfosten dann den Amis, dass man Cyberangriffe zurückverfolgen kann, und dass das zufällig nie die Amis waren. Der Russe war's!!1!
Update: Weil hier gerade neue Leser aufschlagen: Altmaiern versuche ich gerade als Begriff für vorsätzliche Zerstörung von für die Gesellschaft nützlichen und/oder überlebenswichtigen Dingen zu etablieren. In Anlehnung an seine "Arbeit" zum Rückbau von Solar und Wind. Das impliziert nicht, dass Altmaier persönlich involviert war, nur dass das Ausmaß der Zerstörung grob mit Altmaiers Taten vergleichbar ist.
Der Russe hat gar nicht mitgekriegt, dass sie ihm den Preis verleihen. Der Artikel ist auf russisch, da bietet sich als Übersetzungsmittel Yandex an, die das so übersetzen:
"I'm laughing. I didn't expect it at all. I've got madness here. I saw a call from Norway, but I considered it an unwanted call.Als der Kontaktversuche aus Norwegen sah, dachte der, das ist Spam! LOL!
Na?
Vielleicht "dass unsere Informanten überleben"?
Nee, das ist es schon mal nicht.
Top American counterintelligence officials warned every C.I.A. station and base around the world last week about troubling numbers of informants recruited from other countries to spy for the United States being captured or killed, people familiar with the matter said.Wie ich neulich schon anmerkte: Menschenleben aufs Spiel setzen ist immer viel bequemer, wenn es nicht das eigene ist.Selbstredend hat das keinerlei Auswirkungen auf die Mitarbeiter bei der CIA, wenn deren Informanten in fernen Ländern umkommen. Keiner wird da gefeuert oder kriegt auch nur weniger Gehalt.
Berlin hat gerade eine verschärfte Situation, weil es da sechs Kreuze auf fünf Zetteln gibt. Aber zusätzlich haben sie einen Marathon zugelassen, d.h. es gab Straßensperrungen.
Aber die Liste der Dinge, die der rbb da berichtet ... weia! In Spandau ist ein Wahlbüroleiter einfach nicht erschienen. In Mitte kamen sie in ein Wahllokal nicht rein. Softwarefehler bei der Schließanlage. In Friedrichshain hatten sie die falschen Wahlzettel. In Charlottenburg hatten sie gar keine Wahlzettel.
Wat?!
Das liest sich alles wie eine Satire der letzten Jahre in der Sowjetunion! Was machen die eigentlich alle beruflich?
Mir schrieben jetzt noch andere Wahlhelfer, dass auch ihr Wahllokal die Unterlagen erst ein paar Minuten vor Öffnung des Wahllokals gekriegt hat.
Ich habe mich hier jahrelang über die Zustände in den USA lustig gemacht, mit den Schlangen vor den Wahllokalen. Und jetzt haben wir das hier auch. Wow.
Das ist ja mal ein bitterer Absturz.
Ich verfolge immer fasziniert, wie Worte verbrannt werden. Zum Beispiel "frisch". Das war mal was gutes. Dann fingen die Werbe-Kokser an, das für alles zu benutzen. Plötzlich waren Ideen frisch.
Oder unverbraucht. Auch so ein verbranntes Wort.
Im Moment verbrennt die Politik der Reihe nach Wörter, die eigentlich mal positiv belegt waren.
Was ist eurer Meinung nach am verbranntesten?
Ich persönlich halte die alle auf die eine oder andere Art für verbrannt. Am meisten vermisse ich Freiheit. Das war mal was gutes. Aber wenn das heute jemand in den Mund nimmt, ist das praktisch immer von irgendwelchen Lügnern und Betrügern und die meinen eigentlich Freiheit für sich. Ich will hier Dinge tun, die anderen schaden. Das ist mein Geld, damit will ich mir ein SUV kaufen! Oder die FDP-"Freiheit": Deregulieren, damit sich jemand auf Kosten der Allgemeinheit bereichern kann. Umweltverschmutzung. Externalisierung von Kosten.
Freiheit ist heute immer nur Ich Ich Ich. Ich will die Vorteile mitnehmen! Auf den Nachteilen lass ich lieber die Allgemeinheit sitzen.
Am besten kombinieren mit "persönlicher Verantwortung", dem kleinen Bruder der "FDP-Freiheit". Ich will die Freiheit haben, Cryptocurrency-Scams verkaufen zu dürfen. Wenn jemand blöde genug ist, mir das abzukaufen, ist das ja wohl seine persönliche Verantwortung.
Ich weiß gar nicht mehr, wer eigentlich damit angefangen hat, Freiheit zu verbrennen. Waren es die Nazis, die von Freiheit reden, aber "nur für uns Arier" meinen? Oder waren es die Werbe-Kokser, die gegen Umweltschutzauflagen, Giftstoff-Grenzwerte und Dinge wie das Tabakwerbeverbot oder eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung argumentieren, dass das "persönliche Freiheiten" einschränken würde. Wenn sich die Leute vergiften wollen, wieso lassen wir sie dann nicht? Die, die laut Freiheit fordern, sind fast immer die am oberen Rand der Gesellschaft. Leute, die diese Freiheiten solange gut finden, wie es nur eine kleine Gruppe an Menschen gibt, die sie nutzen können.
Freiheit, die Krankenversicherung auszusuchen! Freiheit, in den Urlaub zu fliegen! Freiheit, zu wohnen, wo man will! Das sind alles Luxusfreiheiten, die sich nur wenige leisten können.
Gerechtigkeit ist auch ein herber Verlust. Das stand mal für etwas erstrebenswertes. Heute haben sich so viele Leute eine Fantasiewelt zurecht gelegt, in der sie die armen unterdrückten Marginalisierten sind, und die für sich selbst "Gerechtigkeit" einfordern, dass das zu einer Art Codewort für "pass auf, gleich will dir jemand was wegnehmen" geworden ist. Kein Wunder, dass das keine Mehrheiten mehr findet.
Wenn jemand von der Linken hört, dass jemand von Freiheit erzählt, nehmen die erstmal an, das wird ein Nazi sein. Wenn jemand von der Rechten hört, dass jemand von Gerechtigkeit erzählt, nehmen die erstmal an, das wird ein Kommunist sein.
Und am Ende kriegten wir weder Freiheit noch Gerechtigkeit.
Update: Ein Einsender schlug noch "Stabilität" als verbranntes Wort vor. Seit ich denken kann ist das ein Euphemismus für "nee, wir wollen nichts verbessern. Aber glaubt uns, da ist noch Luft nach unten!"
Leute, an dieser Stelle nochmal ganz langsam für die nicht so schnellen unter euch: ALLES ist bei mir eine Medienkompetenzübung. Manchmal geplant, manchmal nicht.
Aber zurück zu Gazprom. Die Meldung war: Die Gasspeicher sind leer und Gas ist teuer. Die Meldung kam von der Deutschen Welle.
Der erste Teil der Medienkompetenzübung wäre gewesen, sich an das Selbstverständnis der Deutschen Welle zu erinnern. Wir sind ein Propaganda-Outlet, dessen Aufgabe es ist, Putins Propaganda Paroli zu bieten. Also: Mehr Propaganda verbreiten, aber halt in die Gegenrichtung.
Falls euch nicht aufgefallen ist, was die Deutsche Welle daraufhin so für Propaganda rausgehauen hat: Hier war ein schönes Beispiel zum Putsch in der Ukraine, und hier haben sie aktiv Wahlmanipulation in Russland gemacht.
Wenn es also einen Sender gibt, dem man Meldungen über Russland nicht einfach so glauben kann, dann der Deutschen Welle.
Aber wartet, das war noch nicht die Übung.
Medien lügen ja normalerweise nicht. Die Fakten stimmen schon. Manipulation funktioniert auf anderen Ebenen (gut, außer wir reden von plumpen Pfuschern wie bei der "Bild", die lügen auch einfach mal). Die meisten manipulativen Medien haben Angst davor, beim Lügen erwischt zu werden. Also manipulieren sie nicht dadurch, dass sie sagen, Gazprom hätte zu wenig geliefert. Das stimmt dann schon. Allerdings ist "zu wenig" ja eine subjektive Äußerung. Was heißt das genau? Weniger als wir abgenommen hätten? Weniger als wir brauchen? Weniger als wir bestellt haben? Gucken wir doch mal, was DW konkret behauptet:
Der russische Staatskonzern liefert viel weniger Gas in die EU, als er könnte.A-Ha! Sie lügen also nicht, dass Gazprom weniger als vereinbart liefert. Sie versuchen nur, beim Leser diesen Eindruck entstehen zu lassen. So funktioniert Manipulation.
Was behaupten sie denn noch?
Nach einem langen und kalten Winter sind die Erdgasspeicher ungewöhnlich leerWas ist hier der entstehende Eindruck? Die EU betreibt Speicher, Gazprom füllt die, und die sind jetzt alle, weil Gazprom zu wenig geliefert hat.
Was ist tatsächlich passiert? Gazprom hat Speicher. Nicht die EU. Gazprom. Wir haben sie ihnen verkauft. Wieviel Gas durch die Pipeline fließt ist also überhaupt nicht unsere Angelegenheit. Gazprom hat Verträge mit uns, und solange die zugesagte Menge Erdgas aus dem Lager und der Pipeline geliefert wird, erfüllen sie die Verträge.
OK, na, äh, liefert Gazprom denn weniger als versprochen? Nein, tun sie nicht!
"Gazprom erfüllt seine Lieferverträge", sagte Hermes.So, warte mal. Was ist denn dann hier die Story gerade? Wieso sind die Lager dann alle? Na weil wir mehr davon entnommen haben!
Warum haben wir das gemacht? Ihr müsst jetzt sehr tapfer sein!
Russisches Pipelinegas sei aktuell deutlich günstiger als Gas auf dem SpotmarktAch. Ach was. Ihr ahnt sicher schon, wo die Geschichte hingeht. Gazprom hat da Speicher mit billigem Erdgas, weil wir langfristige Lieferverträge mit denen haben. Der Marktpreis von Erdgas geht aber hoch. Da gibt es ja eigentlich nur zwei Erklärungen für:
Könnt ihr euch jetzt auswürfeln, welche davon ihr für weniger schlimm haltet. Eine Sache ist jedenfalls klar. Wenn jemand an der gesamten Sache völlig unschuldig ist, dann ist es Gazprom.
So, haben wir jetzt alles verstanden? Nein! Es gibt da noch mehr Details. Und zwar gehören Gazprom zwar die Lager, aber sie betreiben nur die Infrastruktur.
Gazprom Germania hält sich bei der Frage nach den Gründen für den weitgehend leeren Speicher Rehden bedeckt. Ein- und Ausspeichermengen erfolgten durch die Kunden, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. »Daher können wir auch nicht prognostizieren, wie die Entwicklung in der Zukunft aussehen wird.«A-Ha! So langsam wird da doch ein Schuh draus, meint ihr nicht? Es ist also nicht so, dass Gazprom zu wenig geliefert hat, sondern dass ihre Kunden (ich nehme an damit sind RWE und co gemeint) da einfach alles rausgelutscht haben, was sie kaufen konnten, weil es dort billiger als auf dem Weltmarkt zu haben war. Und die heulen jetzt rum, dass Gazprom ihnen nicht noch mehr Erdgas unter Marktpreis verkaufen will.
So, wissen wir denn jetzt alles? Nein, gibt noch ein Detail:
So hätten »die Annahmen des Marktes zur weiteren Entwicklung der Preise dazu geführt, dass in der bisherigen Einspeisesaison weniger Gas eingelagert wurde«, sagt ein Sprecher des Düsseldorfer Energiekonzerns Uniper, der über die größte Speicherkapazität in Deutschland verfügt, die derzeit zu etwa 88 Prozent gefüllt ist.Den Satz müsst ihr euch mal auf der Zunge zergehen lassen. Der Typ betreibt ein Lager, das zu 88% voll ist. Das Gazprom-Lager ist bei 5%. Und der erzählt uns jetzt: Der Markt nimmt an, dass der Gaspreis demnächst krass fallen wird, daher kauft niemand jetzt teuer und lagert das ein. Sagt er uns. Hat aber selber 88% Füllstand. Da könnt ihr ja selber mal drüber nachdenken, wie ihr da eine sinnvolle Interpretation findet.
Oder warte, meint er damit vielleicht nur das Gazprom-Lager? Sagt er uns hier, dass der Markt sieht, dass Gazprom-Gas billig und anderes Gas teuer ist und daher entnimmt man es aus dem Lager und verkauft es schnell meistbietend? Das würde Sinn ergeben!
Wartet, einen hab ich noch. Versetzt euch mal in die Lage von Gazprom. Aus deren Sicht ist es ja egal, ob sie uns die vereinbarte Gesamtmenge jetzt liefern, oder über den Winter verteilt. Gleiche Lieferung unterm Strich, gleiche Bezahlung. Aber was passiert, wenn Gazprom jetzt alles geliefert hätte und das nicht bremst? Daran können wir erkennen, was Gazprom glaubt, was hier passiert. Dann verkaufen unsere Spekulanten oder Geschäftemacher das Gas nach Asien weiter, machen einen fetten Reibach, und das Heiz-Erdgas muss dann teuer auf dem Spotmarkt gekauft werden. Das können sich viele Leute nicht leisten, die frieren dann. Wer kriegt den Ärger ab? Gazprom. Gazprom ist jahrzehntelang von der Ukraine und Polen bestohlen worden. Die kennen das Spiel. Die wissen, wie das ausgeht. "Unsere armen Bürger frieren!!!"
Wenn Gazprom also jetzt nicht mehr als vereinbart liefert, dann tun sie damit indirekt alles was sie tun können, damit hier im Winter niemand erfrieren muss. Natürlich kann Gazprom nicht verhindern, dass unsere Energiemafia uns trotzdem über den Tisch zieht, und wenn ihr kurz auf die Gaspreise guckt, dann seht ihr: Genau das passiert gerade. Obwohl die billig von Gazprom einkaufen können, erzählen sie uns was von steigenden Erdgaspreisen und erhöhen ihre Endkundenpreise.
Wartet, gibt noch ein Wärzchen an der Geschichte. Die Dimensionen der Abzocke. RT sagt, die Verträge mit Gazprom sind über 220 Euro pro pro 1000 Kubikmeter. Der Spotmarktpreis hat gerade die 1000-Dollar-Marke gerissen.
Nicht nur zockt uns also hier nicht Gazprom ab gerade. Gazprom sind die einzigen, deren Verhalten darauf ausgelegt zu sein scheint, bei uns im Winter auch für die Ärmeren Heizen erschwinglich zu halten.
Wie kann denn das sein, wenn wir alles Gas, das wir brauchen, billig von Gazprom kriegen, dass dann der Spotmarktpreis über 1000 Dollar steigt?
Tja, das liegt an der Gasmarktliberalisierung. Der Wikipedia-Artikel ist recht lang und listet auf, wie fraktal verkackt und schädlich für die Kunden das alleine in den ersten Jahren war. Wie ihr seht ist das nicht besser geworden seit dem. Bedankt euch mal bei den Markt- und Deregulierungsfetischisten von CDU und FDP.
Oh aber ja! Selbstverständlich war es mal wieder die CDU, die die politische Verantwortung trägt! Was habt ihr denn gedacht? Aber hey, ist ja bald Wahl.
Eine AfD-Maskenverweigerin erscheint ohne Maske zu einer Sitzung eines Betriebsausschusses der Stadt Bielefeld. Weil sie nicht freiwillig geht, wird sie von Cops ausbegleitet und kriegt 50€ Strafe wegen Ordnungswidrigkeit aufgebrummt.
Die will sie aber nicht zahlen, beruft sich auf ein Attest. Das wollte sie aber dem Ausschuss nicht zeigen, nur dem Gericht. Wie man das so macht, wenn man ein ordentliches Attest hat!
Nun, die Sache landete vor Gericht. Sie zeigt ein Attest. Die Richterin lädt den ausstellenden Arzt als Zeugen vor. Der meint nur so: Nee, das ist gefälscht. Den Briefkopf haben wir in dem Jahr nicht mehr verwendet.
Stellt sich raus: Die Praxis hatte der Frau im Vorjahr ein Attest wegen angeblicher Panikattacken ausgestellt.
Jetzt hat sie auch noch ein Verfahren wegen Urkundenfälschung am Bein, worauf bis zu 5 Jahre Knast stehen.
Update: Stellt sich raus: Fälschung von Impfpässen ist eine Sonderform von Urkundenfälschung, auf die nur bis zu 1 Jahr Knast steht. Das ist auch der Politik aufgefallen.
Gucken wir doch mal, was der so zu sagen hat. Transkript ist von mir und kann Fehler beinhalten. Checkt lieber die verlinkte Quelle als mein Transkript.
Da haben wir ein weiteres Ereignis, das will ich kurz schildern, weil ich glaube geheim ist das nicht. In Äthiopien sind ... Äthiopien ist die Heimat von Tedros, wohlgemerkt, ne, der wegen Völkermordes gesucht wird ... und der ist der Chef der WHO.An dieser Stelle entgleitet dem Interviewer ein bisschen die Zurückhaltung und er fazialpalmiert im Hintergrund.In Äthiopien sind wohl 5 Millionen Kinder faktisch verkauft worden. Gelder, wohl über den World Monetary Fund, werden dem Land gegeben, aber nur als Gegenleistung dafür, dass die Kinder sich auf einem besonderen Training unterziehen lassen. Warte mal, ich hab hier *kramt herum* die, äh, Bezeichnung. Das nennt sich ... was da passiert mit den Kindern, nennt sich Impact Investment.
Also das Training ist Google Goggles ... also nicht Google aber irgendwelche Goggles haben die auf, also so Brillen, werden da mit blauem Licht beschienen. Blaues Licht! Und das soll dann zu einer besonderen Form des Lernens führen. Die werden dann geblockchaint. Fünf Millionen Kinder. Geblockchaint. Äh. Gechaint. Da wird das pineal gland, ich glaub das heißt deutsch Zirbeldrüse, mit diesem blauen Licht beschienen. Das soll ziemlich böse Folgen haben!
Aber offiziell soll das die Kinder dazu bringen, dass sie wesentlich lernfähiger sind.
So und jetzt kann man sich dann über Goldman Sachs, sind das, die das alles machen, kann man dann sagen: So ich wette jetzt auf die 20000 oder auf die 100000, so wie Put und Call Optionen im Finanzgeschäft. Call heißt ich wette darauf, dass die ihr Lernziel erreichen. Wenn das dann passt, dann kriege ich Geld dafür. Put sagt, nee, die schaffens nicht. Dann krieg ich Geld, wenn sie das Lernziel nicht erreichen.
Am Ende soll das Training aber dazu führen, dieses Lernen, dass sie in der Lage sind, selber zu programmieren. Auch im transhumanistischen Bereich zu programmieren.
Das bringste natürlich nur fertig, wenn du keine Empathie mehr hast. Das könnte sein, dass das das Ziel dieser Aktion ist.Ein Glück, dass das mal jemand erklärt hat!Jedenfalls das wird auch Bestandteil dieser Class Action sein. Das wird wie gesagt eine internationale Class Action, und man kann es nicht deutlich genug wiederholen: Wenn eine solche Class Action, auch wenn es "nur" für Kinder ist, durchkommt, und die dann Schadensersatz kriegen, dann kriegt jeder andere auch Schadensersatz, weil die Ursache ist immer dieselbe, nämlich der Drosten-PCR-Test.
Da lag ich ja an einigen Punkten völlig daneben!!
.oO( Und dann macht Drosten mit dem Papst in Wuppertal eine Herrenboutique auf! )
Aber wenn er fertig ist, dann kehrt er zur Firma zurück und kriegt üblicherweise eine Beförderung zum Partner und Gehälter von 1 Mio pro Jahr aufwärts.
Wie häufig kommt das vor, fragt ihr? Nun, …
In the last four presidential administrations, there were at least 35 instances of round trips from big accounting firms through Treasury’s tax policy office, along with the Internal Revenue Service and the Congressional Joint Committee on Taxation, and back to the same firmKorruption? Wir hörten davon!In at least 16 of those cases, the officials were promoted to partner when they rejoined their old accounting firms. The firms often double the pay of employees upon their return from their government sojourns. Some partners end up earning more than $1 million a year.Das sind halt gute Patrioten, die Firmen! Die belohnen das, wenn einer von ihnen großmütig und altruistisch dem Staat hilft!!1!
MunitionsskandalDas hat bestimmt die CIA rausgekriegt!
Sächsische Polizisten vermuten unter Kollegen viele AfD-Anhänger
Die kriegen ja alles raus, sage ich euch. ALLES kriegen die raus! (Danke, Simon)
Mich nervt ja langsam dieses Gefasel von "Impfdurchbrüchen".
Das ist für mich dasselbe wie "Ransomware-Angriff". Da hat jemand Muffensausen und will die Schuld auf jemand anderen umlenken. Das böse Virus hat die Impfung durchbrochen!!1!
Leute, die Impfung war nie ein 100%-Ding. Und: Als ob es hier um Schuld ginge!
Die Impfung funktioniert und sie hat jetzt schon viele viele Leben gerettet. Einige werden trotzdem erkranken. Das war von vorneherein klar. Dass das jetzt passiert ist kein Versagen der Impfung oder der Politik oder der Ärzte oder der Impfbefürworter oder von irgendwem. Das war die ganze Zeit klar und da müssen wir jetzt halt durch.
Tut euch mal einen Gefallen und denkt nicht die ganze Zeit über die Leute nach, die trotz Impfung krank werden. Denkt über die Leute nach, die noch am Leben sind, weil wir Lockdown und Impfung hatten und die Kurve erfolgreich flachgehalten haben, so dass die ganze Zeit noch Krankenhausbetten zur Verfügung standen. Das ist eine geradezu unglaubliche Leistung. Denkt mal zurück an die Panik und die Horrorszenarien, die wir erfolgreich verhindern konnten.
Ich für meinen Teil hab auch keinen Bock mehr über Impfgegner nachzudenken. Die hatten alle mehr als genug Gelegenheiten und was ihnen jetzt passiert, dass passiert ihnen dann eben. Die anderen sind nach Stand der Technik geschützt. Das muss dann halt reichen.
Es gab schon immer Deppen, die begründete Warnungen in den Wind geschlagen haben, und sich dann aus dem Genpool entfernt haben. Ich finde das auch nicht schlecht. Die hinterlassen ja was. Geschichten, die man nachfolgenden Generationen erzählen kann. So gesehen sind das edle Spender, die sich selbst geopfert haben, damit zukünftige Generationen besser gewarnt sind.
Ohne solch edle Helden hätten wir keine Sicherheitsgurte in Autos, keine Geschwindigkeitsbegrenzungen in Städten. Wenn sich nur noch ein paar edle BMW-Fahrer für den Rest von uns um Leitplanken wickeln, werden wir auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen kriegen. Unsere Türme hätten keine Gitter, die versehentlich runterfallen verhindern. Unsere Treppenhäuser hätten keine Geländer. Unsere Bergstraßen keine Leitplanken. Unterm Strich sind diese Leute Teil des Prozesses. Die wird es immer geben, und sie sind unter dem Strich gut für die anderen.
Ich hab bloß keinen Bock mehr, von denen mit Telegram- und Facebook-Bullshittheorien geflutet zu werden. Wenn die sich doch bloß jemand anderen zum Missionieren suchen könnten! Es gibt ja nun echt genug Auswahl.
Sind das eigentlich die gleichen Idioten wie die Cryptocurrency- und Gold-Scammer? Die auch praktisch wöchentlich Termine für den Weltuntergang und den Faschismus und die Abschaffung des Bargelds und Trumps Einmarsch in Europa hatten, und nie ist irgendwas davon eingetreten. Nicht mal die fucking Wahlen hat der Tiefe Staat verschoben gekriegt! Was ist das denn bitte für eine jämmerliche Verschwörung, wenn die nicht mal die Wahlen verschoben kriegen?!
Kommt, helft mir mal. Bei den Crypto- und Gold-Scammern sehe ich zumindest das Geschäftsmodell im Hintergrund, wieso die so hartnäckig Scheiße verbreiten. Aber bei den Impfgegnern? Haben die einen Schwarzmarkt für Ivermectin, Hydroxychloroquin und Vitamin D oder was ist da das Scam-Geschäftsmodell?
das Verkacken der zuständigen im Falle der eVergabe ist sogar noch größer als von Dir geschrieben.Er hat die Mail angehängt. Da steht auch drin, dass die Ausnutzbarkeit für nicht angemeldete Benutzer nicht von der Konfiguration abhängt.Atlassian hat bereits am 25.8 an die Lizenz-Kontaktadresse (also nicht an die Adresse, wo die ihre Newsletter hinschicken sondern die für "Deine Version ist ausgelaufen, deswegen geht Dein Confluence nicht mehr"), dass Confluence Server kaputt ist und dass die Lücke kritisch ist und dass sie ein Upgrade empfehlen Die Mail redet sogar von einem Workaround für Umgebungen, in denen "Kein upgrade möglich ist" (aka. "Behörden").
Am 3. September, also 5(!) Tage vor dem eigentlichen Angriff kam von Atlassian eine *noch deutlichere* Mail hinterher.
Da stand im wesentlichen drin: "Confluence kritisch kaputt, Lücke ist auch für unauthenticated User ausnutzbar" und ganz wichtig:
"The vulnerability is being actively exploited in the wild. Affected servers should be patched immediately."
Ich frage mich, wie deutlich man das noch schreiben soll, dass das jetzt wirklich ernst ist. Vielleicht mit Leutschrift und Blinklichtemojis?
Wir beobachten hier die Evolution bei der Arbeit. Wer nicht in der Lage ist, Sicherheitsupdates sofort einzuspielen, der wird halt ransomwared und darf alles neu installieren und kriegt so hoffentlich diesmal die Updates.
In der ursprünglichen Pressemitteilung standen noch ein paar wirklich haarsträubende Herumwiesel-Aussagen von denen drin. Falls ihr die nicht gelesen habt, solltet ihr das nachholen. Das ist schon fast vergnügungssteuerpflichtig.
U.a. sagen sie, der Angriff (sic!) hätte ja gar nicht ihnen gegolten sondern die wollten bloß möglichst schnell möglichst viele Server verschlüsseln. Oh, aha? Was soll das implizieren? Die wussten gar nicht, was sie da haben? Also werden sie es wahrscheinlich nicht geklaut haben? Oder wie oder was?
Dann noch: Das ging so schnell und waren so viele Daten, dass wir nicht glauben, dass die die Daten rausgetragen haben.
Oder vielleicht haben sie auch nur die wertvollen Daten rausgetragen, die sind viel weniger. So ... Accountinformationen und so. An euren monströsen Word- und Excel-Endlagern werden die wahrscheinlich eher wenig Interesse gehabt haben.
Abgeordnetenwatch hat mal die Kanzlerkandidaten gefragt.
Ich spoiler mal.
Olaf Scholz und Armin Laschet haben nicht mal geantwortet. Baerbock will weder ein effektives Lobbyregister einführen noch ihre Lobbykontakte offenlegen.
Minimale Punktzahl holt Christian Lindner für die FDP (wir erinnern uns: "Wirtschaftskompetenz"). Da fragt man sich, wieso der überhaupt geantwortet hat.
Erstaunlich gut schneidet Herr Kiesewetter von der CDU ab, mit dem eigentlich alles zu machen ist außer einem generellen Verbot von Parteispenden durch Unternehmen. Der hat sich glaube ich beim Parteibeitritt in der Hausnummer geirrt.
Volle Punktzahl kriegt nur Janine Wissler von den Linken. Na SO eine Überraschung. Wieso wählt die Linken eigentlich niemand?
Update: Hmm, jetzt steht da, die Baerbock will doch ein effektives Lobbyregister. Entweder ich hab mich vorhin verguckt oder das hat sich geändert. Egal. Jetzt steht da: Sie will ein effektives Lobbyregister.
Update: Ein Leser klärt auf:
nein, Du hast Dich nicht geirrt, denn laut archive.org lehnt Baerbock noch am 03.09. ein Lobbyregister sowie die Offenlegung der eigenen Lobbykontakte ab. Dann hat ihr wohl ein PR-Fuzzi erklärt, das käme gar nicht gut an und flugs korrigiert sie. Sie korrigiert ja nachträglich so gerne, das passt also gut zu ihr.
Dazu habe ich gleich mehrere entrüstete Zuschriften von Fox-News-Guckern, Facebookinsassen und Telegramusern gekriegt. Das sei ja Fake News, schrieben die. Und ich sei drauf reingefallen. Ich Linksgrünversiffter Fridays-for-Future-Opfer, ich.
Nun, also stellen wir mal eine Sache klar: Ich habe nicht behauptet, dass das stimmt. Ich habe behauptet, dass das die amerikanischste Schlagzeile ist. Nicht wegen Ivermectin und Impfgegnern, sondern weil beide hier genannten Dinge völlig vermeidbare Selbstverstümmelungen sind.
Zu Ivermectin hatte ich hier im Blog auch Dinge zu sagen, aber nicht in dieser Meldung. Da ging es mir nur um die Absurdität der Überschrift.
Inhaltlich fand ich recht klar, dass das nicht glaubwürdig ist. Erstens Mal ist Ivermectin zwar gegen Covid nicht hilfreich (die zentrale Studie, die das behauptet hatte, musste wegen Wissenschaftsbetrugs zurückgezogen werden), aber ist als Arzneimittel für Menschen zugelassen. Ja, es gibt Nebenwirkungen (ich hatte das Paper über die Sperma-Auswirkungen verlinkt), aber dass da reihenweise Leute ins Krankenhaus müssen fand ich nicht plausibel. Auch die Meldungen über Ivermectin-Vergiftungen sprachen nicht von Vergiftungsfällen sondern von Anrufen bei der Vergiftungshotline. Ich verstehe das so, dass das auch Hypochonder oder ganz andere Vergiftungen oder falsche Alarme sein könnten. Das ist noch kein Kausalzusammenhang.
Kann natürlich trotzdem sein, dass es da nennenswert Vergiftungen gibt, weil die Leute die Dosierung verkacken, aber davon hätten wir dann wohl auch anderswo schon gehört.
Wieso nehme ich das dann überhaupt ins Blog auf, wenn ich das inhaltlich nicht für glaubwürdig hielt? Na weil ich es lustig fand. Und weil es sich als Medienkompetenzübung eignet. Das tat es sogar mehr als ich zu dem Zeitpunkt ahnte, wie sich rausstellt.
Denn dann hat ein Krankenhaus in Oklahoma ein Dementi veröffentlicht, das Rolling Stone jetzt auch oben über den Artikel gepackt hat, und sie scheinen sich von ihrem Artikel zu distanzieren. Das Krankenhaus sagt: Bei uns war dieser Doktor vor zwei Monaten das letzte Mal und wir haben hier gar keine erwähnenswerten Ivermectin-Vergiftungsfälle und unsere Betten sind auch nicht so voll, dass wir Patienten mit Schusslöchern abweisen müssten.
Wenn man jetzt aber den ursprünglichen Artikel liest, dann war da gar kein Krankenhaus genannt. Das Dementi von diesem Krankenhaus würde ich daher überspezifisch nennen und habe es hier nicht erwähnt.
Wer sich trotzdem dafür interessiert, wie die Story weitergeht, findet bei Scott Alexander (ehem. Slate Star Codex) noch mehr Details.
Stellt sich raus: Dieser Arzt reist von Krankenhaus zu Krankenhaus. Der ist da bei diesem Krankenhaus nicht rausgeflogen oder so, sondern der ist ganz normal weitergezogen.
Das Ausmaß der Hysterie der Antivaxxer konnte man ganz gut daran sehen, dass die sich sogar darüber aufgeregt haben, dass das Stock Foto in dem Rolling Stone-Artikel gar keine Patienten von dem Krankenhaus zeigte, sondern eine generische Impfschlange irgendwo. Stand auch im Kleingedruckten unter dem Foto, aber who cares. In der rituellen Entrüstungsindustrie sind die Rechten inzwischen genau so schlimm wie die Linken, denen sie das immer vorgeworfen haben.
Ich kann nur sagen: Bleibt mir alle weg mit eurem Gotcha-Scheiß und euren rituellen Tunnelblick-Vorwürfen. Wenn ihr euch Pferdeentwurmer einwerfen wollt, dann werde ich mich da ganz sicher nicht in den Weg stellen. Jeder hat das Recht, sich maximal zum Deppen zu machen. Aber Respekt könnt ihr nicht einfordern, oder dass ich mich dann nicht über euch lustig mache.
Und wenn ihr mir irgendwelchen Entrüstungsscheiß mailen wollt: Spart euch die Zeit und mir den Aufwand, eure Mail zu löschen. Mir geht das nur noch auf den Sack, diese Pseudo-Entrüstung und dieser Tunnelblick der sich ewig bekämpfenden Fraktionen, die beide bis zur Halskrause voller Pferdescheiße sind.
Ich hatte gedacht, dieses toxische rituelle Schwarz-Weiß-Scheiße hätte die Menschheit überwunden. Gut, außerhalb von irgendwelchen religiösen Spinner-Vereinigungen.
Netflix hat offenbar eine Ausnahmeregelung gekriegt, mussten weniger als 30% zahlen.
Das ist natürlich nicht gerade förderlich, um den anderen Entwicklern 30% aus der Tasche zu ziehen, und so zu tun, als gelte die Regel halt für alle und sei daher gerecht.
Aber nicht nur Google kriegt sein Fett weg! Apple hat gerade eine tolle Neusprech-Pressemitteilung veröffentlicht, wo sie ein wunderschönes Shit Sandwich zubereiten. Der App Store sei ja ein economic miracle, das sicherste Einkaufssystem der Welt!1!! Oh äh und ab jetzt dürfen Entwickler ihren Kunden auch sagen, dass es andere Zahlungsoptionen gibt als über Apple. Das ist aber großzügig!1!!
Ich kriege hier im Briefkasten Wahlwerbung von SPD und FDP (ja nee, klar).
Ein frisch wahlberechtigter Student im Haus kriegt Wahlwerbung von den Grünen und ... der FDP. Wat.
Ein Kommilitone von dem kriegt Wahlwerbung von der AfD. Der ist Zugezogener und hier gar nicht wahlberechtigt.
Und keine der Wahlwerbungen ist personalisiert. Man würde ja denken, dass die da ne Datenbank haben, wem welche Themen wichtig sind, und dann bespielen sie dich mit den Themen, die bei dir wahlentscheidend sind. Stattdessen benutzen die offenbar Big Data nur als SQL-Mülltonne für alle Adressen, die sie finden können.
Hat hier schon jemand Briefwerbung von der CDU bekommen? Oder sind die im Laschet-Koma an der Altmaier-Lebenserhaltungsmaschine powered by Kohlekraftwerk und haben aufgegeben?
Gut, der Maas kriegt hier auch regelmäßig sein Fett weg, aber was ist mit Svenja Schulze?
Kennt ihr nicht? Das ist unsere Bundesumweltministerin. Ja, so viel hat die erreicht, dass euch der Name nichts sagt.
Was macht die denn so? Am besten illustriert sie das selber auf dieser Webseite ihres Ministeriums. Das Bild rechts mit dem Spruch daneben. Falls sie das vor der Wahl noch schnell wegmachen, zitiere ich das hier mal in Gänze:
„Wenn wir die Digitalisierung unverändert fortsetzen, wird sie zum Brandbeschleuniger für die ökologischen und sozialen Krisen unseres Planeten. Wir brauchen eine Trendwende.“Ja, genau. Gute Idee, Frau Ministerin. Wir müssen endlich weg von der Digitalisierung und zurück zu alten Zeiten, wo Menschen mit ihrem Auto durch die Gegend fahren mussten, um etwas in der Bibliothek nachschlagen zu gehen.
Fortschritt Marke SPD!
Und dann schreiben sie 40 Mio Euro für "Umwelt-KI" aus. Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.
Das ist doch die Zukunftspartei, die man wählen will, damit sie die Zukunft gestalten!!1! Ich bin echt baff, dass die auf ihrer Digitalisierungsseite nicht direkt mit keinem Cookie-Terrorbanner eröffnen. Wie, you know, die CDU. Die erstmal zwei Cookies setzen, bevor man das Cookieterrorbanner überhaupt gesehen hat.
Die beiden Parteien verdienen sich echt gegenseitig. Die sollten mal über eine Koalition nachdenken! Eine Koalition des Terrors aus der Hölle! (Danke, Lutz)
Einige schreiben mir, sie hätten ja grundsätzlich nichts gegen Impfungen, aber trauen diesem mRNA- und Vektor-Zeug nicht, wollen lieber eine traditionelle Impfung mit Totimpfstoff. Offenbar gibt es da eine, die aber noch keine Zulassung hat.
Ich glaube, dem liegt dasselbe Denkmodell zugrunde, das auch Leute anwenden, die Öko-Hausmittel statt "Chemie" haben wollen. Ich habe mich mal vor vielen Jahren (ich war noch unter 20) mit einem Arzt unterhalten, der meinte, dieses Öko-natürlich-Ding sei ja ein attraktiver Gedanke, aber du musst dir halt überlegen, dass Wirkstoffe auch Nebenwirkungen haben. In einem chemischen Medikament ist ein Wirkstoff drin. In einem traditionellen Hausmittel aus Kräutern und Wurzeln sind es Tausende, davon die meisten nicht ordentlich erforscht, und dazu kommen dann vielleicht noch Verunreinigungen durch Pestizide und so weiter.
Aber ist natürlich nicht gut, fragte ich?
Er meinte dann: Natürliche Lebenserwartung von Menschen ist 30 Jahre. Da wäre der Arzt schon Jahre tot gewesen.
Andere schreiben mir, die Zahlen für die Nebenwirkungen seien gar nicht vergleichbar, denn Impfungen bekämen ja alle und die Nebenwirkungen nach Covid kommen ja nur nach einer Erkrankung, nicht nur nach einer Infektion, und Erkrankung sei ja viel seltener als Infektion. Da weiß ich im Moment nicht, ob das stimmt, oder wen man da fragen könnte. Insofern lasse ich das mal offen. Wer da mehr weiß, kann mir ja eine Mail schreiben, das hänge ich dann als Update an.
Viele Impfgegner haben große Angst vor Nebenwirkungen der Impfung und verweisen auf den aktuellen Bericht des Paul-Ehrlich-Instituts. Es gibt zwei große Hürden bei solchen Berichten. Der erste ist, dass man in solche Berechnungen mit einer guten Datenbasis reingehen muss, und die zweite ist, dass man als Leser die Daten interpretieren können muss, um zu prüfen, was für Schlussfolgerungen sich ziehen lassen.
In diesem Fall ist beides ein Problem. Die Zahlenbasis ist nämlich nicht etwa Krankenhausärzte, die anonymisiert Diagnoseergebnisse melden, sondern das sind Selbstmeldungen von Betroffenen per App. Wenn also bei der App jemand klickt, ihm sei nach der Impfung ein Bein abgefallen, dann landet das so direkt in der Datenbank, aus der dieser Bericht erstellt wird. Nun haben Patienten ja nicht direkt einen Anreiz zum Lügen, aber das ist trotzdem wichtig. Das PEI formuliert es so (Sektion 7.1, Methodik):
Dabei ist jedoch zu beachten, dass unerwünschte Reaktionen im zeitlichen, nicht aber unbedingt im ursächlichen Zusammenhang mit einer Impfung gemeldet werden.Nur weil du nach der Impfung Kopfweh gekriegt hast, heißt das nicht, dass das was mit der Impfung zu tun hatte. Warum erheben die diese Daten dann, wenn die so schlecht sind? Weil sie Trends erkennen wollen, denen man dann mit gezielten Studien hinterherforschen kann.
Das nächste Problem ist die Interpretation der Daten. Die Zahl der gemeldeten unerwünschten Nebenwirkungen wirkt auf den ersten Blick recht hoch. In Sektion 4.4 gibt es eine Übersicht. Da sieht man: Eine der häufigsten Beschwerden ist Fieber. Fieber ist keine Nebenwirkung. Fieber ist die Hauptwirkung der Impfung. Fieber heißt, dass das Immunsystem den Impfstoff wie gewünscht erkannt hat und antwortet. Ob das intern bleibt oder sich extern als Fieber messen lässt, hängt davon ab, welcher Teil des Immunsystems wie stark reagiert. "Lokale Reaktion" und "Reaktion an der Impfstelle" sind auch normal und zu erwarten. Mein Lieblingssysmptom ist "Ermüdung". In der heutigen Zeit sind eigentlich alle immer ermüdet. Mit oder ohne Impfung.
Anderes Beispiel, Sektion 4.6. Todesfälle. Da kommen die Impfgegner mit: "1254 sind an der Impfung gestorben!!1!" Im Original liest sich das so:
In 1.254 Verdachtsfallmeldungen wurde über einen tödlichen Ausgang in unterschiedlichem zeitlichem Abstand zur Impfung berichtet. In 48 Fällen hält das Paul-Ehrlich-Institut einen ursächlichen Zusammenhang mit der jeweiligen COVID-19-Impfung für möglich oder wahrscheinlich.Da dampft sich der Gegenstand der Empörung recht schnell zusammen. Und "möglich oder wahrscheinlich" ist jetzt auch noch nicht so eindeutig, dass man von "starb an der Impfung" reden kann.
Die nächste Frage ist: Nehmen wir an, nach der Impfung haben 100 Leute einen Herzinfarkt. Das heißt ja auch noch nicht, dass die Impfung schlecht ist, selbst wenn man eine Verbindung nachweisen könnte. Man muss vielmehr gucken, wie viele Leute in der Altersgruppe umgerechnet auf die Anzahl der Geimpften natürlich an Herzinfarkt verstorben wären. Das Paul-Ehrlich-Institut macht dafür sogenannte "Observed-vs-Expected"-Berechnungen, d.h. rechnet aus, wieviel Fälle sie rein statistisch erwartet haben, und vergleicht das dann mit der Anzahl der tatsächlichen Fälle. Tabelle 3 in Sektion 4.6 macht das. Und weil wir es hier mit seriösen Wissenschaftlern zu tun haben, geben sie auch Konfidenzintervalle an. Wer nicht weiß, was ein Konfidenzintervall ist, sollte sich eigentlich auch keine öffentliche Interpretationen dieser Daten erlauben.
Ein weiteres Problem ist, wann du einen Schaden als "bleibenden Schaden" wertest. Im Moment bestimmt das der Bediener der Melde-App. So und jetzt geht mal in euch und fragt euch, wie wahrscheinlich das ist, dass jemand mit sagen wir Gliederschmerzen nochmal die App aufmacht, wenn die wieder weg sind, und das auch meldet? Weniger als 100%, da sind wir uns hoffentlich einig.
Besonders spannend in dem Bericht finde ich persönlich Sektion 4.1, da haben sie die Beschwerden nach Geschlecht aufgeteilt. Die Diskrepanzen sind enorm und werden im Text nicht weiter erläutert. Über die Ursachen kann man natürlich prächtig spekulieren jetzt. Z.B.: Frauen werden älter, Alte haben mehr Wehwehchen, Alte wurden zuerst geimpft, also mehr Frauen unter den Geimpften. Stimmt das? Keine Ahnung! Spekulation!
Viele der Beschwerden von Frauen beziehen sich offenbar auf deren Regelblutung. Kann das daran liegen, dass eine Impfung stressig ist? Wenn eine Frau einmalig eine zusätzliche Regelblutung kriegt, ist das dann ... schlimm? Ein bleibender Schaden?
Will sagen: Das ist alles nicht so klar, wie man das zu bewerten hat. Daher veröffentlicht dieser Bericht viele der Zahlen auch einfach so, ohne da groß herumzuinterpretieren.
Ich möchte gerne noch auf den Aspekt hinweisen, dass wir ja auch Presseberichterstattung hatten, besonders zu den Herzmuskelentzündungen. Die gibt es auch bei anderen Impfungen. Aber bei der Grippeimpfung waren nicht wochenlang die Zeitungen voll damit, was da die Symptome sind. Und was für tolle Symptome das waren! Ein Symptom war: Herzklopfen! Ja, äh, hab ich!!1! Schnell, rette mich jemand! Erschöpfung! Atemnot bei Anstrengungen! Schmerzen hinter dem Brustbein! Gut, letzteres kann auch ein Symptom von einer Blähung sein. Will sagen: Wenn du in den Zeitungen so eine Liste veröffentlichst, natürlich diagnostizieren dann alle bei sich eine Myokarditis! Dieselben Symptome hätten bei einer Grippeimpfung wahrscheinlich nicht zu einer Meldung geführt.
Ich will das Risiko nicht kleinreden, aber seltene Krankheiten sind selten.
Update: Ein Leser wendet ein:
Myokarditis Meldungen ans PEI erfolgen nicht über das Verbraucher Onlineportal sondern nur durch Ärzte da es sich hierbei um Impfkomplikation handelt welche im §6 Abs. 1, Nr. 3 IfSG geregelt ist!
Update: Auch die Todesfälle werden vermutlich keine Selbstanzeigen sein :-)
New hotness: Etablierte Medien machen Youtube-Berichterstattung.
Das Rezo-Video, um das es geht, ist hier zu finden.
Ich bin ja mit dem Video diesmal nicht so zufrieden, muss ich euch sagen. Ob deren PR eine Lüge ist oder nicht ... ach weißt du, da rechnet doch niemand damit, dass die uns nicht ins Gesicht lügen. Die PR-Leute der Parteien halten das doch für ihren Job, uns ins Gesicht zu lügen. Genau wie die Parteien selber uns gewohnheitsmäßig ins Gesicht lügen.
Dass die Grünen die Männer aus ihrem Foto rauscroppen? Geschenkt. Dass die so drehen ist ja wohl jedem klar, seit die den Habeck aus ihrer Parteispitze rausgecroppt haben, damit nicht so auffällt, wie schlecht die Baerbock ist.
Dass der Laschet in Flutgebieten lacht? Geschenkt.
Wichtiger finde ich den Charakter der Leute und der Parteien. Wofür stehen die?
Der Laschet steht für die Klausurenaffäre. Laschet ist der schlechte Schüler, der von seinen Seilschaften mitgezogen wurde. Laschet ist der schwache Thronfolger, der vom Apparat installiert wird, damit die Berater in Ruhe durchregieren können, ohne dass jemand mit eigenen Gedanken im Weg herumsteht. Sobald was nicht von selbst gut läuft, ist seine erste Reaktion: Bescheißen. DAS ist Laschet.
Der Charakter der CDU ist: Nachteile für die Gesellschaft bis hin zur Zerstörung der eigenen Spezies in Kauf nehmen und sogar durch eigene Taten vorantreiben, um sich kurzfristig persönlich bereichern zu können. Die Maskenaffären, der Rückbau der erneuerbaren Energien, die Uploadfilter, es folgt immer demselben Muster. Vorher lügen, dann tun, was eh alle Zyniker die ganze Zeit gesagt haben, das sie tun werden. Unvertrauenswürdiger als die CDU geht es gar nicht. Sogar die Verräterpartei und die AfD stimmen ab und zu versehentlich falsch ab und tun etwas nicht maximal schlechtes.
Der Charakter der SPD ist: Die haben keinen Charakter. Wenn sich der Wind dreht, dreht sich auch die SPD. Wenn es mal keinen Wind gibt, dann richtet die SPD maximalen Schaden an. Führt illegale Angriffskriege, schafft den Sozialstaat ab, dereguliert den Finanzsektor, privatisiert staatliche Unternehmen, ... Völlig undiskutabel.
Der Charakter der Grünen ist: Die haben keinen Charakter. Wenn die erstmal an der Macht sind, machen sie, was sie für nötig halten, um an der Macht zu bleiben. Illegaler Angriffskrieg? Klar machen wir da mit! Wokeness statt politischer Inhalte? Klar machen wir da mit! Dagegensein und Lamentieren können die gut, aber sobald sie an der Regierung sind, machen sie genau das, was vorher und nachher die CDU gemacht hat. Niemand braucht diese Partei. Wenn du als Wähler eine Partei wählen willst, deren einziges Ziel der Machterhalt ist, dann wähl die CDU. Es brauchte zwar Fukushima, aber die CDU brachte uns den Atomausstieg.
Die Linkspartei hat mich jetzt auch nicht wirklich vom Hocker gehauen, wo sie mal Regierungskompetenz hatte, aber die Linkspartei sind die einzigen, bei denen sich das Parteiprogramm so liest, als hätte da jemand Zeit investiert, um mal nachzudenken, wie man die Gesellschaft gestalten möchte. Die CDU hält sich ja nicht mal an den eigenen Koalitionsvertrag, für die ist das Parteiprogramm eher Klopapier-Reserve.
Wir haben hier, wie so häufig, die Wahl zwischen marodierenden Triebtätern, die alles kaputtmachen, und auf dem Weg noch soviel Geld raustragen, wie in ihre Taschen passt, und auf der anderen Seite zwischen maximal inkompetenten Vollversagern. Marodeure wie Altmaier und Nieten wie Klöckner, Scheuer, Maas, Spahn.
Der afghanische Ex-Präsident (der mit den vier Autos und einem Hubschrauber voll Bargeld geflohen ist) wäre bei uns in der CDU gewesen.
Es ist symptomatisch für das Gesamtsystem, wie die nächste Generation jetzt an Plagiatsaffären scheitert. Die haben sich das angeschaut und gesagt: Hey, Kompetenz ist hier offensichtlich nicht nötig. Da reicht ein bisschen blenden. Wieso wir von denen jetzt plötzlich echte Kompetenz erwarten, das leuchtet ja auch nicht wirklich ein. Als ob irgendjemand von deren Vorgängern nicht auch bloß ein Polit-Blender gewesen wäre!
Die Baerbock und Giffey und der Scholz, das sind m.E. so Leute, die sich nach unten orientieren. Die gucken sich um, finden ein paar ethikfreie Pfuscher, und sagen sich: Also besser als DIE bin ich ja wohl alle mal!1!! Und argumentieren dann am besten ein bisschen im Kreis: Dass ich noch im Amt bin, zeigt ja wohl, dass ich eine unersetzbare Spitzenkraft bin!!1!
Keiner von denen ist daran interessiert, das Land voranzubringen. Die wollen bloß Kanzler / Bürgermeister werden, weil man da ein gutes, sicheres Gehalt kriegt. Die Generation ICH ICH ICH.
Ja no shit, Käptn Offensichtlich!
Und das ist noch nicht mal das, was wir tun müssten, sondern die eh schon herunterverdünnten PR-"Ziele" der Bundesregierung.
Also DAMIT konnte ja wohl NIEMAND rechnen, dass man keine 65% Emissionssenkung bis 2030 hinkriegt, wenn man ernsthaft darüber streiten muss, ob 2038 (!) als Termin für den Kohleausstieg möglicherweise zu ambitioniert sei.
Wir erinnern uns: Die Amerikaner wollten in Afghanistan den Russen ihr Vietnam geben. Auf der aktuellen Warte heraus sieht es eher so aus, als hätten sich die Amis ihr zweites Vietnam abgeholt.
Ihr kennt ja wahrscheinlich die ikonisches Bilder von der Evakuierung von Saigon. Das aktuelle Bildmaterial aus Afghanistan erinnert schon ein bisschen daran.
Und so musste auch der amtierende US-Außenminister Blinken erst mal klarstellen:
"Das ist nicht Saigon", sagte Blinken bei CNN.Could have fooled me!
Aber zurück an den Russen. Die sagen das hier:
Russia's embassy in Kabul said on Monday that Afghan President Ashraf Ghani had fled the country with four cars and a helicopter full of cash and had to leave some money behind as it would not all fit in, the RIA news agency reported.Die mussten Bargeld auf der Rollbahn liegenlassen! Wie unwürdig!!Man kriegt aber auch einfach keine gute Hardware mehr!
Hey sag mal, versteht ihr eigentlich, wie die Taliban in diesem Land eine Chance hat? Nachdem der Westen da so nachhaltig die Korruption bekämpft hat und denen mit Killerdrohnen Demokratie gebracht hat? Ich versteh das auch nicht! Ein Mysterium!1!!
Die sind wahrscheinlich einfach ein bisschen dumm, die Leute da. Ja. Das wird es sein.
Update: Übrigens: Die Chinesen erkennen eine Gelegenheit, wenn sie sie sehen. Ein Land, das auf unermässlichen Bodenschätzen sitzt? In dem die neue Regierung den Westen nicht leiden kann? Win-win!
Mit der nicht sterilisierenden Impfung steht auch das Konzept der Herdenimmunität in Frage. Wenn auch Geimpfte sich noch infizieren und andere anstecken können, wie soll sich die Krankheit dann jemals "totlaufen"?
Aktuelle Zahlen aus Island scheinen das zu bestätigen. Dort sind 93% der über 16-Jährigen geimpft aber sie haben trotzdem eine Delta-Welle mit Inzidenz von 400.
Ich finde aber, dass das mit der nicht sterilisierenden Impfung das Argument für eine Impfung sogar noch stärkt. Das heißt nämlich, dass niemand aus Angst vor einer Infektion bei sich dir eine Impfung aufzwängen will, wie viele Impfgegner annahmen. Ich habe hier alleine Dutzende Mails von Leerdenkern gekriegt, die mir vorwarfen, ich sei ja offensichtlich eine Risikogruppe und wollte, dass sich die anderen impfen, weil ich selbst Angst vor Covid hätte.
Die Impfung ist reiner Selbstschutz. Deine Impfung hilft nicht mir sondern nur dir. Wer dich zum Impfen überreden will, macht das nicht aus Eigennutz.
Klar, könnte sein dass derjenige Teil der Pharmamafia ist, die sich an Impfungen bereichern will. Wenn man aber guckt, dass Astrazeneca ihren Impfstoff zum Selbstkostenpreis rausgab (gibt keine Bereicherung) und zu welch relativ niedrigen Preisen die anderen Impfstoffe jetzt verkauft werden, dann bleibt von dem Argument auch nicht viel übrig.
Zumal es ja nicht die Pharmaverkäufer sind, die euch zum Impfen bringen wollen, sondern die Regierungen. Die verdienen nichts an dem Impfstoff, im Gegenteil. Denen entstehen nur Kosten durch eure Impfung.
Update: Einige Leser wenden jetzt ein, dass das doch auch Eigennutz sein könnte, denn deine Impfung hält ja möglicherweise auf der Intensivstation ein Bett frei. Oder man könnte auch argumentieren, dass unser Gesundheitssystem ja ein Solidarsystem ist, d.h. wenn du nicht auf der Intensivstation behandelt werden musst, dann spart das Geld für das Solidarsystem, und ich muss weniger einzahlen. Technisch korrekt, aber hat halt mit dem "du hast ja nur Angst dich anzustecken"-Argument nicht viel zu tun.
Sind die alle doof, dass sie so einen Angriff zulassen? Nein, sind sie nicht.
Wenn jemand diesen Bus abgreifen kann, hat er physischen Zugriff auf die Hardware, oder zumindest gehabt. Wer diese Art von Zugriff hat, kann auch eine Wanze installieren und die Passphrase mitlesen.
Bitlocker bietet grundsätzlich nur Schutz unter der Annahme, dass die Hardware die ganze Zeit unter deiner Kontrolle war. Wenn die Grenzer am Flughafen das Gerät nehmen und damit in einen anderen Raum gehen, z.B., dann ist das vergiftet und muss als kompromittiert gelten. Neuinstallation hilft nicht.
Das heißt aber auch: Wer Bitlocker nur mit TPM und ohne Passphrase verwendet, der hat keinen Schutz gegen das Szenario, für das man Bitlocker normalerweise einsetzt: Der Laptop wird gestohlen.
Leuchtet ja auch intuitiv ein. Das TPM hat einen gerätespezifischen Schlüssel. Ein Bitlocker, der den Schlüssel vom TPM kriegt, schützt nicht vor Diebstahl des gesamten Gerätes. Das schützt nur dagegen, dass jemand die Platte ausbaut und woanders einbaut und dann reinbootet.
Die Bitlocker-Leute sind da auch ganz offen mit, welcher Modus wogegen hilft. Die sind auch offen darüber, dass man keinen Sleep-Modus machen darf mit dem Gerät, wenn es Bitlocker-verschlüsselt ist. Wenn das Gerät im Sleep-Modus wegkommt, kann man den Schlüssel relativ einfach aus dem RAM auslesen.
Wenn ihr also gerade Bitlocker einsetzt aber keine Passphrase vergeben habt, dann könnt ihr euch das auch direkt sparen. Das ist dann reines Compliance-Theater, nicht Security. Bringt gar nichts.
Sie hatten regelwidrige Kleidung an.
Achtung, stabil hinsetzen:
While male players are allowed to play in tank tops and shorts no longer than 4 inches above the knee, women are required to wear midriff-baring tops and bikini bottoms “with a close fit and cut on an upward angle toward the top of the leg” and a maximum side width of 4 inches, according to International Handball Federation regulations.Und auf Seite 2 der Regularien steht, sie müssen dem Linienrichter einen Lap Dance geben oder wie oder was? Hey, wollen wir mal gemeinsam wetten, ob diese Regeln von einem Mann oder einer Frau kamen?Wo sind eigentlich die ganzen Feministen in solchen Fällen? Kann ich persönlich keinen Vorteil draus ziehen also kümmere ich mich darum nicht?
Update: Zhangzhou ist eine Stadt, die Provinz heißt Fuijan.
Update: Haha, doppelt verkackt. Es gibt Zhangzhou und Zhengzhou. Zhangzhou ist in Fuijan und liegt an der Küste, kriegt häufiger Taifuns ab, daher dachte ich, das sei gemeint. Das andere liegt in Henan, zwei Flugstunden von der Küste weg. Da war das Hochwasser.
Annalena Baerbock müsse nicht fürchten, dass ihre Kanzlerkandidatur doch noch auf Robert Habeck übergeht, sagt der Wahlkampfleiter der Grünen: "Überhaupt nicht. Nie."Überhaupt nicht? Nie? Das heißt: Es ist egal, was jetzt über die rauskommt? Da könnte ein Kannibalismusproblem bekanntwerden und sie bliebe Kanzlerkandidatin der Grünen?
Gut, dass wir das mal geklärt haben. Vereinzelt dachten noch Leute, das habe was mit Sachgründen zu tun gehabt. Hat es nicht. Reine Ideologie-Entscheidung.
Wenn Entscheidungen nicht auf Grundlagen beruhen, die sich als falsch herausstellen und dann die Entscheidung kippen können, dann spricht man auch von einer Religion.
Ich frage mich ja, ob den Grünen klar ist, wie sehr sie ihr Auto schon um den Baum gefaltet haben. Die Umfragewerte sind gerade wieder unter 20% gefallen. Die Verbrecherpartei gewinnt auf Kosten der Grünen dazu gerade. Das muss man sich mal klarmachen! Die Leute würden lieber die Korruptionspartei wählen als die Grünen. Die Partei von Spahn und Scheuer. Lieber die, die uns in das Schlamassel gefahren haben, als die Grünen.
Unter uns: Ich persönlich finde die Baerbock jetzt nicht so krass übel. Das ist genau die Kanzlerkandidatin, die die Grünen verdient haben. Kann nichts, hat nichts geleistet, bläst ihren Lebenslauf auf, und hat überhaupt keine Fehlerkultur. Im Zweifel haben bei der immer die Anderen die Schuld.
Nicht nur haben die Grünen die verdient, die hat auch die Grünen verdient. Wenn die dann das erste Mal irgendwas umsetzen will, wird sie sehen, wie effektiv, verlässlich und prinzipientreu der Laden ist.
Der einzige Aspekt, der mich wirklich wundert: Wie kann diese Partei immer noch mehr als doppelt so viel Stimmen wie die Linkspartei haben? Die Grünen standen mal für was, hatten Fundamentalkritik und leisteten Widerstand. Dann haben die Realos gewonnen und jetzt ist das nur noch eine wertlose Opportunistenpartei, die glaubt, sie hätten ein Anrecht auf mehr Einfluss, weil sie aus ihrer Sicht die Guten seien. Völlig verblendet.
So ein bisschen hatten die Linken das Problem ja auch eine Zeit lang. Aber die haben glaube ich inzwischen verstanden, dass sie für etwas stehen müssen, und solide Arbeit leisten müssen. Dass man sich Respekt und Einfluss erarbeitet und nicht in den Arsch geschoben kriegt.
Neben der Frage, ob das überhaupt akzeptabel ist, wenn der Staat so eine Aktion durchführt (in diesem Fall war es nicht unser Staat sondern die Franzosen und die Niederländer, wenn ich mich recht erinnere), gibt es da noch zwei weitere Probleme.
Erstens: Für Abhörmaßnahmen braucht man normalerweise einen richterlichen Beschluss, und für den braucht es einen Anfangsverdacht. In diesem Fall war der Anfangsverdacht "der hat verschlüsselt kommuniziert". Das ist ja schon ein bisschen dünn, würde ich denken, denn ich empfange und sende ja auch lauter verschlüsselte Mails. Rechtfertigt das jetzt auch bei mir eine Hausdurchsuchung oder was!?
Zweitens: Kann man eine Hausdurchsuchung alleine mit entschlüsselten Chatnachrichten begründen? Auch wenn die (nach deutschem Recht) illegal erlangt wurden? Das ist bei uns leider nicht ordentlich rechtlich festgeschrieben, dass Beweise aus illegaler Quelle grundsätzlich nicht verwendbar sind.
Nun, es gab da jetzt einige Gerichtsverfahren übers ganze Land verteilt, und die meisten Gerichte fanden das schon OK, wenn man Drogendealer aus dem Verkehr zieht. Wer braucht schon Beweise! Wenn die Bullen sagen, das ist ein Drogendealer, dann wird das schon stimmen. Illegal erlangte Beweise? *Gähn*! Was kommt als nächstes, dass jemand auf seine Grundrechte pocht?!
Aber jetzt gab es ein Gericht, das ausscherte. Das Landgericht Berlin hat die Eröffnung eines Hauptverfahren abgelehnt. Begründung:
Die Anklage der Staatsanwaltschaft stütze sich im Wesentlichen nur auf die über Encrochat geführte Kommunikation des Angeschuldigten, so die Richter. Die Tatvorwürfe in dem Fall seien jedoch allein mit den geheimen Chats nicht zu belegen. Die Daten unterlägen einem generellen Verwertungsverbot, entschied das Landgericht.Das klingt jetzt besser als es ist. Die haben nicht gesagt, dass solche "Beweise" generell nicht verwertbar sind, sondern erstmal nur in diesem Fall, wo aus Sicht der Richter die Chats nicht ausreichend inkriminierend sind.
Besonders bemerkenswert: Mehr hatten die nicht. Und es ist auch nicht so, dass die Franzosen ihre entschlüsselten Nachrichten ungebeten nach Deutschland geschickt haben. Nein, nein. Die Deutschen haben geguckt, wer auf der Liste der Encrochat-User aus Deutschland kam, und dann deren Nachrichten angefordert. Damit praktisch über Bande die Rechte der Leute verletzt, indem sie Dinge, die sie selbst nicht hätten tun dürfen, einfach die Franzosen machen ließen.
Das fand das Gericht dann doch recht dünn, und brachte diese tolle Analogie:
In der Begründung liefern die Richter ein Beispiel: Trage eine Person eine Brechstange mit sich, reiche das auch noch nicht für eine Durchsuchung wegen eines möglichen Einbruchs.Das klingt jetzt noch nicht sonderlich revolutionär, aber es ist praktisch einzigartig. Dass ein Gericht der Polizei ein Beweisverwertungsverbot ausspricht, kommt so gut wie nie vor. Entsprechend in Panik sind jetzt die Cops:
»Sollte diese Entscheidung des Landgerichts Bestand haben und zukünftig als Vorbild in anderen Verfahren gelten, können wir den Laden auch gleich dichtmachen«, sagt ein Kriminalbeamter.Ja, äh, pass uff, Atze, lass mich euch einen Vorschlag machen. Wie wäre es, wenn ihr ... Polizeiarbeit macht? Ihr wisst schon! Ermitteln! Wofür ihr bezahlt werden! Leute beim Drogendealen in flagranti erwischen!
Oder, wenn ich mal ein bisschen unrealistisch werden darf: Euch mal um richtige Kriminalität kümmern. Fahrraddiebstähle. Einbrüche. Räuber. Steuerhinterzieher! (Danke, Peter)
Deutschlands Politik ist ein "attraktives Ziel" für Desinformationskampagnen. Das meint Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI).Ja, so Desinformationskampagnen wie diese CDU-CSU-Maskenaffäre. Das verwirrt die Leute doch vor der Wahl bloß!
Oder dass Olaf Scholz ein Cum-Ex- und ein Wirecard-Problem hat! Das will doch niemand hören! Gut, also von der SPD jetzt.
Oder dass die Baerbock ihren Lebenslauf frisiert hat. Desinformation!!1!
Selbst Opfer von Desinformation ist Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner, Sprecherin für Netzpolitik und Verbraucherschutz bei den Grünen. Sie erlebte einen Shitstorm und ihr Mail-Account wurde lahmgelegt.Wofür hat sie den denn abgekriegt? Fiel der vom Himmel oder was?
Rößner berichtete, dass die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock "besonders stark" angegriffen werde. "Es wurden ihr falsche Zitate untergeschoben, die Angst schüren sollten."Und hey, wenn sich jemand mit Zitaten auskennt, dann Annalena Baerbock *gnihihihi*
Wenn ihr jetzt schon genug habt, dann stählt euch. Der nächste Satz ist einer für die Geschichtsbücher:
Leider hätten die politischen Wettbewerber aggressive Nutzer-Kommentare mit negativen Emojis weiterverbreitet.Oh neeeiiiin! Mit negativen Emojis? Das ist ja furchtbar!1!!
Ist auch in der Realität jemandem was zugestoßen oder nur euren Gefühlen?
Update: Aber macht euch keine Sorgen.
BSI-Chef Schönbohm berichtete, das Amt habe ein "rotes Telefon" für dringende Fälle eingerichtet, bei denen umständliche Meldeketten nicht beachtet werden können.
Da können Politiker anrufen, die unter einem akuten Fall von negativen Emojis leiden.
Wie üblich machte man eine Ausschreibung und gab dann dem billigsten Anbieter den Zuschlag.
Das war in diesem Fall Alibaba, ein chinesischer Anbieter. Aus Gerechtigkeitsgründen haben auch IBM, Oracle, Amazon und Microsoft Aufträge gekriegt.
Ein europäischer oder gar schweizerischer Anbieter wurde nicht berücksichtigt.Ja klar, warum auch.
Immerhin erwähnt der Artikel auch den Cloud Act. Auch wenn man dafür am China-Bashing vorbeiscrollen muss. (Danke, Peter)
Oh, warte. Verguckt. Gegen Geldwäschebekämpfung.
Die Ergänzung des Paragrafen 44 des Geldwäsche-Gesetzes führe zu einer „wesentlichen Erschwernis unserer Arbeit“. Falls die Novelle so komme, dürften die Experten zahlreiche Fälle mutmaßlicher Geldwäsche gar nicht mehr melden.Gutes Timing. Gerade noch durch den Bundesrat gekriegt, bevor wir aus der EM ausgeschieden sind. (Danke, Stefan)Vor allem nicht jene, bei denen zur Verschleierung von Einkünften aus kriminellen Quellen, großer Summen bar gezahlt werden, etwa zur Gründung von Firmen, zur Eintragung von Grundschulden bei Immobilien oder beim Gewähren von Darlehen.
Hey, habt ihr den Bohei um das Ungarnspiel in München mitgekriegt? Wo München als aufrechte, aufgeklärte Gesellschaft Regenbogenfarben ans Stadium projizieren wollten, um die Ungarn zu ärgern?
Äh, ich meine, um für LGBT-Grundrechte zu kämpfen!!1!
Nun, ich weiß nicht, ob ihr das wusstet, aber bei uns sind Blutspenden von Schwulen (und Transmenschen?) verboten.
Und dieses Verbot war gerade in der Debatte. Es gab einen Anlauf, das zu kippen. Genau zeitgleich zu diesem Stadium-Scheiß.
Was ist passiert? Die Verbrecherpartei, die Verräterpartei und die AfD haben zusammen verhindert, dass dieses beschämende Verbot aus unseren Gesetzen getilgt wird. Da wächst zusammen, was zusammen gehört!
Was sagt ihr? Das war bestimmt aus medizinischen Gründen? Ja nee, klar.
Vorne Regenbogenfarben im Fußballstadium schwenken, hintenrum LGBT diskriminieren. Deutschland im Jahre 2021.
Zusatzinfo + Quellen:Dann gab es da auch noch die Frage, ob man vielleicht Personen aus Afghanistan in Deutschland reinlassen sollte, wenn sie mit der Bundeswehr dort zusammengearbeitet haben, weil die Taliban mit solchen Kollaborateuren gerne kurzen Prozess macht. Auch das hat die ganz große Koalition aus CDU/CSU, SPD und AfD verhindert. (Danke, Tobias)Das geschah gestern in der Zeit zwischen 15:45 und 17:40 im Bundestag (Tagesordnungspunkt 44 xxxx) [der Bundestag nummeriert Unterpunkte alphabetisch durch, nach 'z' machen die mit 'aa' weiter, das war also der 102. Antrag, über den abgestimmt wurde, da ist bestimmt noch mehr zu finden], siehe https://www.bundestag.de/tagesordnung von gestern).
Beschlussempfehlung des Ausschusses für Gesundheit (Anträge ablehnen): Drucksache 19/30735
Antrag der FDP: "Einfach Leben retten – Blutspendeverbot für homosexuelle und transgeschlechtliche Menschen abschaffen", Drucksache 19/15260.
In der Beschlussempfehlung noch enthalten sind die ebenfalls abgelehnten Anträge:
Antrag der Grünen: "Diskriminierung von homosexuellen und transgeschlechtlichen Menschen bei der Blutspende beenden", Drucksache 19/17797
Antrag der Grünen: "Diskriminierung bei der Blutspende beenden – Transfusionsgesetz ändern", Drucksache 19/19497
Rückblickend war das sehr freundlich von der Natur, uns erstmal die Softball-Variante von dem Virus zu geben. So hatten wir ein ganzes Jahr, unseren Scheiß auf die Reihe zu kriegen.
Nicht dass uns das geholfen hätte, aber immerhin kann so niemand sagen, wir hätten keine faire Chance gehabt.
Und was machen wir? Verkacken ein Jahr lang, dann machen wir ein Politik-Superspreading-Event, eine Fußball-Meisterschaft und planen gerade die Olympischen Spiele.
Hey, eine fucking Berlinale haben wir gemacht!
Aber gegen Ferienreisende haben wir schön gehetzt. Wie? Nein, nicht gegen alle. Gegen die Unterschicht. Die Privatjet-Parallelgesellschaft hat die ganze Zeit niemand aufgehalten. Glaubt ihr nicht? Hier ein Privatjet-Anbieter:
Immer mehr Reisende nutzen Privatjets als sicheres und effizientes Transportmittel während der laufenden Pandemie COVID 19. Der private Luftfahrtsektor ist seit Beginn der Krise, Anfang 2020, um 20 Prozent gewachsen.Dass es DA keine Revolution gab, das muss mir auch mal jemand erklären. Vermutlich hat das einfach niemand mitgekriegt außer den Superreichen. Die normalen Leute haben sich gedacht, niemand könne so ekelig sein.
Komm, liebe Rassistenparteien, erzählt mir mehr über die Leute, die ihre Verwandtschaft in der Türkei besucht haben! Was das für eine Risikogruppe ist!
Und das Tragischste? Die Hoffnungsträgerpartei, die diesen ganzen korrupten Haufen ersetzen soll? Das ist die Partei, die an Homöopathie, Geistheilung und anderen Eso-Bullshit glaubt. Da kannste dich echt nur noch in den Bunker zurückziehen. Den mit den guten Luftfiltern.
Dabei vergessen, dass im Wesentlichen niemand die Frauen daran hindert, sich für einen dieser krassen Ausbeuterjobs zu bewerben, oder selbst eine fucking Firma aufzumachen und dann dort den Ausbeuterjob zu besetzen, bei dem man 16 Stunden pro Tag für die Firma hergibt und dann mit 50 am Herzinfarkt stirbt.
Wenn es darum geht, tatsächlich Beispiele zu finden, wo Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld kriegt, dann ist immer betretenes Schweigen bei den Feministen. Bis jetzt. Denn die GFF hat da gerade aus dem ZDF Gehaltstransparenz rausgeklagt. Ergebnis:
Im Jahr 2017, für das die ZDF-Journalistin nach dem Inkrafttreten des Entgelttransparenzgesetzes Auskunft eingeklagt hatte, erhielten die Männer im Median rund 800 Euro im Monat mehr als sie. Obendrein gab es für Männer Leistungszulagen – nicht aber für die mehrfach für ihre journalistische Arbeit ausgezeichnete Redakteurin. Aufgrund ihrer ungleichen Einordnung in das tarifliche Stufensystem steigen die Männer zudem immer vor ihr auf; daher dürften sie im Median 2018 sogar 1.200 Euro und 2019 über 1.500 Euro pro Monat mehr verdient haben.Wow. Es gab ein Transparenzgesetz, und das ZDF hat trotzdem nicht dafür gesorgt, dass keine Beweise gegen sie vorliegen? Was sind DAS denn für Pfuscher?!
Meine Güte, ich sage dir, wenn du die CDU irgendwo ranlässt!! Du kriegst immer dasselbe. Ein schlechtes Produkt, viel zu hohe Kosten, und Korruption und Vetternwirtschaft.
Oh, wusstet ihr nicht? Das ZDF ist von der CDU geschaffen worden, weil die ARD zu regierungskritisch war. Das ZDF sollte der Gegensender sein, der zeigt, was für gute Arbeit die CDU macht. Googelt selbst.
Aber wartet, wird noch geiler.
Die Klägerin, eine beim ZDF als „Fest-Freie“ beschäftigte Investigativ-JournalistinEine what now? "Fest-Freie"?! Dieser ganze Laden besteht nur noch aus moderner Sklavenhaltung. Das ist die systematische Mitarbeiterentrechtung, dieses "freie Mitarbeiter"-Scheißzeug.
Ich rufe der Klägerin daher zu: Sehr gut! Weitermachen! Immer auf die Nüsse zielen!
Bei der Gelegenheit fragt ihr euch vielleicht, ob das ZDF da nicht irgendwelche billigen Racheaktionen gepullt hat. Klar haben sie!
Während des laufenden Verfahrens beim BAG wurde die Klägerin durch die Chefredaktion nach 13 erfolgreichen Jahren beim Politikmagazin Frontal21 von Berlin an den Einsatzort Mainz versetzt.Ich bin mir sicher, da gibt es eine total glaubwürdige Erklärung für, die andere Schlussfolgerungen zulässt als dass beim ZDF im Management ekelhafte, verachtenswerte Menschen arbeiten. Mir fällt nur gerade keine ein.
Die Grünen warfen Union und CDU/CSU Rechtschaos vor und griffen Spahn an.Überliest man vielleicht beim ersten Mal, aber wenn ihr genau hinguckt und aufmerksam mitdenkt, dann fällt euch möglicherweise auf, dass CDU/CSU und Union dieselbe Fraktion meinen.
Kann man jetzt als Lacher am Rande sehen, aber ich sehe es als etwas dunkleres. Erinnert euch mal an Orwells 1984. Da gibt es die Hate Week. In einer wunderschönen Episode hält gerade ein Rhetoriker eine flammende Wutrede gegen den Feind. Da kriegt er einen Zettel zugesteckt, dass sich der Feind geändert hat. Jetzt ist das andere Konglomerat der Feind.
Der Typ zuckt nicht mal mit der Wimper sondern stellt halt direkt seine Rede um auf den anderen Feind. Das Publikum merkt, dass sie die falschen Transparente mitgebracht haben.
Eigentlich passiert hier doch gerade genau das! Nur dass unsere Hasswoche sich nicht gegen andere Staaten richtet sondern gegen unsere eigenen politische Parteien.
Man könnte sagen: Wir haben eine sehr ähnliche Situation, nur mit anderen Playern. Wie bei 1984 sind auch bei uns die Feinde austauschbar. Mit an religiösen Eifer (oder ist es Geifer?) hat sich jeder eine Partei ausgesucht, die aus seiner Sicht am wenigsten schlimm ist, und greift geifernd die anderen an.
Was meint ihr? (Danke, Johannes)
Boah, ein Glück, dass DER Präsident geworden ist! Und nicht dieser fiese LGBTQ-Hasser Donald Trump!1!!
–CVE-2021-33742, a remote code execution bug in a Windows HTML component.Und was tut es noch? Es gibt dir im Taskbar eine Wetteranzeige mit einer Windows HTML component.Genau mein Humor!
Sonst noch bemerkenswert:
–CVE-2021-31201, an elevation of privilege flaw in the Microsoft Enhanced Cryptographic Provider
–CVE-2021-31199, an elevation of privilege flaw in the Microsoft Enhanced Cryptographic ProviderDas ist aus einer bereits in der Wildbahn angewendeten Exploit Chain. Klickst du auf die Links, kriegst du … keinerlei weiterhelfende Informationen. MSRC veröffentlicht nicht mal mehr wie früher sinnfreie Textbausteine. Da sieht man ein CVSS-Score und einen Disclaimer. Das war alles. Den Link hätten sie sich auch sparen können.Elevation of Privilege in einer Crypto-Komponente ist in meinen Augen der Totalschaden. Das ist die Art von Problem, bei der du das Rechenzentrum kontrolliert sprengst und ein neues aufbaust. Das ist die eine Komponente, bei der man annehmen würde, dass die mit Sorgfalt entwickelt, ordentlich getestet, zu Tode auditiert und zuverlässig ist. Die hat EINE Aufgabe: Elevation of Privilege verhindern. Das ist die Aufgabe davon.
Ich finde es erschütternd, dass das jetzt so als Fußnote einer Randnotiz vorbeisegelt.
Update: Achtet mal darauf, was das CVSS ist für eine elevation of privilege in der zentralen krypto-komponente. CVSS geht von 1 bis 10. Diese Lücken haben ein Score von ... 5. Da sieht man mal schön anschaulich, was für ein Bullshit dieses Scoring ist. Eine 10 hätte die Lücke nur gekriegt, wenn sie direkt Code Execution erlaubt hätte. Wenn sie Code Execution in der anderen Komponente erlaubt, die sich auf diese Krypto-Komponente verlassen hat, dann ist es bloß eine 5. Ja nee, klar.
Völlig klar, da müssen kurz vor Einlaufen in den Hafen noch schnell das Altöl und die radioaktiven Abfälle über die Reling gehievt werden! Wissenschon, die Gesetze, bei denen man keinen Bock auf eine öffentliche Debatte hatte!
Sowas wie: Yet another Ermächtigungsgesetz für die Polizei. Ab jetzt sollen Hausdurchsuchungen auch nachts stattfinden. Weil, äh, die bösen Hacker sind nachtaktiv! Wenn man da morgens aufschlägt, sind die Laptops alle zugeklappt und man kommt ohne Passwort nicht ran!1!!
Naja und weil man im öffentlichen Dienst Nachtzuschlag kriegt, könnt ihr mal davon ausgehen, dass ab jetzt ALLE Durchsuchungen nachts stattfinden werden.
Oh und komm, Atze, wenn wir schon die leckenden Giftmüllfässer anfassen ... was haben wir denn da noch? Wie wäre es mit diesem hier!
Mit dem Vorhaben wird der Gesetzgeber auch eine einheitliche Rechtsgrundlage schaffen, mit der die Polizei und andere Sicherheitsbehörden wie der Zoll automatisierte Kennzeichenlesesysteme (AKLS) im öffentlichen Verkehrsraum zu Fahndungszwecken nutzen können.Der Staat ist wie die Kirche. Die Kirche dient einem omnipräsenten, allmächtigen Mann im Himmel, ABER SIE BRAUCHT MEHR GELD VON EUCH!!1!
Der Staat zwängt euch Geburtsurkunden, Personalausweise, Reisepässe, Steuernummern, Kontodatenabschnorchelung zur Geldwäschebekämpfung, Stammdatenhaltung in den Bürgerämtern, Meldepflichten bis zum Abwinken, sie nehmen eure fucking Fingerabdrücke auf, dann der große Lauschangriff, jetzt auch noch Trojanereinsatz gegen eure Telefone, aber SIE BRAUCHEN MEHR DATEN ÜBER EUCH!!1!
Nicht aus tatsächlichen Gründen. Nur damit ihr euch nicht daran gewöhnt und nicht mehr merkt, wer hier der Chef ist und von euch fordern kann was sie wollen. Daumenschrauben zieht man ja auch nicht direkt voll an, sondern man zieht sie langsam immer fester zu. Damit das die ganze Zeit schmerzt!
Was wollen die jetzt mit den Cookies machen?
Nach der DSGVO müssen Nutzer:innen eine simple Ja/Nein-Option haben. Da die meisten Banner diesen Anforderungen nicht entsprechen, hat noyb eine Software entwickelt, die verschiedene Arten von rechtswidrigen Cookie-Bannern erkennt und automatisch Beschwerden generiertFuck, yeah! Ich bin ja dazu übergegangen, Cookie-Banner mit Adblockern und Browsererweiterungen wegzufiltern. Keiner von denen kriegt von mir auch nur den geringsten Hauch von Zustimmung.
Das haben sie gemacht, weil beides gut und wichtig für die Akku-Lebensdauer ist. Tesla hat das hier also eigentlich gut gemeint, aber sie haben halt vorher den Kunden unter Vortäuschung falscher Tatsachen die Autos verkauft. Du kannst nicht einem Kunden ein Auto unter Anpreisung der Reichweite verkaufen, und dann die Reichweite per Softwareupdate senken.
Gestern hatte ich hier die BWI im Blog. Heute erzählt mir ein Kumpel, er habe von denen einen Werbetweet in die Timeline genagelt gekriegt. Diesen hier.
Ihr solltet euren Instant-Horror über "Zugriffskontrolle" überwinden und auch mal auf den Link klicken. Lohnt!
Kein Wunder, dass bei der Bundeswehr die Hardware vergammelt, wenn die ihr Geld lieber in "Smart Badges" mit Blockchain "investieren".
Ihre Erklärung war unisono die Flüchtlinge, die damals gehäuft ins Land kamen. Deren Erklärung: Das sind Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylrecht, die ein Deutscher prinzipbedingt gar nicht begehen kann.
Update: Noch ein Leserbrief dazu:
vergiss bei den "Straftaten" (extra in "") in 2016 auch bitte nicht die vielen Anzeigen wegen "Schwarzfahrens". (aka. § 265a StGB, Erschleichen von Leistungen)
Ein Echter Teutscher hat natürlich ein Auto und nutzt derart niedere Fortbewegungsmittel nicht.
Und ein echter grüner Deutscher hat eine Verbundjahreskarte oder eine Bahncard 150, wodurch man keinerlei Bemühungen mehr anstellen muss die im Beamten-Juristen-Deutsch verfassten allgemeinen Beförderungs- bedingungen und deren Preisverzeichnisse zu verstehen.
Was bleibt da noch außer den paar Flüchtlingen auf dem Weg zum Sprachkurs am anderen Ende der Stadt?
So kriegt man auch Arbeit für die Strafverfolger.
Update: Und einem Leser fiel auf, dass meine verlinkte Verbrechensstatistik sich auf die Weltbank bezog, aber bei der Weltbank fand er dann bloß Statistiken über Morde. Er schlug diesen Link zu den BKA-Daten als bessere Quelle für den Verbrechenstrend vor.
Ihr werdet euch vielleicht gefragt haben, wieso eine Pipeline überhaupt von Ransomware betroffen ist. Die Steuersysteme irgendwo im Feld werden ja hoffentlich nicht am Internet hängen.
Nun, jetzt gibt es ein paar Details.
Erstens: Die Ransomware hat nicht die Pipeline-Operation betroffen sondern deren Rechnungswesen. Die Pipeline hätte ungehindert weiter operieren können, aber sie hätten die Daten nicht erheben können, wer wieviel abgenommen hat.
Zweitens: Die haben Lösegeld gezahlt und eine Entschlüsselungssoftware gekriegt, aber die war langsamer als ein Backup einspielen (Überraschung!!1!). Also haben sie lieber Backup eingespielt.
Drittens: Natürlich haben sie in die Kameras gelächelt und gelogen:
"Quickly after learning of the attack, Colonial proactively took certain systems offline to contain the threat. These actions temporarily halted all pipeline operations and affected some of our IT systems, which we are actively in the process of restoring," the company said.Eine glatte Lüge!Auch erwähnenswert: Die US-Regierung, die ja wohl hoffentlich informiert gewesen sein wird, dass das eine Lüge war, hat als Notfall-Antwort nicht etwa der Pipeline-Gesellschaft einen Vogel gezeigt und den Hahn wieder aufgedreht, sondern sie haben die Sicherheitsregeln für Kraftstoff-Transport gelockert.
Seit ein paar Wochen beschäftigen sich im Internet einige Wadenbeißer damit, dem Lebenslauf von Annalena Baerbock hinterher zu recherchieren. Soweit ich sehen kann nicht gänzlich erfolglos. Da gab es so Vorfälle wie dass die Boell-Stiftung ein Lebenslauf zu ihr nachträglich "korrigieren" musste, und dann war das Studium, mit dem sie hausieren ging, plötzlich doch gar nicht abgeschlossen.
Für mich ist ja, unter uns, auch ein abgeschlossenes Politologie-Studium nicht satisfaktionsfähig. Da haben wir mehr als genug von, und keiner ist mir bisher positiv aufgefallen.
Insofern habe ich diesen Baerbock-Kram belustigt aus der Ferne verfolgt. Aber jetzt gibt es ein Dementi, und damit haben die Grünen selbst die Vorwürfe diskursfähig gemacht.
Gucken wir doch mal.
"Annalena Baerbock hat in Hamburg und London studiert und ihr Studium an der [London School of Economics & Political Science] mit einem Master of Laws in Public International Law abgeschlossen.Public International Law ist Völkerrecht.
Völkerrechtler sind die, die nach Flugzeugabschüssen über der Ukraine in Talkshows sitzen und unverbindlich ihre Meinung erzählen, als sei das bindendes internationales Recht.
Die Studienleistungen in Hamburg waren Voraussetzung für die Aufnahme an der LSEFür Nicht-Akademiker unter euch: Das ist eine Nullaussage. Ihr wurden Semester angerechnet.
Zuvor war, vor allem in Rechten Netzwerken, immer wieder der Vorwurf laut geworden, dass Baerbock bei ihrem Lebenslauf getrickst und gar nicht an der Elite-Universität in London studiert haben könnte.Da musste ich doch hart lachen, denn die LSE (London School of Economics) ist schon in Yes Minister immer wieder der Running Gag gewesen als Pseudo-Uni, die niemand ernst nimmt, schon gar nicht jemand, der auf einer richtigen Uni war. Wie Oxford oder zur Not auch Cambridge. Elite-Uni? HAHAHAHA! You had me at "economics" LOL!
Die Begründung: Sie habe keinen Bachelor-Abschluss in Hamburg machen können, weil es den zu dieser Zeit noch gar nicht gab.OK und an dieser Stelle dachte ich mir, da musst du mal was zu bloggen. Das ist einer der wichtigsten Indikatoren dafür, dass man gerade verarscht wird, wenn die sich gegen "Vorwürfe" verteidigen, die niemand gemacht hat. Selbstverständlich hat man damals bei der Umstellung Verfahren gehabt, wie man sich ein Vordiplom oder einzelne Scheine anrechnen lassen konnte. Völlig absurd. DAS war NICHT der Vorwurf. Der Vorwurf war, dass sie bloß ein Vordiplom gemacht hat und dann so tat, als habe sie einen echten Abschluss gemacht. Als jemand, der sein Studium selber nicht beendet hat, kann ich euch sagen: Wer ein Vordiplom für erwähnenswert hält, der hat eine Hand voller Luschen und versucht einen Bluff.
Grünen-Wahlkampfsprecher Kappler veröffentlichte aber auch ein Bild vom Abschluss Baerbocks in Hamburg, wo sie Politische Wissenschaft auf Diplom mit Nebenfach Öffentliches Recht/Europarecht studiert hatte. Ihre Diplom-Vorprüfung legte Baerbock dort mit der Note 1,3 ab.Wenn ihr genau lest, stellt ihr fest, dass sie hier wieder so tun, als sei das Vordiplom (das ihr bei der LSE angerechnet wurde) der Abschluss sei. So jedenfalls mein Verständnis. Diplom-Vorprüfung = Vordiplomsprüfung. Irre ich?
Wieso ist sie dann zur LSE gegangen, wenn das schon der Abschluss war?
Unter uns? Ich habe ja noch nie verstanden, wieso die Leute so darauf stehen, ein Stück Papier herumzuzeigen. Der Abschluss an der Uni ist doch nicht die Lebensleistung! Die Leistung NACH dem Studium ist die Lebensleistung! Die Uni ist die Ausbildung für die Leistung danach!
Dass es hier gerade überhaupt eine Debatte darüber gibt, was die Frau Baerbock an der Uni gemacht hat, zeigt mir vor allem eine Sache: Sie hat keine Lebensleistung vorzuweisen. Das Einzige, was sie hat, ist ein abgebrochenes Studium. Und das versucht sie gerade mit gezielt mehrdeutigen Formulierungen wie "hat an der Uni soundso studiert" so klingen zu lassen, als habe sie da einen echten Abschluss gemacht. Hat sie nicht.
Soweit ich weiß wäre auch ein Master im Völkerrecht bei den Juristen nicht viel wert. Erst nach einem Staatsexamen ist man Volljurist. Aber für ein Staatsexamen muss man in Jura halt richtige Jura studieren und nicht Völkerrechts-Blablah.
Übrigens, am Rande. Die Vorwürfe, die ich sah, waren eher in die Richtung "die hat da an der LSE ein paar Kurse besucht, bei denen es einen Schein ohne Prüfung gab, nur für die Anwesenheit".
Das hätte ich ja für Bullshit gehalten, wenn sie nicht dieses lächerliche Dementi hier produziert hätten.
Ja aber Fefe, wieso gucken die Leute immer nur bei den armen Frauen so genau hin?! Als ob die Männer in der Politik nicht alle Schmalspur-Anwesenheitsschein-Laberscheiß studiert hätten, und sich jetzt mit ihren akademischen Bullshit-Errungenschaften aufzublasen versuchen!1!!
Also erstmal: Die will Kanzler werden. Das sollte man halt nicht machen, wenn der Lebenslauf dann nicht aushält, dass mal jemand ein bisschen genauer hinguckt.
Zweitens: Der Laschet hat das ja auch abgekriegt neulich, war das die Anstalt oder die Heute Show? Dessen Lebenslauf ist im Wesentlichen Katholiken-Klüngel inklusive Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung. Aber wisst ihr was? Der Laschet hat ein Staatsexamen gemacht. Der ist Volljurist!
Und wie so häufig, wenn jemand etwas erwähnenswertes erreicht hat, dann hat er es nicht nötig, damit hausieren zu gehen. Der Laschet ließ das nicht in Talkshows heraushängen, dass er Volljurist ist. Das fand der ganz normal, dass man was vorzuzeigen hat, wenn man Kanzler werden will.
Das war bestimmt gar nicht so einfach für die Grünen, jemanden aufzustellen, der weniger vorzuweisen hat als der Laschet. Aber was sollen sie machen, sie hatten die Baerbock mit ihren Teilnahmeurkunden und sie hatten den Habeck, der ist Schweinebauer, wie die Baerbock ihn in dem Clip wunderbar abkanzelt. Nachdem ich das gesehen habe, gönn ich der das auch, dass da mal jemand ein bisschen herumstochert in ihrem Völkerrecht.
Wollt ihr eigentlich mal gucken, was der Habeck wirklich geleistet hat?
Von 1996 bis 1998 absolvierte Habeck ein Promotionsstudium der Universität Hamburg und wurde 2000 zum Doktor der Philosophie mit einer Arbeit über literarische Ästhetizität promoviert.Schweinebauer, my ass. Der hat fucking promoviert und mehrere Bücher geschrieben!
Also nicht dass ich den jetzt als Kanzler haben wollte, der ist immer noch bei den Grünen. Die haben den ersten Angriffskrieg in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland gemacht, die kriegen von mir garantiert niemals eine Stimme. Aber Habeck muss nicht mit Vordiplomen in Talkshows blenden. Und er hat es auch nicht nötig, der Baerbock an den Karren zu fahren, wenn sie ihn als Schweinebauer kleinzureden versucht.
Der weiß nämlich genau: Was Peter über Klaus sagt, sagt mehr über Peter als über Klaus.
Update: Ein Leser widerspricht:
Laschet ist _kein_ Volljurist!
Der hat nämlich nur das erste Staatsexamen -- das zweite (und mutmaßlich auch das Referendariat) fehlen ihm.
Je nach Uni bedeutet das: Ohne Abschluss. (Einige Unis bieten einem heutzutage dann wenigstens einen Diplom-Juristen oder einen LL.B. an, damit man wenigstens etwas vorzeigen kann)
Update: Ein anderer Leser widerspricht diesem Leser:
Der Satz "Je nach Uni bedeutet das: Ohne Abschluss." ist falsch. Das erste juristische Staatsexamen ist nämlich die Abschlussprüfung des Universitätsstudiums. Was Herrn Laschet dann fehlt ist mit dem zweiten Staatsexamen die Befähigung zum Richteramt, welche wiederum Voraussetzung auch für andere Berufe (Rechtsanwalt...) ist. Er hat aber ein abgeschlossenes Studium.
Update: Die Primärquelle für die akademischen Leistungen von der Baerbock findet sich auf Twitter, wo es der Wahlkampfsprecher der Grünen publiziert hat.
Dass ich dann wieder Nachrichten aus den USA konsumieren kann, ohne dass ich durch eine Kanalisation voller Partisanen-Scheiße kriechen muss.
Stattdessen ist das Gegenteil der Fall. Die sozialen Medien sind ja eh gänzlich unbrauchbar, da kommt nur noch "Trump war der schlimmste Präsident aller Zeiten" und "Bidens erste 100 Tage waren die besten seit Beginn der Geschichtsschreibung" auf der einen Seite, und "Trumps hat die Wahl doch gewonnen" auf der anderen.
Die Amis hatten mal relativ rigorose Trennung zwischen Meinung und Nachrichten. Meinung war in Op-Eds.
Guckt mal hier: "Nachrichten" über Bidens Politikstil.
"Was ist ihre größte Schwäche?"
"Dass ich vor der Entscheidung die Fakten haben will"
Ja, äh, NO SHIT, Sherlock! So ist das gedacht!
Ja aber Cheffe, das könnte jemand so deuten, dass der Biden lahmarschig ist? OK, dann packen wir noch ein paar Absätze rein, dass er jähzornig wird, wenn er seine Fakten nicht kriegt!1!!
An Peinlichkeit kaum zu überbieten.
Die woken Democrat-Medien arbeiten sich an dieser Marjorie Taylor Greene ab, als ob es dafür am Ende einen Pulitzerpreis gäbe.
Nach den tatsächlichen Nachrichten muss man inzwischen echt suchen. Es gibt da die guten Nachrichten aus Israel, dass die Pandemie soweit besiegt ist, dass sie wieder die Hände frei haben, um sich gegenseitig zu bombardieren. Dann haben die größten Einkaufsketten der USA angesagt, dass sie die Maskenpflicht für Geimpfte aufheben wollen.
Ich glaube ja, wir sollten mal eine Übung machen. Auch für Deutschland jetzt. Nachrichten Einordnen. Die Kategorien sind:
Ja aber Fefe, wo ist denn der Übergang zwischen Fakten und Umwelt/Wirtschaft-Partisanenscheiße? Ganz einfach:
"X beantragt Genehmigung für Solarkraftwert" sind Fakten.
"Y erteilt Baugenehmigung" sind Fakten.
"Das Solarkraftwerk ist fertig" sind Fakten.
"Es erzeugt jetzt soviel Strom" sind Fakten.
"Es ist kaputtgegangen" sind Fakten.
"Die Baukosten auf 20 Jahre umgelegt ist der Strompreis soundso" sind Fakten.
"Die Ausleitung ist zu dünn, um den generierten Strom wegzutransportieren" sind Fakten.
Der Rest ist Partisanen-Bullshit. Insbesondere alles mit Gestikulieren. Warum macht denn keiner was? Hier ist ein Riesenproblem!!1! Die Behörden schlafen!1!!
Dinge über die Zukunft sind Partisanen-Bullshit. "Wir müssten mal ein Solarkraftwerk bauen" ist Partisanen-Bullshit. "Warum steht das Wirtschaftsministerium dem im Weg?" ist Partisanen-Bullshit. "Altmaier blockiert das persönlich" ist Partisanen-Bullshit. Möglicherweise faktenbasiert, aber dann will ich die Fakten sehen.
Partisanen-Bullshit ist nicht per se schlecht. Es kann der Unterhaltung dienen. Aber es sind nicht Nachrichten.
Damit Aussagen über die Zukunft Nachrichten sind, müssen sie diese Form haben: Wir haben hier Problem X. Hier sind die Optionen, um es zu lösen. Das Problem ist selbstverstärkend (z.B. ein Waldbrand), daher ist die Zeit knapp und wir sollten bis Zeitpunkt Y zumindest folgendes erreicht haben. Wenn nicht, passiert Z. Wenn wir das schaffen, kostet die Problembehebung X, sonst wird es pro Woche um Y teurer.
Auch Fakten können lenkend sein. Der Strompreis des Solarkraftwerks braucht eine Einordnung in die Preise anderer Erzeugungstechnologien, dann ein Vergleich der Subventionen, und andere sinnvolle Kriterien wie "erzeugt nachts keinen Strom, bis wir geeignete Speicher haben".
"Die Renten sind in Gefahr" ist auch Partisanen-Bullshit. Ich kann mich an keinen einzigen Moment meines Lebens erinnern, wo die Renten nicht in Gefahr waren. Wo das Gesundheitssystem nicht am kollabieren war. Wo die Autobahnen und Brücken nicht marode waren. Wo dem Staat nicht der Kollaps wegen Überschuldung drohte.
Update: Immerhin haben wir jetzt gendergerechte Sprache und wir konnten ein paar wichtige Hashtags setzen.
In ihrer Wortmeldung sagte Merkel am Freitag, dass es niemand wollen könne, wenn China die moderne, im Westen von Biontech und Moderna entwickelte mRNA-Technik erhalte. Anders als afrikanische Länder verfüge nämlich die Volksrepublik über entsprechende Produktionskapazitäten. Ähnliche Sorgen werden hinter vorgehaltener Hand auch in Brüssel geäußert - schließlich soll mRNA im Kampf gegen Krebs helfen.Ja Scheiße, Bernd! Wo kämen wir da hin, wenn China herausfindet, wie man Krebs heilen kann?!
Das muss unbedingt verhindert werden! Wenn hier einer Krebs heilt, dann die westlichen Eliten. Ihr wisst schon! Die Eliten, die im Moment das Blut von Jugendlichen für Anti-Aging-Behandlungen kaufen. Das ist ja nur dann gut, wenn das exklusiv bleibt!1!!
Mal abgesehen von dieser ethischen Dimension hat hier jemand offensichtlich überhaupt nicht verstanden, was Patente sind. Ein Patent ist die gezielte Aufdeckung einer Methode. Im Gegenzug kriegt der Patentinhaber ein staatlich zugesichertes zeitlich beschränktes Monopol auf die Ausbeutung der Technologie. Wenn man ein Patent aussetzt, heißt das nicht, dass China magisch die Technologie erhält. Nur dass sie sie anwenden dürfen. Erhalten haben haben sie sie schon bei der Veröffentlichung des Patentes. So war jedenfalls mal die Idee.
Heute gibt es eine eigene Industrie aus Arschloch-Anwälten, die möglichst unhilfreiche, verwirrende und über-expansive Patentschriften formulieren, damit man das Monopol kriegt, ohne irgendwas tatsächlich offengelegt haben zu müssen.
Der Punkt ist: Auch aus dieser Warte hilft das Aussetzen des Patentes China nicht, "die mRNA-Technik zu erhalten".
Da merkt man mal wieder, wie wenig sich die Regierenden mit der Materie auseinandersetzen, bevor sie Entscheidungen treffen.
*fremdschäm*
Die ganzen NSU 2.0 Drohbriefe? Die mit dem Polizei-Insiderwissen? Die aussahen wie eine veritable Verschwörung? Ein verdecktes Terrornetzwerk?
Keine Sorge, haha! Das war bloß ein einzelner arbeitsloser Berliner! Das Insiderwissen hatte er, weil er bei der Polizei anrief und sich als Polizist ausgab. Das macht der häufiger, und dafür hat er auch schon Stress mit der Justiz gekriegt.
Meine Güte ey, ein Glück dass es bei uns keine Verschwörungen, keine Korruption und keine Terroristen gibt. Nur verwirrte Einzeltäter, "CDU-Wirtschaftskompetenz" und Waffenenthusiasten.
Dann lest Golem (Achtung: Supernervige Cookiepaywall, eigentlich unverlinkbar) über eine Umfrage zur Bundestagswahl. Eine Civey-Umfrage (nie gehört, neuer Umfrage-Discounter?) im Auftrag von Eco (IT-Branchenverband).
Die wollten wissen, ob die Leute mit der Digitalisierungspolitik zufrieden sind. Ergebnis: eher ernüchternd. 70% der Leute haben gesagt, sie sind in keinem Bereich mit der Politik zufrieden.
Ist Deutschland wettbewerbsfähig? Auch eher nicht so.
Ja aber Fefe, das sieht doch alles wie erwartet aus? Wo kommt da das Kotzen ins Spiel?
Hier:
Trotz großer Unzufriedenheit mit der Digitalisierung in Deutschland trauen Bürger der CDU und CSU am ehesten zu, die digitale Transformation erfolgreich zu gestalten.Wat?
Ernsthaft?
DENEN?
Scheuer-Andi?
Die, die das seit Jahrzehnten erfolgreich ausbremsen und die Konzerne erst machen lassen und ihnen dann beim Versagen noch Geld hinterherwerfen, damit sie genug Atem zum weiter-verkacken haben?
DIE?!?
Ganz hinten ist in der Umfrage die Linkspartei. Platz zwei sind die Grünen. LOL
Vielleicht sollte der CCC mal ein Parteien-Ranking veröffentlichen, welche Parteien es geschafft haben, einen PGP-verschlüsselten Kommunikationspfad aufzubauen.
Das wäre für mich eines der entscheidenden Indizien dafür, ob ich einer Partei zutraue, Digitalisierung zu gestalten.
Oder wir gucken kurz selbst. Bei den Grünen und Linken findet man einen PGP-Fingerprint bei überraschend vielen einzelnen Abgeordneten und Kreisverbänden. Bei der SPD weit und breit nichts. Bei der CDU weit und breit nichts. Bei der CSU weit und breit nichts. Mein Muster ist eine Suche nach "parteiname kontakt pgp". Guckt selber.
Besonders humoristisch wertvoll ist die Suche bei der AfD. Da findet man Dutzende Webseiten aber das sind alles Anti-AfD-Watchblogs und so :-)
Die nächste Stufe von Indikator wäre, ob die Partei ihren Server selber hostet. In ihrem Büro. Denn das war mal das Versprechen des Internets. Du hast einen Anschluss, und jeder ist gleichzeitig Sender und Empfänger. Was wir heute haben, dass jeder nur Empfänger ist, und gar eine nicht-routingfähige IP zugewiesen kriegt, das ist eine kommerzialisierte Bastardisierung. Das Ziel einer Digitalisierung von Deutschland muss sein, dass jeder zuhause Glasfaser hat, und wenn er eine Webseite hosten will, dann lässt er da halt nen Mini-Serverchen laufen zuhause an seinem Glasfaseranschluss. Wer seinen Scheiß in der Cloud hostet, dem traue ich nicht zu, dass er Digitalisierung gestalten kann. Der kann nur den Ausverkauf des Landes an transnationale Konzerne gestalten.
Der hat es echt geschafft, sich an Gestalten wie Kohl und Merz vorbeizuarbeiten auf Platz 1 meiner persönlichen Hassliste.
Iht habt ja wahrscheinlich mitgekriegt, dass das Bundesverfassungsgericht die "Klimapolitik" der Bundesregierung abgesägt hat. Und da braucht es natürlich kein Verfassungsgericht, um das zu erkennen, dass die da Brandrodung auf Kosten zukünftiger Generationen betreiben.
Keine einzelne Person steht dabei wie Altmaier für Brandschatzen am Planeten. Erst hat er Solarenergie in Deutschland kaputtgemacht, dann Windenergie, und jetzt fragt ihn das ehemalige Nachrichtenmagazin hinter einer Paywall zu dem Urteil. Ich zitiere nur mal zwei Sätze daraus. Die reichen schon für Bluthochdruck.
Erstens:
Die Entscheidung gibt uns die Chance, für mehr Generationengerechtigkeit zu sorgenWAT?! Seit Jahrzehnten ist der Altmaier systematisch jeder Chance in Richtung Aufhalten der Klimakatastrophe aktiv ausgewichen, hat jede Chance zur Herbeiführung des Weltuntergangs durch die Klimakatastrophe aktiv genutzt, und der WAGT es jetzt so zu tun, als habe er bisher bloß nie die Chance gehabt, sich gegen statt für den Weltuntergang zu engagieren?!?
Ich bin ja ein Pazifist, aber da krieg ich echt Gewaltfantasien.
Zweitens:
Wir haben nur noch wenige Wochen, bis zum Ende der Wahlperiode und müssen deshalb schnell und zügig handeln. Gegenseitige Schuldzuweisungen lenken von diesem Ziel ab und schaden dem Ziel des Klimaschutzes.Wisst ihr, was mir da schlagartig klar wurde, als ich das las?
Der Altmaier fährt hier das Israel-gegen-Palästina-Programm. Erst alles plattbomben. Dann den Wiederaufbau sabotieren wo es geht. Dann ansagen, dass die mit ihrem Geheule ja den Friedensprozess behindern.
Das ist direkt dasselbe Playbook.
Erst macht Altmaier Flechenbombardement über dem Solarstrom, dann phosphorbombt er die Windenergie weg, dann tut er so, als habe er bloß noch nicht genug Chancen gehabt, mal etwas FÜR den Planeten statt gegen ihn zu tun und am Ende versucht er noch seinen Waldflächenbrand den Kids in die Schuhe zu schieben, die es wagen öffentlich anzusagten, dass sie gerne nicht von ihm umgebracht werden würden.
Kennt jemand "die Wirtschaft", für die der Altmaier das tut? Ich würde gerne mal den CEO sehen, der das gut findet, dass hier seinen Kindern das Biotop zerschossen wird.
Update: Wer noch mal gucken wollte, wieso ich so auf den Altmaier eindresche: Die Anstalt über den Altmaier-Knick.
Aber ich muss sagen: Ich ändere da gerade meine Meinung.
Was aus der Blockchain-Ecke für ein offensichtlicher Scheiß kommt, der schon während des Vortragens zu Staub zerfällt, so offensichtlich ist das Bullshit, das geht auf keine Kuhhaut.
Aber werden diese Leute ausgelacht? Nicht doch!
Punchline: Ich rede nicht mal über NFTs hier gerade. Zu denen ist schon alles gesagt.
Ich rede von "Proof of Elapsed Time". Guckt euch das mal kurz an. Ich warte solange.
Fertig?
Na? Und? Was sagt ihr?
Pass uff, Atze, wir teilen einfach jedem Miner eine zufällige Wartezeit zu, die warten alle solange, und der erste, der zurückkommt, der kriegt den Zuschlag.
Wat? Wieso dann überhaupt warten?! Nimm einfach direkt den, für den du die kleinste Zahl ausgewürfel hattest!
Wie, dann sieht das nicht mehr dezentral aus? Dann merkt jeder gleich, was für eine Verarsche das hier ist? Das merken die Leute hoffentlich auch so direkt.
Achtung: Ich habe nicht gefragt, woher du weißt, dass die Leute auch solange gewartet haben, wie du ihnen gesagt hast. Das ist nämlich die Frage, die Intel möchte, die ihr stellt. Und sie möchten, dass ihr dann nicht merkt, dass derjenige, der die Zahl zugeteilt hat, einfach ne Stopuhr stellen kann. Nein, nein. Intel möchte, dass ihr dieses unfassbar komplexe Problem seht, und euch denkt: Dafür brauchen wir Intel SGX!!1!
Wieso überhaupt Miner mit Zahlen bespielen und nicht einfach selber den Block minen? Weil man dann nicht mehr Investoren belügen kann, dass das was mit dezentral und Blockchain zu tun hat.
Was für eine Farce, ey.
Immer wenn ich dachte, noch blöder ginge nicht!
Cuomo’s office announced on March 2 that testing had begun on the joint IBM system, known as Excelsior Pass. The “pass” itself is a smartphone app that displays a QR code to be scanned before entering an indoor business or other public gathering place; when verified by another device, it attests that the bearer has been vaccinated against Covid-19 or received a recent negative test result.Na? Kommt euch das bekannt vor?Nicht wirklich, oder? Ist noch nicht bullshittig genug.
Blockchains are typically public, their contents transparent to anyone with an internet connection, but the one behind Excelsior Pass will be private, meaning only parties sanctioned by IBM will be able to check the contents.Ah, jetzt!Gut, ist noch nicht Bullshit genug für 5 Blockchains, aber private blockchain ist an sich eigentlich schon kaum noch steigerbar in Sachen Bullshitdichte.
Wer das Memo noch nicht gekriegt hat, wieso private blockchain Schlangenöl ist, das von unseriösen Bullshit-Künstlern verkauft wird: Ich hatte das mal in diesem Folienset gegen Ende erklärt. Blockchain ist ein Konsensfindungsverfahren für eine dezentrale Datenbank zwischen Teilnehmern, die sich gegenseitig nicht trauen und finanziellen Anreiz haben, sich gegenseitig zu bescheißen. Wenn IBM hier eine "private Blockchain" macht, haben sie entweder nicht verstanden, was eine Blockchain ist, oder sie belügen dich, um dir unnötigen Tand anzudrehen. Funktionell ist eine "private Blockchain" dasselbe wie ein Server mit einer SQL-Datenbank, nur deutlich weniger flexibel in der Benutzung.
Ist euch zu fundamental, meine Kritik? Kein Problem:
“There is zero reason for blockchain to be involved in this problem,” said Matthew Green, an associate professor of cryptography at Johns Hopkins University and the creator of Zerocash, a software protocol designed to improve the privacy of the Bitcoin blockchain. “Blockchain solves a very specific problem around not trusting people, and the problem with this vaccine stuff is you do trust people; you have to trust the data being entered into the blockchain is an actual trusted reflection of who’s vaccinated or not.”
Die haben wahrscheinlich die Hände voll mit der Verwaltung der Urheberrechtsverletzungen. Und der Schwarzfahrer, wenn ich mal an diese erschütternde Statistik erinnern darf. DAFÜR hat die Staatsanwaltschaft Zeit.
So ähnlich geht mir das mit der Politik in Österreich.
Ich meine, wir haben ja hier auch diverse geistige Tiefflieger im Parlament, aber im Vergleich mit den Österreichern ist unser Parlament offensichtlich ein Hort der Intelligenz und Aufklärung.
Update: Inzwischen kam ein bisschen Kontext rein. Die FPÖ hatte vorgeschlagen, dass man einfach alle Covid-Maßnahmen sein lässt und dafür halt mehr Intensivstationen baut. Dem wollte dieser Formulierungskünstler entgegenhalten, dass Intensivstationen die Leute ja in vielen Fällen nicht heilt sondern nur ihr Sterben begleitet.
Und Söder wollte auch nicht Kanzler werden. Der wollte nur zeigen, dass jemand aus Bayern es hätte werden können.
Der Scholz will auch nicht Kanzler werden. Die SPD musste halt jemanden aufstellen und er war als einziger noch im Raum, als das Licht wieder anging.
Die Baerbock will glaube ich auch nicht Kanzler werden. Die hat noch gar nicht darüber nachgedacht, was das bedeuten würde für sie und ihr Leben. Das ist ein Scheißjob, den sollte niemand haben wollen, der halbwegs bei Bewusstsein ist.
Die Baerbock will nicht Kanzler werden, glaube ich, die wollte bloß Kanzlerkandidatin werden. Das war der natürliche nächste Schritt auf der Wir-sind-ja-so-progressiv-Bullshitskala innerhalb der Grünen. Wo es, wir erinnern uns, so Glanzlichter des Sexismus wie diesen Vorschlag hier gab. Die Grünen betreiben da eh einen circle jerk, denen geht es um gegenseitiges Bekräftigen des Weltbildes und kreisförmiges auf die Schulter klopfen für die angenommene eigene Leistung, von der man außerhalb der Partei nur irgendwie nie irgendwas zu Gesicht kriegt.
Schnell, nennt mal ein paar grüne Politikpunkte, die der Kretschmann gemacht hat!
Die Baerbock hat glaube ich noch nicht begriffen, dass Kanzler ein Job außerhalb der Partei ist. Dass da Leute Ansprüche an das Amt mit verbinden und von ihr Dinge erwarten würden. Bisher hat ja niemand was von ihr erwartet. Es reichte, dass sie eine Frau war.
Habt ihr heute mal die Zeitungen aufgemacht? Baerbock, Baerbock, Baerbock. Die Stimmung bei Laschets Presseshow muss ja erdrückend gewesen sein. Da hat der gerade mit geschickten unfairen prozeduralen Tricks den Söder rausgekantet, und schon am nächsten Tag redet keine Sau mehr über ihn. LOL
Du hast noch den Biosprit vergessen, womit die Grünen für massive Abholzung rund um den Äquator gesorgt haben (Auf EU Ebene besonders durch Claude Turmes.) Dann haben sie das immerhin eingesehen. Biosprit wurde in "Agrartreibstoffe" umbenannt und dagegen sei man ja bekanntlich, bei den Grünen, schon immer gewesen. Da gibt es eine schöne Arte-Doku "Die Biosprit-Lüge" (YouTube).Den Pädophilie-Kram hatte ich rausgenommen, weil ich finde, dass das eine moralische Entscheidung ist, über die man verschiedene Positionen vertreten kann. Das Alter, ab dem eine Person Sex haben kann, hat sich über die Jahrhunderte mehrfach geändert, und selbst innerhalb Europas gibt es da keine Einigkeit. Ich stimme denen zwar nicht zu, aber räume ihnen ein, dass sie da eine andere Position haben können. Sie müssen sich dann allerdings auch vor der Staatsanwaltschaft verantworten, hätte ich gefunden, wenn sich ihre Position in die falsche Richtung von der Position des Strafgesetzbuches unterscheidet.Die Waffenlieferungen in die Türkei: Deutsche Panzer machen Kurden nieder. Nur herausgekommen, weil deutsche Schützenpanzer gemäß StVO Außenspiegel und Beschriftungen auf Deutsch aufwiesen.
Oder die 120.000 Panzerfäuste für Saudiarabien
Oder, dass die Piraten im EU Parlament konsequenter für den Klimaschutz gestimmt haben als die Grünen…
Naja, dann fehlt noch die Pädophiliegeschichte. In den 80ern bis 90er. In Europa und auch in Deutschland…
Aber das wurde zum Grück wie bei der Katholischen Kirche nach eigenen Spielregeln aufgearbeitet.
Hier kamen übrigens auch ein paar Mails rein, so ala "das sind doch alles uralte Kamellen mit dem Krieg und so". Ach ja? Ist das so? Lasst mich raten, die verspricht sich nur dauernd. Eigentlich vertritt sie die richtigen Positionen, sie kriegt die nur nicht artikuliert, unter dem Stress des Scheinwerferlichts vor Kameras? Ja nee, klar.
Können wir uns mal bitte endlich darauf einigen, dass Frauen (und besonders junge Frauen) keine Lichtfiguren ohne Fehl und Tadel sind sondern genauso blöde, verblendet, bösartig und inkompetent wie Männer sind? Ihr faselt immer von Gleichberechtigung und Gleichbehandlung und dann nehmt ihr bei Frauen einfach an, ihre Fürze stänken nicht.
Grundsätzlich: Die haben da offenbar einen "Service"-Deal mit Huawei gemacht, bei dem Huawei sich als Admin auf ihren Geräten einloggen kann.
Wenn du deine gesamte Infrastruktur von Huawei kaufst, heißt das halt, dass sie alle Telefonate sehen und vielleicht gar mitschneiden können, die Stammdaten abgreifen, und sogar sehen konnten, welche Nummern gerade von der Polizei überwacht wurden.
Hier ist das "Dementi" von KPN.
Das ist ein so schwaches Dementi, das wäre sogar der CDU peinlich gewesen, das zu veröffentlichen.
Vorwurf: Die können bei euch alles machen und ihr würdet nichts mitkriegen.
"Dementi": Wir haben tatsächlich nichts mitgekriegt.
Was dementiert denn das bitte?! Nichts dementiert das!
Das ist ja an sich schon Popcorn-Kino vom Feinsten, aber darf ich bei der Gelegenheit bitte mal darauf hinweisen, dass sämtliche deutschen Telcos auch alle entweder schon in die Cloud umgezogen sind oder mit Nachdruck daran arbeiten? Telefonica ist vorgeprescht. Die anderen sind angezählt. Was dachtet ihr denn, was das heißt? Dass ausländische Dienste über Admin-Schnittstellen Daten abgreifen und manipulieren können heißt das, und die "Betreiber" merken nichts davon.
Ich freu mich schon auf das "Dementi" von Telefonica, man habe nichts gemerkt.
Der war hier schon im Blog, weil er eines Tages entschied, seinen Job ernst zu nehmen, und die Causa Assange mal zu prüfen.
Daraufhin betrat er Neuland und besuchte Assange persönlich, weil ihm auffiel, dass die offiziellen Quellen alle aus voreingenommenen Quellen kamen, die ihm ins Gesicht logen, damit ihr Verhalten in ihre eigene Story der Realität passt.
Nun, der Melzer wirkt jetzt völlig desillusioniert, nachdem er die Blaue Pille geschluckt hat. Er dachte sich, er findet vielleicht im Schrank ein Portal nach Narnia, aber was er fand war eher ein Palantir mit direktem Blick nach Barad-dûr.
In dem Artikel geht es um einen Online-Vortrag Melzers beim ÖJC anlässlich seines frisch veröffentlichten Buchs über die Causa Assange.
Melzer beschreibt, wie er alle diplomatischen Wege gegangen ist, und die Leute ihm ins Gesicht gelogen haben, und ihm alle für die Ausführung seines Jobs benötigten Informationen verweigert haben.
Als er trotzdem Beweise gesammelt hat, haben sie ihn mit diplomatischen Hohlphrasen abgewimmelt. Wenn er das Informationsfreiheitsgesetz anwendet, kriegt er geschwärzte Dokumente.
Und so bleibt ihm am Ende das Fazit, dass der angebliche Rechtsstaat eine Illusion ist. In Schweden wurde Assange Opfer der Willkür US-willfähriger Behörden, die ihn für eine Gefahr hielten, und daher einen Vergewaltigungsvorwurf herbeilogen. In Großbritannien dauerte die Verurteilung wegen Kautionsflucht eine Viertelstunde, von einem fairen Verfahren und Verteidigungsrechten kann keine Rede sein.
Das ist ja alles weitgehend bekannt. Wieso ich das jetzt ins Blog nehmen, ist folgender Satz:
"Es geht nicht um eine böswillige Verschwörung", glaubt der Jurist. Er sehe eher die "Banalität des Bösen" am Werk, zitierte Melzer Hannah Arendt.Und DAS, meine lieben Leser, ist mal die krasseste Beobachtung, die man an der Stelle machen kann. Die Banalität des Bösen ist ein Begriff von Hannah Arendt, eine vor den Nazis in die USA geflohene deutsche Jüdin, die dann Prozessbeobachterin beim Eichmann-Prozess war. Sie schrieb darüber ein Buch, in dem sie sich damit auseinandersetzt, wie das alles so geschehen konnte, und ihr Untertitel und Erklärungsversuch ist, dass wir es hier mit einer Banalität des Bösen zu tun haben bei den ganzen Nazi-Funktionären. Ich zitiere mal Wikipedia:
„In dem Bericht kommt die mögliche Banalität des Bösen nur auf der Ebene des Tatsächlichen zur Sprache, als ein Phänomen, das zu übersehen unmöglich war. Eichmann war nicht […] Macbeth […]. Außer einer ganz ungewöhnlichen Beflissenheit, alles zu tun, was seinem Fortkommen dienlich sein konnte, hatte er überhaupt keine Motive.“ Niemals hätte er seinen Vorgesetzten umgebracht. Er sei nicht dumm gewesen, sondern „schier gedankenlos“. Dies habe ihn prädestiniert, zu einem der größten Verbrecher seiner Zeit zu werden. Dies sei „banal“, vielleicht sogar „komisch“. Man könne ihm beim besten Willen keine teuflisch-dämonische Tiefe abgewinnen.Mit anderen Worten: Der Uno-Folterbeauftragte Nils Melzer vergleicht hier die Behörden in Europa heute mit Adolf Eichmann bei der Judenvernichtung.
Da wird klar, wie verletzt der Mann ist, dass seine Ideen von Rechtsstaat und Menschenrechten sich in der Praxis so als eine Illusion herausstellen.
Wow.
Übrigens, was ich auch auffallend fand: Er findet auch, das Assange nur ein Aspekt des Problems ist. Er erwähnt auch die Crypto AG und den BND-NSA-Skandal namentlich.
Wenn er mehr mit Deutschland zu tun hätte, würde er sich wahrscheinlich mehr Sorgen wegen des "Verfassungs""schutzes" machen als wegen des BND.
Die Software wird automatisiert durchgeguckt, ob irgendwelche Regeln verletzt sind (oder Abhängigkeiten nicht aufgelöst werden können), dann wird sie gebaut, dann laufen die Tests durch, am Ende vielleicht noch Code Signing und Hochladen in den App Store oder was auch immer man da haben will.
Teil so einer CI-Pipeline ist heutzutage gerne mal ein "Code Scanner". Das ist der zum Scheitern verurteilte Versuch, Software-Qualitätssicherung von einer Maschine machen zu lassen. Leider versteht die Maschine nicht die Intention hinter der Software und kann daher nur ein paar allgemeine Regeln testen, und auch die häufig mehr schlecht als recht. Ein häufiges Problem von so Tools ist, dass man eine gigantische Liste an False Positives kriegt.
Warum erzähle ich das? Manche Leute machen Code Scanning in der Cloud, als Auftrag an eine Drittfira. Bei einer dieser Drittfirmen ist eingebrochen worden und Code kam weg.
Das ist jetzt nicht so krass wie Solarwinds, weil so eine Testfirma im Allgemeinen keinen Schreibzugriff hat und nicht, sagen wir mal, ein paar Backdoors einpflegen kann.
Aber wenn der Quellcode deines Produktes deine Kronjuwelen sind, und du den Quellcode geheim hältst, dann ist der jetzt halt nicht mehr so geheim wie du dachtest.
Die betroffene Firma heißt "Codecov" und die haben angeblich 29000 Kunden.
Update: Oh, stellt sich raus: Das ist doch noch deutlich schlimmer. Man bindet codecov nämlich laut deren Anleitung wie folgt ein:
bash <(curl -s https://codecov.io/bash)
Und jetzt ratet mal, was die Angreifer dort manipuliert haben.
New hotness: Google bescheißt im Werbemarkt Google, zu Lasten der Werbekunden.
Google ist da nämlich in einer besonderen Position, weil sie sowohl das System zum Auswählen der angezeigten Werbung betreiben, als auch das System, wo du als Werbekunde Anzeigenplatz buchen kannst.
Sie haben dann mit den Daten aus dem einen System das andere System getuned, so dass die Leute häufiger den Zuschlag kriegten, die über Googles eigenes System Anzeigen geschaltet haben, und Google hat dann die Provision kassiert.
So und jetzt stellt euch mal vor, ihr baut so ein Bescheißsystem. Das braucht ja einen guten Namen. Was nimmt man da? Für ein System, das aus Schall und Rauch besteht und den kleinen Mann abzockt? Google musste nicht lange nachdenken:
The unredacted elements refers to a program called "Project Bernanke," a system that Google allegedly kept secret from publishers and other rivals. Bernanke was also viewed as an antitrust issue by the states in the lawsuit, due to how it operated.Bernanke? Sagt euch das was? Oh ja richtig! Der Chef der US-Notenbank Federal Reserve. Der, der für die Nullzinsen und das Gelddrucken verantwortlich ist. Und für die Milliardenbailouts für die Banken in der Finanzkrise. Für die größte Vermögensumverteilung von unten nach oben in der Geschichte der Welt. DER Bernanke!Wartet, geht noch weiter! Interessantes Detail am Rande:
The filing also mentions "Jedi Blue," an agreement between Google and Facebook where the social network wouldn't compete with Google in online advertising, in exchange for preferential treatment in Google's advertising tools.Was war das genau? Engadget hat ein paar Details:Nicknamed “Jedi Blue,” it reportedly gave Facebook favors in ad header bidding, where sites could solicit ad space bids from multiple exchanges at once, in return for backing Google’s Open Bidding approach to selling those ads.The terms gave Facebook inherent advantages, according to the Times. Facebook had more time to bid for ads, direct billing deals with the sites hosting the ads, and help from Google to understand ad audiences. As part of the agreement, Facebook said it would bid on at least 90 percent of ad auctions when it could identify users, and promised minimum spending levels up to $500 million per year. It also asked Google to avoid using bid info to skew ad auctions in its favor.
Tja, die Amis machen sowas halt gleich in großem Stil. Nicht wie bei uns wo ein paar CDU-Kleinkriminelle Provisionen skimmen.Update: Ein Leser empfiehlt zu Bernanke das Video hier.
Sie haben eine Mail von der Abteilung "Leitung, Kommunikation" befreit. Die liegt als eingescanntes PDF einen Ausdrucks der E-Mail vor. Daran kannst du erkennen, dass das echt ist. Emails ausdrucken und dann als PDF einscannen? Das muss echt sein.
Was empfiehlt dieser Propagandist? Na wie bei Yes, Minister! Dass man einen Untersuchungsausschuss einrichtet, in dem sich dann lauter Selbstdarsteller den Ball zuspielen, und nichts bei rüber kommt. Und dass man einen Sonderermittler benennt. Das hat zwei Vorteile: Der Bundestag zahlt für den, und der darf nicht mit der Öffentlichkeit reden, nur einen Bericht machen.
Mit diesem ganzen sinnlosen Theater kriegt man die Bevölkerung ruhiggehalten, sie sie von dem nächsten Skandal abgelenkt sind.
Oh und wo wir gerade bei Abgeordnetenwatch waren. Die haben auch mal geguckt, mit wem sich der Scheuer-Andi so getroffen hat. Vorsicht: Das könnte die Bevölkerung verunsichern.
Das ist ja schonmal grundsätzlich eine ganz schlechte Idee, weil es Signal zu einem Ziel für Scammer macht. Im Moment ist es nur ein Ziel für Geheimdienste. Schlimm genug.
Aber Signal baut nicht nur Payments ein. Nein, nein! Signal baut Blockchain ein.
Das ist der letzte Sargnagel. Ich habe schon aufgehört, Signal zu empfehlen, seit sie dieses desaströse Pin-Update eingebaut haben. Inhaltlich hat das bedeutet, dass sie dein Telefonbuch in die Cloud hochladen. War nicht so klar kommuniziert, aber das war das. Sie machen eine Packung Bullshit-Voodoo über deine Pin, dann verschlüsseln sie damit dein Telefonbuch, und dann laden sie es in die Cloud hoch.
Weil Smartphones sich überhaupt nicht für die Eingabe von Text oder Passwörtern eignen, ist die Pin entweder unbrauchbar, weil man sie nicht eingegeben kriegt, oder sie ist unbrauchbar, weil sie zu wenig Entropie hat und auf dem Server einfach durchprobiert werden könnte.
Und Signal hat diese verkackte Pin nicht Opt-In gemacht sondern einmal allen aufgezwungen. Das war der Moment, seit dem ich Signal nicht mehr benutze.
Aber jetzt? Auch noch ein Blockchain-Bullshit-Sandwich draus machen?
Und nicht mal eine echte Blockchain sondern so ein Voodoo-Handwaving-Hybrid-Schlangenöl.
Ich habe mir das letztes Jahr mal näher angeguckt. Das gesamte Ding fußt auf Intel SGX. Das ist Intels Enklaven-Voodoo-Tech. Laut Signal funktioniert das so: Deren Krypto-Blockchain-Voodooware ist Open Source und du kannst sie selber bauen. Dann kannst du davon eine kryptografische Checksumme nehmen. Dann fragst du einen proprietären unprüfbaren closed-source Cloud-Dienst von Intel, und der sagt dir dann die Checksum von dem Kram in der SGX-Enklave. Dann kannst du sehen, dass die Software unmodifiziert war.
Woher weiß denn der proprietäre unprüfbare closed-source Voodoo-Dienst von Intel in der Cloud die Checksumme von der Software in der SGX-Enklave? Nun, der verlässt sich auf proprietäre unprüfbare closed-source Voodooware von Intel in deiner Intel-CPU (in der Management-Engine, die Intel allen Kunden unausschaltbar aufzwängt) mit SGX.
Ihr merkt schon: Lange hat mich nicht mehr ein Konzept so dermaßen wenig überzeugt. Die Anzahl der Schichten an "guck hier mal nicht so genau hin"-Level Krypto ist atemberaubend. Die Humanisten unter euch werden die Wortbedeutung von Krypto kennen und an der Stelle die Ironie genießen, dass Krypto-Voodoo hier als Flimflam-Zutat für ein Bullshit-Cocktail aus wilden Ablenkungs-Handbewegungen hergenommen wird, das man sonst nur von Hütchenspielern und Bühnenzauberern kennt.
Ach komm, Fefe, werdet ihr jetzt sagen. Intel ist doch vertrauenswürdig! Ach ja? Intel, wir erinnern uns, musste mehrere Milliarden Entschädigung an AMD blechen, weil sie sie mit unfairen Methoden zu behindern versucht haben. Intels Compiler erzeugte jahrelang (bis heute?) Binaries, die auf AMD-Prozessoren künstlich mit angezogener Handbremse liefen. Und DIE sollen jetzt die Grundlage für unser Vertrauen in Signal sein?!
Aber Fefe, sagt ihr jetzt vielleicht, Intel hat doch gar keinen Anreiz für Beschiss an der Stelle!!1! Ach ja, ist das so? Wir reden von einem fucking Payment-Dienst! Wer da bescheißen kann, kann sich anderer Leute Geld überweisen! Da seht ihr keinen Anreiz?!
Nee, sorry. Signal hat über die Jahre eine Menge Vertrauen aufgebaut. Das ist jetzt weg.
Oh, übrigens, erwähnte ich, dass deren "Open Source"-Serverkomponenten seit nem Jahr nicht mehr geupdated wurden? Und auf deren Servern andere Software läuft als was sie im open source-Repo veröffentlichen?
Ja, äh, klar stinkt das, aber komm, wir schmieren da jetzt ein paar Lagen Krypto-Blablah drüber und dann decken wir das mit einer Decke unvertrauenswürdigen Intel-Versprechungen zu. Hier, noch ein bisschen Pseudo-Open-Source-Parfüm drübergespritzt, dann riecht man das gar nicht mehr so!1!!
Ich habe ja neulich schon bei der Meldung zu den hopsgenommenen Krypto-Messengern angedeutet, dass in Zukunft die wichtigste Eigenschaft von Krypto-Messengern sein wird, ob sie auch dann noch vertrauenswürdig einsetzbar sind, wenn die Infrastruktur von schattigen Behörden oder Geheimdiensten oder Kriminellen übernommen wurde.
Alle Messenger, die dich nicht selber Key-Management über QR-Codes o.ä. machen lassen, sind direkt durchgefallen. Dazu gehört leider auch Signal.
Ich persönlich schiebe die Schuld an dieser ganzen Misere ja den Sprallos in die Schuhe, die seit Jahren PGP madig reden. PGP ist die einzige fucking Krypto-Software, die explizit mit dem Ziel entwickelt wurde, dass du nicht dem Netz, nicht der Cloud, nicht irgendwelcher von Dritten betriebenen Infrastruktur glauben musst, sondern zur Not alles zur Hand bootstrappen und betreiben kannst. Diese ganze Hipster-Kacke, die heute unter Krypto läuft, kannst du alles einmal in der Pfeife rauchen. Ja, auch Browser-Krypto. Oder hat jemand von euch schonmal manuell Zertifikats-Hashes im Browser verglichen? Und dann verstanden, dass nächstes Mal ein anderes Zertifikat kommen könnte und man das bei jeder HTTPS-Verbindung einzeln verifizieren müsste eigentlich?
Ja, kommt, ihr Apple-Hipster. Erzählt mir mehr darüber, wie man ordentliche Krypto macht. Aber aber aber Signal ist doch viel einfacher zu bedienen!!1! Ja, der bedient sich sogar ganz von selbst und lädt deine Daten in die Cloud hoch!
Apropos Signal. Lacher am Rande. Bei dem Facebook-Datenreichtum ist ja auch der Datensatz von Mark Zuckerberg drin gewesen. Jemand hat die Telefonnummer in sein Adressbuch eingetragen. Und wisst ihr, was als nächstes passierte? Signal hat ihm gesagt: Zuckerberg ist auf Signal! Connect with him! Wie, ach, das habt ihr gar nicht auf dem Schirm gehabt als mögliches Privatsphäreproblem?
Na sowas.
Sic transit gloria mundi.
Update: Oh, guck mal einer schau. Signal hat gestern abend den Open Source Serverteil aktualisiert. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!
Update: Bei Signal kann man übrigens Kontakte manuell verifizieren. Ja, sogar mit QR-Code. Weiß nur keine Sau, weil das so geschickt in der UI verborgen ist. Haben sie irgendwann nachgerüstet und keiner hat's gemerkt. Man geht in die Kontakte-Liste, dann öffnet man einen Gesprächsverlauf mit jemandem, dann geht man im Menü auf Conversation Settings, dann scrollt man runter, denn diese unwichtige Randgruppenoption ist die letzte in der Liste: View Safety Number. Wenn man da raufgeht, dann kommt ein Screen namens Verify Safety Number. Dann muss man nur noch ein paar Jungfrauen in einem Pentagramm opfern und lateinische Inkantationen sprechen.
Ja, schon wieder.
Wenn dies geschehen ist, startet die CPU nur noch in Mainboards des jeweiligen Herstellers, weil die passenden kryptographischen Schlüssel vorhanden sein müssen. Ergo funktioniert der Epyc-Chip nicht mehr in der Platine eines anderen Anbieters, womit die gewünschte Funktion des PSB erfüllt wird."gewünschte Funktion"? Soll das ein Witz sein? Die Funktion wünscht sich nur einer. Lenovo.
Damit sie bei der Reparatur weiterhin Mondpreise aufrufen können. Und damit niemand das Lenovo-Mainboard wegschmeißen und die CPU in eine ordentliche Hardware einbauen kann. Das macht den Gebrauchtmarkt kaputt.
Warum würde man das tun wollen? Nun, vielleicht weil Lenovo mal wieder unzureichende oder zu laute Nerv-Lüftung eingebaut hat, und dein Prozessor die ganze Zeit mit angezogener Handbremse fährt.
Update: Falls ihr euch jetzt denkt: Kein Problem, kauf ich halt bei Dell ... dann habe ich schlechte Nachrichten.
Neben Lenovo nutzt auch Dell EMC einen Vendor-Lock, wenngleich nach aktuellem Stand einzig für Epyc-CPUs.
Damals bei den Sim-Lock-Mobiltelefonen hat man wenigstens noch subventionierte Hardware gekriegt, wenn man sich diese Unverschämtheit bieten ließ.
Ich bin mir sicher, wenn da jemand mit Millionen an Projektmitteln gewunken hätte, hätte sich Facebook da auch schnell irgendeinen PR-Bullshit über 5 Blockchains aus dem Arsch gezogen gekriegt.
Ich habe gerade ein bisschen den Eindruck, dass die Blockchain-Mafia Fortschritte macht, mit Nebelwerfer-Bullshit wie "Proof of Stake" Land zu gewinnen. Daher will ich dazu mal kurz was schreiben.
Was ist die Idee bei Proof of Stake?
Nun, die Original-Blockchain hat ja Proof of Work. Du hast lauter konkurrierende Miner, und wer als erstes die korrekten Daten gefunden hat, kriegt den Zuschlag und darf auswählen, was im nächsten Block landet.
Probleme: Furchtbare Energieverschwendung und hat ein Korruptionsproblem, wenn sich ein Kartell findet, die zusammen 51% der Miningleistung zusammenkriegen.
Proof of Stake macht daher kein Mining im Bitcoin-Sinn, sondern man errechnet einen "Zufallswert" (z.B. nimmt man einen Hash über die letzten 100 Transaktionen oder so). Dann macht man eine Liste der Pubkeys aller Teilnehmer, die gerne den nächsten Block bestimmen wollen. Dann weist man jedem von denen ein Gewicht zu, das von seinem "Stake" abhängt (Guthaben), und macht eine nach Hash des Pubkeys sortierte Liste daraus. Dann rechnet man den Zufallswert anhand der Gewichte auf die Liste um und der Ausgewählte darf dann.
Was heißt das konkret? Das ist eine Oligarchie. Und zwar eine selbstverstärkende Oligarchie, denn du kannst ja Gebühren pro Transaktionen kassieren, wenn du den Block auswählst, was dein Guthaben erhöht und damit deine Wahrscheinlichkeit beim nächsten Mal.
Oh und wer hat das meiste Guthaben? Na die, die von Anfang an dabei waren!
Kommt euch das bekannt vor? Von "Strukturvertrieben" und Schneeballsystemen zum Beispiel? Ja, das ist auch meine erste Reaktion, wenn ich das sehe. Das sieht aus wie ein riesiges Ponzi Scheme.
Ich finde ja auch total witzig, wie Proof of Stake hier praktisch eine natürliche Kartellbildung inzentiviert, und uns dann ins Gesicht lügt, das sei die Lösung für das Problem, dass Bitcoin durch Kartellbildung korrumpiert werden kann. Bei Proof of Stake ist die Korruption gleich ins Prinzip eingebaut, Teil der DNA!
Falls ihr übrigens dachtet, Ethereum habe Proof of Stake, weil sie ja seit gefühlt 10 Jahren rumlaufen und von Proof of Stake faseln: Nein, haben sie nicht. Das ist immer noch Proof of Work. Das güldene Ethereum 2.0 soll dann endlich Proof of Stake haben.
Wie komm ich da jetzt drauf? Nun, mein Kumpel Henryk hat da gerade einen schönen Rant zu veröffentlicht. Der hat dann dazu geführt, dass der CEO von Ubirch pampig wurde (Screenshot). Der Tweet ist inzwischen gelöscht und der Account ist auf private gesetzt. Der andere CEO von Ubirch versucht sich jetzt in Schadensbegrenzung.
Ubirch, wir erinnern uns, waren die mit den "fünf Blockchains" für den Impfpass.
Oh und einen noch: Bei Blockchain ist ja das Schöne, dass du nicht weißt, wer den nächsten Block bestimmt, bis er es tut. Traditionelle Schmiergeld-Korruption ist also schwierig, denn es gibt ja nicht mal eine Liste aller Miner. Bei Proof of Stake gibt es plötzlich einen Mafia-Angriff, wo die Mafia ausrechnet, wer den nächsten Block bestimmt, und dem "ein Angebot macht, das er nicht ablehnen kann" *zwinker*
Update: Übrigens, wenn euch die Begriffe vor den Augen verschwimmen, und ihr den Eindruck habt, was ihr gerade noch verstanden zu haben glaubtet ist jetzt plötzlich falsch: Das ist Absicht. Die Blockchain-Scammer definieren sich da in schöner Regelmäßigkeit die Welt um. Es gab da mal diese eine Eisteesorte, die Blockchain draufgeschrieben hat, und der dann Investoren die Tür einrannten. Es ist also nicht verwunderlich, dass jetzt so abwegige Dinge behaupten wie dass Blockchain kein Konsensfindungsverfahren sei (doch, ist es), weil ihr Eistee ja sonst nicht Blockchain wäre. Oh, sagte ich Eistee? Sorry, ich meinte "private-permissioned blockchain" (*wieher*). Besonders geil am Ende der Link auf den "ISO-Standard". Ob der gute "head of blockchain research" da am Ende mitgearbeitet hat? Sonderangebot! Für nur 38 CHF kannst du erfahren, welche GPT-3-generierten Bullshitbingo-Kandidaten-Begriffe sich unser Gremium aus Abzock Blockchain-Forschern diese Woche frisch aus dem Arsch gezogen haben!
Die Firma hinter pfsense ("World's Most Trusted Open Source Firewall") hat einen Typen bezahlt, damit er Wireguard nach FreeBSD portiert, und zwar in den Kernel rein. Die wollten das in ihren Produkten unterstützten (Wireguard ist ein VPN-Protokoll, sowas wie IPsec).
Der Typ hat dann nach ein paar Monaten einen Port nicht nur abgeliefert, sondern bei FreeBSD einfach so in den Code einchecken können. Die Wireguard-Leute erfuhren aus der Presse auf einer FreeBSD-Mailingliste davon und dachten sich: Sollten wir vielleicht mal kurz einen Blick drauf werfen. Steht ja immerhin unser Name dran.
Was fanden die? Nun, äh, es war nicht gut. Es war so doll nicht gut, dass sie sich entschieden haben, da mal die Dinger zu fixen. Sie haben also zwei Wochen lang im Wesentlichen Crunch-Mode gefahren (auf Schlaf verzichtet) und am Ende war von dem ursprünglichen Port-Code nichts mehr übrig.
Und DAS, meine Damen und Herren, ist ein GANZ eindeutiges Zeichen. Wenn du zwei Wochen hast, und du machst lieber alles neu, dann war das ungefähr die Hölle auf Erden.
Es gibt eine Liste:
The first issue is whether Macy's code actually had significant problems. Donenfeld said that it did, and he identified a number of major issues:- Sleep to mitigate race conditions
- Validation functions which simply return true
- Catastrophic cryptographic vulnerabilities
- Pieces of the wg protocol left unimplemented
- Kernel panics
- Security bypasses
- Printf statements deep in crypto code
- "Spectacular" buffer overflows
- Mazes of Linux→FreeBSD ifdefs
Da muss ich doch mal kurz den Zyniker raushängen lassen und auf Linus zeigen. Der wird seit Jahren angefeindet, weil er Leute, die schlechten Code einreichen, abweist. Wer es einfach nochmal versucht, kriegt eine Beleidigung. Wer es nochmal probiert, wird abgewatscht.Wenn du das nicht machst, passiert sowas hier.
Update: FreeBSD hat ein Statement veröffentlicht. Da war ich ja mit meinem Linus-Vergleich geradezu prophetisch.
Update: Man kann auch die Perspektive haben, dass das kein Qualitätssicherungsproblem bei FreeBSD ist, denn die Qualitätssicherung selektiert nicht, was nach HEAD reinkommt, sondern was in die Release-Branches kommt.
Es verpflichtet professionelle Interessenvertreter dazu, sich in ein öffentlich einsehbares Register einzutragen und dort Angaben über ihre Auftraggeber und die finanzielle Aufwendungen zu machen.Das ist schonmal nicht schlecht. Der Ladebalken ist bei 3%.
Treffen in Ministerien sollen bis hinunter zur Ebene von Unterabteilungsleitern erfasst werden.Erfasst, ja? Aber nicht öffentlich einsehbar, nehme ich an? Steht da nicht. Ladebalken immer noch bei 3%.
Zudem müssen sie einem Verhaltenskodex zustimmen, der Grundsätze integrer Interessenvertretung definiert.Aha, eine "non binding resolution", wie man so schön sagt. Die Abgeordneten setzen weiterhin auf "freiwillige Selbstkontrolle". Dass ich nicht lache. Ladebalken weiter bei 3%.
Verstöße sollen als Ordnungswidrigkeit geahndet werden, etwa durch den Entzug von Hausausweisen oder Geldbußen von bis zu 50.000 Euro.Verstöße klingt ja erstmal, als ob sich das gegen korrupte Parlamentarier richtet, aber bei "Entzug von Hausausweisen" ist dann spätestens klar, dass sich das auf Lobbyisten bezieht, die sich nicht ins Lobbyregister eingetragen haben.
Leider müsste man ihnen dafür nachweisen, dass sie "professionelle Interessensvertreter" sind. Das kommt mir wir keine große Hürde vor. Sagst du einfach: Ich bin Ex-CDU-Abgeordneter und wollte nur mal vorbeigucken, der alten Zeiten wegen. Viele Lobbyisten kommen ja selbst aus dem System.
Gut, also damit sind wir, ich fasse mal zusammen, bei einer Art Perso-Pflicht für Lobbyisten, und einer nicht-bindenden freiwilligen Selbstverpflichtung der Parlamentarier.
Meine Güte, die Korruption ist so gut wie besiegt!!1!
OK, gut, kommen wir zu den nächsten 97%? *blätter* *scroll*
Öhm. Ich habe schlechte Nachrichten für euch. Das war alles.
Nicht nur war das alles, das war sogar mehr als alles, denn ein Teil davon wird direkt wieder zurückgenommen:
Ausgenommen von der Pflicht sind unter anderem Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände, politische Stiftungen sowie die Kirchen und Religionsgemeinschaften.D.h. Daimler tunnelt ihre Lobbyarbeit ab jetzt einfach durch die Arbeitgeberverbände und ist fertig.
Ladebalken springt zurück auf 1%.
Hey, warte mal, fällt euch überhaupt irgendein Lobbyist ein, der nicht für die Arbeitgeber oder Gewerkschaften arbeitet? Welche Korruption bleibt denn da übrig? Habt ihr darüber mal nachgedacht?
Ich sage euch, wer da übrig bleibt. Menschenrechtler. Datenschützer. Leute, die gegen Hackertoolverbote und Staatstrojaner sind.
Der Ladebalken springt auf -10%.
Oh wartet, einen Aspekt müsste man noch beleuchtet. Mit dieser Satirenummer ist die Sache ja dann erledigt. Wenn morgen jemand über Korruption meckert, können und werden die sagen: Wieso, wir haben doch gerade unsere Korruptionsbekämpfungsgesetze verschärft!1!!
Unter dem Strich steht der Ladebalken bei -20%. Nicht nur nichts erreicht, sondern die Dinge auch noch schlimmer gemacht.
Dass die CDU uns so offen ihre Verachtung ausdrückt, wundert ja niemanden mehr, aber ohne die korrupte SPD hätten sie das nicht durchgekriegt. Alle anderen waren dagegen. Ich vermute mal, die SPD hatte starke Bauchschmerzen und ist zeigt auf die CDU, dass sie mit ihren weitergehenden Forderungen nicht durchgekommen sind. Aber als Ausgleich haben sie dem CDU-Entwurf (der bloß Kirchen und Arbeitgeber ausnahm) auch Korruption durch Gewerkschaften hinzugefügt. So hat jeder seine Pfründe gesichert und kein Abgeordneter muss jemals fürchten, für seine Korruption in den Knast zu kommen und sein Gehalt zurückzahlen zu müssen.
Eine Sache, die ja Mindestanforderung gewesen wäre, ist dass bei Gesetzen die Versionsgeschichte öffentlich schwellenfrei nachvollziehbar ist. Damit man mal sehen kann, wieviel von den Gesetzen von denen gemacht werden, die sich dafür fürstlich vom Steuerzahler "entlohnen" lassen. Und wieviel von Industrievertretern geschrieben und dann übernommen wird.
Davon ist in diesem Gesetz natürlich nichts zu sehen. Und alle sind irritiert, wie das soweit kommen konnte.
Das kann ich euch sagen, wie das soweit kommen konnte. Jemand hat seine Stimme der CDU oder der SPD gegeben. So kommt sowas.
Du weißt, dass dein Korruptionsbekämpfungsgesetz eine Farce ist, wenn es sogar der FDP nicht weit genug geht. *wieher*
Sie sind ja auch in einem fetten Interessenkonflikt. Sie können den Leuten ja nicht beibringen, Dinge im Internet nicht mehr einfach zu glauben. Denn das ist ja deren eigenes Geschäftsmodell: Die Quelle der Wahrheit zu sein.
Ich hab mich da gerade über diesen Test der SNV aufgeregt. SNV sagt euch nichts? Klingt unseriös? Nach Neue Soziale Marktwirtschaft? Ein weiteres Industrie-U-Boot? Guckt selbst. Ist nicht ganz so furchtbar wie INSM aber so richtig überzeugen tut mich das nicht.
Aber eigentlich geht es mir gerade nicht darum, wer das sagt, sondern was sie sagen.
Und damit sind wir gleich doppelt auf dem Punkt, um den es mir ging, denn dieser "Test" bringt im Wesentlichen dieselben Talking Points wie man generell von Pressevertretern kriegt. Im Wesentlichen der Verweis auf Autoritäten statt auf inhaltliche Aussagen.
Ich hätte ja gesagt: Fragt euch, ob das inhaltlich plausibel ist, und wie ihr das prüfen könntet. Dann prüft es.
Die sagen: Vergesst den Inhalt. Wichtig ist, wer es sagt. Identity Politics 3.0 sozusagen.
Ja aber Fefe, fragt ihr jetzt, woran erkenne ich denn, dass eine Quelle vertrauenswürdig ist?
Der Test geht hier rein nach Äußerlichkeiten. Ist ein Banner dran, dass das Werbung ist? Dann nicht. Ist ein Banner dran, dass das Fake News ist? Dann nicht. Ist ein Banner dran, dass der Autor bei einer Firma kauft, die Geld damit macht, was er dir gerade aufschwatzen will? Dann nicht.
Kurz gesagt: Du bist ein Dummchen. Probier gar nicht erst irgendwas selbst zu verstehen. Traue lieber dem Boten. Bekannte Boten sind besser. Außer, äh, außer "bekannt" heißt "hat viele Likes / Subscriber / Follower". Äh, außer das ist jemand von uns seriösen Journalisten, da sind viele Follower gut!1!!
Das führt am Ende immer in den Ruin, solche Geschichten. Was genau ist die Bedeutung des blauen Häkchens bei Twitter? Heißt das, dass der vertrauenswürdig ist? Wer entscheidet denn, wer vertrauenswürdig ist?
Wer macht eigentlich die Fake News-Banner auf Facebook? Sind die eigentlich vertrauenswürdig? Wer entscheidet denn, wer vertrauenswürdig ist? Facebook?!
Tja und dann kommen wir beim denkwürdigen Teil mit Russia Today raus, die man laut dieses Tests aus zwei Gründen ablehnen soll: Erstens weil es ein Staatssender ist, und zweitens weil da ein Wikipedia-Banner drunter ist unter dem RT-Video, dass die vom russischen Staat finanziert werden. Ja, äh, die Deutsche Welle ist auch ein Staatssender. Bleibt als Kriterium die Wikipedia-Banner.
Wer tut die da eigentlich hin? Wikipedia ja wohl nicht, oder? Oder ist Wikipedia jetzt für die Beurteilung der Glaubwürdigkeit von Nachrichtenquellen zuständig? Die kriegen ja nicht mal bei ihren eigenen Artikel hin, für hohe Glaubwürdigkeit zu sorgen! Vergleicht mal RT und Radio Free Europe bei der Wikipedia. Fällt euch was auf?
Aber mehr als "Staatssender" und "Wikipedia-Banner" fällt denen da halt nicht ein.
Es gibt da auch noch eine Sektion, wo man Meinung von Nachrichten unterscheiden soll. Lasst mich das mal ergänzen. "RT ist doof aber ARD ist glaubwürdig" ist eine Meinung, keine Nachricht. Glaubwürdigkeit ist subjektiv. Die kriegt man nicht per Fiat sondern die muss man sich erarbeiten. Indem man propagandafreien Journalismus macht. Jahrelang.
Aber selbst dann kann es sein, dass man unterliegt. Die wesentlichen Optionen sind:
Beide haben Vor- und Nachteile. Der zweite Ansatz ist attraktiv, weil man da weiß, dass man belogen wird, aber sich zutraut, das auf seiner Seite wieder rauszurechnen. Das ist in der Praxis aber leider häufig ein Fehlschluss. Eine Schwachstelle im Menschen. Menschen, die sich in einem System aufhalten, nehmen grundsätzlich an, dass sie in der Lage sind, das System zu beurteilen und Probleme zu kompensieren.
Juristen glauben an das Rechtssystem, und dass sie wenn es hart auf hart kommt gewinnen können. Programmierer glauben an die Software, und dass sie wenn es hart auf hart kommt debuggen können. Und wir alle glauben an die Nachrichten, und dass wir wenn es hart auf hart kommt Fake News erkennen können.
Ist alles eine Fehleinschätzung, aber möglicherweise in der Praxis immer noch besser als irgendeinem "vertrauenswürdigen" Sender einfach zu glauben.
Update: Oh und was ich ganz vergaß: In dem Test soll man auch WDR und ZDF als öffentlich-rechtlich erkennen, man kriegt vermittelt, dass öffentlich-rechlich = unabhängig, vertrauenswürdig und gut, und sie wollen als Antwort haben, dass das ehemalige Nachrichtenmagazin unabhängigen Journalismus macht.
Oh, und: "Ich leite grundsätzlich keine Nachrichten weiter" wollen sie nicht als Begründung dafür haben, dass man eine Falschmeldung nicht weiterleitet. Auch "Ich glaube, dass meine Freund:innen das Thema nicht interessiert" akzeptieren sie nicht. Insofern ist das weniger ein Test und mehr eine Konditionierung auf unkritischen Medienkonsum der "guten" Medien in meinen Augen.
Das klingt jetzt erst mal nicht gut, aber bisher gibt es zu wenig Informationen, um das wirklich sagen zu können. Es gibt ja auch Instruktionen, mit denen man aus einem Userspace-Programm heraus Kernelspeicher schreiben kann. Aber das darf man halt nicht und alles was das dann tut ist einen Fehler werfen.
Das wird hier auch so sein.
Insofern würde ich mir das aus Anwendersicht erstmal noch keine Sorgen machen, zumindest bis nähere Details veröffentlicht werden.
Das ist nicht die erste undokumentierte Instruktion, die bei Intel gefunden wird. Solche Instruktionen sind im Allgemeinen fürs interne Testen gedacht und dann vergessen worden. Es gibt da eine ganz legendäre namens LOADALL, die es zu 80286-Zeiten mal gab (auf 80386 gab es auch eine LOADALL-Instruktion, die aber subtil anders war). Damit konnte man dann zum Beispiel ohne Wechsel in den Protected Mode auf Speicher jenseits des 1. Megabytes zugreifen.
Nach undokumentierten Instruktionen zu suchen ist nicht sonderlich schwer und der Suchraum ist auch nicht so groß, insofern laufen da seit vielen Jahren Leute herum und probieren Opcodes aus. Manchmal finden sie was, manchmal nicht. Es gibt da z.B. eine undokumentierte Breakpoint-Instruktion.
Jedenfalls ... dass es da Wege geben würde, den Microcode-State zu ändern, war ja irgendwie klar. Intel shippt seit einer Weile Microcode-Updates und BIOS-Updates, die ihre Bugs im Feld fixen sollen. Das leuchtet ein, dass es da also einen Mechanismus geben wird.
#UD heißt Undefined Instruction, das ist der Fehler, den man kriegt, wenn man einen nicht existierenden Opcode auszuführen versucht. Die CPU muss also in einem bestimmten Debug-Zustand sein, um die Instruktion überhaupt als gültig zu erkennen, und in den kommt man normalerweise nicht. Die Management Engine könnte den Zustand herbeiführen, schätze ich mal, aber da haben du und ich ja keinen Zugriff drauf. Ähnlich ist das bei dieser Breakpoint-Instruktion auch. Die funktioniert nur, wenn die CPU in einem ICE läuft (oder vielleicht kann man das auch auf normalen CPUs anschalten aber ich weiß nicht wie).
Aktueller Datenpunkt: Spahn hat Apotheken 6€ pro FFP2-Maske erstattet, als die im Einkauf 1€50 kosteten. Ergebnis:
Die Rechnung sei "sehr gut aufgegangen", sagt Glass. Oder, ein bisschen klarer formuliert: "Wir haben uns dumm und dämlich verdient."Das ist ein Apotheker aus Berlin. Oder konkret:
kurz vor Weihnachten bescherte ihm Gesundheitsminister Jens Spahn noch Einnahmen von 170.000 Euro.Boah ein Glück, dass das die CDU gemanaged hat und nicht jemand, der nicht wirtschaften kann und bloß unsere Steuergelder verprasst hätte!
Und: Gut, dass das die CDU war und keine korrupte Abgreiferpartei wie die mit der Maskenaffäre neulich. Man stelle sich bloß mal vor, wie viel Potential für Kick-Backs, Provisionen und anderweitiges in den Topf greifen es hier gegeben hätte! Pfew, da ist ja nochmal ein Kelch an uns vorüber gegangen! Das hätten wir ja nie aufgeklärt gekriegt, wenn es da Verdacht auf Korruption gegeben hätte!1!!
Ein Glück, dass es bei uns sowas nicht gibt. Alle grundehrlich, die Leute.
Wie kann sowas passieren? Nun, äh, ...
Nach Informationen von "Business Insider" sollen sich Unbekannte mit falschen Identitäten beim Wirtschaftsministerium als prüfende Dritte registriert und dann für echte Unternehmen Hilfen beantragt haben. Das Geld sei jedoch nicht dorthin geflossen, sondern auf Konten der Betrüger.Ja, äh, das ist natürlich geschickt eingefädelt, diese Webseite, wo man einfach irgendeine existierende Firma und sein eigenes Konto eintragen kann!
Da muss mal dringend was getan werden, fand die Frau Landrätin, und plant allgemeine Ausgangsbeschränkungen.
Wie? Nein, die Schulen werden weiterhin Montag geöffnet. Covid, Schmovid, Scheiß auf die Inzidenzwerte!1!!
Trotz der geplanten Ausgangsbeschränkung und hoher Inzidenz möchte Schweinsburg am Montag die Schulen wieder öffnen.Schweinsburg ist der Name der Landrätin.
Voraussetzung sind für die Landrätin dafür aber genügend Schnelltests. Demnach sollten alle 7.400 Schüler im Kreis mindestens zwei Mal die Woche freiwillig und kostenlos getestet werden. Lehnten Eltern und Schüler das ab, blieben die Kinder weiter im Homeschooling.Also ich weiß ja, was ich den Eltern und Schülern in dem Landkreis empfehlen würde *hust*
Ich ärgere mich ehrlich gesagt auch über diesen Schnelltestwahn gerade. Wenn die nur die Hälfte der Kohle, die sie jetzt für Schnelltests haben, für die Impfstoffe ausgegeben hätten, hätten sie eine deutlich höhere Priorität bei den Lieferanten gekriegt. Oder man hätte damit mal eben eigene Produktionskapazitäten aufbauen können und auf die Patente scheißen können, was ja für den Fall einer Pandemie auch genau so vorgesehen ist.
Update: Leserbrief dazu:
In dieser Presseerklärung sagt die Greizer Landrätin, dass sie nur deshalb so hohe Inzidenzen haben, weil sie auch in Kindergärten und Grundschulen testen – entgegen der RKI-Empfehlungen. Und dort haben sie teilweise ganze Kindergartengruppen positiv gefunden – und vollkommen symptomfrei.
(Danke, Alexander)
Weiß zufällig jemand, wie das da draußen im Land gerade aussieht? Hier in Berlin höre ich eher, dass die Kita-Betreuerinnen "nächste Woche drangewesen wären" und jetzt ihre Impfung abgesagt wurde und damit völlig offen ist, wie es mit den Kitas weitergehen soll.
Sind andere Bundesländer da signifikant weiter?
Update: Die Antworten sind zu 80% "hätte demnächst laufen sollen" und zu 20% "hab noch einen Termin vor dem Stichtag gekriegt, war aber auch ganz schnell bei der Anmeldung".
Astrazeneca wird ja jetzt aus dem Verkehr gezogen, weil es auf 1,6 Millionen Impfungen 7 Thrombosefälle gab.
Bei solchen Zahlen stellt sich ja immer die Frage: Ist das jetzt viel oder wenig? Natürlich ist jede Thrombose eine zuviel. Aber … wenn du 1 Mio Menschen impfst, dann gibt es ja eine Grundwahrscheinlichkeit dafür, dass darunter jemand ist, der zufällig am nächsten Tag einen Autounfall hat. Oder halt eine Thrombose.
Finden wir doch mal heraus, wie viele Fälle davon es in Deutschland gibt. Die Quelle hier sagt 3-5 Fälle pro 1 Mio Einwohner pro Jahr. Hier reden wir von einer Inzidenz "einige Tage nach der Impfung". Wir kommen also von 3-5 pro Jahr auf 0,05-0,1 pro Woche. Jeweils pro 1 Million. Die Spahn-Zahl war pro 1,6 Mio Impfungen, als runden wir mal auf und sagen: 0,1 pro Woche pro Mio. Im Vergleich sind 7 Thrombosen also durchaus signifikant mehr.
Die nächste Frage wäre, ob diese Thrombosen vielleicht häufiger alte Menschen betreffen und daher unter der geimpften Bevölkerungsschicht häufiger auftreten, aber da sagt obige Quelle: Nein, besonders betroffen sind Altersgruppen zwischen 30 und 40, und Frauen dreimal so häufig wie Männer.
So. Jetzt haben wir doch mal eine Vergleichsbasis, auf Basis derer man grob einschätzen kann, ob man Herrn Spahn zustimmt, dass der Impfstoff aus dem Verkehr gezogen gehört.
Allerdings gibt es auch andere Aspekte, die man noch berücksichtigen könnte. Dieser FR-Artikel listet z.B. Nebenwirkungen Koinzidenzen und deren Häufigkeit bei den verschiedenen Impfstoffen. Da steht dann sowas wie:
Gesichtslähmungen (Biontech/Pfizer 193, Astrazeneca 88), Gesichtsschwellungen (Biontech 230), Thrombosen (Biontech 10), Thrombozytopenie (Astrazeneca 35, Biontech 13), Blutbbildstörungen (Astrazeneca 1098), zerebravaskuläre (die Gefäße des Gehirns betreffende) Ereignisse (Astrazeneca 41), Hirnblutungen (Astrazeneca 7), Schlaganfälle (Astrazeneca 9), Erblindung (Biontech 15, Astrazeneca 28).Und das macht mich ja jetzt doch ein bisschen nachdenklich. Wenn Biontech zu 10 Thrombosen geführt hat, wieso sperren wir dann nicht den?
Beinhalten die 9 Schlaganfälle die 7 Hirnblutungen oder ist das separat? Was ich damit sagen will: Alles nicht so einfach. Ich finde auffällig, wie viel davon nach Schlaganfallsymptomen klingen.
Ich frage mich jetzt: Hätten die Leute, die jetzt einen halben Schlaganfall kriegen, mit dem richtigen Virus dann einen ganzen Schlaganfall gekriegt?
Und… sind 28 Erblindungen nicht auch Aus-dem-Verkehr-zieh-Grund für Astrazeneca und Biontech?
Update: Wo wir gerade bei Thrombosen waren: Die Pille führt auch zu einer deutlich höheren Thromboseinzidenz bei Frauen. Allerdings zählen die da alle Thrombosen, nicht nur Hirnvenenthrombosen, daher sind die Indidenzen generell höher. Thrombosen außerhalb des Hirns können genauso tödlich enden.
Und wo wir gerade bei Überschlagsrechnungen waren, zitiere ich mal einen Leserbrief:
bei deinem gestrigen Ding fehlt mir aber noch eine wichtige Überschlags-Rechnung:
Wenn 1 Millionen jetzt nicht geimpft wird, wie viele davon kriegen in den nächsten 4 Wochen Corona?
( das wäre ja wahrscheinlich unsere aktuelle 100.000er-Wocheninzidenz von circa 80 multipliziert mit 10 (→für eine Million) und mit 4 (für Monat)).
So, und wenn wir von denen immer noch von einer Mortalität von +-1% haben…
Weil jeder Coronatote ist ja auch einer zuviel, oder?
Das ist übrigens ein klassischer Fall von: ass coverage.
Also eben nicht "Schadensminimierung für den Bürger" sondern ass coverage.
Gehen 17 Leute am Impfstoff ex, wackelt mein Stuhl. Und Verträge. Und… Krepieren 85 an Corona, "schlimm, sehr schlimm, tief betroffen, aber: wir waren's nicht"
Ich komme bei 80*10*4/100 auf 32 und nicht auf 85, aber ändert ja an dem Punkt nichts.
Update: Ein Leser weist darauf hin, dass die FR da mitnichten die Nebenwirkungen listet sondern die Koinzidenzen. Nebenwirkung impliziert ja, dass das was mit der Impfung zu tun hatte. Das muss natürlich erst noch nachgewiesen werden.
Bei den Konservativen?
Also natürlich wie früher als Erbfeind, dem man elegant die Schuld in die Schuhe schieben kann, dass man das Covid-Management so verkackt hat.
Aber jetzt neu: Als Schutzschild, um die Aufklärung eigener Affären zu verhindern.
Der Tagesspiegel hat da einen launigen Kommentar zu.
Dieselben Leute, die jahrelang auf dem Datenschutz herumgebasht haben, beanspruchen jetzt Privatsphäre und Datenschutz für sich selber. Im Artikel geht es konkret um Schäuble und Spahn.
Schäuble versteckt die Korruption der Abgeordneten plötzlich hinter deren "berechtigtes Interesse an der Vertraulichkeit von personenbezogenen Daten". Wann fiel ihnen das auf? Als Spahn vorschlug, er könne ja mal die Namen der Abgeordneten veröffentlichen, die mit Maskendeals an ihn herangetreten sind. Ist ja eigentlich eh spannend, dass Spahn noch im Amt ist, nachdem er seine Parteigenossen derartig unter den Bus zu werfen versucht hat.
Und Spahn? Da gab es die Villa in Dahlem, aber es gab auch das hier, das ich gar nicht mitgekriegt hatte:
Er soll bei einer privaten Abendveranstaltung in Leipzig Parteispenden eingeworben haben, und damit niemand weiß von wem, pro Nase 9999 Euro und damit einen Euro unter der Offenlegungsgrenze. Natürlich nennt Spahn die Spender nicht. Datenschutz.Ach nee. Na sowas.
Ab wann gilt eigentlich die ganze Partei als kriminelle Vereinigung und wird zerschlagen? Frage für ein Superwahljahr.
Update: Stellt sich raus: $ 129 Absatz 3 Satz 1 regelt das ausdrücklich:
Absatz 1 ist nicht anzuwenden, wenn die Vereinigung eine politische Partei ist, die das Bundesverfassungsgericht nicht für verfassungswidrig erklärt hat
Das ist das Problem, wenn du die Leute gesetzlich zur Verantwortung ziehen willst, die die Gesetze schreiben.
Baden-Württembergs CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann hat nach den ersten Hochrechnungen die Verantwortung für das absehbar schlechte Abschneiden ihrer Partei bei der Landtagswahl übernommen. »Natürlich übernehme ich die Verantwortung, das ist für mich selbstverständlich«, sagte sie am Sonntagabend dem Nachrichtensender Phoenix.Seht ihr? Seht ihr? Wie stehen denn jetzt die ganzen alten Säcke um die Frau herum da? Die sehen ja aus wie korrupte Abzocker! Kein einziger von denen hat jemals für irgendwas die Verantwortung übernommen!
Alles, was die übernehmen, ist den "Auftrag des Wählers", den sie da aus ihrem Kaffeesatz lesen, und der zufällig genau das meinte, was sie eh schon immer tun wollten. So ein Ärger aber auch, dass man die Wähler nicht fragen kann, was sie gerne hätten!1!!
Und jetzt das. Jetzt bringt auch noch jemand Verantwortung ins Spiel. Den Schaden kriegt die CDU nie wieder repariert!
Mal gucken, wie sich die Verantwortung praktisch auswirken wird. Ob sie nochmal dediziert erklären wird, wieso die Kommunikation in der ersten Runde nicht gereicht hat, um die Wähler davon zu überzeugen, dass sie die ganze Zeit richtig lag.
Diese Frau Eisenmann hat übrigens wie keine zweite Regionalpolitikerin auf Schulöffnungen und Präsenzunterricht gedrängt. Insofern: Ob die jetzt zurücktritt oder nicht ist mir herzlich egal. Hauptsache die regiert nirgendwo mit.
Die Eisenmann fand übrigens auch den Merz als Kanzlerkandidaten gut. Weil der, äh, was mit Wirtschaft vorschlug oder so.
Aber wisst ihr was? Wenn man eh kein Internet zur Verfügung stellt, was hält einen dann davon ab, da noch weitere Dinge zu sperren? Am besten Dinge, die viel Bandbreite brauchen! Das kostet doch nur Geld, wenn man den Kunden die versprochene Bandbreite tatsächlich liefern muss!
Daher haben sich die gierigen Provider mit der noch gierigeren Contentmafia zusammengetan und eine "Clearingstelle für Urheberrecht im Internet" gegründet. Clearingstelle finde ich einen herzallerliebsten Euphemismus. Gemeint ist natürlich Zensur. DNS-Zensur, um genau zu sein.
Die Zukunft des ewigen Wachstums ist sicher! Wir sperren einfach alle großen Inhalte, dann können wir ewig weiter wachsen und müssen nie mehr in dickere Leitungen investieren!
Wer macht bei dieser Nummer mit? Na einmal alle üblichen Verdächtigen:
Mit dabei sind 1&1, Mobilcom-Debitel, Telefonica, die Telekom und Vodafone Deutschland. Sowohl Bundeskartellamt als auch Bundesnetzagentur haben das Verfahren genehmigt.Heute haben sie dann wohl die erste Streamingseite gesperrt, schreibt die FAZ hinter einer Paywall, weshalb sie von mir keinen Link dafür kriegen.
Damals, in meiner Kindhei ... äh in meinem Studium, da waren "Agenten" die heiße Scheiße. Die Leute fieberträumten sich Software zurecht, wie man es sonst nur von uninformierten Soziologen erwarten würde.
"Das Netz" sah man als eine Art weltweites Substrat, "der Cyberspace" sozusagen, und man stellte sich vor, wie man eine Aufgabe nicht durch Klicken im Browser löst, sondern indem man einen "Agenten" losschickt, der sich dann auf dem Substrat frei bewegen kann, um mein Problem zu lösen.
Der geht dann für mich ins Reisebüro (lacht nicht, damals gab es noch Reisebüros!) und sucht Urlaubsziele raus. Oder er geht zu einer Behörde (wir standen damals alle voll auf Scifi!) und füllt dort Formulare aus.
Das ganze Modell ist natürlich hanebüchener Unsinn, weil es überhaupt nicht berücksichtigt, dass es da möglicherweise Interessen und Angreifer und Sicherheitsfragen gibt. Was wenn jemand einen bösen Agenten losschickt, der einfach überall Ressourcen verplempert? Was wenn jemand meinen Agenten aufhält oder kaputtmacht? Oder, ganz modern, ein Lösegeld für das Freilassen verlangt?
So und jetzt die neue Perspektive: Homomorphe Verschlüsselung ist die Fortsetzung des Agentenkonzepts. Nur ist jetzt nicht mehr der Agent agil und mobil. Die inhärenten Sicherheitsfragen kriegt man nicht durch Inkompetenz wegignoriert. Also machen wir den Agenten halt stationär und holen die Daten zum Agenten!1!!
Und genau wie man damals Bedenken an den Agenten mit "da machen wir dann halt Krypto-Voodoo" weggewischt hat, wischt man heute Bedenken mit Krypto-Voodoo in Form von homomorpher Verschlüsselung weg.
Zielgruppe sind Leute, die die Details nicht verstehen, und sich von Name Dropping von nach Star Trek klingenden Konzepten blenden lassen.
Die fundamentalen Fragen klärt das natürlich alles nach wie vor nicht. Wieso würde ich dem Agenten trauen, dass er auf meinen Daten die korrekte Berechnung durchführt, aber ihm nicht genug trauen, ihn die Daten sehen zu lassen?
Ich spoiler mal: Da kommt bestimmt gleich jemand mit Blockchain oder Zero Knowledge Proofs um die Ecke. Wenn dein Bullshit nicht funktioniert, dann reagieren alle Con Artists gleich: Mehr Bullshit!
Nein, wirklich! Ist dem Nüßlein gerade passiert!
Gut, damit das nicht so aussieht, als ginge die CSU jetzt gegen Korruption vor, haben sie das so gedreht, dass er die CSU verlassen hat und nicht die CSU ihn rauswarf.
Da muss man Verständnis haben. Wenn der Scheuer das hört, kriegt der nen Herzinfarkt!
Und fast genauso unerwartet: Auch bei der CDU ist Korruption jetzt plötzlich ein Grund für einen Rausschmiss! Natürlich haben auch die das als "er hat uns verlassen" gedreht, damit der Schäuble keinen Schlaganfall kriegt.
Aber mir kommen gerade so Science-Fiction-Gedanken. Stellt euch mal vor, wir hätten Parteien, die Korruption nicht dulden!
Hach naja, bleiben wir lieber bei den realistischen Szenarien und besiedeln erstmal den Mars.
Stell dir mal kurz vor, du bist die Telekom, und du würdest gerne auf dem Land Glasfaser haben. Da gibt es grundsätzlich zwei Optionen: Oberirdisch oder im Boden.
Oberirdisch ist vergleichsweise minimalinvasiv. Gehst du hin, wenn du Glück hast gibt es schon Masten in der Gegend, und dann hängst du halt eine Glasfaser rüber. Da brauchst du kein schweres Gerät. Geht einfach jemand hin und klöppeln ne Stunde (wenn es hoch kommt) und fertig ist die Laube.
Unterirdisch ist dagegen geradezu ein Albtraum. Aufstemmen ist teuer und aufwendig, und wenn du nicht aufpasst, dann bohrst du versehentlich die Stromversorgung oder Gasleistung an, oder ein Wasserrohr. Da gibt es zwar Dokumentation, wer wo welches Rohr vergraben hat, aber die musst du erstmal einholen, und dann stimmt die am Ende nicht und du triffst trotzdem eine existierende Leitung. Ist alles furchtbar.
Es gibt einen Kompromiss. Abwasserrohre sind so in der Tiefe von mindestens 80cm bis 1m verbuddelt. Wenn du die Glasfaser also bei 60cm Tiefe verlegst, dann sparst du dir viel von dem Scheiß.
Stellt sich raus: Die Gemeinden (!!) sind hart dagegen, dass die Telekom oberirdisch verlegt. Offiziell lügen die dir was ins Gesicht von wegen "aber die Optik" oder "was wenn ein Sturm kommt", aber eigentlich geht es darum, den örtlichen Tiefbau-Buddies aus dem Korruptionsumfeld der Kommunalpolitiker Aufträge zuzuschustern.
Also hat die Telekom gesagt: OK, dann verlegen wir 60cm tief. Und die Gemeinden so: Nix da, 1m Tiefe!
Oh, und: Für Tiefbaumaßnahmen brauchst du eine Genehmigung des Tiefbauamts. Die kostet auch nochmal Gebühren.
Glaubt ihr nicht? Guckt mal hier, eine andere Story aus dem Dunstkreis: Die Telekom kriegt ihre frisch gebauten Mobilfunkmasten nicht ans Netz, weil die Kommunen auf Tiefbau bestehen und dann jahrelang im Weg stehen. Auf Usedom machen sie daher jetzt Richtfunk.
Ich bin mir sicher, es bleiben genügend Gründe um sich über die Telekom aufzuregen, aber wenn ihr in Brandenburg auf dem Internet-Trockenen sitzt, dann solltet ihr mit der Mistgabel vielleicht lieber erstmal zur Kommunalverwaltung gehen als zum Telekom-Hauptquartier.
Heise bezeichnet Taler als "Bargeld" oder "Digitales Zentralbankgeld" und sieht einen Widerspruch zu den Aussagen der Zentralbank Schwedens, die öffentlich angesagt hat, dass Privatsphäre wie bei Bargeld mit Digital-Bargeldsystemen nicht geht.
Daher ist es mir wichtig, an dieser Stelle mal kurz darauf hinzuweisen, dass GNU Taler kein Bargeld ist, sondern ein Bezahlsystem. Taler ist sowas wie der europäische Gegenentwurf zu Bitcoin.
Bitcoin ist ein erzlibertäres Projekt, das den Staat als Feind sieht und aus Geld-Transaktionen heraushalten will. Bitcoin will explizit Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Sanction Busting ermöglichen, und ist vor allem deshalb populär, weil Nordkorea Sanktionen umgehen möchte, und weil Chinesen staatliche Währungskontrolle umgehen wollen.
Taler ist überhaupt nicht libertär und will weder die Zentralbank noch den Euro ersetzen. Taler ist sogar explizit darauf ausgelegt, sich nicht für Steuerhinterziehung oder Verbrechen zu eignen. Taler ist überhaupt keine eigene Währung, auch wenn es da "Münzen" gibt. Die sind dann nicht "1 Taler" sondern "80 Euro". Es gibt keine Wechselkurspekulationen, keine Münzknappheit, und zum Herausgeben von Münzen braucht man keine "Miner", die sinnlos Strom in Wärme umwandeln.
Das sollte man sich eher wie einen Scheck vorstellen.
Du willst irgendwo etwas kaufen, das kostet 80 Euro. Du gehst zu deiner Bank und holst dir ein Token über 80 Euro ab. Die Bank überweist 80 Euro von deinem Konto auf ein Treuhandkonto. Das Token gibst du dem Händler. Der geht damit sofort zu seiner Bank. Durch mathematische Trickserei kann die Bank bei der Einlösung zwar die Gültigkeit prüfen, aber nicht sehen, wem sie das ausgestellt hatte. Der erste, der das einlöst, kriegt 80 Euro vom Treuhänderkonto überwiesen.
Händler können dem Finanzamt keine Transaktionen verheimlichen, und da das Wallet an ein Konto geknüpft ist, kann der Händler auch nicht abstreiten, dass das sein Wallet ist. Der Händler kann auch nicht die Münze einfach bei sich rumliegen lassen und damit später woanders bezahlen gehen, weil erst beim Einlösen auffällt, dass die Münze gefälscht war oder damit schon jemand woanders bezahlt hat.
Kurz gesagt: Die Schweden haben Recht, aber das ist nicht notwendigerweise ein Problem. Ist alles eine Frage dessen, was man erreichen wollte.
Man kann ein Bezahlsystem bauen, das die Privatsphäre des Käufers schützt, aber auf Händlerseite Betrug verhindert, und das sich für Spekulationen nicht eignet.
GNU Taler richtet sich nicht an Leute, die Fiat-Geld oder den Banken oder der Eurozone oder der Regierung misstrauen. Es hat keinen Vorteil, sein Erspartes in Form von Taler-Tokens herumliegen zu haben anstatt auf dem Bankkonto, weil es keinen Wechselkurs gibt. So ein Wallet kann immer noch geklaut werden oder verloren gehen, aber du verlierst dann nicht wie bei Bitcoin dein Vermögen sondern nur das Kleingeld, das du gerade in der Tasche hattest.
Ich glaube übrigens, dass man hier ganz gut einen der fundamentalen Unterschiede in der Perspektive zwischen den USA / Silicon Valley und Europa sieht. Wenn Amerikaner glauben, dass alles vor die Hunde geht, kaufen sie eine Schusswaffe und legen ihr Vermögen in Gold an. Wenn "das System" nicht funktioniert, dann bauen Amerikaner halt ein neues System, und scheiß auf das alte, der Markt wird das schon regeln. Europäer sind eher der Meinung, dass man dann halt das System reparieren muss.
Der Effekt ist, dass den Amerikanern ihr Legacy-System unterm Arsch wegbröselt, weil da keiner mehr Energie in den Erhalt investiert. Und bei uns ist der Effekt, dass wir immer krasser verkrustende Verwaltungsapparate haben, und die Energie vollständig im Erhalt der Systeme verpufft und am Ende nichts repariert wird und so gut wie nie irgendwas tatsächlich messbar besser wird.
Die Innovationen der Amis sehen auch ein paar Jahren super aus, aber dann kollidieren ihre Ideale mit der Realität und die Politik fängt zu regulieren an und dann wird der Hoffnungsträger von gestern doch ganz schnell zur Legacy von heute.
Theoretisch könnte man übrigens auch GNU Taler mit Bitcoin als unterliegender Währung machen. *kopfexplodier*
At the Tegel vaccination centres in Berlin, which give only the AstraZeneca product, fewer than 200 people are turning up for the 3,800 daily appointments.Ja, klar, voll einleuchtend. Lieber sterben als das "schlechte" Zeug geimpft zu kriegen, das "bloß 70%" hilft!1!!Kurze Durchsage von mir dazu: Die 70% sind für die erste Impfung, daher impft man zweimal. Man impft auch bei Biontech zweimal.
Und dass das Zeug angeblich bei Leuten über 65 nicht so gut wirkt, war initial ein Tippfehler und jetzt ist es das hier:
Grund dafür ist die bis dato nicht eindeutig geklärte Wirksamkeit des Präparats bei älteren Menschen, heißt es.Nota bene: Die Behauptung ist nicht, dass der nicht oder weniger gut wirkt, sondern dass Astrazeneca die Wirksamkeit nicht so gut nachgewiesen hat, weil in deren Testgruppen mehr junge als ältere Leute waren. Das Fehlen eines Nachweises der Wirkung ist kein Nachweis fehlender Wirkung!
Die Weltgesundheitsinformation (WHO) spricht sich indes dafür aus, dass die Astrazeneca-Impfung in allen Altersklassen verimpft werden soll.Wie das in anderen Ländern übrigens auch stattfindet, und eine spektakuläre Wirksamkeit zeitigt.
Wie die Tagesschau berichtete, hätten erste Studien aus Südafrika zwar deutlich weniger Wirksamkeit gezeigt, um relativ milde Krankheitssymptome zu verhindern.Solange die Krankheitssymptome milde bleiben, hat die Impfung aus meiner Sicht ihr Hauptziel erreicht.
Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass der Impfstoff gegen schwere Verläufe von Covid-19 nicht schütze, zitiert die Tagesschau Alejandro Cravioto, den Vorsitzenden eines Expertenrats, der die WHO berät. Zudem heißt es vonseiten der WHO – entgegen der aktuellen Empfehlungen der STIKO –, dass es wahrscheinlich sei, dass der Astrazeneca-Wirkstoff auch für Menschen über 65 Jahren wirksam und sicher sei.Also panikt mal hier bitte nicht rum und lasst euch lieber mit dem Zeug impfen als gar nicht. Zumal Berlin aus naheliegenden Gründen die Impfstoff-Wahlfreiheit jetzt abgeschafft hat für die unter 65 jährigen, d.h. die Impfung ausschlagen heißt nicht, dass ihr morgen Moderna oder Biontech kriegt, sondern lediglich, dass ihr bis morgen nicht geimpft seid und morgen wieder Astrazeneca angeboten kriegt.
Ich frage mich ja gerade, wenn Tegel so schlechte Erscheinensquoten hat, ob man da einfach hingehen und sich impfen lassen kann. Ich meine ... bevor das Zeug schlecht wird? Liest hier zufällig jemand mit, der das autoritativ beantworten kann?
Update: Lasst mich mal den Rant mit ein paar hilfreichen Links würzen. Hier erklärt jemand, was "90% Wirksamkeit" überhaupt bedeutet. Das sollte man vielleicht verstanden haben, wenn man darüber palavert.
Update: Die 70% sind doch nach beiden Impfungen, allerdings merkwürdig gerechnet. Die Details findet ihr beim Ärzteblatt.
Einer der ehemaligen Premierminister hat in seiner Rolle als Chef des Tokio-Olympia-Planungsstabs in einem Interview gemeckert, dass man in Meetings ja zu nichts mehr komme, sobald man Frauen drin hat. Wenn die den Mund einmal aufgemacht haben, dann kriegst du den nicht wieder zu und verlierst Stunden!1!!
Der musste daraufhin zurücktreten.
Seine Partei dachte ich: Pass auf, das passiert uns nicht, wir setzen jetzt mal ein Zeichen.
Das Zeichen war: Frauen zu Meetings einladen. Aber Redezeit haben sie nicht gekriegt. m(
Es handelt sich um einen Bug in der Logik von libowfat. Ich habe einen Fix eingecheckt. Mal gucken, ob das hilft.
libowfat stellt ja ein API zur Verfügung, um sich Events auf Sockets geben zu lassen. Das läuft im Wesentlichen so:
io_fd(3); // ich bin an deskriptor 3 interessiert
io_wantread(3); // und zwar will ich lesen
io_wait(); // warten, bis ein angemeldetes Event eintritt
while ((fd = io_canread())) { // alle read events durchlaufen
...
}
while ((fd = io_canwrite())) { // alle write events durchlaufen
...
}Leider ergibt sich aus dieser einfachen API hinter den Kulissen eine bemerkenswerte Komplexität. io_wait ruft ein Low-Level-API des Betriebssystems auf, das (hoffentlich!) mehr als ein Event auf einmal melden kann.
io_wait hat pro mit io_fd angemeldetem Deskriptor ein bisschen State, und in dem State gibt es next-Membervariablen, einmal für den nächsten Deskriptor mit read-Event und einmal für den nächsten Deskriptor mit write-Event. Diese Liste traversieren io_canread und io_canwrite dann.
Nehmen wir mal an, jemand trägt auf einen Deskriptor sowohl Lese- als auch Schreib-Interesse ein. Dann kommen auf denselben Deskriptor gleichzeitig Lese- und Schreib-Events rein. Bei der Behandlung des ersten davon passiert ein Fehler.
Der Code schließt den Deskriptor.
Aber der State zu dem Deskriptor ist noch in der verketteten Liste für den anderen Event-Typ eingetragen!
Klingt jetzt nicht so schlimm. Der andere Event-Handler macht dann halt read oder write und kriegt einen Fehler, weil der Deskriptor geschlossen ist.
Leider kann aber der read-Event auch auf den Listen-Socket sein, und der Handler dafür ruft accept() auf, und accept() gibt einen neuen Deskriptor zurück. Das könnte derselbe sein, auf den in der Datenstruktur noch ein Write-Event eingetragen ist!
Um dieses Szenario zu verhindern, hat libowfat ein io_close(), das man statt close() aufruft. Wenn der sieht, dass da noch ein Event offen ist, dann markiert er den Deskriptor als geschlossen aber schließt ihn nicht wirklich.
Jetzt will man diese halboffenen Deskriptoren aber auch mal irgendwann loswerden. Dafür gibt es zwei Stellen, die sich anbieten.
Erstens: In io_canread und io_canwrite. Die müssen ja sowieso checken, ob der Deskriptor geschlossen wurde, und das Event aus der Liste dann verwerfen. Die könnten dann auch den Deskriptor ganz schließen.
Zweitens: In io_wait. Das ruft man ja erst wieder auf, nachdem man alle ausstehenden Events abgearbeitet hat. Der könnte dann alle als geschlossen markierten Deskriptoren final schließen.
Ich hatte Code in beiden drin, und der Bug ist glaube ich, dass die sich gestört haben. Mal laufen lassen und gucken, ob es das war.
Weil irgendein Arschloch von der New York Times den Betreiber der Site zu doxxen drohte?
Der Mann postet dort unter dem Namen Scott Alexander, was aber nicht sein richtiger Name ist. Er ist Psychiater, oder besser: war Psychiater. Denn den Job hat er gerade gekündigt, um dem Arbeitgeber den Stress wegen des Doxxings zu ersparen.
Ach komm, Fefe, der reagiert doch über! Spätestens jetzt wo das einmal durchs Internet ging und die New York Times den ersten Shitstorm abgekriegt hat, da werden die ja wohl verstanden haben, dass der Artikel besser nicht erscheint, oder zumindest nicht den Namen veröffentlicht?
Doch. Doch, tun sie. Ja, wirklich. Die New York Times hat kurz gewartet, bis die Wolken weitergezogen sind, und dann haben sie bewiesen, dass Scott Alexander völlig Recht hatte mit seinen Befürchtungen.
Inhaltlich ist der Artikel so ungefähr der größte Arschloch-Move, den die nytimes pullen konnte. Nicht nur wegen des Doxxens. Der Artikel baut Scott Alexander als Anti-SJW auf, versucht ihn in die Nähe von Peter Thiel und als Teil der Silicon-Valley-Unsympathen um Sam Altman zu schieben. Es ist also sogar noch schlimmer als befürchtet.
Tja, liebe New York Times. Herzlich willkommen bei eurer Zukunft: Eine Zukunft der Irrelevanz. Alle eure Bemühungen, euch aus der Sickergrube herauszuarbeiten, in die ihr euch mit eurer Irakkrieg-Jubelperserei selber hineinnavigiert habe, sind damit vollumfänglich gescheitert, alles Restvertrauen verspielt.
Was für eine ekelerregende Zeitung, dass die das ernsthaft jetzt veröffentlichen. Ich hoffe mal, dass denen jetzt reihenweise die Abonnenten weglaufen. Newspaper of Record, hah! Dass ich nicht lache. Wie "Sturmgeschütz der Demokratie". Halten sich wie die Briten an längst verzockten Schatten eines Rufes fest.
Ehemalige Tageszeitung aus New York.
Ironie des Schicksals: In dem Artikel nennen sie ganz unverholen, wieso sie das gemacht haben. Weil die Leute da draußen das Vertrauen in die Mainstreammedien (DAS SEID ÜBRIGENS IHR, IHR DEPPEN!) verloren haben, und für gehaltvolle Gedankengänge lieber zu Scott Alexander gehen.
Das war der Grund, wieso sie diese Bewegung nochmal ordentlich befeuert haben.
Man findet aber auch einfach kein gutes Personal mehr.
Scott Alexander selbst hat dazu auch was geschrieben. Der ist ja jetzt bei Substack. Er hat noch ein paar mehr Punkte rausgegriffen, die ich hier gar nicht erwähnt habe, weil mir das schon reichte.
Update: Falls sich jemand von euch fragt, wieso ich diesen Scott Alexander so hochhalte: Hier hat jemand ein paar Highlights unter seinen Blogposts rausgesucht. Ich glaube ja, dass man da praktisch überall blind reingreifen kann, und man wird auf Exzellenz stoßen. Scott Alexander hat eine nahezu einmalige Fähigkeit, wissenschaftliche Literatur zu inhalieren und die gewonnenen Erkenntnisse verständlich und sauber zu artikulieren. Ich kann mich auch nicht erinnern, bei dem jemals einen Tippfehler gesehen zu haben, und bei der durchschnittlichen Länge seiner Texte ist das eine sehr unwahrscheinliche Beobachtung.
Der Einsender kommentiert:
Naja, wen kümmert es schon, wenn es nur noch Kartoffeln in den Regalen gibt und sonst nix, für das Volk.Ja. Ich fürchte auch, den Brexit werden wir nochmal nachverhandeln müssen. So war das nicht gedacht!!1!Aber jetzt kommt der Brexit bei der Financial Royalty an, und man macht sich Sorgen
Ich bin gerade etwas irritiert, dass ich da keine Paywall gekriegt habe. Vielleicht weil ich per URL copy&paste kam, ohne Referrer?
Ich bin auch erstaunt, dass ausgerechnet Amsterdam da jetzt vorne liegt und nicht Frankfurt. Aber stellt sich raus: Euronext ist ein großer Player und sitzt in Amsterdam.
An average €9.2bn shares a day were traded on Euronext Amsterdam and the Dutch arms of CBOE Europe and Turquoise in January, a more than fourfold increase from December. The surge came as volumes in London fell sharply to €8.6bn, dislodging the UK from its historic position as the main hub for the European market, according to data from CBOE Europe.Das C in CBOE steht für Chicago, insofern ist deren Auftauchen in der Liste schon irgendwie lustig, und von Turquoise habe ich noch nie gehört. Stellt sich raus: Das gehört LSEG, der London Stock Exchange Group. Die haben rechtzeitig aufs Festland diversifiziert.Insofern stimmt vielleicht die Analyse des Einsenders nicht, dass die Financial Royalty betroffen ist. Wäre mal eine interessante Frage, wieviel des Finanz-Sumpfes aus London ihr Schäfchen ins Trockene gebracht hat.
Was tun, sprach Zeus?
Dieser Polizist in Beverly Hills hat eine innovative Idee!
Die Szene ist wie folgt: Ein bekannter Aktivist aus LA betritt ein Polizeirevier in Beverly Hills. Er hatte von der Polizei ein paar Geldstrafen aufgedrückt bekommen, und wollte jetzt mal das Body Cam Material sichten.
Einer der Polizisten im Review bemerkt, dass der Typ alles livestreamt, und dabei auch Dinge mit persönlichen Daten Dritter vor die Kamera kriegt, findet das nicht gut. Sie fragen ihn also, wieviele da zugucken. Der Aktivist ist auf Krawall gebürstet und sagt: Genug.
Daraufhin holt der eine Cop sein Telefon raus und spielt so laut es das Gerät hergibt copyright-geschützte Musik ab.
Der Polizist hat sich gedacht, der Instagram-Algorithmus erkennt das und macht den Stream aus.
Hat Instagram aber nicht gemacht, weil sie nach den vielen Beschwerden der so beschnittenen Influencer mal die Fair Use Bestimmungen genauer umgesetzt haben und jetzt sagen: Solange da auch eine visuelle Komponente bei dem Video bei ist und das nicht bloß die Musik abspielt, lassen wir das durchgehen.
Die Story ist ja so schon großartig genug, aber wird noch besser: Der Polizist heißt mit Nachnamen Fair. Wie in Fair Use.
Offenbar nicht, denn sonst wäre das Laschet-Tonschnipsel noch online, indem er 2019 Aktivisten ins Mikrofon sprach:
»Ja, ich brauch auch einen Vorwand, sonst kann man doch nicht tätig werden. Ich wollte den Wald räumen, ich wollte den Wald räumen.«Es ging natürlich um den Hambacher Forst. Den Forst, den Laschet wegen angeblicher Brandschutzvorschriften hat räumen lassen, ihr erinnert euch. Klar, die Zyniker unter euch werden die ganze Zeit nicht geglaubt haben, dass das mehr als ein vorgeschobener Vorwand eines habituellen Dauerlügners war. Aber ist ja schon nochmal was anderes, das von Laschet selbst eingestanden zu hören.
Echt Kanzlermaterial, dieser Laschet, nicht wahr?
So jemand will man doch als Kanzler haben!
Und was macht der WDR mit diesem Wahlkampf-Sprengstoff? Depubliziert es nach zwei Stunden, nachdem sie gemerkt haben, dass sie versehentlich echten Journalismus betrieben haben.
Auf der anderen Seite geht man ja für Journalismus inzwischen eh direkt zu den Satire-Sendungen. Die aktuelle Anstalt über Covid war mal wieder gut.
Wow. Gibt es da niemanden, der den Hebel zieht?!
5,6 Milliarden, das ist fast so viel wie dieser Hedgefunds durch die Reddit-Foristen verloren hat! Wat!?!? Das blutet Google mal eben über ein Jahr raus?
Na kein Wunder, dass Google alle Nase lang vielgenutzte und geliebte Dienste zumacht. Ich habe hier gerade die Warnung gekriegt, dass mein Chromebook keine Updates mehr kriegen wird. Damit ist Google der einzige (!) Marktteilnehmer, der es schafft, einen Webbrowser alszuliefern, der keine Security-Patches mehr kriegt. Microsoft macht es besser, Apple macht es besser, Chromium macht es besser, fucking Mozilla macht es besser! Nur Google hält das für ein akzeptables Geschäftsgebahren, Kunden einfach ins Gesicht zu sagen, sie können die Geräte ja gerne weiter nutzen, wenn ihnen ihre Daten darauf nicht so viel wert sind.
Ja toll, Google, dann wandelt mal euer Geld weiter in Wolken um. Per Verbrennung.
Ein Oligarch sagt, der Palast gehöre ihm. Der Oligarch war jahrelang Judo-Partner von Putin.
Seht ihr? Da kann von Korruption gar keine Rede sein!
In einer weiteren völlig bizarren Wendung vergleicht Putin die Proteste mit dem Arabischen Frühling. Um sie schlecht aussehen zu lassen.
Russian President Vladimir Putin has compared anti-corruption protests that erupted throughout Russia over the weekend to Tunisia's 2011 Arab Spring and Ukraine’s 2014 Euromaidan revolution.Er hofft natürlich, dass er die Assoziation hinkriegt, dass das von den bösen Amerikanern gesteuert, korrupt und letztlich das Land ins Chaos stürzend ist.
Also nicht dass er das gemacht hat, nein. Dass er das für Wirecard gemacht hat. Die ihn damals für Lobbyarbeit bezahlt haben, und genau das haben wollten. Das war bloß ein bedauerliches Missverständnis. Zufälle gibt es!
Gut, dabei hätte die Sache bleiben können, aber leider tauchte dann ein "Aktionsplan Leerverkäufe" auf.
Diesen schickte Rüdiger Assion, Leiter der Finanzkommunikation bei der PR-Agentur Edelman, am 20. März 2020 an Wirecard-Chef Markus Braun – sechs Tage vor Erscheinen von Guttenbergs Beitrag. Das Papier sah Ansprechpartner in Politik, Medien und bei der Börse vor, bei denen offensichtlich für ein Leerverkaufsverbot geworben werden sollte. Unter »Zielgruppe Medien« wird aufgeführt: »Gastkommentar Karl-Theodor zu Guttenberg, FAZ oder Die Welt«.Neben Guttenberg wurde auch Kai Diekmann genannt. Da wächst zusammen, was zusammen gehört!
Jedenfalls gab es danach tatsächlich einen FAZ-Kommentar von Guttenberg, der inhaltlich dem Lobbyauftrag weitestgehend entsprach.
Wieso sage ich das?
Na stellt euch mal vor, ihr seid ein Laden wie Uber und ihr gebt 150 Millionen Dollar für Onlinewerbung aus.
Dann nerven euch irgendwelche Aktivisten, wieso eure Werbung bei Breitbart erscheint, und ihr sagt euren Werbepartnern, ihr wollt kein Breitbart. Aber dann nerven die Aktivisten weiter, wieso immer noch Werbung von euch auf Breitbart steht.
Gute Frage. Ihr guckt mal. Und während ihr da rumfummelt, stellt sich raus: Das Abklemmen der Werbenetzwerke, die bei Breitbart angezeigt haben, hat überhaupt keine Rolle auf eure Neukunden. Das Geld hätte man auch direkt im Hochofen anzünden können.
Wie kann das sein? Ihr guckt also mal ein bisschen hin und stellt fest: $100M der $150M Werbekohle ist von Betrügern abgesahnt worden.
Man würde denken: Riesenskandal! Die Branche ist erschüttert! Die Hälfte der überflüssigen Mittelsmänner muss schließen!
Stattdessen: Nichts dergleichen. Business as usual. Denn dass die Online-Werbeindustrie im Wesentlichen eine Geldverdunstungsmaschine ist, mit mehreren Lagen an Kondensier-Auffangvorrichtungen über den Verdunstern, das ist schon immer so gewesen. Das war noch nie was anderes als eine Schlangengrube.
Niemand blinzelt auch nur.
Wer irgendetwas anderes erwartet hat, war doof.
Update: Vergesst nicht, dass die nicht nur die Kohle der Industrie verplempern. Da könnte ich mich ja prima mit einem Tschunk an den Strand legen, wenn die da nur die Kohle der Industrie verbrennen würden. Aber diese Schweinebranche hat es geschafft, die größte Privatsphärevernichtungsmaschine der Menschheitsgeschichte zu bauen, schlimmer noch als die Geheimdienste. D.h. die verbrennen die Kohle der Industrie und bezahlen damit Knechtungsinstrumente gegen die Bevölkerung. Wie so eine Branche noch nicht verboten sein kann, erschließt sich mir nicht. Ich habe jedenfalls nicht den Hauch eines schlechten Gewissens beim Adblocken.
Übrigens: Versucht mal herauszufinden, was eine Publikations eures Vertrauens pro Werbebanner kriegt, das sie euch einblenden. Und dann vergleicht das mal mit dem Kosten, die die Zeitung eures Vertrauens gerne an Micropaymentgebühren von euch haben wollen würde, um den Artikel zu gucken. Die Entlohnung einer Online-Zeitung für einen Artikel, den ihr ohne Adblocker klickt, liegt Größenordnungen unter einem Cent.
Ich fand das ja damals nicht weiter interessant. Zeitung fällt auf Hochstapler rein. Who cares. Meine Erwartungshaltung an die war eh nicht, dass die ihre Quellen ordentlich prüfen. Das geht gar nicht, wenn man so schnell publizieren will wie Medien heute. Ich hoffe das war für niemanden von euch überraschend, dass das eines Tages passieren würde.
Überraschend war für mich an der Sache bloß, wie viele Auszeichungen und Preise der Typ gekriegt hatte. Daraus folgt für mich, dass die anderen Journalisten das nicht erkennen können, wenn einer der Ihren bescheißt. Wenn nicht mal die Journalisten selber das erkennen können, was heißt das für die Anfälligkeit des gesamten Systems?!
Das war für mich bei Relotius jedenfalls der springende Punkt damals. Die ganzen Preise.
Und jetzt hat die New York Times auch so einen Fall. Ein Podcast über den Islamischen Staat. Und wisst ihr was? Auch dieser Podcast hat wieder Preise und Auszeichnungen eingefahren, u.a. einen Peabody-Award, der in Sachen Prestigeträchtigkeit nur noch vom Pulitzerpreis übertroffen wird — und auch für den war der Podcast nominiert. Die Nominierung wurde jetzt zurückgezogen.
Damit kann für mich eine Sache als belegt gelten. Journalismus-Preise gibt es nicht für journalistische Arbeit sondern für Geschichtenerzählen. Journalistische Arbeit ist aufwendig und langatmig, und meistens kommen dabei keine schönen Geschichten raus. Beim Ausdenken kommen viel bessere Geschichten raus als bei Journalismus.
Und jetzt ratet mal, woran das lag.
Nein, nein, die Verwaltung hat sich da nicht etwa selbst übervorteilt, nein, nein! Der Algorithmus war Schuld!
Tja, Softwareproblem. Kann man nichts machen.
Klar, der misst unklar biometrische Daten, aber wenigstens kriegt die Daten nicht Google?
Nun, ich habe schlechte Nachrichten.
Die Wettbewerbshüter der EU-Kommission haben die geplante Übernahme des Fitnessuhren-Spezialisten Fitbit durch den Online-Riesen Google genehmigt.Und wisst ihr, was da mit zu Google zieht? Alle eure Daten!
Tja, äh, hätte euch doch nur rechtzeitig jemand gewarnt, eure Daten nicht in die Cloud hochzuladen, wa?
Habt ihr schon eine Warnung gekriegt? Von auch nur einer der betroffenen Organisationen? Ich nicht.
Solarwinds ist da natürlich nicht nur Täter sondern auch Komplize bei der Beweisvernichtung, weil sie erstmal ihre Customer-Liste weggemacht und bei Google angerufen und aus dem Cache dort haben löschen lassen. Nicht mal archive.org liefert.
Ich finde das einen wichtigen Datenpunkt dazu, ob irgendeine der Meldepflichten den Betroffenen in der Praxis irgendwas bringt, oder ob das alles mal wieder bloß Verarschung ist.
Update: Wenn man einen Tag zurückgeht und viel Geduld aufbringt, kriegt man von archive.org doch noch die Kundenliste. Hier ist sie:
Acxiom, Ameritrade, AT&T;, Bellsouth Telecommunications, Best Western Intl., Blue Cross Blue Shield, Booz Allen Hamilton, Boston Consulting, Cable & Wireless, Cablecom Media AG, Cablevision, CBS, Charter Communications, Cisco, CitiFinancial, City of Nashville, City of Tampa, Clemson University, Comcast Cable, Credit Suisse, Dow Chemical, EMC Corporation, Ericsson, Ernst and Young, Faurecia, Federal Express, Federal Reserve Bank, Fibercloud, Fiserv, Ford Motor Company, Foundstone, Gartner, Gates Foundation, General Dynamics, Gillette Deutschland GmbH, GTE, H&R; Block, Harvard University, Hertz Corporation, ING Direct, IntelSat, J.D. Byrider, Johns Hopkins University, Kennedy Space Center, Kodak, Korea Telecom, Leggett and Platt, Level 3 Communications, Liz Claiborne, Lockheed Martin, Lucent, MasterCard, McDonald’s Restaurants, Microsoft, National Park Service, NCR, NEC, Nestle, New York Power Authority, New York Times, Nielsen Media Research, Nortel, Perot Systems Japan, Phillips Petroleum, Pricewaterhouse Coopers, Procter & Gamble, Sabre, Saks, San Francisco Intl. Airport, Siemens, Smart City Networks, Smith Barney, Smithsonian Institute, Sparkasse Hagen, Sprint, St. John’s University, Staples, Subaru, Supervalu, Swisscom AG, Symantec, Telecom Italia, Telenor, Texaco, The CDC, The Economist, Time Warner Cable, U.S. Air Force, University of Alaska, University of Kansas, University of Oklahoma, US Dept. Of Defense, US Postal Service, US Secret Service, Visa USA, Volvo, Williams Communications, Yahoo
Das ist aber nur eine partielle Liste. Da fehlen Kunden, die nicht genannt werden wollten.
Daher lese ich sehr gerne Post-Mortems. Hier hat Netflix einen schönen publiziert. Der hat mich ziemlich aus der Bahn geworfen.
Ich fasse mal grob zusammen. Die hatten da Abspiel-Ruckeln auf einem Gerät, und beim Debuggen haben sie rausgefunden, dass ihre Softwarearchitektur schlecht war. Die hat bei einem Scheduler-Framework von Android einen Callback in 15 Millisekunden beantragt, und hat dann Audiodaten für einen Frame rausgeschrieben.
Im Allgemeinen kam der Callback auch nach 15 ms, aber halt nicht immer. Manchmal kam der auch erst nach 55 ms.
Das war ein Bug in Android. Das will ich auch gar nicht schönreden.
Aber was mich daran irritiert: Wenn du beim System oder sonstwo einen Callback beantragst, dann musst du immer davon ausgehen, dass der zu spät kommt oder einer ausfällt. Wir haben es hier mit Best Effort zu tun, im ganzen System. Es könnte z.B. sein, dass das Gerät heißläuft und daher den CPU-Takt runterschraubt und dann für deine beantragten Events nicht genug Luft war. Oder es könnte sein, dass der Speicher knapp wurde, weil eine andere App irgendwas krasses gemacht hat, und das System dann Speicher von deiner App rausgeschmissen hat, um den Bedarf zu befriedigen. Der kann dann wieder reingeladen werden, aber das dauert halt Zeit.
Kurz gesagt: Wenn du dem System sagst, du willst jetzt 15 ms Pause machen, dann hast du genau eine tatsächliche Zusage: Es sind mindestens 15 ms. Nicht höchstens. Mindestens!
Mit anderen Worten: Dein Handler muss immer davon ausgehen, dass da ein Event verlorengegangen ist und in dem Fall dann halt mehr Audiodaten rausschreiben, um nicht ins Stocken zu geraten.
Und das führt dann dazu, dass man auch den Fall abhandeln muss, wo man ein Event zweimal kriegt, denn möglicherweise kommt das erste Event zu spät, schreibt dann zwei Frames raus, und dann kommt direkt das Event für den nächsten Frame, den man jetzt aber schon rausgeschrieben hatte.
Ich bin einigermaßen irritiert, dass Netflix ihre Software nicht so designed hat, dass sie mit dieser Art von Unvorhersehbarkeit klarkommt und das on the fly kompensiert. Ich hätte gedacht, dass das absolute Mindestanforderung an solche Systeme ist. Mir wäre das gar nicht in den Sinn gekommen, ein System zu bauen, was das nicht tut.
Die Lektion ist, dass man bei der API-Dokumentation auch offensichtliche Dinge immer explizit hinschreiben muss. Nur weil du das für offensichtlich hältst, heißt das nicht, dass es auch alle anderen für offensichtlich halten. Als Beispiel will ich hier mal die Man Page von nanosleep(2) zitieren:
If the interval specified in req is not an exact multiple of the granularity underlying clock (see time(7)), then the interval will be rounded up to the next multiple. Furthermore, after the sleep completes, there may still be a delay before the CPU becomes free to once again execute the calling thread.Ich kenne jetzt diese Android-API nicht, weil ich noch nie Android programmiert habe, aber ich vermute mal, wenn das da so klar dokumentiert gewesen wäre, hätten die Netflix-Leute ihren Dienst nicht auf der Annahme fußen lassen, dass das immer alles perfekt genau wie beantragt reinkommt.
Kriminelle hatten per sogenanntem DDoS-Angriff Daten verschlüsselt, um dann Geld für die Freigabe zu erpressen.Meine Güte, diese Bürger"journalisten" von der "Bild" werden immer besser! Wie sie jetzt schon Fachbegriffe über ihren Text sprenkeln, damit er glaubwürdiger wirkt!
Falls das hier jemand fachfremdes liest: Ein DDoS-Angriff ist ein Angriff, bei dem ganz viele verschiedene Leute gleichzeitig auf einen Server zugreifen. Die Idee dabei ist, die Leitung zum Server zu überlasten, nicht den Server selbst. Um den Server selbst zu überlasten braucht man normalerweise kein DDoS, nur ein bisschen Hirnschmalz.
Den Unterschied zwischen "Leitung überlastet" und "Server überlastet" erkennt man als Laie im Allgemeinen an Details wie dass schon die DNS-Anfrage scheitert ("We have trouble finding that site", "Server not found", "Check if there is a typo", "IP address could not be found"), oder dass die Verbindung selbst schon in einen Timeout läuft (du klickst auf einen Link zu der Site aber der Browser zeigt erstmal weiter den alten Fensterinhalt an und schreibt unten links "Connecting ..." in die Ecke).
Wenn man auf den Link klickt und schnell ein leeres Fenster kriegt, in dem dann aber keine Inhalte erscheinen, dann kann das sowohl Leitungs- als auch Serverüberlastung sein, spricht aber im Allgemeinen eher für Serverüberlastung.
Wenn es ewig dauert, bis die Site antwortet, aber dann flutschen alle Elemente in der Seite auf einmal rein, dann sind weder Server noch Leitung überlastet sondern der für den Server zuständige Admin ist grob inkompetent und hat was falsch konfiguriert.
Hier jedenfalls wichtig: Ein DDoS-Angriff ist etwas völlig anderes als eine Ransomware. Ransomware heißt, dass jemand auf dem Server Code zur Ausführung bringen konnte. Das ist bei DDoS nicht das Ziel. DDoS versucht das nicht mal zu erreichen.
Die Premierenfahrt lief genau so, wie man das von der Bahn erwarten würde.
„Es ist eine Diesellok unterwegs, um den Zug aus dem nicht elektrifizierten Gleisteil herauszuziehen“, sagte ein Bahnsprecher.Die Bahn vermisst glaube ich einfach die Aufmerksamkeit, die sie mit ihrem Dauerverkacken immer gekriegt hat.
Bevor die Covid-Politik gezeigt hat, dass das jetzt der neue Normalzustand ist. (Danke, Alex)
Da gibt es drei wichtige Fragen.
Erstens: Wie kommt man rein?
Zweitens: Wie kommt man die Daten ran, ohne dass es auffällt?
Drittens: Wie kriegt man die Daten rausgeschickt, ohne dass es auffällt?
Gehen wir da doch mal systematisch ran. Wie kriegt man am besten Software in eine Firma? Wenn die Firma das selbst aufspielt! Und was spielen Firmen selber auf? Na Updates für ihre gekaufte Software! Ich erinnere mich dunkel, seinerzeit vor automatischen Updates als Angriffsvektor gewarnt zu haben, aber auf mich hat ja wie üblich niemand gehört. Anstatt Software so zu bauen, dass sie keine Updates braucht, hat die Industrie im Gegenteil auf möglichst viele Updates in möglichst kurzem Abstand optimiert.
Gut, also. Unser Geheimdienst sucht sich also eine Software, die die Firmen eh schon installiert haben, und hackt sich da in den Updatemechanismus rein.
Bleibt die Frage, wie die Malware dann an die Daten kommt? Am einfachsten ist es, wenn die Software, deren Updater wir übernommen haben, selber dafür da ist, an alle Daten ranzukommen. Die optimale Lösung wäre ein Schlangenöl, aber alles, das mit Monitoring zu tun hat, funktioniert auch prächtig. Am besten wäre die Monitoring-Komponente von einem Schlangenöl.
Gut, bleibt die Frage, wie man die Daten aus dem Netz des Opfers rauskriegt. Im Allgemeinen merken Leute nicht, wenn aus ihren Netzen Sachen auch in großem Volumen rausgeschickt werden, außer das Volumen ist so groß, dass der Rest der Anwendungen ruckelt oder Fehler wirft. Aber heutzutage ist so viel Cloud Computing, dass man selbst großvolumige Exfiltration problemlos einfach machen kann, solange die Gegenseite nach einem Clouddienst aussieht, am besten sowas wie Dropbox oder Sharepoint oder Onedrive oder so.
Warum erzähle ich das alles? Genau das ist passiert. Die Monitoring-Software heißt Solarwinds Orion. Über diese Software sind "die Russen" (nein, wirklich!) auch bei Fireeye reingekommen. Fireeye, wir erinnern uns, behauptet, sich mit Security auszukennen. Und setzt dann eine externe Monitoring-Software ein. Und merkt monatelang nicht, wie ihre Daten rausgetragen werden. Und gelten immer noch als Security-Experten!! Nicht nur das, die versuchen das gerade in eine PR-Op umzuwandeln, genau wie Heise damals, als sie von Emotet hopsgenommen wurden.
Was ich an der Stelle mal herausstellen will: Die Industrie setzt gerade in großem Stil auf Code Signing als Lösung gegen Malware. In diesem Fall war die Malware von Solarwinds signiert. Code Signing ist Schlangenöl!
Update: Übrigens, Spaß am Rande: Offenbar gab es da den einen oder anderen Insiderhandel in der Führungsriege von Solarwinds. Hey, von so einer Firma willst du doch deine Monitoring-Software kaufen!
Update: Solarwinds hatte ihre FTP-Zugangsdaten wohl in einem öffentlich Github-Repo veröffentlicht. Also mit so viel Niedertracht bei den Russen konnte ja wohl niemand rechnen. Gehen die öffentliche Github-Repositories durch und suchen nach Passwörtern! Haben die denn gar keine Scham!?!?
Na klar!
Man gibt die eingesparte Kohle der Polizei und den Diensten.
Nicht dass es hier ne Revolution gibt oder so.
Und, mal unter uns: Das war ja wohl überfällig, dass der BND endlich mehr als eine Milliarde Euro Budget kriegt. Denkt doch nur, was der schon alles für uns getan hat!1!!
Nichts gegen die Briten aber ich glaube, bei uns sind die Covidioten noch deutlich durchgebrannter. Da freue ich mich ja schon drauf, wie das bei uns abgeht, wenn hier geimpft wird.
Auf der anderen Seite ist das ja noch ein paar Monate bis Jahre hin, bis unsere Regierung dann doch mal den Arsch hochkriegt.
Zum Vergleich: Das ist ein vollbesetzter A380 plus Crew. Ihr wisst schon, dieses Riesen-Flugzeug, das sie voraussichtlich nie rechnen wird, weil man es kaum sinnvoll gefüllt kriegt, und weil es so lange Landebahnen braucht.
Covid tötet bei uns also aktuell soviel als würde jeden Tag einmal ein Riesen-Airbus abstürzen.
Ohder denkt euch das vielleicht lieber als zwei A320, das kann man sich leichter vorstellen.
Oder sind Flugzeuge zu weit weg? In einen Fernbus passen 50 Leute. Oder sagen wir 80, dann ist es ein Doppeldecker-Bus.
Covid tötet gerade pro Tag 12 volle Fernbusse.
Kann mir mal irgendjemand erzählen, wieso in diesem Land überhaupt noch verhandelt wird, ob man einen harten Lockdown braucht oder nicht?
In der EU gab es im ganzen Jahr 2018 3993 Tötungsdelikte. Soviel tötet Covid aktuell pro Woche. Nur in Deutschland.
Wieso verhandeln die Muppets im Parlament, ob man zu Weihnachten die Leute zu ihren Familien fahren lassen sollte?! NEIN, SOLLTE MAN NICHT!
Die diskutieren da über Glühweinstände. Wollt ihr mich verarschen?!
Aber aber aber die Verkehrstoten!! Na gucken wir doch mal. 2019 gab es im ganzen Jahr zusammen 3049 Verkehrstote. Covid erledigt das in 5 Tagen.
Was muss eigentlich noch passieren, damit hier mal eine angemessene Panik ausbricht!?
Ein Wahrheitsministerium. Was das konkret heißen soll, bleibt noch realtiv im Nebel. Immerhin sagen sie schonmal, was sie nicht vorhaben:
Es gehe dabei nicht darum, umstrittene Inhalte etwa von rechts oder links löschen zu lassen, es müsse aber klare Vorgaben für alle geben.Oh, ach so! Es geht gar nicht um umstrittene Inhalte!1!! ... sondern um was dann?
Jourová plädierte dafür, Akteure über längere Zeit zu beobachten, um Verbreiter systematischer Desinformation ausfindig zu machen.Ah, also mit anderen Worten: Der Verfassungsschutz kriegt endlich mehr Budget? Die sind ja auch chronisch unter-ausgestattet mit Personal. Das reicht hinten und vorne nicht, um die gesamte Bevölkerung auszuspionieren. So wird das nichts mit Stasi 2.0!
Infrage kämen auch Sanktionen gegen "bösartige Akteure" etwa in Russland oder ChinaDer Plan klingt jetzt schon wie ein voller Erfolg! Ein paar überflüssige Bullshit-Job-Inhaber möchten gerne gesehen werden, wie sie etwas vorgeschlagen haben. Wenn am Ende Russia Today zensiert werden kann — umso besser!1!!
Eine der Fragen ist, wie das denn jetzt genau mit Amris Mobiltelefon war.
[Die BKA-Ermittlerin] konnte beispielweise nicht erklären, wie Amri - oder eine andere Person - mit dem berühmten HTC-Handy vor dem Anschlag hätte kommunizieren können, da doch dessen SIM-Karte am Tattag gar nicht benutzt wurde.Das ist jetzt alles ein bisschen unübersichtlich. Klärung könnte vielleicht der BND herbeiführen, denn der hat von einem "ausländischen Partnergeheimdienst" Beweise zugesteckt bekommen. Die hat er dann prompt ... niemandem gezeigt.Im zweiten Mobiltelefon von Amri, einem Samsung Klapp-Handy, das im LKW lag, steckte wiederum nicht einmal eine SIM-Karte. Die Telefonnummer dieser SIM-Karte war allerdings am 21. Dezember 2016 um 17:30 Uhr in der Funkzelle Kurfürstendamm in Berlin eingeloggt. Amri saß zu diesem Zeitpunkt im Zug von Amsterdam nach Brüssel, mutmaßlich unterwegs mit einem dritten Handy.
Und jetzt kommt der Grund, warum ich das überhaupt ins Blog nehme. Die Ausrede des BND-Chefs dazu:
Antwort des BND-Präsidenten: "Wir haben es nicht vorenthalten, sondern vielleicht nur nicht in der gebotenen Eile weitergegeben."Und das, meine Damen und Herren, ist jawohl ganz klar einer für die Geschichtsbücher. *badumm tssssss*
Update: Und falls jemand diesen Artikel vom Mai nicht mitgeschnitten hat:
Der Untersuchungsausschuss (UA) des Bundestags hat entdeckt, dass sich auf dem HTC-Handy des angeblichen Attentäters Amri, das in einem Karosserieloch des LKW lag, zwei Fotos befinden, die nach dem Anschlag gemacht wurden.
Wir erinnern uns: Das Telefon des Attentäters, das in dem Tat-LKW gefunden wurde, wo es der Einzeltäter zurückgelassen hatte. Da waren Fotos von nach dem Anschlag drauf.
Ich sage euch, die KI wird immer fortschrittlicher!1!!
Was sagt das BKA dazu?
Danach könnten die Bilder, so das BKA, über eine App, möglicherweise eine Google-App, automatisch auf das Handy gespielt worden sein. Beispielsweise gäbe es bei I-Phones die Technik, per App "Nachrichten des heutigen Tages, die Dich interessieren könnten" anzubieten und sie dann im Hintergrund auf dem Handy zur Verfügung zu stellen. Die Fotos auf Amris HTC-Handy fänden sich, so das BKA, auch auf Nachrichtenseiten von jenem Tag.
Das wird sich das Handy dann per Telepathie oder WLAN geholt haben, denn es war ja wie gesagt keine SIM-Karte drin.
Update: Ein Leser hat die Auflösung:
Also ich weiß nicht wie das bei dir ist, aber mein Handy verbindet sich automatisch mit bekannten WLAN-Netzen. Das wird bei Amris Handy wohl das gleiche gewesen sein, als das BKA das Handy dann bei sich hatte.
Wer sich jetzt dachte, dass das auch für andere Länder als die USA gilt, der sieht sich getäuscht. Wenn es um Assads angebliche Giftgasangriffe geht, dann hat die Justiz das Memo noch nicht gekriegt.
Klar, vor dem Gesetz sind alle gleich. Aber die Amerikaner sind ein bisschen gleicher. Das Gesetz muss noch gemacht, das Urteil noch gefällt werden, das unsere Regierung nicht für die Amerikaner brechen oder beugen würde. (Danke, Fritz)
"CheckNow" sei zweckgebunden, versichert die Schufa auf Anfrage.Das wäre ja sonst auch ein DSGVO-Verstoß.
Nur relevante Daten würden gesichtet und auch nur kurz gespeichert.Haha, das klingt ja fast so, als gäbe es Daten, die die Schufa nicht für relevant erachten würde! LOOOOL! Mann müssen die Leute blöde sein, wenn die Schufa mit solchen Nebelkerzen durchzukommt. Oh und das mit dem Speichern ist natürlich auch eine offensichtliche Nebelkerze. Warum sollte die Schufa das speichern, wenn die Daten bei O2 liegen und die Schufa Zugriff hat?
Falls ihr jetzt dachtet: Ach komm, das hab ich nicht angekreuzt, das betrifft mich nicht! Dann habe ich schlechte Nachrichten. Das bisher ist ohne Zustimmung. Mit Zustimmung greift die Schufa euch noch tiefer in die Tasche.
Laut der Einwilligung darf die Schufa Kontoauszüge speichern und für ihre Dienste als Auskunftei auswerten.Ja klar, wenn ihr Deppen denen eine Einwilligung ankreuzt, dann ist das Speichern natürlich kein DSGVO-Verstoß mehr. Und die Schufa hofft inständig, dass ihr alle so blöde seid.
Zur Abrundung enden wir noch mit einem wunderschönen überspezifischen Dementi:
Auf Nachfrage betont die Schufa: "Die Testumgebung ist derzeit so gestaltet, dass selbst bei einer Zustimmung des Nutzers keine Daten gespeichert werden."Ah, gut. Was ist mit der Produktivumgebung? Und wieso steht da "derzeit"?
Sag mal, wieso darf die Schufa denn überhaupt solche Projekte starten? Na wegen der tollen neuen EU-Richtlinie.
Das Gesetz macht es möglich, dass "Kontoinformationsdienste" Einblick auf die Konten der Kunden bekommen können.Äh, warte mal, das kommt mir irgendwie bekannt vor. Ich guck mal kurz ins Blogarchiv. Ein Leser schrieb mir damals:
ich arbeite auch bei einer Bank und möchte Deine Aussage korrigieren:Leider hat dieses Memo die Schufa nicht gekriegt, denn im aktuellen Artikel lese ich völlig überraschend:"Mit Kontoinformationsdienst ist die Schufa gemeint." Es ist gerade nicht die Schufa gemeint.
Im Jahr 2018 hat die Schufa ein solches Unternehmen gekauft. Der Finanzdienstleister Finapi GmbH ermögliche "den gesicherten Zugang zu derzeit 58 Millionen Endkunden-Konten", teilte die Schufa mit.Ach nee! Na DAS ist ja mal eine gewaltige Überraschung! Hätte uns doch nur rechtzeitig jemand gewarnt!!1!
Nehmt nur den Giffey-Clan!
Der Patriarch war Veterinär beim Landesamt für Gesundheit und Soziales, und hat dann aber so krass bei seiner Arbeitszeitabrechnung betrogen, dass er jetzt seinen Beamtenstatus verloren hat. Die Fälle, in denen jemand den Beamtenstatus entzogen kriegt, kann man sonst an einer halben Hand abzählen. Da findet sich sonst immer ein Weg. Speziall bei Prügelpolizisten ärgere ich mich da seit Jahren drüber.
Naja und Frau Giffey war die mit der Plagiatsaffäre bei der Doktorarbeit. Wissenschon. (Danke, David)
Gut, ist nicht überraschend. Jeder ist in seiner eigenen Story der Held. Die arme junge Frau hat bloß nicht mitgekriegt, auf welcher Seite die Nazis kämpfen, bevor sie sich als die neue Sophie Scholl bezeichnete.
Ich glaube ja, dass das was damit zu tun hat, wie heutzutage Kinder erzogen werden. Das passiert, wenn jemand sein Leben lang noch nie mit der Idee konfrontiert wurde, dass er einen Fehler gemacht hat. Die Reaktion der Sophie 2.0 hier wirkt auf mich jedenfalls so, als war das das erste Mal, wo ihr jemand ins Gesicht sagt, dass sie keine Mitmach-Medaille kriegt, keine "Bei uns gibt es keine Verlierer"-Urkunde, dass was sie gerade gesagt hat, sie in zivilisierter Gesellschaft für die weitere Teilnahme disqualifiziert.
Entsprechend geht sie auch direkt in die Denial-Phase über und glaubt, der Ordner, der da hinwarf, sei halt irgendwie komisch. Als er weg ist, zündet sie dieselbe Stinkbombe nochmal. Das kommt in ihrer Welt nicht vor, dass sie Mist macht. Was heißt hier EIN Geisterfahrer! HUNDERTE!!
Genau mein Humor!
Wer nicht genau hinguckt, der könnte glauben, dass die Lücken alle von den Guten gefunden und gemeldet werden.
Das stimmt aber nicht. Erstens gab es gerade eine Flut aus Fixes für in der freien Wildbahn beobachteten Sicherheitslücken.
Zweitens, und das ist mir wichtig, dass ihr das alle versteht: Hersteller stehen unter keinerlei Druck, gefixte Sicherheitslücken überhaupt öffentlich anzusagen. Hersteller melden auch im Allgemeinen intern gefundene Lücken nicht, selbst wenn die in der freien Wildbahn gefunden wurden.
Woher weiß der Hersteller von Sicherheitslücken in der freien Wildbahn, fragt ihr euch jetzt vielleicht? Nun, Crash Reporting. Dr Watson hieß das früher. "This program has stopped working …"
Ihr seht hier also nur die Spitze des Eisbergs. Fixes für Lücken, die von Externen gefunden wurden, die möglicherweise schlechte PR verursachen könnten, wenn man die Bugs gar nicht oder verdeckt im nächsten Update fixt.
Nehmt mal bitte nicht für eine Sekunde an, dass das schon alles ist. Die Software da draußen ist auf so vielen Ebenen kaputt, das glaubt man gar nicht, wenn man nicht regelmäßig Bugtracker von Open Source-Projekten durchguckt und ein Gefühl dafür entwickelt.
Dass diese Lücken bekannt wurden, liegt daran, dass Google Project Zero die gefunden hat, und die haben so einen Ehrenkodex und melden auch Lücken in Google-Produkten öffentlich. Das war der Preis dafür, dass Google da so ziemlich die Besten der Besten gekriegt hat. Die hatten keinen Bock, sich als Waffe gegen Dritte missbrauchen zu lassen.
Hier mal kurz eine Geschichte aus meiner Familie.
Schulkind hat Covid-Fall in der Klasse. Aus Datenschutzgründen sagen sie den Kids nicht, wer es ist. Aber der eine Schüler fehlt schon seit ein paar Tagen. Gerüchte schießen ins Feld. Die Eltern erfahren von der Sache nach Schulschluss von ihren Kindern.
Immerhin: Am nächsten Tag ist Fernunterricht, alle bleiben zuhause.
Man würde denken: Damit das Gesundheitsamt die alle testen kann.
Tatsächlich: Nix da. Keiner der Schüler wird getestet. Die Schule guckt, wer neben dem Covid-Patienten saß, der ist dann Risikogruppe 1, der kriegt einen Anruf.
Wie? Nein, nicht vom Gesundheitsamt. Die sind überlastet. Von der Schule! Das Gesundheitsamt ruft niemanden mehr an.
Die Schule so: Das Kind muss eine Woche in Quarantäne. Eine Woche? Nicht zwei? Naja, äh, der Covid-Patient fehlte ja schon ein paar Tage, das rechnen wir auf die Quarantänezeit an.
Kommt denn jetzt jemand vom Gesundheitsamt und testet? Nein.
Das Gesundheitsamt ist überlastet. Wenn das Kind Symptome hat, geht zum Hausarzt und der testet dann, wenn er das für richtig hält.
Warte mal, nur das Kind muss in Quarantäne? Nicht seine Familie? Ja, richtig. Nur das Kind.
Wot?!
Tja und unter diesen Umständen, meine Damen und Herren, was würde man da für eine Covid-Inzidenz-Karte erwarten? Kinder haben ja seltener Symptome, und das Gesundheitsamt liegt schnarchend im Straßengraben, also würde man da weniger erwarten. Das Gesundheitsamt testet nicht, also fällt nur bei vorsichtigen Eltern auf, wenn ein Kind Covid hat. Wenn ihr mich fragt, müsste die Heatmap ungefähr so aussehen. Die Familien der Kids werden der Reihe nach durchseucht. Die Kids selber auch, aber da merkt das keiner, weil das Gesundheitsamt lieber nicht nachguckt. Sonst würde ja das Ausmaß des Versagens des Berliner Senats offensichtlich.
Hey, welche Partei stellt eigentlich die Berliner Gesundheitssenatorin? Na die SPD natürlich! Das erkennt man daran, dass die sich selbst noch nicht in einem Bunker in Sicherheit gebracht hat, wie es CDU oder FDP getan hätten.
Tätigkeit bei einer Bank in den Bereichen Controlling, Assetmanagement und ComplianceDie perfekte Besetzung für Pandemie-Krisenmanagement!
Aber hey, vielleicht schätze ich die auch völlig falsch ein und das ist ein Universalgenie. Zuständig war sie im Berliner Senat jedenfalls schon für:
Und jetzt halt Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung.
Ich vermute mal: Betonung liegt auf Gleichstellung. Denn an Gesundheit und Pflege hat offensichtlich niemand gearbeitet.
Zum Vergleich: Die Senatorin, die für die Schulen zuständig ist (natürlich auch SPD). Die war vorher Büroleiterin bei Michael Müller. Ja, DEM Michael Müller. Dem Bürgermeister. Ja, meine Damen und Herren. Auf dem Land riecht es nach Kuhscheiße, in der Großstadt riecht es nach Vetternwirtschaft.
So und jetzt überlegt euch mal kurz, wie schlimm der Diepgen verkackt haben muss, dass die Berliner lieber diese Leute in den Senat gewählt haben.
Die Gesundheitssenatorin ist Schuld, dass die Gesundheitsämter überlastet sind. Die Bildungssenatorin ist Schuld, dass die Schulen offen sind. Aber Diepgen ist Schuld, dass kein Geld da war, um die Gesundheitsämter und Schulen angemessen auszustatten.
Update: Na super. Jetzt kommen hier lauter Zuschriften aus anderen Bundesländern rein, dass es da genauso schlimm ist. Bisher: Schleswig-Holstein, Niedersachsen, NRW, Bremen, Sachsen, Baden-Württemberg, Hamburg, Bayern, Brandenburg, Hessen.
Update: Auch aus Wien und der Steiermark schreiben mir Leute, dass das da ähnlich läuft.
Update: Ein Leser erklärt:
Und offizielle Quarantäne wurde auch nur für die Kinder ausgesprochen, den restlichen Familienmitgliedern wurde nur empfohlen, zuhause zu bleiben. Denn bei angeordneter Quarantäne muss das Gesundheitsamt ja den Verdienstausfall ersetzen.
ACH SO ist das! Na das erklärt ja in der Tat einiges. Lieber Kopf in den Sand als Verdienstausfall ersetzen zu müssen! Leuchtet ein!
Und wisst ihr was? Ich verstehe jetzt, wieso Donald Trump von dem Wahlausgang so überrascht war. Es ist ein veritables Wunder, eine göttliche Intervention, dass nach all dem Wahlbetrug der GOP immer noch am Ende eine Mehrheit für Biden rauskam. Das ist geradezu bemerkenswert unwahrscheinlich, wenn man sich von Palast vorrechnen lässt, wie viele Millionen an wahrscheinlichen Democrats-Wählern von den Republikanern in den Bundesstaaten aus den Wahlregistern gestrichen wurden. Palasts vorsichtige Schätzung kommt insgesamt auf über 7 Millionen. Nicht vergessen: Das sind gezielte Eingriffe in Democrat-Hochburgen in befürchteten Swing States!
Und das rechnet noch gar nicht die Effekte vom Gerrymandering ein, die man übrigens selbst auf Wikipedia sehen kann, indem man das Stimmverhältnis im Popular Vote mit der Sitzverteilung im Unterhaus vergleicht.
Die meisten Democrat-Stimmen unterdrückt hat übrigens ein Democrat. In Kalifornien. Ein Mann namens Alex Padilla. Um Bernie Sanders zu verhindern. Falls ihr euch gewundert hattet, wieso die Democrats diese Taktiken nicht verhindern.
Oh und eine Sache sollte man nicht unter den Tisch fallen lassen. Diese Wahlbetrugstaktiken richten sich, das ist immer wieder berichtet worden, gegen Schwarze. Sie richten sich genau so, stellt sich raus, gegen Asiaten und Latinos. Und gegen Studenten jeder Hautfarbe. Unter Studenten gibt es bekanntlich nicht viele Konservative.
Hier sind ein paar Tricks, um Studenten als Wähler stillzulegen.
Wisconsin verlangte Photo ID. Der Staat gibt den Studenten einen Studentenausweis mit Photo. Den ließ man aber im Wahllokal nicht zu. Ein Waffenschein oder ein Führerschein hingegen reicht als Photo ID. Studenten, die in den USA auf dem Uni-Campus wohnen, brauchen aber keinen Führerschein und viele, besonders die ärmeren Minderheiten, haben keinen. Die Uni von Wisconsin hat 182.000 Studenten. Trump gewann 2016 mit einem Vorsprung von ca 22000 Stimmen. Die Regelung wurde 2 Wochen vor den Wahlen von einem Partisanen-Richter installiert. Nun hätte die staatliche Uni ja auch wahl-zugelassene Photo ID verteilen können, daher hat der Wahlbetrüger Gouverneur Walker schnell eine Uniführung ernannt, die das nicht tun wollte.
Viele Studenten haben dann Briefwahl gemacht, weil sie dachten, so kämen sie um diese Schikanen drumherum. Ergebnis: Deren Stimmen wurden weggeschmissen, wenn nicht angeheftet eine Kopie des Ausweises war, und eine Immatrikulationsbescheinung. Natürlich hat man den betroffenen Studenten nicht gesagt, dass ihre Stimmen nicht gezählt wurden. Ergebnis: Die Wahlbeteiligung von Studenten ging in Wisconsin von 67% auf 49% zurück. Also … Beteiligung ist jetzt das falsche Wort eigentlich, denn beteiligt haben die sich ja schon.
Von 28000 Stimmen konnte nachgewiesen werden, dass sie wegen ID requirement weggeschmissen wurden, dazu kommen die ganzen Studenten, die sich von den Schikanen abschrecken ließen und es gar nicht erst probiert haben.
In Florida hat man den Klassiker gefahren, und einfach keine Wahllokale auf dem Campus gehabt. Sonst ist man da wenig zurückhaltend. Es gibt Wahllokale in Country Clubs, in Schützenvereinen, Kirchen, … überall nur nicht an den Unis. Ein paar Aktivisten haben geklagt und erwirkt, dass Wahllokale in Unis erlaubt sind — aber ob sie da auch aufgestellt werden unterliegt der Diskretion der Wahlbezirksleiter, im Allgemeinen Republicans. Das Ergebnis könnt ihr euch ausmalen.
Was mir auch noch nicht so klar war ist wie lange der Kampf um den Wahlbetrug schon zurück geht. George Washington hat hart dafür kämpfen müssen, dass der vor-revolutionäre Eid an Jesus gestrichen wurde, damit auch Juden wählen konnten. Einige Bundesstaaten verlangten auch einen Eid, dass man mit keiner ausländischen Macht verbündet sei. Das hat Katholiken von den Wahlen ausgeschlossen. In Rhode Island konnten Juden bis 1842 nicht wählen. In North Carolina konnten Katholiken bis 1868 nicht wählen (zu dem Zeitpunkt hatten Schwarze dort schon ihr Wahlrecht). Die Ureinwohner-Indianer haben erst 1924 die US-Staatsbürgerschaft erhalten. Ihr Wahlrecht erhielten sie sogar erst 1962. Tja, und dass ihre Stimmen auch tatsächlich garantiert gezählt werden, das muss erst noch erstritten werden.
Die Zivilisationsdecke ist dünn.
It is widely understood that the first digits of precinct vote counts are not useful for trying to diagnose election frauds. [...]To date I’ve not heard of anysubstantial irregularities having occurred anywhere, and the particular datasets examinedin this paper give essentially no evidence that election frauds occurred.
Ansonsten stellt sich noch die Frage, von was für Betrugsszenarien wir hier gerade reden. Das Problem bei Wahlbetrug ist ja, dass man da Zugriff auf die Infrastruktur braucht, und die hat normalerweise nur die aktuelle Regierung. Wahlbetrug ist also grundsätzlich erstmal ein Mittel des illegitimen Machterhalts der regierenden Machthaber. Das macht die meisten Szenarien direkt kaputt. Democrats hätten in einem Republican-dominierten Wahlkreis gar nicht die Möglichkeit, unbemerkt Wahlzettel in die Urnen zu stopfen, weil das ganze Personal da von den Republicans geschickt wurde und wahrscheinlich selber Republican-Wähler sind.Daher konzentrieren sich die Vorwürfe im Moment auf ein anderes Szenario. Nehmen wir mal einen Bundesstaat wie Michigan. Hier sieht man eine Übersicht über die Wahlbezirke in Michigan bei der Senatswahl 2018. Es fällt direkt auf, dass praktisch alles rot gefärbt ist, also Republicans. Aber die paar Bezirke, die blau sind, da wohnen halt proportional viel mehr Leute.
Der Wahlbetrugsvorwurf ist jetzt, dass korrupte Democrats in einer Großstadt einfach mehr Stimmen für sich melden als sie hatten. An der Lage in ihrem Bezirk ändert das nichts, da hätten sie eh gewonnen. Aber Michigan-weit könnten sie damit das Ergebnis verfälschen.
Nun ist das ja genau der Fall, gegen den man sich bei Wahlen verteidigen will, dass der Wahlbetreiber bescheißt. Dafür gibt es verschiedene Mittel. Erstens: Es fällt auf, wenn es mehr Stimmen als Wähler gab. Zweitens: Während der Wahl gibt es Wahlbeobachter, und die können zugucken, wie die Zettel aus den Urnen genommen und verplombt gelagert werden, damit man eine Nachzählung durchführen kann. Das Wahlpersonal und die Beobachter müssten also alle unter einer Decke stecken.
Denkbar ist das Szenario, keine Frage. Und es wird bei Wahlcomputern noch dadurch verschärft, dass die häufig keinen Paper Trail haben, d.h. man kann gar keine Nachzählung machen. Die Wahlcomputer aufgestellt haben aber die Republikaner. Die sind daher jetzt in keiner Position um da Wahlbetrug zu schreien.
Für den Fall, dass es ein Wahlkreis schafft, unbemerkt falsche Wahlzettel in die Urnen zu stopfen: Auch das fällt auf, weil man ja auch im Wahlregister Buch führt, wer gewählt hat. Damit niemand zweimal wählen geht. Das heißt dann aber auch, dass man im Wahlregister sehen kann, wieviele Wahlzettel man haben müsste, und wenn es mehr sind, ist man des Betrugs überführt.
Das könnte der Wahlfälscher kontern, indem er einfach pro gefälschtem Wahlzettel einen Nichtwähler im Wahlregister ankreuzt. Das würde nur auffallen, wenn man stichprobenhaft Wähler kontaktiert und fragt, ob sie wirklich gewählt haben. Den Aufwand hat glaube ich noch keiner auf sich genommen. Aber würde man sich darauf verlassen wollen als Wahlfälscher, dass das keiner nachprüft?
An dieser Stelle ist man bei den Kosten und Risiken der Betrugsdurchführung so weit, dass andere Betrugsarten einfacher und billiger sind. Und sogar legal. Die GOP zum Beispiel stellt gerne vor Wahlbüros Leute hin, die dann bei Afroamerikanern pauschal anzweifeln, dass die überhaupt wahlberechtigt sind. Dann dürfen die zwar wählen, aber nur mit einem vorläufigen Wahlzettel, und die fliegen gerne mal zu hunderttausenden in die Mülltonne.
Oder man filtert im Vorfeld mit absichtlich schlechter Software Knackis raus, nach Namen. Und da gibt es halt ethnische Muster. Jackson Brown z.B. ist wahrscheinlich ein Schwarzer. Wenn irgendwo jemals ein Jackson Brown im Knast saß, dann filtern die Republikaner einfach überall alle Jackson Browns raus. Greg Palast hat zu diesen Betrugsverfahren seit Jahren recherchiert und publiziert.
Ohne diese Art von Betrug hätten die Republicans seit vielen Jahren keinen Fuß mehr auf den Boden gekriegt. Daher ist und bleibt das legal. Die, die es abschaffen müssten, profitieren im Moment davon. Und Joe Biden wird es auch nicht abschaffen, genausowenig wie es Obama abgeschafft hat. Das alte Millionärsdilemma. Man schafft keine Dinge ab, von denen man nicht sicher ist, dass man sie nicht in Zukunft auch brauchen wird, um Millionär zu werden.
Update: Hier gibt es auch ein schön entspanntes Vorkau-Video, wieso Benford's Law nicht auf die Wahlergebnisse anwendbar ist. Leichter rezipierbar als das Mathe-Paper aber inhaltlich dieselben Argumente.
Update: Ein Leser weist auch darauf hin, dass die Democrats dann wohl die inkompetentesten Wahlbetrüger aller Zeiten sein müssen, wenn sie im Unterhaus Sitze verlieren und im Oberhaus nicht die Mehrheit holen. Das ist wahrscheinlich wie mit Bill Gates Corona-Verschwörung und Hunter Bidens Laptop. Man findet einfach kein gutes Personal mehr.
Bitte hört auf, mir diesen Scheiß zu schicken.
Trump hatte jetzt vier Jahre, ein sicheres Wahlsystem zu installieren. Die ersten zwei Jahre hatte er alle Mehrheiten dafür. Hat er nicht gemacht.
Warum nicht?
Na weil das potentiell auch den Wahlbetrug seiner Seite verhindert hätte. Denn das ist eines der zentralen Demokratiedefizite des US-Wahlsystems: Das Electoral College. Das sorgt dafür, dass Stimmen unterschiedlich viel wert sind, je nach Wohnort.
Großstädte wählen im Vergleich zur Landbevölkerung progressiv. Das ist ja auch bei uns so. Die CSU kriegt in München keinen Fuß auf den Boden. Dazu kommt, dass es eine Landflucht gibt (Leute ziehen in die Städte), was den Effekt verstärkt, und dass neue Zuwanderer häufiger in Städte als aufs Land ziehen. Man könnte vermuten, dass das den Trend umkehren würde, aber so funktionieren Menschen nicht. Menschen möchten gerne von Freunden umgeben sein und passen sich im Konfliktfall lieber an. Nicht alle natürlich, aber der Durchschnittsmensch.
Wenn eine Zuwanderergruppe in einer Stadt eine substanzielle Minderheit oder gar die Mehrheit bildet, kann das anders aussehen (z.B. die Exilkubaner in Miami), aber das ist nicht die Regel.
Wenn ihr mal sehen wollt, wie krass das Electoral College sich vom Popular Vote unterscheidet, hat Wikipedia eine Übersicht. Und das ist mal echt krass, wenn ihr mal bei Richard Nixon und Ronald Reagan guckt. Die hatten im Electoral College über 90%! Ergebnisse wie in der DDR!1!!
Kurz gesagt: Ist das Wahlsystem der USA undemokratisch und unsicher? Ja, natürlich!
Heißt das jetzt, dass Trump sich beklagen kann? Nein. Denn er hätte es reparieren können, hat es aber nicht getan, weil er selber auch weiterhin schön bescheißen können wollte. Wenn es jemand verdient hätte, durch Wahlbetrug abgesetzt zu werden, dann jemand, der vorher die Chance hatte, das System zu reparieren, und es nicht getan hat.
Aus meiner Sicht ist das ganze System in den USA ein einziger Wahlbetrug. Aber das ist deren Land, deren Demokratie. Wenn die da keinen Handlungsbedarf sehen, dann ist das deren Entscheidung. Nicht unsere. Wer JETZT davon überrascht ist, dass das System kacke ist, der hat seine demokratischen Pflichten seit Jahren verkackt und hat es nicht besser verdient.
Update: Aber Fefe, woher weißt du denn, dass das Absicht war, dass Donald Trump das Wahlsystem nicht repariert hat? Nun, ich präsentiere: Exhibit A: Ein Trump-Tweet aus dem Jahre 2012.
The electoral college is a disaster for a democracy.
Und so richtig rational erklärbar ist das ja nicht, denn von Biden wissen wir ja, dass er für alles steht, was in der Politik schlecht und verderbt ist. Biden ist der Grund, wieso wir Trump gekriegt haben.
Da nehmen sich Biden und Trump auch nicht viel. Beide haben horrende Politik gemacht, stehen für menschliche, finanzielle und sonstige Abgründe. Wo Trump Kinder von ihren Eltern getrennt hat, hat Biden die gesetzlichen Grundlagen dafür geschaffen. Wo Obama und Biden einen illegalen Angriffskrieg gestartet haben, hat Trump weitergebombt und noch ein paar Marines hinterhergeschickt.
Wieso hat Trump also so einen Stress ausgelöst?
Das liegt glaube ich daran, dass wir uns an Biden gewöhnt haben. Ja, der macht auch nur schlechte Dinge, und zwar nicht aus Inkompetenz sondern aus Überzeugung. Aber den glauben wir einschätzen zu können. Der überrascht uns nicht mit immer noch schlimmeren Ausfällen. Der ist von Anfang an gleichmäßig furchtbar.
Trump hingegen hat immer noch eskalierend nachgelegt und seine Menschenverachtung offener zu Schau getragen.
Stellt sich raus: Das ist kein Zufall, dass die Establishment-Politik so aussieht, wie sie aussieht. Das ist das Ergebnis einer Evolution. Das ist die perfekte Politik, um wiedergewählt zu werden. Man lügt den Leuten dreieinhalb Jahre ins Gesicht, und dann macht man ein halbes Jahr Wahlkampf voller hohler Versprechungen, die nie jemand einzulösen plant.
Und am Wahlergebnis gerade kann man ja gut sehen: Die Leute wollen das so!
Es ist auch ungerecht da nur auf Biden und Trump herumzutreten. Wenn ich mir AOC angucke, sehe ich auch nur Fassade und keine Substanz. Ein einziges Empörungs-Crescendo. Und das liegt interessanterweise nicht daran, dass es da keine Substanz gäbe. Guckt euch mal an, was die alles für Gesetze eingebracht hat. Und natürlich wird sie komplett ausgebremst von den anderen "Democrats", in irgendwelche Unterkommittees verschoben, wo die Vorschläge dann langsam vor sich hin gammeln. Und ich rede hier nicht davon, dass der republikanisch dominierte Senat das abschießt. Nein. Das Unterhaus, in dem die Democrats die Mehrheit haben. Alles, was die eingebracht hat, wurde von ihren eigenen Leuten plattgemacht.
Und was bleibt? Theater. Die tun alle so, als würden sie regieren. Wir tun alle so, als würden wir sie beauftragen. Und dann regen wir uns gemeinsam darüber auf, dass das Wahlsystem so kacke ist, aber verhindern alle Verbesserungen.
Theater!
Aber es stellt sich halt raus: In Krisenzeiten (und auch sonst) ist Theater gut fürs Gemüt. Beruhigt die Bevölkerung. Vielleicht sollten wir mehr echte Theater fördern, um bei den Leuten das Bedürfnis zu stillen. Damit wir in der Politik wieder Politik machen können statt Theater. Nur so ne Idee.
Ich möchte daran erinnern, dass das alles völlig überflüssiges Geldverbrennen ist, dieses DRM. Die Warez-Szene hat regelmäßig Rips von "DRM-geschützten" Shows, Netflix-Zugang hat sowieso jeder und sein kleiner Bruder, und hier werden zahlende Kunden daran gehindert, die gezahlte Leistung in Anspruch zu nehmen.
Der Einsender verweist auch auf diese langfristigen Pläne der EU. Kapitel 5.1: European Cloud / European Internet.
Da schlagen sie vor, dass Europa ein eigenes Internet und eigene Clouds kriegt. Das sei ja gut für die Wirtschaft und so und man könnte ausländische Dienste draußen halten, die sich nicht an unsere Spielregeln halten. Und dann das hier:
Technologically, it would require a top-level infrastructure, high-speed 5G or a 6G data network and a firewall. Setting up such a network would promote many European companies and therefore boost business and drive innovation.Like the Chinese firewall, this European internet would block off services that condone or support unlawful conduct from third party countries.
Während sie uns vorne was mit Zensur und Menschenrechten ins Gesicht lügen, wollen sie das hintenrum abkupfern.Seid ihr auch so froh, dass wir hier in einer Demokratie leben und nicht in einer Diktatur?
Woran erkennt man das eigentlich? Wahlen haben die in China ja auch.
Dann wies jemand darauf hin, dass das Konzept auch schon mal bei Adam Curtis verarbeitet wurde, allerdings nicht unter dem Namen Kayfabe sondern als Hypernormalisation. Ich hatte das schon mal empfohlen aber Adam Curtis kann man gar nicht oft genug empfehlen, daher auch hier nochmal: Klare Guckempfehlung. Ist allerdings zweieinhalb Stunden lang. Und man braucht danach ein-zwei Tage, bis man wieder runtergekommen ist.
Update: Haha, ihr macht mich alle fertig. Jetzt kommt hier einer und meint, dass man Explosionen im Vakuum doch hören kann, wenn man nahe genug dran ist, dass man die bei der Explosion ausgestoßenen Gase abkriegt. Die dienen dann als Transportmedium für den Ton. Hier hat jemand ein Video dazu gemacht.
Das kriegt man doch mit, wenn da was wichtiges passiert!
Ach? Tut man? Wie viele von euch haben mitgekriegt, dass der EU-Ministerrat einen Terroranschlag auf die EU durchgeführt hat?
Im EU-Ministerrat wurde binnen fünf Tagen eine Resolution beschlussfertig gemacht, die Plattformbetreiber wie WhatsApp, Signal und Co künftig dazu verpflichtet, Generalschlüssel zur Überwachbarkeit von E2E-verschlüsselten Chats und Messages anzulegen.Ach nee. Ach was. Das ist ja schon eher wichtig.
Das heißt, dass die Paranoiker natürlich mal wieder die ganze Zeit richtig lagen.
Insbesondere heißt es, dass man ab jetzt keinen Diensten mehr vertrauen kann, selbst wenn man den Betreiber persönlich kennt und für vertrauenswürdig hält.
Ich weiß, was ihr jetzt denkt, und ihr habt Recht. Das können die Sesselfurzer vom EU-Ministerrat doch unmöglich in fünf Tagen selbst erarbeitet haben. Haben sie auch nicht. Das ist die praktisch wörtliche Umsetzung der Vorgabe der Five Eyes. Die wissen nämlich genau: Wenn es erstmal eine Krypto-Hintertür gibt, dann können NSA und GCHQ die nutzen, um die EU abzuhören. Und zwar nicht nur so ein bisschen. Nein, nein. Flächendeckend.
Auch wenn es jetzt den Eindruck erweckt, der Vorschlag käme von Frankreich: Tut er nicht.
Frankreich treibt das ursprünglich von Großbritannien angestoßene Vorgehen gegen sichere Verschlüsselung auf Plattformen wie WhatsApp bereits das ganze Jahr auf EU-Ebene über voran.Ja, richtig gelesen. Frankreich verrät alle EU-Bürger an die Five Eyes, auf Geheiß eines Five-Eyes-Mitglieds, DAS SEINEN FUCKING AUSTRITT AUS DER FUCKING EU ERKLÄRT HAT.
Jetzt denkt ihr euch wahrscheinlich: Betrifft mich nicht. Update ich halt meine Client-Software nicht mehr, bin ich nicht betroffen. So einfach ist das leider nicht. Die meisten Krypto-Messenger sehen eine betreiberseitige Infrastruktur vor, über die man Schlüssel von potentiellen Kommunikationspartnern abfragen kann. Gute Software sieht dann auch einen Weg der manuellen Verifikation vor, aber das ist halt mit Aufwand verbunden, und die üblichen Verdächtigen unter den Saboteuren und Vollidioten haben ja seit Jahrzehnten eine Kampagne gegen Krypto-Software gefahren, dass die "zu schwer zu bedienen" sei und man daher die Komplexität vor den Nutzern verbergen müsse. Das hat dazu geführt, dass die Schlüssel-Übernahme bei praktisch allen Programmen implizit läuft. Als Gegenbeispiel fällt mir gerade nur Threema ein -- und GnuPG. Ja, das GnuPG, das seit Jahrzehnten den Hass der Deppen abkriegt, weil es angeblich so schwer zu bedienen sei.
Wenn Signal per Gesetz zu Hintertüren gezwungen wird, hilft dir jedenfalls auch die ganzen verifizierten Builds nichts und dass der Client-Quellcode Open Source ist. Signal hat sich entschieden, die Krypto-Komplexität vor dem Nutzer zu verbergen, und das bedeutet für das Szenario dann halt, dass der Nutzer wahrscheinlich nicht merken würde, wenn ihm ein falscher Schlüssel untergeschoben wird.
Aber Achtung: Nur weil ich sage dass GnuPG immun ist, heißt das nicht, dass eure Software oberhalb von GnuPG OK ist. Wenn die Software Schlüssel automatisch von irgendwelchen Diensten holt, oder wenn eure Ver- und Entschlüsselung auf irgendeinem Dienst und nicht auf eurem Privatrechner läuft, oder wenn ihr nicht manuell Fingerprints per Telefon oder sonstigem Seitenkanal abgeglichen habt, dann seid ihr Five-Eyes-Futter.
Die Zeit für halbherzige Krypto ist vorbei. Jetzt müssen wir alle in den Freiheitskämpfer-Modus wechseln. Und jetzt ist der Zeitpunkt, wo ihr alle versteht, wieso die Krypto-Anarchisten in ihrer Software einen Freiheitskämpfermodus vorgesehen haben.
Update: Hier vertritt jemand die These, dass Erich überreagiert. Ich finde nicht, dass man in solchen Fragen überreagieren kann. Dass die EU das alleine diskutiert ist in meinen Augen schon ein durch nichts zu entschuldigender Hochverrat. Die EU hat nichts, aber auch gar nichts, auch nur in der Nähe von meinen Krypto-Chats zu suchen.
Update: Wer mein Terror-Bingo schon länger mitspielt, kennt die Muster schon. Aber der Vollständigkeit halber: Es gibt natürlich mal wieder eine Geheimdienst-Verbindung und die Dienste haben so massiv und vollständig verkackt, dass Österreich sogar den Chef des "Verfassungsschutzes" abberufen hat. Wenn die Unterdrückungsbehörden Krypto-Backdoors kriegen, wird das keinen einzigen Anschlag verhindern. Es wird nur dazu führen, dass sie noch großflächiger hätten informiert sein können aber es wegen "Pannen" nicht waren. Ich finde ja, wer so ein Versagen "Panne" nennt, sollte direkt mitgefeuert werden. Eine Panne ist, wenn du das richtige tun wolltest, aber dich technisches Versagen der Infrastruktur daran gehindert hat. Wenn du informiert warst aber deinen Job nicht getan hast, dann ist das Versagen, keine Panne.
Nicht für mich, gegen mich.
Ich mecker doch seit Jahren rum, dass die Democrats so fiese unmoralische Kriegstreiber sind. Keine Military Spending Bill hat so viele Nullen, dass die Nullen bei den Democrats das nicht durchwinken. Kein Land ist schon so zerstört, dass die Democrats nicht nochmal ein paar Bomben drüberwerfen, wie in Afghanistan. Zur Sicherheit. Wo eines Tages jemand bemerkte, dass der Wert der zerstörten Ziele kleiner ist als was die Amis pro Cruise Missile gezahlt haben.
Es gibt einen Moment, wo sich das auszahlt.
Jetzt. Nach einer Wahl. Wenn sich die Welt fragt, ob Trump jetzt möglicherweise mit dem Militär einen Putsch macht.
Nein. Einen Putsch gegen die Democrats macht das Militär nicht. Die haben keinen Grund, Democrats wegzuputschen. Von denen kriegen sie sogar mehr Kohle als sie von Trump gekriegt haben.
Und wie ist es mit den Geheimdiensten? Die hat Trump auch gegen sich aufgebracht.
Ich glaube ehrlich gesagt, dass nicht mal der Supreme Court für ihn putschen würde. Jeder ist in seiner eigenen Story der Held. Keiner der Trump-Appointees will als jemand in die Geschichte eingehen, der dann seinen Benefaktor an die Macht geputscht hat. Glaube ich jedenfalls. Schon gar nicht als eine der ersten Amtshandlungen als neuer Richter am Supreme Court.
Als die Medien anfingen, Biden den Sieg zuzusprechen, hat Trump getweetet, er werde eine Pressekonferenz machen. Im Four Seasons in Philadelphia. Um 11 Uhr.
Daraufhin rief anscheinend das Four Seasons bei Trump an und meinte: absolutely not. Jedenfalls hat Trump 8 Minuten später getweetet, er meine nicht das Hotel sondern "Four Season's Landscaping". Wait, what? Das ist irgendein völlig unbekanntes Gartenbauunternehmen in einem heruntergekommenen Vorstadtbezirk von Philadelphia.
Als erstes lachte sich George Conway darüber kaputt, der sehr Trump-kritische Ehemann von Trumps Pressesprecherin Kellyanne Conway.
Und alle so: äh, … das ist doch ein Witz? Da hat doch wieder ein niederländischer Teenager Trumps Twitteraccount gehackt und wollte ein paar Tulpen ins Narrativ einbauen?
Ach komm, Fefe, du verarschst uns doch schon wieder!1!! In der Tat sind einige der Tweets schon wieder weg. Hier ist ein Screenshot (lokale Kopie).
Jedenfalls war sich auch die Presse nicht im Klaren, ob das jetzt ein Trollversuch sein soll. Ein paar Presseleute sind dann aufgetaucht. Trump selbst kam nicht. Man erzählt sich, der sei golfen gegangen. Kann ich verstehen. Ist gerade eine stressige Zeit für ihn.
Aber es war kein kompletter Fake-Out. Giuliani trat dann da ernsthaft auf. Auf dem Parkplatz vor diesem Garten-Dingens. Falls ihr euch gerade keine Vorstellung macht, wie ranzig die Gegend ist: Patton Oswald liefert. Ein Haus weiter ist ein Sexshop. Gegenüber ist das Krematorium.
Jedenfalls kam dann Giuliani und hatte im Wesentlichen nichts in der Hand außer "unsere Wahlbeobachter kamen an einigen Orten nicht so nah ran wie sie wollten". Und irgendwelche angeblichen Glitches in irgendwelchen Wahlcomputern, aber Belege haben sie dafür nicht, und sie haben die Wahlcomputer selbst aufstellen lassen. Und wir haben sie vor Wahlcomputern gewarnt. Mehrfach.
Ich finde das einen guten Abschluss für die Trump-Präsidentschaft. Sie fing an mit dem peinlichen Stunt im Trump Tower mit der Fake-güldenen Protz-Rolltreppe und den Jubelpersern. Und sie endete neben einem Sexshop, gegenüber eines Krematoriums, zwischen einem Feuerlöscher und einem Gartenschlauch auf dem Parkplatz einer Gärtnerei.
Gesetze entstehen in den USA so: Das Repräsentantenhaus (Unterhaus) einigt sich auf einen Entwurf. Der Senat (Oberhaus) bestätigt ihn. Der Präsident unterschreibt.
Wenn also eine Partei Unterhaus, Oberhaus und Präsidenten stellt, könnten die direkt, sofort, einfach so, von einem Tag auf den nächsten, alle ihre Wahlversprechen einlösen.
Im Moment haben wir die Democrats im Unterhaus und die Republicans im Oberhaus und die blockieren sich alle wie Zombies gegenseitig. Soundtrack: Ein Zombie, der immer wieder gegen die abgeschlossene und verbarrikadierte Tür rennt.
So aber jetzt überlegen wir doch mal zurück.
Erinnert ihr euch noch an das Jahr 2008? Als Obama Präsident wurde? Da haben die Democrats Unterhaus, Oberhaus und den Präsidenten gestellt.
Gut, bei den Amis gibt es da noch eine Sonderregelung, den Filibuster, wo ein Abgeordneter zu einem Gesetz eine endlose Rede hält, bis die Frist abläuft, innerhalb derer man es hätte beschließen können. Aber wartet: Wikipedia dazu:
However, the majority was only filibuster proof for a period of 72 working days while the Senate was actually in session."Nur" 72 Tage. Hah! Das hat vermutlich ein Democrat geschrieben.Stellt euch mal vor, wenn sie gewollt hätten, was die Democrats da alles einfach hätten beschließen können. Selbst der Supreme Court war auf ihrer Seite!
Was ich damit sagen will: Meine Interpretation ist, dass die Democrats gar nicht handlungsfähig sein wollen, weil dann nämlich auffällt, dass sie die meisten ihrer Wahlversprechen nie umzusetzen vorhatten!
Das ist alles Theater!
Und das trifft natürlich nicht nur für die Democrats zu. Die Republicans hatten auch kürzlich Kontrolle über Parlament und Präsidenten. Und haben die ihre Wahlversprechen eingelöst? Natürlich nicht!
Das ist auf beiden Seiten alles erstunken und erlogen.
Genau wie bei uns! Erinnert ihr euch noch, wie die SPD immer viel verspricht, dann jahrelang an der Regierung ist und nichts davon umgesetzt kriegt? Weil immer irgendwelche bedauerlichen Umstände "verhindern", dass sie substantiell was ändern? Das ist unser Äquivalent zu dem Wikipedia-Spruch oben. "only filibuster proof for a period of 72 working days". Ja, klar, und in 72 Arbeitstagen, da KONNTE man ja nichts machen!1!!
Lasst euch also nicht von dem Theater verarschen. Das ist wie Professional Wrestling. Es braucht immer Die Guten und Die Bösen, die bekämpfen sich ewig, und keiner kann echte Fortschritte machen, weil das das System gefährden würde.
Dass das alles Theater ist erkennt man auch ganz gut daran, dass die meisten wirklich bösen Klopper von beiden Parteien getragen wurden. Das einzige, was die Parteien wirklich zuverlässig hinkriegen, ist Virtue Signaling. Sowas wie Homoehe, ob Abtreibungen legal sein sollen, nach welchem Helden man das Postamt in Hintertupfingen benennt, ob man die Statuen von Sklaventreibern abreißen soll oder nicht. Da sind die immer gut drin.
Und die Fanstribünen sind Teil des Schauspiels und machen fleißig mit. Nicht nur machen sie mit! Sie machen so mit, als beträfe sie das.
Kein einziger Hetero ist davon betroffen, wenn es um die Frage geht, ob die Homoehe erlaubt sein soll oder nicht. Kein einziger Nicht-Trans-Mensch ist betroffen von der Frage, ob Trans-Menschen aufs selbe Klo gehen dürfen. Das ist alles Theater. Das kann dir bei öffentlichen Toiletten immer passieren, dass die öffentliche Toilette gerade umgebaut wird oder besetzt ist, dann suchst du dir halt ein anderes Klo. Wenn du wirklich so ein Problem damit hast, auf dem Klo einem Trans-Menschen zu begegnen, dann suchst du dir in dem Fall halt ein anderes Klo. Die ganze Debatte ist Theater.
Und hör mir auf mit Abtreibungen. Das muss seit 100 Jahren nicht mehr debattiert werden. Und alle Beteiligten wissen das! Die spielen mit, weil das dann ein schöneres Spielerlebnis ist, wenn man so tut, als sei das echt.
Das kann man jetzt entweder so deuten, dass sie es nicht zu dementieren brauchten, denn unter ihren Anhängern war die Story ja schon im Vorfeld aus dem Verkehr gezogen.
Oder man kann es so deuten, dass sie nicht strafverschärfend als Lügner dastehen wollen, wenn rauskommt, dass das alles doch so passiert ist.
Glenn hat auch ein Detail, das mir noch nicht bekannt war: Dieser Laptop-Reparatur-Fuzzy hat seine Version der Story auch bei einer Senatsanhörung so erzählt. Da steht jetzt nicht ob vereidigt war oder nicht, aber ich glaube das wäre dann in jedem Fall eine Straftat nach amerikanischem Recht, wenn er da lügt. In der Vergangenheit hat das zwar in einigen bemerkenswerten Fällen nicht zu einer verdienten Gefängnisstrafe geführt, z.B. bei James Clapper nicht, aber formaljuristisch ist das eine Straftat.
Macht das die Story glaubwürdiger? Gute Frage! Ich finde immer noch, dass das nach Parallel Construction klingt. Aber da kann man anderer Meinung sein.
Ansonsten arbeitet er sich daran ab, dass die Democrats (auch noch mit Geheimdienstlern als "Zeugen") ohne irgendwelche vorgelegten Beweise behauptet hat, das sei bestimmt eine russische Desinformationskampagne. Da bin ich ganz bei ihm.
Und noch ein Detail seiner Ausführungen ist geeignet, meine Position zu erschüttern: Er sagt, Joe Biden habe in der Ukraine in der Tat diesen korrupten Staatsanwalt gefeuert gekriegt, aber die Nachfolgerin war a) nicht mal Juristin und b) ähnlich korrupt wie ihr Vorgänger. Aber mit der hätte Joe Biden dann kein Problem gehabt. Hmmmmmmmmmmmmm
Am Ende des Tages bleibt dann wohl nur das zynische Weltbild, dass eh beide Kandidaten korrupt, unfähig oder sogar bösartig sind, und das ja jetzt auch nichts neues ist. Man muss halt den wählen, von dem man glaubt, unter ihm als Präsidenten würde es weniger schlimm.
Es gibt da dieses schöne geflügelte Wort in den USA. Man habe die Wahl zwischen den rechten Flügeln zweier konservativen Parteien.
Update: Zur Frage, wieso Biden das nicht dementiert, weist ein Leser auf Hunter S Thompson hin. Zu Recht.
Shit just got real!
Update: Und gleich wieder Kommando zurück. Ob die einen Anruf von der NRA gekriegt haben?
Aber beim Zersetzen der CDU könnte ich dem stundenlang zugucken.
War ja auch mal Zeit.
Die SPD hat sich selbst zerstört, die FDP hat sich unter 5% zerstört, die Grünen habe ihr Parteiprogramm komplett auf Identity Politics umgestellt, nachdem sie in allen anderen Belangen keinen Fuß auf den Boden gekriegt haben. Die AfD sehen mehr und mehr wie die Piraten aus, so kaputt haben die sich selbst schon geschossen. Fehlte nur noch die CDU. Und die ballert der Merz jetzt kaputt.
Und er könnte kein verdienteres Ziel treffen!
Update: Einigen Lesern ist aufgefallen, dass der Stern-Link ein Artikel vom letzten Jahr ist. Ist das nicht super, dass man da extra aufs Datum gucken muss, damit man das merkt? Ich korrigiere mich also: Ich könnte nicht nur stundenlang zugucken, wie der Merz die CDU zersetzt. Ich könnte jahrelang zugucken!
Meiner Erfahrung nach ist das Problem bei dieser Symptomatik bei mir, dass der nächste Schritt nicht klein genug ist. Damit liegt die Fertigstellung des nächsten Schrittes zu weit in der Zukunft und andere Dinge, die ich jetzt tun könnte, haben immer weniger Aufwand und schnellere Fertigstellung, werden also vorgezogen.
Also habe ich mir gedacht: OK, ich muss mal den nächsten Schritt verkleinern. Wie wäre es, wenn ich erstmal die Basis lege, indem ich OpenPGP-Signaturen validieren kann.
Gesagt, getan, habe mir mal das RFC 4880 geholt (bzw. den aktualisierten Draft) und mal angefangen. Und jetzt komme ich gerade von der Straße ab und frage mich, ob ich nicht mal etwas tun kann, um Binärprotokolle leichter verarbeitbar zu machen.
Der Standardansatz ist, dass man irgendeine Library nimmt. Problem: Dann hat man die Library am Bein und muss da hinterherpflegen. Ich schreibe daher meinen Parsing-Code lieber selbst, besonders wenn es sich um Binärkram handelt.
Binärprotokolle parsen ist aber echt nervig. Bei OpenPGP-Signaturen gibt es z.B. mehrere verschiedene Versionen, wie so eine Signatur abgelegt sein könnte. Man muss da byteweise Daten lesen und inhaltlich validieren. Und bei jedem Byte muss man einzeln gucken, ob gerade EOF oder ein Lesefehler reinkam. Code mit so viel Checks sieht elend unübersichtlich und unnötig kompliziert aus. Eigentlich hätte ich gerne eine strukturelle Verbesserung, die den Code einfacher lesbar macht.
Oder man kann sagen: Ich lese die ganze Nachricht in einen Buffer, dann spare ich mir zumindest die EOF und I/O-Fehlerbehandlung bei jedem Byte. Ja, aber dafür fange ich mir möglicherweise ein Denial of Service ein, weil die Nachricht ja beliebig groß sein kann. Ich will nicht 4 GB Speicher holen, nur weil jemand das als Länge irgendwo reingeschrieben hat.
Meine aktuelle Idee ist, dass man eine Abstraktion macht, die man hinten an einen Buffer oder einen File Descriptor koppeln kann, und vorne kann man dann byteweise lesen. Aber anstatt Fehler oder EOF zu signalisieren gibt einem das Ding halt ein 0-Byte zurück, und dann gibt es ein API, mit dem man am Ende fragt, ob bis hierher irgendwelche Fehler auftraten.
Im nächsten Schritt macht man das rekursiv stapelbar, aber mit anderen Längen. Ein typischer Fall bei Binärprotokollen (auch bei ASN.1 und OpenPGP) ist es, dass man einen Header mit einer Länge für das Paket oder die Message hat, und dann lauter Unter-Header mit eigenen Längen innerhalb der Message. Da muss man jetzt jeweils beim Parsen der Länge prüfen, dass man nicht die logisch darüber liegenden Längenlimits überspringt, und dass die neue Unter-Länge in die Länge des Pakets darüber passt, und wenn man die Unterpakete gelesen hat, dann muss man prüfen, dass man jetzt genau am Ende der logisch darüberliegenden Schachtelung liegt.
Je nach Integer-Typ muss man noch numerischen Überlauf abfangen. Das wird schnell fummelig und Fehler passieren.
Zumindest die erste Hälfte davon könnte die Abstraktion einem direkt abnehmen, finde ich.
Die Frage ist, ob das wirklich eine gute Idee ist. Denn der Code ist dann zwar kürzer und lesbarer aber man braucht eben auch mehr Kontext zum Verständnis. Man muss verstanden haben, dass es kein Fehler ist, wenn man mehr liest als da war, solange der Code am Ende guckt.
Der Grund, wieso ich mir OpenPGP angeguckt habe, ist weil sich das als Testbett für eine Kompartmentalisierung gut eignen würde. Man würde am Anfang mehrere Prozesse starten. Einen "gibt mir den Public Key XY", der kriegt den public keyring auf stdin und schreibt den Key nach stdout und darf kein open() machen. Einen "berechne den Hash über diese Daten", der kriegt die Filedaten auf stdin und schreibt den Hash nach stdout und darf kein open() machen. Einen, der auf stdin die Signatur kriegt und parsed und auspackt und in kanonischer Form auf stdout ausgibt und ansonsten auch kein open() machen darf. Und ein Prozess darüber, der alle Arbeit, die potentiell schiefgehen kann, an Unterprozesse delegiert. Wenn dann ein Angreifer einen Bug zum exploiten findet, dann ist er in einer Sandbox, die nichts tun kann außer von stdin lesen und nach stdout schreiben. Mit einem Exploit kriegt man auch nur Zugriff auf die Daten, in denen der Exploit eingebettet war, und z.B. nicht auf irgendwelche Kryptoschlüssel o.ä.
Ich glaube das wäre mal eine hilfreiche Sache, wenn man das mal so durchimplementiert. Sei es nur um zu zeigen, dass das geht.
Langfristig will man so eine Privilege Separation auch für TLS haben, aber dort ist es schwieriger als bei OpenPGP. Daher erstmal OpenPGP als Proof of Concept.
Starting at midnight on Sunday, four areas in Shufu were identified as high-risk areas for the virus' spread, and risk levels in other townships or villages in Shufu were upgraded to medium, according to the local disease control command center.Kashgar launched a mass testing program covering its entire 4.75 million population following the detection of a 17-year-old girl in Shufu county who tested positive for the virus on Saturday during a routine check. The girl has shown no symptoms.
As of 4 pm on Monday, about 4.47 million samples had been collected and over 2.13 million test results returned, Wang said. All positive test results were traced to residents in Shufu where the first case was registered, and results from other areas in Kashgar were negative, he added.
Nur dass hier niemand wegen schlechten Englischkenntnissen den Inhalt nicht mitkriegt:Die haben bei Routinetests am Samstag ein asymptomatisches infiziertes Mädchen gefunden.
Mit anderen Worten: Die haben Routinetests, um asymptomatische Patienten zu finden. Strike 1.
Am Sonntag hatten sie einen Krisenplan zusammen, und haben innerhalb von zwei Tagen einmal von allen viereinhalb Millionen Bewohnern Samples eingeholt. Strike 2.
Und von diesen Samples sind bei der Hälfte schon die Ergebnisse da gewesen am Montag. Strike 3.
Währenddessen in Deutschland: Meldewesen geht nicht weil Faxpapier alle. Gesundheitsamt ruft Bürger dazu auf, selber ihre Kontakte zu informieren.
Gehen wir mal für einen Moment als Gedankenspiel davon aus, dass die nichts bringen. Die positiven Effekte überwiegen doch immer noch!
Ich jedenfalls habe einen regelrechten Glückshormonausstoß, wenn ich einen öffentlichen Raum betrete, und alle haben eine Maske auf. Das sagt mir:
Wenn ich mir überlege, wieviel Zeit ihres Lebens die Leute da draußen für sinnloses Zugehörigskeitssignalisieren verschwenden! Sportvereine, Parteienzugehörigkeit, Brustkrebs-Awareness-Anstecker, und ja, auch politische Demonstrationen! Am Ende sind das alles Gesten und das Befriedigen eines Sehnens nach Zugehörigkeit.
Das könnte man jetzt alles kostenlos haben. Ganz nebenbei. Einfach Maske aufsetzen und fertig.
Und wenn wir das Gedankenexperiment jetzt wieder in die Realität zurückholen, wo wir verdammt nochmal wissen, dass Masken die Übertragung behindern, dann werden die positiven Effekte noch besser. Stellt euch mal vor, wir würden einfach alle Masken tragen, und dann wäre in den Nachrichten wieder Raum für wichtige Dinge, nicht immer und überall bloß Corona-Weltuntergangsticker. Wir müssten im Fernsehen nicht mehr ständig den Söder sehen! Wir könnten uns um wichtige Dinge kümmern wie dass der Merz keinen Fuß auf den Boden kriegt.
Ich verstehe es echt nicht. Ich sehe einfach überhaupt keine negativen Aspekte an den Masken. Bisschen unbequem auf Dauer, aber auf Dauer müssen die meisten von euch gar nicht draußen sein.
Ich hab mich die Tage mit einem Nerd-Kumpel aus Belgien unterhalten. Der meinte, er habe seit März seine Wohnung nicht mehr verlassen. Lässt sich alles liefern.
Die Leute, die jetzt alle gegen Masken wettern, sind keine Nerds. Nerds haben einen Zugang zu Mathe. Die haben sich die Wahrscheinlichkeiten angeguckt, haben Risiko = Eintrittswahrscheinlichkeit mal Schadenspotential ausgerechnet, und mit ihren Kosten für Abwehrmaßnahmen verglichen, und bleiben jetzt halt drinnen oder tragen Masken. Zumal es so aussieht, als ob der Schaden nicht zuverlässig reversibel ist. Die Zukunft wird den Nerds gehören, denn die werden diesen Scheiß unbeschadet überleben.
Irgendwann werden wir darüber reden müssen, wieso das Solidarsystem eigentlich die Krankenhauskosten für Covid-Maskenverweigerer übernehmen soll, oder für Impfgegner. Denn ich sage euch: Wenn das mal jemand ausrechnet, wieviel unsere Beiträge sinken könnten, wenn man da einfach mal die Ideale des Humanismus kurz vor die Tür bittet, dann gibt es in diesem Land ein Blutbad.
Zu den Mutanten-Schalentieren sei noch anzumerken, dass es auch in Berlin Populationen davon gibt, und zwar in der Krummen Lanke und im Schlachtensee.Hatte ich beides überhaupt nicht mitgekriegt, und ich wohne in Berlin! (Danke, Andreas)Und das ist übrigens nicht die einzige invasive Krebs-Art in Berlin: seit einigen Jahren hat es sich der rote amerikanische Sumpfkrebs im Tiergarten heimisch gemacht. Die müssen seitdem jährlich befischt werden, dieser Artikel spricht von 39000 Krebsen:
Wer sich über die ganzen Details der Geschichte informieren will, kann das bei Matt Taibbi und Katie Halper tun (das erste Drittel der Sendung, ca. 20 Minuten).
Ich fasse mal fies kürzend zusammen: Die Ukraine ist nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion genau wie Russland in den Händen krimineller Banden. Eine davon ist Burisma, ein Stromkonzern. Die Staatsanwaltschaft, ebenfalls in den Händen der organisierten Kriminalität, fährt eine Schutzgeldnummer mit den anderen Kriminellen.
Die Mafia ist aber nicht doof und Burisma stellt vorsorglich für ihren "Aufsichtsrat" einen Haufen von Verwandtschaft von westlichen Staatsmännern ein, Hunter Biden ist einer davon, aber sie haben auch jemanden für die polnische Regierung und einen für das US-Außenministerium unter Vertrag. Die "Berater" kriegen für im Wesentlichen keine Arbeit großzügige Geldberge zugeschoben.
Der Fairness halber sollte ich dazu sagen, dass das auch im Westen üblich ist. Die Aufsichtsräte der Großkonzerne in Deutschland sind auch vollgestopft mit Politikern, die dann einen Anreiz haben, zu hinderliche Regulierung zu verhindern.
Hunter Biden soll dann wohl auf seinen Vater eingewirkt haben, damit der diesen Staatsanwalt wegräumt, der von Burisma Schutzgeld haben wollte.
Das klingt jetzt alles nicht weiter unglaubwürdig für mich. Genau so würde man das machen, wenn man Mafiaboss in der Ukraine ist.
Aber diese Laptop-Nummer ist Bullshit, sorry. Das ist Parallel Construction. Irgendwelche Abhörapparate irgendeines Geheimdienstes werden E-Mails abgefangen haben, und jetzt erzählen sie uns einen vom Pferd mit dem Laptop.
Übrigens ist der Sitz von Hunter Biden in einem Aufsichtsrat in der Ukraine AFAIK weder ungewöhnlich noch anstößig noch illegal. Auch nicht dass er dann auf seinen Vater einwirkt. Wenn der Vater sich von seinem Sohn beeinflussen lässt, wird das langsam unmoralisch, aber wenn alles was der Vater dann tut die Absetzung eines korrupten Staatsanwaltes ist, dann sehe ich da wenig Anlass zu großen Anti-Korruptions-Reden.
Außer wir sehen es jetzt plötzlich negativ, wenn die USA die Souveränität anderer Staaten verletzten. Hab ich da das Memo nicht gekriegt? Wenn das so ist, dann können wir ja mal über Ramstein reden (wo übrigens jetzt ein "Weltraumzentrum" der Nato eingerichtet werden soll).
Update: In dem Video machen sie einen interessanten Punkt für die Wahl. Normalerweise sind es die Democrats, die am Wahltag persönlich hingehen, und die Republikaner haben per Briefwahl gewählt. Am Wahltag sehen die Hochrechnungen dann anfangs positiv für die Republikaner aus und im Laufe der Nacht holen die Democrats auf. Dieses Mal ist das wegen Corona anders. Trump hat Briefwahl schlechtgemacht, und Corona macht den Democrats Angst vor persönlich hingehen. Daher wird das dieses Mal vermutlich andersherum sein. Am Anfang sieht es so aus als lägen die Democrats klar in Führung, weil die alle jetzt schon per Briefwahl gewählt haben. Aber die Republikaner gehen am Wahltag persönlich hin und im Laufe der Nacht holen die dann dauf. Außerdem wird es diesmal mehrere Tage brauchen, bevor es ein halbwegs seriöses Zwischenergebnis gibt. Aus Deutschland heraus ist es also nicht sonderlich hilfreich, sich die Nacht um die Ohren zu hauen.
Ihr werdet ja mitgekriegt haben, dass die USA sich in einem Zustand befinden, den man als Race War bezeichnen könnte. Black Lives Matter betrifft da nur die Spitze des Eisbergs. Schwarze haben eine deutlich geringere Lebenserwartung und sind viel häufer im Gefängnis als andere. Guckt euch nur mal hier die Grafik an, wie wahrscheinlich es ist je nach Hautfarbe, mindestens einmal im Leben im Gefängnis gewesen zu sein. Die Grafik ist alt. Neuere Grafiken sehen nicht besser aus.
Ursächlich dafür ist der War on Drugs und die Criminal Justice Reform von 1994, in der Dinge wie Three Strikes (automatische lebenslange Haft nach der dritten Straftat) und Mindeststrafen eingeführt wurden. Hier ist die Liste. Auch darauf: Todesstrafe für 60 zusätzliche Vergehen. Abschaffung von Pell Grants für Gefangene (damit konnten sie Hochschulbildung erlangen). etc.
Dieses Gesetz hat Joe Biden geschrieben und durch das Parlament gebracht.
Wenn es also eine Person gibt, die die Hauptschuld an den Zuständen in den USA gerade trägt, dann ist es Joe "freundlicher Großvater" Biden, der sich vorher jahrzehntelang als knallharter Law and Order Faschist zelebriert hat. Es gibt Videos. Seht selbst.
Er hat auch bis zu diesem Präsidentschaftswahlkampf nie Zweifel daran gelassen, dass er nach wie vor hinter seinem Gesetz steht. Jetzt dreht sich das ein bisschen. Das Gesetz findet er immer noch gut, aber wie die Bundesländer (!) das umgesetzt haben (!!), da sieht er das eine oder andere Problemchen.
Und so haben wir gerade die paradoxe Situation, dass ein habitueller Lügner und Blender und inkompetenter Totalversager wie Donald Trump der Kandidat ist, der mit höherer Wahrscheinlichkeit den Race War beenden wird.
Aus meiner Sicht sind beide Kandidaten sind völlig unakzeptabel.
Joe Biden sieht Julian Assange übrigens als "High-Tech Terrorist", nicht als Journalist oder Whistleblower. Falls jemand dachte, wenn Biden gewinnt, dann hat für Assange das Leiden ein Ende. Joe Biden steht auch für Crypto-Backdoors und den Clipper Chip. Eines muss man dem lassen. Sein Tun hat Kontinuität.
Wer da Präsentationen hochladen darf, hat Admin-Zugriff.
Update: Hanno Böck hat den Bigbluebutton-Leuten das im Mai (!) gemeldet. Seit dem sitzen die darauf. Stellt sich raus: Man kann da ne Präsentation hochladen und der Server öffnet das dann in Libreoffice. Lasst mich da völlig klar ansagen: DAS IST EINE FURCHTBAR SCHLECHTE IDEE. Dass das Projekt diese Idee überhaupt implementiert hat, ist für mich ein Zeichen, dass ich nie wieder mit Software interagieren will, bei der diese Leute Teil der Entscheidungsfindung waren. Die sind fürs Leben verbrannt. Das ist ungefähr so schlau wie im Winter einen Krieg gegen Russland zu starten. Nicht nur offensichtlich eine schlechte Idee sondern da sind sogar schon vorher andere mit auf die Fresse geflogen. Diese Officeformate sind eine einzige Schlangengrube und die Wahrscheinlichkeit, dass das irgendjemand anständig implementiert kriegt, ist sehr nahe an Null. Aber in diesem Fall musste gar kein Exploit her, denn die Dateiformate haben (völlig ohne Not, möchte ich anmerken!) ein Feature, über das man externe Ressourcen über eine URL einbinden kann. Da kann man natürlich auch eine file://-Url nehmen und sich beliebige Dateien auf dem Server anzeigen lassen.
Vom Niveau her ist das absolut am unteren Ende der Skala. Tiefer sinkt nur Cisco mit ihren ständigen Hintertüren und "vergessenen, versehentlich hart einkodierten Passwörtern".
Da kriegt also ernsthaft eher der Mond 4G als Brandenburg. Kapitalismus im Endstadium!
Allerdings, das gesagt habend: AMD hat jetzt mehrere CPU-Generationen lang ihre Versprechen eingehalten. Wenn sie also diesmal 20% Performance-Schub versprechen, bin ich geneigt, ihnen das zu glauben.
Das Bemerkenswerte ist, dass wir hier von Single-Core-Performance sprechen, die so viel hoch ging. Und das ist mal echt bemerkenswert. Gut, Intel hat auch gerade 20% Performance versprochen, aber da war der Vergleichswert die Produkte von vor 5 Jahren. Bei AMD sind des die von vor einem Jahr. Bei Intel kommt das Gros durch eine Strukturverkleinerung, was der Industrie seit mehreren Jahrzehnten den Arsch rettet.
AMD hat die 20% ohne Strukturverkleinerung hingekriegt.
Das ist mal echt ganz doll krass. Gut, man könnte jetzt sagen, hey, dann war der Zen 2 wohl ziemlich kacke designed, wenn man da mal eben noch 20% mehr rausholen kann, aber das greift zu kurz.
CPU-Design ist ein Tradeoff. Intel hat gesagt, die Performance pro Core ist wichtiger, weil es da draußen so viel unparallelisierte Gammelsoftware gibt. Daher haben sie große Monolithen gebaut, die halt die heutige Technik an ihre Grenzen stoßen lassen, und zwar auf jedem Schritt der Herstellung. Dazu kommt, dass man ja nicht einzelne Chips herstellt sondern man belichtet einen Wafer, das sind dünne Scheiben. Typischer Durchmesser von sowas ist aktuell 30cm, und die sind rund. Je größer die Chips, desto weniger kriegst du auf einen Wafer, und desto mehr sind am Rand Fetzen, die keinen ganzen Chip mehr ergeben haben. Ist wie wenn man Kekse aus Teig herausschneidet, nur dass man den überbleibenden Wafer nicht einfach neu kneten kann sondern das ist dann halt Ausschuss. Schlimmer noch: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Chip auf einem Wafer kaputt belichtet ist, steigt kubisch mit der Chipgröße.
Intels Monolithen-Ansatz ist also sehr teuer und hat eventuell bei experimentelleren Herstellungsmethoden wie 7nm so viel Ausschuss, dass sich der ganze Prozess nicht lohnt weil praktisch nur Ausschuss bei rüber kommt.
AMDs Ansatz war, lieber mehrere kleinere Teile zu bauen, und aus denen dann auf dem Prozessor eine Art Netzwerk zu bauen. Das hat den Vorteil, dass die Herstellung viel billiger ist und man viel weniger Ausschuss hat und mehr Teile pro Wafer kriegt, aber es hat den Nachteil, dass Kommunikationen zwischen den Teilen einer CPU mehr Latenz haben. Ob das ein Problem ist, hängt von der Workload ab.
Was man jetzt aber wissen muss an der Stelle: Wenn du einen länger laufenden Job hast, der nicht parallelisierbar ist, dann schiebt Windows den immer zwischen den Kernen hin- und her. Die Idee ist, dass so die Hitze nicht nur an einer Stelle produziert wird sondern sich das ein bisschen verteilt. Das ist sinnvoll. Aber es ist halt kacke, wenn dann die Daten vom Cache aus dem 1. Kern in den Cache aus dem 2. Kern geschoben werden müssen, und dabei dann die Latenzen auftreten, die der AMD-Ansatz halt benötigt.
Ein Großteil der 20% Performancegewinn jetzt kommen genau von der Reduktion dieser Latenz. Einmal hat AMD da irgendwas getrickst, und einmal packen sie jetzt 8 statt vorher 4 Kerne auf ein Chiplet.
Bemerkenswert ist, dass 8 Kerne auf einem Chiplet ja das auch das ist, was Intel in seinen Monolithen hat. Aber zu einer CPU gehört heute eben noch mehr Kram, der bei AMD auf einem separaten Chiplet ist. Unter dem Strich wird die größere Fläche aber auch bei AMD die Kosten hochtreiben.
Warum der Preis jetzt nicht so krass hochgeht wie man befürchten könnte liegt daran, dass der 7nm-Prozess nicht mehr so frisch und experimentell ist wie bei den vorherigen Zen-Generationen, da ist der Ausschuss offenbar jetzt so gering, dass man das machen kann.
Wenn ich Intel wäre, wäre ich jetzt jedenfalls handfest in Panik. AMD war ja eh schon in praktisch allen Bereichen vorbeigezogen, und jetzt sind sie auch noch in den verbleibenden Bereichen vorbeigezogen. Und zwar so deutlich, dass sie es nicht mehr nötig haben, massiv billiger als Intel zu verkaufen. Das alleine sollte ein Grund für Panik bei Intel sein.
Bei Intel sieht es gerade nicht nur so aus, als seien sie mit heruntergelassenen Hosen erwischt worden, sondern auch die Roadmap macht keine Hoffnung aus Besserung. Der Paper Launch die Tage war jedenfalls mehr als peinlich fand ich.
Und Hut ab vor AMD. Hoffentlich wir der Launch der nächsten GPU-Generation, der ebenfalls kurz bevor steht, auch so ein Triumph wie sich hier für die CPU-Sparte ankündigt. Erste Gerüchte deuten an, dass AMDs nächste Generation mit Nvidias aktuellen Flagschiff-Modellen gleichzieht.
Wenn man sich vor Augen hält, was für eine geradezu verschwindend winzige Frickelbude AMD im Vergleich zu Intel (und Nvidia!) ist, ist es absolut atemberaubend, wie viel Gegenwind die denen machen.
Wenn doch nur Mozilla ein Management von AMDs Kaliber hätte.
Update: Lauter Klugscheißer schreiben mir jetzt, dass das 8 Kerne pro CCX sind, nicht pro Chiplet. Stimmt. Hab ich verkackt. Ändert aber inhaltlich nicht viel an den Schlussfolgerungen :). Es heißt im Wesentlichen, dass die Teile bei AMD nicht größer werden durch die Änderung, nur anders aufgebaut. Der Satz oben mit "wieso wird das dann nicht teure" kann also weg.
Nvidia hat ja vor ein paar Jahren aufgehört, Grafikkarten zu bauen, die für Spieler attraktiv sind. Kein Wunder, denn in den beiden finanziell relevanten Segmenten, Unten und Mitte, haben sie Intel und AMD aus dem Markt gepreist. Und das Oberklasse-Segment ist eher sowas wie Formel 1 für Autobauer. Da versenkt man PR-Kohle rein. Das rechnet sich aber nur, wenn man in den anderen Marktsegmenten konkurrenzfähig ist. Statt für Gamer hat Nvidia versucht ihre Karten für KI attraktiv zu machen. Leider ist das alles bisher eine ziemliche Bruchlandung geworden.
Aus dem "selbstfahrendes Auto"-Segment musste sich Nvidia ganz zurückziehen, und die anderen KI-Geschichten tragen keinen Massenmarkt-Appeal. Nvidia sucht also händeringend nach PR-Argumenten, wieso Privatanwender unbedingt KI brauchen. Ihr aktueller Entwurf: Videokonferenzen!1!! Ja, äh, nee, klar. Ich schäm mich ja ein bisschen dafür, wie wenig Substanz die sich aus dem Arsch gezogen gekriegt haben.
Ich würde ja aus Gerechtigkeitsgründen auch was von Golem verlinken, aber die haben sich hinter einer derartig nervigen Nerv-Cookiewall verbarrikadiert, das kann man niemandem zumuten.
Der Lacher ist ja auch, wieso Nvidia bei KI gelandet ist. Eigentlich waren Grafikkarten mal die große Hoffnung für Supercomputer und numerische Simulationen. Die hätten aber häufig gerne lieber doppelt-genaue Fließkommazahlen. Die hat Nvidia bei ihren Konsumenten-Karten absichtlich lobotomiert, damit die Leute gezwungen sind, ihnen für absolute Freudenhauspreise ihre "professional"-Karten abzukaufen. Viele haben das getan. Viele aber auch nicht. Und ein Massenmarkt ist das auch nicht.
Die andere Anwendung für parallele Arithmetik mit hohem Durchsatz neben numerischen Simulationen sind neuronale Netze. Oh ja, und Computergrafik. Aber aus dem Markt zieht sich Nvidia ja offenbar zusehends zurück. Jedenfalls war ihre letzte Generation von Grafikkarten für den Konsumentenmarkt so teuer wie ein paar Jahre vorher die "professional"-Karten für Simulationen. Die haben so krass an der Preisspirale gedreht, dass sich nur noch Superreiche überhaupt ihre Karten leisten können. Also in den Segmenten jetzt, wo man Nvidia-Karten kaufen würde, weil es keine billigere und schnellere AMD-Karte gibt.
Ich frage mich daher jedes Mal, wieso in Vergleichs-Grafiken sowas wie die Titan-Reihe überhaupt auftaucht.
Die Grafikkarten sind übrigens deshalb so teuer, weil ja irgendwer auch die Eskapaden im KI-Sektor bezahlen muss, und so Aktionen wie "wir kaufen mal eben ARM", und hey, wieso nicht die doofen Deppen aus dem Massenmarkt zahlen lassen, die KI gar nicht nutzen?
Oh warte, doch. Für ... *papierraschel* Videokonferenzen!1!!
Update: Nachschlag zu Nvidia: Deren aktueller Ampere-Launch stellt sich wenig überraschend als Paper Launch heraus. Nur dass Nvidia so tut, als sei das doch lieferbar, während Intel nicht mal so tut, als gäbe es eine Desktop-Version in absehbarer Zeit. Dass ausgerechnet Intel mal in einem Vergleich wie die integerere Firma aussieht, das hätte ich mir auch nicht träumen lassen. Intel, wir erinnern uns, das waren die, die ihre Compiler (die übrigens richtig Geld kosten!) absichtlich lobotomiert haben, damit sie auf AMD-CPUs lahmen Code generieren. Intel, wir erinnern uns, waren die mit den ganzen spekulativen Bescheiß-Technologien zur Performance-Optimierung, die sich jetzt der Reihe nach als Sicherheitsproblem herausstellen. Intel, wir erinnern uns, waren die, die den Markt mit Werbe-Subventionen geflutet haben, aber nur, wenn die beworbene Produktlinie keine Mitglieder mit AMD-Prozessor hat. Und DIE sehen jetzt weniger schlecht aus als Nvidia. Das ist eine beachtliche Leistung auf Seiten von Nvidia.
Update: Das ist nicht die erste schwachsinnige Idee, mit der Nvidia Gamern KI überhelfen will. Es gibt auch schon Hochsampling mit KI und Bildverbesserung mit KI und bestimmt noch ein paar mehr Dinge. Die Zeiten, wo Nvidia performanterer Hardware gebaut hat, sind offenbar echt vorbei.
Update: Das war jetzt missverständlich ausgedrückt. Nur weil ich finde, dass Intel und AMD Nvidia aus dem Markt rausgepreist haben, heißt das nicht, dass sie da nichts mehr verkaufen. Das sind alles Depp ... edle Spender, die ihr Geld für die KI-Forschung verschenken! Also gut, eher nicht so für die Forschung nach KI-Durchbrüchen, eher die Forschung nach Bullshit-Begründungen, wieso ihr alle KI in euren Grafikkarten braucht. Aber hey, der Unterschied macht es ja offensichtlich nicht weniger unattraktiv für die Leute, die immer noch Nvidia Geld hinterherwerfen.
Anyway, Last Week Tonight hat dann noch eine Followup-Folge über Murray gemacht mit einer tollen Musical-Nummer am Ende.
Dieser Murray ist aber auch echt ein Unsympath, wie er im Buche steht. Als seine Bergbaufirma noch nicht pleite war, hat er sein Leben lang dagegen gekämpft, dass Minenarbeiter mit Staublunge Entschädigung erhalten.
Ihr ahnt vermutlich schon, wo diese Story hingeht. Ja, richtig! Murray hat gerade Staublungen-Staatshilfe für sich beantragt.
Hmm, erst kriegen die ganzen Covid-Leugner Covid, dann kriegt der Staublungen-Villain Staublunge, ... was kommt als nächstes? Die Verantwortlichen von SPD und Grünen verlieren ihre Rentenansprüche und müssen von Hartz IV leben?
Ich habe dazu ja schon Stellung bezogen, dass ich die Schuld beim Guardian sehe, nicht bei Assange. Aber hey, was weiß ich schon. Vielleicht sollte man da lieber jemanden fragen, der sich mit sowas auskennt. Z.B. diesen Schweizer Professor, dem Mann hinter dem GNU Name System (eine Krypto-PKI für das Überwachungszeitalter) und GNU Taler (ein Krypto-Bezahlsystem für das Überwachungszeitalter). Das hat sich auch die Assange-Verteidigung gedacht und den Mann als Sachverständigen geladen, wo er ausgesagt hat, was ich gerade schon gespoilert hatte: Nicht Assange hat Menschenleben gefährdet sondern der Guardian-Journalist, der das Passwort veröffentlicht hat, nachdem Assange die verschlüsselte Datei nicht mehr wegmachen konnte, weil die schon von Gott und der Welt gespiegelt worden war.
Update: Wer meine (etwas nuancierteren) zeitgenössischen Ausführungen von 2011 nochmal lesen will: Hier sind sie. Damals war noch nicht klar, wie sie aus dieser ganzen Lügengeschichte Julian einen Strick drehen werden. Heute halte ich Julian rückblickend für den am wenigsten Schuldigen in der ganzen Mischpoke. Der Leigh vom Guardian kann sich noch auf in dubio pro reo und massive unverzeihliche Inkompetenz rausreden. Aber in der Zwischenzeit ist die Aussage von Jakob Augstein bekannt geworden. Augstein berichtet, dass Assange Wind davon gekriegt hatte, dass Der Freitag gerade plante, der Öffentlichkeit zu verraten, dass die obskure Kapitelüberschrift aus dem Leigh-Buch eine Passphrase ist, mit der man die Insurance-Datei öffnen kann. Daraufhin rief Assange bei Augstein an, und flehte ihn förmlich an, das nicht öffentlich zu machen, denn das könnte Menschenleben unter namentlich genannten US-Informanten kosten.
Augstein (Herausgeber des Freitag) hat daraufhin dem Assange ins Gesicht gelogen, er würde schon nichts publizieren, das Informanten gefährden würde. In dem Sinne, dass er nicht selbst Namen aus den Cables veröffentlicht hat, meinte er wohl (Finger hinter dem Rücken kreuz). Aber dass das eine Passphrase ist und man damit die Cables öffnen kann, das hat er eben doch publiziert. Damit ist aus meiner Sicht rückblickend völlig klar, dass der Täter Jakob Augstein war und weder Leigh noch Assange. Assange hat sogar im Gegenteil zu verhindern versucht, dass Informanten der US Army ans Messer geliefert werden.
Auf ein Dementi von Daniel Domscheit-Berg warte ich übrigens immer noch, dass nicht er dem Freitag verraten hat, dass das a) eine Passphrase und b) zu den Wikileaks-Cables und c) in der Zwischenzeit weitweit kopierten Insurance-File ist. Der Freitag war damals Daniels Medienpartner bei dessen Anti-Wikileaks "Openleaks".
Wenn es in dieser ganzen Sache einen positiven Aspekt gibt, dann dass der Freitag sich damals in den Freitod gestürzt hat. Ich kann mich seit dem an keinen einzigen Zeitpunkt erinnern, wo die wieder Teil des öffentlichen Diskurses gewesen wären. Ich schrieb damals, dem Freitag würde dann ja wohl niemand jemals wieder was leaken. Ich glaube das ist auch genau so gekommen.
Update: Detail am Rande: Das Pentagon hat eine Task Force mit 120 Fachkräften gegründet, um einen Toten zu finden, den man Assange in die Schuhe schieben kann. Die fanden keinen einzigen. Nicht einen! 120!!
Nicht wegen seiner politischen Inhalte, nein, fossile Energien sind in der SPD ja auch heute noch konsensfähig (siehe auch Gazprom-Gerd mit seinem "Grünen"-Sidekick Pipeline-Joschka). Clement war übrigens auch der "Super-Minister" unter Schröder, der die Hartz-Reformen umsetzte.
Aber rausgeflogen ist er, weil er dazu aufrief, ihre Kandidatin nicht zu wählen. Das ist der einzige "Wert", den die SPD kennt. Nibelungentreue zu den aktuellen "Hoffnungsträgern", bis sie dann bei der Wahl krachend durchfallen, weil die Gegenstimmen unterdrückt wurden. Dann stellt man einfach schnell den nächsten Hoffnungsträger auf. Ich erinnere mich schon gar nicht mehr an die ganzen Namen der Hoffnungsträger, so schnell verschleißen die die.
Aber es geht hier ja nicht um die SPD gerade.
So ein Typ war der Clement, und so haben sie ihn behandelt. Wenig überraschend kommen die Nachrufe in der Tagesschau auch alle von CDU und FDP. Die meisten Nachrufe bleiben wie in der Politik üblich unkonkret bis nebulös. Steinmeier nennt ihn einen "überzeugten und überzeugenden Demokraten" (Wie, die anderen alle nicht?!) und die Merkel spricht immerhin die Hartz-Reformen an (klar ist die CDU da froh, dass das jemand anderes gemacht hat und jetzt die ganze Wut abkriegt). Die FDP drückt dem armen Clement nachträglich noch den größten Giftdolch zwischen die Rippen, den sie finden konnten:
Ebenfalls über Twitter drückte FDP-Chef Christian Lindner die Trauer seiner Partei aus. "Als Sozialliberaler setzte er sich Zeit seines Lebens für sozialen Aufstieg, Arbeit und Wachstum ein."Mit anderen Worten: Ideologisch war das ein FDPler. Der muss sich in der Hausnummer geirrt haben, als er in die SPD eintrat.
Update: OK, formaljuristisch ist er nicht aus der SPD rausgeflogen sondern selbst gegangen.
Ein bisschen peinlich war dann, dass Twitter in einem Statement schrieb, sie hätten ja vor dem Produktiv-Schalten den Algorithmus auf Biases getestet. Ich musste spontan an den Bullshit-Slogan aus der Werbung denken, irgendein Kosmetikum sei "dermatologisch getestet". Ja, äh, das reicht nicht. Das Ergebnis muss auch gut sein!
Ich poste das jetzt erst, weil jetzt eine Verbindung zu Deutschland existiert. Ihr müsst wieder auf alle Vorschaubilder klicken, um den Effekt zu sehen und nicht nur das Ergebnis.
Update: Das betrifft übrigens auch Michael Jackson und die Vim-oder-Emacs-Frage :-)
Update: Spaß am Rande: Trumps Selbstbräuner hat ihn für Twitters Algorithmus weniger attraktiv gemacht als Kamala Harris, der man ja am rechten Rand schon länger nachsagt, sie hätte ihre Hautfarbe mit Kosmetik gezielt aufgehellt, um wählbarer auszusehen. Ob das jetzt stimmt halte ich ja für zweifelhaft, aber dass besonders in asiatischen Kulturen wie Indien "Skin Lightening" eine viel gefragte Kosmetik-Sparte ist, ist ein Fakt. Sogar bei uns gibt es auf Amazon Hunderte von Treffern, wenn man nach Skin Lightening Cream sucht.
Update: Ein Leser weist darauf hin, dass Hautaufhellung mit (schädlichen) Kosmetika auch in Afrika ein Trend ist.
Aber wartet mal. Haltet da mal im Geiste diese Meldung daneben. Ich zitiere:
Die Bundesregierung hat nach Recherchen der ZEIT mit einer Milliarden-Offerte versucht, die umstrittene Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zu retten.ACH WATT. Für eine verfickte Pipeline habt ihr ne Milliarde locker, aber bei 1500 Flüchtlingen muss der Innenminister ins Fernsehen, um die Aufnahme zu verteidigen? Die Pipeline, wohlgemerkt, die nicht uns nützt sondern den Russen? Wir haben das Erdgas auch vorher gekriegt, nur haben halt die Ex-Sowiet-Staaten auf dem Weg Erdgas abgezwackt, das Russland dann halt nachpumpen musste, um uns unser bestelltes und bezahltes Kontingent zukommen zu lassen. Nicht WIR brauchen diese Pipeline. Russland braucht diese Pipeline. Das müsste mir auch noch mal jemand erklären, wieso wir da überhaupt Geld reinstecken.
Am Rande: Um die Wegelagerer in der Mitte auszubooten geht die Pipeline durchs Meer. GANZ tolle Idee für den Umweltschutz! Wann hat jemals jemand von Lecks in Pipelines gehört?
EuGH: Zero Rating verletzt Netzneutralität
No shit, Sherlock! Habt ihr das ganz alleine rausgekriegt?
Die finden ja alles raus, sage ich euch. Alles!
Der EuGH hat damit nach eigenen Angaben erstmals die Unionsordnung ausgelegt, mit der die Netzneutralität festgeschrieben wird.Wieso war das eigentlich nötig, dazu ein Gericht anzurufen?
Berlin, fuck yeah!
Hey, so wie wir hier unsere Infrastruktur kaputtmachen, wieso sollte da ausgerechnet das Notfallwarnsystem nicht betroffen sein?
Update: Ah, stellt sich raus, das sollte so. Die haben das mit den Sirenen gar nicht erst versucht. Die Warnung ging nur über die app raus, die niemand installiert hat. Na ein Glück, dass wir das mal getestet haben!1!! Ich hab hier jedenfalls nichts mitgekriegt von einem Test.
Es wäre natürlich überhaupt gar kein Problem gewesen, neben der App auch einfach einmal den Cell Broadcast zu bespielen. Das haben alle Endgeräte eh eingebaut.
Update: Den schönsten Tweet dazu hat Heise ausgegraben: Der Deutsche Gehörlosenbund sagt, er habe nichts gehört. LMAO!
Tja, wer hätte gedacht, dass Medienkompetenz nochmal wichtig sein würde? Hätten wir doch nur ein Blog gehabt, was das trainiert!
Ich für meinen Teil bin ja schockiert, dass Leute, die Bullshit-Theorien wie dass Bill Gates uns alle chippen will glauben, dann auch einfach Bullshit-Theorien in die andere Richtung glauben würden!!1! Damit konnte ja wohl NIEMAND rechnen! Man muss sich fast fragen, wieso die Geheimdienste das nicht schon längst zur Meinungskontrolle einsetzen!!1! Oooooooh...
Von der gleichen Datenbasis, die auch Bing Maps benutzt.
Nun, so eine Datenbasis zu unterhalten ist aufwendig und teuer. Microsoft gibt da schon Geld für aus, aber Bing Maps hat gegenüber Google Maps deutliche Aktualitätsnachteile.
Was passiert jetzt? Die Flugsimulator-Fans fixen die Datenbasis von Bing Maps, damit ihr Simulator besser aussieht.
Ob das die ganze Zeit der Plan war? Wir lassen die Leute da draußen unsere Arbeit kostenlos für uns machen, und sie bezahlen sogar noch für den Flugsimulator? :-)
Das Money Quote dazu kommt aus dem ehemaligen Nachrichtenmagazin:
Der US-Rechtsanwalt, Umweltaktivist und Impfgegner Robert Francis Kennedy Jr., Neffe des US-Präsidenten John F. Kennedy, wandte sich in seinem Redebeitrag gegen den Aufbau des 5G-Mobilfunknetzes, warnte vor einem Überwachungsstaat und attackierte in diesem Zusammenhang unter anderem Microsoft-Gründer Bill Gates.Totalitarismus! Diese Scheiß Salonrevoluzzer immer aus den USA. Tyranny and Oppression! Wer hat den überhaupt einreisen lassen? Ich dachte da gibt es gerade Beschränkungen, weil die USA ein Seuchenherd sind!Unter Verweis auf den berühmten Berlin-Besuch des US-Präsidenten Kennedy im Juni 1963 sagte er, sein Onkel sei damals nach Berlin gekommen, weil in der Stadt die Front gegen Totalitarismus verlaufen sei. "Heute ist Berlin wieder die Front gegen Totalitarismus", fügte er an.
Und dann spricht er auf der Demo, die der Staat nicht verhindert gekriegt hat, obwohl sie alle Register gezogen haben. Einen klareren Fall von Totalitarismus hatten wir lange nicht mehr!11!
Wisst ihr, was wir hier brauchen? Mehr Schusswaffen!
Wisst ihr, ich mache mir auch Sorgen vor Totalitarismus. Aber nicht wegen der Covid-Beschränkungen (mit denen ich auch nicht 100% einverstanden bin) sondern wenn ich Reichsbürger vor dem Reichstag die Fahne des Deutschen Reichs hissen sehe. Das finde ich viel bedrohlicher als die Cops, die im Übrigen nicht mal ihre Wasserwerfer am Start hatten gegen die Covidioten. Die Wasserwerfer waren natürlich bei den Gegendemos.
Der Müller hat sich jetzt entschieden, dass er gerne in den Bundestag will. Wahrscheinlich weil die SPD auf Landesebene so gut wie abgewählt ist und er da als "Sieger" gehen will, nicht als abgewählter Bürohengst.
Der steht inhaltlich auch nicht für gar nichts, sondern der hat z.B. den Mietendeckel zu verantworten. Ob der jetzt gut oder schlecht ist, das müsst ihr euch selbst überlegen. Man könnte sagen: Immerhin hat er mal was ausprobiert und nicht immer nur Reden geschwungen.
Gut, aber in welchem Wahlkreis soll sich der Müller aufstellen? Wohnen tut er in Tempelhof, aber da kandidiert bereits Juso-Papiertiger Kevin "DAGEGEN!!1!" Kühnert, in der Presse in letzter Zeit ab und zu tragisch mit einem Hoffnungsträger verwechselt. Also hat sich der Müller entschieden, dann halt in Charlottenburg-Wilmersdorf zu kandidieren. Tempelhof wird wohl parteiintern für sowas wie einen "sicheren Sitz" gehalten. Wer da kandidiert, kommt durch. In Charlottenburg-Wilmersdorf hat die SPD aber auch gut abgeschnitten die letzten Wahlen. Charlottenburg-Wilmersdorf ist offenbar der zweitsicherste Weg.
Und was passiert jetzt? Jetzt stellt sich plötzlich Sawsan Chebli auch in Charlottenburg-Wilmersdorf und auch für die SPD auf.
Die Reaktion darauf war fast als wäre der Bürgerkrieg ausgebrochen.
Ich persönlich assoziiere mit der SPD nur negatives, wisst ihr ja, und würde gerne niemanden von der Verräterpartei im Bundestag sehen. Inhaltlich steht der Müller immerhin für was, während ich die Chebli bisher eher als Witzfigur wahrgenommen habe. Jahrelang hat die in der Bundespressekonferenz Realsatire geliefert, wenn Tilo Jung mal was gefragt hat. Da kamen die absurdesten Bullshit-Verrenkungen von ihr. Gut, da kann sie nichts für, aber sie hätte den Job ja nicht annehmen müssen. Danach war sie Staatssekretärin und ist vor allem durch Forderungen aufgefallen, die genau ihr selbst geholfen hätten. Mehr Frauen, mehr Migrationshintergrund, mehr Frauen mit Migrationshintergrund, ein bisschen Woke-Blablah, sonst fällt mir gerade inhaltlich nichts ein, wofür die steht. Oh ach ja, und sie hat Leute verklagt, die im Internet böse Dinge über sie gesagt haben.
Bei mir persönlich würde das also eher keine Begeisterungsstürme auslösen, wenn die jetzt in den Bundestag einzieht. Aaaaaber. Wie die SPD gerade mit ihr umgeht, das lässt echt tief blicken. Das offenbart, wie die Abgeordnetensitze sehen. Nicht als etwas, was man sich erstreitet, und was der kriegt, dem am besten das tut, was die Wähler haben wollen. Nein, nein! Eher etwas, das man erbt, eine Belohnung für braves Partei-Mitläufertum. Der Wähler spielt offenbar überhaupt keine Rolle bei denen!
Die Chebli hat hier noch am ehesten das getan, was meinem Verständnis entspricht, wie das gedacht war. Die hat sich einfach aufgestellt. Der Wähler sollte bitte entscheiden, wer ins Parlament einzieht, nicht innerparteiliche Absprachen und Nepotismus.
Sehe ich auch so. Daher, wenn die SPD schon unbedingt ins Parlament einziehen muss, dann würde ich jetzt lieber ihr den Sitz gönnen. Aber eigentlich finde ich, die SPD muss endlich unter die 5%-Hürde. Nicht mal dafür sind die kompetent genug, das mal zeitnah durchzuziehen.
Jetzt gibt es gerade den lustigen Fall, dass sich die Faktenfinder von der ARD und die Faktenchecker von RT ein Duell um Putin und seine Covid-Impfung liefern. Popcorn!
Für mich klingt das alles nach Rabulistik. Da hat jemand mit der Pinzette die Mikroaxt aus dem Archiv geholt und spaltet damit jetzt Barthaare. Deren Argumentation ist im Wesentlichen, dass der Impfstoff nicht zugelassen sondern lediglich registriert sei, was nicht dasselbe sei, weil nach der Zulassung der Einsatz direkt OK wäre, nach der Registrierung aber noch Tests ausstehen. Peinlicherweise hat auch die russische Botschaft die Putin-Pressemitteilung falsch übersetzt.
Dass die Westmedien ein Interesse daran haben, Russlands Impfstoff madig zu machen, muss ich hier wohl nicht weiter ausführen. Das war ja mehr als offensichtlich in deren Reaktion. Das heißt aber nicht, dass sie nicht in diesem Fall trotzdem richtig liegen können, insofern Vorsicht mit zu schneller Meinungsbildung.
Ich sehe da keinen Zeitdruck auf unserer Seite. Selbst wenn das in Russland zugelassen wäre, beträfe uns das ja nicht. Dass der ARD Faktenfinder da nicht-russische Regularien zitiert, ist m.E. eine unseriöse Propaganda-Nebelwand.
Ich finde übrigens nicht, dass die ARD überhaupt auf den RT-Faktencheck hätte reagieren müssen. Es ist ja nicht so, als ob der an den Fakten etwas geändert hätte, dass hier ein Medikament unklarer Effektivität in einer Krisensituation beschleunigt durch den Regulierungsapparat gepresst wurde. Bei uns gibt es AFAIK auch Sonder-Abkürzungen und priorisierte Abarbeitung bei Medikamentenzulassungen, wenn der Notfall denn groß genug ist. Nicht nur gibt es das, das ist bei Covid aktiv so eingeplant. Ein typisches Medikament braucht Jahre, bis es die Zulassung kriegt. Die Schätzungen für Covid-Impfungen sind unter einem Jahr, und das beinhaltet das Finden des Impfstoffes und die Konstruktion eines Herstellungsverfahrens. Offensichtlich ist hier auch eine massiv verkürzte Regulationsbürokratie fest eingeplant.
Insofern ist der Vorwurf des Westens an die Russen wie üblich eher scheinheilig. Schade, dass der Westen nicht merkt, wie er seine eigene Glaubwürdigkeit mit solchen Aktionen unterminiert.
Das Geschäftsmodell von Fortnite ist, dass das Spiel selbst kostenlos ist, aber die Spieler dann im Spiel Geld für Upgrades ausgeben sollen. Apple (und Google!) haben da ein pauschales Monopol-Schutzgeld in Höhe von 30% verhängt. Wer bei denen im App Store was verkaufen will, muss 30% an Apple oder Google rausbluten. Eine groteske Situation, von der ich mich seit Jahren frage, wieso die Kartellämter da nicht mal mit dem großen Vorschlaghammer draufkloppen.
Jetzt hat Epic jedenfalls den Aufstand gewagt und im Game eine alternative Kaufmöglichkeit für die Gegenstände angeboten, bei der die 30% Kommission wegfallen.
Apple hat umgehend reagiert und Fortnite aus dem App Store geschmissen. Epic hatte für den Fall schon dieses schöne Video produziert, das Apples legendären Anti-IBM-Werbespot aus dem Jahre 1984 referenziert.
Und dann hat Epic noch eine Klage gegen Apple eingereicht.
Nun würde man sich denken, hey, Google ist Konkurrent von Apple, die freuen sich bestimmt, wenn Apple schlechte Presse kriegt. Weit gefehlt! Google hat Epic auch aus ihrem Play Store rausgeschmissen.
Ich hoffe inständig, dass ein Gericht kommt und die Kommission auf sagen wir 0,5% Maximum festlegt. Das ist so eine unglaubliche Frechheit, was Apple und Google da tun, das ist schon lange überfällig, dass das Geschäftsmodell mal entkernt wird.
Der beginnt damit, dass der Protagonist bei seiner Firma rausfliegt, weil er soviel Schreibmaschinenpapier eingekauft hat, dass das 40 Jahre halten würde. Weil man dann Mengenrabatt kriegt.
Ungefähr so muss das auch im Gesundheitsministerium gelaufen sein, nur dass der Spahn noch im Amt ist. Der Bund hat nämlich 250 Mio Atemmasken gekauft und jetzt fällt ihnen auf, dass das mehr Lagerkosten verursacht, als der Scheiß wert ist, und sie würden die gerne verschenken.
Unsere Steuergelder bei der Arbeit!
Finde ich eine gute Idee. Hey, wir haben doch gerade eine Bundesbehörde für Cybersicherheit gekriegt!!1! Mag da nicht mal jemand anfragen?
Denn das wäre aus meiner Sicht das wichtigste, was man auf absehbare Zeit für Cybersicherheit tun könnte. Wenn man den Leuten einen ordentlichen Browser in die Hand gäbt.
Und die Reaktion der Welt war Häme. Ja nee klar, die Russen, völlig unverantwortlich, das kann gar nichts sein, viel zu kurzfristig, so schnell geht das nicht.
Sehe ich übrigens auch so. Sowas braucht Tests, und die haben sie auch nach eigenen Angaben noch nicht alle gemacht. Daher hab ich darüber nicht berichtet. "Wir wissen noch nicht, ob es funktioniert" heißt ja nicht, dass es Bullshit ist. Muss man jetzt gucken, und vielleicht hatten sie ja einen Glückgriff.
Aber darum geht es mir gerade nicht. Heute in den Nachrichten: Heldenhafte amerikanische Corona-Forscher bringen Nasenspray. Da hätte die Reaktion genau so sein müssen, denn inhaltlich ist das vergleichbar unfertig. Stattdessen ... das Gegenteil. Boah geil, Hoffnung, lobet die Amis!!1! Oh und ein Deutscher war auch beteiligt!1!!
Sowas ärgert mich ja sehr, muss ich euch sagen.
Damit ist auch direkt klar, was die für die Sicherheit im Lande tun wird: Gar nichts. Das Verteidigungsministerium kümmert sich ausschließlich um "offensive Security", also um das Einbringen und Ausnutzen von Backdoors und das Kaufen und Ausnutzen von Exploits. Die haben mit Verteidigung soviel zu tun wie Militärmusik mit Musik.
Und das Innenministerium sind die, die Krypto-Hintertüren in eurer Infrastruktur fordern und Staatstrojaner entwickeln lassen. Die haben mit Sicherheit so viel zu tun wie ein Sicherheitsloch.
Ich würde da ja noch mehr schreiben, aber schon die offizielle Meldung der Tagesschau sagt alles, was gesagt werden muss. Seht selbst.
Die Bundesregierung hat die offizielle Gründungsurkunde für eine neue Cyberagentur unterzeichnet. [...] Aufgabe der Behörde ist es, vielversprechende neue Entwicklungen im Bereich der Cybersicherheit zu identifizieren und zu fördern. Die Ergebnisse soll sie der Bundesregierung zur Verfügung stellen und so die innere und äußere Sicherheit verbessern.Achtet mal drauf. Wer kriegt die Erkenntnisse? Nicht die Netzbetreiber, nicht die Infrastrukturbetreiber, nicht ihr. Die Bundesregierung. Und die war bisher an Sicherheitslücken nur interessiert, um sie geheim zu halten und für Einbrüche zu benutzen.
Mit der Agentur werde Deutschlands "digitale Souveränität" gestärkt, hießt es. Die Bundesregierung will bei der Cybersicherheit nicht wie bisher stark auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen sein.Die Bundesregierung war in Cybersicherheitsfragen noch nie auf das Ausland angewiesen. Aus Deutschland kamen die besten Hacker der Welt. Weil man hier kostenlos studieren konnte und während des Studiums Zeit zum Spielen hatte. Das endete erst mit dem Hackertoolverbot. Ich habe denen damals ins Gesicht gesagt, dass sie das bereuen werden, weil ihnen dann keiner der guten Hacker mehr helfen wollen wird. Ihr werdet nicht glauben, was dann passiert ist!1!!
Ja aber komm, Fefe, es kann doch sein, dass auch ein blindes Huhn mal ein Korn findet! Vielleicht haben die ja versehentlich einen Durchbruch! Nun, das halte ich für ausgeschlossen. Seht selbst:
Forschungsdirektor der Cyberagentur ist Christoph Igel. Er war ein führender Kopf am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, bevor er zur Bundeswehr wechselte und jetzt den Aufbau der neuen Cyberagentur übernahm.Ich kenn den Igel nicht. Aber Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz? Das sind genau die, die mit Security NICHTS zu tun haben. KI hat nicht mal am Rande was mit Security zu tun.
Aber wartet. Ignorieren wir das mal. Nehmen wir an, das sei ein wichtiges Institut und die hätten da wichtige Arbeit gemacht. Und dann lässt der sich abwerben? Zur ... Bundeswehr!?!?
Ja, äh, nee. Ich erwartet da nichts. Ich glaube nicht, dass die einen Durchbruch erkennen würden, wenn sie über einen stolpern.
Und das ist auch gut so, denn wenn ich zwei Organisationen benennen sollte, die auf gar keinen Fall einen Durchbruch in "Security" haben sollten, dann wären es das Militär und das Innenministerium.
The Truth Is Paywalled But The Lies Are FreeIch glaube ja, das ist nicht nur Truth and Lies sondern Nachrichten und Meinungen. Nachrichten kosten Geld und Aufwand. Eine Meinung hat jeder und sie kostet nichts. In meiner Phantasie hätte es da zwei Möglichkeiten gegeben: Die Nachrichten kosten Geld und die Meinungen sind kostenlos. Oder: Die Nachrichten sind gemeinfrei und die Analysen kosten Geld.Tatsächlich haben aber die Zeitungen gemerkt, dass man die Leser mit Clickbait und Emotionen bindet und ihnen mehr Werbung reindrücken kann und haben daher von teuren Nachrichten auf billige Bullshit-Meinungsmache umgesattelt. Und jetzt stellen die Zeitungen fest, dass man Meinungen auch kostenlos von Twitter und Youtube kriegt und dafür keiner ihrer Paywall Geld in den Rachen werfen muss. Und dass man Nachrichten kostenlos bei ARD und ZDF kriegt und dafür keiner Paywall Geld in den Rachen werfen muss.
Ich glaube, dass das das eigentliche Dilemma der Zeitungen ist. Die haben alle ihre Redaktionen kaputtgekürzt und durch Buzzfeed-Contentfarmen ersetzt. Und jetzt können sie nicht mal ansatzweise mit ARD und ZDF mithalten, wenn es um Nachrichten geht. Und der Rest von dem, was die so anzubieten haben, ist nichts wert. Hat ja einen Grund, dass niemand Paywall für so Bento/Zett/Buzzfeed-Bullshit gemacht hat. Selbst ohne Paywall will das keiner lesen.
Frühe Krypto-Software wie PGP haben nicht versucht, diese Komplexität zu verbergen. Die haben sich das angeguckt und sind zu dem Schluss gekommen, dass man die Lage nur unsicherer macht, wenn man so tut, als könnte man das in der Software lösen.
Ergebnis: Jahrelanges Herumgeflenne von Vollidioten, dass die Software ja so schwer zu bedienen sei. Man muss neue Konzepte lernen und so!1!!
Also ist moderne Krypto-Software anders. Die macht faule Kompromisse und verbirgt die Komplexität hinter einer Nebelwand aus Lügen und "weitergehen, gibt nichts zu sehen hier"-Bullshit. Am besten noch mit ein paar Dark UI Patterns wie bei Signal, der dir gelegentlich anzeigt, ein Schlüssel habe sich geändert, aber dir nicht sagt, was das bedeutet, und ob du jetzt was tun solltest oder nicht.
Das Problem ist: Da kann die Krypto so geil sein wie sie möchte! Lücken, die das UI aufreißt, kriegt auch der tollste Algorithmus nicht kompensiert.
Nimm z.B. Signal. Signal hat das Key Distribution Problem nicht gelöst. Daher hängen bei denen die Accounts an der Telefonnummer. Was für Auswirkungen hat das, wenn du deine Telefonnummer oder Simkarte verlierst? Das ist dem normalen Anwender überhaupt nicht klar.
Ich will hier nicht Signal bashen, die sind noch einer der besseren Marktteilnehmer. Ich erwähne die hier nur, weil die ein Vorreiter von neuartiger toller Krypto sind.
Nächstes Problem. Sagen wir mal, du baust einen Keyserver auf, wo man seinen Schlüssel höchlädt. Wenn jemand mit mir reden will, holt der sich meinen Schlüssel von dort. Super? Nein! Was wenn der Schlüssel da nicht von mir sondern vom BKA hochgeladen wurde?
PGP hat hier auch keine gute Lösung. Die haben sich gedacht, das wird dem Anwender schon klar sein, dass er Schlüssel von irgendeinem Server aus dem Internet erstmal prüfen muss. Daher gibt es Fingerprints und Signaturen unter dem Schlüssel. Was hat es gebracht? Sobald jemand kam und Gibt-hier-nichts-zu-sehen-UI um Bullshit-Automatismen um die Keyserver gebaut hat, war es plötzlich ein legitimer Angriff, dort einen falschen Key für jemanden hochzuladen, um dessen Kommunikation zu sabotieren. Wenn die Leute alle ihre Keys verifizieren würden, wäre das überhaupt kein Problem. Aber Dark UI hat das kaputtgemacht.
Warum erzähle ich das alles? Nun, Keyserver gibt es auch bei Messenger-Diensten. Und da kann die Krypto so geil sein wie sie will: Wenn du den Key automatisch vom Keyserver holst, kann der dir auch "den BKA-Key" unterschieben und behaupten, das sei der, nach dem du gefragt hattest.
Oder noch besser: Was wenn du Synchronisation anbietest? Dann kann ein Angreifer mal eben eine Weiterleitung an das BKA eintragen bei dir, wenn der kurzzeitig Zugriff auf deinen Account hat, und dann können die alles mitlesen.
Ach komm, Fefe, das ist doch unsubstanziiertes Paranoia-Geraune! Nun, äh, genau das hat das BKA bei Whatsapp gemacht.
Aber hey, solange gemeingefährliche Heulsusen uns die Krypto-Anwendungen schlechtreden, die die Komplexität an den User weiterleiten, damit er sie managen kann, und den Leuten Weitergehen-Apps empfehlen, die die Komplexität hinter Nebelwänden verstecken und den Leuten eine warme Gemütlichkeit vorgaukeln, die nicht da ist, wird diese Art von Problem noch zunehmen.
Update: Das soll kein Signal-Bashing werden hier. Die geben sich immerhin Mühe und sagen dir, wenn sich ein Schlüssel geändert hat. Andere zeigen das nicht mal an, weil es ja "die Bevölkerung verunsichern würde".
Update: Da hab ich wohl einige Leser überfordert. Whatsapp ist Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Das heißt der Server kann gar nicht die alten Nachrichten im Klartext weiterreichen, selbst wenn er wollte, weil die da nur verschlüsselt vorbeihuschen. Wenn man also Synchronisieren will, gibt es zwei Varianten: Entweder man rückt den Schlüssel raus (daher meine Ausführungen oben über Schlüsselaustausch) oder man macht eine Fernsteuerung der Handy-App von dem Browser aus, in welchem Fall man auch ein Zugriffstoken (vulgo: einen Schlüssel) hat, den man dem BKA gibt.
Bin ja mal gespannt, wann es die ersten Zwangskastrationen von Straftätern gibt. Die können sich nicht wehren, "haben es verdient" und haben keine schlagkräftige Lobby, die sie verteidigen würde.
Hey, da könnte man doch auch veganes Essen zwangsverabreichen! Weiß doch jeder, dass Fleisch aggressiv macht!1!!
Wo wir gerade bei freidrehenden Ideologen sind: Die Proponenten der Cancel Culture sind bei "collateral damage builds character" angekommen:
Sind in den USA Menschen zu Unrecht entlassen worden, weil sie gegen "linke Sprachregelungen" verstoßen haben? Vielleicht. Das muss man mit den einzelnen Unternehmen ausmachen. Es gibt keinen Kampf für Gerechtigkeit, der jeden Augenblick gerecht ausgefochten wird.Ja aber echt mal! Die Unternehmen sind Schuld! Was sind die auch so blöde und lassen sich von Twitter-Lynchmobs mit Boykottaufrufen einschüchtern? Wenn denen Free Speech wirklich was wert wäre, dann hätten sie sich hinter die Lynchmob-Opfer unter ihren Angestellten gestellt anstatt sie vor den einfahrenden Hassmob-Zug zu schubsen!1!!
Update: 100 Medienkompetenz-Punkte an die Leute, die jetzt recherchiert haben, ob es schon Kastration im Strafvollzug gibt. "Freiwillige" Kastration gibt es schon, im Gegenzug gibt es Vollzugslockerung (d.h. doch nicht wirklich freiwillig). Und auch in Tschechien gibt es das. Und in Pakistan.
Update: Und natürlich der Fall Alan Turing, klar, aber ich dachte an aktuelle Fälle, damit sich keiner mit "jaja das war damals im finsteren Mittelalter, seit dem sind wir viel zivilisierter geworden" rausreden kann.
Die meinten, das mit dem Internetpranger sehen sie auch als Gefahr, und daher haben sie Prozesse dagegen: Sie schreiben den Namen erst dran, wenn aus ihrer Sicht die Beweislast erdrückend ist.
Das begrüße ich und damit stellt sich das Projekt aus meiner Sicht in einem deutlich besseren Licht dar als ich das hier bisher insinuiert habe. Ich ziehe meine Vorwürfe daher zurück und bitte um Verzeihung.
Vroniplag zeigt ein Problem, das in der Wissenschaft absolut verbreitet ist.
Die sind nur die Spitze des Eisberges.Die Universität ist eine Hochburg des Betrugs. Und der Unfähigkeit. Die Übergänge sind fließend.
Ich sitze in einem Prüfungsausschuss eines Master-Studiengangs und bin ansonsten regelmäßig Prüfer in der Studieneingangsphase. Natürlich mache ich auch Klausuraufsichten (ich sitze gerade in einer und schaue Studis beim Schreiben zu).
In dem (bezahlten!!) Masterstudiengang exmatrikulieren wir eigentlich in jedem Semester zwei oder drei Leute, wobei der Studiengang nicht gerade groß ist.
Ich habe keine Zahlen, schätze aber, dass es vielleicht fünfzig Plätze im Jahr gibt.In der Studieneingangsphase korrigiere ich in jedem Semester mindestens 20 Hausarbeiten (also Prüfungsleistungen, nicht irgendwelche Einreichungen unter dem Semester), ich lege in der Regel mindestens einen, häufig zwei oder drei Fälle dem Prüfungsausschuss zur Entscheidung über das Vorliegen eines Plagiates vor.
Bei den Klausuren ziehe ich pro Klausur mindestens (nein, keine Untertreibung, bei der letzten Klausur waren es drei oder vier) eine Person raus. Die letzte Klausur, bei der es drei oder vier waren, hatte corona-bedingt in meinem Hörsaal vielleicht dreißig oder vierzig Teilnehmende.
Mit anderen Worten: Mein Hellfeld(!) zeigt eine Betrugsrate von durchgängig etwa 10% im Studium, ungeachtet der Phase. Das Dunkelfeld dürfte erheblich größer sein.
Wir schreiben die Klausuren trotz Corona gerade in Präsenz; die umfassenden Hygienemaßnahmen erspare ich Dir. Aber: Wir hatten schon Verdachtsfälle, bei denen wir vermuteten, dass Spickzettel unter dem Mund-Nasen-Schutz versteckt waren, der bis zum Arbeitsplatz zu tragen ist.
Es gibt grob zwei Gruppen an Plagiatsfällen: Die von dummen Leuten, die wir relativ verlässlich rausfiltern. Das sind die, die auch nach mehrfacher Belehrung nicht verstehen, dass sie erstens ohnehin nichts aus der Wikipedia übernehmen sollen, weil die nicht unseren wissenschaftlichen Standards genügt, und zweitens dass sie, wenn sie es doch tun, wenigstens Anführungszeichen drumrum setzen und nen Link dranschreiben sollen.
Ungelogen. Der letzte Fall in dem angesprochenen Master(!) war ein Fall, wo der/die Betroffene zum vierten oder fünften Mal(!!) großflächig aus der Wikipedia kopiert hat. Ungeachtet dessen, dass er damit seine "wissenschaftliche" Arbeit maßgeblich auf einen Wikipedia-Nutzer gegründet hat, über den nicht viel mehr bekannt war, als dass sein Nutzername übersetzt "Mikrowellenofen" bedeutete und dass er vermutlich aus Nordeuropa kam (die Nutzerseite war wirklich dürftig), war das halt ein Plagiat. Er/sie ist dann endlich geflogen. Aber das ist so das eine Ende der Skala und überhaupt nicht selten.
Die meisten Fälle sind dann formale Sorgfaltsverstöße, in den unteren Semestern von der Kategorie "Fußnote gesetzt, aber Anführungszeichen fehlen" oder so. Das ist auch nicht schön, weil es für alle Beteiligten Ärger macht, aber da belassen wir es in der Regel bei einer Verwarnung. Auch, wenn zumindest ich damals in der Schule gelernt habe, wie sowas funktioniert und es doch sehr bedauerlich ist, dass man grundlegendes Wissen über richtiges Zitieren nicht voraussetzen kann. so schwer ist das aber nicht.
Die richtig harten Nüsse sind dann so Aktionen wie "von der tschechischen Seite der EU-Kommission kopiert und über Englisch durch Google Translate gejagt und auf Deutsch eingereicht". Da braucht man dann ein wenig detektivisches Gespür und da geht es dann schon sehr deutlich in Richtung vorsätzlicher Täuschung. Sowas fällt dann vor allem auf, wenn Studis den Fehler machen, dass es zu perfekt wird. Man kriegt irgendwann ein Gespür dafür, wo man genau hingucken muss. Aber letztlich ist man auch da darauf angewiesen, dass man die verdächtigen Stellen erkennt und dann auch noch die Quellen findet.
Insofern: Das Dunkelfeld dürfte sicher nochmal so groß, wenn nicht größer sein, als das Hellfeld.
Und da habe ich dann die Ghostwriter noch gar nicht angesprochen. Das ist auch, ich sage mal: üblich. Ein Studienfreund hat sich so sein Studium finanziert, dass er Leuten bei ihren Hausarbeiten geholfen hat. Er war (jedenfalls hat er das mir gegenüber immer behauptet) wenigstens so anständig, dass er nur Gliederungen durchgesprochen oder Textpassagen redigiert hat, aber keine eigenen Textvorschläge gemacht hat. Es gibt aber auch die, die gegen Geld die Hausarbeiten anderer Leute schreiben. Gerüchteweise soll es sowas z.T. auch bei Klausuren geben.
Die Ghostwriter werben mit Aufklebern an den Laternen rund um die Uni-Gebäude herum.
Wenn der Ghostwriter handwerklich sauber arbeitet und keine Fehler macht (das ist das nächste, es gibt Anekdoten von Studis, die sich ganz empört beschwert haben sollen, dass die Arbeit soviel Geld gekostet habe, die dürfe jetzt nicht so schlecht benotet werden), dann haben wir leider wenig Chancen, das nachzuweisen.
Es gibt sogar Studien dazu; die SZ hat über eine berichtet in der ein Drittel angab, bei universitären Prüfungsleistungen beschissen zu haben.
Warum schreibe ich das alles? Weil ich mit jedem Fall, der auf meinen Tisch kommt, ärgerlicher werde. Denn ich weiß, dass ganz viele Leute mit so einer Scheiße durchkommen und ich für meine Ehrlichkeit und Sorgfalt auch noch bestraft werde, weil ich, wenn ich umfangreiche Fußnotenapparate zu Fuß in Word aufbereite (weil die Journals in meiner Disziplin LaTeX leider für ein falsch geschriebenes Gummiprodukt halten) nämlich auch Lesen oder, noch besser, schreiben können. In einem Umfeld, in dem gerade Publikationen (und da vor allem Anzahl und ggf. Journal/Verlag) die Währung sind, ist das frustrierend.
Ich komme nicht umhin, bei jedem dieser Plagiatsfälle eine gewisse Befriedigung zu verspüren, dass es einen von denen wieder rausgezogen hat.
Eine Art späte Rache, sozusagen.Während ich bei den Studis noch sagen kann, dass sie sich selbst schaden, weil sie spätestens im Examen ganz alleine da sitzen und ihre Fälle selbst lösen müssen, zählt dieses Argument aber gerade bei Doktorarbeiten nicht. Denn wer plagiiert und damit durchkommt (und das passiert eigentlich immer, entweder weil es früh bemerkt und dann "glatt gezogen" wird oder aber, weil es nicht bemerkt wird und dann der Titel da ist), schadet sich selbst kaum. Man wird ja besser bezahlt, hat bessere Berufschancen, höheres Ansehen.
Und wenn es doch passiert, dann greift der Mechanismus, den Du in Deinem Eintrag ja auch ganz wunderbar beschreibst: Für die Einzelperson hat man es ja eh gewussst, aber der ganze Rest ist dann ja auch nicht besser.
Ich kann so ehrlich und so sorgfältig sein, wie ich will, die Guttenbergs sorgen dafür, dass die Arbeit, die ich mir mache, letztlich für die Katz ist. Völlig unabhängig davon, ob ich vielleicht wirklich ein cooles Problem gefunden und vertieft daran rumgedacht habe. Weil das ja Otto-Normal-Verbraucher ohnehin nicht begreift, weil viel zu komplex für jemanden, der nicht mindestens ein paar Grundkurse besucht hat.
Da ist es dann viel einfacher, die Leistung pauschal abzuwerten.
Und genau aus diesem Grund kann ich solche "Online-Pranger" nur schwer verwerflich finden. Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Niemand muss betrügen.
Es heißt nicht umsonst Doktor"würde". Ein Doktorgrad ist eine akademische Ehre, ein Privileg. Er soll zeigen, dass man in der Lage ist, eigenständig wissenschaftlich zu arbeiten. Wer ihn trägt, repräsentiert Wissenschaft, also die organisierte Suche nach einer Wahrheit. Mit den entsprechenden Tugenden, nämlich Wahrheitsliebe und Fehlerbewusstsein, Kritikfähigkeit. es ist eine der höchsten Errungenschaft der aufgeklärten Wissenschaft, dass sie das Zugeben von Fehlern ("Da habe ich mich wohl geirrt, fang' ich wohl nochmal von vorn an.") zur Tugend gemacht hat, anstelle an Dogmen festzuhalten.
Wer eine Doktorarbeit veröffentlicht und den Doktorgrad führt, der nimmt diese Werte öffentlich und offensiv für sich in Anspruch. Beim Aussprechen des Namens(!) verlangt eine solche Person, dass ihr diese Eigenschaften immer wieder zugesprochen werden.
"Seht her! Ich bin Wissenschaftler! Alle sollen es wissen!"
Wenn das nur auf Lüge beruht, dann sollen auch das mit der Lüge alle wissen. Wer eine plagiierte Doktorarbeit abgibt, der begibt sich selbst in die Gefahr, dass das Plagiat irgendwann aufgedeckt wird. Wie heißt es? Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
Mit solchen Gestalten habe ich kein Mitleid.
Ganz im Gegenteil.
Meine Freundin ist gerade dabei, ihr Medizinstudium zu beenden. Hierzu absolviert sie derzeit ein Praktikum nach dem anderen, unter anderem kürzlich in einer Hausarztpraxis in einem Vorort einer größeren Stadt in Hessen. Meine Mutter ist Allgemeinmedizinerin und niedergelassene Hausärztin in einer ländlich geprägten Region in Thüringen. Trotz der geographischen und auch altersbedingten Unterschiede beobachten beide folgendes:Dann haben einige meiner Leser angefangen, den Gründern dieser Bewegung hinterherzugoogeln. Der, dessen Bild ganz links ist auf der Homepage von denen, hat eine Webseite, auf der er "gesamtheitliche" und "komplementäre" "Krebsbehandlung" anbietet. Wenn ihr die Terminologie nicht kennt: Das sind die aktuellen Wieselformulierungen der Heilpraktiker-Branche. Gesamtheitlich heißt inhaltlich gar nichts, aber soll unterstellen, dass die Schulmedizin unvollständig arbeite. "Komplementär" soll heißen, dass man das neben der Schulmedizin macht. Das ist natürlich der süßeste Deal für Quacksalber, denn dann ist die Schulmedizin Schuld, wenn der Patient stirbt, aber man konnte sich noch mal ordentlich finanziell gesundstoßen an dem Verzweifelten in Todesangst. Und nota bene: Krebsbehandlung, nicht heilung. Sonst klagen am Ende noch die Nachfahren. Ein verzweifelter Krebspatient bemerkt aber möglicherweise den Unterschied nicht.Patienten, oftmals mit einschlägigen Vorerkrankungen wie Asthma oder genereller Immuninsuffizienz, kommen in die Praxen und fordern (!) eine "Bescheinigung", die sie von der Maskenpflicht entbindet. Mit dem in Klammern gesetzten Ausrufungszeichen möchte ich ausdrücken, dass besagte Patienten bisweilen ziemlich patzig reagieren, wenn man ihnen entgegnet, dass es keine rechtliche und schon gar keine medizinische Grundlage gibt, solche Bescheinigungen (man könnte es auch Attest nennen) auszustellen. Als Gründe für die Notwendigkeit der Entbindung von der Maskenpflicht werden dann natürlich Atembeschwerden genannt oder auch, dass man mit einem Mund-Nase-Schutz nicht die dreißig minütige Busfahrt zur Arbeit bewältigen könne, ohne dass es einem schwindlig wird... Dabei sind das keine Einzelfälle im Sinne eines Trottels, der auf die Idee kommt, so etwas zu fordern. Solche Fälle gab es im Mai und Juni zuhauf.
Der Selbstzerstörungsmechanismus des Menschen kennt also selbst im Angesicht einer weltweiten und Menschen dahinraffenden Pandemie keine Grenzen :D
Dann fand ein Leser noch einen Artikel von vor 20 Jahren über einen Hamburger Internisten gleichen Namens. Der hat damals einer alten Frau ein Attest ausgestellt, dass sie beim Anblick von dunkelhäutigen Menschen Angstzustände kriegt.
Und zu guter Letzt kamen mehrere Hinweise rein, dass auf der Liste Einträge doppelt und dreifach auftauchen. Tja. Bestimmt ein Softwarefehler. Kann man nichts machen.
Bleibt die Frage: Ist das ein Internetpranger, wenn ich das hier schreibe? Hätte ich das nicht bloggen sollen? Gute Frage. Mein Gedankengang dazu ist, dass der Lobbyarbeit betreibt, um Einfluss auf die Politik auszuüben. Das ist eine Grauzone in meinem Schema, dass ich Privatleute schützen will aber Politiker nicht. In diesem Falle halte ich Links auf deren Homepage und ihre eigenen Veröffentlichungen für vertretbar.
Was zur Hölle geht in den Leuten vor? Ich brauche keine Webseitenvorschau und keine Giphy-Integration im Messenger. Ich brauche nicht mal Emojis, aber da vertrete ich wahrscheinlich die Minderheitenposition.
Je mehr Funktionen, desto mehr Code, desto weniger vertrauenswürdig ist der Kram.
Oh und hier ist noch jemand, der den Schuss nicht gehört hat: Die MPEG-Mafia hat einen H.265-Nachfolger namens H.266. H.265 ist im Markt außerhalb von Blu-Ray ziemlich weitgehend gescheitert. Das liegt vor allem daran, dass die MPEG-Mafia den Schlund nicht voll kriegt und beherzt immer noch mal mit beiden Händen reingreift. Ein typischer Haushalt drückt einmal pro Grafikkarte, einmal pro Mobiltelefon, einmal pro Bluray-Player und einmal pro Blu-Ray Kohle an die MPEG-Mafia ab. WIE wenig Bock die Leute auf so eine Schröpferei haben, konnte man ganz gut sehen, als Microsoft in Windows 10 einfach keinen H.265-Codec mehr mitgeliefert hat.
Jetzt wird H.265 langsam von VP9 und AV1 verdrängt, und ich kann nur sagen: Good Riddance. Dieses Softwarepatentunwesen muss endlich sterben.
Also DAMIT konnte ja wohl NIEMAND rechnen!!1!
Wie? Nein, kein Schlangenöl. Besser: Boris Johnson!
Aaaaalso. Die Amerikaner haben doch eines Tages GPS gebaut, damit ihre Raketen damit ihr Ziel treffen. Anfangs war da noch ein Rauschen auf dem zivilen Signal, damit DER RUSSE das nicht für ihre Raketen benutzt, aber als die EU dann irgendwann meinte, hey, wenn ihr euer Signal nicht entrauscht kriegt, dann bauen wir halt unser eigenes Satellitennavigationssystem, Galileo.
Nun ging es bei Galileo nie darum, ein Satellitennavigationssystem zu bauen. Die wollten, dass die Amis ihr künstliches Rauschen abstellen. Das hat Bill Clinton dann auch prompt gemacht. Aber die EU merkte: Hey, wenn wir das Projekt jetzt einstampfen, haben wir eine tolle Ausrede für Industrieförderung verplempert! Also lief Galileo weiter. Bis heute.
Nun, wie gesagt ist der wichtige Teil bei Galileo die Industrieförderung. Fast Forward 2020: Die Briten verlassen die EU. Damit fällt das goldene Füllhorn der EU weg.
Ihr könnt euch sicher schon vorstellen, wo die Story hingeht.
Boris Johnson so: Hey, pass uff, wie bauen einfach unser eigenes Satellitennavigationssystem. Es reicht nicht, dass es das der Amis, das der Russen, das der Chinesen und das der EU gibt. Wir brauchen unser eigenes. Das klingt absurd, bis man sich erinnert, dass es bei dem Projekt ja nicht um Satellitennavigation geht, sondern um Industrieförderung.
Aber man wollte wenigstens so tun als versuchte man auch den Bau eines Satellitennavigationssystems. Leider hat man dazu niemanden gefragt, der sich mit sowas auskannte. Denn als sich die Gelegenheit bot, für die OneWeb-Insolvenzmasse zu bieten, deren Satelliten auf einer für Navigationssatelliten ungeeigneten Höhe fliegen, hat Boris auf Ebay "kaufen" geklickt.
"Ja, wir haben die falschen Satelliten gekauft", zitiert der Guardian Dr. Bleddyn Bowen von der Universität Leicester.Aber keine Sorge. Das macht nichts. Die Briten haben sich nie dem Euro angeschlossen, die können einfach Geld nachdrucken. Und wenn die Entwertung zu krass wird, dann pullen sie einfach ein Frankreich und streichen ein paar Nullen am Ende.
Wenn ich eine Kategorie von Webseiten benennen sollte, die übler als alle anderen unautorisiert Daten sammelt und an Datenkraken weiterleitet, DANN SIND DAS DIE FUCKING VERLEGER UND IHRE "ANGEBOTE".
Ich hoffe ja mal inständig, dass der BGH jetzt mal so richtig die Verleger entkernt.
Diese Meldung da erscheint bei Heise. Hier ist die Liste der externen Domains, an die Heise meine Daten durch Inklusion auf dieser Seite weiterzugeben versucht:
Und das ist nur auf dieser einen Seite. Erinnert ihr euch noch, wie Heise herumgetönt hat, sie hätten eine Lösung für das Facebook-Problem gefunden? Da wird Facebook-Code erst nachgeladen, wenn man draufklickt? Ja, äh, Heise, tolle Wurst! 1 down, 13 to go!
Kommt, Verleger, drückt uns noch eine PR-Stinkbombe ins Gesicht!
Der Vizepräsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und Sprecher der Publikumszeitschriften, Philipp Welte, sagte am Freitag der Deutschen Presse-Agentur: "Daten sind Märkte, und wer sie besitzt, beherrscht diese Märkte, auch wenn er sich diese Daten rechtswidrig beschafft hat. Deshalb ist es ein richtungsweisendes Signal des Bundesgerichtshofes, dem Bundeskartellamt in seinem Kampf gegen die unkontrollierte Datensammelwut von Facebook den Rücken zu stärken."Hauptsache wir Verleger können ungestört weitersammeln!!1!
Ach kommt, Verleger, das war doch nur die halbe Bullshit-Wurst! Da geht noch was!
Welte, der auch Vorstand Medienmarken National beim Medienkonzern Hubert Burda Media ist, betonte: "Wir Verlage warnen seit Jahren davor, dass digitale Plattformunternehmen wie Facebook ihre marktbeherrschende Stellung missbrauchen, um ohne Zustimmung der Nutzer deren persönliche Daten zu aggregieren."Oh ach? Ihr seid hier also die Guten, ja?
Dass ich nicht lache!
Hat jemand von euch eine Antwort von denen gekriegt?
Update: Intern bei der nytimes scheint es auch ein bisschen Unzufriedenheit zu geben. Und eine Bestätigung, dass das Einzige, was für die wirklich zählt, gekündigte Abonnements sind.
Darin sind sie aufgefordert worden, alle ihre Mitarbeiteradressen mit einer Excel-Liste abzugleichen, auf der die 7461 Adressen von Mitarbeitern von Tönnies und Subunternehmern stehen. Das Schreiben selbst habe ich leider nicht, aber das könnte man wohl so verstehen, dass die danach bei allen Kollegen fragen sollen, ob sie oder ihre Angehörigen Kontakt mit einem dieser Mitarbeiter oder deren Angehörigen hatten.
Die erste Überraschung ist ja schon die Zahl. Auf der Tagesschau stand noch was von 1500.
Aber unabhängig davon: Die feine englische Art ist das ja nicht, jetzt die Adressen der Infizierten herumzureichen. Das kann doch eigentlich nur negative Auswirkungen haben. Hätte man auch direkt in der Zeitung veröffentlichen können, die Liste. WTF?!
Update: Ein anderer Leser bestätigt:
Meine Freundin ist Pflegedienstleitung in einem Dortmunder Altenheim. Und sie hat mir gestern ebenfalls berichtet, dass sie von der Bezirksregierung eine Liste mit den Adressen von in Quarantäne befindlichen Tönnies Mitarbeiten bekommen hat. Anhand der Liste solle sie überprüfen ob Mitarbeiter evtl. in Kontakt waren.
Ich war ebenfalls schockiert als ich das hörte, denn die Adressen beinhalten sowohl Postleitzahl, Straße und Hausnummer. Da ist es im Grund schon egal das keine Namen mit angegeben sind.
Update: Es scheint sich der Konsens zu etablieren, dass die 7000er-Zahl sich auf alle Mitarbeiter am Tönnies-Standort bezieht. Ob das jetzt externe Mitarbeiter von Subunternehmern einschließt oder nicht ist aber weiterhin unklar.
Ich habe einem der Einsender eine Antwort geschrieben, bevor ich sah, wie viele Briefe da noch reinkamen. Daher jetzt hier für alle meine Antwort:
> der Tweet von J.K. Rowling ist aktiv Transphob, weil sie damitAuf mich als Mitstreiter könnt ihr Freiheitskämpfer vermutlich eh alle verzichten, mit eurem gerechten Zorn und eurem kindlichen "ich hab Recht und alle anderen sind doof"-Weltbild. Aber heult dann bitte nicht rum, wenn ihr für eure gerechte Sache nur eine Facebook-Gruppe mit vier aktiven Usern und ein paar Lurkern und Bots zusammengekriegt habt.
> Trans-Männern (welche menstruieren) das Existenzrecht absprechen will.
> Du kannst dir gerne mal ihr Manifesto durchlesen, was nur so vor
> Transphobie strotzt.So ist das bei Auseinandersetzungen halt.
Beide Seiten fühlen sich missachtet.Ich finde nicht, dass eine Seite da mehr Recht hat als die andere.
Rowling findet, die Frauen seien schon genug unterdrückt worden, und brauchen jetzt nicht noch Männer, die sich als Frauen verkleiden, um nicht auf ihren Sexismus angesprochen zu werden. Aus Sicht von Transmännern ist das eine elende Frechheit, aber aus ihrer Sicht ist das die Wahrheit und die Realität.
Transmänner finden, sie seien eine noch stärker unterdrückte Minderheit als normale Frauen und haben daher ein Anrecht auf noch besonderen Schutz und könnten Frauen vorschreiben, welche Wörter sie zu verwenden haben, weil sie sie ansonsten als transphob brandmarken können. Aus Sicht von Frau Rowling ist das eine elende Frechheit, aber aus deren Sicht ist das die Wahrheit und die Realität.
Bei aller Sympathie für Trans-Männer und -Frauen: Die Strategie ist nicht schlau. Die haben so viele Leute pauschal als transphob abgekanzelt und beshitstormed, dass das Wort seine Wirkung verloren hat. Inzwischen ist das praktisch nur noch innerhalb der Trans-Community eine wirksame Beschimpfung. Das ist eine völlig unnötige selbstzugefügte Wunde. Die haben sich selbst ihre Legitimation untergraben.
Genau wie davor übrigens die Feministen mit ihren Sexismusvorwürfen.
Emma und andere Radfems haben da genau denselben Fehler begangen.Ist halt menschlich. Das macht es nicht schlauer.
Wenn du mich als Sexist beschimpfst, und zwar nicht weil ich irgendwas getan habe, sondern weil ich ein Mann bin, und daher genetische Bringschuld habe, dann hast du mich als Mitstreiter verloren.
Wenn du mich als transphob beschimpfst, nicht weil ich irgendwas getan habe, sondern weil ich nicht selber trans bin und nicht sofort hinter dir auf den Barrikaden gegen jemanden stand, dem irgendwas nebulöses vorgeworfen wird, und ich kannte weder den Typen noch die Vorwürfe noch kann ich irgendwas davon prüfen, dann bist du mich als Mitstreiter halt genau so los.
Kämpft ihr da mal alle eure Schlachten. Aber dann halt ohne mich. Die Legitimation hat eure Sache in meinen Augen halt an der Stelle schon verloren.
Mitstreiter muss man gewinnen. Man kann nicht einfach hingehen und im Recht sein und dann alle ankacken, die nicht sofort mitlaufen. Das mag für dich offensichtlich sein, dass deine Sache gerecht ist. Das heißt aber nicht notwendigerweise, dass alle anderen a) deine Sache für gerecht halten, b) dich für jemanden halten, mit dem sie mitstreiten wollen, und c) deine Methoden gutheißen.
Man würde ja denken, bei all dem Gerede über Inklusion sei das intuitiv allen Beteiligten klar, aber anscheinend ist dem ja nicht so.
Warum ich das erwähne? Lest euch das mal durch. Kann da jemand mal die Vorwürfe erklären? "Ich war jung und verwundbar, er hat mir eine Karriere bereitet und sich dann eine andere Freundin gesucht" lese ich da. Ich sehe nichts von Gewalt, nicht mal ungewollte Berührungen. Nichts. Er hat Frauen geholfen, und dann hat er anderen Frauen geholfen. Verbrennt ihn auf dem Scheiterhaufen! Warren Ellis hat auf Twitter ein Statement veröffentlicht, das leider ein bisschen vage bleiben muss, weil die Vorwürfe ja auch nur unkonkretes Geraune waren. Also erzählt er da was von wie privilegiert er gewesen sei und dass er jetzt zuhören statt reden will.
Wieso ist denn #metoo von konkreten Vorwürfen abgekommen, fragt ihr euch vielleicht? Nun, da gibt es auch gerade einen Fall, der das schön illustriert. Jesselyn Radack vs. Trevor Fitzgibbon. Sie ist bekannt geworden, weil sie Snowden anwaltlich unterstützt hat, und sich für Whistleblower eingesetzt hat. Saß auch mal auf dem CCC-Congress auf der Bühne glaube ich. Er ist ein in den USA bekannter Chef einer progressiven PR-Firma. Sie hat ihm konkrete Dinge vorgeworfen, geradezu eine Kampagne geführt, und davon bleibt jetzt nach gerichtlicher Prüfung folgendes übrig:
We’ve settled the case. As part of the settlement, I retract all stmts I’ve made about Trevor Fitzgibbon & apologize for any harm I’ve caused Mr. Fitzgibbon & his family. I have no further comment.Justice has been served! Wer gibt dem Fitzgibbon jetzt sein Leben zurück?Mit Missbrauchsvorwürfen ist das eben wie mit Geheimdiensten, Prügelcops und dem Filesharing-Richter am Amtsgericht Köln. Macht korrumpiert. Je mehr Macht, desto höher das Korruptionsrisiko.
Update: Hier versucht sich einer an einer etwas ausgewogeneren Berichterstattung über Warren Ellis. Auch da fällt es mir aber schwer, konkrete Vorwürfe zu finden. Er hat Sex-Chat mit Frauen gemacht, die schon einen Freund hatten.
Mich betrifft das ja alles glücklicherweise nicht, aber ich bin ja doch genug Feminist, um mich über dieses prähistorische Frauenbild zu ärgern. Frauen sind alle dumm, handlungsunfähig und Opfer. Es ist daher Aufgabe des sie anflirtenden Mannes dafür zu sorgen, dass sie nicht einem anderen Partner untreu wird. Hätte der halt vorher recherchieren müssen!!1! Dass das vielleicht Sache der (erwachsenen!) Frau ist, mit wievielen und welchen Männern (oder Frauen!) sie zu welcher Zeit was macht, das wird hier völlig negiert. Und das auch noch von den Frauen selbst! Finde ich abstoßend.
Auch dieser "ich war jung und verwundbar"-Rehaugen-Scheiß immer. Willkommen im Leben. Das ist eine Phase, durch die alle Menschen durchmüssen, die nicht vorher sterben. Übernehmt mal bitte ein bisschen Verantwortung für euer Handeln!
"Ich bin in das Webforum gegangen, und habe gesehen, dass die da sexistische Witze machen, und dann bin ich sofort ... dageblieben und habe das 20 Jahre über mich ergehen lassen, und jetzt will ich Gerechtigkeit!!1!" *augenroll*
Wenn es um Corona ginge, hätte man da auch einfach einen entwickeln lassen können und alle anderen nehmen das dann. Ist ja bei Open Source auch lizenztechnisch kein Problem.
Ich als ewiger Optimist hoffe aber trotzdem, dass die App versehentlich auch gegen Covid-19 hilft. Von der Akzeptanz her sieht die App ja gar nicht mal so schlecht aus mit inzwischen angeblich knapp 10 Mio Installationen. Und das trotz aktueller Meldungen wie dieser, dass die Geheimdienste jetzt endlich Staatstrojaner-Befugnis bekommen sollen. Das würde ja eher dagegen sprechen, irgendwelchen Apps irgendwelcher Behörden zu vertrauen. Merken die eigentlich nicht, wie viel Vertrauen sie jetzt schon verloren haben?!
Update: Einen Punkt würde ich an dieser Stelle noch gerne machen. Open Source ist schön und gut, aber nicht hinreichend. Wer sagt denn, dass die App, die man aus dem App Store installiert kriegt, auch aus dem Quellcode kommt? Eigentlich müsst jeder von euch selber aus dem offenen Quellcode die App bauen und auf sein Telefon spielen, was aber natürlich Google und Apple nicht zulassen, weil die ja gerne ihr parasitäres App-Store-Schutzgeldgeschäftsmodell ("Schöne App haben Sie da! Wäre ja schade, wenn die Leute die gar nicht installieren können! Geben Sie uns mal 30% Ihres Umsatzes!") weiter fahren möchten. Und das geht ja nicht, wenn sich die Leute selber Apps installieren dürfen! Wieso hat das eigentlich das Kartellamt noch nicht unterbunden?
Bliebe noch der Weg, dass ihr die App selber baut und dann vergleicht, dass die App aus dem App Store identisch ist. Doch das ist technisch kein Selbstläufer und auch da legen Google und Apple absichtlich Steine in den Weg.
Tja und wenn jetzt der Staat kommt und selber ein Schutzgeldgeschäftsmodell gegen Google und Apple fährt ("Schönen App store haben Sie da! Wäre ja schade, wenn der in unserem Land verboten wäre! Hier, liefern Sie mal diese Malware aus!"), dann geht das ja am Ende auch immer alles zu Lasten des Bürgers. Für uns Bürger kämpft ja leider niemand.
Die Lage ist nicht völlig aussichtslos. Man kann z.B. sehen, was die App alles können will. Da hat leider Google auf ganzer Linie verkackt und auf älteren Android-Versionen (älter als 9 habe ich gehört) kommt da "will Location-Daten haben". Das hilft also nicht, im bösartige Profilbildung zu verhindern.
Bleibt noch die Möglichkeit, dass man stichprobenhaft die App aus dem App Store holt und von Experten vergleichen lässt. Damit sind wir aber auch wieder nicht viel weiter, denn wir haben nur "du musst Google/dem Staat vertrauen" gegen "du musst dem CCC-Experten vertrauen" ausgetauscht. So ganz kriegt man das Vertrauen Müssen nicht weg, denn die Tools, mit denen man solche Analysen macht und Apps baut, die kommen ja auch von irgendjemandem, dem man vertrauen muss. Aber schön ist das nicht.
Bleibt noch die Frage, ob die Geheimdienste vielleicht Google zwingen, ihre Hintertüren nur gezielt auszurollen. Damit wären Stichproblem umgangen, außer einer der Stichproben-Downloader ist auf der Liste der Geheimdienste. Ist alles nicht so einfach.
Update: Oh und dann gibt es natürlich noch das Problem (jetzt vielleicht nicht bei der Corona-App aber bei anderen), dass die App einmal pro Woche ein Update erfährt. Da wird das Fenster für Aussagen über die Vertrauenswürdigkeit einer bestimmten Version sehr schnell sehr klein.
Es gibt gerade ein tolles Beispiel dafür.
Und zwar war ja vor einer Weile ein unschuldiger syrischer Flüchtling namens Amad A. in Kleve (NRW) in einer Gefängniszelle qualvoll verbrannt. Jahrelang wollte es niemand gewesen zu sein. Es gab einen Untersuchungsausschuss, der nichts bewirkt hat. Und jetzt? Jetzt war es ein Softwarefehler. Na dann ist ja alles gut. Phew. Ich befürchtete schon, da habe jemand einen Fehler gemacht! Jemand, den man dafür zur Rechenschaft ziehen könnte vielleicht! Aber Softwarefehler? Tja. Da kann man nichts machen.
*im Strahl kotz*
Ich seh nicht, weshalb das nicht berufungsfähig sein sollte, lt Freifunk-Artikel wurde sie voll verurteilt bei Streitwert 2000,- €, dh Berufung statthaft.Der Unterschied ist, dass es bei der Revision nur darum geht, ob das Urteil auf Rechtsfehlern basiert, d.h. da geht es um formelle Fehler. In der Berufung kann es auch um die Beweisaufnahme gehen oder so.
Die Hürde für die Revision ist viel höher, dank der bereits erwähnten ZPO-Reform 2002: vorher m.E. Revision bei entsprechend hohem Streitwert, jetzt nur noch bei „Zulassung“ durch Berufungsinstanz „zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung“ (merke: Ziel ist nicht mehr die Sicherung rechtlicher Richtigkeit des Berufungsurteils). Gegen die „Nichtzulassung“ kannst du ab 20T€ in Beschwerde, die durch (nicht begründungsbedürftigen) Beschluss entschieden wird. Hat folgenden praktischen Effekt: Ablehnungen benötigen nur eine Zeile (544 Abs 6 ZPO: Beschluss „soll“ begründet werden, dh muss nicht) positive Entscheidung im Sinne des Revisionsführers muss inhaltlich begründet sein, weil ja „Einheitlichkeit der Rechtsprechung“ gesichert werden muss.Ah, Gazprom-Gerd und Pipeline-Joschka! Die uns auch Hartz IV gebracht haben! Und die Banken dereguliert haben! Und den ersten illegalen Angriffskrieg in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland geführt haben! Wer wählt die eigentlich?!Da brauch ich von Spieltheorie nicht mal gehört zu haben, um mir die Erfolgschancen so einer Beschwerde auszurechnen.
Verantwortlich ist der demokratische Gesetzgeber, kann jeder nachlesen, wer das 2002 angeführt von Gas-Gerd und Yankee-Joschka war.
Zu deiner Frage, warum Richter wegen offensichtlich rechtswidriger Entscheidungen nicht wegen Rechtsbeugung verurteilt werden: Richtig, Inkompetenz ist die wirksame Verteidigung.Ich muss echt aufhören über sowas Witze zu machen.
Aber dein Maßstab für Richterkompetenz ist zu hoch (lies: „höher, als es das geltende Recht verlangt“), das haben wir schon mal erörtert: Du kannst vom Richter nur verlangen, dass er das Gesetz richtig anwendet, aber nicht, dass er auch naturwissenschaftliche Zusammenhänge versteht, so simpel sie aus deiner Sicht auch sein mögen. Dafür braucht der Richter Expertenrat. Der muss sich auch auf die Rechtsanwendung konzentrieren; glaube mir, für einige ist schon die richtige Anwendung des Gesetzes eine tägliche Herausforderung.Ich finde ja gerade, dass in dem Filesharing-Fall das Recht offensichtlich nicht richtig angewendet wurde. Das Recht sagt: Unschuldsvermutung, du musst dich und deine Familie nicht belasten, und Haftungsausschluss für WLAN-Betreiber für die Taten Dritter. Der Richter machte daraus: Schuldvermutung, doch Haftung, und sie sollte ihren Sohn belasten.
- Die Meldungen zu den genannten behördlichen Datenbanken sind "freiwillig".Und wie so häufig erfährt man bei solchen Einblicken in andere Branchen schnell Dinge, die man lieber gar nicht wissen wollte. :-(
Wie toll zuverlässig diese auf freiwillige Meldungen ("Selbstverpflichtung") aufbauenden Datenbanken sind, wenn ein Eingeständnis einer Nicht-Lieferfähigkeit Vertragsstrafen bei den Krankenkassen nach sich ziehen kann (als Rabatt-Partner), ist denke ich offensichtlich.
bfarm.de - Einfach mal den Text VOR der Liste lesen - mit Grüßen an die Medienkompetenz.
aezteblatt.de (Ganz unten, Meldewege und Definitionen… Lieferengpass Meldewege)Und von wegen "everything Pharma ist engmaschig dokumentiert"…ich wünschte dem wäre so, aber es gibt Lücken groß genug für Flugzeugträger… z.B. musste letztens ein Hersteller sehr viele Präparate zurückrufen, weil er "vergessen" hatte seine Beipackzettel aktuell zu halten (die sind Bestandteil der Zulassung und liegen damit den Behörden vor…); Ich gehe davon aus, das könnte das gemeinte "Schmankerl" sein… (ist aber nicht so bedeutend wie im Leserbrief suggeriert…)
puren-pharma.de
apotheke-adhoc.de- Allgemeines Volumen Lieferengpässe:
deutsche-apotheker-zeitung.de:
"Jeder Fünfte Leser gab zwischen 100 und 124 an, jeder Zehnte mehr als 200"
Mal aus einer kleinen Landapotheke; Wir schwanken zwischen 120 und 200, ein Kollege in einer großen Stadt-Apotheke berichtet von 500.
Und wir sprechen nur von permanenten "Lager-Defekten - also Medikamente die man sofort(!) fürs Lager kaufen würde oder für einen Patienten der darauf wartet, wenn ein Großhändler oder irgendjemand da etwas hat, hat er sofort(!) Aufträge und das Lager ist wieder leer (nur mal als Beispiel; Ein Kollege lässt seine Software alle paar Minuten seine Defektlisten als "Akut-Bestellung, liefern wenn verfügbar - wenn nicht lieferbar, Bestellung vergessen" an seine Lieferanten rausballern… Sobald die Großhandels-Bestände abseits der Vor-Reservierungen bedient sind, ist er dabei )…
Die Masse der Medikamente in der Datenbank taucht aber auf den Lieferfähigkeits-Listen der Einzelnen gar nicht auf, weil eine Apotheke nicht alle Medikamente an Lager hat und dementsprechend nicht permanent alle Lieferfähigkeiten abfragt…- Umfang Psychopharmaka
a) Auf der Liste 2019 ist Venlafaxin Platz 1 (Antidepressivum)
b) Böses Beispiel 2020; Doxepin (Antidepressivum)
Ich möchte explizit nicht weitere Wirkstoffe nennen… es besteht durchaus Angst im Markt vor einem "Run" auf problematische Wirkstoffe, da die Verträge der Krankenversicherungen zu massiven Konzentrationen auf wenige Hersteller geführt haben - die anderen Hersteller können nicht mit einem Fingerschnippen einspringen und bei einem Run… "Flatten the Curve"…
Und der Paracetamol-Run (Ja, das "paar Euro teure", "einfach so kaufen", "jede Apotheke hat hunderte Packungen" Schmerzmittel) nach der Corona-Ibuprofen-Geschichte hat doch einige im Markt überrascht:
deutsche-apotheker-zeitung.de
apotheke-adhoc.de- Die Darstellung des Leserbriefs bezüglich der vertikalen Marktaufteilung im Generikamarkt ist sinnenstellend verkürzt.
Ja, es gibt Lohnhersteller die für Generikafirmen Arzneimittel produzieren. Ja, es gibt Generikafirmen, die identische Tabletten unter eigenem Label vertreiben - die gehören aber in aller Regel zu einem Konzern (1a Pharma, Hexal, Sandoz; Aliud Pharma, Stada; Ratiopharm, Abz Pharma, CT Pharma, Teva; …). Die sind natürlich dazu gezwungen die Wirtschaftlichkeitsreserven zu heben und brauchen aus Portfolio-Gründen in mehreren Konzernteilen die gleichen Wirkstoffe "gebrandet". Die fallen dann aber in aller Regel alle gleichzeitig aus. Und nein - die melden den Lieferengpass nicht… sonst müssten sie ja Strafe zahlen.apotheke-adhoc.de
"So seien 2018 mehr als 5 Millionen Packungen der Wirkstoffkombination Tilidin und Naloxon abgegeben worden. Von denen seien 87 Prozent aus der Hand eines einzigen Konzerns gekommen,[…]"Ja, es gibt für manche Wirkstoffe mehrere Dutzend Hersteller… aber es gibt darunter auch "Limited" Töchter des gleichen Konzerns, so dass es teilweise das gleiche Medikament von einem Konzern sogar x-mal unter dem gleichen Namen in der Datenbank steht. Die machen eben für jede Krankenkasse ihre eigene Limited auf und melden eine unterschiedliche Artikel-Nummer - dadurch kann man Mengen deutlich "Vertrags-Bedarfs-gerechter"-steuern und falls doch mal eine Strafe anstehen sollte… es ist ne Wegwerf-Limited… (Ja, sowas sieht man nicht beim ersten einfachen Blick auf eine Liste… die ist ja weiterhin lang…)
Konzerne in Kombination mit diesen tollen Umgehungsstrukturen und Lohnhersteller, die für mehrere Konzerne arbeiten sorgen dann sehr, sehr schnell dafür, dass der Ausfall einer Fabrik auf der ganzen Welt spürbar ist. aerzteblatt.de
Trotz dieser "Listen-Vielfalt" ist auf dem Markt (typischerweise der Weg über den pharmazeutischen Großhandel) die Ware nicht zu kriegen und wenn man beim Hersteller direkt bestellen möchte, wird auf ein "ausgeschöpftes Kontingent in der ensprechenden Region", den angeblich vom Hersteller belieferten Großhandel ("Der muss Ware haben und wir liefern nicht direkt an Apotheken!") oder ähnliches verwiesen - aber eine Bestellung mit verbindlichem Liefertermin ist nicht platzierbar.
Corona;
Indien und China rufen Export-Verbote für Arzneimittel aus (der Markt wartet auf den Abriss des "Container-Stroms"…
apotheke-adhoc.deUnikliniken(!) in Deutschland fangen wieder an Eigen-Produktions-Kapazitäten(!!!) für Dinge die man früher "aus dem Regal" versorgt hat aufzubauen.
klinik-einkauf.de.Und nein, die Krankenkassen zahlen _nicht_ einfach so jedes x-beliebige Präparat oder sogar einen Import… das erzählen sie nur den Patienten immer wieder gerne.
Sowohl der verordnende Arzt als auch die abgebende Apotheke müssen dafür Dokumentations-Aufwand betreiben und tragen das wirtschaftliche Risiko dafür von der Krankenkasse in Regress genommen zu werden. Wenn ein rabattiertes Arzneimittel die Krankenkasse nur wenige Euro kostet, der Import aber (unter anderem auch durch die Zusatzkosten) dann hoch Zweistellig bis Dreistellig teuer wird und man mit eigenem Geld da steht, denkt man da sehr genau darüber nach (es bleibt ja auch nicht bei dem einen Patienten).
Da gibt es eigene Firmen für, die Fehler in der Dokumentation und dem Vorgehen suchen, um den Arzt (der die wirtschaftliche Verantwortung für seine Verordnung trägt) und die Apotheke (die gesetzlich verpflichtet ist, der Wirtschaftlichkeit der Krankenkassen hohe Priorität einzuräumen) für die Kosten des Arzneimittels heran zu ziehen.apotheke-adhoc.de
(Retaxation = Regress der Krankenkasse an die Apotheke; Hier bei den an den LAV eingereichten Retaxationen zu über 50% unbegründet, es gab auch schon deutlich höhere Anteile… diese Firmen sind Raubritter die einfach erstmal beim geringsten Anlass die Erstattung streichen und darauf wetten, dass man kein Einspruchs-Verfahren einleitet… der Patient kriegt von alldem in 99% der Fälle selbstverständlich nichts mit).Ich arbeite in einer wirklich kleinen Landapotheke und wir investieren viel Zeit und Geld um unsere Patienten gut und schnell versorgen zu können… nein die Apotheken "behaupten" nicht "gerne mal" das Medikament wäre zur Zeit nicht lieferbar - sie sind da nicht selbstbestimmt, sondern hängen so sehr an der Lieferfähigkeits-Nadel, dass die Lieferfähigkeit eines Lieferanten Haupt-Kriterium der Auswahl des Großhandels ist, vor Einkaufs-Vorteilen!).
Wenn ihr mich fragt, ist das ganze Konzept von Rootkit-Erkennung eine Totgeburt. Wenn du vermutest, dass du ein Rootkit haben könntest, ist es zu spät. (Danke, Guido)
Die Einigung soll vorsehen, dass der Bund sich mit 25 Prozent plus einer Aktie an der wirtschaftlich schwer angeschlagenen Airline beteiligt und ihr darüber hinaus weiteres Kapital bereitstellt. Zwei Aufsichtsräte sollen demnach von der Bundesregierung besetzt werden. Insgesamt dürfte sich die Beteiligung auf neun Milliarden Euro addieren.Ist 9 Milliarden jetzt viel oder wenig? Zur Klärung dieser Frage guckt man sich bei Aktiengesellschaften die sogenannte Marktkapitalisierung an, das ist die Anzahl der Aktien mal den aktuellen Aktienkurs.
Die Marktkapitalisierung der Lufthansa AG ist im Moment bei 3,82 Milliarden Euro.
Wir Steuerzahler zahlen also mehr als doppelt so viel wie der Laden insgesamt wert ist, und kriegen dafür 25% Anteil.
Ich weiß ja nicht, ob ihr Erfahrung als Betriebswirt habt, aber üblicherweise kriegt man für 100% des Preises 100% der angebotenen Ware. Das hat sich über die Jahrtausende so eingebürgert.
Aber Fefe, hör ich euch rufen, der Steuerzahler kriegt doch auch noch zwei Sitze im Aufsichtsrat!!1! Nun, auch hierfür lohnt sich zur Einordnung ein kurzer Blick auf den aktuellen Aufsichtsrat, damit ihr sehen könnt, wie viele Sitze es da im Moment gibt. Und danach könnt ihr euch mal diskret informieren, wieviel Einfluss ein Aufsichtsrat auf die Unternehmensführung tatsächlich hat.
Mir als Steuerzahler wird damit jedenfalls schlagartig klar, wieso wir seit ich denken kann praktisch jedes Jahr einen Rekord bei den Steuereinnahmen hatten, aber der Staat irgendwie trotzdem immer pleite ist. Wenn die so mit dem Geld umgehen, habe ich da keine weiteren Fragen, Euer Ehren. (Danke, Chris)
Hey, vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt für die Frage, wieso wir immer noch kein ordentliches Reporting haben. Wieviel Tote braucht die Bundesregierung, bis sie mal ihren Arsch hochkriegt? Wieso hat sich bei so viel geballter Inkompetenz noch keine Singularität gebildet?
Mich erinnert das gerade an diese wunderbare Pispers-Routine zum völlig überraschend steigenden und fallenden Ifo-Geschäftsklimaindex.
Update: Inzwischen sind spricht das RKI von 0.81. Allerdings fußt die Vorhersage auf relativ wenigen Fällen und ist recht ungenau. Mit 95% Wahrscheinlichkeit liegt R zwischen 0,66 und 0.97.
Wenn man da geschickt rangeht, dann unterstellt man die nicht der ganzen Gruppe sondern ein paar Wenigen aus der Gruppe. Das führt dann entweder zur Spaltung der Gruppe (Win!) oder dazu, dass der Rest der Gruppe die Angegriffenen zu verteidigen versucht, und sich damit dann Teile der dazugedichteten Verschwörungstheorien aneignet (auch Win!). Daher erhöht man die Absurdität am besten langsam und schrittweise.
Ich glaube ja, dass es diese Methode ist, die uns gerade so richtig in unseren Händen explodiert.
Die ist jetzt so oft angewendet worden, dass es keine absurderen Theorien mehr gibt, die man noch irgendwo reinmixen könnte.
Den Leuten, die unsere Regierung für illegitim halten, haben sie reingemixt, dass die ganze Nation durch einen Formfehler nicht existiert. Den Leuten, die Angst vor Impfungen haben, haben sie reingemixt, dass Impfungen Autismus machen. Leuten mit Angst vor Elektrosmog haben sie reingemixt, dass 5G sie umbringen wird.
Wer hört schon auf Spinner, die das ganze Land nicht anerkennen will? Nun, wie sich rausstellt: Die ganzen anderen Spinner, die auch über solche Methoden marginalisiert wurden.
Wenn du glaubst, dass durch einen Formfehler unsere Regierung illegitim ist, und es außer dir bloß noch keiner gemerkt hat, wieso würde dir dann als besonders absurd erscheinen, dass man von Impfen Autismus kriegt, oder dass SIE uns mit 5G Krebs geben und mit Chemtrails unsere Gedanken kontrollieren? Wenn du an Homöopathie glaubst, wieso nicht auch an Gedankenheilung und Auralesen?
Gute Arbeit, CIA! Fast so gut wie eure Afghanistan-Strategie damals. Wer hätte gedacht, dass das nach hinten losgehen würde, wenn man die Islamisten bewaffnet?
Gerade im grenznahen Bereich sollten App-Nutzer wieder reisen dürfen. Wer eine solche App hat, sollte auch zuerst wieder ins Restaurant, ins Kino, ins Theater und ins Freibad dürfen.Der muss sich halt um sein Markenzeichen kümmern. Wer sein Markenzeichen nicht verteidigt, der verliert es. Sein Markenzeichen ist die brutalstmögliche Breitband-Inkompetenz.
Ich muss mit meiner deutschen App natürlich auch in einen Mitgliedstaat fahren können, der eine andere App hat. Die unterschiedlichen Protokolle für dezentrale und zentrale Datenspeicherung sind miteinander kompatibel, sagen die Programmierer.Oh, klar, Herr Voss. Die Programmierer sagen das. Natürlich, natürlich. *tätschel*
Ich glaube ja eher, dass Ihre Handler ihnen das gesagt haben, damit sie sich nicht aufregen und am Ende unüberlegte Dinge tun wie ... Interviews geben.
Man muss da mit der CDU Verständnis haben. Die haben bestimmt erst kompetente Handler probiert. Aber welcher kompetente Mensch hält es in der Nähe von Axel Voss aus? Daher jetzt halt ... die anderen Wärter.
Inhaltlich ist das natürlich Bullshit, klar. Muss ich euch sicher nicht erklären. Eine dezentrale App hat die Daten gar nicht, die sie bräuchte, um einer zentralen App gegenüber ein sinnvolles Handshake durchführen zu können. Das ist ja gerade der Punkt bei der Dezentralität. Das ist übrigens auch bei Datenschutz der Punkt. Die Daten gar nicht erst haben, dann können sie auch nicht wegkommen. Auch nicht wenn ein freidrehender Axel Voss es nachträglich möchte.
Update: Falls ihr die Schmerzen nicht ausgehalten und den Scheiß nicht zuende gelesen habt, habt ihr den Teil nicht mitgekriegt, in dem er die Blockchain empfiehlt, damit man wieder in die USA und nach Australien fliegen kann.
Nehmen wir nur mal die WHO. Die WHO war ja mal gedacht als sowas wie die NATO nur in zivil und für die Gesundheitsvorsorge. Die Staaten zahlen alle freiwillig in deren Budget ein, und die WHO sorgt dann dafür, dass es eine gemeinsame Faktenbasis untermauert von ordentlichen Studien gibt, und da nicht irgendwelche Staaten eine Packung Hysterie durchziehen können. Der Vorsitz wird gewählt. Der Laden untersteht den Vereinten Nationen und sitzt in Genf. Die Idee ist, dass da kein religiöser Fanatiker z.B. Genitalverstümmelung als medizinischen Eingriff deklarieren kann.
Und was passierte? Stellt sich raus: Die Regierungen haben alle gar keinen Bock darauf, eine unabhängige Institution zu finanzieren, die ihnen dann mit ihren doofen Fakten in ihre Politik reinreden. Also geben die Staaten alle nur das Nötigste bis gar nichts. Und den Rest? Den muss sich die WHO jetzt halt von der Pharmamafia und Bill Gates zusammenbetteln.
Und dann kommen ernsthaft dieselben Leute, die gerade noch ihre Beiträge nicht zahlen wollten, und werfen der WHO vor, sie sei aber nicht unabhängig genug. Die Stirn muss man erstmal haben!
Ich weiß nicht, wie das bei euch so gehandhabt wird, aber in meinem Haus werden solche Leute ausgelacht.
Aber aber aber Bill Gates will doch Impfungen verkaufen! Nein. Bill Gates ist in Rente. Seine wohltätige Non-Profit Stiftung gibt Impfstoff-Forschern Vorfinanzierung. Wenn die dann Profit machen, dann generiert das Einnahmen für die Stiftung, die sie dann satzungsgemäß wohltätig verwenden kann, um mehr Impfungen zu erforschen. An keiner Stelle davon bereichert sich Bill Gates an irgendwas.
Ist das jetzt alles super und Blümchenwiesen? Nein, natürlich nicht. Die Idee, dass Impfstoffe patentierbar sind, finde ich zutiefst widerwärtig. Aber das hat ja nicht Bill Gates erfunden. Im Gegenteil. Microsoft hat jahrelang keine Patente beantragt. Bis sie dann massiv von Patenttrollen heimgesucht wurden. Da haben sie dann erstmal Lobbyismus zum Schwächen der Patentierbarkeit von Software-"Erfindungen" betrieben. Das hat nicht funktioniert. Also haben sie auch zu patentieren angefangen. Gates ist hier eher Opfer als Täter, auch wenn er halt schlau genug ist, in so einem System dann netto positiv rauszukommen. Wenn es nach mir ginge, gehört das Patentsystem international in einen Parkplatz umgewandelt. Patentanwälte in die Produktion. Ich hörte, es werden noch Spargelstecher gesucht.
OK OK, Fefe, gut, den Punkt geben wir dir. Aber der Bill Gates will doch die Überbevölkerung bekämpfen und uns alle umbringen!!1!
Bill Gates sieht die Überbevölkerung als Problem. Ich übrigens auch. Wenn du finite Ressourcen hast, dann solltest du nachhaltig wirtschaften. Das tun wir nicht.
Stellt sich raus: Die meisten Kinder kriegen Menschen in Armut. Das hat die Biologie so eingerichtet. Wenn nur wenige deiner Kinder überleben, bis sie erwachsen sind, dann setzt du halt mehr Nachwuchs in die Welt. Und machst damit das Problem schlimmer, weil mehr Menschen leiden.
Bill Gates sorgt jetzt dafür, dass weniger Kinder sterben. Das führt kurzfristig zu einem Sinken des Leidens auf dem Planeten, und langfristig zu fallendem Bevölkerungswachstum. Das jetzt so zu spinnen als wolle Bill Gates Menschen umbringen ist ungefähr so absurd wie Vergewaltigungsopfern die Abtreibung zu verbieten, weil Abtreibung ja Mord ist. Ihr solltet euch alle schämen, wenn ihr auch nur in Erwägung gezogen habt, Bill Gates diesen Vorwurf zu machen.
OK OK Fefe, aber der Bill Gates will uns doch alle microchippen, damit wir besser unterjochbar sind!!1! Äh, … nein. Die Stiftung von Bill Gates zahlt für alle möglichen Forschungsprojekte. Eines davon war, ob man so eine Art QR-Code mit Spezialtinte als fünf Jahre haltentes Tattoo in der 3. Welt aufbringen kann, um in wirklich strukturschwachen Regionen trotzdem wiedererkennen zu können, ob man jemanden schonmal geimpft hat. In Ländern, wo es keine Impfausweise gibt, keine Pässe, nicht mal ein Geburtenregister. Ist das eine tolle Idee mit den Quanten-Punkten? Gute Frage. Ich sehe Vor- und Nachteile. In unserem Land zwingen wir Leute dazu, einen Personalausweis zu haben und bei Bedarf vorzeigen zu können. Und wir sammeln ihre biometrischen Daten ein. Ich finde nicht klar, wie jemand die Quanten-Punkt-Idee kritisieren kann, der nicht auch gegen die Ausweispflicht in Deutschland auf die Straße gegangen ist.
Zusammenfassend also: Wenn jemand Bill Gates und Verschwörung in einem Kontext verwendet, dann könnt ihr im Allgemeinen die gesamte Äußerung getrost im runden Bullshit-Ordner abheften.
Im Übrigen müssen wir hier glaube ich mal eine Medienkompetenzübung zu Medizin-Journalismus machen. Dass läuft üblicherweise so ab. Anfang März kommt ein Journalist zur WHO, fragt, ob man sicher wisse, dass Covid-Infizierte Immunität aufbauen, und die WHO dann den Sachstand korrekt als "Nein, wissen wir nicht sicher" wiedergibt, dann steht in der Presse: "WHO: Patienten bauen möglicherweise keine Immunität auf". Und beim Leser kommt dann an: "WHO: Man kriegt Covid mehrfach".
Update: Und wenn der Westen die WHO wegen dieser Taiwan-Farce kritisieren, könnte ich das auch ernst zu nehmen in Erwägung ziehen, wenn der Westen nicht vorher dafür gesorgt hätte, dass die WHO fiskalisch von den Chinesen abhängig ist, die offenbar immer zeitnah und in voller Höhe ihre Beiträge zahlen.
Update: Stellt sich raus: Doch, die WHO vertritt Genitalverstümmelung. Aber halt bei Männern, nicht bei Frauen. Gut, aber die WHO ist ja evidenzbasiert, das müsste man ja dann auch evidenzbasiert wegkriegen...?
Update: Alter Schwede. Je mehr Bullshit du von deinem Grundstück schaufelst, desto mehr Müll kommt hinterher. Aber Fefe, Bill Gates hat doch in Afrika Frauen sterilisieren wollen! Das sagt diese eine ultra-glaubwürdige katholische Bullshit-Seite!1!! Das ist ein Gerücht, das von katholischen Abtreibungsgegner-Fundamentalisten verbreitet wurde, die sich Sorgen machten, wenn Bill Gates da gegen Tetanus mit wissenschaftlichen Erkenntnissen kommt, dass der dann vielleicht auch an anderer Stelle die Bevölkerung mit evidenzbasiertem Denken korrumpieren könnte. Und hey, das ist ja wohl offensichtlich der Worst Case für jede organisierte Religion, wenn die Leute sich mit eigenständigem Denken infizieren.
Wisst ihr, was mich am meisten aufregt an dieser ganzen Nummer? Dass ihr euch von all den ekelhaften widerlichen Milliardären ausgerechnet den einen als Feindbild aussucht, der seine Kohle verschenkt, und zwar explizit mit dem Auftrag, den Menschen evidenzbasiert zu helfen. Ich stimme nicht an allen Punkten mit Bill Gates überein, z.B. findet er, dass genmanipulierte Pflanzen nötig sind, um die Bevölkerung des Planeten zu ernähren, und er ist ein Fan von neuen Atomkraftwerken. Aber zu seinen Anschauungen kam er durch Betrachten der Zahlen, nicht wie ich durch Ideologie und Worst-Case-Betrachtung. Selbst bei unfreundlichster Betrachtung der Realität kann man daraus keine Bösartigkeit konstruieren, höchstens eine Fehleinschätzung. Oder es kommt am Ende raus, dass er völlig Recht hatte.
Also. Wenn ihr Wut auf Milliardäre habt, dann nehmt euch doch bitte welche, die mit ihrem Geld schädliche Dinge tun. Wie wäre es mit den CEOs der Öl- und Tabakkonzerne. Oder den Chefs der "Investoren", die unseren sozialen Wohnungsbau gekauft haben, und jetzt Profitmaximierung machen. Oder wie wäre es mit den Chefs der Waffenkonzerne? Oder bleibt von mir aus bei Tech-Firmen. Aber dann geht man doch nicht gegen Bill Gates sondern gegen Leute wie Larry Ellison, der m.W. nie auch nur versucht hat, mit seiner Kohle mal etwas positives zu tun. Oder gegen Jeff Bezos von mir aus.
Update: Der Bill-Gates-Bullshit in meiner Inbox wird immer dichter. Jetzt kommen so Kritikpunkte wie dass Bill Gates impffixiert sei und seine Stiftung auch mal was für Bildung und Ernährung tun sollte. Und wisst ihr, was der erste Link in dieser Mail war? Telepolis von 2016. Und wisst ihr, was Telepolis 2016 schrieb? Ich zitiere mal:
Fakt ist: Die BMGF investiert mehr Geld in globale Gesundheits-, Bildungs- und Ernährungsprojekte als jede demokratisch gewählte Regierung der Welt.
Leute, ich hab echt keinen Bock auf euren Spam. In Fragen wie Bill Gates bin ich nicht an eurer Meinung sondern an Argumenten interessiert. Wer es nicht schafft, mir Argumente zu schicken, die die ersten 10 Sekunden nach Öffnen der E-Mail überleben, der sollte mir und sich selbst den Gefallen tun und mir lieber keine Mails schicken.
Die „Corona-App“ ist ein Projekt der Bundesregierung. Basierend auf einer dezentralen Softwarearchitektur wird angestrebt, sie durch die Deutsche Telekom und die SAP zu entwickeln und zur Marktreife zu bringen. Die Fraunhofer-Gesellschaft und das Helmholtz-Institut CISPA stehen bei der Entwicklung beratend zur Seite.Ach du je. Die Telekom und SAP? "Marktreife"? Von welchem Markt reden die da? Der mit den anderen konkurrierenden Corona-Apps?
Mal unabhängig von den konkreten Namen: Das sind zuviele Player. Wenn du willst, dass das was wird, dann muss das eine spezialisierte kleine Firma machen. So klein, dass "die App ist Scheiße, ihr fixt das jetzt sonst gibt es kein Geld" eine ernsthaft Drohung ist. Und nicht so klein, dass der CEO dich bescheißt wie Startups ihre Investoren bescheißen. Und nur Projekte vergeben, bei denen das Scheitern nicht für den Auftraggeber schlimmer ist als der Ausfall für den Auftragnehmer wäre.
Sobald mehr als ein Player beteiligt ist, geht es in Meetings nur noch um die Schuldfrage und das verzögert sich alles endlos. Vier Player plus das beaufsichtigende Kanzleramt? Das wird nichts.
Update: Das heißt aber auch, dass sie noch keine nennenswerten App-Fragmente fertiggestellt hatten, sonst würde man ja nicht mal eben den Zulieferer wechseln. Oder es heißt, dass die App nach wie vor von studentischen Hilfskräften bei Fraunhofer im Homeoffice zusammengeklebt wird, und sie namedroppen Telekom und SAP bloß, damit das seriöser aussieht.
Wobei, wenn man mal ehrlich ist: Wenn "die Telekom" eine App entwickelt, oder irgendwer, dann sind das eigentlich immer gerade so knapp volljährige unerfahrene Ausgebeutete im Homeoffice oder einer Miet-Share-Büro-WG irgendwo. Ob die jetzt noch als Studenten eingeschrieben sind oder nicht spielt höchstens für deren Krankenversicherung eine Rolle.
Man muss glaube ich mal eine Sache ganz klar ansagen: Eine App entwickelt man nicht mal eben. Einen Prototypen entwickelt man mal eben. Wenn man ein unseriöses Startup ist, dessen CEO gerade ein paar Investoren beschubsen muss, damit er die nächste Finanzierungsrunde kriegt, dann shippt man das und belügt die Investoren über den Reifegrade und verschweigt ihnen das Ausmaß des Versagens der App im Feld. Wenn man eine Firma wie die Telekom oder SAP ist, und das tatsächlich selbst entwickelt (und nicht an eine zugekaufte Ranzklitsche vergibt), dann bewegt sich das alles in Zeiträumen, dass sich von alleine Covid-Herdenimmunität eingestellt hat, bis die App geshippt wird. Weil sie vorher die Qualitätsanforderungen nicht erfüllt.
Das heißt nicht, dass das eine schlechte Idee ist. Das heißt, dass wir bei der nächsten Pandemie wahrscheinlich eine App fertig hätten. Ist ja auch was!
Bittorrent funktioniert so, dass du vorher weißt, welche Datei du kriegst. In der torrent-Datei oder dem Magnet-Link steht der Hash der Daten drin. Du weißt, ob du die richtigen Daten gekriegt hast, weil der Hash sonst nicht stimmt. Bittorrent hat da einen schlauen Kniff namens Merkle Tree am Start, um auch schon einzelne falsche Fragmente erkennen zu können und nicht erst am Ende merkt, dass der Download für die Tonne war. Und selbst damit sind die Probleme noch nicht gelöst.
Wenn dich jemand ärgern will, announced er einfach öffentlich, er habe Segment 23, und schickt dir dann halt kaputte Daten. Wenn das genügend viele Leute machen, dann denkt der Bittorrent-Client immer, da war halt das Netz gerade kaputt, und versucht es beim selben Sender nochmal. Und natürlich kommt es auch vor, dass für einige Segmente gar keiner online ist, der die hat. Dann hängt euer Torrent halt ewig.
So und jetzt kommt bei den Covid-Daten dazu, dass die dynamisch sind. Da fallen ständig welche weg und an anderer Stelle kommen neue dazu. Woher weißt du als Client, dass die Daten OK sind, die du gerade kriegst? Da müsste man dann irgendwas mit Krypto-Signaturen machen, und der Client müsste die Signaturen prüfen können, d.h. die müssten dann von "der Behörde" signiert sein, damit es nur einen Signierer gibt und man den Public Key von dem halt in die App packen kann. Wenn man das so macht, hat man ein sogenanntes Revocation-Problem, falls der Key abhanden kommt.
Aber nehmen wir mal an, das sei alles gelöst.
Dein Telefon müsste jetzt die ganze Zeit online sein, um seine Fragmente anzubieten. Nehmen wir mal an, man nimmt Bittorrent-Tech wie eine distributed hash table, um das zuständige Gerät zu einem Fragment findbar zu machen.
Das ist schon im Bittorrent für die Raubkopierer Scheiße, weil es heißt, dass ein Abmahnanwalt die IP finden kann. Wenn jeder nur seine eigenen Fragmente hostet, dann ist das noch schlimmer. Dann findet man nicht nur raus, wer teilnimmt, sondern man findet die aktuelle IP zu einem gegebenen Fragment, und weil die jetzt gerade online sein muss, damit ich da Tokendaten abholen kann, kann ich auch eine Geolokalisierung machen und sehen wo das Gerät gerade grob ist. Das sind alles Daten, die man nicht rausrücken will.
Ich will jetzt nicht behaupten, dass da gar nichts geht, aber das ist bei weitem nicht so ein Selbstläufer, wie der eine oder andere anzunehmen scheint.
Übrigens, am Rande. Wenn ihr euch mal die DP-3T-Dokumente anguckt, dann werdet ihr sehen, dass das recht nahe an dem Konzept war, das ich hier als Idee eines Kumpels präsentiert habe. Das lag jetzt nicht daran, dass mein Kumpel sich deren Proposal angeguckt hat, sondern dass das halt das "naheliegende" Verfahren ist. Also für Leute, die hauptberuflich Krypto-Protokolle machen.
Ich sagte ja schon in meinem initialen Beitrag zu Corona-Apps, dass DP-3T aussieht, als hätten da Leute dran gearbeitet, denen Datenschutz wichtig ist. Aber wie dort auch gesagt: Da gibt es noch genügend andere Dinge, die man in so einer App verkacken kann.
Ich weiß nicht, ob ihr mal Bergwandern gemacht habt. Da wandert man stundenlang über mehr oder wenige einsame Bergwege, und man macht sich die ganze Zeit vor, man sei so gut wie da. Nur noch um die Ecke da, dann muss da die Hütte sein, zu der wir wollten. Bergwandern kann man nur machen, wenn man sich entweder selbst bescheißen kann, dass man gleich da ist, oder einen Weg gefunden hat, die früher oder später einsetzenden Schmerzen zu ignorieren. Beim Programmieren ist das leider genau so. Wenn daher jemand kommt und sagt, er hackt mal eben ne App, dann könnt ihr euch sicher sein, dass der zur ersten Gruppe gehört. Der redet sich gerade selbst ein, er sei so gut wie da. Weil er genau weiß, dass er sonst auf halbem Weg scheitern wird und aufgeben muss. Glaubt so jemandem kein Wort.
Die "ich spür keinen Schmerz"-Methode ist auch sehr verbreitet in der IT. Das sind die Leute, die sich zwölf Dutzend Libraries und Frameworks und Datenbanken und andere Abhängigkeiten in ihre Projekt reinholen und dann "schnell fertig" sind. Nur dass die Schmerzen für die ganzen beweglichen Teile halt auf den Endanwender abgewälzt werden, und auf den, der den Scheiß dann warten soll.
Eine ordentliche App braucht ihre Zeit. Sowohl im Design der Protokolle als auch in der Umsetzung, dem Testing, und so weiter. Ich weiß: Ihr wisst das alle. Ich wollte es nur mal wieder angesagt haben. Weil auch IT-Anwender sich gerne Dinge einreden, die nicht der Realität entsprechen.
Es ging damit los, dass jemand meinte: Hey, wir brauchen eine App.
Da war die Sache eigentlich schon klar.
Ich weiß nicht, wer das war, aber ich vermute einen bekloppten Big-Data-Sprallo, der mal eine Familienpackung KI-in-der-Cloud-Bullshit an den Steuerzahler verkaufen wollte.
Ich hörte das Gerücht, dass es Hans-Christian Boos war. Ich hatte mit dem noch nie was zu tun, insofern kann ich nicht einschätzen, was der kann. Aber seine Selbstdarstellung checkt einmal alle Boxen. Da muss ich echt aktiv meinen Würgreiz unterdrücken, wenn ich das lese. Oh und er ist im Digitalrat der Bundesregierung. Das spräche gegen die Kompetenzvermutung. Aber wer weiß, ich kenn den nicht. Und ich hörte, der sei eigentlich schon eher einer der Guten, nur halt irgendwie komisch sozialisiert mit seinem Big-Data-KI-in-der-Cloud-Scheiß.
Aber gut, ignorieren wir mal, aus welcher Ecke das kommt. Ergibt das denn inhaltlich Sinn, wenn wir die Bewegungsdaten tracken?
Naja. Kommt drauf an. Man könnte sich da Szenarien vorstellen, wo sagen wir mal jemand merkt, dass er infiziert ist, und man dann bei den Handydaten mal guckt, mit wem der so Kontakt hatte in den letzten zwei Wochen. Dafür würde es reichen, wenn dein Handy ein Profil speichert und nach zwei Wochen immer rausaltert. Man will ja in der Situation auch selber Menschen retten, an deren Ansteckung man beteiligt war, insofern würde es reichen, wenn das freiwillig stattfindet und die Daten überhaupt nur entschlüsselt werden, wenn der Eigentümer des Geräts zustimmt.
Aber, wenn ihr mal genau hinguckt: Das ist nicht das Modell, um das es hier geht. Die Debatte geht darum, ob man die Daten zentral (d.h. auf einem Server der EU) speichert oder dezentral (jedes Land hat eigene Server). Kein Mensch redet von einer Variante, wo die Daten auf deinem Handy bleiben.
Also muss ein anderes Szenario gemeint sein. Wenn man da mal ein bisschen guckt, findet man nur so Big-Data-Allgemeinplätze und Forschungsinteresse, die so neutral wie Strömungsmechanik in Gewässern formuliert werden.
Aber nehmen wir mal an, das hätte alles Hand und Fuß.
Grundsätzlich klingt dezentral ja schonmal besser als zentral. Es gab da einen Vorschlag für eine Plattform namens "PEPP-PT" (was für ein bekloppter Name!), wo die Daten landen. Und da gab es einen Untervorschlag namens "DP-3T", der zumindest von den Zieldefinitionen her klang, als wäre da jemand am Datenschutz interessiert. Der verschwand dann plötzlich vor ein paar Tagen von der Webseite von PEPP-PT, und die Leute, die den eingereicht hatten, waren anscheinend genau so überrascht wie die Beobachter von außen. Die sprangen daraufhin von dem Projekt ab, wie auch das Helmholtz-Zentrum. Und jetzt stehen alle vor den Trümmern und keiner will es gewesen sein.
Fakt ist, dass alle Vorschläge für eine App, die Bewegungsdaten sammelt, sehr kritisch gesehen werden müssen, weil das Missbrauchspotential so enorm ist.
Auf der anderen Seite sehe ich aber auch überhaupt keinen Anlass für die Annahme, dass die den Rest hingekriegt hätten. So eine App hätte ja noch andere Parameter. Wie sie sich z.B. auf die Akkulaufzeit auswirkt, wieviel Daten das verschickt, wer für die Übertragung der Daten zahlen soll, wer den Speicher betreibt, etc. Und so eine App wird ja auch gerne mal vom OS gekillt, wenn sie keine interaktive Komponente hat und der Benutzer gerade andere Dinge tun will, oder wenn sie zuviel Strom verbraucht hat.
Kurz gesagt: Hängt euch mal nicht am Datenschutz auf. Da kann man noch viel mehr Dinge verkacken. Und so wie es im Moment aussieht ist das so ein fraktal verkacktes Ding wie BER. Egal wo du konkret hinschaust: alles ist vergiftet.
Was ist denn z.B. wenn jemand an ein paar alten Leuten mit Vorbelastung vorbei geht, die aber kein Handy haben? Oder deren Handy ist aus weil der Akku alle ist? Oder die haben noch ein Uralt-Gerät ohne Apps und Bluetooth?
Ich persönlich halte die ganze Debatte ja für Ablenkung. Damit ihr das Gefühl habt, es geschieht was. Denn wenn ihr nicht das Gefühl habt, dass was passiert, stellt ihr möglicherweise den Rest des Maßnahmenkatalogs in Frage, und das wäre Scheiße für alle. Daher simulieren sie jetzt vor euren Augen ein neues Maut-Debakel.
Gehen Sie weiter. Hier gibt es nichts zu sehen.
Nee, warte, gehen Sie nicht weiter! Bleiben Sie drinnen!
Update: Ihr wisst, dass ich Recht habe, wenn sie das jetzt nach Strich und Faden verkacken, und dann sagen, die Datenschutzanforderungen seien Schuld gewesen. Dann wisst ihr, dass sie euch dreist ins Gesicht lügen.
Update: Das ist auch eine gute Gelegenheit, nochmal die CCC-Prüfsteine für solche Apps zu verlinken.
Update: Für die Nicht-Techniker unter euch: Habt ihr schonmal Bluetooth-Discovery in eurer Wohnung gemacht und Drucker oder Fernseher des Nachbarn gesehen? Das Problem wird auch diese App haben. Das sorgt dann für eine Tonne False Positives in der Datenbank und könnte dem ganzen Projekt das Genick brechen.
Update: Ein Leser hat mich noch auf diesen offenen Brief hingewiesen, den einmal alle Forscher mit Rang und Namen in dem Bereich unterschrieben haben. Inhalt:
Thus, solutions which allow reconstructing invasive information about the population should be rejected without further discussion.
Update: Es gibt da noch ein paar Gerüchte gerade. Eines ist, dass die Bundesregierung erkannt hat, dass das nur mit einem Vertrauen-Sie-Uns-Siegel der Datenschützer von der Bevölkerung angenommen wird, und haben daher angesagt, dass das von Datenschützern auditiert werden muss. Die Datenschützer haben daraufhin gesagt, dass sie nur Lösungen auf Compliance auditieren können, wo die Daten zentral (oder von mir aus auf mehrere Locations verteilt aber jedenfalls nicht P2P!) lagern. Und damit fielen dann die P2P-Ansätze direkt raus. Im Übrigen ist auch völlig unklar, was eigentlich "dezentral" bedeutet. Jedes Land macht was eigenes? Verschiedene Organisationen haben eigene Server? Ganz eigene Software vielleicht? Nichts genaues weiß man nicht!
Ich bin mir ja sicher, dass das überhaupt nur mit Blockchain lösbar ist. Was das für Forschungsmittel freimachen würde!!1! *sabber*
Update: Das PEPP-PT-Konzept findet ihr hier, falls ihr mal nach den besonders schlimmen Stellen suchen wollt. PEPP-PT selbst ist anscheinend ein Fraunhofer-Forschungsmittel-Acquise-Projekt. Die haben erstmal alle Institute mit reingeholt, die nicht bei drei auf den Bäumen waren. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber bei Fraunhofer werde ich hellhörig. Besonders bei einem Projekt, wo es um meine Privatsphäre geht. Und wenn ich dann "vertrauen Sie uns" höre. Nein, Fraunhofer. Tue ich nicht.
Entweder man impft alle und kriegt so Immunität. Das scheitert im Moment daran, dass wir keinen Impfstoff haben.
Oder man lässt die Pandemie einmal die Gesellschaft durchseuchen, bis sich Herdenimmunität einstellt, weil alle das Virus schonmal gesehen haben. Das hat den Nachteil, dass auf dem Weg lauter Menschen sterben.
Oder man isoliert alle Menschen, bis die Infizierten Immunität entwickelt haben, und dann achtet man darauf, dass kein infektiöser Mensch Kontakt zu noch nicht immunisierten hat. Das ist leider nicht so wirklich realistisch als Strategie, außer man wohnt in einer Diktatur und packt alle Einreisenden in Quarantäne.
Das alles fußt auf der Annahme, dass einmal Infizierte Immunität entwickeln. Das funktioniert an sich bei praktisch allen Krankheiten so, das ist die Wirkweise unseres Immunsystems. Einige Erreger haben Gegenstrategien entwickelt. Grippeviren mutiert z.B. jede Saison ein bisschen, so dass die Immunität sie nicht kennt, weil sie wie eine neue Krankheit aussehen. Andere Viren verstecken sich in Zellen und lassen sich dort nicht ausrotten, nur eindämmen. Das sind dann Krankheiten, mit denen man Jahrzehnte lang lebt, und die ab und zu vielleicht wieder ausbrechen, wenn das Immunsystem gerade anderweitig eingeschränkt arbeitet. Herpes fällt mir da als Beispiel ein.
Warum erwähne ich das alles? Italien hat gerade ihre Quarantäne um zwei Wochen verlängert, weil Patienten weiter infektiös blieben, nachdem sie eigentlich durch waren mit der Krankheit. Wenn das bloß heißt, dass man halt länger isolieren muss, dann wäre alles gut. Wenn das heißt, dass sich generell keine vollständige Immunität einstellt, dann wäre Quarantäne als Gegenmaßnahme nur hilfreich, solange man sie komplett aufrechterhält. Das wäre nicht so gut.
Update: Drosten hat sich zu der Frage schonmal geäußert. Letztlich muss man unterscheiden, ob das Virus nachgewiesen wurde, oder ob infektiöse Viren nachgewiesen wurden. Der aktuelle Test schlägt auch auf tote und kaputte Viren an, und die scheidet der Körper nach einer überstandenen Infektion noch eine Weile aus. Drosten meint, sie hätten ausgiebig unter solchen detektierten Viren nach infektiösen Varianten gesucht und keine nachweisen können.
Auf einer dieser Sites habe ich die Tage ein Video geguckt, das noch borderline mainstreamfähig war. Es stimmt ja, dass unser System mit Fiatgeld und Zinsen auf geschöpftem Geld schon rein rechnerisch nicht lange haltbar ist, und von den Zahlen her drängt sich schon länger das Gefühl auf, dass da demnächst mal ein neues System hermuss.
Dieses Video hat diese Idee aber so formuliert, dass ich mich wie in einem Gottesdienst von Evangelikalen fühlte. Ich weiß nicht, ob ihr das mal erlebt habt, aber die glauben fest daran, dass Jesus zurückkommt, und zwar jetzt, innerhalb ihrer Lebenszeit. Leider muss dafür erst die Welt untergehen, und der Fokus davon ist das Gelobte Land. Daher sind Evangelikale die Hauptsponsoren von Waffenlieferungen der USA an Israel. Schau, das ist auch gar nicht unmoralisch, denn in der Bibel steht ja, dass das eh passiert. Wir beschleunigen es nur ein bisschen!!1!
Jedenfalls erinnerte mich das Gebaren des Vortragenden in dem Video an so einen Evangelikalen. Mit einer selbstverständlichen Selbstsicherheit trug der da sein Weltbild vor, dass ich instinktiv guckte, ob der vielleicht auch eine Art Bibel unterm Arm klemmen hat. Liebe Hörer, so ist die Welt. Ihr seid alles Schafe. Kauft Gold. Mein Highlight war, als er dann meinte: Wobei, Gold ist gerade knapp, und damit kann man beim Bäcker nichts kaufen. Kauft lieber Silber, das kriegt man noch.
Und auf der anderen Seite der Debatte ist unsere Politik, die sich gerade darüber unterhält, wieviel Geld man schöpfen und über der EU ausgießkannen sollte. Um die Wirtschaft zu retten. Damit wir wieder zum ewigen Wirtschaftswachstum zurückkehren können. Das wäre ja doof, wenn ausgerechnet in meiner Amtszeit das ewige Wirtschaftswachstum zusammenbricht!!1! Mit anderen Worten: Der selbe religiöse Eifer und die selbe unverdiente unerschütterliche Selbstsicherheit wie bei den Gold-Spinnern, nur in die andere Richtung.
Ich frage ich dann immer: Wo ist denn eigentlich die Vision? Wo wollen wir denn hin? Wenn mir das keiner erklärt, wieso sollte ich dann irgendwas tun? Wieso reden alle darüber, wie wir dieses System retten können, das uns offensichtlich (und zwar nicht nur in Zeiten einer Pandemie) zum Nachteil gereicht? Wieso redet keiner darüber, wie ein besseres System aussähe? Ich rede hier nicht nur vom bedingungslosen Grundeinkommen.
We have been contacted this week by representatives of NHS procurement all over the country, trying to source basic protective equipment and clothing.Nur ein Krankenhaus hat den Zuschlag gekriegt, aber viele haben angefragt.Wenn ein dystopischer Roman das als Plot-Element gehabt hätte, wäre ich echt beeindruckt gewesen. (Danke, Patrick)
Ich habe mich gestern kurz mit einem texanischen Trump-Wähler unterhalten.
Erste Erkenntnis: Das ist kein Idiot oder Fanatiker, und der ist nicht unterdurchschnittlich informiert. Das ist ein Familienvater, der sich Sorgen um die Zukunft macht. Genau die Art von Trump-Wähler, die theoretisch auch zu den Democrats wechseln könnte.
Und wisst ihr, was der mir gesagt hat? Die Lefties, sagte er, die nutzen diesen Corona-Scheiß gleich wieder, um ihre Agenda-Punkte durchzudrücken.
So sehen Trump-Wähler das Tagesgeschehen. Und deshalb wird Trump wiedergewählt werden.
Die Linken agieren immer, als spiele politische Glaubwürdigkeit keine Rolle, als müsse man niemanden überzeugen, weil man offensichtlich auf der richtigen Seite ist. Mal kurz von außen betrachtet haben weder die Republikaner noch die Democrats eine überzeugende Vorbereitung oder Reaktion auf diese Pandemie vorgelegt.
Ich würde mir ja wünschen, dass die Linken eines Tages anfangen, ihre realen und potentiellen Wähler wie denkende Menschen zu behandeln. Menschen, denen man seine Positionen erklärt, und wieso man sie hält. Die man mit inhaltlichen Argumenten zu überzeugen versucht.
Ich vermisse den Gysi.
Die Priorisierung von Patienten sollte sich deshalb am Kriterium der klinischen Erfolgsaussicht orientieren, was nicht eine Entscheidung im Sinne der „best choice“ bedeutet, sondern vielmehr den Verzicht auf Behandlung derer, bei denen keine oder nur eine sehr geringe Erfolgsaussicht besteht. Vorrangig werden dann diejenigen Patienten klinisch notfall- oder intensivmedizinisch behandelt, die dadurch eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit bzw. eine bessere Gesamtprognose (auch im weiteren Verlauf) haben. Die Einschätzung der klinischen Erfolgsaussicht muss für jeden Patienten so sorgfältig wie möglich erfolgen.
Update: Der Link war ziemlich schnell tot. Der hier geht noch. (Danke, Felix)
Telekom: https://www.optout-service.telekom-dienste.de/public/anmeldung.jsp
O2/Telefonica: https://www.telefonica.de/dap/selbst-entscheiden.html
Diese Daten werden aktuell für Staumeldungen und jetzt halt auch für Pandemiebekämpfung genutzt, insofern gibt es handfeste Argumente, um sich da nicht auszutragen. Aber die Entscheidung liegt bei euch. Gegen die Auswertung durch freidrehende Sicherheitsbehörden hilft das freilich nichts.
Der Hinweis kam ursprünglich über den C3D2 (CCC Dresden) rein.
Update: Ich habe bei beiden Leserbriefe gekriegt, dass der Opt-Out gar nicht funktioniert. m(
Update: Bei dem Telekom-Link steht der Verdacht im Raum, dass das ein Scammer betreibt und nicht die Telekom.
Update: Der Telekom-Link gehört wohl tatsächlich der Telekom, auch wenn er original wie ein Phishing-Scam aussieht. Was dieser Entscheider bei der Telekom wohl beruflich macht? (Danke, Thomas)
Update: Die kriegt jetzt übrigens Hassmail von Idioten, die das Coronavirus für einen Hoax halten. Ich bin ja dafür, die alle in eine große Halle zu sperren und eine Coronaparty feiern zu lassen, bis die alle Beatmungsgeräte brauchen. Und ihnen dann erklären, wir hätten keine übrig, weil das ja ein Hoax war und wir deshalb keine angeschafft haben.
Der Effekt ist, dass Videokonferenzsysteme, wenn sie nicht von völlig inkompetenten Vollpfosten implementiert wurden, mit einer Größenordnung weniger Datenübertragung auskommen als ein Hollywood-Actionfilm oder gar ein gestreamtes Videospiel. Dieser Effekt macht so grob einen Faktor von 10 aus.
Es gibt allerdings auch einen Gegeneffekt. Videokompression kostet viel Rechenzeit. Wenn man mehr Rechenpower aufwendet, kriegt man effektivere Kompression. Bei Plattformen wie Netflix und Youtube lohnt es sich daher, einmalig in maximale Kompressionseffizienz zu investieren, weil man ja deutlich mehr ausstrahlt als man reinkriegt. Netflix und Youtube haben daher schon auf AV1 gesetzt, als das noch weit von Echtzeit-Kompressionsfähigkeit entfernt war. Heutzutage haben Grafikkarten auch Videokompressions-Hardware an Bord, aber die braucht für die gleiche Qualität im Allgemeinen deutlich mehr Bits als wenn man das in Software macht. Videokonferenzsysteme und Twitch-Streaming brauchen daher wegen ihrer Echtzeit-Anforderungen mehr Bandbreite. Dieser Effekt macht so grob einen Faktor von 2 aus.
Ein dritter Effekt hat wieder Vorteile für Filme statt Streaming: Für die Vorhersage überträgt man ein Standbild "aus der Zukunft", anhand dessen dann die Bilder dazwischen besser vorhergesagt werden können. Die Übertragung eines Standbildes kostet um die Faktor 100 so viele Daten wie die interpolierten Bilder zwischen Standbildern. Bei Konferenzen und Echtzeit-Streaming ala Twitch hat man keine Bilder aus der Zukunft, daher packt man auf den ganzen Stream ein bisschen Latenz. Aber nicht viel, denn das soll ja Echtzeit sein. Daher greift man nicht weit in die Zukunft und muss daher häufiger Standbilder übertragen. Bei undynamischem Content wie einer Telefonkonferenz kann das so Faktor 2 Bandbreitenbedarf ausmachen. Bei hochdynamischem Content wie einem Videospiel ist es eh egal, weil sich zwischen den Frames so viel ändert, dass man eh nicht so gut interpolieren kann.
Effekt 2 und 3 werden mehr als ausgeglichen durch den ersten Effekt, weil sich in Videokonferenzen im Allgemeinen kaum jemand bewegt und sich das daher super komprimieren lässt.
Wenn es jetzt also tatsächlich Knappheit im Internet gäbe (und nicht nur innerhalb der Netze von Kapitalisten-ISPs, die nie was in Netzausbau investiert haben), und man eine Stellschraube drehen wollen würde, dann sollte man lieber bei Twitch und co drosseln als bei Youtube und Netflix. Die arbeiten jetzt schon sehr nahe am technisch machbaren. Und man könnte Streamer aufrufen, nicht so rumzuwackeln :-)
Update: Was auch super gut komprimiert sind Vorträge, außer wenn der Kameraengel auf Speed war und die ganze Zeit die Kamera umschaltet und herumzoomt. Ihr könntet also die Zeit gerade gut nutzen, um euch mal die ganzen alten Kongressvideos vom CCC reinzuziehen. Weil solcher Content gut komprimiert müsst ihr euch auch kein schlechtes Gewissen machen, zuviel Bandbreite verschwendet zu haben.
Update: Noch ein paar Details. Man kann die Qualität der Standbilder runterdrehen, um Bandbreite zu sparen. Die Details kann man dann mit den Interpolations-Frames nachliefern. Der Effekt ist etwas, das ihr bestimmt schon mal bei einem Livestream gesehen habt: So ein "pumpen" der Qualität. Man kriegt immer ein total verwaschenes Bild und das wird dann rapide besser aufgelöst. Das macht niemand freiwillig, sondern das passiert, wenn man Codecs im Fernsehmodus betreibt. Fernsehen wird traditionell über Transponder in Satelliten gemacht, und jeder Kanal hat eine bestimmte Bandbreite. Die darf dann aber auch nicht überschritten werden. Daher waren die ersten Codecs auch alle auf eine fixe Bandbreite ausgelegt. So machen das aber heute weder Videokonferenzen noch Youtube noch Twitch. Im Internet überträgt man halt mehr Daten, wenn die Szene mehr Bandbreite braucht. Beim Digitalfernsehen teilen sich mehrere Kanäle einen Transponder. Die erste Gammelhardware hat dann halt jedem Kanal ein festes Stück Bandbreite gegeben, auch wenn auf Kanal 1 ein Testbild lief und auf Kanal 2 ein Actionfilm. Das ist heute nicht mehr so.
Update: Oh einen noch. Firefox und Chrome haben keinen Support für H.265 eingebaut. Das ist einer der Gründe, wieso es von Netflix unter Windows eine App gibt. Die kann dann H.265 verwenden und kommt mit weniger Bandbreite aus. Jedenfalls war das immer so. Jetzt rollt Netflix gerade AV1 aus, was auch Chrome und Firefox können. Damit wäre der Vorteil der App dann dahin.
Update: Ach du je, Twitch empfiehlt ernsthaft ihren Streamern konstante Bitrate. Der Hintergrund wird sein, dass sie keine Bandbreiten-Peaks haben wollen, wenn das Spiel hektisch wird. Aber das heißt, dass alle anderen Streams völlig sinnlos Bandbreite verplempern. Ich nehme also meine Aussage von oben bezüglich Twitch zurück und empfehle die Schließung von Twitch statt der Drosselung von Youtube und Netflix. Was für Pfeifen.
Der Punkt bei Social Distancing ist ja, dass man die Kurve flachhält. Man nimmt an, dass am Ende eh alle infiziert sein werden, und man will den Weg dahin so verzögern, dass die ganze Zeit über genug Krankenhausplätze frei sind, um die Notfälle zu versorgen.
Das heißt aber auch, dass wir hier nicht von ein paar Wochen reden, oder auch ein paar Monaten.
Ausgerechnet die Briten sind da jetzt ehrlich mit.
Angesichts der Zahlen würde ich von noch länger ausgehen. Außer wir finden irgendwann eine Impfung oder supereffektive Behandlung, die die Intensivstationen freimacht. Dann könnten wir auch früher aufhören. Aber angesichts der Zeiträume, bis sowas eine Zulassung kriegt, sind wir da auch bei sowas wie 18 Monaten.
Ich rege mich seit vielen Jahren darüber auf, dass Security halt Zeit und Geld kostet und häufig keine guten Metriken abwirft, was man erreicht hat, aber Compliance bringt nichts und wirft Metriken ab, und am Ende machen die Leute alle Compliance und wundern sich, dass sie weiterhin alle ständig gehackt werden.
Stellt sich raus: bei Coronavirus gibt es auch Compliance. Da haben sie die Compliance-Checkliste gekriegt, dass Events ab 1000 Besuchern nicht mehr erlaubt sind. Also haben sie mitgezählt und ab dem 999. keinen mehr reingelassen.
Die Leitung hatte Roderick Cox inne, der das Nationaltheaterorchester elegant, straff und gut geordnet durch die Werke leitete und am Ende von den rund 999 Menschen bejubelt wurde.Wie jetzt? Was heißt hier rund 999? Macht ihr nicht mal eure sinnlose Compliance ordentlich?!?
Oh Mann. Der Einsender kommentiert:
Ich denke wir haben das was kommt nicht besser verdient.Seufz.
Wer darin jetzt einen schönen Bug findet, kann damit einmal alle Kunden von Avast hopsnehmen.
Damit man beim Bugsuchen nicht so viel Schmerzen hat, hat der gute Tavis das unter Linux lauffähig gekriegt. Viel Spaß!
So richtig belastbare Zahlen hatte keiner meiner Leser, aber ich habe diverse Einsendungen mit anekdotenhaften Zahlen gekriegt, und die lagen alle bei 1% oder weniger.
Das wäre deutlich geringer als bei z.B. typischen Eingriffen der plastischen Chirurgie.
Update: Andere Leser protestieren: Suizidrate bei transsexuellen Personen nach Geschlechtsumwandlungsoperation fast 20 Mal höher als in der Allgemeinbevölkerung. Und dieser Artikel von 2010:
Bei einer Umfrage erklärten 41 Prozent der amerikanischen Transsexuellen, sie hätten bereits versucht, sich das Leben zu nehmen - in der Gesamtbevölkerung liegt die Selbstmordversuchsrate bei 1,6 Prozent.
Update: In dem Artikel steht das leider nicht drin, aber andere Leser erklären mir jetzt, dass die 40% Suizidrate nicht Reue nach dem Eingriff ist, sondern vorher.
Tolle Idee, Florian! Und wer nicht will, den foltern wir einfach! Manchmal muss man Gesetze eben anpassen!
Lass uns am besten mit Florian Post anfangen. Ich beschuldige ihn hiermit irgendeiner hinlänglich fiesen Straftat. Mal gucken, wie lange er gefoltert werden muss, bevor er merkt, dass das im Moment eine gute Regelung ist.
Ich bin auch mal gespannt, was es eigentlich braucht, bevor die SPD jemanden rauswirft, weil er offensichtlich die freiheitlich-demokratische Grundordnung zerstören will. Ich rufe Innenministern ja nicht häufig Worte der Anfeuerung zu, aber heute ist eine Ausnahme. Kommt, liebe Innenminister. Schickt mal eure Geheimdienste los und sperrt diesen Gefährder weg. Sein Wahlkreis ist in Bayern. Das Polizeigesetz dort gäbe das her. Also los. Worauf wartet ihr?
Ich will mal exemplarisch eine rausgreifen: Die WHO weigert sich, das Wort "Pandemie" in den Mund zu nehmen, weil das Bonds triggern würde, die den ökonomisch Riesenschäden verursachen würden.
Wer genau hinguckt, dem fällt als erstes auf, dass der Text von 425 Millionen redet, die Schlagzeile macht daraus aber mal eben kurz Milliarden. Gut, geschenkt.
Aber gucken wir doch mal. Es gibt tatsächlich einen Katastrophen-Bond bei der Weltbank für die Finanzierung von Pandemie-Gegenreaktionen. Allerdings triggert der nicht in Abhängigkeit davon, was die Weltbank für Wörter in den Mund nimmt, sondern dafür muss es 2500 Tote geben (das wäre erfüllt) und mindestens 20 Tote in einem zweiten Land als dem ursprünglichen Ausbruchsgebiet. Das ist noch nicht erfüllt.
Ein Katastrophenbond funktioniert wie eine Versicherung. Man kann den kaufen, und wenn die Katastrophe eintritt, dann ist die Kohle halt weg. Man wettet als Spekulant also darauf, dass nichts passiert. Dafür kriegt man dann eine vergleichsweise bombastische Rendite von 14% (im aktuellen Zinsklima praktisch einzigartig). Im Moment scheint der Markt davon auszugehen, dass die Kohle bald ausgezahlt wird.
Gibt es denn jetzt gar keine Verschwörung? Naja, ganz so einfach ist es doch nicht. Hier gibt es einen Twitter-Thread mit Quellen-Links. Und da stellt sich raus: Der eigentliche Skandal bei der Geschichte ist, dass der Großteil des Geldes für "Gebühren" draufgeht, anstatt tatsächlich für Pandemieeindämmung zur Verfügung zu stehen.
That's not to suggest the fund is entirely useless. Roughly $20 million US was put to work against an Ebola outbreak in the Democratic Republic of Congo in February of last year, followed by another $30 million in August.That money certainly helped limit the damage, but since its inception, the fund has done more to help bankers and investors rake in fees and returns than it has helped doctors access resources on the ground.
(Danke, Fabian)
Wie kommen sie zu dieser grotesken Zahl? Festhalten!
In diesem Fall will Frontex zudem Kosten für externe Privatanwälte in Rechnung stellen, die die Behörde gar nicht hätte engagieren müssen. Denn die eigene Rechtsabteilung von Frontex ist gut ausgestattet.Das ist AFAIK echt Neuland. Mein Stand war, dass es unzulässig ist, dass eine Behörde Anwaltskosten in Rechnung stellt, weil sie eine eigene Rechtsabteilung hat und ihr daher keine Anwaltskosten für die Verteidigung entstehen. Das ist ein Riesenskandal und ich hoffe, dass Frontex dafür gewaltig einen in die Fresse kriegt.
Wenn alle Bürger gesetzlich versichert wären, könnten die Beiträge sinken. Zu diesem Ergebnis kommt die Bertelsmann-Stiftung und fordert das Ende des dualen Systems.Da war wohl der Zensor pinkeln. Diese Art von Meldung kommt normalerweise nicht raus, wenn jemand bei der Bertelsmann-Stiftung einen unabhängigen Gedanken hat, was für sich genommen auch eher selten ist fürchte ich.
Auch dieser Gedanke kommt nicht von den Bertelsmännern sondern die hatten ein Institut beauftragt, und die haben offenbar das Memo nicht gekriegt, dass diese Art von Ergebnis nicht veröffentlicht werden darf. Schon gar nicht, wenn man daraus schließt, dass die privaten Versicherer weg müssen. Das Mindeste wäre die Forderung gewesen, die staatlichen Versicherungen plattzumachen.
Lustig auch die Box, mit der das ZDF erklärt, wer die Bertelsmann-Stiftung ist:
Die Bertelsmann-Stiftung setzt sich weltweit für Bildung, Demokratie, Wirtschaft und Soziales, Gesundheit und internationale Verständigung ein.Oh ACH SO ist das! Mit Freihandels-Extremismus, Globalisierungs-Redikalismus und Austerity-ist-güt-für-euch-Fundamentalismus haben die nichts zu tun, ja? Das sind gar keine Markt-Radikalinskis?
Laut der Studie gibt es nicht nur finanzielle Gründe für ein Ende des dualen Systems. Vor allem sprechen nach Ansicht der Autoren Gerechtigkeitsargumente gegen die Trennung von Gesetzlicher (GKV) und Privater Krankenversicherung (PKV).OK jetzt wird mir das wirklich unheimlich gerade. Ist das eine Bertelsmann-Stiftung aus einem Paralleluniversum, das durch einen Quantentunnel zu uns rüber diffundiert ist?
Und was sagen sie dazu?
Vielen Dank für den Hinweis. Es ist uns ein Fehler in der Bildbearbeitung unterlaufen.Oh ach so. Na dann ist ja alles gut.
Aber wartet, geht noch weiter:
Dafür gab es keinen redaktionellen Anlass.Wait, what?! Wenn jemand einen "redaktionellen Anlass" konstruiert kriegt, dann ist es OK, sinnentstellend Videomaterial für die Nachrichtensendung zu manipulieren?!?!?
Äh … was für redaktionelle Anlässe wären das denn, wenn ich fragen darf? (Danke, Christian)
Das Pentagon hatte doch einen monströsen Cloud-Deal ausgeschrieben, im Wert von zweistellig Milliarden Dollar. Unfassbar viel Geld. Amazon hätte es als Platzhirsch normalerweise gekriegt, aber Jeff Bezos hat ja mit ein paar Münzen aus seiner Sofaritze die Washington Post gekauft, und die mag den Trump nicht so. Der Trump mag die auch nicht.
Also hat Trump persönlich interveniert, in seiner Rolle als Oberbefehlshaber des US-Militärs, und hat denen gesagt, sie sollen lieber bei Microsoft Azure kaufen. Das jedenfalls glaubt Amazon, und gänzlich absurd ist die Vorstellung ja nicht.
Jedenfalls hat Amazon dann angefangen, vor Gericht herumzustänkern. Und jetzt? Jetzt hat ein Bundesrichter entschieden, dass die Arbeit am Pentagon-Azure erstmal gestoppt werden muss.
Stellt euch mal vor, ihr arbeitet bei Microsoft an Azure, und dann kommt so ein vergifteter Auftrag vom Pentagon rein. Ihr würdet gerne glauben, dass ihr den gekriegt habt, weil euer Angebot besser war. Und war es vielleicht auch. Das muss gerade echt für alle eine Scheißsituation sein. Außer Trump. Der badet ja gerne in Fäkalien, den stört der Gestank nicht.
Security is hard. Let's go shopping!
Aber macht euch keine Sorge, denn die spendet er.
Einem AfD-nahen Verein namens "Vereinigung der Opfer des Stalinismus".
Ach komm, Fefe, nur weil das wie Nazi-Sumpf und Vertriebenenkult klingt, muss das doch noch kein AfD-naher Verein sein!
Stimmt. Allerdings... kandidierte ihr Vorsitzender für die Thüringer AfD. Das könnte man vielleicht als Indiz gelten lassen. Oder vielleicht dass 2006 ihr Bundesvorsitzender zurücktreten musste, weil er Juden und Muslime als "Besatzungsmächte" bezeichnet hatte.
Soviel also zu der "im Zweifel für den Angeklagten"-Theorie, dass die FDP da versehentlich hereingerutscht ist und nichts dafür kann, dass sich die AfD an sie ranwirft. Vielmehr wächst da zusammen, was zusammengehört oder offenbar eh schon zusammen in einer WG wohnt.
Ich glaube, ich kann für alle EU-Bürger sprechen, wenn ich sage: Na endlich.
Ich fand ja diese Brexit-Beobachtung der EU die ganze Zeit wie so Unfall-Gaffer auf der Autobahn. Wir hätten den Rettungskräften nicht im Weg stehen sollen. Die hätten zwar nichts gerettet, aber bis das klar gewesen wäre hätte nicht so viel Zeit ins Land ziehen müssen.
Und den Briten rufe ich zu: Gut. Das ist ein Moment der Emanzipation. Emanzipation ist immer schwierig und mit Entbehrungen verbunden, und manchmal merkt man nach einer Weile, dass es gar keine Unterdrückung war sondern Zusammenarbeit und jetzt schlimmer ist als vorher, aber dafür muss man den Schritt erst mal gegangen sein.
No hard feelings. Ihr könnt gerne wieder zurück in die EU, aber solche Early Bird-Sonderkonditionen kriegt ihr dann nicht nochmal. Macht aber nichts. Kroatien hat auch keine Sonderkonditionen gekriegt und hat es bislang überlebt.
Ich glaube ja, der erste Konflikt zwischen der EU und UK wird um Fischerei gehen.
Hier ist Chinas Reaktion darauf.
On the eve of the Lunar New Year, transportation was shut down Friday in at least 10 cities with a total of about 33 million people.Das ist ja schonmal heftig, aber fast noch krasser fand ich das hier:“To address the insufficiency of existing medical resources,” Wuhan authorities said in a Friday notice, the city is constructing a hospital modeled after the Xiaotangshan SARS hospital in Beijing. The facility will be a prefabricated structure on a 25,000- square-meter (270,000-square-foot) lot, slated for completion Feb. 3.Wir bauen mal eben ein Krankenhaus für 1000 Betten. Fertig ist es am 3. Februar.Das gibt es bei uns auch, aber dann ist das der 3. Februar 2030. Und wird viermal verschoben und doppelt so teuer wie geplant.
Entwickler von Kinder-Apps hatten zuvor beklagt, das neue Regelwerk sei zu unspezifisch und mache Geschäftsmodelle wie eine Werbefinanzierung praktisch unmöglichJa genau! Das ist die Idee, ihr Übeltäter! Ihr solltet keine werbefinanzierten Apps für Kinder schreiben, ihr solltet in Isolationshaft im Knast sitzen.
Jedenfalls, Apple, wir erinnern uns, der Hüter der Moral, Ritter der Rechtschaffenheit, Beschützer der Kinder, was taten die? Na klar!
Es gibt aber neue Vorgaben für Anbieter: Kinder-Apps sollten für ein "sichereres Erlebnis" auf Werbung und auf Analyse-Tools verzichten, schreibt Apple nun in den App-Store-Richtlinien, beides könne in "begrenzten Fällen" aber erlaubt werden.Denn es stellt sich raus: Wenn man Schmarotzern das Geschäftsmodell wegnimmt, dann kann man auch nicht mehr die 30% Schutzgeld abgreifen, die man den auf der Plattorm gefangenen App-Entwicklern aus den Rippen schneidet.
Apple ist also noch schmieriger und noch ekliger als die Schleimbolzen, die werbefinanzierte Software für Kinder schreiben. Gratulation. Da willste doch Kunde werden!
Ich frage mich ja manchmal, was der Tim Cook eigentlich nachts zuhause mit seinem Partner macht, wenn die Puritaner so dermaßene Angst vor Sex haben. Es ging ja hier nie um die Kinder. Es ging darum, dass Apple auf einem Kreuzzug gegen nackte Haut ist. Ich vermute wegen einer krassen Psychose der Geschäftsführung. Oder fällt jemandem eine rationale Erklärung ein?
Anmerkung: In einer früheren Version dieses Textes war aufgrund eines Tippfehlers von "Protonen-Torpedos" die Rede. Im "Star Trek"-Universum finden allerdings "Photonen-Torpedos" Verwendung. Wir haben den Fehler korrigiert.Und DIE wundern sich dann, wenn ihre Arbeit nicht mehr respektiert wird.
Was war noch gleich eure Gegenutopie? Eine Vision würde mir reichen.
Habt ihr eine?
Nicht?
Wieso maßt ihr euch dann an, anderen Leuten ihre Utopien madig zu machen?
Wenn ihr schon fiktionale Torpedos nicht recherchiert kriegt, wieso sollte euch dann irgendjemand eure anderen Recherchen glauben?
Naja, das ist ja kein Problem, hat sich Intel gedacht. Produzieren wir halt hauptsächlich Xeons. Das sind die Server-Versionen ihrer Chips, für die sie unfassbare Freudenhauspreise aufrufen. Das Top-End-Modell mit 28 Kernen kostet aktuell über 15000€. AMDs Top-Server-Chip hat 64 Kerne und kostet die Hälfte.
Und jetzt? Jetzt kommt diese Meldung hier: Intel hat jetzt auch bei den Xeons Lieferprobleme. Wie zur Hölle ist das möglich? Wer kauft denn bei so einem Preis-Leistungs-Verhältnis noch Xeons?
Vor allem kommt da ja noch dazu, dass man bei Intel im Feld dann so je nach Workload bis zu einem Viertel der Performance für Mitigations für Sicherheitslücken ausgibt.
AMD hat eine viel günstigere Fertigungsstrategie, indem sie ihre Chips aus "Chiplets" zusammenpuzzeln, während bei Intel alles auf einem zusammenhängenden Chip ist, und bei der Fertigung steigt die Ausfallwahrscheinlichkeit mit der Fläche pro Chip, insofern kann es sein, dass bei Intel bei diesen Monster-Chips einfach nur eine sehr geringe Ausbeute durchkommt.
Ich hätte ja echt gerne mal belastbare Zahlen, wie viele Xeons Intel so pro Woche abgesetzt kriegt.
Update: Oh und Intel hat gerade auch noch Preissenkungen für Xeons verkündet. Was ist denn da los? Reden die Abteilungen nicht miteinander?
Wenn Software über Dateien oder das Netzwerk kommuniziert, dann muss man darauf achten, dass die Bytes in der richtigen Reihenfolge abgelegt werden, wenn mehr als eine Plattform an der Kommunikation teilnimmt. Das Problem nennt sich Endianness, ein altes Wortspiel. Man unterscheidet zwischen Big Endian (die wichtigsten Bytes zuerst) und Little Endian (die unwichtigsten Bytes zuerst). Intel ist Little Endian. "Die Anderen" waren mal alle Big Endian, inzwischen ist das häufig umschaltbar.
Typischer Deserialisierungscode sieht dann so aus:
unsigned int foo(const unsigned char* c) {
return c[0] + c[1]*0x100 + c[2]*0x10000 + c[3]*0x1000000;
}
unsigned int bar(const unsigned char* c) {
return c[3] + c[2]*0x100 + c[1]*0x10000 + c[0]*0x1000000;
}
Statt einem Load sind das vier, und lauter Addition und Multiplikation, die jeder aktuelle Compiler in Shifts umwandelt. Die Loads sind aber der teure Teil. gcc erzeugt für beide Funktionen vier Loads und lauter Shifts und Adds.Nun könnte der Compiler ja theoretisch auch erkennen, dass das als ein einziges Load abzuhandeln ist. Stellt sich raus: clang macht das! clang erzeugt für foo ein 32-bit Load und für bar ein Load und ein bswap (Endianness-Konvertierungs-Instruktion). Das ist mal echt beeindruckend. Ich habe einen Bug bei gcc gefiled, damit die das auch machen.
clang hat inzwischen zu gcc aufgeschlossen was die Qualität des optimierten Codes angeht. Sie setzen gerade zum Überholen an, ist mein Eindruck. Wenn clang noch eine saubere Cross-Compiler-Fähigkeit kriegt, ist gcc so gut wie tot.
Update: Einer der gcc-Leute hat mir geschrieben, dass gcc das für shift und xor schon kann, aber die Addition bringt ihn im Moment in dem Fall durcheinander. Klang als fixen die das jetzt mal eben. Fände ich gut.
An den Preisen hat das nichts geändert.
Wenn sie vorher jemanden gefragt hätten, der sich mit sowas auskennt, wäre das auch klar gewesen. Ein Tampon ist ja nicht so teuer, weil die Herstellung und die Steuer so teuer ist, sondern weil die Kundschaft so viel zu zahlen bereit ist.
Tilo Jung hatte neulich den Gründer von Einhorn im Interview, wo es am Rande auch darum ging, ob man neben Kondomen auch andere Dinge herstellen könnte, und er erklärte da seine Vision von fairer Entlohnung innerhalb der Firma und Zulieferkette und meinte, bei Kondomen sei halt so viel Luft im Preis, dass man da auch fair bezahlen könne, ohne teurer zu werden als die Konkurrenz. Bei Tampons sei das ähnlich.
Finde ich jetzt nicht überraschend.
Überraschend ist bloß, dass irgendjemand der Branche geglaubt hat, als sie uns ins Gesicht gelogen hat, dass man das 1:1 an die Kundinnen weitergeben werde. Ja nee, klar.
Update: Versteht eigentlich jemand, wieso sich da nicht ein paar Frauen zusammentun und eine Firma gründen, die diese Produkte zu fairen Preisen auf den Markt bringt?
Update: Ein Leser weist darauf hin, dass das Verhalten typisch ist, wie man schön sehen kann, wenn man einen Burger holt. Die Kasse fragt als erstes: Ist das für hier essen oder mitnehmen? Der Grund für die Frage ist, dass hier essen einen höheren Mehrwertsteuersatz kostet. Das Essen ist aber nicht billiger, wenn man mitnehmen sagt.
Damit gibt es direkt eine ganz neue Spekulation, wieso Trump den ermorden ließ. Die Amis haben nämlich in Saudi Arabien fette Militärbasen. Das ist ein alter Deal mit dem saudischen Königshaus. Die Amis haben Militärbasen und garantieren damit die Stabilität der Regentschaft des Haus Saud.
Nun haben die Saudis aber in den letzten Jahren so dermaßen krass viel Militärhardware gekauft, weil sie nicht wussten, wohin mit den ganzen Petrodollars, dass sie die Basen vielleicht gar nicht mehr ganz so dringend brauchen. Hauptsächlich eigentlich als Abschreckung gegen den Iran.
Die Amis haben als Gegenleistung nämlich von den Saudis auch Dinge gefordert, auf die die möglicherweise gar nicht so viel Bock haben, wie z.B. dass die Petrodollars wieder in die USA fließen sollen, und das hält die Zombie-Wirtschaft in den USA am Leben. Die Amis haben aber auch ihren Hebel gegen die Saudis benutzt, um die zum Ölpreissenken zu bringen, was ja nun überhaupt gar nicht im Interesse der Saudis ist, weil das ihren Haushalt in die roten Zahlen gedrückt hat. Die Amis wollten das tun, um Venezuela plattzumachen.
Jetzt bietet sich also die Theorie an, dass die Amis Wind gekriegt haben, dass die Saudis Vorkehrungen treffen, um sie und ihre Militärbasen rauszukanten. Und da haben sie schnell dem iranischen Unterhändler im Irak per Drohne einen Dolch in den Rücken gerammt. Wohl wissend, dass die Saudis da jetzt nicht groß protestieren können, denn offiziell sind die ja im kalten Krieg mit dem Iran. Und hoffend, dass der Iran das nicht verraten wird, dass sie Frieden mit den Saudis machen wollte, weil das vielleicht innenpolitisch nicht so zur Botschaft der Regierung passt.
Der Irak ist ja ein Vasallenregime der USA, daher war nicht damit zu rechnen, dass der Premierminister da persönlich an die Öffentlichkeit geht und das ausplaudert.
Er nahm nun an, hey, mein Arbeitgeber profitierte von meiner Arbeit, um die es hier geht, die werden mich schon nicht im Regen stehenlassen.
Nun, äh, ... doch. Würden sie. Leuchtet ja auch irgendwie ein. Die Kapazitäten sind damit gebungen, Politiker zu beschützen. Für so Journalisten und Normalos sind da keine Ressourcen frei.
Jetzt ist der BR-Intendant in die Schusslinie geraten, daher ist das ein guter Moment, um mal seine Wikipedia-Seite zu verlinken:
Von 2005 bis 2010 war Wilhelm Chef des Bundespresseamts und Regierungssprecher der Bundesregierung für das Kabinett Merkel I und Merkel II. Seit dem 1. Januar 2018 fungiert Wilhelm als Vorsitzender der ARD.Ja so jemanden willst du doch als Intendanten des "unabhängigen" öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben!!1! Jemanden mit Erfahrung als unkritisches Sprachrohr!1!! (Danke, Walter)
Heute morgen war ich zu spät dran und hab daher nicht mal mehr versucht, in den OpenBSD-Vortrag zu kommen. Den werde ich mir aber definitiv auf Video angucken.
Daher war mein erster Vortrag die Affäre Hannibal, von zwei taz-Journalisten, die da die Recherchen gemacht haben. Der Vortrag hat jetzt nicht so viele Neuigkeiten gebracht, wenn man der Story schon gefolgt ist, aber lohnt sich als Überblick trotzdem. Der Vortrag brachte mich auf die Idee für ein paar Medienkompetenzübungen. Man könnte z.B. mal ein Experiment machen, wie leicht es ist, aus zufälligem Rauschen Muster zu erkennen. Und das zweite Experiment wäre, mit der üblichen Rhetorik (in dem Talk hieß es sinngemäß, die hätten sich ja dezentral verwaltet und hätten sich nur unter Pseudonym gekannt teilweise; das ist beim CCC genau so!), die man so gegen die Nazis verwendet, um es gefährlich klingen zu lassen, über eine Organisation redet, in der man selbst Mitglied ist. Nur um mal zu merken, wie schnell sich ein gefährlich klingendes Narrativ konstruieren lässt. In diesem Fall gab es tatsächliche Dinge, auf denen das fußte, versteht mich nicht falsch. Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, gestohlene Bundeswehrwaffen und -Munition, etc. Die hatten Listen vonn Leuten, die sie nicht mochten, und man nimmt jetzt an, dass das eine Todesschwadron-Zielliste war. Das klingt auch für mich so. Auf der anderen pflegt fast jeder Twitter-Teilnehmer eine Liste von Leuten, die er nicht mag, und bei vielen ist die inhaltliche Rhetorik auch in eine Richtung, bei der man als neutraler Rechtsstaat eine Tötungsabsicht unterstellen könnte.
Der taz-Vortrag hielt sich aber mit krasser Rhetorik sehr zurück, das will ich hier ausdrücklich loben. Das Phänomen meine ich allgemein, nicht konkret auf den taz-Talk bezogen.
Der nächste Vortrag war ein Rückblick vom Peng-Kollektiv, der auch sehr empfehlenswert war. Das war nicht nur ein Jahresrückblick sondern ging länger zurück.
Der nächste Vortrag wird für mich über Finfisher sein, das machen ths und Ulf, das wird bestimmt lustig. Danach natürlich djb und Tanja in Saal 2 (ja, dafür lasse ich sogar eine Snowden-Liveschalte ausfallen). Danach kommt mein Kumpel Ilja mit seinem Kollegen Joseph und erzählt über Bootloader, das wird ein ganz großes Blutbad. Danach mache ich glaube ich ein bisschen Pause und gucke mir abends vielleicht noch das Schimpfwörterbuch an.
So langsam setzt dann auch eine gewisse Ermüdung ein, man wird halt auch nicht jünger :-)
Stimmt, aber der Kritikpunkt im Leserbrief war nicht, wie tief die SPD ihren Stammwählern in die Tasche greift, sondern dass sie schon wieder der falschen Seite in die Tasche greift.
Und hier noch ein Leserbrief mit ein paar Zahlen:
Hier spielt die Musik: OTC Derivate, insbesondere Zinsderivate.Es wiesen auch einige Leser darauf hin, dass da explizit von "Personen" die Rede ist, und fragten sich, ob institutionelle Anleger überhaupt betroffen sein werden.
Globales Nominalvolumen Mitte 2019 in US-$: 524 Billionen (deutsch) bzw. trillions (amer. En)
Zinsderivate in Euro: 135 Billionen (deutsch) bzw. trillions (amer. En)
OTC = Over The Counter, außerbörslich, InterbankenhandelAlle reden immer von Wertpapieren. Dafür muss das Asset aber erst mal als Wertpapier verbrieft werden. Dieser aufwendige Schritt entfällt bei Derivaten.
Die ganzen "toxischen" Wertpapiere gibt es in verschärfter Form (größerer Hebel möglich) und mit mehr Volumen als Derivate und wird dann Credit Default Swap genannt. Volumen hier ca. 4 - 8 Billionen (deutsch) bzw. trillions (amer. En) US-$.
Nebenbei stehen die Derivate nicht IN den Bilanzen der Banken sondern werden getrennt UNTER der Bilanz ausgewiesen.
Zum Vergleich dazu:
Globaler Aktienmarkt 2014: 69 Milliarden (deutsch) bzw. billions (amer. En)
Staatsanleihen 2014: 58 Milliarden (deutsch) bzw. billions (amer. En)
Die Zahlen mal ausgeschrieben :)
Zinsderivate: 524.000.000.000.000 $
Aktienmarkt: 69.000.000.000 $Auch wenn die Zahlen nicht aus den selben Jahren stammen, hat das keine große Auswirkung auf die Relation.
Die Banken sind nicht die Zielgruppe der Finanztransaktionssteuer: Banken sollen die GEWINNE aus Handelsgeschäften versteuern und nicht aufwendig jede Einzeltransaktion.
Update: Mit den Zahlen stimmt was nicht. Weltbank: Aktienhandelsvolumen 2018: 68.212 trillion und SIFMA schätzt den globalen Staatsanleihenmarkt 2017 auf $100.13 trillion. Da ist also jeweils noch eine Größenordnung mehr drauf. Beim Derivatehandel ist eine Schätzung nicht so einfach, weil das im Wesentlich halb- oder unreguliertes Zocken ist. Hier gibt es Zahlen:
According to the most recent data from the Bank for International Settlements (BIS), the total notional amounts outstanding for contracts in the derivatives market is an estimated $542.4 trillion. But the gross market value of all contracts to be significantly less: approximately $12.7 trillion.
Und man muss auch im Kopf behalten, dass die meisten Derivate als Hedge gekauft werden, d.h. als Versicherung. Die werden nie eingelöst.
A confidential trove of government documents obtained by The Washington Post reveals that senior U.S. officials failed to tell the truth about the war in Afghanistan throughout the 18-year campaign, making rosy pronouncements they knew to be false and hiding unmistakable evidence the war had become unwinnable.Gut, inhaltlich jetzt nicht überraschend, aber das waren die Enthüllungen über die Uiguren-Situation ja auch nicht.An der Stelle sehr interessant: Dass das ausgerechnet in der Washington Post erscheint. Die gehört ja Amazon und Amazon hat gerade durch Trumps persönliche Intervention einen monströsen Cloud-Auftrag des US-Militärs nicht gekriegt, weil Trump Jeff Bezos dafür abstrafen wollte, dass die Washington Post immer so böse und gemein über ihn schreibt. Es hätte ja auch so ablaufen können, dass sich die Wapo jetzt erstmal mit peinlichen Enthüllungen über das Militär zurückhält.
Oder halt Double Down.
Bezos scheint ein Double Down-Typ zu sein.
Der Lackmustest wird dann werden, ob die Wapo das Thema meidet, wenn Amazon doch den Zuschlag kriegt.
“We were devoid of a fundamental understanding of Afghanistan — we didn’t know what we were doing,” Douglas Lute, a three-star Army general who served as the White House’s Afghan war czar during the Bush and Obama administrations, told government interviewers in 2015. He added: “What are we trying to do here? We didn’t have the foggiest notion of what we were undertaking.”Mit anderen Worten: Es war genau so, wie es von außen aussah. Bush und seine Ideologen wollten einen Krieg, also führten sie einen. Das Militär wollte das nicht, sonst wären sie vorbereitet gewesen. “Our biggest single project, sadly and inadvertently, of course, may have been the development of mass corruption,” Crocker, who served as the top U.S. diplomat in Kabul in 2002 and again from 2011 to 2012, told government interviewers. He added, “Once it gets to the level I saw, when I was out there, it’s somewhere between unbelievably hard and outright impossible to fix it.”Das ganze Ding ist eine Aneinanderreihung von Money Quotes. Echt krass. (Danke, Bernd)
Der Telekommunikationsdienstleister, zu deren Töchtern etwa die Mail-Anbieter Web.de und GMX gehören, hatte Kelber zufolge "keine hinreichenden technisch-organisatorischen Maßnahmen" zum Schutz von Kundendaten ergriffen.Ein Muster glaube ich erkennen zu können: Es geht nicht darum, Incidents zu bestrafen, also wenn was wegkommt, sondern es geht um schlechte Praktiken. Insbesondere geht es um schlechte Praktiken, wenn derjenige wusste, dass er Mist macht. Das erste Mal gibt es eine Verwarnung, dann gibt man ein bisschen Seil, und wer die Zeit nicht nutzt, der wird mit dem Seil erhenkt.
Wobei sich dieser Fall eher wie ein Gegenbeispiel dazu liest.
Nachdem die Instanz die ausgemachten Mängel angemahnt, zeigte sich 1&1 Kelber zufolge "einsichtig und äußerst kooperativ. In einem ersten Schritt habe der zu Drillisch gehörende Konzern zunächst den Authentifizierungsprozess durch die Abfrage zusätzlicher Angaben stärker abgesichert. Ferner werde derzeit nach Absprache mit der Aufsicht "ein neues, technisch und datenschutzrechtlich deutlich verbessertes Authentifizierungsverfahren eingeführt".Die wurden also verwarnt und haben sofort reagiert aber haben dann trotzdem die Millionenstrafe reingedrückt gekriegt. Das bringt auch den Kelber ein bisschen in Erklärungsnot, aus der er sich wie folgt herauszuargumentieren versucht:
Trotz der raschen Anpassungen hielt Kelber es für geboten, die millionenschwere Geldbuße zu verhängen. Der Verstoß habe ein Risiko für den gesamten Kundenbestand dargestellt, begründet der Experte den Schritt. Die Höhe der Strafe bewege sich aufgrund des kooperativen Verhaltens von 1&1 im unteren Bereich des möglichen Bußgeldrahmens.Ich hoffe mal, dass der Kelber da noch zurückrudert. Wo das DSGVO-Regime bisher wie eine sinnvolle Maßnahme zum Setzen von Anreizen und zum gemeinsamen Besserwerden aussah, kriegt es durch diese Strafe eher den Anstrich einer Willkür-Selbstbereicherungs-Profitcenter-Behörde. Gut, vielleicht zahlt 1&1 das auch mal eben aus der Portokasse. Dennoch riecht das meiner Ansicht nach so, als wollte ein Behördenleiter mal eben das Signal verbreiten, dass seine Behörde mehr als nur ein Parkplatz für anderswo zu inkompetente Sesselfurzer ist. Wen die Millionenstrafe konkret trifft, das war dann auch eher zweitrangig.
Update: 1&1 klagt gegen den Bußgeldbescheid. Finde ich in Ordnung. Mit der Aktion hat der Kelber glaube ich das Amt beschädigt.
Public-Private-Schnüffelpartnership!
Na da bin ich ja so gut wie arbeitslos jetzt!1!!
Zusätzlich zur Code-Überprüfung bietet Codeguru auch einen sogenannten Profiler. [...] Konkret aufgezählt werden von Amazon etwa ein übermäßiges Erzeugen von großen Objekten, eine aufwendige De-Serialisierung, die Verwendung wenig effizienter Bibliotheken als Abhängigkeiten oder schlicht ein exzessives Logging.Wenn wir schon dabei sind, sollte der Dienst auch davor warnen, seine Anwendung in die Cloud zu tun. Weil man die da nie wieder rausoperiert kriegt.
"Aufgrund der unzureichenden und lückenhaften technischen Dokumentation kann jedoch zum jetzigen Zeitpunkt ein Flugbetrieb durch die Frauen und Männer der Marine nicht verantwortet werden."Ich begrüße das ausdrücklich. Endlich muss mal ein Hersteller Konsequenzen für schlechte Dokumentation nachreichen.
Der Hersteller meint dazu nur so:
Der Hersteller des NH90 Sea Lion, Airbus Helicopters in Donauwörth, teilte mit, die vom Ministerium genannten Punkte seien seit längerem bekannt. Man arbeite bereits mit allen Partnern an einer Behebung.Soll das ein Witz sein? Die sind seit längerem bekannt und ihr kriegt es nicht hin, ein besseres Handbuch zu schreiben?!
Ich meine, hey, einen neuen Hubschrauber designen, ok, das braucht Zeit. Aber ein Handbuch schreiben? Ernsthaft? Seit längerem bekannt?
Gut, auf der anderen Seite sind Hubschrauber aus Europa schon länger schlecht, und die Bundeswehr hat schon aufgegeben, ihre Geräte selbst reparieren zu wollen. Eigentlich sollten also die Erwartungshaltung und der Aufwand für das Handbuch eher klein sein. (Danke, Ralf)
Hintergrund ist, dass auch Schweden an die Kirche des Ewigen Wachstums geglaubt hat und dann völlig unvorbereitet war, als der dann doch mal abschwächte.
Die Konjunktur kühlt sich ab, und bereits jetzt, nach den guten Zeiten, kämpfen viele schwedische Gemeinden mit finanziellen Engpässen. Mancherorts ist angesichts der Finanzlage von Reduktionen des Leistungsangebots die Rede, etwa im Schulwesen oder bei der Altersfürsorge. Betroffen sind im letzteren Fall nicht selten Personen, die am «Volksheim» tatkräftig mitgebaut haben und nun um ihre unverrückbar geglaubten Sicherheiten bangen müssen.Ja, anderer Leute Geld verteilt sich immer prima, solange es im Überfluss da ist und schneller mehr wird, als du es ausgeben kannst.
Die NZZ glaubt auch, dass die Bandenkriminalität aus den "Nafri-Vierteln" Schuld am Niedergang der Sozen ist, die die von Anfang an entweder geleugnet oder nicht wirksam bekämpft gekriegt haben.
Und ein eingeschriebener Student mit 8000 Euro Monatsgehalt, das ist bei der SPD offenbar auch nicht ungewöhnlich.
Was für ein elender korrupter Haufen, diese Verräterpartei. Gut, dass bald unter 5% sind.
"Arbeiter"wohlfahrt, ja? Eher Parteibonzenwohlfahrt.
Dessen Gewerkschaft daraufhin die Mitglieder wegliefen? DER Wendt?
Der daraufhin von der Union als Sachverständiger geladen wurde, für eine Tätigkeit, die er gar nicht ausübt, und für die er trotzdem Geld abgegriffen hat? Der dann noch einen Preis für Demokratieerhalt gekriegt hat? DER Wendt? Ja?
Nun, … der wird jetzt in Sachsen-Anhalt Staatssekretär im Innenministerium.
Kannste dir nicht ausdenken, sowas.
Wendt ist Mitglied im Bundesvorstand des Deutschen Beamtenbundes und seit 2007 Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft.Na klar! Wen würdet IHR denn in den Vorstand des Beamtenbundes tun, wenn nicht jemanden, der 11 Jahre lang widerrechtlich Beamtenbezüge eingesackt hat?
Warte mal, Sachsen-Anhalt, wer regiert da noch gleich?
Ministerpräsident Reiner Haseloff und Landesinnenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) bezeichneten Wendt als „einen der fachkundigsten und bekanntesten Vertreter der Interessen unserer Polizei und engagierten Anwalt für die Sicherheit in unserem Land“.Keine weiteren Fragen!
Der hat glaube ich das eine oder andere Memo nicht gekriegt. :-)
Immerhin wird seine Fabrik dann gut angebunden sein. Und die neuen Gleise wurden nicht völlig umsonst gebaut.
Es geht los mit Boris Johnson.
“Northern Ireland has got a great deal. You keep free movement. You keep access to the single market.”Da hörste doch das Sitcom-Publikumsgelächter im Hinterkopf! GREAT DEAL! You get to keep what you have now!! Wenn das ein great deal ist, was ist denn dann das, was der Rest von UK kriegt?Und dann Diese unglaubliche Meldung. Wegen US-Sanktionen droht der PCK-Raffinerie in Schwedt eine Betriebsdrosselung oder gar Abschaltung. Warum? Festhalten, das ist absurd.
Stellt sich raus: Die Raffinerie gehört Rosneft, also den Russen. Das ist ja schonmal ein Großausschlag auf der WTF-Skala, dass Deutschland eine Raffinerie (das ist sowas wie die Lizenz zum Gelddrucken!) an die Russen verscheuert. Aber gut.
Die Amis haben wegen Nord Stream 2 Sanktionen gegen die Russen angekündigt. Mit der hat diese Raffinerie natürlich nichts zu tun, denn das ist eine Gaspipeline und eine Raffinerie raffiniert Rohöl, nicht Gas. Aber das ist die Begründung für die Sanktionen. Ausschlag zwei auf der WTF-Skala, dass die USA Deutschland mit Sanktionen gegen Russland schaden, wegen einer russischen Pipeline durch Polen. Nichts davon hat irgendeinen US-Bezug. Was bilden die sich eigentlich ein!?
Wartet, wird noch absurder. Das Leitwerk der Raffinerie ist von einer US-Firma. Und die Bauer der Raffinerie haben sich da (Digitale Souveränität lässt grüßen) vollständig abhängig gemacht. Ohne ständige Duldung und Knöpfchen-Gedrückt-Halten der US-Firma läuft die Raffinerie nicht. Das ist Ausschlag 3 auf der WTF-Skala. Wer baut denn bitte eine so teure und wichtige Anlage und macht sich dann komplett von einem Drittland abhängig, ohne deren Placet das Ding nicht läuft. Sind die alle bekloppt?!
Jetzt haben wir den Täter, das Motiv und das Tatwerkzeug. Aber ich sehe hier noch einen WTF-Ausschlag. Wieso kauft denn ausgerechnet Russland eine Raffinerie, die ausgerechnet von den Amerikanern so vollständig fremdkontrolliert wird?!
Daher komme ich jetzt ins Grübeln. Die Deutschen halte ich sofort für so dämlich, aber die Russen stellen sich normalerweise nicht so blöde an. Ich frage mich jetzt, ob die Russen vielleicht die Raffinerie gekauft haben, damit Deutschland von US-Sanktionen der Amis betroffen sind, und nicht mehr einen auf "nicht unser Problem, handelt ihr das mal aus" machen können.
Heise lädt nämlich mit 1 Sekunde Verzögerung, wenn man Adblocker hat. Ich bin ja bei sowas gutwillig und nehme immer erstmal Inkompetenz an. Im Zweifel für den Angeklagten. Aber es stellt sich raus: Das ist nicht Inkompetenz, das ist Bösartigkeit. Das wird von einem Stück Javascript auf deren Webseite künstlich herbeigeführt, den sie über eine dieser windigen Onlinewerbungs-Startups reingelutscht haben. Das Forumsposting erklärt auch, wie man dieses Skript in Firefox wegblockt.
In der IT-Security habe ich schon länger das Problem, dass ich andere Teilnehmer immer nur noch als potentielle Angreifer betrachte und niemandem per Default Vertrauen entgegenbringe. Das ist einfach das Modell in der Security. Ich fand immer, dass das schlecht fürs Gemüt ist, denn die meisten Menschen sind ja nicht böse. Zumindest nicht aktiv.
Aber so langsam zeigt sich ja nach und nach, dass das völlig richtig ist. Jede einzelne Webseite da draußen will dich ans Messer liefern. Heise hat sich ja schon durch Outbrain-Einblendungen ins Abseits katapultiert, wo dann lauter so Scammer inserieren, die dir Bitcoin-Investments und Silbermünzen mit total voll hohem Wiederverkaufswert andrehen wollen. Oder ein Malware, äh, Treiberpaket zum Download anbieten.
Vielleicht bin ich einfach nur ein schlechter Kapitalist, aber da würde ich lieber die Hälfte meiner Mitarbeiter feuern, als mir so den Ruf zu ruinieren. Absolut undiskutabel.
Oh und wo wir gerade bei Scams waren: Es ist ja inzwischen offenbar absolut üblich, sich seine Entwicklung durch Kickstarter finanzieren zu lassen, und dann aber auch nochmal Kohle für das von wohltätigen Spendern finanzierte Ergebnis sehen zu wollen. Hab ich da irgendein Memo nicht gekriegt?
die Strategie gegen die AFD liegt m.E. offensichtlich auf der Hand. Der Aufstieg der AFD korelliert mit der Existenz der Großen Koalition. Wer bis 2005 konservativ wählen wollte und nicht radikal genug für die NPD war, der hat CDU gewählt. Wer vor 2005 links wählen wollte und die Linken für nicht wählbar hielt, der hat SPD gewählt.Nunja... ich fand ja ehrlich gesagt die Politik von CDU und SPD nie satisfaktionsfähig. Dahin zurück aber unter heutigen Constraints (wie die Überalterung der Gesellschaft, das kaputte Renten- und Gesundheitssystem, dass das ewige Wachstum aufgehört hat und dass der Klimawandel droht) ist auch der sichere Abgrund.Seit der ersten Auflage der GroKo bekommen jetzt alle konservativen Wähler so etwas ähnliches wie eine Linke Partei (SPD) in die Regierung. Alle SPD-Wähler bekommen eine konservative Partei in die Regierung und alle sind damit unzufrieden. Würden konservative Wähler eine Regierung bekommen, die konservative Dinge tut, dann bräuchte es keine AFD. Die AFD wird nur gewählt, weil alle CDU-Wähler wissen, dass Sie trotz gewählter CDU die SPD in die Regierung bekommen. Und umgekehrt.
Wir hatten von 2013-2017 eine linke Mehrheit im Bundestag. Das war der SPD egal. GroKo war viel besser. Deshalb wählt die SPD keiner mehr. Dafür wird jetzt Grün gewählt. Wer gerne konservative Politik hätte und sie mit der CDU nicht bekommt, der muss jetzt halt AFD wählen. Was sollen die Leute denn sonst tun.
Die Lösung gegen die AFD ist denkbar einfach. Die CDU sollte wieder konservative Politik machen. In dem Rahmen, wie sie das immer getan hat. Das ist m.E. die einzige Chance, die AFD wieder weg zu bekommen.
Das ist wie wenn ich mir vor dem Bad im Ozean das Bein amputiere, damit es der Hai es nicht kriegt. Erreicht das Ziel, aber man muss sich fragen, ob das das richtige Ziel war.
Ich würde mir ja wünschen, dass die Linkspartei mal linke Politik macht. Die SPD hat den Untergang aus echt vielen Gründen verdient, die können mal ruhig weiter sterben.
Auf der Seite der Konservativen fällt mir die Bewertung schwerer, weil ich mir im Moment keine konservative Politik vorstellen kann, die nicht schrecklich ist. Konservative Politik hat uns alle der obigen Punkte eingebrockt. Die Konservativen meckern immer, die CDU sei zu links. Das sieht glaube ich nur so aus. Die sind nicht links, die sind untätig, bis das kranke Bein Nekrosen bildet, und dann schneiden sie das gesunde Bein ab.
Die machen keine Politik, die machen Verwaltung. Und das machen sie auch noch schlecht.
Wenn man das Gegenteil täte, was die CDU tut, wäre das immer noch nicht konservative Politik. Jedenfalls nicht nach meinem Verständnis von konservativer Politik.
Die halten mir entgegen, dass die AfD doch voll viel Talkshowzeit gekriegt hätte.
Die Argumentation geht dann: Schau, wenn die so viel Talkshowminuten hatten, dann sind sie ja offensichtlich nicht ausgegrenzt worden, jedenfalls nicht genug.
Hier liegt glaube ich ein Missverständnis vor. Ich versuche das mal aufzuklären.
Wenn meine Strategie gegen Mäuse in der Wohnung ist, die auszuhungern, indem ich kein Essen rumliegen lasse, aber die finden trotzdem genug Nahrung, dann ist meine Strategie gescheitert. Sind wir uns da einig? Ja? Gut.
Genau so ist das hier auch mit der AfD. Du kannst mit deiner Strategie nur das Handeln derer bestimmen, die mitmachen. Wenn deine Strategie auf Exklusion basiert, aber nicht genug mitmachen, dann wirkt sie nicht.
Ihr könnt mir noch folgen? Ja? Gut.
Da könnt ihr jetzt lamentieren, dass nur mehr mitmachen müssten. Klar. Stimmt vielleicht auch. Da haben wir eine fundamentale Meinungsverschiedenheit. Ich glaube, Ausgrenzen ist nicht die Lösung, weil die dann Parallelgesellschaften aufbauen, und ihr nicht mal mitkriegt, wie groß deren Bewegung inzwischen geworden ist. Aber das ist ja hier nicht die Frage. Eure Strategie scheitert schon daran, dass ihr sie nicht umgesetzt kriegt.
Da gibt es jetzt mehrere Perspektiven auf das Problem.
Ich persönlich glaube, dass die Strategie fundamental falsch war, weil sie dazu geführt hat, dass nicht die Argumente und Darstellungen der Rechten bekämpft wurden sondern die Rechten. Man muss aber die Ideen bekämpfen, nicht die Leute. Wenn Hitler im 1. Weltkrieg seinen Verletzungen erlegen wäre, glaubt ihr ernsthaft, dass es dann keine Nazis gegeben hätte? Da wäre halt jemand anderes der Führer geworden dann! Himmler oder so. Es gab echt genug Nazis damals.
Welche Ideen meine ich denn hier konkret? Na z.B. dass die Ausländer uns unsere Arbeit / Frauen / Zukunft wegnehmen. Es gibt da ein Video von Gysi zu dem Thema. Der ist aber auch der Einzige, der mir gerade einfällt, der die Ansichten der Rechten mal inhaltlich bekämpft hätte. Glaubt ihr ernsthaft, das AfD-Problem wäre gelöst, wenn der Höcke morgen bei einem Autounfall umkäme? Das Problem ist doch nicht die Person Höcke oder überhaupt irgendeine Person!
Meine Beobachtung im Moment ist, dass viel zu viele Linke die Variante 1 wählen und sich gegenseitig zerfleischen. Das ist nun offensichtlich die schlechteste Variante von allen. Nicht nur bekämpft dann niemand die Ideen der Rechten, sondern ihr schwächt auch noch deren Opposition.
Für Perspektive 2 ist es glaube ich zu spät, weil zu viele Anwendungen von Perspektive 1 alle vergrault haben, die es zu überzeugen gegeben hätte. Hätte euch doch nur jemand gewarnt!!1!
Für Aussitzen ist es augenscheinlich ein bisschen zu spät. Aussitzen ist eine gute Strategie, wenn sich die Welt in die richtige Richtung bewegt, und das Problem von alleine weniger wird. Das ist hier offensichtlich nicht der Fall.
Bleibt eine Perspektive: Die Strategie war falsch.
Wenn ihr mir bis hier folgen konntet, können wir ja mal eine Debatte anfangen, was die richtige Strategie wäre.
Zum Thema "Schlangenöl nimmt Webseite als Geisel und verhindert, dass Leute mit gängigen Browsern sie überhaupt zu Gesicht bekommen" möchte ich dir über meine Erlebnisse erzählen. Betrachte dich also bitte als Kummerkasten ;) Vielleicht findest du aber auch den ein oder anderen (Ab-)Satz für deine Leser interessant; in diesem Falle: bedien dich. (Und spring' von mir aus gleich zum TL;DR am Ende :)Lacher am Rande: Die Schlangenöl-Community macht das auch so. Die müssen sich ja auch ihre Samples gegenseitig zuschicken. Die tun das auch in ZIP-Files mit Standardpasswort.Im Vorfeld: Ich bin, was amoklaufende Virenscanner angeht, schon einiges gewohnt. Ich bin in der Demoszene aktiv (also jetzt nicht der mit den brennenden Autos, sondern der mit den Grafikdemos), insbesondere im Bereich 4k- und 64k-Intros, also Demos mit einer Größenbeschränkung auf wenige Kilobyte. Da kommen praktisch immer sehr spezielle Laufzeitpacker wie "Crinkler" (http://www.crinkler.net/) und "kkrunchy" (http://www.farbrausch.de/~fg/kkrunchy/) zum Einsatz, um noch das letzte Byte herauszukitzeln. Dummerweise haben wohl auch mal Malware-Autoren diese Packer zur Obfuscation benutzt, und da Schlangenöl-Hersteller das Brett an der dünnsten Stelle bohren, haben sie, anstatt die Malware ordentlich zu analysieren, einfach die Packer auf die schwarze Liste gesetzt. Da ich selbst ein paar mit besagten Packern komprimierte, aber an sich völlig harmlose 4k- und 64k-Intros auf meiner Webseite hoste, habe ich schon mehrfach von meinem Hosting-Provider böse Mails bekommen, ich möge doch binnen X Stunden meine Site saubermachen, sonst wird sie vom Netz genommen. Bisher ist das immer mit einer erklärenden Mail aufzulösen gewesen, zum Glück.
Andere Demoszener haben übrigens angefangen, ihre Intros in einer Form zum Download anzubieten, die automatisches Scanning unmöglich macht. Standard sind inzwischen ZIP-Archive, in denen die EXE-Dateien verschlüsselt abgelegt sind, und der Key steht in einer readme.txt oder so. Oder, ein besonders schräger Hack: Da liegt das Executable im Download-Archiv einfach ohne die "MZ"-Signatur (also die ersten zwei Bytes jedes Windows-Executables) vor. Erst eine mitgelieferte .bat-Datei klebt Header und Rest wieder zusammen und erzeugt eine gültige Windows-EXE.
Aber ich schweife ab.Irgendwann wurde es jedenfalls mit den Fehldetektionen noch schlimmer und Nutzer wurden daran gehindert, auch meine "normalen" Utilities, die nichts mit der Demoszene zu tun haben, herunterzuladen. Beliebte Ziele sind ein Tool, das in Python geschrieben ist und das ich für faule Windows-Nutzer mit einem Standard-Programm(!) in eine einzelne EXE verpackt habe. Oder ganz normale, mit Microsoft Visual C++ compilierte Executables.
Auch Google hatte mich schon immer auf dem Kieker. Der Aufruf des Verzeichnisses auf dem Server, in dem die Downloads lagen, führte schon länger bei Chrome-Nutzern zum gefürchteten "roten Bildschirm". Das war mir noch egal, aber vor zwei Wochen begann Google damit, meine gesamte .de-Domain als gefährlich einzustufen — einschließlich *aller* Subdomains, nicht nur der, wo das (angeblich) gefährliche Zeug lagert! Selbstverständlich wurde ich darüber nicht informiert (Mail an webmaster@meinedomain.de oder so? I wo!), ich habe es von Nutzern meiner anderen Webdienste erfahren, die auf anderen Subdomains liegen sind als der persönliche und Demoszenen-Kram.
Nun gibt es bei Google keine öffentliche, funktionierende Möglichkeit, "false positives" zu melden. Es gibt Dokumentation für Webmaster, was man tun soll, wenn Google Malware auf der eigenen Domain erkannt hat, aber die geht stets davon aus, dass man wirklich mit irgend einem Wurm infiziert ist. Die Option auf eigenen Irrtum scheint Google gar nicht zu kennen. Vor allem kriegt man nicht einmal heraus, *welche* konkreten Inhalte denn als schädlich erkannt wurden.
Es gibt aber eine Möglichkeit, nämlich die "Search Console". Um die zu nutzen, muss man sich gegenüber Google mit einem permanentem DNS-TXT-Record als Besitzer der Domain ausweisen (wohl dem, der die DNS-Records seiner Webseite unter Kontrolle hat!). Die Console selbst ist eher für SEO-Kram gedacht, aber da gibt es auch einen Menüpunkt "security issues" und tatsächlich stehen dort mal ein paar konkrete URLs von angeblich bösen Inhalten. Überraschenderweise waren das bei mir nicht die erwartete Handvoll Demoszenen-Intros, sondern nur eine zehn Jahre alte .tar-Datei mit einer Library, die als Beispielprogramm ein kkrunchy-gepacktes Windows-Executable enthielt. (Das Programm selbst war völlig harmlos: Es handelte sich um einen schlichten MP3-Player.) Nun ja, da gibt es einen "I have fixed the issues, request review"-Button, also hab' ich den mal gedrückt und im Freitextfeld eingegeben, dass es ein "false positive" ist (mitsamt ein paar Erläuterungen, wie was wo warum). Zwei Tage später die Antwort: Meinem Review Request konnte nicht stattgegeben werden, die Malware sei immer noch da. Die haben meine Erklärung gar nicht gelesen! Also habe ich die inkriminierende EXE-Datei aus dem Archiv entfernt und das Archiv zudem umbenannt (die ganze Library ist eh' obsolet). Nochmal "request review" gemacht, mit Freitext "ich hab's jetzt entfernt, aber ehrlich jetzt, Jungs, das wäre gar nicht nötig gewesen, weil …". Daraufhin: Nichts. Eine Woche lang keine Reaktion. Nach einer anderthalben Woche schaue ich nochmal in die Search Console, und siehe da: Jetzt ist ein anderes Programm der Stein des Anstoßes. Eins, das vorher schon da war. Eins, das nichtmal Crinkler oder kkrunchy benutzt, sondern schlicht UPX, den bekanntesten Executable-Packer überhaupt. Ein Bildbetrachter, in C++ geschrieben, mit Visual Studio compiliert und statisch gegen libjpeg-turbo und die Microsoft Visual C++ Runtime gelinkt. Das reicht also heutzutage aus, um mit einer ganzen Domain auf dem Malware-Index zu landen!
Zum Glück war das nur eine Testversion, also konnte ich die gefahrlos löschen und wieder den "request review"-Affentanz aufführen. Jetzt ist meine Domain erstmal wieder als unbedenklich markiert, aber für wie lange?TL;DR: Alles Scheiße.
Takeaway #1: Wenn Google deine Domain wegen angeblicher Malware-Infektion hops nimmt, erfährst du es nur indirekt von deinen Nutzern (außer du nutzt selbst Chrome mit aktiviertem "ich schicke erstmal jede aufgerufene URL an Google"-Phishing-Schutz, aber hey, das tust du natürlich nicht). Wenn du wissen willst, wo Google denn nun genau Malware auf deiner Domain gefunden hat, musst du an deinem DNS herummanipulieren und einen Google-Account haben, um die "Search Console" benutzen zu können. "False Positives" reporten geht nicht: Derlei Anfragen werden ignoriert, also lösch den Kram oder fuck you.
Takeaway #2: Es braucht nicht viel, um Schlangenöl zu triggern, deine (Windows-)Software als Malware zu erkennen.
- Laufzeit-Packer verwendet? Verdächtig!
- C-Library statisch gelinkt? Verdächtig! (siehe https://twitter.com/KeyJ_trbl/status/1138885991517839360 — selbst ein verdammtes "Hello World"-Programm wird schon von diversen Schlangenöl-Anbietern als Malware erkannt!)
- Python-Software mit PyInstaller (einem Standard-Paket in der Python-Welt) in eine einzelne Windows-EXE verpackt? Verdächtig! Wenn man (wie ich) möglichst kompakte Software für Windows (nur eine EXE-Datei, keine weiteren Dependencies) schreiben und veröffentlichen möchte, ist man quasi am Arsch.
Ich hab mich da immer aus der Ferne drüber totgelacht.
Mal ganz neutral analysiert ist das natürlich ein weiterer Fall von Externalisierung von Kosten. Wenn ich mir einen wirtschaftlichen Vorteil verschaffe, indem ich die durch meine Aktivitäten entstehenden Kosten Anderen aufdrücke. Wie bei Umweltverschmutzung und Atommüll. Die Tech-Riesen bieten einen Mail-Service an, und externalisieren die Spam-Kosten auf den Rest der Welt.
Ach ICH soll mir jetzt irgendwelche DNS-Records anlegen, und meine Mails vom Mailserver mit einem Domainkey digital signieren lassen, um EUER Spamproblem für euch einfacher lösbar zu machen? Go fuck yourself!
Oh aber selbst habt ihr nicht mal eine funktionierende abuse@-Adresse, wo man sich über von euch ausgehenden Spam beklagen könnte? Go fuck yourself!
Ihr verkauft Schlangenöl, das prinzipiell seine Funktion nicht erfüllen kann, und die Kosten für False Positives externalisiert ihr an … mich? Go fuck yourself!
Ich glaube, wir brauche mal eine Behörde für Digitalumweltschutz, die solche Geschäftsmodelle systematisch aus dem Verkehr zieht. Alle solche Firmen systematisch zumachen. Eine nach der anderen. Wer Kosten externalisiert, wird zugemacht. Und der Aufsichtsrat / der CEO / die Gründer / die Investoren sind persönlich haftbar für die Verfahrenskosten.
Ja aber Fefe wenn wir die ganzen Kosten selber tragen müssten, dann würde sich unser Geschäftsmodell nicht tragen!!1!
Wenn sich euer Geschäftsmodell nur durch Externalisierung von Kosten trägt, DANN TRÄGT ES SICH GAR NICHT. Man stelle sich mal vor, ein Wurstproduzent würde so argumentieren! Ja klar könnte ich hier Hygienestandards erfüllen, aber dann wäre das nicht profitabel!!1! Da würde doch niemand auch nur eine halbe Sekunde zögern, den aus dem Verkehr zu ziehen!
Ja klar könnten wir auch Bremsen in die Autos einbauen, aber dann wären wir preislich nicht mehr konkurrenzfähig!1!!
Unfassbar.
Man könnte annehmen, dass wenn es schon Ärger wegen einer Zusammenarbeit mit der Immigrationsbehörde gab, dass eine 10-Milliarden-Kooperation mit dem Pentagon dann noch deutlich mehr Stress gibt, aber das bezweifle ich. Die Amerikaner sind sehr unkritisch gegenüber ihrem Militär. Aber vielleicht gibt es im Ausland jetzt Backlash gegen Azure? Mal gucken.
ich hab noch eine Geschichte zur 42.zip von Microsoft Security Essentials: vor ein paar Jahren hatte ich mal die 42.zip runtergeladen. MSE hat es auch als Schadsoftware erkannt. Ich hatte die Datei dann erlaubt - und damit MSE unbrauchbar gemacht, denn MSE wollte die Datei dann trotzdem weiter untersuchen. Und "untersuchen" heißt da wohl zumindest im Speicher entpacken.Und
Damit waren dann RAM und ein CPU Kern ausgelastet. Japp, MSE hat die Datei als Zip-Bombe erkannt aber trotzdem versucht sie zu entpacken - und wollte auch nichts anderes mehr tun. Die Datei löschen hat nicht geholfen, in MSE konnte ich mit der Datei auch nicht löschen oder in Quarantäne schieben oder so. Also hab ich den Support von Microsoft gefragt. Die sahen aber kein Problem drin, dass MSE nun funktionsunfähig war und meinten nur sinngemäß "selber Schuld". Nach einigem suchen hab ich dann eine Lösung gefunden: MSE hat den erkannten Virus kopiert damit er nicht versehentlich verloren geht. Als ich das Verzeichnis gefunden hab und die Datei dort gelöscht hab konnte sich MSE wieder auf andere Dinge konzentrieren.
das könnte dir in dem Zusammenhang gefallen: Der Brave-Browser verbietet mir auch, 42.zip herunterzuladen.UndKein Schlangenöl im System, aber offensichtlich im Browser. Gnah...
Auch der T-Online Mailer (und sonstige ranzige E-Mail Provider) blocken 42.zip, und sogar beliebige .exe Dateien und man kann es nirgends ausschalten. Das Abuse Team kapiert bei Nachfrage ueberhaupt nicht wo das Problem liegt... weil "Sicherheit"... :)Ich finde das nur konsequent. Man kriegt ja von Internet-Providern auch kein Internet mehr sondern nur irgendeinen 192.168.*- oder 10.*-Scheiß.
Wieso tut da eigentlich kein Verbraucherschützer was gegen?
Wenn man dann wenigstens ordentliches IPv6 auf der Leitung hätte, könnten wir reden, aber häufig gibt es nicht mal das.
Update: Zur allgemeinen Belustigung: Virustotal darauf.
Schon die drei Mustervereine haben es in sich:
Ergebnis: 70% fanden "Europäische Demokraten" gemeinnützig, nur 42% "Farbiges Deutschland" und 48% "Musik ist Leitkultur".
- Der Verein „Musik ist Leitkultur“ will Kunst und Kultur fördern und sich dazu für ein Bundesgesetz zur Musikschul-Finanzierung einsetzen.
- Der Verein „Europäische Demokraten“ möchte sich für die freiheitlich-demokratische Grundordnung und eine EU nach dem föderalen Muster der Bundesrepublik Deutschland einsetzen.
- Der Verein „Farbiges Deutschland“ wendet sich gegen die Diskriminierung auch deutscher Staatsbürger*innen aufgrund ihrer Hautfarbe, vor allem im Berufsleben.
Die Ablehnungen beim Verein „Musik ist Leitkultur“ (48 Prozent) wurden größtenteils damit begründet, dass der Verein Lobbyarbeit betreibe und auf die politische Willensbildung Einfluss nehmen wolle.Sehr geil auch: Das Bundesfinanzministerium hat Wind von der Studie gekriegt und dann weitere Beantwortungen gestoppt, bevor es noch peinlicher wurde.
Ein Vertreter des Bundesfinanzminis-teriums geißelte die Briefe als „Fake-Anfragen“.Ja gut, dass ein Vertreter des Bundesfinanzministerium Wissenschaft nicht erkennt, wenn sie vor ihm steht, das überrascht mich jetzt nicht weiter. (Danke, Felix)
Bei der Gelegenheit wollte ich nochmal darauf hinweisen, dass die Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik gemeinnützig ist.
Nur damit hier alle auf dem selben Stand sind.
Und was soll ich euch sagen? Es zeigt schon die erste Wirkung!
Mister Lindner, tear down this wall!
(Meinungs-) Freiheit für Jan Böhmermann!
Wer seine alte Ölheizung durch ein klimafreundlicheres Modell ersetzen lässt, soll eine "attraktive Austauschprämie" bekommen. Nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier soll die Prämie bei 40 Prozent der Investitionskosten liegen.Erinnert ihr euch noch, als dieser Typ als Fanal der Hoffnung bei der CDU galt? Weil er (angeblich ohne externe Betreuung) Twitter bedient gekriegt hat?
Die EU subventioniert Flächenstilllegungen in EU-Ländern, d.h. Bauern bekommen Geld dafür, auf einigen Flächen nichts anzubauen (so sollen Produktionsüberschüsse vermieden werden). Da es bei den Banken für angelegtes Geld keine Zinsen mehr gibt, kaufen große Unternehmen inzwischen Ackerland und lassen da einfach wild wachsen und kassieren die Zuschüsse. Das hat zur Folge, dass sich Bauern, die expandieren wollen, wegen der hohen Landpreise die Pacht bzw. Kaufpreise für das Land auch nicht mehr leisten können. Da gab es vor einiger Zeit mal eine Doku auf Arte, und dort wurde gesagt, einer der größten Empfänger für Landwirtschaftssubventionen wäre (tada!) Nestlé. Hab da leider keine Verweise drauf mehr gefunden.Und all das, weil unsere Regierung die Illusion aufrecht erhalten will, der Wert unseres Geldes sei gar nicht im freien Fall. Wir haben ja die Bewertungsgrundlage dafür umgestellt, das wird jetzt anhand eines Warenkorbes bewertet. Wenn wir den Preis von Nahrungsmitteln nach unten bescheißen, dann können wir damit zu Lasten der Bauern vertuschen, dass unser Geld immer weniger wert ist.
Update: Da hab ich ein paar Schritte ausgelassen und Leser verwirrt.
Deutschland und die EU haben Agrarsubventionen in gehirnerschütterndem Ausmaß. Googelt euch ruhig selber. Ich hatte das vor vielen Jahren mal verlinkt. Dann kam die Automatisierung und hat dazu geführt, dass ein Bauer mehr Nahrung produzieren kann. Die Subventionierung hat dann zu massiver Überprüduktion und Phänomenen wie Butterberg und Milchsee geführt. Das Überangebot hat die Preise gedrückt. Das hat dazu geführt, dass man als Bauer jetzt auch viel mehr produzieren muss, um von dem Hof noch leben zu können. Das hat zu einem Sterben der kleinen Höfe geführt und zu einer Aggregation zu immer größeren Produktionsbetrieben. Es hat auch zum Sterben der Landwirtschaft in Afrika geführt, weil deren reale Produktionspreise über unseren subventionierten Milchpulver-Abverkaufspreisen liegen müssen. Aber bei uns hat die Politik gemerkt, dass das total super ist, wenn die Nahrung immer billiger wird, weil dann das Geld immer weniger wert sein kann, und man merkt es nicht, weil man für den gleichen Euro-Betrag gleich viel Brot kriegt.
Die Methode platzt aber seit ein paar Jahren und die Produzenten sind zu Verpackungsbeschiss übergegangen. Das sieht aus, als sei es so viel wie früher, aber tatsächlich sind plötzlich nicht mehr 150 sondern 122 Gramm in der Packung und der Rest ist Luft. Oder die Qualität der Komponenten wird schlechter, das geht aber auch nicht lange gut.
Zum kaputten Onlinebanking: Ich bin bei der Sparkasse, und verwende nun schon seit ca 12 Jahren ChipTan, also ein extra Gerät zur Tan Erzeugung. Durch die neuen Regelungen hat sich für mich exakt nichts verändert! Das jetzt so viele Banken plötzlich ihr online banking kaputt machen liegt m.M.n. nicht wirklich an den neuen Richtlinien, sondern schlicht an deren Inkompetenz, insbesondere an den bisherigen ranzigen Sicherheitslösungen, und der Unfähigkeit das fristgerecht auszubessern. Wie gesagt, meine Sparkasse ist schon seit mehr als einer Dekade auf dem Standard der jetzt Gesetzlich vorgeschrieben wurde...Wieder was gelernt. Ich bin ja kein Kunde bei der Sofortüberweisung, insofern ist mein Wissen darüber Hörensagen. Dennoch: Das Zurückrufen einer Überweisung ist m.W. bei weitem nicht so einfach, wie das hier dargestellt wird. Bei Lastschriften und Kreditkarten ist das ein Knopf im Onlinebanking und funktioniert garantiert. Bei Überweisungen muss man persönlich zur Bank laufen und es ist nicht garantiert, dass man sein Geld wiederkriegt. Sonst bräuchte man ja auch keine Lastschrift. Das ist genau die Daseinsberechtigung für die Lastschrift. Und für Kreditkarten übrigens. Weshalb ich mich auch gegen die neuen "Security-Verifikationen" mit Händen und Füßen wehre. Denn deren einziger Zweck ist, dass ich am Ende auf dem Schaden sitzenbleibe.Zu Sofortüberweisung:
Einerseits kann Sofortüberweisung NICHT wie von dir behaupten einfach von meinem Konto Überweisungen tätigen, denn jede einzelne Transaktion muss per Tan bestätigt werden, und nur ich habe (wie oben ausgeführt) das notwendige Gerät dafür.Zum anderen kann man natürlich eine per Sofortüberweisung getätigte Überweisung wieder zurück buchen. Das kann man in Deutschland und Europa nämlich generell, denn es ist nach wie vor eine normale Überweisung. Man muss dafür halt in die Filiale und sich ordentlich ausweisen, und das wird natürlich auch festgehalten um betrügerische Rückbuchungen dann vor Gericht klären zu können. Aber es geht, wäre ja auch noch schöner wenn man versehentliche Falschüberweisungen (egal ob online oder nicht) nicht irgendwie korrigieren könnte.
Jetzt hat SOFORT natürlich trotzdem meine Logindaten und kann meine Kontobewegungen auslesen, aber das kann ja jeder selbst entscheiden ob er das ok findet. Mich stört es nicht, aktiv können die in meinem Onlinebanking absolut nichts tun.
Das ist übrigens eine der Dinge die durch PSD 2 eigentlich verbessert werden sollten: sowas wie Sofortüberweisung gesetzlich so regeln, dass es möglich ist OHNE dass ein drittanbieter lesezugriff auf mein Konto bekommt. Die Idee war, dass die Banken eine Schnittstelle anbieten, über die das zahlen sicher abgewickelt wird, und sofort und co bekommen dann von der Bank lediglich die Bestätigung dass die Überweisung durch ist. Die Regulierung liest sich auch so.
Dass das alles in der Praxis nicht so funktioniert wie es gedacht war liegt meines Erachtens nach auch wieder hauptsächlich an den Banken.
Dass meine Bank mir erklärt hat, Chiptan würde jetzt beendet, kann natürlich auch auffällig geschicktes Timing sein, damit es aussieht, als könnten sie nichts dafür. Wer weiß.
Schlussendlich möchte ich kurz sagen, dass es mich freut, wenn die Bankenbranche auch öffentlich ansagt, dass die Inkompetenz der Bankenbranche das Hauptproblem an der ganzen Nummer ist. Das kann man nicht oft genug sagen. Und insbesondere können es die Banken nicht oft genug zugeben.
Ich habe daher ein paar Kollegen befragt, die sich mit sowas auskennen, wieso wir das eigentlich überhaupt gekriegt haben.
Die Antwort könnte die Bevölkerung verunsichern.
Kollege1: Fefe: SOFORT-"bank" legalisieren und schufa im business haltenAls wenn das noch nicht schlimm genug ist: Die Schweiz lacht sich kaputt über unsere Idiotie und sagt an:
Kollege2: was Kollege1 sagt
Kollege1: Fefe: ziemlich genau das ist die anforderungsdefinition
Kollege1: "Zahlungsauslösedienste" und "Kontoauskunftsdienste"
Kollege2: Kontoinformationsdienste bitte
Kollege1: pardon
Kollege2: also ich stelle mir das so vor: Schritt 1: Dings und Bums legalisieren. Schritt 2: Hmm, wir müssen uns irgendwas einfallen lassen, das als Sicherheit zu verkaufen. Schritt 3: Alles andere kaputmachen.
Fefe: na meine daten ohne mein einverständnis weggeben wäre auch gegangen, ohne mein ui anzufassen
Kollege2: Fefe: nene, muss ja mit deinem einverständnis sein!
Fefe: IST ES ABER NICHT
Kollege2: doch doch, du musst einmal (im laufe der zahlungsabwicklung ggbf) zustimmen
Die PSD2-Regulierung der EU gilt nicht für die Schweiz. Die Schweiz setzt auf marktwirtschaftliche Lösungen.Es sah ja eine Weile so aus, als ob das Schweizer Bankgeheimnis und damit Schweizer Banking als (aus welchen Gründen auch immer) attraktive Option für EU-Bürger tot ist.
Welch selbstloser Akt der Selbstaufopferung auf Seiten der EU! Die haben wahrscheinlich beim letzten "Stabilitätstest" gesehen, dass die europäischen Banken eh alle so gut wie tot sind, und haben sich gedacht: Dann sorgen wir lieber dafür, dass die Leute in der Schweiz ein Konto haben, damit sie eine Chance haben, den Kollaps zu überleben.
Ich bin jedenfalls gerade ernsthaft am überlegen, ob ich nicht in der Schweiz ein Konto aufmache, um diesem nicht enden wollenden Bullshit-Tsunami zu entgehen, mit dem die Banken mich erst von Papier-TANs zu Chip-TANs, dann von Chip-TANs zu Mobile-TANs und jetzt von Mobile-TANs zu App-TANs genötigt haben, und jeden Schritt des Weges ist für mich das Verfahren untransparenter und unsicherer geworden. Ich hab echt die Schnauze voll.
Das geilste ist ja immer, wenn die Banken sich dann wundern, wieso die Leute zu N26 und co gehen.
Ist hier zufällig jemand Mercedes-Kunde?
Nun, heute finden Wahlen auf Amazon statt, also deren Cloud-Scheiß. Weil, äh, …
Some security experts like David O’Berry, co-founder, Precog Security, said moving to AWS is “a good option for campaigns, who do not have the resources to protect themselves.”Das Argument finde ich immer die absolute Krönung. Kaufen Sie Ihre Bremsen bei uns! Klar können wir das nicht, aber Sie können das ja bestimmt noch weniger!!1!Wie wäre es mit Mindest-Qualitätszusagen?
Wir so: Freie und Geheime Wahlen gehen nicht digital.
Die so: Ach komm, machen wir bei Amazon. Klar geht das bei denen auch nicht, aber immerhin waren es dann die, die verkackt haben, nicht wir!
Unfassbar. Wie sind wir eigentlich in diesen immerwährenden Absturz initial reingeraten? Ich bin ja auch kurz davor, die Hoffnung aufzugeben, dass da noch was zu reißen ist.
Ich erinnere mich noch an meine Jugend, als ich begeistert Cyberpunk-Romane gelesen habe. Ich fand das immer total geil, aber fand die Prämisse voll unglaubwürdig, dass eine Zivilisation freiwillig ihre Infrastruktur so auf Sand bauen würde, dass alles hackbar ist.
Tja.
Heute weiß ich, wie es dazu kommen konnte.
Wahrscheinlich muss man noch dankbar sein, dass sie mit Amazon und nicht mit McDonald's zusammenarbeiten. Die haben voll viele Filialen, da kann man toll Wahllokale unterbringen! Und jeder kriegt noch nen Burger vergünstigt!!1!
Update: Falls jemand die Referenz nicht mitgeschnitten hat: Siehe hier.
Das BSI war da bisher eher zurückhaltend und hat lieber gearbeitet als Terrorpanikmache herumzuschwadronieren, scheint sich aber jetzt unter dem Cyberclown auf BKA-Linie einzuschwingen von der Strategie her.
So erkennen sie Emotet (!) zum "König der Schadsoftware", die "auch in Deutschland besonders aktiv" sei (berufen sich dafür auch noch auf Kaspersky, die Könige der Cyberterrorpanikmache!). Auch Ransomware wird immer mehr und wird uns alle umbringen. Die Lage ist so schlimm, dass
In den Regierungsnetzen würden 61 Prozent der Cyber-Attacken "nur durch Eigenentwicklungen" der Behörde abgewehrt.Ja nee, klar. Ob sie damit sowas hier meinen?
Oh ach ja, unsere Identitäten werden uns auch in nie dagewesenem Umfang gestohlen, und das BSI bringt die Wortschöpfung der "digitalen Hilflosigkeit aufseiten der Anwender" in den Umlauf.
Ich sehe mich da ja eher als Teil der Aufklärung als der Vernebelung und propagiere daher eher den Begriff der selbstverschuldeten Unmündigkeit aufseiten der Anwender.
Nichts davon ist gottgegeben.
Aber wenn ihr alle Windows mit Outlook und Active Directory einsetzt, dann kriegt ihr halt auch alle die typischen Probleme von Windows mit Outlook und Active Directory. Da ist nichts magisch oder überraschend dran.
Wenn ich das BSI wäre, würde ich ja mal die eine Statistik anfertigen, die hier wirklich inhaltlich weiterhilft:
Oh ach, gucke mal, wie überraschend!!1! Also DAMIT konnte ja wohl NIEMAND rechnen! Aber lasst uns mal lieber darüber reden, wie fies, böse und gemein Emotet ist, und nicht darüber, wie fundamental wir unsere Arbeitsplatz nicht gegen Steinschlag abgesichert haben.
Nun, wenn man sich das im Detail anguckt, kommt man zu subtil anderen Ergebnissen. Schaut mal, ob ihr es auch seht!
Geht schon beim Aufschließen los:
In Koblenz hat eine zweifache Verwechslung die Polizei beschäftigt. Zwei Koblenzerinnen stiegen zuerst in ein falsches Auto und nahmen dann eine fremde Handtasche mit.Wait, what?
Eine Polizistin sagte auf Nachfrage, warum das Auto mit einem fremden Schlüssel aufging, könne man sich nicht erklären.Ähm. Öhm. Nicht mal Schlüssel kriegt VW mehr hin? Ernsthaft? Schlüssel?! Dass dieser Funköffner-Scheiß nicht geht, ok, da erwartet glaube ich auch niemand was anderes, der klar bei Verstand ist. Aber Schlüssel? So mechanisch mit ins Schloss stecken? Nicht mal DAS kriegt VW mehr hin?!?
Wow.
Update: Hier kommen jetzt Dutzende von Einsendungen rein, dass das bei VW schon immer so war. Wenn man Glück hatte, hatte das Zündschloss eine größere Selektivität.
Daß mechanische Schlüssel in viele Autos passen, ist nix neues. Als der VW Käfer noch (halbwegs) aktuell war, haben wir mal an Sylvester versucht, mit einem Käfer-Schlüssel andere Käfer auf dem Parkplatz zu öffnen. Ging bei 3 von 10 problemlos...
(Danke, Sven)
Nun, rückblickend vielleicht nicht der smarteste Schachzug, denn der Gitlab-Gründer hat diese Tage die Term of Business von Gitlab geklärt. Und da steht ganz deutlich: Wir machen auch mit Leuten Geschäfte, deren Werte wir nicht teilen.
Er wird da nicht spezifischer, aber es wird allgemein als Anspielung auf Chef verstanden. Dort hatte einer der Entwickler herausgefunden, dass Chef mit ICE (sowas wie die Zollbehörde der USA, die auch an der Grenze den Familien ihre Kinder weggenommen haben) zusammenarbeitet, und daraufhin seinen Open-Source-Code gelöscht, der von Chef verwendet wurde. Man könnte sagen: Ein Supply-Chain-Angriff.
ICE ist gerade universell verhasst in den USA. 2/3 finden es eine Schande, was die mit Flüchtlingen machen, und 1/3 findet, dass die noch viel zu wenig machen. Chef ist auch nicht die erste Firma, die wegen ICE-Kooperation Ärger mit ihrer Belegschaft kriegt. Auch bei Github gab es da eine Kontroverse, die damit endete, das Github den Vertrag mit ICE verlängert hat.
Kontroversen und Fäkalgewitter gibt es ja viele, aber dass tatsächlich mal eine Firma sich dem Druck beugt, das ist eher selten. Die Github-Geschichte hat dann übrigens auch innerhalb Microsoft (dem Mutterkonzern) zu Aufrufen geführt, Microsoft solle aufhören, mit ICE zusammenzuarbeiten.
Die meisten Firmen machen dann halt weiter, und hoffen, dass sich das verzieht. Insofern ist es Gitlab anzurechnen, finde ich, dass die ihre Policy offen und ehrlich öffentlich ansagen. Da weiß man dann wenigstens, woran man ist.
Die haben doch bei der Klimawandel-Debatte bei jeder sich bietenden Gelegenheit heraushängenlassen, dass sie ja evidenzbasiert vorgehen und dass sie das ja wissenschaftlich fundiert ist, was sie da sagen.
Daraufhin hat ein fieser Troll einen Antrag für ihren Parteitag eingereicht. Das sei ja schön, dass man jetzt Wissenschaft und Evidenz für sich entdeckt habe, und dann sollen die Grünen sich auch mal gleich von Homöopathie und anderer Quacksalberei lossagen.
Der Antrag hat aus dem Stand einen Unterschriften-Rekord hingelegt. Und jetzt droht der nächste Parteitag in einer Schlammschlacht zwischen den Esoterik-Spinnern und den zwei-drei Verirrten zu werden, die noch nicht mitgekriegt haben, was für eine wissenschaftsfeindliche Esoterikpartei die Grünen wirklich sind.
Ich würde euch ja einen Link geben, aber das ehemalige Nachrichtenmagazin hat das hinter eine Paywall getan. Und dann gibt es halt auch keinen Link.
Aber soviel sei gesagt: Das laute Röhren vorhin, das war kein Gewitter, das war mein gehässiges Lachen von der Waldorf+Statler-Tribüne mit Popcorn. HARR HARR HARR
Auch CSU-Vizechefin Dorothee Bär, die auch Staatsministerin für Digitalisierung ist, betonte, dass in Deutschland viel für die Games-Förderung tue. Ohne Seehofer beim Namen zu nennen, sagte Bär, das lasse man sich nicht mit "einem Satz" kaputtmachen. Das wäre so, wie wenn man "mit dem Arsch" einreiße, was man jahrelang aufgebaut habe, fügte sie hinzu.Ich musste herzlich lachen. :-)
Aber damit hier nicht zuviel gute Laune aufkommt, hole ich euch mal gleich wieder runter:
Jetzt hat die CDU ein größeres Paket zur Bekämpfung des Rechtsextremismus vorgelegt – inklusive Vorratsdatenspeicherung.Ja wie soll man denn auch sonst den Rechtsextremismus bekämpfen, meine Herren?!
Nun, wie wäre es damit: So, wie ihr seit Jahrzehnten die Linke ohne Vorratsdatenspeicherung bekämpft kriegt.
Aber wartet, wo so viel Idiotie ist, da ist auch noch mehr!
Bundesjustizministerin Christine Lambrecht will das Netzwerkdurchsetzungsgesetz verschärfenOh ja, das Netzwerkdurchsetzungsgesetz! Ein Gesetz, um das uns den Rest der Welt beneidet! Lange hatten wir nicht mehr eine so dermaßen verkackte Umsetzung einer so dermaßen offensichtlich schlechten Idee! Und nicht nur verkackt! Mit Anlauf und Ansage!
Nach dem Präsidiums-Entwurf sollen zu solchen sogenannten Offizialdelikten in Zukunft auch schwere Verleumdungen und Beleidigungen gehören.Diese unfassbar schlechte Idee präsentieren Ihnen: Die CDU und die SPD. Ja. Beide.
Ein Offizialsdelikt ist ein solches, bei dem die Polizei auch ohne Anzeige bei Kenntnis des Delikts losarbeiten muss. Sowas wie Mord. Verbrechen. Wo man nicht möchte, dass die Mafia das Opfer unter Druck setzt und es dann die Anzeige zurückzieht. Das Opfer ist bei Offizialsdelikten nur Zeuge, der Kläger ist der Staat. Und das wollen sie jetzt auch bei Beleidigungen haben.
Aber warte, Fefe, die sagen doch ... schwere Beleidigungen! Nun, schwere Beleidigungen gibt es nicht. Es gibt Beleidigungen. Innerhalb der Beleidigung sind einige bereits ein Offizialsdelikt, nämlich (§194 StGH)
ist ein Antrag nicht erforderlich, wenn der Verletzte als Angehöriger einer Gruppe unter der nationalsozialistischen oder einer anderen Gewalt- und Willkürherrschaft verfolgt wurdeGut, ein Zyniker könnte natürlich einfach argumentieren, dass die Groko eine Willkürherrschaft ist, und mit dem bereits stattgefundenen Bundeswehreinsatz im Inneren argumentieren, dass es auch eine Gewaltherrschaft ist. *hust*
Jedenfalls, so wie ich den Vorschlag verstehe: In Zukunft muss die Staatsanwaltschaft jeden zweiten Trump-Tweet verfolgen.
Wobei es da nochmal einen Unterschied gibt. Beleidigungen gegen Nazi-Opfer werden nicht verfolgt, wenn der Beleidigte der Verfolgung widerspricht.
Die Kurden haben sich also ihre Situation angeguckt, und sich gefragt, wer der weniger schlimme Koalitionspartner ist. Es ist Assad.
Wessen Idee war das noch gleich, einem Erdogan einen Hebel zu geben, mit dem er die ganze EU an den Schamhaaren zu greifen kriegt?
Oh ja, ich erinnere mich. Frau Merkel.
Wer hat die eigentlich gewählt?
But now we are in a situation where unlimited Communist money dictates our American values. We censor our games for China, we censor our movies for China.Hintergrund war, dass ein Pro-Gamer sich öffentlich mit Hong Kong solidarisiert hatte, und Blizzard ihn daraufhin ausgeschlossen hat. Blizzard kriegt dafür gerade einen fetten Shitstorm ab, den sie sich auch redlich verdient haben. Auch die Blizzard-Mitarbeiter sind unzufrieden.Aber lest euch den Twitter-Thread mal durch im ersten Link, das ist durchaus interessant und relevant, was der zu sagen hat. Und seine Schlussfolgerung auch: Dass er nicht im Epic Store einen Exklusivdeal machen wird, weil der mit Geld aus China finanziert wird.
Update: Und schon springen die Opportunisten aus der Politik auf, mit diesem grandiosen Money Quote:
“Blizzard shows it is willing to humiliate itself to please the Chinese Communist Party,” Senator Wyden tweeted. “No American company should censor calls for freedom to make a quick buck.”
HAHAHAHAHAHAHAHA
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich hatte den ursprünglichen Artikel gar nicht mitgekriegt. Ich habe aber auch aufgehört, Artikel über Gamma Group und Finfisher zu lesen, was die jetzt schon wieder schlimmes gemacht haben, muss ich ehrlich sagen. Die sind in meiner Bewertung schon auf dem untersten Punkt angekommen. Ich brauchte gar keinen weiteren Input, wie schlimm die sind.
Na das war ja mal ein lohnendes Investment für unsere Steuergelder!!1!
Da willst du doch sofort losziehen und eine nicht betrügende Airline gründen, wenn dir der Staat dann solche Bailout-Knüppel zwischen die Beine wirft. Das einzige Verhalten, das durch Bailouts einen Anreiz gesetzt kriegt, ist selber zu bescheißen und sich darauf zu verlassen, dass man schon einen Bailout kriegen wird.
Hey, woran erinnert mich das noch gleich? Oh ja! An alle früheren Bailouts. Die sind auch alle so ausgegangen.
Es heißt ja immer so schön, was den Menschen vom Tier unterscheidet, ist dass er aus Fehlern lernen kann. Ich bin mir da nicht so sicher.
Das sollte heute durchs Parlament.
Aber die CSU hat es blockiert.
Sagt mal, diese CSU, braucht die noch jemand oder kann die weg?
Ich musste ein bisschen nachdenken. Ich habe tatsächlich ein-zwei Zuschriften von KI-Forschern gekriegt, die mir dann Dinge erzählt haben, die meinen Horizont erweitert haben. Einer meinte z.B., dass es einer Forschergruppe gelungen ist, Fragmente der Trainingsdaten aus einem trainierten Netz zu extrahieren. Das ist in der neuen Version der Folien auch drin.
Klar gibt es immer Leute, die einige Dinge zu absolut oder zu plakativ ausgedrückt finden, aber mit den inhaltlichen Aussagen hat bisher niemand ein Problem gehabt.
Anders bei dem Blockchain-Teil. Da habe ich mehrere Zuschriften gekriegt. Die waren dann aber der Form "ja du hast ja für Bitcoin Recht, aber bei MEINER Splitterwährung, da haben wir daraus gelernt, und da ist das besser!"
Ich fühlte mich da nicht, als wollte mich jemand überzeugen, sondern als wollte mich jemand als Investor gewinnen. :-)
Merkwürdigerweise kam bisher auch noch nichts zu dem Quantencomputing-Teil, wo ich im Moment noch fast überzeugt bin, dass ich da jemanden ungerecht behandelt haben könnte. Na kann ja noch kommen.
Und wisst ihr, was die da alle pitchen? "Wir wachsen voll schnell!"
Suchen die Kunden oder Investoren?
ich habe jahrelang ehrenamtliche Betreuung in Flüchtlingswohnheimen gemacht. Keine Security, 2 Teilzeithausmeister, die Sozialarbeiter alles Frauen - da gab es vielleicht deswegen - praktisch nie Ärger. Selbst in der wüsten Situation 2015, wo alle überfordert waren und 6-8 Leute in einem kleinen Zimmer hausten - Familien, kleine Kinder, Halbwüchsige beiderlei Geschlechts - keine nenenswerten Vorfälle. Den einzigen Polizeieinsatz, den ich mitgekriegt habe, war ein völlig verwirrter Flüchtling, der die Polizei angerufen hatte und unbedingt verhaftet werden wollte...Irgendwelche idiotischen Polizeieinsätze gab es aber auch nicht.Selbst die armen Schweine (hauptsächlich Afrikaner), die schon jahrelang in dem Haus verschimmelten, waren krank und depressiv, aber nicht aggressiv.
Langer Rede, kurzer Sinn: wie man in den Wald reinruft, schallt es wieder heraus. Menschen anständig behandeln hilft so gut wie immer.
PS. Die Menschen, mit denen ich zu tun hatte, fanden die deutsche Polizei super (die hatten schon Vergleiche) - aber ich wohne auch nicht in Bayern...
Richard Stallman ist der Begründer des GNU-Projektes, dem wir unter anderem GCC und Linux zu verdanken haben, und eine absolute Legende unter Hackern, auch wenn er persönlich etwas schwierig ist (Klassiker, see also). Der Mann ist ein Ideologe und ein Fanatiker, und kompromisslos für freie Software (nicht Open Source, das ist eine fiese Gegenideologie, um sein Baby freie Software zu verwässern). Das klingt jetzt negativ, und es gibt über Stallman sicher viel negatives zu sagen, aber in meinen Augen ist er doch ein Held.
Stallman hat seit ewigen Zeiten beim CSAIL einen Posten, und man erzählt sich Geschichten, dass er da jahrelang im Terminalraum unter dem Tisch geschlafen hat.
Sein Rücktritt jetzt liegt aber an einer anderen Sache. Und zwar hat das MIT Spenden von Jeffrey Epstein angenommen, für das Media Lab. Zuständig war Joi Ito, der Chef des Media Lab, weltbekannt für seine Arbeit dort und allen Erzählungen nach ein exzeptionell gutherziger Mensch. Nun ist das Media Lab aber auf Drittmittel angewiesen (obwohl das MIT auf einem Geldberg sitzt), und so hat Joi Ito da eine Weile gegrübelt, ob er das Geld annehmen soll, und u.a. seinen Freund Lawrence Lessig gefragt, dessen Entschuldigsschreiben dazu ihr hier lesen könnt (empfehle ich, das ist echt der einzige positive Aspekt an dieser ganzen Nummer). Das MIT hat jetzt enorm öffentlichen Ärger abgekriegt, weil der Epstein ja vor vielen Jahren verurteilt wurde für was sich aus heutiger Sicht wie eine Randnotiz seiner Karriere als Zuhälter und Menschenhändler von Minderjährigen für Sexorgien mit Epsteins einflußreichen Promi-Kunden herausstellte — aber bevor das aktenkundig war, ist Epstein unter mysteriösen Umständen im Knast erselbstmordet worden. Er war zwar in dem Selbstmord-Gefahr-Programm, aber gerade zu dem Zeitpunkt waren genau die Kameras vor seiner Zelle ausgefallen und die Wächter waren eingeschlafen. Ja nee, klar.
Und da hat sich der Ärger halt in Richtung MIT entladen. Ironischerweise haben sie dem MIT vorgeworfen, dass sie die Spenden anonym angenommen haben. Lawrence Lessig erklärt sehr eloquent, dass das genau die einzige Waffe des MIT ist, um potentielles Blutgeld anzunehmen — damit man wenigstens dafür sorgt, dass derjenige sich nicht damit schmücken oder reinwaschen kann.
Viele Ultrareiche haben in ihrer zweiten Lebenshälfte ein schlechtes Gewissen und werden plötzlich zu Philanthropen, machen eine Spende nach der anderen, gründen Stiftungen und so weiter. Joi Ito wollte verhindern, dass der Epstein sich mit seinen Spenden für sein Lab von seinem schlechten Ruf reinwäscht und bestand daher darauf, das anonym zu machen.
Jedenfalls hat das nicht gereicht und Ito musste seinen Posten räumen, inzwischen wackeln sogar schon die Stühle seiner Vorgesetzten in der Uni-Verwaltung. Und unter den Leuten, die ihm zur Seite sprangen, war Stallman. Auf einer nicht öffentlichen Mailingliste, aber ein Berufsempörter war schockiert — SCHOCKIERT!!! — und hat das geleakt. Es ging darum, dass unter den Promis, die als Kumpels von Epstein angeblich in den Genuss von Sex mit Epsteins Harem aus Minderjährigen wurden, auch Marvin Minsky sein sollte, der inzwischen verstorben ist, und eine noch größere Legende als Stallman ist, eine der wichtigsten Figuren in der KI-Forschung. Um den Teil geht es aber gar nicht, sondern es geht darum, dass der Vorwurf war, Minsky habe "Sexual Assault" begangen. Stallman findet den Term ungeeignet, weil er häufig auf vergleichsweise geringe Tatbestände angewendet wird, um beim Leser die Vermutung und Emotionen für weit größere Sünden herbeizuführen.
Die Frau, um die es hier geht, war zu dem Zeitpunkt 17.
Stallman sagt jetzt, die werden dem Minsky nicht gesagt haben, dass sie minderjährig ist und das nicht freiwillig macht, und dann wäre Sexual Assault der falsche Begriff.
Stallman sagte auch noch, er finde, dass es nicht OK sei, einen wertenden Begriff wie "Vergewaltigung" zu benutzen, wenn es juristisch von +-1 Jahr Altersunterschied und/oder welchem Land die Tat stattfand abhängt. Das ist eine Ansicht, die ja auch bei Julian Assange und Schweden das eine oder andere Mal zu hören war.
Ich fühle mich ja bei solchen Meldungen immer an dieses Blogposting von 2015 erinnert.
Update: Von seinem Posten im Vorstand der Free Software Foundation ist er auch zurückgetreten.
Ich finde es tragisch, dass immer die falschen Leute genug moralischen Kompass für einen Rücktritt haben, während die, bei denen ein Rücktritt wirklich wichtig gewesen wäre, den Scheiß immer einfach aussitzen können.
Update: Lesenswerter Twitter-Rant über das Media Lab, Epstein und Sugar Daddy Science (toller Begriff, finde ich). Stellt sich raus: Epstein war Eugenik-Fan und erst in zweiter Linie pädophil. Und seine Drittmittel haben das Media Lab korrumpiert, nicht bloß wegen der Quelle sondern auch weil sie genug Kohle hatten, sich nicht mehr anstrengen zu müssen.
Update: Oh angeblich hat die Frau selbst ausgesagt, von niemandem gezwungen worden zu sein. Das spielt natürlich juristisch keine Rolle in einer Jurisdiktion, die bei Minderjährigen annimmt, dass sie nicht zugestimmt haben können.
So langsam muss man sich ja fragen, wie krass die Ohrfeige der Wähler noch werden muss. Bevor die Damen und Herren in ihren Anzügen anfangen, eine Verbindung zwischen ihrer bisherigen Leistung und ihren Wahlergebnissen zu sehen.
Die menschliche Reife eines trotzigen Kleinkindes, das immer wieder ein Spiel verliert, und lieber alle anderen Möglichkeiten in Erwägung zieht, bevor es darüber nachdenkt, ob das vielleicht an der nicht erbrachten Leistung liegen könnte.
Vielleicht sollten wir mal unsere Strategie überdenken. Vielleicht sollten wir nur noch Spitzensportler ins Parlament wählen. Die haben wenigstens verstanden, dass es an ihnen liegt, wenn sie verlieren. Während wir im Moment hauptsächlich Anwälte und Lehrer im Parlament haben. Lehrer sind offensichtlich völlig unbeleckt, wenn es um Leistung, Verlieren und Strategie geht. Da ist noch keiner gefeuert worden, weil die Kids bei ihm nichts gelernt haben. Und Juristen sind auch eher für ihren beachtlicher Ausredenkatalog bekannt als dafür, die Schuld bei sich zu sehen und die Strategie zu ändern.
Rein intuitiv würde man ja auch annehmen, dass Programmierer gut geeignet wären, weil die viel Erfahrung mit Scheitern haben und auch immer völlig offensichtlich sie Schuld haben und nicht der Computer, der unparteiisch den Code abarbeitet. Aber in der Praxis pfuschen die alle vor sich hin und leugnen mit irgendwelchen pseudo-ökonomischen Bullshit-Ausreden die Realität. Die Abstürze sind gar nicht so schlimm, hier, wird doch neu automatisch gestartet! Das ist gar kein Security-Problem, dafür müsste man eine voll komplizierte Lücke ausnutzen und das kann doch eh so gut wie keiner, und wer das kann, der hat kriminelle Energie und wäre eh überall reingekommen!1!! Die Performance ist nicht so schlimm, schau, Rechner werden immer schneller! Probierst du halt nächstes Jahr auf der dann aktuellen Hardware!!1!
Was sagt ihr? Wollen wir mal nach Problem-Einsicht selektieren statt nach Anzug, Kopfhaar und "Wahlversprechen"-Hohlphrasen? Da bräuchten wir allerdings eine Presse, die das mal abklappert und uns die Daten liefert zu den Kandidaten und Parteien.
Wir müssen jedenfalls mal weg von diesem Trump-und-Hillary-Spiel hier. Unser Trump-Moment wird kommen, wenn wir einfach immer nur in die Richtung weiterlaufen.
Erstens sei so eine Parlamentspause total üblich, wenn ein neuer Premierminister sein Amt übernimmt, zweitens hat das Parlament selbst die Ausweitung auf 4 Wochen gewählt und Boris hat bloß 3 Tage angehängt, drittens, wenn Boris wirklich das Parlament aushebeln wollte, hätte er die Pause noch länger machen müssen. So kann das Parlament immer noch den Brexit-Ausstieg verhindern, und zwar vor und nach der Pause. Dafür bräuchten sie allerdings eine Mehrheit, die sie bisher nicht zusammengekriegt haben.
Insofern stimme ich zu, dass die Lage nicht so klar ist, wie sie unsere Presse darstellt. Auf der anderen Seite stößt es mir auf jeden Fall auf, dass irgendjemand außer dem Parlament selbst bestimmt, wann es Ferien macht. Das kann ja wohl überhaupt nicht wahr sein.
Und zwar wurden in Sachsen die Wahlkreise nicht angepasst, nachdem die Leute vom Land in die Städte gezogen sind. Damit sind Stimmen aus Großstädten unterbewertet und vom Land überbewertet. Nun kriegt die regierende CDU in Großstädten traditionell keinen Fuß auf den Boden, daher sehen die da offenbar keinen Handlungsbedarf.
Und ich glaube, mit "KI" sehen wir gerade einen ähnlichen Effekt. KI treibt im Moment die Compute-Power und ich würde sagen, dass wir ohne KI keine Prozessoren mit 64 Kernen und 128 Threads gekriegt hätten. Da gab es schlicht keine sinnvollen Anwendungen für. Und wenn dann in winzigen Nischen, die man ordentlich zur Ader lassen konnte als Chiphersteller.
Ein Security-Forscher hat sich "NULL" geholt. For the lulz. Dachte, das verwirrt möglicherweise die Computer bei den Behörden.
Hat es auch, aber nicht so, wie er gehofft hatte. Jetzt kriegt er die ganzen unzustellbaren Knöllchen.
SQL is hard. Let's go shopping!
Das finde ich ja fast noch krasser als Provokateure hinschicken. Dann traust du als Demo-Teilnehmer doch erst Recht niemandem mehr, der da mit dir protestiert!
Ich bin ja immer wieder beeindruckt über die Scheuklappen, die sich diese Leute in kürzester Zeit hinbauen. Bestimmt mit agilen Methoden gebaut. Funktionieren prächtig, solange man keine Fragen stellt.
Es gibt einige auffallende Muster. Eines davon: Struktur im Prozess der Softwareentwicklung wird gleichgesetzt mit Struktur in der resultierenden Software. Wenn ihr den Unterschied nicht versteht, dann schreibt mir bitte keine Mails. Dafür ist mir meine Zeit zu schade.
Ein anderes: Google ist der Heiland im agilen Himmel. Hunderte von Projekten haben Dinge "wie Google" gemacht, weil Google ja ganz gut läuft, und für vom Marktführer klauen ist noch niemand bestraft worden. Aber in der Sekunde, wo ein Google-Projekt genau die selben Fail-Symptome zeigt wie eure ganzen Agil-Projekte, da ist das alles vergessen. Es setzt nicht etwa Reflektion ein, sondern ein Beißreflex. Nein nein, Fefe, nicht agile Methoden sind inhärent kacke, nur weil niemand die richtig angewendet kriegt, nicht mal der Marktführer, den alle emulieren!1!!
Mich erinnert das an meinen ersten Code Audit bei Microsoft. Die verwenden natürlich intern auch Exchange und Active Directory und so. Wenn man das anderswo sieht, denkt man sich, die waren bloß zu blöde, das ordentlich aufzusetzen. Und dann geht man zu Microsoft und die sagen einem völlig unironisch, die Replikation des Accounts durch das Active Directory kann schon mal drei Tage dauern. Das ist der Zeitpunkt, wo man als zu eigenständigen Gedanken fähiger Beobachter erkennt, dass es nicht die schlechte Umsetzung überall ist, sondern ein inhärentes Problem mit dem Produkt oder System.
Ich habe im Übrigen nicht behauptet, dass alle agilen Projekte so enden. Das habt ihr da reingelesen. Nicht ganz zu Unrecht, denn die Quote ist in der Tat furchterregend, aber das war nicht meine Behauptung. Ihr müsst mal dringend an eurer Lesekompetenz arbeiten, wenn ihr mir Leserbriefe schreiben wollt.
Na? Wieviel Millionen hat eure Firma schon von Cisco gekriegt für die unsichere Software, die sie euch geliefert haben?
Warum?
Weil diese Cloud in Sankt Petersburg ist. Und die Russland-Cloud erzeugt natürlich Beißreflexe, wo die Amazon-Cloud unter dem Radar weitersegelt.
Die Doppelmoral ist erstickend! Zeitungen, die keine Sekunde gezögert haben, meine Daten an Dutzende Werbenetzwerke in intransparente Clouds irgendwo hochzuladen, die erzählen mir plötzlich, Daten in die Cloud laden ist gefährlich?!
Ich kann nur jedem empfehlen, mal eine Private-Browsing-Sitzung in ihrem Browser zu machen und den Adblocker auszuschalten. Nur für eine Stunde oder so. Und dann klickt euch mal durch eure Lieblings-Nachrichtenseiten. Nur mal so als Realitätsabgleich. Da findet ihr überall Werbenetzwerke der untersten Kategorie, die euch Scams aller Art andrehen wollen ("Day-Trading schnell gelernt!", "Silbermünzen als Andenken an Nicki Lauda!", "Krypto-Währungen, die Bitcoin hinter sich lassen werden!!"). Besonders enttäuscht hat mich Heise, die jetzt auf Telepolis unter allen Artikeln eine externe Firma eine "Abstimmung" einblenden lassen, mit so Fragen wie "Die Nutzung des Weltraums steht allen frei / sollte stärker reguliert werden". Selbstdarstellung dieser Firma:
We are not just a widget – we are THE platform for brands to scale content marketing and insightAre you fucking kidding me, Heise? Und IHR habt die Stirn, mich vor irgendwelchen russischen Cloud-Firmen zu warnen!?Oder noch geiler beim ehemaligen Nachrichtenmagazin. Ohne Adblocker kriegt man da die Tage nach dem obersten Artikel eine ZDF-Werbung, die beim Runterscrollen mal eben den ganzen Bildschirm einnimmt. Un-fass-bar! Da hast du echt Schwierigkeiten, zwischen der Werbung den Inhalt zu finden!
Kommt, liebe Medien, erzählt mir mehr über die Risiken der russischen Cloud für meine Privatsphäre!
Update: Hahaha, ist ja noch geiler! Das ist die Amazon-Cloud, nicht die Russland-Cloud! Ein Leser wies noch darauf hin, dass man ein Foto manuell zur App schickt, nicht dass die App von sich aus Zugriff auf alle Fotos haben will und die dann durchgeht. Oh Mann. Die App ist also datenschutzfreundlicher als die meisten anderen Apps! LMAO
Dann ging es weiter mit der Ausnutzung von Glitches, z.B. mit ausrechend Anlauf irgendwo hochlaufen und springen und einen Teil des Levels ganz überspringen.
Und jetzt? Jetzt gibt es Leute, die im Speicher-Allokator künstlich Fragmentierung herbeiführen. Die Engine kriegt dann "out of memory" beim Laden von Hindernissen, und lädt dann halt die Hindernisse nicht mehr. Aber crasht auch nicht sondern lässt dich über ein hindernisfreies Level rennen.
Das, meine Damen und Herren, ist Hacken im besten Wortsinne. Eigenschaften der unterliegenden Infrastruktur ausnutzen, um vorteilhafte Ergebnisse zu erzielen.
Update: Hier ist ein Video mit Kontext.
Als ich noch Seemann bei der Handelsflotte (der DDR) war, ist unser Schiff zumindest von einem iranischen Kriegsschiff auf offener See aufgebracht und durchsucht worden. Also ohne dass wir dabei oder vorher oder irgendwann in iranischen Hoheitsgewässern waren. Unsere Zielhäfen waren einmal die Emirate gewesen (Dubai) und einmal Kuwait. Das lief mit Waffendrohung ab, auch eindeutig über Funk mit der entsprechenden Ansage. Dann Bewaffnete an Bord u.s.w.Da ist mein Bild vom Iran möglicherweise zu rosig bisher.Außerdem trieben zu dieser Zeit zahlreiche Seeminen im Persischen Golf, die etliche Handelschiffe erwischt hatten. Meiner Erinnerung nach sind die damals recht eindeutig dem Iran zugeschrieben worden und die haben auch damals immer probiert, offiziell auf unschuldig zu mimen. Wir durften uns damals nicht zu mehreren Leuten an einer Stelle auf dem Schiff aufhalten, gemeinsame Mahlzeiten, Kino und solche Dinge waren auch untersagt.
Also auch wenn die anderen Beteiligten misstrauisch beäugt werden müssen: Ich traue denen die Angriffe auf Handelschiffe zu. +Definitiv.
Update: Auf Nachfrage, ob das nicht Piraterie ist, und man sich dagegen wehren kann, kamen noch ein paar mehr Details:
Die haben damals das Schiff durchsucht. Vor allem die Ladung, aber auch sonst. Wir (als Matrosen) hatten damals den Eindruck, dass die Schiffsführung sowas durchaus mit einberechnet hatten. Als die iranischen Schiffe in Sichtweite kamen, kriegten wir Matrosen jedenfalls vorbereitete Zettel mit Containerstellplätzen in die Hand gedrückt, wo wir in Affengeschwindigkeit die Zettel abkratzen sollten. Begründung uns gegenüber: Die bringen Schriffe auf, die Ladung für den Irak an Bord haben (damals Krieg Iran-Irak), wir haben spekuliert, dass da Waffen oder sowas drin war, wussten es aber nicht. Ladung wurde vor der Mannschaft (auch aus kommerziellem Interessse, Diebstählen, geplanter Piraterie u.s.w.) möglichst geheimgehalten. Und wir hatten auch keine rote Lampe im Top, also keine "gefährliche Ladung" an Board. Die wurde normalerweise immer angemacht, wenn was war, selbst bei Munition o.ä., deren Transport man uns gerne nicht mitgeteilt hat. Vermutlich hat das auch knallharte Versicherungsgründe.
Nach der Durchsuchung durften wir weiterfahren, weil die nichts gefunden hatten.
Klar hätten die das niemals gedurft nach dem internationalen Seerecht. Aber die REederei wird sich sich eher gefragt haben, ob sich eine Klage oder Ähnliches rechtet. Jeder Kapitän muss selber rechnen, und da denken die gerne kurzfristig, ob ein Aufwand was bringt oder nicht. Also werden die das weitergemeldet haben und dann gings schlicht weiter im Tagesgeschäft. Und wir kriegten 20 Mark der DDR pro Tag "Kampfgebietsźulage", na großartig.
Und ich habe hier bestimmt 10 Mails von Leuten gekriegt, die mir erzählen wollten, dass das doch viel besser ist so. Immerhin ist der Corbyn ehrlich. Und jetzt will er allen helfen, nicht nur denen, die Leistung bringen.
Wo kommt soviel Naivität her? Habt ihr alle weggeguckt die letzten 40 Jahre?!
Ich glaube ja, das ist ein Indiz dafür, dass die Automatisierung weit genug vorangeschritten ist, dass die Bonzen keine Selbstausbeuter mehr brauchen. Die brauchen überhaupt keine Arbeiter mehr. Die haben sich mit Automatisierung vom Pöbel unabhängig gemacht. Die haben es nicht mehr nötig, euch ins Gesicht zu lügen, dass ihr euch hocharbeiten könnt. Es reicht offensichtlich, die Unterschichten sich gegenseitig mit Social Justice und Grievance Studies bekämpfen zu lassen. Die Zeiten, wo Arbeiter solidarisch waren und in Gewerkschaften zusammengetan haben, um füreinander einzustehen, sind vorbei. Heute bekämpfen sich die Arbeiter gegenseitig. Anstatt den Bonzen gemeinsam Paroli zu bieten, ruft man sie als Autoritätsperson an, um andere rausschmeißen zu lassen, weil die auf der Social-Justie-Skala um eine Graustufe vom wahren Pfad abwichen.
Wenn euer Blutdruck wieder runtergekommen ist: Hört mir kurz zu!
Die Idee ist, dass irgendein inkompetenter Idiot aus einer Behörde oder der Politik von irgendeinem IT-Dienstleister "Distributed Ledger"-Bullshit ordert, weil das gerade so hip und geil ist. Aber eigentlich geht es in dem Projekt darum, deren Buchhaltung und Prozesse überhaupt soweit zu kriegen, dass man da überhaupt auch nur in die Nähe von digitaler Verarbeitung kommt. Und ob dann der Blockchain-Bullshit was wird oder nicht, das spielt dann keine Rolle mehr. Der Dienstleister kriegt den Job wegen Blockchain-Humbug. Die Behörde kriegt Digitalisierung. Der Dienstleister kriegt Geld. Und auch ohne Schlangenöl-Hypetech haben dann alle einen Vorteil.
Vielleicht sollte ich meine Fundamentalopposition nochmal überdenken.
Neuwahlen, wahrscheinlich im September - so will es auch der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu. Der israelische Präsident hatte ihm bis Mitternacht Zeit gegeben, eine neue Regierung auf den Weg zu bringen.What the FUCK? Und dann kann der einfach Neuwahlen triggern?!?
Lustigerweise ist der Knackpunkt, an dem die Regierungsbildung scheiterte, dass Netanjahu mit Liebermann koalieren wollte, der eine sekuläre Partei leitet. Der hat aber direkt angesagt: Koalition gibt es nur, wenn der Wehrdienst auf die Ultraorthodoxen ausgeweitet wird.
Wo liegt da das Problem, fragt ihr euch jetzt vielleicht? Nun, die sind genau die Basis von Netanjahu. An die wirft er sich ran, denen macht er Versprechungen, und die wachsen am schnellsten als Bevölkerungsgruppe in Israel.
Das ganze ist schon ein ziemlich unwürdiges Spektakel, und entsprechend ungehalten fallen die Kommentare hier aus.
Das Ausmaß des Brexit-Party-Durchmarsches ist atemberaubend. In England außerhalb Londons haben die alle zu vergebenenden Sitze bis auf 3 gekriegt oder so. Weiß gerade nicht mehr, wo ich die Statistik heute morgen gelesen hatte.
Die Briten wollen immer noch mehrheitlich den Brexit.
Update: Ich hatte es von der BBC:
The Brexit Party topped the polls in every region of England apart from London. It also dominated in Wales, with Plaid Cymru second.
Scotland is yet to formally declare, but with most votes counted, the SNP is on course for a resounding victory, with about 38% of the vote.
SNP ist die schottische Unabhängigkeitspartei.
Update: Meine Leser sind da optimistischer als ich. Das Problem ist, dass sich das Leave-Spektrum aufspaltet in Hard Brexit und Soft Brexit, aber Remain ist kein Spektrum. Ich las sowas wie: Hard Brexit hat 38%, Remain hat 40%, der Rest ist Soft Brexit. Das ist immer noch eine klare Mehrheit für Brexit. Mal gucken, wie das Ergebnis aus Nordirland wird. Die fangen erst Montags nach der Wahl mit der Auszählung an :-)
Glauben die, das hat keiner mitgekriegt, dass die seit 90 Jahren an der Macht sind?!
Den Ansatz kann vielleicht eine Partei wie Volt bringen, die noch nicht seit 100 Jahren an der Macht ist, und die noch Glaubwürdigkeit über hat. IHR Pfeifen hingegen verarscht eure Wähler seit 110 Jahren und wollt jetzt ernsthaft noch 120 daraus machen!
Ich habe übrigens per Briefwahl für DIEM25 gestimmt. Varoufakis ist aus meiner Sicht der Idealkandidat, um im Europaparlament nicht nur fiese Reden zu halten, sondern auch konkrete Vorschläge vorzulegen. Und zwar ernsthafte Vorschläge, die er vorher mal durchgerechnet hat. Nicht so Merkel-mäßig "wir müssen und alle zusammen…"-Hohlphrasen, und nicht so SPD-mäßig "wir müssen bloß die Probleme alle lösen"-Bullshit. Die Vorschläge sind dann on the record und keiner von den anderen Abgeordneten hat dann noch Unwissenheit als Ausrede.
Und wenn ich noch einmal einen aus der Hartz-IV-Partei herumschwadronieren höre, dass ihnen ja die sozialen Fragen besonders wichtig sind, kommt mir das Essen wieder hoch. Während die SPD in ihrem Video was von sozialer Gerechtigkeit faselt, macht der Scholz unsoziale Bonzenpolitik. DAS ist die SPD. Die SPD ist ungefähr so sozial wie die CDU christlich ist. Gar nicht.
Praktisch jedes Mal, wenn die SPD euch erzählt, wofür sie stehen, ist ihr Abstimmverhalten genau entgegengesetzt. Die Partei der Uploadfilter, die Partei des ersten Angriffskrieges in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, die Partei der Kohlesubventionierung, die Partei von Hartz IV, und die Liste geht noch lange so weiter.
Ja also wenn wir DAS gewusst hätten, hätten wir das schon viel früher probiert!1!!
Na dann gucken wir doch mal. Professionell layoutet, schöne Schriftart, fette Nationalfarben auf dem Titelblatt, da waren Krisen-Profis am Werk!
In unserem freien Land darf jeder seine Meinung äußern, Gott sei Dank.Direkt 150 Punkte Abzug für diese schnöselige Altherren-Herabwürdigung.
Wir - das sind Hunderttausende Mitglieder, Unterstützer und Millionen von Wählerinnen und Wählern der CDU - nehmen Kritik sehr ernstOh, ach? Ihr Anruf ist uns sehr wichtig! Bitte bleiben Sie in der Leitung! Direkt noch 250 Punkte abzug.
Und wir alle, die allermeisten ehrenamtlich, arbeiten jeden Tag daran, es besser zu machen.Und dann noch ein peinlicher Tränendrüsen-Drücker für die armen ehrenamtlichen Minister und Kanzler, die uns die letzten 30 Jahre in Grund und Boden regiert haben. Tja da könnte sich die SPD mal was von abschneiden! Die haben Gehälter kassiert, die fiesen Sozsen!! Würden wir bei der CDU nie machen, wir haben schließlich schwarze Kassen mit jüdischen Vermächtnissen! Nochmal 100 Punkte Abzug.
Wir als CDU sind stolz darauf, was wir, die Partei von Adenauer, Kohl und Merkel und die Bürgerinnen und Bürger in den letzten Jahrzehnten für unser Land und die Menschen in Deutschland erreicht haben.Oh ach so, sagt das doch gleich! Das Papier will gar nicht mit mir reden sondern mit verunsicherten CDU-Wählern! Ja, äh, gut, … hmm. Und jetzt? Weiterlesen?
Die CDU ist eine Volkspartei mit vielen Mitgliedern und auf Werten gebauten Programmen.Oh wow. Pathetische Schwurbelscheiße. Um die CDU scheint es noch schlimmer zu stehen als ich annahm, wenn die so tief in die Fremdschäm-Kiste greifen.
Wir sind entstanden aus den Trümmern eines zerstörten LandesOh Gott. Das wird ja immer schlimmer. Was kommt als nächstes? Die Vertrauens-Floskeln?
Wir sind deshalb Volkspartei, weil uns viele Bevölkerungsschichten vertrauenJa! Oh Mann. Da kriege ich ja fast Mitleid mit der CDU! Aber dann denke ich darüber nach, wie die uns in Grund und Boden gewirtschaftet haben in den letzten 40 Regierungsjahren, und dann legt sich das wieder.
Das können die nur noch toppen, wenn sie die Millionen-Fliegen-Floskel bringen.
Wir werden seit Jahren häufiger als andere Parteien gewähltUnd da ist sie! *Tusch* Fresst Scheiße! Millionen Fliegen können nicht irren!
Wisst ihr was? Da stellt sich eigentlich nur noch die Frage, um welchen Aspekt sie sich am meisten Sorgen machen, und den sie daher nochmal am Ende ansprechen.
Die Währung von YouTubern sind Klickraten. Die Währung einer Volkspartei wie der CDU ist Vertrauen.Da haben wir es! Das ist eine gute Nachricht. Die CDU hat gemerkt, dass ihr niemand mehr vertraut. Gut so.
Ich glaube ich blättere mal vor. Die Einleitung geht ja schon mal GAR nicht.
Kapitel 1. Die Sache mit der ungerechten Verteilung. Der Vorwurf ist: Der Reichtum ist ungerecht verteilt. Die CDU antwortet:
Vorne weg eine Richtigstellung: Die Einkommensungleichheit, d.h. die unterschiedliche Verteilung der Einkommen in Deutschland,ist zwar bis 2005 gestiegen, seitdem aber nicht mehr.Klassisches Ablenkungsmanöver. Funktioniert bei Alzheimerpatienten wie der CDU-Wähler-Altersschicht bestimmt prima. Die merken vielleicht wirklich nicht, dass der Vorwurf die Ungleichheit beim Vermögen war, nicht beim Einkommen. Das Einkommen ist auch kein sinnvolles Maß an der Stelle, weil man das Einkommen als reicher Geldsack wegoptimieren kann. Z.B. kann man einen Kredit bei einer Bank aufnehmen, und seine Aktien als Sicherheit hinterlegen. Dann lebt man von dem Geld, das die Bank einem als Kredit ausgezahlt hat, setzt die Zinsen von der Steuer ab, und zahlt den Kredit dann mit anderen Miet- oder Zinseinkünften ab. Oder das Geld "arbeitet" in einer Steueroase. Da gibt es diverse Tricks. Das ist ja gerade eines der Probleme, an der die CDU die Schuld trägt, dass es für Reiche so viele gute Tricks gibt, sich das Einkommen kleinzurechnen und am Ende keine Einkommenssteuer zu zahlen. Apropos Einkommenssteuer. Da reitet die CDU gerne drauf herum, weil die von den Ärmsten nicht gezahlt wird, deren Gehalt zu gering ist. Die CDU stellt das dann gerne so dar, seht her, die Reichen zahlen die ganzen Einkommenssteuern. Und das stimmt auch, aber es ist gleichzeitig ein Taschenspielertrick, denn die Armen kaufen ja trotzdem im Einzelhandel und zahlen Mehrwertsteuer auf alles. Und weil bei den Armen ein größerer Teil des Geldes für Essen und Kleidung und Strom und Wasser draufgeht, ist bei denen auch der Anteil der Mehrwertsteuer an den Ausgaben krass viel höher als bei den Reichen. Den Aspekt erwähnt die CDU natürlich lieber nicht.
Die Antwort darauf ist übrigens historisch, dass es in Deutschland zwei Mehrwertsteuersätze gibt, einmal normal und einmal ermäßigt, und der ermäßigte ist dann für Nicht-Luxus-Güter, die man zum Überleben braucht. Der ermäßigte Satz liegt bei 7%, der reguläre bei 19. Der nächste Taschenspielertrick der CDU ist, dass sie hier das Wort "die Reichen" umzudefinieren versucht. Leute wie Friede Springer werden jetzt keine Millionen an Lohnsteuer abführen. Rezo sprach explizit von den reichsten 45 Haushalten in Deutschland. Die CDU deutet das heimlich um, so dass es auch die nächsten paar Mio beinhaltet.
Kapitel 2. Bildungspolitik. Rezos Kritik handelte von Aufstiegschancen durch und Zugang zu Bildung. Da geht es erstens darum, dass jeder ordentliche Bildungschancen haben soll, auch wenn die Eltern arme Einwanderer aus einem anderen Sprachraum waren, aber es geht zweitens auch darum, dass man mit einem Abschluss auch einen Job findet. Wenig überraschend betrachtet die CDU den zweiten Teil nicht, den die Folgen der Automatisierung und jetzt Digitalisierung hat sie vollständig verpennt und wir alle sitzen jetzt auf dem Trümmerberg, den die CDU da zu verantworten hat. Da gibt es auch keine Ausreden. Die CDU führt an, aber man könne ja jetzt auch ohne Abi studieren. Dass heute studierte Fachkräfte Burger flippen, weil sie keinen Job finden, das erwähnen sie nicht mal. Der nächste Taschenspielertrick. Die müssen ja enorm belämmerte Wähler haben, dass sie mit solchen Methoden bisher Erfolg hatten!
Ein Lacher am Rande ist übrigens, dass Rezo meinte, CDU-geführte Bundesländer hätten weniger Ausgaben für Bildung. Die CDU kontert mit einer Grafik, wo Berlin (!) ihren Durchschnitt rausreißt. Ja, richtig. Berlin. Mit der zuständigen Senatorin von der SPD. Ach komm, unsere Wähler sind alt und gebrechlich, malen wir ein paar Deutschlandfarben drauf, das merken die NIE!
Kapitel 3: Klimawandel. Noch so ein Totalschaden-Thema für die CDU. Da können sie inhaltlich nicht viel reißen. Also eröffnen sie direkt mit einer Nebelgranate:
Rezo hat Recht: Die AfD ist die einzige Partei in Deutschland, die den menschengemachten Klimawandel leugnet.HAHAHAHA, Oh Mann! Wie peinlich ist DAS denn! Und dann rechnen sie uns vor, dass Deutschland ja bloß 2,3% der CO2-Emissionen macht und China und die USA ja viel mehr.
Waren die nicht anwesend, als China fett auf Solar gesetzt hat, nachdem unsere Subventionen in China eine Konkurrenzwirtschaft zu unseren Solarfirmen ausgelöst hatten und im Ergebnis plötzlich Solarstrom biliger als Kohlestrom wurde? War die CDU da im Mittagschlaf oder was? China investiert inzwischen mehr in erneuerbare Energien als Europa. Tolle Wurst, liebe CDU! Das wäre unsere Chance gewesen, mal in einem zukunftsträchtigen Industriegebiet führend zu sein. Jetzt patentieren uns die Chinesen die Butter vom Brot. Danke, Angela Merkel!
Glaubt ihr nicht? Wird noch geiler! Die CDU beruft sich auf ihre "Erfolge" bei Klimagipfeln. Hier findet ihr, was wirklich passiert ist.
Aber hey, wir reden hier von der CDU. Natürlich lügt die uns ins Gesicht! Wer das noch nicht mitgekriegt hat, hat die letzten 50 Jahre nicht aufgepasst!
Kapitel 3: Krieg. Die CDU sieht auch hier kein Land und eröffnet daher direkt mit einem Ad-Hominem:
Rezos flappsiger Hobby-Spruch Richtung USA („Kriege als Hobby“) wird unserer Ansicht nach der Lage nicht gerecht.Wartet, wartet, wird noch geiler!
Die USA und ihre Verbündeten bekämpfen den Terrorismus aufgrund der Angriffe auf New York und Washington am 11. September 2001, bei denen fast 3000 Menschen ums Leben kamen.Oh ach SO ist das!!1! Gut, dass wir das mal geklärt haben!
Sie bekräftigt die Selbstverteidigungsklausel des Art. 51 der Charta der Vereinten Nationen und damit das individuelle und das kollektive Recht zur Selbstverteidigung auch nach Terrorangriffen.Daher jetzt Drohnen-Vorwärtsselbstverteidigung gegen Syrien, denn da kamen Null der 9/11-Terroristen her. Ebenso steht es um Libyen, den Irak, den Iran und Afghanistan. Aus Ägypten kam immerhin einer, aber der hatte seinen Wohnsitz in Deutschland.
Tja und da haben wir es. Die Antwort war das Papier nicht wert. Aber immerhin hatten wir eine Antwort und nicht wie sonst nur eine Kanzlerinnen-Raute und Hohlphrasen ala "wir müssen jetzt alle zusammenarbeiten".
Die gute Nachricht: Es bleiben immerhin keine Fragen offen, für wie blöde die CDU ihre potentiellen Wähler hält.
Update: Das Bildblog lässt sich auch nicht lange bitten. (Und hier noch ein Lacher am Rande.
Update: Noch mehr inhaltliche Kritik am CDU-PDF.
Update: Volker Quaschning zerlegt die CDU-Äußerungen zum Klimawandel noch nachhaltiger als ich. Das ist einer der Experten, die auch in Rezos Video auftauchten aus seinem Auftritt in der Bundespressekonferenz. Money Quote:
In Polen sind zwischen 1990 und 2016 die Gesamt-Emissionen sogar um 30,5 Prozent gefallen, in Rumänien sogar um 63,8 Prozent [UNF19]. Das bedeutet aber nicht, dass beide Länder hinsichtlich Klimaschutz besondere Vorreiter sind. In diesen Ländern sind genau wie in der ehemaligen DDR die Emissionen durch wirtschaftliche Umbrüche in den 1990er-Jahren stark eingebrochen. Ein größerer Teil des Emissionsrückgangs in Deutschland ist auf Wiedervereinigungsgewinne zurückzuführen. Der Rückgang im Jahr 2018 hat zu größeren Teilen witterungsbedingte Ursachen [UBA19].
Das, meine Damen und Herren, sind die Erfolge, die die CDU euch zu verkaufen versucht.
Als dann neulich Nigel Farage (treibende Kraft hinter UKIP und Brexit) dann für eine Wahlkampfveranstaltung nach Newcastle kam, hat die Polizei schon den Braten gerochen und dem örtlichen McDonald's gesagt, sie sollen an dem Tag die Milchshakemaschine ausgeschaltet lassen. Hat aber nicht geholfen, Farage hat trotzdem einen Volltreffer abgekriegt.
Farage ist übrigens nicht mehr in UKIP. Er ist in Protest ausgetreten, als die einen Typen namens "Tommy Robinson" reingelassen haben. Das ist ein Pseudonym, und der Typ war vorher Chef der EDL, das ist die English Defense League, eine Neonazi-Skinhead-Organisation. Das war selbst Farage zu krass und er ist ausgetreten. Jetzt hat er seine eigene Partei, die "Brexit Party" (nein, wirklich!). Der hält Brexit echt noch für ein Erfolgsding, mit dem man Wahlwerbung machen kann!
Update: Großartiger Tweet dazu:
The only thing that can stop a bad guy with a milkshake is a good guy with a milkshake. Milkshake control is not the answer.
HARR HARR HARR
Update: Hahahaha! Burger King Schottland lässt sich nicht lange bitten :-)
Sehr geil auch ihr Followup-Tweet. "please drink responsibly". *badumm tssss*
Da fühlste dich doch ernstgenommen als Athletin!!1!
Ich finde ja, aus Gleichberechtigungsgründen sollten die Männer auch einen Beauty-Bag kriegen. Mit Nasenhaarentfernern, ein paar Wichsheftchen und Creme gegen Haarausfall. (Danke, Martin)
Die Amis dachten sich erst: Damit greifen die unsere großen Boote an! Und in Übungen ist bisher ziemlich verlässlich rausgekommen, dass man einen schwarm von kleinen Motorbooten nicht komplett abgewehrt kriegt mit so einem großen Pott. Und es reicht, wenn einer durchkommt, und dein großer Pott säuft ab. Das Szenario ist seit Jahren bekannt, aber was macht Trump? Noch einen großen Pott bauen lassen. Der teurer als BER ist, übrigens.
Aber egal. Das ist die erste Furcht. Die zweite Furcht ist, dass der Iran damit die Ölexporte der Saudis beendet. Das wäre das Ende der US-Politik gegen Russland, Venezuela und den Iran, die auf dem künstlichen Tief-Halten der Ölpreise setzt, um den ölexportierenden Feinden den Haushalt zu ruinieren. Funktioniert auch gut bisher, die Strategie. Aber wäre halt am Ende, wenn die Ölexporte der Saudis wegbrechen.
Und die Beweislast ist mal wieder USA-typisch erdrückend!
The Pentagon has not released the photograph. On its own, two American officials said, the photograph was not compelling enough to convince the American public and lawmakers, or foreign allies, of the new Iranian threat.Wenn das Foto nicht mal ihre eigenen Hawks überzeugen kann, dann kann da nicht viel zu sehen gewesen sein. Nebelbank im Dunkeln bei mondloser bewölkter Nacht.Oh aber das ist nicht der einzige Beweis! Ist gibt noch andere Beweise, und die wären voll überzeugend. Slam-Dunks sozusagen! Leider können sie uns die nicht zeigen. Wegen, äh, *papierraschel* der Sicherheit und so.
Adding to that concern, the United States recently learned of conversations between the Revolutionary Guards and foreign militias discussing attacks on American troops and diplomats in Iraq. The conversations themselves are nothing new, but the recent discussions were held with unusual frequency and included specifics about strikes on American targets.Ohooo! Es gab Iraner, die sich darüber unterhalten haben, wie man die Amis ärgern kann? Hold the presses!!American officials said they have also collected intelligence about Iran targeting commercial shipping, prompting a warning to mariners issued last Friday. That was one of the reasons that led American officials to suspect Iran was behind this week’s sabotage of four tankers off the coast of the United Arab Emirates. The officials said they do not have conclusive forensic analysis that shows Iran was to blame.Ach komm. Seit wann brauchen die USA Beweise! Erzählt uns einfach einen vom Pferd! Von Brutkästen und Baby-Morden! Das ist eine bewährte Methode!
Ich erinnere mich ja noch gut daran, als Intel uns allen diese EFI-Scheiß aufgezwungen hat. Niemand wollte das haben. Und was haben sie damals gesagt, wieso man das angeblich braucht? Weil es modern und ordentlich ist, im Vergleich zum alten Legacy-Bios.
War wohl doch nicht so modern und ordentlich.
Wieso sollte ich Intel eigentlich glauben, dass das "ModernFW" jetzt modern und ordentlich ist? Wer einmal lügt und so?
Oh und EFI war ja auch schon nicht open source. Daher haben wir UEFI gekriegt. Das war so halb open source. Googelt mal Tianocore, das ist der open source-Teil davon. Bugs, die ihr darin findet, werden auch in eurem UEFI-Bios sein.
Der Grund, wieso UEFI so einen schlechten Ruf hat und so wenig Vertrauen genießt, ist ja, weil die völlig ohne Not ein Modulkonzept eingeführt haben, über das sich dann Malware einnisten kann. Das hätte man natürlich vorher wissen können. Es wird euch nicht überraschen, dass man das natürlich vorher wusste. Man hat es trotzdem gemacht. Weil das ein Trend war.
Genau wie überhaupt metastasierende Firmware ein Trend ist. Früher hatte man ein Mainboard und eine CPU und auf dem Mainboard war ein BIOS und das war es. Wenn man von der Netzwerkkarte booten wollte, gab es ein Konzept für das Laden eines DHCP-Moduls von der Netzwerkkarte. Wenn man einen SCSI-Controller einbaute, gab es ein Konzept für das Laden eines BIOS-Moduls von dort. Das alte Ranzbios war auch schon so modular wie nötig.
Aber heute? Heute hat man in der CPU zwei Firmwares (einmal Microcode, einmal für die Management Engine, die übrigens auch ein eingebetteter Prozessor ist, auf dem ein Betriebssystem-Kernel und User-Space-Module laufen), dann hat man ein UEFI-Bios mit Modulen, dann hat man im WLAN-Chip eine Firmware, in der Netzwerkkarte, selbst Tastaturen und Mäuse haben Firmwares. Oh und auf dem Mainboard gibt es auch nochmal eine Management-Engine mit eigener Firmware. Und innerhalb dieser Geräte gibt es teilweise noch Unter-Firmwares für interne Teilkomponenten, die die verwalten, ohne dass man das von außen sehen kann.
Es ist wieder alte Flat-Earth-Joke. Firmware all the way down.
Insofern entschuldigt, wenn ich nur heiser lachen kann, wenn Intel jetzt von modern und ordentlich redet. Modern ist bei mir ein verbranntes Wort. Wer modern sagt, meint "schlechter als die letzte Generation". Modern heißt "wir haben sinnlos irgendwelche Trend-Hipster-Kacke eingebaut, die niemand braucht, weil wir dachten, dass man das halt heutzutage so macht".
Und alle kämpfen dann mit einer Update-Strategie für ihre Firmwares. Trust-Probleme werden mit Kryptografie unter den Teppich gekehrt. Früher hat man Kryptografie zwischen Regierungen benutzt, dann zwischen mir und meiner Bank, dann zwischen mir und meinem Drucker, zwischen mir und meinem Monitor, jetzt haben wir innerhalb der CPU Kryptographie zwischen Host-CPU-Teil und Management-Engine. Es ist so dermaßen absurd, nicht zuletzt weil das natürlich eine massive Energieverschwendung ist. Aber was mir noch mehr Sorgen macht: Kryptografie ist ein bewegliches Ziel. Wenn morgen ein populärer Algorithmus bricht, dann stürzt uns einmal das komplette Kartenhaus ein, nicht nur Online-Banking. Alles beruht heutzutage auf Kryptografie. AMD macht ja sogar Krypto zwischen Hypervisor und VMs und hat RAM-Verschlüsselung. Anstatt mal das Design ordentlich zu machen, erklären wir einfach immer alles für unvertrauenswürdig und machen Kryptografie wie zwischen Ländern, die miteinander im Kriegszustand sind.
Microsoft hat sich damals entschieden, dass der Grafikkartentreiber mal in den User Space verschoben werden muss, und nur noch ein winziger Teil darf im Kernel bleiben. Das Stichwort ist User-Mode Display Drivers.
SO SCHLIMM war das, dass Microsoft deren Treiber in den User Mode verschoben hat. Und statt eines Blue Screens gab es dann nur noch ein "die Grafikkarte musste neu gestartet werden" als Toast im Taskbar und der Rechner ranzt nicht mehr ab.
Dem muss man gegenüber halten, dass Microsoft selbst Font-Rendering im Kernel gemacht hat. Das flog ihnen auch alle Nase lang um die Ohren. Das ist länger im Kernel geblieben. Die Grafiktreiber waren dringender.
Warum blogge ich das? Weil Nvidia offenbar nach nur 30 Jahren Kack-Treiber ausliefern das Memo gekriegt hat und jetzt auch mal Security-Bugs fixt.
Jetzt müssen nur noch AMD und Intel mitmachen!
Unter Kernel-Code-Auditoren gab es damals teilweise ernsthaft die Frage, warum wir uns hier eigentlich soviel Mühe machen, wenn die Leute da draußen GPUs und Treiber haben, die alles wieder zum Scheunentor machen. Inhaltlich war diese Frage durchaus gerechtfertigt. Aber so darf man an Security und Qualität generell natürlich nicht rangehen. Man putzt ja auch zuhause das Fenster, obwohl das daneben auch schmutzig ist. Das macht man dann halt danach sauber.
Once is an accident. Twice is a coincidence. Three times is an enemy action.
Wiedem auch sei: Die sind weiter gekommen als alle vor ihnen. Und versuchen auch praxisrelevant zu ein, indem nicht nur eine Hochsprachen-Implementation verifiziert wird, sondern auch die plattformspezifischen Assembler-Implementationen.
Sie haben auch eine verifizierte TLS-Library, aber die ist in F# bzw. F* und da ist nicht klar, wie performant die ist und wie man die in existierende Projekte eingebunden kriegt. Dennoch: Ein großer Schritt vorwärts!
Erstens: Die ist von vor einem Jahr.
Zweitens: Ja, da gibt es Nachpatchen, aber Nachpatchen ist eine Lüge. Da werden nur Bugs gepatcht, von denen klar war, dass das ein Security-Bug war. Der Anteil der Security-Bugs, bei denen das von vorneherein klar und klar im Bugtracker markiert ist, liegt je nach Umfeld zwischen 0 und 50%.
Drittens: Das Warten von solchen Versionen bindet völlig sinnlos Personal, das dann nicht zur Verfügung steht, um die tatsächlich aktuelle Version von Firefox sicher zu halten. Das verschärft das Problem also noch, anstatt es besser zu machen.
ESR-Versionen waren der Versuch, Open Source-Software mit langen Release-Zyklen "Enterprise-Ready" zu machen. Das war ein spektakulärer Fehlschlag, auf ganzer Linie. Nicht nur macht die Existenz von ESR-Versionen die regulären Versionen unsicherer (siehe oben), die Enterprise-Adoption ist nicht erwähnenswert gestiegen, und viele Leute, die es nicht besser wissen, fahren jetzt halt die ESR-Version und halten sich für adäquat gesichert / aktuell. D.h. nicht nur die tatsächliche Software wird unsicherer, wirh aben auch das Verhalten der Leute in die falsche Richtung trainiert. Herzlichen Glückwunsch an uns alle. So eine effektive Sabotage von Open Source hat nicht mal Microsoft in ihren übelsten Jahren mit all ihrem FUD hingekriegt.
Ich möchte noch kurz erwähnen, dass das ESR-Modell selbst in Enterprise-Umgebungen tot ist. Windows und Office365 sind jetzt rolling releases, und typische Enterprise-Software ist "in die Cloud" geschoben worden, weil das alte Modell offensichtlich Scheiße war und nicht funktioniert hat. Aber Firefox und Tor sehen sich als gallisches Dorf, in dem sich die Geriatrie-Abteilung gegen diesen ganzen neumodischen Scheiß zur Wehr setzt. Ja nee, klar.
Wisst ihr, von mir aus könnten sie das ja gerne machen. Wenn sie dann die Kosten dafür alleine tragen würden. Tun sie aber nicht.
“Just because the Arctic is a place of wilderness does not mean it should become a place of lawlessness,”Das versteht man erst, wenn man sich daran erinnert, dass die Amerikaner sich selbst als das Gesetz sehen. Eine Gegend ohne Amerikaner ist daher per Definition lawless.Gut, dass die Chinesen sich um die Arktis bemühen, das habt ihr vielleicht noch nicht gehört, aber das ist noch gar nicht der Fnord an der Stelle. Amerikaner und Geographie war ja schon immer eine Geschichte voller Missverständnisse. Guckt mal hier:
“Do we want the Arctic Ocean to transform into a new South China Sea, fraught with militarization and competing territorial claims?” Pompeo will ask.Nein! Deshalb melden wir jetzt unsere eigenen territorialen Claims an, um genau diese Sitation herbeizuführen!1!!“With our presence here firmly established, America is renewing its leadership in this region, and we are counting on our partners in Greenland and Denmark to lead with us,” he will say.Mit "here" ist Grönland gemeint, wo die Amerikaner im kalten Krieg Militärbasen hingebaut haben, um russische Angriffe erkennen und abfangen zu können.Anscheinend hat China aber tatsächlich Interesse an der Arktis angemeldet:
But the new player in the region is China, which has styled itself a “near-Arctic” country -- a self- appellation U.S. officials find absurd: One senior State Department official called it “a made-up, fantasy definition” worthy of George Orwell; another rattled off the precise distance between Beijing and the Arctic Circle (1,844 miles). In the last few years, China has invested in Iceland; built scientific research centers in Norway; and sought to build airports, snap up mines and buy naval facilities in Greenland -- all part of Beijing’s strategy to develop a “Polar Silk Road” to crack open shipping routes made newly accessible by climate change.Klimawandel, fuck yeah! Problem? No, opportunity!1!!Aber jetzt das Fnord-Zitat, wegen dessen ich das überhaupt hier verlinke:
Denmark, a NATO ally, is “willing to fight with Americans shoulder-to-shoulder and do things that many of our allies won’t,” said U.S. Ambassador to Denmark Carla Sands in an interview. “They welcome trade by nations that don’t take hostages.”Oh wow. Deutschland hat nicht als einzige Nation einen Bekloppten als US-Botschafter abgekriegt!
Völlig unvorhergesehen und überraschend stellt sich nämlich heraus, dass Zertifikate ablaufen. Tsja, Mozilla, und DAS ist die Hölle, die ihr mit Letsencrypt einmal auf die ganze Welt rausgehauen habt. Nur halt nicht alle paar Jahre mal sondern alle paar Wochen mal. Wegen … uh … Yolo!!1!
Das Zertifikat, das hier abgelaufen ist, ist ein Intermediate Cert, das im Prozess des Signierens aller Add-Ons beteiligt ist. Denn Add-Ons müssen ja neuerdings signiert sein. Damit, wenn man sie über eine signierte Verbindung von Mozilla lädt, und da Malware drin ist, Mozilla sagen kann: Haha, nicht unsere Schuld!1!!
Ich frage mich ja, wie häufig Code Signing noch komplett versagen muss, bevor dieser unsägliche Bullshit-Trend mal endlich geerdet wird.
Mozilla hat jetzt jedenfalls Add-Ons komplett abgeschaltet.
Das Problem hat den schönen Namen "armagadd-on-2.0" gekriegt :-)
Update: Solange bei Firefox die Addons nicht gehen, würde ich lieber Chrome mit ublock/umatrix nehmen als Firefox ohne.
Update: Ein Leser meldet, dass man bei Firefox Nightly in about:config Addon-Signaturprüfung deaktivieren kann (Key xpinstall.signatures.required). Das hat natürlich andere Nachteile, wenn ihr nicht ausschließen könnt, dass euch freidrehende Software Firefox-Addons unterjubeln will. Auf der anderen Seite hatten wir ja auch schon genügend signierte bösartige Firefox-Addons. Mozillas Lösungsvorschlag ist, dass ihr alle Mozilla die Erlaubnis erteilt, Studien bei euch durchzuführen, und dann kommt innerhalb der nächste 6 Stunden hoffentlich diese eine magische Studie bei euch vorbei, die das fixt.
Der Plan dabei ist, dass China dann die Infrastruktur in den Nachbarländern baut, aber die Länder sollen auch selbst investieren. China verkauft den Ländern das als Win-Win-Situation. Wir können Handel treiben, und ihr habt neue Infrastruktur.
Allerdings denkt man in China langfristig, und daher laufen Infrastrukturprojekte mit anderen Ländern schon seit Jahren. Ihr kriegt günstig Infrastruktur, und wir finanzieren noch euren Anteil, indem wir euch einen günstigen Kredit geben. Das klingt zu gut um wahr zu sein, und so sind da viele Länder freudig drauf eingegangen, besonders in Afrika. Nach ein paar Jahren stellt sich dann allerdings raus, wie immer wenn Länder Schulden machen, dass sie das nie wirklich abzahlen können oder wollen und sich jetzt in einer Abhängigkeit befinden. Deutschland hat ja mit dem Exportüberschuss eine ähnliche Wirkung auf Handelspartner.
Jedenfalls schlägt die Stimmung für das Belt and Road-Projekt gerade ein bisschen um. Das Google-Stichwort dafür ist Debt-book diplomacy. Länder wie Neuseeland, Sri Lanka und die Philippinen finden sich in einer Position, in der China mit dem Schuldenhebel außenpolitische "Gefallen" einfordern kann.
Jetzt gab es gerade ein Gipfeltreffen zu dem Projekt, und diverse Länder sind nicht hingegangen -- unter anderem die Türkei. Das ist recht kritisch, weil China sich dachte, wenn sie eine Eisenbahnstrecke in die Türkei haben, dass sie damit die Lieferstrecke zur EU in der Tasche haben. Aber dann hat Erdogan aus innenpolitischen Wahlkampfgründen ein paar Sprüche für seine muslimischen Wähler rausgehauen, dass das ja nicht in Ordnung sei, wie China mit den uigurischen Brüdern umgehe. Daraufhin ist China richtig stinkig geworden und hat Türken keine Visa für eine Einreise in China ausgestellt. Und jetzt ist da halt diplomatisch Eiszeit. Sowohl China als auch die Türkei müssen aus innenpolitischen Gründen Stärke zeigen. Für China ist das Projekt trotzdem jetzt schon ein Riesengewinn, aber für den großen Wurf wäre es besser gewesen, wenn auch die Türkei an Bord wäre.
Bis mir auffiel, dass in der Statuszeile "Connecting to ajax.googleapis.com" stand.
PSA: Wenn ihr von Google Scheiß nachladet, geht eure Site in China nicht. Analytics, AJAX, AMP, alles.
Nicht dass es ein Argument brauchte, keinen Scheiß von anderer Leute Servern nachzuladen, aber der eine oder andere von euch (ihr wisst, wer gemeint ist) hat das Memo ja offensichtlich nicht gekriegt.
Ihr lautester Angriff bisher war dieses Projekt mit Mozilla, dass Firefox seine DNS-Anfragen über ein neues Protokoll (über HTTPS!!1!) an Cloudflare durchtunnelt, damit sie schön alle Bewegungsdaten des Internets bei sich in der Datenbank haben. Daten sind das Erdöl des 21. Jahrhunderts!
Dann erinnere ich mich da noch an "hört mal alle auf, ANY-Anfragen zu beantworten, weil wir können das auch nicht". Ganz großes Kino.
Warum hole ich das alles aus der Mottenkiste? Weil es bei Cloudflare vor ein paar Wochen einen lustigen DNS-Ausfall gab.
WENN es jemanden gibt, dem ich in Sachen DNS weniger zuhören würde als Axel Voss, dann ist es Cloudflare.
Wenige Gesichter („Luisa Neubauer + vier“) würden „krass hervorgehoben“ – die anderen außen vorgelassen.You had me at "Diversität". Ja gut, den Klimawandel konnten wir nicht aufhalten, aber wir hatten Gelegenheit, wichtige Streitfragen über Diversität nicht zu klären. ICH WILL ABER AUCH GANZ VIELE LIKES UND HERZCHEN!!1! (Danke, Jens)Die Fünf würden untereinander aushandeln, wer, wann und wo für FFF spricht, der Rest über Termine nicht einmal informiert – und Nachfragen bezüglich Terminen, Diversität und Transparenz abgetan.
Das Verhalten der Professorin wiege schwer. Ihr werden unter anderem "Führungsschwäche, ein respektloser Umgang mit Mitarbeitenden, ein stark ausgeprägtes Kontrollbedürfnis, (zu) hohe Leistungsansprüche, die (durchgehende) Erwartung, dass Mitarbeitende auch an freien Tagen erreichbar sein müssen, fehlende Diskussionsbereitschaft und -fähigkeit sowie anderes mehr vorgeworfen".Und weiter:
Zudem heißt es in dem Bericht, die Professorin habe in ihrer Anhörung "kein Problembewusstsein und kaum Bereitschaft, das eigene Verhalten in Frage zu stellen," erkennen lassen. Die Professorin habe sich zudem als Opfer einer Kampagne dargestellt, die von einer erfolglosen Doktorandin initiiert worden sei.Die Rede ist hier vom Bericht einer Kommission, die die ETH Zürich beauftragt hatte, den Fall zu bewerten. Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass ihr Verhalten "inakzeptabel" sei, und solche Entgleisungen müssten "frühzeitig aufgedeckt, konsequent geahndet und verhindert" werden. Aber feuern sollte die ETH Zürich die Professorin nicht, rät die Kommission in ihrem Bericht. Denn:
es gebe keine "belastbare rechtliche Möglichkeit zur Entlassung".Wir brauchen endlich mehr Frauen in Führungspositionen. Diese ständige Benachteiligung muss endlich aufhören. Man stelle sich mal vor, wenn das ein Mann gewesen wäre! Eine Gehaltserhöhung hätte der doch gekriegt!!1!
Mal ganz ernsthaft: Unkündbare Professoren sind ein Phänomen, das ich jetzt schon ein paar Male gehört habe. Hauptsächlich aus den USA mit dem Tenure-System, aber es gab da auch diesen einen Fall bei einem Max-Planck-Institut, wo sie auch merkten, dass sie im Grunde keine Handhabe haben.
Update: Leserbrief dazu:
Ein Schweizer Nachrichtenportal namens „Republik“ (vom Prinzip her grob vergleichbar mit Krautreporter) hatte eine dreiteilige Serie über den Fall, der die Sichtweise der Professorin beschreibt. Und noch einen vierten Artikel der die Reaktion der ETH auseinandernimmt.
https://www.republik.ch/2019/03/19/das-versagen-der-eth
https://www.republik.ch/2019/03/20/macht-und-ohnmacht
https://www.republik.ch/2019/03/21/abgekartetes-spielhttps://www.republik.ch/2019/03/25/die-nebelpetarden-der-eth
Aus ihrer Sichtweise liest sich das ziemlich anders als es in den Medien dargestellt wurde. Scheinbar hat die ETH einiges ziemlich überstürzt und massive Fehler bei der Anhörung begangen.
(Danke, Jens)
The reports were “in all the circumstances, a recklessly irresponsible piece of sensationalist journalism of the worst kind”, judge Michael Wigney told the Sydney court on Thursday, estimating that Rush’s earnings as an actor would suffer for as long as two years following the “vindication of his reputation”.[…]
He said Norvill’s evidence was “not only uncorroborated but contradicted by … the evidence of Rush, [director Neil] Armfield, [and cast members Robyn] Nevin and [Helen] Buday.”
Norvill closed her eyes as the judge said she was a witness “prone to exaggeration and embellishment”.
Und da ist noch die Tür offen für weitere Strafzahlungen, wenn Rush jetzt weniger Jobs oder weniger Geld pro Job angeboten kriegt.
In the past week, the Internet Archive has received a series of email notices from Europol’s European Union Internet Referral Unit (EU IRU) falsely identifying hundreds of URLs on archive.org as “terrorist propaganda”. At least one of these mistaken URLs was also identified as terrorist content in a separate take down notice from the French government’s L’Office Central de Lutte contre la Criminalité liée aux Technologies de l’Information et de la Communication (OCLCTIC).Das ist nicht verwunderlich. Den Franzosen geht es augenscheinlich um die Bekämpfung amerikanischer Internet-Unternehmen, nicht von Terroristen oder Raubkopierern. Google? Archive.org? Alles das selbe imperialistische Geschmeiß!1!!
The EU Withdrawal (No 5) Act received royal assent just after 11pm on Monday night, forcing the prime minister to extend the article 50 process and to set out the length of the extension in the Commons on Tuesday.Jetzt haben wir alle mehr Zeit, gelähmt und handlungsunfähig zu bleiben!
[Ex-Sparkassen-Vorstandschef] Bromme bekam wegen Untreue eineinhalb Jahre, [CSU-Landrat] Kreidl, der damals Verwaltungsratsvorsitzender war, erhielt wegen Untreue elf Monate.Und wisst ihr, wer gar keine Strafe gekriegt hat? Die korrupten Politiker.
Es gibt in Deutschland C++ Users Groups, aber offenbar ist keine von denen ambitioniert genug, ihre Vorträge mal auf Youtube zu packen. Das ist erstaunlich, denn es gibt diverse mehr oder weniger hochkarätige und überregional bekannte C++-Vortragende aus Deutschland, die auf Konferenzen im Ausland sprechen.
Oder vielleicht bin ich nur zu doof zum Suchen :-)
Die Developer-Konferenzen, die es im deutschsprachigen Raum so gibt, scheinen alle eine deutlich kommerziellere Ausrichtung zu haben. Vergleichsweise teure Eintrittspreise, und dann aber Vorträge, die nicht inhaltlich weiterbringen, oder Debattenbeiträge für wichtige Diskussionen liefern, sondern eher so "die Neuigkeiten in C++17" oder so Hype-Porn, wo Leute total begeistert irgendein Wundermittelchen anpreisen, seien es jetzt Kommerz-Tools oder irgendwas mit agile.
Was ich übrigens auch echt furchtbar finde, ist wenn Deutsche im Ausland Grusel-"Englisch" vortragen. Mein Englisch ist auch akzentbehaftet, aber come on, versucht es wenigstens! Bei C++ Russia kriegt man verständlicheres Englisch als bei so einigen deutschen Vortragenden!
Oder so Leute, die dann nach 90% der Zeit merken, dass sie erst 30% der Einleitung durch haben. Übt ihr eure Vorträge vorher nicht zuhause vor dem Spiegel oder Testpublikum!?
Ich bin auch inhaltlich ein bisschen am Verzweifeln mit C++, weil die so überhaupt keine Grenzen zu kennen scheinen bezüglich der Komplexität der Sprache. Ein statisch gegen LLVM gelinktes clang reißt unter Linux die 100 MB Grenze für ein Binary. Das Ausmaß an Cleverness und Hirnschmalz im C++-Compiler heutzutage fühlt sich an, als würde man mit einer KI interagieren. Und der Trend geht weiter in die Richtung, per Ausweitung dessen, was man per constexpr zur Compile-Zeit im Compiler an Code ausführen kann. Auf der anderen Seite scheint mir C++ gerade den Anschluss an Go und Rust zu verlieren. Die Multicore-Elemente der Sprache sind alle Parallelism, nicht Concurrency. So triviale Primitive wie Channels oder effiziente Fan-In- und Fan-Out-Mechanismen fehlen. Man kann sein Problem gar nicht concurrent ausdrücken, man verliert sich stattdessen in Details der Parallelism-Implementation. Wer den Unterschied nicht kennt, kann es sich hier von Rob Pike erklären lassen. In der Praxis sieht man dann entweder Contention-Hotspots, weil jemand eine Queue mit einem Mutex drum baut, oder man sieht Leute mit Atomics herumpfuschen und dann Corner Cases verkacken. Wenn ich das richtig sehe, ist auch C++20 an der Stelle noch unbekleidet. Ist mir ein Rätsel. Haben die alle Angst, dass normale Leute effizienten Code schreiben könnten, und ihr eigener Code dann nicht mehr so besonders aussieht? Oder was!?
Update: Mehrere Leser haben auf die Meeting C++ verwiesen. Deren Videos hatte ich gesehen, aber irgendwie dachte ich, die sei in Budapest gewesen. Muss ich falsch verstanden haben. Die sind insofern gut, dass sie ihre Videos kostenlos bei Youtube hochladen und auch internationale Vortragende einladen, aber irgendwie hat mich das inhaltlich nicht so vom Hocker gehauen. Da war irgendwie kein Vortrag, der so richtig was Neues hatte, fand ich. Alles schon woanders gehört, oder halt so Zusammenfassungs-Kram (wo ich immer finde: überlasst das lieber cppreference.com, außer ihr habt etwas wirklich Tolles).
Update: Leserbrief:
die Münchner C++ User Group hat einen Youtube-Channel:
https://www.youtube.com/channel/UCf3tX0nf8EFIwmgQBH6PIGw
Die Audio-Qualität könnte (deutlich) besser sein, aber inhaltlich reicht die Spannbreite von eher oberflächlichen Lightning-Talks bis hin Vorträgen von Prominenten.
Aus gegebenem Anlass: Für München sucht die Gruppe regelmäßig Locations wo mal mehr als 300 Leute reingehen. Der Andrang zu den Meetings ist oft größer als die Resourcen. Würdest Du da einen Aufruf machen?
In Bochum gibt es die embo++, die auch einen Channel haben:
So sieht das immer weniger aus.
Angebliche Wahlkampf-Finanziers entpuppen sich als gekaufte Strohmänner, dem Bundestag wurden offenbar gleich mehrere gefälschte Unterstützerlisten vorgelegt.Jetzt ist dann wohl der Zeitpunkt, wo sich auch AfD-Sympathisanten fragen müssen, ob sie da nicht vom CDU-Regen in die AfD-Traufe geraten sind.
Fehlen nur noch jüdische Vermächtnisse.
Die Antwort lag fast schon auf der Hand:
As Boeing hustled in 2015 to catch up to Airbus and certify its new 737 MAX, Federal Aviation Administration (FAA) managers pushed the agency’s safety engineers to delegate safety assessments to Boeing itself, and to speedily approve the resulting analysis.Das war der alte Klassiker "Selbstzertifizierung", der große Bruder von "freiwillige Selbstverpflichtung". Und hey, wenn bei uns das CE-"Prüfsiegel" selbst zertifiziert wird, von dem ja auch Menschenleben abhängen, wieso dann nicht auch bei Flugzeugen. Wer braucht schon mehr als Absichtserklärungen bei sicherheitsrelevanten Bauteilen.
Zunächst einmal: Es ist kein Kompromiss. Das CDU-Papier stellt den Artikel 13 in Reinform dar. Es gibt keine wirklichen Zugeständnisse, sondern nur ein paar vage Umsetzungsideen und rhetorische Anpassungen. Viel mehr ist bei einer EU-Richtlinie auch nicht möglich.Wir haben hier praktisch erstmalig einen Präzedenzfall, bei dem eine Partei auf EU-Ebene so krass verkackt, dass die Partei im Bundestag Angst kriegt, langfristig ihre Wähler vergrault zu haben.
Ich befürchte ja, dass die Briten jetzt die EU monate- bis jahrelang hinhalten. Da wäre ich ja dafür, dass die EU Fakten schafft und hart bleibt und nichts verlängert. Das ist wie mit der Bankenkrise damals. Die müssen die Folgen ihres Versagens zu spüren bekommen, sonst lernen die nichts daraus. Schlimmer: Wenn wir sie damit durchkommen lassen, ist das die neue Normalität.
Update: Falls das jemand nicht mitgekriegt hat: Merkel hat angesagt, dass eine Fristverlängerung für den UK-Austritt gar kein Problem sei.
- Flooding the zone: RT, Sputnik and Russian framing of the Skripal incident. This analysis shows how Russian news outlets inserted over 130 competing and often contradictory narratives into their extensive coverage of the March 2018 Salisbury poisoning incident. The study shows how state-linked news outlets operate in a ‘crisis management’ situation, mobilising a ‘parallel commentariat’ to air dozens of narratives explaining events and the motivations of Western actors, as well as amplifying provocative statements from senior Russian government officials.
- Heads we win, tails you lose: projecting Russian strength. This analysis demonstrates how Russian news outlets portray Russian military prowess and Western military weakness to English-speaking audiences. It demonstrates how RT and Sputnik generate a large volume of coverage critical of NATO and extensive reports on the potency of Russian prototype weapons. The susceptibility of Western news outlets to eye-catching details of Russian military strength is demonstrated through evidence of directly and indirectly replicated information on Russian weapons published by UK news outlets.
- Division and dysfunction: how RT and Sputnik portray the West and construct news agendas. The final analysis records how Russian English-language news outlets publish a steady stream of articles about domestic politics and events in the USA and Europe that focus on political dysfunction, institutional failure, social division and the negative effects of immigration. It also shows that RT and Sputnik act as negative news aggregators, harvesting, repackaging and translating stories from local news outlets across Europe, before publishing them for English-language audiences. A software-driven text-matching analysis also demonstrates the extent to which UK news organisations (primarily tabloid news sites) gather and republish content from RT and Sputnik, as well as showing how the Russian outlets replicate content from UK news sources in return.
Über das "Flooding the zone" hatten Frank und ich schon in Alternativlos 36 ein bisschen Gedanken gemacht. Ich möchte an dieser Stelle noch nachtragen, dass es für diese Taktik einen Fachbegriff gibt: Gish Gallop. Benannt nach einem notorischen Kreationisten, der halt schneller Bullshit-Behauptungen aufstellen kann, als man die der Reihe nach widerlegt kriegt.Appendix 3 ist einfach eine Liste der Narrative, die die Russen über Skripal so verbreitet haben. Ausgesprochen unterhaltsam! (Danke, Detlef)
Die Position der strenggläubigen Juden ist, dass es Frauen nicht gestattet ist, an der Klagemauer zu beten, schon gar nicht offen und in Gebetskleidung. So sehen das anscheinend auch viele Synagogen hier. Das ist einer der wesentlichen Unterschiede zwischen Christentum und Judentum: Wenn man als Christ unzufrieden damit ist, wie eine Sache gehandhabt wird, dann muss man eine konkurrierende Kirche aufmachen. Im Judentum ist da weniger zentralisiert. Wie das an der Klagemauer ist, hat der örtliche Rabbi entschieden. Da gibt es kein zentrales Dekret, das wird dezentral geklärt.
Es gibt jedenfalls ein paar Aktivistinnen, die den Zustand so nicht länger hinnehmen wollten, und die haben schon vor dieser Aktion Druck gemacht -- und einen Kompromiss gewonnen. Ein Teil der Klagemauer wurde für sie reserviert. Damit sie da beten können, ohne die ultra-orthodoxen zu stören und umgekehrt. Ergebnis: Niemand hat in dem Bereich gebetet. Woraufhin einige verärgerte Männer dann anfingen, da jeden morgen demonstrativ beten zu gehen, sozusagen als Hinweis: Schaut her, hier ist Platz, hier kann man prima beten.
Und die Reaktion der Aktivistinnen war, wie es dann auch in den Nachrichten kam. Sie sind einfach zu dem für die Orthodoxen reservierten Bereich gegangen und haben demonstrativ dort gebetet.
Ich fand sehr interessant, wie verschieden die Perspektiven auf sowas sein können. Meine erste Reaktion war: Wo ist das Problem, lasst die da halt beten. Aber jetzt wo mir jemand die Story mit dem Kompromiss erklärt hat, und meinte, damit hätten sie den Orthodoxen sozusagen bewiesen, dass es ihnen nie um das Beten an der Klagemauer gegangen sei sondern sie bloß Ärger machen wollten, kann ich auch deren Ärger irgendwie nachvollziehen.
Ich als Atheist stelle mir vor, wenn ich beten wollen würde, dass ich es lieber ungestört tun würde als umgeben von anderen Menschen, egal welchen Geschlechtes. Ich war ziemlich erstaunt, dass man mich überhaupt bis an die Klagemauer herangehen ließ, und hielt dann instinktiv Abstand. Oben auf der Klagemauer ist eine Moschee, die zeitgleich zum Gebet rief, während unten die Juden beteten, und dann die Touristenmassen, die sich da vorbeischieben -- für mich ist es ein Wunder, dass sich da überhaupt jemand auf ein Gebet konzentrieren kann.
Der frühere irische Premierminister Enda Kenny soll demnach zugesagt haben, seinen "bedeutsamen Einfluss" über die Ratspräsidentschaft zu nutzen, um die im Raum stehende Verordnung im Sinne Facebooks abzuschwächen.Früher klingt jetzt so, als sei der da schon berentet gewesen. Nein. Der war bis 2017 im Amt.
Die rektale Bohrtiefe hat sogar Facebook überrascht.
Das Zugeständnis des konservativen Politikers von der Insel wertete Facebook damals als außerordentlich, da eigentlich vorgesehen sei, dass "Irland technisch gesehen in einer neutralen Rolle bleiben sollte".Und das waren nicht bloß Ankündigungen. Kenny hat geliefert.
Zugleich lobte [Sheryl Sandberg] den Konservativen für seine "Führungskraft" während der Ratspräsidentschaft. Rund um die DSGVO "haben Sie und Ihre Mitarbeiter wirklich unsere Bedenken übernommen und auf vernünftige Weise dargelegt".Nur als Facebook sich besorgt zeigte, dass der neue Datenschutzbeauftragte auf die Idee kommen könnte, gelegentlich zur Arbeit zu erscheinen, hat Irland nicht die volle Punktzahl gekriegt beim Kundendienst.
Sandberg zeigte sich demnach auch besorgt, für den scheidenden irischen Datenschutzbeauftragten Billy Hawkes einen passenden Ersatz zu finden. Dieser hatte es unter anderem abgelehnt, eine Beschwerde des österreichischen Bürgerrechtlers Max Schrems zu untersuchen, dass durch den Datentransfer von Facebook in die USA die Abhörtätigkeiten der NSA erleichtert würden.[...]JA SO HABEN WIR ABER NICHT GEWETTET, Irland!1!!Die neue Amtschefin Helen Dixon betont immer wieder, dass durch die Bank die Ressourcen der Einrichtung erhöht sowie mehr Mitarbeiter eingestellt und geschult worden seien. Aktuell führt die Behörde sieben Verfahren gegen Facebook.
Nun, das war natürlich nur PR.
Ben Rhodes, damals Vizesicherheitsberater von Präsident Barack Obama, wird vom Spiegel mit den Worten zitiert, Merkel sei nur verärgert gewesen, weil für sie "ein PR-Problem" in der deutschen Öffentlichkeit entstanden sei. "Nicht wegen des Abhörens selbst."SO TIEF steckt die CDU im Hintern der USA fest.
Ich erwähne die, weil die auch ein Gutachten zu Venezuela gemacht haben. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass … Achtung! Erschütternd! …
In der laufenden Debatte um den venezolanischen Gegenpräsidenten Juan Guaidó hat der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages die Anerkennung des Oppositionspolitikers durch die Bundesregierung und weitere westliche Staaten in Frage gestellt. Es gebe "starke Gründe" für die Annahme, dass es sich bei der Anerkennung Guaidós um eine "Einmischung in innere Angelegenheiten" handeltNEIN!! DOCH!!! OOOOH!!!!
Update: Stimmt gar nicht, die Analysen des Wissenschaftlichen Dienstes werden doch automatisch veröffentlicht. Hatte ich sogar im Blog damals. (Danke, Jens)
Amazon on Thursday canceled its plans to build an expansive corporate campus in New York City after facing an unexpectedly fierce backlash from some lawmakers and unions, who contended that a tech giant did not deserve nearly $3 billion in government incentives.Wie, wir kriegen keine 3 Milliarden Dollar geschenkt? Dann fuck you!!1!Das krasseste ist ja, dass das nicht irgendein schlechterzogener Teenager ist, der hier einen Schreikrampf im Supermarkt kriegt. Die haben ihre Position genau evaluiert und sind zum Schluss gekommen, dass sie in der Position sind, sich so verhalten zu können. So sehr stehen die Kommunen mit dem Rücken zur Wand.
"Es gibt Risiken, die mit 5G und einer möglichen Beteiligung von Huawei daran verbunden sind", sagte Schindler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Mittwoch. Wer die neue Technik bereitstelle, der sei auch "in der Lage, Kommunikationsinhalte abzugreifen".Ja und nein. Das ist wie zu behaupten, der Hersteller von Zellentüren könne Gefangene ausleiten. Stimmt, aber dann ist der erstmal nur aus der Zelle raus, nicht aus dem ganzen Knast. Ein Huawei-Router kann natürlich Daten routen. Aber nur an Ziele, zu denen er eine Leitung hat. Und der nächste Router auf dem Weg könnte den Traffic sehen. Telcos machen Traffic-Überwachung. Solange die nicht alles von Huawei kaufen (und Monokulturen sind sicherheitstechnisch inhärent problematisch), heißt das nicht automatisch, dass eventuelle Ausleitungen auch erfolgreich und unerkannt wären.
Aber gut, geben wir Schindler mal den Punkt. So geht es weiter:
"Die Technologie von Huawei ist anderthalb bis zwei Jahre weiter als unsere", erläuterte Schindler.Wait, what!? Was genau meint er denn bitte mit "unsere" hier? Die vom BND? Die haben ihre Abhörschnittstellen noch nicht fertig oder was?!
Dass Huawei da auf UFO-Technologie sitzt, das kann ich ausschließen. Und zwar ohne die Technologie von denen konkret gesehen zu haben. Die Standards sind alle verfügbar. Die kann man beschaffen und das nachimplementieren. Niemand hat da außerirdische Raketentechnologie. Das sind prinzipiell offene Standards. Gut, sie könnten noch offener sein, geschenkt.
Zum Vergleich: Videocodecs werden auch standardisiert, aber bei MPEG kriegt man nur eine Definition des Bitstreams und eine Beschreibung, wie man das dekodiert. Encoder können immer noch proprietäre Raketentechnologie drin haben. So ist das bei Netzwerk-Equipment nicht. Auch nicht bei 5G. Insbesondere ist bei LTE und noch mehr bei 5G ja gerade der Punkt, dass man proprietäre Bitfrickelscheiße rausschmeißt und lieber IP mit TCP, HTTP und JSON drüber macht. Das ist die Antithese zu Raketentechnologie. Das ist absichtlich so gewählt, dass es jeder Depp ohne Raketen-Knowhow bauen kann.
Aber wartet, das war noch nicht der Hammer. Das hier ist der Hammer:
"Wir sind also gar nicht in der Lage, zu beurteilen, was da eingebaut wird.Das Statement ist eine Lüge und eine Frechheit. Der Schindler und seine BND-Spezialexperten sind vielleicht nicht in der Lage. Andere sind es selbstverständlich schon. Huawei legt im Gegensatz zu ihren Konkurrenten den Quellcode für Inspektionen offen. Und im Gegensatz zu Cisco ist Huawei auch noch nicht mit Hintertüren erwischt worden. Das ist eine absolute Frechheit, was der Schindler sich hier zurechtlügt. Schämen sollte der sich. Aber das wird einem wahrscheinlich beim BND abtrainiert. Schamgefühl.
Update: Kontext, mehr, noch mehr. Schindler, falls das jemand verpasst hat, ist jetzt übrigens Consultant. Mit lauter anderen Ex-Funktionären. Wenn ihr mal bei Schindler auf "mehr" klickt, kommt als Beschreibung seiner Kernkompetenz beim BND:
Weltweite Informationsbeschaffung
Wie jetzt, Herr Schindler, aber die Information, dass Huawei als einzige Einblick in ihren Quellcode gewähren, die konnten Sie nicht beschaffen?! Das war ja wohl GAR nichts. Wer die wohl gerade beauftragt? Die Amerikaner vielleicht? Oder hat sonst noch jemand ein Interesse an der Darstellung, dass Huawei weiter als alle anderen Marktteilnehmer ist? Ihre Konkurrenten ja wohl eher nicht, oder?
Denkt euch da mal Apple raus. Das ist genau, was passieren muss. Aber im Web, nicht in Apples Walled Garden. Soweit kommt es ja wohl noch, das Apples Prüderie dann zu inhaltlicher Zensur von Nachrichtenquellen führt.
Der Lacher ist, dass Apple ja nicht doof ist. Und nicht blind. Die sehen genau, dass die Zeitungsverleger alle so gut wie tot sind. Und verlangen daher für ihre 10-Dollar-im-Monat-Flatrate saftige 50% der Abozahlungen für sich. Apple sagt mit anderen Worten: Wir glauben nicht, dass ihr Vollpfosten es hinkriegt, aus eigener Kraft einen Abodienst zu bauen, der euch mehr als 5 Dollar pro Monat pro User bringt, weil ihr zu blöde seid, eure lächerlichen Konkurrenzkämpfe zu beenden. Daher müssen wir euch gar nicht mehr als 5 Dollar pro Monat bieten. Das ist besser als alle anderen Optionen für euch.
Und DAS, meine Damen und Herren, ist mal eine saftige Ohrfeige für die Verleger. Verdient, wenn ihr mich fragt. Und ich teile Apples Einschätzung an der Stelle auch, dass die Verleger zu blöde sind, sowas mal eben selbst zu stemmen.
Tja. Good riddance dann, liebe Verleger.
Update: Ein Detail noch, falls ihr das nicht selber bemerkt habt. Die Verleger regen sich über Apples 50% auf. Nicht über das $10. D.h. mit einer $10-Flatrate könnten die prinzipiell leben, sie gönnen Apple nur die 50% nicht.
Demnach sollen künftig die Lieferanten der Netzbetreiber ihre Produkte unter Sicherheitsaspekten zertifizieren lassen und Sicherheitsgarantien abgeben. Diese Auflagen würden dann für alle gelten.Wie üblich in der Politik klingt das kraftvoll und agil aber ist tatsächlich bloß heiße Luft. Security-Zertifikate gibt es wie Sand am Meer. Die einzigen, die sowas wie eine Aussage haben, sind amtliche Zertifikate nach Common Criteria, die werden dann vom BSI zertifiziert und da gibt es verschiedene Abstufungen (die tatsächliche technische Prüfung führt aber auch das BSI nicht selbst durch sondern beauftragt damit andere). Das Spektrum geht von Bullshit-Blablah über Quellcode-Audits bis hin zu formaler Verifikation. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass solche Zertifikate nie verweigert werden, sondern bloß wie beim TÜV Bedingungen gestellt werden, die halt Zeit und Geld kosten, und so eine Zertifizierung braucht dann auch mindestens ein Jahr, so als Hausnummer. Es geht hier um 5G. Die Hersteller sind froh, bei 5G überhaupt was anbieten zu können. Keiner der Hersteller kann da formale Verifikation vorweisen.
Die eigentliche Schranke ist daher meinem Verständnis nach, dass man von Huawei verlangen würde, dass sie ihren Quellcode rausrücken, damit der ordentlich auditiert werden kann. Und in der Tat ist das für viele Branchen und Unternehmen direkt ein Ausschlusskriterium. Allerdings nicht für Huawei. Hauwei hat bereits mit den Briten und Australiern entsprechende Vereinbarungen unterschrieben, und die laufen auch schon seit vielen Jahren. Zwei der Five Eyes hatten also schon Zugriff, dann kann man das auch dem Rest der Welt zeigen. Und in der Tat erzählte mir heute ein Kumpel, dass Huawei in Brüssel ein Cyber Security Zentrum eröffnet hat, wo EU-Regierungen Einblick in den Quellcode nehmen können, und auditieren lassen, bis sie blau anlaufen.
Soviel also zur ersten Seehofer-Anti-Huawei-Forderung. Die ist damit ein Rohrkrepierer. Die zweite war: Sicherheitsgarantien abgeben. Da kann ich ja nur heiser lachen. Wer mein Blog schon länger liest, weiß, wie häufig ich hier aktuelle Cisco-Fuckups verlinke. Cisco ist besonders schlimm, aber die anderen Hersteller sind nicht so viel besser, dass sie ernsthaft Sicherheitsgarantien geben könnten im Sinne von "Sicherheitsschwankungen gibt es nicht, sonst haften wir". Das ist völlig illusorisch. Die kochen alle mit altem Spülwasser. Daher wird damit eher etwas gemeint sein wie "garantiert Updates innerhalb von diesem Zeitrahmen", und das kann Huawei natürlich genau so anbieten wie alle anderen. Das ist also auch ein Rohrkrepierer.
So und jetzt haben wir zwei Möglichkeiten. Entweder unser Horst ist zu blöde, um eine Formulierung zu finden, die Huawei wirklich ausschließt — ooooder unser Horst ist so schlau, den Amis eine Nebelwand-Formulierung hinzulegen, um die ruhigzustellen, damit dann doch alle Huawei kaufen (weil die preislich einfach mal die Hälfte der Konkurrenz aufrufen), und den Amis zu sagen, es tut uns leid, wir haben unser Bestes gegeben. Da bin ich gerade ein bisschen in der Zwickmühle. Ich würde mir natürlich gerne vorstellen, dass unser Innenminister schlau genug ist, die Amis so zu verarschen. Aber … der Seehofer?! Da fehlt mir gerade dir Vorstellungsgabe dafür.
Update: Noch ein Gedanke am Rande: Zertifizierung ist inhaltlich die Antithese zu agiler Softwareentwicklung. Eigentlich ist es schockierend, dass Hersteller das überhaupt mitmachen. Windows hat mal eine Zertifikation gekriegt, und das war dann unter praxisnahen Annahmen wie "hat kein Diskettenlaufwerk und keine Netzwerkkafte". Das ist lange her, sieht man ja schon an den Diskettenlaufwerken, die damals noch üblich waren. Ein Zertifikat ist natürlich wertlos und müsste neu gemacht werden, wenn die Software gepatcht wird. Aber wir patchen schneller als wir ein Zertifikat nachprüfen können. Insofern kann eigentlich grundsätzlich kein Softwareprodukt ein Security-Zertifikat haben oder gar damit werben, das den Namen auch verdient. Entweder das Zertifikat trifft zu, aber dann wurde die Software nicht mehr gepatcht seit dem und ist deshalb unsicher, oder es gab Patches aber dann zertifiziert das Zertifikat nicht die eingesetzte Version und ist damit hinfällig.
Update: Übrigens sei nochmal der Hinweis gestattet, dass wir bei Huawei keinerlei Unterlagen haben, die beweisen würden, dass Geheimdienste Hintertüren einbauen. Bei Cisco gab es solche Unterlagen in den Snowden-Unterlagen.
Update: Und noch eine Bemerkung am Rande: Hier geht es jetzt erstmal nur um 5G, aber bei der Verbreitung in existierenden Netzen (LTE z.B.) ist Huawei sehr stark. Man muss diesen Vorstoß der Amerikaner jetzt also so lesen, dass die den Fuß in die Tür kriegen wollen. Wenn die EU jetzt tatsächlich beschließt, dass Huawei nicht in unserer kritischen Infrastruktur eingesetzt werden darf, dann müsste man ja auch die alte Hardware aus den Racks reißen und durch andere Hardware ersetzen. Wir reden da von Milliardenkosten!
Update: Stellt sich raus: Huawei hat auch in Bonn schon seit November 2018 ein "Security Innovation Lab", wo sie dem BSI Quellcodeanalysen ermöglichen wollen.
Oh und dann war da noch die WTO. Die diplomatische Delegation von Moldavien hatte letztens von den Briten kein Visum gekriegt und kam nicht rein, und jetzt blockieren die den Zugang Großbritanniens zu den WTO-Ausschreibungen.
Ja gut, wie man sich Freunde macht, das wussten die Briten ja schon immer. Und haben dann gezielt das Gegenteil gemacht. (Danke, Lutz)
The moderator, Ryan Anderson, said they were speaking at Heritage because no similar liberal or leftist institution would give them space or time to make their case.Die Frauen haben dort Folgendes vorgetragen:Together they argued that sex was fundamentally biological, and not socially constructed, and that there is a difference between women and trans women that needs to be respected. For this, they were given a rousing round of applause by the Trump supporters, religious-right members, natural law theorists, and conservative intellectuals who comprised much of the crowd. […]it calls into question who is actually a woman, and includes in that category human beings who have been or are biologically male, and remain attracted to women. How can lesbianism be redefined as having sex with someone who has a penis, they argue, without undermining the concept of lesbianism as a whole? “Lesbians are female homosexuals, women who love women,” one of the speakers, Julia Beck, wrote last December, “but our spaces, resources and communities are on the verge of extinction.”
Es gibt eine Aufzeichnung der Veranstaltung.Was meint ihr? Ist das ein Zeichen dafür, dass sich die Intersektionalität selber auffrisst?
Und wie geht es jetzt weiter? Sind die Radfems jetzt die Bösen und können ausgegrenzt werden, weil sie beim Feind ein Podium angenommen haben?
Ich habe ja Intersektionalität schon aus taktischer Sicht nie verstanden. Die Idee der Bildung einer Gruppe zum Protestieren ist doch, dass eine große Gruppe Wucht hat und was ereichen kann. Das macht man doch kaputt, wenn man Untergruppen mit 50 shades of more marginalized than you gründet.
Update: Mehrere Leser haben mir geschrieben, dass Radfem der Oberbegriff ist, und der Begriff für diese Gruppe "TERF" ist. Das steht auch im Artikel. TERF steht für "Trans-Exclusionary Radical Feminist". Ihr könnt euch schon vorstellen, dass das eher ein Schimpfwort als eine Selbstbezeichnung ist, und tatsächlich gibt es auch schon eine schöne Wir-sind-die-Opfer-Webseite, bei der man schön sehen kann, wieviel (und wie schlimmer!) Hass im Feminismus und bei Trans-Aktivisten so unterwegs ist. Heiliger Bimbam. Unter Todesdrohungen tun die es schon gar nicht mehr.
Jedenfalls vergibt auch der Bundestag einen Medienpreis. Ich hatte von dem noch nie was gehört, aber angeblich gehört der zu den "renommierten Auszeichnungen für Journalisten". Ich als Journalist würde mich ja schämen, von einem staatlichen Organ gefeiert zu werden. Wie sieht das denn aus? "Du warst immer schön artig und unkritisch", so sieht das aus!
Aber das war nicht der Punkt. Der Punkt war: Don Alphonso ist in die Jury berufen worden. Und der Deutschlandfunk hat mal eine Umfrage unter den ganzen Leuten gemacht, die deshalb jetzt Hämorrhoiden gekriegt haben.
An dieser Stelle möchte ich mal Arne "Cyberclown" Schönbohm loben, den BSI-Direktor, der auf die gehässige Kritik zu seiner Ernennung genau richtig reagiert hat: Gar nicht. Wenn ein Politiker sich über irgendeinen Internet-Kritiker da draußen aufregt, dann ist das in erster Linie eine Aufwertung von dem Kritiker, keine Abwertung. Gut, Frau Roth ist jetzt noch nicht allzu häufig durch ihre Kompetenz aufgefallen, aber ich hätte gedacht, dass sie DAS verstanden hat. Wie lange ist die jetzt in der Politik? Gefühlt 40 Jahre? Und dann so ein Anfängerfehler? Meine Güte.
Irgendein selbsternannter Selbstdarstellungs-Experte findet sich auf Twitter immer, aber die Vizepräsidentin des Bundestags? Wow. Merkt die nicht, dass erst durch ihre persönliche Kritik der Don für Außenstehende satisfaktionsfähig aussieht?
Aber auch aus anderer taktischer Sicht ist das nicht sehr klug. Nehmen wir mal an, dass der Don da aus Proporzgründen hingeschickt wurde (ich habe da keinen Einblick, aber könnte mir das vorstellen), damit da überhaupt ein Konservativer in der Jury sitzt. Wenn dann die Roth meckert, dass der zu viele ihr nicht gefallende Dinge gesagt hat, bestätigt sie damit doch den Ernennern, dass sie den Richtigen für den Job gefunden haben!
Oder die spielen über Bande und die Roth ist super froh, dass da der Don sitzt. Könnt ihr euch ja selber überlegen, was ihr für die wahrscheinlichste Variante haltet.
Und sie ist auch echt alleine auf weiter Flur. Der Deutschlandfunk hat sicher nicht nur sie um eine Stellungnahme gebeten. Alle anderen waren schlau genug, sich nicht zu äußern.
Wer wählt eigentlich diese Grünen immer? Habt ihr nicht mitgekriegt, mit was für Personal die da "arbeiten"?
Update: Jan Böhmermann hat mich auch überrascht. Ich dachte nicht, dass der es nötig hat, persönliche Beleidigungen zu bringen. Never offend people with style when you can offend them with substance.
Oder anders gesagt: Was Peter über Klaus sagt, sagt mehr über Peter als über Klaus.
Update: Oder noch anders gesagt: Great Minds Discuss Ideas; Average Minds Discuss Events; Small Minds Discuss People.
ZEIT: Sie haben eine steile Karriere in der CSU gemacht, Sie wurden Generalsekretärin, als erste Frau in diesem Amt. Welche Dinge muss man lernen, wenn man als Frau so rasch aufsteigt?Kein Wunder, dass sich da so ein Gefühl von ritualisierter Vollverkrustung einstellt und man selbst bei guter Belüftung Erstickungsgefühle kriegt.Haderthauer: Ich musste die Währungen verstehen, die in einer männerdominierten Partei wie der CSU gelten. Und das ist – entgegen meiner anfänglichen Erwartung – eben nicht in erster Linie die Sacharbeit, sondern vor allem Präsenz, Redeanteil, Status, Seilschaften. Sieh zu, dass du dich in Sitzungen immer zu Wort meldest, möglichst zu Beginn. Du solltest eine tragende Stimme haben und nicht zu kurz reden. Ein Meister deines Fachs bist du, wenn du möglichst den Vorsitzenden zitierst, den einen oder anderen deiner Gefolgsleute lobst und dann am besten noch die Ehefrau erwähnst, die dir am Frühstückstisch dies oder das mitgegeben hat, als Beleg dafür, dass du dein Ohr am Volk hast, obwohl du eigentlich lebst wie ein Zombie und gar nicht mehr weißt, was Alltag ist. Diese Statusspielchen habe ich völlig unterschätzt.
Haderthauer: Ich sagte: Das ist doch Käse, dass ich etwas sage, was schon gesagt wurde. Oder etwas, das ganz unwichtig ist. Er meinte: Darum geht’s nicht. Du musst dich melden und in jeder Sitzung etwas sagen. Da wusste ich am Anfang meiner Wortmeldung manchmal tatsächlich noch nicht, was ich am Ende sagen würde, aber es kam dann meist was Brauchbares dabei raus."Was ganz brauchbares", indeed. Im Vergleich zu den anderen Heißluftgebläsen dort.
Ich wünsche mir mehr Frauen in der Politik, wenn die die einzigen sind, die solche Sachen mal offen ansprechen können. Was für ein Bullshit. Dafür haben wir den Parlamentarismus nicht eingeführt. (Danke, Andreas)
Stellt euch mal vor, ihr seid ein Registrar, und ihr kriegt pro Jahr 10 Euro für eine Domain (um mal eine Zahl in den Raum zu stellen). Schon die Bearbeitung einer Anfrage der Polizei kostet euch mehr. Es ist im Grunde ein Wunder, dass die Registrare sich überhaupt gewehrt haben.
Aber jetzt? Wenn sie auch noch haften sollen? Könnt ihr euch irgendein Szenario überlegen, wo ein Registrar etwas anderes tun wird als eine Domain halt auf Zuruf abzuklemmen?
Ich nicht.
ich habe noch eine kleine Geschichte zum Thema 35C3 und Flaggen.Wem CTF nichts sagt: Das steht für Capture The Flag und in diesem Kontext für eine Art freundlichen Wettbewerb unter Hackern. Da stehen dann ein paar Rechner mit Sicherheitslücken, und es gibt Teams, und wer die meisten davon gehackt kriegt, gewinnt. Oder wer am schnellsten einen hackt. Oder manchmal macht man das auch so, dass die Teams sich gegenseitig hacken müssen, und ihre Arbeitsgeräte dafür vorgegeben werden und Lücken haben. Gibt da verschiedene Modelle. Das ist jedenfalls eine sportliche Disziplin mit einer recht langen Tradition bei Hackern.Wir waren beim 35C3 mit einem CTF-Team um am 35C3CTF mitzumachen.
Wie die andere Teams brachten wir ein Team-Banner mit.Bei Gedächtnis und Erinnerungen ist das ja immer schwierig, besonders je älter man wird, aber ich kann mich an kein einziges Ereignis erinnern, wo jemand auf dem Congress aus Angst vor Verwüstung etwas hätte verstecken müssen, bevor das mit den Safe Spaces ein Thema war. Das kann ja wohl nicht sein, dass wir hier alle mit riesiger Intensität Inklusivität vertreten und Diskriminierung bekämpfen und am Ende ist alles nicht nur nicht besser sondern auch noch aktiv schlimmer geworden?!Das Banner haben wir nicht selbst gedruckt.
Es stammte aus einem CTF-Finale in Süd-Korea und hatte deshalb unter dem Team-Logo den Schriftzug GERMANY und eine Deutschlandfahne. Dies ist üblich, da es bei diesen Wettbewerben immer sehr international zugeht und es interessant ist wo die Teams herkommen.
Am ersten Tag kam dann die 35C3-Security und meinte wir sollen bitte das Banner wegpacken, weil sie Beschwerden erhalten. Nachdem wir sie über die Herkunft des Banners aufklärten meinten sie nur: "Uns macht das nichts aus. Wir wollen nur verhindern, dass euer Assembly verwüstet/das Banner zerschnitten wird wenn ihr nicht da seit."
Den Rest des CTFs mussten wir also unser Team-Banner verstecken… Wir als Hacker haben uns also sehr wohl gefühlt auf dem HACKERCONGRESS.
Wobei das Publikum natürlich auch kleiner und homogener war damals, und niemand versucht hat, mit Thor-Steinar-Kleidung beim Congress reinzulaufen.
Eine Scheiße mit der Scheiße. Was machen wir denn jetzt?
Ich bin ein bisschen traurig, dass ich nicht noch mehr Vorträge mitnehmen konnte. Ein paar waren aber noch. Hmm, IFG hatte ich ja schon berichtet (unterhaltsam und inspirierend). Ah, mein nächster Vortrag war memsad von meinem Kumpel Ilja. Da ging es um eine wichtige Prämisse, die ich auch mal im Blog hatte vor ein paar Jahren. Ilja hat daraus mal eine Übersicht gemacht, und das bei allen Compilern ausprobiert, die er finden konnte, und stellt auch die verschiedenen Ansätze vor, wie Krypto-Libraries das lösen. Highlight des Vortrags war allerdings, dass er einen 5-Zeilen-Patch für gcc gehackt hat, der beim Wegoptimieren von memset eine Warnung ausgibt, und damit mal OpenSSL und Kerberos kompiliert hat — und Warnungen kriegte! Oops.
Danach haben wir die Jung und Naiv Aufnahme gemacht (1 Stunde 15 Minuten Aufnahme und dann haben wir uns nochmal gefühlt eine Stunde festgeplaudert, das hätten wir Deppen auch mal aufnehmen sollen), und als das durch war, eilte ich zum Steini-Flashmob, der wie gesagt wunderschön war. Da stand auch eine Kamera, insofern hoffe ich, dass es eine Aufzeichnung gibt. Beim Congress laufen ja eh immer eine Menge tiefenentspannte, glückliche Menschen herum, aber nach dem Steini-Vortrag war das besonders auffällig :-)
Heute wollte ich eigentlich mit Microtargeting eröffnen, aber da hat mir der ÖPNV in Leipzig einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die erste Tram fuhr mir vor der Nase weg. 10 Minuten warten. Die andere hielt 100m weiter hinten neben einem anderen Zug, und als die Leute da hineilten, machte der spontan die Türen zu und fuhr weg. 10 Minuten warten. Den nächsten Zug bekamen ich und die anderen verdutzten Fahrgäste dann, aber da war der Vortrag schon halb vorbei. Schade.
Der Fahrplan dieses Jahr hat mit verschiedenen Vortrags-Längen experimentiert, was leider ein paar Mal so richtig nach hinten losging. Nach dem djb-Vortrag gab es 0 Minuten Abstand zum Sonneborn, aber der war einmal über das Gelände (~10 Minuten Leute mit Skateboard/Roller oder für Sprinter, und ich bin weder noch). Daher habe ich dann den netzpolitischen Wetterbericht nicht gucken können, sonst hätte ich den Anfang von Let's reverse engineer the Universe verpasst. Der Vortrag war sehr schön, hat mir gut gefallen. Gut, war kein Steini-Vortrag, aber auf jeden Fall honorable mention. Die Vortragende war auf jeden Fall sehr enthusiastisch und hat auch ein hohes Niveau durchgehalten, ohne dabei Zuschauer zu verlieren. Sehr schön, kann ich empfehlen.
Dann lief ich zu den Security Nightmares rüber, wo schon 45 Minuten vor dem Talk das Parkett weitgehend vollbesetzt war. Heilige Scheiße. Um den Zug zu kriegen, musste ich dann leider recht überpünktlich raus und habe das Ende nicht mitgekriegt. Insgesamt habe ich aber aus früheren Jahren die Zuschauerinteraktion als größer in Erinnerung. Eher so ein Dauer-Q&A und die Vortragsfolien nur als Themen-Vorgabe und Assoziationshilfe. Gut, ich war auch echt durch und müde, insofern kann ich das jetzt nur unterdurchschnittlich objektiv beurteilen, aber es fühlte sich eher … langsam an? Zu langsam, fand ich. War ein bisschen die Luft raus. Aber dem Publikum gefiel es, und das ist ja was zählt.
In der Tram hörte ich dann den Kritikpunkt am Congress, der sei zu seicht geworden, zu wenig harte Tech-Talks. Das hört man seit ich beim Congress dabei bin, und das sind jetzt über 20 Jahre. Ich halte das für eine kognitive Illusion. Erstens entwickelt ihr euch als Publikum weiter, das verschiebt eure Anspruchshaltung. Zweitens erinnert ihr euch nicht an alle Vorträge sondern an die "guten", und in eurem Gedächtnis ist der Vergleichsrahmen dann "alle Vorträge dieses Jahr" und "die guten Vorträge letztes Jahr". Ich kann euch versichern: Die Tech-Talks auf den Congressen waren nicht immer alle "hart". Ich weiß das, denn ich habe einige von ihnen gehalten. Guckt euch nur mal meinen Routing-Vortrag aus dem Jahre 2000 an. Der würde heute auch nicht als "hart" durchgehen, eher als strukturierte Einführung. Bitte guckt ihn euch nicht zu genau an, ich war jung und wusste viel weniger :-)
Aber, nochmal, dass es früher nur voll die krassen Ultra-Tech-Talks gab, das ist glaube ich eine Illusion.
Was ja nicht heißt, dass man sich nicht für die Zukunft mehr davon wünschen könnte. Dem würde ich aber entgegenhalten wollen, dass es so schon praktisch unmöglich ist, sich einen konfliktfreien Pfad mit allen Tech-Talks durch den Fahrplan zu suchen. Und sobald man sich auch für Science oder Politik interessiert, ist es ganz vorbei.
Mich hat eher die Ausrichtung der Tech-Talks ein bisschen gestört dieses Mal. Das ist aber nicht Congress-spezifisch, sondern bei fast allen Security-Konferenzen so. Praktisch alle Security-Vorträge sind über offensive Dinge. Wie man A hackt, wie man B hackt, Angriffe auf C, VM-Ausbruch bei D, alles kaputt, alles im Eimer. Aber die Vorträge, die mal Strategien zu entwickeln versuchen, was man denn besser machen könnte, die sind völlig unterrepräsentiert. Auf diesem Congress gab es ein paar. Ich würde memsad dazu zählen wollen, und es gab ein paar Talks über formale Verifikation von Code. Das habe ich immer negativ gesehen, mit dem Argument, dass die Verifikation mindestens genau so komplex wie der zu verifizierende Code wird, und der ist schon zu komplex, sonst bräuchten wir ja die Verifikation nicht. Aber im Quantenkrypto-Vortrag von djb und Tanja Lange meinte djb gegen Ende, dass er da seine Meinung geändert hat, weil die Tools so viel besser geworden sind. Da muss ich also auch nochmal genauer hingucken, ob ich meine Einstellung ändern muss.
Jedenfalls: Wenn man da am Tech-Programm was tun sollte, meiner Ansicht nach, dann wäre es: Mehr defensive Sicherheit. Das ist ironischerweise genau das, was der CCC immer der Bundesregierung vorhält, dass sie alle ihre Mittel in offensive Security steckt und nicht in defensive. Nun, äh, wie wäre es, wenn der Club da mit gutem Beispiel vorangeht?
Der hat erzählt, das sei eine ganz alte Nummer, dieser Vorwurf, die praktisch von Anfang an von den Rechten verwendet wurde, um Erkenntnisse oder Kritikpunkte zu diskreditieren, ohne sich inhaltlich damit auseinandersetzen zu müssen. Das ist wohl älter als die Identitären, der Taktik.
Stimmt es denn inhaltlich? Nein, sagt Markus. Er selbst ist in der Tat in der Grünen Jugend sozialisiert worden und hat da Politik und Aktivismus für sich entdeckt. Ansonsten ist er aber kein Grünen-Politiker, eher eine Parteileiche, sagt er. Und er ist einer von 16 Mitarbeitern, und hat da beim Einstellen der anderen nicht nach dem Parteibuch gefragt. Die Mitarbeiter, die offen eine Parteizugehörigkeit ansagen, sind bei Linken und SPD. Das ist also inhaltlich Bullshit, denen Grünen-Nähe nachzusagen, traditionell oder aktuell.
Bei der Gelegenheit habe ich auch mal nach der Masse der Vorträge gefragt. Das sieht Markus nicht als Dominanz, sondern sie hatten halt viel zu berichten, und er fand, die richtige Frage sei nicht, warum sie so viel vorzutragen hatten, sondern wieso die anderen nicht mehr hatten. :-)
Blieb nur noch die Frage nach der kritischen Infrastruktur, ob sie durch eine schief laufende Klage kaputt gehen können. Nein, sagt Markus, können sie nicht, weil sie immer bloß Klagen führen, bei denen das Risiko auf so 3000 Euro oder so gedeckelt ist. Die dickeren Dinger fassen dann Leute wie die GFF an, aber die haben noch eine Stiftung hinter sich.
Mit diesen Informationen kann man natürlich zu der "wem soll man spenden"-Frage auch anders formulieren: Bei wem kriegt man denn pro Spendeneuro am meisten Aktionen und coole Vorträge über die Aktionen? Und so gesehen ist Netzpolitik.org dann natürlich ganz vorne, gefolgt von der GFF. So einfach ist es natürlich nicht, weil ja mehr Vorträge eingereicht als angenommen werden, so dass das kein direkter Zusammenhang ist. Aber falsch machen kann man mit Spenden an Netzpolitik und GFF bestimmt nichts.
Ich bin ja übrigens auch froh, dass die Vorträge der Netzpolitik-Leute dieses Jahr durchweg von gewohnt hoher Qualität waren. Das sind Helden und die tun heldenhafte Arbeit, und das mit einer Konsistenz und Risikobereitschaft, die ich immer wieder nur bewundern kann. Es ist bloß schade, dass es da so eine Konzentration gibt. Ich mache mir halt Sorgen, wenn die mal eine Klage so richtig doll verlieren sollten, ob dann die gesamte gute Arbeit zum Erliegen käme. Wir sollten das auf mehr Schultern verteilen. In Personal und Organisationen. Es gibt noch andere, klar, aber Netzpolitik.org hat da schon ein Übergewicht. Nicht nur im Congressprogramm. Wenn ihr also überlegt, was ihr mit eurem Leben machen sollt, und noch jung und belastbar seid, dann helft doch auch mal mit bei so einer NGO!
Ich werde gerade von einem Leser gefragt, wo man denn so seine Spendengelder hinschicken kann. Das ist natürlich eine subjektive Frage, und die offensichtlichen Verdächtigen sind Netzpolitik.org, Fragdenstaat.de und die GFF. Aber es noch viele kleinere Organisationen, da müsst ihr mal ein bisschen recherchieren. Die sind manchmal leider personell damit überfordert, ihre Aktionen und Erfolge schön darzustellen, um mehr Spenden anzuziehen, da müsst ihr also selber mal ein bisschen Zeit investieren. Mir fallen spontan die Digitale Gesellschaft und Fiff ein, und Digitalcourage, aber es gibt noch viel mehr. Fragdenstaat hat halt den Vorteil, dass es praktisch unabhängig von der politischen Gesinnung ein würdiger Spendenempfänger ist, während sich andere NGOs häufig politisch positionieren. Also guckt mal ein bisschen rum. Gute, spendenwürdige Arbeit tun die alle.
Update: Stellt sich raus, dass ich das falsch dargestellt habe: Auf der Bühne stand auch jemand vim Fiff und trug deren Anteil vor, das Bits und Bäume Projekt. Die muss man also weiter hoch schieben in der Spendenwürdigkeitsliste. :-)
Mir ist im Programm aufgefallen, dass da so ein halbes Dutzend Vorträge von Netzpolitik.org-Personal bestritten wird (je nach dem wie man das zählt). Ich habe jetzt nichts gegen Netzpolitik.org, ich verlinke die ja auch gerne und häufig. Aber es stellt sich schon so ein bisschen die Frage, wieso die das nicht auf der Republica machen sondern beim CCC. Und auf CCC-Seite stellt sich die Frage, ob es da in der Szene wirklich nur die gibt, oder ob hier andere Projekte nicht beachtet wurden, weil man halt auf persönlicher Ebene befreundet ist oder so. Die Neutralität des CCC war eigentlich immer ein hohes Gut. Netzpolitik.org steht traditionell den Grünen nahe.
Wenn man sich das objektiv anzugucken versucht, wird man feststellen, dass wir heute auch viel mehr Tracks als früher haben, und die Polit-Vorträge daher eigentlich nichts verdrängt haben, sondern ein Zusatzangebot sind. Insofern nicht so schlimm alles. Aber ich kann schon nachfühlen, wo die Kritik herkommt.
Und ich finde auch, dass der Club mehr auf seine Neutralität Wert legen sollte, und Leuten nicht vorschreiben sollte, wen sie wählen sollen. Man muss die AfD nicht toll finden, aber solange die nicht eine verfassungsgefährdende Organisation sind und zu den Wahlen zugelassen sind, ist das meines Erachtens Teil der Demokratie, dass man deren Existenz halt aushalten muss. Toll finden muss man es nicht. Aber aushalten. Privatleute (inklusive der Pressesprecher des CCC) können natürlich gerne ihr Demonstrationsrecht ausüben und ihre Meinung sagen; von von mir aus auch gewaltlos protestieren. Aber der Club als Organisation? Der sollte neutral bleiben.
Update: Nur dass da keine Unklarheiten entstehen: Ich habe auch ein Problem mit der AfD und demonstriere gegen sie und finde, das sie für einige ihrer Ansichten bekämpft gehört. Ich bin lediglich anderer Meinung als der CCC darüber, welche Rolle der CCC dabei spielen sollte.
Update: Ich habe übrigens auch vereinzelt besorgte Mails über die Slots gekriegt, die dieses Jahr DIE PARTEI gekriegt hat. Ich habe mich hier im Blog schon als PARTEI-Sympathisant geouted, und habe mir den Sonneborn-Vortrag natürlich angeschaut (im Stream, bin nicht mehr reingekommen). War das jetzt Wahlkampf, was er da gemacht hat? Ich glaube, wäre der Slot an die AfD gegangen und sie hätten analoges Programm gefahren, wäre die Antwort klar "ja" gewesen. Ein Leser schrieb mir noch:
Im Vortrag "Mind the Trap: Die Netzpolitik der AfD im Bundestag" ging es um den Opferrolle der AfD am Beispiel des NetzDG. Ich verstehe die Vortragende so: Wer gegen das NetzDG ist, ist Trans- und Frauenfeindlich, Holocaustleugner oder säht Hassrede im Internet. Das ist doch recht überraschend für einen Vortrag auf dem 35C3, da der CCC sich ebenfalls stark gegen das NetzDG positioniert hat.
Die Vortragende in dem Vortrag war, wenn ich das richtig gesehen habe, Mitarbeiterin eines Abgeordnetenbüros der Grünen. Daher bin ich da gar nicht erst hingegangen. Natürlich hätte man da trotzdem Erkenntnisgewinn mitnehmen können, aber so hat das ein Geschmäckle. Zumindest eine Kooperation mit Mitgliedern mehrerer Parteien hätte man da machen müssen, finde ich.
Update: Dieser Blogpost ist beim CCC eher schlecht angekommen, daher hier kurz das Ergebnis meiner Gespräche bisher. Erstens: Der Club sieht sich nicht als neutral, sondern hat einen Konsens, dass Rassismus und Ausländerfeindlichkeit bekämpft werden müssen, der in der Unvereinparkeitserklärung 2005 kodifiziert wurde. Das war mir bekannt, denn ich war damals Mitglied und habe das mitgetragen und mitgezeichnet. Der Club sieht einen Rechtsruck in der Gesellschaft und möchte sich da inhaltlich gegen positionieren. Das konnte man ja auch im CCC Jahresrückblick sehen, wo Erdgeist eine klare Positionierung formuliert hat. Zweitens: Hauptreibepunkt war meine Formulierung, dass man in einer Demokratie Andersdenkende "aushalten" müsse. Der CCC befürchtete, dass ich damit meinte, man solle auch der AfD eine Bühne bieten. Das meinte ich explizit nicht. Drittens gab es wohl unterschiedliche Deutungen, was Überparteilichkeit bedeutet. Mir ist zugegeben auch nicht völlig klar, was das heißt. Das war ja auch so ein bisschen meine Frage in diesem Beitrag. Heißt das, dass man keine Partei reden lassen darf auf dem Congress?
Viertens, nicht zum CCC sondern über Netzpolitik.org: Mir wurde mitgeteilt, dass ich hier Propaganda der Identitären befördere, wenn ich schreibe, Netzpolitik.org sei traditionell Grünen-nahe. Ich versuche gerade, ein Gespräch mit denen zu organisieren. Mein Eindruck im Moment ist jedenfalls, dass die sich nicht als Grünen-nahe sehen und den Kritikpunkt sofort mit irgendwelchen rechten Trollen assoziieren. Das war nicht meine Intention und ich bitte um Entschuldigung, falls ich hier die Unwahrheit behauptet habe. Ich möchte aber auch darauf hinweisen, dass das nicht der Kern des Kritikpunktes war, ob und welcher Partei die jetzt nahestehen oder halt nicht.
Ich bin gestern in den Fax-Vortrag nicht mehr reingekommen und muss da auf die Aufzeichnung ausweichen. Der nächste Slot war für mich die Quantenmechanik. Ich bin jetzt kein großartiger Mathematiker oder gar Physiker, aber der Vortrag hat mir nicht weiter geholfen. Das fühlte sich so ein bisschen an wie wenn man in der Bibliothek das Inhaltsverzeichnis von einem Fachbuch über Quantenmechanik liest. Man hat danach die Begriffe mal gehört, und ein paar tolle griechische Buchstaben gesehen, aber wenn man das vorher nicht verstanden hat, hat man es nachher auch nicht verstanden. Der Vortragende war aber sehr enthusiastisch und wirkte kompetent, ich will das nicht kleinreden. Ob der Anspruch überhaupt erfüllbar ist, ist natürlich die nächste Frage.
Von dem Fernsehrat-Vortrag habe ich Gutes gehört, von den Gesundheitsdaten habe ich jemanden getroffen, der es enttäuschend fand, mit was für lächerlichen Methoden die dieses System gehackt haben. Der hatte da eher einen MacGyver-Vortrag erwartet oder so. Das ist das wohl nicht. Die haben da eher fundamentale Anfängerfehler gemacht.
Mein nächster Talk war über die Polizeigesetze. Gut, dem folge ich ja ein bisschen, daher war da jetzt inhaltlich nicht viel neues drin. Aber es macht schon echt schlechte Laune, auf was für flächendeckendem Niveau wir gerade die Rechtsstaatlichkeit als nicht mehr benötigtes Relikt abschaffen in dieeem Land. Aber für mich war ja schon alles gesagt, als die Bayern die unbegrenzte Freiheitsberaubung von unschuldigen Menschen beschlossen haben, nur weil jemand glaubt, von ihnen ginge eine diffuse unkonkrete Bedrohung aus. Die anderen Länder haben Limits, aber auch keine, die das Instrument für mich irgendwie akzeptabel machen. Wer dem nicht so im Detail gefolgt ist, für den lohnt sich der Vortrag aber. Am Ende haben sie ein paar Forderungen aufgestellt, bei der es wahrscheinlich hilfreich wäre, wenn ihr die alle mal zur Kenntnis nehmt, damit der Protest ein bisschen kanalisiert wird und nichts unbekämpft lässt, das bekämpft gehört.
Heute morgen ging es los mit dem Fake-Science-Vortrag, von dem ich aber nur das Ende mitgekriegt habe. Das gucke ich mir auf jeden Fall nochmal auf Video an. Es gab aus dem Publikum ein bisschen die (auf mich berechtigt wirkende) Kritik, dass man da "etablierten Journals" zu viel inhärente Unkorrumpiertheit unterstellt. DIe Vortragenden sind investigative Journalisten, nicht selber aktive Uni-Wissenschaftler, nur so zur Einordnung dessen, was euch erwartet. Die Methoden waren ein bisschen Gonzo-mäßig, die haben da Artikel eingereicht, in denen dann R.Funden und Mahmud Achmedinedschad als Autoren genannt waren, und die inhaltlich offensichtlicher Bullshit waren. Wenn euch solcher Klamauk nicht stört, ist das ein guter Vortrag für euch.
Den CCC-Jahresrückblick fand ich dieses Jahr ziemlich langatmig irgendwie, aber das lag wahrscheinlich eher an mir. Das Publikum wirkte zufrieden, insofern will ich nichts gesagt haben. :-)
Der Vortrag über Hausdurchsuchungen war überlaufen, aber diesmal bin ich reingekommen. Der lohnt sich schon aus Neugierde-Gründen, wenn man nicht befürchtet, mal selber betroffen zu sein. Einfach um mal die Mechanik von sowas zu verstehen. Hintergrund des Vortrags waren die (später als unrechtmäßig festgestellten) Hausdurchsuchungen bei den Zwiebelfreunden und im CCC-Umfeld. Meine wichtigste Erkenntnis ist, dass man da zu einem großen Teil von der Rechtstaatlichkeit der durchführenden Beamten abhängig ist. Man hat das Recht, einen Anwalt anzurufen, und auf den sollten die dann warten, und man darf darauf bestehen, dass die nur ein Zimmer zur Zeit durchsuchen, und zwar das, in dem man zuguckt. Aber wenn der Polizist da "nicht gut über die Rechtslage informiert ist", dann kann man das halt nicht unbedingt durchsetzen. Ja super. Als Vorbereitung sollte man off-site Backups haben und die Handynummer (!) eines Anwaltes, den man dann anrufen kann, weil so Durchsuchungen gerne um 4 Uhr morgens stattfinden, und da ist kein Anwalt im Büro.
Weil ich ein paar Mal gefragt wurde: Mein eingereichter Vortrag wäre über TCB-Minimierung gewesen. TCB ist ein Konzept aus den 80ern, als man noch für selbstverständlich hielt, den Betriebssystem-Kernel formal verifizieren zu können. Da fiel dann jemandem auf, dass auch einige Userspace-Prozesse elementar wichtig für die Integrität des Systems sind, nicht nur der Kernel, und den Begriff TCB geprägt: Trusted Computing Base. Das ist der Teil des Systems, dem man vertrauen muss, weil sonst alles verloren ist. Typischerweise ist der Kernel immer TCB, die Hardware sowieso, und sowas wie das Programm mit dem Login-Prompt. Das schöne am TCB-Konzept ist, dass man damit erstmalig eine objektive Metrik hat, um man gerade die Sicherheit verbessert hat. Wenn die TCB kleiner geworden ist, hat man die Sicherheit verbessert. Leider lässt sich das nicht direkt auf moderne Client-Server-Architekturen anwenden, und mein Vortrag hätte meine Arbeit dazu in den letzten Jahren zusammengefasst, wie man das doch anwenden kann, unter welchen Annahmen das geht, und was man überhaupt erreichen kann.
Hat sich am Ende doch Open Source durchgesetzt im Browsermarkt auf Windows. Wer hätte das gedacht.
Hoffen wir mal, dass Microsofts Präsenz im Chromium-Projekt dazu führt, Googles Dominanz dort zurückzufahren. Google macht mit Chrome gerade genau dasselbe, wofür wir früher Microsoft gehasst haben. Entscheidungen nach Gutsherrenart, Einführen von "Features", anch denen nie jemand gefragt hat, Entscheiden über den Kopf der User hinweg. Ich bin daher seit Jahren Firefox-User, auch auf dem Smartphone. Leider ist der Marktanteil von Firefox gerade unter 10% gefallen — auf dem Desktop. Insgesamt ist es noch weniger, da die Plattformbetreiber alle alles in ihrer Macht stehende tun, um Firefox auf ihren Plattformen zu behindern, damit es ihrem Durchmarsch gegen die User nicht im Wege steht. Leider hat Firefox auch gefühlt jede Gelegenheit genutzt, ihren Usern das Gefühl zu geben, bei ihnen sei das alles dasselbe in Grün. Ich sagen nur: Werbung auf dem Startbildschirm, Tonnen von Tracking-Bullshit, und jetzt auch noch "Pocket".
Und dieser ganze dauernde Ärger verhindert dann, dass man an dem Rest Spaß hat. Mozilla macht ja eine Menge coole Scheiße, so ist das nicht. Rust zum Beispiel ist ein Lichtblick für die ganze Software-Entwicklungs-Branche. Es ist ein Wunder, dass das so weit gekommen ist, wie es ist. Da hätte ich dagegen gewettet, wenn mich jemand gefragt hätte.
Und es kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Firefox es nicht packt, unter Linux Hardware-Video-Playback hinzukriegen. Das verdoppelt mal eben den Stromverbrauch. Kriegt auch Chrome nicht hin unter Linux, übrigens. Aber wisst ihr, wer das hinkriegt? Ja richtig! Edge!
Update: Habt ihr eigentlich schon gehört? QUIC soll HTTP/3 werden! Ein weiteres beschissenes Google-Komplexitäts-Monster, nach dem keiner gefragt hat. Bei Microsoft haben die Leute wenigstens noch gemerkt, dass sie mit Microsoft Network gearbeitet haben und nicht mit dem Internet. Bei Google fahren alle Chrome und benutzen Google-Infrastruktur mit Google-Protokollen in der Google-Cloud, am besten noch über Google Fiber.
Einen ähnlichen Fall gibt es gerade beim Zentrum für politische Schönheit und ihrer Aktion "SOKO Chemnitz". Die haben sich auch ihre Gerechtigkeit mit "aber das trifft doch bloß Nazis, die kann ich eh nicht leiden" weggeballert. Und werden sich noch umdrehen, wenn die Identitären das jetzt gegen linke Demonstranten anwenden, und keiner kann dagegen was sagen, weil wir das ja auch beim ZPS geduldet haben.
Die rufen zum Denunzieren von Leuten auf, die auf Nazi-Demos mitdemonstriert haben. Die soll man bitte bei ihren Chefs anschwärzen, damit sie den Job verlieren. Und das ZPS hat ein Büro in Chemnitz eröffnet, von dem sie sagen, dass man da Geld kriegt, wenn man Leute denunziert. Von dem Teil nehmen ich an, das das Getrolle ist. Und ich vermute auch, dass sie eventuell reinkommende Denunziationen vernichten und nicht weiterleiten würden, weil das sonst sehr teuer werden könnte mit der DSGVO und so. Die Ausrede wird wieder "Kunst" sein. Und wenn sie damit durchkommen, erwarte ich von den Nazis Gegen-"Kunst". Das wird bestimmt ganz furchtbar. Wie bei "Auge um Auge". Am Ende sind alle blind.
Update: Ein Leser wies darauf hin, dass das Jüdische Forum mit rechtlichen Schritten droht, weil sie ihre Zustimmung für die Nutzung ihrer Bilder explizit nicht erteilt hatten. Ein anderer Leser sieht Parallelen zum Internetpranger der Hamburger Polizei zu G20 und findet es nicht in Ordnung, wie die Bevölkerung andere Maßstäbe anlegt. Ich erinnere mich an breite Kritik an dem Polizei-Internetpranger damals, aber vielleicht war das bloß meine Filterblase.
Cum-Ex und Cum-Cum sind ja schon dreist.
Bei Cum-Cum-Geschäften hilft eine inländische Bank einem ausländischen Investor dabei, eine Steuerrückzahlung zu ergattern, auf die dieser keinen Anspruch hat. Der Gewinn wird aufgeteilt. […] Cum-Ex-Geschäfte sind damit verwandt, aber weitaus komplizierter. Die Besonderheit: Eine Steuer wird einmal abgeführt und mehrfach vom Fiskus zurückgefordert.Insgesamt reden wir hier von über 30 Milliarden entgangenen Steuern. 30 Milliarden!!
Und ADR ist noch krasser als das? Ja! Dabei "handeln" die mit Aktien, die es gar nicht gibt.
Und so funktioniert die Masche: Es geht um Papiere, die den Namen ADR tragen. ADR steht für American Depositary Receipts. Sie werden von Banken ausgestellt und an den Börsen in den USA stellvertretend für ausländische Aktien gehandelt. […] Normalerweise muss jedem ADR-Papier eine Aktie zugrunde liegen, oder ein Bruchteil einer Aktie. Nach Erkenntnissen von US-Ermittlern sind in zahlreichen Fällen aber solche Papiere ausgegeben worden, ohne dass die Banken die betreffenden Aktien hinterlegt hätten. Die Inhaber dieser sogenannten Vorab-ADRs sollen dann deutsche Finanzbehörden getäuscht und Steuererstattungen kassiert haben, obwohl zuvor gar keine Steuern auf Dividenden gezahlt worden waren.Die haben Steuerrückzahlungen auf Dividenden für Aktien beantragt und gekriegt, die es gar nicht gibt!
Und wieder ist es eine unheilige Allianz aus Bankstern, die es ermöglicht hat. Money Quote:
Auch die Deutsche Bank ist davon betroffen.ABER NICHT DOCH! NICHT DIE DEUTSCHE BANK!!1!
Warum frage ich, ob ihr das gesehen habt? Weil … das nicht in den Zeitungen steht heute. Warum nicht? Nun, da schließe ich mich dieser Verschwörungstheorie hier an:
So funktioniert Rechtspopulismus: Just an dem Abend, wo es Enthüllungen zu nem eventuell neuen Cum-Ex- Skandal gibt, attackiert @_FriedrichMerz das Asylrecht. Jetzt diskutiert die ganze Republik das Asylrecht, anstatt den womöglich X-Millionenfachen Betrug.Ist euch auch aufgefallen, oder? Dass heute aus dem nichts plötzlich eine Bullshit-Debatte über Asylrecht losging? Wo alle im Kreis beteuern, dass sie ja das Asylrecht nicht in Frage stellen wollen?
Ja, äh, wenn keiner das Asylrecht in Frage stellen will, wieso redet ihr dann darüber und nicht über die Steuerabzocker?
Update: Sagte ich keine Zeitung? Stimmt nicht! Eine Zeitung berichtet über Merzens Asylblendgranate.
Vorhin kam jemand und erklärte, wie geil Blockchain ist, und besonders Smart Contracts, weil man damit ja endlich den Regulator wegkriegt, der immer im Weg steht bei internationalen Transaktionen. Fragt am Ende jemand, der Fefe hätte ja gestern erklärt, dass ein Angreifer mit genug CPU-Power alles kaputtmachen kann. Mein der Vortragende so ganz trocken: Ja da ist der Regulator gefragt.
Kannste dir nicht ausdenken. Jetzt kam gerade einer von der Schufa und kloppte so Bomben raus wie "Wir brauchten 90 Jahre, um so viel Daten zu sammeln, Google kann das in Minuten machen". Merke: Google ist viel schlimmer. Schufa nicht so schlimm. Dann so: "Durch diesen Kreislauf sind unsere Daten immer auf dem aktuellsten Stand, objektiv geprüft und validiert." Da kenne ich zufällig ein-zwei Leute, die dem spontan widersprechen würden. "Wir verpflichten uns auch, die Daten wieder rauszurücken". Als ob das deren Idee war! Ich erinnere mich an chaotische Tage zum DSGVO-Inkrafttreten.
Aber da sieht man mal, woher die Leute ihr Verständnis haben, wie die Welt eigentlich funktioniert. Wenn die von solchen Vorträgen "informiert" werden, dann kann man ihnen auch nicht böse sein, wenn es da Diskrepanzen zur Realität gibt.
Besonders gruselig wurde es am Ende, als der Schufa-Vortrag dann anfing, von Blockchain und KI zu reden. Sie hätten da ja Machine Learning im Einsatz, "aber von uns trainiert!!" (als ob es das besser macht!). "Finden wir innovativ.", meint er. Nun, vielleicht sollte man da andere Prioritäten als "ist innovativ" ansetzen.
Cisco ist da und wirbt mit Malwareschutz.
Die Schufa ist da und wirbt mit Provisionen (für wenn eine Sparkasse ihnen Kundendaten gibt oder wie?).
IBM ist da und wirbt mit Quantencomputing.
Die Schufa zahlt Provisionen? Cisco macht Malware-Bekämpfung? Quantencomputer werden noch gehyped? Eine Überraschung nach der nächsten! :-)
Das mit den Schufa-Provisionen erklärt aber in der Tat einiges.
Der Vortrag selbst war mit Kopfhörern. Das Publikum kriegt Kopfhörer, der Vortragende ein Mikrofon, und dann muss man keinen Saalton haben und stört niemanden. Dafür sieht das von der Bühne aus, als würde Doctor Who ein paar Cybermen umprogrammieren. Die Kopfhörer haben an der Seite auch noch so einen farbigen LED-Ring, an dem man den Funk-Kanal sehen kann, den der gerade hört. Man erzählte mir, dass ein paar Schlipsträger sofort den Kanal wechselten, als ich von Blockchain anfing. Das ist echt Dark Mirror.
Aber beim Rumfragen kam raus, dass das auch schon andere erlebt haben, und deren Erfahrung war, dass die Leute konzentrierter folgen können, wie bei einem Podcast, weil sie weniger Seitengeräusche hören.
The future is now!
PS: Das IBM-Zeug ist eher Forschung, wie ich in einem netten Gespräch mit einem IBM-Mitarbeiter erfahren habe. Wenn man das nicht weiß, kann man aber am Stand einen anderen Eindruck kriegen. Immerhin haben sie da 16-20 Qubits und man kann in der Cloud mit einem Simulator rumspielen (oder auch Zugang zur echten Hardware kriegen).
Übrigens ist Bannan, falls ihr das nicht mitgekriegt habe, gerade auf einer Europa-Tour, um da die Rechtspopulisten aufzubauen. Mit Alice Weidel gibt es schon eine Kooperation. Daher ist das so wichtig, dass wir zuhören und rechtzeitig mitkriegen, was die da aushecken.
In der Intro legt Bannon aber erstmal ~25 Minuten lang seinen Pitch aufs Parkett. Das sollte jeder von euch gehört haben. Damit ihr nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden, wenn euch das auf der Straße begegnet.
Update: Leserbrief:
in VICE gab es neulich einen sehenswerten Bericht über Bannon und co., den sie auch auf Youtube zur Verfügung gestellt haben. Bannon plant im Grunde eine europaweite/weltweite Allianz von Nationalisten.
Eine Allianz von Nationalisten klingt ja für mich wie dieser alte Joke: Wir brauchen eine Anarchie! Mit einem starken Anarchisten an der Spitze!
Update: Oh wow, bei ungefähr 30 Minuten in dem Oxford-Union-Video wird Bannon auf die Kontroverse um Statuen für Civil-War-Confederates angesprochen und meint dann so, naja, das müsse man halt bei Wahlen oder Abstimmung entscheiden, es gäbe auf beiden Seiten sehr gute Menschen. Und dann kloppt er das hier raus:
I'm on record fron day one: The neo-confederates, the neo-nazis, the KKK, have no place in our society, I don't think, and they shouldn't be allowed to come to Charlottesville and demonstrate.
Und das hätte fast niemand mitgekriegt, weil diese bekloppte No-Platforming-Bewegung ihn daran hindert, sich öffentlich vor seiner Kern-Fan-Gruppe zu zerlegen. NIEMAND hätte den jemals so effektiv von außen zerstören können wie er sich hier selbst zerlegt hat. Nicht nur distanziert er sich von Neo-Confederates und Neonazis, er relativiert das First Amendment, was er ansonsten als hauptsächliche moralische Stütze vor sich hergetragen hat. Und deshalb, liebe Leser, ist no-platforming bekloppt und nur Idioten machen es.
Nächste Kernaussage, direkt dahinter:
Ethnic nationalism is a dead end and is for losers.
Economic nationalism and civic nationalism binds you together.
Wenn das seine neuen Populistenfreunde in Schweden hören, gibt es Krach.
“Fox News supports CNN in its legal effort to regain its White House reporter’s press credential. We intend to file an amicus brief with the U.S. District Court. Secret Service passes for working White House journalists should never be weaponized. While we don’t condone the growing antagonistic tone by both the president and the press at recent media avails, we do support a free press, access and open exchanges for the American people,” Fox News President Jay Wallace said in a statement.Hier ging übrigens eine beispiellose Welle an Mails von verstrahlten Altright-Leuten ein, die fanden, der Acosta sei ein arroganter Prolet, der da nur rumpose und das schon verdient habe, dass er mal ordentlich einen in die Fresse kriegt. Die haben alle nicht verstanden, dass er explizit nicht wegen seines Verhaltens (das Mikrofon nicht wieder abgeben wollen) rausgeflogen ist sondern wegen einer transparenten, plumpen und offensichtlichen Lüge. Ich bin echt schockiert, wie viele Verstrahlte Trump-Fanboys /r/the_donald oder 4chan oder wer auch immer da zu mir geschickt hat. Meine Güte. Herr, wirft Hirn vom Himmel!
Meine Vermutung ist, dass die Hersteller noch nicht mitgekriegt haben, dass man ihre Firmware extrahieren und reverse engineeren kann.
Ich sage gleich mal voraus, dass die Firmware ab jetzt verschlüsselt kommt, damit sie kein Geld ausgeben müssen, um die Software in der Firmware ordentlich zu machen.
Update: Christian, der von Crypto mehr versteht als ich, erklärt:
Bitlocker macht OPAL, zumindest die Samsungs die ich seit eh und jeh empfehle, unterstützen DEK-Ranges. Das tun Sie auch hier. Damit ist die Sache safe. Im ATA-Security Modus das Master Passwort mit read-Recht so umzusetzen ist sehr ungünstig aber fixbar, wer OPAL nutzt ist davon aber auch nicht betroffen. [...]
Die DEKs liegen mit dem „Passwort“ (genauer in dem Fall TPM Key) verschlüsselt vor. Völlig normales Vorgehen, keine Hintertür, kein Incident. Fig. 8 hilft Dir weiter.
Das Paper ist in seiner Argumentation und Darstellung undurchsichtig und Verzeihung – unsauber.
Da jetzt pauschale Ableitungen wie am Beginn des Papers draus zu postulieren ist Blödsinn.
Zur Erläuterung: OPAL ist der Standard für SSD-Verschlüsselung. DEK ist der Schlüssel, mit dem die Daten verschlüsselt sind. Da nimmt man einen separaten Schlüssel und nicht einfach den Hash des Passworts, damit man das Passwort ändern kann, ohne alle Daten zu verlieren. Die Grundlagen erklärt das Arch-Linux Wiki, das m.E. zum Weltkulturerbe zählen sollte, soviel hilfreiche Dinge, wie da immer wieder drin stehen.
Update: Ich habe mich nochmal mit Kollegen unterhalten und die finden, dass doch das Paper Recht hatte und nicht Christian. Das Paper geht darum, dass jemand deine Platte klaut und du nicht kooperierst. Die Anforderung ist, dass das Laufwerk die Daten mit einem zufälligen Key verschlüsselt, der nicht auslesbar ist, und den sonst keiner kennt. Das lässt sich natürlich auch nicht prüfen, ob nicht alle Laufwerke von Baureihe XY statisch immer denselben Key verwenden oder so. Aber an sich haben die Laufwerke alle einen Zufallszahlengenerator (der auch häufig Müll ist, aber das ist ein anderes Thema). Man schließt die Platte jetzt mit einem Passwort auf. Die Platte kann aber nicht einfach den Schlüssel aus dem Passwort ableiten, weil man sonst das Passwort nicht ändern könnte, ohne alle Daten zu verlieren. Idealerweise will man daher aus dem Passwort einen Zwischenschlüssel ableiten, und mit dem den eigentlichen Schlüssel verschlüsselt haben. Das Paper hat jetzt rausgefunden, dass das bei den meisten Laufwerken nicht so ist, sondern dass die halt Code haben, der guckt, ob das Passwort stimmt, und dann den Key nehmen, der eh rumliegt. Dann kann ein Angreifer kommen und die Firmware manipulieren, dass der jedes Passwort reinlässt.
What Google did not make public was that an employee had accused Mr. Rubin of sexual misconduct. The woman, with whom Mr. Rubin had been having an extramarital relationship, said he coerced her into performing oral sex in a hotel room in 2013, according to two company executives with knowledge of the episode. Google investigated and concluded her claim was credible, said the people, who spoke on the condition that they not be named, citing confidentiality agreements.Als Reaktion auf diesen Bericht hat der Google-CEO eine Mail rumgeschickt, die natürlich sofort an die Presse geleakt wurde. Darin schreibt er, 48 Mitarbeiter seien in den letzten zwei Jahren wegen "sexual misconduct" gefeuert worden, und niemand von denen habe eine Abfindung gekriegt.
Und jetzt der großartige Troll: Bei der Gelegenheit könne man das Stadium gleich mal umbennenen, und zwar in "Arena für Weltoffenheit, Toleranz und Fairness". Ja, richtig! In die WTF-Arena! (Siehe auch) (Danke, Jens)
Ich finde irgendwie nur noch so Affiliate-Link-Reindrück-Textfarm-Output, der ein paar Features (häufig auch noch falsch) listet. Selbst bei Heise findet man nur noch Affiliate-Bullshit und Preisvergleich.
Nicht dass Forenbeiträge weiterhelfen, aber selbst da sind jetzt die Hälfte so "Ich habe das Board zum Reviewen kostenlos zur Verfügung gestellt gekriegt"-Bullshit, und dann ergötzt sich der Autor daran, wie schnell das Board geliefert kam und dass die Verpackung toll aussieht. What the fuck?
Update: Für Notebooks fand ich bisher notebookcheck.com ganz gut, aber bei Desktops gibt es echt nur noch so Gamer-Scheiß. Ich stehe im Moment vor der Frage, welches Mainboard ich für einen Ryzen 8-Core haben will. Und da gibt es in der Tat Reviews hier und da, aber kein einziger versucht mal mit RAM-Vollbestückung zu testen. Beim Rumklicken in den Kompatibilitätslisten bei MSI bleibt dann überhaupt nur ein RAM-Hersteller übrig, bei dem 64GB RAM mit Maximal-Taktung (nur noch 2933 bei Vollbestückung :-( ) zugesagt werden, und die haben dann CL17 und sind die Rechts-Unten-Modelle von Kingston, die leider auch preislich rechts unten sind. Aber 64GB RAM und viele Cores betrifft halt Gaming nicht, daher testet sowas niemand.
Update: Ich meinte online, nicht generell.
In den anderen Arbeitsfeldern rüstet ZITiS ebenfalls auf, wobei zwei besonderes Gewicht erhalten. Im Bereich der Digitalen Forensik forscht und entwickelt ZITiS unter anderem an „Passwortsuche“ und der „Auswertung von Smartphones“. Bisher haben Polizeibehörden sieben verschiedene Software-Tools gekauft, um beschlagnahmte Mobilgeräte auszulesen. Dieser Wildwuchs soll bei ZITiS vereinheitlicht werden.Da weißte doch, wofürde Steuern zahlst!
Man würde ja denken, die Wikipedia trennt sich schon aus Selbstschutz von solchen Leuten, aber die besteht wohl nur noch aus Aktivisten, die befürchten, dass ihr eigener Aktivismus auch beendet werden könnte, wenn sie zulassen, dass jemand anderes für seinen Aktivismus Ärger kriegt.
Wie konnte so ein schönes Projekt eigentlich so entgleisen?
Und dann klickt man auf die SAP-Seite dazu und sieht: "Information disclosure". Wait, what? Was jetzt, kritisch oder Information disclosure?!
Kritisch heißt, dass man mit der Lücke einen Wurm bauen kann. D.h. kein Login nötig, und führt zu Code Execution. Das ist die Definition von kritisch bei Sicherheitslücken. Information disclosure ist sicher nicht gut, aber es ist nicht Wurm-Territorium.
Aber was ist das? CVSS-Score 9.8? Das kriegt man nicht mit Information Disclosure. Klickt man da drauf, findet man: Attack Vector Network, No Privileges Required, und: High bei Confidentiality, Integrity und Availability. Vielleicht hat da jemand das Tool falsch bedient, aber Information Disclosure ist Confidentiality. Integrity heißt, dass dass der Angreifer im System herummanipulieren kann. Availability heißt Denial of Service. Das passt also nicht.
Ich hab jetzt keine Information, was das genau für eine Lücke ist, aber irgendwas passt da gerade nicht. Wenn das CVSS stimmt, dann ist Information Disclosure eine sehr ungünstige Zusammenfassung. Wenn Information Disclosure stimmt, dann ist das CVSS falsch und das sollte nicht kritisch sein. Das wäre immer noch High, aber nicht Critical.
Aber unabhängig davon: Heise, hört mal bitte dringend mit diesem Marktschreier-Scheiß auf. Kritisch ist schon die höchste Steigerung. Äußerst kritisch heißt nicht, dass die Lücke schlimmer ist, sondern dass die Berichterstattung unseriös ist.
Stellt sich völlig überraschend raus: Wenn du Leuten ins Gesicht sagst, dass du sie für irreparabel ekelhafte Arschlöcher hälst, dann gehen die das nächste Mal wählen und wählen für die andere Seite.
Schade. Nichts gelernt aus dem Hillary-Wahlkampf mit dem Basket of Deplorables. Den selben Fehler nochmal gemacht, und ein anderes Ergebnis erwartet. Voll schlau!
Hätte euch doch nur jemand gewarnt!!1!
Tja. Und wenn die GOP die Midterms überlebt, dann kriegt Trump auch seine zweite Amtszeit. Da habt ihr ja ganze Arbeit geleistet!
Wobei hey, vielleicht ist das ja gar nicht schlecht. Leichte Schläge in die Fresse sollen ja das Denkvermögen anregen. Ich hab einen tollen Vorschlag: Macht genau weiter so! Wenn die Naturheilkunde nicht hilft, musst du die Dosis erhöhen, bis sie hilft (oder der Patient tot ist)!
Update: Ach Gottchen, jetzt schlagen hier die "aber die Republikaner sind Terroristen"-Leute auf. Ja und? Die Democrats etwa nicht? Aber aber die Republikaner haben Gerrymandering gemacht! Mit Duldung und Unterstützung der Democrats, die auch Gerrymandering gemacht haben! Aber aber aber die Missbrauchsopfer sind doch Missbrauchsopfer! Ja, und wenn man es mit dem Verfolgen der Täter belassen hätte, wäre vermutlich alles gut gewesen. Stattdessen: Trump bleibt im Amt aber Al Franken muss zurücktreten. Kein Wunder, dass die "das ist nicht faktenbasiert sondern eine Hexenjagd"-Rhetorik der Republikaner jetzt volls ins Mark trifft, selbst bezogen auf Brett "Boofing" Kavanaugh! Und dann muss Asia Argento zugeben, dass sie auch Täterin ist — Effekt: keiner. Nee, die ist ne Frau, das zählt nicht. Metoo!!1! Ja was habt ihr denn gedacht, was für eine Botschaft das sendet, was passieren würde?!
Update: Wow, jetzt kommen hier Mails rein, aber Metoo sei doch darum gegangen, Frauen Mut zu machen und so. Habt ihr #menaretrash schon wieder vergessen?!
Nun, keine Sorge. War gänzlich unbegründet. NATÜRLICH kriegt Maaßen mehr Geld jetzt. Wo kämen wir da hin!
Aber der Hammer an dem Artikel ist gar nicht das alles, sondern die kleinen Details. Erstens:
e Belgen vechten voor de veiligheid, de Fransen begrijpen de zeer hoge veiligheidscultuur van de Belgische ingenieurs niet.Die Franzosen verstehen einfach das hohe Sicherheitsbedürfnis der belgischen Ingenieure nicht!1!! *lamentier*
Und Teil zwei:
Eind vorig jaar/begin dit jaar heeft men in Doel 3 vastgesteld dat er scheuren te zien waren en dat er stukjes uitvielen.Die erste Hälfte sagt, dass da Risse gefunden wurde, das wussten wir ja schon. Die zweite Hälfte sagt, dass da Stückchen rausgefallen sind.
Ja aber echt mal, liebe Belgier, das ist ja wohl ein klarer Fall von übersteigertem Sicherheitsbedürfnis! Wenn aus eurem Atomreaktor Stückchen rausgefallen sind, dann heißt das doch noch lange nicht, dass man damit nicht noch einen Winter lang heizen kann!!1! Kein Grund zur Beunruhigung!1!!
Der Bekannte verlinkt zur Illustration noch The Front Fell Off :-)
Update: Ah, ein Detail hab ich mit meinem schlechten Flämisch anscheinend nicht mitgekriegt. Die neuen Risse sind was anderes als die Mikrofrakturen. Die neuen Risse sind im Bunker außenrum, der Angriffe mit von Terroristen umgelenkten abstürzenden Flugzeugen abwehren soll.
Aber macht euch keine Sorgen:
Aber wesentliche Aspekte bleiben dabei unberücksichtigt.Ja, wenn das Ergebnis SORUM ist, DANN hat der Spiegel plötzlich Probleme mit nicht berücksichtigten Aspekten!1!!
Ich finde das ja insgesamt die völlig falsche Baustelle. Völlig egal, wer da mehr kriegt. Die kriegen alle viel mehr als sie verdienen. Aber das heiße Eisen will irgendwie nie jemand anfassen.
Nahles ist erleichtert. Für alle anderen ist das wie vor unbegreiflich. Besonders geil ist der Lindner, der folgendes Statement zu Protokoll tweetete:
Abgekoppelt von realen Problemlösungen geht es nur noch um Gesichtswahrung und Beschwichtigung.NEIN! DOCH!! OOOOH!!!
In dem Brief der SPD-Chefin heißt es weiter: "Es ist offensichtlich mit dem Gerechtigkeitsempfinden vieler Menschen nicht vereinbar, dass Herr Maaßen als Ergebnis seiner Arbeit zwar abgezogen werden muss, gleichzeitig aber - wenn auch an anderer Stelle - befördert wird." Sie sei deshalb der Auffassung, dass die Spitzen der Koalition noch einmal zusammen kommen sollten, um die unterschiedlichen Anliegen der GroKo-Partner zu beraten.No shit, Sherlock! Habt ihr das ganz alleine rausgekriegt?
In other news: Neuverhandlung.
Das war Ergebnis einer Verhandlung.
Das war nicht "Seehofer macht halt". Das war eine Verhandlung. Die SPD hat "verhandelt", und das Ergebnis war: Seehofer kommt mit allem durch und ein SPD-Staatssekretär fliegt raus. Das haben die Ultraverhandler von der SPD raus"verhandelt".
Oh. Mein. Gott.
Die sind ja noch inkompetenter als ich dachte.
The new Code of Conduct explicitly says discrimination and harassment on the basis of sex or gender is not allowed. One Linux Foundation Technical Advisory Board member who did not sign off on the patch is Ted Tso, who is a rape apologistMit "Beweis"-Link zu geekfeminism. Ja nee klar. Ted Ts'o ist übrigens der hier. Der Hauptmaintainer von ext2, ext3 und ext4. Leiter des Kerberos-Teams am MIT. Preisträger des FSF Award. Und (ich hab den mal persönlich getroffen) einer der freundlichsten und liebenswürdigen Menschen, die man sich nur vorstellen kann. Rape Apologist, my ass. Wie sieht denn die Beweislage aus?Theodore Ts'o made statements (full email archived here) in which he argued that categorising statutory rape, child abuse, intimate partner abuse or rape without physical force with stranger rape of adult women with physical force is “hyperbolic and misleading”Heräsie!! Das sehen nur Perverse so! Perverse wie … das bürgerliche Gesetzbuch und der US Code of Law. Hier ist das Beweisstück von einer Mailingliste:Please note, I am not diminishing what rape is, and or any particular person's experience. However, I *am* challenging the use of statistics that may be hyperbolic and misleadingLYNCHT IHN!!1!
Ich habe mehrere Mails gekriegt, wieso ich mich denn so habe, denen den kleinen Finger hinzuhalten.
Das ist der Grund.
Ist Blut im Wasser, kommen die Haie.
Update: Wisst ihr, wass Sage Sharp beruflich macht? Kommt ihr NIE drauf!
Update: Oh und: Valerie Aurora macht auch hauptberuflich Diversity.
Gibt es da eigentlich irgendwelche belastbaren Zahlen für?
Und ich meine jetzt explizit nicht: Mitarbeiter soundso hat sich beklagt. Ich frage nicht, ob das dann ein schöner Arbeitsplatz ist. Ich frage, ob das für das Ergebnis (d.h. das Produkt, das an diesem Arbeitsplatz hergestellt wird) besser ist. Und bevor mir da jemand unsubstanziierte Behauptungen zuschickt: Mindestanforderungen sind, dass a) es eine nachprüfbare, verallgemeinerbare Grundlage für die Bewertung gibt und b) man das neutral und unideologisch messen kann, und c) die Bewertung nicht selber auf Ideologie beruht. "Es ist besser, weil dann da mehr $GRUPPE arbeiten" ist ein Zirkelschluss und völlig wertlos für die Klärung der Frage.
Meine Erfahrung ist bisher nämlich alles andere als "slam dunk" in der Beziehung. Ich habe schöne Arbeitsplätze erlebt, die auf Inklusivität und Diversität Wert gelegt haben. Ich habe auch unschöne Arbeitsplätze erlebt, die auf Inklusivität und Diversität Wert gelegt haben. Meine bisherigen Daten sehen nicht so aus, als wenn es da einen Zusammenhang oder auch nur eine Korrelation gibt.
Nun kann man natürlich sagen, und das habe ich auch selbst schon so geäußert, dass die primäre Aufgabe einer Firma ist, den Mitarbeitern schöne Arbeitsplätze und gute Bezahlung zu bieten, und sie genug Produkt herstellen soll, um das zu gewährleisten. So betrachtet ist Inklusivität und Diversität natürlich toll für die Leute, die den Job sonst nicht gekriegt hätten. Aber, mit Verlaub, Arbeitsplätze, die nicht Wert auf Inklusivität und Diversität legen, … wüsste ich gerade gar nicht. Welche sollen das denn bitte sein? Woran erkennt man die? "Da arbeiten nicht genug $GRUPPE" akzeptiere ich nicht als Argument an der Stelle. Das kann auch heißen, dass sich niemand anderes beworben hat.
Ansonsten frage ich mich auch, wieso die Leute bei Diversität immer an die Hautfarbe denken und nie an den Intellekt. Das ist nämlich der Teil der Diversität, bei dem ich sofort intuitiv nachvollziehen kann, wieso das von Vorteil ist.
Anders herum wird ein Schuh draus. Die, die am lautesten nach Diversität und Toleranz brüllen, sind meiner Erfahrung nach die, die selber nie einen AfD-Wähler einstellen oder neben sich in der Firma dulden würden. Toleranz und Diversität ist voll gut und wichtig, solange es mich begünstigt. Sonst eher nicht so.
Also, nochmal zum mitschreiben: Ich hätte gerne Belege dafür, dass Diversität unter den Mitarbeitern besser für das Produkt ist, das die Firma herstellt. Hat jemand welche?
Und Linus nimmt sich eine Auszeit. Klingt sogar so, als begäbe er sich in psychologische Behandlung:
This is more like the time I got out of kernel development for a while
because I needed to write a little tool called "git". I need to take
a break to get help on how to behave differently and fix some issues
in my tooling and workflow.Sieht aus, als hätten die SJW gewonnen. Thor stehe uns bei.
Ich für meinen Teil kann kaum erwarten, wie viel besser die Codequalität wird, wenn jetzt endlich auch die ganzen blauhaarigen Schneeflocken und Einhorn-Bronies einchecken können, die bisher von Linus weggeekelt wurden. Das wird bestimmt ein FEST!
Nur falls ihr irgendwann keinen Bock mehr habt, dass ich denen immer Hartz IV und den ersten verfassungswidrigen Angriffskrieg der Nachkriegsgeschichte vorwerfe, und dass sie gegen den Atomausstieg waren. Sie haben uns auch Upload-FIlter und Link Tax gebracht.
Wie so häufig waren die Linken die einzigen, auf die Verlass war. Oh und natürlich auf die PARTEI.
Die AfD war übrigens auch dagegen.
Update: Und Julia Reda von den Piraten, natürlich, ohne die wir überhaupt nicht mitgekriegt hätten, was die da versuchen.
Nun, Die Gesellschaft für Freiheitsrechte übernimmt jetzt in Europa die Rolle, die die ACLU mal in den USA hatte, und hat einen Amicus Curiae Brief an das Bundesverwaltungsgericht geschickt. Leider gibt es das als Rechtsinstrument in Deutschland nicht, aber mehr als ignorieren und wegwerfen kann das Gericht auch nicht machen. Insofern kann ich ja wenigstens dafür sorgen, dass das ein bisschen Aufmerksamkeit kriegt.
Und hey, wenn wir sie mit diesem Taschenspielertrick durchkommen lassen, dann sind wir bald alle ein Verein und unsere Webseiten werden geschlossen.
Guckt euch doch mal an, wem dieses Oped nützt.
Den Democrats? Nein. Die sehen sich bestätigt. Kein Erkenntnisgewinn, keine Handlungsänderung.
Den Republikanern? Aber hallo! Das Oped erfüllt genau einen Zweck: Der Republikanischen Partei über Trump hinweg die Existenz retten. Keine Sorge, liebe GOP-Wähler, wir haben Checks und Balances, die selbst jemanden wie Trump als Präsidenten daran hindern können, wirklich krassen Schaden anzurichten!
Ich bin übrigens nicht der Einzige, der das so sieht.
Update: Ein Leser wirft ein, dass das Oped auch Trump hilft:
Hi, ob ich daran glaube weiß ich selbst nicht, aber schon beim Lesen war mein erster Gedanke, dass das auch Trump nicht wirklich schadet - eher im Gegenteil. So wie ich das sehe bestehn die Trump Wähler aus 2 Lagern. Zum einen die die halt immer Republikaner wählen weil sie das schon immer so gemacht haben, die dürfte das Op-ed auch tatsächlich beruhigen.
Aber wichtiger weil potentielle Wechselwähler: die die den Republikanern deutlich weniger Liebe entgegen bringen und tatsächlich Trump wollten, nicht einfach irgendeinen in der richtigen Partei. Im Zweifel auch entgegen der republikanischen Linie, selbst jetzt gibt es ja genug Reps die keine Trunpfans sind.
Und für die bietet dieses Op-ed genau die Ausrede die sie brauchen um weiter an Trump zu glauben.
Insbesondere eine Stelle fand ich da irritierend, nämlich das die Sachen die sie geschafft haben nicht wegen, sondern trotz Trump geschafft haben:
Deregulierung, Steuerreform, und ein robustes Militär. Meiner Einschätzung nach sind das aber Sachen die bei dieser 2. Wählergruppe nicht zwangsläufig gut ankommen, das hätten sie auch von Hillary haben können. Die wollten das Trump ankommen, das hätten sie auch von Hillary haben können. Die wollten das Trump was anderes macht als das, was sie von den üblichen Kandidaten beider Parteien gekriegt hätten. Und das Op-ed liefert die Erklärung, warum sie das jetzt auch von Trump nicht kriegen.
Das liegt garnicht daran das Trump unfähig ist oder es nicht versucht, das liegt daran das die fiesen Bürokraten ihn hintergehen!
Und je nach Standpunkt und Definition kann man auch sagen, das ist genau der Sumpf den Trump versprochen hat trockenzulegen. Korruption und Vetternwirtschaft? Na wenn schon, wer würde nicht der Familie helfen wollen und sich auf sie verlassen... Hauptsache da räumt endlich mal jemand mit diesen Bürokraten auf die unser heiliges Amerika in den Kommunismus führen! Ohne viel damit zu tun zu haben, mein EIndruck ist das viele Amerikaner zwischen Bürokratie und Kommunismus keinen Unterschied sehen. Mag falsch sein, du kennst das Land besser als ich.
Also könnte man auch die Theorie aufstellen, das Op-ed stammt von jemandem der Trump tatsächlich weiter an der Spitze sehen möchte. Trump selbst halte ich für zu narzisstisch um sich für einen solchen Plan auszusprechen, aber das heißt ja nicht das nicht ein Unterstützer das trotzdem durchziehen würde.
Pass auf, und am Ende kommt raus, dass Trump doch schlauer war als alle anderen zusammen :)
mal so ein paar Anmerkungen aus zweiter Hand: meine Eltern, die noch im direkten Dunstkreis von Chemnitz wohnen (ich bin da geboren, wenngleich ich darauf Wert lege, dass es damals noch Karl-Marx-Stadt hiess), haben doch relativ viel Kontakt zu Chemnitzern. Hauptsaechlich Akademikerdunstkreis.Das erklärt vermutlich, wieso Maaßen auch öffentlich den Verdacht äußerte, das Video könnte gefälscht sein.Ich fasse den allgemeinen Konsens mal mit den Worten zusammen: da gab es keine Hetzjagd. Stattdessen hat sich das, was sich heute links schimpft, aufgefuehrt wie die letzte Sau (dass die "Antifa" bei einer Schweigeminute am Ort des getoeteten Deutschen froehliche Gesaenge angestimmt hat, kam beispielsweise nur aeusserst maessig gut an).
Das Hauptbelastungsvideo entstammt einer Antifa-Gruppe, die sich Zeckenbiss nennt. Das stoesst vielen schonmal arg auf, geschaetzt glaubt hier mehr als die Haelfte an ein gefakedes Video.
Aussage eines Unfallchirurgen in Chemnitz (da ich es nur aus 2. Hand kenne, an der Stelle nur sinngemaess): bei einer Hetzjagd haette ich Tote und Verletzte erwartet. Weder ich noch meine Kollegen haben in der Notaufnahme auch nur einen davon gesehen.Polizei Sachsen fasst den rechten Gewaltausbruch folgendermassen zusammen:
Zitat: "Derzeit bearbeitet die Polizei vier Anzeigen im Sachzusammenhang. Hierbei handelt es sich um zwei Anzeigen wegen Körperverletzung, eine Anzeige wegen Bedrohung sowie eine Anzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte."
Von einem ordentlichen Progrom haette ich mir jetzt etwas mehr Substanz erwartet. Zwei Anzeigen wegen Koerperverletzung, laecherlich. Da is bei jeder Kneipenschlaegerei mehr los.
Was ich sagen will: ich verfolge die Berichterstattung nur relativ halbherzig, aber was mir voellig klar ist: hier luegen irgendwie beide Seiten, dass sich die Balken biegen. Die wenigen Fakten, die man irgendwie zu greifen kriegt, geben keine Hetzjagd her.
Was ich Dir ganz allgemein zu den Chemnitzern sagen kann: die fuehlen sich auf der Strasse nicht mehr sicher. Es gibt Stadtbezirke, das kriegt man (den Beschreibungen nach) Assoziationen von New York / Central Park.
Das gaert schon seit Jahren, uebrigens. In meiner Heimatstadt (Grenzgebiet) ist es vor allem das Gefuehl der weggebrochenen Sicherheit, was die Menschen in die Arme der Rechtspopulisten treibt. Sprunghaft angestiegene Kriminalitaet im Bereich der Einbrueche (die tschechische Grenze ist ungesichert 2 km weiter), wenn doch mal einer erwischt wird, sind die Einbrecher meist aus Suedosteuropa. Und zwar keine verzweifelten Einzeltaeter, sondern das ist knallhart organisierte Bandenkriminalitaet. Der Stadtpark ist fuer die alteingesessenen Einwohner mittlerweile ein NoGo, weil da die Nordafrikaner abhaengen und durchaus auch gern mal rumpoebeln.
Die Politik und die grossen Mainstreammedien haben nichts besseres zu tun, als saemtliche Versuche, in der Richtung einen Diskurs anzufangen, mit der Nazikeule wegzuwischen. Viele wenden sich deswegen enttaeuscht von den etablierten Parteien ab ("Die machen eh nichts, Probleme werden ignoriert!") und driften nach rechts. AfD halt.
Nochmal kurz zu Chemnitz: das #wirsindmehr-Konzert treibt uebrigens vielen die Zornesroete ins Gesicht. Der Umstand, dass da jemand erstochen wurde, gehoert nicht zelebriert, so sagt man. Schon gar nicht von Gruppen, die in ihren Texten offen linke Gewalt gegen die Exekutive propagieren (was die zwei Polizisten in meinem Bekanntenkreis zu der Geschichte sagen, gebe ich besser nicht wieder - ich moechte es mal im weitesten Sinn als "Warum werden wir fuer unsere Arbeit gemobt statt respektiert" zusammenfassen, wenngleich man da schon SEHR zwischen den Zeilen lesen musste zwischen den eher anderweitig deutlichen Aussagen).
Ich als Altlinker (mein hauptsaechliches Feindbild ist das zinseszinsbasierte Geldsystem und dieses unsaegliche neoliberale Gewaesch, dass man sich nur genug anstrengen muss und wer's ned packt is halt selber schuld - ich kann mit dem, was sich heut links und Antifa schimpft, nichts anfangen) und Gewerkschafter sehe die derzeitige Entwicklung mit allergroesster Sorge. Den wenigsten ist wirklich klar, dass die AfD eine Wirtschaftspolitik verfolgt, die an den strukturellen Problemen in unserer Welt nichts aendern wird, aber Hartz IV im Gegensatz zu den AfD-Ansaetzen wie einen Strandspaziergang in der Karibik statt Herumirren im Schneesturm auf dem Mount Everest aussehen lassen wird.
Wenn sich heutzutage schon ein Serdar Somuncu als Nazi beleidigen lassen muss, nur weil er fragt, wo denn der Diskurs mit den rechten Kraeften sei, dann stimmt gewaltig was nicht.
Update: Die Chemnitzer Freie Presse fragt: Wie sicher ist die Chemnitzer Innenstadt?
Wenn ihr euch mal die sich aufdrängenden Witze verkneift, stellt sich aus meiner Sicht die Frage, ob Maaßen sich hier nicht für seinen Chef Seehofer ins Schwert stürzt. Wenn rauskommt, dass der Verfassungsschutz die AfD überwacht, und Seehofer hat das in Auftrag gegeben oder auch nur gewusst und nichts gemacht, dann kriegt die CSU in Bayern keinen Fuß mehr auf den Boden. Dann wäre offen ausgesprochen, wieviel Angst die CSU vor der AfD hat — ein Eindruck, den die Union gerade mit aller Kraft vermeiden will.
Ich kann mir daher gut vorstellen, dass der Verfassungsschutz die AfD unterwandern wollte, und der Seehofer hat schnell Veto eingelegt, und das darf der Maaßen aber öffentlich nicht ansagen, also muss der jetzt so tun, als sei das seine Entscheidung gewesen.
Gut, wäre nicht schade um den Maaßen. Versteht mich da nicht falsch jetzt.
"Es gab keinen Mob, es gab keine Hetzjagd und es gab keine Pogrome in dieser Stadt", sagte Kretschmer in seiner Regierungserklärung zu den Ausschreitungen in Chemnitz im sächsischen Landtag.Soweit sind wir schon. Dass wir uns auf so einer fundamentalen Ebene parallele Realitäten schaffen. Nicht durch Beobachtung und Dokumentation und Beweise. Nein. Durch Behauptung.
Die eine Seite behauptet, es gab eine Hetzjagd.
Die andere Seite behauptet, es gab keine Hetzjagd.
Und das ist jetzt halt so. He said, she said. Kann man dann wohl nicht entscheiden.
Ich weiß nicht, ob ihr Alternativlos 37 gehört habt. Da berichtet Frank von Wladislaw Surkow, einem Putin-Berater, der das in Russland zur Strategie gemacht hat. Confusion Politics heißt das. Das Ziel ist, der Bevölkerung den Eindruck zu vermitteln, dass man sich auf nichts mehr verlassen kann, alles ist irgendwie nur eine private Meinung von irgendjemandem, nichts ist entscheidbar. Ich habe damals mit dem Kopf geschüttelt, wie der Putin das in Russland hingekriegt hat, ein ganzes Land in so einen Zustand zu überführen. Und jetzt seht euch Deutschland an. Wir sind jetzt auch soweit. Fundamentale Basisfakten, auf denen Weltbild und Politik basieren, sind jetzt plötzlich verhandelbar.
Krass.
Man findet viele der Folgen auf Youtube. :-)
The museum had suffered from years of neglect under numerous governments, the institution’s vice-director the Globo TV network on Sunday night.“We never got anything from the federal government,” said the official, Luiz Duarte. “We recently finalized an agreement with (state-run development bank) BNDES for a massive investment, so that we could finally restore the palace and, ironically, we had planned on a new fire prevention system.”
Die Löscharbeiten wurden anfänglich davon behindert, dass die beiden Hydranten nahe dem Museum nicht funktionierten und die Feuerwehr Wasser aus einem See herankarren musste.
Um so geiler dieser Trend hier:
Old and busted: Live-Hacking.
New hotness: "Live-Hacking einer Blockchain"
Nein, wirklich! Anderes Highlight: "Sicherheit erhöhen durch Use Cases". Bitte was?!
Motto der Veranstaltung:
Werden auch Sie Blockchain Sicherheitsexperte!Nur echt mit dem Deppenleerzeichen! Und das ist nur der Seminarteil! Es gibt auch noch eine Konferenz dazu! Mit Sieger-Vorträgen wie
IoT – Rechte und Standards einer BlockchainDas klingt, als hätte jemand ein paar Worte zusammengewürfelt. Wie so ein Markov-Bullshitbot auf Twitter.
Technologie und Anwendungssicherheit – Trusted Blockchain InterfacesOhoooo! Trusted Blockchain Interfaces! War nicht die Idee bei der Blockchain gerade, dass du eben nicht irgendwem vertrauen musst?! Das Memo haben die Veranstalter wohl nicht gekriegt. Trusted Blockchain ist ja fast so geil wie Private Blockchain.
Aber hey, für den günstigen Preis von über 1290,00 kannst auch du am "Experten Seminar" teilnehmen (nur echt mit dem Deppenleerzeichen!).
Manchmal ist mir das ja echt peinlich, Teil dieser Branche zu sein.
Das ist mal eine spannende Geschichte. Auf der einen Seite kann man natürlich argumentieren, dass junge Mütter mit Kind ihren Job weiter ausüben können sollten. Es soll ihnen kein Nachteil daraus entstehen, dass sie ein Kind haben. Und man kann argumentieren, was sie auch tat, dass sie als Abgeordnete verpflichtet ist, zu bestimmten Terminen zu erscheinen, und das hat sie halt getan.
Auf der anderen Seite kann man aber auch finden, dass Abgeordneter kein Job ist, den man ausübt, weil man die Kohle braucht. Abgeordneter sein ist ein Privileg, für das man auch entschädigt wird, aber das ist nicht der Punkt an dem Job. Da gehst du hin, weil du deine Lebenszeit für dein Land hergeben willst, damit es für alle besser wird. Aus der Perspektive kann man das auch so sehen, dass sie, wenn sie den Job annimmt, dann halt in der Zeit kein Kind kriegen sollte. Wer gerade ein Kind gekriegt hat, der ist a) nicht mehr voll zurechnungsfähig und b) soll seine Zeit gefälligst dem Kind widmen, das braucht sie gerade dringender und ist wichtiger als jede andere Sache im Leben. Das gilt natürlich genau so für Väter wie für Mütter. Wenn du dich für einen Job als Abgeordneter meldest und zur Verfügung stellst und wählen lässt, dann erwarte ich auch von dir, dass du dem deine volle Aufmerksamkeit widmest. Das heißt: keine Nebenjobs, keine Zeit für Wahlkampf-Bullshit verplempern, nicht in irgendwelchen Aufsichtsräten, und so weiter.
Das ist natürlich unrealistisch, zumindest im Moment. Wir tun immer so, als seien wir eine aufgeklärte, humanistische Gesellschaft. Aber dann machen die Männer vor, wie Abgeordnete das als geschenktes Geld sehen und keinerlei Arbeit oder Aufwand in die Arbeit stecken, und wenn eine Frau dann tatsächlich mal ihre Verpflichtungen wahrnehmen will, dann kriegt sie den Ärger ab.
Aus meiner Sicht sollten wir als Gesellschaft keine Situationen schaffen, in denen eine Mutter mit einem 6 Wochen alten Baby irgendwohin gehen muss außer zum Spielen mit dem Kind. Einkaufen liefern lassen haben wir ja schon, aber das scheint sich ja eher an faule Hipster zu richten als an junge Mütter. Warum eigentlich?
Update: Oh und: Es geht hier nicht nur um das Kindeswohl. So eine Geburt ist eine traumatische Angelegenheit. Gebt den Müttern doch mal die Zeit, sich in Ruhe wieder zu erholen, und auf ihre neue Lebenssituation einzustellen!
Update: Ein Leser wendet ein, dass die ersten 8 Wochen reserviert sind und man nicht nur nicht arbeiten muss, sondern nicht arbeiten darf. Und er wundert sich, ob das für Abgeordnete nicht gilt. Gute Frage. Weiß jemand genaueres?
Update: Leserkommentar:
Gib in der Bildersuche von Google mal "Licia Ronzulli" ein. Andernorts scheinen Kinder im Plenarsaal nicht so das Problem zu sein ;)
Update: Ein Leserbrief dazu:
zu dem Thema schrieb der Freitag Anfang des Jahres, dass Abgeordnete sowie Ministerinnen und Minister KEINEN Anspruch auf Elternzeit haben, der Mutterschutz gilt für 8 Wochen (ein großes Problem sind schmerzende Brüste, wenn nicht gestillt werden kann). Im Bundestag gab es ebenfalls schon Ausschlüsse, wenn ein Kind mitgebracht wurde (2010, Abgeordnete der Linkspartei). Inzwischen gibt es dort eine Art „Kinderzimmer“, das auch genutzt wird von Frauke Petry und männlichen CSU-Abgeordneten.
Worum geht es denn genau?
Der Vorwurf: Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung PKK und Beleidigung des Staatspräsidenten der Türkei. Bei den von Ibrahim Ö. geteilten Inhalten geht es beispielsweise um ein kurdisches Wortspiel, in dem Erdogan als "Kerdogan" bezeichnet wurde, auf Deutsch "Esel".Oh, ach? :-D (Danke, Hans-Jörg)
The CTO stressed that the decision was made not based on technical issues that the company faced, but on a careful consideration of business opportunities the company had with its 7LP platform as well as financial concerns.Also doch technische Probleme, war zu teuer und funktioniert nicht so gut wie erwartet, oder so. Globalfoundries ist die ausgegliederte Fertigungsabteilung von AMD, und AMD hat neulich angesagt, dass sie ihr 7nm bei TSMC fertigen wollen.Für mich klingt das jedenfalls, als wäre Globalfoundries so gut wie aus dem Rennen. Schade eigentlich. Ihr erinnert euch sicher noch, wie schlecht das für den PC-Markt war, als nur Intel konkurrenzfähige CPUs liefern konnte. Neben TSMC bleiben noch Samsung und IBM übrig, aber IBM ist m.W. weit abgeschlagen. Das ist nicht gut, wenn die halbe Welt von TSMC abhängt. Apple sitzt auf so viel Cash, die könnten den Laden wahrscheinlich einfach mal kaufen, um ihren Nachschub zu sichern.
Intel fertigt noch selber und kann wohl auch für andere fertigen, aber warum würden sie ihrer Konkurrenz da günstige Preise diktieren? Und wenn sich jetzt rausstellt, dass TSCM den 7nm-Prozess doch nicht ordentlich hinkriegt, oder mit zu viel Ausschuss, dann beißt sich Globalfoundries wahrscheinlich in den Arsch.
Update: Leserbrief:
IBM haben ihre Foundrysparte plus R&D 2014 an Globalfoundries verkauft, und 7nm wäre das erste Resultat davon gewesen. IBM macht also selber schon kein Foundryzeugs mehr, daher ist Globalfoundries stopp von 7nm umso verblüffender. AMD scheint aber gut vorbereitet zu sein. Deren Zeitplan für Zen 1/2/3 schien schon immer sehr optimistisch für Globalfoundries zu sein. Jetzt stell sich praktisch raus, dass der Teil für Zen 2/3 wohl von Anfang an an TSMCs Zeitplan angelehnt war.
Oh das hatte ich gar nicht mitgekriegt mit dem Verkauf. Das ist ja eine noch krassere Marktkonzentration dann.
Also die Story ist die. Nehmen wir mal an, die Stadtwerke Hintertupfingen haben sich das mal durchgerechnet und wollen Glasfaser zu ihren Kunden verlegen. Die gehen also rum, rechnen sich aus, wie viele Kunden sie mindestens brauchen, machen Vorbereitung, machen Werbung unter den potentiellen Kunden, und 50% sind an Bord (man braucht wohl mindestens so 40%).
Und was passiert dann? Stellt sich raus: Für die Förderung des Glasfaserausbaus gibt es ein Gesetz, das Gesetz zur Erleichterung des Ausbaus digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze (DigiNetzG). Da gibt es einen Paragraphen 77i, der folgenden Hintergedanken hat. Nehmen wir an, die Stadtwerke machen die Straße auf, um ein Gasleck zu reparieren. Dann dürfen Telcos kommen und die Gelegenheit nutzen und ihre Glasfasern verlegen, ohne sich am Straße-Aufmachen zu beteiligen. Und das ist der Großteil der Kosten.
Ihr ahnt sicher schon, wo die Story hingeht.
Die Stadtwerke Hintertupfingen machen also die Straße auf, um ihr hart auf Kante durchgerechnetes Glasfaserangebot umzusetzen, und dann kommt die Telekom, beruft sich auf §77i, und legt ihre Glasfasern daneben. Ohne sich an den Baukosten zu beteiligen. Und kann dann selbst Glasfaser wettbewerbsverzerrend für einen Bruchteil der Kosten anbieten und den Stadtwerken den Markt kaputtmachen.
Das Gesetz ist so beschissen verkackt formuliert, dass das legal ist. Herzlichen Glückwunsch, Herr Dobrinth!
Mit dem DigiNetz-Gesetz machen wir Deutschland fit für die Gigabit-Gesellschaft. In Zukunft gilt: Jede Baustelle bringt Bandbreite. Wer Verkehrswege oder Neubaugebiete erschließt, muss Glasfaserkabel direkt mitverlegen.Lässt sich nach Strich und Faden verarschen, und merkt es nicht mal. Das Gesetz haben bestimmt Telekom-Lobbyisten, äh, -Berater "vorformuliert", und unsere an Inkompetenz kaum zu überbietenden geistig Unbewaffneten haben es übernommen.
Der Spiegel hatte das auch, aber wer liest heute noch den Spiegel :)
Oh, und die Telekom stellt sich auch noch als Monopol-Verhinderer dar in der Sache!
Es warnte davor "neue Gebietsmonopole aktiv zu fördern, indem man private Investoren von der Möglichkeit der Mitverlegung von Kabeln ausschließt, nur weil zumeist kommunale Unternehmen bereits eigenes Interesse angemeldet haben".Oh und natürlich hat der zuständige Industrieverband der Politik das schon 2016 gesagt.
"Wir haben schon 2016 darauf hingewiesen, dass dieses Problem auftreten kann", sagt VATM-Chef Grützner. Auch der deutsche Landkreistag, der als kommunaler Spitzenverband viele Breitbandprojekte von Gemeinden betreut, hatte den Bundestag im Juni 2016 darauf hingewiesen, wie anfällig Paragraf 77i für Missbrauch ist.So langsam wird es echt Zeit für die Fackeln und die Mistgabeln. Wo bleibt eigentlich die Revolution?
Update: Leserbrief:
Auch sehr beliebt ist folgende Methode den Glasfaserausbau zu verhindern:
Wie immer schreiben die von DSL-Lite geplagten Kommunen zuerst die Telekom an und bitte um Internet. Das wird dann dankend von der Telekom abgelehnt, weil es nicht rentabel ist. Jetzt planen die Kommunen ein Glasfasernetz, graben die Löcher und installieren die Knoten. Kurz bevor das Netz aber online geht findet die Telekom doch ein paar DSLAMs im Keller und baut die schnell auf. Das Netz wird hierzu nur auf das nötigste aufgebohrt.
Das Versprechen von 50 mbit/s sind für die meisten völlig ausreichend und wechseln aus Faulheit (Kündigungsfristen) nicht zur Fiber. Dann gehen die Komunalbetriebe pleite und der DSL Ausbau endet. Es werden nur genau so viele Kunden mit vDSL versorgt, wie nötig sind um die Komunalbetriebe zu ruinieren
Noch ein Leserbrief:
ich arbeiten im Bereich Tiefbau (Ingenieurbüro) und kann aus gemachten Erfahrungen eine Ergänzung zum Glasfaserausbau machen:
Wenn dann mal eine Kommune doch ihre Kabel verlegt bekommt, ohne dass die Telekom sich daneben legt (weil die einfach viel zu langsam reagiert haben...), ist aufgrund nicht vorhandener Fachkompetenz in der Kommune - das IB spart man sich - und mangelhafter bzw. fehlender Bauüberwachung - spart man sich auch - bei der Verlegung diese dann so schlecht, dass relegmässig die Kabel gerissen werden, wenn an der Örtlichen Infrastruktur gearbeitet wird (Erlebt: Kabel 20 cm unter dem Asphalt!). Zudem: Aussagefähige Bestandspläne? Auch gespart!
Und noch einer:
kenne den c't Artikel nicht im Detail, aber die praktische Gesetzregelung zeigt auch eindrucksvoll, wie ernsthaft in Deutschland am Glasfaserausbau gearbeitet wird.
Mein Vater kalkuliert für die Strabag hauptsächlich Straßen und Wege. Die müssen jedes Mal Bescheid geben, wenn sie irgendwo eine Straße aufmachen/neu bauen, damit die Anbieter gleich ihre Kabel verlegen können. Irgendwann soll schließlich überall mal Glasfaser verfügbar sein. Wenn also nicht jetzt, dann muss man später irgendwann ran an die Straße und es wird Geld kosten.
Aber hier im ländlichen Mecklenburg ist die Antwort der Telekom dann meist nicht "Danke für die Info, diese Chance lassen wir uns nicht entgehen", sondern fast immer "Ja ne lass mal, brauchen wir momentan nicht". Und so werden die Straßen dann ohne parallel verlegtes Breitbandkabel fertig gemacht.
Genaue Zahlen hab ich nicht, aber es passiert zumindest so oft, dass mein Vater sich bereits mehrfach drüber ausgelassen hat. Es ist für den gesunden Menschenverstand einfach nicht zu begreifen, weil die Alternativen ekelhaft sind. Entweder die Kabel werden später und wesentlich teurer verlegt oder sie werden gar nicht verlegt.
Aber ich will nicht meckern über die Telekom, wenns sein muss dann kann sie auch in Mecklenburg ganz schnell reagieren. Denn in Neustrelitz hatte man die Faxen dicke und baut sich jetzt selber Glasfaser (Strelix). Dauert nur ein bisschen und siehe da, die Telekom setzt alle Hebel in Bewegung um irgendwie vorher ihr "fortschrittliches" Vectoring anbieten zu können. Da legen die dann auch richtig Tempo an den Tag, Hauptsache man packt es irgendwie vor der entstehenden Konkurrenz.
Und noch ein Leserbrief:
ich bin kommunalpolitisch aktiv und habe darum die Möglichkeit mit kleinen Anfragen zu arbeiten. Zu TMG §77i habe ich dieses Jahr in meiner Kommune eine solche gestellt und war von den Antworten überrascht.
Kein TelKoAnbieter hat sich bisher bei uns dafür interessiert, weil unser Netz schon zu schnell ist, nämlich 30 MBit.
"Nach § 771 Abs. 6 TKG können Eigentümer und Betreiber öffentlicher Telekommunikationsnetze im Rahmen von Bauarbeiten passive Netzinfrastrukturen sowie Glasfaser mitverlegen. Da Greifswald mit derzeit bereitgestellten Bandbreiten von über 30 Mbit/s ausgestattet ist, ist die Aufgreifschwelle für das Bundesförderprogramm überschritten."
Mit anderen Worten: Wenn das Internet auf dem Stand von vor 10 Jahren vorhanden ist, dann muss auch nicht weiter verlegt werden.
Das Schlüsselwort ist aus meiner Sicht "Bundesförderprogramm". Die Telekom protzt ja immer damit herum, wieviel Glasfaser sie so verlegt, aber dass über Förderprogramme der Steuerzahler dafür zahlt, das erwähnen sie irgendwie nie.
Und dann geschah eine Art Wunder. Die sind so häufig verklagt worden wegen ihrer Stories, dass sie anfingen, nur noch Dinge zu bringen, für die sie Beweise hatten. Die Art der Story änderte sich nur wenig dabei, immer noch Celebrity-Bullshit von morgens bis abends. Wer angeblich mit wem eine Affäre hat, sowas. Aber plötzlich verloren die keine Gerichtsverfahren mehr. Ernst nahm sie immer noch keiner.
Und da hat der Chef des Ladens entdeckt, dass man aus dem gesammelten Kompromat auch ein anderes Geschäftsmodell entwickeln kann. Man kauft Beweise gegen Celebrities exklusiv ein, aber druckt das dann nicht. Und dann schuldet einem diese Person was.
Der CEO des Herausgebers American Media Inc ist ein guter Kumpel von Trump. Ihr ahnt sicher schon, wo das jetzt hingeht. Der Typ hat einen Safe voll mit Trump-Kompromat, über die ganzen Schweigegeldzahlungen und möglicherweise noch mehr. Wenn immer jemand Schmutz gegen Trump zu verkaufen hatte, hat der Typ das gekauft und in seinen Giftschrank getan.
Als nächstes passierte etwas, womit niemand gerechnet hatte: Jemand anderes hat auch Wind von einem exklusiv vom Enquirer eingekauften Schmutz gekriegt und das publiziert, obwohl der Enquirer das schon vom Markt gekauft hatte. Dieses eine Playboy-Model und ihr Schweigegeld. Daraufhin fiel dem Enquirer auf, dass der Giftschrank für sie auch zu einem Problem werden könnte:
Fearful that the documents might be used against American Media, Pecker and the company’s chief content officer, Dylan Howard, removed them from the safe in the weeks before Trump’s inauguration, according to one person directly familiar with the events.Nun ist der Mueller ja nicht blöde. Wenn der sowas hört, dann kommt der und redet mit denen. Und in der Tat hat die Staatsanwaltschaft denen Immunität angeboten, was so deren höchstes Angebot ist, wenn du auf wirklich explosivem Belastungsmaterial sitzt und sie das wirklich dringend haben wollen.Pecker’s immunity deal was first reported Thursday by Vanity Fair and The Wall Street Journal, citing anonymous sources. Vanity Fair reported that Howard also was granted immunity.Bleibt also spannend.
Sozusagen biologische Kriegsführung, nur ohne dass man biologisch angreifen muss! Man überredet den Feind einfach dazu, lieber Bachblüten und Globuli zu nehmen, und das es besser ist, wenn die Kinder sterben, als wenn sie Autismus kriegen (was man von Impfungen nicht kriegt).
Und zwar auf die selbe "Chaos und Verwirrung"-Art wie bei der Trump-Promotion:
Russian trolls and more sophisticated bot accounts used a different tactic, posting equal amounts of pro- and anti-vaccination tweets.
Und jetzt die Punchline.
Dieser Mann mit Sonnenbrille und dem feschen Mallorka-Hut? Der arbeitet anscheinend beim LKA Sachsen. Der Tagesspiegel dazu. Wie geil ist DAS denn!
Immerhin scheint denen das noch ein bisschen peinlich zu sein. Das war ja auch nicht so klar.
Update: Wohlgemerkt: "Der arbeitet da" heißt nicht, dass der Beamter oder Polizist ist. Der könnte auch Hausmeister oder Koch in der Kantine sein oder so.
Erstens: Die Pressekonferenz war sehr sensationalistisch, an Selbstbewusstsein gebricht es denen nicht. Dafür, dass sie noch kein Silizium haben, ist das eine eher peinliche Vorstellung. Es gibt natürlich immer eine Restchance, dass die überraschend wissen, was sie tun, aber die schätze ich eher gering ein.
Die Leute, die diese Firma betreiben, kommen aus der Sandforce-Skyera-Ecke (beides Flash-basierte Speicher, SSDs). Ich wüsste nicht, wieso ich denen glauben sollte, sie könnten mit ihrem Erstlingswerk in der CPU-Branche gleich ein revolutionäres Produkt hinlegen. Es gibt noch nicht mal einen Tapeout. Nicht mal Intel, die sich normalerweise für keinen verblödeten oder irreführenden PR-Stunt zu schade sind, lehnt sich vor dem Tapeout so aus dem Fenster. Der Tapeout soll nächstes Jahr mit TSMC-7nm-Technologie stattfinden. Das ist meiner Ansicht nach auch eine rote Lampe. Diesen Prozess gibt es nämlich noch nicht. Der ist bloß angekündigt von TSCM. Und gerade bei dieser Art von Prozessankündigungen irren sich die Ankündiger der Erfahrung nach praktisch immer in Richtung zu vollmundiger Ankündigungen. Ich wäre hocherstaunt, wenn TSCM das mit akzeptablem Ausschuss bis Ende nächsten Jahres hinkriegt.
Ansonsten: Sie fahren da ihren eigenen Instruktionssatz. Damit ist das Ding schon mal so gut wie tot, bevor es überhaupt zu kaufen ist. Die existierende Software läuft darauf dann erstmal nicht, und die Antwort der Firma ist: Kann man ja emulieren. Ach ja, und angeblich ist der Emulator bei ihnen schneller als das Original bei Intel. Ich glaube kein Wort.
Drittens: Sie fahren da eine In-Order-Architektur. Das ist, was bei Intel die Atom-Schrottchips taten. Nicht mal die tun es nicht mehr sondern fahren lieber Out-of-Order, weil das einfach viel schneller ist. In der Theorie kann man für eine wichtige Unterklasse von Problemen mit In-Order-Hardware aber gutem Scheduling im Compiler ähnliche Ergebnisse erzielen. Intel und HP waren sich sicher, dass sie das hinkriegen. Das Ergebnis hieß EPIC, das Produkt Itanium, und das war nicht konkurrenzfähig. Die Compiler waren nicht gut genug. Und Intel hat da echt Geld drauf geworfen. Die Wahrscheinlichkeit, dass so ein rumprotzendes Startup das mal eben hinkriegt, ist nur sehr knapp über Null. Ich glaube es, wenn ich es sehe. Oh und Scheduling ist schon für regulären Code ein schwieriges Problem, den der Compiler vorher komplett sieht und sich eine Datenflussanalyse bauen kann. Die behaupten, dass sie das mit einem Emulator on-the-fly hinkriegen. Ich glaube kein Wort.
Kurz gesagt: Von allen Behauptungen von denen glaube ich genau keine. Das ist Bullshit. Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, aber wenn die so rumplustern und so viele unsubstanziierte Versprechungen machen, ohne irgendwas davon zeigen zu können, dann hat das wahrscheinlich den Grund, dass sie nichts haben, aber dringend Investoren brauchen, sonst faltet der Laden vor dem Launch schon zusammen. So fühlt sich das jedenfalls für mich an.
Update: Ein Leser wendet ein, dass TSMC angeblich schon Samples in 7nm gezeigt hat. Mag sein, aber nicht der Öffentlichkeit. AMD setzt auch auf TSMC 7nm und auch bei denen sind das bisher nur "für 2019"-Ankündigungen. Ich glaube es, wenn ich es sehe.
Wer deutschem Youtube- und *chan-Dramen nicht folgt: Es handelt sich um den Drachenlord, einen Youtuber, der seit Jahren von einem Hass- und Trollmob verfolgt wird, die den auch in Person vor Ort bei sich zuhause schon "besucht" und gestalkt haben. Und so gibt es dann in den dunklen Ecken der Kanalisation des Internets Aufrufe erlebnisorientierter Jugendlicher, den zu "besuchen" und ihm Dinge anzutun. AFAIK gab es auch schon so Swatting-ähnliche Anrufe bei der Feuerwehr in dem Kontext.
Das Landratsamt hat das mitgekriegt und diese epische Allgemeinverfügung rausgehauen, mit Begründungen der Form:
Sternstunden der bayerischen Kommunalverwaltung!
- Eine weitere Ankündigung von „anusficker 5000“ auf YouTube lautet:
„Das wird ein kampf epischen ausmaßes“
Lest euch auch mal die anderen Punkte durch, insbesondere Punkt II/1/a/ab. Das sollte man im Auge behalten, wenn man von Hasskommentaren im Internet spricht. Nicht alle Teilnehmer haben das Glück, dass es bei bloßen Kommentaren bleibt. (Danke, Hannes)
In der Opfer-Olympiade rechnet man dann die Gründe auf, wieso jemand benachteiligt ist (schwarz + weiblich startet z.B. mit mehr Opferstatuspunkten als bloß weiblich). Und genau wie jemand mit wenig Opferstatuspunkten kein Opfer sein kann, genauso spricht man jemandem mit mehr Opferstatuspunkten gerne ab, ein Täter sein zu können. Das führt dann zu so Phänomenen wie dass Frauen im Feminismus als engelsähnliche Lichtgestalten gesehen werden, die schon aus Prinzip gerecht und gut sind, und wenn doch mal eine entgleist, dann macht man Ahnenkult und Rassenerbe wie damals im 3. Reich und argumentiert mit den Vorfahren, die ja genug Unterdrückung ausgesetzt gewesen seien, dass man der aktuellen Inkarnation diese eine Überschreitung durchgehen lassen sollte, weil das ja "ausgleichende Gerechtigkeit" sei.
Dieses Theorieonstrukt hat mich noch nie sonderlich überzeugt. Ich mag zwar ein weißer Mann sein, aber es ist ja nicht so, dass ich keine Frauen unter meinen Vorfahren gehabt hätte. Wenn man also die den Vorfahren angetane Unterdrückung der aktuellen Generation anrechnet, dann wäre das Opferpunkte-Konto bei mir genau so voll wie bei typischen weißen Frauen.
Gut, sagen die Intersektionalisten, dann nehmen wir nicht die Vorfahren sondern konstruieren eine neue Art von Opfertums-Erbe. Eine Frau hat mehr Opferpunkte als du, weil sie die Opferpunkte aller Frauen in früheren Zeiten auch gutgeschrieben kriegt. Die Idee dahinter erschließt sich besser, wenn man das bei Schwarzen macht als bei Frauen, aber so genau gucken Intersektionalisten da nicht hin.
Warum erzähle ich das gerade? Weil die absurde Annahme, eine Frau könne nicht sexistisch sein, oder ein Schwarzer könnte nicht rassistisch sein, natürlich in der Realität schon einer oberflächlichen Prüfung nicht standhält.
Und, aus deutscher Sicht besonders bemerkenswert: Viele der privilegierten weißen Männer sind Juden. Aber ausgerechnet denen rechnet man im Intersektionalismus die Opferpunkte der Unterdrückung ihrer Vorfahren nicht an. Das macht man nur bei Frauen und Schwarzen.
Aber Fefe! Du kannst doch nicht Nationalsozialismus und Feminismus vergleichen! Nein, aber ihre Methoden. Wissenschaftliche Konzepte umbiegen, damit es besser in die Ideologie passt, und dann pseudowissenschaftliche Argumentationen darauf aufzubauen, das ist kein Alleinstellungsmerkmal der Nationalsozialisten.
Update: Die NZZ über "Men are trash", für den Blick von außerhalb Deutschlands.
Update: Ein Leser empfiehlt dazu "Lesbische, Schwarze, Behinderte" von Funny van Dannen.
Update: Ein anderer Leser weist darauf hin, dass es eine Version 2.0 davon gibt, von Simon & Jan :-)
Aktuelles Highlight: #WomenAreTrash: Das passiert, wenn man auf Twitter alle Frauen als Arschlöcher bezeichnet
Haha, natürlich nicht. Kleiner Spaß. Wie? Nein, von mir. Bei den Identity Politics Hassmobs sind es natürlich die Männer, die pauschal als Abfall bezeichnet werden, nicht die Frauen. Das wäre ja sexistische Kackscheiße, wenn man Frauen pauschal als Abfall bezeichnen würde.
Das geilste: Die Frau, die das proklamiert hat, sieht sich als das Opfer in der Chose. Weil sie jetzt böse Reaktionen kriegt.
Bayern sollten da vielleicht lieber nicht draufklicken, sonst kriegt ihr am Ende auch das Sorgerecht für euer Kind entzogen.
Wie, was, Sorgerecht? Nun, lasst mich aus dem Artikel zitieren:
Der erste Gefährder Bayerns heißt Claudio K. Er ist Betriebsrat, Gewerkschafter und Kommunist. Die Polizei verhaftete Claudio am 9. Juni auf der Demonstration gegen den AfD-Landesparteitag in Nürnberg. Der Vorwurf: Er soll bei einer Rangelei der Polizei mit dem Schwarzen Block einen Beamten mit einer Fahnenstange geschlagen haben, so zumindest die Aussage zweier USK-Beamter. Die Polizei ermittelt seitdem gegen ihn wegen „schwerer Körperverletzung“. Zeugen bestätigen, dass Claudio während der ganzen Demonstration die Technik auf dem Lautsprecherwagen des Nürnberger Jugendbündnisses betreute, der sich nicht mal in der Nähe des Schwarzen Blocks befand. Trotzdem entzog das Jugendamt Claudio das Umgangsrecht zu seinem 5-jährigen Kind.Jahaa, meine Damen und Herren! Früher hat Vater Staat den Führerschein entzogen, wenn sie dich drangsalieren wollten. Heute entziehen sie dir das Kind.
Toller Rechtsstaat, in dem wir da leben!
Dieses Argument ist mir so völlig fremd, dass ich mich immer frage, ob ich eine Hirnmutation habe, dass ich der einzige bin, der Fremdschäm-Kopfweh kriegt. Oder liegt das daran, dass ich Ingenieur bin?
Man stelle sich mal vor, den Wright Brothers hätte das jemand gesagt. Wir haben jetzt schon so häufig Fliegen probiert und das hat noch nie funktioniert! Also geht es nicht!1!!
Wie absurd!
Wieso bringt irgendjemand so ein offensichtlich schwachsinniges Argument? Und wieso werden die dann nicht sofort von allen Zuschauern ausgelacht?
Ich habe mir ja selbst die Mission auferlegt, mich aktiv solchem Gedankengut auszusetzen, das mir bis daher fremd war, oder dass ich ohne inhaltliche Auseinandersetzung davor nicht rezipieren wollte. Das waren dann Youtube-Videos von Konservativen wie Jordan Peterson und sogar Ben Shapiro habe ich mal probiert. Den finde ich kaum erträglich, und der bringt obiges "Argument" gegen den Sozialismus auch immer wieder. Und der gilt bei den Konservativen als einer der Intellektuellen!
Wo wir gerade bei Ben Shapiro waren. Der hat kürzlich der neuen Hoffnung der Democrats, Alexandria Ocasio-Cortez, ein Debatten-Angebot gemacht. Er sogar würde $10000 an ihren Wahlkampf spenden, wenn sie kommt und eine Stunde mit ihm debattiert. Und was hat sie gemacht? Nichts. Als dann die Nachfragen von Dritten zu nervig wurden, äußerte sie sich wie hier zu sehen. Sie bezeichnete das Debatten-Angebot als "unsolicited request from men with bad intentions" und verglich es mit Catcalling (wenn Bauarbeiter Frauen hinterherpfeifen).
Tja, soviel zur Hoffnung der Democrats. Ja super. Traut sich nicht, sich einem rechten Talkshow-Intellektuellen auszusetzen. Hmm, vielleicht ist Politik dann nicht die richtige Karriere für die gute Frau, wenn sie Angst vor Argumenten der Gegenseite hat?
Wir haben ja in Deutschland seit dem 2. Weltkrieg das Modell, dass freie Meinungsäußerung garantiert wird, aber du darfst nicht den Holocaust leugnen oder Volksverhetzung betreiben. Die USA haben hingegen traditionell das Modell, dass jeder alles sagen darf. Gut, nicht ganz alles. Die Rechtssysteme ziehen gemeinsame Grenzen bei Beleidigung oder sowas wie falschem Hilferuf.
Aber traditionell durfte man in den USA den Holocaust leugnen, "die Neger" als Untermenschen bezeichnen und ähnliches. Und das Argument dafür war, dass das ja der Gesellschaft ermöglicht, sich damit auseinanderzusetzen und das zu widerlegen und man sieht ja, dass das funktioniert, weil die USA weniger Nazis als wir haben.
Aus meiner Sicht hat sich das jetzt unter Trump verschoben. Nicht nur haben die USA jetzt signifikant viele Rechtsradikale, sie fangen jetzt auch mit Hate-Speech-Sachen an. Wobei das wohlgemerkt einzelne Firmen sind, nicht der Staat, der hier "Plattformen entzieht", das ist also keine staatliche Zensur.
Aber die Debatte müsste man an der Stelle eigentlich nochmal neu führen, findet ihr nicht? Sind wir uns jetzt einig, dass Free Speech doch nicht gegen Extremismus hilft?
Ist Zensur doch das bessere System? Warum?
Update: Ein Leser hat eine plausible Theorie: Die Österreichische Polizei hat jetzt Sturmgewehre. Was, wenn die einen umgekehrten Schlieffenplan pullen und durch Frankreich und Belgien einfallen?! (Danke, Ruben)
Das macht die Nummer ja noch eine Runde krasser.
Aber eine andere Sache beschäftigt mich noch an der Geschichte. In einem System, wo man privat für die Studiengebühren aufkommen muss, wie kommt es da dazu, dass am Ende mehr Frauen als Männer studieren? Und das ist keine hypothetische Situation. Wenn, sagen wir mal, ein Drittel (oder egal wie hoch die Quote ist) von ausfällt, Kinder kriegt und Hausfrau wird, wer zahlt dann für das Studium? Die Eltern? Der spätere Ehemann?
Und auch bei uns in Deutschland ist das so, dass schon seit vielen Jahren mehr Frauen als Männer Medizin studieren. Insgesamt bildet Deutschland viel mehr Ärzte aus, als hier am Ende einen Job finden können, und deutsche Ärzte ziehen dann nach Skandinavien oder die Schweiz und praktizieren dort. Es wundert mich auch, dass wir da keine Ökonomen haben, die in Talkshows verkünden, man müsse dem mal einen Riegel vorschieben, denn hier zahlt ja der deutsche Steuerzahler für die Ausbildung von norwegischen Ärzten. Man könnte ja finden, dass dafür eigentlich der norwegische Steuerzahler zahlen sollte. Es sind keine trivialen Beträge, um die es hier geht.
Also hat der Chef der Telekom-Regulierungsbehörde seine Aadhaar-Nummer öffentlich gepostet, um zu zeigen, dass das System sicher ist:
“My Aadhaar number is 762177682740. Now I give this challenge to you: Show me one concrete example where you can do any harm to me!” he tweeted.Ihr könnt euch sicher denken, wie die Geschichte weiterging :-) (Danke, Lukas)
Zudem arbeiten wir künftig mit Cloudflare zusammen, um eine Web Application Firewall (WAF) auf unserer Webseite und im Kundenmenü einzusetzen. Diese dient als Filter zwischen unseren Servern und potenziell bösartigem Datenverkehr aus dem Internet. Sie schützt vor betrügerischen Aktivitäten wie SQL-Injections und Cross-Site-Scripting und wird in den nächsten Tagen aktiv.Ich bin kein Kunde von denen und kann daher nicht beurteilen, dass das wirklich so von Domainfactory geschrieben wurde.
Aber erstens: Das ist wie "wir haben einen Virenscanner installiert und sind jetzt sicher". Bullshit.
Zweitens: Der Traffic zwischen dem Kunden und der Firma geht jetzt über eine Drittfirma mit Sitz im Ausland. Das fände ich als Kunde unakzeptabel. Ich finde es auch unakzeptabel, wenn Firmen ihre Mail über Drittserver von Anbietern im Ausland machen. Möglicherweise vertrete ich da eine Mindermeinung.
Drittens: Wenn jemand seine Sicherheitsprobleme nicht durch "wir machen die Software sicherer" sondern durch "wir schalten Schlangenöl davor" löst, dann liegt die Vermutung nahe, dass die Kompetenz fehlte, das Kernproblem zu lösen. Meiner Meinung nach ist das eine Bankrotterklärung. Wieso habt ihr die Software dann überhaupt eingesetzt, wenn ihr die nicht absichern könnt?!
Nun ist der Betrieb sicherer Systeme für einen Hostinganbieter Teil der Kernkompetenz. Wenn die also an der Stelle schon eine solche Bankrotterklärung verkünden, würde das mein Vertrauen in den Rest ihrer Kernkompetenzen deutlich schmälern.
Zu Cloudflare im Speziellen: Ich bin bisher nicht beeindruckt von denen. Die fallen vor allem durch Marketing-Getöse auf. Und durch Fehlermeldungen und Captchas vor irgendwelchen Webseiten, die sie angeblich "beschützen". Und diese "Fehlermeldungen" sind vor allem Cloudflare-Eigenwerbung. Ich hatte glaube ich sogar schon mal eine Cloudflare-Fehlermeldung als Aprilscherz. :)
Update: Über ein Dutzend Leser haben bestätigt, auch eine Mail mit diesem Textblock von Domainfactory gekriegt zu haben. Einer schrieb, er habe anlässlich der Sicherheitslücke letztens eine fristlose Kündigung ausgesprochen und sei damit (für ihn überraschend) anstandslos durchgekommen.
Weil das Finanzamt Leute abstraft, die weniger hohe Mieten verlangen!
Über eine Million Mark, dann Euro, steckte Hausbesitzer Fischer in die Modernisierung seines Eigentums. 20 Prozent übernahm das Denkmalschutzamt. Kleinere Reparaturen machen die Mieter. Viele Nachbarn schrauben ihre Mietforderungen auf bis zu 40 Euro pro Quadratmeter hoch, der Vermieter-Rebell bleibt jedoch bei 12 Euro:Welches Interesse hat denn der Staat daran, die Mieten hochzutreiben, fragt ihr euch jetzt vielleicht? Nun, ganz einfach!"Wenn bei mir ein Kind geboren worden ist, dann habe ich die Miete um 50 Euro, früher waren es 100 Mark, reduziert. Da habe ich schon Schwierigkeiten gekriegt. Der Finanzbeamte hat gesagt, ich kriege eine Anzeige, da habe ich gesagt, ja da freue ich mich schon drauf."
An den exorbitanten Mieterhöhungen in München verdiene vor allem der Staat. Bezahlbares Wohnen sei aus steuerlicher Sicht gar nicht erwünscht:ACH NEE! (Danke, Frank)"Wir haben die Einnahmen des Fiskus aus den Münchner Mieten mal hochgerechnet. Wir kommen hier auf eine Milliarde Euro pro Jahr, die der Fiskus allein von den Münchner Wohnungsvermietern einnimmt."
Tja, liebe "Zeit", so kann man sich aus dem Diskurs schießen. Ich frage mich ja eh, wieso die gute Frau Uebel das ausgerechnet in dem Presseorgan publiziert hat, deren Chefredakteur Joffe "Die Anstalt" verklagt hat. Nach so einer Aktion arbeitet man doch nicht mehr mit so jemandem zusammen? Und auch inhaltlich packt die "Zeit" ja immer mehr political correctness und virtue signaling in ihre Artikel, je neokonservativer ihre Inhalte werden. Wahrscheinlich damit man das nicht so merkt. Gerade aktuell: Was über Sklaven in den USA, was über Führungsfrauen in der Bundesregierung, was über Seehofers 69 Flüchtlinge, eine Tonne Fußball (Höhepunkt: Iranerinnen im Stadion), was über Homosexualität im Film. Ein bisschen Bashing gegen die "infame Rhetorik" der CSU in Bayern. Da merkt man gar nicht, dass die Berichterstattung über die Nato Null Kritik oder Opposition an der Nato beinhaltet. Oh und weiter unten ist gar ein Artikel, der explizit fordert, dass Deutschland die Verteidigungsausgaben verdoppeln soll. Weil, äh, Rüstung ist gut für die Wirtschaft!1!! Oder so. Wie wäre es mit der Arm-Reich-Schere im Land? Nein, nein, die "Zeit" will ihr neoliberales Publikum nicht mit liberalen Gedanken verunsichern.
Ich weiß noch, wie meine Eltern früher gelegentlich die Zeit gelesen haben. Die haben mir damals erklärt, das sei eine wichtige liberale Zeitung. Davon stimmt heute nur noch "Zeitung". Wer weiß, wieviel davon damals gestimmt hat.
Update: Sieht so aus, als müsse man nicht von Google kommen. Es reicht, wenn man aus meinem Blog kommt. o_O
Update: Ah, der entscheidende Faktor scheint zu sein, dass man keine Cookies von der Zeit gesetzt hat. Also im Private Mode sein und von mir kommen reicht. Aber man muss von mir kommen und in dem Private Mode noch nicht bei der Zeit gewesen sein. Oder so. Und schon mein Blog muss im Private Mode sein, rechtsklickt und open in private window reicht nicht, sonst wird kein Referer übertragen.
Übrigens hat die "Zeit" jetzt plötzlich doch einen Artikel, der Rüstung in Frage stellt. Bemerkenswertes Timing!
Some immigrant U.S. Army reservists and recruits who enlisted in the military with a promised path to citizenship are being abruptly discharged, the Associated Press has learned.Ja, nee, so haben wir nicht gewettet! Ihr dürft euch gerne für uns umbringen lassen, aber Staatsbürgerschaft kriegt hier nicht!!1!
Wer Aspekte der realen Welt wiedererkennt, kriegt 5 Internet-Gummipunkte!
Das ist für mich die Meldung des Jahres 2018. Das summiert das Jahr bisher perfekt auf.
Der Hinweis kam vom aktuellen Jonathan Pie-Video.
Ja, äh, schade. Money Quote:
"Leopold bringt beste Voraussetzungen mit: große Nachrichtenkompetenz, umfassende Online-Kenntnisse, Freude an der Teamarbeit. Mit ihr wird ARD-aktuell das Profil von tagesschau.de weiter schärfen", sagte der NDR Intendant Lutz Marmor.What the … I don't even …
Was heißt denn bitte "große Nachrichtenkompetenz"? Das hätte ich bei Leuten gesagt, die bei 20 Jahre bei der dpa gearbeitet haben. Aber Buzzfeed!?!?
Und "umfassende Online-Kenntnisse" klingt, als hätten sich die alten Männer bei der Tagesschau gedacht, sie bräuchten sie jemanden, der sich mit Youtube-"Influencing" auskennt. So Social-Media-Selbstpromoter und Publikums-Clickbaiter. Und "Freude an der Teamarbeit" kenne ich nur als Beleidigung, wenn man im Zeugnis was Positives schreiben muss, aber es inhaltlich nichts Gutes zu sagen gibt.
Ich hoffe mal, dass das nur der erste Eindruck ist, der hier so entsetzlich und katastrophal ist.
Update: Oh am Ende steht dann wohl die eigentliche Motivation für die Personalie:
Leopold ist Mitgründerin des Blogs kleinerdrei.org, der für den Grimme Online Award 2014 nominiert wurde.
Wer kleinerdrei nicht kennt: Das ist einer der Pfeiler des deutschen "Netz-Feminismus", bei dem es inhaltlich meinem Eindruck nach im Wesentlichen um Kategorisierung von Menschen im öffentlichen Diskurs nach SJW-Kriterien in gut und böse geht. Hauptsächlich böse.
Daher ist meine erste Assoziation, dass die sich möglicherweise ala "einer meiner besten Freunde ist ein Jude" gegen Twittermobjustiz immunisieren wollen. Aber warum? Haben die jemals Shitstorms aus der Richtung abgekriegt? Weiß das jemand?
Update: Zu Illustrationszwecken hier die aktuellen "Nachrichten" bei Buzzfeed Deutschland:
41 raffinierte Tattoo-Ideen, die sogar deinen Eltern gefallen werden
17 italienische Babynamen, in die du dich sofort verlieben wirst
14 Leute, die komplett und zu 100% recht haben
20 bedrückende Geschichten, die zeigen, warum Frauen Angst haben, Männer zurückzuweisen
17 Hunde, die sich wirklich furchtbar für ihr Betragen schämen sollten
25 wirklich peinliche Dinge, die du beim Feiern in den 2000ern gemacht hast
23 unfassbar ekelhafte Geständnisse, die dich richtig zum Würgen bringen
"Große Nachrichtenkompetenz", ja?
Und aktuelle kleinerdrei-Inhalte sind: Interview Missy-Herausgeberin, "Kann ein Gentest dir helfen, deiner Identität auf die Spur zu kommen", was über Depressionen, "Wie können nichtjüdische Menschen am besten ihre Solidarität mit jüdischen ausdrücken", "Warum ich bei der WM nicht für Deutschland jubele". Oh und was über geplatzte Kondome.
Update: Das mit den Online-Kenntnissen muss man wohl auch in Zweifel ziehen, wenn man sieht, dass solche Tweets hier noch nicht diskret weggelöscht wurden. Das ist ja wohl die Kernkompetenz unter den verlogenen Twitter-Empörten, dass sie ihre Accounts auf Protected schalten, die halbe Welt bannen und ihre peinlichen Tweets löschen.
Update: Oh und dann war da noch dieses peinliche Kapitel.
Most of the full courses I handled were business or marketing ones; science students tend to want to do their own work.Alle Vorurteile bestätigt.Und Viertens: Sie hat jetzt einen richten Job. Das Knowhow für den richtigen Job hat sie beim Paper-Schreiben für andere gelernt. Ich habe noch nie Papers für andere geschrieben, das die Grundidee kann ich bestätigen. Ich habe meine libc auch nicht geschrieben, damit ich eine libc habe (obwohl das ein schöner Seiteneffekt ist). Ich habe die geschrieben, damit ich das Problemumfeld verstanden habe. Und das habe ich jetzt. Genau so mit dem Webserver und dem LDAP-Server. Du merkst, ob du etwas verstanden hast, wenn du es jemand anderem erklären konntest. Und Programmieren ist ja am Ende wie jemand anderem was erklären, nur dass derjenige sehr maschinenlesbare Erklärungen braucht. :-)
Ich treffe immer wieder Leute, die denken, man programmiert Open Source-Software, um Teil einer Community zu sein. Oder um am Ende die Software zu haben. Nein. Du programmierst, damit du am Ende das Problem verstanden hast.
Ich habe in meiner Karriere ein-zwei Mal Quellcode bei Plattenausfällen oder versehentlichem Löschen verloren. Das fühlt sich an wie eine Katastrophe, ist es aber nicht. Wenn du für die erste Version ein Jahr brauchtest, geht das nochmal hinschreiben in 1-2 Monaten. Denn diesmal hast du ja das Problemfeld verstanden. DAS ist die eigentliche Währung im Leben. Problemfelder verstanden haben.
Der Text lohnt sich aber in Gänze, da jagt ein Kracher den nächsten.
Die Top Story, "Why Women Don't Code", lohnt sich auch. (Danke, Jens)
Könnt ihr nicht? Nicht mal die "Welt" kann das. Wow.
Die Lage ist apokalyptisch für die CDU, wenn nicht mal die Welt was zum jubelpersern findet.
Die Älteren unter euch werden sich noch an PKZIP erinnern, und den Erfinder von Deflate, Phil Katz. Phil war Amerikaner und hat den Scheiß patentiert, aber war schlecht beraten und hat nur genau das Verfahren patentiert, nicht Variationen davon. Daher gab es zlib und gzip, die sind eine Variation davon. Phil Katz starb vor ein paar Jahren, angeblich verschuldet.
Ein anderes bahnbrechendes Verfahren in der Datenkompression ist arithmetische Kompression. Das war patentiert, also hat es in der Praxis kaum jemand verwendet, bis das Patent auslief.
Jarek Duda hat sich entschieden, seinen Durchbruch explizit nicht zu patentieren sondern das der Public Domain zu übergeben, d.h. alle dürfen es verwenden, es ist gemeinfrei und gehört der Öffentlichkeit. Daher sage ich: Der Mann ist ein Held. Ein ungesungener Held, leider.
Und, wie sich rausstellt, nur weil er das 2014 gemeinfrei gemacht hat, heißt das nicht, dass nicht eine stinkenden Kapitalistenklitsche wie Google losrennt und anderer Leute Public Domain zu patentieren versucht. Sorry, Google, aber von allen Arschloch-Moves auf der Welt ist das einer der ganz, GANZ großen. Das ist noch drei Größenordnungen arschlochiger als die Daten der Welt sammeln und für Werbe-Targeting verwenden. Euer Ruf ist jetzt so verschlissen, das kriegt ihr nie wieder repariert.
Darauf angesprochen meint Google übrigens:
"Google has a long-term and continuing commitment to royalty-free, open source codecs (e.g., VP8, VP9, and AV1) all of which are licensed on permissive royalty-free terms, and this patent would be similarly licensed."Jaja, commitment, kennen wir schon. Bestimmt wollten sie uns nur schützen! Damit keiner der Bösen das patentiert!1!!Ja nee, Google, so läuft das nicht.
Duda isn't convinced, though. "We can hope for their goodwill; however, there are no guarantees," he said in an email to Ars. "Patents licensed in 'permissive royalty-free terms' usually have a catch."Ja, äh, wenn das permissive und royalty-free ist, wieso patentiert ihr es denn dann überhaupt?Das US-Patentrecht hat für sowas recht klare Regeln. Wenn das vorher irgendwo dokumentiert war, ist das Prior Art und invalidiert das Patent. Insofern ist das jetzt eine klare Sache, nur dass halt jemand Kohle in die Hand nehmen muss in den USA, um dieses Patent aktiv zu bekämpfen. Google hofft anscheinend, dass das niemand tun wird.
Update: Xiphmont glaubt, das könne ein Fall von "gleichzeitig von mehreren Leuten erfunden" sein.
täglich bekommen wir Anrufe und Nachrichten über Abmahnungen die Sie angeblich durch uns erhalten haben.Wir haben dies nie in Auftrag gegeben. Die Kanzlei ist auch nicht im Besitz einer Vollmacht und wir haben auch noch nie mit ihr gearbeitet.
Weiter ist alleine schon der angebliche Wettbewerbsvorteil völlig haltlos. Wir bitten Sie daher um Nachsicht und um Verständnis für unsere Situation als Unternehmen.
Sie haben von uns nicht zu befürchten.
Gut, das ist jetzt kein schlimmes Problem. Man kann eine PGP-Nachricht erzeugen, bei der die Signatur Verschlüsselung den eigentlichen Inhalt nicht umschließt, der als Plaintext (gut, innerhalb des ASCII Armor) liegt. Diesmal hat das nichts mit MIME-Handling zu tun, das geht auch mit uuencoded old-style PGP-Mail.
Die Auswirkungen sind eher gering. Aber es zeigt, dass man da mal einen blubbernden Sumpf trockenlegen sollte.
Update: Geht nur um Verschlüsselung, nicht um Signatur. Und wenn ihr euch jetzt fragt, wer so blöde wäre, Mails zu verschlüsseln aber nicht zu signieren: FAST FUCKING ALLE. Ich rege mich da seit Jahren drüber auf. Leute, signiert euren Scheiß. Schon rein pragmatisch. Wenn ihr es tut, steht in der Signatur eure PGP-KeyID drin, und mit der kann ich dann den Rückweg verschlüsseln. Wenn ihr mir eine verschlüsselte Mail schickt und die ist nicht signiert und ich habe euren Schlüssel nicht schon, dann kriegt ihr keine Antwort. Warum nehm ich nicht einfach den Schlüssel vom Keyserver? Weil da Leute Bullshit-Keys hochladen, u.a. gibt es für meinen Namen und meine E-Mail-Adresse verschiedene Fake-Keys. Damit kann ein Angreifer nicht viel machen, denn die Mail geht ja immer noch an mich, nicht an ihn. Es ist echt beschämend, dass die Keyserver da überhaupt keine Handhabe für vorsehen. (Danke, Stefan)
Europäische Banken müssten Überweisungen aus und in den Iran garantieren - im privaten Geldverkehr, wie auch für staatliche Firmen. Außerdem will die iranische Führung auf keinen Fall sein eigenes Raketenprogramm neu diskutieren, das vor allem Israel als eine Art Kriegserklärung betrachtet.Ja gut, oder aber ihr kriegt von uns den Finger und könnt das mit den USA und Israel weiter "verhandeln". Viel Erfolg!Ein weiterer wichtiger Punkt für den Iran sind die Öl-Exporte. "Europa muss dem Iran den Öl-Export voll garantieren", sagt Khamenei. "Das heißt, wenn die USA auf unseren Öl-Export ihr Embargo verhängen, müssen die Europäer das von der Iranischen Republik gewünschte Exportvolumen garantieren."
Die aktuelle Entwicklung war ja, dass Trump wutschnaubend die Gespräche in Singapur abgesagt hat, als klar wurde, dass Nordkorea nur seine Nukes abgeben will, wenn die USA auch ihre Nukes abgeben. Kim hat Trump überhaupt nur involviert gekriegt, weil er wusste, dass Trump neidisch auf den Friedensnobelpreis ist, den Obama gekriegt hat, und was Obama gekriegt hat, muss Trump auch kriegen.
Tja und jetzt? Jetzt gab es heute plötzlich die Nachricht, dass sich Nord- und Südkorea nochmal überraschend in der DMZ getroffen haben, und es gab sogar Bilder von einer Umarmung der Staatschefs. Und da muss Trump dann von seiner Absage zurückrudern und das Weiße Haus schickt schnell eine Delegation nach Singapur, falls das Treffen doch stattfindet. Wie krass.
Wie so ein ungezogener kleiner Rotzbengel wird der Trump da an der Leine rumgeführt. Eine Karikatur der letzten Tage zeigte, wie Kim Trump wie einen Esel durch die Gegend führt, mit einer Angel, an dem vorne ein Nobelpreis hängt.
Das kreuzt bei mir langsam den Schadenfreude-Bereich und geht in Mitleid über. Ich kann das kaum mit ansehen.
Und? Nach all der Terrorpanik in den letzten Tagen fragt ihr euch vielleicht, ob es schon die ersten Toten gibt.
Ja, gibt es. Die LA Times und alle anderen Publikationen von Tronc sind jetzt aus der EU nicht mehr abrufbar.
Aber hey, auch wenn die Datenschutzbehörden jetzt unter ihrer Last zusammenbrechen werden und keinerlei Verfahren lostreten können, weil sie unter einer Flut begraben werden, dann ist doch zumindest auf einen Verlass: Auf Max Schrems. Der nutzt die GDPR nicht nur gegen Facebook sondern endlich auch gegen Android!
Three complaints worth €3.9 billion were filed in the early hours of Friday morning against Facebook and two subsidiaries, WhatsApp and Instagram via data regulators in Austria, Belgium and Hamburg. Another complaint worth €3.7 billion was filed with French data protection authority France CNIL in the case of Google’s Android operating system.Bei Facebook beklagt er sich natürlich darüber, dass die ihren Usern halt die Pistole auf die Brust setzen, friss unsere Datenerhebung oder du kannst deinen Account nicht mehr benutzen. Und das ist grob auch die Beschwerde gegen Android:In the case of Google’s Android operating system, the noyb complaint says users of a new phone with the Android operating system are bounced into the Google ecosystem.“There was no option to use the phone without consenting,” it adds, something the privacy group claims is a breach of GDPR informed consent rules.
Das habe ich auch so verstanden. Freut mich sehr, wenn da gleich mal jemand Butter bei die Fische macht.Primärquelle: noyb.eu.
Nur falls das jemand noch nicht mitgekriegt hatte.
Oh und nur weil man Bestandskunde ist, heißt das nicht, dass man ohne explizite Einwilligung bespammt werden darf. Die Einwilligung darf nicht Opt-Out sein, und wie gesagt auch nicht an den Vertragsabschluss gekoppelt sein.
Ich gehe davon aus, dass das Spamvolumen aus Europa drastisch abnehmen wird.
31.
Einunddreißig.
Nein, wirklich! "Telemetrie", nehme ich an, ja, Microsoft?
Die haben echt den Schuss nicht gehört. Wieso klagt das eigentlich nicht mal ein Verbraucherschützer durch, dass online-only Anwendungen ein Mangel und ein Fall für Geld zurück sind? Bei Skype kann man das vielleicht noch verargumentieren, aber bei Word?!
Und dann in Phase 2 mal die ganzen Telemetrie-Datenkranken wegklagen. Nein, ihr braucht keine Telemtrie von mir. Weder Firefox noch Thunderbird noch Windows noch sonstirgendjemand. Wer nicht fragt oder von meiner Zustimmung die Funktionalität der Software abhängig macht, hat den Untergang verdient. Und wer Opt-Out macht, den mögen die Datenschützer holen. Wo bleiben die Verbraucherschützer eigentlich an der Front? Haben die alle nicht mitgekriegt, dass viele Leute heutzutage mit Software arbeiten?
BadMatch (invalid parameter attributes)ab. Ich habe den vim-Leuten einen Bug gemeldet, aber die konnten das auf ihren 32-bit-Systemen nicht nachvollziehen. Das scheint auch nur mit gtk+3 aufzutreten. Mein Verständnis von X11 ist, dass die Fehlermeldung asynchron reinkommt. Früher konnte man per Environment-Variable die Verarbeitung von asynchron auf synchron umstellen und dann kracht es direkt bei der Operation, die den Fehler verursacht. Das scheint aber nicht mehr zu gehen. Und jetzt weiß ich nicht, wie man sowas am geschicktesten debuggen würde. Falls das jemand weiß, würde ich mich über eine Mail freuen.
Vim: Got X error
Vim: Finished.
Update: Es kamen mehrere Tipps rein. Eine Empfehlung war xtrace, aber das hat bei mir zwar gvim gestartet aber keinen Trace ausgegeben. Eine andere Empfehlung war xtruss, damit kommt gvim aber gar nicht erst richtig hoch sondern failed mit einer "not supported" GDK-Fehlermeldung irgendwo wegen Shared Memory nehme ich an. Dann empfahl jemand xscope, und damit habe ich in der Tat einen Dump extrahiert gekriegt. In dem Dump sieht man, dass der X-Server dem gvim einen ungültigen Event-Typen zurückliefert. Ich vermute, dass das von fvwm kommt. Um diese Hypothese zu testen, habe ich twm genommen, wo das nicht passiert, aber twm unterstützt auch keine pixmaps mit Transparenz, also habe ich auch nochmal jwm installiert, und damit geht Minimieren und Restaurieren von gvim. Ich glaube jetzt also, dass das ein fvwm-Bug ist und habe bei denen einen Bug gefiled. Danke für die Hilfe!
Update: Oh und ich habe rausgefunden, dass man per gdb eine globale Variable setzen kann, um aus synchron zu schalten. Wenn ich das tue, tritt der Fehler nicht auf :-(
It went on to stress that attendees can wear "what they want" and "express their gender how they please", but that "self-described drag acts" would not be allowed to perform.Großartiger Meilenstein bei den Oppression Olympics! Mal sehen, ob das noch jemand getoppt kriegt.Update: Das ist übrigens von 2015 und die haben sich auch wieder eingekriegt.
Das ist ja jetzt der Goldstandard. Zuckerberg hat sich wortreich entschuldigt (aber es natürlich verkackt), und jetzt: Die Pharma-Bosse sind unfassbar traurig, dass sie die Opioid-Abhängigkeits-Epidemie in den USA verursacht haben. Rückblickend hätte man da vielleicht früher … NEIN, WIRKLICH?!
Cardinal Health Executive Chairman George Barrett said he is sorry that the company did not act faster to impede the shipping of millions of hydrocodone and oxycodone pills to two small pharmacies in West Virginia.Wir haben leider nicht mitgekriegt, wie viele Menschen wir getötet haben, weil wir mit Geldzählen beschäftigt waren.
Ja, die Gun Lobby. Die, die vorgeschlagen haben, doch die Lehrer zu bewaffnen, um der Schießereien an Schulen Herr zu werden. Ja, die. Die haben einen neuen Präsidenten.
Kommt ihr NIE drauf!
Was würdet ihr euch denn wünschen, wenn ihr Comedy machen müsstet?
Oliver North. Ja, DER Oliver North. Der Typ, der bei der Iran-Contra-Affäre klandestin Waffen an den Iran verkauft hat, ja, DEN Iran, Waffen verkauft, die US-Regierung, Oliver North, um mit den Erlösen Waffen für die Contras in Nicaragua zu kaufen, damit die dort Revolution machen können gegen die sozialistische sandinistische Regierung. Oh und damit die Waffenschmuggelflieger nach Nicaragua nicht leer zurückfliegen, hat die CIA mit ihnen Kokain in die USA geschmuggelt und damit andere ihrer finsteren Machenschaften bezahlt.
Und der Haupttäter, den sie dafür vor Gericht dran gekriegt haben, war Oliver North, u.a. weil er Beweis-E-Mails der Reagan-Regierung zu löschen versucht hatte. Aber wegen eines Verfahrensfehlers mussten sie ihn laufen lassen.
Der Mann ist heute Fox-News-Kommentator. Ja, ich weiß. Arsch auf Eimer. Und jetzt halt auch Präsident der NRA.
Ich wünschte, ich würde mir das alles ausdenken.
Oh, die anderen Täter hat George H. W. Bush begnadigt. Ja, der alte Bush. Der Geheimdienst-Bush.
Aber hey, die geilste Schlagzeile dazu ist die hier:
Russian-backed terror group selects noted international arms smuggler as its new PresidentAmerica, Fuck yeah!
Es ging (alles Hörensagen ab hier) damit los, dass die einen Stand haben wollten, und das hat die Orga abgelehnt. Die haben der Bundeswehr gesagt, sie können höchstens auf der Bühne debattieren, dann aber nicht die PR-Truppe sondern jemand mit politischer Verantwortung, und wenn sie Leute ins Publikum schicken, dann nicht in Flecktarn sondern höchstens Ausgehuniform. Daraus hat die Bundeswehr dann eine "Ausladung" gemacht in ihrer PR. Die Psyop-Abteilung wollte also auch mal spielen. :-)
Stellt sich raus: Macron wollte der Welt beweisen, dass er Putin militärisch ebenbürtig ist.
Das macht es natürlich um so peinlicher, dass er dann seine Raketen nicht hochgekriegt hat :-) (Danke, Marco)
Aber jetzt sag ich doch was dazu :-)
Es ging damit los, dass sich Colbert darüber lustig machte, dass die nichts getroffen haben. Trump hatte das auf Twitter angesagt, also hat Assad den Kram und die Leute rechtzeitig weggeschafft.
Aber gut, das ist noch nicht lustig genug.
Als nächstes kommt im Krieg immer der Bullshit-Tsunami von beiden Seiten, die der Presse erklären, dass sie gerade haushoch gewonnen haben. Gut, nicht immer, manchmal ist die Lage so schlimm, dass man nichts mehr schönreden kann. Aber die Amis und die Russen haben natürlich rumpropagandisiert. Fangen wir mit den Amis an. Die Amis haben großspurig verkündet, ihre Cruise Missiles seien alle eingeschlagen, bevor die Luftverteidigung der Syrer überhaupt Gegenwehr versucht habe, und dann hätten die Syrer auch bloß zwei Raketen losgeschickt, und die hätten nichts getroffen. Und sie sagen, die Russen hätten gesagt, sie hätten 71 der Cruise Missiles abgefangen.
Naja, wem glaubt man jetzt. Interessant ist an dem Protzen der Amis vor allem, dass die russische Luftabwehr in Syrien ja auch keine signifikante Chance gehabt hätte, irgendwas abzufangen, denn die Cruise Missiles seien so ultra-fortschrittlich gewesen:
It is hardly surprising that Syria's late-Cold War-era air defense systems didn't fare too well against advanced low-observable and maneuverable standoff weapons like the U.S. Joint Air-to-Surface Standoff Missile-Extended Range (JASSM-ER).U.S. JASSM-ER and Tomahawk land-attack cruise missiles, French SCALP, and British Storm Shadow cruise missiles are designed to pose a challenge to adversary interceptors. Air-breathing long-range cruise missiles, because of their ability to fly low and generate a low heat signature in flight, are far from simple for enemy radars to acquire early enough in flight to successfully cue interceptors.
Die sind SO GUT, dass nicht mal die eigenen Luftabwehrsysteme der Amis sie zuverlässig abwehren können!OK, Propaganda halt. Aber jetzt kommt der lustige Teil, wegen dem ich das alles blogge. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat ein Gutachten gemacht, dass die Völkerrechtswidrigkeit des Luftschlags bestätigt, und am Rande in dem Artikel steht dieser Kracher hier:
Nach dem Luftangriff sind dem russischen Militär eigenen Angaben zufolge zwei nicht explodierte Marschflugkörper in die Hände gefallen. Die Waffen seien zur Untersuchung nach Russland gebracht worden. Das sagte eine Quelle im Verteidigungsministerium der Agentur Interfax. Besonders interessant seien die Steuerung und die radarabweisende Oberfläche der gut erhaltenen Marschflugkörper.NEIN!!! HAHAHAHAHAHA, OMG, das wäre ja der Kracher, wenn das stimmt! Ooooh was für ein Eigentor!
Oh und: Wenn man aktuell Diesel kauft, kriegt man Biodiesel. Und der wird nach 90 Tagen schlecht und sollte vorher verbraucht werden oder so. (Danke, Stefan)
Wie sie das wohl hingekriegt haben, dass das keiner gehört hat, dass sie an der Kirchenglocke rumflexen?
Update: Immerhin sind sie mit dem Leak gut umgegangen und hatten ihre Passwörter ordentlich mit bcrypt gehashed, und dann haben sie ihre User schnell informiert, was passiert ist, und was sie tun wollen, um ihre Prozesse zu verbessern. Allerdings schrieb mir ein Leser, dass er mal einen Account hatte und den gelöscht hat und sich von denen schriftlich bestätigen ließ, dass die Daten weg sind. Und der hat dann jetzt trotzdem diese Mail gekriegt.
In den letzten Jahren, und den Gedanken finde ich echt mindblowing, wurden Placebos immer stärker und Medikamente immer schwächer. So und jetzt die Punchline: Nur in den USA werden Placebos stärker! ACH NEE! What the FUCK?!
Woran das liegt, weiß man nicht. Spekulationen gehen von "naja die sehen ständig Medikamentenwerbung und glauben da daher stärker an die Wirksamkeit" bis "die Studien werden heutzutage von Spezialfirmen statt Studenten gemacht, und die betreuen intensiver, was den Placebo-Effekt verstärkt".
Faszinierend!
Jetzt müsste man mal eine Studie in den USA mit zur Hälfte Reisenden aus anderen Ländern und zur anderen Hälfte US-Bürgern machen. Oder so. (Danke, Patric)
Ja, auch in England, aber es gibt da eine schwarze Liste, und wer sich beschwert, der kommt auf die Liste und kriegt nie wieder einen Job in der Branche.
Hmm, woher wissen die denn, wer sich beschwert? Nun, und das wird euch sicher genau so schockieren wie mich: Die Polizei hat die schwarze Liste mitgepflegt.
Workers who complained of safety violations were reported by police spies and prevented from getting another job in the construction industry, an investigation has uncovered.
Hier hat mal jemand eine Übersicht gemacht. Der Typ ist aus Neuseeland, das ist also nicht EU-erkämpft, was der da kriegt. Und er musste auch nicht Bürokratie machen, das war ein Knopf in den Settings. (Danke, Rene)
Wir meinten, äh, keine bis auf die paar Kriegsschiffe hier.
Der Beschluss steht im Kontrast zum Koalitionsvertrag von Union und SPD, in dem sich die Parteien auf einen Exportstopp für alle Länder verständigt haben, "solange diese unmittelbar am Jemen-Krieg beteiligt sind". Doch es gibt eine Ausnahmeregelung: Unternehmen, denen bereits eine Vorgenehmigung erteilt worden war, sollen die vereinbarten Rüstungsgüter liefern dürfen.Wie kommt denn das? Na es geht hier um Arbeitsplätze!1!!
Die Boote werden auf der Lürssen-Werft im vorpommerschen Wolgast gebaut.Oh, Wolgast! Das Wolgast, wo die AfD in der Bundestagswahl mehr Stimmen als die CDU gekriegt hat! Ach soooo, sagt das doch gleich! Das ist natürlich was anderes. Scheiß auf die Toten im Jemen, es geht hier um CDU-Stimmen in Merkels Herkunftsbundesland!
„Niemand müsste in Deutschland hungern, wenn es die Tafeln nicht gäbe.“ Deutschland habe „eines der besten Sozialsysteme der Welt“. Mit Hartz IV habe „jeder das, was er zum Leben braucht“. Der Funke Mediengruppe hatte der CDU-Politiker zudem gesagt, Hartz IV bedeute nicht Armut, sondern sei die Antwort der Solidargemeinschaft auf Armut. Er fügte hinzu: „Mehr wäre immer besser, aber wir dürfen nicht vergessen, dass andere über ihre Steuern diese Leistungen bezahlen.“Der Aufschrei war groß, alle zerrissen sich das Maul, auch ich habe Mail dazu gekriegt. Ich halte den Spahn nicht für böse. Der hat nur in seinem Leben noch nie Armut erlebt oder gesehen. Wenn der mal ein Obdachlosenasyl besuchen würde, oder eine Tafel, und zwar ohne Ankündigung und ohne Begleitung und ohne Bodyguards, nur er und die Leute da, dann wäre der anders drauf.
Ich finde, man muss da vorsichtig und zurückhaltend mit dem Schimpfen sein. Klar war das keine sensible Äußerung und inhaltlich verwerflich. Aber seine Haltung ist eine natürlich menschliche Reaktion. Ich habe ja eine eigene Firma und kann daher sowohl sehen, wieviel die Firma zahlt, und wieviel auf meinem Konto ankommt. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich in der Schule erzählt bekam, dass die Kirchen im Mittelalter "den Zehnten" einforderten. 10% wollten die haben! Einfach so! 10%! Ich fiel aus allen Wolken. Das Konzept der Steuern war mir noch nicht bekannt. 10% fand ich absolut krass überzogen viel. Ich weiß nicht, was ich so gedacht hatte, wieviel man so Steuern zahlt, aber 10% fand ich absolut krass. Als mein Vater mir dann erzählte, der Spitzensteuersatz läge bei über 50%, bin ich fast umgekippt.
Ich bin mir sicher: Niemand findet das in Ordnung, wenn er was leistet, dafür bezahlt wird, und dann kommt jemand anderes und greift ins Säckel und nimmt die Hälfte weg.
Das rationalisiert man sich dann irgendwie zurecht, damit man weitermachen kann.
Meine Rationalisierung war: Davon werden die Straßen repariert. Dann fiel mir auf, in welchem Zustand unsere Straßen sind.
Die nächste Rationalisierung war: Davon wird den Armen geholfen. Niemand muss bei uns hungern oder sterben, wenn er krank ist, und sich keine Krankenversicherung leisten konnte. Das kostet viel Geld!
So und mit dieser Brille wird der Spahn jetzt darauf angesprochen, dass Hartz IV ja nicht reicht. Der denkt doch dann nicht darüber nach, wieviel Geld Hartz IV auszahlt, sondern wieviel Steuern er jetzt schon zahlt. Das "das reicht" bezieht sich doch nicht wirklich darauf, ob das für die Hartzer reicht, sondern ob ihm das reicht. Und ihm reicht das, dass soviel Kohle abgeht.
Das ist glaube ich sogar unabhängig davon, wieviel Geld tatsächlich abgeht. Die Amis sind auch immer wieder massiv unzufrieden damit, wieviel Steuern sie zahlen müssen, und die zahlen die Hälfte von uns! Außer Warren Buffet und Bill Gates findet niemand, dass man die Steuern ruhig mal ein bisschen erhöhen könnte.
Insofern nicht den Spahn anfeinden, sondern ihn mal an der Hand nehmen und mit ihm zu einer Tafel gehen, unangemeldet, verkleidet am besten. Sich in die Schlange stellen. Das mal auf sich wirken lassen.
Ich kam gerade drauf, weil es zu der Sache doch recht unterhaltsamen Internet-Humor gab :-)
Die schlechte Nachricht: Sie hat einen Folterknast betrieben und Beweise vernichtet.
Irgendwas ist ja immer!
Europa möchte gerne eine Energiewende machen, um die Versprechen des Klimaschutzes umzusetzen. Aber sie möchten gerne kein Geld in die Hand nehmen müssen.
Hey, könnte man da nicht die Versicherungen dazu kriegen, dsas die mit ihrer Kohle unsere Energiewende bezahlen?
Nein, denn Versicherungen dürfen ihr Geld nicht einfach irgendwo investieren, die müssen strenge Risikobewertungen vorlegen, und das Investment in erneuerbare Energien ist dank unserer verkackten Politik eher riskant, weil die Hersteller nach China abgewandert sind und die Preise volatil sind.
Hmm. Hmm. Hey, ich habe eine Idee! Wir ändern das Risiko-Klassifikationsschema, damit "die Welt geht wegen Klimawandel unter" als Risiko auffasst, und quasi Investment in erneuerbare Energien sozusagen eine negative Risikobewertung kriegt.
Hmm. Was wenn die Finanzbranche trotzdem nicht mitmacht? Vielleicht sollten wir denen noch einen Kuhhandel anbieten! Oh ja, ich weiß!
Ein zweiter Aktionsplan verfolgt das Ziel, Europa zum „globalen Fintech-Zentrum“ zu machen.Ich fürchte, da haben sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Fintech sind nicht Freund sondern Feind der Finanzbranche. Die ziehen den Banken die Kunden ab, verlangen keine Gebühren, und wenn sie dann Konkurs anmelden, dann haben die Kunden an ihre alten Banken auch die Erwartungshaltung, dass alles kostenlos ist! (Danke, Jan)
Im Jahre 2018 alleine sind es 367 Millionen Dollar. Hier ist, wie der Zuständige das rechtfertigt:
Defense Undersecretary and Comptroller David Norquist […] said the price of $367 million in contract audit costs just in fiscal 2018 is about 1/30th of 1 percent of the Pentagon’s budget. That is “less than what Fortune 100 companies such as General Electric, Proctor & Gamble and International Business Machines Corp. pay their auditors,” he said.Öhm… WTF?!Eigentlich hätte das Pentagon seit 1990 ordentliche Audits veröffentlichen müssen, aber hat es die ganze Zeit verkackt.
Anyway, wenn wir mal annehmen, dass das halt so viel kostet, dann stellt sich vielleicht der Eine oder Andere von euch vor, dass sich das ja gar nicht lohnt dann. Doch. Denn es gibt jedes Jahr so Geschichten wie die hier oder die hier. Oder die hier. Die Abweichungen in deren Buchhaltung wird in "trillion" gemessen, d.h. Billionen. Da kann man dann auch mal ne Milliarde locker machen.
Daraufhin schossen die Theorien ins Feld. Das sei der FAZ zu rechts gewesen, war eine davon. Das ist natürlich absurd. Guckt nur mal in den Politik- oder Wirtschaftsteil. Zu rechts, haha, der FAZ, haha. Ich sage nur Jasper von Altenbockum. Zu rechts!! Lächerlich.
Zu viel Stress mit der Netzcommunity, war eine andere Theorie. Das ist natürlich auch absurd. In dem Gewerbe misst man Erfolg über Zugriffe und Kommentare. Daher machen viele Publikationen absichtlich nur noch pseudo-kontroverse Sachen, weil das mehr Klicks bringt. Und diese Blogs waren AFAIK in Spitzenzeiten für über ein Viertel der FAZ-Aktivität verantwortlich. Oder so. Nagelt mich darauf nicht fest. Das war es also auch nicht.
Tja, was dann? Irgendwelche internen Ränkespiele? Der neue Chef muss sich beweisen? Neue Besen kehren gut? Mehr als Spekulation habe ich da auch nicht, daher habe ich nichts gesagt. Aber jetzt gibt es von Don Alphonso selbst einen einordnenden Blogbeitrag. Wer also Fragen hat, kann den ja mal lesen.
Update: Ist ja auch geil. Erst werde ich angepupt, weil ich auf Don Alphonso gelinkt habe, dann weil sein Server zusammenbrach nach einem Link von mir. Könnt ihr euch mal einigen?
Die Erbin aber habe keine Änderungen gewollt.Na dann ist das ja jetzt geklärt. Gut, dass wir keine Remix-Kultur haben. Nicht auszudenken, wenn jemand einfach so korrigierte Fassungen rausbringen könnte.
Da wären die Gefühle einer Witwe bedroht. Und vermutlich die Einnahmen, wenn die Leute nur noch die korrigierte Version kaufen.
Mir hat ja noch keiner erklären können, wieso eigentlich Nachfahren eines Künstlers Geld für das Werk ihres Vorfahren bekommen sollten. Ich finde das zutiefst ungerecht (genau so ungerecht wie das Vererben von Reichtum generell). Kriegen die Nachfahren des Müllmanns Geld für die Arbeit ihrer Vorfahren? Wie ist es mit den Nachfahren von jemandem, der ein Gebäude oder eine Brücke gebaut hat? Ein Maschinenbauer? Sogar Parlementsabgeordnete, denen sonst keine Selbstbereicherung zu schamlos ist, haben für ihre Nachfahren keine solche Regelung eingeführt. Meine Familie kriegt auch nichts, wenn ich vom Bus überfahren werde.
Update: Oh wow, ein Leser erklärt:
wenn der jemand auch der architekt war: jepp, da ist das genauso.
architekten haben ein copyright auf ihre werke, also die gebäude, die aus ihren entwürfen entstehen. und jepp, das copyright wird vererbt und gilt 70 jahre nach dem tod des architekten. ich habe in frankfurt mal einem hochhaus gearbeitet, auf dessen dach wir keine parabolantenne stellen konnten, weil die witwe des architekten dagegen einspruch eingelegt hat (die begründung war, dass die antenne die silhoutte des gebäudes verändert hätte).
Update: Ein Leser hat noch mehr Beispiele:
Das Drama um die verbesserte "Ulysses"-Übersetzung und ihre Blockierung durch Erben des verstorbenen Originalübersetzers, ist überhaupt nicht neu. Ich bin Literaturwissenschaftler und kenne diese Materie daher gut. Drei bekannte Fälle:
- In den 90ern verhinderten die Erben des französischen Schriftstellers Raymond Queneau (Autor u.a. von "Zazie in der Metro") Web-Versionen seiner "100,000 Milliarden Gedichte". Queneau war Mitglied von Oulipo, einer Gruppe von Dichtern und Mathematikern, die in den frühren 60er Jahren Pioniere auf dem Gebiet der Computerdichtung waren. Die "100,000 Milliarden Gedichten" waren Sonette - also vierzehnzeilige Gedichte - bei denen jeder Vers/jede Zeile beliebig zwischen zehn Alternativen gewählt werden konnte, was 10 hoch 14 mögliche Gedichtvariationen erlaubt. Im Buchdruck wurde das durch aufgeschlitzte Zeilen realisiert. Natürlich funktionierte das im Web viel besser, was aber nicht sein durfte.
- Der im spanische Dichter Federico Garcia Lorca hat in Deutschland völlig zu Unrecht einen folkloristisch-romantischen Ruf. Das lag an der hundsmiserablen deutschen Übersetzung seiner Gedichte durch einen verhinderten Romantiken, der "den klaren Stil von Lorca mit seinen eigenen dichterischen, aber erfolglosen Bestrebungen" zutünchte: "'Mädchen' wurden zu 'Mägdelein', 'Erbrechen' zu 'Gespei' und die 'fette Frau' zum 'feisten Weib'".
Daran änderte sich zwischen 1936 (der Ermordung Garcia Lorcas im spanischen Bürgerkrieg) und 2006 nichts, weil die spanischen Erben Lorcas auf der bestehenden deutschen Übersetzung bestanden. Erst nach Ablauf der Urheberrechte konnten vernünftige Neuübersetzungen erscheinen, aber da war der Ruf Lorcas in Deutschland gewissermaßen schon ruiniert.
- Der bekannteste Fall ist Franz Kafka, der Zeit seines Lebens nur wenige seiner Kurzgeschichtem publizierte und den größten Teil seines Werks - darunter seine drei Romane - unveröffentlicht nachgelassen hatte. Hier ist die Materie noch komplexer: Kafka beauftragte seinen besten Freund, den Schriftsteller Max Brod, alle unveröffentlichten Manuskripte zu verbrennen. Brod hielt sich glücklicherweise nicht daran und gab die Werke heraus. Allerdings griff er redaktionell stark in die Texte ein, weil er versuchte, ihren fragmentarischen Charakter abzuschleifen. Das ging so weit, dass er beim Roman "Der Prozess" die Reihenfolge der Kapitel selbst bestimmte, einige Kapitel aus den Manuskripten wegließ und sogar die Zahl der Personen, die die Hauptfigur zu ihrer Hinrichtung begleiten, von drei auf zwei reduzierte. Beim Roman "Der Verschollene" veränderte er den Titel zu "Amerika". Bis heute basieren die meisten Kafka-Ausgaben auf Max Brods Edition der Texte. Erst nachdem im Jahr 1994 die Urheberrechte an Kafkas Werk abgelaufen waren, konnten kritisch revidierte Editionen erscheinen. Eine davon war übrigens ausgerechnet von Roland Reuß, der heute - Ironie der Geschichte - der fanatischste Bekämpfer von Open Access geworden ist (mit einschlägigen Appellen und Artikel u.a. in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung).
(Danke, Burkhard)
Nun, in der Praxis läuft das nicht so gut wie er sich das dachte. (Danke, Philipp)
Vor allem: Wenn Siggi jetzt Außenminister bleibt, ist der doch von Anfang an eine tragische Figur. Den kann doch niemand mehr ernst nehmen nach seinem Rumgewinsel. Der ist doch jetzt der Trump der SPD! Verhält sich wie ein Kleinkind, das nicht verlieren kann, und alle müssen Rücksicht auf seine verletzten Gefühle nehmen. Völlig untragbar als Außenminister!
Schon eine tolle Partei, diese SPD. Und so sozial auch!
Update: Ein Einsender korrigiert:
Eigentlich war es anders: Seine verabredeten 5 Jahre als Präsident des Europäischen Parlaments waren vorbei. Er war dann Spitzenkandidat bei der EU-Wahl (gegen Juncker) mit dem Versprechen, dass der Gewinner Kommissionspräsident wird. Schulz verlor mit den Sozialisten, Juncker wurde Kommissionspräsident. Schulz wollte dann entgegen allen Absprachen nochmal Parlamentspräsident werden und ist sang- und klanglos gescheitert. Dann kam die Chance in Berlin.
Seine Perspektive wäre einfacher EU-Parlamentarier gewesen - das war Schulz zu wenig...
Auch Aids-Infizierte und Aids-Kranke werden womöglich Zuflucht im befreundeten Inland suchen. Für sie plant Bayern nämlich gesonderte "Wohnprojekte". Aids-Positive und -Kranke sollen, wie schwerkriminelle Serientäter oder Geisteskranke, die als gemeingefährlich gelten, vom Rest der Gesellschaft separiert und, so der (CDU-Bundestagsabgeordnete Horst Seehofer, in "speziellen Heimen" konzentriert werden. Begründung: Eine Pflege der Aids-Patienten in teuren Krankenhäusern sei auf Dauer gar nicht zu finanzieren.Ja, DER Seehofer! Dass der das damals überhaupt politisch überlebt hat, zeigt, was für ein Bundesland dieses Bayern ist. Das ist ja eine Sache, wenn so ein Triebtäter in Bayern herummarodiert. Aber Innenminister!? Oh. Mein. Gott.
Update: Habt ihr eigentlich mitgekriegt, dass das Ministerium jetzt nicht mehr nur für Inneres sondern für Inneres und Heimat heißt? Nein, wirklich! Ich weiß ja nicht, wie euch das geht, aber wenn ich Horst und Heimat höre, denke ich Wessel.
Anfang dieser Woche meldeten sich weibliche Spieldesigner und Akademiker wie Brianna Wu, Jennifer Scheurle, Jen Allaway und Gillian Smith per Twitter zu Wort. Sie monierten, dass Bushnell in seiner Atari-Zeit ein schlimmer Finger gewesen sei. Genauer: ein Sexist, der unter anderem Projekte seiner Firma mit weiblichen Codenamen bezeichnet habe. Laut eines Playboy-Interviews hieß Pong intern beispielsweise Darlene, nach einer "von allen geliebten Mitarbeiterin mit toller Taille und noch tollerer Oberweite".DAS IST JA FURCHTBAR! Weibliche Codenamen für Spiele?! Auf den Scheiterhaufen mit ihm!
Lange nicht mehr las ich etwas so herzzerreißendes wie dieses tränendrüsenstimulierende Winsel-Posting des "founder and chairman of MPEG", die die Welt über die letzten 35 Jahre mit ihrer Patent-Scheiße in Geiselhaft genommen haben. Und die gerade merken, dass ihr Businessmodell tot ist, denn bei Audio gibt es was besseres und lizenzfreies (Opus) und bei Video demnächst auch, denn Google und Mozilla haben die Schnauze genauso gestrichen voll gehabt wie alle anderen.
Google hat daraufhin die Firma hinter VP8 gekauft und VP9 gestartet, und Mozilla hat den Leuten hinter Xiph.org (denen wir Vorbis und Opus zu verdanken haben!) finanziell unter die Arme gegriffen, und Cisco ist dann auch noch aufgesprungen und jetzt gibt es die "Alliance for Open Media", und deren Codec AV1 soll demnächst rauskommen. Ich kann es kaum erwarten. Der wird open source und frei benutzbar und für die Implementation fallen keine Patentgebühren an. Und von der Qualität soll es besser als HEVC werden — was übrigens so gut wie tot ist, falls ihr das nicht mitgekriegt habt. Chrome spielt es nicht ab, Microsoft hat den Codec aus Windows 10 geschmissen (kann man wohl noch über den Store nachinstallieren), und dass Nvidia an Bord ist, zeigt, dass die bei ihren Grafikkarten auch keinen Bock haben, diesen unerträglichen Patenttrollsumpf um die MPEG-LA zu finanzieren, nur damit ihre Grafikkarten HEVC beschleunigen dürfen.
Technisch ist HEVC ziemlich cool eigentlich. Wenn AV1 wirklich besser als das wird, dann ist das eine enorme Errungenschaft.
Gut, da ist jetzt nicht weiter draus geworden, das war eher ein innenpolitisches Signal an die Nationalisten. Aber, äh, ich hab das überhaupt nicht mitgekriegt. Ende 2016 gab es schon mal so eine Meldung, hab ich auch nicht mitgekriegt. Wot!?
Update: Mehrere Einsender weisen darauf hin, dass der Text eher so klingt, als hätten alle Studenten mehr Zeit gekriegt. Den Text kann man in der Tat in beide Richtungen lesen, nur die Überschrift sagt recht klar, dass (nur) die Frauen mehr Zeit kriegen. Insofern: Habe ich möglicherweise falsch interpretiert und alle kriegen mehr Zeit.
Update: Auf Nachfrage sagt Oxford, dass die Zeit tatsächlich für alle verlängert wurde. (Danke, Alexandre)
Die FH Potsdam hilft: Social Justice und Diversity Training 2017-2018.
Und zwar nicht von irgendwem!
Leah Carola Czollek, B.A.,Oh wow, es gibt ein eigenes Institut dafür? Aber ja! Highlight:
Leiterin des Instituts Social Justice und Diversity, Ausbilderin
Die durch das Institut ausgebildeten Trainer_innen erwerben die
- Qualifikation zur Durchführung von „Social Justice und Diversity“ Trainings (keine zur Ausbildung), wobei sie selbst für ihre Trainings die Verantwortung übernehmen.
Und was kostet so eine Weiterbildung?
TeilnahmebeitragDafür kriegt man aber 180 Präsenzstunden, das ist also schon nicht mal eben nen halber Tag oder so, das ist ein richtiges Commitment.2.240 €
Der Einsender schlägt die Gründung des von-Leitner-Instituts für Social Justice, Diversity und Gerechtigkeit vor. Ich geh schonmal Drittmittel einwerben! (Danke, Simon)
Wieso nutzen Firmen das eigentlich nicht aus? Firmen geben ein Heidengeld aus, um Mitarbeiter an sich zu binden, damit die nicht nach der Ausbildung woanders hin gehen. Aber bei Software tolerieren die Kreativität- und Lebensfreude-vernichtende Krückenlösungen. Schlechte Stühle, schlechte Tische, Großraumbüros, das hatte ich ja schon in meinem Antipatterns-Vortrag. Aber erweitert das mal auf Software und bürokratische Prozesse. Stellt euch mal vor, in einer Firma funktionieren die Prozesse von alleine, völlig stressfrei. Du brauchst irgendwas? Die Dokumentation ist verfügbar und auffindbar, das Formular fragt dich nicht nach Dingen, die die Firma eh schon über dich weiß, du musst nicht Internet Explorer 8 benutzen, damit die Seite funktioniert, sowas.
Das erstreckt sich auch auf ganz praktische Aspekte bei der Softwareentwicklung.
Normalerweise, wenn ich zum Kunden gehe, vergeht der erste Tag damit, dass die ihre Bürokratie auf die Reihe kriegen. Und das ist der gute Fall, nachdem die schon in Vorarbeit gegangen sind. Das ist nur noch sowas wie Badges abholen, Account aktivieren, Netzwerkzugang kriegen, Zugang zum Quellcode, etc. Aber ich habe einmal erlebt, bei VMware, dass dieser ganze Kram schon fertig war, bzw. "mal eben schnell geklickt wurde" in dem Meeting am Anfang. So ala "Was brauchen wir? Einen Server mit dem Quellcode? Braucht ihr den auf einer festen IP? Wollt ihr Windows mit Visual Studio? Eclipse? Linux? Alles einmal?" und während wir die Frage beantworteten, klickten die da kurz zusammen, Instanzen fuhren irgendwo hoch, und fertig war die Laube.
Na gut, denkt ihr euch jetzt vielleicht, das ist ja auch deren Kerngeschäft. VMs hochfahren. Ja und nein. Ich habe schon Datenbankhersteller erlebt, wo es mehrere Tage dauerte, bis ein Account im System war, und dann nach Abholen des Badges dauerte es nochmal einen Tag, bis das Aktiv-Flag sich durchs System repliziert hatte und man sich auch einloggen konnte. Und das ist noch nicht einer der schlimmsten Fälle. In den meisten Firmen da draußen ist die Infrastruktur in bemitleidenswertem Zustand, und die Leute arrangieren sich einfach damit.
Ich frage mich gerade, ob man das nicht ändern könnte, wenn man da bloß aus einer anderen Perspektive draufguckt. Wenn man das als Maßnahme zur Mitarbeiterbindung sieht. Denn wer einmal in einer Firma war, wo so Lebensqualitätsvernichtungsscheiß nicht mehr vorkommt, der geht doch nie wieder woanders hin! Was meint ihr?
Ich frage mich gerade, ob das jetzt heißt, dass Trump am Ende doch ein guter "deal maker" ist. Das ist zwar ein großer Nachlass, aber Apple stand ja nicht unter Druck, das Geld überhaupt jemals in die USA zurückzuholen.
Das ist übrigens eine effektive Steuerrate von 15,5% für Apple.
Man kann das natürlich auch andersherum sehen. Apple hat gekriegt, was sie eh die ganze Zeit wollten, und Trump ist eingeknickt. Liegt im Auge des Betrachters. Für Trump ist alleine die Schlagzeile natürlich ein großer Sieg.
Update: Ein Leser erklärt:
Trump hat da so eine Art Zwang eingebaut. Bisher war es so, dass das Geld erst versteuert werden muss, wenn es in die USA zurückgeholt wird, jetzt werden die Steuern auf Auslandsgewinne auch fällig, wenn das Geld noch im Ausland lagert. Insofern ist es nutzlos, das Geld noch im Ausland zu lagern, zumal man besser darüber verfügen kann, wenn man es heimholt.
Ein guter Dealmaker ist er deswegen noch lange nicht. Denn erstens ist der Steuersatz jetzt fast lächerlich niedrig, und zweitens sind die zur Zeit kolportierten aufsehenerregenden Summen ein einmaliger Effekt - da werden Gelder zurückgeholt, die sich im Laufe eines Jahrzehnts angesammelt haben. Das wird im laufenden Betrieb also erheblich weniger sein.
Dass IBM ins Minus rutscht, dürfte daran liegen, dass die Abschreibungsmöglichkeiten sich verändert haben... vorher konnte ein Unternehmen seine Steuerlast auf nahezu null drücken, wenn es genug Abschreibungen hatte, das geht nicht mehr, jetzt gibt es einen Mindeststeuersatz, der auch nach Abschreibung nicht unterschritten werden kann. Dementsprechend müssen die Assets dann wohl neu bewertet werden...
Peterson hat unter anderem Vorlesungen von sich auf Youtube veröffentlicht, und deckt von Lebenshilfe (was ich als Selbsthilfe-Ratschläge aus Ratgeber-Büchern im Grabbelkasten neben der Kasse im Buchhandel klassifizieren würde) über Kunstgeschichte und Philosophie ein sehr breites Spektrum ab.
Peterson hat sich aber mit seinem Widerstand gegen ein Gesetz in Kanada Feinde gemacht, das ihm vorschreibt, mit welchen Worten er Transgender-Menschen ansprechen soll. Da wurde er Hardcore-Free-Speech-Advokat und wurde bissig (weil er fand, dass das in einem Gesetz nichts zu suchen hat, und kein Gesetz vorschreiben darf, welche Wörter wir benutzen, nicht weil er was gegen die Pronomen hatte) und seit dem verfolgt ihn ein Lynchmob. Ein paar Blogger in den USA haben ihn dann auch mal interviewt, aber der war bisher nur auf der anderen Seite des Atlantik aktiv. Bis jetzt. Jetzt hat ihn Channel 4 interviewt, das ist der größte Privatfernsehkanal in Großbritannien. Und dieses halbstündige Interview ist eine hervorragende Übung in Medienkompetenz und Journalismus. Ich würde sogar soweit gehen, dass man das jedem Journalisten in der Ausbildung zeigen sollte.
Anlass für seinen Besuch in UK ist wohl ein neues Buch, für das er jetzt die Werbetrommel rührt. Aber für mich ist das ein Zeichen, dass diese gesamte hasserfüllte Lynchmob-Gemengelage jetzt rüberschwappt aus Amerika. Bisher konnte man sich ja ein bisschen zurücklehnen und sich einreden, das sei bloß ein Problem an US-amerikanischen Universitäten. Sowas wie das Google-Memo betraf uns hier in Europa bisher nicht so. Das ist jetzt glaube ich vorbei.
Bei der BBC im Radio war Peterson auch. Es wirkt so, als hätten die Feministen spontan eine Warteschlange gebildet, um sich an ihm abzuarbeiten.
Jedenfalls, warum ich das Channel-4-Video empfehle: Das ist einer der wenigen mir bekannten Fälle, wo ein Akademiker, über dessen Arbeit berichtet wird, daneben sitzt und Gelegenheit hat, jeder Falschdarstellung direkt zu widersprechen. Journalismus versucht häufig, komplexe Zusammenhänge auf einfache Formeln runterzubrechen, damit das Publikum dem folgen kann. Typische journalistische Berichterstattung über Forschungsergebnisse sind aber praktisch immer falsch, weil Dinge falsch zusammengefasst oder unzulässig verkürzt wurden. Journalisten wissen das natürlich, und teilweise wird das ja auch absichtlich gemacht, weil man mit unzulässig zusammengefassten Schlagzeilen wie "Kaffee hilft gegen Krebs" mehr Klicks macht als mit unverständlichen vieldimensionalen Ergebnissen von Studien, die man auf einer Seite Text gar nicht kommuniziert kriegt.
Insofern Hut ab für Channel 4, dass sie die Langfassung des Interviews überhaupt aufgehoben und dann auch noch auf Youtube hochgeladen haben. Man sieht hier sehr schön, wie Journalismus häufig funktioniert, und welche rhetorischen Tricks von Journalisten erwartet werden, weil man ja möchte, dass sie den Interviewten möglichst aus der Reserve holen und konfrontieren.
Wer sich für Journalismus und die Mechanik von Interviews interessiert, sollte sich das anschauen.
Ich persönlich bin ja eher ein Freund von nicht-konfrontativen Interviews. Wenn man den Interviewten die ganze Zeit anpinkelt, kommt am Ende halt eine Serie von "das habe ich so nicht gesagt" raus, damit ist der Zuschauer nicht weiter als vorher. Ich bin ein Freund davon, den Interviewpartner reden zu lassen, ihm möglichst viel Gelegenheit zu geben, sich um Kopf und Kragen zu reden. Wobei das bei Peterson wahrscheinlich auch nicht viel gebracht hätte, der war ja wie man sehen kann exzellent vorbereitet.
Merkt ihr gar nicht, wie sehr ihr Teil des Problems seid, wenn ihr so eine Mail schreibt?!
Maas war gefühlt allen links der CSU links genug, als er das Sexualstrafrecht verschärfte, und als sich die Leute ausmalten, wie sie mit dem NetzDG endlich ihre ganzen Feinde aus dem Internet wegzensieren können.
Ich habe dazu übrigens die Tage ein faszinierendes Video geguckt, wo es um Ekel als Emotion ging. Man würde ja denken, Völkermörder seien von Hass oder Angst getrieben, aber wenn man sich die Rhetorik von Hitler und der NSDAP gegen das Judentum anschaut, dann waren das lauter Ekel-Metaphern. Juden wurden da mit Ungeziefer und Krankheitserregern verglichen, und der Völkermord an ihnen als eine Art Reinigungsmaßnahme verkauft. Der Ekel ist aus meiner Sicht als Emotion und Motivator sehr unterbewertet.
Inhaltlich kann man den Völkermord an den Juden natürlich nicht mit Twitter-Zensurmobs vergleichen, aber schaut euch mal die Vokabeln und die Begründungen an. Schon die Idee, dass man Menschen transitiv ausgrenzen muss (DU hast DEN FEIND retweetet, also musst du jetzt auch auf die Schwarze Liste!1!!) riecht für mich sehr deutlich nach einer Ungeziefer- und Krankheits-Metapher. Alle Befallenen umbringen, sonst stecken sich noch mehr an!1!!
In rechten Zirkeln geht die Metapher sogar noch weiter, und linkes Gedankengut wird direkt als "Krebs" oder so etikettiert.
Also, liebe Leute, hört mal bitte auf, euch zu kloppen, wer jetzt wirklich links ist und wer nur so tut als sei er links. Das ist für die Fragestellung gänzlich irrelevant. Denkt einfach daran, wie so Gruppen-interne Differenzierungs-Ausreden bei den Nazis nach außen wirken, und überlegt euch mal, ob es nicht sein kann, dass eure "aber DER ist doch gar kein echter Linker!1!!"-Ausflüchte von außen genau so aussehen.
Aber der eigentlich Punkt ist ja, dass es völlig egal ist, ob Maas links ist oder nicht. Der Punkt ist, dass vorher klar war, dass das gegen euch verwendet werden wird. Es war so klar, dass ich das im Blog öffentlich angesagt habe. Niemand hat eine Ausrede. Wer vorher nichts dagegen gesagt hat, hat sich schuldig gemacht. Wer nicht aufgemuckt hat, weil er dachte, er sei schon nicht betroffen, das richte sich nur gegen "die Nazis", der hat sich schuldig gemacht und ist außerdem auch noch naiv und sollte sich mal das Niemöller-Gedicht ins Gedächtnis rufen.
Und im Übrigen sollte jeder Wahlberechtigte in diesem Lande Verantwortung für die amtierende Regierung übernehmen. Wir sind der Souverän, wir haben die da hingesetzt. Die handeln in unserem Namen. Scheiß drauf, für wie links ihr Maas haltet. Wenn der in eurem Namen Mist macht, ist das eure Verantwortung. Ihr solltet dagegen protestieren und die SPD abwählen, anstatt mir böse Mails zu schreiben, dass der Maas ja viel weniger porentief links ist als ihr selbst.
Mal ganz abgesehen davon ging es mir übrigens nicht darum, alle Linken zu beschimpfen, sondern sie anzusprechen. Ich hätte auch "ihr Idioten" schreiben können, aber das wäre unhöflich gewesen. Wenn ihr links seid und die Kritik euch nicht betrifft, dann wäre an der Stelle das rationale Verhalten gewesen, die Sache zu den Akten zu legen. Ihr wart ja offensichtlich nicht gemeint. Stattdessen heulen jetzt die ganzen getroffenen Hunde. Ich kann das nur so deuten, dass ihr euch schon angesprochen fühlt, und zwar zu Recht angesprochen, und jemanden braucht, bei dem ihr eure Ausflüchte abladen könnt, und ich stand gerade günstig in der Gegend rum. Oder so.
Update: Oh und noch wichtiger ist, dass ihr mal eure eigene Position aus der Gleichung rausnehmt. Eure Position und wer was gesagt hat. Wichtig ist, was gesagt wurde, und welche Argumente dafür vorgebracht werden, wie es begründet wird. Es wäre viel geholfen, wenn die Leute mal Debatten führen könnten, ohne ihre aktuelle Meinung als Teil ihrer Identität zu sehen und mit aller Gewalt verteidigen zu müssen.
Update: The Oatmeal hat einen schönen Beitrag zum Backfire-Effekt, der hier passt.
Gut, alles Hörensagen, daher hatte ich das auch nicht im Blog.
Aber was als nächstes passierte, das zieht mir gerade einigermaßen die Schuhe aus.
Es ging damit los, dass Fox News (!) Aziz Ansari verteidigte. Der Mann ist indischer Herkunft, die Familie hat ihn muslimisch erzogen, er ist auch eher eine schmächtige Figur, und von ihm zu der Klägerin gab es auch sonst kein Machtgefälle, mit dem man eine Nötigung hätte begründen können. Fox News, die NOCH NIE jemanden aus den verhassten "liberal elite" von Hollywood gegen Vorwürfe verteidigt haben, verteidigen jetzt Aziz Ansari. Und der Rest der Presse auch. Selbst in der Hochburg des Feminismus im Mainstream-Fernsehen, The View, gab es ein Segment dazu, wo Panelistin Woopie Goldberg damit eröffnet, sie habe ja keine Ahnung, was ein non-verbal cue sein soll, sie habe man damals so erzogen, dass sie halt nicht mitgeht, wenn sie nicht will, dass es zu Sex kommt. Und sie fragt dann ihre junge blonde Mitpanelistin, und die erzählt, sie hat auch keine Ahnung, was das sein soll, und sie sei ja heilfroh, seit vier Wochen verheiratet zu sein, denn zu normalen Dates kann es ja nicht mehr kommen, wenn immer das Damoklesschwert so eine Karrierevernichtung über einem oder beiden Teilnehmern hängt. Im Übrigen sei sie ja in ihrer Beziehung die Celebrity und versetzt sich daher eher in Aziz Ansari rein. Und unten im Bild die Einblendung "convicted of not being a mind-reader?"
Krawumm. Ich habe noch nie etwas so schnell implodieren sehen wie #metoo.
So schnell gar, dass ich anfange zu überlegen. Nehmen wir mal an, ich wäre eine PSYOP-Abteilung, und mich beauftragt ein Republikaner-Thinktank damit, #metoo plattzumachen, und ich müsste mir eine Geschichte ausdenken, die wirklich überhaupt gar keinen Raum dafür lässt, das Narrativ des armen verfolgten Opfers aufrecht zu erhalten — ich wüsste gerade nicht, was ich da noch besser hätte optimieren können. Die Details passen echt alle. Bis hin zu: Er hat ihr noch das Uber nach Hause gezahlt, d.h. sie ist nicht rausgestürmt und hat ein Taxi genommen, was man möglicherweise nicht nachweisen könnte, sondern es war ein Uber und er hat es gerufen und der Fahrer hat gesehen, ob sie unzufrieden aussah oder nicht.
Weia. Ich glaube, #metoo ist jetzt tot. Und der Third-Wave-Feminismus ist Opfer seiner eigenen "das Opfer hat immer Recht"-Mentalität geworden. Ich sehe gerade nicht, wie dieser Schaden wieder ausgeglichen werden kann.
Die Frau scheint es aber tatsächlich zu geben, und das Date hat auch stattgefunden. Ob die jemand bezahlt hat, diese Vorwürfe zu erheben?
Update: Ich werde gerade darauf hingerwiesen, dass ich das falsch zusammengefasst habe.
Die beiden hatten keinen Sex. Er hat sie mit hochgenommen und hatte auch vor, mit ihr zu schlafen. Ihre nonverbalen Hinweise hat er nicht deuten können.
Sie hat aber dann deutlich gesagt, dass sie keinen Sex mit ihm will. Er hat das respektiert, sich wieder angezogen, ihr ein Taxi gerufen und ihr auf der Couch Gesellschaft geleistet, bis das Taxi kam.
Das ist ja noch krasser! Was ist denn dann bitte der Vorwurf? Dass er ihre Grenzen respektiert hat?!
Ja, nee, liebe Zeit. Von Twitter komme ich nicht. Fuck you, dann gibt es halt keine Links mehr von mir.
Dabei versprach das ein interessantes Interview zu sein, mit Mark Lilla über Identity Politics. Der Einsender lieferte Zitate mit:
"Identitätspolitik (ist) nichts anderes als amerikanischer Evangelikalismus, angewendet auf die kulturelle Sphäre. (…) Wenn linke amerikanische Gruppen sich radikalisieren, werden sie zu evangelikalen Sekten. Sie bekämpfen nicht den Staat – die wollen deine Seele. Die wollen, dass du niederkniest und deine Sünden beichtest. Das ist, was Identitätspolitik letztlich will. Nicht eine Änderung der Machtverhältnisse." "Die sind gar nicht daran interessiert, irgendwen zu überzeugen. Es geht ihnen nur darum, jemandem "eine Stimme zu geben", "Narrative" zu schaffen und Urteile zu fällen über andere."Da hätte ich ja gerne den Rest auch noch gelesen. Schade eigentlich.
Um so großartiger ist diese unfassbare Avira-Werbung (Screenshot). Immer wenn du dich fragst, ob es noch unseriöser überhaupt geht, kommt die Schlangenölbranche und beweist es dir. (Danke, Jochen)
Glaubt ihr nicht? Hier:
Is this a bug in Intel hardware or processor design?No. This is not a bug or a flaw in Intel products. These new exploits leverage data about the proper operation of processing techniques common to modern computing platforms, potentially compromising security even though a system is operating exactly as it is designed to. Based on the analysis to date, many types of computing devices — with many different vendors’ processors and operating systems — are susceptible to these exploits.
Das ist eine dreiste Lüge. Erstens sind andere Prozessoren nur von einem Bruchteil des Problems betroffen, Intel sind die einzigen, die das so richtig mit Anlauf verkackt haben. Zweitens ist das natürlich keine akzeptable Begründung, wieso das kein Bug ist, wenn Intel das genau so haben wollte. Das heißt eher, dass Intel zu inkompetent ist, um Prozessoren zu bauen. Dass sie uns das jetzt so in schwarz auf weiß als Zertifikat ausstellen und in die Hand drücken, das haut mich jetzt ziemlich vom Hocker. Man würde denken, dass die aus den ganzen bisherigen Bugs gelernt haben. Vielleicht hat der Rest auch ihre Aktien abgestoßen und scheißen jetzt auf den Rest der Geschichte? Das ist mal echt krass.Ein Glück, dass AMD Ryzen rechtzeitig fertig gekriegt hat. So hat man jetzt eine Ausweich-Option. Weia.
Und ich möchte das zum Anlass nehmen, bei allem Gefrotzel über Kabel Deutschland und Vodafone mal den Berliner Kundenservice zu loben. Die haben wirklich gut performt. Vodafone hat mir so 2h-Zeitfenster genannt, und die Techies kamen a) überhaupt und b) innerhalb des Zeitfensters. Wie ich hörte, ist das alles andere als selbstverständlich in der Telco-Branche.
Und besonders der Mann heute hat auf ganzer Linie überzeugt. Der hat systematisch das Problem eingekreist und lieber nochmal eine Messung mehr gemacht als vorschnell Schlüsse zu ziehen. Eine sehr positive Erfahrung. Und ich will gar nicht wissen, wieviel Stress die so haben in ihrem Job. Liegt ja nahe, dass der Typ, der dann körperlich vor dir steht, den ganzen Frust und Ärger abkriegt. Ich bin ja immer freundlich zu Technikern und Sachbearbeitern, die irgendeinen Vorgang für mich bearbeiten, weil ich mir denke, der kann wahrscheinlich am wenigsten von allen dafür.
Also, an dieser Stelle nochmal ausdrücklich Hub ab und herzlichen Dank an das Technik-Team.
Sorry, Mozilla. Das kriegt ihr nicht weggewaschen. Was für eine bodenlose Frechheit.
WTF soll das werden? Wenn Microsoft ihre Kunden mit Edge-Werbung vollspammt, dann können wir ja wohl auch unsere Kunden mit Werbung vollspammen?!
Nein, Mozilla. Könnt ihr nicht.
Das Wasser-Geräusch da im Hintergrund gerade? Das war eure jahrzehntelang aufgebaute Vertrauensbasis, die ihr gerade im Klo runtergespült habt.
Update: Mozilla rudert zurück. Tja. Zu spät. Von sowas rudert man nicht zurück. Immerhin haben sie anscheinend auch die eigenen Mitarbeiter überrumpelt, die waren genau so überrascht wie wir.
Und jetzt komme ich zuhause an, und stellt fest, dass Kabel Deutschland auch ausgefallen ist. Ich rufe also die Hotline an, und das Tonband sagt, ich soll mal den Strom ziehen und gucken, ob das hilft. Ansonsten könne ich auch dran bleiben, aber die Wartezeit ist 45 Minuten. Um nach elf Uhr nachts an einem Freitag abend.
Infrastrukturapokalypse, wo man hinguckt.
Ich glaube, ich muss mir mal ein DSL zu meinem Kabel klicken, und hoffen, dass immer nur einer zur Zeit ausfällt. Zum Heulen.
Und die Logs sagen, dass das Internet schon seit Tagen einfach mal so 8 Stunden am Stück einfach weg ist. Der Link selbst geht noch, aber das Netz gibt meinem Router keine IP.
Und das geilste ist: Ein Anruf von Vodafone in Abwesenheit. Die wollten mir auch noch auf meinen kaputten Anschluss noch irgendeinen anderen Firlefanz obendrauf verkloppen. So dreist muss man erstmal sein.
Das ist ja echt ärgerlich, Vodafone, dass ihr mich nicht erreichen könnt, weil euer Anschluss kaputt ist. Merkt ihr selber?
Die Nazis sind für die freie Presse aufgeschlossener als die "Liberalen"?
Oder erinnert sich jemand daran, dass ein linker Safe Space jemanden reingelassen hätte, der nicht vorher drei Jahre lang bewiesen hat, dass er päpstlicher als der Papst ist? Nicht nur voll auf ihrer Seite steht sondern sogar noch extremer ihre Werte vertritt als sie selbst?
Ich nicht.
Aber die Nazis trauen sich. VICE hatte ja auch diesen Artikel vor einer Weile über diesen Rechtsextremisten anlässlich des einen Aufmarschs, wo dann einer mit dem Auto in die Menschenmenge gefahren ist. Der hätte sich ja auch weigern und die beschimpfen können. Rein strukturell war der nicht so viel anders aufgestellt als die kreischenden Linken. Der war überzeugt, dass er für das Gute kämpft, und dass er inhaltlich Recht hat und die Welt das schon früher oder später verstehen würde, weil es ja im Grunde offensichtlich ist. Und er war bereit, dafür persönliche Nachteile in Kauf zu nehmen, dass er seine Botschaft rauskriegt. Weil er so überzeugt war, dass er auf der richtigen Seite steht.
Gut, der wirkte jetzt nicht wie ein großer Intellektueller. Aber geistig behindert war der auch nicht.
Wieso der das wohl gemacht hat? Dachte der wirklich, er kann die Kreis-Linken überzeugen? Wusste der nicht, wer Vice ist? Immerhin: Ich denke heute noch über den nach. Das hat er geschafft mit der Aktion.
Der Kontext dafür ist natürlich EA und ihr Battlefront 2, das sie gerade massiv verkacken. Aber Lootboxen sind echt verbreitet in Videospielen. Fallout und Skyrim haben welche, Teamfortress 2 hat welche, die Borderlands-Reihe hat es so überzogen, dass es schon als Satire durchging bei Beobachtern. Wo zieht man da die Linie? Sind jetzt alle Lootboxen mit zufälligem Inhalt Glücksspiel? Inhaltlich finde ich das überzeugend. Aber wenn das jetzt der Stand ist, dann brennt bei der Videospielebranche gerade aber mal die Hütte.
Ich bin mal sehr gespannt, wie das jetzt weitergeht.
Ich weiß gar nicht, wie weit man da zurückgehen muss, bis man die erste Lootbox findet. Ultima 5 hatte Loot an Monstern in Dungeons! Zählt das jetzt auch? Wie zufällig muss der Loot sein, damit es als Glücksspiel gilt?
Update: Jetzt kommen hier lauter schlecht informierte Leute und wollen mir erklären, es ginge um Mikrotransaktionen. Nein, geht es nicht. EA hat vor einer Weile angesagt, als das gerade auf reddit platzte, dass sie Mikrotransaktionen aus dem Spiel ausgebaut hätten jetzt als Reaktion. Und danach kam Belgien. Kann natürlich sein, dass die Belgier das nicht mitgekriegt hatten. Klar.
Aber mal unter uns: Ich finde die Frage völlig gerechtfertigt, und zwar auch wenn da kein Geld fließt. Wieso ist denn das weniger Glücksspiel, wenn man "nur" Lebenszeit opfert? Überlegt mal, wie viel Lebenszeit unsere Kids wegen solcher Crack-Abhängigkeits-Antrainier-Mechanismen mit Videospielen verplempern.
Update: Jemand, der besser flämisch kann als ich, hat mir gerade übersetzt, dass es den Belgiern doch nur um bezahlte Lootboxen geht. Schade. Ich finde, die Debatte müsste man breiter führen. Ich hatte hier ja schon ein paar Mal, wie Facebook und co letztendlich einen Krieg um die Aufmerksamkeit ihrer "Kunden" führen, und dabei phsychologische Tricks anwenden, gegen die viele Menschen machtlos sind und sich in einen Sog der Zeitverschwendung zu Gunsten von Facebook ziehen lassen. Das ist Ausnutzung von Wehrlosen zur eigenen Profitmaximierung und moralisch mindestens genau so anstößig wie der Verkauf von Lottotickets oder Alkohol und Zigaretten. Ich finde nicht offensichtlich, wieso der Staat dem nicht einen Riegel vorschieben sollte.
Update: Ein Einsender berichtet:
Habe mit dem 6j alten Sohn vor ein paar Tagen das Tablet-Game "Hill Climb Racing" ausprobiert, das im Android-App-Store - siehe Video - direkt an Kinder vermarktet wird:
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.fingersoft.hillclimb
Krass: Wir haben das Spiel installiert, gestartet und in weniger als 5 Minuten hat er versehentlich 3x Banner angeklickt, sollte Upgrades nachkaufen und für In-Game-Währung Werbung für Ballerspiele ansehen.
Das ganze passierte, während ich als digitalaffiner und videospielbegeisterter Vater direkt neben ihm saß und all meinen Elternpflichten nachging.
Diese sehr populäre App war voller Dark UI Patterns mit dem klaren Ziel, Kinder abzuzocken.
Siehe auch der Artikel auf netzpolitik.
Jedenfalls war ich völlig baff, dass es bei Free-To-Play-Apps wirklich so krass ist, und es sieht ganz so aus, dass man da wohl regulierend eingreifen muss.
Selbstverpflichtungen der Industrie und Aufrufe zur Medienkompetenz brachten uns ja nicht weiter.
Au weia.
Update: Übrigens hat ausgerechnet der Erfinder von Magic the Gathering ein Manifest geschrieben, das ganz gut beschreibt, wie diese Industrie arbeitet.
Die schlechte Nachricht: Gegen die, die es einen Mord nennen.
Achtung: Der Link zerschellt an einer Paywall, mehr als diese Aussage kriegt man da nicht. (Danke, Mathias)
‚Was muss ich tun, um besser als der Durchschnitt zu sein?‘ Er hat zu mir gesagt: ‚Geh an den Bahnhof und kontrollier' Neger. Geh raus und kontrollier' Bimbos. Dann hast du spätestens bei jedem Dritten eine Anzeige. Damit kannst du dir Fachwissen aneignen und hebst dich von der Masse ab.‘Na sowas. Da kriegt man doch gleich einen ganz anderen Blick auf die üblichen AfD-Statistiken über Ausländergewalt. (Danke, Tim)
Usually they’re the ones that focus just on voters who cast ballots for him in 2016 or are potential Trump supporters —Trump’s base—but occasionally include public polls like Rasmussen, depending on what the numbers say.Übrigens, Lacher am Rande: Hillary Clinton hat ihre Präsidentschaft niedergelegt. Die Präsidentschaft? Ja! Die Präsidentschaft, die sie auf Fox News hat :-)
Die gute Nachricht: Der ist jetzt aus dem Beamtenverhältnis entlassen worden.
Die schlechte Nachricht: Es hat 10 Jahre Klageweg gedauert, und auf dem Weg hat der die ganze Zeit von den Gerichten Recht gekriegt. WTF!?
On the journey to the promised land, "Joshua says to the people of Israel: choose this day whom you are going to serve," Pruitt said. "This is sort of like the Joshua principle — that as it relates to grants from this agency, you are going to have to choose either service on the committee to provide counsel to us in an independent fashion or chose the grant. But you can’t do both. That’s the fair and great thing to do."Man darf also die EPA nur noch beraten, wenn man kein Forschungsgeld von ihnen kriegt. Damit sind die auf Drittmittel angewiesenen Klimaforscher alle draußen, aber die steuerfreien Kirchen bleiben übrig.
Nein, nicht Nordkorea. Die Staatsdruckerei von Österreich.
Und jetzt ratet mal, wer da noch Interesse an ein paar Blankopässen hatte und die anscheinend auch gekriegt hat.
Kommt ihr NIE drauf!
Die Staatsdruckerei, die für Nordkorea Pässe herstellt, soll vom südkoreanischen Nachrichtendienst um die Weiterleitung von mindestens drei Blankopässen ersucht worden sein. Vermittelt haben soll das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), das dem ÖVP-geführten Innenministerium untersteht.Wobei. Die heißt zwar Staatsdruckerei aber ist 2000 privatisiert worden. Und ob die wirklich die Pässe gedruckt haben, sagen sie nicht. Die Geschichte mit den drei Blankopässen kommt von einem anonymen Schreiben aus dem Innenministerium. (Danke, Philip)
Der Einsender fasst den Fall wie folgt zusammen:
Männer, wer von Euch wegen Vergewaltigung verurteilt wird, ist schlicht und einfach gesagt einfach zu Blöde und hat sich noch nie mit dem Sexualstrafrecht beschäftigt. Wenn ihr also eine Frau haben wollt, geht folgendermassen vor:Er schließt noch die Frage an, wo hier eigentlich der Aufschrei bleibt, die Gina-Lisa-Fangroups, die Frau Schwesig, der Herr Maas.Überfallt die Frau eurer Begierde nachts, schlagt sie nieder, haltet ihr ein Messer an ihren Hals, schleift sie an den Haaren in euer Auto und fesselt sie mit Kabelbinder, fahrt in einen einsamen Wald und droht sie (mit dem Teppichmesser an ihrem Hals) sie jetzt schmerzhaft von hinten zu vergewaltigen und anschließend umzubringen. Wenn die Frau jetzt Angst vor schweren Verletzungen und Tod hat und sagt, sie würde sich nicht wehren wenn ihr sie von vorne nehmt, legt das Messer zur Seite und geniest den Sex. Strafrechlich ist das Weglegen des Messers als strafbefreiender Rücktritt von einer Straftat zu werten. Ausserdem kam der Vorschlag über die Art und Weise des Geschlechtsverkehrs ja von der Frau, also war der Sex einvernehmlich.
Ich vermute mal, von dem Fall hat schlicht noch keiner was gehört. Der Bericht ist von Anfang August, ich habe davon nichts mitgekriegt. Warum eigentlich nicht? Viel krasser geht es ja wohl kaum noch. Zitat aus dem Artikel:
Dieser Sex sei deshalb keine Vergewaltigung im Sinne des Strafrechts gewesen. Geblieben waren die Geiselnahme und die vorsätzliche Körperverletzung.Also wenn DA nicht die Gerechtigkeit gesiegt hat, dann weiß ich auch nicht!1!! (Danke, Ulrich)Die verhängten zwei Jahre Haft wurden zur Bewährung ausgesetzt und der Angeklagte sofort freigelassen. Als Bewährungsauflage muss er 2 000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen.
From: [zensiert] Team <info@[zensiert].in> Date: October 27, 2017 at 19:04:12 EDT To: <der@kollege> Subject: Monetize your App by Monero crypto Mining Hi, We noticed that you have published your app on Android Play Store/Apple App Store.We ([zensiert]) provide technology services to enable app developers integrate Monero mining(a crypto currency similar to bitcoin, but very profitable to mine on general purpose devices like smartphones) within their app and monetize it. If your app is deployed on thousands/millions of devices, you can monetize it with monero mining and earn really huge income. We manage all the complexity of backend servers and mining operations and you get a really simple control panel to monitor your hashrate and earnings. Features of our service are: 1. Very easy Integration to any app 2. 0 knowledge of crypto currency mining required. 3. Several key features to ensure 0 inconvenience to your app's user. ->Mining Only when device's battery level is greater than 70%(variable as per your choice), so that user does not have any battery issues. ->Mining only on those phone which have at least 4 processor cores ->Using only 1 processor core (variable as per your choice) for mining, rest of the cores are free for user's own work. ->No mining when device's sleeping, so battery usage only when user is actually using his phone. 4. You have a control panel to real time monitor the hashrate generated by your apps. 5. 100% legal and legitimate.You just need to include the fact in your app's user license that we use their device for some calculations. 5. Daily Payment to your monero wallet. 6. We charge only 0.5% as fee.No setup charges or any other hidden fee. For an estimate or your app's earning potential or any other discussion, feel free to contact us on skype : [3]info@[zensiert].in -- [zensiert] Team
Während ich darüber nachdenke, frage ich mich gerade, wieso eigentlich niemand Vorführungen von Tools oder Methoden macht. Kein Vortrag, sondern eine Art Demo. Auf Youtube gibt es Live beim Software-Entwickeln zusehen. Ich könnte mir vorstellen, dass man das auch prima als Veranstaltung machen könnte. Aber halt mit vergleichsweise kleineren Zielen, damit sich das nicht stundenlang hinzieht.
Ich beobachte häufig, dass in Projekten Architekturentscheidungen gefällt werden, ohne dass man das irgendwie beurteilen kann, ob das eine gute Idee ist oder nicht. Da wird dann halt ein Tool angekauft, weil man gehört hat, dass das cool ist, oder dass man das heute halt so macht.
Und nicht nur Tools! Auch so Gottesdienst-Ritualdinge wie Agile oder SCRUM werden umgesetzt, ohne dass jemand im Team vorher schon eine richtige Vorstellung davon hat, was das eigentlich ist, was das bedeutet, warum man das macht.
Im Effekt sieht man dann, dass eigentlich gut gemeinte Dinge voll nach hinten losgehen. Security-Geräte stehen als Heizlüfter rum, fressen Strom und generieren Logs und Alerts, die keiner liest. Handbewegungen werden gemacht, weil man gehört hat, dass das dann besser ist, aber weil man gar nicht verstanden hat, wieso man das machen sollte, werden alle Nachteile aber keine der Vorteile mitgenommen.
Ich stelle mir gerade naiv vor, dass man das wegkriegen könnte, wenn man da Live-Demos hat. Aber nicht vom Hersteller, damit das nicht in Werbung ausartet, und auch nicht von irgendeinem User, sondern von jemandem, der sich richtig gut damit auskennt.
Wenn ich sehen kann, wie jemand mit einem bestimmten Tool ein bestimmtes Problem mit drei Handbewegungen gelöst kriegt, und ich ärgere mich da seit Wochen mit rum, dann wäre das doch eine wertvolle Information! Wertvoller jedenfalls als viele Vorträge, die im Moment auf Konferenzen Zeit verplempern (und das sage ich bewusst explizit ganz allgemein und meine nicht diese Konferenz im Speziellen).
Weiß jemand, wieso das nicht gemacht wird? Oder wird es gemacht, und ich hab es nicht mitgekriegt?
Update: Ein fieser Einsender erklärt es mir gerade so:
Aus meiner Erfahrung heraus sind Vorträge zum Kundengewinn gedacht und die von dir genannte "Live-Demo" wird als Schulung verkauft. Es wird öffentlich nicht gemacht, weil man das dann schlechter als "Anwenderschulung" noch beim Kunden verkauft bekommt.
Eine wichtige Bezugsperson des Terroristen Anis Amri in der militanten Islamistenszene war ein V-Mann des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen. Recherchen des rbb und der "Berliner Morgenpost" belegen nun, dass die sogenannte Vertrauensperson VP-01 frühzeitig Islamisten zu Anschlägen in Deutschland angestachelt haben soll. Laut eines Zeugens war dabei auch von einem Anschlag mit einem Lkw die Rede.Tja, so ein Verfassungsschutz braucht halt Geld. Und Geld kriegt man als Verfassungsschutz nach Anschlägen.
Update: Jaja, LKA, nicht Verfassungsschutz. Hört doch mal auf, mir meine Witze mit euren Fakten kaputtzumachen!1!!
Also … wir haben es verkackt, aber trotzdem verkauft gekriegt, daher werte ich das mal als Gewinn. :-)
Es geht immer noch um die Frage, wieso wir soviel in Security investieren und so wenig vorzuzeigen haben.
Hypothese: Man merkt, wenn man in einem Projekt mitmacht, das vor die Wand fahren wird. So gut wie niemand ist überrascht davon, wenn das Projekt plötzlich scheitert.
Ja oder nein?
Ein Freund hat mir entgegnet, das merke man erst, wenn man erfahren ist. Ich behaupte, dass jeder das instinktiv merkt. Weil Pfusch einen korrodierenden Effekt hat. Wenn du merkst, dass neben dir jemand pfuscht, und dass ganze Ding damit eh für den Arsch ist, dann gibst du dir auch weniger Mühe. Und das ergibt eine Kaskade, die am Ende auch der begriffsstutzigste mitkriegt und dann mitpfuscht.
Stimmt ihr dem zu oder nicht?
Die Gegenthese wäre, dass der Betongießer beim BER keine Ahnung von der Statik hat und nicht merken würde, wenn für die Kabelkanäle nicht genug Tragfähigkeit eingeplant wurde.
Der Typ, der mruby anbietet, hat gerade eine Bug-Lavine von biblischen Ausmaßen abgekriegt, nachdem eine Firma eine Bug Bounty für eine auf mruby basierende Webplattform gemacht hat. Die Firma dachte sich, sie legt man $20k zurück. Am Ende waren es eher so $500k, die sie auszahlen mussten.
Und der Maintainer sagt dazu was? Na klar!
Ruby is a complicated language which makes every Ruby implementation complex and likely to contain bugs. As a matter of fact I notice at least one of the bugs which was found in mruby to be also applicable to standard C Ruby (MRI). […] C sucks as a language to write stable code in a simple manner.Ist halt schwierig! Und im Übrigen ist C Schuld! Nicht etwa ich, nein mein Herr! Ich bin hier das Opfer!1!! (Danke, Daniel)
New hotness: Der Sohn von Netanjahu postet antisemitische Scheiße auf Facebook, kriegt Ärger.
Und zwar nicht, um daran Kritik zu üben, oder ironisch oder so:
Yair Netanyahu, the son of Prime Minister Benjamin Netanyahu, posted an image on his Facebook page Saturday that seems to suggest a conspiracy is behind his family’s growing legal problems. The meme is laden with anti-Semitic imagery.
Baseball (ich erkläre das jetzt bestimmt falsch *hust*) funktioniert so, dass in der Mitte des Spielfeldes der Werfer steht, der ist von Team A. Der wirft den Ball in Richtung Ecke. Dort steht der Typ mit dem Schläger, der ist von Team B. Hinter dem Schläger kniet ein Fänger mit Körperpanzerung, der ist auch von Team A. Der steht also genau hinter dem Schläger. Ziel des Werfers ist es, dreimal den Ball so zu werfen, dass der mit dem Schläger ihn nicht kriegt. Innerhalb eines relativ kleinen Fensters. Der Fänger signalisiert jetzt dem Werfer, wo er am besten hinwirft. Dafür haben die Team sich so Handzeichen ausgedacht.
Die Red Sox haben jetzt anscheinend per Video mit Zoomobjektiv die Handsignale des Fängers des Gegenteams aufgenommen und dann per Apple Watch dem Typ mit dem Schläger gesagt, was sie glauben, wo der gleich hinzielen wird. Das ist natürlich ein Regelverstoß. Der Schläger kann, weil der Signalisierende hinter ihm steht, die Signale selbst nicht sehen.
Update: Ein Leser korrigiert:
Das Spionieren selber ist erlaubt. Nur nicht das Spionieren mit technischen Hilfsmittel.
(Danke, Mathias)
Mich würde mal interessieren, was die so für Einschaltquoten haben.
Denn inhaltlich ist das, was die so publizieren, der feuchte Traum der Ctrl Left. Weiße Hetero-Männer sind doof, alles andere ist geil, Frauen haben besseren Sex, Gefühle sind wichtiger als Fakten, dazwischen bekloppte Ratschläge, wie man sein Verhalten anpassen soll, um dem Diktat der Ctrl Left zu genügen, …
Ich würde gerne wissen, ob sich das kommerziell auszahlt, wenn man nur so Anti-Journalismus bringt.
Bento titelt heute mit "Wie oft muss ich mein Bett neu beziehen?"
Wer ist da die Zielgruppe? Frisch ausgezogene Kinder von Helikopter-Eltern? Seit die Mutter nicht mehr das Bett macht, sind die aufgeschmissen?
Ich scrolle über deren Titelseite und muss den Brechreiz unterdrücken. Alles nur so "Frauenzeitungs-Kram", wie man das früher abwertend genannt hätte. Kleine wuschelige Tierbabys, die gerettet werden müssen. Wie wäre es mit einem Quiz "Wie textsicher bist du bei Taylor-Swift-Songs"? Eine Ablenkungs- und Verblödungskampagne sondergleichen! Verkauft sich sowas?
Ich will nicht bloß auf Bento rumkloppen. Zett hat eigene Kategorien für "Feminismus und Körperkult" und "Queeres Leben".
Wisst ihr, was das ist? Ich habe eine Theorie.
Ich glaube, das ist der Trump-Gute-Nachrichten-Ordner. Weltbild-Bestätigung für verwirrte Linke, die Glitches in ihrer Matrix wahrnehmen. Halbautomatisierte Schneeflocken-Weltbildbestätigung.
Aber statt flauschigen Tierbabys jetzt, aktuell, bei zett, "Tim ist schwul und fordert Gleichberechtigung auf Klassenfahrt". Rettet Tim!! Ob es Tim überhaupt gibt?
Und dazu, wie bei klassischen Frauenzeitungen, werden Fragen "beantwortet", für deren Beantwortung man Gefahr liefe, sich aus der sicheren Blase herauszubegeben. Der Unterschied ist bloß, dass die Frauenzeitungen ihren Kundinnen sagen, sie seien zu fett und sollten abnehmen, und diese Webseiten sagen ihren Kundinnen, sie seien genau richtig und wer dich nicht schön findet, der muss doof oder krank oder beides sein. Können wir uns vielleicht mal irgendwo in der Mitte treffen? Oder besser noch: Wir überlassen solche Entscheidungen den mündigen Erwachsenen, die unsere Zielgruppe sind!
Mich würde echt mal interessieren, ob die erwähnenswert Publikum haben mit solchen Angeboten. Es wirkt ja nicht so, wenn der rapide abbauende Spiegel Online immer noch auf ihrer Homepage Bento-Links einstreuen muss, und in ihrem RSS-Feed auch. Das wirkt ja so, als trage sich das nicht.
Update: Es gibt da auch noch "jetzt" (von der Süddeutschen) und "kmpkt" (von der Welt). Und kmpkt ist in Sachen Infantilisierung führend. Das ist so schlimm, dass man seine Hirnzellen sterben spürt, noch während die Seite lädt. Repräsentatives Beispiel. Heilige Scheiße.
Bei meinen Lesern gibt es da anscheinend wenig Überschneidungen, ich habe keine einzige Einsendung gekriegt, die sich positiv über diese Formate geäußert hat. Ich persönlich fand auffallend, dass ich noch nie auf Twitter oder im Chat oder sonstwo einen Link auf eine von diesen Sites gesehen habe. Das liegt vermutlich daran, dass ich keine Leute sehe, die sowas lesen.
Zu den Einschaltquoten: Meedia liefert. Bento sind die einzigen in den Top 25. Spiegel Online: ~240M Visits, Bento ~11M Visits. Also ein Zwanzigstel.
Irgendeinen Grund muss es doch geben, egal auf welcher Seite der Barrikaden man jetzt persönlich steht, dass die Projekte anscheinend alle von fiesen weißen Misogynisten und Schwulenhassern geleitet werden.
Meine Projekte sind bisher zu klein, als dass ich da eine Welle aus Troglodyten hätte, gegen die ich Schutzwälle aufbauen müsste, aber zu meinen Usenet-Zeiten erinnere ich mich noch gut an die Wagenburg-Mentalität, die sich von ganz alleine aufbaute, weil gefühlt immer und immer wieder immer neue Idioten reinkamen und ganz selbstverständlich die selbe Scheiße von sich gaben, die vorher schon hundert und tausend Mal widerlegt wurde. Kommt natürlich auf die Gruppe an. Ich rede jetzt von technischen Gruppen.
Auf Mailinglisten war das ähnlich. Ich erinnere mich da an bugtraq und linux-kernel, die ich mal eine Weile abonniert hatte. Das war nicht auszuhalten. Die eine Hälfte der Regulars haben dann halt die Idioten alle ins Killfile getan, aber das hilft nur gegen Idioten, die länger da bleiben, nicht gegen eine Flut von unfähigen Newbies und "bringt mir mal kurz Hacken bei"-Klappspaten. Aus dieser Erfahrung kann ich mir gut vorstellen, dass sich bei größeren Projekten entweder ein Gleichgewicht einstellt, weil die Umgebung eben so lange unfreundlicher und abstoßender wird, bis das Flutproblem weg geht. Oder das Projekt stirbt halt. Oder vielleicht stirbt auch nur die Mailingliste und der einsame Wolf popelt noch insgeheim an seinem Projekt weiter. Oder der einsame Wolf hat unendlich Kraft und Geduld und reibt sich sein Leben lang an seiner Umwelt auf. Ein Schicksal, dass man seinem übelsten Feind nicht wünschen würde.
Für mich als steinalter Regular fühlt sich jedenfalls diese neue Welle aus Inklusivitäts-Schneeflocken genau wie die alte Welle der AOL-Idioten an. Gut, die fordern inhaltlich was anderes, aber praktisch ist da kein Unterschied. Die halten sich 100% im Recht, die Frage stellt sich überhaupt nicht für die, ob sie sich möglicherweise gerade wie Arschlöcher verhalten. Sie kommen rein, stellen Forderungen, und wenn die nicht sofort beantwortet werden — für freie Software, wohlgemerkt, an der niemand was verdient! —, dann kommen sie mit Geld-Zurück-Mentalität und drohen damit, schlechte Bewertungen zu hinterlassen. DIE Art von Person. So "ihr habt euch jetzt gefälligst alle nach mir zu richten"-Leute, die in ihrem Leben noch keine Leistung erbracht haben, außer andere zu drangsalieren. So fühlte sich das damals bei AOL an. Und ich kann da gerade aus der Ferne keinen großen Unterschied erkennen, muss ich sagen. Wenn ihr Schneeflocken euch so sicher seid, dass ihr besser wisst, wie man das macht, dann macht doch mal ein eigenes Projekt. Nein, nicht jemand anderes Arbeit forken. Kommt erst mal dahin, dass ihr Code habt, den jemand forken könnte. Ich kenne kein einziges erwähnenswertes Projekt von solchen Leuten. Nicht eines. Ich kenne die immer nur als marodierende Barbaren, die in anderer Leute Projekten einfallen und alles kaputtmachen und am Ende noch den Code annektieren und abforken wollen, der aus freien Stücken und nobler Grundhaltung der Welt kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Ich habe jetzt eine Weile versucht, Mitgefühl zu entwickeln. Es will mir nicht gelingen.
Dabei ist es so einfach, sich in einem Projekt Respekt zu erarbeiten. Leiste einfach was. Erwarte nichts als Gegenleistung. Problem: Jede Minute über dich oder deine Leistungen reden macht 10 Minuten tatsächliche Leistung kaputt.
Das sind die Regeln.
Niemand schuldet euch die freie Software, und niemand schuldet euch Support für die freie Software, und euch mitmachen zu lassen schuldet euch auch niemand. Wer herkommt und Forderungen stellt, der hat sich sofort 100 Minuspunkte erarbeitet. Daraufhin kriegt der erst Recht keine Hilfe mehr und wird im Gefühl bestärkt, in einer feindlichen Umgebung zu sein.
Ist alles so einfach, und so berechenbar. Niemand verhält sich hier irrational. Idioten wird es immer geben. Sei einfach keiner von ihnen. Ganz einfach!
Der Rant hier kommt daher, dass ich die Tage einen Bug in umatrix filen wollte. Der Autor hat das Bugtracking-System zugemacht. Oben stand klar und deutlich drüber: Keine Bugs für Seiten melden, die man sich kaputtkonfiguriert hat. Und die Leute haben das gesehen und trotzdem lauter solche Bugs aufgemacht. Also hat der Autor das Bugtracking-System zugemacht und jetzt ist es für alle Scheiße. Und ich bin mir fast sicher, dass keiner von denen sich im Unrecht wähnt, oder auch nur verstanden hat, dass er das gerade für alle kaputt gemacht hat. Die legen sich selbst gegenüber das bestimmt genau so zurecht, wie die SJWs sich die Welt zurechtlegen.
Völlig unvermittelt und ohne Provokation hat der fiese weiße Projektmaintainer seine Privilegien über den Github-Account genutzt, um mich zu unterdrücken, indem er meine Bugs nicht mehr annimmt! Da sieht man mal wieder, dass das nichts wird mit alten weißen Männer, die ihre Privilegien nicht gecheckt haben!1!!
Update: Kris hat einen "Gegenrant" dazu gemacht. Über den hab ich mich inhaltlich so geärgert, dass ich ihm eine lange böse Mail geschickt habe :-)
Es geht direkt mit einem Strohmann los, "programmers are able to do anything just because they are able to do one thing". Ich hatte tatsächlich das genaue Gegenteil davon behauptet. Dann fand ich seine Übersetzung an einer Stelle doof, aber Schwamm drüber. Auffällig fand ich, dass die Situation, die er beschreibt, genau die ist, die ich auch beschrieben habe. Nur dass er sie sich schönredet. Ich habe auch auf Mailinglisten und in Newsgroups rumgehangen und sogar die FAQ erstellt und geupdated. Ich habe wie Kris pro Tag 60 Minuten oder so damit verbracht, die Postings durchzugehen und jeweils den Link auf den FAQ-Eintrag zu mailen. Natürlich haben wir den Leuten auch erklärt, dass hier alle unentgeltlich arbeiten, und dass das ein Community-Projekt ist, und sie herzlich zum Mitmachen eingeladen sind, und zwar nicht nur Patches sondern auch Dokumentation und Community Management. Jeder nach seiner Fasson.
Aber aus meiner Perspektive ist das ein Todesmarsch durch die Wüste der Verdammnis. Eine Stunde pro Tag, die dir niemand zurück gibt. Klar hatte ich damals auch ein paar "Jünger", die das gut fanden und mitgeholfen haben. Aber im Wesentlichen habe ich da wie Sisyphos einen großen Stein einen Berg hochgerollt, und kam nicht voran.
Kris schildet genau das selbe, aber fokussiert sich auf die positiven Aspekte. Aus meiner Sicht ist das eine enorme Leistung, sich so zu bullshitten, dass man dieses nie endende Jammertal jahrelang erdulden kann, und am Ende noch der Meinung ist, man habe etwas zum Besseren gewandelt. Ich bin Kris übrigens ewig dankbar für seine Arbeit in de.comp.lang.php, denn die ganzen PHP-"Entwickler", die er da nicht rausgeekelt hat, sondern mit seiner Inklusivität ins Boot geholt hat, die haben die Altlasten hinterlassen, mit deren Aufräumen ich heute mein Brot verdiene :-)
Aber mit meiner ursprünglichen Fragestellung hat sein PHP-Community-Zeug nichts zu tun, denn er hat da eine User Community gepflegt. Bei vim (dem Editor) haben wir relativ früh die Mailingliste gespalten, in "für Developer" und "für User". Das hat gut funktioniert, weil die User-Fragen nicht mehr die Developer vom Arbeiten abgehalten haben. Aber ob da jetzt ein Kris bei der User-Mailingliste mithilft oder nicht, das spielt für meine Fragestellung keine Rolle, weil meine Frage ist, was man von den Autoren einer freien Software erwarten kann.
Ich bleibe bei meiner Linie, dass man von Fragestellern ein Mindestmaß an Respekt erwarten kann. Und dazu gehört: Filed keine Bugs, die schon jemand anderes gefiled hat. Stellt keine Fragen, die in der FAQ beantwortet werden, oder die im Archiv der letzten Woche schon mal beantwortet wurden. Nervt nicht rum, wenn euch niemand hilft, sondern versteht, dass das alles Freiwillige sind und bietet daher lieber von euch aus Hilfe an, als von anderen Hilfe einzufordern.
Aber zurück zu Murdoch. Der gibt zu Protokoll:
“I can’t even believe I have to write this: standing up to Nazis is essential; there are no good Nazis. Or Klansmen, or terrorists. Democrats, Republicans, and others must all agree on this, and it compromises nothing for them to do so.”Das ist der Erbe des Murdoch-Imperiums. Der sitzt im Moment als CEO bei 21st Century Fox, denen auch Fox News gehört.Ist das nicht krass, wie schnell sich der Wind drehen kann?
SOME of our members have sharply criticized the Union for championing the right of German-American Nazis to hold meetings and to conduct their propaganda.Die ACLU argumentiert in dem Pamphlet dann, dass dieselben Leute kein Problem damit hätten, wenn sich Mussolini-Anhänger träfen, oder wenn die ACLU das Recht des KKK verteidigt, sich zu treffen.Das war mir nicht bewusst, dass die ACLU den KKK verteidigt hat. Leider liegt das da als gescannte Bitmaps vor. Vielleicht findet sich ja jemand, der das nach Text wandelt. [Update: Oben gibt es einen Reiter dafür, "Text"] Einen Auszug und ein bisschen Kontext findet man auf dieser Libertarismus-Webseite, die ich mal zitieren will, weil das so bemerkenswert ist:
In being consistently libertarian the Liberties Union has never hesitated to take action involving its principles when that action was to the benefit of suppressive, intolerant, demagogic, and generally anti-libertarian elements. In 1934, for example, it sent its general counsel to aid the Friends of New Germany, a Nazi organization, in court proceedings to break down a lawless prohibition of their meeting in New Jersey.This logical gesture was a shock to the howling enemies of the Union, who continually accuse it of being “pro-Communist” because so many of the men and women defended from illegal attacks are workers. It was even criticized by members who would except the German Fascists from their tolerance for the rather good reason that since the Nazis in Germany suppress all civil liberties, their agents should be permitted none in America. Moreover, there was the knowledge that free speech and assemblage would be denied us if these same German Nazis got control of local, city or state government anywhere in America.
Also GENAU DIE Argumente, die jetzt auch kommen. 1934.Und hier ist, wie die ACLU damals argumentiert hat.
Some years ago, when the Ku Klux Klan was invading the north, Mayor Curley of Boston, a Catholic, denied this terroristic body the right to hold a meeting and have speeches, but here again the Union protested, not because it had any love for the sheeted and dangerous yokels, but because it knew that if the Mayor suppressed the Klan he would lawlessly stop others he disliked — birth control advocates, union organizers, pacifists, etc. “And,” continues the report, “he did. Our protest began when his lawless suppression began. We do not choose our clients. Lawless authorities denying their rights choose them for us.”Aus heutiger Sicht ist lustig, dass die Linken damals als "radicals" bezeichnet wurden, und das anscheinend auch selbst auf sich angewendet haben. Heute nennen die sich ja eher "progressiv", was ja wohl mal die bekloppteste Bezeichnung aller Zeiten ist.Hier ist jedenfalls, was die ACLU 1934 zu dem Nazi-Fall gesagt hat:
“Few of our critics,” replied the Union, “take a frankly class position on the exercise of free speech, as do the Communists — denying to reactionaries the rights they seek for themselves. Emotions of hate and intolerance alone lead them to outlaw the Nazis.But if the Union yielded to such critics, and condoned the denial of rights to Nazi propagandists, in what position would it be to champion the rights of others? Shall we choose to defend only progressive or radical causes? And if we do, how best can we defend them? Is it not clear that free speech as a practical tactic, not only an abstract principle, demands defense of the rights of all who are attacked in order to obtain the rights of any?”
Und dann fragen sie ganz pointiert, ob daher nicht die beste Methode, die Rechte von Kommunisten zu schützen sei, die selben Rechte bei den Nazis zu schützen. Denn sonst hätte man, wenn das Rechtebeschneiden bei den Kommunisten ankommt, kein Standing mehr vor Gericht, wenn man das vorher bei den Nazis durchgehen ließ.Und die ACLU hat sich das nicht einfach gemacht, denn:
It was on precisely such a basis that our attorneys, both Jews, urged on the Mayer of New York the use of city property for a meeting of the persecutors of Jews, the Nazis; and that our general counsel, Arthur Garfield Hays, a Jew, aided the attorney for the Friends of New Germany (Nazi) in court proceedings to break down a lawless prohibition of their meetings in New Jersey.[…]
We do not choose our clients. Lawless authorities denying their rights choose them for us.
Und dann kommt ein Argument, das ich so gestern abend auch gebracht habe, aber besser formuliert:To those who advocate suppressing propaganda they hate, we ask--where do you draw the line? They can answer only in the terms of revolutionists--at our political enemies. But experience shows that “political enemies” is a broad term, and has covered the breaking up even of working class meetings by rival working class organizations. It illustrates the danger, and the impracticality of making any distinctions in defending rights sought by all.Und natürlich haben sie auch das Argument mit Rassismus und Verfolgung von Religionen gekriegt, und ihre Antwort darauf ist:To those who would suppress meetings where race or religious hatred is likely to be stirred up, the answer is simple, — that there is no general agreement on what constitutes race or religious prejudice. Once the bars are so let down, the field is open for all-comers to charge such prejudice against any propagandists, — Communists, Socialists, atheists, — even against Jews attacking the Nazis.So, und nachdem wir das alles gelesen haben, kommt heute die Zeitenwende bei der ACLU rein:
The American Civil Liberties Union will no longer defend hate groups seeking to march with firearms, the Wall Street Journal reported on Thursday, a policy change that comes on the heels of protests by white nationalists and counter-protesters at the weekend in Virginia.Wow. Money Quote:An ACLU spokeswoman confirmed the policy shift and said the concern over weapons was not something the group has had to contend with in the past."We’ve had people with odious views, all manner of bigots. But not people who want to carry weapons and are intent on committing violence," ACLU spokeswoman Stacy Sullivan said in a telephone interview.
Und das zieht mir hier gerade ganz schön die Schuhe aus. Woran macht man fest, dass die auf Gewalt aus waren? Dürfte nach der Definition nicht auch Präsident Trump keine Ralleys mehr machen?Update: Besonders krass finde ich ja, dass der Dreh- und Angelpunkt die Schusswaffen sind. Da bin ich ja voll bei ihnen. Die ACLU hat aber auf der anderen Seite einen ewig langen Track Record, 2nd Amendment Rights zu verteidigen. Für mich ist die logische Schlussfolgerung, jetzt mal das 2nd Amendment zu überdenken. Aber das Fass will wieder niemand aufmachen. Warum eigentlich nicht?
In solchen Fällen gibt es die Seenotrettung, die guckt dann in ihren Akten, welches Schiff gerade am nächsten ist, und fordert die auf, die Menschen zu retten.
Ratet mal, welches Schiff am nächsten war.
Kommt ihr NIE drauf.
Hier ein Twitter-Screenshot (der Link am Anfang geht zu Facebook). Und in der Tat schreiben sich die Witzchen von ganz alleine.
Update: Ein Einsender:
Anscheinend war das mit dem Identitären-Schiff mal wieder eine Übertreibung der Medien. Laut „vesselfinder“ sind wohl andere Schiffe deutlich näher als die Sea-Eye (macht sich aber gut als Plot) und auch von „Seenot“ kann nicht wirklich die Rede sein, da der Schaden anscheinend mit Bordmitteln repariert wird (siehe Kommentare im Artikel der Welt).
Leider fehlte der Link zum Artikel in der Welt, ich nehme an, dieser hier war gemeint. (Danke, Lutz)
Frauen könnten die Gewinner der Digitalisierung sein. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren einer Studie des Instituts für Weltwirtschaft (IfW). Demnach können Frauen auf dem Arbeitsmarkt nicht so leicht durch Roboter ersetzt werden wie Männer.Hoffentlich kriegt Google das nicht mit, dass Sie (öffentlich!!) behauptet haben, es gäbe Unterschiede zwischen Männern und Frauen, die zu unterschiedlicher Befähigung bei unterschiedlichen Jobs führen könnten! (Danke, Maximilian)Grund dafür sei, dass Frauen in der Regel über mehr Empathie und soziale Fähigkeiten verfügen als Männer.
These sensitive papers, described to VICE News by three current and former White House officials, don’t contain top-secret intelligence or updates on legislative initiatives. Instead, the folders are filled with screenshots of positive cable news chyrons (those lower-third headlines and crawls), admiring tweets, transcripts of fawning TV interviews, praise-filled news stories, and sometimes just pictures of Trump on TV looking powerful.Das ist bestimmt Balsam für ein von Selbstzweifeln zerfressenes Ego!Aber Trump ist noch nicht zufrieden damit.
One White House official said the only feedback the White House communications shop, which prepares the folder, has ever gotten in all these months is: “It needs to be more fucking positive.” That’s why some in the White House ruefully refer to the packet as “the propaganda document.”
Nun habe ich mir das aus Geisterfahrer-Gambit-Gründen ein paar Mal in Ruhe angehört, was die so zu sagen haben, und fand einige Punkte durchaus diskutierenswert, auch wenn ich selbst eher dem völlig entgegengesetzten politischen Spektrum angehöre.
Ich erwähne das, weil mich jemand auf diesen Artikel hier hingewiesen hat, in dem ein paar Libertäre in Texas ein Dorf nach ihren Dogmen zu fahren versucht haben.
Der Begriff "incorporated" verwirrt vielleicht in dem Artikel viele Leser, weil wir das nur von Firmen kennen, aber auch Ortschaften können in den USA Körperschaften sein. Wenn man mal eine nicht inkorporierte Gemeinde in den USA findet, dann sind das im Allgemeinen nur eine handvoll Holzverschlag-mäßige Häuschen in der Wüste, oder so Redneck-Trailer oder so. Im Artikel wird erklärt, dass das Dorf vor der Inkorporierung kein Abwassersystem hatte sondern da immer der Septic Tank geleert wurde, wie beim Campingplatz. Stellt euch also so eine Art Redneck-Minisiedlung in der Wüste vor. Auf Google Maps in der Satellitensicht kriegt man ein Gefühl. Die haben sich halt neben der Autobahn angesiedelt.
So und was heißt Libertarismus, auf eine Ortschaft angewendet? Nun, am besten keine Steuern erheben. Nur Sales Tax (Mehrwertsteuer wird in den USA einmal vom Bund, einmal vom Bundesland und einmal von der Gemeinde aufgeschlagen). Insbesondere die Property Tax (Immobiliensteuer) sollte auf Null gefahren werden.
Das lief auch eine Weile gar nicht so schlecht, weil in der Nähe ein fettes Ölfeld bearbeitet wurde. Aber als der sinkende Ölpreis das unattraktiv machte und die alle weggingen, da war es dann Essig mit "wir überleben nur von der Sales Tax". Das Ergebnis ist eine epische Räuberpistole.
Der hat gesagt: Mein Ziel ist, möglichst schnell möglichst viel Gehalt zu kassieren. Ob der Arbeitgeber glücklich ist oder nicht, spielt keine Rolle. Loyalität habe ich keine. Wer mich gut behandelt, bei dem bleibe ich nur, solange niemand sonst mehr Geld bietet.
Und der kam dann auf das Ergebnis, dass Firmen, die ihn abwerben wollten, immer das alte Gehalt genommen und 10-20% aufgeschlagen haben (ich verkacke jetzt wahrscheinlich gerade die Größenordnung), und dass in neuen Verträgen häufig drinsteht, man muss erstmal ein halbes Jahr dort arbeiten bleiben. Also hat er alle halbe Jahr die Firma gewechselt. Über sowas wie 8 Jahre oder so. Dann hatte er alle üblichen Verdächtigen in seinem Segment durch und musste das Spiel abbrechen.
Ich fand das damals abstoßend und unmoralisch und verwerflich, was er tat, aber heute glaube ich, dass das die natürliche Reaktion der Arbeiter darauf ist, wenn der Arbeitgeber sie wie austauschbare Verbrauchsmaterialien behandelt. Wenn ich den Amis erzählt habe, dass typische Karrieren in Deutschland gerne mal nur einen Arbeitgeber haben, und zwar für das ganze Leben eines Arbeiters, dann haben die mich nur ungläubig angeguckt. Die Zeiten sind aber vorbei hier, und die Kapitalisten werden sich noch umsehen, glaube ich.
An dieser Stelle will ich nochmal zu meinem Kumpel Kris von gestern zurückkommen, der hat nämlich noch eine andere Sache angesprochen, die hier gut passt. Unser Gespräch ging nämlich mit Uber los. Uber hat ja händeringend einen neuen CEO gesucht, am besten eine Frau, und jetzt sind wieder nur drei Männer in der Auswahl. Ich meinte dazu:
Ich bin ehrlich erstaunt, dass sie 3 Typen gefunden haben.Und Kris meinte dazu:Wer will denn bitte dieses Selbstmordkommando übernehmen?
Klar, man kriegt Geld dafür, aber nehmen wir mal an, du bist eine Frau, und du übernimmst das gegen den Eisberg fahrende Großschiff, und es fährt gegen den Eisberg und sinkt — das gibt 10 Jahre "siehst du, Frauen können sowas nicht!1!!"-Geblubber.Ich sage nur diese Google-Frau, die dann Yahoo übernommen hat. Wie hieß die noch gleich? Marissa Meyer oder so?
Naja, das werden schon passende Typen sein. In Kapitel 13 von Pre-Suasion heißt es:Ich halte die Vorstellung für naiv, dass die US-Regierung bislang nicht aus Conmen und Crooks besteht, aber das Argument in dieser Klarheit war für mich doch eine Offenbarung.Notice that, according to our thinking, the flight of personnel from an ethically compromised company isn’t expected to include everyone. Rather, because the exodus is launched by the stress from conflicting moral values, it will be specific to employees with high ethical standards. Those comfortable with the use of trickery to achieve financial gains should be happy to stay. And therein lies the source of our third specified tumor of organizational dishonesty. Phrased in terms of a caution to any leader responsible for shaping the ethical climate of an organization, it is as follows: those who cheat for you will cheat against you. If you encourage the first form of deceit, you will get the second, which will cost you dearly in the bargain.
Uber ist ein super Beispiel dafür. Die haben jetzt 8 Jahre lang Scheißemagnet gespielt und natürlich weiß jede moralisch denkende Person intuitiv, was das für ein Seuchenhaufen ist.
Das wird mehr als 8 Jahre brauchen, da den Befall im Personal zu identifizieren und zu vergraulen, und ersten hat Uber diese 8 Jahre nicht und zweitens - wer will den Job schon machen.
Das ist im übrigen jetzt genau das, was mit der US Administration passiert. Da sind es 4 Jahre und danach ist der Laden durch-infiziert, weil da self-selecting die Crooks und Conmen rein gezogen sind. Das ist der Anfang vom echten Ende des American Empire nun.
Die Parallelen zum Dieselskandal kann ja jeder für sich selbst ziehen.
Update: Nur dass mich hier keiner falsch versteht: Ich verurteile den nicht dafür, dass er das macht. Damals habe ich das negativ gesehen. Heute halte ich das für normal. Und ich kriege gerade mehrere Zuschriften von Leuten, die mir schreiben, dass sie das aus Deutschland auch so kennen, und sogar dass das die sinnvollste Methode ist. Kris merkt zum Beispiel völlig richtig an, dass man dann in Bewerbungsgesprächen viel entspannter und selbstbewusster auftritt, und dass die Leute, die auf der anderen Seite das Bewerbungsgespräch führen, darauf trainiert sind, das zu erkennen und sogar aktiv zu suchen, wenn jemand entspannt und selbstbewusst auftritt.
Update: Ein Einsender empfiehlt dazu diesen Artikel, der in das selbe Horn bläst (mit dem schnellen Jobwechsel)
Allerdings gibt es halt beim Selberbauen immer mal wieder Stress.
Eine Weile gab es Konflikte, weil Firefox auf einer über 10 Jahre alten Version von GNU autoconf bestand, die ich nicht hatte.
Dann gab es Ärger, weil Firefox H.264-Playback (Youtube und co) nur abspielen wollte, wenn man gstreamer installierte — aber es bestand auf einer 10 Jahre alten Gammelversion, die schon längst nicht mehr gewartet wurde.
Inzwischen hat Firefox auf ffmpeg umgestellt, und das tat auch eine Weile ganz gut, aber vor ein paar Tagen stellte es die Arbeit ein. Ich bin dann auf die Vorversion und zurück und habe mir das für das Wochenende vorgenommen. Jetzt ist Wochenende, und ich habe erstmal die neue glibc 2.26 installiert (die endlich reallocarray von OpenBSD übernommen hat, und einen per-Thread malloc-Cache hat, was die Performance massiv verbessern sollte in Programmen mit mehreren Threads).
Das brach mir dann erstmal alles.
Die Shell konnte plötzlich nicht mehr meinen Usernamen herausfinden, screen wurde konkreter und sagte, getpwuid könne meinen User nicht auflösen. Sowas gibt es bei glibc häufiger, weil die gerne mal Dinge als "deprecated" markieren, für die es keinen Ersatz gibt. Zum Beispiel pt_chown vor einer Weile. Das war halt unsicher, also haben sie es weggemacht. pt_chown ist das Vehikel, über das die einschlägigen libc-Routinen (grantpt) ein PTY allozieren, und es liegt in /usr/libexec, wenn es denn überhaupt liegt. Und plötzlich kam mein X nicht mehr hoch, weil mein X solange läuft, wie mein Terminal in X läuft, und das konnte kein PTY mehr allozieren.
Später hat glibc dann Sun RPC rausgeschmissen, und dann ließ sich mount(8) nicht mehr bauen. Ja super. Und jetzt haben sie nsl für obsolet erklärt und in nss ausgemistet (NIS rausgekantet und so). Gut, NIS verwende ich nicht. Als das nicht ging, habe ich halt neu gebaut, diesmal mit --enable-obsolete-nsl, aber das brauchte auch nichts. Stellt sich raus: in meine /etc/nsswitch.conf stand drin:
passwd: compatUnd das sorgte dafür, dass die glibc libnss_compat.so oder so zu laden versuchte, und das gibt es nicht mehr. Die glückbringende Änderung war dann:
shadow: compat
group: compat
passwd: filesSeufz. Bei solchen Gelegenheiten bin ich ja immer froh, dass mein getty und mein login gegen dietlibc gelinkt sind, und für Notfälle noch eine diet-shell rumliegt. So komm ich auch nach solchen glibc-Sabotageakten immer noch irgendwie ans System ran und kann Dinge fixen.
shadow: files
group: files
Aber eigentlich wollte ich ja von Firefox erzählen. Nach dem glibc-Update baut auch Firefox nicht mehr, weil glibc in sys/ucontext.h eine struct von struct ucontext zu struct ucontext_t umbenannt hat. Ich bin mir sicher, dass es da Gründe für gab, aber meine Phantasie reicht nicht, um mir welche auszudenken. Was für ein Scheiß ist DAS denn bitte?! Firefox hat einen Crash Reporter, und der will halt in diesen Strukturen herumfuhrwerken, weil man das tun muss, wenn man sehen will, in welchem Zustand das Programm beim Crashen war.
Gut, nur ein Dutzend Dateien musste ich anfassen, dann baute Firefox wieder. Aber H.264 war immer noch kaputt.
Und die Story ist richtig interessant, daher will ich sie hier mal bloggen. Wenn man so ein Problem hat, dann ist unter Linux eine der ersten und besten Debugmöglichkeiten, dass man strace benutzt. Programme unter Linux laufen im User Space, und die interagieren mit dem Kernel über Syscalls. strace fängt die Syscalls ab und gibt ihre Argumente und Ergebnisse aus. Hier ist ein Beispiel:
$ strace /opt/diet/bin/cat true.cHier sieht man ganz gut, was cat tut. execve gehört noch nicht zu dem cat selber, das ist der Aufruf von dem cat. arch_prctl ist ein Implementationsdetail, das man auf x86_64 macht, um thread local storage einzurichten (die libc weiß an der Stelle nicht, dass cat das nicht benutzt). strace auf Firefox ist natürlich viel umfangreicher, aber mit ein bisschen Geduld kann man da trotzdem sehen, was passiert, bzw. was nicht passiert. Und zwar sah ich das hier:
execve("/opt/diet/bin/cat", ["/opt/diet/bin/cat", "true.c"], [/* 60 vars */]) = 0
arch_prctl(ARCH_SET_FS, 0x7fff5e690f70) = 0
open("true.c", O_RDONLY) = 3
read(3, "int main() {\n return 0;\n}\n", 65536) = 27
write(1, "int main() {\n return 0;\n}\n", 27int main() {
return 0;
}
) = 27
read(3, "", 65536) = 0
close(3) = 0
exit(0) = ?
+++ exited with 0 +++
7194 openat(AT_FDCWD, "/usr/lib64/libavcodec-ffmpeg.so.57", O_RDONLY|O_CLOEXEC) = 257
7194 --- SIGSYS {si_signo=SIGSYS, si_code=SYS_SECCOMP, si_errno=EEXIST, si_call_addr=0x7fc218252840, si_syscall=__NR_openat, si_arch=AUDIT_ARCH_X86_64} ---
7194 socketpair(AF_UNIX, SOCK_SEQPACKET, 0, [39, 40]) = 0
7194 sendmsg(36, {msg_name=NULL, msg_namelen=0, msg_iov=[{iov_base="\0\0\0\0\0\0\10\0\0\0\0\0\0\0\0\0", iov_len=16}, {iov_base="/usr/lib64/libavcodec-ffmpeg.so."…, iov_len=35}, {iov_base=NULL, iov_len=0}], msg_iovlen=3, msg_control=[{cmsg_len=20, cmsg_level=SOL_SOCKET, cmsg_type=SCM_RIGHTS, cmsg_data=[40]}], msg_controllen=24, msg_flags=0}, MSG_NOSIGNAL <unfinished …>
7196 <… recvmsg resumed> {msg_name=NULL, msg_namelen=0, msg_iov=[{iov_base="\0\0\0\0\0\0\10\0\0\0\0\0\0\0\0\0", iov_len=16}, {iov_base="/usr/lib64/libavcodec-ffmpeg.so."…, iov_len=8194}], msg_iovlen=2, msg_control=[{cmsg_len=20, cmsg_level=SOL_SOCKET,cmsg_type=SCM_RIGHTS, cmsg_data=[66]}], msg_controllen=24, msg_flags=MSG_CMSG_CLOEXEC}, MSG_CMSG_CLOEXEC) = 51
7194 <… sendmsg resumed> ) = 51
7196 openat(AT_FDCWD, "/usr/lib64/libavcodec-ffmpeg.so.57", O_RDONLY|O_NOCTTY|O_CLOEXEC <unfinished …>
7194 close(40 <unfinished …>
7196 <… openat resumed> ) = 95
7194 <… close resumed> ) = 0
7196 sendmsg(66, {msg_name=NULL, msg_namelen=0, msg_iov=[{iov_base="\0\0\0\0", iov_len=4}], msg_iovlen=1, msg_control=[{cmsg_len=20, cmsg_level=SOL_SOCKET, cmsg_type=SCM_RIGHTS, cmsg_data=[95]}], msg_controllen=24, msg_flags=0}, MSG_NOSIGNAL <unfinished …>
7194 recvmsg(39, <unfinished …>
7196 <… sendmsg resumed> ) = 4
7194 <… recvmsg resumed> {msg_name=NULL, msg_namelen=0, msg_iov=[{iov_base="\0\0\0\0", iov_len=4}], msg_iovlen=1, msg_control=[{cmsg_len=20, cmsg_level=SOL_SOCKET, cmsg_type=SCM_RIGHTS, cmsg_data=[40]}], msg_controllen=24, msg_flags=MSG_CMSG_CLOEXEC}, MSG_CMSG_CLOEXEC) = 4
Die Ausgabe ist ein bisschen verwirrend mit dem unfinished und resumed; das kommt daher, dass Firefox mehr als einen Prozess/Thread aufmacht, und die miteinander reden, und ich alle von denen auf einmal beobachte. Aber mal grob: Prozess A ruft openat(AT_FDCWD,…) auf, das ist äquivalent zu open(…). Kriegt als Ergebnis 257 und direkt ein Signal SIGSYS mit si_code SYS_SECCOMP.Das ist ziemlich coole Scheiße, weil das genau das ist, was ich auf dem 32c3 in meinem Vortrag "Check your privileges" als Broker-Architektur vorgestellt hatte. Die haben das aber nicht über Überladen von openat gemacht, sondern die haben das so gemacht, dass SECCOMP nicht den Prozess abbricht sondern dieses Signal schickt. Das Signal fangen sie dann ab, und der Handler von dem Signal kann dann nachvollziehen, was der Code zu tun versucht hatte, in diesem Fall openat, und das anders lösen — nämlich über sendmsg an den Broker, wie wir in dem strace schön sehen können. Der Broker macht recvmsg, kriegt die Anfrage (und wir sehen in den Daten von dem sendmsg auch schön den Dateinamen), und öffnet die dann. Die Zahl am Anfang ist übrigens die PID bzw. Thread-ID.
Der Broker macht dann selber nochmal openat, hat keinen SECCOMP-Filter installiert, das openat läuft durch, und dann schickt der Broker mit dem zweiten sendmsg oben den Deskriptor 95 zurück an den anfragenden Prozess in der Sandbox. Der kriegt das dann in dem recvmsg als Deskriptor 40 reingereicht (Deskriptoren sind immer relativ zum Prozess, daher findet hier im Kernel eine Übersetzung statt). Das ist mal echt coole Scheiße, und ich bin einigermaßen schockiert, dass Firefox so Bleeding-Edge-Kram überhaupt implementiert hat. Sehr cool!
Warum ich das hier alles erwähne: weil das bei mir auf die Nase fiel, denn zum Abspielen von H.264 lädt Firefox libavcodec von ffmpeg, und ffmpeg ist gegen einen Haufen Codecs und Libraries gelinkt, und die liegen bei mir eben nicht alle in /usr/lib64, sondern beispielsweise liegt libva in /usr/X11R7/lib64 (libva macht hardware-assistierte Dekodierung und Anzeige von u.a. H.264-Videos). Und es stellt sich raus, dass Firefox in dem Broker eine Liste von erlaubten Verzeichnissen hat, aus denen Dateien geöffnet werden können, und die wird nicht aus /etc/ld.so.conf oder so generiert, sondern die ist hardkodiert im Quellcode. Falls jemand mal selbst gucken will: Das ist in security/sandbox/linux/broker/SandboxBrokerPolicyFactory.cpp (nach policy->AddDir gucken).
Nachdem ich da meine Pfade eingetragen habe, kann der Firefox ffmpeg laden — aber das Video immer noch nicht spielen. Das sei jetzt korrupt, sagt er. Ist es natürlich nicht. Mist. Na mal schauen. Fortschritt ist immer nur ein Schritt zur Zeit.
Update: Ein Einsender zur glibc-Situation:
Das Update habe ich für unsere cross-gebauten Umgebungen diese Woche auch gemacht. Mal so ein paar Sachen, die aufgefallen sind:
- gcc 5.4 baut dann nicht mehr (ucontext_t, auch ein paar Stack-Sachen), betrifft auch neuere Versionen von gcc
- iproute2 4.11 baut auch nicht mehr (4.12 schon, also mir egal). IIRC haben sie irgendwo vergessen stdint.h für UINT16_MAX einzubinden, und das muss vorher zufällig über irgendeinen anderen Header mit reingekommen sein (also ganz klar nicht die Schuld von glibc)
- gdb 8.0 baut nicht mehr auf x64 (ARM geht), irgendwas mit putc(), das nur ein Argument bekommt oder so.
Ganz großes Kino.
In der Tat. o_O
Bislang hatte der VW-Manager Schmidt stets bestritten, in den Abgas-Skandal in den USA verwickelt zu sein - nun legte er vor Gericht jedoch ein Geständnis ab. Andernfalls hätte ihm eine lebenslange Haftstrafe drohen können.Ich will nicht sagen, dass der unschuldig ist. Aber das ist in den USA keine Seltenheit, dass Unschuldige lieber ein Geständnis ablegen, um "nur" für ein paar Jahre in den Knast zu gehen, als sich den Unwägbarkeiten eines "gerechten Verfahrens" auszusetzen, und dann lebenslang oder die Todesstrafe zu kriegen.
In diesem Fall war die Abwägung wie folgt:
Neun von elf Anklagepunkten wurden fallen gelassen. Schmidt drohen jetzt noch eine Gefängnisstrafe von höchstens sieben Jahren und Geldbußen von bis zu 500.000 Dollar. Hätte Schmidt auf einen Freispruch gepocht, hätten ihm im Höchstfall 169 Jahre Haft gedroht. Das Urteil im Prozess soll am 6. Dezember fallen.Das ist doch mal eine effiziente Justiz!1!! Da kriegt jeder sein faires Verfahren!
Dieser Internetpranger richtete sich voll gerechten Zorns gegen die fiesen Schweine-Arschlöcher, die intersektionalen Feminismus nicht für inhärent unhinterfragbar axiomatisch gottgegeben die beste Idee seit geschnitten Brot hielten. Hey, der da hinten wagt es, anderer Meinung als ich zu sein! Da mach ich doch nen Internetpranger auf! Das hat schon immer toll funktioniert! Für alle Außenstehenden räumt das immerhin ganz schnell alle Zweifel aus, welche Seite die fanatischen Spinner sind.
Ich sage das übrigens als jemand, der auch mal einen Internet-Pranger betrieben hat. Vor vielen Jahren. Das war ein Archiv im Web von Usenet-Postings (die aus Prinzip öffentlich sind, vom Poster selbst veröffentlicht; damit rationalisierte ich mir das damals zurecht). Als dann der zweite ankam, der einen Job nicht gekriegt hat, weil die Sachbearbeiter auf der anderen Seite seinen Namen gegoogelt und seine Ergüsse in meinem Archiv gefunden haben, habe ich das Archiv weggemacht. Die Idee war ja nicht, Idioten das Leben kaputt zu machen, sondern es den Leuten zu ermöglichen, aus anderer Leute Fehler zu lernen, nicht nur aus ihren eigenen. Aber es stellt sich raus: Niemand benutzt sowas für sowas.
Ich habe inzwischen ein paar Mal die These gehört, dass das Problem ist, dass die Technik zu niederschwellig geworden ist inzwischen. Früher, als nur Nerds mit IQ 130 es in BBSsen geschafft haben, da war die Welt noch in Ordnung!1!! Stimmt nicht. Ich könnte da ein paar Geschichten erzählen aus meiner BBS-Zeit. Hey, vielleicht sollte ich das mal machen, in einer Alternativlos-Folge oder so. Die bittere Lektion ist jedenfalls: Es reicht ein Arschloch in einer Gruppe, um den ganzen gemeinsamen Raum zu vergiften. Und so hochschwellig kann man den Zugang gar nicht machen, dass es da nicht mindestens ein Arschloch rein schafft. Zensur oder "Moderation" von Idioten ändert nur die Art der Vergiftung, nicht, dass der Raum vergiftet ist.
Akt 2: Die Amis stören sich an den ganzen Raubkopien, suchen nach Kompromat. Hey, haben wir für sowas nicht die NSA? Na klar! Die NSA spioniert Kimble aus. Den WENN hier etwas die nationale Sicherheit gefährdet, dann ja wohl der Betreiber einer Filesharing-Site!
Und jetzt kommt der echt überraschende Teil. Der, den so sicher keiner von euch kommen gesehen hat.
THE GCSB lost control of its surveillance technology and wasn't aware its systems continued spying on Kim Dotcom, according to new documents from the spy bureau.Die NSA benutzt für das Schnüffeln die Hardware des Geheimdienstes von Neuseeland. Immerhin ist Neuseeland Mitglied der Five Eyes. Neuseeland stellt die Überwachung dann 2012 ein, weil, äh, der Mann ist Bürger Neuseelands, kein Terrorist, und hat niemandem den heiligen Krieg erklärt.Akt 3: Aber die NSA spioniert einfach weiter. Und zwar weiterhin mit der Infrastruktur der Neuseeländer. Und die merken nichts davon.
Nun kann man natürlich sagen: Hey, so blöde kannst du doch gar nicht sein, das nicht zu merken, wenn die NSA Friendly Fire mit deiner Infrastruktur macht. Aber auf der anderen Seite hat man ja beim BND gesehen, dass die "befreundeten Dienste" alle technologisch völlig abhängig sind von der NSA, außer vielleicht GCHQ. Ich kann mir das gut vorstellen, dass die Neuseeländer ihr Equipment da als Dauerleihgabe oder so vom großen Bruder in den USA gekriegt hat, und dann, geschenkter Gaul und so, da lieber nicht so genau hingeschaut hat, ob der großzügig dimensionierte Wartungszugang für mehr als Wartung verwendet wird.
Ihr könnt ja mal raten, welche Bevölkerungsgruppen im Gefängnis überrepräsentiert sind, und daher davon betroffen sein werden.
Oh, der Bezirk heißt auch noch "White County". Keine weiteren Fragen.
Selbst nur für diese Bücher lohnt sich das Bundle, und ich vermute mal, bei den anderen werden auch noch ein paar ganz gut sein.
Wer übrigens wie ich Bruce Schneier nicht so mag, der kann trotzdem unbesorgt Cryptography Engineering lesen; ich hörte, das hat im Wesentlichen Niels Ferguson geschrieben, und der hat da seinen Kumpel Bruce Schneier nur aufs Cover getan, damit sich das besser verkauft :-)
Ich war vor Ort. Das, was am stärksten bei mir hängen geblieben ist, ist die autofreie Innenstadt. Das einzige Hindernis beim Fahrradfahren durch die Stadt war die gefühlt 2km lange Critical Mass Veranstaltung, die für mindestens fünf Stunden (frühester bis spätester Zeitpunkt bei dem wir die getroffen haben) unterwegs war.Ich fand es etwas schade, dass die Live-Schalte zu Assange bei der Diem25 Veranstaltung aufgrund eines (geplanten?) Feueralarms in der Uni nicht stattfand, aber dafür ging die Veranstaltung draußen bei wunderschönem Wetter und unter drei Helikoptern entspannt weiter. Außerdem fand ich es schön, wie ca. 500 Menschen auf der Reeperbahn bei der Technomusik von einem Party-Jeep und der Partybeleuchtung von zwei Wasserwerfern friedlich gefeiert haben.
Ganz ehrlich? Ich war vor Ort und habe von Ausschreitungen mehr über die Medien gehört als ich persönlich gesehen habe, obwohl ich ständig zwischen Landungsbrücken und Schanze (Fr. Abend um 20:00, da war alles friedlich) unterwegs war. Am Samstag war eine sehr schöne Demo mit fast 100.000 Menschen und sehr kreativen Verkleidungen und Wagen.
Warum schenken wir den Law and Order Deppen und gewalttätigen Idioten eigentlich so viel Aufmerksamkeit? Für mich war das Wochenenende zumindest super und ich bin sehr froh, dabei gewesen zu sein. Und das nicht nur, um die Mediendarstellung mit meiner eigenen Wahrnehmung vergleichen zu können.
Update: Eine andere Einsendung widerspricht:
Dein Einsender hat Recht. Um 20.00 Uhr war hier alles friedlich auf der Schanze. Da sind Demoausläufer hier angekommen. Und es war so, wie es dann immer ist. Irgendwann rabatzt wer leicht rum, und die Polizei räumt das Gelände (das im Normalfall sehr übergriffig, aber das ist eine andere Frage). Gegen 20.00 sind die hier einmal durch.
Dann kam der nicht-friedliche Teil. Danach wurde es unangenehm gewaltvoll für die Anwohner und Anwohnerinnen.
Wir sind hier Auseinandersetzungen zwischen Demo-Teilnehmern, -Teilnehmerinnen und der Polzei gewohnt. Aber im Normalfall streiten die sich, und wir sind nur da.
Die letzten Mai-Demos und die letzten Schanzenfeste liefen im Wesentlichen auf ein "18-25-jährige Männer stellen sich den Wasserwerfer in den Weg" hinaus. Das nennen wir hier Wasserspiele. Wir sind uns einig, dass sich es dabei um Pinneberger Krawalltouristen handelt. (Dabei sind bestimmt auch junge Herren aus Quickborn dabei.)
Das letzte Mal, das es hier richtig eskaliert ist, war der 21.12.2013.
Diese Auseinandersetzung war sehr gewaltvoll. Selbst diese Gewalt hat sich zwischen Polizei und den Krawallos abspielt. Wir stellen da im Wesentlichen nur "den Begegnungsraum".
Da brennen zwar auch mal Mülltonnen, aber die sind so schnell wieder ausgepiescht vom Wasserwerfer, dass die TV-Leute sich echt beeilen müssen, um zu guten Feuerbildern zu kommen.
Am G20-Freitag hatte die Polizei ggen 20.00 Uhr geräumt, sich am Pferdemarkt wieder aufgebaut und hat sich vollkommen atypisch verhalten. Im Normallfall lassen die sich auf ein Katz-und-Mausspiel mit den Krawalltouristen ein.
Das Ergebnis ist: es gibt nur noch kontrollierte Zu- und Abgänge aufs Gelände, und wenn etwas brennt, brennt es für circa zwei Minuten. Barrikaden wachsen nicht in der Höhe, sondern werden direkt vom Räumpanzer abgeräumt.
In diesem Fall habt die Polizei keine Präsenz gezeigt.
Um 22.00 Uhr kam ich persönlich über die Susannenstraße ins Schulterblatt rein. Die Susannenstraße war voller Partyvolk (Freitag, Schanze, normal). Das war auch die Ansage des Polizisten am Schlump, den ich gefragt habe, wie die Lage sei: "Sie kennen das ja. Schanze und Demo. Im Wesentlichen so wie immer." Er murmelte noch etwas von "Molotowcocktail über Funk gehört". Aber das konnte er nicht einordnen.
Zu diesem Zeitpunkt war das Schulterblatt nicht mehr friedlich. Dennoch gab es friedliche Ecken. Die Susannenstraße war stärker belebt als sonst. Aber das Partyvolk saß noch draußen, trank Wein und aß. Genauso wie auf der Piazza, dem oberen Teil des Schulterblatts. Auf dieser Höhe brannten zwei Barrikaden. Davor saß das Partyvolk, trank Wein und aß.
Davor waren viele Leute auf der Straße. Eine Mischung aus Partyvolk und den Krawalltouristen.
Aber "unten" waren die Krawallos (viele von den "Pinnebergern" und auch einige anders "professionell" Vermummte) unterwegs. Die Barrikaden brannten und wurden gespeist vom REWE, von Budni oder zum Beispiel aus der Backfactory (in der Presse werden immer erstere genannt, aber hier ist noch mehr kaputt gegangen).
Ungefähr um diese Zeit stürmten einige die Haspa und setzten diese innen in Brand. Das Feuer wurde für lange Zeit nicht gelöscht.
Für uns hier war neu, dass die Auseinandersetzung das Umfeld mit einbezog. Ich finde persönlich diese Wasserspiele müßig und frage mich recht häufig, ob wir nicht einen anderen Weg des Testoteronabbaus etablieren könnten. Ehrlich gesagt, finde ich es ziemlich bekloppt, dass dafür unsere Polizei herhalten muss.
Während ich in Demonstrationen einen Ausdruck von politischem Standpunkt und Debatte sehe, konnte ich noch nie eine politische Meinungsbildung in den "Wasserspielen" erkennen.
Ich habe dabei einen hohen Anspruch an die Polizei, dass diese sich gerade in solchen Situationen angemessen verhält. Dieser Anspruch wird in Hamburg — zumindest vor meinem Wohnzimmerfenster — regelmäßig unterlaufen.
Am letzten Freitag war ich Augenzeugin eines brennenden (oberen) Schulterblatts. Ungefähr alle zehn Meter brannte eine Barrikade. Ich sahe diverse Plünderungen und Leute, die an Haustüren schepperten und auch Gewalt gegenüber den Anwohnern und Anwohnerinnen androhten. So sind etliche brennende Gegenstände gegen Fenster geflogen.
Im Ergebnis kannst Du hier Leuten finden, die traumatisiert sind. Die immer noch im Panikmodus sind. Es ist hier eine intensive Debatte, wie "man" sich korrekt in so einem Falle verhalten sollte. Weil gelernt ist ja: wir sind alleine, die Polizei kommt nicht.
Gestern fing im zu einem 1/4 wieder nutzbaren Budni (mit super kleinem Sortiment) eine Anwohnerin an zu weinen, als sie realisierte, dass der Budni noch nicht wieder komplett auf ist. Sie zitterte, und es fühlte sich an, als würde die Angst vom G20-Freitag bei ihr wieder ankommen. Sie sagte immer nur: "Das ist Krieg!"
Ich gehe davon, dass Krieg schlimmer ist, aber das zeigt vielleicht, wie sehr hier die Leute zum Teil erschüttert sind. Und das deren Schmerz, Angst + Panik nicht vorbei ist.
Wir sind hier im Normalfall genervt von den Auseinandersetzungen. Wir können ordentlich rumschimpfen über Krawalltouristen, Polizei und Journalisten / Journalistinnen. Der eine oder andere kann dem etwas Politisches abgewinnen. Dann können wir vortrefflich darüber debattieren, ob das so ist oder nicht.
Journalisten und Journalistinnen haben in den letzten Jahre immer mal "Krawalle" hergeschrieben, wenn echt nichts los war. Außer Testosteronabbau.
Aber der Freitag war anders. Der war von vielleicht 21.00 - 24.00 Uhr nicht friedlich.
Denn die draußen bedrohten uns. Und sie waren viele. Gewalttätig. Es mischten sich professionell Vermummte, die Pinneberger Krawalltouristen und das Partyvolk zu einer Bedrohung auf, die hier mehr als einen Anwohner und mehr als eine Anwohnerin echt erschüttert hat.
Nochmal: wir kennen Auseinandersetzungen zwischen Krawalltouristen + Polizei. Was wir nicht kennen, sind persönliche Bedrohungen.
Gegen 24.00 Uhr hat die Polizei das Schulterblatt geräumt. Auch das hat sie atypisch getan. Die Zuwegungen hat sie wiederum nicht blockiert. Im Ergebnis hat dann die Altonaer Straße noch richtig einen mitgekriegt.
Insofern: ja, Dein Einsender hat Recht: es war um 20.00 Uhr friedlich. *Wir* haben auch nie behauptet, dass es hier tagelang Ausschreitungen gegeben hätte.
Ich konstatiere für mich, dass es drei Stunden gegeben hat, in der sich die Polizei atypisch verhalten hat. Und die von vielen Anwohnern und Anwohnerinnen als sehr ohnmächtig erlebt wurden.
Da stellen sich Fragen wie:
- Gehe ich nach unten und verteidige ich das Haus aktiv?
- Gehe ich nach unten und helfe den Gastronomen, das entsprechende Etablissement zu "räumen" und dann zu schließen?
- Packe ich meinen Notkoffer und gehe ich?
- Packe ich meinen Notkoffer, wecke ich meine Kinder auf, setze die aufs Sofa und warte ich, ob was zum Fenster reinfliegt, um dann zu fliehen?
- Gehe ich schlafen?
Ich kenne für jede dieser Optionen mindestens eine Person, die diese Option bejaht hat.
In der Presse heißt es, dass Polizisten + Polizistinnen den Einsatz verweigert hätten. Mit Hinweis auf "Gefahr für Leib + Leben". Diese Erklärung ist für Leute, die am oberen Ende wohnen, schwer aushaltbar. Die konnten sich nicht aussuchen, ob die in den Einsatz gehen. Sie waren mittendrinnen.
Das hier häufig geäußerte Gefühl ist, im Stich gelassen worden zu sein.
Ich bin froh, dass Dein Einsender sehr deutlich gemacht hat, dass es um 20.00 Uhr friedlich gewesen sei. Die Unterstellung, es sei die gesamte Zeit nichts los gewesen, wäre nicht auszuhalten. Es würde nicht anerkennen, was uns passiert ist.
Ich habe Theorien dazu, warum die Polizei sich derart atypisch verhalten hat. Ich hoffe sehr, dass die da auch sauber drauf gucken werden. Ich würde das ungerne wiederholt sehen.
Nachtrag: Vielleicht zeigt diese Mail auch, was das Problem ist.
Für mich ist es gerade ganz schwer anzuerkennen, dass hier Sachen über die G20-Tage auch echt gut gelaufen sind. Es fällt mir auch schwer, sauber zu benennen, was außer diesem atypischen Polizeiverhalten noch mistig war.
Ich kann friedliche Demos nicht gut sehen. Das verschwindet hinter meinem Wahrnehmungsfilter.
Hat es gegeben, total kluge und beeindruckende Demos zum Beispiel Attac und coole Kunstperfermances gegeben (oder waren 1000 Gestalten + Blockade-Yoga auch Demos)? Ich finde es eigntlich beeindruckend, dass am Sonnabend hier 50K (Polizei) - 75K (Veranstalter) Leute draußen zum Demonstrieren waren. Ich finde "Lieber tanz ich als G20" gut und wichtig.
Es hat hier nach meinem Wissensstand mehr als 60 Demos gegeben. Und große Teile scheint die Polizei gut begleitet zu haben.
Bestimmt haben die G20-Leute selbst irgendetwas gesagt, was deren Ergebnis war (könnte ich gerade nicht sagen, außerhalb meiner Wahrnehmung)
Für mich reduziert sich aber G20 auf drei gewaltvolle Stunden voller Angst + Ohnmacht. Und was daran schwer auszuhalten ist, dass diese Angst + Ohnmacht medial keinen Ausdruck findet.
Die Deutungsdebatte findet halt ohne uns Anwohner + Anwohnerinnen statt.
Vielleicht kann ich die Auseinandersetzung selbst besser führen, wenn ich aus diesen sehr basalen Gefühlen raus bin.
Keine Ahnung, ob da was dran ist, aber als Gerücht schonmal wunderschön.
Es gab zwei große Gruppen an Kritiken. Auf der einen Seite AfD-Wähler (ich fasse das jetzt mal unlauter so zu sammen, nur einige wenige von denen haben sich selbst als AfD-Wähler geoutet), die entrüstet sind, dass ich diesen fiesen Linksterror, diese an einen Krieg erinnernde Gewalteskalation von marodierenden Gewalttäter-Horden aus dem linken Autonomen-Spektrum, dass ich das hier mit Hinweisen auf Polizei-Fehlverhalten relativiere.
Auf der anderen Seite Schwarzer Block (genau so unlauter zusammengefasst), die empört waren, dass ich hier den gerechten Kampf gegen den globalen Kapitalismus und die dafür offensichtlich notwendigen Kratzer an den Lack-Oberflächen der Schlagstöcke und Riot-Schilder der ungerechten Unterdrückungsorgane auf eine Stufe stelle wie die offensichtlich unakzeptable Gewalteskalation, ja sogar Auslösung der Gewalt, durch die Polizei.
Lange habe ich nicht mehr erlebt, dass beide Seiten so genau gleich groß waren, und sich strukturell so ähnlich waren in ihrer Kritik, aber inhaltlich so grotesk verschieden.
Für das Archiv möchte ich zu Protokoll geben, wie ich meine Berichterstattung sehe. Mein Eindruck ist, dass ich mich tendenziell eher gegen die Polizei positioniert habe, einfach weil ich an die Polizei höhere Ansprüche habe als an einen kriminellen Mob aus Gewalttouristen. Nur weil ein Krimineller etwas tut, heißt das nicht, dass die Polizei das auch tun darf, um ihn dingfest zu machen.
Übrigens haben sich auch einige beschwert, dass ich die Lage mit dem Syrienkrieg verglichen habe. Diese Kritik halte ich bei nochmaligem drüber nachdenken für korrekt und ich bereue den Vergleich inzwischen.
Ich möchte hier nochmal explizit dazu aufrufen, mit sich selbst im Geiste einen Debattierclub aufzumachen. Immer wenn man gegen jemanden oder etwas holzen will: Erstmal ruhig hinsetzen und die Situation aus der Gegenposition zu argumentieren versuchen. Dabei auch ein paar Minuten Aufwand treiben und Belege dafür googeln.
Asymmetrisch ist, wenn links und rechts (oder oben und unten oder entlang einer beliebigen Spiegelachse) unterschiedliche Muster sind. Dem Einsender ging es um DSL, daher sollte ich vielleicht erstmal erklären, was DSL ist. DSL steht für Digital Subscriber Line, und meint die digitale Übertragung von Daten über eine gammelige alte schlecht isolierte abgeschirmte Kupferleitung (hier als "Subscriber Line" bezeichnet). Über die hat man früher Signale analog übertragen (grob: man legt links eine Kurve an und rechts kommt eine mehr oder weniger ähnliche Kurve raus). Das Problem mit analogen Signalen ist, dass die Übertragungsqualität von Signalen von Faktoren wie der Reinheit des Materials und der Kabellänge abhängt, und von der Isolierung, bei Lichtwellenleitern sogar von der Krümmung des Kabels. Daher die Idee, das Signal sehr regelmäßig zu machen (es gibt nur "hoch" und "tief", und auch wenn das Signal stark verzerrt wird, kann man die immer noch gut unterscheiden).
Das ergibt aber das nächste Problem, nämlich das der Taktung. Man muss sich auf eine gemeinsame Taktung einigen, sowas wie 300 Hertz. 300 Mal pro Sekunde guckt man, was gerade für ein Signal ankommt, und ob das gerade "hoch" oder "tief" ist. Dann hat man eine Übertragungsrate von 300 Baud, und das war eine übliche Übertragungsrate bei Akustikkopplern und frühen Modems. Mein erstes Modem konnte 2400 Baud.
Seit dem hat sich natürlich viel getan. Statt nur zwei Zuständen machte man mehr, man drehte den Takt hoch, und man benutzte Datenkompression und Prüfsummen. Wer sich fragt, wie man den Takt synchronisiert zwischen zwei Geräten: Da gibt es faszinierende Tricks.
Der Punkt war aber: DSL ist Digital. Nun hat man einen bestimmten Frequenzbereich auf so einem Kupfelkabel, bei dem man sich darauf verlassen kann, dass grob das gleiche ankommt, das abgeschickt wurde. Den kann man jetzt brüderlich aufteilen in "für Senden" und "für Empfangen". Das nennt sich dann SDSL (für symmetrisches DSL). Es stellt sich aber raus, dass typische Web-Klick-Endanwender viel mehr empfangen als sie senden. Alles, was die so senden, sind ein paar Bytes für HTTP-Anfragen und ein paar Bytes für TCP-Bestätigungen (das kann ich ja ein anderes Mal erklären). Wenn man das 50-50 aufteilt, dann verschwendet man den Großteil der Bandbreite. Also hat man sich bei DSL für Konsumenten überlegt, dass man einfach 90% der Bandbreite für Empfangen und 10% für Senden nimmt. Das ist nicht symmetrisch, daher heißt es asymmetrisch — ADSL.
Synchron kommt aus dem griechischen und heißt "gemeinsame Zeit". Das hat viele Bedeutungen, je nach Fachbereich. Bei Servern und Protokollen kann es heißen, dass die Uhrzeit der Teilnehmer gleich ist. In der Physik kann es heißen, dass beide Seiten mit der gleichen Frequenz schwingen. In der Softwareentwicklung kann es heißen, dass ein API wartet, bis das Ergebnis da ist. Jemanden auf dem Telefon anrufen ist synchron. Es klingelt, und man wartet, bis jemand dran geht oder man abbricht. Eine SMS ist asynchron. Man schickt sie ab, und irgendwann später erhält man eine Versandbestätigung und/oder Antwort oder auch nicht. Im Umgang mit Hardware ist asynchrone Programmierung immer viel effizienter als synchrone. Einer Festplatte zum Beispiel sagt man: Hier sind die Daten, da will ich die hingeschrieben haben, und dann tut man andere Dinge, die gerade anliegen. Später kriegt man dann mitgeteilt, dass die Platte das geschrieben hat (oder ein Fehler auftrat). Netzwerkkarten funktionieren genau so. Das ist sogar so wichtig für die Effizienz, dass auch das Übertragen des Kommandos schon asynchron gemacht wird. Das Betriebssystem sagt der Festplatte nicht die Daten, sondern wo die Daten im RAM liegen, und die Festplatte (ich vereinfache jetzt unzulässig) holt sich die Daten dann von dort, während das System andere Dinge tut. Der Mechanismus dafür heißt DMA (Direct Memory Access).
Asymptotisch ist ein Begriff aus der Mathematik, der heißt, dass sich eine Funktion langfristig ("im Unendlichen") einer anderen Funktion annähert. In der Informatik spielt das eine Rolle, wenn man über die Performance von Verfahren redet. Dann versucht man, Algorithmen in Klassen einzuteilen, aus denen man grob erkennen kann, ob sie sich nur für kleine Datenmengen eignen oder auch für große. Dafür guckt man sich an, wie sich die Laufzeit des Verfahrens verändert, je größer die Eingabe ist. Die Kategorien gehen dann von "konstante Laufzeit, egal wie viel Input kommt" über "doppelt so viel Input — doppelt so lange Laufzeit" bis hin zu exponentiell wachsenden Laufzeiten (oder gar Verfahren, die möglicherweise nie fertig werden). Die Laufzeit, die man hier betrachtet, ist die asymptotische Laufzeit. Ein Beispiel für ein Verfahren konstanter Laufzeit wäre "in die Tüte greifen und ein Stück rausholen". Ein Beispiel für ein Verfahren linearer Laufzeit wäre "das kleinste Element aus einer Liste raussuchen". Wenn die Liste sortiert ist, kann man es in konstanter Zeit machen (einfach das erste greifen).
Update: Übrigens gab es früher bei Modems einen Trick, denn man auch mal bei DSL einführen sollte: Die konnten umschalten. Wenn man gerade mehr senden als empfangen wollte, hat das Modem umgeschaltet und 90% der Bandbreite für das Senden genommen. Wenn man gerade mehr empfangen als senden wollte, hat das Modem umgeschaltet und 90% der Bandbreite für das Empfangen genommen. Das hieß damals HST Modus und war der Grund, wieso jahrelang fast alle in der Mailboxszene Modems von US Robotics gekauft haben.
Update: DSL hat natürlich noch mehr Tricks als Modems, um so hohe Übertragungsraten zu erreichen. Beispielsweise haben ADSL2+ und VDSL mehr als einen Träger.
Update: Ob mein Modem wirklich 2400 Baud hatte, oder nur (viel wahrscheinlicher) 1200 oder gar 300 Baud aber 2400 bps, das lässt sich leider nicht mehr prüfen, denn ich habe es nicht mehr. bps ist die Anzahl der Bits pro Sekunde, Baud ist die Anzahl der Symbole pro Sekunde; Man kann pro Symbol auch mehr als ein Bit übertragen, und das taten so ab der Zeit an sich alle.
Update: Ein Einsender korinthenkackt:
Die mathematische Erklärung zur Symmetrie ist ein wenig unvollständig denn sie lässt Rotationssymmetrien aus, für die Übertragungstechnik meines Wissens nicht relevant aber trotzdem erwähnenswert wenn es um den Begriff geht.
Zu asymptotisch noch den Hinweis das es darum geht das sich die Funktion beliebig nah einseitig annähert diese aber nicht (oder nur in abzählbar vielen Punkten) berührt.
Die CIA hat angeblich Beweise gehabt, wie tief das Cyber der Russen geht, und haben den Präsidenten eyes only direkt gebrieft dazu, und Obama hat das dann nicht mehr verhindert gekriegt!1!!
Das geilste an der ganzen Geschichte ist, dieser Trump-Tweet, wo er die Stirn hat, Obama vorzuwerfen, er habe die Wahlmanipulation der Russen nicht verhindert gekriegt.
Nachdem es da nach Jahren immer noch Hetze gab, z.B. in Form von öffentliche Shitstorm-Mob-Forderungen an eine Veranstaltungs-Orga, man dürfe diesem Typen keinesfalls ein Panel machen lassen, hat der jetzt mal eine Einstweilige Verfügung erwirkt (wenn ich das richtig verstehe, dann in dieser Sache und gegen lasersushi?). Und öffentlich angesagt, dass das darüber reinkommente Geld an Cap Anamur gespendet wird. Jetzt ist die Frage, ob es zu einem Hauptverfahren kommt, was ich mal nicht vermute, weil das Geld kostet und ein Risiko birgt, und weil es sich ja auch ganz gut damit fährt, diese juristische Keule jetzt als "die Harasser benutzen sogar Gerichte gegen mich"-Opferstory auszuschlachten. Wir sind ja hier nicht in England, wo in der gerichtlichen Knebel-Anordnung drinsteht, dass man nicht über die Knebel-Anordnung sprechen darf.
Ich sollte dazu sagen, dass ich in der Angelegenheit befangen bin, weil ich auch schon von dem Shitstorm-Mob beschimpft wurde, der dem Pallenberg da seit Jahren nachstellt. Weil ich es gewagt hatte, früher mal über diese Story zu bloggen. Damit hatte ich mich aus deren Sicht mit einem fiesen misogynen Masku-Stalker-Harrasser-Fastvergewaltiger gemein gemacht und gehörte bekämpft.
Update: Ich als juristischer Laie bin ein bisschen überrascht, dass er eine Einstweilige Verfügung gekriegt hat, denn das ist eigentlich ein Instrument zur Abwehr von wirklich dringendem Schaden, der bis zum Hauptverfahren nicht warten kann. Das bei einem seit drei Jahren laufenden Ding anzuwenden, geht meinem Verständnis nach gar nicht. Aber hey, vielleicht interpretiere ich das ja auch völlig falsch alles, denn er erwähnt ja den Namen auch gar nicht direkt, und hat die EV im Wortlaut nicht veröffentlicht.
Update: Juristisch stimmt da was noch nicht. Mir erklärt gerade eine befreundete Juristin, dass bei einstweiligen Verfügungen kein Geld an den Pallenberg fließen würde. Das ginge erst nach einem Hauptverfahren, das aber noch nicht eingeleitet wurde.
Dass das ein Problem ist, war schon immer klar. Der Heap wächst nach oben, der Stack nach unten, was wenn die sich treffen?
Das Problem ist so alt, dass früher die "Lösung" einfach war, zu sagen, naja, dann ist Speicher alle, und wenn Speicher alle ist, dann crashen die Programme ja auch ohne Kollision!1!!
Die besseren Programme haben dann irgendwann angefangen, Speicherknappheit zu erkennen und nicht zu crashen, und so gab es auch irgendwann eine halbherzige "Lösung" für das Kollisionsproblem — eine "Guard Page". Speicherschutz funktioniert über eine Hardware-Komponente namens MMU, Memory Management Unit, und die arbeitet nicht auf Bytes sondern auf Pages. Pages sind im Allgemeinen 4KiB groß. Wenn man auf eine Page zugreift, die nicht da ist, dann wirft der Prozessor eine Exception, die das Betriebssystem abfangen kann. So wird beispielsweise Swapping implementiert. Aber wenn der Zugriff auf eine Page war, die nicht da sein sollte, dann kriegt das laufende Programm einen Segmentation Violation signalisiert (theoretisch auch abfangbar, aber üblicherweise nicht abgefangen und prinzipiell auch keine so gute Idee) und crasht.
Die Idee der Guard Page ist, dass man zwischen dem Ende des Heaps und dem Anfang des Stacks eine Page leer und ungemappt lässt. Das klingt erstmal gut, ist es aber nicht.
Denn auf dem Stack kann man auch lokale Variablen deklarieren, die größer als eine Page sind, und so die Guard Page überspringen.
Nichts hiervon ist irgendwie überraschend oder eine neue Erkenntnis. Und die Lösung ist auch offensichtlich. Wenn der Compiler auf dem Stack etwas größer als eine Page alloziert, dann emittiert er eben auch Code, der alle Pages auf dem Weg einmal kurz anfasst.
Visual Studio tut das seit über 10 Jahren, wahrscheinlich schon viel länger. Seit ich mir das erste Mal deren Disassemblat angeguckt habe, tut es das.
gcc tut es aber nicht.
Ich erinnere mich noch, mich 2005/2006 mit meinem Kumpel Ilja über genau dieses Problem unterhalten zu haben, und ich bin mir fast sicher, dass er den gcc-Leuten gesagt hat, sie sollen da mal solchen Code emittieren. Aber er findet gerade kein verlinkbares Material. Dafür, dass gcc da seit 20 Jahren auf einem bekannten Problem sitzt, lege ich aber meine Hand ins Feuer. das war komplett vermeidbar, und die, die es hätten vermeiden müssen, haben es nicht getan. Ohne eine Ausrede dafür zu haben. Hier ist z.B. ein Beitrag von 2013, der das Problem beschreibt. Krasserweise gibt es sogar grundsätzlich Support für Stack Probing in gcc, der ist nur bei C und C++ nicht angeschaltet. Hier ist ein Bug von 2007 dazu. Ich bin mir aber sicher, dass das Problem schon länger bekannt ist.
Wenig später hat dann Russland tatsächlich einen 19%-Anteil an Rosneft verkauft, und zwar in einem windigen Deal mit geschachtelten Briefkastenfirmen u.a. auf den Cayman-Inseln. Der Deal lief u.a. über Katar.
Vor ein paar Tagen gab es da das Gerücht, Russland würde die 19% zurückkaufen wollen. Das dementieren die Russen aber.
Nun geht die Theorie um, dass bei dem Deal irgendwas schiefgeflaufen ist. Jedenfalls hat Trump seine Anteile nicht gekriegt. Die Russland-Sanktionen hat er wirklich wegzumachen versucht, gleich am Anfang seiner Amtszeit. Klappte aber auch nicht. Die Theorie ist jetzt, dass Trump sauer ist, dass er seine Anteile nicht gekriegt hat, und das jetzt mit den Kataris über Bullying zu lösen versucht. Weil er kein anderes Geschäftsgebaren kennt.
Dann noch zwei Kurzmeldungen: Der Israelische Botschafter hat gemerkt, wie er Trump motiviert kriegt.
"If there's a president who wants to be remembered for 2,000 years, move the embassy to Jerusalem," Ron Dermer, Israeli ambassador to US.Die US-Botschaft in Israel ist im Moment in Tel Aviv, aber Trump hatte angesagt, er wolle sie nach Jerusalem ziehen. Dann zog er das gleich wieder zurück.Lacher am Rande: Trumps Anwalt wollte nach seinem Statement keine Pressefragen zulassen und floh in den Fahrstuhl. Dort vergaß er dann aber, den Knopf zu drücken, und so gab es da ein paar peinliche Momente :-)
Ergebnis: Die Mehrheit der Konservativen ist plötzlich weg, aber Corbyn hat auch nicht die Mehrheit.
May hat schonmal angesagt, dass sie keinesfalls zurücktreten will. Aber wenn wir uns an Merkels Machtübernahme von Schröder erinnern: Schröder hatte das damals auch gesagt IIRC.
Bei Cum-Cum-Geschäften hilft eine inländische Bank einem ausländischen Investor dabei, eine Steuerrückzahlung zu ergattern, auf die dieser keinen Anspruch hat.Pro Jahr seit 2001 hat der Bund so 1,5 Milliarden Steuereinnahmen nicht gekriegt. Ach komm, wenn wir das jahrelang geschehen lassen, dann brauchen wir ja wohl offensichtlich auch die paar Milliarden von der Kernbrennstoffsteuer nicht.
Na so ein Scheiß! Das bringt doch das ganze Narrativ durcheinander! Der IRAN sind doch die fiesen Terroristen und Terrorförderer, wegen deren korrumpierenden Einflusses wir jetzt Katar strangulieren!1!! Der Iran sind aber Schiiten, ISIS sind Sunniten. Wenn jetzt ISIS hinter den Terroranschlägen auf den Iran steckt, dann, äh, …
Ach wisst ihr was? Wenn Trump vom Klo aus Mist twittern kann, dann kann auch ISIS mal ins Klo greifen!1!!
Akt 2: FBI has arrested and charged the woman they say leaked a Top Secret document to The Intercept.
Stellt sich raus, dass die von ihrer Arbeits-E-Mail aus Kontakt mit The Intercept hatte, als einzige von nur sechs Leuten, die im fraglichen Zeitraum auf das Dokument zugegriffen haben.
Wir müssen offensichtlich mehr Gewicht auf Opsec-Schulungen legen. Das geht ja mal gar nicht, sowas von der Arbeits-E-Mail aus zu leaken.
The Intercept hatte den Behörden zum Kommentar eine Kopie zukommen lassen, und auf der sah man Papier-Knitter-Spuren, woraus das FBI schloss, dass das Dokument ausgedruckt worden ist. Und das schränkt den Verdächtigenraum enorm ein, wenn man annimmt, dass das vom Leaker ausgedruckt wurde.
Wer in großen Firmen arbeitet, weiß auch, dass die da im Allgemeinen so Badge-Druck-Systeme haben. Man schickt einen Job los, der Drucker wartet dann, bis man mit seinem Hausausweis vorbeikommt und neben dem Drucker steht und das abholt. In so einem Szenario Dinge zu drucken, die man leaken will, ist auch echt fahrlässig.
Update: Oh das ist sogar noch übler: Wie es aussieht, hat The Intercept die Frau sozusagen ans Messer geliefert. Wikileaks schlachtet das jetzt natürlich aus, aber ich würde mich unter diesen Umständen wundern, wenn The Intercept nochmal was geleakt kriegt. Oder vielleicht ist das auch eine fiese Nebelkerze der US-Behörden, um The Intercept wegzulügen?
Update: Oh und jetzt ist vermutlich auch ein guter Zeitpunkt, um auf die gelben Punkte hinzuweisen, die Drucker als Wasserzeichen mitdrucken, damit man Whistleblower rückverfolgen kann.
Na klar! Man zwingt Arbeitslose zum Aufräumen. Völlig überraschend kommt die Idee von einem CDU-"Politiker".
Wieso nennen wir das eigentlich bei Hartz-IV-Empfänger "Langzeitarbeitsloser" und bei Herrn CDU-Politikern "Landrat", wenn jemand auf Kosten des Steuerzahlers jahrelang dahinvegetiert, ohne für die Gesellschaft eine messbare Leistung zu erbringen? Wenn ihr mich fragt, kann der Landrat gerne selber Hand anlegen. Kann er mal zeigen, dass er sein Gehalt zu Recht kriegt.
Da hat sich der Plot nochmal weiterentwickelt. Erstens habe ich eine Mail von einem Redhat-Ingenieur gekriegt, der anscheinend an der Stelle zuständig ist. Der hat sich erstmal über mein "Hipster-Bullshitbingo-Startup-Klitsche" totgelacht (ein Ami, wohlgemerkt), und dann gemeint, dieser Allokator sei ja seit vielen Jahre gar nicht mehr standardmäßig aktiv, und im Übrigen gebe der den Speicher ja schon frei, aber halt nicht ans Betriebssystem.
OK, also das mit dem Betriebssystem hatte ich auch so verstanden, und ich glaube auch ihr hattet das so verstanden, aber wenn der nicht standardmäßig aktiv ist, wie kann dann dieser ursprüngliche Blogpost behaupten, wenn er die magische Environment-Variable setzt, dass das Problem dann weg geht? Und ich hatte auch ein-zwei Leserzuschriften gekriegt, die bei ihren länger laufenden C++-Projekten die Environment-Variable gesetzt hatten, und der Speicherbedarf ging runter. Wat?
Ich klicke also nochmal auf den ursprünglichen Link und finde da ein Update vor, am Ende.
The plot thickens. I've received several messages from people claiming the likely problematic C++ allocator, known as mt_alloc, hasn't been the default for a very long time and isn't in CentOS 7. To investigate I tried doing a string search of all binaries in /lib, /usr/lib, /lib64, etc., for "GLIBCPP_FORCE_NEW" and "GLIBCXX_FORCE_NEW" and variations thereof and… came up empty.Yet setting this environment variable makes the problem go away. I repeated the test and confirmed. Then I tried stupid things like setting "GLIBCXX_FARCE_NOO" and no, the problem remains.
Hahaha, lolwut?! Welcome to the Twilight Zone!Da sieht man mal wieder: Software Engineering is hard.
Aber auf jeden Fall ist es mir natürlich eine besondere Freude, dass auch der Typ sich explizit über "Hipster-Bullshitbingo-Startup-Klitsche" amüsiert hat. :-)
Erstens: Gerade im Bahnumfeld gibt es harte Zertifizierungs-Zwänge, und eine Zertifizierung zertifiziert halt immer einen genauen Versionsstrang und da kann man dann halt nichts machen. Oh, und: Zertifizierung ist teuer und dauert Monate.
Tja, dann müssen wir da eben ansetzen. Dinge, die häufiger gepatcht werden müssen, als man nachzertifizieren kann, können dann halt kein Zertifikat kriegen. Wir müssen endlich Security als Teil von Safety betrachten.
Und zweitens: Das Patch Management der Hersteller ist auch Scheiße. Leute schrieben, dass Windows Update gerne mal hängt, das man tage nach dem Patchday noch nichts angeboten gekriegt hat, usw. Das stimmt alles und ist eine Riesensauerei. Insbesondere da man heute davon ausgehen muss, dass es unter 24h dauert nach der Verfügbarkeit von einem Patch, bis der Exploit dazu reverse engineered wurde. Wenn also das Patch-Verteilen länger als 24h dauert, ist es zu langsam. Das ist eine harte Grenze. Ich würde sogar "die Welt muss die Patches innerhalb von 12h haben" sagen. Da muss Microsoft halt in bessere CDN-Infrastruktur investieren, wenn sie die Load nicht hinkriegen.
Drittens: Neuronale Netze sind ja gar nicht so undebugbar. Ich zitiere:
die Aussage, dass wir nicht verstehen wie Neuronale Netze, Reinforcement Learning etc. ihre "Magie" wirken stimmt nicht so absolut. Das Feld ist zwar gerade noch im kommen, aber Paper wie dieses hier (was versucht CNNs auf Wavelet Filterbanken zurückzuführen), dieses (was ein RNN analysiert und dort ein "Sentiment Neuron" findet) und die bereits von dir verlinkten adversarial input paper zeigen, dass wir es eben doch verstehen können. Das verstehen und erklären warum die Modelle funktionieren ist ein aktives Forschungsfeld, und die zugrunde liegende Mathematik wird immer verstanden.Richtiger wäre es also zu sagen, dass die ganzen Machine Learning Ansätze instant-technical debt oder instant bloat sind. Wenn in einer Firma oder einem Software System nicht auf einen guten Prozess geachtet wird, ist es sehr schnell unmöglich (oder zumindest sehr teuer) den Code und alle Interaktionen zu verstehen. Vor allem bei den ganzen Compile-to-X Sprachen, dynamisch getypten Sprachen (NodeJS :-/) und Distributed Systems ist man von der Komplexität her schnell bei dem eines DNN. Der Unterschied ist, dass zumindest am Anfang jemand das ganze designed hat damit es läuft, und das organische im Nachhinein kommt wenn sich die Aufgabe verändert. Bei NNs ist das erschaffen organisch, das verändern mit der Aufgabe ist eingebaut und es ist nicht *zwingend* notwendig es zu verstehen, weil man ja eh nur mit statistischen Garantien arbeitet. Daher wird auf die Analyse WARUM und WIE dein System funktioniert meist verzichtet.
Das Problem mit ML ist also dasselbe wie mit Software Pfuscherei im allgemeinen: Qualitätssicherung macht kein Geld, man kann sich noch besser mit "Act of God" artigen Ausflüchten vor Verantwortung drücken und daher gibt es keinen Anreiz dafür sicherzustellen, dass man weiß was da passiert.
Viel gefährlicher finde ich aber (abgesehen von der Tatsache dass AI das Missverhältnis zwischen Kapital und Labor noch mehr zum Kapital kippt), dass wir noch kein Äquivalent zur GPL für ML haben. Bei normaler Software kann dank RMS und Linus wenigstens 99% der Zeit den Code überprüfen, selber fixen und mich zum Teil auf eine Community verlassen. Bei ML Modellen ist die Software vielleicht noch MIT, die Architektur VIELLEICHT noch dokumentiert, aber weder die Hyperparameter, die genauen Tainingsdaten noch die "ah Sepp, mach da doch noch diese L2 norm drauf" gegeben. Reproduzierbarkeit, Überprüfbarkeit, Identifizierbarkeit? Nope. Es kommt jetzt zwar wenigstens langsam pretraining in den Mainstream (was die Modelle modifizierbar macht) und Google hat vor kurzem einen underrated Paukenschlag mit ihrem Privacy respecting Distibuted Training rausgebracht, der es vlt. möglich macht dezentralisierte Datensätze unter einer AGPL style Lizenz zu organisieren, aber ich sehe da noch einen harten Kampf auf uns zukommen. Tivoization wird nix dagegen.
Finally, this attack provides yet another example of why the stockpiling of vulnerabilities by governments is such a problem. This is an emerging pattern in 2017. We have seen vulnerabilities stored by the CIA show up on WikiLeaks, and now this vulnerability stolen from the NSA has affected customers around the world. Repeatedly, exploits in the hands of governments have leaked into the public domain and caused widespread damage. An equivalent scenario with conventional weapons would be the U.S. military having some of its Tomahawk missiles stolen.Ganz langsam, Microsoft.Wer ist Schuld, dass es diese Lücke gibt? Ihr. Microsoft.
Wer ist Schuld, dass die Lücke jahrelang in der Codebasis verblieb? Ihr. Microsoft.
Die NSA hat die Lücke gefunden und nicht gemeldet. Ja. Sie haben sie absichtlich offen gelassen. Aber da könnt ihr nicht drauf zeigen, um die Schuld loszuwerden. Der Gaffer ist nicht am Auffahrunfall auf der Autobahn Schuld.
Ich sehe hier einen Hauptschuldigen und einen Nebenschuldigen. Der Hauptschuldige ist Microsoft, weil ihr die Lücke in den Code getan und jahrelang nicht gefunden habt. Ihr habt ein schlechtes Produkt ausgeliefert. Wenn hier jemand ganz klein mit Hut sein sollte, dann ihr.
Der Nebenschuldige ist der Endanwender, der seine Software nicht gepatcht hat. Und kommt mir nicht mit "aber aber in großen Unternehmen". Bullshit. Ein großes Unternehmen, das Patches nicht sofort einspielt, ist an den Folgen Schuld. Jeder hat immer irgendwelche Ausreden. "Aber wir mussten erst gucken, ob der Patch tut". Nein, musstet ihr nicht. Kein abzuwendendes etwaiges Problem durch einen Patch ist so schlimm wie Remote Code Execution mit Kernel-Privilegien. Nichts. Schaut mir in die Augen. Nichts. Nichts ist so schlimm. Wenn so ein Patch rauskommt, dann spielt ihr ihn ein. Fertig. Keine Diskussion. Kein Zurückhalten. Ihr spielt ihn ein. Sofort. SOFORT.
Und im Übrigen, wenn ihr da ausgelaufene Windows-Versionen ohne Support fahrt, dann gibt es genau niemanden, auf den ihr zeigen könnt. Das ist ein Risiko, das ihr sehenden Auges eingegangen seid. Das jetzt ist die Quittung. Ich habe NULL Mitleid.
Oh und wenn ihr das antike Windows einsetzt, weil es auf einem antiken 3rd-Party-Produkt ist, für das ihr keine Patches mehr kriegt, dann könnt ihr dafür auch sonst niemandem die Schuld zuschieben. Das Risiko hättet ihr halt nicht eingehen dürfen. Ich schlage vor, dass ihr jetzt zu dem Hersteller des 3rd-Party-Produktes geht und euch zivilrechtlich gütlich haltet. Das wird alles immer nur noch schlimmer werden, solange ihr diesen Teufelskreis nicht durchbrecht.
Man hörte in letzter Zeit häufiger von irgendwelchen Spektroskopen an Unis, von Steuersoftware für Großmaschinen. Na dann hängt die halt nicht ans Netz. Wenn die Funktionalität ohne Netzzugang nicht nutzbar ist, dann hättet ihr die halt nicht kaufen dürfen, ohne euch zu versichern, dass da für Sicherheit gesorgt ist.
WER SOLL DENN BITTE DEN DRUCK AUF DIE HERSTELLER AUSÜBEN, WENN NICHT IHR?! Das BSI?! Harr harr harr.
Sorry, aber mir platzt echt der Kragen bei sowas. „Alle sind Schuld, nur ich nicht.“ Das ist das Gegen-Muster zu „Alle sind doof, nur ich nicht.“ bei Schlangenöl.
09:23 ...> Gregory Mounier von Europol hat gerade erzählt, das sich die
Provider in Belgien verpflichten haben nicht mehr als 16 User
hinter eine 1 IPv4 per CGN zu packen.
09:24 ...> Aus Gründen der Strafverfolgung
09:24 :::> Ha! So kriegt man NAT natürlich auch kaputt.
09:24 ...> Seit dem haben die Provider wohl IPv6 eingeführt.Endlich IPv6 flächendeckend!1!!Update: Ein Einsender hat die Folien des Europol-Vortrags gefunden. Es gibt sogar ein Video des Vortrags (mein Internet ist hier gerade zu schlecht, um auf die Links zu klicken).
Konkret ist da so ein System-Tray-Dingens bei, das auch auf bestimmte Sondertasten mancher Tastaturen reagieren soll, wie die Lautstärke-Regel-Tasten. Das haben die implementiert über einen Hook, und der kriegt dann natürlich alle Tastendrücke rein. Allerdings haben sie aus dem Treiber anscheinend die Debugging-Funktionalität nicht entfernt, und so fallen die Scancodes in einem Logfile im Dateisystem raus, auf das alle User Lesezugriff haben. JA SUPER!
Das sieht jetzt nicht wie böse gemeint aus, aber das finde ich an der Stelle kein relevantes Kriterium. Solcher Code wird von keiner Qualitätssicherung erkannt, und HP merkt jahrelang auch nichts sondern reicht das schlicht durch. Als ob die nicht zuständig wären, nur weil der Treiber von einem Drittanbieter kommt!
Oh und natürlich hat das auch kein Antivirus erkannt. Auch nicht die proaktiven verhaltensbasierten Module, mit denen sich die Hersteller gerade rauszureden versuchen, dass ihre Signaturen wertlos sind. Das ist jetzt keine klassische Malware, aber es ist ein schönes Beispiel, bei dem sich mal jeder Gedanken machen kann, was man von so einer verhaltensbasierten Malware-Erkennung eigentlich für eine Erwartungshaltung hat bzw. realistisch haben kann.
Update: Heise darüber
Aber das nur am Rande.
Bisher war das ja nur so ne belanglose Konferenz aus belanglosen Leuten, die sich gegenseitig versichern, sie seien gar nicht so belanglos, wie es aussieht. Man habe ja "Projekte" und so. Ein Startup, gelegentlich! Man müsse nur noch die Finanzierung klären, dann sei das Ding so gut wie in trockenen Tüchern!
Aber dieses Jahr … dieses Jahr war anders. Da haben sie Rubikon überschritten. Sie haben die Bundeswehr auf das Gelände gelassen. Die wollte einen Stand haben, um unter den minderbemittjährigen Teilnehmern zu rekrutieren. Zur Überraschung der meisten Beobachter, mich eingeschlossen, war die Reaktion nicht, dass sie sofort aus dem Zimmer gelacht wurden. Nein. Die Orga der "Konferenz" hat da ernsthaft drüber nachgedacht. Es brauchte einen Aufschrei der Basis, um das in letzter Minute zu verhindern, hörte ich. Der Tagesspiegel behauptet:
Einerseits wollte man dem Militär keine Werbefläche bieten. Andererseits sahen die re:publica-Planer ein, dass auch die Bundeswehr fähige IT-Kräfte braucht. Zum Beispiel, um im Ernstfall Hackerangriffe gegen Atomkraftwerke abzuwehren.Ich gebe euch mal eine Minute, damit ihr euch vom Schock erholen könnt.
Bereit? OK. Weiter.
Außerdem soll die Konferenz doch ein Ort der gesellschaftlichen Auseinandersetzung sein, keine Selbstvergewisserung Gleichgesinnter. Am Ende stellte sich heraus: Die interne Diskussion war überflüssig, sämtliche Standflächen bereits ausgebucht.Wenn sich das für euch wie eine lahme Schutzbehauptung anhört, dann seid ihr nicht alleine.
Aber hey, Ende gut, alles gut. Dachte ich. Bis ich hörte, dass die Bundeswehr an einem Panel teilnehmen sollte. Nein, wirklich! Na, dachte ich mir, das wird bestimmt ein Blutbad (also im übertragenen Sinne, die werden denen schon am Eingang die Schusswaffen abgenommen haben). Da werden sicher gleich einige Leute zum Mikrofon rennen und ein paar … äh, sagen wir mal, pointierte Fragen stellen. Aber: Das hat die Moderatorin abgewürgt.
Die haben sich trotzdem noch um Kopf und Kragen geredet, klar. Und ganz konnte der Protest dann doch nicht verhindert werden.
Ich finde dennoch, dass das eine gute Abschiedsnote ist. Macht einfach nächstes Jahr keine Veranstaltung mehr. Die Blutflecken kriegt ihr eh nicht weg von eurem Ruf.
Update: Oh, es geht noch weiter! Das war ja gar nicht die re:publica, das war die "MediaConvention"! Oh ach so! Ja, äh, wie konnte diese Verwechslung nur geschehen? Vielleicht weil das zur gleichen Zeit am gleichen Ort stattfand, und es nicht mal eigene Tickets dafür gab, sondern man mit den re:publica-Tickets reinging? Die wollen, wenn ich das richtig verstehe, sagen, dass sie die Slots an 3. abgegeben haben, ohne sich Einflussmöglichkeiten zu sichern. Im deutschen Strafrecht ein klarer Fall von Störerhaftung!
Nun, das haben sie in ihren Hochglanz-Magazin mal erklärt (Link geht zur Washington Post, nicht zum ISIS-Mag):
In the most recent issue of Rumiyah, its glossy multilingual propaganda magazine, the Islamic State encouraged recruits in the United States to take advantage of laws that allow people to buy firearms without having to present identification or submit to background checks.Recruits should seek out gun shows and online sales in particular, said the write-up in the magazine, which was released Thursday.
“The acquisition of firearms can be very simple depending on one’s geographical location,” the piece read. “In most U.S. states, anything from a single-shot shotgun all the way up to a semi-automatic AR-15 rifle can be purchased at showrooms or through online sales — by way of private dealers — with no background checks, and without requiring either an ID or a gun license.”
Die FN-Kandidatin ist von der ersten Sekunde an auf Krawall aus. "Welchen Eindruck haben Sie von der Kampagne?" Sie antwortet reflexartig mit einer giftigen Tirade: "Herr Macron ist der Kandidat der unkontrollierten Globalisierung", so Le Pen, "der Kandidat der Prekarität, der sozialen Brutalität, eines Krieges jeder gegen jeden, der ökonomischen Verwüstungen durch die Großunternehmen, der Zerlegung Frankreichs durch die großen Wirtschaftsinteressen."So und jetzt kommt mal bitte kurz mit zur Wikipedia-Seite über Macron. Sohn von zwei Ärzten, Vater Professor, Schulbildung am Elitegymnasium, Studium an Elite-Kaderschmiede Sciences-Po, schrieb eine Magisterarbeit über Machiavelli (kannste dir gar nicht ausdenken!), danach an der anderen Elite-Kaderschmiede ENA. Und natürlich, wie bei so Eliten-Zirkeln üblich, direkt einen gutbezahlten Elitenjob in der Verwaltung gekriegt, zum Finanzministerium gegangen, und dann als Investmentbanker Kasse gemacht.
Was ich damit sagen will: Die Kritik von Le Pen ist inhaltlich völlig korrekt. Macron ist der Kandidat der Eliten. Wer an sozialer Gerechtigkeit Interesse hat, wird nicht Investmentbanker.
Aber, äh, komisch, diese Details findet das ehemalige Nachrichtenmagazin gar nicht berichtenswert! Stattdessen so neutrale Faktenberichterstattung wie wie
Fortan läuft die Konfrontation polemisch, hässlich, bisweilen verlieren sich die Argumente in lautstarkem Radau: Le Pen geht es um die Diskreditierung ihres Gegners, Macron versucht sich in Polit-Pädagogik und rationaler Analyse. Die FN-Chefin macht ihren Kontrahenten für alle Übel der Republik verantwortlich und tituliert ihn als "kaltherzigen Banker", als "Liebling des Systems", "Favorit der Medien" und "Handlanger der Eliten".Ich mag die Le Pen auch nicht und wünsche ihrer Ideologie und Partei den Untergang. Aber was der Spiegel da macht, das ist nicht satisfaktionsfähig.
Update: Ein Einsender kommentiert, dass pikanterweise auch Marine Le Pen ein Eliten-Kind ist, und nicht mal ihr Vater das Vermögen erarbeitet hat, sondern das ist über Generationen vererbt. Sie ist auch an typischen Elite-Einrichtungen ausgebildet worden, und gegen sie ist dieser Vorwurf sogar noch prägnanter als gegen Macron. Nur ging es mir in diesem Beitrag nicht darum, wer da jetzt elitärer ist, sondern dass die Medien eigentlich die Aufgabe haben, solche Vorwürfe, speziell in einer Wahlkampfdebatte, zu prüfen und Fakten zu liefern. Das hat hier nicht stattgefunden. Und wieso Macron nicht gegen Le Pen den großen "du bist auch elitär"-Hammer rausgeholt hat, das wundert mich ehrlich gesagt auch.
Update: Einsender weisen mich gerade auf zwei Dinge hin. Erstens: Macron wirft Le Pen ihre Herkunft anscheinend doch häufiger vor, mit so Floskeln wie dass er ja nicht auf einem Schloss geboren sei. Und Zweitens ist der Job, den Macron in der Verwaltung abgegriffen hat, eine Pflicht für Absolventen der ENA ist. Da müssen alle durch, und das wird wohl eher als nervige Pflicht gesehen als als cooler Bonus.
G-Data stimmt mir grundsätzlich zu, dass Zahlen zur Wirksamkeit von Antiviren schwierig zu beschaffen sind, weil die im Allgemeinen von den Herstellern kommen und daher nicht als neutral gelten können. Die Zahlen, die eine große Bibliothek an Malware gegen Antiviren werfen, finden häufig hunderte von Viren, die nicht gefunden wurden, und die Antivirenhersteller reden sich dann mit angeblicher Praxisferne der Tests heraus. Ich las neulich von einer Studie, bei der eine Uni alle ihre einkommenden die Malware-Mail-Attachments bei Virustotal hochgeladen hat und auf unter 25% Erkennungsrate kam. Leider finde ich die URL nicht mehr. Vielleicht kann da ja ein Leser helfen. Mein Punkt ist aber unabhängig davon, ob das jetzt 5%, 25% oder 90% Erkennungsrate sind. Es reicht, wenn ein Virus durchkommt. Eine Malware ist nicht wie die Windpocken. Wenn man sie kriegt hat man halt rote Pünktchen im Gesicht und nach ner Woche ist wieder alles OK. Nein. Eine Infektion reicht, um die gesamten Daten zu klauen, die Platte zu verschlüsseln, und an einem DDoS-Botnet teilzunehmen. Die Erkennungsrate ist, solange sie nicht 100% ist, irrelevant. Ich bin immer wieder schockiert, mit welcher Selbstverständlichkeit Leute nach einer Malware-Infektion halt "desinfizieren" klicken in irgendeinem Tool und dann weitermachen, als sei nichts gewesen. Das ist wie wenn jemand in eine Schwimmbecken scheißt, und man fischt den größten Klumpen raus, und dann schwimmen alle weiter. WTF!?
Der nächste Talking Point der AV-Industrie ist (angesichts der miserablen Erkennungsraten in der Praxis), dass man ja nicht mehr rein reaktiv arbeite sondern auch magischen Einhorn-Glitter aus der Cloud habe. Erinnert ihr euch noch an den Aufschrei nach Windows 10, als Microsoft sich das erstmals explizit von euch absegnen ließ, dass sie eure Daten in die Cloud hochladen? Wie jetzt?! Die wollen gerne als Debugginggründen sehen, welche crashenden Programme ich ausführe!? DAS GEHT JA MAL GAR NICHT!!1! Ja was denkt ihr denn, was das ist, was die AV-Industrie mit der Cloud macht? Die werden im Allgemeinen nur die Hashes der Software hochladen, aber das heißt trotzdem, dass die sehen können, wer alles Winzip benutzt, oder dieses eine hochpeinliche aus Japan importierte Hentai-"Dating-Simulator"-Anwendung. Aber DENEN traut ihr?!
Ich sage euch jetzt mal aus meiner Erfahrung, dass die Analyse von einem Stück Software Wochen dauert, besonders wenn die Software gerne nicht analysiert werden möchte. Wenn die AV-Industrie also so tut, als könnte ihre magische Cloud "innerhalb von Sekunden" helfen, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie haben ein paar Wochen gebraucht und tun jetzt nur so, als sei die paar Wochen lang schon niemand infiziert worden. Oder sie haben da irgendwelche Abkürzungen genommen. Überlegt euch mal selbst, wieviel Verzögerung eurer Meinung nach akzeptabel wäre. Dann, wieviel Arbeit das wohl ist, anhand einer Binärdatei Aussagen zu machen. Zumal man solche Aussagen im Allgemeinen in einer VM macht, und Malware im Allgemeinen guckt, ob sie in einer VM läuft und dann die bösen Funktionen weglässt. Eine denkbare Abkürzung wäre also, schon so einen Check als Zeichen für Malware zu deuten. Da sind wir aber nicht mehr in der Branche der seriösen Bedrohungsabwehr, sondern in der Branche der Bachblüten-Auraleser-Homöopathen, das ist hoffentlich jedem klar.
Das ganze Gefasel mit proaktiven Komponenten halte ich auch für eine Nebelkerze. Wenn das funktionieren würde, gäbe es Weihnachten keine wegzuräumende Malware auf dem Familien-PC, und in der Presse wäre nie von Ransomware die Rede gewesen, weil das schlicht niemanden betroffen hätte.
Ja und wie ist es mit dem Exploit-Schutz? Das ist Bullshit. Das erkennt man schon daran, dass Microsoft diese angeblichen Wunderverfahren der AV-Industrie nicht standardmäßig ins System einbaut. Googelt das mal. Microsoft hat hunderttausende von Dollars für gute Exploit-Verhinder-Ideen ausgeschrieben und ausgezahlt. Und wieviele Prämien für gute Ideen findet ihr von der AV-Branche? Na seht ihr.
Überhaupt. Kommen wir mal zu den Standards. Microsoft hat den Prozess etabliert, den gerade alle großen Player kopieren, die SDL. Ich weiß das, weil ich dabei war, als sie das bei sich ausgerollt haben. Microsoft hat, was ich so gehört habe, sechsstellig viele CPU-Kerne, die 24/7 Fuzzing gegen ihre Software-Komponenten fahren, um Lücken zu finden. Microsoft hat ganze Gebäude voller Security-Leute. Ich würde schätzen, dass Microsoft mehr Security-Leute hat, als die typische AV-Bude Mitarbeiter. Microsoft hat geforscht, ob man mit dem Umstieg auf .NET Speicherfehler loswerden kann, ob man vielleicht einen ganzen Kernel in .NET schreiben kann. Sie hatten zu Hochzeiten über 1/4 der Belegschaft Tester. Es gibt periodische Code Audits von internen und externen Experten. Sie betreiben eine eigene Security-Konferenz, um ihre Leute zu schulen, die Bluehat. Aus meiner Sicht stellt sich also die Frage: Wenn DAS die Baseline ist, trotz derer wir immer noch ein Sicherheitsproblem haben, dann müssten ja die AV-Hersteller nicht nur genau so gut sondern deutlich besser sein. Sonst wären sie ja Teil des Problems und nicht Teil der Lösung. Das hätte ich gerne mal von den AV-Leuten dargelegt, wieso sie glauben, sie könnten das besser als Microsoft.
Oh und einen noch, am Rande:
Wenn Daten signiert sind ist klar, von wem die Informationen stammen. Oft ist es schon ein beträchtlicher Sicherheitsgewinn, wenn man weiß, dass die Information von einem bekannten und ergo vertrauenswürdigen Quelle stammen.Das ist natürlich Bullshit. Es sind schon diverse Malware-Teile mit validen Signaturen gefunden worden, und alle alten Versionen mit bekannten Sicherheitslücken sind ja auch noch gültig signiert. Code Signing dient nicht dem Schutz des Kunden sondern dem Schutz von Geschäftsmodellen.
Mir ist außerdem wichtig, dass ihr merkt, wenn ihr hier mit einer bestimmten Haltung an das Thema rangeht, weil ihr selbst schon entschieden habt, und jetzt nur noch die Argumente rauspickt und höher bewertet, die eure getätigte Entscheidung bestätigen. Das ist ein sehr menschliches und normales Verhalten, aber dem Erkenntnisgewinn dient das nicht. Wo kommen denn die Zahlen her, dass angeblich noch niemand über Lücken in Antiviren gehackt wurde? Wenn ihr zu Weihnachten 10 Viren findet — macht ihr dann erstmal eine wochenlange forensische Analyse, wo die herkamen? Nein, macht ihr nicht! Ihr seid froh, wenn die weg sind. Aussagen wie "noch keiner ist über seinen Antivirus gehackt worden" sind unseriös, und Aussagen wie "es sind keine Fälle bekannt" sind irreführend und Nebelkerzen.
Update: Wer übrigens die Früchte von Microsofts Exploits-Schwieriger-Machen haben will, der muss a) immer schön Windows updaten; weg mit Windows 7 und her mit Windows 10, und/oder b) EMET installieren.
Update: Hups, EMET-Link war kaputt.
Update: Ein Einsender weist darauf hin, dass es doch mal einen Fall von einer massenhaftung Malware-Verbreitung via Antivirus-Sicherheitslücke gab.
Update: Ein fieser Wadenbeißer hat sich mal durch die Archive gegraben:
es gibt noch weiteres Argument gegen die Schlangenöl-Branche, das ich glaube ich bei dir noch nicht gelesen habe, wenngleich das eher nicht gegen die Microsoft-Lösung zielt:
Kollateral-Schaden.
Wie oft hatten wir es bitte schon, dass ein Amok laufender Scanner von einem marodierenden Wozu-Testen-AV-Riesen schlicht Windows & co als Virus/Trojaner/Whatever eingestuft hat?
Gucken wir doch mal:
Das passt auch sehr schön dazu, welchen Testaufwand Microsoft im Vergleich betreibt.
Oh und was ist eigentlich mit Virenscannern, die Inhalte aus dem Netz nachladen, die nicht unbedingt... naja, gab es schließlich auch schon:
Soll man daraus schließen, dass die ihr eigenes Gift vmtl selbst gar nicht einsetzen?
Ach ja, ich vergaß, alles bedauerliche Einzelfälle vom Werksstudentenpraktikanten, die natürlich nie, nie, nie wieder passieren. Ungeachtet dessen, dass sie nie hätten passieren dürfen, das wäre eigentlich der Anspruch an diese Software.
So wie auch schon Schlangenöl auch nur in den besten Fällen keine Wirkung hatte.
Ich habe bisher auf diese Art von Linksammlung verzichtet, weil es mir gerade nicht darum geht, mit dem Finger auf einzelne Hersteller zu zeigen. Es gibt da sicher auch Pfusch bei einzelnen Anbietern, das sehe ich auch so, aber mir ist die fundamentale Kritik am Konzept des Antivirus wichtiger. Pfusch in Software gibt es ja leider häufiger.
Update: Ein anderer Einsender kommentiert:
Zum Thema Proaktive Komponente kann ich dir aus unserer Infrastruktur klar sagen: DAS ist das was am Meisten Fehlmeldungen produziert. Ich habe z.B. einen lang vergessenen Texteditor auf einer Netzwerkfreigabe rumliegen. Seit 2007. Und 2016 auf einmal meldet der Antivirus, dass das Ding verseucht ist und sofort desinfiziert werden muss. Ich warte zwei Tage (=zwei Signaturupdates) ab und lass den Ordner wieder scannen. Diesmal: Nix. Oder letzte Woche hat er uns 6 Userworkstations als virenverseucht gemeldet, weil die User Proxy PAC-Scripte im Browser konfiguriert haben. Ja, haben sie weil so unser Internetzugang funkioniert, aber ich frag mich ernsthaft warum der AV nur diese 6 Workstations gemeldet hat und nicht noch die anderen 400 die das AUCH haben. Tags drauf war wieder alles gut. Für mich als Admin ist das keine zusätzliche Sicherheitskomponente sondern nur zusätzliche Arbeit.
Und ich möchte auch zu der Cloud-AV-Sache noch mal klarstellen, wie sehr das Bullshit ist. Der CCC hat vor ein paar Jahren den Staatstrojaner veröffentlicht, ihr erinnert euch wahrscheinlich. Natürlich in einer entschärften Version, die keinen Schaden angerichtet hätte. Diese Version tauchte dann relativ zeitnah in den Cloud-Antivirus-Datenbanken auf. Die nicht entschärfte Version tauchte nicht auf. Nur falls sich da jemand Illusionen gemacht hat.
Update: Ein Biologe kommentiert:
Es gibt ja ein paar hübsche Analogien zwischen Computerviren und deren Verbreitung und der realen Welt. Beim Lesen des G-Data Pamphletes musste ich an einer Stelle herzlich lachen, als sie ihre "über 90% Erkennungsrate" beweihräucherten. Auf die Mikrobiologie übertragen ist das eine log1-Reduktion, also so knapp über Homöopathie und Gesundbeten. Ich arbeite mit Lebensmitteln, da darf man etwas "Debakterisierung" nennen, wenn man im log3-Bereich unterwegs ist. Also wenn 99.9% aller Keime gekillt werden. Pasteurisierung ist bei log5, also 99.999%. Und auch da wird die Milch nach 21 Tagen sauer.
90% ist da auf jeden Fall der Bereich "lohnt den Aufwand nicht". Da ist eine sinvolle Backup-Strategie und eine gewisse Routine im Rechner-wiederaufsetzen sinnvoller eingesetzt.
Update: Viele meiner Leser scheinen eine Statistik-Schwäche zu haben, und kommen mir hier mit Analogien wie "Kondome schützen ja auch nicht 100%" oder "im Flugzeugbau hat man auch nicht 100% als Anforderung". Vergegenwärtigt euch mal, wie viele Viren es gibt, und wie viele Malware-Angriffe pro Tag es auf typische Systeme gibt. Und dann rechnet euch mal aus, bei einer Erkennungsrate von 90%, oder sagen wir 99%, oder sogar 99.9%, wie viele Stunden es dauert, bis der Rechner infiziert ist. Ich habe in Köln und Hamburg das Publikum gefragt, wer schonmal Weihnachten einen Familien-PC säubern musste. Fast alle. Dann, bei wie vielen ein Antivirus drauf war. Jeweils einer weniger. EINER weniger. ALLE ANDEREN haben trotz Antiviren Malware eingefahren. Wir reden hier nicht von "ich habe dreimal pro Tag mit Kondom Sex und habe nie HIV gekriegt", sondern von über einer HIV-Infektion pro Tag. Und da, behaupte ich mal, wären auch die Nicht-Statistiker unter euch plötzlich mit der Kondom-Performance unzufrieden. Was ihr gerade am eigenen Leibe erlebt, das nennt man Rationalisierung. Ihr habt eine Entscheidung getroffen, nämlich einen Antivirus einzusetzen, und greift jetzt unterbewusst nach Strohhalmen, um das irgendwie zu rechtfertigen. Ich meine das gar nicht böse. So funktionieren Menschen. Euch kommt zugute, dass die meisten Viren bisher wenig kaputtgemacht haben. Vielleicht ein paar erotische Selfies exfiltriert, wenn es hochkommt an einem Botnet teilgenommen. Erst jetzt mit Ransomware werden Viren auch gefühlt richtig gefährlich. Ihr solltet nicht warten, bis euch das am eigenen Leib passiert.
Wir sollten mal Wettpools eröffnen, wann das nächste Fappening sein wird.
Wenn das Geld erstmal im Ausland ist, wird es, erzählte er, skriptgesteuert innerhalb von Minuten auf hunderte von anderen Konten verschoben, und es sei aussichtslos, da irgendwas zurück zu holen. Ähnlich sieht es bei vielen Online-Delikten aus.
Bei der Ursachenforschung verglich er dann die Technik von vor 30 Jahren ("Telefonzelle, Bibliothek, Telefonbuch") mit der von heute, und stellte dann die Anzahl der vorgeschriebenen Informatikstunden von vor 30 Jahren und heute gegenüber — beide 0. Dem gegenüber stehen sowas wie 70 Stunden für Theater (wir reden von Pflichtstunden in einem Hamburger Gymnasium), und natürlich Musik und Sport. Er fand, dass auch Informatik Pflicht sein sollte, oder sagen wir mal IT-Grundwissen, zumal ja der Auslöser bei den meisten Online-Geschichten eine Aktion des Users ist — Klick auf Attachment, Spam geöffnet, etc. Da müsse man eben auch in der Bekämpfung beim User ansetzen.
Der Vortrag war super, und ich hoffe, dass die Folien im Web auftauchen werden. Mal gucken, ob ich da vielleicht sogar zu beitragen kann.
Den es gab da noch einen echten Hammer in diesem Vortrag, nämlich wieso die Cybercrime-Deliktzahl der Kriminalstatistik zurückgeht. Das liegt daran, dass 2014 die Grafik total Scheiße aussah, nach exponentiellem Wachstum. Also hat man die Bemessungsgrundlage geändert, also eine manipulative Statistik erstellt. Und zwar tauchen jetzt nur noch Cybercrime-Delikte in der Statistik auf, wenn nachgewiesen wird, dass die Malware von deinem deutschen Server kam (und dafür reicht nicht als Anscheinsbeweis, dass die IP in Deutschland liegt!) Tjahaa, meine Damen und Herren, da wollte wohl jemand dringend in der Statistik nachweisen, dass das neue gemeinsame Cyberabwehrzentrum effektiv ist…?
Sympathischerweise hat er das extra herausgestellt, dass hier die Bemessungsgrundlage geändert wurde, anstatt sich mit der für seine Behörde ja positiv aussehenden Statistik zu brüsten. Ich fand den Vortrag insgesamt super und kann größeren Hamburger Firmen nur raten, sich mal an das ZAC vom LKA zu wenden und den mal einzuladen. Der rennt sozusagen hauptberuflich rum und spricht mit Firmen, Aufklärung und Hilfe. Kostet auch nichts, deren Hilfe in Anspruch zu nehmen. Und das ist ja immer noch mal was anderes, wenn der Chef das von der Polizei erzählt kriegt, dass sich da mal was ändern muss, als vom eigenen Admin, dem er eh nicht viel beimisst.
Ein weiteres Highlight in dem Vortrag war auch, wie wenig die Polizeien miteinander reden, und dass bei einer Malware-Schleuder schon mal passieren kann, dass 10 verschiedene Polizeien aus verschiedenen Bundesländern den selben Server zu beschlagnahmen versuchen. Ganz großes Kino.
Mein IoT-Vortrag schien ganz gut anzukommen, aber das Podium war zu lahm. Heise hatte kurzfristig ein Podium zur Frage "Sind Antiviren Schlangenöl?" eingeplant, nachdem ich da im Blog einen kleineren Schlagabtausch mit Heise Security hatte. Ich war ja erstmal überrascht, dass Heise Events es geschafft hat, für alle fünf Termine jemanden von der AV-Industrie zu finden, der sich da hinsetzt und das debattieren will. Die haben ja im Wesentlichen nichts zu gewinnen in einer Diskussion zu der Fragestellung. Aber sie haben es geschafft, und Hut ab vor den Leuten, die das jetzt machen.
Heute war das Ralf Benzmüller von G Data.
Weil das recht kurzfristig noch ins Programm gehievt wurde, und wir dann an dem Tag noch am Programm herumgeschoben haben, damit das nicht nur 30 Minuten sind wie ursprünglich eingeplant, und wir vorher auch keine Gelegenheit hatten, mal einen roten Faden zu klären, lief das Podium dann ein bisschen unrund, wie ich fand. Erstmal hat Heise vorher und nachher gefragt, wer meine These unterstützen würde, und wer die Gegenthese unterstützen würde, und ich konnte grob niemanden auf meine Seite ziehen, fing auch mit der klaren Minderheitsposition an. Das erwähne ich nur, um euch zu sagen, dass mich das nicht stört. Ich mache das nicht, "um zu gewinnen" oder so. Mich stört aber, dass wir teilweise aneinander vorbei geredet haben.
Ich habe extra versucht, da die technischen Details rauszuhalten, und auf einer ganz fundamentalen Ebene zu argumentieren.
Ich habe u.a. argumentiert, dass ein Virenscanner ja PDF-Dateien scannt, auch wenn ich gar keinen PDF-Viewer installiert habe. Dann wäre ich also ohne Antivirus sicher vor Angriffen via PDF gewesen, und erst durch den Antivirus kommt ein PDF-Parser ins Spiel, der wie jeder Parser-Code potentiell angreifbar ist. Ralf dachte, ich meinte, dass der mit den selben Exploits wie Acrobat angegriffen würde, und versuchte dann auszuführen, dass ein Antivirus ja die PDF-Datei gar nicht wirklich ausführt, sondern nach Heap Spraying und NOP Sleds sucht. Nicht nur verteidigte er damit einen Punkt, den ich nie kritisiert habe; im Publikum verstand das dann auch noch jemand so, als habe er eingeräumt, dass sie da nur oberflächlich ein bisschen draufschauen und das also gar nicht wirklich absichern.
Diese Art von Detail-Kleinkram wollte ich gerade vermeiden in der Debatte, denn da verliert man sich in irgendwelchen für die Diskussion und das Publikum unwichtigen Dingen.
Meine Aussage ist ja, kurz zusammengefasst, folgende:
In meinem rationalen Universum ist mit diesen beiden Punkten alles gesagt. Funktioniert nicht und verursacht Folgeprobleme? Will man nicht!
Und für den Fall, dass die "ist ja bloß ein Grundschutz"-Ausflucht kommt, vielleicht noch garniert mit "100% Sicherheit gibt es gar nicht", hatte ich mir überlegt, wie das wäre, wenn man eine Putzkraft einstellt, und die hinterlässt dann in der Küche einen großen Schmutzfleck, und argumentiert dann: Ist ja nur eine Grundreinigung, der Flur ist aber voll sauber jetzt!
Wieso würde man bei einer Putzkraft höhere Standards anlegen als bei einem Antivirus? Erschließt sich mir nicht.
Aber es stellt sich raus, und das muss ich völlig emotionslos hinnehmen, dass die Leute da draußen wissen, dass Antiviren nichts bringen, potentiell die Dinge schlimmer machen, Geld kosten, und die Werbeversprechen der Hersteller zum Gutteil falsch sind — und das trotzdem für einen nicht nur akzeptablen sondern notwendigen Deal hält.
Ich vermute, dass es da einen bisher unerkannten psychologischen Hintergrund gibt. Meine Vermutung ist, dass das unser Ablassschein dafür ist, dass wir lauter Software einsetzen, der wir nicht vertrauen, und von der wir aus Erfahrung wissen, dass sie unsicher ist. Wir setzen die trotzdem ein, uns müssen diesen offensichtlichen Fehler irgendwie wegrationalisieren. Dafür kaufen wir uns beim Schlangenöllieferanten einen Ablassschein. Dem können wir zwar auch nicht vertrauen, aber das war ja auch nicht der Punkt an der Sache. Den Antivirus kauft man nicht, damit er einen absichert, sondern damit man sagen kann, man habe aber einen Antivirus gehabt.
Ich frage mich, ob man da nicht viel Aufwand sparen kann, und den Leuten das Geld abnimmt, aber ohne einen Antivirus zu liefern. Sankt Fefes Schlangenöl-Ablassbrief. Du setzt Internet Explorer ein? Sag drei Ave Maria und kaufe vier Sankt Fefe Schlangenöl-Ablasszertifikate!
Als Gegenleistung könnte man so richtig schöne Zertifikate drucken. Auf gutem Papier, ihr wisst schon. Wasserzeichen, Prägung, vielleicht noch ein Wachssiegel.
Sollte ich mal vorbereiten und bei solchen Gelegenheiten verkaufen. Aufschrift: Dem Eigentümer dieses Zertifikates wird verziehen, dass er immer noch Firefox einsetzt, obwohl er wusste, was da mit jedem einzelnen Release für unfassbar furchtbare Sicherheitslücken zugemacht werden müssen, und dass es keinen Grund für die Annahme gibt, dass diese Reihe nicht so weitergehen wird. Gezeichnet: Kardinal Rieger.
Auf der anderen Seite kann es natürlich sein, dass so ein Podium gar nicht funktionieren kann, denn es war ja gar nicht mein Ziel, da irgendeinen bestimmten Hersteller rauszuziehen und schlecht zu machen, schon gar nicht den, der sich neben mir aufs Podium getraut hat. Es ist auch nicht mein Ziel, dazu aufzurufen, dass die Leute alle ihre Antiviren deinstallieren. Wir sind hier alle Erwachsene. Wer auf selbstzugefügte Schmerzen steht, dem werde ich da keine Vorschriften zu machen versuchen. Und häufig haben gerade Firmen sowas ja auch aus Compliance-Gründen oder weil sonst die Versicherung im Schadensfall nicht zahlt.
Naja, und so kam am Ende völlig überraschend raus, dass die Fakten völlig unstrittig sind. Wir legen sie bloß fundamental verschieden aus.
Update: Der Vollständigkeit halber: 100% Sicherheit gibt es natürlich doch. Jemand, der keine PDF-Software installiert hat, ist 100% sicher vor PDF-Exploits. Bis er einen Antivirus installiert. Dann nicht mehr.
Update: Ich werde häufig gefragt, was denn mein Vorschlag gegen Malware ist. Hier ist meine Antwort.
Die Malware-Problematik besteht aus zwei zu trennenden Hälften. Erstens Malware, die unter Ausnutzung von Sicherheitslücken auf das System kommt. Zweitens Malware, die völlig legitim auf das System kommt, beispielsweise in einer E-Mail, und die dann vom Benutzer ausgeführt wird.
Die erste Kategorie von Malware kriegt man weg, indem man Softwarehersteller für Schäden in Haftung nimmt, die aus ihren Sicherheitslücken resultieren. Die zweite Kategorie von Malware kriegt man weg, indem man das Modell von Mobiltelefonen übernimmt. Anwendungen laufen nicht mehr in einem großen Universum gleichberechtigt nebeneinander und haben alle vollen Zugriff auf alle Ressourcen, auf die der User Zugriff hat, sondern Anwendungen laufen jeweils in einer Sandbox mit minimalen Rechten, und wenn sie eine Datei öffnen wollen, können sie nur das System bitten, einen "Datei öffnen"-Dialog anzuzeigen. Dateien einfach so mit Dateinamen öffnen oder ohne Rückfrage geht nicht. So ein Modell hat Microsoft mit ihrem App Store zu etablieren versucht, und der Markt hat sie ausgelacht und das nicht haben wollen. Dafür installieren wir uns dann einen Antivirus drüber. Um unser schlechtes Gewissen zu beruhigen.
Update: Hier kommt der Einwand, dass das ja noch dauert, bis wir Produkthaftung kriegen. Das ist also jetzt keine akute Lösung!1!! Ja, und? Gegen 0days zu helfen sagen ja auch Antiviren nicht zu. Und wenn es kein 0day ist, muss man halt immer schön alles gepatcht halten. Dann kann einem die auf Sicherheitslücken basierende Malware auch nichts. Für mich ist das der Gipfel der Unverantwortlichkeit, wenn Konzerne sich ganze Abteilungen mit Bremsklötzen leisten, die dann vorgeblich Patches "prüfen", ob die wirklich ausgerollt werden müssen oder nicht. Und in der Praxis führen die nur dazu, dass steinalte Exploits in dem Laden noch funktionieren. Aber hey, dafür haben wir ja Antiviren installiert!1!!
Und nicht auf Sicherheitslücken basierende Malware kriegt man im Firmenumfeld dadurch weg, dass man den Leuten keinen lokalen Adminzugang gibt und sie nur Programme von der Whitelist ausführen lässt. Ich glaube ja, dass das mit der Tooldiskussion neulich hier im Blog Hand in Hand geht. Firmen tolerieren ein geradezu groteskes Maß an Unwissen und Lernverweigerung. Und die Mitarbeiter nehmen das dankend an, weil sie dann die Unschuld vom Lande geben können. "Ja aber ich hab doch bloß auf das Bild geklickt und die drei Warnfenster sofort ungelesen zugemacht!1!!"
Ich bin entsetzt. Erst Brexit, dann Trump, jetzt das, und nächste Woche wird Marine Le Pen in Frankreich gewinnen.
Und die Ausreden sind jedes Mal dieselben. Dieser Kommentar im ehemaligen Nachrichtenmagazin führt das ganz gut aus, finde ich. Ich zitiere:
Sehr viele erzählen mir, sie hätten sich für das Präsidialsystem entschieden, weil sie sich in Deutschland schlecht behandelt fühlten. Und weil sie wüssten, wie kritisch die Mehrheit der Deutschen Erdogan und seine Pläne sieht, hätten sie für ein Ja gestimmt.Ja, richtig gelesen! Alle sind Schuld, außer uns! Wir wollten nur Cameron, äh, Hillary, äh dem Establishment, äh den Deutschen mit ihrer fehlenden Willkommenskultur einen Denkzettel erteilen!
Ich greife jetzt natürlich nach Strohhalmen hier, aber mich irritiert, dass für eine Verfassungsänderung, dazu noch diesen Kalibers, eine einfache Mehrheit reicht. Und ich bin ausgesprochen irritiert, dass Türken im Ausland überhaupt abgestimmt haben. Nicht dass sie durften, das sollte niemadnen wundern. Beziehungen sind häufig besser, wenn man sich nur selten körperlich begegnet. Wer im Ausland wohnt, kriegt den ganzen Kleinscheiß wahrscheinlich gar nicht mit, und hat ein besseres Bild von Erdogan. NA KLAR lässt Erdogan die dann mitwählen.
Aber dass jemand, der im Ausland wohnt, und vom Ergebnis nicht direkt betroffen sein wird, dann zum Referendum geht und seine Landsleute zum Elend verdammt, das kann ich nur moralisch äußerst anstößig finden. Die Deutschen, die da mit abgestimmt haben, sollten sich meiner Ansicht nach was schämen.
Auf der anderen Seite wird sich die Merkel und die EU jetzt wohl ernsthaft mit der Flüchtlingsfrage beschäftigen müssen und kann nicht mehr schattige Deals mit der Türkei machen. Vielleicht kommt da ja doch noch ein positiver Aspekt raus.
Aber bezüglich der Frankreich-Wahl bin ich sehr pessimistisch gerade. Ich kann sie jetzt schon hören, die Le-Pen-Wähler. "Mir ging es schlecht, daher wollte ich einen Denkzettel setzen". JA SUPER, aber doch nicht auf Kosten des ganzen Landes, ihr Vollpfosten!?
Ich bin ja kein nachtragender Mensch, aber ich gönne allen, die bei dieser Abstimmung für die Diktatur gestimmt haben, alle Auswirkungen, die das jetzt auf sie haben wird. Ich gehe davon aus, dass die vor allem negativ sein werden. Und dann wollen wir mal sehen, wem hier am Ende der Denkzettel was zu Denken aufgibt.
Oh und macht euch mal nichts vor: Wenn die AfD nicht so ein offensichtlicher Versagerhaufen wäre, gäbe es hier auch eine kritische Masse an "ich wollte nur mal einen Denkzettel erteilen"-Idioten. Und so wütend ich jetzt auf die bin, so sehr trägt die eigentliche Schuld natürlich eine Gesellschaft, die die Leute nach Strich und Faden verarscht, in der die Reichen immer reicher und die Armen immer mehr werden. Und die, die das vorangetrieben haben, denen gönne ich auch, was sie sich eingebrockt haben.
udp.c in the Linux kernel before 4.5 allows remote attackers to execute arbitrary code via UDP traffic that triggers an unsafe second checksum calculation during execution of a recv system call with the MSG_PEEK flag.Das klingt jetzt schlimmer als es ist, denn MSG_PEEK wird selten benutzt, UDP wird selten benutzt, und MSG_PEEK bei UDP wird noch seltener benutzt. Mir ist persönlich kein Fall bekannt.Ich habe dieses Flag in meiner Laufbahn 1-2 Mal benutzt. Man nimmt es, wenn man von einem Socket ein paar Bytes lesen will, ohne die zu lesen (d.h. wenn man danach nochmal read aufruft, kriegt man die Bytes wieder). Ich benutze das in gatling, um zu sehen, ob Daten auf einer SSL-Verbindung wirklich wie ein SSL-Handshake aussehen — allerdings auf einem TCP-Socket.
Kurz gesagt: Ich mache mir da jetzt keine großen Sorgen. Die DNS-Implementationen von glibc, dietlibc und djb benutzen jedenfalls nicht MSG_PEEK, und wenn es um UDP geht, ist DNS der übliche Verdächtige.
Ich will das nicht kleinreden, das ist ein ganz übler Bug und die sollten sich was schämen. Aber es ist kein "OMG die NSA hat mich gehackt, ich reinstalliere und mache alle Keys neu"-Bug. Außer ihr fahrt auf eurem Server irgendwelche UDP-basierten Protokolle.
Update: Im OpenVPN-Code findet grep auch kein MSG_PEEK. VPN und VoIP wären die anderen in Frage kommenden Codebasen.
Update: Ein paar Leser haben bei Debian und Gentoo mal ein bisschen rumgesucht und fanden als potentiell verwundbare Pakete dnsmasq und VNC-Implementationen. dnsmasq läuft praktische allen Plasteroutern. Das wäre in der Tat potentiell katastrophal.
Update: Einsender weisen darauf hin, dass systemd angeblich MSG_PEEK benutzt, und dass möglicherweise noch Chrome in Frage kommt als Angriffspunkt, wegen QUIC.
So ungefähr muss das gelaufen sein, als Trump die MOAB über Afghanistan abwerfen ließ.
Die MOAB ist die "Mother of all Bombs", die größte nichtnukleare Bombe, die die Amis haben, mit einem Blast Radius von einer Meile (!).
Eignet sich offensichtlich bestens für einen surgical strike gegen einen Terroristen!1!!
Und jetzt wird es spannend, denn zwischen Schweden und der Ausländer-Raus-Fraktion im Internet tobt seit geraumer Zeit ein Krieg. Schweden sagt: Ausländer rein. Das Internet sagt: Das sind alles Kriminelle. Schweden sagt: Nein, sind sie nicht. Dann gibt es natürlich doch Kriminalfälle, und Schweden sagt: Das sagen wir jetzt einfach nicht mehr dazu, ob ein Verbrechen von einem Asylanten / Ausländer / Zugewanderten begangen wurde.
Und diese Art von Herumlügen und Verwischen nutzt natürlich nur einer Seite: Der Ausländer-Raus-Fraktion. Ohne vorliegende Fakten können die halt behaupten, was sie wollen.
Und so wird auch jetzt sehr schnell behauptet werden, dass das ein islamistischer Anschlag war. Wenn es wirklich einer war, befürchte ich schlimme Nachwirkungen. Ich denke mal, mit wenig kriegt man ein "wir müssen Menschen in Not helfen"-Gefühl nachhaltiger weg als wenn man beim Bescheißen erwischt wird, um dieses Gefühl herbeizuführen.
Wenn man bei dem Rogue POTUS Staff sieht, dass der 848.000 Follower hat, dann kann man sich vorstellen, dass das Weiße Haus da gerne gegen vorgehen würde.
Und tatsächlich haben die sich bei Twitter gemeldet und großkotzig die Herausgabe der persönlichen Daten von einem ähnlichen Account aus der Einwanderungsbehörde gefordert. Twitter ist damit sofort an die Öffentlichkeit gegangen und hat eine Klage eingereicht, um das nicht rausgeben zu müssen. Diese Art von Meinungsäußerung sei von der Verfassung geschützt und von der Regierung hinzunehmen. Die ACLU hat sich auch hinter den Account gestellt.
Und jetzt hat die US-Regierung ihre Forderung an Twitter zurückgezogen.
So langsam wundere ich mich ja ein bisschen darüber, dass der Trump doch angeblich so ein Gewinnertyp ist. Irgendwie fängt der dauernd Sachen an, die er dann nicht beendet kriegt. Oder kann jemand aus dem Stegreif eine Sache nennen, die Trump angefangen und dann siegreich beendet hat? Weia. Da muss die Moral ja auf dem Keller-Fußboden festkrusten im Weißen Haus gerade.
Update: Und hier die Gegenstrategie von Trump und seinen Cronies:
Michael Flynn’s Immunity Request Rejected By Senate Intelligence Committee
Vielleicht haben wir ja Glück und er sagt dann doch nicht aus!1!!
Dan Bernstein ist auf dem Gebiet ein Vorreiter, der die elliptische Kurve Curve25519 so definiert hat, dass eine Implementation mit konstanter Laufzeit möglich und realistisch ist. Diese Kurve hat es inzwischen in TLS geschafft, das ist ein Big Deal, wie man so schön sagt.
Und jetzt kommt raus: Visual Studio verkackt das Kompilat über eine implizite Laufzeitroutine zum Multiplizieren.
Das heißt jetzt nicht, dass Software mit Curve25519 unsicher ist, aber das Ergebnis ist trotzdem eine echte Katastrophe. Noch eine Front mehr, die man klären muss. Am besten nur noch als Assembler ausliefern, alles!1!! :-)
Update: OK, also bei näherer Betrachtung stellt sich die Lage anders dar. Es geht um curve25519_donna, ein 64-bit-Port von curve25519 von djb. Das 32-bit curve25519 von djb hat das Problem nicht. curve25519_donna ist für 64-bit und hat dort das Problem auch nicht. Man muss also absichtlich und vorsätzlich das falsche curve25519 auf der falschen Plattform kompilieren. Dann fügt Visual Studio eine Routine ein, die die Multiplikation macht. Das macht gcc übrigens genau so unter diesen Umständen. Ich ziehe daher meine Anschuldigung zurück, dass VS hier was verkackt. Verkackt hat alleine der Typ, der das Advisory geschrieben hat. Ich vermute, der wollte nur mal seine 15 Minutes of Fame abholen. Scheiß Publicity-Scheiß immer.
Nun, da hat sich jemand gedacht, da mach ich doch mal extra ein flackerndes GIF und schicke das einem Epileptiker, den ich nicht leiden kann. Das Opfer sagt, es hat wirklich einen epileptischen Anfall gekriegt, und das FBI wurde eingeschaltet, hat den Versender verhaftet.
So und jetzt der neue Teil: Die Grand Jury hat entschieden, dass das GIF als "deadly weapon" einzustufen sei. Das ist ein Begriff aus dem Strafrecht, der traditionell eher weit ausgelegt wird. Es gibt einen Angriff und es gibt einen Angriff mit tödlicher Waffe (höheres Strafmaß). Das ist grob wie bei uns der Unterschied zwischen Körperverletzung und Gefährlicher Körperverletzung.
For example, a shoe or a shod foot used for kicking may be considered a dangerous weapon.[2][3] A Florida man was charged with aggravated assault with a deadly weapon after throwing a live alligator through the open drive-in window of a fast food restaurant.[4]:-)
Ich finde das hochamüsant gerade, wie der Trump ausgerechnet der Merkel gesagt hat, hey, wir wurden ja beide abgeschnorchelt. Mich würde nämlich überhaupt nicht wundern, wenn der BND den Trump abgeschnorchelt hat. Ob jetzt für die NSA oder nicht, das spielt ja dann auch keine Rolle mehr. Es würde mich eher wundern, wenn sie das nicht getan hätten. Das ist nämlich ihr Job als Auslandsgeheimdienst. Intel über aktuelle und potentielle künftige Staatschefs ranschaffen.
Und dann wäre das ja doch ein schöner Moment gewesen. Wie sich die beiden Abhör-Staatschefs darüber aufregen, selbst abgehört zu werden. Vom jeweils anderen. Denn dass der Trump der CIA oder NSA gesagt hat, sie sollen mal mit dem Abhören im Ausland aufhören, das glaubt ja wohl hoffentlich auch niemand.
Auf der anderen Seite müssen sich auch die Dienste gerade echt überflüssig vorkommen. All der Aufwand für Abhören, und dann kriegt man auf Twitter aktuellere und ungefiltertere Intelligence über Trump als von den Diensten. LOL.
Hintergrund ist, dass ich ein Billo-Laptop mit Win10 als ersten Rechner für die Kinder gekauft habe, dort aber Linux drauf installieren wollte. Dank nicht ausreichender Recherche habe ich nun ein betroffenes Gerät. Es ist faszinierend zu lesen, wie die Intel-Entwickler seit über einem Jahr an diesem Bug herumsuchen, ohne dass die eigentliche Ursache gefunden wurde.
Update: Ein Einsender kommentiert:
den Bay Trail Bug, über den du geschrieben hast, den hat Intel meines Wissens nach schon vor einer Weile gefunden. Im Angehängten Dokument steht er unter VLP52. Kurz zusammengefasst: Wenn die CPU während einer Interrupt Service Routine in den C6-state wechselt, wird das EOI verschluckt, d.h. die Interrupts werden nicht wieder angeschaltet. Damit ist dann natürlich auch der Timer Interrupt weg und die Kiste hängt. Wohlgemerkt: Das betrifft nur C6, C7 ist ok. Der bessere "Fix" ist also, per sysfs alle C6-states zu deaktivieren, dann sind die Hänger weg, ohne dass der Energieverbrauch allzu kriminell wird.
Intel sagt in dem Dokument übrigens auch an, dass das nicht gefixt wird, weil das Problem in der Hardware liegt.
(Danke, Hanno)
Wo kriegt man so viele Waffen her? Wie sich rausstellt: Von der Polizei!
The organised crime group sold deactivated firearms which did not comply with the existing deactivation standards, and live firing firearms, in Spain and other European countries like France and Belgium. The armament was acquired mainly through legally established channels and later reactivated.Voll deaktiviert und so, die Kriegswaffen!1!!
Ich persönlich fand den Film ja ziemlich unerträglich, ich kann so effektheischende Pseudodramatik nicht ertragen. Aber der Film hat knapp eine halbe Million Views gekriegt, und falls ihr den gut fandet, dann wollt ihr wahrscheinlich auch das neue Video der selben Leute sehen, "Zensur - die organisierte Manipulation der Wikipedia und anderer Medien".
Ich finde es ja gut und richtig, dass bei Wikipedia mal jemand ein bisschen herumstochert und diesen Seilschaften da das Leben unbequem macht, wenn sie ihre unredlich erlangten Privilegien zu Propagandazwecken missbrauchen. Nur hätte ich das lieber unaufgeregt im Stil von Gansers Vorträgen gehabt, als so leicht Fox-Newsig wie das jetzt hier abgeht. Aber hey. Besser so als gar nicht.
Dann habe ich gute Nachrichten: Der Explorer (nicht der Internet Explorer, der reguläre!) kriegt jetzt Werbeeinblendungen. Weil, hey, warum nicht? IHR KÖNNT JA ZU LINUX WECHSELN, WENN ES EUCH STÖRT MWAHAHAHAHAHA
Nun haben wir ja an der Stelle das Problem, dass das Bundesverfassungsgericht da 2012 ziemlich enge Schranken gezogen hat:
Die engen Grenzen setze dabei der Tatbestand des besonders schweren Unglücksfalls. Dieser erfasse nur "ungewöhnliche Ausnahmesituationen katastrophischen Ausmaßes".Das klingt ja ziemlich klar nach sowas wie "die Sintflut" oder "Meteoreinschlag der Größe alle-Dinos-tot". Allerdings finden jetzt die "Union", dass auch Terroranschläge unter diesen Begriff fallen würden. Da stellt sich natürlich die Frage, wie das konkret gemeint ist. Nur nach einem Terroranschlag oder auch schon vorher zur Abwehr? Und wie schlimm muss der Terroranschlag sein? Reicht ein völlig unglaubwürdiger, von den Diensten herbeigeführter, mangels Sprengzündern und Chemiekenntnissen nicht durchführbarer Hirngespinst-Plot ala "die Sauerländer"?
Tilo Jung hat mal nachgefragt.
Ergebnis in seinen Worten:
Tommy und Uschi wollen das nicht näher erläutern, geben aber Beispielkatastrophen: Paris, Brüssel, MumbaiGut, dass wir das mal geklärt haben! Was glauben die eigentlich, was eine Pressekonferenz ist? Etwas, wo man nicht konkret werden muss? Kinderspielplatz?
Damit ist der Ryzen sozusagen NUMA-on-a-chip.
Wenn man einen Multicore unter Windows betreibt, aber nur auf einem Core richtig Last fährt, dann schiebt Windows die Last immer im Kreis zwischen den Cores. Die Idee dabei ist, dass nicht ein Kern die ganze Last abkriegt und dann zu heiß wird. So kann man Materialermüdung vorbeugen und der Kühler muss möglicherweise weniger schnell drehen und schrill pfeifen. Ist an sich eine gute Idee, aber wenn Windows jetzt von einem Kern in der 1. Gruppe auf einen Kern in der 2. Gruppe schaltet, dann kostet das eben Performance.
An sich kann das Betriebssystem das auch wissen, wenn es NUMA-aware ist, aber da hinkt Windows schon länger deutlich hinterher. Womöglich hat AMD hier auch irgendwas subtil anders gemacht, dass die NUMA-Erkennung nicht anschlägt. Wer weiß. Das wäre jedenfalls eine Erklärung.
Und das heißt auch, wenn Microsoft ein Update shippt, und das werden sie zeitnah, dass dann das Problem weggeht. Man könnte das mal ausprobieren, wenn man einen Ryzen hat, indem man eine Single-Core-Anwendung per Prozessoraffinität auf einen Core festnagelt.
Erklärung 1. Sie handeln irrational (glaube ich nicht).
Erklärung 2. Sie haben eh schon ein Arrangement mit den Saudis am Start. Das gerüchtet es seit Jahren, aber weder Israel noch die Saudis wollten das jemals öffentlich zugeben.
Erklärung 3: Es geht ihnen nicht darum, die Moslems gegeneinander auszuspielen. Das wäre nur Mittel zum Zweck, um ihre eigenen Kriegskosten gering zu halten. Sie haben wirklich Angst vor dem Iran.
Nun sieht das der Ferne aus Europa eher unwahrscheinlich aus, dass der Iran irgendjemanden angreifen würde. Gerade jetzt wo da die moderateren Kräfte den Achmedinedschad abgelöst haben. Aber auch sonst ist der Iran eher Angegriffener als Angreifer. Allerdings sind sie mit Waffentests und Kriegsrhetorik weniger zurückhaltend. Man könnte vielleicht sagen, sie sind ein bisschen wie Nordkorea. Der Iran hat sich auch um Atombomben bemüht, und um Raketen zum Befördern der Atombomben. Haben sie welche? Das sieht bisher nicht so aus. Aber wissen tut man es nicht sicher. Israel und die Saudis haben aber welche (bzw ist das bei den Saudis auch nur ein Gerücht, dass sie das Khan-Netzwerk finanziert haben und als Gegenleistung ein paar Nukes gekriegt haben).
Vielleicht führt das ja zu einer Art Abschreckungs-Frieden zwischen Atommächten. Man tut sich lieber gegen andere zusammen, als sich gegenseitig zu bekriegen. Weil klar ist, dass das niemand überleben würde.
Update: Viel besser als meine Spekulationen ist natürlich ein Bericht eines Betroffenen:
das ist aus meiner Sicht (hier in Israel) relativ naheliegend, warum man sich gegenseitig unterstützt.
- Iran finanziert aktiv die Hisbollah im Libanon (darum hört man auch öfter mal von israelischen Luftangriffen im Süden Syriens), und im Vergleich zur Hamas werden die mit ihren Fähigkeiten und ihrer Bewaffnung durchaus als Gefahr in Israel gesehen. Die Hamas hat billige Selbstbau-Raketen, die Hisbollah eine größere Infrastruktur, bessere Ausbildung und Material sowie Training im Kampfeinsatz in Syrien. Um diese Bedrohung (so sieht man es hier) auszuschalten lohnt es sich, mit Saudi Arabien zusammenzuarbeiten. Dazu kam in der Vergangenheit auch iranische Unterstützung von Terror gegen Juden im Ausland, siehe als Beispiel nur https://en.wikipedia.org/wiki/AMIA_bombing. Man hat hier nicht vergessen, dass es die iranische Führung durchaus ernst meint mit ihrem Kampf gegen Israel.
- Zwischen Iran und Israel liegt zwar Jordanien, aber man erinnert sich hier noch recht gut an die Raketen auf Tel Aviv im ersten Golfkrieg und wie die Raketenabwehr versagt hat. Wenn man also diese Gefahr mit Hilfe der Saudis bändigen kann, dann sorgt das durchaus für Sicherheit in Israel. Und in den Medien hier (lässt sich schlecht verifizieren) steht dann auch, dass dies für die Iraner im Ernstfall ein probates Mittel ist.
Ich finde es auffallend, wie die ganzen Safe-Space-Trigger-Leute jetzt auf Milo einprügeln, dabei ist er doch genau die Art von verletztem, gebrochenem Traumatisierten, den sie sonst zu schützen vorgeben.
Ich war noch nie sonderlich beeindruckt von seinem Rumgetrolle, und der hat genug fiese Dinge gesagt, dass ich wirklich nachvollziehen kann, wenn ihm Leute Pest und Cholera auf den Hals wünschen. Aber aus meiner Sicht ist das jemand, der Hilfe braucht. Ich hätte zumindest erwartet, dass die Leute, die sonst immer für sich Hilfe einfordern, das erkennen würden.
Ansonsten ist er glaube ich mit diesen Äußerungen auch so ein bisschen Opfer seiner europäischen Abstammung geworden. In den USA unterscheidet man nicht wie bei uns zwischen Kindern und Jugendlichen, wenn es um Sex Crimes geht. Da häufen sich Geschichten von fast volljährigen Teenagern, die wegen Sexting o.ä. große Probleme gekriegt haben. Und sowas wie "in Ausnahmefällen ist es OK, wenn ein älterer und ein noch nicht volljähriger Mensch eine sexuelle Beziehung haben" gibt es in den USA halt gar nicht (außer anekdotenhaft in den Südstaaten zwischen Familienmitgliedern :-) ) und dann auch noch unverheiratet, da platzen dann die puritanischen Konservativen. Und die Leute, die ansonsten für sexuelle Aufklärung und Freiheit eintreten, die machen bei Milo jetzt eine Ausnahme und stellen sich lieber nicht hinter ihn, weil er halt ein rechtes Arschloch ist.
Sowas finde ich immer sehr schade. Damit haben die sich und ihre Bewegung völlig diskreditiert. Man kann auch nicht für legale Abtreibungen sein, aber nur bei politischen Freunden. Entweder du bist dafür, dann aber auch für alle, oder du bist nicht dafür. Dann tu aber auch nicht so, als seiest du dafür.
Milo hat jetzt von Sex mit einem 13-Jährigen gesprochen, das wäre m.W. auch in der EU überall verboten — selbst im Vatikan seit 2013. Hier wurde also ganz klar ein Verbrechen beschrieben, und Milo war das Opfer.
Mit anderen Worten: Die Medien werden nicht mehr manipuliert, um die Bevölkerung zu manipulieren. Sie werden manipuliert, um den Präsidenten zu manipulieren.
Wenn sie die Stories platziert gekriegt haben, dann haben sie sie auch schnell jemanden tweeten lassen, den Trump in der Timeline hat. Genau wie man sich sowas vorstellen würde.
"He saw there was activity, so he didn't feel like he had to respond," the former campaign official said. "He sends out these tweets when he feels like people aren't responding enough for him."Der Lacher ist ja: Ich habe vor vielen Jahren mit Holgi auf Radio Fritz ein paar Sendungen gemacht. Wir haben die Sendungen unter dem Titel "Alternatives Realitätsmanagement" gefahren. Und das ist ja wohl die ideale Beschreibung dafür, was die da gerade mit Trump machen! Voll der Black Mirror-Scheiß! Vielleicht noch vor dem Fenster einen Bildschirm montieren und auf dem Fans einspielen oder so. Wie krass. Das ist Realitätsmanagement für den Präsidenten.The in-person touch is also important to keeping Trump from running too hot. One Trump associate said it’s important to show Trump deference and offer him praise and respect, as that will lead him to more often listen. And if Trump becomes obsessed with a grudge, aides need to try and change the subject, friends say. Leaving him alone for several hours can prove damaging, because he consumes too much television and gripes to people outside the White House.Das ist wie wenn man so einen Demenzpatienten jongliert. "Wenn wir uns zu lange am Stück nicht kümmern, ruft er Leute an und erzählt ihnen komische Dinge!"Ein Problem ist auch, dass Trump als New Yorker die New York Times liest. Und die ist halt nicht sonderlich Trump-freundlich. Und lässt sich wohl auch keine beruhigenden Realitätsmanagement-Stories von Trumps Pflegepersonal reindrücken. Vielleicht sollten die das mal machen? Eine Sonderausgabe der New York Times für Trump, voll mit "boah ist der Trump toll, der macht alles richtig!1!!"-Stories.
So weit sind wir schon.
New hotness: Betrügerische Regierung rechnet Wirtschaftszahlen schlecht. Trump in diesem Fall. Grund: Damit er damit seine krasseren Maßnahmen besser begründet kriegt. Manchmal braucht es halt eine handfeste Katastrophe, um Dinge durchzusetzen!
Das einstige Prestigeprojekt LiMux war schon 2014 beim neuen Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in Ungnade gefallen, der sich unwidersprochen als Fan der Redmonder bezeichnen ließ und zu seiner Zeit als Wirtschaftsreferent dafür sorgte, dass Microsoft Deutschland seine Konzernzentrale von Unterschleißheim nach München verlegte.Oh ach so, die Verräterpartei! Na das ist ja mal wieder eine Überraschung!1!!
Wer jetzt dachte, das habe was mit Kosten zu tun, der möge sich mal dieses Randdetail durchlesen:
Zugleich räumte sie aber ein, dass in der IT-Abteilung in München viele Stellen unbesetzt seien, die Rede ist von 70 von 300. Die Lücken sollen dem Vernehmen nach durch Freiberufler zu Tagessätzen von 1500 Euro geschlossen werden.Was für eine Frechheit!
Mir hatte da übrigens vor einer Weile ein Insider eine lange Mail geschrieben, die ich mir für diesen Zeitpunkt aufgehoben hatte, aber ich finde sie gerade nicht mehr. Mist. Nun, da stand im Wesentlichen drin, was man sich so denken würde über deutsche Behörden. Beschissene Arbeitsatmosphäre, Inkompetenz und Ass Covering auf allen Ebenen, niemand geht irgendwelche Risiken ein, alle Reparatur- und verbesserungsmaßnahmen werden daher von unteren Mitarbeitern auf eigenes Risiko durchgeführt — und wir reden hier von sowas wie "Linux nicht nur einmalig von CD installieren sondern auch Patches einspielen". Das war eine Dystopie sondergleichen, die diese Mail schilderte. So ein Mist. Naja, denkt euch die Details selbst dazu. Kein Wunder, dass die 70 freie Stellen haben. Wer will in so einer Umgebung arbeiten?
Der Punkt der Mail war jedenfalls, dass an genau keinem Punkt Linux irgendeine Schuld hatte. Es gab da so Rahmenbedingungen wie "der Personalrat setzt pro Desktop-Änderung eine Neuschulung aller Angestellten durch", und so weiter. Und daraus folgte dann "keine Updates einspielen, nicht dass das optisch was ändert und wir alle Leute neu schulen müssen".
Die Mail erhob noch weitergehende Vorwürfe über Nepotismus und "die Ausschreibung wird von dem einen Zulieferer formuliert, damit er auch wieder den Zuschlag kriegt", aber betrachtet das mal noch mehr als Gerücht als den Rest der Vorwürfe. Der Einsender machte deutlich den Punkt, dass da keine technischen Probleme mit Linux oder Libreoffice das Problem waren. Wer schonmal mit Libreoffice gearbeitet hat, der wird verstehen, dass das eine starke Aussage ist :-)
Ich weiß nicht, ob der Einsender tatsächlich Insider war, insofern: mit einer Prise Salz nehmen. Aber es klang für mich schon authentisch nach Behördenkoller.
Update: Bei Netzpolitik.org liest sich die selbe Nummer gleich viel weniger endgültig.
Update: Ein Einsender erzählt:
Du musst mal mit jemandem reden, der mit dem Münchner System mit Externen kommunizieren muss oder, noch schlimmer, außerhalb von Büro und Bürostunden das System nutzen will. Hilfsweise tun es auch Anwender anstelle von IT-Experten oder Leuten, die sich dafür halten. Da geht in der Regel noch nicht mal die Mail, weil die das über die Jahre nicht gebacken gekriegt haben bzw. wollten, oder weil die Linux-Jungs und Mädels schlicht und ergreifend nicht begriffen haben, warum das jemand haben wollen könnte.
Das Linux-Projekt ist nicht an Linux gescheitert, sondern an der Ignoranz und der Hybris der IT-Verantwortlichen. Wenn man den Leuten noch nicht einmal in Ansätzen die Funktionalität gibt, die sie draußen oder zuhause haben, dann schieben sie das halt aufs System, und nicht auf die Verantwortlichen.
Ich habe seit einigen Jahren Kontakt zu Leuten in der Stadtverwaltung, die regelmäßig reisen: Wenn die kein privates Equipment mitnehmen, sind sie völlig incommunicado. Tödlich, wenn der Rest der Welt always on ist.
Die wichtigen Erkenntnisse sind:
"Die CSU (…) ist inzwischen in ihren Forderungen und ihrer Wortwahl oft kaum noch von der AfD zu unterscheiden (…)" (S.21)
Der inhaltlich spannende Teil sind aber die Stärken und Schwächen (geht los auf Seite 12). Da sieht man, dass sie glauben, den Führungsstreit und das Image als zerstrittene Partei abgelegt zu haben. Hier ergibt sich ja schon mal direkt, dass man bei dem Höcke-Nicht-Rausschmiss nochmal ein bisschen dissonant nachhaken könnte.
Für ihre Hauptschwäche halten sie, dass sie zu wenig Mitglieder haben, und die zu wenig Beiträge zahlen. Da konnte man also auch mal angreifen, wenn man die AfD bekämpfen wollte.
Der nächste Punkt ist, dass sie kein Expertenwissen haben, weil sie nicht mit Verbänden kooperieren, weil die Verbände Angst davor haben, mit der AfD auch nur in einer Stadt gesehen zu werden. Da könnte man auch noch mal verstärkend tätig werden, wenn man die AfD bekämpfen wollte. Und auch hier machen sie sich große Sorgen, dass unter ihren befreundeten Gruppierungen welche zu haben, die von den Mainstreammedien als rechtsextrem eingeschätzt werden.
Sehr unterhaltsam ist auch Schwäche 4 auf der Liste, der sich langatmig darüber beklagt, die anderen Parteien würden die AfD mithilfe "einschlägigen Nazivergleich-Vokabulars" stigmatisieren — und dann verwenden sie geradezu flächendeckend das Wort "Altpartei", ihre Version des Nazi-Kampfbegriffes "Systempartei". Als ob irgendeine Partei ältere Inhalte vortrüge als die AfD!
AfD-interne Umfragen zeigen, dass die Bemühungen der Altparteien und von Teilen der Medien und Verbände, die AfD als rechtsextrem darzustellen, nicht ohne Erfolg sind. Je stärker die Zielgruppen um ihr gesellschaftliches Ansehen besorgt sind, desto weniger trauen sie sich, ein öffentliches Bekenntnis zur AfD abzulegen.Für den Fall, dass die AfD das nicht alleine hinkriegt, obwohl sie natürlich alleinig im Besitz der Wahrheit sind, …
In diesem Zusammenhang sollte neben der Meinungsforschung auch auf professionellen Rat aus der Branche der Imageberater zurückgegriffen und die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden.Die Lösung sehen sie im Angriff nach vorne, gegen die "Political Correctness".
Besonders wütend ist die AfD darüber, dass sie keinen Credit kriegen, wenn andere Parteien ihre Positionen stehlen, oder wenn sie Nazis rausschmeißen. Ins Fernsehen werde die AfD nur eingeladen, um sie dann vorzuführen oder plattzumachen.
Der Lösungsansatz dafür ist, dass man eben noch weiter nach rechts rückt, wenn die CSU einem zu nahe kommt. Und wenn die CSU einen rechts überholt, dann muss man das auch mal öffentlich kritisieren! (Ich freu mich schon!)
Für linke Gruppen ein besonderes Fest wird Schwäche 6 sein.
Längst haben die professionellen, staatlich alimentierten Störer von der sogenannten „Antifa“ die AfD als Mittel entdeckt, ihre Legitimität und ihre eigene gesellschaftliche „Nützlichkeit“ durch Attacken auf die AfD zu erhöhen.So und jetzt möchte ich gerne von den anderen Parteien die Strategiepapiere geleakt sehen.
Aber wie sich rausstellt: Stimmt nicht. Ich frage mich langsam, was passieren muss, damit Jürgen Schmidt aufhört, Antiviren als notwendig zu verkaufen. Das ist ja eine Sache, wenn er mir nicht glaubt, der ich in meiner beruflichen Laufbahn den Quellcode von einigen Schlangenöl-Implementationen gesehen habe, aber da aus NDA-Gründen keine Details veröffentlichen kann. Aber wenn dieser Firefox-Mitarbeiter aus dem Nähkästchen erzählt, da kann man ja wohl kaum "ach das denkt der sich doch bloß aus" zurechtrationalisieren?!
Also, lieber Jürgen. Sag mir doch mal. Was müsste passieren, damit du deine Position revidierst?
Müsste deine Mutter Ransomware über eine Schwachstelle in einem Antivirus installiert kriegen?
Ich meine das völlig ernst. Was müsste passieren?
Denn mir geht langsam die Fantasie aus, was für Szenarien da noch möglich wären, um die seit Jahren naheliegende Schlussfolgerung zu widerlegen, dass dieses Antivirus-Fanboy-Schreibertum bei Heise letztendlich Dogma ist. Religiöse Verblendung.
Wieso verkauft Heise eigentlich keine Antiviren? Bisschen Kickback der Hersteller einfangen? Tolles Geschäftsmodell! Von der Berichterstattung her könnte Heise ja kaum noch tiefer mit den AV-Herstellern unter eine gemeinsame Bettdecke rutschen.
Egal, wie viele Bugs es gibt. Bugs passieren halt. Installieren Sie den neuen Patch, dann sind Sie wieder sicher!1!!
Update: Ein Einsender meint, dass Heise einmal im Jahre der c't eine "desinfec't"-DVD beilegt, das sei ja auch sowas wie ein Verkauf von Antiviren. Kann man bestimmt so sehen, ja. Zumindest ist es ein Anfixen :-)
Update: Ohne da ins Detail gehen zu können, schließe ich mich übrigens der Einschätzung an, dass das Schlangenöl von Microsoft noch am wenigsten neue Angriffsoberfläche aufreißt. Ich hatte die Details schonmal grob dargelegt.
Update: Ich habe eine Mail von Jürgen Schmidt gekriegt. Er weist meine Kritik von sich und findet, dass seine Berichterstattung sogar aktiv für das Hinterfragen der Position steht, dass AV-Software wichtig und nötig ist. Das würde ich auch gerne so sehen, und es stimmt auch, dass er häufiger negative Meldung zu Schlangenöl bringt, aber tut mir leid, das hat ihm auch niemand vorgeworfen, dass er negative Meldungen zu AV-Software unterdrückt. Was mich an dem vorliegenden Artikel am meisten geärgert hat, war dieser Satz:
Nun lässt sich das nur allzu leicht als Unsinn abtun – etwa indem man auf die fatalen Konsequenzen ungeschützter Systeme verweist.
Hier wird per Nebensatz unhinterfragbar als Prämisse etabliert, dass a) AV Schutz bietet, b) Systeme ohne AV ungeschützt sind, und c) es fatale Konsequenzen hat, kein AV einzusetzen. Ich bestreite alle drei Prämissen. Wenn dieser Satz nicht in dem Artikel gewesen wäre, hätte ich nichts gesagt. Der Rest des Artikels ist aus meiner Sicht Berichterstattung und neutral gehalten. Da hätte ich mir zwar immer noch gewünscht, dass Heise Security ihre editoriale Reichweite nutzt, um den Leuten deutlich zu machen, dass da nicht nur irgendein Spinner Dinge behauptet, und dass Heise das auch so sieht. Aber das hätte mich nicht genug ärgert, um dazu einen Blogpost zu machen.
Update: Jürgen Schmidt schrieb mir jetzt, dass er diesen Satz anders gemeint hat, als ich ihn verstanden habe. Er wollte damit den Leser da abholen, wo er ist. Er verwehrt sich auch gegen den Eindruck, die Redaktion sei gekauft, von wem auch immer. Ich möchte hier nochmal explizit darauf hinweisen, dass ich das auch nicht vorgeworfen habe. Das Schreibertum von Heise liest sich meiner Meinung nach so. Das heißt nicht, dass irgendjemand tatsächlich gekauft ist — nichtmal, dass das Dogma Absicht ist oder bewusst stattfindet.
Ich habe Jürgen gebeten, einfach mal ein Statement zu veröffentlichen, was das klarstellt. "Wir bei Heise sind keine Antivirus-Proponenten und unsere positive Berichterstattung sollte nicht als Werbung missverstanden werden". Wenn ich Jürgen richtig verstanden habe, ist das bei Heise eh so. Also würde so ein Statement ja auch niemandem wehtun. An anderer Stelle ist Heise ja schon vorbildlich, z.B. wenn sie dranschreiben, dass ein Hersteller dem Journalisten die Reise bezahlt hat. Wenn es sich hier wirklich um ein Missverständnis handelt, können wir das ja mal eben kurz und schmerzlos auflösen. Your move, Heise.
Update: Angesichts dieses Artikels muss ich meine Kritik an Jürgen Schmidt in der Tat zumindest partiell widerrufen. Da schreibt er
vieles von Böcks Kritik trifft voll ins Schwarze
Ich sehe aber immmer noch einen Unterschied zwischen dem Anerkennen von Fakten und dem Aussprechen der sich daraus ergebenden Bewertung, dass Antiviren grundsätzlich nicht vertrauenswürdig sind. Das blieb Heise bisher schuldig.
Nun, äh, das war kein marrokanischer Moslem sondern ein weißer Nazi. Ein Trump-Fan und stadtbekannter Troll. Politisch geprägt von französischen Nationalisten.
Nun, äh, da habe ich schlechte Nachrichten.
Die New Yorker Finanzaufsichtsbehörde DFS verhängte eine Strafe von umgerechnet knapp 400 Millionen Euro gegen das größte deutsche Geldhaus. Rund 200 Millionen Euro muss die Bank voraussichtlich in der gleichen Angelegenheit an die britische Bankenaufsicht FCA zahlen.Ich halte es ja in Sachen Geldwäsche mit "Fischer im Recht". In diesem Fall ist der Vorwurf, dass Kunden der Deutschen Bank Aktien in Rubel gekauft und dann in Dollar verkauft haben, und das fällt anscheinend auch schon unter Geldwäsche heutzutage.
Aus Deutschland heraus kriegt man das nicht. Das Bild könnt ihr hier sehen.
Ich werte das mal als voll subtilen Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Trump.
Der ist ja jetzt in der freien Wirtschaft und kann damit nicht mehr von der Kanzlerin entlassen werden für seine Untaten. Das perfekte Bauernopfer also.
Und "mein Name ist Hase, ich wusste von nichts" ist ja schon immer ein ganz tolles Zeichen.
Wieso tritt eigentlich nicht die Merkel zurück? Sie ist ja verantwortlich dafür, dass Pofalla das Amt gekriegt hat damals.
Subject: [BitPay Support Team] Re: Important: Notice for deactivation of account as of 31 January 2017 Date: Tue, 24 Jan 2017 17:13:47 +0000 From: support@bitpay.com Reply-To: support@bitpay.com To: donate <donate@torservers.net> ##- Please type your reply above this line -## Your request has been marked as solved. To reopen this request, please reply to this email. Liya Belen *Liya Belenska* (BitPay Support Team) Jan 24, 12:13 PM EST Hello Moritz, Unfortunately, it has come to our attention that your business presents a higher risk for us and therefore we will no longer be able to service you. More specifically, we have seen a number of higher risk transactions during our routine monitoring program and this has led to the decision to close your account. Your pending funds will be fully settled per your normal settlement instructions. In order to give you the opportunity to take measures such as informing your customers or looking for an alternative solution, the termination of services will become effective as of 31 January 2017. Please be sure to obtain any information that you might need from the merchant dashboard within a week, as your account will be deactivated on 31 January 2017. Please note our decision is final and a re-instatement of transaction capabilities after 31 January 2017 is not possible. Our apologies for any inconvenience. Kind regards,
Ich habe den Eindruck, dass wir mal dringend ein von solchen Probleme freies Zahlsystem brauchen.
Moritz schreibt noch, dass er nur drei (saubere) Transaktionen gesehen hat auf dem Account, und von keinen riskanten Sachen weiß.
BREKEND Wij spraken met een getuige over Trumps Golden Shower. Morgen. @Telegraaf @MrNedjerovÜbersetzt heißt das: EILMELDUNG: Wir sprachen mit einem Zeugen über Trumps goldene Dusche. Gemeint ist, dass Trump gerade in Holland eine riesige Protz-Jacht bauen lässt, und da ausdrücklich eine goldene Dusche installiert haben wollte. Hier ist ein Foto davon.
Aber natürlich war das (absichtlich) missverständlich und anscheinend sind ein paar russische Medien voll aufgesprungen und haben sowas wie "ZEUGE FÜR TRUMPS SEX-ESKAPADEN PACKT AUS" verbreitet. Daraufhin hat der Journalist wohl ein bisschen Druck gekriegt, den Tweet wegzumachen und sich auch wortreich entschuldigt :-)
Hier ist ein Bild der "Jacht" (eher ein Kreuzfahrtschiff von der Größe her).
Update: Kris Köhntopp hat mehr Details. Das war nicht kürzlich, wie sich rausstellt, sondern in den 80er Jahren.
Der Punkt war, daß das alles 30 Jahre her ist, und Jos da einen Witz gemacht hat, der eskaliert ist.
Nichtsdestotrotz ist die Story interessant, weil a) die Yacht selbst eine spannende Geschichte hat und ein Star in einem James Bond Film ist, b) Trump sie praktisch umsonst bekommen hat (29 Mio, und noch eine Million Rabatt, wenn er sie umbenennt, weil Kashoggi sie nicht in Trumps Händen mit dem Namen seiner Tochter wissen wollte - kann ich verstehen), c) die Geschichte der Werft spannend ist und sie eine lange Historie an Kreuzfahrtschiffen für Superreiche hat und d) Trump nach der Yacht eine noch größere bauen wollte und die Holländer dafür bezahlen sollten. Das ging schief und am Ende mußte Trump die Werft kaufen.
Die Jacht gehört inzwischen übrigens nicht mehr Trump, der hat sie 1991 verkauft — und dabei 9 Millionen Dollar Verlust eingefahren. (Danke, Vincent)
Daher mein Vergleich mit Safe Spaces.
Auf mich wirkt das, als wenn Außenstehende sich bemühen, sich von Aussagen anderer triggern zu lassen, die gar nicht mal an sie gerichtet waren, und die auch nicht als Angriff auf irgendeine Person gemeint waren. Man fühlt sich durch Vorwürfe in seiner Lebensqualität beeinträchtigt, die man sich auch noch selber einbildet, die gar nicht tatsächlich da sind. Niemand hat Moxie beschuldigt, ein NSA-Kollaburateur zu sein!
Aber man muss schwere Krypto-Probleme auch ansprechen dürfen, denn sonst werden sie ja nie gefixt. In diesem Fall ist das Problem eine Sache, über die man verschiedene Meinungen haben kann. Das kommt auf die Perspektive an, wie so häufig.
Man kann auf der einen Seite sagen: Ein Krypto-System mit so einer Schwachstelle wiegt Menschen in falscher Sicherheit und ist daher schlimmer als gar keine Krypto.
Man kann auf der anderen Seite sagen: Wir haben eine Milliarde Menschen zu starker Krypto gekriegt, und dieser Angriff wäre eh ein aktiver Angriff, passives Abhören haben wir erfolgreich verhindert! Sieg!
Welche Perspektive sich durchsetzt, das entscheidet man mit einer Debatte. Aber die Debatte wird jetzt durch lauter Schneeflocken-Argumente gestört. Ja aber wenn ihr so böse zu Moxie seid, dann schreibt er vielleicht gar keine Software mehr für uns! Ihr solltet ihm lieber dankbar sein!
Ich spitze jetzt ein wenig zu, klar. Aber ihr versteht hoffentlich den Punkt, den ich zu machen versuche.
Wenn ihr nicht wisst, wovon ich hier rede, könnt ihr euch mal diese Argumentation hier durchlesen, die sogar so weit geht, "eure Krypto hat eine Schwäche" auf eine Stufe mit Impfgegnern zu stellen. Das schöne bei Krypto-Software ist ja, dass man sie stärker machen kann, ohne dass User mehr Aufwand haben. Den Mehraufwand übernimmt die Software für sie. Daher tendiere ich in diesem Spannungsfeld auch eher zu "wenn es stärkere Krypto gibt, die man an der Stelle ausrollen könnte, und man tut es nicht, dann ist das ein Fehler".
Konkret geht es um ein Detail im Protokoll, die von Anfang an bekannt und dokumentiert ist. Ich paraphrasiere das jetzt wahrscheinlich falsch, aber ich mache es trotzdem mal. Wenn euch die Details wichtig sind, schlagt sie selber nacht :-)
Bei traditionellen Kryptosystemen wie PGP hat man eine Nachricht, verschlüsselt und signiert sie, und schickt sie zu. Signieren und Verschlüsseln sind offline, man braucht dafür keinen Live-Kanal zum Gegenüber oder überhaupt Internet (solange man den public key vom Gegenüber hat). Die Nachricht schickt man dann rüber und fertig.
Neuere Kryptosysteme wie OTR haben aber noch weitergehende Anforderungen als PGP. Wenn ich eine PGP-Nachricht an jemanden schicke, dann beweise ich damit nicht nur demjenigen, dass die Nachricht von mir kam, sondern der kann die dann auch Dritten gegenüber als Beweis benutzen, dass die Nachricht von mir kam. OTR möchte jetzt erreichen, dass ich jemandem etwas so sagen kann, dass der weiß, dass das von mir kam, aber er kann damit nicht Dritten gegenüber beweisen, dass das von mir kam. Das ist protokolltechnisch eine komplexe Geschichte, weil man pro Nachricht einen anderen Schlüssel nehmen muss. Und damit ist auch das Schlüsselaustauschproblem größer als bei PGP. Signal und Whatsapp sehen jetzt vor, dass man im Voraus ein paar Schlüssel sozusagen vor-austauscht, damit man auch offline Nachrichten verschicken kann (jedenfalls solange die Liste der vorausgetauschen Schlüssel noch nicht leer ist). Jeden Schlüssel kann man natürlich nur einmal nehmen.
Das Problem, um das es jetzt geht, ist was passieren soll, wenn diese Liste mal alle ist. Sagen wir mal, das FBI will meine Whatsapp-Nachrichten mitlesen. Dann gehen die zu Whatsapp und sagen denen: sag diesem Client mal, dass seine Liste ungültig ist. Weil der Client gerade offline sein kann, heißt das auch, dass möglicherweise Nachrichten mit neuem Schlüssel nochmal verschlüsselt werden müssen. Ihr könnt schon ahnen, wie man so möglicherweise Abhör-Möglichkeiten schaffen könnte.
Das Problem ist jetzt, dass bei Whatsapp in dem Fall kein Warn-Popup kommt. Die Security-Hardliner (zu denen ich mich an der Stelle auch zähle) sagen jetzt: Dafür gibt es keine Entschuldigung. Macht da nen Warn-Popup hin. Das sollte auch so gut wie nie Fehlalarm geben.
Die anderen sagen: Man kann diese Warnung aber anschalten, und der Whatsapp-Server kann nicht wissen, wer das angeschaltet hat und wer nicht, daher können die das nicht machen, ohne entdeckt zu werden. Das Risiko ist überschaubar.
Kann man finden, aber ich finde das nicht. Erinnert ihr euch an die Stories aus der DDR, wenn die Stasi das Telefon abgehört hat, dass das dann hörbar geknackst hat? Da hätte man ja auch argumentieren können: Nicht so schlimm, die Leute merken das ja, wenn sie drauf achten. Das hat die Stasi nicht abgehalten, und das wird das FBI nicht abhalten, glaube ich. Und das UI ist wohl an der Stelle auch nicht offensichtlich, wo man da was klicken muss, um diese Warnung anzuschalten. Ich weiß es nicht, weil ich kein Whatsapp benutze.
Ich finde aber, dass diese Debatte wichtig ist und geführt werden wollte. Und ihr solltet da auch alle mal drüber nachdenken, wie ihr das seht, und dann eure Krypto-Produkte entsprechend auswählen.
Update: Bei meinen Rust-Kommentaren ist übrigens auch so eine Schneeflocken-Safespace-Ding passiert. Gleich mehrere Leute haben sich aufgeregt, dass ich es wage, Rust als nicht stabil zu bezeichnen (was ich gar nicht getan habe! Ich habe den Branch referenziert, den Rust selber auf ihrer Downloadseite als Stable bezeichnet). Ein Leser hat mich auf einen Reddit-Thread hingewiesen, der sich dazu gebildet hat, und ungefähr die Hälfte der Kommentare handelten nicht von meinen Argumenten sondern von mir als Person. Als ob man sich mit Kritik oder Argumenten nicht beschäftigen müsste, nur weil man die Person nicht mag!? Sowas finde ich immer echt unverständlich. Es geht doch hier um euer Softwareprojekt, wollt ihr nicht, dass das besser wird!?
Update: Ah, die Erklärung habe ich wohl tatsächlich verkackt. Whatsapp und Signal haben die Authentisierung an die Telefonnummer gebunden. Das hat Vorteile (besonders bei der Usability), aber es hat halt auch Nachteile, weil das FBI halt einfacher eine Telefonummer übernehmen kann als die Krypto in der App auf dem Telefon, das ich in der Tasche habe.
Update: Ist sogar noch ein bisschen anders. Selbst wenn man das Popup anschaltet, dann hat Whatsapp trotzdem schon eine Retransmission der Nachricht mit dem neuen Key gemacht. Signal macht das erst, wenn der Nutzer es bestätigt hat.
Das Problem in Mediaserver, das sie da herausheben, der Einzeiler-Patch (das ist übrigens nicht ungewöhnlich) ist im libopus-Repository seit einem halben Jahr gefixt. Wieso hat Google so lange gebraucht?
Der Einsender meint, er habe mal bei Firefox geguckt, und da ist das auch noch ungefixt im aktuellen 51er-Prerelease. Wieso braucht Firefox eigentlich so lange?
Wieso liefern diese ganzen Idioten eigentlich überhaupt eigene Kopien von Upstream-Repositories aus?! Das ist ein völlig sinnloser Angriffsvektor.
Zu ihrer Verteidigung muss man allerdings auch vorbringen, dass Opus das nicht als Security-Fix gekennzeichnet hatte, und mit dem nächsten Release bis vor ein paar Tagen gewartet haben.
And this is why we cannot have nice things.
Update: Man muss auch dazusagen, dass dieser Patch jetzt nicht so dramatisch aussieht. Das eigentliche Problem ist also vermutlich ein Folgefehler von dieser Zeile. (Danke, Michael)
Nun soll in der Mitte der wiedergewonnenen Hauptstadt Berlin ein Mahnmal an unsere fortwährende Schande erinnern. Anderen Nationen wäre ein solcher Umgang mit ihrer Vergangenheit fremd. Man ahnt, daß dieses Schandmal gegen die Hauptstadt und das in Berlin sich neu formierende Deutschland gerichtet ist. Man wird es aber nicht wagen, so sehr die Muskeln auch schwellen, mit Rücksicht auf die New Yorker Presse und die Haifische im Anwaltsgewand, die Mitte Berlins freizuhalten von solch einer Monstrosität.Die Rechten argumentieren, dass das doch fast das gleiche ist wie was der Höcke gesagt hat. Viele werden sich nicht mehr erinnern, aber das Holocaust-Denkmal ist damals durchaus kontrovers diskutiert worden, und es gab viele Gegenstimmen, vor allem gegen den konkreten Entwurf, nicht so sehr fundamental gegen die Existenz eines solchen Denkmals. Aber lest mal bitte den Rest der Augstein-Äußerungen, nicht nur diesen Absatz. Da wird dann relativ klar, was er wirklich sagen wollte.
Übrigens, völlig unabhängig von Höcke und Augstein: Ein israelischer Künstler hat mal eine Photoshop-Gallerie aus Selfies von dem Holocaust-Denkmal gemacht, nennt sich "Yolocaust".
Update: Tweet von Jakob Augstein:
Nein, Kameraden. Der alte Augstein lässt sich nicht vor euren dreckigen Karren spannen.
und ein Link zu seiner Kolumne dazu.
Update: Niggemeier hat eine längliche Brandschrift veröffentlicht. Seine Schlussfolgerung ist, dass Augstein dann halt auch antisemitische Äußerungen getätigt hat.
Das liegt jetzt fast 20 Jahre zurück, aber ich glaube mich daran erinnern zu können, dass auch der Augstein damals für diese Äußerungen massiv auf die Fresse gekriegt hat. Das war keinesfalls so, dass der Augstein das halt ansagt und alle Umstehenden nicken zustimmend.
Das erste, was bei Rust auffällt: Man kann es nicht aus den Sourcen bauen. Ich möchte immer gerne vermeiden, anderer Leute Binaries auszuführen. Das ist eine Policy bei mir. Wenn ich es nicht selbst gebaut habe, will ich es nicht haben. Es gibt nur wenige Ausnahmen, bei denen der Buildprozess zu furchtbar ist, oder so fragil, dass das selbstgebaute Binary am Ende nicht so gut funktioniert wie das "offizielle", weil die auf irgendwelche speziellen Compilerversionen setzen oder so. Die einzigen Sachen, die ich hier nicht selber baue, sind im Moment Chrome, Libreoffice (falls ich das so einmal pro Jahr mal brauche) und ripgrep. Und ripgrep wollte ich mal ändern. Außerdem finde ich Rust von den Konzepten her spannend und will mal damit rumspielen.
Erste Erkenntnis: Die neueren Versionen von openssl-rust können OpenSSL 1.1. Allerdings kann man Rust nicht aus den Sourcen bauen, ohne schon eine Version von Rust zu haben. Das finde ich sehr schade. Das ist ein Spannungsfeld, das viele Programmiersprachen betrifft. Programmiersprachen haben Angst, erst ernst genommen zu werden, wenn sie self-hosting sind. Die Download-Seite von Rust will einem erstmal Binärpakete aufdrücken, was ich immer ein schlechtes Zeichen finde. Binärpakete ist der schlechte Kompromiss für Leute, die zu doof sind, aus den Sourcen zu bauen. Und die sind bei Rust nicht Zielgruppe. Dafür ist die Lernkurve zu steil bei Rust.
Aber wenn man runterscrollt, kriegt man auch die Quellen. Und wenn man da configure und make aufruft, dann … zieht der ungefragt ein Binärpaket einer älteren Rust-Version, installiert das, und baut dann damit. Das vereint die Nachteile von "aus Binärpaket installieren" mit der Wartezeit von "aus Quellen bauen" und weicht etwaigen Vorteilen weiträumig aus. Völlig gaga. Aber es gibt eine configure-Option, dass man das installierte Rust haben will.
Aus meiner Sicht ist der perfekte Kompromiss, was Ocaml macht. Da kommen die Quellen mit einem kleinen C-Bootstrap-Interpreter, und der baut dann den Compiler, und der baut sich dann nochmal selber. So muss das sein. Ist es aber bei Rust leider nicht. Bei Go auch nicht mehr, übrigens.
Anyway. Wenn man das über sich ergehen lässt und Rust aus den Sourcen baut, dann kriegt man eine Version ohne cargo. cargo ist das Packaging-Tool von Rust. Ohne cargo kann man nichts bauen. Insbesondere kann man nicht cargo ohne cargo bauen. Und da muss ich sagen: WTF? Selbst GNU make kann man ohne make bauen! Das ist ja wohl absolut offensichtlich, dass man solche Henne-Ei-Probleme vermeiden will!?
Insgesamt muss ich also meine Kritik zurückziehen, dass Rust immer noch nicht mit OpenSSL 1.1 klarkommt. Tut es, nur halt anscheinend nicht in der stable-Version. Aber diese cargo-Situation finde ich ja noch schlimmer als die OpenSSL-Situation war. Meine Güte, liebe Rust-Leute! Bin ich ernsthaft der erste, der über das Bootstrapping nachdenkt?!
Oh ach ja, ripgrep. ripgrep kann man nicht mit der Stable-Version von Rust kompilieren. Und auch nicht mit der Beta-Version. Das braucht die Bleeding-Edge-Version.
Nun ist Rust eine relativ frische Sprache und sie haben daher eine Familienpackung Verständnis für so Kinderkrankheiten verdient. Aber dann nennt euren Scheiß halt nicht Version 1.irgendwas sondern 0.irgendwas.
Update: Wie sich rausstellt, lässt sich ripgrep doch mit älteren Rust-Versionen kompilieren, allerdings dann ohne SIMD-Support. Wenn ich ripgrep ohne SIMD-Support haben wollen würde, könnte ich auch grep -r benutzen oder silver surfer. Was ich versucht habe, um ripgrep zu bauen: git clone + cd ripgrep + ./compile. Mir erklärt jetzt jemand per Mail, dass das gar nicht der offizielle Build-Weg ist unter Rust. Das hat sich mir als Rust-Neuling so nicht erschlossen. Und es wirft die Frage auf, wieso der Autor von ripgrep dann ein configure-Skript beliegen muss und das dann auch noch was anderes tut als der Standard-Buildweg. Ist der Standard-Weg kaputt und man kann die zusätzlichen Flags, die er da benötigt, nicht einstellen?
Update: Ein paar Leute fragen jetzt rhetorisch, wie ich denn meinen C-Compiler gebootstrappt habe. Das Argument könnte man gelten lassen, wenn es von Rust aus möglich wäre, einen C-Compiler zu bootstrappen. Ist es aber nicht. Aber mit einem C-Compiler kann man diverse andere Sprachen bootstrappen, u.a. Go, Lisp, Forth, Scheme, Ocaml, C++, Javascript, Java, .... Aber um kurz die rhetorische Frage zu beantworten: Meinen C-Compiler habe ich cross-compiled. :-)
Update: Bei Ocaml ist es auch nicht so rosig, wie ich es geschildert habe. Der in C geschriebene Interpreter ist bloß ein Bytecode-Interpreter, und ein vor-gebauter Bytecode liegt dann halt binär bei. Ist auch nicht ideal. Das ist halt auch ein schwieriges Problem. Ich frage mich halt, ob man bei sowas wie Rust nicht trennen kann. Mein Verständnis war, dass die Sprache Rust schon ziemlich final ist und die Dynamik eher in der Laufzeitumgebung und den Libraries ist. Dann könnte man ja beispielsweise einen Minimal-Interpreter oder Nach-C-Übersetzer bauen, der sich die komplizierten Dinge wie Borrow-Checker, Solver und Optimizer spart.
Im Zuge eines Modellversuchs hatte das Jobcenter sogenannte Eingliederungsvereinbarungen (EGV) an Hartz-IV-Empfänger verschickt – per Serienbrief und ohne vorherige Einzelfallprüfung. In den schwer verständlichen vierseitigen Schreiben wurden die Klienten pauschal zu einer Reihe von Aktivitäten aufgefordert, zum Beispiel, mindestens fünf Bewerbungen pro Monat zu schreiben, ein Praktikum zu absolvieren und sich eine Kinderbetreuung zu organisieren. Die Empfänger, darunter auch Kranke und Migranten mit geringen Deutschkenntnissen, sollten das Papier unterschreiben, einschließlich der wahrheitswidrigen Behauptung, dass vorher Beratungsgespräche stattgefunden hätten. Nur wer schriftlich widersprach, bekam eine individuelle Vereinbarung.Da hatte eine Jobcenter-Mitarbeiterin nicht mitmachen wollen, und die ist jetzt selber rausgemobbt worden, hat vom "Rechtsstaat" eine Breitseite abgekriegt und ist jetzt selbst arbeitslos. (Danke, Andreas)
Da wird sich vielleicht der eine oder andere ein bisschen Sorgen gemacht haben, und lieber nicht genau nachgeguckt haben, was da das Problem war.
Nun, so leicht kommt ihr mir hier nicht davon. Matthew Green schildert das Problem in einer Tweet-Serie.
Die benutzen 24-bit RSA. Nein, wirklich. 24-bit. Kein Typo. Aber falls das jemand nicht gebrochen kriegt: Es gibt auch noch einen 3-byte fixed override code.
Bisher gebe es kein Gesetz, das das Thema "gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit" voranbringe. "Das schaffen wir jetzt."Da haben wir schon direkt die erste Abschwächung. Nicht mehr nur gleiche Arbeit, auch gleichwertige Arbeit.
Und das steht im Gesetz:
Schwesigs Vorlage sieht vor, dass Frauen in Firmen ab 200 Mitarbeitern Informationen darüber verlangen können, was Männer in gleichwertiger Position verdienen. Sie können dabei nicht nur Auskunft über das Grundgehalt einer vergleichbaren Kollegen-Gruppe erhalten, sondern auch über zwei weitere Gehaltsbestandteile wie etwa Boni oder einen Dienstwagen.Oh, ach? Und schon sind wir nicht mehr bei gleicher Arbeit (oder bei gleichwertiger Arbeit) sondern bei "gleichwertiger Position". Und dass Boni leistungsbezogen sind (oder sein sollten), ist anscheinend auch nicht so wichtig?
Update: Ein Einsender weist darauf hin, dass der Gesetzentwurf geschlechtsneutral formuliert ist, d.h. auch Männer haben ein Auskunftsrecht.
Das führt dazu, dass hier zwar weiterhin mit schöner Regelmäßigkeit Thema ist, wenn die Verräterpartei uns verrät, oder wenn die Schwarze Pest uns vor die Wand fährt, wenn die Grünen mal wieder Krieg führen, oder wenn die Linken nach der Wahl lieber Neoliberalismus als Wahlversprechen umsetzen. Aber wenn die AfD ihren Wählern ins Gesicht lügt, kriegt das keiner mit.
Das ist nicht gerecht. Daher führe ich ab sofort eine neue Kategorie ein: "mit der AfD wird alles besser".
Bitte seid wachsam, auch potentielle AfD-Wähler, denn für euch ist das ja gerade ein Service-Angebot, dass ihr euch vor der Wahl keine Illusionen macht. Guckt nur mal zu den Trump-Wählern, die gerade bereuen, sich vor der Wahl nicht informiert zu haben, dass das fiese Obamacare, das vom Teufel ist und abgeschafft gehört, bloß ein anderer Name für ACA ist, den Affordable Care Act, der sie gerade am Leben hält.
Daher jetzt also die (hoffentlich) beliebte Kategorie "mit der AfD wird alles besser": Die AfD wartet nicht bis zur Wahl, zerstört deutsche Arbeitsplätze, verteilt sie an Flüchtlinge.
Ja DIE WILL MAN DOCH WÄHLEN!!1!
Ich bitte um viele Einsendungen.
Update: Ach komm, war so schön, machen wir gleich noch einen! AfD nimmt an Schulterschluss-Veranstaltung mit Front National, FPÖ, Lega Nord und der Wilders-Partei teil. Allerdings:
Die AfD-Landesvorsitzenden von Berlin und Brandenburg, Georg Pazderski und Alexander Gauland äußerten ihren Unmut über das Treffen. „Ich finde, der FN passt überhaupt nicht zu uns“, sagte Pazderski. „Der FN ist eigentlich eine sozialistische Partei. Ich persönlich habe Vorbehalte.“
Die sind aber nicht Nazi genug für uns!1!! *wimmer*
Update: Ach komm, einen haben wir noch. [Gauland-Stellvertreter] "Andreas Kalbitz wird vorgeworfen, sich auf einer Party teilweise noch minderjährigen Gästen sexuell genähert zu haben". Trifecta!
Inhaltlich geht es darum, dass Hamburg jetzt ein bundesweites Zentralabitur kriegt, und dafür eine Probe-Klausur geschrieben hat, und die fiel richtig doll schlecht aus. Durchschnittsnote in Mathe war 3,9. Durchschnitt. 3,9. Wow.
Und die Antwort des Schulsenators? Wir schenken jedem Schüler eine Notenstufe!!1!
Ich will das mal anders formulieren. Hamburg hat seit Jahren ihren Mathematikunterricht nach Strich und Faden verkackt. Die Schüler lernen nichts. Hamburg hat es gemerkt, gewusst, und mit Bescheißen reagiert. Hat halt die Standards gesenkt, anstatt das Problem anzugehen. Und jetzt fliegt ihr Bescheißen auf, und ihre Antwort ist: MEHR Bescheißen!
Besonders geärgert hat mich dieser Satz hier:
"Wir wissen nicht, ob es an den Schülern liegt oder die Aufgaben an sich zu schwer waren", so der Senator.WEDER NOCH, du Hampelmann! Wenn die Schüler nach eurem Unterricht kein Mathe können, dann war euer Unterricht Scheiße, nicht die Schüler!
Wie sieht das denn in anderen Bundesländern aus, fragt ihr euch jetzt vielleicht? Nun, Hamburg waren die einzigen, die eine Probeklausur geschrieben haben. Daher wissen wir es nicht. Wir wissen aber folgendes:
Im vergangenen Jahr hatte Niedersachsen für Aufsehen gesorgt, weil die Noten der Mathematik-Abiturklausuren im Nachgang ebenfalls um drei Notenpunkte heraufgesetzt wurden, weil sie so schlecht ausgefallen waren.Niedersachsen hat so doll beschissen, dass sie sogar schon ohne Zentralabi durchgefallen sind.
Zu meiner Schulzeit war man verhalten stolz auf unser gutes Schulsystem. Die Zeiten sind offensichtlich lange vorbei.
Was dieses Jahr echt auffiel war die Häufung von Kindern auf dem Kongress. Und zwar nicht nur so 16-jährige Nerds sondern richtig kleine Kinder bis hin zu Säuglingen, aber das ganze Spektrum. Am Eingang gestern wurde ich fast von einer Schulklasse (?) umgerannt. Und die haben sich dann im Gebäude verteilt und an verschiedenen Stellen Dinge ausprobiert. Ich hatte zum ersten Mal seit einer Weile ein Gefühl von Perspektive, denn ansonsten fühlt sich die Hackerszene vergleichsweise nachwuchsarm an, finde ich immer. Dieses Gefühl von "ihr könnt uns zwar heute ärgern, aber wir werden immer mehr" gibt es so nicht. Bei diesen ganzen Hackerkindern hatte ich aber doch erstmals dieses Gefühl. Ich habe das als etwas sehr Positives empfunden.
Inhaltlich zu dem Tilo-Jung-Interview noch eine Anmerkung. Es ging u.a. um die AfD, natürlich, ob ich da als Journalist nicht in der Verantwortung bin, denen kein Forum zu bieten, weil das ja üble Populisten sind. Was ich generell zu Populismus zu sagen habe. So in die Richtung. Und meine Antworten sind weitgehend so, wie man das erwarten würde, wenn man mein Blog regelmäßig liest. Aber wie das so ist bei sowas, ein paar Punkte fallen einem immer erst danach ein. Und die will ich jetzt hier nachreichen.
Zur Frage, ob die AfD nicht vom Regen in die Traufe ist, habe ich im Interview argumentiert, dass ich als Bürger mich von CDU und SPD nach Strich und Faden verarscht fühle, und die natürlich Reaktion auf sowas ist, dass dann halt eine andere Partei erstarkt. Ich weiß nicht, ob euch das mal aufgefallen ist, aber alle Hoffnungsträgerparteien haben bisher massivst verkackt, sobald sie Regierungsverantwortung haben. Aus allen hehren humanistischen Werten von vor der Wahl wird dann ganz schnell Austerität und Neoliberalismus, auch bei den Linken.
Es gibt zur AfD aus meiner Sicht folgende Argumentationslinien und zu bedenkende Punkte:
Ich habe mich auf dem 33c3 mit einigen Leuten unterhalten, die mir übereinstimmend berichtet haben, dass sie von Leuten aus dem rechten Spektrum angeschrieben/angesprochen wurden, und die daher einen direkten Vergleich haben zwischen dem Gebaren auf der Linken und der Rechten, und deren Erfahrung war, dass die Rechten einen umarmen und einem Abweichungen von der Parteilinie nicht übelnehmen sondern eher eine "das wirst du schon auch noch verstehen eines Tages"-Strategie fahren. Auf der Linken hingegen werden Ausgrenzungsgründe geradezu von einer Strichliste durchgegangen, und gerade weiße Männer fühlen sich halt abgestoßen, wenn man ihnen am Eingang sagt, dass hier nur Veganer aus unterdrückten Minderheiten willkommen sind und die anderen sollen halt mal ihre Erbschuld akzeptieren und ihre Privilegen prüfen.
In meiner persönlichen Erfahrung stimmt das nur partiell überein. Ich habe auch diverse unflätige Beschimpfmails vom rechten Spektrum gekriegt, aber während es der Linken bei ihren Vorwürfen darum zu gehen scheint, dem Gegenüber (also mir) möglichst verletzende Dinge zu sagen, geht es bei den Rechten eher darum, dass die mir mal ins Gesicht sagen wollen, für wie überlegen sie sich und ihre Ideologie halten. Ansonsten kann ich aber bestätigen, dass die Rechten viel inklusiver auf ihre Neuzugänge zugehen. Das ist eine Beobachtung, die ich einigermaßen bestürzend finde, weil Inklusion und Toleranz doch eigentlich traditionell ein Konzept der Linken sind.
Update: So, sorry, musste kurz einpacken und ins Hotel, geht noch ein bisschen weiter. Also die Inklusivität bei den Rechten bezieht sich natürlich auf die Erfahrung von meinen Gesprächspartnern, und das waren weiße Deutsche ohne Migrationshintergrund. Aber das waren ja letztlich in den USA bei Trump die Wahlentscheidenden, insofern ist das glaube ich einer der springenden Punkte, wieso die Linke vergleichsweise unattraktiv auf Neulinge wirkt. Ich will das jetzt mal aus Illustrationsgründen übertreiben. Bei den Rechten kommen so Mails wie "du bist ja voll antiamerikanisch, ich betrachte dich jetzt mal als Bruder im Geiste. Dass das jüdische Finanzkapital Schuld am Holocaust ist, das merkst du bestimmt auch noch." Von der Linken kommen eher so Beschimpfungstiraden ala "Du misogynes homophobes Stück Kackscheiße, dein Putin-Apologetentum und deine unreflektiertes Amerika-Bashing werden uns alle umbringen".
Ansonsten ist es mir als Nerd ein Bedürfnis, die Argumentation der Gegenseite verstanden zu haben, und dabei nicht in die "die sind halt alle doof"-Falle zu tappen. Und in einem sehr interessanten Gespräch heute abend fiel auf, dass ich "die NSDAP, das waren eigentlich Sozialisten" immer abgetan habe. Ich habe mir gedacht, das Argument ist so offensichtlich Unsinn, das ist bestimmt ein Übertragungsfehler zwischen den Eliten und dem tumben Fußvolk auf der Straße, das die ARD dann in ihren "Befragungen" zeigt, die kaum einen kohärenten Satz rausbringen können. Aber es stellt sich raus, dass das kein Übertragungsfehler ist. Die meinen das ernst, auch Leute in oberen Schichten, über so ARD-Pegida-Demonstranten. Wenn man das als Axiom betrachtet, klären sich nämlich auch plötzlich andere Bizarritäten auf. Dann gibt es nämlich eine Kontinuität der Opferrolle von "die NSDAP hat uns kaputt gemacht" über "die Alliierten haben uns kaputt macht" hin zu "die Gutmenschen machen uns jetzt kaputt". Und daraus ergibt sich die Begründung für die Verachtung von "den Sozialisten" (denn die sind Schuld an der NSDAP), den Amerikanern für die Zeit im kalten Krieg und den Moslems für ihre "Umvolkung" jetzt (Der Begriff wird im exzellenten Maha-33c3-Vortrag erklärt). Für mich ist diese Axiomatik der Unterschied von "die glauben an 20 bizarre Dinge" und "die haben ein kohärentes Weltbild mit diesen 20 bizarren Ausprägungen".
Es gibt da eine Reihe von "deutschen Werten", die man an der Stelle annehmen muss, sowas wie traditionelles Familienbild und westliche Errungenschaften (damit ist sowas gemeint wie "wir haben hier die Aufklärung, die Moslems haben nur die Scharia"), und wir werden auf der einen Seite von verweichlichten Gender-Ideologen angegriffen, auf der anderen Seite von religiösen Fanatikern aus dem Nahen Osten, die uns alle in die Luft sprengen wollen.
Ich hoffe, ich habe das rechte Gedankengerüst grob korrekt zusammengefasst und bitte ausdrücklich um Korrektur, wenn das nicht so ist.
Die nächste Frage ist, wie man die AfD sieht:
Ich warne ausdrücklich immer vor Erklärungsversuchen, die auf "die sind halt alle doof" basieren, und bin mir sicher, dass es in der AfD gebildete, schlaue Leute gibt, die da aus aus ihrer Sicht völlig rationalen Gründen mitlaufen. Wenn wir diese Gründe verstehen können, können wir möglicherweise auf sie einwirken. Das sollte unser aller Ziel sein.
Update: Was ich für eine Schulklasse hielt, war in Wahrheit diese saucoole Aktion hier.
Ich nehme das ja als Kompliment, dass man uns anscheinend nicht ansieht, wie gestresst wir da vorne auf der Bühne sind, und dass ihr uns als Institution seht, mit denen man sowas mal machen kann, und wir nehmen das ja auch immer sportlich, aber das verkackt uns den Flow und erhöht das Stresslevel. Und zumindest während diese Luftballons da rumgereicht wurden, hat der halbe Saal nicht den Folien folgen können. Wir haben da ein Zeitlimit, wie lange wir machen können, weil wir der Haustechnik zusagen gemacht haben, wie lange die da bleiben müssen, und das kostet extra. Das ist echt ein Arschloch-Move, wenn wir dann die letzte Show überziehen. Daher können Frank und ich dann auch nicht rumwarten, bis jemand das Konfetti weggemacht hat oder so. Lasst sowas doch bitte oder macht Varianten, die nicht stören, beispielsweise weil ihr sie in der Pause vorher macht. Auch für die Engel ist das nicht lustig, weil die dann entscheiden müssen, ob sie auf die Bühne rennen müssen und da ein Notfall ist oder so. Weiß man ja nicht auf Anhieb, wenn da Zeug von oben runterfällt. Oder koordiniert euch wenigstens mit den Saalengeln, die können dann dafür sorgen, dass es nur eine Aktion gibt und nicht fünf konkurrierende. Frank und ich sind ja durchaus dankbar für Popcorn und Blubbertschunk, so ist das nicht, aber Popcorn essen während Veranstaltung macht den Sound kaputt und Alkohol trinken macht die Jokes kaputt.
Und mein Gefühl war ja, dass wir eh schon den einen oder anderen Joke drinhatten, der nicht so gut funktioniert hat, wie wir uns das erhofft hatten.
Aber hey, das ist Meckern auf hohem Niveau. Es hat ja anscheinend doch allen Spaß gemacht, und das tolle postfaktische Video war ja auch geil (das laden die bestimmt auch bei Youtube hoch und dann verlinke ich es hier auch nochmal). Muss man wissen. :-)
Ansonsten würde ich die Videoengel drum bitten, unsere Folien und nicht uns zu priorisieren. In die Folien ist so viel Arbeit geflossen, das würde mich echt ärgern, wenn man das dann im Stream nicht zu sehen kriegt.
Update: Hier ist das postfaktische Youtube-Video der Jung&Naiv-Ultras.
Der hat jetzt Entschädigung gekriegt.
Der Rentner Dietrich Wagner ist durch die Druckstöße des Wasserwerfers fast erblindet. Ihm waren 120.000 Euro Schadenersatz angeboten worden. Wagner hatte zunächst gesagt, dass das Geld noch nicht einmal für eine behindertengerechte Wohnung ausreiche. Er nahm das Angebot aber an. "Es ist schön, wenn das Ganze mal befriedet und vorbei ist", sagte er.So gewinnt bei uns immer das Unrecht. Es macht Menschen zu Opfern, dann lässt es sie am ausgestreckten Arm verhungern, bis sie einknicken. Eine Schande.
Die italienische Zeitung "La Repubblica" berichtet, der Tunesier Anis Amri sei 2011 in Italien angekommen und zuerst im Aufnahmezentrum der Insel Lampedusa untergebracht gewesen. Dort habe er zu der Gruppe von Bewohnern gehört, die aus Protest über die Unterbringung am 19. September 2011 ein Feuer gelegt hätten.Tunesien hat das abgelehnt, obwohl er Tunesier ist, und obwohl er in Abwesenheit zu fünf Jahren Knast wegen schweren Raubes verurteilt worden war.Danach sei Amri zuerst nach Catania, dann nach Palermo gebracht worden wo er eine vierjährige Haftstrafe wegen Brandstiftung abgesessen habe. Demnach sollte er nach Tunesien abgeschoben werden, was dort jedoch abgelehnt wurde.
Tunesien war früher französische Kolonie, und hat 1956 die Unabhängigkeit erklärt. Danach ist das Land aber in Korruption und Vetternwirtschaft versunken. Tunesien hat überhaupt erst in den letzten paar Jahren so Sachen wie freie Wahlen und eine ordentliche Verfassung gekriegt, in der so progressive Dinge wie Religionsfreiheit und Gleichstellung von Mann und Frau drinstehen. Sie haben eine vergleichsweise akzeptable Staatsverschuldung und geben nur 1,4% ihres Haushaltes für Militär aus.
Das kam aber alles, als der mutmaßliche Terrorist schon außer Landes war.
Und Snowden sagte, er habe es versucht, aber man wollte ihn nicht anhören.
Wenig später meldeten sich dann frühere Whistleblower (William Binney und Thomas Drake) und bestätigten, dass der interne Weg Bullshit ist (Binneys Wikipedia-Seite hat Details.
So und wisst ihr, was gerade passiert ist? Der "Inspector General" der NSA hat seine Kündigung gekriegt. Das ist der Typ, der intern für solche Fälle von Beschwerden über illegaltes Verhalten der NSA zuständig ist.
Und warum wird der gefeuert?
Kommt ihr NIE drauf!
Top NSA Watchdog Who Insisted Snowden Should Have Come to Him Receives Termination Notice for Retaliating Against a WhistleblowerNa DAS passt ja mal wieder wie Arsch auf Eimer!
Andrej Holm ist jetzt jemand, der gegen Gentrifizierung vorgehen will und sogar Hausbesetzungen befürwortet hat. Das ist für alle Bürger gut, die die inhaltlich nicht zu rechtfertigenden Mietsteigerungen der letzten Jahre zurückrollen oder zumindest aufhalten wollen. Es ist für alle eine gute Nachricht, außer für die fiesen Spekulanten, die mit Mietpreis-Abzocke und Immobiliendeals jahrelang andere Menschen abgezockt haben.
Will sagen: Es geht hier nicht um die Stasi. Es geht darum, dass hier einige CDU-nahe Gruppierungen zum ersten Mal in ihrem Leben Angst um ihre Pfründe haben müssen.
Gut so, sage ich. Gut so.
Update: Klaus Landowsky sitzt übrigens immer noch nicht im Knast.
Ich bin in West-Berlin aufgewachsen und habe daher zu dem ganzen Kontext keinen direkten Zugang. Daher will ich hier mal, wie es in diesem Blog üblich ist, die Gegenthese vertreten, und dann könnt ihr euch selber eine Meinung bilden.
Erstmal die Fakten. Holm hat selbst erzählt, dass er nach der Schule eine Karriere in der Stasi angestrebt hat. Daher hat er seinen Wehrdienst im September 1989 beim Stasi-Wachregiment "Feliks Dzierzynski" angetreten. Kurz danach brach die DDR zusammen.
Man kann jetzt sagen: Dieses Wachregiment ist schon Teil der Stasi-Karriere, also können wir Andrej Holm Stasi-Vorwürfe machen.
Oder man kann sagen: Das war Wehrdienst, den musste jeder machen.
Meine Freunde aus dem Osten haben mir jetzt erzählt, dass dieses Wachregiment aus auch Nicht-Stasi-Gründen sehr attraktiv war, weil man da a) nicht durch den Schlamm robben musste und b) in der Nähe von Berlin stationiert war und seine Freundin besuchen konnte.
Das aber nur als Bewertungskontext. Holm hat angesagt, dass er das für eine angestrebte Stasi-Karriere gemacht hat.
Für mich ist aber der entscheidende Punkt, dass er nicht bei der Stasi angefangen hat. Das lag nicht an ihm sondern am Zusammenbruch der DDR. Aber für Intentionen, die nicht ausgeführt werden, wird in meinem Weltbild niemand bestraft. Nur mal so als Gedankenexperiment. Jemand strebt eine Stasikarriere an, aber hat dann einen Autounfall. Kann man sich ja einmal so vorstellen, dass er eine alte Oma überfährt und in den Knast kommt, und einmal so, dass er angefahren wird uns im Krankenhaus im künstlichen Koma liegt. Jedenfalls kommt es nicht zur Stasikarriere. Würden wir demjenigen dann Vorwürfe wegen der abgestrebten Stasikarriere machen?
Oder andersherum. Was wenn Andrej uns jetzt angelogen hätte, dass er gar nicht zur Stasi wollte, aber er nur zu diesem Wachregiment gegangen ist, weil er seine Freundin in Berlin besuchen können wollte? Sollten wir das jetzt bestrafen, dass jemand seine Geschichte ehrlich aufarbeitet und uns nicht ins Gesicht lügt wie alle anderen?
Mir fehlt wie gesagt der Kontext für eine sichere Bewertung, aber aus meiner Sicht gibt es hier keine Faktenbasis für Stasi-Vorwürfe. Da muss man sich echt die Dinge zurechtlegen, um überhaupt einen Vorwurf konstruieren zu können.
Man kann Andrej Holm Gesinnungsvorwürfe machen. Man kann sagen: Jemand, der freiwillig zur Stasi wollte, ist als Staatssekretär in einer Demokratie unakzeptabel. Das kann man sagen, aber ich halte das für gefährlich. Denn damit spricht man Menschen die Fähigkeit ab, Fehler einzusehen und zu korrigieren. Bei Straftätern haben wir dieses Recht verankert, dass einem nicht wegen einer Straftat in der Jugend das ganze Leben zerstört wird. Und Andrej hat nicht mal eine Straftat begangen hier. Und wir sind ja auch am rechten Rand für Resozialisierung. Bei Faschisten verzeihen wir schlechte Gesinnung, aber bei jemanden, der sie nie ausgelebt hat, nicht?! Sorry, das kann ich nicht akzeptieren.
Und weil ich nach diesen Überlegungen fand, dass die Vorwürfe gegen Holm einem Internetpranger gleichkommen, habe ich mich bisher nicht geäußert. Und tu es auch jetzt nur sehr widerwillig, weil ich so viele Zuschriften dazu gekriegt habe. Weil also die Vorwürfe bereits so breit verbreitet sind, dass ich das (hoffentlich) nicht schlimmer mache, wenn ich da jetzt auch noch mal was zu sage.
Aber aus meiner Sicht haben sich in dieser Debatte alle Ankläger nicht mit Ruhm bekleckert.
Update: Die Frage ist, welches Kriterium man anlegen sollte. Ab wann ist jemand lebenslang für öffentliche Ämter vergiftet? Frank schlägt vor: „hat über Andere verdeckt berichtet oder dazu direkt beigetragen“
Update: Die Stasi hat sich übrigens im Inland als Korruptionsbekämpfer dargestellt. Du willst etwas gegen Vetternwirtschaft und Korruption unternehmen? Dann komm zur Stasi! Und was man ja im Westen nicht für möglich gehalten hätte: Es gab da wohl durchaus Bevölkerungsteile, die nie die negativen Aspekte der Stasi erlebt haben, und die auf diese PR reingefallen sind.
Update: Ein Einsender kommentiert:
Als WR-Soldat war man ganz offiziell "Angehöriger des Ministeriums für Staatssicherheit" und hat das auch (mehr oder weniger freiwillig) so unterschrieben. Aus diesem Grund gelten die "Dzierzynskis" heute auch de jure als MfS-Mitarbeiter. Man kann jetzt daraus trotzdem keine bedingungslose Unterstützung für das SED-Regime konstruieren. Einige taten dies z. B. auch, um die Chancen auf einen Studienplatz zu erhöhen, oder weil sie Angst hatten, eine Absage könne für sie oder die Familie nachteilige Folgen haben. Nur scheint dies alles bei Holm nicht der Fall gewesen zu sein. Er wollte nach eigener Aussage Karriere beim MfS machen. Muss jetzt jeder selbst für sich bewerten, wie man das finden soll.
Update: Ein Einsender ("Sicht eines fast Gleichaltrigen, ebenfalls Ostberlin") dazu:
Aus meiner Schule (Ost-Berlin) sind die allerschärfsten Gestalten zum Wachregiment "Feliks Dzierzynski".
Das alleine wäre für mich NIEMALS ein alleiniges Kriterium, um jemanden politisch einzuschätzen. Dafür waren die vom normalen Stasi-Dienstbetrieb auch noch zu weit weg. Halt Wachesteher, Wehrdienstleistende usw.Die Sprachregelung unter uns Jugendlichen war auch nicht: Der und der geht zur Stasi, sondern der und der geht zu Dzierzynski.
Und noch was anderes muss man beachten: Bei denen gab es wie bei der NVA auch eine EK-Bewegung und ganz ähnliche Stimmungen, was ja auch mit dem Alter zusammenhängt. Ein Kumpel, der da 3 Jahre war, hat erzählt, dass die allgemeine Stimmung dort genauso wie bei der NVA war: Schon nach kurzer Zeit hassten die meisten die Stasi, so wie wir die NVA hassten. Einfach weil man täglich schikaniert wurde, geschliffen, der Willkür ausgesetzt. Kasernenbetrieb! Aber mein Kumpel hat auch gesagt, dass es dort genauso auch heiße Typen gab, so Funktionärssöhnchen, ganz stramme, wo man besser nicht zu viel gucken ließ.
Aber summa summarum: Kein Urteil ohne konkreten Blick auf den Typen selbst. Es stimmt, was du geschrieben hast: Boha, bei Dzierzynski kann man in Berlin sein! Alleine das war für viele ein Grund.
Und weißt Du, warum ich als Berliner nicht zu Dzierzynski gegangen bin? Weil ich da trotz 3 Jahren Wehrdienst bloß Soldat statt Unteroffizier gewesen wäre. Ich bin doch nicht bescheuert, hatte ich da gedacht, wenigstens will ich nicht der Allerunterste im Dreck sein. Genau aus dem gleichen Grund bin ich nicht zur Marine. Beides hat absolut gleichwertig nebeneinander gestanden für mich.
Wir waren halt Jugendliche. Berliner. Großschnauzen, aber keine philosophisch begründeten Regimegegner. Der Film Sonnenallee bringt ein korrekteres DDR-Stimmungsbild, als die meiste Literatur zum Thema. Ist einfach so.
Update: Oh und ich bitte, zum Vergleich auch mal zu den Nazi-Aufarbeitungen zu gucken, die im Westen so liefen. Der BND, das BKA, das Justizministerium. Nazis waren bei uns nie ein Problem, auch auf Entscheiderposten. Googelt nur mal Hans Globke. Aber hier machen wir jetzt ein Fass auf?
Das Verfahren gegen Holm wurde 2010 eingestellt, entschuldigt hat sich m.W. niemand bei ihm.
Und der ist jetzt … Staatssekretär für Wohnen in der künftigen rot-rot-grünen Landesregierung von Berlin.
Das ist ja echt mal ein Grund zum Feiern! Herzlichen Glückwunsch, Andrej!
Dabei fallen zwei Details unter den Tisch. Erstens ist das der Kandidat der "Konservativen", die damit einen Rechtsruck machen, und eh schon nicht weit von den Rechtspopulisten entfernt waren.
Zweitens lohnt ein Blick in seinen Lebenslauf. Insbesondere ist — für Konservative eher ungewöhnlich — Fillon ein Freund der Russen.
Ich persönlich halte die Russland-Sanktionen auch für einen Fehler und wäre in Deutschland für eine Normalisierung eine besseres Verhältnis mit Russland.
Wenn unsere Presse jetzt Fillon feiert, feiern sie einen Pro-Putin-Kandidaten. Vielleicht dreht da gerade der Wind? "Lieber Putin als die Nazis" oder so?
Die Amis sehen das natürlich eher negativ.
Aber was ich mit "wird echt spannend" meinte: Es gab da vor ein paar Tagen die Story, dass CNN versehentlich eine halbe Stunde Hardcore-Pornographie ausgestrahlt hat. Ein Beispiel für die Story: Hier bei "thenextweb.com". Die haben das inzwischen geupdated, aber denkt euch mal das Update weg, dann habt ihr die Original-Story.
Dann kam raus: War alles Fake. Aber das Highlight daran:
It looks like the chaos all started when The Independent wrote up a story from this person’s tweets, which was then tweeted out by the Drudge Report. After that, it spread fast. Mashable, The New York Post, The Daily Mail, Esquire, and Variety have all published a story, and pretty much all of these articles are based on one or two tweets from @solikerose. Plus, many of the original stories didn’t include statements from CNN or RCN, the cable company that supposedly aired the porn.Die, die hier reingefallen sind, das sind genau die Medien, die gegen Fake News gemeckert haben, und ihre eigene journalistische Leistung hochgehalten haben.Fact-checking largely didn’t begin until the stories were published.Vierte Gewalt, fuck yeah!Aber der absolute Höhepunkt der Story ist, dass CNN das auch noch zugegeben hat:
A CNN spokesperson told Fox411 Friday that “The RCN cable operator in Boston aired inappropriate content for 30 minutes on CNN last night. CNN has asked for an explanation.”DAS, meine Damen und Herren, ist die Macht von Fake News im Moment.
Gut, auf der anderen Seite war tagesschau.de nicht auf der Liste.
Und besonders geil an der Nummer finde ich ja, dass die Primärquelle für diese bahnbrechende Einsicht mir erst mal ungefragt ein Newsletter-Subscribe-Bullshit-Popup in die Fresse drückt. Aber hey, war ja klar, eine Site namens "testbericht.de", was erwartet man da. Oh gucke mal, ein Affiliate-Link zu Amazon. Na sowas.
Aber ja! Microsoft joins the Linux Foundation as a Platinum member.
Update: Außerdem: Google joins Microsoft's .NET Foundation und Visual Studio for Mac gibt es jetzt als Prerelease, und das reguläre Visual Studio kriegt Android-Support und kann Code für Linux erzeugen.
Ich teile also die Kritik der Nachdenkseiten bezüglich der Putin-Schuldfrage, aber das heißt nicht, dass Campact jetzt automatisch vergiftet ist. Dann macht man halt bei der Kampagne nicht mit. Oder noch besser: Man schreibt denen einen freundlichen Brief, in dem man ihnen erklärt, wieso man an diesem Punkt ihre Auffassung nicht teilt, und dass man deshalb die Kampagne nicht unterstützen und nicht im Freundeskreis weiterverbreiten will. Campact lebt davon, dass ihre Kampagnen möglichst weit verbreitet werden.
Mir persönlich wäre es bei Spendensammeln für Soforthilfe für Flüchtlinge ehrlich gesagt weitgehend egal, ob der Spenden-Aufrufer an Ufos oder Putins Schuld glaubt, solange das Geld am Ende den Flüchtlingen zugute kommt. Und das kann man in Campacts Transparenzbericht nachvollziehen.
Zu der George-Soros-Sache weiß ich ehrlich gesagt nicht, was da das Problem sein soll. Gegen Soros gibt es viele Vorwürfe, er soll irgendwelche nicht gewalttätigen Revolutionen finanziert haben. Ohne da im Einzelnen die Fakten zu haben, ist meine Position: Ja und? Soll man deshalb dessen Geld nicht nehmen? Ich sehe das pragmatisch an der Stelle. Für jeden Euro, den Campact von Soros kriegt, steht ein gespendeter Euro mehr für Sachzwecke zur Verfügung. Wo ist der Nachteil? Soros hat am Ende weniger Geld und mehr Flüchtlingen wird geholfen. Ich verstehe die Argumentation schlicht nicht, daraus Campact einen Strick drehen zu wollen. Wenn Campact jetzt fett Soros-Propaganda fahren würde (und hey, wer weiß, vielleicht geht ja die Putin-Schuld in der Syrienkrise auf Soros zurück), dann ist das immer noch was, das man an der Stelle ignorieren kann. Man kann ja an Spenden auch eine Zweckbindung dranschreiben, wenn man da Vorbehalte hat und vorbeugen will.
Ich will jetzt hier auch niemandem Campact aufschwatzen oder zu irgendwas aufrufen. Ich selbst bin auch kein Campact-Fördermitglied oder wie die das nennen. Wer Vorbehalte gegen Campact hat, der spendet halt woanders. Aber dann habt bitte auch richtige Argumente dafür. Es gibt genügend viele Organisationen, die Spenden sammeln, und wenn man lange genug guckt, wird man bei jeder irgendwelche vermeintlichen oder echten Gegenargumente finden können. Sucht euch daher selber was raus, womit ihr gut leben könnt.
Ich für meinen Teil habe bisher noch nicht mal überhaupt irgendwelche glaubwürdigen Belege gesehen, dass Campact irgendwas mit Soros zu tun hat. Nur so Internet-Rumgeraune. Der Anwalt von dem Bekannten des Gründers von einem Verein, der mal neben Campact auf einer TTIP-Demo gesehen hat, ... Sorry, sowas kann ich nicht ernst nehmen.
der letzte Podcast war mal wieder super interessant.Die Darstellung in Alternativlos 37 kam von mir. Da bin ich offensichtlich Propaganda aufgesessen.
Nur bei dem Punkt an dem es um Chlorhühnchen ging, muss ich eurer Darstellung etwas widersprechen.
Es kam so rüber, als ob es in den USA notwendig wäre eine Desinfizierung der Schlachtkörper vorzunehmen, da die Haltungsbedingungen gegenüber deutschen oder europäischen Standards schlechter seien. Dies ist nicht der Fall, in der Mastgeflügelhaltung sind die Bedingungen in etwa gleich schlecht auf beiden Kontinenten. Die Besatzdichte ist sehr hoch und ohne Antibiotikaeinsatz würden einem Veredelungsbetireb tausende Masthähnchen durch Infektionskrankheiten wegsterben, bevor sie nach 36 Tagen das in Deutschland gängige Schlachtegwicht von ~1,6 kg erreichen. Daraus resultiert eine hohe Belastung mit Mikroorganismen (insbesondere Salmonellen, aber auch Erreger wie MRSA).Das Robert-Koch -Institut und das Bundesamt für Risikobewertung empfehlen daher strenge Hygienevorschriften im Umgang mit Geflügelfleisch. Manche Hygieneexperten raten sogar dazu, rohes Geflügelfleisch nur mit Handschuhen zu berühren um das EIndringen von antibiotikaresistenten Keimen in kleinste Wunden, die man immer an den Händen hat, zu vermeiden.
Daher ist es durchaus sinnvoll das Fleisch zu chlorieren, wenn es aus Massentierhaltung stammt, egal ob aus den USA oder Deutschland. Besser wäre natürlich die Haltungssysteme so zu verändern, dass der Krankheitsdruck geringer ausfällt.
tl dr: Geflügelhaltung und Keimbelastung von Geflügelfleisch sind sowohl in USA als auch in DE schlecht. In den USA wird dagegen mit einer Chlorbehandlung nach dem Schlachten vorgegangen, in DE kommt die gesamte Keimfracht beim Verbraucher an.
Funfact: weltweit werden jährlich 40Mrd. Hühner und Hähne geschlachtet. (Fleischatlas LMd)
Nehmt nur den Röttgen, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses:
Man habe die Radikalität unterschätzt, mit der Wähler bereit seien, aus ihrer persönlichen Situation die Konsequenzen zu ziehen, sagte Röttgen im Deutschlandfunk.Dem geht gerade der Arsch auf Grundeis. Dass die Wähler sich nicht endlos verarschen lassen, damit hat bei denen keiner gerechnet. Was wenn das auch bei uns passiert?!? Nun, Herr Röttgen, was glauben Sie denn, wo die AfD herkommt? (Danke, Andres)
Noch ein anderer Gedankengang: Die Medien haben praktisch unisono gegen Trump geholzt. Die Zeitungen praktisch alle, die Talk Shows auch fast alle, sogar Fox News wurde vorsichtiger auf den letzten Metern und selbst Glenn Beck fand am Ende, Obama sei gar kein so schlechter Präsident gewesen. Die kombinierte Macht der Medien ist komplett verpufft.
Ich schließe daraus, dass die gar keine Macht haben. Dass die sozialen Medien und Filterblasen inzwischen mächtiger sind als die alten Medien. Das ist ein sehr beunruhigender Gedanke für mich.
Übrigens: Wenn jemand mehr als alles andere Schuld am Sieg von Trump hat, dann der DNC. Von Anfang an hatte Bernie Sanders einen stärkeren Vorsprung vor Trump als Hillary in den Umfragen. Aber der hat Positionen vertreten, die die korrupten Partei-Funktionäre im DNC nicht hören wollten, und da haben sie mit undemokratischen Mitteln lieber Hillary zur Kandidatin getrickst. Ich bin mal gespannt, wie sich Bernie Sanders äußern wird.
Der absolute Wahlgewinner ist Scott Adams, der Dilbert-Typ. Der hat jetzt auf Jahre hinaus das "Told You So" gepachtet. Der hat Trumps Wahlsieg ganz früh angesagt und alle haben gelacht. Hier ist ein noch älterer.
Die andere Lektion aus diesem Wahlkampf ist, dass Schmutz Werfen keine siegreiche Strategie ist. Das ist wichtig, weil das unsere aktuelle Strategie gegen die AfD ist. Wenn das für Hillary gegen Trump nicht gereicht hat, wird es auch hier gegen die AfD nicht reichen.
Oh und apropos Schmutz. Mit Trump als Präsidenten werden wir auch Hillarys Gender- und Hatespeech-Vorstöße nicht kriegen. Möglicherweise wird das weltweite Auswirkungen haben. Wir werden sehen. Ich vermute, dass gerade eine Menge der Progressiven merken, dass ihre Echokammer, in der sie sich die ganze Zeit gegenseitig bestätigen, wie Recht sie haben, nicht die Mehrheit der Bevölkerung widerspiegelt. Die Leute, die sich immer so offensichtlich auf der Seite des Guten verortet haben mit ihren Gender-Sprachvorschriften und mit ihren Safe Spaces und ihren Antirassismus-Geschichten. Und das ist eine überfällige Erkenntnis. Mal schauen, ob sie etwas bewirken wird.
Update: Einen noch: Julian Assange hat jetzt mächtige Freunde in Washington. Möglicherweise kann der die Botschaft von Ecuador demnächst als freier Mann verlassen.
The 10-member jury concluded that the Rolling Stone reporter, Sabrina Rubin Erdely, was responsible for defamation, with actual malice, in the case brought by Nicole Eramo, a U-Va. administrator who oversaw sexual violence cases at the time of the article’s publication. The jury also found the magazine and its parent company, Wenner Media, responsible for defaming Eramo, who has said her life’s work helping sexual assault victims was devastated as a result of Rolling Stone’s article and its aftermath.Das krasse ist der "with actual malice"-Teil, denn das heißt, dass die Jury der Zeitung Vorsatz unterstellt. Man würde denken, dass dafür nachgewiesen werden muss, dass die beim Publizieren wussten, dass die Story falsch ist. Mussten sie aber nicht. Ich vermute mal, dass der Rolling Stone in Revision gehen wird und das Urteil gekippt kriegt.Nun gibt es in der ganzen Story nur Verlierer. Die Journalistin, die die Story geschrieben hatte, hat seitdem beruflich keinen Fuß mehr auf den Boden gekriegt. Deren Karriere ist vorbei. Die Redaktion des Rolling Stone glaubt auch an Vorsatz, aber nicht bei ihnen sondern bei der Lügnerin, die ihnen die Story aufgetischt hat.
Die Jury begründet ihr "actual malice"-Urteil damit, dass der Rolling Stone ein Update über die Story tat, dass es jetzt Gründe zum Zweifel an der Story gibt, aber die Story selbst trotzdem online ließ. Wenn das reicht, um dann vor Gericht ein solches Urteil reingedrückt zu kriegen, dann werden wir im US-Online-Journalismus bald Zustände wie bei DMCA-Takedowns auf Youtube haben, fürchte ich, wo die Verlage beim ersten Anzeichen von Gegenwind lieber die Story runter nehmen, als sich diesem Risiko auszusetzen.
Oh: Von der Fraternity ist auch noch eine Klage anhängig. Die wollen 25 Millionen haben.
Update: Ich würde ja wirklich gerne mal wissen, wieviel Schadensersatz jetzt diese "Jackie" eigentlich zahlen muss. Die, die sich die ganze Story überhaupt erst aus dem Arsch gezogen hat. Die, die den Rolling Stone so verarscht hat. Denn in meinem Rechtsempfinden ist die die eigentliche Straftäterin hier. Dem Rolling Stone kann man Fahrlässigkeit vorwerfen, und die hätten da natürlich ordentlich recherchieren sollen und so weiter, aber die müssen jetzt Millionen zahlen und die eigentliche Lügnerin kann einfach weitermachen, oder wie? Von der haben wir ja noch nicht mal den Namen gehört, weil sie ja wegen ihrer erfundenen Vergewaltigung "Opfer"schutz verdient hat, oder was? Das ist ja wie bei uns in der Politik! Niemand haftet für seine Untaten!
Aber man kriegt ein Gefühl dafür, mit was für Wildwestmethoden Webseiten auf die informationelle Selbstbestimmung ihrer Benutzer scheißen, und die Daten gleich an ein halbes bis ganzes Dutzend von Drittverwertern weiterreichen. Die können alle sehen, welche Artikel du liest. Und weil heutzutage überall in der URL steht, worum es in dem Artikel ging, müssen die nicht mal auf die URLs klicken, von denen der Traffic kam, um zu sehen, was deine Präferenzen so sind.
Ich habe mich daher dafür entschieden, grundsätzlich mit angeschaltetem umatrix zu surfen. Das macht regelmäßig Stress und Ärger. Eingebettete Youtube-Videos kommen erst nach Freischaltung, Webformulare failen, Onlineshopping geht nicht, weil externe Zahlungsdienstleister eingebettet werden, und die dann am besten auch noch Cross-Domain "Verified by Visa" oder ähnlichen Bullshit einzublenden versuchen. Ich kann gar nicht überbetonen, was das für ein Ärger täglich ist. Aber das ist es mir wert.
Und im Vergleich zu Lösungen wie Ghostery habe ich halt keine Liste von bekannten Trackern, die ich wegfiltere, sondern ich filtere alles weg, was nicht explizit erlaubt ist. Wenn ihr das auch mal probieren wollt, dann bereitet euch mental darauf vor, dass das mit Ärger verbunden ist. Mit Ärger und mit Erkenntnisgewinn.
Dem geneigten Leser wird bei der Gelegenheit auffallen, dass auch eine meiner Webseiten externe Referenzen macht — Alternativlos lädt die Audiodaten vom externen CDN nach. Das läuft unter einer anderen Domain, nämlich as250.net. Nun könnte ich dafür ja auch einen DNS-Alias machen, damit alternativlos.as250.net auch unter as250.alternativlos.org erreichbar ist. Der Grund, wieso ich das im Moment nicht mache, ist weil ich dem CDN dann auch für SSL-Verbindungen einen Schlüssel geben muss, der für eine alternativlos.org-Subdomain gültig ist. Das zieht aber andere Sicherheits-Nachteile nach sich.
Update: Ich sollte mal konkreter werden, was das Problem ist. Es geht darum, was der mögliche Schaden ist, wenn das CDN gehackt wird. Im Moment kann das CDN böse Audiodateien ausliefern, die den Browser verwirren oder angreifen. Wer nicht immer seine Patches einspielt, hat aber grundsätzlich ein Problem, insofern mache ich mir da weniger Sorgen. Aber wenn ich jetzt dem CDN ein SSL-Zert für cdn.alternativlos.org ausstelle, und der setzt Cookies, dann kann er die mit dem Scope alternativlos.org setzen. Das betrifft mich jetzt konkret auch nicht, weil ich nicht mit Cookies operiere, aber es ist ein Problem und einer der Gründe, wieso CDNs häufig auf eigenen Domains laufen. Schlimmer (?) noch: Wenn alternativlos.org jetzt selber Cookies setzen würde, sagen wir mal um die Session zu identifizieren, dann würden die auch alle beim gehackten CDN-Server übergeben werden, und der könnte alle Sessions klauen. Betrifft alternativlos.org jetzt nicht konkret, aber das sind so die Probleme dabei, wenn man das CDN auf eine Subdomain legt.
New hotness: Professor fliegt raus, weil er die Studenten eine Triggerwarnung+Einverständniserklärung unterschreiben lassen wollte. Diese kann man hier einsehen (PDF-Scan, Text nur als Bilder). (Danke, Jens)
Erinnert sich eigentlich noch jemand, was das Argument dafür war, wieso wir seit Jahrzehnten diesen ganzen Aufwand treiben, um mehr Frauen in die STEM-Felder zu kriegen? Ich erinnere mich da nämlich nicht dran. Ich sehe immer nur "Wenn wir mehr Frauen in die STEM-Felder kriegen wollen, müssen wir auch noch $foo und $bar machen". Seit ich denken kann, in der Schule, zu Uni-Zeiten, immer. Was ist dafür eigentlich das Argument? Da haben inzwischen Menschen eine Karriere draus gemacht, irgendwelche mehr oder weniger fundierten Aussagen zu treffen, was man alles tun müsste, um mehr Frauen in die STEM-Felder zu kriegen. Und wir haben auch immer mehr Frauen in den STEM-Feldern. Ist dadurch jetzt irgendwas besser geworden? Schöner? Gerechter? Sind jetzt mehr Menschen glücklich? Das ist keine rhetorische Frage. Ich kenne "wir müssen mehr Frauen in die STEM-Felder kriegen" immer nur als unhinterfragte Prämisse. Die Herleitung fehlt mir.
Ich finde das völlig in Ordnung, wenn verschiedene Leute verschiedene Dinge gerne machen. Ich für meinen Teil bin echt zufrieden, dass ich keinen Pflegeberuf machen muss. Andere lieben das. Wieso muss man jetzt den Anteil der Leute, die das nicht mögen, erhöhen? Was ist daran gerechter, wenn am Ende Leute, die das gerne machen, es nicht machen können, weil man künstlich den Anteil der anderen erhöhen wollte?
Gibt es in der Biologie Leute, die den Professorinnen untersagen wollen, über Gefühle zu reden, weil das angeblich Männer abstößt, und die sich dann nicht inkludiert fühlen?
Überhaupt, dieses "ich fühle mich hier nicht inkludiert". Ich kann es nicht mehr hören. Was ihr gerade erlebt, nennt man Leben. Niemand ist grundsätzlich überall willkommen. Damit umzugehen zu lernen ist Teil des Erwachsenwerdens. Wenn ihr DAS schon Scheiße findet, dann wartet mal, bis ihr mit dem Finanzamt interagieren müsst!
Ich kann dieses Winseln echt nicht mehr hören. Als ob das Leben irgendjemandem was schuldet an der Stelle!
Niemand hält Frauen vom STEM-Studieren ab, im Gegenteil. Und ich kann euch aus meiner Erfahrung sagen, dass ich mich auch nicht willkommen fühlte in einigen der Pflichtvorlesungen, die wir damals belegen mussten. Am Semesterende hatte sich das Publikum bei vielen Grundstudiums-Vorlesungen gegenüber dem Semesterbeginn mehr als halbiert. Das Phänomen gibt es auch heute noch. Studenten werden rausgesiebt. Es gibt da keine Inklusion, und mit dem Geschlecht hat das nichts zu tun.
Ein Studium ist kein Jodeldiplom. Da geht man nicht hin und kriegt ein Bullshit-Zertifikat für die regelmäßige körperliche Anwesenheit. Jeder kann mitmachen, aber für einen Abschluss muss man nachweisen, dass einem das Gebiet wichtig genug ist, dass man ein paar Jahre Gegenwind aushalten kann. Und das ist auch gut so. Sonst würde ein akademischer Abschluss noch weniger aussagen.
Ich erinnere mich an Vorlesungen zu meinen Studienzeiten, wo am Ende noch alle Frauen übrig waren, aber von den Männern nur die Hälfte. Hört mir also auf mit "die armen schwachen Frauen". Die Frauen, die das wirklich machen wollen, die sind zäher und fitter als die Männer, die nur mal vorbeischnuppern wollten und dann beim ersten Gegenwind das Studium abbrechen. Die ganzen "ach so schwer wird das schon nicht sein, ich habe schließlich Playstation-Erfahrung"-Männer fliegen genau so aus wie die ganzen "ach die werden mich schon durchlassen, wenn ich nett lächele und immer pünktlich komme"-Frauen.
Zurück zu diesem Artikel. Hier ist, was sie konkret vorschlagen:
The department added art and nature posters throughout their building to make it more inviting. Women were appointed as teaching assistants in many courses. Professors sent personalized emails recognizing women who received high grades in introductory courses. These emails defined success as getting good grades, rather than whether one plays video games or knows science fiction references.Also erstens: Auch bei uns im Institut hing Kunst an den Wänden, gab es weibliche Professoren und Tutoren, sogar ein Tutorium reserviert nur für Frauen. Also alles, was die da vorschlagen, bis auf die motivierenden E-Mails und Blümchenwiese-Poster.Aber: Hat mal jemand untersucht, ob die höhere Frauenquote vielleicht an daran liegt, dass Männer kein Bock auf so ein Blümchenwiese-Umfeld haben und geflüchtet sind?
Was ist eigentlich der nächste Schritt, wenn wir dann den Frauen über so Tricks und Lügen ("Ihr Anruf ist uns sehr wichtig, bitte bleiben Sie dran!" und "Liebe Charlotte, Ihre Leistungen in dieser Klausur waren gaaaanz toll!" wirken auf mich ähnlich abstoßend. Was ist das hier, Kindergarten?! Krieg ich jetzt auch noch ein goldenes Sternchen in meine Hausaufgabe geklebt?) zu einem Abschluss verhelfen. Was wenn die dann über Frauenquote einen Job irgendwo kriegen. Was wenn da keine Naturposter an den Wänden hängen, und niemand dafür abgestellt wird, motivierende E-Mails an die Mitarbeiter zu verschicken? In der Uni kriegen wir vielleicht noch so eine Gummizellen-Umgebung hin, aber dann sind die halt alle an ihren Arbeitsplätzen unglücklich? Und dann ist es zu spät, noch schnell was anderes zu studieren?
Bitte erkläre mir mal jemand, wo mein Denkfehler ist.
Einen noch. Schon jetzt hört man aus der Wirtschaft seit vielen Jahren, dass die Uni-Absolventen zum Gutteil völlig unbrauchbar sind, weil die Unis mehr darauf geachtet haben, dass sich Studenten inkludiert fühlen, als dass sie was lernen. Was ist denn hier die Zielvorstellung? Auf was genau arbeiten wir hin? Was ist das, was uns wichtig ist? Ist es das wertlose Zertifikat? Dann sparen wir uns doch einfach das Studium und verteilen die Zertifikate einfach mit dem Abi gleich mit. Dann fühlen sich alle inkludiert, die ein Abi geschafft haben. Und im nächsten Schritt können wir das auch in der Fußgängerzone verteilen. Inkludierender geht es kaum!
PS: Ich war in Chemie immer eine Lusche. Ab dem Moment, als sie diese Summenformel erklärten, und dann, dass die eigentlich Scheiße ist, weil Stoffe mit verschiedenen chemischen Eigenschaften die gleiche Summenformel haben können. Da habe ich abgeschaltet. Hätte man mich jetzt mit Inklusionstricks an Chemie binden können? Klar! Wäre ich da glücklich geworden? Nein.
Update: Damit das hier nicht nur schlechte Laune verbreitet: Star Trek hatte nicht nur Einfluss auf Technik, sondern auch auf Mode!
Update: Falls ihr den Kontext gerade nicht zusammenkriegt: Das war das Gerichtsverfahren, in dem das hier rauskam.
Vor ein paar Tagen ging die Meldung rum, dass Peter Thiel 1,25 Mio Dollar an Trump gespendet hat. Thiel ist einer der Ur-Investoren von Paypal und hat mit dem Erlös einen Hedgefonds gegründet, der heute mehrere Milliarden Dollar verwaltet. Er hat auch Palantir gegründet, eine Geheimdienst-Zulieferer-Tech-Bude im Silicon Valley. Der Mann ist also in jeder Hinsicht auf der falschen Seite.
Vor einer Weile hat er Schlagzeilen gemacht, weil er Hulk Hogans Gerichtsverfahren gegen Gawker finanziert hat, was letztendlich zur Insolvenz von Gawker geführt hat.
Eine illustre Person, dieser Thiel. Er sitzt übrigens auch im Aufsichtsrat von Facebook und Y-Combinator (so eine unsägliche Startup-Finanzierungs-Investorengruppe und die Quelle von einer unerträglichen Flut an kult-ähnlicher Startup-Verbrämung).
Die haben jetzt einen bösen Brief von Ellen Pao gekriegt, dass sie keinesfalls mit Y-Combinator in Zukunft irgendwelche Projekte machen wolle, weil Thiel und Trump und überhaupt. Nun ist Ellen Pao das letzte Mal in den News gewesen, als sie nach einem Shitstorm bei Reddit kündigte, und davor weil sie bei Kleiner Perkins kündigte und erfolglos wegen Diskriminierung klagte. Bei ihrem neuen Projekt geht es darum, mehr Frauen in die Tech-Branche zu kriegen. Mir ist ja nicht klar, wo da jetzt die konkrete Drohung ist, nicht mehr mit Y-Combinator arbeiten zu wollen. Das klingt mir eher so, als wenn ihr Projekt Y-Combinator fürs Gelingen braucht als anders herum.
Warum erzähle ich das alles? Weil das auch Druck auf Facebook ausgeübt hat, sich mal in der Causa Thiel zu äußern. Und Mark Zuckerberg hat sich firmenintern geäußert. Er argumentiert im Wesentlichen, dass man nicht für Inklusivität sein kann, und dann die Hälfte des Landes diskriminieren, weil sie die andere politische Ansichten haben. Money Quote:
There are many reasons a person might support Trump that do not involve racism, sexism, xenophobia or accepting sexual assault.Und davor macht er einen Punkt, der mir auch sehr wichtig ist:We care deeply about diversity. That's easy to say when it means standing up for ideas you agree with. It's a lot harder when it means standing up for the rights of people with different viewpoints to say what they care about. That's even more important.Wer hätte gedacht, dass ich nochmal mit Mark Zuckerberg einer Meinung sein würde.
Es handelt sich um einen 19-jährigen schwarzen Mann aus Illinois, der Trump gut findet. Oh, und der bei einer der wichtigeren Umfrage-Organisationen auf der Mailingliste steht.
Our Trump-supporting friend in Illinois is a surprisingly big part of the reason. In some polls, he’s weighted as much as 30 times more than the average respondent, and as much as 300 times more than the least-weighted respondent.Offenbar sind schwarze 19-jährige stark unterrepräsentiert auf der Umfrage-Mailingliste und daher kriegt er mehr Gewicht in der Statistik. Wieviel Gewicht? Nun, äh, …Alone, he has been enough to put Mr. Trump in double digits of support among black voters.HARR HARR HARR (Danke, Holger)
Ich habe in gatling vor mehreren Jahren SSL-Support eingebaut, mit OpenSSL damals. Später habe ich auch Unterstützung für PolarSSL nachgerüstet, und als die sich nach mbedtls umbenannt haben, bin ich mitgegangen. Der Code für den SSL-Support war immer ziemlich krude, weil ich a) damit keine Erfahrung hatte und b) die APIs alle furchtbar und kompliziert sind und üblicherweise die Dokumentation eher untauglich ist. So mache ich, was viele in der Situation machen, und greife mir ein Stück Code, das ich irgendwo funktionieren gesehen habe, und übernehme das. Bei PolarSSL war das recht einfach, die liefern ein relativ minimales Beispielprogramm mit. Bei OpenSSL war das die Krätze. Es gibt da im Wesentlichen ein Beispielprogramm, nämlich den Code für s_client in dem OpenSSL-Binary, und der macht lauter unnötige und unklare Sachen. Die beschreiben das sogar irgendwo als Absicht, weil das eher Code zum Testen ist als Code zum als Vorbild nehmen.
Benutzung von SSL ist nicht so schwierig, man macht einfach statt read() SSL_read() und statt write() SSL_write(), mal ganz plump gesprochen. Hacks wie sendfile gehen dann halt nicht. Im Fall von gatling kommt erschwerend hinzu, dass ich da auf non-blocking sockets operiere, und SSL halt ein Protokoll ist, d.h. die Signalisierung ist komplexer. write() sagt unter Unix EAGAIN, um mir zu sagen, dass ich später nochmal probieren muss. Bei SSL kann es aber sein, dass ich SSL_write später nochmal probieren muss, aber das nötige Event ist nicht "kann auf diesem Socket schreiben" sondern "kann von diesem Socket lesen", beispielsweise wegen einer Renegotiation oder so. Daher haben SSL_write() und SSL_read() zwei Rückgabewerte, einen für "komm wieder, wenn ich schreiben kann" und "komm wieder, wenn ich lesen kann". Aber gut, kein Ding.
Haariger ist die Initialisierung der Sockets, das ist echt fummelig und nervig. Und die Dokumentation, die da ist, kommt in Form einer Referenz, nicht in Form eines Tutorials oder einer Einführung. Bei OpenSSL operiert man nicht auf Deskriptoren, sondern auf einer Abstraktion namens SSL*. Es gibt aber auch ein SSL_CTX*, und der Unterschied ist nicht so klar, insbesondere weil man seinen Private Key in das SSL reinlädt, nicht in das SSL_CTX. Jedenfalls war das in dem Code so, den ich damals kannibalisiert habe. Wie sich rausstellt, kann man den Private Key aber auch in den SSL_CTX reinladen, und damit steht der Wiederbenutzung des selben SSL_CTX nichts im Wege. Das habe ich neulich mal eingebaut, und die SSL-Performance hat sich wenig überraschend massiv verbessert. Ist ja auch irgendwie klar. Wieso haben die überhaupt ein API, um den Private Key in das SSL* reinzuladen statt in den SSL_CTX*? Kann ich nicht nachvollziehen, verwirrt bloß.
Aber egal, darum geht es nicht. Was ich erzählen wollte: Der SSL-Code hat zwar seit Jahren funktioniert, aber auf ptrace (meinem Blog-Server) habe ich immer bizarre Probleme gesehen, wenn ich eine größere Datei per SSL runterladen wollte. Größer ist so "ab 100 KB" in dem Kontext. Der genaue Stresspunkt variierte. Das Symptom war, dass die Verbindung in der Mitte abbrach. wget verbindet sich dann neu und probiert nochmal, aber das nervt schon. Und vor allem war völlig unklar, was das Problem war. Normale SSL-Verbindungsabbrüche schicken über die Verbindung vorher ein Alert-Paket, damit die andere Seite sieht, wieso die Verbindung geschlossen wurde. Das ist auch nichts, was ich in gatling programmatisch mache, sondern das macht OpenSSL unter den Abstraktionen. So ein Paket kam bei dem wget nicht an.
Daraus schloss ich, dass ich wahrscheinlich irgendwo versehentlich einen Deskriptor schließe, der zu einer anderen Verbindung gehört, und habe aktiv nach Race Conditions und so gesucht. Zuhause konnte ich das nie nachstellen. Schlimmer noch: Wenn ich einen zweiten gatling auf ptrace gestartet habe, konnte ich das auch nicht nachstellen. Nur auf dem Haupt-Blog-gatling mit der ganzen Last tauchte das Problem auf.
Diese Untersuchungen führten zu diesen Überlegungen. Und als ich den Bug da geschlossen hatte, … brachen die SSL-Downloads immer noch ab. Es war also klar, dass ich da noch tiefer analysieren muss. Ich fing also an, mir das Log mit SSL-Fehlermeldungen zuspammen zu lassen, und kriegte da Fehlermeldungen, die so aussahen, als machte ich beim Ausgeben der Fehlermeldungen was falsch. Ich machte also einen strace auf gatling, während das Problem auftauchte, und sah eine Abfolge von Syscalls in etwa so:
accept() -> 23Hier konnte ich also ganz klar sehen, dass kein Fehler vorlag, aber die Verbindung trotzdem geschlossen wurde.
ein paar kurze read/write auf Socket 23, kein Fehler
ein längerer read auf Socket 23, kein Fehler (offenbar der HTTP-Request)
ein langes write auf Socket 23, kein Fehler
noch ein langes write auf Socket 23, diesmal wurden von den 8k nur 4k geschrieben (der Socket ist non-blocking, das soll also so sein)
SSL-Fehlermeldung im Log
close(23)
Nun ziehe ich mir ja SSL-Fehler nicht aus dem Arsch, sondern die kriege ich vom API gemeldet. Da stimmt also was nicht, und es lag nicht daran, dass meine State Machine irgendwo versehentlich einen Socket zu früh oder von woanders schließt.
Die komische SSL-Fehlermeldung, die ich bekam, war übrigens, dass "Shutdown in der Init-Phase aufgerufen wird" (ich hab mir die genaue Fehlermeldung nicht aufgeschrieben, aus der Erinnerung). SSL_Shutdown wird in gatling in cleanup() aufgerufen, das ist die zentrale "fertig, mach mal alle Ressourcen weg"-Funktion. So und jetzt der Fnord: OpenSSL hat einen Error Stack, nicht bloß eine aktuelle Fehlermeldung. Nach SSL_Shutdown habe ich keine Fehler geprüft, denn ob das protokollmäßig funktioniert oder nicht ist mir egal, ich schließe danach den unterliegenden Socket und gebe das SSL* frei. Aber gut, für das Debugging habe ich da mal ein Stück Code eingefügt, das den Error Stack leert.
Plötzlich waren die Verbindungsabbrüche weg.
Ich reime mir das jetzt so zusammen:
Ich hoffe mal, ich freue mich nicht zu früh, und der Bug tritt jetzt wirklich nicht mehr auf. Der ist nicht so einfach zu reproduzieren.
Wir lernen daraus: Error Stack nicht global sondern pro Context oder noch besser pro State machen.
Update: Hier kommt noch der Hinweis rein, dass einem dieser globale Error-Stack dann bei Multithreading massiv auf den Fuß fallen kann. Das befürchte ich auch. gatling ist im Moment noch nicht multithreaded.
Update: Ah, der Error Stack ist pro Thread. Oh Graus ist das alles widerlich.
Nun, die E-Mail daraus, auf die wir alle gewartet haben, ist die hier. Auf Attachments klicken, dann das PDF dort. Wer sich nicht traut, findet hier eine inhaltliche Zusammenfassung.
Die Democrats haben verstanden, dass Hillary als Kandidatin für den Arsch ist. Die kann nur gewinnen, wenn der Gegenüber nicht mehrheitsfähig ist, und im Vergleich wie ein Irrenhausinsasse aussieht. Sie erwähnen namentlich: Ted Cruz, Donald Trump, Ben Carson. Money Quote:
We need to be elevating the Pied Piper candidates so that they are leaders of the pack and tell the press to [take] them seriously.Wie weit man jetzt geht, wieviel Einfluss man den Democrats zubilligen will in seinem Weltbild, das bleibt jedem selbst überlassen. Der Counterpunch-Artikel formuliert es so:For months mass media was quite comfortable broadcasting Trumps bigotry.I always wondered why media giants, so deeply committed to the Clinton machine — big donors to the Clinton Foundation and the Clinton campaign alike — lavished so much attention and so many resources on Trump.
They are driven by the same desire to maximize profit as other corporations, true, but it still seemed like there were other stories that could sell soap. The candidacy of a Jewish socialist from Brooklyn was such a story but, well, never mind.
Das kann man jetzt alles für eine Verschwörungstheorie halten, so viel Einfluss hat Hillary nicht, kann man sich denken.Aber überlegt mal. Hillary und ihre Leute haben einen sehr starken Einfluss darauf, wer auf der Gegenseite ernst genommen wird und wer nicht. Wenn die Democrat-Empörungsmaschine über jedes Statements von Trump einmal die Empörungs-Maschinerie drüberwalzen lässt, dann weiß die Presse: Trump ist wichtig. Wenn die Democrat-PR-Leute bei Fragen zu Jeb Bush kurz angebunden sind und direkt zu Ted Cruz abbiegen, dann weiß die Presse: Bush ist unwichtig.
Update: Pied Piper ist übrigens der englische Begriff für Rattenfänger (beispielsweise der von Hameln, wissenschon)
Da muss man schon zu irgendwelchen Imgur-Posts oder Verschwörungssites gehen.
Der bisher wichtigste Aspekt war der Verkauf einer Firma an die Russen, die für 20% der Uranförderung in den USA verantwortlich ist. Da standen natürlich National Security-Bedenken im Weg, aber die hat Hillary weggeräumt. Danach gingen ein paar Millionen mildtätige Spenden von russischen Firmen bei der Clinton-Foundation ein.
Man stelle sich mal vor, was die erst für eine kognitive Dissonanz gerade haben müssen. Die "echten" Konservativen in den USA. Die drei-vier, die gerne konservative Politik haben wollten, und nicht "wir zünden jetzt das Haus an". Besonders schlimm hat es den Bush-Clan getroffen, der jetzt schon vereinzelt Hillary wählen will, weil sie gegenüber dem Donald das kleinere Übel ist.
Ihr denkt euch: Hey, das hätte doch nie funktionieren dürfen?
Und dann, ab der Sekunde, hört es auch tatsächlich zu funktionieren auf?
Das passiert mir häufiger. Bisher fand ich das immer ganz lustig, aber wenn es meinen Webserver betrifft, dann ist das schon unschön.
gatling basiert auf libowfat, das abstrahiert das Event-Polling-Interface weg. In meinem Fall auf blog.fefe.de ist es epoll, das wegabstrahiert wird. Früher hatten wir poll() und select() für Netzwerk-Events unter Unix, und das war Scheiße. Der Kernel und das Userland mussten pro Iteration durch alle beobachteten Deskriptoren durchgehen und alle einmal angucken. Völlig sinnlose Verschwendung von CPU-Zeit und RAM-Bandbreite, denn normalerweise hat man als Webserver sowas wie 1000 Verbindungen offen (je nach dem, was für Timeouts man da eingestellt hat), und davon ist auf drei oder vier was los.
Die nächste Iteration von Event-API hieß SIGIO, und da hat man dann das Ansagen, an welchen Deskriptoren und Event-Arten man interessiert ist, und das Rückmelden der tatsächlich eingetretenen Events voneinander getrennt. Leider konnte SIGIO jeweils nur ein Event zur Zeit zurückliefern. Das sah damals wie ein krasser Nachteil aus, wie eine Ineffizienz. Syscalls sind nicht kostenlos, also will man pro Syscall die Arbeit maximieren. Daher war der nächste Ansatz, epoll, so, dass wieder Anmelden und Abholen getrennt war, aber das Abholen geht in Gruppen, d.h. da kriegt man sowas wie 100 Events auf einmal. Das ist deutlich effizienter, also mache ich das natürlich so.
Nun unterhalte ich mich mit meinem Kumpel Erdgeist seit längerem darüber, wie wir libowfat mal ordentlich multithreading-fähig kriegen. Der Punkt dabei ist, dass das aktuelle Programmiermodell von libowfat single-threaded ist, und das ist nicht bloß ein Problem mit Locking und Datenstrukturen. Das Problem ist folgendes.
Nehmen wir mal an, man arbeitet auf zwei Sockets zur Zeit, die zusammengehören. Bei gatling kommt das zum Beispiel für Proxy- oder CGI vor, d.h. beim Blog. Ein Socket geht zum Webbrowser des Users, ein Deskriptor geht zum CGI von dem Blog. Die gehören jetzt zusammen. Schließe ich einen, schließe ich auch den anderen.
Nehmen wir jetzt mal an, wir haben die internen Datenstrukturen soweit multithreading-fähig gemacht, und es liegen zwei Events an, einer bei dem Socket zum Webbrowser und einer beim Socket zum CGI. Aber die landen bei verschiedenen Threads. Dann kommen sich die Threads möglicherweise ins Gehege. Die Strategie für effizientes Multithreading ist, dass man die Daten so weit wie möglich trennt. Am effizientesten ist "shared nothing". Daher ist mein Ansatz, dass ich sage: Das lohnt sich erst, wenn der Thread, der einen Socket bearbeitet, da nicht groß rumlocken muss. Aber selbst wenn wir sagen, der lockt herum, dann ist das immer noch nicht trivial. Die Sockets sind ja gleichberechtigt. Wenn als Thread 1 den 1. lockt und dann den anderen, und Thread 2 lockt seinen 1. (den 2. aus Sicht des 1. Threads) und dann den anderen, dann gibt es einen Deadlock. Am liebsten will man also, dass die Anwendung nichts mehr locken muss.
Nun fiel mir vor zwei Tagen auf, dass durch dieses Event-Batch-Verfahren das ja auch passieren kann, dass du ein Event für beide Sockets reinkriegst. Das Event auf dem 1. Socket ist sagen wir mal "Connection reset by peer", du rufst auf beide Deskriptoren ein close() auf, … und an der Stelle schmeißt der Kernel weitere, noch herumliegende Events für den Deskriptor weg und meldet die nicht mehr. Alles gut? Nein! Denn wir haben ja 100 Events auf einmal abgeholt. Wir haben also potentiell noch ein Event für den Deskriptor in der Tasche, den wir gerade geschlossen haben!
OK, denkt ihr euch jetzt vielleicht, aber den habe ich ja geschlossen. Wenn das Event ankommt und ich mache ein read() auf den Deskriptor, gibt es sofort eine Fehlermeldung von read() und alles ist gut. Das ist halt gerade nicht so klar. Nehmen wir mal an, in der Mitte ist noch ein anderes Event, für das öffnen wir beispielsweise eine Datei oder einen Proxy-Socket oder ein CGI. Der Kernel wird dann versuchen, den kleinstmöglichen Zahlenwert für den Deskriptor zu liefern, und der kleinste freie Deskriptor ist der, den wir gerade geschlossen haben. D.h. wenn das Event für den 2. Socket reinkommt, ist der Deskriptor schon für was anderes belegt, und es passieren eben merkwürdige Dinge.
Wir guckten uns virtuell an, und Erdgeist meinte nur so: Wenn jemand close macht, schmeißst du die Events aber schon weg, die da noch rumgammeln?
Nein, tat ich nicht. An die Möglichkeit hatte ich nicht gedacht. Darauf war meine Datenstruktur auch nicht ausgelegt, dass man aus der Mitte der Queue was löschen wollen würde. Ich könnte da jetzt immer irgendwelche Warteschleifen durchlaufen, aber die Datenstrukturen waren ja absichtlich so ausgelegt, dass alle Zugriffe O(1) sein sollten. Nix iterieren.
Also ist die bessere Lösung, da nichts zu löschen, sondern wenn jemand close auf einen Deskriptor macht, und ich habe noch ein Event für den in der Queue (das kann ich ohne Iterieren sehen), dann verzögere ich das tatsächliche Schließen des Deskriptors, bis alle Events abgearbeitet sind. Das hat natürlich auch Nachteile, denn jetzt gibt es mehr System-Last bei der Anzahl der offenen Deskriptoren. Es gammeln ja immer ein paar noch rum, die eigentlich schon geschlossen sein sollten. Ist also auch keine schöne Lösung, aber scheint gerade erstmal zu tun. Ich mache jetzt gleich einen Mike Drop für heute und guck morgen nachmittag nochmal vorbei, ob noch alles läuft. Wenn nicht, dann wisst ihr ja :-)
Oh, Auto-Abschuss und Auto-Neustart gibt es bei mir nicht. Meine Philosophie ist, dass man Fehler sofort brachial merken und hocheskalieren muss, nicht verstecken oder verbergen, sonst gibt es nie genug Leidensdruck, die schnell zu fixen.
Nun kann man Apple das glauben oder nicht, aber der Deal bei Google war immer, dass man denen die Verwertungsrechte für seine Seele verkauft, und dafür kriegt man den ganzen Scheiß billig bis gratis. Von "billig bis gratis" kann bei diesen Pixel-Teilen keine Rede sein, aber die Daten will Google auch noch alle haben. Ich sagen denen mal vorsichtig voraus, mit diesen Telefonen baden zu gehen. Vereint alle Nachteile von Android mit dem Preis von Apple. Ich hoffe mal, dass die übliche Abzockwoche für die doofen Early Adopter ist, der Hipster-Negativ-Sale. Und dann werden die Geräte halb so teuer. Oder so.
Oder es könnte auch heißen, dass ein echt signifikanter Anteil von deren Benutzern die ganze Google-Integration rauskantet und die Geräte außerhalb des Google-Datenstaubsaugersystems verwendet. Das fände ich ja hochspannend, wenn das so wäre. Ich sehe indes keine Indizien dafür. Selbst ansonsten schlaue und reflektiert denkende Menschen in meinem Bekanntenkreis tun ihre Kalender bei Google auf die Server und begründet das dann mit Convenience.
Update: Naja, wobei, an die Google-Geräte kann man wenigstens noch seinen Kopfhörer anschließen.
Die Idee bei zstd ist, ähnlich wie beim Audio-Codec Opus eine skalierbare Lösung für das volle Spektrum anzubieten. Von "muss schnell gehen, Kompressionsrate ist nicht so wichtig" (und da erreicht zstd ungefähr die Kompressionsdichte von zlib, ist aber viel schneller) bis hin zu "kann länger dauern, Hauptsache die Kompressionsdichte ist hoch" decken die alles ab. Hier mal ein kurzer Test auf meinem Laptop:
-rw-r--r-- 1 leitner users 646983680 Oct 3 18:26 gcc-6.2.0.tarDer Vorsprung an Kompressionsdichte gegenüber xz ist nicht trivial an der Stelle! Um das Ergebnis zu kriegen, muss man allerdings auch --ultra -22 nehmen.
-rw-r--r-- 1 leitner users 128367167 Oct 3 18:26 gcc-6.2.0.tar.gz
-rw-r--r-- 1 leitner users 100157953 Oct 3 18:26 gcc-6.2.0.tar.bz2
-rw-r--r-- 1 leitner users 89697012 Oct 3 18:26 gcc-6.2.0.tar.xz
-rw-r--r-- 1 leitner users 92177927 Oct 3 20:03 gcc-6.2.0.tar.bro.9
-rw-r--r-- 1 leitner users 84647896 Oct 3 20:03 gcc-6.2.0.tar.bro.10
-rw-r--r-- 1 leitner users 82500389 Oct 3 20:03 gcc-6.2.0.tar.bro
-rw-r--r-- 1 leitner users 77330934 Oct 3 18:36 gcc-6.2.0.tar.zst
Hier die Timings:
pigz -9k gcc-6.2.0.tar 48.93s user 0.31s system 765% cpu 6.434 totalbro ist brotli, das gibt es m.W. leider nicht mit Multithreading-Support. Wenn man bei zstd ohne Multithreading komprimiert, kommt eine noch ein bisschen kleinere Datei raus:
pbzip2 -9k gcc-6.2.0.tar 109.63s user 1.33s system 763% cpu 14.533 total
xz -9 -T8 gcc-6.2.0.tar 287.42s user 0.48s system 742% cpu 38.787 total
bro --quality 9 --input gcc-6.2.0.tar --output gcc-6.2.0.tar.bro.9 57.62s user 0.14s system 99% cpu 57.761 total
bro --quality 10 --input gcc-6.2.0.tar --output gcc-6.2.0.tar.bro.10 515.99s user 0.19s system 99% cpu 8:36.20 total
bro --quality 11 --input gcc-6.2.0.tar --output gcc-6.2.0.tar.bro 1122.13s user 0.17s system 99% cpu 18:42.39 total
pzstd --ultra -22 gcc-6.2.0.tar 581.63s user 4.99s system 637% cpu 1:32.08 total
-rw-r--r-- 1 leitner users 75405797 Oct 3 18:34 gcc-6.2.0.tar.zstGucken wir uns mal die Dekompressions-Geschwindigkeiten an:
md5sum gcc-6.2.0.tar 0.99s user 0.09s system 99% cpu 1.086 totalWir können hier also sehen, dass zstd stärker komprimiert als xz und dabei ungefähr so schnell dekomprimiert, wie ein md5sum über die Daten braucht. Dabei hat es brotli, die diese Nische vorher abzudecken versucht hat, vollständig überholt. Die Kompression in dem Ultra-Modus ist zwar deutlich langsamer als xz, aber nicht so unpraktikabel viel langsamer wie brotli. Das Ende der Skala mit der starken Kompression ist für mich besonders interessant, denn meine Haupt-Anwendungen für Kompression sind Archivieren von großen Datenmengen und Index-Kompression, wo die Kompressionszeit im Wesentlichen egal ist, aber Kompressionsdichte und Dekompressionsgeschwindigkeit sind die wichtigen Eckwerte. Und in diesem beiden Bereichen ist zstd geradezu revolutionär.
zcat gcc-6.2.0.tar.gz 2.60s user 0.09s system 99% cpu 2.694 total
bzip2 -dc gcc-6.2.0.tar.bz2 14.35s user 0.19s system 99% cpu 14.545 total
xz -dc gcc-6.2.0.tar.xz 6.16s user 0.12s system 99% cpu 6.280 total
bro --decompress --input gcc-6.2.0.tar.bro 1.16s user 0.12s system 59% cpu 2.166 total
bro --decompress --input gcc-6.2.0.tar.bro.10 1.23s user 0.12s system 60% cpu 2.230 total
bro --decompress --input gcc-6.2.0.tar.bro.9 0.96s user 0.12s system 54% cpu 1.973 total
zstd -dc gcc-6.2.0.tar.zst 0.94s user 0.11s system 62% cpu 1.680 total
zstd ist aber auch auf Echtzeit-Kompression ausgelegt, beispielsweise für Netzwerk-Tunneling oder transparente Dateisystem-Kompression. Ich hörte heute, dass die ZFS-Leute gerade prüfen, ob sie nicht zstd als Kompressionsverfahren unterstützen sollen.
Sie soll die Entscheidung als "katastrophales Fehlurteil" und die Richter als "armselige, feige Frauenverächter" angegriffen haben. Als Ursache des "Justizskandals" sieht sie einen "rein männlich besetzen Senat", der "uns [sic] Frauen stumm schalten" wolle.Herzlichen Glückwunsch, lieber Feminismus! Das habt ihr ja schön hingekriegt, dass sich selbst überführte Falschbeschuldiger noch als Opfer fühlen, denn auf der anderen Seite stand ein weißer Mann. Opfer eines "Justizskandals" und einer Verschwörung des Patriarchats. Lügnerinnen nicht unbesehen zu glauben ist ein Zeichen von Frauenfeindlichkeit. Soweit sind wir inzwischen.
Nun, in dem Kontext sind vielleicht diese Meldungen hier interessant:
Die haben sich gerade das größte Ei in der Firmengeschichte gelegt.
Wenn ich bei denen Kunde wäre, würde ich das als kein gutes Signal werten, dass die jetzt so einknicken. Ich würde vermutlich ernsthaft die Konkurrenz von Akamai prüfen und einen Umzug erwägen. Akamai hat sich ein Schild umgehängt "wir sind doch kein Schutz gegen DDoS". Das Problem ist halt, dass es in der Größenordnung gar nicht soviele Konkurrenten gibt. Und wenn Akamai schon einknickt, wo kann man dann überhaupt noch hosten und sicher vor DDoS sein? Das ist auf jeden Fall eine ungünstige Entwicklung.
Fairerweise muss man dazu sagen, dass Brian Krebs bei denen kostenlos gehostet wird. Aus deren Sicht ist das also eine fette Geldsenke gerade. Trotzdem ist der Imageschaden durch das Rauskanten meiner Ansicht nach deutlich höher als die Kosten für das Ertragen von diesem DDoS.
Update: Heise-Meldung zum Rausschmiss.
Sie haben in einem Editorial argumentiert, dass Snowden verfolgt gehört. Damit sind sie die erste Zeitung in der Geschichte der USA, die für die strafrechtliche Verfolgung ihrer eigenen Quelle argumentiert — nachdem sie den Pulizer-Preis eingesackt haben für ihre "Berichterstattung" basierend auf Material dieser Quelle. Wow. Oh und das Programm, das sie als Beispiel zitieren, dass Snowden zu viel aufgedeckt hat? Prism? Das war das Programm, das die Washington Post selbst aufgedeckt hat, und dafür haben sie dann auch den Pulitzer gekriegt.
Bemerkenswert ist, wie der Ostteil der Stadt wieder radikaler wählt, mit weniger Stimmen für SPD und CDU und mehr Stimmen für Linke und AfD. Der Westen gibt sich da offensichtlich noch irgendwelchen Illusionen hin.
Und erstaunlich ist auch, dass die Linke wieder zulegen konnten. Offensichtlich haben die Wähler schon wieder vergessen, wie das mit den Linken an der Regierung war vor ein paar Jahren. Das Kurzzeitgedächtnis der Wähler ist immer wieder faszinierend. Wie oft muss euch die SPD eigentlich einen Dolch in den Rücken rammen, bis ihr mitkriegt, dass das halt deren Modus Operandi ist?
Ja. Einen.
Bei den Parlamentswahlen in Weißrussland hat die Opposition überraschend einen Sitz gewinnen können - und das zum ersten Mal seit 20 Jahren.
The series starts today with perhaps the least known and most jarring revelation: Companies and executives accused or even convicted of crimes have escaped punishment by turning to this special forum. Based on exclusive reporting from the Middle East, Central America, and Asia, BuzzFeed News has found the following:- A Dubai real estate mogul and former business partner of Donald Trump was sentenced to prison for collaborating on a deal that would swindle the Egyptian people out of millions of dollars — but then he turned to ISDS and got his prison sentence wiped away.
- In El Salvador, a court found that a factory had poisoned a village — including dozens of children — with lead, failing for years to take government-ordered steps to prevent the toxic metal from seeping out. But the factory owners’ lawyers used ISDS to help the company dodge a criminal conviction and the responsibility for cleaning up the area and providing needed medical care.
- Two financiers convicted of embezzling more than $300 million from an Indonesian bank used an ISDS finding to fend off Interpol, shield their assets, and effectively nullify their punishment.
Oh und der eine Fürsprecher, den sie da gefunden haben, der das System verteidigen will, welches Beispiel bringt der? Ein Beispiel dafür, wohlgemerkt, dass ISDS "Gerechtigkeit" herbeigeführt habe?Na?
Kommt ihr NIE drauf!
As proof that ISDS delivers justice, Brower pointed to a wave of nationalizations by the Venezuelan government, many while Hugo Chávez was in charge, that led to “huge awards against them for uncompensated expropriation.”Das ist nämlich Gerechtigkeit, müsst ihr wissen. Eine Regierung, die was gegen die Ausbeutung ihres Volkes durch ausländische "Investoren" und ungerechte Knebelverträge von korrupten Vorgängerregimes tun will, kriegt Milliardenstrafen reingedrückt. Gerechtigkeit, ick hör dir trapsen!Reicht euch noch nicht? Da ist noch mehr!
A few of their ideas: Sue Libya for failing to protect an oil facility during a civil war. Sue Spain for reducing solar energy incentives as a severe recession forced the government to make budget cuts. Sue India for allowing a generic drug company to make a cheaper version of a cancer drug.
Das gute alte CDU-Politikmuster. Absichtlich unrealistische Ziele setzen, dann in Klagen reinlaufen, die man verlieren wird. Dann kann man dem Steuerzahler gegenüber so tun, als haben man es immerhin versucht, und das ist halt eine Entscheidung der Gerichte, da kann man nichts machen. Und der Industrie gegenüber gibt es fette Zahlungen. So geschehen bei der Energiewende, bei H&K, und leicht abgewandelt bei den Flüchtlingen.
Die Merkel schafft es so tatsächlich, beide Seiten still zu kriegen. Die Industrie kriegt ihre Kohle, der Steuerzahler wird über den Tisch gezogen, und die Merkel gibt die Unschuld vom Lande. Ich kenne Leute, die Merkel jetzt wegen der Flüchtlingsgeschichte für eine Humanistin halten. Die hat sich mit dem Manöver schlicht auf Jahrzehnte die Linken vom Hals gehalten und hat jetzt freie Schussbahn, kann ungestört durchregieren. Wer braucht denn noch Linke, wenn die Merkel die Flüchtlinge solidarisch behandelt? Oh und dann läuft das Land völlig überraschend und unvorhergesehen in die Realität, die die Merkel und ihre Berater natürlich vorher gesehen und dann meiner Meinung nach absichtlich eine Kollision herbeigeführt haben. Und dann? Hat Merkel einen Vorwand, die ganzen Flüchtlinge wieder auszuweisen. Damit sind dann auch die Rechten wieder auf ihrer Seite.
Aber die Merkel ist halt kein Obama. Bei Obama hat keiner gemerkt, was das für ein Mensch ist. Der hat besseres Brand Management. Auf der anderen Seite hat Merkel ja auch noch Zeit. Aus der Energiewende ist sie ja auch am Ende gestärkt hervorgegangen. Auf der anderen Seite standen da auf der anderen Seite auch Wissenschaftler, nicht AfD-Wähler. Nun, wir werden sehen.
Auf der anderen Seite redet auch in Deutschland kaum jemand über die sich häufenden Schlagzeilen, wie viele Tausende von Flüchtlingen jetzt schon wieder wegen irgendwelcher Vorwände ausgewiesen werden sollen. Klar, ein Gutteil davon ist purer Populismus. Aber das heißt ja nicht, dass die nicht wirklich ausgewiesen werden.
Das Gelände in Berlin haben die Saudis nur unter strengen Auflagen gekriegt und da gab es seit einer Weile Streit zwischen Senat und den Saudis und Anwohnern und so weiter.
Und jetzt passiert plötzlich und überraschend das hier:
Die lange Jahre umstrittene König Fahad Akademie in Bad Godesberg schließt nach WDR-Informationen zum Schuljahresende. Da Deutschland über eines der besten Bildungssysteme der Welt verfüge, gebe es keine Notwendigkeit die Schule weiter zu führen, hieß es zur Begründung. Auch ein geplanter Neubau in Berlin wird gestoppt.Wait, what?!
Die Sicht darauf war nicht immer so positiv. Ich habe zum Beispiel vor ein paar Jahren noch argumentiert, dass automatische Softwareupdates ein Sicherheitsrisiko sind. Hier zum Beispiel 2010.
Aber das Argument war zunehmend schwerer vermittelbar, weil irgendwie nie was Schlimmes passiert ist in der Richtung. Inzwischen frage ich mich ja, ob wir das nur nicht mitgekriegt haben.
Oder vielleicht habe nur ich das nicht mitgekriegt. Weiß jemand ein Beispiel, wo jemand über den Autoupdater gehackt wurde?
Update: Einige Einsender verwiesen auf Flame, und das ist in der Tat ein gutes Beispiel.
Abgesehen davon, dass ich nicht in einem Land leben möchte, in dem der Staat glaubt, er müsse mein Tagebuch entschlüsseln können.
In der Politik wird halt mit harten Bandagen gekämpft!
Aber mal Spott beiseite. Wenn ich im Familienministerium säße und zuständig wäre, würde ich auch der Antifa Geld geben. Aus deren Sicht ergibt das perfekten Sinn. Erstens ist die Antifa wunderbar vom Verfassungsschutz überwacht, man kann also genau nachvollziehen, wo jeder Euro hinfloss. So viel Kontrolle über politische Förderprogramme kriegt man sonst nirgendwo! Und außerdem ist das wie wenn die Amis Rebellen in Syrien bewaffnen. Sollen sich doch die Rebellen mit den Nazis kloppen! Ist billiger und PR-technisch besser, als wenn es Straßenschlachten mit den Cops gibt — am Ende noch Straßenschlachten sowohl der Antifa als auch der Nazis! Nein, wenn die sich gegenseitig kloppen, kann es nur Gewinner geben (aus Sicht der Bundesregierung jetzt). Und Folgekosten wie Krankenhaus trägt ein anderes Ressort. Win-Win-Win!
Und selbst wenn man das weniger martialisch betrachtet. Der beste Weg, die Linken ineffektiv zu machen und ihre Kräfte aufzureiben, ist sie in Räume zu setzen und reden zu lassen. Wer schonmal bei einer Asta-Sitzung beiwohnen durfte, weiß, wovon ich rede. Für die paar Euro können die ein paar Kongresse machen, da sind die den Rest des Jahres gebunden. Billiger kriegt man das nirgendwo anders.
Ist natürlich ein bisschen doof jetzt für diese Stiftung, die da jetzt dummerweise im Kreuzfeuer steht. Aber aus Sicht des Ministeriums ist auch das perfekt. Die sind jetzt die Dummen, und wenn es Hart auf Hart kommt, kann man sich schockiert und angewidert abwenden und denen die Kohle kürzen. Win-Win-Win-Win!
Die Bundesregierung sieht die Türkei als "zentrale Aktionsplattform für islamistische Gruppierungen".Das stand in einem angeblich vertraulichen Papier, das aber sofort jemand zur Presse durchgesteckt hat, weil es politisch opportun war, dem Erdogan Gegenwind zu geben. Dann passierte, was immer passiert bei solchen Anlässen: ritualisierte Empörungswellen. Erst natürlich aus der Türkei, dann musste sich der Innenminister verteidigen und jetzt findet die ARD, das sei bloß "mal wieder der BND". So mit einem resignierenden Schulterzucken, wie immer, wenn der BND mal wieder was verkackt. Alles, was die anfassen, wird zu Kuhscheiße. Der Anti-Midas. Und umgekehrt — was verkackt? BND! *schulterzuck*
Ich persönlich finde ja viel interessanter, dass dieses Kaliber an Anschuldigungen und Kompromat vorher unter den Teppich gekehrt wurde, als die Türkei noch unser Freund und Nato-Partner war. Das heißt doch, dass man davon ausgehen muss, dass wir ähnliche Hinkelsteine auch bei unseren ganzen anderen Partnern ganz normal unter den Teppich kehren, im Dienste der guten Partnerschaft.
Gut, bei den USA wissen wir ja grob, dass die Bundesregierung Folterknäste und Drohnenmorde wegleugnen kann, wenn es beim großen Bruder ist und nicht in, sagen, wir, Syrien.
Aber das muss man sich meines Erachtens immer wieder vor Augen führen, welches Niveau an Lügen wir im öffentlichen Diskurs und der Außenpolitik zu dulden gelernt haben.
Das ist auf jeden Fall ein Anwärter für den Balls of Steel Award, würde ich mal sagen.
Update: Also die Dateien sind wohl alle schon ein bisschen älter, und es handelt sich auch (außer bei den Skripten, natürlich) um Binaries und nicht den Quellcode. Das hat schon so einen Stallgeruch von "könnte was dran sein", ohne mir das jetzt tatsächlich näher angeschaut zu haben.
Update: Der Name "Shadowbrokers" ist übrigens eine Referenz zu den Mass Effect-Computerspielen. Dort ist das eine ausgleichende Figur, die alle Seiten mit Informationen beliefert, aber nie jemandem damit einen klaren Vorteil verschafft.
Ich habe da übrigens am Rande mitgekriegt, wie eine Journalistin versucht hat, dieser Kampagne ein paar Fragen zu stellen. Die Antworten kamen von einer Werbeagentur. Ihr wisst schon, eine dieser Social-Media-Experten Meinungsmanipulations-Klitschen. Die Branche, die ansonsten die Erdöl-Förderer berät, wie man Fracking weniger unpopulär machen kann.
Mein Eindruck an der Stelle ist, dass die Bundesregierung das ganze Hatespeech-Zeug als PR-Problem betrachtet. Die haben sich entschieden, da mal ein paar Euro locker zu machen, und haben die einer Werbeagentur gegeben. Das ist der Stellenwert, den dieses Problem für die hat. Es geht nicht um Hatespeech, es geht darum, auf dem Weg mal wieder die Internetzensur zu kriegen.
Erinnert ihr euch eigentlich noch daran, als wir die Internetzensur wegen den Kinderpornographen brauchten?
Da hört man nichts mehr von. Ich vermute, die Kinder sind alle gerettet worden und brauchen keine Hilfe mehr.
Oder vielleicht war das ja auch alles PR-Bullshit und bloß vorgeschoben, und alles, was die wollen, ist mehr Zensurbefugnisse für den großen Bruder.
Ich sehe mich ja zur Fundamentalopposition gegen die genötigt, weil die diese Hatespeech-Internetzensur-Denunziantenschiene fahren.
Aber ich stelle mir natürlich auch die Frage, ob ich denen jetzt Unrecht tue. Vielleicht tun die ja ansonsten lauter ganz tolle Sachen. Ein Kumpel hatte mir dazu gesagt, dass die für das Projekt Noteingang stehen.
Ich habe da jetzt noch ein paar Zuschriften gekriegt und noch ein paar Gespräche geführt. Hier ist das Ergebnis.
Erstens: Hinter dem Projekt Noteingang steckt nicht die Amadeu-Antonio-Stiftung, sondern das ist ursprünglich ein Antifa-Projekt. Wie die genaue Historie ist, hängt wahrscheinlich von der Gegend ab, die Antifa ist ja eine eher dezentrale Angelegenheit. Die Amadeu-Antonio-Stiftung behauptet bei näherer Betrachtung auch gar nicht, Noteingang erfunden zu haben, nur dass sie bei einer Umsetzung mitgemacht haben.
Eine Zuschrift las sich, als ob sie die Lage aus Behörden oder Ministeriumssicht beschreibt. Die Botschaft war, ich kürze das mal grob ab, dass die so weit und breit das einzige halbwegs verlässliche linke Projekt sind, das man da fördern kann, und die sich auch als Organisator oder Abrechnungspartner für andere Projekte verstehen. Das Ministerium gibt der AA-Stiftung Geld, die bezahlt damit dann linke Verpeiler, die das eigentliche Projekt machen. So ungefähr habe ich das jedenfalls verstanden. Es klang ein bisschen verzweifelt, so: Wenn man die jetzt wegnimmt, dann bleibt in weiten Teilen Ostdeutschlands überhaupt niemand mehr übrig, der Kulturprojekte für Jugendliche macht.
Dann stellte sich für mich noch die Frage, ob die Kritik an denen vielleicht rechte Propaganda ist. Dem scheint nicht so zu sein, jedenfalls nicht vollumfänglich, denn in diesem Interview in den Nachdenkseiten gibt es auch linke Fundamentalopposition gegen den Vorstand und insbesondere Frau Kahane. Der Vorwurf ist:
Indem die Stiftungsvorsitzende Kahane sich derselben Methoden bedient wie ihre angeblichen Gegner, leitet sie Wasser auf deren Mühlen.Das ist ja auch der Eindruck, den ich jetzt angesichts dieser Netzzensur-Hatespeech-Geschichte gewonnen hatte. Aber lest euch das mal ganz durch, das geht noch deutlich weiter.
Und dann gibt es noch die Fundamentalkritik an der AA-Stiftung, dass sie zu nah an staatlichen Institutionen arbeitet, u.a. sitzt im Stiftungsrat der Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz von Thüringen. Aus meiner Sicht ist das eine unerträgliche Verquickung, Mitarbeit in einem Geheimdienst und Mitarbeit in einer Stiftung für Demokratie und Zivilgesellschaft geht nicht gleichzeitig. Auf der anderen Seite gibt es das Argument, dass der Verfassungsschutz in Thüringen nach dem NSU-Skandal entkernt wurde. Die regierende Rot-Rot-Grüne Landesregierung hätte dort beispielhaft eine Verfassungsschutzbehörde geschaffen, die den Namen auch verdient hat. Ich habe zu wenig Einblick, um das Argument bewerten zu können, daher nenne ich es hier ohne Wertung.
Ein Kritikpunkt, den ich auch ein paar Mal gehört habe, ist dass die Stiftung sich von staatlichen Fördermitteln so abhängig gemacht hat, dass sie nicht mehr als unabhängige Stiftung gesehen werden kann. Das kann ich mangels Einblick in die Zahlen auch nicht beurteilen, aber es erscheint mir zumindest plausibel.
Insgesamt komme ich für mich zu dem Schluss, dass meine Fundamentalkritik an dieser Stiftung bezüglich der Internet-Geschichte auch im Hinblick auf den Recht der Stiftung und ihrer Arbeit gerechtfertigt ist. Mehrere Gesprächspartner weisen aber darauf hin, und das will ich hier gerne weitergeben, dass die Kritik nicht die Tausende von Freiwilligen meint, sondern den aktuelle Führungsriege betrifft, insbesondere Frau Kahane.
Ich sage euch das hier als Information über meine Gedankengänge. Bildet euch eure Meinung bitte selbst.
Wer den Link oben gut fand, und mehr von Rudolph Bauer und seine Analysen über die Linken lesen will, dem empfehle ich auch dieses Interview hier. Viel Spaß bei der Lektüre.
Wer kriegt einen Prozess wegen Körperverletzung an den Hals?
Ihr werdet es schon richtig geraten haben.
Was Romstorfer auffällt: Die Beamten, alle in ihren Zwanzigern, haben dennoch dezidiert nach einem Rettungstransport ins Spital verlangt. "Da musste sogar extra ein zweiter Wagen kommen", hält Romstorfer den Zeugen vor. "Und Ihre eigenen Kollegen, die das aufgenommen haben, haben sogar einen Aktenvermerk gemacht, dass Sie problemlos selbst hinfahren hätten können." Die Antworten sind ausweichend.Ja, so macht man das bei der Polizei! Das scheint Teil der Ausbildung zu sein.
Ich fasse nochmal zusammen, was da passiert ist. Die Democrats haben intern alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit in ihrer Demokratiesimulation der Wählerwille flächendeckend unterdrückt wird, und Bernie verliert und Hillary gewinnt, unabhängig davon, was das Fußvolk sagt. Das war so offensichtlich, dass die Bernie-Anhänger und am Ende Bernie selber mehrfach drauf hingewiesen und sich beschwert haben. Die Frau, die da wie keine andere für zuständig war, die das vorangetrieben und bei allen Anschuldigungen als bescheuerte Verschwörungstheorie weggewischt hat, die wird jetzt … zur Belohnung von Hillary eingestellt.
Auf der einen Seite verstehe ich, dass Hillary ihre Wahlbetrügerin belohnen will. Wenn ein russischer Spion enttarnt wird, dann kriegt der vom Kreml nach dem Agentenaustausch ja auch ein schönes Häuschen am See irgendwo.
Aber die Hillary scheint ja nicht mal den Anschein aufrecht erhalten müssen zu glauben, dass sie kein Wahlbetrügerin ist! Dieses Level an "ich scheiß auf euch alle" finde ich unglaublich.
Das kennt man bei uns nur von nach der Wahl.
Ist das jetzt Post-Demokratie? Wenn die dem Wähler gegenüber nicht mal mehr vor der Wahl mehr durchgehend so tun, als seien sie auf seiner Seite?
Krass.
Oh und das ist nicht das einzige, was aus den Wikileaks-Emails so rausgesuppt ist. Hier gibt es z.B. einen Thread darum, was für Positionen man edlen Spendern zuschustern kann. Money Quote:
I should say, though, that the likelihood of landing a spot on ones as prestigious as NEA/USPS is unlikely. It’s much more likely they’ll get something like “President’s Commission on the Celebration of Women in American History.” (no shade to women)NEA ist die Kunstförderung, da kann man dann wahrscheinlich ein paar Jahre kostenlos ins Theater. USPS ist die Post, das erscheint mir persönlich gerade nicht sonderlich prestigious. Anscheinend kenne ich da irgendein Detail nicht.Update: Krass, da musste erst Obama persönlich anrufen, damit die Frau zurücktrat. Die war fest entschlossen, irgendwelche Bauernopfer für sich ins Messer hüpfen zu lassen.
Gute Arbeit, liebe Feministen! Das habt ihr ja echt mit voller Wucht und mit Ansage gegen die Wand gefahren. Um zu zeigen, dass ihr es könnt.
Wenn wir das als Gesellschaft haben wollen, wieso haben wir dann nicht einfach den katholischen Gottesstaat ausgerufen?
Den Vergleich bringe ich deshalb, weil das bei mir einen klaren Fall von Confirmation Bias ausgelöst hat, seit ich dem Konzept des Virtue Signalling begegnet bin. Plötzlich sehe ich das überall, und vor allem sehe ich es als wichtigen Grund für den Untergang von Gruppierungen und ganzen Zivilisationen. Die katholische Kirche ist ein so ein Fall. Deren Dogmengerüst fing gut an, mit der Bergpredigt und so weiter, und dann entwickelt sich aus den normalen Fluktuationen in einem sozialen Gefüge ein Spike in irgendeine Richtung heraus, und Virtue Signalling sorgt dann dafür, dass alle in die Richtung weiterrennen.
Und jetzt stellt euch mal vor, ihr seid in der katholischen Kirche ein Reformator und wollt Dinge ändern. Dafür braucht ihr eine kritische Masse von Anhängern, und um die zu kriegen, müsst ihr die auf eure Seite ziehen. Und da kriegt ihr sie hin, indem ihr die Werte der Gruppe besonders stark vertretet. Und so gibt es ein Virtue Signalling-Rennen. Und am Ende wacht man auf und hat Donald Trump als Präsidentschaftskandidaten.
Ob das mit den Osterinseln auch so lief? Ja klar haben wir hier ein existenzielles Problem, aber ich bau erstmal noch ein paar Steinköpfe, um die anderen auf meine Seite zu ziehen?
Der Klimawandel ist ja auch so ein Ding. Da geht das Virtue Signalling in die Richtung "ich tu nix, was der Wirtschaft schadet".
Auf dem Weg von so einem kollektiven Amoklauf gibt es dann immer wieder Punkte, an denen man merkt, dass das gerade über das Ziel hinausgeschossen ist. Und da ist dann die Frage, ob man sich zur Klärung dieses Sachverhalts lang genug aus der Echokammer bewegen kann. Der Vorteil von Virtue Signalling ist, dass man damit Gleichgesinnte finden kann. Der Nachteil ist, dass die dann nicht die gepredigten Werte kritisch hinterfragen werden.
Manchmal kann man die Richtung beim Virtue Signalling noch ein bisschen ändern, indem man irgendwas zum Supergrundrecht ernennt. Die Republikaner hatten immer das Mantra "kleiner Staat". Der Staat soll sich nicht einmischen. Dieser Schusswaffenkram war in der Interpretation nur ein Auswuchs des kleinen Staats. Der soll sich nirgendwo unnötig einmischen, das schließt auch die Schusswaffen ein. Aber guckt mal jetzt gerade, bei Trumps Wahlkampf, da ist nirgendwo ein Wort vom kleinen Staat. Jetzt sind es die Terroristen und Ausländer. Und inhaltsfreies Gesülze wie "make America great again".
Ich glaube, dass das bei den Feministen auch grob so läuft. Da gewinnt im Moment eine Strömung, deren Virtue Signalling sich um Rape Culture dreht. Je mehr und absurder man überall sexuelle Übergriffe sieht, desto höheres Standing hat man in dieser Gruppe. Da ist dann auch nicht mehr die Frage, ob das, was man gerade tut, sinnvoll ist und hilft, sondern es geht nur noch darum, etwas gemacht zu haben. Um zu signalisieren, dass man die richtigen Werte vertritt.
Und wo die Republikaner Donald Trump haben, haben wir Heiko Maas. Der ist ja durchaus sensibel, muss man ja sagen. Der tanzt gleich auf mehreren Virtue Signalling-Hochzeiten (u.a. auch auf der Internetzensur-"Hassbotschaften! Überall!!1!"-Schiene). Ein lupenreiner Opportunist, der Mann. Das Destillat der "Werte" der SPD.
Was meint ihr? Wie krass übers Ziel trägt mich da der Confirmation Bias?
Ich habe ja erst das Drachenbuch gelesen, bevor ich meine erste Regex-Engine geschrieben oder auch nur jemand anderes Engine gelesen habe, und war echt erstaunt, wieso die da Backtracking statt endlichen Automaten machen, wie das im Drachenbuch so schön erklärt wird.
Stellt sich raus, dass Regex-Engines mehr machen als nur zu matchen. Die geben einem auch die Position des Matches — und der Gruppen in der Regex. Man ruft regexec auf (für POSIX-Regex), und die kriegt als 3. und 4. Argument ein Array, in das sie diese Positionen reinschreiben soll. Wenn man aber tatsächlich über finite Automaten wie im Drachenbuch beschrieben matcht, liegt diese Information nicht vor.
Und daher basieren die meisten üblichen Regex-Engines auf Backtracking.
Man kann das trotzdem mit finiten Automaten machen, aber das verlangt dann eben richtig Hirnschmalz und ist eine ernstzunehmende Programmieraufgabe. Google hat z.B. eine Regex-Engine auf endlichen Automaten gemacht, die man benutzen kann.
Das Regex-Problem ist übrigens altbekannt und halbwegs wohldokumentiert.
Falls das hier wie Häme über Stackoverflow wirkt: Ist es nicht. Im Gegenteil. Hut ab, dass sie das so freimütig ausplaudern. Andere Leute hätten einen DDOS herbeigelogen, um ihr Gesicht zu wahren. Übrigens war deren Bug gar nicht das ultra-katastrophale Backtracking-Problem (wenn man User die Regex angeben lässt, geht es noch deutlich schlimmer), sondern einfach eine ineffiziente Engine. Aber weil das Backtracking-Problem immer noch vergleichsweise wenig bekannt ist, dachte ich mir, ich schreib da mal was drüber.
Und jetzt hat eine der Star-Moderatorinnen dort, Gretchen Carlson, sich über den Senderchef beschwert. Daraufhin kamen, wie so häufig, ein Dutzend andere Frauen aus dem Unterholz und hatten auch alle furchtbares erduldet, aber keine hat was gesagt über all die Jahre. Der Ailes sitzt da seit 20 Jahren.
Jedenfalls war für mich klar, als Ann Coulter das hier zu Protokoll gab. Ann Coulter ist eine furchtbare Rechtsaußen-Hasspredigerin, die seit vielen Jahren bei Fox News sozusagen wohnt, und von Studio zu Studio zieht, um ihre widerwärtigen Kommentare loszuwerden. Und DIE sagt jetzt DAS hier:
“That’s it?” Coulter said when HuffPost described the allegations to her. “Oh boy, I have better details than that, from every woman who has ever been employed by Fox, which I have not.”Tsja. Und dann hieß es plötzlich, Ailes kriegt jetzt einen $40 Mio goldenen Händerdruck von Fox und geht.
Und wie hat die in Nizza so performt?
Gar nicht. Die App warnte erst zwei Stunden nach dem Anschlag.
Das war ein Gimmick zum Ablenken der Bevölkerung. Eine Nebelkerze.
Ein Mitglied der Linkspartei kriegt wegen Internet-Beleidigungen 3 Monate Haft ohne Bewährung. Das alleine ist ja schon der Hammer. Ohne Bewährung? Für Internet-Beleidigungen?! Na da wollen wir doch bitte mal die Details hören!
Detail 1: Der Angeklagte hatte bereits vier Vorstrafen, alle wegen Drogendelikten. Hanfhandel. Die ihm vorgeworfenen Beleidigungen waren auf Facebook und richteten sich gegen das Rauschgiftdezernat:
In dem Posting werden die Ermittler vom Rauschgiftdezernat als "Staatsbüttel" bezeichnet, nachdem diese einen Hanfhändler "auseinandergenommen" hätten. Laut Eintrag habe es sich bei diesem um den angeblich "letzten verbliebenen Hanfhändler in Ansbach" gehandelt, "der keine Kräutermischungen, keine harten Drogen und keine Drogen an Minderjährige" verkauft habe, sondern ausschließlich "qualitativ hochwertiges Cannabis zu einem humanen Preis an Erwachsene". Es folgen noch etliche wüstere Einlassungen, auch aus der Fäkalsprache.Woher weiß denn das Amtsgericht Ansbach von diesen Beleidigungen, werdet ihr euch jetzt fragen? Nun, die hat jemand angezeigt! Nein, keiner aus dem Rauschgiftdezernat. Jemand aus der örtlichen US-Kaserne!
Wie bitte? Aus der US-Kaserne?! Ja!!
Demzufolge hat der Mann vom "Department of the Army, Headquarters, 2. Military Intelligence Battalion" am 1. Dezember 2015 kurz nach Mittag bei der Polizei angerufen. "Im Rahmen einer dienstlichen Internetrecherche" sei er an besagtem 12. November unter anderem auf den Facebook-Account der Partei Offene Linke Ansbach gestoßen.Die US-Kaserne bezahlt Menschen dafür, dass sie "die Kommunisten aufklären". Immer noch! Und beim Dreck gegen die Linken suchen fand der Mann diese Facebookgruppe und das Posting und zeigte das an. Dienstlich. Nicht privat. Dienstlich! Der wird dafür bezahlt!
So und jetzt wollen wir doch sicher alle wissen, welche Art von Beweiswürdigung die da durchgeführt haben. Mehr als einen ausgedruckten Screenshot hat der Mann aus der Kaserne ja nicht geschickt. Hier ist, was die Anwältin des Beschuldigten sagt (leider in der taz, die ich nicht mehr verlinke):
„Grundlage eines Strafverfahrens ist es, dass die Staatsanwaltschaft die Schuld des Angeklagten beweist. Niemand hat geprüft, ob dieser Post tatsächlich existiert und von wem er verfasst worden ist“(Danke, Luke)
Nun, bei Heiko Maas war in der Sache der Zensor pinkeln und er gab zu Protokoll:
Der bundesweite Einsatztag dient auch der Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger beim Umgang mit rechtsgerichteten Äußerungen in sozialen Netzwerken.Mit anderen Worten: Einschüchterung. Das Ziel war die Einschüchterung der Bevölkerung. Keiner soll das Gefühl haben, er könne in Deutschland frei seine Meinung sagen oder gar die Regierung kritisieren.
Und in diesem Kontext ergibt auch das neue Sexualstrafrecht plötzlich sowas wie Sinn. Die Botschaft ist ja die selbe. Glaubt mal gar nicht, dass wir euch nicht verurteilt kriegen, ob ihr was angestellt habt oder nicht!
Komisch, dass da plötzlich so Not am Mann zu sein scheint. Früher hatten wir dafür das Steuerrecht. Das ist ja auch kein Zufall, dass das mit jeder "Reform" noch komplexer und undurchschaubarer wird. Da geht es auch darum, dass kein Bürger sich sicher sein kann, nicht mit einem Bein im Knast zu stehen.
Vielleicht ist das Geschäftsmodell der Steuerberater da zu erfolgreich. Wenn das Finanzamt bei mir eine Steuerprüfung durchführen will, dann gehen sie nicht in meine Wohnung sondern zu meinem Steuerberater. Damit fällt mir gegenüber ja das Drohmoment weg. Und ohne Drohung kann dieser Staat offensichtlich nicht mehr mit seinen Bürgern koexistieren.
Im Übrigen will ich mal darauf hinweisen, dass ich gerade bei diesen Facebook-Hasspostings mal gerne sehen würde, wie da die Beweisführung läuft. Mehr als "das kam von einem Account, der den Namen dieses Typen hat" werden die da ja nicht haben. Es würde mich sehr wundern, wenn Facebook da einfach die Bewegungsdaten und IP-Adressen rausrücken würde, ohne dass ein tatsächlicher Straftatbestand von einem Richter festgestellt wurde. Facebooks Geschäftsmodell ist, dass sie die Daten für sich behalten und Werbung verkaufen, nicht dass sie sie kostenlos an den Staat weiterreichen.
Und selbst wenn Facebook den Accountnamen und die IP und den Zeitstempel hat, heißt das ja immer noch nicht, dass das der war, der dort wohnt. Die Argumente, die inzwischen bei Abmahnungen vor Gericht zum Ablehnen führen, gelten natürlich auch für "Hasspostings".
Daher glaube ich, dass die Durchsuchungen nicht der Überführung dienen sondern Einschüchterungstaktik sind. Oh und damit die Staatsanwaltschaft und das LKA endlich wieder neue PCs kriegen. Die haben nämlich kein eigenes Budget für Hardware. Die arbeiten da mit den beschlagnahmten PCs von Bürgern. Daher brauchen die "Ermittlungen" auch immer so lange auf beschlagnahmter Hardware. Und ohne Klage kriegt man die nie zurück, mit Klage vielleicht nach 5 Jahren, wenn sie neuere Hardware beschlagnahmt haben in der Zwischenzeit.
Woher ich das weiß? Ich bin vor Jahren mal beim LKA Berlin als Zeuge geladen worden. Die Sachbearbeiterin, offensichtlich eine Nichtraucherin, arbeitete an einem uralten Gammel-PC mit dicker Nikotinpatina. Als ich das ansprach, erklärte sie mir das so. Da hatte ich dann auch keine weiteren Fragen mehr.
Gar nicht mal Werbung, das gibt es auch und wird auch immer nerviger.
Nein. Man klickt auf einen Link und erwartet einen Text mit der Meldung und stattdessen kriegt man eine Seite, die nur aus einem Videoplayer besteht.
Also mal abgesehen davon, dass ich das als absolute Frechheit betrachte, wenn sich jemand anmaßt, über meine Zeit zu verfügen, ist der Hintergrund davon natürlich nicht, dass sie das Video rumfliegen hatten. Das kostet ja auch viel mehr in der Produktion.
Der Hintergrund ist, dass sie vor das Video Werbung tun, von der sie glauben, dass wir die nicht so leicht weggefiltert kriegen.
Bei mir hat das dazu geführt, dass ich solche Sites boykottiere, wenn es irgend geht. Aber es gab schon einige Fälle, wo sowas die Primärquelle war und sich keine anderen Quellen fanden.
Ich denke mal, ich werde mir da eine fundamentalistische "auf sowas linke ich nicht"-Policy zulegen müssen. Wenn wir denen das durchgehen lassen, dann ist das Web bald nur noch so.
Und auf eines könnt ihr mal einen lassen: Die ganze DRM-Scheiße, die sie angeblich für Netflix einführen, die wird genau dafür da sein, Adblocking bei solchen "Nachrichten"-Sites juristisch zu verhindern. Denn das wäre eine Umgehung von Schutzmaßnahmen.
Rückblickend hätte es damals schon Blutlachen auf der Straße geben müssen, als sie diese Gesetze nach und nach überall verabschiedet haben.
Vielleicht haben wir Freiheit und Menschenwürde einfach nicht verdient. Wir als Gesellschaft.
Was für eine völlig hirnverbrannte Übung, damit die Big Data-Vollspaten sich beim Gedanken an alle die unnützen Datensätze nächtens einen runterholen können.
Am Ende wird genau kein einziger Terroranschlag dadurch verhindert werden, aber wir haben schon wieder ein Stück mehr Freiheit auf dem Altar der Sicherheits-Fanatiker geopfert.
Man muss nur in die USA gucken. Je mehr "Sicherheit" die da fahren, desto mehr Tote gibt es.
Der wahre Gamechanger für die (Sach-)Versicherungen liegt hingegen im Internet der Dinge, glaubt Stephan Noller. Statt Schadensmeldungen der Versicherten könnten künftig Sensoren in Häusern oder an technischen Geräten die relevanten Daten liefern, die dann verschlüsselt übertragen und sicher in der Blockchain abgelegt werden, um die nötige Rechtssicherheit zu erreichen.Boah, Alter, DIE BLOCKCHAIN!!! Wer da keine Dollarzeichen in den Augen kriegt!!
Aber der Höhepunkt des Artikels ist für mich dieses Bild.
Wer genau so denkt, sollte keinesfalls an der Stelle mit dem Lesen aufhören, denn es geht noch weiter!
Sogar die Auszahlung der Schadenssumme lässt sich mit Hilfe sogenannter Smart Contracts automatisieren, die direkt in der Blockchain mit abgelegt werden.SMART CONTRACTS!!! IN DER BLOCKCHAIN!!!!!!!
Da müssen die Investoren (und passionierte Bingospieler unter den Beobachtern) ja einen Bullshit-Orgasmus kriegen!
Der Bundesverband der Süßwarenindustrie sagt, das sei alles ungefährlich und legal.
Und wenn man sich die Zeit nimmt und die Ausführungen mal liest, dann stellt man fest: Die vorgeschlagenen, gesenkten Steuersätze sind immer noch ca 20% höher als die aktuellen Steuersätze in Irland. Und Irland ist EU-Mitglied, während man von UK aus mit Zollforderungen der EU rechnen muss. Denn dafür sind Strafzölle da. Wenn ein Drittland unbotmäßig über Steuererlässe oder Subventionen ihren Firmen Vorteile verschafft, dann gleicht man das durch einen Strafzoll aus. Es ist egal, wie tief das frisch unvereinigte Königkeit seine Steuern senkt.
Im Übrigen sei darauf hingewiesen, dass es Gegenden gibt, wo man ganz ohne Körperschaftssteuer eine Firma aufmachen kann. Die Kanalinsel Jersey zum Beispiel.
Oh oder man macht das so, dass man in einer strukturschwachen Gegend in der EU seine Firma aufmacht, und dann mit den örtlichen Behörden verhandelt. Dann kriegt man nicht nur Steuerfreiheit sondern die zahlen einem sogar noch die Gehälter der Mitarbeiter.
Kurz gesagt: Das ist eine Nebelkerze. Regt euch da mal nicht drüber auf. Andere Hebel als die Steuern sehen die Briten gerade nicht für sich. Das ist entweder ein Bluff oder Hinhaltetaktik für die Wähler im Inland.
Das ist eine Web-Plattform für Bewerbungsgesprächen mit anonymisierten Menschen, d.h. du weißt nicht, mit wem du redest. Auch den Lebenslauf kriegt man nicht. Die haben mal einen Filter gehackt, der die Stimme des Bewerbers moduliert, damit Männer wie Frauen klingen und umgekehrt. Weil sie mal sehen wollten, wieviel das ausmacht.
Erstmal die Sachlage vorher:
we had amassed over a thousand interviews with enough data to do some comparisons and were surprised to discover that women really were doing worse. Specifically, men were getting advanced to the next round 1.4 times more often than women. Interviewee technical score wasn’t faring that well either — men on the platform had an average technical score of 3 out of 4, as compared to a 2.5 out of 4 for women.Daher haben die sich gedacht, es kann doch nicht sein, dass Frauen einfach weniger Ahnung haben, und wenn wir da mal ein bisschen tricksen, dann können wir den Frauen die besseren Jobs zuschustern, die sie verdient hätten.Gesagt, getan. Ergebnis:
Contrary to what we expected (and probably contrary to what you expected as well!), masking gender had no effect on interview performance with respect to any of the scoring criteria (would advance to next round, technical ability, problem solving ability). If anything, we started to notice some trends in the opposite direction of what we expected: for technical ability, it appeared that men who were modulated to sound like women did a bit better than unmodulated men and that women who were modulated to sound like men did a bit worse than unmodulated women.Wow. Das ist ja mal unerwartet! Den Rest spoiler ich mal nicht, müsst ihr selber lesen. (Danke, Christian)
Hier steht offensichtlich etwas im Raum, das man mal klären sollte. Wenn man dem Maaßen mal persönlich gegenübersitzt, könnte man da ja mal fragen.
Nun, gute Nachrichten: Tilo Jung saß dem Maaßen persönlich gegenüber und hat mal gefragt.
Herr Maaßen, sind Sie ein ausländischer Spion?Wer jetzt ein entrüstetes "Nein, natürlich nicht!" erwartet hat, den muss ich leider enttäuschen. Er macht lieber von seinem Aussageverweigerungsrecht gebrauch, um sich nicht selbst zu belasten.
Ohne jetzt andeuten zu wollen, dass an der offiziellen Story irgendwas faul ist: Könnt ihr euch vorstellen, was hier los wäre, wenn dieser Fall so in Russland geschehen wäre?
Update: Es scheint da eine Verbindung zu "Britain First" (Nazipartei) zu geben.
Nun stünde im Fall einer leiblichen Mutter nach deutschem Recht dem Kind automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft zu. Das wollten diese Frauen auch gerne für ihr Kind haben und haben geklagt. Der BGH hat ihnen Recht gegeben.
Vielleicht können wir das mal zum Anlass nehmen und dieses unwürdige Gehampel mit "eingetragener Lebenspartnerschaft" einstellen und das ganz einfach als Ehe bezeichnen. Meine Güte, sogar Südafrika ist uns da voraus. Einfach nur noch peinlich, dieses CSU-Wähler-Appeasement.
Ich hoffe, ihr habt ein bisschen Geld zurückgelegt, denn da kriegt man jetzt keine Zinsen mehr, sondern man muss draufzahlen. Für das Privileg, dem Staat Geld zu leihen!
Und nicht nur berichten sie, sie sind voll des Lobes!
Vielleicht kriegt Gaby jetzt doch mal soetwas wie Genugtuung, und ihre Arbeit wird mal angemessen gewürdigt. Ich gönne es ihr jedenfalls von Herzen!
Für mich persönlich war der Wendepunkt, als ich Jakes überspezifisches Dementi sah. Ich hatte das als Update an meinen letzten Beitrag dazu drangehängt. Dort schreibt Jake, er habe "sich keine kriminellen Übergriffe zu Schulden kommen lassen". Dieses Wort, kriminell, an der Stelle, das sagt mir, dass er die Übergriffe nicht bestreitet, aber sie für nicht so schlimm hält, jedenfalls nicht für Straftaten. Das mag daran liegen, dass das angeblich so schwache Sexualstrafrecht in Deutschland in den USA so eine Art Mem bei Diskussionen über Vergewaltigungen ist. So ala "in Deutschland wäre das nicht strafbar". Ich halte es für möglich, dass Jake das ein paar Mal gehört hat, und als er dann in Deutschland war, hat er das halt gemacht.
ALLERDINGS gilt immer noch die Unschuldsvermutung. Bis eine Staatsanwaltschaft Anklage erhoben, die Polizei ermittelt und ein Richter ihn verurteilt hat, ist Jake unschuldig.
Was mich gerade an dieser Geschichte richtig auf die Palme bringt, ist dass das Tor-Projekt Jake anscheinend 2015 schon mal suspendiert hat wegen Vorwürfen in diese Richtung. WTF? Und sie sagen niemandem was?!
Und während wir hier über Jake diskutieren, passiert in den USA das hier: Ein Sportler an der Elite-Uni Stanford vergeht sich an einer bewusstlosen Frau, kriegt nur 6 Monate Gefängnis. Die US-Presse regt sich jetzt über seinen Vater auf, der zu Protokoll gab, er fände schon die 6 Monate viel zu viel, sein Sohn habe ja bloß "20 minutes action" gehabt und überhaupt sei die Frau ja bewusstlos gewesen und habe gar nichts mitgekriegt. Das ist natürlich völlig absurd, aber ich finde, man muss den Vater hier in Ruhe lassen. Es geht um seinen Sohn, da handelt kein Vater rational. Von den 6 Monaten muss dieser Vergewaltiger nur 3 tatsächlich hinter Gitter. Das erscheint mir in der Tat ein viel zu geringes Strafmaß. Zum Vergleich: In Großbritannien ist die durchschnittliche Strafe für Vergewaltigung 8 Jahre Knast. Für die USA finde ich gerade nur Zahlen aus den 90er Jahren, da waren es 11 Jahre Knast (davon aber nur die Hälfte tatsächlich hinter Gittern bei guter Führung).
Zusammenfassend muss ich sagen, dass ich entsetzt bin, dass a) in dieser ach so zivilisierten Welt Vergewaltigung überhaupt noch ein Problem ist, dass es dort b) so eine Drei-Affen-Kultur gibt und niemand Anzeige erstattet und c) dass Kinder aus gutem weißen Hause dann bevorzugt werden. Wo sind wir den hier bitte!? Mehrere der Vorwürfe gegen Jake beziehen sich auf eine Hotellobby 20m vom CCC-Kongress entfernt. Das müssen Dutzende von Zeugen gesehen haben! Und KEINER sagt was!? Wir haben auf dem Congress Security, die hätte Jake gewaltsam vom Gelände entfernt, wenn jemand was gesagt hätte. Was zur Hölle?! Und die fragen sich jetzt, was sie falsch gemacht haben, dass die Opfer ihnen nicht genug Vertrauen entgegen bringen in so einer Situation. Auf allen Seiten nur Verlierer bei der Story.
(Den Begriff der Rape Culture lehne ich immer noch ab, weil er die guten Menschen beschmutzt, die bereit standen um einzugreifen, und denen niemand was gesagt hat)
Bevor ich meine Brötchen mit Programmierung verdient habe, war mein Studienschwerpunkt "Bildungsplanung" - OK, ist fast 40 Jahre her. Das war damals schon kein anständiger Beruf, weil Dank des Föderalismus jedes Land eh sein eigenes Ding machte, aber damals wollte zumindest der Bund professionell beraten werden: "Die Schule der Nation ist die Schule" - sagte Willy Brandt - und meinte das ernst. Goldene Zeiten, in denen jede Menge neue Schulen und Unis gebaut, Lehrer und Dozenten en masse eingestellt wurden (wenn sie nicht Berufsverbot kriegten). Die einzige Zeit, in der das Bildungssystem durchlässiger wurde, und das hat die Politik damals so gewollt.Du hast Recht, dass es heute nicht mehr so ist. Recht hast du auch mit der Beschreibung des politischen Personals, aber mit der Aussage, die Rentner sollten gegenüber der Jugend bevorzugt werden, liegst du daneben. Dazu gibt es zu viele Frühverrentungen, werden zu viele Alte gezielt in die Armut abgeschoben. Der Gegensatz "Alt gegen Jung" ist konstruiert, er dient als Argument für Rentenkürzungen ("die junge Generation braucht mehr Ganztagsschulen") und Kürzungen bei Erziehung und Bildung ("die Rentner kosten zu viel") gleichermaßen. Ja was denn nun?
In Wirklichkeit wird an Allem gespart, was keinen Profit verspricht - die Daseinsfürsorge des Staates bietet sich als Opfer einer neoliberalen Agenda doch perfekt an! Ich will jetzt nicht mit Zahlen um mich schmeißen, aber die Zeiten der Vollbeschäftigung sind lange vorbei, viele Menschen werden nur noch als Konsumenten gebraucht. Und im Supermarkt oder bei Amazon sind umfassend gebildete Menschen nun mal überqualifiziert; schlimmer noch: sie könnten was merken.
Du reisst dir mit dem Blog ja den Arsch auf, damit die Leute lernen, eins und eins zusammen zu zählen - so von wegen Medienkompetenz. Logarithmen braucht's dafür nicht, aber ein Verständnis für Zusammenhänge. Genau das wird durch die Verschulung der Unis und das Runterbrechen von Allgemeinbildung auf "Kernkompetenzen" kaputt gemacht. Ganz im Sinne unserer schönen neuen Welt geht es nur noch um Effizienz, und wie erreicht man die: genau, durch Wettbewerb.
Passt doch prima zusammen: staatliche Infrastruktur wird in den "freien" Markt entlassen, weil der bekanntlich alles zum Besten regelt. Für gewisse Kreise funktioniert das auch: mit ca. 10% liegt der Anteil der Schüler von Privatschulen so hoch wie nie, und bei den Unis suchen die Studenten reicher Väter gezielt nach den Elite-Instituten - dafür gibt's Rankings von Burda & Co., die Politik nennt das "Exzellenzinitiative". Umgekehrt wird ein Schuh draus: in der Breite, für uns Normalos, wird auf Biegen und Brechen gespart, das Geld geht an die Eliten.
Solche Ideen werden u.A. von modernen Bildungsplanern entwickelt - nicht beim Staat, sondern beispielsweise bei der Bertelsmann-Stiftung. Da sage noch einer, die Privaten seien nicht effizient! Die Agenda dieser Vögel ist überall gleich, nicht umsonst stöhnst du lustvoll auf, wenn "der Staat" sich mal wieder die Pest in Form privater Wirtschaftsberater in's Haus holt. Mit der Bildungsberatung sind die Bertelsstifter sehr erfolgreich: ich frage mich seit Jahren, wer bei RTL eigentlich die Werbung mit debilen Einspielungen von "Bauer sucht Frau" oder DSDS guckt - nun, genau die Opfer des Systems, welches die Stiftung unseren Politnasen seit Jahrzehnten verkauft.
Meine Generation ist zwar mit spätestens 58 Jahren nicht mehr "vermittelbar" und gerät ziemlich flächendeckend in die Altersarmut, aber ich bin der letzte, der nicht bessere Schulen für die Jungen fordert, denn die sollen meine Rente verdienen und, vor allem, eins und eins zusammenzählen können, damit sie merken, wer uns gegeneinander ausspielen will, damit er den Reibach macht, ohne dass wir Einspruch erheben.
Man geht in die Ukraine und gibt sich als Freiheitskämpfer für den Krieg im Osten aus.
Und er hat anscheinend auch genau nichts von seinem angeblichen Vermögen in seinen Wahlkampf investiert. Warum auch. Solange es andere gibt, die so blöde sind?
Besser noch: Jetzt wo er der einzige Kandidat der Republikaner ist, wieso sollte er da jetzt anfangen? Sollen die doch die Unkosten tragen!
Und tatsächlich soll er denen genau das so angesagt haben.
Wie großartig! Diese Republikaner sind echt die einzigen, die den Untergang ähnlich doll verdient haben wie der Trump. Die haben sich gegenseitig verdient. Da wächst zusammen, was zusammen gehört. Warze und Furunkel!
Jetzt sehe ich drei Möglichkeiten. Entweder sie zahlen zähneknirschend, und fahren sich damit den größten Schaden für ihre Marke in der Geschichte der Partei ein. Oder sie zahlen nicht und dann gewinnen die Demokraten. Oder Trump findet noch andere Geldgeber und wird Präsident.
Das mit den anderen Geldgebern halte ich für eine sehr realistische Möglichkeit, denn die ganzen Konzerne nutzen die Spendenschiene ja schon immer für die Korruption. Das ist das Modell Clinton Foundation.
Update: Oh oder Trump gibt kein Geld für Wahlkampf aus und gewinnt trotzdem. Das scheint gerade die Hoffnung der Republikaner zu sein. Dass der kostenlos so viel Medien-Echo kriegt, dass er keine Werbung zu schalten braucht.
Spannend ist jetzt, dass sein Verfahren von einem deutschstämmigen Silicon-Valley-Milliardär namens Peter Thiel finanziert wird.
Gawker ist so der Abschaum der Medienwelt. Bis Buzzfeed kam, die absolut unterste Schublade. Der Grund, wieso Thiel jetzt die Klage gegen Gawker finanziert, ist vermutlich dass Gawker ihn vor 10 Jahren als schwul geoutet hat. Nicht nur das, angeblich haben sie ihn vorher zu erpressen versucht. Das ist damals nicht gerichtsfest aufgeklärt worden, aber die Anschuldigung stand im Raum.
Und jetzt sagt Hulk Hogan, dass sie auch ihn vorher zu erpressen versucht haben.
Warum ich das jetzt blogge ist aber was anderes. Denn jetzt ist Pierre Omidyar auf den fahrenden Zug aufgesprungen, ein anderer Silicon-Valley-Milliardär, und der Besitzer von First Look und The Intercept, und zwar auf Seiten von Gawker.
Wieso würde sich jemand auf Seiten von Gawker stellen? Nun, möglicherweise ist das weniger ein "für Gawker" als ein "gegen Thiel", denn Glenn Greewand sagt, Thiels Firma Palantir hab 2011 versucht, seine Karriere zu zerstören, weil er was über Palantir berichtet hatte, und Palantir würde lieber weiter verborgen im Schatten operieren.
Palantir baut so Überwachungsstaat-Software, wo man als CIA oder NSA seine ganzen Daten reinkippt, und der berechnet dann den Bekanntenkreis aus den Metadaten und so weiter.
Aktueller Stand in dem Verfahren ist übrigens, dass Gawker zu 140 Millionen Dollar Schmerzensgeld verurteilt wurde, was die ganze Firma mal eben töten würde. Entsprechend sucht der Gawker-Gründer angeblich gerade nach Käufern für die rauchenden Trümmer.
Update: Übrigens könnte man bei der Gelegenheit mal die Frage stellen, was die Telekom und SAP mit Palantir machen.
Update: Und das Finanzministerium.
Die TSA ist so dermaßen inkompetent, dass Delta eine deutlich effizientere Security-Theater-Installation hingekriegt hat. Delta!!
Delta wird von Reisenden gerne zu "Don't Expect Luggage To Arrive" expandiert :-)
Und zwar haben die Democrats ja ein krass undemokratisches System mit "Superdelegierten" gebaut, damit bloß nicht der Pöbel die demokratischen Mechanismen verwendet, um jemand anderen als Hillary Clinton zum Kandidaten der Democrats zu machen. Als es aussah, als ob das nicht reicht, haben sie in Nevada nochmal nachgelegt. Ihre Methoden erinnerten aus der Ferne an die Al Capone-Zeit.
Die Frau im Zentrum dieser "Demokratie 2.0" ist die Vorsitzende des DNC (sozusagen deren Partei-Organisation), Debbie Wasserman Schultz. Die hat dafür in letzter Zeit besonders aus der Sanders-Filterblase auf Reddit viel Kritik gekriegt, aber jetzt hat sich der legendäre Republikaner-Sithlord Karl Rove über sein Super-PAC persönlich bedankt.
“Congresswoman and DNC Chairwoman Debbie Wasserman Schultz has played a critical role over the past several years in the massive Republican gains we have achieved at the state level, in the U.S. House of Representatives, and in the U.S. Senate,” Crossroads President and CEO Steven Law said in a statement."Wasserman Schultz’s leadership has also been a catalyst for the emerging civil war in the Democratic Party this year, ensuring that their nominating process will drag on far longer than that of Republicans,” he added.
Die Aktion war ein voller Erfolg.
Sie haben u.a. 457 Schusswaffen, 1,3 Millionen Schuss Munition und 1890 Granaten zurückgekriegt. Oh und 2143 Sprengkörper (inklusive Raketen).
Nun, … die Meldung hier könnte helfen.
Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat private Schiedsgerichte für Investoren bisher kritisiert. Ein internes Papier zeigt nun: Er wirbt für ihren Erhalt.Neulich scrollte irgendwo ein Dokumentarfilm an mir vorbei, wie doch Hannover und Niedersachsen gerade so einen großen Einfluss ausüben würden auf die Politik, und es wurden Wulff, Schröder, von der Leyen und Gabriel genannt. Wulff ist ja jetzt weg vom Fenster, aber bei Gabriel erkenne ich die gleiche Unehrlichkeit, die mich schon bei Schröder gestört hat. Schröder hat das Sozialsystem zerstört, "um es zu retten". Gabriel ist genau so drauf.
Naja und die von der Leyen… die kriegt gerade vom Reservistenverband das neu aufgelegte Eiserne Kreuz überreicht. Ich weiß nicht, aber irgendwie finde ich das einen schönen Abschluss für so eine Karriere wie die ihre. (Danke, Tilo)
Update: Jemand, der sich mit sowas besser als ich auskennt, erklärt mir gerade, dass das durchaus legit sein kann. Mutterplatine ist ein bisschen ranzig, also lötet man da von Hand nen Patch drauf. Das Velcro fand ich jetzt ein bisschen ... nuja. Aber hey. Wer Cisco kauft, wird schon wissen, warum.
Update: Ursprünglich kommt das wohl aus diesem Reddit-Thread, und die halten das anscheinend nicht für ne Wanze sondern für ganz normale Produktfälschung.
P.S. Ich möchte mich, Herr Böhmermann, vorsichtshalber allen Ihren Formulierungen und Schmähungen inhaltlich voll und ganz anschließen und sie mir in jeder juristischen Form zu eigen machen. Vielleicht lernen wir uns auf diese Weise vor Gericht kennen.Hut ab, Herr Döpfner! Das hatte ich damals gar nicht mitgekriegt, dass Sie das gesagt hatten!
Man kann ja vom Axel Springer-Verlag halten, was man will, aber der Döpfner ist ein Humanist und steht, wenn es hart auf hart kommt, auf der richtigen Seite der Barrikaden. Siehe auch. Selbst in seiner bisweilen skurrilen Argumentation im Kampf gegen Google hat er doch neue Impulse setzen können.
Übrigens, auch ganz interessant an der Stelle sind die Aussagen des Anwalts von Erdogan. Ich zitiere:
Zur Rechtfertigung der Unterlassungsklagen sagte Höcker: "Es ist wie bei einer Massenvergewaltigung: Wenn einer anfängt, kriechen alle aus den Löchern und machen mit. Vor allem, wenn es das Opfer angeblich nicht besser verdient hat. Wir müssen als Gesellschaft aufpassen, wenn der dünne Lack der Zivilisation blättert und kollektive Enthemmung losbricht. Herr Erdogan ist ein Mensch, und die Menschenwürde ist unantastbar." Sie stehe laut Grundgesetz auch über der Presse-, Kunst- und Meinungsfreiheit.Ich persönlich finde ja, der Vergleich mit der Massenvergewaltigung ist an der Stelle nicht angebracht, damit entwertet er den Rest seiner Argumentation. Aber mit diesem hat er schon Recht.
Und zumindest der Böhmermann muss den Vergleich aushalten, er hatte ja dem Erdogan auch sexuelle Devianzen vorgeworfen.
Man erkennt sowas immer ganz gut daran, dass die Leute ihren Namen sagen. Wenn es um den Inhalt geht, braucht es keine Namensnennung. Auf Demo-Transparente schreibt man auch nicht den Namen drauf. Aber wenn jemand dann doch seinen Namen drantut, dann geht das im Allgemeinen nicht um die Sache, sondern darum, seine Person über Assoziation mit "da tut jemand was für die gute Sache" aufzuwerten.
Das ist wie wenn Politiker bei Demos mitlaufen. Die Politiker, die an der Misere die Schuld tragen, gegen die demonstriert wird.
Aber jetzt sah ich diese Buchrezension über das Buch, das die "Initiatorin" zur Karriereförderung schnell nachgeschoben hat damals. Und da steht am Ende dieses Zitat:
Statements wie: "Wir wollen radikale Veränderungen. Das muss Leute anpissen.” und “Solche Attacken sollen die Betreffenden zum Schweigen bringen. Ziel ist, sie mit so viel Hass zu überschütten, dass sie es am Ende bereuen, sich öffentlich geäußert zu haben." sind bezeichnend fuer den von Wizorek angefuehrten digitalen Mob. Geht man nicht mit der Meinung der Twitter-Feministinnen konform, wird geblockt, gedroht und diskreditiert.Ich habe keine Ahnung, wer dieser Pallenberg ist, aber der ist anscheinend schon länger Opfer des Twittermobs, das dieses zitierte Statement losgetreten hat. Das volle Programm, Todesdrohungen, nächtliche Anrufe zuhause, etc pp.
Aus meiner Sicht haben wir damit ein Opfertum-Unentschieden und können das auf beiden Seiten als Argument und Emotionsauslöser wegkürzen.
Jedenfalls, wie ich drauf gekommen bin: über diesen Rant von Pallenberg über die Synchron-Twitter-Wichs-Dauerwerbesendung in Berlin und noch mehr darüber. Ich sag mal so: you had me at "bezahltes Panel" und "Eyeo". Au weia.
Das wäre mir ja peinlich, auf so einer "Konferenz" gesehen zu werden.
Und, so leid es mir tut: Damit hat sich Flattr keinen Gefallen getan, so gerne ich die mag und so lange wir schön bei Alternativlos mit denen zusammengearbeitet haben. Gut, dass Frank schon Patreon klargemacht hat.
Peter Sunde muss halt auch irgendwie seine Miete zahlen, denke ich.
Den Geruch von "Erpressung von Google und den Verlagen als Geschäftsmodell" kriegt Flattr jetzt nicht mehr weg. Das muss man sich vorher angucken, mit wem man da zusammenarbeitet.
Wenn die Republica seit 2009 einen Ruf erarbeitet hätte, den sie verlieren könnten, dann wäre der jetzt natürlich auch weg. Aber die hatten ja 2009 schon einen "Partner-Track" mit bezahlten Panels. Von IBM damals. Die waren noch nie satisfaktionsfähig.
Sehr schade, denn Markus ist ja an sich kein schlechter Mensch. Wirkt jedenfalls auf mich nicht so :-)
Und angesichts dieser Filz-Recherchen muss ich mich ja fragen, ob der Don Alphonso nicht doch die ganze Zeit schon Recht hatte.
Update: Mir hat jemand ein Foto der Stelle aus dem Wizorek-Buch geschickt. Das Zitat steht da zwar drin, war aber keine Handlungsanweisung sondern eine Beschreibung dessen, dem Wizorek sich selbst ausgesetzt glaubt.
Da kann ich nur sagen: Weiter so! So muss das laufen! Das Belgien-Modell funktioniert! Wenn keiner regiert, wird es wenigstens nicht so schnell schlimmer.
Jedenfalls sieht Amazon alle Transaktionen der Kunden, ob sie jetzt was bei Amazon selbst kaufen, oder bei einem der "Händler", die ihre Waren auch bei Amazon in die Datenbank eingepflegt haben.
Der eine oder andere von euch wird sich das vielleicht angeguckt haben, und wird sich gedacht haben, hmm, wenn ich Zugriff auf die Daten hätte, dann könnte ich ja genau sehen, was richtig gut läuft, und könnte davon dann unter eigenem Label Billig-Knockoffs bauen und verkloppen. Wieso macht Amazon das denn nicht?
Wie sich rausstellt: Doch, machen sie!
Hillary hingegen hat direkt voll ins Klo gegriffen:
In a statement, Hillary Clinton noted the family had given $15 million to charity since 2007. The tax returns show $14.8 million of that went to the Clinton Family Foundation.Oh, DIE Art von wohltätigen Spenden!1!!
Jetzt haben wir genug Gentest-Datenbasis, dass Forscher mal "Big Data" über Gendaten gemacht haben, und nach Leuten gesucht haben, die nach landläufigem Verständnis der Risikogene tot sein sollten, aber es nicht sind. Und sie haben 13 Menschen gefunden.
Erstens: Fast immer heißt es "keine Zeit". Auch in Abwandlung als "andere Sachen sind wichtiger". Wir reden hier also von einer BWL-Betrachtung der Situation. Da kommen dann so Argumente wie "der Kunde hat ja schon gezahlt". Wieso sollte ich mich um Bugs kümmern, nachdem der Kunde gezahlt hat? Wichtiger ist es, neue Kunden zu gewinnen.
Daraus folgt dann spannenderweise direkt ein Argument für Abo-Modelle, SaaS und Cloud Computing. In den Fällen, würde man ja denken, hat der Betreiber einen direkten Anreiz, seinen Scheiß stabil zu kriegen. Denn er schadet sich nur selber, wenn es nicht stabil ist.
Aber dem gegenüber stehen dann Einsendungen aus der Spielebranche. So F2P- und Browserspiele meine ich jetzt. Die haben ja nun "wir schaden uns nur selbst" als Extrem, sozusagen in Reinform. Dem Argument folgend müssten die ja alle Bugs immer sofort fixen. Tun sie aber nicht. Im Gegenteil, da bleibt auch alles liegen. Deren Metriken sind die Rate der neu angelegten Accounts und die reinkommende Kohle pro Tag. Das heißt, dass die Bugs ganz schnell schließen, mit denen man beispielsweise bescheißen kann, oder den Server abstürzen lassen kann. Die zweite Reihe sind Bugs, mit denen man andere Leute ärgern kann. Die werden auch gefixt, aber nur, wenn sie außen bekannt werden und weiträumig ausgenutzt werden.
Wir haben hier also keinesfalls die Situation, dass "der Markt das dann schon richten wird", wenn man das rein ökonomisch bewertet alles.
Andere strukturelle Probleme, die immer wieder angeführt werden, sind Ausschreibungen. Das Konzept der Ausschreibung führt dazu, dass der Billigste gewinnt, und der ist nur deshalb so billig, weil er kein Budget für Fehlerbereinigung zurücklegt. Mehrere Einsender schreiben sogar, dass Fehler absichtlich eingebaut wurden, damit man auch noch einen Support-Vertrag verkaufen kann, und über den dann die Differenz zwischen der Ausschreibung und den realen Kosten wieder reinholen kann.
Ein weiteres wiederkehrendes Element sind unnötige Grabenkämpfe. Die Tester fühlen sich von den Entwicklern vorgeführt und ignoriert. Die Entwickler fühlen sich von Testern und Management gegängelt. Das Management spart die Tester am liebsten ganz ein und macht den Entwicklern uninformierte Vorgaben. Gerne wird auch über Vertriebler geschimpft, die Dinge verkauft haben, die gar nicht einlösbar sind.
Ich glaube, dass man hier auf allen Seiten das Verhalten ändern muss. Das Management hat die Aufgabe, Geld zu sparen, und "Prozesse zu optimieren". Bis es schmerzt. Ob es schmerzt oder nicht, das brauchen sie als negatives Feedback. Und es muss für sie klar erkennbar sein, dass das jetzt zuviel "optimiert" war. Die Entwickler verhalten sich aber häufig dumm in der Situation und versuchen, die unmöglichen Vorgaben einzuhalten. Dabei wird der Code schlechter und schlechter, ein Legacy-Schuldenberg baut sich auf, und die Bugs kommen beim Management aber nicht als "das liegt an deiner Sparpolitik" an sondern als "die Entwickler sind inkompetent und undiszipliniert" an — und die machen dann weiter mit der "Kostenoptimierung".
Und was das Management falsch macht ist, dass sie keine Risiken eingehen. Man muss die Management-Hierarchie als Risiko-Puffer betrachten. Das Management unten und die Entwickler, die sollen Risiken eingehen. Die sollen keine unsauberen Abkürzungen nehmen. Aber wenn sich eine Gelegenheit bietet, mit einer anderen Technik besser zu sein, dann sollen sie das machen. Das untere Management hat genau die Aufgabe, das zu begleiten, und die Reißleine zu ziehen, wenn das schief läuft. Und das Management darüber ist dafür da, solche Fehlversuche dann zu kompensieren. In der Realität gibt das untere Management Kritik direkt an die Entwickler weiter, die sind dann verunsichert und machen lieber gar nichts, bevor sie was falsch machen, und das Ergebnis ist für alle Scheiße.
Entwickler müssen verstehen, dass sie gemanaged werden, nicht befehligt. Essentieller Teil von Management ist, dass man beobachten kann, wenn etwas falsch läuft, und dann gegensteuert. Entwickler, die schlechte Nachrichten nicht an das Management weiterleiten, und technische Schuld auftürmen, um dem Management zu gefallen, sabotieren damit das System und ruinieren die Firma.
Oh, eine strukturelle Sache habe ich noch: "Das ist doch nur ein Prototyp / end of life / wir rollen demnächst Version 2 aus, da muss man doch jetzt keine Arbeit mehr investieren". Und dann scheitert das Ausrollen der Nachfolgeversion und man hat sich selbst in den Fuß geschossen.
Auch "the guy left"-Szenarien scheinen erschütternd häufig vorzukommen. Und Teil von dem oben erwähnten Konkurrenzdenken ist auch, dass man dann Kosten externalisiert. "Ich muss das nicht fixen, wenn es einen Workaround gibt. Mit dem schlägt sich dann das Support-Team herum, nicht wir."
Die Heilsversprechen von Scrum und co haben sich in der Realität nur partiell manifestieren können. Bei einigen scheint das gut zu klappen, bei anderen führt es zu Burnout durch den hohen Druck und der totalen Transparenz, bei wieder anderen gibt es für Bugfixes keine Punkte im Sprint, daher macht es niemand, und bei noch anderen fallen Bugs unter den Tisch, weil man ihren Aufwand schlechter abschätzen kann als für Neuentwicklungen.
Update: Oh und: So 5% der Einsender widersprechen meiner Prämisse, dass das Management grundlegend versteht, dass Bugs nicht fixen die Sache schlimmer macht.
Update: Es waren dann doch auch mehr als nur einer dabei, die sagten, dass sie alle Bugs fixen, und zwar so schnell wie sie können.
Es geht um Defect Management. Eigentlich geht es mir nur um Software, aber ich vermute, dass das Prinzip auch überall sonst anwendbar ist, wo Dinge gebaut oder entworfen werden.
Hier ist die Prämisse: Fehler zu fixen ist teuer und aufwendig, und je länger man mit damit wartet, desto teurer und aufwendiger wird es.
Jetzt die Frage: Entwickler wissen das. Manager wissen das. Tester wissen das. ALLE WISSEN DAS. Wieso haben wir immer noch dauernd Situationen, in denen Bugs herumgammeln?
Die offensichtliche Erklärung ist, dass es irgendwelche Anreize in die Gegenrichtung gibt. Die würde ich gerne sammeln.
Ich gehe hier von so Dingen aus wie "ich traue mir nicht zu, den Bug zu fixen, weil ich ihn noch nicht verstanden habe" (offensichtlich eine schlechte Ausrede, denn dann debuggt man das halt, bist man es verstanden hat; wird ja nicht besser!) oder "Ich werde hier für Softwareentwicklung bezahlt, nicht für Fehlerkorrekturen", vielleicht auch in Form von "Die Deadlines sind zu kurz, ich habe da keine Zeit für" oder so.
Ich hätte da gerne mal eine nicht repräsentative Umfrage gemacht und würde gerne mal die Antworten aus verschiedenen Firmen und Branchen sammeln.
Update: Zwischenergebnis nach ~100 Einsendungen: Einer (EINER!!) sagt, in seiner Firma gäbe es genug Zeit für das Finden und Fixen von Bugs, und ordentliche Prozesse und gutes Tooling. Das sei alles sehr teuer, und manchmal geht man mit Unschönheiten in Produktion, weil man für ein Redesign keine Zeit mehr hat, aber richtige Bugs sind ihm nicht bekannt. Einer. Alle anderen heulen sich bei mir aus, wie schlimm das alles ist.
Gemeinsame Nenner: Unrealistische Deadlines, kein Budget für Bugfixing zurückgelegt, Management im Vogel-Strauß-Modus, Verkäufer haben unrealistische Zusagen gemacht, bis hin zu so Dingern wie "der Kunde hat noch nicht gezahlt, also machen wir das Produkt nicht heile" und "die Ausschreibung hätten wir nie gekriegt, wenn wir ehrlich gerechnet hätten, und jetzt machen wir nur das, was in unserer Bewerbung drinstand, und da steht nichts von Bugs".
Und die eine oder andere Anekdote, die ich mal sammeln und vielleicht beizeiten veröffentlichen werde. Bei Startups scheint es auch üblich zu sein, dass das ganze Geschäftsmodell so dermaßen superriskant ist, dass das Risiko, das von Bugs ausgeht, im Vergleich zu den anderen inhärenten Risiken förmlich untergehen. So ala "Selbst wenn der Bug morgen platzt und uns die Datenbank korrumpiert, ... ich weiß gerade eh nicht, wovon ich die Gehälter zahlen soll nächsten Monat"
Update: Ein Einsender schreibt, dass sie bei ihm in der Firma auch einen Haufen Bugs vor sich herschieben, und sich dafür der Begriff „Bugwelle“ eingeschliffen hat. HARR HARR, sehr schön!
Da hat eigentlich niemand Bock drauf, und so hat dann auch mal der Twitter-Account von BART (dem "ÖPNV" von San Francisco) mit dem PR-Bullshit aufgehört und Tacheles geredet — und die Leser sind hocherfreut, dass sie mal irgendwo nicht belogen werden!
Und die Wahrheiten sind durchaus kräftig, die da jetzt plötzlich mal auf dem Tisch liegen. Von "We need to replace 90 miles of rail" über "We have 3 hours a night to do maintenance on a system built to serve 100k per week that now serves 430k per day" bis hin zu "sugarcoating problems, especially ones obviously disrupting people's lives, isn't an effective or honest way to communicate" geht das Spektrum. Ich wäre auch hocherfreut, wenn wir in diesem Land mal ein paar Lagen Bullshit abtragen könnten und uns offen und ehrlich unterhalten könnten.
Update: Gut, und kleinere Umbauarbeiten hat er auch vorgenommen. (Danke, Sebastian)
Under the Obama administration, for example, we've said we're not going to torture people. You know, we could, at the far extreme to make the FBI's job easier, put ankle bracelets on everybody so that we'd know where everybody was all the time. That's a ridiculous example, but my point is encryption and privacy are larger issues than fighting terrorism.Clarke war der Counter-Terrorismus-Experte unter Clinton und Bush Junior, und wir hatten nach dem in der Fnord-Show den Cyber-Bullshitting-Award benannt, weil der immer so viel Cyber-Cyber-Cyber von sich gegeben hat. Da hat er ja echt noch mal gewaltig die Kurve gekriegt!
Erstmal gibt es von RPM direkt zwei Stränge, RPM 4 und RPM 5, und beide behaupten von sich, das "offizielle" RPM zu sein. Lolwut?
Gut, hole ich mir RPM 4, weil das auf der Zieldistro eingesetzt wird. Kompiliert nicht. Will NSPR und NSS haben, aber guckt nicht in den Default-Install-Pfaden, konsultiert nicht nspr-config, was genau dafür da ist, und fragt nicht pkg-config, was auch genau dafür da ist. Nein. Und findet es dann natürlich nicht.
OK, überschreibe ich $CC, findet er das. Und findet dann Berkeley DB nicht. Berkeley DB? Srsly? Ist systemweit installiert. Klar, könnte man nehmen. Will man aber nicht. Nein, RPM will die Sourcen in seinem Quell-Tree haben und dann neu bauen. Gut, lege ich ihm das hin.
Stellt sich raus: Einfach ein RPM zu den anderen RPMs auf dem Install-ISO tun reicht nicht. Nein. Man muss da auch "repodata" neu erzeugen. Und das kann RPM nicht.
Natürlich nicht! Warum auch?
Dafür braucht man ein externes Tool namens createrepo. Das ist in Python.
Da gehen ja bei mir direkt alle Warnlampen an.
Installiere ich das also. Rufe es auf. Geht nicht. Braucht yum. Auch ein Python-Tool. Die zweite Riege Warnlampen geht an. Installiere ich also yum. Rufe es auf. Geht nicht. Braucht das rpm-Modul. Wie, ist das nicht bei RPM dabei?
Doch, ist es. Aber RPM installiert das nicht, außer man bittet explizit darum.
Also nochmal RPM gebaut. Rufe yum auf. Geht nicht. "No module named sqlitecachec". Oh super! Wo kriegt man das her? Steht da nicht. Warum würde das da auch irgendwo stehen? Ist ja nicht so, als wäre das hier alles die zentrale Software, auf der eine "Enterprise"-Distribution aufsetzt! Warum sollte das einfach so funktionieren?
Googelt man das also, findet keine Homepage. Nee, warum auch. Man findet diverse Distro-Pakete. Oh, das kommt von "yum-metadata-parser"! Na da hätte man ja auch direkt selber drauf kommen können!1!! 2010 zuletzt angefasst.
yum geht. createrepo immer noch nicht. Braucht "deltarpm". Sagt mal, soll das hier ein Scherz sein? Sogar der Rotz von Gnome prüft vor dem Bauen, ob die Abhängigkeiten erfüllt sind!
Oh und wer hat sich denn bitte das RPM-Dateiformat ausgedacht?! Was soll das werden? Soll das außerirdische Invasoren in den Wahnsinn treiben, damit sie nicht die Menschheit ausrotten können? Heilige Scheiße. Dagegen ist ja der Debian-Kram einleuchtend und selbsterklärend! Und selbstdokumentierend gar. Wie ein .deb funktioniert, kann man mit file und Hausmitteln rausfinden, man braucht nicht mal einen Hex-Editor.
Meine Güte. Und ich kenne ansonsten durchaus zurechnungsfähige Leute, die schwören auf CentOS!
Update: Vielleicht sollte ich mal sagen, wie ich mir so ein Paketverwaltungstool vorstelle. Meine Anforderung wäre, dass das immer funktioniert. Python zerschossen? Perl nicht installiert? glibc-Update in der Mitte fehlgeschlagen? Der Paketmanager muss noch gehen und das noch retten können. Und er muss klein genug sein, um mit Metadaten in 5 MB zu passen. Muss auch ohne OpenSSL und curl und wget arbeiten können, zumindest im Notfall. Von den Systemen, die ich bisher gesehen habe, gefällt mir pacman (Arch-Linux) am besten. Aber da geht noch was.
Update: Erwähnte ich, dass repodata dann XML und Sqlite ist? Geht's noch? Wieso habe ich dann Berkeley DB in RPM reinlinken müssen? Oh und wenn mir der Distro-Installer während der Installation Werbung anzeigt, habe ich da überhaupt kein Verständnis für.
Update: Wobei mir die Übung ja wenigsten eine Sache klar gemacht hat. Jetzt verstehe ich, wieso überall diese Cloud-Spezial-Distros aus dem Boden sprießen. Das "Minimal"-Redhat ist 1GB groß nur für Code. Und da ist dann kein netstat bei.
Wundert das ernsthaft irgendjemanden?
Wir als Gesellschaft hatten denen und ihren Parolen doch nichts entgegen zu setzen außer Ausgrenzung und Zeigefinger. Von Merkel gab es dazu Durchhalteparolen.
Und je heftiger die Ausgrenzungsversuche laufen, desto klarer ist für den Wähler, dass er mit der AfD richtig liegt, wenn er den "Volksparteien" den Stinkefinger zeigen will.
Und gleichzeitig ist die Wahlbeteiligung auf einem anhaltenden Abwärtstrend. Die AfD braucht gar nicht so viele Stimmen, wie die Werte suggerieren. Die muss bloß da sein und zur Wahl stehen, während der Merkel und dem Gabriel die Wähler wegrennen.
Es ist nicht die AfD, die irgendwas richtig macht. Im Gegenteil. Die machen so gut wie alles falsch. Oder kann von euch jemand spontan sagen, wie deren Position zu erneuerbaren Energien ist? Wie sie das Gesundheitssystem reparieren wollen? Wie sie das Hartz-IV-System retten wollen? Was sagt die AfD zu Softwarepatenten? Seht ihr? Die AfD ist die deutsche Version von Donald Trump. Niemand wählt die, weil die irgendwas besser machen würden. Die Wähler wollen bloß die Merkel weghaben, und die SPD hat sich so fest im Arsch der CDU verkeilt, dass die ja quasi öffentlich angesagt haben, sie wollen nicht gegen die CDU zur Wahl stehen, sondern nur mit der CDU weiterregieren.
Die Grünen scheitern gerade an dem Beck, und die Linken haben es vollständig verkackt, aus der Dauer-Krise politisches Kapital zu schlagen. Bleibt ja nur die AfD.
Und wisst ihr was? Solange sich das schön verteilt, und keiner durchregieren kann, soll es mir recht sein. Am liebsten wäre mir eine Minderheitenregierung, die dann keine Gesetze durchkriegt. Bisher hat es ja jede neue Regierung nur noch schlimmer gemacht. Ich würde mir ein paar Jahre Belgien wünschen. Totale politische Paralyse.
Update: Ein Physiker schreibt mit gerade, dass der Term "effizient" an der Stelle schon anders belegt ist. Die suchten einen Wechselrichter mit hoher Dichte.
New hotness: Polizei nimmt DNA-Probe des Anzeigenerstatters. Es geht um ein gestohlenes Auto-Navigationssystem. Udo Vetter erläutert:
Aber was ist gerade in Fällen, in denen kein Täter ermittelt wird? Theoretisch sind solche Akten mitunter jahrelang offen. Und gibt es in der Praxis der Polizeipräsidien und Landeskriminalämter überhaupt vernünftige Löschroutinen?Der Polizist hatte wohl einen hohen Charisma-Wert, dass er den guten Mann so über den Tisch gezogen gekriegt hat. Respekt!
Die Lektion aus dem Fall ist übrigens, falls das jemand nicht eh wusste, dass man keine DNA-Probe abgibt. Nichts unterschreiben, fertig. Die Polizei muss dann zum Richter rennen, wenn sie eine DNA-Probe haben will, und der muss das anordnen. Und das tun die wohl eher nur in wirklich gut begründeten Fällen, nicht so Wald- und Wiesen-Beifangversuche.
Nur etwa 40 Prozent der Schweizer haben nach Hochrechnungen für die Initiative der Rechtspopulisten votiert."Nur" 40%? Die SPD würde töten für 40%!
Gut, das ist ungefähr soviel, wie die Merkel gekriegt hat.
Vielleicht müssen wir einfach mit einem gewissen Anteil an Rechtsextremisten in unserer Mitte leben?
Update: Ein Schweizer kommentiert:
Allerdings muss man dabei sagen, dass die Initiative deutlich komplexer ist als von den meisten aus- (wie auch teils in-)ländischen Medien dargestellt.
Prinzipiell, wie der Name es andeutet, ging es um eine wortgetreue Umsetzung einer Initiative, welche durch das Schweizer Volk angenommen worden ist. Das Parlament hat bei uns in der Tat die Möglichkeit, Initiativen die vom Volk abgesegnet worden sind noch anzupassen nach deren Gusto. Das ist manchen (mir inklusive*) ein Dorn im Auge, der SVP lustigerweise je nach belieben. Bei dieser Initiative stören sie sich daran, bei anderen (Zweitwohnungsinitiative als Beispiel) haben sie davon profitiert. Dieser Teil, der Namensgeben und Grund für die Initiative war, spielte in den letzten Monaten kaum noch eine Rolle.
Was dabei allerdings noch mitgerutscht ist, ist folgendes: der Delkiktekatalog wurde erweitert. Das war eine eher dumme Idee und der eine Grund, warum die Initiative gescheitert ist. Zudem wurde die Härteklausel abgeschafft. Das beides führte in Kombination dazu, dass in der Tat Leute wegen Bagatellen hätten ausgeschafft werden können. Hier aber, und da haben die Gegner der Initiative etwas falsch gespielt, ist zu sagen, dass das von sich aus nicht passieren kann, sondern nur z.B. in Verbindung mit Vorstrafen (nicht Bagatellen).
Der Nachteil von Silbentrennung ist, dass der Browser wissen muss, in welcher Sprache der Text ist. In gemischtsprachigen Umgebungen wie meinem Blog muss ich das pro Blockquote-Umgebung einstellen. Das Blog hat dafür jetzt eine gammelige Heuristik, die auf den ersten Blick ganz gut zu funktionieren scheint. Mal schauen. Betrifft euch eh nur, wenn ihr ein CSS verwendet, das Silbentrennung aktiviert. Und einen Browser, der das kann.
In typo3.css habe ich auch ein paar Vorschläge eingearbeitet, wie man die Schrift skalierbar macht und das auch auf Mobiltelefonen funktionierend hält.
Die ganze Schönheit von typo3.css kriegt ihr aber nach wie vor nur, wenn ihr auch Source Serif installiert.
Ja wie jetzt. Duh?! Hat das ernsthaft irgendjemand noch nicht mitgekriegt? Die alten Männer mit ihren Filzstiften wollen Zugriff auf alles und jeden, immer und überall. Wenn es existiert, wollen sie Zugriff. Wollen nicht nur. Haben.
Wir reden hier von einer Junta, die mal eben für ein ganzes fremdes Land einen Ausschalter installieren, damit sie willkürlich das andere Land runterfahren können. Seit Jahren scrollen die Meldungen an uns vorbei, was GCHQ und NSA alles abschnorcheln. Und wo sie keinen offiziellen Zugriff kriegen, da beschaffen sie sich halt inoffiziellen Zugriff.
Und jetzt sollen wir denen ernsthaft glauben, dass sie ein gammeliges Iphone nicht entsperrt kriegen?!
Für wie blöde halten die uns eigentlich!?
Nein, liebe Leser, lasst euch da mal nicht verarschen.
Das ist Theater, dieser offene Brief von Apple. Selbstverständlich kann alles entsperrt werden.
Wir reden hier von der Regierung der USA auf der anderen Seite. Die Emails und SMSsen sind eh an der Schnorcheln der NSA vorbei gekommen, die Telefonat-Metadaten stehen in der Datenbank der Telcos, die mit der Polizei kooperieren.
Ich kenn mich jetzt nicht damit aus, wie Apple ihren Cloud-Scheiß technisch macht, aber ich würde mal vermuten, dass man da an die Daten wieder rankommt, wenn man genug Zeit zum PINs durchprobieren hat und an den Computer mit dem Itunes drankommt.
Wenn nicht eh die PIN als Textdatei auf besagtem Computer liegt.
Oder die NSA benutzt einen ihrer Baseband- oder Jailbreak-0days. Oder man wartet halt ein bisschen, bis die 0days von heute die bekannten Lücken von morgen sind, und dann benutzt man eine bekannte Lücke.
Man stelle sich das mal vor. Wenn Jobs ab jetzt an Kompetenz gebunden wären, wer würde dann überhaupt noch im Amt bleiben im Regierungsumfeld?
Nanu, fragt ihr euch jetzt vielleicht, wenn das für Ermittlungen und eventuell eine Anklage reicht, wieso ermitteln die dann erst jetzt? Tja. Gute Frage. Ist es vielleicht der neue Generalbundesanwalt?
Erstmal: Mir war nicht bewusst, wie viele Leute in ihrem Browser routinemäßig Ctrl-+ bzw Ctrl-Mausrad verwenden, um die Schriftgröße anzupassen. Das klappt mit meinem Ansatz nicht mehr, weil ich die Schriftgröße in Relation zur Browserbreite setze. Wenn man da zoomt, dann tut sich nichts. Das ist ja gerade die Idee.
Mehrere Leser haben sich beschwert, dass die Schrift jetzt zu groß ist. Diese Leser haben, soweit ich das sehen kann, alle ihren Browser im Fullscreen-Modus am Laufen. Ich habe meinen Browser ab 1920x1080 immer ungefähr halb so breit wie den Bildschirm, bei weniger Auflösung anteilig mehr als die Hälfte.
Und in der Tat, wenn man Fullscreen macht, dann ist die Schrift "zu groß". Allerdings — kommt drauf an. Wenn man Fullscreen macht, weil man die Seite auf einem Projektor anzeigen will, und die Leute sollen hinten noch was erkennen können, dann ist sie nicht zu groß. Insofern funktioniert es schon ein bisschen wie gedacht.
Die Frage ist, wie ich im CSS zwischen "Browserfenster ist Full HD, Display ist 4k" und "Browserfenster ist Full HD, Display auch" unterscheiden kann. Oder vielleicht sollte ich das gar nicht unterscheiden und hoffen, dass der Browser den DPI-Wert ordentlich auslesen kann?
Hier sind noch einige interessante Tipps eingegangen, wie ich das anders machen kann. Die werde ich dann mal durchprobieren.
Von den Schriften her ging hier noch mehrfach der Hinweis auf Fira ein, eine sehr schöne Schriftfamilie von der Typographen-Legende Erik Spiekermann. Fira ist für das Mozilla-Projekt entstanden und u.a. hier herunterladbar ist. Fira ist in der Tat eine sehr schöne Schriftart, die ich aber bisher nur in Überschriften ausprobiert habe, nicht für den Fließtext.
Update: Vielleicht sollte ich mal konkret fragen: Was ist eigentlich das gewünschte Ziel für Fullscreen-Browsen auf einem 16:9 oder 16:10-Bildschirm? Wenn die Typographie-Richtlinien sagen, dass Zeilen nicht zu lang sein sollen, bleibt ja nur a) riesige Schrift oder b) riesige sinnlose Ränder. Seit ich den 4k-Monitor habe, ärgere ich mich über sinnlose Ränder im Web, daher hab ich in meinem ersten Ansatz halt die Schrift größer gemacht.
In meinem Weltbild geht man nur in den Fullscreen-Modus, wenn man a) ein Video gucken will oder b) jemandem im Zimmer was zeigen will oder c) mit einem Projektor arbeitet und anderen was zeigen will. Insofern ist das durchaus so gedacht gewesen, dass im Fullscreen-Modus die Schrift eher an Vortragsfolien als an Fließtext erinnert von der Größe her. Der Punkt war ja gerade, dass man nicht nachjustieren muss. Daher jetzt mal an die Fullscreen-Leser: Was ist denn eure Erwartungshaltung gewesen? Dass der Text eine dünne Kolumne von 25% oder weniger eurer Bildschirmfläche füllt und ihr dann immer mit Ctrl-Scrollrad nachjustiert?
Zur Klärung einiger Punkte, die vielleicht von dem Report nicht so ersichtlich sind…Ich habe inzwischen auch mal ein bisschen in den PDFs geblättert und muss meine Meinung zu dem Audit revidieren. Schon das Inhaltsverzeichnis macht klar, dass hier methodisch und systematisch vorgegangen wurde, und nicht nur ein bisschen Cherry-Picking stattgefunden hat.
Da es praktisch unmöglich ist, den ganzen OpenSSL-Code durchzublicken und zu evaluieren, waren im Scope der Analyse vor allem folgende Punkte:
- OpenSSL server
- TLS 1.2
- Verifikation der Gegenmaßnahmen der bekannten Angriffe (Identifikation des relevanten Codes war im Scope)
- kryptografische Angriffe
Alle Analysen und Algorithmen sollten nachvollzogen werden.
Vor allem wegen dem dritten Punkt kann ein Eindruck entstehen, dass nichts neues gemacht wurde (ja, wir haben z.b. Heartbleed, EarlyCCS nachgeprüft und es tut mir leid, wenn es dir nicht gefällt). In der Studie waren aber andere Angriffe, die vorher nicht konkret auf OpenSSL evaluiert wurden, ich nenne nur ein paar Beispiele:
- Bleichenbacher Angriff: da sind wir konkret noch tiefer auf die Angriffe eingegangen, als in unserem USENIX Paper (Link).
- DH-Kleine Untergruppen: es sind mir keine öffentlichen Dokumente bekannt, wo die Angriffe auf die letzten OpenSSL-Versionen besprochen wären.
- Invalid Curve Angriffe: vorherige Papers untersuchen andere Art dieser Angriffe, daher finde ich eine Überprüfung legitim. Bei den letzten zwei Punkten wurde es festgestellt, dass SSL_OP_SINGLE_DH_USE und SSL_OP_SINGLE_ECDH_USE nicht default sind, was im Report steht…
Ein falscher Eindruck hätte auch dadurch entstehen können, dass die Ergebnisse erst jetzt publiziert wurden. Die Studie wurde im Zeitraum cca. 6-2014/3-2015 durchgeführt.
Generell finde ich es extrem schwer in einer Bibliothek bugs zu finden, die täglich von hunderten Forschern auch untersucht wird. Da wir keine super gefährliche bugs gefunden haben, bedeutet es nicht, dass unsere Analyse schlecht war. Ein Beweis dafür liefern auch die letzten CVEs: es ist mir nicht bekannt, dass in den letzten zwei Jahren bugs gemeldet wurden, die in unserem Scope gewesen wären und die wir übersehen hätten (oder?).
Besonders die erwähnten Krypto-Dinge gefallen mir gut, denn das sind die Sachen, bei denen ich mir nicht sicher bin, dass ich das ordentlich getestet gekriegt hätte.
Für die Zukunft fände ich es gut, wenn wir vom Reaktiven zum Aktiven übergehen könnten. OpenSSL braucht mehr als einen Audit. OpenSSL braucht zum Beispiel eine Infrastruktur, um den Krypto-Kram optional in einen eigenen Prozess auszulagern, damit bei einem Bug in Apache nicht auch die privaten TLS-Schlüssel lecken können. Und was mich bei OpenSSL neben der furchtbaren Codestruktur und den ganzen bizarren Abstraktionen und Indirektionen am meisten stört, ist dass die Defaults in so vielen Fällen Scheiße sind. Erstens braucht man eine metrische Tonne Cargo Cult-Code, um überhaupt den ganzen nötigen Buchhaltungsscheiß zu erledigen, und dann braucht man nochmal zwei metrische Tonnen Code, um die ganzen schlechten Defaults zu korrigieren. Das geht so nicht.
Ich weiß nicht, ob das BSI dabei helfen kann. OpenBSD hat ja mal angefangen, einfach ein anderes API anzubieten, das weniger schlimm zu benutzen ist. Ich denke, da müssen wir hin.
In diesem Deal hat Tesla jetzt 1,3 Milliarden Dollar an Steuernachlässen gekriegt. Gut, über 20 Jahre, aber trotzdem. 1,3 Milliarden!? Wow.
Da sprießen jetzt tollen Verschwörungstheorien aus dem Boden, unter anderem dass Microsoft (einer der Hauptsponsoren von Rubio), die auch die Auszählung gemacht haben, da Trump-Stimmen zu Rubio rübergeschoben haben, damit es nicht Trump wird. Microsoft dementiert das natürlich, und ich halte das auch nicht für sonderlich glaubwürdig, denn Microsoft ist so groß, dass die wahrscheinlich allen Kandidaten Spenden zuschieben, damit der nächste Präsident nicht jemand ist, der schlecht auf sie zu sprechen ist, weil er als einziger keine Wahlkampfspenden gekriegt hat. Rubio ist halt eigentlich ein krasser Aussenseiter, insofern machen die 33000 Dollar, die Microsoft da gespendet haben soll, bei dem plötzlich genug aus, um MS auf den 2. Platz unter den Spendern zu hieven. Hillary hätte für den Betrag nicht mal eine Dankesmail geschrieben :)
Breitbart waren wohl die ersten, die das verbreitet haben. Und die verbreiten häufiger so krude Verschwörungsgeschichten und unterstützten so Teaparty-Außenseiterkandidaten.
Update: Der Hoster sagt, sie hätten gerade einen 10 GBit DDoS abgekriegt, jetzt sei wieder gut.
Die Amerikaner denken sich hier offenbar, sie könnten die Europäer einfach am langen Arm verhungern lassen. Vielleicht ist das ja mal ein Weckruf, dass wir viel zu viel Internet-Einfluss anderen Ländern überlassen haben. Ich persönlich würde es begrüßen, wenn jetzt einfach diverse Firmen ihren Internet-Auftritt herunterfahren müssten, weil die Politik kein Abkommen mit den USA hingekriegt hat. Einfach damit man mal sehen kann, welche Firmen sich und unsere Daten da von den USA abhängig gemacht haben und welche nicht.
Gut, das ist eine Menge Holz. Ich habe bisher immer mit dem Finger auf die Banker gezeigt, aber vielleicht sollten wir mal einen anderen Vergleich ranziehen. Einen, der die Absurdität der Situation noch deutlicher macht. Die Bundeswehr kriegt bis 2030 130 Milliarden Euro, das sind 9 Milliarden pro Jahr. Mal eben. Und während wir über die Flüchtlinge eine Dauerberieselung kriegen, wie furchtbar die Situation ist, wie unfinanzierbar das ist, dass alle am Ende ihrer Möglichkeiten sind, und es Aufregung darüber gibt, dass die Merkel da halt mal eben ein paar reingelassen hat, gibt es über die Bundeswehr … nichts. Da empört sich niemand, keiner weist darauf hin, dass unser Land angeblich am Ende seiner Möglichkeiten ist, (Danke, Benjamin)
Update: Highlight aus dem Artikel:
Das Lüneburger Gericht kritisierte, dass eine Delegation die Kopfform von Flüchtlingen inspiziert hatte, um ihre Herkunft zu ermitteln. Das geschah auch Koroma, dem der Delegationsleiter bei der ersten Anhörung bescheinigte, er sehe aus wie jemand aus dem nigerianischen Bundesstaat Ogun, woraufhin er seinen Geburtsort änderte. Bundespolizisten saßen daneben und schwiegen.
Hey, wisst ihr, wer noch versucht hat, in Abschiebungs- und Verfolgungsfragen die Zugehörigkeit zu ethnischen Gruppen anhand der Schädelform zu erkennen?
Das ist ein echter Durchbruch. Ich bin echt beeindruckt, dass die das hingekriegt haben. Man darf gespannt sein, was da in Zukunft noch so gehen wird.
HEVC ist ja auch vom Codec-Support her praktisch einsatzfähig. Aktuelle Grafikkarten unterstützen Echtzeit-Decoding davon, teilweise sogar -Encoding (aber da kann die Qualität pro Bandbreite meiner Erfahrung nach nicht mithalten).
Mein Test läuft hier gerade mit CRF 28, und da kommt bei dem Testmaterial unter 1000 kbit/sec raus.
1000 kbit/sec ist die Schallmauer, bei der damals 640x360 als dvdrip mit den ersten xvid-Versionen gerade noch gut ging. Mit der Bandbreite macht x265 jetzt Full HD. Und das ist auf Hardware von heute so schnell wie das damals auf Hardware von damals war :-)
Eine wichtige Sicherheitstechnologie ist, dass man dafür sorgt, dass die Shared Libraries nicht immer alle an der selben Adresse geladen werden. Es geht darum, Angreifern das Ausnutzen von Sicherheitslücken zu erschweren. Dieses Verfahren heißt ASLR.
Unter Linux ist das umgesetzt, indem mmap die Speicherbereiche randomisiert, d.h. ld.so muss gar nicht viel dafür machen. Jetzt gibt es zwei Probleme. Erstens ist ld.so ein Executable, keine Shared Library, d.h. es wird nicht an eine zufällige Adresse geladen, sondern an eine statische. Zweitens ist das Hauptprogramm ein Executable, keine Shared Library. Der ld.so von glibc ist deshalb jetzt doch eine Shared Library, um dieses Einfallstor zu schließen. Aber das Hauptprogramm landet doch immer noch immer an der selben Adresse, außer — ja außer, man kompiliert es mit -pie. Im Grunde gibt es gar keinen echten Unterschied zwischen Hauptprogramm und Shared Library in ELF, außer dass das Hauptprogramm im Header eine Adresse stehen hat, an die es geladen werden will, und die Shared Library kann irgendwohin geladen werden. Wenn man also ASLR in allen Komponenten haben will, dann müssen alle Komponenten ELF-technisch Shared Libraries werden.
So, was ist jetzt mit dietlibc. dietlibc erzeugt statische Binaries, d.h. ohne ld.so und ohne libc.so. Das ist ja gerade die Idee bei der dietlibc. Ich fragte mich jetzt, ob ich es nicht hinkriegen kann, ein statisches Binary zu erzeugen, dass der Kernel hinladen kann, wo er will. Erstmal geht es mir nur um meine Entwicklungsplattform, AMD64. Dort und bei x86 insgesamt ist es so, dass ein Funktionsaufruf zu "call 1234" wird, aber 1234 ist nicht die absolute Adresse, an die man hinspringen will, sondern relativ zur aktuellen Position des Instruction Pointer. Wenn die Calls alle relativ innerhalb des Code-Moduls sind, dann ist es auch egal, an welcher Stelle im Speicher das liegt.
Speicherzugriffe auf Variablen laufen bei x86 aber über absolute Adressen. Auf dem 32-bit x86 hat man dann ein Problem, denn man kann keine Adressen in Relation zum aktuellen Instruction Pointer konstruieren. Bei AMD64 ist das anders, daher dachte ich, wenn ich mich erstmal darauf konzentrieren, dann ist das ein Selbstläufer. Ist es leider nicht.
Das Problem ist, dass ich anscheinend der erste bin, der das machen will. Alle anderen wollen normale dynamische Binaries erzeugen, und da laufen alle Zugriffe über die Glue-Datenstrukturen. Mein erstes Problem ist, gcc zu sagen, dass er diese Datenstrukturen bitte nicht benutzen soll. Mein aktueller Ansatz dafür ist -fvisibility=hidden, aber das hilft leider nur ein bisschen. Für in Headern als "extern" deklarierte Symbole hilft es nicht.
Gut, dachte ich mir laut seufzend. Dann muss mein Startup-Code halt ran. Ich kompiliere also meinen Code mit -fpic -fvisibility=hidden und linke daraus erfolgreich eine Shared Library. Wenn ich die aufrufe, wird mein Startup-Code ausgeführt. GOT und PLT sind eh schon in den Speicher gemappt (das sind diese Glue-Datenstrukturen). Da stehen nur noch falsche Dinge drin. So schwer kann das ja wohl nicht sein. Ich fange also an, da ein bisschen Code zu schreiben, und scheitere gerade an trivial anmutenden Details.
Und zwar habe ich in meiner "shared library" ja keinen ELF Interpreter ("ld.so") drin. Woher weiß denn mein Code, wo die GOT ist? Das steht in ELF-Datenstrukturen, die Teil der Shared Library sind. Die mappt der Kernel in den Speicher. Ich weiß nur nicht, wo die genau sind. Der Mechanismus dafür heißt AUXVEC. In C ist das Hauptprogramm ja die Funktion main(), und die kriegt die Kommandozeilenargument und das Environment übergeben. Das Environment ist ein Array von char*, und NULL markiert das Ende der Liste. AUXVEC ist einfach dahinter im Speicher. Wer das mal sehen will:
% LD_SHOW_AUXV=1 /usr/bin/trueDa steht bei mir sowas hier:
AT_SYSINFO_EHDR: 0x7ffc0ab78000 AT_HWCAP: bfebfbff AT_PAGESZ: 4096 AT_CLKTCK: 100 AT_PHDR: 0x400040 AT_PHENT: 56 AT_PHNUM: 8 AT_BASE: 0x7fa6e6d65000 AT_FLAGS: 0x0 AT_ENTRY: 0x401460 AT_UID: 1000 AT_EUID: 1000 AT_GID: 100 AT_EGID: 100 AT_SECURE: 0 AT_RANDOM: 0x7ffc0aadb909 AT_EXECFN: /usr/bin/true AT_PLATFORM: x86_64Hier kann man ganz schön sehen, dass AT_PHDR (ein Zeiger auf den ELF Program Header) nicht an ASLR teilgenommen hat, während AT_BASE (die Basisadresse von ld.so) randomisiert wurde. AT_ENTRY ist die Adresse im Speicher, bei dem die Ausführung beginnt. Das ist nicht main() sondern ein Symbol namens "_start", in dem die libc ihren Kram macht und dann main() aufruft.
Gut, dachte ich mir, das ist ja weitgehend was ich haben will. Alles super. Von AT_BASE aus kann ich mich durch die ELF-Strukturen hangeln (und die Werte darin sind alle relativ zur Ladeadresse des Binaries). Da finde ich die GOT und kann mal schauen, was da so drin steht, und was ich relozieren muss. Viel mehr als AT_BASE draufaddieren wird das nicht sein, wenn ich Glück habe.
Und was stelle ich jetzt fest? AT_BASE wird nicht übergeben. AT_BASE ist nämlich die Ladeadresse des ELF Interpreters, also ld.so, und den habe ich ja nicht. Meine eigene Base-Adresse sagt mir der Kernel nicht. Immerhin sagt mir der Kernel immer noch AT_PHDR, und das ist auch schon mal was, aber von da aus finde ich die Basis-Adresse nicht, zu der mein Binary geladen wurde. Also jedenfalls nicht offiziell. In der Praxis runde ich von da auf den Page-Anfang ab und hab es, aber das ist ja iih-bäh. Ich fürchte, ich bin schlicht der Erste, der gerne statische PIE-Binaries haben will.
Seufz.
In den gemappten Datenstrukturen stehen leider überall nur Angaben relativ zum Beginn der Datei drin. Und wo das Mapping losgeht, sagt mir der Kernel nicht.
Sachdienliche Hinweise werden dankend entgegen genommen!
Unter Linux gibt es neben fork() auch noch clone(), das ein paar Flags und optional zusätzliche Argument kriegt. Damit kann man dann den neuen Prozess zu einem Thread machen, und sagen, ob der Speicher geshared werden soll und so weiter. Und mit den User Namespaces kann man jetzt eben auch sagen: Der neue Prozess läuft in einem eigenen Namespace für PIDs, für Dateisystem-Mountpunkte, für den Hostname, das Netzwerk, etc. Der Kniff bei den User Namespaces ist jetzt, dass man innerhalb der neuen Namespaces root-Capabilities hat, also so Dinge darf wie chroot aufrufen oder sein virtuelles Netzwerkinterface konfigurieren. Diese Änderungen gelten dann nur relativ zu dem neuen Namespace.
Durch diesen Mechanismus hat man jetzt also plötzlich auch als Nicht-Root-Prozess die Möglichkeit, sich per chroot wegzusperren, und kann sich per PID-Namespace die Möglichkeit nehmen, per ptrace() oder kill() andere Prozesse zu manipulieren.
Wer auch mal damit herumspielen möchte: Hier ist ein bisschen Code zum Herumspielen:
#define _GNU_SOURCEDa gehört jetzt natürlich noch ordentlich Fehlerbehandlung und so rein, klar. Ein bisschen fummelig ist, dass man dann natürlich seine Capabilities ablegen sollte, bevor man irgendwas tut, und das API könnte schöner sein. Das ist das capset hier in dem Spielcode. Da könnte man auch libcap für nehmen, aber ich habe bei sowas gerne so wenig unnötige Abhängigkeiten wie möglich.
#include <sys/mman.h>
#include <sched.h>
#include <stdio.h>
#include <unistd.h>
#include <stdlib.h>
#include <sys/capability.h>int clonecallback(void* x) {
struct __user_cap_header_struct ch = { .version=_LINUX_CAPABILITY_VERSION_3, .pid=0 };
struct __user_cap_data_struct cd[2] = { 0 };
chroot(".");
capset(&ch,cd);
printf("uid %u, euid %u, pid %u, parent pid %u\n",getuid(),geteuid(),getpid(),getppid());
exit(0);
}int main() {
char* stack=mmap(NULL, 4096+8192, PROT_READ|PROT_WRITE, MAP_PRIVATE|MAP_ANONYMOUS|MAP_GROWSDOWN|MAP_STACK,-1,0);
if (stack!=MAP_FAILED) {
mprotect(stack,4096,PROT_NONE); /* guard page */
if (clone(clonecallback, stack+4096+8192, CLONE_NEWIPC|CLONE_NEWNET|CLONE_NEWNS|CLONE_NEWPID|CLONE_NEWUSER|CLONE_NEWUTS, /*arg*/ NULL)==-1) {
perror("clone failed");
return 0;
}
sleep(1);
} else
perror("mmap failed");
}
Viel Spaß beim Ausprobieren!
Update: Das mit den Capabilities ist komplex und fühlt sich für mich sehr unintuitiv an. Hier gibt es einen weiterhelfenden Blogartikel dazu.
Das ist nun kein neues Phänomen, aber früher betraf das nur so kleine Webshop-Klitschen.
Anscheinend setzen die Großen auch keine bessere Technologie als so Gammel-PHP-Webseiten ein.
Seufz. Ich finde das ja immer schade, wenn sich meine Paranoia rückwirkend als berechtigt herausstellt.
Einen Eindruck von der Größe von dem Haus findet man bei diesem BZ-Artikel (Vorsicht: Die BZ ist ein Boulevard-Schmierblatt des Springer-Konzerns), wo sie den Innensenator und den inzwischen parteilosen Herrn Lauer zu Wort kommen lassen. Für die inhaltlichen Punkte empfehle ich lieber den Tagesspiegel-Artikel, der ist auch von dem Lauer. Ich verstehe ja nicht, wieso da sonst keiner ein bisschen fundiert was zu schreibt.
Die Polizei rennt also mit mehreren Hundertschaften in dieses Haus rein und stellt es auf den Kopf, tritt Wohnungstüren ein (Ausrede: "wir dachten, das sei eine Kellertür") auf der Suche nach Waffen und Fallen. Findet aber keine. Was sie finden, tun sie auf Twitter. Nein, wirklich. Keine Satire. Die Berliner Polizei hat ihre gefundenen "Beweise" auf Twitter veröffentlicht. Und es handelt sich um typischen Sperrmüll aus dem Keller. Hochgefährliche Dinge wie ein paar Nägel, Maschendraht, ein paar Reinigungsmittel (?), ein Einkaufswagen mit Pflastersteinen.
Da dachte ich mir ja schon: Äh, und dafür haben die 550 Polizisten und Hubschraubereinsatz gefahren? Um mal Putin nach dem Irak-Krieg zu zitieren: also ICH hätte da ja ein paar WMD "gefunden".
Das war ja schon mal echt peinlich. Aber das war erst der Anfang. Lauer erzählt dann noch, dass die Polizei aus dem Keller Kohle rausgetragen hat. Das ist jetzt kein Euphemismus für Geld. Nein. Kohle. So zum heizen. Die Art von Kohle. Haben sie den Leuten da geklaut. Die müssen jetzt mit altem Zeitungspapier heizen oder wie?!
Aber die Krönung ist dann das virtue signalling von dem Innenminister in der BZ, der sich voll hinter den Einsatz stellt, als gäbe es da nichts auszusetzen.
Einer der schönsten Kommentare dazu kam von Anne Roth. Tja, das mit dem "wir haben nicht genug Personal" glaubt der Polizei jetzt niemand mehr.
Tja, was machen wir denn jetzt, wenn die RAF zurück kommt? :-)
Update: Vice hatte eine Reportage zur Rigaer. Stellt sich raus, dass die Polizei auch den Anwalt der Bewohner systematisch belogen hat, um ihn nicht ins Haus lassen zu müssen. Und in deren Bericht findet sich der erste Hinweis darauf, dass in dem Haus wirklich etwas gefunden wurde, das ich nicht im Keller gehabt hätte: Krähenfüße.
Nun, ich bin froh, euch mitteilen zu können, dass das ab jetzt alles besser wird.
Lageso hat einen neuen Chef.
Jemanden, der sich mit Optimierung auskennt.
Ein Experte für öffentliche Verwaltungen.
Einen Schlipsträger von McKinsey!
Also unter uns: Wenn McKinsey die Bundeswehr in Grund und Boden rammt, dann kann ich das als Entwaffnung und Friedenspolitik sehen und gutheißen. Aber das hier?!
Ich frage mich ja, ob die das als sportlichen Wettkampf sehen mit diesen Beratern.
"OKOK, letztes Mal war schon vor dir alles echt elend und du hast immer noch was zum noch doller kaputtmachen gefunden. Dann machen wir das jetzt so vollständig kaputt, dass uns nichts mehr einfällt, was du noch schlimmer machen könntest. Hier sind die rauchenden Ruinen! Go!"
"Challenge accepted! Ich spare erstmal Personal ein, denn wenn wir gerade von was zuviel haben, dann ja wohl Personal. Der Wasserkopf muss weg! *machetezück*"
Oder so. Wir dürfen gespannt sein.
Wer sich jetzt fragt, wie die Lageso überhaupt so kaputt gekriegt haben... Nun, äh, ...
Seit dem vergangenen Jahr gehört er dem Mc-Kinsey-Team an, das am Krisenmanagement für die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge beteiligt ist.Der Typ ist schon zuständig.
Flüchtlingsstaatssekretär Dieter Glietsch hatte die externen Berater geholt.Der Glitsch möchte sich halt selber aus der Schusslinie bringen und will daher jetzt, dass auf dem McKinsey-Debakel auch McKinsey draufsteht. Dabei ist er ja derjenige, der die überhaupt erst hat machen lassen. Das merken die NIE!!1!
Nun, das hat ein Leser hier wiedererkannt.
So und jetzt vergleicht mal. Mein Einsender schrieb, hier wurde wahllos Pfefferspray gegen Demonstranten eingesetzt. Beim Schwäbischen Tagblatt fehlt dann am rechten Rand der Pfefferspray-Kanister und die Bildunterschrift macht aus dem Pfefferspray einen Wasserwerfer und deklariert die getroffenen Demonstranten pauschal als gewalttätig.
Das ist ja wie in Afghanistan! Da waren auch rückblickend alle Drohnenopfer immer Terroristen.
Ich finde das ja erstaunlich, wie die Presse sich dann noch über das "Lügenpresse"-Label wundern kann.
Update: Einer meiner Leser sagt, er habe das Schwäbische Tagblatt auf Facebook im Chat darauf angesprochen, und diese Antwort gekriegt:
Erstens funktioniert der Link zu dem von Ihnenerwähnten Bild nicht.
Ja, äh, sorry, das passiert leider gelegentlich, wenn ich auf eine Webseite linke, bei der in den URLs ".php" vorkommt. Erholt sich bestimmt bald!
Zweitens wurde uns der erwähnte Artikel von unserem Mantelpartner, der Südwest Presse in Ulm, zugeliefert, die den Text von der Deutschen Presse Agentur (dpa) und das Bild von der Agentur Imago bezogen hat. Sollte da tatsächlich aussageverändernd beschnitten worden sein, würden wir das keinesfalls gutheißen.
Update: Das ist dann hier wohl der erwähnte Mantelpartner
Update: Nachdem ein anderer Leser die SWP auf das Problem aufmerksam gemacht hatte, haben die jetzt die Bildunterschrift geändert.
Update: Das Schwäbische Tagblatt hat das Foto und die Bildunterschrift korrigiert.
Ich bin sehr froh, dass ich mich an der Stelle überwunden habe, denn das war der schönste Congress, an den ich mich überhaupt erinnern kann. So wunderschön entspannt war das schon lange nicht mehr.
Vielleicht weil keiner mehr Kraft hatte, um sich sinnlos über Kleinigkeiten aufzuregen :-)
Gut, natürlich ging hie und da mal was nicht, und die Teilnehmerzahl ist inzwischen so unfassbar groß, dass ich gefühlt tagelang auf der Suche nach bestimmten Leuten herumgeirrt bin. Am Ende bereue ich sogar, nicht noch mehr Zeit in schönen Gesprächen verbracht zu haben. An alle alten und neuen Freunde, mit denen ich dieses Jahr zu nichts gekommen bin: Tut mir leid, holen wir nach!
An den Rest des Publikums: Danke, dass ihr alle so cool wart. Selten wird so klar wie auf dem Congress, dass miteinander reden die Lösung für fast alle Probleme auf der Welt ist. Sollten wir alle noch viel mehr tun.
Übrigens, falls sich jemand wundert, wieso events.ccc.de so viel schlechte Laune gemacht hat: Es gab da eine Syn-Flood gegen die Kiste, von außerhalb des Congressnetzes, die damit die 1 GBit-Leitung des Servers saturiert hat. Der Server selbst war eine vergleichsweise dicke Hardware mit 12 Cores und 64 GB RAM, die sich da die Klöten geschaukelt hat von der Auslastung her, aber von außen kam man halt nicht ran. Und der DDoS ging nicht nur gegen die Kiste. Als auf Twitter der erste Mirror auftauchte, war der innerhalb von 10 Minuten auch weggeknüppelt. In der Mitte gab es auch noch eine Guru Meditation, das lag nicht an der Synflood. Da war das Backend runtergefahren. Das war zwar nicht direkt aber indirekt auch Schuld des DDoS. Alles sehr unerfreulich.
So richtig viel kann man da leider nicht machen. Man kann jetzt die IP von dem Server wild rumrotieren, oder man kann das Frontend dicker anbinden, klar, aber am Ende des Tages: Wenn dich jemand ärgern will, und er muss es nur vier Tage durchhalten, dann kann er das tun.
Ich denke, nächstes Mal laden wir halt die Fahrplandaten als JSON-Dump oder so bei github hoch. Mal schauen.
An diesem Montag dagegen hat das Verwaltungsgericht Bremen offiziell festgestellt, dass das Ergebnis der Landtagswahl vom 10. Mai durch ehrenamtliche Helfer, bis auf einen Wahlleiter allesamt Schüler zwischen 16 und 18 Jahren, massiv manipuliert worden ist.Auswirkungen: Die rot-grüne Mehrheit schrumpft von 5 auf 3 Mandate, AfD kriegt einen Sitz mehr, SPD verliert einen weiteren Sitz.
Ich werte das als Zeichen dafür, dass wir an Schulen mehr Ethikunterricht brauchen.
Ja, Ethik, nicht Mathe. Denn Mathefehler hätten sich hoffentlich rausgemittelt. (Danke, Benjamin)
SNI ist eine TLS-Erweiterung, bei der als Teil des Handshakes der Name des Servers überträgt. Vor SNI konnte man pro IP-Adresse nur einen Server per SSL hosten. Meines Wissens unterstützen alle Browser SNI. Dachte ich jedenfalls.
Ich trug also das Letsencrypt-Cert per SNI ein, testete und alles war gut.
Aber es sieht aus, als war das Zufall, denn alle Nase lang kriegte jemand noch das Fallback-Cert zu Gesicht.
Beim Debuggen kam raus, dass das SNI-Callback auch später in der Verbindung nochmal kommen konnte, nicht nur während des Handshakes am Anfang. gatling macht virtuelles Hosting über Unterverzeichnisse, d.h. die Daten für "blog.fefe.de" sind in den Unterverzeichnissen "blog.fefe.de:80" und "blog.fefe.de:443", je nach dem wie der Client reinkommt. Nach dem initialen Handshake ist gatling dann in dem jeweiligen Unterverzeichnis und findet im SNI-Callback das Zertifikat nicht mehr.
Ich habe das dann als kurzer Hack so gefixt, dass ich die Zertifikate mit dem vollen Pfad öffne. Aber im Moment bei meinem Testen habe ich den Effekt, dass Firefox das Letsencrypt-Cert sieht, aber Chrome das CACert-Cert. Ich habe ehrlich gesagt keine Theorie, wieso das so sein könnte. Ich debugge mal weiter.
Update: Nach Shift-Reload zeigt auch Chrome das Letsencrypt-Cert an. Die werden doch nicht ernsthaft die Cert-Daten cachen!? Nee, so blöde kann keiner sein!
Update: Doch, so blöde können die sein.
Update: Et tu, Firefox?
Hier hat das mal jemand mit einer Studie überprüft.
Ergebnis: Stimmt.
Die werden sicher die ganzen Risse im Reaktorbehälter vorher gefixt haben, denkt ihr euch jetzt vielleicht? Nein. Haben sie nicht.
Die Wiederinbetriebnahme sei vollkommen sicher gewesen.Und wem würde man da auch lieber glauben als der Betreiberfirma! Zumal den Fallout jemand anderes abkriegt. (Danke, Chriss)
Nun, so scheint sich das auch mit dem Gründer des Zentrums für politische Schönheit zu verhalten. Der hat jetzt ein Buch veröffentlicht, ein Manifest, und das lässt wohl recht tief blicken. Es geht da anscheinend nicht um Aufklärung oder gar Marxismus sondern um das Rückrollen der Moderne, eine Art Neo-Klassizismus. Forschung und Wissenschaft haben alles Scheiße gemacht, die Welt ist ohne Werte und nur noch nihilistisch und verlogen.
Jetzt wo ich das hier tippe, erinnert mich das an den ewigen Kampf in Adam-Curtis-Dokumentation, da kämpft auch immer jemand gegen die moralische Korruption der Gesellschaft.
Die Rezension beim ehemaligen Nachrichtenmagazin bläst ins selbe Horn.
Update: Ich habe eine Mail von Philipp gekriegt und er kann die Kritik nicht nachvollziehen. Es geht ihm gar nicht um ein Rückdrehen der Moderne, sagt er. Ich schau mal, ob ich darüber hinaus gehend noch ein Statement kriege, was er denn sonst sagen will :-)
possible bit flips, task deaths that would disable the failsafes, memory corruption, single-point failures, inadequate protections against stack overflow and buffer overflow, single-fault containment regions, thousands of global variables. The list of deficiencies in process and product was lengthy.Die meisten davon kommen von einer Checkliste, wie sie im Embedded-Bereich für sensible Umgebungen üblich ist. Hier ist eine typische Checkliste, von einem der beiden Prüfer in dem Verfahren sogar. Die haben dann so Regeln wie "keine Funktion darf länger als eine gedruckte Seite sein" und "if/else nicht tiefer als 2 Schichten verschachteln", aber eben auch "es muss ein hartes Limit auf den Stackverbrauch geben" und ähnliches auch für Heap-Speicher und Maximal-Zeitverbrauch.
Na?
Kommt ihr NIE drauf!
Durch den NSA-Untersuchungsausschuss haben wir erfahren, dass die Hauptstelle für Befragungswesen (HBW), eine frühere Tarnbehörde des BND, auch Tarnpapiere ausgestellt hat. Nicht nur an Mitarbeiter des BND selbst, sondern ebenso an Mitglieder ausländischer Nachrichtendienste, darunter Briten und US-Amerikaner.Wer sich jetzt denkt: Hey, brilliante Geheimdienstarbeit, jetzt wissen wir, unter welchen Namen sich ausländische Spione bei uns aufhalten!1!!, für den habe ich eine schlechte Nachricht:
In der Antwort auf eine Kleine Anfrage (OCR-Volltext unten) des Linken-Abgeordneten Andrej Hunko sehen wir, wie wenig Überblick die Bundesregierung über das Ausmaß der Vergabe falscher Papiere hat – oder haben will.Ja nee, wir gucken da nicht so genau hin! Das sind schließlich unsere Freude!1!!
Update: Bestätigung.
Overwhelming firepower and sophisticated technology have never been guarantors of victory in COIN operations. At no time has this been truer than in today's operating environment, where insurgents use the Internet to great effect and use rudimentary materials to construct increasingly deadly improvised explosive devices to counter COIN forces.(COIN steht für Counter Insurgency)Wieso ist das erwähnenswert? Weil die RAND Corporation der wichtigste Think Tank und Strategieberater des Pentagon ist. Wenn DIE jetzt sagen, dass man die ISIS-Nummer von außen nicht wegkriegt, sondern da die Regierung des jeweiligen Landes (die Studie ist schon etwas älter, da lag der Fokus noch auf dem Irak, nicht auf Syrien) und ihre Bemühungen das entscheidende Element sind, dann ist das eher ungünstig für das "wir bomben jetzt mal ISIS weg"-Narrativ, das gerade vorherrscht.
Hey, ich habe eine Idee, was man da tun kann. Beim Buchen muss man die Daten angeben. Die Buchung ist erst perfekt, wenn die Daten eingegeben wurden. Reservieren ohne Daten gibt es nicht. Wenn dann ein anderer Bürger als der online reserviert habende zum Termin auftaucht, lässt man ihn den Slot nicht haben. Problem gelöst.
Oder man stellt das einfach direkt unter Strafe und knastet diesen Arsch wegen Denial of Service ein.
Update: Der RBB hat herausgefunden, wer diese Terminverkäufer sind, und hat Fotos von ihnen. Allerdings haben sie auch Zahlen, wie viele Termine die verkauft haben.
Seit dem Start der Website Mitte Juni 2015 gab es nach Angaben der drei Gründer 150 Anfragen. Vermittelt wurden bis zu 90 Besuche auf dem Amt.
OK, sorry, wenn die nur 90 Besuche vermittelt haben, dann sind die nicht das Problem, sondern bloß ein Symptom. Es sei denn, dass der Rest der Termine dann ausfiel, weil die die reserviert hatten und nicht verkauft gekriegt haben und dann niemand sonst die Termine wahrnehmen konnte. Das müssten wir noch wissen, ob das so war. Kennt jemand jemanden bei einem Bürgeramt und könnte das mal rausfinden?
Update: Wobei, ob das die Terminverkäufer sind, das weiß RBB natürlich nicht. Vielleicht gibt es da noch andere?
Update: Hinweis per Mail: Der eigentliche Grund, wieso man in Berlin keine Bürgeramts-Termine mehr kriegt.
Hat der Uhl eigentlich schon die Vorratsdatenspeicherung gefordert?
Oh übrigens. Das Narrativ geht ja immer so, dass sich für Politiker mehr "Sicherheit" immer lohnt, weil es keine politischen Nachteile hat, aber einen Terrorangriff nicht vereitelt zu haben, das hat politische Nachteile. Hat das eigentlich mal jemand auf Herz und Nieren geprüft? Wo hat denn wann jemals eine Regierung nach einem Terroranschlag Ärger gekriegt, weil sie einen zu wenig krassen Polizeistaat ausgerollt hatten?
Selbst bei Bush und 9/11 stellt sich jetzt raus, dass der jahrelang recht konkrete und apokalyptische Warnungen ignoriert hat, und erst nach 9/11 hat er den ganzen Patriot-Act-Scheiß gemacht. Hat der jemals Konsequenzen ziehen müssen für sein Totalversagen? Nix da, der hat in Ruhe seine Amtszeit abgesessen bis hin zu "Mission Accomplished".
Besonders gruselig an der Story hinter dem Link:
George W. Bush personally rejected two techniques in the CIA's proposed enhanced interrogation program. (One of them was believed to have been “mock executions.” The accepted proposals, including waterboarding, have been roundly criticized as torture.)Wenn ihr die Zeit habt, lest euch statt der Zusammenfassung lieber die Primärquelle durch.
"The dispersants did a great job in that they got the oil off the surface," Joye said. "What you see is the dispersants didn't ramp up biodegradation."In fact, she found the oil with no dispersant "degraded a heckuva lot faster than the oil with dispersants," Joye said.
Das Zeug hat den Ölabbau sogar verlangsamt! Die haben das ins Meer gekippt, damit das Öl nicht mehr auf der Oberfläche herumblubbert. Das war eine PR-Aktion.
Was wohl passiert, wenn die merken, dass die Auflösung von GPS im Allgemeinen nicht reicht, um die Straßenseite sicher zu erkennen? (Danke, James)
Leider falsch: Das Netz wurde nicht mit Steuergeldern finanziert. Noch so'n Mythos. Wie Netzneutralität.Oh, ach? Opal wurde nicht mit Fördermitteln für strukturschwache Regionen finanziert? Und während ihr mal nachforscht, wer für das Kupfernetz gezahlt hat, könnt ihr euch auch gleich die Geschichte von Postminister Schwarz-Schilling und der Kupferkabelfirma durchlesen. Das Kupferkabelnetz ist von der Bundespost verlegt worden. Einer Bundesbehörde. Mit Steuergeldern.
Und die Telekom hat sich nach Kräften bemüht, dieses Geschenk des Steuerzahlers so lange zu melken wie es nur irgends ging. Daher schnarchen wir seit Jahren mit DSL herum, während man anderswo seit Jahren Glasfaser bis nach Hause gelegt kriegt. Aber Glasfaser hätte Geld gekostet, das die Telekom nicht investieren wollte, außer der Steuerzahler trägt es. Und der Steuerzahler fand, die Opal-Testgebiete reichen als Beleg für die Technik, den Rest kann die Telekom mal gepflegt selber zahlen. Also hat die Telekom das lieber am langen Arm austrocknen lassen, als dem Rest des Landes zu zeigen, was auch ginge, wenn man nur wollte.
Ich komme mir vor wie bei einer Slapstick-Comedy. Oder versteckte Kamera oder so.
"So und jetzt schicken wir NOCH einen, mal sehen ob er diesmal anders reagiert!"
Leicht abgewandelt könnte man auch sagen, die Mails folgen alle dem Muster "Veganismus ist ja gar keine Gruppe und daher fühle ich mich auch keiner Gruppe zugehörig", Absatz, und dann eine längliche Verteidigung der Gruppe, die man gerade geleugnet hat.
Den dritten Punkt werde ich gar nicht mit einer Replik aufwerten. Wer auf DER Ebene schon ein Verständnisproblem hat, der sollte lieber den Adblocker deinstallieren und zum Springerverlag gehen. Die haben weniger komplexe Sätze und weniger Fremdwörter.
Der mittlere Punkt zeigt mir, dass hier gerade die Veganer reinkommen, die sonst im Internet fiese Bewertungen bei Cafes in Dublin hinterlassen. Die Argumente für oder gegen vegane Ernährung spielen überhaupt keine Rolle. Darum ging es gar nicht. Wer mir damit kommt, kann sich auch gleich ein "ich will gerne ins Killfile" auf die Stirn tätowieren.
Bleibt der erste Punkt. Hier kamen u.a. so Formulierungen rein wie "Dann bist du auch für die Gamergater verantwortlich!11!".
Leute, Leute, Leute. Was ICH denke spielt an der Stelle keine Rolle. Ich kenne vier Veganer, und alle haben mich irgendwann zu missionieren versucht, was ich überhaupt nicht leiden kann. Das prägt mein Bild von Veganern als nervige Kultanhänger. Ich kenne über ein Dutzend andere Menschen, die sich vegan ernähren. Und sicher noch Dutzende andere mehr, von denen es mir nicht bewusst ist, dass die sich vegan ernähren. Denn die laufen nicht rum und belästigen andere Leute mit ihren Essensgewohnheiten. Das ist für mich eine andere Gruppe als "die Veganer", denn das Label ist weitgehend vergiftet von den Missionaren. Ist für mich eine Stufe mit den Zeugen Jehovas.
Wer mir sagen will, dass das bei ihm anders ist, dem glaube ich nicht. Also nicht die konkreten Erfahrungen jetzt sondern dass man Gruppen nach dem Verhalten der Exemplare beurteilt, denen man begegnet ist.
Wenn sich in einer Gruppe von Menschen (in Form der Stichprobe, die ich aus der Gruppe kenne) Scheiße verhält, dann prägt das mein Bild der ganzen Gruppe. Und weil man nunmal die Lauten eher wahrnimmt als die Leisen, können fünf bekloppte Schreihälse eine an sich coole Bewegung von Tausenden kaputtmachen.
Es ist die Verantwortung der Gruppe, das zu klären und in Zukunft zu verhindern.
Sage ich das aus Sippenhaft-Gründen? Weil ich ein fieser Mensch bin, der gerne mit dem Finger auf andere zeigt? Nein. Ich sage das, weil für den Rest der Welt eure Gruppe nicht wichtig genug ist, dass sie von außen Besserung herbeizuführen versuchen würden. Ihr könnt euch ja mal selber fragen, wie krass ein Verein Scheiße machen muss, damit ihr euch als Nicht-Mitglied hinstellen und an Besserung arbeiten würdet. Die Schranke ist echt hoch. Oder hat jemand von euch von außen spontan beim ADAC, der FIFA oder VW zu helfen versucht? Na seht ihr.
Außer ihr seid so fiese Missionare. Dann ist wahrscheinlich eher nicht die Gruppe das Problem sondern ihr :)
Verhaltensprobleme in Gruppen sind wie offene Wunden. Viele davon gehen durch Ignorieren und Toleranz nicht weg. Sie eitern bloß vor sich hin und irgendwann muss man zum Chirurgen, weil es gar nicht mehr anders geht. Wenn ihr in eurer Gruppe die Wunde so lange eitern lasst, dass der Verfassungsschutz V-Leute schickt, dann ist es zu spät.
Ich habe mich ja lange Zeit über diese Fake-Freundlichkeit der Amerikaner geärgert. Wer sich da mal aufgehalten hat (außer vielleicht in Manhattan jetzt), der wird wissen, was ich meine. Alle haben so ein Plastiklächeln und grüßen freundlich, die Autos sind frisch gewaschen und das Gras in den Vorgärten frisch geschnitten und grün angemalt. Wer den Rasen nicht häufig genug schneidet, kriegt einen Strafbescheid vom Sheriff, weil das eine Ordnungswidrigkeit ist. Müll aus dem Auto werfen? Über 100 Dollar Strafe. Hinter dem Hund nicht die Kacke einsammeln? Über 100 Dollar Strafe. Fand ich immer total furchtbar. Aber auf der anderen Seite hat diese Herangehensweise an das Leben den Vorteil, dass man beim Rumlaufen nicht in Kaugummi oder Hundescheiße tritt. Die Gesellschaft als solche hat sich entschieden, dass Hundescheiße auf dem Bürgersteig ein Problem ist, und wenn wir das weghaben wollen, dann müssen wir da jetzt gemeinsam was tun. Ob strikte Strafen und Polizeistaat jetzt die Lösung sind, wage ich zu bezweifeln. Mir wäre es lieber, wenn die Hundehalter von sich aus die Disziplin aufbringen könnten.
In diesem Sinne. Macht auf eurem Bürgersteig bitte die Hundescheiße weg. Auch im übertragenen Sinne.
Update: Oh und meine Aussage ist auch nicht, dass ihr jetzt in der Bringschuld seid, den Arschlöchern in eurer Gruppe persönlich einen in die Fresse zu hauen. Aber der Rest der Gruppe muss denen klar kommunizieren, dass sie nicht erwünscht sind, dass sie sich gefälligst eine eigene Gruppe aufmachen sollen, und wenn sie renitent sind, dann muss man sich halt eine Strategie überlegen. Die Kirchen haben ja auch kein Problem, sich von der "Westboro Baptist Church" zu distanzieren. Und wenn die nicht weggehen, dann muss man halt immer Gegendemos machen.
Update: Vielleicht lieber explizit: Ja, für Gamergate fühle ich mich auch verantwortlich. Und für Leute, die Veganern sagen, sie gehören mal vergast (das scheint tatsächlich vorzukommen). Nicht weil ich solche Leute kenne oder selber so drauf bin. Aber wenn ich sowas sehe, dann gibt es negatives Feedback, da könnt ihr mal einen drauf lassen. Und dass ich jetzt hier gerade den Veganern negatives Feedback gebe, ist ja letztlich auch ein Zeichen dafür, dass ich das für einen Teil meines Verantwortungsbereiches halte und zu verbessern versuche, auch wenn ich gar nicht Teil der Gruppe bin. Ich könnte ja auch einfach sagen: Hey, Scheiß drauf, sollen die sich mal weiter zum Klops machen.
Eine andere Art von Mail, über die ich mich sehr freue, ist wenn mich jemand an seinem Synapsenfeuer teilhaben lässt. Ich möchte mal ein Exemplar hier zitieren, das heute einging.
Hi Fefe,Es bringt einen Haufen Dinge in Verbindung, die ihr vielleicht noch nicht in Verbindung gebracht hat, und vielleicht ist das ja auch völlig falsch, die in Verbindung zu bringen. Denkt mal drüber nach! Viel Spaß dabei!
als du deine Betrachtungen über den Artikel "The toxoplasma of rage" veröffentlicht hast, ging mir die Debatte "Bill Nye vs Ken Ham" durch den Kopf. Es ging mir dabei um die Motivation und Argumentationsstrategie von Ken Ham. Keine seiner Ausführungen war geeignet einen Unbeteiligten von seiner Meinung zu überzeugen sondern zielte einzig darauf FUD zu streuen. Er wurde nicht müde zu betonen das seine Homies ja auch glauben was er glaubt und die seien ja nicht blöd. "Mein Freund Dr Molekularbiologe…", "Mein Freund Raumfahrtingenieur…", "Mein Freund Dr Astronomie…", du erkennst das Muster… .Seine Buddies wurden dann auch in nem kurzen Filmchen vorgestellt und mussten kurz bestätigen das sie Kreationisten sind. Ihre Aussagen waren sehr vorsichtig formuliert, etwa "während meiner Arbeit als Molekularbiologe habe ich keinen Anhaltspunkt gefunden der dem Kreationismus widerspricht." Der Rest war "Evolution ist ja nur ne Theorie, zeig mir Beweise…" ohne den Beweis dann als solchen anzuerkennen. Dazu definiert er erstmal Wissenschaft in "historische Wissenschaft" und "beobachtende Wissenschaft" um und erklärt Extrapolationen für unzulässig. "Radiokarbondatierungen sind Nonsens weil du nicht sicher sein kannst das vor 4.000 Jahren die Zerfallsrate die gleiche wie heute war". Weiter zum nächsten Punkt, noch mehr FUD streuen.
Obwohl Bill Nye Ken Ham in dieser Debatte regelrecht zerstört, wird sie trotzdem von Anhängern Hams verbreitet und als Großer Sieg verkauft. Ich halte Ken Ham nicht für einen Dummkopf, irgendwann muss ihm klar geworden sein wie falsch er liegt, trotzdem verbreitet er weiter seinen Sermon.Was würde passieren wenn er seine Ansichten korrigiert? Er würde innerhalb seiner peergroup vom Helden zum Ausgestoßenen, zu dem Opfer müsste er erstmal bereit sein. Gleiches gilt für seine Buddies, möchtest du von deinen Kollegen belächelt, oder in deiner Heimat zum Pariah werden? Dazu passen auch die vorsichtigen Formulierungen um möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Schlaue Köpfe werden auch bei der religiösen Rechten geboren, in deren Leben spielte ihr Glaube womöglich nicht mal eine besonders große Rolle, jeder weiß ja was er zu glauben hat und das stellt im Umfeld niemand in Frage. Nun kommt Ken Ham und nötigt dich Partei zu ergreifen. Du hast dann keine andere Wahl als das Spiel mit zu spielen.
An wen richtet sich Ken Ham? Seine Argumentation eignet sich kaum einen "Darwinisten" zu bekehren. "Du Depp hast nicht mal im Ansatz die wissenschaftliche Methodik verstanden, geh mir weg". Auch nicht einen Unbeteiligten zu überzeugen. "Deine Argumentation endet in einem Zirkelschluss, die Bibel soll wahr sein weil in der Bibel steht das sie wahr ist". Sie nützt einzig dem Gläubigen "Deine Argumente liefern mir die Rechtfertigung diese arroganten Darwinisten zu ignorieren". Für mich ist das ein Anzeichen das diese Subkultur dem Untergang geweiht ist, es geht nicht mehr darum neue Anhänger zu gewinnen sondern die Gemeinschaft am Auseinanderbrechen zu hindern. Vielleicht beziehen Ham und seine Buddies auch daraus die Gewissheit "das Richtige" zu tun weil es ihnen auch darum geht Schaden von der Gemeinde abzuwenden. Mir ist nur nicht klar ob das ganze bewusst oder unbewusst abläuft.Die Debatte wurde nicht nur von den Kreationisten sondern auch von der englischsprachigen "Atheistischen Community" gefeiert. Als diese ihre Wachsamkeit vernachlässigten, wurden sie von SJWs und Feministen unterwandert. "Wir sind nicht nur Atheisten, wir vertreten auch Werte" http://atheismplus.com/. Als prominente Vertreter anmerkten das das mit Atheismus nichts zu tun hat, wurden diese gedoxxt, denunziert, bedroht, etc. Das Arsenal der SJWs ist dir bekannt. In Folge wurde die Gemeinschaft gespalten und bekriegt sich bis aufs Blut. Es ist längst offensichtlich das "Ihre Sache" dem eigentlichen Thema schadet. In diesem Grabenkrieg werden Ressourcen gebunden und "die Atheisten" sind längst nicht mehr so schlagkräftig als noch vor ein paar Jahren. Youtuber wie Thunderf00t oder TheAmazingAtheist verwenden ihre ganze Energie darauf diesen Angriff aus dem Inneren abzuwehren und vernachlässigen ihr eigentliches Thema, der Welt zu zeigen wie spannend Wissenschaft ist und man nicht weniger befriedigt ist wenn man sich seine Antworten selbst erarbeitet statt sie sich von einem bronzezeitenen Kult vorschreiben zu lassen. Stattdessen sollen die Antworten nun von einem Kult kommen der Realität für ein soziales Konstrukt hält. Als Atheist kann ich da nur sagen, bevor ich davon etwas akzeptiere, bringe mir falsifizierbare Belege. In Form von Daten, ohne Geschwafel. So sachlich wird die Debatte aber nicht geführt, beide Parteien senken stetig das Niveau und Angriffe unter die Gürtellinie sind längst die Regel. Wenn das wirklich dieser Sozialkonstruktivismus ist, so ist das Krebs für eine aufgeklärte Gesellschaft und befördert uns ratzfatz wieder ins Mittelalter.
Im Moment beobachte ich die Diskussion der KenFM-Zuschauer gegen die Wikipedianer nach Veröffentlichung von "Die dunkle Seite der Wikipedia" im Kommentarbereich des Videos und der Diskussionsseite zum Daniele Ganser Artikel der WP. Die Mechanismen sind die gleichen, beide Parteien bezeichnen den anderen als "Gegner" und statt auf die Argumente des "Gegners" einzugehen, klopft man sich gegenseitig auf die Schulter und vergewissert sich wie doof doch die anderen sind. Persönliche Angriffe inbegriffen, inklusive Aufruf zur Denunziation und Gewalt. Obwohl ich dem Wikipedia Artikel keine sachlichen Fehler nachweisen kann, würde ich als Unbefangener anhand des Subtexts des Artikels zum Schluss kommen das Herr Ganser ein Spinner ist, auch wenn die Belege das nicht hergeben. Wenn man die Diskussion auch im Archiv verfolgt, kommt man zu dem Schluss das der Artikel von jmd geschrieben wurde der Herrn Ganser für einen Spinner hält. Ich halte das für diskussionswürdig. Die Wikipedianer nicht, alle Regeln wurden eingehalten, nichts zu beanstanden. Zugleich ist es für die KenFM-Zuschauer wieder mal der schlagende Beweis für die Weltverschwörung (ich weiß, ich pauschalisiere). Der Film ist handwerklich so lala und speist sich meines Erachtens aus Mißverständnissen darüber wie die Wikipedia funktioniert oder funktionieren sollte. Das absolute NoGo des Films ist am Ende das doxxing zweier Autoren um den Raum für persönliche Angriffe zu schaffen, dabei argumentiert der Filmemacher damit das er ja "mit offenem Visier" "kämpfe", also seinen Klarnamen benutzt und die Wikipedianer sich hinter Pseudonymen verbergen. Valide Argumente verlieren nicht ihre Gültigkeit weil sie von jmd ausgesprochen werden den man nicht kennt, und Gründe seine Identität zu verbergen gibt es zu Hauf. Wie auch immer, beide Parteien sind Argumenten gegenüber verschlossen, ergehen sich in Beleidigungen und versichern sich intern ihre Überlegenheit. Helfen tut das niemandem, der Wikipedia werden weiter die Autoren weglaufen, der KenFM Zuschauer findet weiterhin genug "Beweise" für was auch immer ohne dabei irgendwelche Erkenntnisse zu gewinnen.
Ich wette jeder findet dafür ein Beispiel in seiner peergroup. Der gemeinsame Nenner ist dabei Chauvinismus, der Glaube an die Überlegenheit der eigenen Gruppe, damit kann man jede Argumentation im Keim ersticken. Weil das Gegenüber eh zu doof ist den eigenen Argumenten folgen zu können, braucht man Ihren Argumenten gar nicht erst zuzuhören weil "Ihnen" deine Einsichten fehlen. Ganz gefährliches Zeug. Wir sollten alle ganz schnell bescheidener werden.
Zum Schluß noch ne VT, gestern hab ich mir nochmal "Politik hacken" vom 28c3 angeschaut und bin dann kurz beim "Virus" hängengeblieben. Das sich selbst reproduzierende Schadprogramm das vom Immunsystem nicht sofort als solches erkannt wird, als soziales Konstrukt würde das wohl einem freidrehenden SJW entsprechen. Ist SJW im Labor entstanden oder eine natürliche Mutation? Wurden gewisse Communities bewusst mit SJW infiziert? Ist das Virus mutiert und wir stehen einer Pandemie gegenüber?
Schöne Grüße
Ich habe die Ken Ham-Debatte als Beispiel für den hier neulich ausgebreiteten Mechanismus gesehen, dass sich die Ausführungen der Debattenteilnehmer in so einem Fall überhaupt nicht an den Gegenüber richten, sondern an die eigene Ingroup. Schaut her, ich bin so gefestigt in meinem Kreationsmus, dass ich sogar Bill Nye debattiere, obwohl ich nichts in der Hand habe an Argumenten, und ich genau weiß, dass der mich da zersägen wird! Und die Ingroup ist entsprechen beeindruckt und feiert ihn dann als Helden, weil er die gemeinsame Ideologie gegen fiese Herätiker verteidigt hat.
Zu einem gewissen Grad kann man das glaube ich auch über Bill Nye sagen. Wenn das ein gemeinsames Kaminfeuer gewesen wäre, ohne Liveübertragung ins Internet, und ohne großes Publikum, dann kann man vielleicht was erreichen. So ist völlig klar, dass sich keine Seite die Blöße geben kann, vor der kompletten Anhängerschaft den Idioten von der Gegenseite auch nur ein Fußbreit zu geben. Das hätte man sich sparen sollen, so hat Bill Nye nicht nur nichts positives erreicht, sondern diesen Ken Ham auch nur zu einem satisfaktionsfähigen Gesprächspartner aufgewertet. Und das völlig ohne Not.
Die Realität ist eh nicht objektiv messbar, weil immer Erwartungen und psychologische Effekte einen Bias erzeugen werden. Also ist der richtige Weg nicht das Verbessern der Messungen, weil das eh nie gelingen kann, sondern das Verbessern der Erwartungen und des Umfeldes. Am Ende des Tages spielt auch keine Rolle, was die Realität tatsächlich ist, solange sich alle Leute einig sind (man denke da an wissenschaftliche Mehrheitsmeinungen, die später widerlegt wurden, wie die Idee, dass sich die Sonne um die Erde dreht).
Als Kampf-Statement formuliert: Die beste Messung bringt nichts, wenn man damit niemanden überzeugt kriegt, weil der am Versuchsaufbau oder der Kompetenz des Durchführenden zweifelt.
Und wenn man mal auf tatsächliche Internet-Debatten guckt, dann ist es ja tatsächlich so, dass gar nicht die Messwerte angezweifelt werden, sondern der Überbringer der Botschaft wird verteufelt, als Verräter an der guten Sache gebrandmarkt und mit Bannflüchen belegt und auf Blocklisten eingetragen.
Akt 2: Anfragen nach der Liste werden abgelehnt.
Akt 3: Abgeordnetenwatch.de klagt auf Herausgabe, kriegt vor Gericht Recht.
Schöne Korruption haben sie da! Wäre ja schade, wenn die aufgedeckt würde. Demokratie 2.0! (Danke, Christian)
Update: Hmm also das nagt jetzt doch an mir, dass ich dieses Modell so gar nicht nachvollziehen kann, das da skizziert wird. Da habe ich echt Null Zugang zu, ist mir völlig fremd.
Update: Das haben jetzt ein halbes Dutzend Einsender so interpretiert, dass ich die Beschreibung nicht verstehe. Doch, die Beschreibung verstehe ich. Aber ich kann mich überhaupt nicht in jemanden reinversetzen, der Fakten für verhandelbar hält. Das könnte möglicherweise daran liegen, dass ich eine andere Art von Definition des Wortes "Fakten" benutze als Sozialkonstruktivisten? Mir ist schon häufiger aufgefallen, dass dieses Wort irgendwie bei manchen Leuten als "das könnte morgen widerlegt werden" interpretiert wird. Nein. Kann es nicht. Sowas wie "bei einer Befragung gaben 50% der Befragten an, an Engel zu glauben" ist ein Fakt. "Also glauben 50% der Bevölkerung an Engel" nicht. Das wird nicht anders, wenn man andere befragt und andere Antworten kriegt. Nicht mal dann, wenn man dieselben Menschen nochmal befragt, und sie diesmal anders antworten. Das Ergebnis einer anderen Befragung wäre ein anderer Fakt. Der kann inhaltlich von den Antworten im Widerspruch zum ersten stehen, aber das ändert nichts daran, dass die das erste Mal so geantwortet haben. Schlussfolgerungen aus diesen Befragungen sind widerlegbar. Man kann möglicherweise ein Experiment falsch durchführen und versehentlich etwas anderes messen. Aber die Messwerte des alten Experimentes sind trotzdem ein Fakt, der sagt nur möglicherweise etwas anderes aus als man gedacht hat. Fakten sind wirklich und bestehen und können weder wahr noch falsch sein. Interpretationen der Fakten können wahr oder falsch sein. "Dieser Mann raubt seit 10 Jahren jeden ersten Montag im Monat diese Bankfiliale aus" wäre ein Fakt. "Morgen ist der erste Montag im Monat, da kommt er bestimmt wieder" ist kein Fakt. Fakten sind nicht widerlegbar. Behauptungen sind widerlegbar. Wenn es nicht zutrifft, waren es keine Fakten, sondern Tatsachenbehauptungen.
Das macht mich natürlich nachdenklich. Wie kommt das, dass so viel Indignation und Hass in meine Richtung schwappt? Und dann stellte ich fest, dass ich die Antwort auch schon im Blog hatte, in Form eines Links zum immer wieder großartigen Slate Star Codex. Weil das vermutlich nicht viele gelesen haben, denn der Text war lang und brauchte Zeit, werde ich die Punkte hier nochmal inkompetent zusammenfassen. Wer diesmal doch lieber den ganzen Text lesen will: Hier nochmal der Link.
Die Herleitung ist mehrschichtig. Auf der einen Seite zitiert er PETA, diese Tierrechtler mit den geschmacklosen Stunts, die mehr Tiere töten als ihnen helfen (diese Site ist auch wunderbar für Medienkompetenztraining, findet mal die Betreiber raus). Er nennt eine Konkurrenzgruppe von PETA namens Vegan Outreach, die im Gegensatz zu PETA das Richtige tut und als Belohnung völlig unbekannt ist. PETA nimmt in Kauf, Teile ihrer Zielgruppe mit ihren abstoßenden Aktionen zu verschrecken, nicht weil sie dumm sind, sondern weil das aus einer bestimmten Perspektive richtig erscheint.
PETA doesn’t shoot themselves in the foot because they’re stupid. They shoot themselves in the foot because they’re traveling up an incentive gradient that rewards them for doing so, even if it destroys their credibility.Dann geht die Argumentation weiter über Vergewaltigungsfälle. Von denen Fällen, die in den Medien groß aufgebauscht wurden, weil Feministen aufsprangen und die Story viral machten, haben sich krass überproportional viele als falsche Anschuldigungen herausgestellt. Feministen greifen sich also extra die am offensichtlichsten schwachen Fälle raus und springen auf die auf, um ihre These zu verbreiten, dass es egal ist, wie schwach der Fall aussieht, wichtig ist nur, dass das Opfer sich als Opfer wahrnimmt. Der Effekt ist wie bei PETA. Viel Kontroverse und am Ende haben die Feministen ihren Thesen mehr Schaden zugefügt als neue Anhänger gewonnen. Warum machen die Feministen das?Seine These ist, dass Menschen ihre Zugehörigkeit zu sozialen Gruppen signalisieren wollen. Dazu gehört, die moralischen Werte der Gruppe zu vertreten. Wenn man jetzt den moralischen Wert "Tiere sollten gut behandelt werden" bei einem Fall von offensichtlicher Tierquälerei vertritt, dann gucken sich die Passanten das an und sagen: ja, klarer Fall von Tierquälerei, das muss beendet werden. Als Signal für die Gruppenzugehörigkeit eignet sich das daher nicht. Wenn du dich allerdings aus dem Fenster lehnst und die moralischen Werte in völlig überzogenen Fällen vertrittst, dann schreckst du damit zwar Außenstehende ab, aber um die ging es ja auch gar nicht. Es ging darum, innerhalb der Gruppe zu signalisieren, dass du so moralisch gefestigt bist, dass du die Prinzipien der Gruppe auch in unter Selbstaufgabe und Inkaufnahme von Schaden für den eigenen Ruf auf völlig abwegige Fälle anwendest. Man könnte also im übertragenen Sinne davon sprechen, dass man sich über solche Klogriffe als Märtyrer inszeniert. Märtyrern geht es ja auch nicht darum, den Gegner umzustimmen, sondern innerhalb der eigenen Gruppe Ansehen zu gewinnen. Und die Gruppe hat einen Anreiz, Märtyrer zu feiern, weil das den anderen gegenüber die Botschaft festigt, dass ihr eigenes Verhalten noch nicht weit genug geht (in unklaren Situationen sind Menschen immer versucht, ihre eigene Position in der Mitte des Spektrums zu suchen, und Märyrer treiben das Aktivismus-Extrem des Spektrums weiter nach außen, was auch die Mitte verschiebt).
Das Money Quote dazu ist:
In the same way, publicizing how strongly you believe an accusation that is obviously true signals nothing. Even hard-core anti-feminists would believe a rape accusation that was caught on video. A moral action that can be taken just as well by an outgroup member as an ingroup member is crappy signaling and crappy identity politics. If you want to signal how strongly you believe in taking victims seriously, you talk about it in the context of the least credible case you can find.Das mit den Märtyrern steht nicht bei Slate Star Codex, das habe ich extrapoliert, das ist meine Deutung.Nun, was kann man dagegen tun? Nicht viel. Man kann die Gegenseite nach rationalen Argumenten fragen, aber die gibt es natürlich nicht. Das war ja gerade der Punkt. Wenn es rationale Argumente gäbe, hätte sich derjenige einen anderen Fall für das Signalisieren der eigenen moralischen Überlegenheit gesucht.
Ich möchte übrigens ausdrücklich auf die Parallelen in Deutschland hinweisen, in der Causa Kachelmann beispielsweise.
Der Punkt ist jedenfalls, dass rationale Argumente nicht existieren, by design. Das ist so gewollt. Fälle mit rationalen Argumenten sind für die Selbstdarstellung der eigenen moralischen Überlegenheit unattraktiv. Die Frage ist jetzt, wie man damit umgehen soll.
Man könnte das jetzt als Troll-Herausforderung begreifen und nach rationalen Argumenten fragen, wohl wissend, dass es die nicht gibt. For the lulz, sozusagen. Hier ist ein aktuelles Beispiel dafür. In den Kommentaren haben zwei Leute noch jeweils 50 Euro draufgelegt. Trotzdem schweigen im Walde. Die einzigen, die überhaupt zu antworten versuchen, sind Männer ("Allies" im Feministen-Neusprech), und die haben natürlich keine Argumente, wieso man jemanden blocken muss, sondern bloß wieso ihrer Meinung nach irgendwas angeblich problematisch ist.
Alternativ könnte man sich vornehmen, solche Selbstdarstellungen einfach ab jetzt als Taten von Opfern in einem sektenähnlichen sozialen Konstrukt zu sehen, die sich in einem Wettstreit befinden, wer sich am gröbsten öffentlich zum Klops machen kann. Bei den der "Rape Culture" angeklagten Fraternities an US-Unis gibt es übrigens ganz ähnliche soziale Konstrukte, nur machen die das nur einmal am Anfang zur Einnordnung der Neuankömmlinge. Die sind hier also zivilisatorisch einen Schritt weiter.
Auf der dritten Seite stellt sich die Frage, ob man den Menschen nicht helfen kann, die in so einem pseudoreligiösen Kult gefangen sind. Sektenaussteigerprogramme? Wenn man die ignoriert, dann haben die ja so gut wie gar keine Chance, sich aus ihrem selbstzerstörerischen Abhängigkeitsverhältnis zu lösen.
Ich habe da auch keine Antwort. Aber ich finde, es hilft enorm, wenn man sich beim Lesen von solchen Tweets nicht auf "boah sind die alle debil" festlegt sondern über die Mechanismen nachdenkt, die Menschen zu sowas treiben können. Man darf ja nicht vergessen, dass diese Leute im Allgemeinen eine solide Schulbildung haben, größtenteils sogar einen Uniabschluss oder ein laufendes Studium. Das sind keine dummen Menschen!
Ich halte das für eine der essentiellen Fragen des menschlichen Zusammenlebens, wie man solchen Menschen helfen kann. Für mich ist das auf einer Ebene mit der Frage, wie man Drogenabhängigen (insbesondere Alkoholikern) helfen kann. Und ja, ich glaube übrigens, dass auch die Pegidisten ihren Zusammenhalt aus solchen sozialen Mechanismen beziehen. Wenn wir diese Nuss geknackt kriegen, wäre das ein enormer Fortschritt.
Vielleicht ist der Schlüssel, dass man ihnen immer wieder vor Augen führt, dass sie der Gruppe Schaden zufügen, nicht nur sich selbst. Die Gruppen merken das ja, dass sie Schaden nehmen. Aber keiner geht den Schritt, "liegt das vielleicht an mir?" zu fragen.
Update: Der Gewinner in dem 100€-Thread ist meiner Ansicht nach übrigens der hier.
Mal abgesehen von den offensichtlichen Reaktionen — Schock, Mitgefühl, Genesungswünsche, Abscheu, Wut — frage ich mich gerade, ob man bei sowas nicht die Wahl absagen muss. Wir haben recht strikte Regeln gegen Wahleinflussnahme und was erlaubte Wahlwerbung ist, in manchen anderen Ländern sieht man es noch strikter. Muss man nach so einem Anschlag nicht davon ausgehen, dass das Opfer aus Sympathiegründen mehr Stimmen kriegt als sie sonst gekriegt hätte? Müsste man nicht eigentlich sagen: Wir haben gerade eine Oderflut, die Wahl wird jetzt verschoben, damit der Schröder nicht unverdiente Stimmen einsackt?
Klar, machen wir nicht. Haben wir bei Schröder nicht gemacht, und auch bei dieser Wahl jetzt nicht. Und OB-Wahl ist ja auch weniger kritisch als Bundeskanzlerwahl.
Aber … müsste man das nicht eigentlich tun?
Was meint ihr?
Ich finde es bemerkenswert, dass die Proponenten von sowas nicht merken, was sie da fordern. Nein, Vergewaltigung ist nicht so viel schlimmer als alle anderen Straftaten. Wir haben auch keine "Mord ist uncool"-Workshops und keine "Völkermord ist nicht OK"-Workshops.
Wenn mir das an der Uni jemand angetragen hätte, hätte ich mich auch geweigert. Ich finde den Vorschlag, zu sowas hinzugehen, vergleichbar mit dem "Vorschlag", zu einer Einführung in die Benutzung von WCs zu gehen. Das sind zivilisatorische Grundregeln, von denen wir hier reden. Ich fordere von Frauen auch keine Teilnahme an "wie man sich Kleidung anzieht"- oder "wie man nicht auf den Boden scheißt"-Workshops. Das empfände ich als vergleichbar beleidigend.
Ich mache mir ja bei sowas nicht nur Sorgen, dass die Männer hier unter Generalverdacht gestellt werden. Ich mache mir auch echt Sorgen um die nächste Generation Frauen. Diese Art von sozialer Veränderung kommt häufig als Pendel. Das Pendel schwingt dann zu weit und dann schwingt es massiv zurück. Je weiter wir es jetzt überdrehen, desto krasser wird der Backlash. In 20 Jahren wird man dann als Mann moralisch fast alles verteidigen können, indem man zurück verweist auf was die Gender-Idologie den Männern in diesen Tagen alles brutal reingedrückt hat.
Das mit dem Pendel kann man heute schon an einigen Stellen beobachten. Hätte man bloß einfach gesagt, Hillary ist eine gute Kandidatin, fertig. Aber nein, man hat gesagt, wir brauchen eine Frau als Präsidentin. Man hat gesagt, wir brauchen eine Frau an der Spitze von HP. Wir brauchen eine Kanzlerin. Und damit ist die jeweilige Frau dann nicht mehr bloß sie selbst und wird nach ihren Fähigkeiten betrachtet, sondern sie ist die Botschafterin des ganzen Geschlechts. Und dann gucke ich mir an, wie HP unter der Fiorina implodiert ist, und wie krass die Merkel unser Land vor die Wand fährt, und denke mir: Die Frauen sind auch nicht besser. Hätte das irgendjemand gesagt, wenn wir dieses Podest nicht aufgebaut hätten? Die Männer sind auch alle schlecht! Schröder hat uns in den ersten Angriffskrieg geführt und unser Sozialsystem zerstört! Die Leute vorher bei HP waren auch alles Verlierer! Aber da hat keiner gesagt: Männer können das einfach nicht. Warum auch. Was für eine völlig bescheuerte Aussage, das am Geschlecht festzumachen. Aber die Frauen haben es am Geschlecht festgemacht und jetzt schlägt das Pendel zurück und Frauen müssen sich plötzlich gegen die Aussage verteidigen, dass sie auch nicht besser als Männer sind. NATÜRLICH NICHT! Das heißt nicht, dass sie nicht eine Chance verdient haben! Aber die Tür fällt jetzt langsam zu, weil ihr das Pendel zu weit gedrückt habt. Jetzt kommen Frauen anscheinend nur noch mit Quotenregeln weiter, und das ist ein gutes Mittel, alle unglücklich zu machen. Die Frauen und die Männer haben dann immer im Hinterkopf, dass diese Frau ja nichts können kann, denn sie kam nur per Quote rein. Wer will denn so ein Berufsleben führen?!
Ich persönlich halte Hillary für eine schlechte Kandidatin. Ihre Top 6 oder so Wahlkampfspender sind Wall Street. Die wird sicher nicht dafür sorgen, dass die Banker an die Kette gelegt werden. Aber Kritik an Hillary ist in diesem Klima auch sofort Kritik am weiblichen Geschlecht an sich. Also befürchte ich, dass Hillary Präsidentin wird, sich dann so verhält, wie es sich jetzt abzeichnet, und damit dafür sorgt, dass auf absehbare Zeit nie wieder eine Frau Präsidentin wird. Weil alle sehen konnten, dass die es auch nicht können, und weil wir die tatsächlichen Argumente für Hillary nicht zu Ohren gekriegt haben, weil es immer nur "aber sie ist eine Frau" hieß.
Auf der anderen Seite sind die Frauen, die sich still vor sich hin radikalisieren. Lest euch mal diese Stellungnahme von 2011 durch (Frage: Wie ist es als Frau in der Tech-Industrie). Und dann lest euch diese Stellungnahme der selben Frau von heute durch. Ich halte das für symptomatisch. Hat sich da inhaltlich so viel zum schlechten geändert oder hat sich eher ihre Perspektive geändert? Oder beides? Ich möchte übrigens nochmal auf das Jugendarbeitslosigkeitsproblem hinweisen an dieser Stelle. Die Situation ist im Moment für alle beschissen und wird es auch auf absehbare Zeit bleiben.
Update: Sagte ich freiwillig? Das war wohl eine Ausnahme. An Cambridge war die Teilnahme verpflichtend.
Seit dem war das ein trauriger Rekord. Niemand war seit dem so blöde, ein Feature wie dieses in sein Schlangenöl einzubauen.
Bis jetzt, denn Kaspersky kriegt das sogar noch getoppt! Bei Kaspersky muss das nicht über TCP reinkommen, sondern ein gespooftes Paket reicht. Das heißt man kann mit einem gespooften Paket andere Leute dazu bringen, beliebige IP-Adressen bei sich zu blockieren!
Das ist bestimmt bei Twitter-Filterblaslern sehr beliebt, das Produkt. So von der Mentalität her.
Ich könnte mich ja bei solchen Dokumenten immer kaputtlachen, wenn sie als Begründung für den ganzen Scheiß ernsthaft sowas hier bringen:
- promote innovation and creativity
- facilitate the diffusion of information, knowledge, technology, culture and the arts
- foster competition and open and efficient markets
Wenig erzeugt mehr Produktivität und Kreativität als am Ende sein Produkt von der MPEG-Mafia wegen angeblicher Patentverletzungen vom Zoll beschlagnahmen zu lassen kurz vor der wichtigen Industriemesse!Und wenn irgendwas gut für die Verbreitung von Informationen, Wissen, Technologie, Kultur und den Künsten ist, dann sind es IP-Regeln, die den Pirate Bay zumachen, wo genau das getan wurde.
Und nichts hilft dem gesunden Wettbewerb wie künstliche, vom Staat durchgesetzte Monopole!
Dass die sich überhaupt trauen, diesen Scheiß in dieses Dokument zu schreiben! Aber da gibt es eine einfache Begründung für. Das Dokument ist TPP CONFIDENTIAL. Die gingen davon aus, dass das niemand mit mehr als einer Gehirnzelle zu Gesicht kriegt. Also niemand außerhalb ihrer Kreise.
Hier ist die Pressemitteilung von Wikileaks. Wieso finde ich das gerade nur der Süddeutschen? Wo sind Tagesschau, FAZ, Spiegel und co?
Der Guardian und RT haben natürlich was. Mann ist unsere Presselandschaft mal wieder abschreckend. Und dann wundern die sich, wenn sie von den Leuten ausgeschimpft werden.
Wenn Linus sich auf Mailinglisten fies und gemein verhält, ist er immer noch sozialer (bzw weniger asozial) als die Twitter/Tumblr-Empörer. Denn Linus toleriert fremde Meinungen und gibt ihnen negatives Feedback, während die Twitter/Tumblr-Empörer fremde Meinungen direkt wegfiltern.Sozial nutze ich hier im Wortsinne, mit anderen Menschen Dinge tun. Linus zu beschimpfen ist von außen immer einfach, aber wer von euch hält es denn tagein tagaus auf einer "feindlichen" Mailingliste der Größe von LKML aus? Mit lauter Leuten, die endlos Dinge von ihm wollen, und seine Ablehnung persönlich nehmen? Egal was er macht, jemand wird es als persönlichen Angriff werten? Er sagt endlos voraus, "wenn ihr $foo macht, wird das Scheiße", dann machen die Leute $foo und es wird Scheiße und er will das Ergebnis nicht aufnehmen und dann ist ER Schuld?!
Also ich als Nerd möchte hier mal ein paar Dinge zu Protokoll geben.
Erstens. Nerds sind im persönlichen Gespräch sozial unterlegen, aber sie haben für Online-Situationen völlig klare Algorithmen entwickelt, die beide Seiten vorher kennen. In Online-Medien gibt es Verwechslungen und Missverständnisse (ich möchte jeden, der Linus als geifernden Proleten sieht, mal einladen, eines seiner Videos zu gucken. Der Mann ist geradezu charmant und ein Sympathieträger im persönlichen Gespräch! Der Kontrast könnte kaum größer sein!). Nerds wissen das und reagieren entsprechend. Wichtigstes Mittel zur Vermeidung von schlechten Situationen ist negatives Feedback. Nerds wissen das und geben frühzeitig negatives Feedback. Nerds wissen auch, dass auf der anderen Seite möglicherweise jemand sitzt, der ihr negatives Feedback für einen persönlichen Angriff hält und daher möglicherweise ignoriert und dann die Zeit aller verplempert und viel Drama und Schaden anrichtet. Daher wird der Nerd, wenn er den Eindruck hat, sein negatives Feedback wurde ignoriert, nochmal nachlegen. Es gibt hier eine relativ klare Eskalationsstruktur. Wie schnell die eskaliert, hängt vom Medium ab. In meiner Inbox zum Beispiel, wenn ich jemandem schreibe, er soll weggehen, und der schreibt mir nochmal, dann frage ich zurück, welchen Teil von "geh weg" er nicht verstanden hat, und dass er weg gehen soll, und wer dann immer noch mal schreibt, der kommt ins ewige Killfile. Das ist meine Eskalationsstrategie. Auf Mailinglisten wird man im Allgemeinen etwas langsamer eskalieren, aber es läuft grob ähnlich ab.
Zweitens. Ich hatte neulich eine Mail, wo jemand folgende Situation schilderte. Mailingliste, einkommende Anfrage, Null Reaktion. Hey, das ist unhöflich, ich antworte mal. Hat geantwortet, die Antwort war nicht 100% korrekt, andere Leute korrigierten dann, und zwar auf der Mailingliste, nicht per privater Mail. Das wertete der Einsender als privaten Angriff auf sich, und was bilden sich diese Leute alle ein, wenn die das besser wissen, hätten sie ja was antworten können! Aber so läuft das nicht unter Nerds. Nerds können sich an der Stelle in den Gegenüber reinversetzen und wissen: Lieber keine Antwort als falsche Antwort. Falsche Antwort verplempert mehr Zeit. Und eine falsche Antwort ist auch für alle anderen auf der Mailingliste ein Affront, denn die müssen die jetzt korrigieren. Das soziale Konstrukt einer Mailingliste ist nämlich, dass es irgendwo ein Archiv gibt, und vor dem Fragen soll man bitte im Archiv gucken, ob die Frage schonmal gestellt und beantwortet wurde. Das ist so, weil überflüssige Mails an die Liste alle Subscriber Zeit kosten, dein Suchen aber nur dich. Nerds sind da Techies und berechnen die verbrauchte Energie. Wenn du im Archiv suchst, wird dir geholfen, und du kostet niemanden sonst Zeit. Wenn du deine Frage, die im Archiv schon beantwortet ist, auf die Mailingliste postest, dann antworten wir nicht, weil es deine Aufgabe gewesen wäre, im Archiv nachzugucken. Die Energiebilanz ist dabei schon negativ, weil alle Subscriber die Zeit verplempern mussten, deine überflüssige Mail zu ignorieren. Wenn du eine Frage auf die Mailingliste schreibst, die schon im Archiv beantwortet wurde, und jemand antwortet jetzt etwas falsches, dann ist das der Worst Case, denn das muss korrigiert werden, sonst findet der nächste Typ, der sich an die Regeln hält und vorher im Archiv guckt, deine falsche Antwort und nicht die richtige und das ganze soziale Konstrukt ist kaputt.
So und jetzt überlegt euch mal, wie viel mehr Aufwand das Schreiben einer Korrekturmail verursacht im Vergleich zum Löschen einer dummen Frage. So viel mehr schlechte Laune erzeugt ihr mit einer falschen Antwort auf eine dumme Frage.
Aber vielleicht war die Frage ja gar nicht dumm und noch nie im Archiv beantwortet? Das kann sein. Denkbar ist es. In meiner langen Karriere in Mailinglisten und im Usenet kann ich mich gerade an keinen einzigen Fall erinnern, wo auf eine tatsächliche neue Frage keine Antworten gekommen sind. Und sei es nur "Das ist ja eine interessante Frage!".
Aber jetzt überlegt euch mal, wie die eben beschriebene Situation auf Außenstehende wirkt. Die Mailingliste ist voller Fragen von Neulingen, und die werden alle ignoriert oder abgekanzelt. Ab und zu antwortet mal jemand auf eine, und der kriegt dann sofort von allen Seiten auf die Fresse. Sieht das wie eine gute Atmosphäre aus? Natürlich nicht! Niemand will das! Aber wer ist Schuld daran?
Aus meiner Sicht: Die Neulinge, die sich nicht an die soziale Konvention gehalten haben. Und das ist einer der fundamentalen Unterschiede zwischen Nerds und anderen Menschen. Andere Menschen haben dann Mitleid mit den Neulingen. Was ist denn das für eine Community, fragen sie, in der man Neulinge so negativ behandelt? Ihr wollt doch wachsen! Seid lieb zu den Newbies!
Und da kann ich nur sagen: Nein, ich will gar nicht wachsen. Die Communities, in denen ich drin bin, sind alle genau richtig groß. Wachstum ist kein Wert an sich, und wenn ich mir Wachstum dadurch erkaufe, dass der Blick in die Mailingliste nur noch aus Schmerz und Trübsal besteht, weil sich keiner an die sozialen Normen hält und sich vorher selber zu helfen versucht, dann sehe ich Wachstum sogar eher negativ als positiv.
Und richtig schlimm wird es, wenn die Neulinge gar nicht kommen, weil sie zu deiner Community wollen, sondern weil sie gehört haben, dass auf deiner Mailingliste die Neulinge so schlecht behandelt werden, und sie was zum Empören gesucht haben.
Wenn man bei einer typischen Mailingliste all die überflüssige Fragen wegnimmt, und all die Antworten auf überflüssige Fragen, dann bleibt im Allgemeinen nicht viel übrig. Das kannst du doch nicht wollen, Fefe? Doch, genau das will ich. Wenn es nichts zu sagen gibt, dann hätte ich gerne Ruhe und würde mich gerne entspannen, anstatt schon wieder 100 sinnlose Mails löschen zu müssen.
Oh und einen noch. Ich beschrieb oben die Eskalationsstrategie von Nerds. Geschichten der Form "dieser höfliche, freundliche Mensch kam auf die Mailingliste und fragte höflich und zurückhaltend diese legitime Frage und wurde zusammengebrüllt und weggemobbt" sind meiner Erfahrung nach alles Lügen. Jede einzelne davon. Ich bin in meinem Leben auf einigen echt haarigen Mailinglisten gewesen, und NOCH NIE habe ich erlebt, dass jemand, der eine legitime Frage gestellt hat, und dabei höflich und zurückhaltend war, angepflaumt wurde. Nicht ein einziges Mal.
Ich habe auch ein paar Mal auf der Linux-Kernel-Mailingliste gepostet über die Jahre. So ein halbes Dutzend bis 10 Mal oder so würde ich schätzen. Wisst ihr, wie häufig ich angepflaumt wurde? ÜBERHAUPT NICHT.
In meinen Augen haben Leute, die auf Twitter Filterblasen betreiben, im Bezug auf das soziale Verhalten anderer mal gepflegt die Fresse zu halten, denn sie haben sich jegliches moralisches Standing verwirkt. Überhaupt finde ich es sehr problematisch, anderen Leuten sagen zu wollen, wie sie ihr Leben zu führen haben. Wenn euch die Linux-Kernel-Mailingliste nicht gefällt, macht halt eine Kernelflausch-Mailingliste auf, wo es gesitteter zugeht. Für über 90% des Inhaltes der echten Kernelmailingliste braucht man Linus' Anwesenheit nicht. Wenn das tatsächlich besser flutscht, dann wird die unsichtbare Hand des Marktes eurer Mailingliste Erfolg bescheren. Wenn nicht, dann werde ich oben auf der Brücke stehen und euch "told you so" zurufen.
Update: Noch was. Nicht auf eine dumme Frage zu antworten ist auch negatives Feedback und am Ende für den Fragesteller gedacht, nicht für die anderen. Der merkt dann hoffentlich, dass er was falsch gemacht hat, und korrigiert sein Verhalten. Newbies, die dumme Fragen stellen, zu helfen, ist nicht nur nicht negatives Feedback, es ist positives Feedback. Damit transportiert man die Nachricht, dass es OK ist, lieber anderer Leute Zeit zu verplempern als selber mal fünf Minuten ins Archiv zu gucken. Damit erzieht man die Leute zum genauen Gegenteil des gewünschen Verhaltens.
Update: Noch einen. Diese Ausführungen basieren auf der Annahme, dass es sich um eine technische, zielgerichtete Mailingliste handelt. Schlaue Projekte haben daher mehrere Mailinglisten. Einmal foo-dev für die Leute, die das Projekt vorantreiben. Einmal foo-announce für die Leute, die nur wissen wollen, wenn eine neue Version rauskam. Und einmal foo-talk als Auffangbecken für die ganzen Schwallbacken, die Mailinglisten als soziales Forum für Smalltalk begreifen.
Update: Auf einen Satz runtergebrochen: Deine Lebenszeit ist nicht wertvoller als meine. Daher mögen die Leute auch keine Werbung, keinen Spam, keine Prediger, keine Cold Calls, keine Vertreter und keine Zeugen Jehovas an der Tür. Wenn du nicht merkst, was für ein Arschloch-Move das ist, meine Zeit mit deinem trivialen Scheiß in Anspruch zu nehmen, dann verschiebst du dich damit direkt drei Punkte auf der Arschloch-Freund-Skala in Richtung Arschloch. Und kommt mir nicht mit freier Meinungsäußerung. Da muss das, was du zu sagen hast, direkt erstmal inhaltlich die drei Minuspunkte wettmachen, damit ich das unter dem Strich positiv bewerten kann. Ich empfinde es übrigens auch als ganz große Frechheit, wenn mich irgendwelche Leute anrufen. Besonders Journalisten halten das für völlig normal, von anderen zu erwarten, dass sie stundenlang mit ihnen telefonieren. Äh, nein. Ich denke gar nicht daran. Mein Telefon ist für Notfälle. Familienmitglied verschollen. Bekannter vermisst. DU bist im Zweifelsfall KEIN Notfall.
Update: Weil sich tatsächlich Einzelne nicht entblöden, das hier als "SO MACHEN NERDS DAS HALT UND DAHER IST DAS SO RICHTIG" zu strohmannisieren: Es ging hier nicht darum, zu sagen, dass das so richtig ist. Ist es vielleicht gar nicht. Es ging darum, zu sagen, dass das nicht böses Fies- und Gemeinsein ist, sondern dass sich da jemand was bei gedacht hat, und dass dein aus deiner Sicht völlig harmloses, gar höfliches Verhalten aus Sicht anderer an asoziales anderer-Leute-schöne-Dinge-kaputtmachen grenzt. Meiner Erfahrung nach ist es viel besser, zu erklären, warum Dinge so sind, als zu erklären, dass sie so sind und passt euch gefälligst an. Die Dinge sind so, weil die Nerds vorher die anderen Optionen durchprobiert haben und die waren alle noch schlechter. Bist du jetzt möglicherweise das Genie, das den Dritten Weg findet, der alles besser macht? Denkbar. Aber sehr, sehr unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist, dass du gerade dabei bist, dich monumental zum Idioten zu machen, indem du die Fehler, die andere Leute schon für dich gemacht haben, nochmal machst. Auf Kosten anderer. :-)
Und noch schöner ist, wenn man eine sorgfältig kuratierte Liste der lohnensten Strips kriegt. Ich habe mich da vorhin durchgeklickt und es löste Denkprozesse aus. Sonst habe ich bei Comics eher so Mustererkennungs-Denkprozesse ala "Welche Tropes werden hier inkarniert? Oh, diese. *weiterscroll*"
Ich brauche Feminismus, weil es ohne Feminismus diese Liste nicht gegeben hätte und ich diese Künstlerin nie gefunden hätte. Danke, Feminismus!
Ich soll übrigens schöne Grüße von Frau Streisand ausrichten! *flausch*
Nein, die Schließung hatte nichts mit der Hausdurchsuchung zu tun! Und auch nicht mit dem Brief. Nur weil der Briefkopf echt aussah, heißt das ja noch lange nicht, dass das wirklich vom Mossad kam. Gut, die Telefonnummer ging. Aber nur weil da jemand auf hebräisch bestätigt, kann das ja immer noch ein Telefonscherz eines Radiosenders sein. So leicht kriegt man uns nicht vom Netz!
Von der Absprache zwischen Papst und Queen zur Ukraine haben wir auch erst aus der Presse erfahren.
Im Übrigen haben wir zu dem Thema ja nun wirklich häufig genug Stellung genommen und verweisen auf das bereits Gesagte. Wir haben stets nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Wir müssen jetzt eine gemeinsame Lösung finden. Mit nationalen Alleingängen kommen wir hier nicht weiter, da bedarf es einer europäischen Lösung.
The Environmental Protection Agency issued the company a notice of violation and accused the company of breaking the law by installing software known as a “defeat device” in 4-cylinder Volkswagen and Audi vehicles from model years 2009-15. The device is programmed to detect when the car is undergoing official emissions testing, and to only turn on full emissions control systems during that testing. Those controls are turned off during normal driving situations, when the vehicles pollute far more heavily than reported by the manufacturer, the E.P.A. said.So würden die Autos natürlich im Emissionstest deutlich besser dastehen als sie tatsächlich die Umwelt belasten. Wenn das wahr ist, wäre das in meinen Augen ein kaum zu wieder gut machender Vertrauensverlust. Beim Kauf nicht nur von Autos achten die Leute gezielt auf den Umweltschutz, und dann solche Tricksereien durchzuführen, das würde ich als gezielte Kundentäuschung betrachten und auch in Europa auf einer Rücknahme des Autos beharren. Das sollten unsere Umweltbehörden vielleicht auch mal testen, ob in Autos auf unseren Straßen solche Treibertricks verbaut sind.Update: Mehrere Einsender schreiben mir gerade, dass das schon immer und bei allen Autos so ist. Das wäre ja ein weitere Übereinstimmung, bei den Grafiktreibern sind auch schon mehrere Hersteller erwischt worden.
Das ist ja mal eine nette Geschichte, aber das ist bei allen Motorsteuergeräten seit Jahrzehnten so.
Die erkennen den Zyklus und die Intervalle die auf der Bremse (Prüfstand) gefahren werden und schalten in den Greenmodus.
Und schon ist die Kiste Euro (3/4/5) oder sonstwas kompatibel und hinten kommt das raus was rauskommen darf. Und wenn der Audi auf der Autobahn Gas (oder Diesel) kriegt dann rotzt er halt so raus wie immer.
Ich finde das jetzt echt lustig das das jemand ernstgenommen hat und jetzt zum Aufreger wird.
Für so korrupt hatte ich die Autobranche gar nicht gehalten. Seufz. Irgendwie ist das ja immer so, wenn man sich irgendwas näher anguckt. Da selten viel übrig vom schönen Schein.
Acht Tage lang dauerte es, bis die Polizei Kamilah Brock wieder freiließ, dabei wurde ihre eine Rechnung über 15.000 Dollar für ihre Behandlung überreicht.Brazil lässt grüßen.
Update: Passende Szene aus Men in Black 3 (Danke, Johannes)
Dass es egal ist, ob du ausgegrenzt wirst, oder ob du dich selber ausgrenzt, indem du in deiner Filterblase die Welt zurechtsiebst. Der Effekt ist gleich. Sozial Schwache arme Würstchen radikalisieren sich in ihrer Echokammer durch Abwertung und Dehumanisierung ganzer sozialer Gruppen.
Auf der einen Seite Leute wie der Gärtner hier in der Mitte von dem Video, bei denen die Schuldigen an seinem Problem alles die anderen sind, besonders die Ausländer. Auf der anderen Seite arbeitslose sozial Schwache, für die die Schuldigen an seinem Problem alles die anderen sind, besonders die Nazis. Waren das denn wirklich Alternativlos-Hörer? Najaa, so direkt gefragt, … nein. Aber während die Beschimpfung noch eine Packung Mithetzer unterschreiben, u.a. Mitarbeiter der Amadeu Antonio-Stiftung ("für Zivilgesellschaft und demokratische Kultur"? Wie konnte DAS eigentlich passieren?), aber bei dem Geständnis der Faktenfreiheit des Vorwurfs dann Schweigen im Walde.
Aber hey, die Nazis sind meine Feinde, und der hier ist mein Feind, also muss das ein Nazi sein! Elementare Prädikatenlogik!1!!
Und das tragische daran: Sie halten sich noch für gute Menschen, weil ihre ausgegrenzte Gruppe "die Nazis" sind. Und die haben es verdient, da sind sich ja wohl alle einig.
Schade nur, wenn man dann dank Filterblase von der Realität nur noch so kleine Ausschnitte sieht. In der (selbst verschuldeten) Dunkelheit (nachts) sind alle Katzen grau.
Das kombinieren wir jetzt mit einer Filterblase, die "die Nazis fernhalten" will, und plötzlich ergibt sich eine Äquivalenz aus "gefällt mir nicht und kommt in meiner Filterblase sonst nicht vor" und "muss Nazi sein".
Schade nur, dass man bei freiwilliger Ausgrenzung und Filterblasierung nicht mehr den Dialog mit denen suchen kann. Da sind solchen Leuten also sogar die Nazis voraus. Nazis ist das zwar auch unangenehm, mit Fakten und der Realität konfrontiert zu werden, aber sie filtern nicht von sich aus missliebige Fakten weg. Sie passen nur auf, nicht versehentlich mit ihnen konfrontiert zu werden. Wenn man diese Konfrontation absichtlich herbeiführt, kann man da gelegentlich noch was reißen.
Update: Übrigens, der Vollständigkeit halber. Netzpolitik.org ist noch nie durch Duldung von Rassismus aufgefallen. Die löschen im Allgemeinen prompt und nachhaltig. Ausgerechnen DENEN jetzt so den Vorwurf zu machen, sie würden Nazis dulden, zeugt von einem Realitätsabstand, bei dem selbst Otto Schily langsam unruhig würde.
Update: Ich weiß, ich weiß, es ist doof, wenn man seine Beleidigungen erklären muss. Aber weil ich Zuschriften gekriegt habe: Sozial schwach ist in diesem Fall tatsächlich im Wortsinn gemeint, nicht als Euphemismus für ökonomisch schwach. Ich dachte, das sei klar, weil ich das gerade erst erklärt hatte.
Jedenfalls gab es da Kritik. Wie so häufig, wir hatten ja bei C ähnliche Vorschläge. "Hey, wenn wir dieses API hier besser machen, dann werden wir weniger Bugs haben". Und da kommen dann so Old Farts aus dem Unterholz und sagen "ihr infantilisiert C-Entwickler, die sind nicht so doof wie ihr sie hier darstellt". Aber am Ende des Tages geben die Nummern dem eben Recht, lieber die Umgebung schon so zu machen, dass es leichter ist, alles richtig zu machen.
Ich erwähne das hier alles, weil sich rausstellt, dass djb natürlich mal wieder völlig Recht hatte. Natürlich gibt es Leute, die bei komplizierter Materie das falsch machen. Ich zitiere mal:
We evaluated 8 crypto libraries and their vulnerabilities to invalid curve attacks. We found out that the Bouncy Castle library and the Oracle JCE provider were vulnerable and we could extract private keys from the TLS servers running these libraries. The attacks are quite powerful. For Bouncy Castle, we needed about 3300 real server queries. For Oracle JCE, we needed about 17000 real server queries. We tested with the NIST-256 curve. The high number of requests needed for the Java servers results from a strange behaviour (bug?) in the Java EC computation.Ich könnte jetzt ein paar Worte fallen lassen über Java und die ganzen Java-Apologeten, die mir seit Jahren Mails schreiben, dass mit Java alles besser ist als mit C. Aber ich lehne mich glaube ich lieber zurück und sage: Told you so. :-)Dass wir uns da richtig verstehen: Wer mit Java ECC-Krypto gemacht hat, der muss jetzt neue Keys generieren. Und natürlich gucken, dass er eine gefixte Library irgendwo her kriegt. Aber hey, Oracle fixt ja schn… never mind.
Insbesondere nachdem ich gerade in einem langen Podcast erklärt habe, wie ich ticke. Für mich ist es intellektuell viel gewinnbringender, Unrecht zu haben, als Recht zu haben. Mein Ziel ist die persönliche Weiterentwicklung, die schrittweise Annäherung meines Wissens an die Wahrheit. Ich freue mich, wenn ich irgendwo Unrecht habe, das ist wie wenn ich einen Bug in Code finde!
Was mich viel mehr ärgert ist wenn so jemand dann nicht sagt, an welcher Stelle ich angeblich Unrecht habe. Das ist wie ein Bugreport "es funktioniert nicht". Damit garantiert der Bugmelder, dass der Bug nicht gefixt werden wird, und er gewinnt auch nichts. Im Gegenteil, der findet sich dann nur als ineffektiver Bugreporter und Heulsuse im ewigen Logfile der Geschichte wieder.
Zur Sendung 35 gab es vergleichsweise viel Feedback. Das finde ich interessant, weil wir im Vergleich zu anderen Sendungen diesmal fast ausschließlich Einschätzungen hatten und keine Fakten. Falsche Fakten kann man vergleichsweise einfach widerlegen, Einschätzungen sind Ansichtssache. Da muss man argumentiv ausholen, um eine Einschätzung als falsch zu entlarven, und noch mehr Aufwand ist nötig, wenn man den Gegenüber auch noch überzeugen will, dass er stattdessen die eigene Einschätzung übernehmen soll.
Der Großteil des bisherigen Feedbacks war positiv, aber es gibt auch negatives Feedback. Das zeichnet sich jetzt aber nicht dadurch aus, die argumentative Basis unserer Einschätzungen angreifen zu wollen, sondern da kommt Schmähkritik gepaart mit Unterstellungen und Behauptungen. Unterstellungen wie "Fefe sagt, Nazis sind arme Schweine und man dürfe Nazis nicht böse sein". Behauptungen wie "die Nazis müssen ausgegrenzt werden, reden ist sinnlos".
Ich sage nicht, alle Nazis seien arme Schweine. Ich sage, die in diesem einen Tumblr als Nazi angeprangerten Ausländerfeinde sind zu dem Teil, den ich gesehen habe, arme Schweine. Über die Nazis an sich habe ich nicht genug Erkenntnisse und könnte höchstens Vermutungen anstellen, keine Behauptungen. Ich sage auch nicht, man dürfe Nazis nicht böse sein. Ich sage, man dürfe sozial ökonomisch Schwachen nicht böse sein, wenn sie Angst vor dem Verlust ihres sozialen Status haben, und sich dann irgendwelchen rechten Gruppierungen anschließen, die ihnen Heilsversprechungen machen. Wenn wir solchen Gruppierungen gegenüber keine Argumente sondern nur Ausgrenzung anzubieten haben, und sozial Schwachen gegenüber nicht argumentieren können, wieso Pegida doof ist, sondern nur "das sind schlechte Menschen" haben, dann dürfen wir uns in der Tat nicht wundern, wenn Pegida Zulauf hat.
Zu der Behauptung, Nazis müssten ausgegrenzt werden, Reden sei sinnlos. Das mag sein. Ich könnte mich dem sogar anschließen, wenn ich das mal ordentlich begründet bekäme. Bekomme ich aber nicht. Nur weil eine Gruppe das immer und immer wieder, zunehmend lauter und schriller schreit, überzeugt mich die Aussage noch nicht.
Ich glaube sofort, dass es da draußen Leute gibt, die Argumenten nicht zugänglich sind. Ich habe das persönlich erlebt. In absoluten Zahlen häufiger bei Antifa als bei Nazis, aber das liegt daran, dass ich mehr Kontakt zu Antifa als zu Nazis hatte. Ihr müsst mal aufhören, andere Leute durch Brüllen überzeugen zu wollen. Mich schreckt das eher ab, als dass es mich auf eure Seite zieht. Mein Denkmuster ist: Wenn der so laut brüllen muss, dann hat er offensichtlich überhaupt keine inhaltlichen Argumente, sonst würde er ja die bringen, und dann müsste er nicht brüllen.
Wenn mir dann noch unterstellt wird, ich hätte behauptet, das Naziproblem sei aufgebauscht, dann sind wir nicht mehr weit von ebenso faktenbasisfreien Antisemitismusvorwürfen entfernt, und dann guck ich schon mal aus dem Fenster, ob ich da schon die Fackeln und Mistgabeln sehe. Habt ihr wirklich so wenig in den Händen, dass ihr über die Position eures Gegenüber lügen müsst, um ihn besser angreifen zu können? Das würde mich zutiefst traurig machen, denn es hieße, dass ich mich im Gespräch mit euch nicht fortbilden und verbessern kann. Wenn ich mit Lügnern und Fundamentalisten einen Kompromiss suche, kann der nur unterhalb meines bisherigen Niveaus liegen.
Nun wird sicher dem einen oder anderen auffallen, dass das natürlich genau so für Gespräche mit Nazis gilt. Und bei denen habe ich ja gesagt, man muss da den Diskurs suchen. Damit die nicht weiter abgleiten. So gesehen wäre das selbe Argument natürlich auch ein Argument dafür, mich weiter von Lügnern und Fundamentalisten beschimpfen und bespucken zu lassen, damit die nicht noch weiter abgleiten. Aber ich glaube, dass ich da lieber eine FAQ machen würde.
Übrigens endete die Kritik, auf die ich mich hier beziehe, mit diesen güldenen Worten (in Reaktion auf Kommentare Andersdenkender):
Ich finde aber, dass den Nazis, die es gibt, das Leben zur Hölle gemacht werden muss. Nicht nur vom Staat, jeder einzelne muss Nazis ausgrenzen. Kein Job, keine Bank, keine Freunde. Das wird sie nicht überzeugen, aber viele andere, die die Nazis dann sehen.Ich weiß ja nicht, wie gut ihr im Geschichtsunterricht aufgepasst habt. Aber die Strategie haben wir in Deutschland schon mal gefahren. Berufsverbote gab es zu RAF-Zeiten. Der Radikalenerlass. Das richtet sich nicht gegen Nazis, sondern gegen Linke. Die DDR hatte das auch, die setzten schon bei der Bildung an. Wer nicht linientreu ist, kriegt unter Umständen keine Bildung. Und heute staunen wir, dass die Nazis in Sachsen einen geringen Bildungsstand haben. Berufsverbote waren auch ein Instrument der Entnazifizierung in der Besatzungszeit. Und das hat ja auch perfekt funktioniert, heute haben wir ja keine Nazis mehr, gell?
Oh und wisst ihr, wann wir noch Berufsverbote hatten? Bei den Nazis. Juden und Kommunisten durften keine Ärzte mehr sein, keine Rechtsanwälte, keine Künstler. In DER Tradition befindet man sich, wenn man Berufsverbote fordert. Sind die Nazis eigentlich so weit gegangen, den Juden Bankkonten zu verbieten? Ich erinnere mich nur daran, dass da enteignet wurde und im besetzten Ausland Limits vergeben wurden, wieviel die pro Tag abheben dürfen.
Naja, und wenn man denen die Freundschaft aufkündigt, dann nimmt man ihnen auch jede Hoffnung, sich von den Nazis wieder loszusagen. Die Leute aus dem rechten Milieu, die ich kenne, haben alle psychische Probleme. Depressionen, Minderwertigkeitsgefühle, ein Gefühl der Ausgrenzung, des mangelnden Respekts durch den Rest der Gesellschaft, der Gängelei durch Behörden und so weiter. Die sind zu den Rechten gegangen, weil die ihnen ein Gefühl der Verbundenheit und Kameradschaft angeboten haben, und einen gemeinsamen Feind. Wenn die Mainstream-Gesellschaft solche persönlichen Notlagen gar nicht erst entstehen lassen würde, oder den Betroffenen in ihrer (tatsächlichen oder eingebildeten) Not bei der Seite stehen würde, gäbe es meiner Meinung nach auch keine rechte Ideologie in bedrohlichem Umfang in diesem Land. Ein paar Spinner wird es immer geben.
Update: Ich spreche mich übrigens auch nicht direkt gegen Ausgrenzung von Nazis aus. Ich würde in meinem Umkreis sicher keine dulden wollen. Aber wie bei allen Dingen, die man tut, muss man mal eine Analyse wagen, ob das jetzt eigentlich gut oder schlecht ist. Und gelegentlich muss man seine Komfortzone auch mal verlassen und mit Menschen reden, die einem widerlich sind. Und sei es nur aus Eichungsgründen.
Update: Wie Hagen Rether sehr richtig sagt, ist "sozial schwach" ein Kampfbegriff der Neocons und ich sollte lieber ökonomisch schwach schreiben.
Update: Der Teil über die Berufsverbote in der DDR war falsch formuliert. Es ist nicht so, dass man da automatisch nur als linientreues Parteimitglied in den Genuss von Bildung kam, aber man musste als Heretiker das Risiko in Kauf nehmen, keinen Studienplatz / keine Ausbildung zu kriegen.
wir haben hier zur Kenntnis genommen, dass Du moralische Bedenken hast bei dem, was wir so machen.Sie haben mir noch eine Mail der Kanzlei angehängt, aber die publiziere ich hier nicht, weil das ja auch eine Art von Doxxen wäre.Keine Sorge, die haben wir auch. Aus dem Grund haben wir die Veröffentlichungen von Rechercheergebnissen unserer Nutzer zu den im Blog genannten Personen auch wieder eingestellt. Uns ist aufgefallen, dass der Fokus ziemlich von unserem Projekt abdriftet, wenn wir uns zu sehr darauf einschießen, eine Hexenjagd auf Arbeitgeber zu veranstalten. Wir vermerken weiterhin den Arbeitgeber am Posting, wenn er im Profil des Users öffentlich ersichtlich ist, aber keine Rechercheergebnisse von unseren Lesern, die über x Umwege den Arbeitgeber erfahren haben. Das ist für uns ein Mittelweg mit dem wir leben können.
Zu den Falschmeldungen: Es gab mittlerweile tatsächlich Fälle, in denen danebengeschossen wurde. Das war z,.B. der Fall bei einer Arztpraxis, die von einem neuen Betreiber übernommen wurde und bei dem die Verfasserin des Hasspostings entgegen der Angaben in ihrem Profil gar nicht mehr beschäftigt war. Wir vermerken sowas dann, können aber im Zweifel die Veröffentlichung im Internet nicht wieder "einfangen".
Grundsätzlich sind Arbeitgeber aber sehr interessiert an unserem Blog. Wir hatten so bereits mehrere Anfragen größerer Konzerne, ob wir über eine Datenbasis verfügen, mit der wir automatisch deren Mitarbeiter abgleichen könnten. Haben wir abgelehnt, war uns zu heftig, zu bedenklich.
In Kontakt stehen wir auch z.B. mit einem großen Autobauer, dessen Konzernsicherheit uns darum gebeten hat, bei Auffälligkeiten eben einen Hinweis zu geben. Unternehmen scheinen also sehr wohl interessiert daran, keine Nazis bei sich zu beschäftigen.
Um zum eigentlichen Anlass dieser Mail zu kommen:
Mittlerweile finden sich Leute zusammen, die Facebook ans Leder wollen. Konkret versucht zur Zeit ein Anwalt, Facebook zur Löschung zu bewegen und bei Nichtreaktion Facebook entsprechend rechtlich zu belangen. Interessanter Ansatz und sicherlich ein Riesenerfolg für die PR der Kanzlei. Wir machen da allerdings trotz mehrerer Anfragen nicht mit.
Ich freue mich sehr, dass denen klar ist, in was für Fahrwassern sie sich bewegen, und dass sie da offensichtlich nicht nur zu reflektieren bereit sind, sondern sie erkennen auch, wenn sie Fehler machen, und korrigieren dann. Vielleicht kommen wir so am Ende doch zu einer für alle akzeptablen Lösung.
Ich habe ja mal Usenet-Postings archiviert auf meiner Webseite, vor vielen vielen Jahren. Nicht völlig willkürlich, sondern eine Art Best Of der dämlichsten Postings. Mit Ansage, übrigens. Wenn ihr hier Kram postet, dann müsst ihr damit rechnen, dass euch das in zehn Jahren eure Aussichten auf einen Job kaputtmacht. Es gab damals schon Dejanews, später hat Google deren Archiv gekauft und weiterbetrieben. Die Postings waren also eh schon alle archiviert. Und es handelte sich um Usenet-Postings, also öffentliche Äußerungen. Ich hatte daher wenig Unrechtsbewusstsein.
Jahre später (so 10 Jahre oder so) kam dann ein Typ an und kriegte wirklich keinen Job, weil die Personalabteilungen seinen Namen googelten und mein Archiv fanden, wo der sich mit Anlauf und wiederholt zur Kartoffel gemacht hatte. Und der flehte mich an, das wegzumachen. Ich habe dann mein ganzes Archiv weggemacht, also auch die Postings anderer Leute. Ich bin habe das aber bis heute noch nicht abschließend mit mir geklärt, ob das die richtige Entscheidung war oder nicht. Auf der einen Seite ist das ja das einzige Korrektiv, das man in Medien wie dem Usenet hat. Die Drohung, dass die Leute ihr Verhalten später bereuen könnten. Auf der anderen Seite weiß man ja im Usenet auch nicht, wer einem gegenüber sitzt. Ist das jetzt ein renitenter alter Sack, an Großrechnern sozialisiert, elitär bis zum Anschlag, ein Triebtäter, der sich im Recht wähnt? Oder ein pubertierender Jugendlicher in der Auflehnphase, der mit seinen Hormonen und Gefühlen gerade so überfordert ist, dass er aus Trotz Scheiße macht, obwohl ihm tief im Innern klar ist, dass er gerade Scheiße macht? Muss man da im Zweifelsfall für den Angeklagten entscheiden und die halt alle machen lassen und das aushalten? Ist keine einfache Frage.
Und spielt es in der materiellen Betrachtung der Frage eine Rolle, wenn ich so ein Archiv betreibe, ob die Arbeitgeber das von sich aus finden, oder ob ich denjenigen bei seinem Arbeitgeber anschwärze? Eigentlich nicht, oder?
Was ich sagen will: Das ist keine einfache Frage, und man darf sich das nicht zu einfach machen. Ich bin mir auch nicht 100% sicher, ob ich nicht vielleicht nur deswegen gegen diesen Tumblr war, weil ich innerlich nach Konsistenz mit meiner vorherigen Entscheidung strebe, mein Usenet-Archiv zu löschen.
Es ist natürlich tragisch, dass dann ausgerechnet die CDU die Stimmen kriegt, aber die SPD hat den Untergang schon länger verdient. Man kann seinen Wählern nicht beliebig häufig in den Rücken dolchen.
Update: Herzlichen Glückwunsch an alle, die gemerkt haben, dass Münster nicht im Ruhrgebiet liegt. Das war der Medienkompetenzteil. Münster ist auch schon echt lange nicht mehr in der Hand der SPD gewesen. Immer schön aufpassen und wachsam bleiben. Bonn liegt auch nicht im Ruhrgebiet, ist aber Teil des Musters der SPD-Abwahl. (Danke, Martin)
Update: Diverse eingehende Mails erwecken den Eindruck, dass diese Meldung inhaltlich und technisch ähnlich fragwürdig ist wie die G36-Meldung, oder zumindest den komplexen Sachverhalt ungültig verkürzt oder gar verdreht.
Update: Beispiel: "Unter anderem verfügt das MG5 in Serie über eine Schnittstelle zur Nutzung bereits eingeführter MG3-Lafetten." (Danke, Erhard)
So sehr ich mich freue, wenn jemand der Politik den Geldhahn zudreht, und insbesondere den fiesen Rechten, so sehr frage ich mich, wo das hinführen soll? Werden dann als nächstes die Konten von Antisemiten zugemacht? Oder wie wäre es mit Kinderschändern? Oder mit Vergewaltigern! Je abartiger der Vorwurf, desto weniger Nachweis scheint nötig, und desto weniger, so fürchte ich, werden Banken auf Beweisen bestehen, bevor sie Konten zumachen. Was ist mit Homophobie? Reicht das dann auch? Transphobie? Was ist mit Leuten, die mit jemandem zusammengearbeitet haben, gegen den entsprechende Vorwürfe bestehen?
Ich fühle mich bei sowas an die Zustände in den USA erinnert, wo es in diversen Bundesländern und Kommunen Regelungen gibt, dass Sexualstraftäter sich nicht näher als 300 Meter oder sowas an Schulen und Wohnstätten von Kindern annähern dürfen. Sexualstraftäter ist man übrigens auch, wenn man nachts besoffen beim an den Baum pinkeln erwischt wird. Und die Leute müssen dann irgendwo abseits der Gesellschaft auf Campingplätzen hausen und sich ihre Lebensmittel liefern lassen, weil sie sonst gegen die Regeln verstoßen würden, denn das Netz an Spielplätzen, Schulen und Kindergärten und so weiter ist dichter als man denken würde.
Aus meiner Sicht hat solche Ausgrenzung noch nie bei irgendwas geholfen, im Gegenteil ist das der Grund, wieso die Nazis so in ihre Parallelwelten abgedriftet sind, und wieso man argumentativ an die nicht mehr rankommt. Wenn man Leute lange genug abkanzelt und wegdrückt, dann kriegt man nicht nur keine Resozialisierung mehr hin, man verliert auch jeden Überblick darüber, wie viele es davon gibt, wie radikal die sind, und man kennt auch die potentiellen Nachwuchs nicht und kann ihn gezielt gegen menschenverachtendes Gedankengut immunisieren. Eines der stärksten Druckmittel für gutes Benehmen ist "wenn du dazugehören willst, dann musst du dich soundso verhalten". Das gibt man auch aus der Hand, wenn man den Leuten sagt, dass sie nicht dazugehören dürfen, weil sie Nazis sind.
Ich halte das alles für sehr gefährlich und finde, dass sich der Umgang der Deutschen mit den Nazis mal normalisieren muss. Mit Leugnen des Problems kommen wir nicht weiter, und ausgrenzen führt zuverlässig zu den ganzen "großen Überraschungen" in Hoyerswerda, Heidenau und co. Ich befürchte auch, dass man durch Verbote die Sache nur attraktiver macht. Mein Problem ist nicht mit dem Logo sondern mit dem, der das Logo überzeugt herumträgt.
Wahrscheinlich ist meine Vorstellung naiv, dass man Hardcore-Nazis umstimmen kann. Aber so wie wir es jetzt machen funktioniert es ja offensichtlich auch nicht.
Update: Devisenstellen waren das Instrument der Nazis, um den Juden ihr Geld abzunehmen. Konten durften sie aber immer noch haben. Nur nicht mehr beliebig abheben.
Update: Auch der Elbphilharmonie hat Köln was entgegenzusetzen :-) (Danke, Martin)
Ja gut, in der Anfangszeit ist das eher für Verarsche genutzt worden, so haben wirtschaftlich schwache Länder ihre Emissionszertifikate an die Schlote in den reichen Ländern verkauft, und Deutschland, die schon in CO2-Reduktion investiert hatten, kriegten noch Geld geschenkt. Aber das waren doch sicher nur Kinderkrankheiten, oder?
Wie sich rausstellt: Nein, waren es nicht. Das war symptomatisch. Emissionshandel hat nicht nur nicht geholfen, es hat systematisch tatsächlich wirksame Aktionen gegen Klimawandel behindert.
Ja wenn uns doch nur jemand vorher gewarnt hätte!1!! (Danke, Lothar)
Gut, auf der einen Seite ist das natürlich komplett wurscht, welche Rasse ein Aktivist für eine gute Sache hat. Auf der anderen Seite ist das ein soziales Phänomen, das man mal untersuchen muss.
Ist das vielleicht, mal ganz plakativ gesprochen, einfach so, dass die Leute keinen Bock mehr haben, in den Dogmengerüsten anderer Leute der Sündenbock zu sein?
Ich sehe da auch Parallelen zu Transsexuellen, bei denen es (zumindest in meiner Wahrnehmung) deutlich viel mehr M2F als F2M gibt. Das wird ja auch einen Hintergrund haben, den man mal untersuchen könnte!
Ist das vielleicht einfach einfacher, sich ein Lebensmodell zu bauen, wenn man sich in eine Opferrolle begibt, als wenn man permanent die Sündenbock-Rolle hat?
Für mich persönlich ist das einer der Gründe für meinen Atheismus, dass ich einfach keinen Bock habe, mir von der katholischen Kirche erklären zu lassen, dass ich als Sünder geboren bin und mein Leben lang die Arschkarte habe, bis mir der liebe Gott dann irgendwann alles vergibt. Wenn ich sowas höre, dann denke ich mir doch: Freunde, macht das mal ohne mich weiter.
Bei Menschenrechte-Aktivismus kann man nicht einfach aussteigen oder leugnen, dass es da ein Problem gibt, insofern bleibt da ja praktisch nur ein Leugnen der eigenen Hautfarbe. Ich für meinen Teil hab auch die Schnauze gestrichen voll von irgendwelchen Hasstiraden gegen die "alten weißen Männer", die angeblich die Welt beherrschen. Mein Vater ist ein alter weißer Mann und hat sein Leben lang niemanden unterdrückt. Ich bin auch bald ein alter weißer Mann. Ich sehe es überhaupt nicht ein, mir für irgendwelche angeblichen Privilegien eine Kollektivschuld herbeireden zu lassen.
Früher war das angeblich das jüdische Finanzkapital, heute sind es angeblich die alten weißen Männer. Wenn man sich dann die Performance von weißen Frauen oder Männern anderer Hautfarben anschaut, stellt man schnell fest, dass die Menschen eben doch alle gleich schlecht sind.
Das tragischste ist ja, dass diese ganzen "Aktivisten" am Ende selber nichts aus ihrem Leben machen, und damit die Statistik weiter in den roten Bereich drücken. Jede Frau, die die Unterdrückung der Frauen studiert, ist eine Frau, die nicht Firmenchefin wird und die Situation tatsächlich ändert. Und hört mir mit diesem Awareness-Bullshit auf. Wir hatten 60 Jahre Awareness, dass Rauchen tötet. Wie lange haben wir jetzt schon Awareness, dass es einen Klimawandel gibt, der uns alle töten wird? Seit den 1980er Jahren? Ich weiß ja nicht, wem diese Brustkrebs-Awareness-Veranstaltungen helfen sollen, aber ich kenne niemanden, der nicht weiß, dass es Brustkrebs gibt. Wenn ihr was ändern wollt, dann heult nicht über die Situation sondern ändert sie. Macht eine Firma auf, stellt ganz viele Frauen ein, zahlt ihnen mehr als Männern in der Position gekriegt hätten. Stellt Flüchtlinge ein, stellt Schwarze ein, stellt Obdachlose und Behinderte ein.
Nicht anderen sagen, sie sollen was ändern. Selbst was ändern.
BTW: Wie kommt es eigentlich, dass ausgerechnet Bullshit-Märkte wie Esoterik und Heilkunde geradezu von Frauen dominiert sind?
Update: Oha, mir wird gerade erklärt, dass das gar nicht stimmt, dass die Frauen gar nicht die Mehrheit haben bei Eso-Bullshit. Ich hatte meine Einschätzung aus TV-Reportagen von Auralesern und so, und von Beiträgen auf Nischenkanälen im Fernsehen beim Vorbeizappen. Ich ziehe den letzten Teil also zurück und behaupte das Gegenteil.
Sandboxing ist halt schön und gut, aber es reicht nicht. Sicherheitslücken kriegt man nicht weg, indem man Mitigations drum herum baut. Sicherheitslücken kriegt man weg, indem man sie einzeln manuell schließt. Das ist mit Aufwand verbunden. Den muss man dann halt treiben.
Update: Hier kommt noch eine Mail rein, die einen sehr interessanten Punkt bringt:
Bzgl. der Stagefright und anderen aktuellen bösartigen Lücken von Android find ich es übrigens am interessantesten, wie sich die Hilflosigkeit der Benutzer bemerkbar machen wird.
Es ist halt dumm, wenn man die Benutzer von ihren eigenen Geräten aussperrt und diese dann völlig hilflos bei solchen Bugs da stehen. Ohne jegliche Möglichkeit da selbst irgendwas upzudaten, geschweige denn irgendeine Möglichkeit das System auf diesen Geräten selbst irgendwie sicherer machen zu können (z.B. durch Abschalten von Diensten, Firewall o.ä).
Da hilft auch kein Experte im Bekanntenkreis, sofern diese überhaupt bereit wären sich an solchen Wegwerf-Systemen die Hände schmutzig zu machen.
Jemand schrieb mir, das könnte bedeuten, dass das Netzteil demnächst aufgibt.
Der Linux-Treiber macht übrigens noch ganz andere Zickereien, da gibt es Bildstörungen, die ausssehen, als würde das Bild Interlaced übertragen und die Zeilen werden in der falschen Reihenfolge wieder zusammengefügt. Das scheint ein bekanntes Problem zu sein.
An der Stelle fragt sich vielleicht der eine oder andere, wieso ich überhaupt eine AMD-Grafikkarte gekauft habe. Dafür gibt es mehrere Gründe:
Aber so wie sich das jetzt gerade darstellt alles, ist AMD wohl eher nicht die richtige Entscheidung. Wisst ihr, was unter Linux noch am stressärmsten funktioniert und ordentliche Open Source-Treiber hat? Intel-Grafik. Ich brauche unter Linux keine fette 3d-Grafik und habe daher dort den Nvidia-Chip komplett deaktiviert, und kriege unter Windows mit zugeschalteter Nvidia-GPU ordentlich 3d-Wumms. Wieso gibt es Hybridgrafik eigentlich nicht für Desktops? Oder gibt es das und ich habe es bisher übersehen?
Mal unter uns: Wenn Intel endlich mal konkurrenzfähige Grafikleistung produzieren würde, und sie scheinen das ja in letzter Zeit vermehrt ernst zu meinen, dann wäre ich der erste, der AMD und Nvidia komplett rauskantet. Intel hat in der Vergangenheit immer viel Ärger für ihre Grafiktreiber gekriegt, aber ich kann das nicht nachvollziehen. Ich hatte nie Ärger mit deren Grafiktreibern, auf keiner Plattform. Das Ultrabook, das meinen 4k-Monitor ordentlich angesteuert kriegt, hat auch Intel-Grafik an Bord.
Update: Vielleicht fragt sich jemand, wieso ich überhaupt noch einen Desktop habe. Wegen der Geräuschentwicklung. Wenn ich was kompiliere oder zocke, dann will ich keinen pfeifenden Laptop vor mir haben. Der Desktop hat ein großes Gehäuse und bleibt leise.
Update: Mhh, mein Desktop-Bios ist von 2011, der Rechner selbst von 2010. Vielleicht sollte ich den einfach mal komplett austauschen. Inzwischen kriege ich auch mit dem Laptop mit Intel-Nvidia-Hybridgrafik einen stabilen, flickerfreien 60Hz-Link hin.
Das Bild flackert regelmäßig, ab und zu muss der Monitor neu syncen und geht 1-2 Sekunden aus. Zu allem Überflüss hat der Monitor ja einen Lautsprecher, der dann knackst.
Bei dem Monitor lag ein DP-DP-Kabel bei, aber meine alte Grafikkarte kann nur miniDP. Also habe ich ein miniDP-DP-Kabel gekauft, das hatte Bildstörungen.
Dann habe ich mal in den Specs zur alten Grafikkarte gestöbert, und es stellt sich raus, dass die nur bis 1440p spezifiziert war, 4k gab es schlicht noch nicht. Also neue Grafikkarte geholt. Das DP-DP-Kabel: Bildstörungen. Das DP-miniDP-Kabel: Noch stärkere Bildstörungen (der Monitor kann auch miniDP). Neues Kabel geklickt, kam heute an: Da geht direkt ein Popup auf, dass es ein Problem mit dem Kabel gibt, und es kommt nur 30Hz zustande. Unterwegs hatte ich noch ein miniDP-miniDP-Kabel gekauft, damit ich den Laptop anschließen kann. Da kam dann statt des bestellten 2m-Kabels ein 1m-Kabel an. Mein Eindruck ist, dass die Kabelversender im Moment ihre Werbetexte nur als Guidelines betrachten und man kriegt dann halt, was gerade so rumlag im Lager. Insbesondere scheinen die Händler alle auf einer Halde Gammelkabel zu sitzen, die noch schnell abverkauft werden müssen. Ist alles sehr unbefriedigend.
Ich fing ja schon an, mir Sorgen zu machen, dass der Monitor möglicherweise hinüber ist, aber ich habe ein Gerät gefunden, das störungsfrei per Displayport UHD/60Hz anzeigen kann. Es ist nur nicht das Gerät, mit dem ich täglich arbeiten will.
Jetzt bin ich gerade ein bisschen ratlos. Vielleicht sollte ich mal im Laden darauf beharren, dass sie mir das Kabel bei UHD/60Hz ohne Bildstörungen vorführen. Ist alles traurig.
Update: Noch ein neues Kabel geholt, geht auch nicht mit 60Hz. W T F.
Update: Nein, das funktionierende Gerät ist kein Mac, sondern ein Ultrabook. Das ist zum damit rumlaufen, nicht zum stationär an große Bildschirme anschließen. Die neue Grafikkarte ist eine Radeon R9 390, Kabellänge ist 2m. Das sollte alles stressarm zusammen funktionieren.
Update: Konsens vieler Einsendungen ist, dass aktuelle AMD-Grafikkarten gammeliges Displayport-Signal bei 4k raustun und Monitor und Kabel vermutlich unschuldig sind. Es gibt im Internet in der Tat eine Menge Problemberichte von AMD-Usern mit 4k, die dann "gelöst" werden, indem man sich eine Nvidia-Grafikkarte kauft. JA SUPER!
Update: Mit einem Lindy Cromo Kabel klappt es.
DER TYP ermittelt jetzt wegen Landesverrats gegen netzpolitik.org. Was hat Netzpolitik.org getan? Merkels Telefon abgehört? Massenweise deutschen Internet-Traffic abgeschnorchelt? Via BND Industriespionage gegen deutsche Ziele verübt? Aber nicht doch! Wer sowas tut, wird ja nicht verfolgt bei uns. Wir verfolgen lieber Journalisten dafür, dass sie ihre Arbeit machen. Während der ganze Rest der Journallie lieber Bratwurstjournalismus betreibt und "wie aus uns vorliegenden Dokumenten hervorgeht"-Pullermannjournalismus betreibt und "wie es aus Regierungskreisen hieß" für eine Quellenangabe halten, während die "gewöhnlich gut unterrichtete Quellen" "zitieren", stellt netzpolitik.org die Originaldokumente online. Und DIE werden jetzt verfolgt?! Wegen Landesverrats?
Eine unfassbare Frechheit. Aus meiner Sicht sind das die einzigen in diesem ganzen Apparat, die nicht unser Land verraten haben. Der Herr Generalbundesanwalt sollte sich mal selber wegsperren. Schon die geringe Hoffnung, dass nach ihm jemand den Posten kriegt, der tatsächlich mal gegen Landesverräter wie den Bundesnachrichtendienst ermittelt, wenn die dabei auf frischer Tat erwischt werden, wie sie für die NSA deutsche Ziele ausspühen, schon die wäre ein Schritt nach vorne gegenüber dem Status Quo.
Jetzt wissen wir endlich, wie sich die Schweden gefühlt haben, als ihre Regierung auf Zuruf der Contentmafia Pirate Bay verfolgt hat, obwohl die gegen keine schwedischen Gesetze verstießen.
EINE SCHANDE IST DAS! SCHANDE!
Je suis Netzpolitik.org!
Update: Der Deutsche Journalisten-Verband spricht von einer „Justizposse“
Update: Ach Übrigens, der Vollständigkeit halber. Es steht ja die Frage im Raum, wer uns verraten hat. Meine Stammleser kennen die Antwort schon, für den Rest möchte ich kurz erwähnen, dass der Generalbundesanwalt weisungsgebunden ist und dem Justizministerium untersteht. Der Justizminister heißt Heiko Maas und ist bei der SPD. Mit anderen Worten: Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten!
Update: Die "Zeit" solidarisiert sich mit Netzpolitik.org, und auch die Süddeutsche in Form von Leyendecker und Mascolo beziehen klar Stellung. Das freut mich ja besonders, dass das sogar dem Geheimdienst-Mascolo zu weit geht. Sie sehen das als Wink mit dem Zahnpfahl in ihre Richtung, und da haben sie natürlich völlig Recht mit. Jeder Journalist sollte jetzt auf den Barrikaden stehen. Selbst die Böll-Stiftung berichtet in ihrer Sektion "Menschenrechte", in der es sonst um so Fragen wie Wahlen in Nigeria und Flüchtlinge im Mittelmeer geht.
Update: Einen erfreulichen Aspekt gibt es schon. Niemand stellt in Frage, dass es sich bei den Bloggern von Netzpolitik.org um Journalisten handelt.
Update: Hier ist die URL bei netzpolitik.org selbst. Die Site war vorhin ein bisschen überlastet, aber jetzt scheint es wieder zu gehen.
Möglicherweise ist das ja ein Effekt, wie ihn Chris Rock mal in einer Comedy-Routine beschrieben hat? Es ist halt einfacher, seinen eigenen Stand in der Gesellschaft nach unten zu verteidigen als sich weiter nach oben vorzuarbeiten. Oder wie ich es mal formuliert hörte: Shit flows downhill. Wenn Trump von oben den Kübel auskippt, dann achten die auf dem Weg darauf, dass es weiter bergab fließt.
Sobald der Staatsanwalt den Durchsuchungsbeschluss – wie vom Gesetz vorgesehen – beantragt hat, endet seine Zuständigkeit. Er kann dann auch nicht mehr die Durchsuchung wegen „Gefahr im Verzug“ anordnen, bloß weil sich der Richter (aus seiner Sicht) übermäßig viel Zeit lässt.
die Stellenausschreibung sei „rein rechtlich nicht zu beanstanden“. Die Formulierung […] stelle keine Diskriminierung einer Weltanschauung oder einen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) dar. Da das SPD-Parteibuch nicht zwingend, sondern nur „idealerweise“ verlangt werde, würden Mitglieder anderer Parteien nicht benachteiligt.Ach? Ist das so, ja? So leicht kriegt man Diskriminierungsvorwürfe vom Tisch?! Dann suche ich mal einen Manager, idealerweise weiß, um die 35 und männlich, und eine Sachberarbeiterin, idealerweise jung, weiblich und mit großen Titten. Idealerweise, my ass. (Danke, Heiko)
Letzten Herbst war das so ein virales Video. Ich hatte darüber auch was damals.
Da gibt es jetzt ein Update. Und zwar verklagt die Frau jetzt Google, Youtube, TGI Friday's (eine Restaurantkette, die aus dem Video eine Parodie/Werbevideo gemacht hatte) auf eine halbe Million Dollar Schadensersatz. Und natürlich die beiden Macher des Videos, und die NGO dahinter. Begründung:
The two, along with co-defendants Google, You Tube and TGI Friday’s, were accused of failure to get Roberts’ signed permission to air the video before they used it to sell advertising.Da kann man sich jetzt drüber kaputtlachen, dass die so doof waren, sich nicht die Erlaubnis schriftlich geben zu lassen. Aber ich glaube ja, dass da um noch was anderes geht. Das klingt für mich so, als hätten die ihr gegenüber einen auf Rehaugen und "mittellose wohltätige non-profit Menschenrechts-NGO" gemacht, und sie dazu gekriegt, da für ein Video pro bono mitzumachen, und dann blenden sie aber Werbung ein und bereichern sich daran. Und wenn das so ist, dann kann ich nur sagen: Gut so, weitermachen! Verklag die alle, bis sie blau anlaufen! Google und Youtube hätte ich da jetzt nicht in die Klage aufgenommen, das ist ja sinnlos. Der Uploader trägt die Verantwortung, und das sind wohl diese beiden Leute von dieser Advocacy Group. Das finde ich schwer in Ordnung, wenn da mal jemand mit der großen Mistgabel die ganzen Pseudo-Menschenrechtsgruppen ausmistet.
Retired Army Gen. Mike Flynn, a top intelligence official in the post-9/11 wars in Iraq and Afghanistan, says in a forthcoming interview on Al Jazeera English that the drone war is creating more terrorists than it is killing. He also asserts that the U.S. invasion of Iraq helped create the Islamic State and that U.S. soldiers involved in torturing detainees need to be held legally accountable for their actions.Ich glaub' die CIA hat's rausgekriegt. Die kriegen alles raus.
Ich muss an der Stelle gestehen, dass mir nicht bewusst war, dass es einen Fachbereich "Technikphilosophie" gibt, von Leuten, die sich selbst als Technikphilosophen bezeichnen. Ich kannte das vor dieser Mail nur von der Selbstbezeichnung von Sandro. Ich dachte, das ist etwas, das man nachträglich als Bezeichnung für Leute genommen hat, die Sci-Fi gemacht haben, bevor es Sci-Fi hieß.
Daher an dieser Stelle eine aufrichtige Entschuldigung an die Technikphilosophie als Fachbereich. Nur weil ich meinen alten Bekannten Sandro immer wieder gerne damit aufzuziehen versuche, heißt das nicht, dass ich da pauschal einen Fachbereich beschmutzen wollte. Ich wollte ja nicht mal Sandro beschmutzen, nur ein bisschen Häme über ihm ausgießen, weil er da mit diesem Artikel so ins Klo gegriffen hat.
Also, liebe Technikphilosophen. Ich bitte um Entschuldigung. War nicht persönlich gemeint. Nichts für ungut. Weitermachen!
(Aber bitte darauf achten, dass Aussagen Hand und Fuß haben)
Übrigens, bei der Gelegenheit passt das vielleicht. Ich möchte auch den Geisteswissenschaften versichern, dass ich nichts gegen Philosophie habe. Im Gegenteil. Es wird viel zu wenig philosophiert. Was mich nervt sind so Schmalspur-Pseudowissenschaft und Leute, die sich zu ernst nehmen. Beides gibt es in den Naturwissenschaften selbstverständlich auch in viel zu hoher Zahl. Aus meiner Sicht sind die Geisteswissenschaften da viel zu sehr in der Defensive. Nicht rumheulen, was tun! Diese Bunkermentalität finde ich furchtbar. "Immer hacken die Leute auf uns rum!1!!" Na wenn ihr darauf nur mit Rumheulen reagiert, dann ist da möglicherweise was dran! Los, forscht mal was cooles. Macht euch mal ein paar bahnbrechende Gedanken! Aber den Anspruch solltet ihr dann schon haben. Dass die bahnbrechend sind.
Ja, äh, als ob irgendeiner dieser ganzen austauschbaren Currywurstjournalisten im Lande der Kanzlerin in Interviews Contra geben würde! Wer Contra gibt, kriegt nie wieder ein Interview, so einfach ist das. Das haben ein-zwei Mal Leute in Ansätzen probiert, und dann niemand mehr. Und die Merkel ist ja eh kein spannender Interviewgast. Der stellt man eine Frage, und sie labert einfach irgendwelche inkohärenten, in keiner Beziehung zur Frage stehenden Sprechblasen runter. Da kann ich aus einem Interview mit meinem Schreibtisch mehr Erkenntnisgewinn ziehen!
Was wollen die jetzt also alle von diesem Youtuber? In meinen Augen ist das eine Kombination aus nach unten treten und purem Neid. Durch auf dem Typen rumtrampeln, und möglichst laut und zentral und öffentlich die Frage stellen, ob man den eigentlich überhaupt als Journalisten zählen darf, kann man klarstellen, dass man selbst etwas besseres ist. Der Typ ist Youtuber mit gelangweilten Kindern als Zielgruppe, ich bin ausgebildeter Journalist!1!! Und der Neid kommt daher, dass der eine Chance hatte, mal was anders und besser zu machen. Gut, nicht wirklich, denn mit der Merkel kann man zwar reden, und Merkel redet dann zurück, aber ein Dialog kommt nicht zustande. Kann man sich auch sparen. Da könnte man auch die schwedische Nationalhymne singen. Aber der kam überhaupt mal in die Nähe von der Merkel. Wie viele von diesen ganzen Käsestullen-Journalisten kann das von sich behaupten? Von den ganzen ausgebildeten Spezialjournalisten? Na? Wie viele von denen saßen mal mit einer Kamera mit der Merkel in einem Raum und konnten Fragen stellen? Und alle anderen Journalisten haben zugeguckt? Na? Ich sag's euch. Keiner.
Alles in allem stößt mich die Gesamtsituation ab. Merkel hat gemacht, was sie immer macht. Dieser Typ hat gemacht, was von ihm erwartet wurde (und zwar auch von der Merkel! Glaubt doch gar nicht, die hätte das geschehen lassen, wenn da harte Fragen gekommen wären!). Und die Journalisten machen jetzt aus niedrigsten Instinkten heraus diesen Typen da platt. Denn gemeinsam kommen sie grob knapp über die Wirkmächtigkeit dieses einen Youtube-Typen. Gerade so. Und das nutzen sie, um da mal gemeinsam draufzutrampeln. Eine Schande für alle Beteiligten. Außer diesem Youtuber, finde ich. Alles, was der besser hätte machen können, ist das abzulehnen. Oder es anzunehmen und die dann am langen Arm verhungern zu lassen, wie Deutschland es gerade mit Griechenland macht. Sorry, musste verschoben werden, hatte gerade wichtigeres zu tun. Bier war alle. Sowas.
Ich habe mir die Frage noch nie gestellt, was ich tun würde, wenn mir morgen die Merkel ein Interview im Kanzleramt anböte. Ich vermute, dass in so einer Situation so gut wie niemand ablehnen würde. Man lügt sich dann was vor, dass man ja nichts zu verlieren und nur zu gewinnen hat, und vielleicht kann man ein-zwei fiese Fragen absetzen. Und dann geht man hin, und sitzt einer Frau gegenüber, die seit 20 Jahren nichts anderes macht, als Fragen zu ignorieren und keine politische Position zu bekleiden, bis alle Optionen bis auf eine ausgeschieden sind, und dann was von "das ist unsere einzige Wahl" und "alternativlos" zu faseln. Wieviel Hybris braucht man eigentlich, um sich zu denken, man habe da eine Chance, irgendwas zu verbessern?
Daher, aus meiner Sicht, sollten hier alle mal gepflegt die Schnauze halten in der Angelegenheit. Niemand hat sich mit Ruhm bekleckert.
Und im Übrigen ist doch eine Sache völlig klar geworden. Leute vom Jahrgang von diesem Youtuber und seinen Abonnenten betrachten Politik aus dem Hause Merkel wie sie Fotos von Pluto betrachten. Wie Relikte aus einem fernen Teil des Kosmos. Glückwunsch, Frau Merkel. Sie haben eine ganze Generation an Menschen verloren. Ach was sage ich verloren. Verscheucht!
Update: Zum Vergleich: 1994 hat Merkel (damals Jugendministerin) Campino ein Interview gegeben.
Richard hatte denen eine Liste an Telefonnummern und Email-Adressen gegeben und wollte wissen, ob irgendwas davon auf der NSA-Selektorliste war. Antwort:
Eine Auskunft dazu, ob die von Ihnen benannten Daten zu Ihrer Person, insbesondere die genannten Telefonnummern und Email-Adressen, sich unter den an das Bundeskanzleramt gemeldeten Selektoren, befinden, ist dem Bundesnachrichtendienst nicht möglich. Es handelt sich um Material der National Security Agency (NSA). Der Bundesnachrichtendienst kann nicht frei über dieses Material verfügen.Man würde ja denken, so viele Linguisten wie beim BND arbeiten, dass sie wenigstens in ihren Textbausteinen die Kommasetzung hinkriegen.
New hotness: Der Gouverneur in Georgien lässt sich einfach offiziell von den USA einstellen und kriegt ein Gehalt für seine Arbeit. Wir reden hier übrigens von Herrn Saakashvili. Ja, genau. DER Saakaschwili.
Update: Oops, Odessa ist gar nicht in Georgien, sondern in der Ukraine. Das ist mir gar nicht aufgefallen. Was macht denn ein Ex-Präsident von Georgien als Gouverneur einer Provinz in der Ukraine!? (Danke, Daniel)
Im Kontext der Anschläge in Norwegen 2011 geriet Becker in die öffentliche Kritik. Im Rahmen der Berichterstattung trat er für die These eines islamistischen Angriffs ein, obwohl die Faktenlage eine andere war.Ach was kümmern mich Fakten, ich bin Chefredakteur! So und jetzt guckt euch mal das Video hier an. Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.
Da mussten sie bestimmt lange vorfiltern und selektieren, damit jemand so unabhängiges überhaupt so offen Unabhängigkeit von der Regierungslinie demonstriert! Wenn ich die AfD wäre, würde ich dem eine Ehrenmitgliedschaft zukommen lassen.
Update: Der bürokratische Prozess ist noch nicht durch, da müssen noch irgendwelche Kommittes, Ausschüsse und Gremien zustimmen.
Update: Der Mitschnitt ist schon älter (was es aber nicht besser macht).
Daher jetzt dieser Aufruf: Wenn du ein männlicher Unitymedia-Kunde aus Aachen bist, schau bitte mal kurz, ob da bei dir seit einem halben Jahr ein wget-Cronjob durchdreht.
Der Admin sagt übrigens, dass sie auch gelegentlich bei anderen Downloads so wildgewordene User sehen, aber bei Unitymedia sind die IPs nicht fix, daher wollten sie da nicht rumlaufen und IPs aus dem Pool sperren.
Wenn ihr also automatisierte Mirrors betreibt, dann guckt mal generell drauf, ob der da den Traffic minimiert. Und ob der ordentliches Error Handling hat, wenn die Platte voll ist oder der ins Zielverzeichnis nicht schreiben kann oder sowas. Nur weil ihr eine Flatrate habt, heißt das nicht, dass auf der andere Seite Traffic keine Rolle spielt.
Update: Die Downloads haben aufgehört! 220 TB unnützer Traffic sind zusammengekommen.
Dazu der Pressefuzzy des Pentagon:
"The first thing to be very clear about is that the Department of Defense does not conduct chemical weapons testing any longer," he says. "And I think we have probably come as far as any institution in America on race. … So I think particularly for us in uniform, to hear and see something like this, it's stark. It's even a little bit jarring."Na das will ich ja wohl auch hoffen!
Was die Staatsanwaltschaft als "großen Schlag gegen den internationalen Handel von unversteuerten Zigaretten" gepriesen hatte, könnte vor Gericht scheitern. Grund dafür ist das teilweise wohl rechtswidrige Vorgehen der Zollfahnder.Oha, das klingt ja ominös! Was ist denn da passiert?
"Vermeintlich ordnungsgemäß sichergestellte Beweismittel" dürften im Prozess womöglich nicht verwendet werden, sagte Weiß in der Verhandlung. Einige Zollfahnder verhedderten sich bei ihren Aussagen derart, dass ihnen der Richter einen Zeugenbeistand beiordnete. Es bestand die Gefahr, dass die Beamten sich selbst strafrechtlich belasteten.Oooooh! Das fordere ich ja seit Jahren, dass die Richter mal konsequent Beweismittel vor Gericht nicht zulassen, wenn die rechtswidrig erlangt wurden! Das freut mich ja sehr, wenn das ein Richter macht! Leider ist das, wenn ich das richtig verstehe, innerhalb der Diskretion des Richters, ob er solche Beweise zulässt oder nicht. In den USA ist das klar geregelt. Wenn die Durchsuchung illegal war, dann sind die Beweismittel nicht zulässig. Punkt. Und plötzlich haben die Behörden einen Anreiz, sich an Recht und Gesetz zu halten!
Konkret haben die Zöllner eine "zufällige" Kontrolle gemacht, die sah aber nur zufällig aus. Sie kannten den Fahrzeugtyp und das Kennzeichen und zogen das gezielt raus. Eigentlich braucht man dann einen richterlichen Durchsuchungsbefehl, aber den haben sie nicht mal zu beantragen versucht. Das sei so üblich, sagten sie vor Gericht. Da gebe es so gar eine Dienstanweisung für.
Und woher wussten sie die Details? Weil sie eine Telefonüberwachung durchgeführt hatten! War euch das bewusst, dass der Zoll Telefonüberwachungen durchführen kann? Jetzt wisst ihr's!
Und jetzt wird es richtig unappetitlich. Die haben nämlich für die Telefonüberwachung einen richterlichen Beschluss beantragt und gekriegt, am Amtsgericht Darmstadt. Das lief über die Staatsanwaltschaft in Darmstadt. Und die wurde nach einem Jahr (!) ergebnisloser Telefonüberwachung (!!) langsam ungeduldig. Also hat der Zoll … nein, nicht aufgegeben, sie haben einen "bis dahin unbedeutenden Mittäter zum Hauptverdächtigen" gemacht und da war dann eine andere Staatsanwaltschaft zuständig, die in Hanau, und dann haben sie halt da weiter gemacht. Natürlich ohne dem Richter die Vorgeschichte zu erzählen.
Der Richter in Hanau hat schon angesagt, dass er das eher nicht erlassen hätte, wenn er die Vorgeschichte gekannt hätte. Den Rest müsst ihr selber lesen. Da erklären sie dann, wieso die Gerichtsverhandlung jetzt in Hanau in einem Kongresszentrum stattfindet, in einem Saal, der sonst für Theateraufführungen und Konzerte benutzt wird. m( (Danke, Daniel)
Und da stellt sich dann völlig überraschend heraus, dass wenn der Hersteller Konsequenzen zu befürchten hat, er seine Kunden nicht mehr wie ein Stück Klopapier behandeln kann. Vielleicht sollten wir das auch mal in anderen Bereichen ausprobieren? Ich sag mal: "Diese Sturmgewehre waren Scheiße, wir wollen unser Geld zurück!" :-)
Man stelle sich mal vor, was die Telcos plötzlich für einen Service anbieten würden, wenn es sich für sie nicht mehr wirtschaftlich lohnen würde, die Kunden wie Scheiße zu behandeln!
Update: Heise schreibt, Steam habe zuerst den Verkauf eingestellt, und daraufhin habe Warner dem Einzelhandel Bescheid gegeben. Denn die im Einzelhandel verkauften Kopien verlangen danach auch eine Steam-Freischaltung, und wenn Steam das Spiel runtergenommen hat, dann verkauft man lieber keine Kopien mehr, oder die Kunden werden sehr stinkig.
Ich möchte zu beidem kurz Stellung nehmen.
Erstens: Das habe ich nicht nötig, meine Fehler mit Medienkompetenzgelaber zu kaschieren. Bei mir gibt es an einigen Tagen mehr Korrekturen in Updates als Inhalt. Diesen Kritikpunkt kann ich nicht akzeptieren. Wenn ich von Training rede, meine ich auch nicht, dass ich euch plump ins Gesicht lüge (auch wenn das möglicherweise eines Tages geschehen wird, nur um mal zu sehen, was dann eigentlich passiert). Damit meine ich, dass ich einem Artikel einen Spin gebe, der nicht aus dem Inhalt des Artikels zu rechtfertigen ist. Um das festzustellen, müsst ihr selber den Artikel lesen und verstehen. Das will ich gerne herbeiführen.
Einige Leser haben mir geschrieben, dass sie mein Blog als Linksammlung sehen, und lieber nicht wollen, dass sie allen Links hinterherlaufen müssen. Die Frage war dann, ob sie mir als Linkquelle noch trauen können. Die Antwort ist: Nicht mehr oder weniger als vorher beziehungsweise als jeder anderen Quelle auch. Damit müsst ihr überall rechnen, dass eure Nachrichtenquelle aus Inkompetenz oder bösem Willen Desinformation verbreitet. Der einzige Unterschied ist, dass ich das ehrlich ansage.
Zum zweiten Punkt (ich soll lieber mehr recherchieren und lange Artikel schreiben). Das wird nicht geschehen. Ich bin hier kein Krautreporter oder so. Wenn ich was längeres zu sagen habe, schreibe ich das ja auch hier, aber im Allgemeinen habe ich einfach nicht genug zu den Dingen zu sagen, um damit längere Artikel zu füllen. Und wenn ich doch mal was zu sagen habe, und hier was längeres schreibe, gibt es so gut wie jedes einzelne Mal praktisch nur negatives Feedback dazu. Ich verstehe das wohl, dass ihr (und ich ja auch!) gerne ordentlichen Journalismus irgendwo hätten, mit ordentlicher Recherche, keine Fehler machend, trotzdem zeitnah berichten, … wollen wir alle. Wird nicht geschehen, jedenfalls nicht von mir. Dafür müsste ich das zu meinem Beruf machen, und ich müsste mich jeweils auf eine Story einengen und solange alles andere ausblenden. So funktioniere ich nicht. Und das ist auch nicht mein Anspruch an mich. Ich glaube auch nicht, dass das glücklich machen kann, ehrlich gesagt. Mein Lebensmodell läuft so ab, dass ich große Aufgabe in kleinere Blöcke unterteile, und für die muss es jeweils einen messbaren Gewinn geben, der mich dann für den Rest motiviert.
Das ist die Kunst bei Softwareentwicklung, dass man häufige kleinere Erfolgserlebnisse hat. Bei Recherchen zu einem großen Artikel müsste man mental so gestrickt sein, dass man die Recherchen an sich schon als Erfolg wertet, wenn man da was findet. Auch wenn man das nicht mit anderen teilt. So bin ich nicht drauf. Ich bewundere Menschen wie Gaby Weber, die das können. Ist nicht mein Ding.
Aber bei Medienkompetenz, da kann ich was reißen. Das vermute ich nicht nur, das weiß ich. Von Zuschriften, die ich kriege. Nicht nur bei Politik, auch bei Software. Da hat vor ein paar Tagen jemand gatling bei Hacker News gepostet, mailte mir jemand. Bei den Kommentaren gab es dann so Sachen wie "das behaupten ja alle Webserver von sich, schnell zu sein". Ja, heute. Damals nicht. Damals gab es keine skalierenden Open Source Webserver (die ältesten Dateien im CVS sind von Oktober 2003). nginx kam nach gatling (AFAIK). Ob es lighttpd schon gab, weiß ich nicht mehr. Kann sein, aber ich habe erst deutlich später davon gehört. Hier habe ich also den Trend gestartet oder ihm vorgegriffen.
Ein anderer Kommentar dort war, ach der Fefe, der kann ja kein C. Mit Verweis auf einen Bug, den ich 2007 oder so gegen gcc gefiled hatte, weil gcc anfing, ein assert wegzuoptimieren, weil es signed integer overflow hatte, was in C undefined behavior ist. Heute ist das schon fast Allgemeinwissen, aber damals war es das nicht. Nicht nur war es das damals nicht, ich bilde mir auch ein, da als einer der ersten drauf hingewiesen zu haben. Nicht nur dass das passiert, sondern auch dass das Security-Implikationen hat. Klar kann man da heute drauf zeigen und sagen: haha, der Fefe, der macht lauter offensichtliche Dinge. Oder man kann sagen: Fefes Ansatz funktioniert, unter anderem Dank seiner öffentlichen Hinweise ist das heute bekannt und ein alter Hut.
Ich weiß, dass ich beim Programmieren erfolgreich einige Ideen verbreitet habe. Und ich glaube auch zu wissen, dass das beim Blog funktioniert. Das scheint also eine meiner Stärken zu sein, das sollte ich weiter machen.
Update: Eine Sache noch. Ein Talking Point zu mir ist auch häufig "Der Fefe hat viele Leser, der hat eine Verantwortung!" Sehe ich genau so! Deshalb mache ich das Medienkompetenztraining ja. Wenn ich morgen vom Bus überfahren werde, und meine Leistung war, dass ich euch Links vorgefiltert habe, dann ist das weg, wenn ich weg bin. Wenn meine Leistung war, dass ich euch trainiert habe, Bullshit als solchen zu erkennen, dann lebt das weiter. Was ich hier mache, mache ich zum großen Teil gerade deswegen, weil ich glaube, in der Verantwortung zu sein. Ich rede hier manchmal flapsig von meinem Bildungsauftrag, aber bei allem Humor: Das sehe ich wirklich so.
Und während man bei anderen Fluglinien in der Business Class eine Art Liege kriegt, also einen Sitz, der so weit zurücklehnbar ist, dass man darauf praktisch liegen kann, ist Business Class bei der Lufthansa lediglich Sitze mit so viel Platz, wie man früher in der Holzklasse kriegte.
Oh und während andere Airlines einem Ohrstöpsel geben, damit man trotzdem zu schlafen versuchen kann, gibt es bei der Lufthansa nichts dergleichen.
Nee, sorry, Lufthansa, aber so werden wir keine Freunde. Ich kann mich gar nicht erinnern, jemals einen so unbequemen Flug gehabt zu haben. Und dazu gehören im Vergleichsfeld 10-Stunden-Flüge zwischen quengelnden Kleinkinderhorden.
Lustigerweise war der Zubringer von Frankfurt nach Berlin viel besser. Aber wer mich interkontinental menschenunwürdig behandelt, der kann auch auf Inlandsflügen keine Geschäfte mehr mit mir machen.
Hier ist es:
Das BSI hat es angesehen, und bat die Dunkle Seite von Fraunhofer (FKIE) um Hilfe, weil sie sich überfordert sahen.Anonyme Bestätigungen oder überspezifische Dementis nehme ich wie üblich gerne per Email entgegen.Die haben sich das angesehen und gemeint: Tja, ausmachen, Images zur Analyse ziehen, Netz isolieren, alles neu aufsetzen.
Damit ist das BSI zur Bundestagsverwaltung gegangen, und die haben gesagt: Äh, was? Ihr seid doch das BSI! Wieso kriegt ihr das denn nicht hin?!
Das BSI hat denen dann erklärt, dass das bei nichttrivialer Malware halt so ist, woraufhin die Bundestagsverwaltung das lieber vor den Fraktionen geheimgehalten hat. Die Fraktionen haben gerade keinerlei Informationslage, fliegen blind.
Daraus entstand die "Vielleicht die Sommerpause vorziehen"-Empfehlung, weil das im Wesentlichen die Empfehlung der Fraunhofers ist.
US trade officials pushed EU to shelve action on endocrine-disrupting chemicals linked to cancer and male infertility to facilitate TTIP free trade dealNa ist ja auch irgendwie klar. Wen interessieren schon Krebs und Unfruchtbarkeit, wenn man dafür Chlorhühnchen und Schiedsgerichte kriegt!1!! (Danke, Christian)
Ich möchte den Anlass nutzen, auf Gabys Youtube-Kanal hinzuweisen, den bisher noch nicht so viele Menschen entdeckt haben. Insbesondere solltet ihr euch alle mal die Zeit nehmen und euch ihren Film "Desinformation" anschauen (Achtung: anderthalb Stunden lang! Mal am Wochenende oder so, damit auch Zeit zum Reflektieren ist)
Wer Gabys Arbeit unterstützen möchte, kann per Paypal an gaby.weber@gmx.net spenden (wir brauchen da mal eine ordentliche Spenden-Infrastruktur, die nicht auf Paypal und co angewiesen ist), wozu ich euch hiermit aufrufen möchte. Während beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk Doku-Dramen produziert werden, ist für Journalismus wie den von Gaby Weber leider aus unseren Rundfunkabgaben kein Geld mehr übrig.
Aber jetzt zum Kommentar in der Mail. Den finde ich so wichtig, weil mir genau solche Gedanken bei solchen Meldungen auch durch den Kopf gehen.
Schön langsam habe ich keine Lust mehr im IT Sektor zu arbeiten, wenn ich solche Meldungen lese.Ihr glaubt gar nicht, wie es mich freut, dass sich auch andere Menschen derartige Gedanken machen, und sie mit mir teilen!Ich trage zwar keine direkte Schuld daran, dass sowas implementiert wird, bin jedoch eines der kleinen Rädchen, die dafür verantwortlich sind, dass die Infrastruktur läuft, die derartige Sachen ermöglicht!
Erinnert mich irgendwie an meinen Großvater…der war während des 2. WK Mitarbeiter bei der Bahn….er hat zwar keinen persönlich in die Güterwägen verfrachtet, war aber, als kleines Rädchen, dafür verantwortlich, dass die dann pünktlich angekommen sind!
Ich möchte nicht einmal mit 80 meinen Enkelkindern sagen, dass auch ich mitgeholfen habe!
Mir ist klar, dass die Qualität meiner Mithilfe eine andere ist, als die meines Grossvaters….aber wenn ich derartige Meldungen lese und dann die Veränderungen der letzten Zeit in die Zukunft interpoliere, dann hoffe ich, dass ich einer der Pessimisten bin!
Schade eigentlich…ich war halt immer derjenige, der der Meinung war, dass der technische Vortschritt UNS zugute kommt!
Ich glaube, wir müssen mal langsam anfangen, Schranken zu definieren, an welchen Projekten man nicht mitarbeiten darf, um sich nicht mitschuldig zu machen. Ich für meinen Teil mache nicht mit bei Machine Learning und Big Data. Das ist besonders schmerzlich, weil ich Machine Learning mal studiert habe und nach wie vor hochinteressant finde. Aber wenn man da mitmacht oder gar den Stand der Technik voranbringt, ermöglicht man militärische und unterdrückungsstaatliche Anwendungen, die man karmatechnisch nie wieder ausgewetzt kriegt.
Update: Lest mehr Joseph Weizenbaum!
Wenn wir mal Revue passieren lassen, wie es zu dieser Streikpanik kam, dann liegt das an Frau Nahles. Die hat das Gesetz gegen die GdL zu verantworten. Das Gesetz ist nicht nur ein offener Verfassungsbruch, es ist auch explizit darauf ausgelegt, die GdL zu marginalisieren. Oder sie unter Zugzwang zu setzen, mehr Streiks zu machen, um am Ende einen besseren Abschluss als die Konkurrenz rauszuholen, um populärer als die Konkurrenz zu werden. Denn das Gesetz sieht vor, dass nur noch der Tarifvertrag der Gewerkschaft mit den meisten Mitgliedern gilt. Damit sind alle anderen Gewerkschaften raus. Die GdL musste jetzt also dringend etwas tun, um populärste und mitgliedsstärkste Gewerkschaft bei der Bahn zu werden.
Und nicht nur war das von Anfang an sonnenklar, das war explizit darauf ausgelegt. Denn die Medien schrieben von Anfang an: Wenn ihr dieses Gesetz macht, dann wird es mehr GdL-Streiks geben. Die haben nicht mal geblinzelt. Die haben das Gesetz gemacht. Daraus folgt, dass sie das so haben wollten.
Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass die Bevölkerung dann einen Hass auf die GdL entwickelt. Und ist die Bevölkerung nicht willig, helfen die Hassprediger von "Bild" und co.
Und genau so ist es ja auch gekommen.
Aber für die Geschichtsbücher wollen wir mal festhalten: Dieser Streik war von der Politik gewollt und gesetzlich erzwungen. Wenn hier jemand dafür auf die Fresse kriegen sollte, dann die Bundesregierung.
In der Lausitz sind längst nicht nur die gigantischen Löcher ein Problem, sondern vor allem das zurückkommende Grundwasser und was es ausspült. Der Name "Lausitz" weist auf "Sumpfland" hin, allerdings ist Wasser im Wege, wenn man Gruben graben will. Es wurde deshalb in den vergangenen 70 Jahren industriell abgepumpt und um die Pump-Zentren entstanden Grundwassertrichter, die natürlich noch viel größer sind als die Gruben, die vor dem Wasser geschützt werden sollten.Nachdem Peak Kohle in der Lausitz seit Anfang der 1980er überschritten ist, kommt das Wasser zurück. In Hoyerswerda, einer Stadt die seit 1950 bis 1980 die Einwohnerzahlen versiebenfacht wurden (http://www.heise.de/tp/artikel/42/42132/1.html), sind Pumpen im Dauereinsatz, weil man die Stadt in einer Zeit erweitert hat, als von "Sumpfland" keine Rede sein konnte. Mit den neuen Umweltbedingungen ist die Architektur aber nicht kompatibel.
Besonders problematisch ist das Phänomen der "braunen Spree". Wo der Grundwassertrichter Platz machte, kam Luft in den Boden und oxidierte tonnenweise Eisen-Verbindungen, die nun mit dem zurückkommenden Wasser ausgespült werden. Daher sind alle Bäche im Tagebau-Gebiet rotbraun und die Seenlandschaft kippt nur deshalb durch ihren niedrigen PH-Wert nicht um, weil tonnenweise Kalk eingebracht wird. Die Stadt Weißwasser, ihren Namen hat sie nicht durch braunes Wasser bekommen, muss inzwischen per Fernleitung aus dem Lausitzer Bergland bei Bautzen/Zittau/Görlitz versorgt werden, derzeit streitet man sich noch, wer eigentlich für die Kosten aufkommt.
Und: Das braune Zeug bewegt sich natürlich: Immer schön von Süden gen Norden, wo die Spree hinfließt. Aber es gibt politische Order: Der Spreewald und die Hauptstadt müssen natürlich auf jeden Fall gegen dieses Phänomen verteidigt werden. Erst hat man die Talsperre Spremberg als "Auffangbecken" eingerichtet, aber die ist langsam voll. Also überlegt man jetzt, in welchem naheliegenden See man den Dreck künftig lagert. Und das Rohstoff-Forschungszentrum im sächsischen Freiberg kriegt 2 Milliarden Euro EU-Gelder, um daran zu forschen, wie man diese Eisenverbindung irgendwie neutralisieren oder gar nutzbar machen kann (man hofft wohl, irgendwelche Bakterien einsetzen zu können).
Die Berliner sollten so langsam mal Interesse für ihre südlichen Randregionen entwickeln. Kriegt man das Problem nämlich nicht in den Griff, stellt sich die Frage nach der Wasserversorgung der Millionenstadt. Oberflächlich ist die Lausitz weiterhin intakt, eine Radtour lohnt.
Dann scheint RWE zumindest eine Reihe von Aufsichtsratsposten an örtliche Funktionäre verteilt zu haben, so Leute wie der Leiter der Kreispolizeibehörde oder der Landrat.
Ich wil da jetzt gar nicht in die Details gehen, denn das wäre ungerecht gegenüber den anderen Leuten, die da auch alle zum Opfer wurden. Aber zwei Links will ich noch weitergeben: Hier hat eine Gruppe von Aktivisten den Hambacher Forst besetzt, bzw. was von ihm noch übrig ist an kläglichen Resten.
Und hier hat der Deutschlandfunk mal die Bilanz der Bergbausanierung in der Lausitz angeschaut.
Im Übrigen ist sämtliches Geheule völlig unangebracht. Wenn ihr nicht wollt, dass die Bahn sich wie ein kapitalistischer Geldsack verhält und dann bestreikt wird, dann hättet ihr die Privatisierung verhindern müssen.
Und was böte sich da besser an als ein fettes Flüchtlingsproblem! Und Mann war das ein Aufwand! Den Iran und den Irak gegeneinander zu hetzten reichte nicht. Den Irak plattzubomben reichte nicht. Ägypten "die Demokratie zu bringen" reichte nicht. Libyen "die Demokratie zu bringen" reichte nicht! Nein, da musste auch noch ISIS her, finanziert von euren Kumpels, den Saudis. Erst dann war der Flächenbrand stark genug, Millionen von Flüchtlingen, eine humanitäre Katastrophe sondergleichen. Und jetzt kann jeder sehen, was unter realistischen Bedingungen von all dem Menschenrechtsgefasel der Europäer übrig bleibt. Die und ihr internationaler Strafgerichtshof, den ihr ja eh schon immer boykottiert, und dann lassen sie reihenweise Menschen im Mittelmeer ersaufen. Für so ein Blutbad hätte man irgendwelche afrikanischen Diktatoren schon längst angeklagt vor dem tollen Gerichtshof! Aber sich selbst klagt man natürlich nicht an. Da quillt mal so richtig schön die ganze Verlogenheit nach draußen!
In einem Science Fiction / Alternate Reality-Buch hätte das echt ein cooler Stoff sein können. Mir persönlich wäre das ja viel lieber, über sowas nur als Fiktion nachdenken zu müssen.
Update: Oooooh, Da hat tatsächlich schon ein Zyniker drauf hingewiesen!
Update: Nicht nur das, es gibt sogar ein Buch dazu.
Ich fand das ja schon die ganze Zeit auffallend, dass der Snowden per Cloud-Dienst mit der Welt sprach. Nicht dass Skype besser wäre, aber Cloud ist Cloud. Man kann genau niemandem vertrauen von diesen Cloud-Fuzzies. Jeder Anbieter unterliegt irgendwo irgendeiner Fascho-Regierung mit Orwellschen WIR MÜSSEN ALLES ENTSCHLÜSSELN KÖNNEN!!1! Ideen.
Der einzige Weg, wie man ordentliche Krypto hinkriegt, ist wenn man die Infrastruktur selber betreibt.
Ist die Krypto in WebRTC eigentlich Ende-zu-Ende? Ich glaube ja.
Warum sollte das bei Video auch anders sein als bei Email und Instant Messaging. Wenn man da irgendein Walled-Garden-System und intransparente kommerzielle Client-Software hat, dann hängt man von dem ab, was die einem vorsetzen. Vertrauenswürdigkeit ist was anderes.
Update: Hups, Link vergessen.
Update: WebRTC ist zwar Ende-zu-Ende-verschlüsselt, aber mit einem self signed Cert, d.h. hilft nur gegen Angreifer, die den Inhalt des Überseekabels komplett abgreifen, nicht gegen aktive Angreifer, die sich in die Mitte setzen und beiden Seiten gegenüber so tun, als seien sie die Gegenseite.
Update: Der Bahnbetreiber Amtrak kriegt offenbar immer nur nach furchtbaren Zugunglücken Geld, weil die Republikaner das blockieren, weil in den von ihnen kontrollierten Bundesstaaten keiner Bahn fährt.
Update: Der Zug ist wohl deutlich zu schnell gefahren. (Danke, Alexander)
Heilige Scheiße.
Also da bin ich mir doch glatt sicher, dass das den elenden Shitlord Joss Whedon umstimmen wird, endlich Frauen mehr Zeit einzuräumen und ihnen mehr wichtige Rollen zu geben!
Inhaltlich bleibt vielleicht noch zu erwähnen, dass nicht nur eine weitere starke weibliche Hauptfigur eingeführt wurde in Person von Scarlet Witch, sondern dass Scarlett Johansson auch während der Dreharbeiten schwanger war (die Geburt war im September 2014). Im Übrigen sind alle Figuren, die noch mehr Screen Time gekriegt haben, am Ende tot oder nicht mehr Teil der Avengers.
Wer sich denkt: Hey, so eine Lavine aus Undankbarkeit und menschlicher Abgründe, da hätte ich ja erstmal meinen Twitter-Account zugemacht! Genau das hat Joss Whedon getan.
Nun, die gute Nachricht ist: Mit dem BND-Ermächtigungsgesetz war dann ja wirklich Schluss.
Die schlechte Nachricht: Schäubles Finanzministerium untersteht ja der Zoll, und der hat ziemlich krasse geheimdienstähnliche Befugnisse, und ist in der Vergangenheit durch Trojanereinsatz aufgefallen. Wenn man denen also Befugnisse gibt, oder sie auch nur glauben, sie hätten Befugnisse, dann besteht akute Missbrauchsgefahr.
Der Zoll darf z.B. einfach mal eben Grundstücke und Räume betreten und durchsuchen, sogar ohne richterlichen Beschluss, wenn sie was von Gefahr im Verzug heucheln. Sie dürfen Dinge beschlagnahmen und Proben entnehmen. Kurz: Das ist jetzt schon eher beängstigend, was der Zoll so machen darf.
Und jetzt? Jetzt schiebt der Schäuble ein Zoll-Ermächtigungsgesetz in die Pipeline! Wie krass ist das? Man kann das ja schon grob ahnen, wenn man mal Schäubles Track Record anguckt. Aber ich will mal jemanden zitieren, der nicht der Zaghaftigkeit in Sicherheitsfragen verdächtig ist:
Kritik kam von der Gewerkschaft der Polizei (GdP).Ja, richtig gelesen! Das Gesetz ist so krass, dass selbst die Polizei Angst kriegt!
Diese warnt vor »großen rechtsstaatlichen und datenschutzrechtlichen Gefahren« und wirft Schäuble vor, einen »allmächtigen Zollgeneral« zu schaffen.Ach naja komm, liebe GdP, allmächtig ist ein sehr starkes Wort. So schlimm wird es schon nicht sein, oder?
Mit dem Generalzolldirektor sorge der Bundesfinanzminister für einen mächtigen Behördenchef, der mehr Befugnisse auf sich vereine, als die Spitzenkräfte von Bundespolizei, BKA und Verfassungsschutz zusammen.Öh … WTF?!
Update: Moan, schon wieder Justiz geschrieben, als ich Finanz meinte. Das ist mir mit dem Zoll schon mal passiert glaube ich. Narf.
Update: Primärquelle bei der GdP. (Danke, Frank)
Ist der deutsche bzw. europäische Datenschutz aus deiner Sicht innovationsfeindlich?
Nein, im Gegenteil.
Er wird europäischen Startups einen Marktvorteil verschaffen, wenn sie willens sind, Lösungen zu ersinnen, die die Privatsphäre schützen, während in Übersee nur an möglichst vollständiger Auswertung der Daten gearbeitet wird.Wie glaubst du wird die neue EU-Datenschutzverordnung, sollte sie denn irgendwann in Kraft treten, die IT-Branche verändern?
Ich hoffe zum Besseren.
Im Moment sind die Internet-Geschäftsmodelle alle auf möglichst vollständige Erhebung aus Auswertung der privaten Daten der Benutzer ausgelegt.
Die Benutzer sind die Ware, nicht die Kunden.Das kann eigentlich nur besser werden, wenn wir eine Datenschutzverordnung kriegen, selbst wenn die eher mittelmäßig bis schlecht ist.
Welche Bereiche müsste sie sinnvollerweise regulieren? Wo geht die aktuelle Diskussion über Datenschutz womöglich an der Realität vorbei?
Hier gibt es ein paar Fragen der Weltanschauung zu klären.
Wenn der Markt sich so entwickelt, dass man Dinge "kostenlos" kriegt, aber dafür seine Datenhoheit verliert, und die Menschen das mit sich machen lassen — ist der Staat dann in der Pflicht, die wehrlosen Bürger vor sich selbst zu schützen oder fällt das in die Verantwortung der Bürger? Betrachten wir die Datenweitergabe wie Rauchen und schützen die Bürger vor sich selbst und zum Beispiel den Verlockungen der Werbung? Ich halte das für unausweichlich. Gegenbeispiele gibt es kaum. Egal ob Flugzeuge, Autos, Schwimmbäder, Jahrmarkt-Attraktionen, Glücksspiel, Alkoholverkauf, Wendeltreppen, … wenn es von Menschen gemacht ist, dann sind der Hersteller und der Aufsteller in der Haftung und können sich nicht einfach damit rausreden, dass der Kunde ja hätte sehen können, dass an der Treppe kein Geländer war, und er selber Schuld ist, dass er runterfiel und sich das Bein brach.In den USA sind libertäre Ansichten verbreiteter als hier, besonders im Silicon Valley. Da kommen Firmen eher damit davon, wenn sie sagen, der Kunde hätte sich ja besser informieren können. Eine gute Analogie dazu sind die "EULA"-Kleingedrucktes-Lizenzen, die häufig von Software bei der Installation angezeigt werden. Nach amerikanischem Recht ist der Kunde selber Schuld, wenn er auf sowas klickt. Das deutsche Recht sagt aber: Unerwartete Einschränkungen, die man erst nach dem Kauf sehen kann, sind unwirksam. Die europäische Rechtstradition hat ja auch Konzepte wie "Sittenwidrigkeit".
Ich glaube daher, dass sich der Schutz des Kunden in Europa zwangsläufig früher oder später auch auf Datenweitergabe erstrecken muss.
Das Hauptproblem bei einer Datenschutzverordnung ist, wie man dem ganzen Regularium Biss gibt. Wenn ein europäischer User im Internet auf einer US-amerikanischen Webseite etwas klickt, wie kann ihn dann die EU-Verordnung schützen? Hier müsste man bilaterale Verträge mit den USA machen, um für Rechtssicherheit zu sorgen. Und dann blieben immer noch all die anderen Länder. Das zeichnet sich leider alles nicht ab. Im Gegenteil ist die EU bisher immer eingeknickt und hat im Zweifelsfall gegen ihre eigenen Bürger entschieden. Von Fluggastdaten bis zur SWIFT-Datenweitergabe ist die Liste hier lang.
Bei Datenweitergabe von Firmen gibt es das Konzept des "Safe Harbor". Da können sich amerikanische Firmen selbst als datenschutzkonform zertifizieren. Die versprechen einfach nebulös und nicht nachprüfbar, bei ihnen seien die Daten schon sicher. Was dann tatsächlich mit den Daten passiert, kann der Benutzer nicht prüfen, und wenn die Daten wegkommen, hat er keine realistische Handhabe.
Daher ist aus meiner Sicht das größte Risiko bei allen europäischen Datenschutzreformen, dass die uns am Ende nur auf dem Papier helfen. Die Politik ist damit zufrieden. Deren Ziel war es ja bloß, ein bisschen Aktivismus und Handlungsfähigkeit zu demonstrieren. Je weniger das den Freihandel mit den USA einschränkt, desto besser.
Für wie erfolgsversprechend hälst du die Klage von Max Schrems?
Vor Gericht und auf hoher See sind wir in Gottes Hand, wie es so schön heißt.
Ich wünsche ihm viel Erfolg, aber er kämpft letztendlich gegen Windmühlen. Das europäische Rechtssystem ist (vorsätzlich!) so ausgelegt, dass Freihandel mit den USA wichtiger ist als Datenschutzinteressen der EU-Bürger.[Anm.: Hier hätte ich besser Architektur der EU als europäisches Rechtssystem sagen sollen]
Da kann man vielleicht mal hier und da ein Scharmützel gewinnen, aber den Krieg haben wir als Gesellschaft im Grunde schon aufgegeben.Der NSA-Skandal hat das Gefühl der Hilflosigkeit nur noch verstärkt.
Lassen sich amerikanische Konzerne wie Facebook, deren Geschäftsmodell auf personenbezogenen Daten beruht, überhaupt regulieren?
Natürlich!
Unternehmen tun alles, was das Gesetz sie tun lässt.
Wenn man die Gesetze ändert, ändert sich auch das Verhalten von Facebook und co.
Die wollen sich ja am Ende des Tages ihr Gehalt auszahlen können, und zahlen auch Steuern, wenn das Gesetz sie zwingt. Wenn das Gesetz Schlupflöcher bietet, nutzen sie die freilich.
Als Mitarbeiter einer kriminellen Vereinigung gibt es keine Aktienoptionen. Die richten sich im Allgemeinen schon nach den Gesetzen.Es muss aber der politische Wille dafür da sein, ordentliche Gesetze zu machen.
Julian Assange hat behauptet Google verhalte sich mehr wie eine Regierung als ein Unternehmen und Harald Welzer hat im Spiegel gesagt, wir würden längst im Totalitarismus leben ohne es zu merken. Hälst du eine Zukunft, in der Unternehmen wie Google die Politik lenken für realistisch? Wie sähe der „worst case“aus? Ein modernes 1984? Und wie könnte man sinnvoll damit umgehen?
Unternehmen wie Google lenken jetzt schon die Politik.
https://www.opensecrets.org/lobby/indusclient.php?id=B13&year=2014
Google gibt soviel für Lobbyismus aus wie die nächsten beiden (Microsoft und Facebook) zusammen.Gerade in den USA kann man ganz gut nachvollziehen, welcher Politiker von welchem Unternehmen wie hohe Zuwendungen erhalten hat, und wofür der dann so gestimmt hat.
Die Science Fiction-Literatur beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Konzept der Corporatocracy.
http://en.wikipedia.org/wiki/Corporatocracy1984 ist da nicht der richtige Vergleich, eher Cyberpunk, sowas wie Shadowrun oder Neuromancer, oder, wenn Sie es moderner mögen, Daemon.
Können Sie sich erinnern, wann die Politik zuletzt offensichtlich im Interesse der Bürger aber gegen die Interessen der Industrie gehandelt hat?
Im Roman „The Circle“ wird eine Gesellschaft beschrieben, in Leitsprüche wie „Privacy is theft“ gelten und alles mit dem „greater good“ gerechtfertigt wird. Auch die verschiedenen Dienste und Plattformen sind in riesigen Datensammlungen über jeden einzelnen vereint. In der Realität gibt es mittlerweile Software, die es Arbeitgebern möglich macht ihre Mitarbeiter komplett zu überwachen und sogar deren zukünftiges Verhalten voraussehen zu können.Wie viel Wahrheit steckt aus deiner Sicht in einer solchen Dystopie? Kann das unsere Zukunft sein? Wie sähe sie aus?
Je nach Blickwinkel ist das keine Dystopie, das ist Praxis.
Alle großen Firmen machen zur Gefahrenabwehr Network Monitoring und erheben Metadaten über Netzwerkverkehr ihrer Benutzer. Um dem europäischen Datenschutzrecht zu genügen, wird sowas in Europa pseudonymisiert, und man denkt sich Methoden aus, wie man den Zugriff so beschränkt, dass die Daten nur im echten Notfall wieder deanonymisiert werden können.Dinge, die in Europa selbstverständlich sind, nämlich dass ich auf dem Arbeitsplatz auch private Emails verschicken darf, und dass der Arbeitgeber die nicht einfach mitlesen darf, sind Errungenschaften unserer Rechtskultur und der Gewerkschaften. In anderen Ländern gibt es so einen Schutz nicht.
Die Gefahr ist daher bei uns weniger der Chef, der per Webcam seiner Sekretärin in den Ausschnitt guckt, als vielmehr eine diffuse Bedrohung durch Metadaten, wie bei der NSA.
Obwohl es solche Chefs sicher auch geben wird. Gerade im Einzelhandel gibt es ja flächendeckend Überwachungskameras, um Ladendiebstahl erkennen zu können.
Update: Besserer opensecrets-Link.
Als Grund gab er an, die neue Koalition drifte zu weit nach links.ZU WEIT NACH LINKS!!! Sagt der Mann über Netanjahus Koalition!! *umkipp*
Update: Falls jemand mit mitgekriegt hat, was für Positionen dieser Lieberman so vertreten hat: Aus dem Guardian:
A divisive figure even among some staff within his own ministry, Lieberman had proposed transferring Israelis of Palestinian descent out of Israel.
Ausweisung von Nicht-Juden!
Nanu? Was ist denn da passiert? Hier kriegt man einen kleinen Einblick. Dieser Teilthread handelt davon, dass die Hauptbegründung (bei weitem nicht die einzige!) für kdbus ist, dass das alte dbus so ineffizient ist, und man da mal was tun muss, weil das so nicht weitergeht. Also hat Linus mal sehen wollen, und nachdem das nicht sofort klappte (Linus tappt da ganz wunderbar in die üblichen boah-ist-diese-ganze-gnome-kacke-furchtbar Buildprobleme, die sie immer versuchen, hinter configure und pkg-config zu verstecken, aber manchmal suppt es eben stinkend aus irgendeiner Ritze raus), lässt er mal einen Profiler laufen, um zu sehen, was da eigentlich so langsam ist. Und — es ist nicht der Kernelteil. Damit ist das "aber aber aber Performance"-Argument natürlich erstmal vom Tisch.
My guess is that pretty much the entirely of the quoted kdbus "speedup" isn't because it speeds up any kernel side thing, it's because it avoids the user-space crap in the dbus server.IOW, all the people who say that it's about avoiding context switches are probably just full of shit. It's not about context switches, it's about bad user-level code.
Die andere Lektion, an der gefühlt so gut wie alle vorbei gelaufen sind, war die Feminismus-Nummer hier. Leute, strengt euch mal ein bisschen an! So geht das nicht weiter hier. Das haben offenbar diverse Leute als "der Fefe hasst Feministen und mag auch keine Moslems" gewertet. WTF? Tatsächlich war damit natürlich gemeint, dass der Islam als Religion von ein paar Krawallbrüdern in den Schmutz gezogen wird, die die Werte des Islam mit Füßen treten und was von Jihad blubbern. Ähnlich sieht es mit dem Christentum aus (auch wenn das mit der Nächstenliebe sich da zu selten auf Flüchtlinge bezieht und daher Heuchelei diagnostiziert werden muss). Und mit dem Feminismus.
Aaaaaaaber. Die Moslems distanzieren sich immer wieder von den Dschihadisten. Die Christen distanzieren sich immer wieder von den Fundi-Spinnern. Nur die Feministen distanzieren sich nicht von ihren Fundi-Spinnern, sondern machen es sich viel lieber in einer schönen Opferrolle der missverstandenen und beschimpften Minderheit bequem, genau wie sich Christen in den USA immer wieder völlig irrational die Rolle der Minderheit zurechtlegen, um sich auch mal verfolgt fühlen zu können.
Natürlich habe ich das absichtlich schön zweideutig formuliert, damit es einfach ist, sich einlullen zu lassen und weiter zu scrollen. Aber wer sich einlullen lassen und weiterscrollen will, dem sage ich hiermit mal ganz deutlich ins Gesicht: Du bist bei mir falsch.
Also, liebe Leser. Strengt euch mal ein bisschen an. Ich will hier Erkenntnisgewinn und Gegenwehr gegen mundfertig vorbereitete Schnuller-Formulierungen sehen!
Auf der anderen Seite will ich wohl einräumen, dass es mich freut, wenn meine plumpen Manipulationsversuche funktionieren. Dass heißt, dass ich das hier nicht umsonst mache, sondern es wirklich Bedarf gibt. Und dass ich es nicht zu schlecht anstelle, sonst würde ja keiner drauf reinfallen.
Update: Noch ein Hinweis des Typen von der Grundrechtepartei: Die sagen nicht Gesetzesgrundlage, was die korrekte Terminologie ist, sondern rechtliche Grundlage. Das ist dann vermutlich sowas wie „Premium“ oder „Joghurt mit Fruchtzubereitung“ im Supermarkt.
Update: Übrigens war auch der Link falsch :) Er ging zu deren Rechtfertigung für Bundeswehreinsatz im Inland, nicht im Ausland. Die Rechtfertigung für Auslandseinsätze der Bundeswehr basiert tatsächlich auf Art 24 GG.
"I just think [speaking out] was the responsible thing to do. Above anything, I would like people to say, 'Okay, she’s human. She’s obviously had a big life. She’s respectfully come to the table and said what she’s needed to say, and now it’s time for her to grow and heal.'"Mit anderen Worten: Sie sieht sich hier noch als Heldin der Geschichte. Das war ja bloß menschlich, und schaut her, ich bin hergekommen und habe gestanden! Jetzt muss ich erwachsener werden und heilen.Ja, heilen! Sagt die Frau, die mit falschen Krebsansagen hunderttausende von Dollars an Spenden … ja was sagt man da, hinterzogen hat?
Die Polizei hat sich übrigens entschieden, nicht zu ermitteln.
Man stelle sich mal vor, Bernie Madoff stellt sich vor Gericht hin und sagt: schaut her, ich habe gestanden, jetzt ist es Zeit für mich, erwachsen zu werden und zu heilen.
WTF?
Bestandsdaten-Anfragen:Für den Abruf der Bestandsdaten gibt es kein einheitliches Formular. Teilweise sind es einfache Freitexte, wo Behörden nach § 112, 113 TKG I.V.m §100j StPO ein Auskunftsersuchen stellen. Die Anfragen kommen per Fax, Brief und Mail als Text, PDF und Word Dokument(!) rein.
Da die Echtheit der Mails nicht geprüft werden kann, wird auf ein unterschriebenes Fax bestanden (Digitale Signatur? undenkbar).
Wenn man neu in diesem Bereich ist, hält man die Anfragen teilweise für Fälschungen. Nachfragen bei der Polizei bestätigen aber die Echtheit.
Obwohl unsere Bestandsdaten nicht verifiziert sind (kostenloser Dienst, viele Fakes), kassieren wir über 16€ vom Staat für die Auskunft, was ich sehr bedenklich finde (einige Bundesländer zahlen weniger).
TKÜ-Maßnahmen:
Nach gerichtlicher Anordnung, kommt es vor, dass ein E-Mail Postfach gespiegelt werden soll.
Wir haben keine SINA Box, deswegen sollen die Mails einfach zu einer anderen Adresse gespiegelt werden. Manchmal muss man bei der DENIC nachschauen, ob die Domain wirklich der Polizei gehört / sich das bestätigen lassen.
Es gab Fälle wie: "Bitte spiegelt die Mails auf folgende GMX Adresse". - Ja, das war eine echte Anfrage.
Mittlerweile spiegeln wir aber nur noch intern und nicht auf externe Adressen.
Das mit der externen Spiegelung wird in manchen Bundesländern nicht mehr gemacht. Da gab es wohl mal einen Aufall des Mailserver und die Bounce Mails gingen dann an die Absender der Mails zurück…PGP:
Beim senden von sensiblen Daten ist PGP beim LKA optional. Beim BKA ist PGP teilweise Pflicht.
Begründung: Sonst sagt der Verteidiger - Wenn die Daten unverschlüsselt übertragen wurden, wie wurde sichergestellt, dass die Daten nicht manipuliert wurden?Header Verifizierung:
Wir wurden noch nie von Behörden gefragt, ob wir einen E-Mail Header verifizieren können bzw die Echtheit des Mail versandes über unsere Server bestätigen können.
Wie es zu Bestandsdaten-Abfragen kommt:
Eine Bestandsdatenanfrage bedeutet nicht, dass der E-Mail Account etwas böses getan hat. Man muss keine Mails versendet haben. Es reicht, wenn die Betroffene E-Mail irgendwo erwähnt wurde und somit als "Täter" in Frage kommt.
Beispiel: Es wird online Ware bestellt und die E-Mail Adresse wurde dabei angegeben.Sonstige Probleme:
Bei den Behörden-Anfragen liegt teilweise eine Begründung bei, mit der man ahnen kann, was in manchen Postfächern liegt. Diese Inhalte will man nicht auf seinen Servern haben. Da ein Ermittlungsverfahren gegen den Postfach-Besitzer läuft, darf man diesen verständlicherweise nicht warnen. Das heißt aber auch, dass man die Daten nicht löschen darf. Leider bekommen wir keine Benachrichtigung, wann das Verfahren abgeschlossen ist. Somit muss man einige Zeit lang üble Inhalte dulden.
Postfach-Beschlagnahmung:
Nach Gerichtlicher Anordnung ist man verpflichtet, die Inhalte des Postfaches den Behörden zu übergaben. Die Daten möchte gerne direkt vom Server an die Behörden senden. Leider haben die Behörden keinen SFTP oder sonstige Art von Upload. Mit ganz viel Glück kann man große E-Mails senden. Somit heißt es: Daten runterladen, auf CD brennen und zur Post gehen.
Update: Dazu ging noch ein Kommentar von einem Admin bei einer Polizeibehörde ein:
„…Die Daten möchte gerne direkt vom Server an die Behörden senden. Leider haben die Behörden keinen SFTP oder sonstige Art von Upload. Mit ganz viel Glück kann man große E-Mails senden. …“
Diese Mails bleiben regelmäßig an der Firewall hängen weil zu groß, zu suspekt, whatever. Und nachdem man sie dann über Umwege doch zugestellt gekriegt hat, wird man als Admin gefragt „Was ist ein .tar.gz, womit macht man das auf?“.
Es lohnt sich definitiv, den im Kino auf Großleinwand zu sehen, weil die Cinematographie echt eindrucksvoll ist, aber inhaltlich ist der Film großartig genug, dass es fast noch besser ist, ihn sich zuhause im dunklen Kämmerlein alleine auf Bluray anzugucken, damit man alle Details mitkriegt. Denn wie kein anderer mir bekannter Scifi-Film in diesem Themenbereich hat Ex Machina so viele Details richtig gemacht, dass ich mich am Ende geärgert habe, am Anfang einige Details voreilig abgetan zu haben.
Aber guckt vorher nicht den Trailer an!
IIS hat eine Kernelkomponente, weil Microsoft ohne so zu Bescheißen nicht in der Lage war, in Benchmarks mit Linux zu konkurrieren. Es war so schlimm, dass Samba unter Linux schon rein im Userspace schneller war als ein Windows, das SMB komplett im Kernel macht. Vor diesem Hintergrund muss man das als Verzweiflungstat sehen.
Übrigens gab es auch unter Linux mal Versuche, einen Webserver direkt im Kernel zu implementieren, das war aber nie mehr als ein Experiment.
Microsoft hat damals die IIS-Benchmarks offensiv als Argument gegen Linux und Apache verwendet. Wir reden hier von Ende der 90er, da war der Kampf gegen Linux noch voll im Gange. Heute stellt Microsoft selber Software unter MIT-Lizenz für Linux her. Das war damals völlig undenkbar.
Das spannende an diesem Bug ist, dass http.sys immer einen relativ guten Ruf hatte, geradezu als sicher galt, weil es da so selten irgendwelche Probleme gab. Aber so ist das halt manchmal im Leben. Es dauert ein bisschen, bis man die Rechnung für Jugendsünden kriegt.
Update: Falls sich jetzt der Eindruck einstellt, dass nur IIS http.sys einsetzt, dann stimmt das nicht. Es gibt auch andere Software, die das tut, etwa von Citrix. Die haben den Bug auch gemeldet.
in u-haft kriegt jeder der rumheult und ein drama veranstaltet den ersten monat selbtsmordgefährdung an die tür geklebt, was als erebnis eine STÜNDLICHE (nicht 15minuten) lebendkontrolle und mehrpersonenzelle behinhaltet, da der sich aber garantiert eine einzelzelle ercheatet hat, gabs evtl. den 15 minuten rhythmus.source: was in prison enough
PS: den selbstmord hinweis an der tür kriegt auch jeder der, nach seiner verhandlung, mit grossem strafmass zurückkommt und nicht so aussieht als würde er das absolut locker hinnehmen.
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen befragten Experten herzlich bedanken, dass sie bei der Aktion mitgemacht haben!
Mit IT ist er super, Sicherheitspolitik ist auf solidem Stammtischniveau. Der soll mal bei Computern bleiben— Dr. Sandro Gaycken, u.a. NATO-Berater in Sicherheits- und Cyber-Fragen
Also von Kernenergie hat er ja keine Ahnung, der sollte mal bei Computern bleiben.— Rainer Klute, Vorsitzender, Nuklearia e.V.
Also von Journalismus hat er ja keine Ahnung, der soll mal bei Computern bleiben— ihr werdet nicht glauben, was ich alles versucht habe, um jemanden zu finden, der sich dieses Zitat in den Mund legen lassen würde. Ich habe die "Bild" angeschrieben, die "Welt", den "Stern", den "Cicero", die "taz", ich habe bei der "Zeit" und dem ehemaligen Nachrichtenmagazin angefragt … erfolglos. Niemand wollte mir bestätigen, dass ich von Journalismus keine Ahnung habe. Vielleicht hätte ich die Henri-Nannen-Schule versuchen sollen.
Heißt das jetzt, dass ich doch von Journalismus Ahnung habe? Wer weiß. Diese Aktion hier hat es mir jedenfalls versaut.
Also von Satire hat er ja keine Ahnung, der soll mal bei Computern bleiben.— Martin Sonneborn, MEP und Parteivorsitzender der PARTEI.
Also von Krypto hat er ja keine Ahnung, der soll mal bei Exploits bleiben.Das lege ich so mal ganz frech meinem alten Mitstreiter Prof. Dr. Rüdiger Weis in den Mund. Der schrieb mir inhaltlich im Wesentlichen das, er formuliert es nur etwas weitschweifender. Ich tue das gleich noch mal in einen separaten Blogeintrag. :-)
Also von Exploits und deren ethischer Dimension hat er ja keine Ahnung, der soll mal bei Verschwörungstheorien bleiben.— Felix "FX" Lindner, mit dem ich gelegentlich verwechselt werde, und das erst nach dem 2. Bier merke. Dabei ist das ganz einfach. Er ist der, der von Exploits und ihrer ethischen Dimension Ahnung hat. Ich bin der andere.
Zusammenfassend können wir also ganz klar sehen, was eh schon immer alle wussten: Ich sollte mal bei den Verschwörungstheorien bleiben.
Ich hatte übrigens auch die Junge Freiheit gebeten, mir zu bestätigen, dass ich eine linke Zecke bin, und die Junge Welt, dass ich ein konservativer Reaktionär bin. Ist leider auch nichts geworden. Naja, die Kernbotschaft habe ich glaube ich weitgehend zusammen gekriegt.
Update: Falls ihr kurzfristig noch Zitate beisteuern wollt: immer her damit. Das muss dann aber schon mindestens das toppen, was ich schon habe.
Update: Wartet, einen hab ich noch!
Seit wir uns verweigert haben, Werbung auf seinem Blog zu schalten, werden wir von ihm gebashed
— Thorsten Sick, Avira.
(Anm.d.Red.: Da hing noch so eine Werbe-Signatur dran, die hab ich weggemacht. Das verstößt gegen die Blog-Statute)
Update:
Also von Journalismus hat er ja keine Ahnung, der soll mal bei Computern bleiben
— Andreas Bohle, stellv. Chefredakteur, LinuxUser
»Ich bin kein Spion«, so Bogado über seine Rolle in der Affäre, »nur ein Informant.« Also einer, der »auf der Straße die Ohren aufhält, um den Terrorismus zu bekämpfen«. Sein Auftrag war, das Vertrauen des Chefs der iranischen Gemeinde zu gewinnen.:-)
Update: Wenn ihr sonst nichts lest heute, lest diesen Artikel. Zum Totlachen!
Ich habe nicht vor, mit meinen Prinzipien zu brechen an der Stelle, aber ich bin doch neugierig. Daher hier kurz der Aufruf, nur zur Befriedigung meiner Neugier: Wenn ihr berufsmäßig dieses Blog lest, z.B. weil ihr in einer Redaktion irgendwo arbeitet, dann hätte ich gerne eine kurze Email von euch gekriegt. Und wenn ihr das mit euren Chefs gebastelt kriegt, würde ich mich über ein kurzes Statement zum Jubiläum freuen — nicht in eurer Zeitung / Sendung, sondern nur so an mich, an die Bloginput-Emailadresse, und ich würde daraus dann zum Zehnjährigen ein Medley machen und hier posten.
Einfach nur ein
Hallo, wir sind die Redaktion des Neustädter Tagblattes, und wir lesen Fefes Blog seit 7 Jahren wegen des Sportteils.oder so, ihr versteht schon. Der Stichtag ist der 31. März.
Oh, es gibt einige Gruppen, bei denen ich mich besonders über eine Grußbotschaft freuen würde. Leute, die ich hier mal so richtig ausgiebig beschimpft habe. Ihr wisst schon. Springer-Presse, ehemaliges Nachrichtenmagazin, Verräterpartei, FDP, INSM, … falls da jemand jemanden kennt, der das klar machen könnte, da würde ich mich echt drüber freuen.
Nachrichten der Form "wir bei der Tagesschau / dem BND / T-Systems lesen dein Blog, wollen aber nicht genannt werden" nehme ich natürlich auch gerne entgegen und würde die dann auch nicht veröffentlichen. Ehrenwort!
"Beruflich" gerne weiter fassen. Ich kriege gerne Mails, solange ich nicht von JEDEM eine Mail jetzt kriege :-)
Update: Oh Mann, wenn ich so darüber nachdenke, wen ich alles so beschimpft habe über die Jahre … *hust* da müsste man ja dann auch diverse Ministerien und die Schlangenölhersteller und so auf die Liste. Und Apple. Und Microsoft. OpenBSD. In diesem Sinne: Ihr wisst wahrscheinlich, wenn ihr gemeint seid.
Unter uns: Ich glaube nicht, dass SAP Hintertüren einbaut. Die Dienste ownen doch schon das Netzwerkequipment und die Plattformen, wozu brauchen die dann noch Hintertüren in SAP-Produkten?
Aber: Kann man dann andere Leute am updaten hindern, indem man das P2P-Zeugs angreift? Das ist nicht mal In-House-P2P-Zeug sondern sie haben da ein ranziges Startup gekauft, die schön häufiger negativ aufgefallen sind.
Ich frage mich, ob Debian das mitkriegt, wenn ihnen die Nutzerzahlen wegbrechen.
Ich habe neulich ja aus Testgründen mal Arch Linux installiert und der hat mir auch erstmal ungebeten systemd installiert. Ich glaube, das wird bei Linux jetzt was die ganze Ad- und Bloatware bei Windows ist. Nach der Installation muss man erstmal den ganzen ungewollten Scheiß wegoperieren, den einem die Distro so auf die Platte spült. Sehr schade, dass wir die negativen Aspekte von Windows kopieren, bevor wir die positiven nachgemacht haben.
Ich erwähne das, weil sich der eine oder andere (hoffentlich!) gefragt haben wird, wieso wir von dem halbwegs wohlverstandenen Antik-BIOS zu dem klaffenden Sicherheitsloch UEFI wechseln, und wieso Lenovo uns Krypto-Technologien aufdrängen will, die uns daran hindern, etwaige NSA-Hintertüren im BIOS (wir erinnern uns bei der Gelegenheit an die "Bad-BIOS"-Geschichten) durch Flashen eines eigenen BIOS zu ersetzen.
Ja, das liegt an der NSA. Vollumfänglich liegt das an der NSA.
Was mir besonders auf den Sack geht, sind die Leute, die jetzt so tun, als ginge es bei TPM ja nur um Measured Boot, und dieser Bootguard-Scheiß sei bloß eine Aberration. Nein, ist es nicht. Das war der ursprüngliche Plan. Als die Geschichte noch Palladium hieß und ein Microsoft-Projekt war, um den NSA-Anforderungen zu genügen. Damals hieß es: Im Moment können wir TPM nur als passive Komponente neben die CPU löten, aber in der nächsten Generation (wir reden hier von Pentium 4-Zeiten!) ist das dann in der CPU und dann kann man das auch nicht mehr abschalten. Damals haben wir massive Proteste losgetreten, woraufhin das TPM eine (optionale!) passive Komponente neben der CPU blieb. Das Narrativ der NSA-Schergen änderte sich daraufhin zu "aber guckt mal, ihr könnt doch selber Schlüssel hochladen, und dann könnt ihr damit euer Linux absichern!1!!" Und einige Elemente unserer Community haben diesen Bullshit auch noch geglaubt!
Liebe Leute, wir befinden uns hier gerade in einem Krieg um unsere informationstechnischen Plattformen. Wer die Plattform besitzt, kontrolliert auch die auf ihr stattfindenden Dinge. Das sollte spätestens seit Facebook auch dem letzten Idioten klar sein, ist es aber offensichtlich nicht.
Intel glaubt jetzt offenbar, hey, die Leute da draußen sind alle dümmer als ein Stück Brot. Wir probieren das einfach nochmal und tun das TPM in die CPU. Damit es keiner merkt, nennen wir es "Boot Guard" und lassen das TPM daneben bestehen. Für die Plausible Deniability machen wir das "optional", und dann kriegt Lenovo den Gegenwind ab und nicht wir. Und wenn wir Glück haben, dann kommen so Spezialexperten wie Patrick Georgi und erkennen nicht nur nicht, dass Boot Guard ein TPM wie ursprünglich geplant ist, sondern bringen auch noch das Argument, dass das ja was anderes als "das TPM" sei, und versteigen sich dann auch noch zu der Ansage, dass TPM uns retten wird vor Boot Guard. Ach ja, ist das so? OK, zeig mal. Ich hab hier ein System, auf das habe ich coreboot geflasht, und es bootet nicht mehr. Zeig mir doch mal, wie TPM mich jetzt rettet, Patrick!
Warum reibe ich mich so an diesem einzelnen Verirrten? Weil der eigentlich auf unserer Seite kämpft! Das ist ein Coreboot-Entwickler! Ich will dem jetzt nicht unterstellen, ein NSA-Uboot zu sein. Aber vom Effekt seiner Aussagen her könnte er kaum mehr auf Seite der NSA kämpfen.
Liebe Nerds, so geht das nicht weiter. Schlimm genug, wenn die Politik keine Folgenabschätzung macht. Schlimm genug, wenn die Physiker Atombomben bauen, ohne zu wissen, ob deren Detonation am Ende unsere Atmosphäre verbrennen wird. Wenigstens wir müssen uns bei solchen Sachen langfristige Gedanken machen! Und nicht auf Geheimdienste und ihre Talking Points reinfallen!
Es reicht nicht, über die Politik zu meckern, wenn die unsere Freiheit auf dem Altar der Sicherheit opfern. Secure Boot ist genau das selbe in grün.
Und so kommt zusammen, was Rüdi uns seit Jahren als Horrorszenario auf den CCC-Kongressen und anderswo erzählt bezüglich TPM. TPM verhindert, dass wir unsere Hardware mit der Software unseres Vertrauens betreiben können.
Das ist die Apple-isierung unserer Computing-Infrastruktur. Erinnert ihr euch noch an früher? Da kaufte man einen Fernseher, und die Baupläne lagen bei. Der PC konnte seinen Siegeszug überhaupt nur antreten, weil er eine offene Plattform war. Das ist jetzt offensichtlich so tot wie das FAZ-Feuilleton. Zuckt noch ein bisschen. Und dann wundern sich alle, dass die Leute lieber Tablets kaufen. Tja, wenn ihr mir den Vorteil der PC-Plattform wegnehmt, geb ich euch auch nicht mehr den Aufpreis für einen PC.
Meine Theorie ist, dass wir gerade in einer Zeit leben, in der wie mindestens seit dem Vietnamkrieg nicht mehr die Bürger den Autoritäten misstrauen. Wahlen bringen nichts, man hat die Wahl zwischen Pest und Cholera und Protestwahl. Und das tröpfelt jetzt halt durch die Institutionen und Instanzen. Die Geheimdienste, die Polizei, die Justiz, alle haben in den letzten Jahren massiv an Legitimität verloren. Prügelcops waren vor zehn Jahren überhaupt nicht in den Medien. Nicht weil das nicht vorkam, sondern weil das eh niemand geglaubt hätte, dass die gute Polizei Bürger unseres Landes ohne Vorwand verprügeln würde.
Anwalt war früher ein respektabler Beruf. Heute denkt man an Abmahnanwälte und schmierige Winkeladvokaten.
Arzt war mal ein hoch angesehener Berufsstand. Ich habe Ärzte in der Familie und weiß daher, dass die im Allgemeinen Idealisten sind, groteske Überstunden schieben und dafür nicht oder nur unangemessen entlohnt werden.
Ich bin daher der Meinung, dass die Impfgegner im Wesentlichen eine Manifestation dessen sind, dass die Menschen der Obrigkeit schlicht nicht mehr glauben. Die Ärzte haben das Memo zu spät gekriegt und ruhen sich immer noch auf ihrem "wieso würde uns jemand nicht vertrauen, wir sind doch hier um Krankheiten zu heilen!" aus.
Mit Impfen hat das nichts zu tun. Das ist nur das Symptom. Das Ventil. Daher kann man auch mit sachlichen Argumenten so gut wie niemanden überzeugen.
Update: Ich vergaß die Medien. Denen traut ja auch keiner mehr.
Der andere erwähnenswerte Oscar ging an JK Simmons für beste Nebenrolle in Whiplash, den ich jetzt nicht so umhauend fand. Das ist im Grund Rocky für Trommler. Also jetzt kein furchtbarer Film, aber drei Oscars hätte ich dem jetzt nicht verliehen. Egal, JK Simmons ist einer dieser Schauspieler, die man seit Ewigkeiten in allen möglichen Filmen findet, und sich den Namen nicht merken kann. Ich habe mir den Namen gemerkt, weil er in Portal 2 die Stimme von Cave Johnson war.
Von dem Dokument ist mir eine Kopie zugespielt worden, und während ich mich noch fragte, wie ich das am besten veröffentlichen soll, sehe ich hocherfreut, dass die Junge Welt schon ein Full Quote davon online gestellt hat. Also gehet hinfort und leset das!
Wer Motivation braucht, für den will ich mal Punkt 3 kurz zusammenfassen, für mich eines der Highlights aus dem Papier. Es geht um die Frage, ob das ein Putsch war, als Janukowytsch fliehen musste und die Nato eine Nachfolgerregierung eingesetzt hat. Das Propaganda-Papier argumentiert jetzt, es sei kein Putsch gewesen, denn der sei ja geflohen und danach habe es keine Regierung mehr gegeben, also musste das Parlament ja eine Junta einsetzen und Neuwahlen ankündigen!1!!
Völlig klar also: Schuld ist Janukowytsch. Wäre der halt nicht geflohen, als vor seinem Amtssitz Scharfschützen Menschen auf offener Straße umnieteten!
Die Frage, ob vielleicht schon die Gewalt, die den zur Flucht bewegte, Teil des Putsches war, äußern sie sich nicht.
Update: Hier gibt es auch ein Full Quote.
Facebook’s Mark Zuckerberg, Yahoo’s Marissa Mayer, and Google’s Larry Paige and Eric Schmidt all declined White House invitations, opting to send top information security executives insteadAlso nicht völlig boykottieren, man schickt da doch noch ein bisschen Fußvolk hin, die dann vermutlich ansagen, wohin Obama sich die Wahlkampfkohle für Hillary mal stecken kann, wenn er nicht jetzt eine 180°-Wende macht. Tim Cook ging aber für Apple hin und hat da anscheinend einmal episch auf den Tisch gekotzt."Too many people do not feel free to practice their religion or practice their opinion or love who they choose," said Cook, who is gay. "Or love who they choose.""In a world where that information can make the difference between life and death," he continued, "if those of us in positions of responsibility fail to do everything in our power to protect the right of privacy, we risk something far more valuable than money. We risk our way of life."
Das ist natürlich eine absolute Farce, wenn Apple als Cloud-Betreiber und Datensammler par excellence da jetzt einen auf Privatsphäre heuchelt, aber es zeigt, dass die Tech-Branche gerade echt schlechte Laune hat. Die Nacktbilder sind schon wieder vergessen, huh?Naja, vielleicht ist das ja endlich unsubtil genug, dass Obama den Wink mit dem Zahnpfahl mitkriegt.
Diese Argumentation stimmt vollumfänglich. Ich habe sie nicht gebracht, weil ich sie für offensichtlich hielt.
Es hat sich herausgestellt, dass Impfgegner in Rotten auftreten. Da sind dann eine Gemeinde oder ein paar Häuserblocks auf einmal Impfgegner. Daher: Wenn ihr in eurer Nähe einen Impfgegner seht, dann ist der wahrscheinlich nicht alleine. Zieht weg und lasst Darwin seine Arbeit machen.
Ich habe mich vor einer Weile mit einem Belgier unterhalten, der erzählte, dass sie da ein paar fortschrittskritische Fundichristen in Belgien haben, die dazu geführt haben, dass Belgien die einzige WHO-Krisenzone in Europa hat, weil die Leute sich dort alle nicht geimpft haben. Das ist schon ein paar Jahre her und war bevor wir Griechenland in eine humanitäre Katastrophe gestürzt haben. Vielleicht war das auch nur eine urban Legend. Aber auf solche Leute spielte mein "ist gut gegen Überbevölkerung" an. Wenn wir nicht eh schon ein Überbevölkerungsproblem hätten, würde ich die Position vertreten, dass der Staat denen die Kinder wegnehmen muss, weil sie ihre Aufsichtspflicht gegenüber den Kindern verletzen. Aber ich habe mich in den USA mal mit ein paar Fundichristen unterhalten. Die versuchen sich aktiv so häufig wie möglich fortzupflanzen, weil sie überzeugt sind, dass sonst die Ungläubigen die Mehrheit im Land stellen werden, und das geht ja nicht. Insofern fürchte ich, wenn man denen die Kinder wegnimmt, dass sie dann halt neue machen. Oder vielleicht machen sie auch in jedem Fall neue Kinder? Ist alles nicht so einfach. Mir tun die Opfer solcher Leute ja auch irgendwie leid, aber genau so wie man nicht in ein Tornadogebiet oder in die Oderflutzone zieht, sonst ist man halt selber Schuld, genau so darf man halt auch nicht in eine Impfgegnerzone ziehen. Sonst ist man halt selbst Schuld.
Wieso zählt Impfverweigerung eigentlich nicht als versuchte schwere Körperverletzung? Und wenn man jemanden mit einer potentiell tödlichen Krankheit ansteckt, dann entsprechend versuchter Totschlag.
It's encouraging to see the GnuPG project benefitting from similar largess. But it also raises the question: how is the money best spent? Matt Green, a professor specializing in cryptography at Johns Hopkins University, said he has looked at the GnuPG source code and found it in such rough shape that he regularly assigns chunks of it to his students for review."At the end I ask how they felt about it and they all basically say: 'God, please I never want to do something like this again,'" Green told Ars.
Soweit würde ich jetzt nicht gehen. Immerhin benutzt Werner Koch seit Jahren size_t für Längen und Offsets. Ich habe schon viel schlimmeren Code gelesen. Ich glaube ja, die Jugend von heute ist verweichlicht. Was sollen die denn erst sagen, wenn sie mal OpenSSL erben und warten sollen eines Tages?Übrigens, einen noch:
Given the ramshackle state of massive GnuPG code base, it's not clear what's the best path forward. A code audit is one possibility, but such reviews typically cost a minimum of $100,000 for complex crypto programs, and it's not unheard of for the price to be double that.Stimmt. Oder man hat halt Glück und der Fefe macht das kostenlos in seiner Freizeit. Und dann schmeißt Werner Koch Das liegt daran, dass Werner Koch das Problem ist, nicht die Lösung. Werner Koch macht mit dem Code keine Wartung, eher eine Geiselnahme. Denn wer will schon gnupg forken. Wir kriegen ja schon ohne Fork die Leute nicht in signifikanter Größenordnung dazu, das zu benutzen. Das wäre noch übler, wenn es da auch noch Marktfragmentierung gäbe. Deshalb hat noch niemand gnupg geforkt. Nötig gewesen wäre es seit Jahren. Ich persönlich hoffe seit Jahren, dass Werner endlich hinwirft, und dann jemand die Wartung übernehmen kann, der auch ein Interesse daran hat, daraus ein ordentliches Projekt zu machen. Aber das wird ja jetzt nicht mehr stattfinden. Jetzt wo nicht mehr nur sein Ego sondern auch sein Lebensunterhalt direkt davon abhängt, dass er weiterhin Diktator von gnupg bleibt.
Übrigens hat Werner seine BSI-Kohle über die Jahre nicht gekriegt, weil er dafür gearbeitet hätte, sondern weil Leute mit Beziehungen beim BSI Klinken geputzt haben. Diese Leute haben zwar gesehen, dass Werner Koch das Problem ist, aber sie haben sich gedacht, wenn man dem Geld gibt, vielleicht wird das dann besser. Wurde es leider nicht. Ein bisschen Mitleid war glaube ich auch dabei. Und ein bisschen "das ist das eine erwähnenswerte Kryptoprojekt aus Deutschland, das sollte gefördert werden, um ein Signal zu setzen".
Weil mir schon die ersten Twitter-Experten Neid vorwerfen: Ich habe den Aufwand für den Patch geleistet, weil ich vorher eine Finanzierung für meine Zeit klargemacht hatte. Ich brauche keine Spenden, schon gar nicht von Facebook. Das werde ich zu vermeiden wissen, dass Facebook sich mit einer Spende für eines meiner Projekte, die ich dann aus einer Notlage heraus annehmen muss, gutes Karma kauft. Das Geld, das ich bei Kunden für ehrliche Arbeit nehme, ist Bezahlung, keine Spende. Damit finanziere ich zwar meine Open Source Arbeit, aber keiner meiner Kunden kann damit Werbung machen, über mich Open Source finanziert zu haben. Außer der Kunde hat mich explizit für die Entwicklung von Open-Source-Software bezahlt, versteht sich. Das hat es auch mal gegeben.
Ich finde übrigens nach wie vor, am besten wäre es, wenn wir einfach ein bedingungsloses Grundeinkommen hätten. Dann hätten wir das Finanzierungsproblem für Kunst und Open-Source-Softwareentwicklung gelöst und niemand müsste so entwürdigende Winselnummern bringen. Wir hätten aber immer noch das Code-Geiselnahme-Problem. Dafür kenne ich auch keine gute Lösung.
Update: Ich sollte der Sicherheit halber dazu sagen, dass das nicht bloß meine Eintschätzung ist, dass Werner Koch das Problem ist, sondern ziemlich breiter Konsens. Ich habe diverse Mails von anderen Leuten gekriegt, die mit Werner vergeblich zu kooperieren versucht haben. Ich werde die hier aber nicht zitieren. Das sind die Geschichten der jeweiligen Leute, nicht meine. Sollen die sie erzählen. Mir persönlich war das 8 Jahre lang egal. Ich hatte meinen Patch. Mein persönlicher Moment, ab dem ich der Meinung war, dass da jetzt mal was geschehen muss, war als ich auf dem 31C3 Citizen Four sah.
Sorry, aber so läuft das nicht. Richard Stallman hat auch sein Leben der guten Sache gewidmet. Linus Torvalds auch. Was ist mit den OpenBSD-Leuten? Den OpenSSL-Leuten?
Wer sein Produkt kostenlos verteilt, der kann nicht nachher herumheulen, dass sich nicht aus magischen Quellen Geld auf seinem Tisch manifestiert hat. Das muss man vorher durchfinanziert haben, dass man die Entwicklung durchführen kann. Sonst sucht man sich einen Mäzen oder einen Sponsor oder macht Crowdfunding, vielleicht ein Regierungsprojekt. Man kann gucken, ob man eine Gemeinnützigkeit anerkannt kriegt. Ist das mit Aufwand verbunden? Klar! Wer das nicht macht, hat mein Mitleid nicht verdient, sorry.
Ich schreibe auch seit 20 Jahren freie Software. Sieht mich jemand herumheulen, dass ich mir kein Abendbrot leisten kann? Nein. So läuft das nicht.
Werner Koch ist im Übrigen in der ausgesprochen privilegierten Position, dass er sogar mehrfach von der Bundesregierung Förderkohle eingesackt hat. Und dann hat er auch noch ein erfolgreiches Crowdfunding durchgezogen. Was sollen denn bitte die ganzen anderen Leute sagen?! Die, denen die Regierung keine Kohle nachwirft? Die, deren Crowdfunding in der Obskurität verlischt?
Sorry, Werner. Du schläfst in dem Bett, das du dir gebettet hast. Wenn du da jahrzehntelang dein Lebens-Management verkackst, dann stelle dich bitte nicht am Ende hin und winsel herum, dass dir die Welt ein bedingungsloses Grundeinkommen schuldet. Sowas kriegt man nicht durch geduldig Warten.
Ich persönlich bin ein Freund des bedingungslosen Grundeinkommens, unter anderem gerade damit auch Leute wie Werner Koch Software wie gnupg schreiben können, ohne sich Sorgen um ihre Abendbrot machen zu müssen. Aber soweit sind wir noch nicht. Die Realität geht nicht weg, wenn wir sie lange genug leugnen.
Im Übrigen, aber das ist nicht mein Hauptpunkt hier, finde ich die Wartung von gnupg auch keinen Vollzeitjob. Sorry, nein, ist es nicht. Seit wann macht er das jetzt? 20 Jahre? Gelegentlich kommt mal ein Feature dazu, das will ich nicht leugnen. Features, die 90% der gnupg-Benutzer nicht betrifft, sowas wie Smartcards. Aktuell wohl auch elliptische Kurven, das betrifft schon eher jemanden. Aber elliptische Kurven haben die finanziell noch schlechter aufgestellten OpenSSL-Leute ganz ohne murren mal eben nachgerüstet.
Liebe Geeks. Wir haben hier ein strukturelles Problem. Freie Software finanziert sich nicht von selbst. Auf göttliche Intervention warten ist keine Lösung. Sucht euch einen Job, der euch Spaß macht. Am besten nichts, was mit Softwareentwicklung zu tun hat. Sonst habt ihr nämlich abends nach der Arbeit auch keinen Bock mehr auf Softwareentwicklung.
Und dann entwickelt ihr in eurer Freizeit freie Software. Und dann geht ihr in eurem Bett schlafen, unter dem Dach, das ihr euch mit dem anderen Job finanziert habt. So wird ein Schuh draus.
Noch was: Geschenken wirft man keinen Guilt Trip hinterher. Entweder es ist ein Geschenk, dann erwartet man nichts dafür, oder es ist kein Geschenk. Freie Software ist ein Geschenk. Klar darf man sich über Spenden freuen. Aber meckern, wenn sie ausbleiben, darf man nicht.
Update: Oh und einen Punkt möchte ich noch machen. Es wird häufig geheult, dass so viel Open Source Software angeblich in so einem schlechten Zustand ist, angeblich weil die Leute das nicht als Vollzeitjob machen. Das stimmt so nicht. Ich zum Beispiel schreibe Software nicht als Selbstzweck, sondern weil ich was lernen will. Aspekte, bei denen ich nichts lerne, oder die mich nicht interessieren, mache ich dann auch nicht. Die Ausgabe von Fließkommazahlen im printf der dietlibc ist seit Tag 1 kaputt. Dass das nicht gefixt wird, liegt nicht daran, dass ich nen Job habe, der mich ablenkt. Sondern das liegt daran, dass mir andere Sachen wichtiger sind. Das ist eine Frage der Prioritäten, nicht der Ressourcen. Jeder von uns hat genug Freizeit um alles zu schaffen, was er wirklich schaffen will.
Update: Oder aber natürlich man macht das zum Beruf. Gründet eine Firma, die Open Source macht. In einigen Fällen hat das sogar funktioniert. Wenn das gelingt, ist es natürlich der heilige Gral. Aber ich habe zwei Befürchtungen. Erstens ist es nicht mehr das Gleiche, wenn man dafür bezahlt wird. Es macht irgendwann weniger Spaß, wenn es ein Beruf ist und nicht etwas, das man aus freien Stücken tut. Zweitens muss man ja trotzdem irgendwoher Einnahmen generieren. Support für das Produkt ist hier eine populäre Option, aber das kann man nur bringen, wenn das Open-Source-Produkt soweit fertig und stabil ist und eine wichtige Sache löst und breit eingesetzt wird. Das ist eine verschwindende Minderheit der Projekte. Und dann ist die Arbeit, die man tut, auch eher Wartung als Entwicklung. Die Frage also, wie man die Entwicklung von freier Software finanziert kriegt, ist damit weiterhin nicht geklärt.
Als letzte Option bezahlen auch manche große Firmen wie IBM oder Oracle oder Linux-Distributoren ein paar Leute für ihre Arbeit an Open Source-Projekten. Das halte ich für nicht realistisch genug, um das generell als Lebensmodell zu empfehlen. Ein paar Leute können sich das so drehen. Der Rest — fast alle! — nicht.
Update: Es haben sich $50k/Jahr-Sponsoren gefunden. Und genau die Art von Leuten, von denen man Geld annehmen möchte!1!! Na seht ihr, ist doch noch alles gut ausgegangen. Wenn ihr Werner Koch wäret, wäret ihr jetzt zufrieden?
Update: Oh und die Linux Foundation wirft auch nochmal $60k hinterher.
Update: Ich mache mir Sorgen, dass jetzt lauter Kids glauben, das könnte für sie auch funktionieren. Leute, niemand von euch hat den Hauch einer Chance, das als Finanzierungsmodell für das Leben zu replizieren. Das ist wie auf einen Lottogewinn zu hoffen. Holt euch lieber einen richtigen Job und entwickelt nebenher freie Software. Das ist das realistische Modell. Ich finde nach wie vor, dass man Leute, die sich wie Werner ohne Fallschirm aus dem Flugzeug stürzen, nicht auffangen sollte. Sonst validiert man damit das Modell, dass man so seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Und dann machen lauter Andere das nach.
Na, werdet ihr euch denken, die zuständigen Behörden werden den Anzeige-Einreicher ausgelacht haben. Der Mann ist ein Held, der hat ein Kind gerettet, und genau dafür sind Blaulicht und co ja da, damit der Notarztwagen sich freie Fahrt verschaffen kann. Es geht hier immerhin um ein Menschenleben!
Tatsächlich passierte das hier:
Der Notarzt erhält im Januar 2015 einen Strafbefehl. Er soll 4.500 Euro bezahlen und für sechs Monate seinen Führerschein abgeben.Der Notarzt fährt übrigens seit 23 Jahren den Rettungswagen unfallfrei. Un-fass-bar. (Danke, Stefan)
BMW-Fahrzeuge mit der Ausstattung ConnectedDrive ließen sich innerhalb weniger Minuten per Mobilfunk öffnen. Dies war durch Sicherheitslücken bei den sogenannten Remote Services möglich. Über diesen Dienst kann man die Fahrertür seines Autos per Handy-App entriegeln. Durch die Sicherheitslücken konnte dies auch ein Angreifer ohne Zutun des Fahrzeugbesitzers tun.BMW wird das jetzt fixen. Indem sie eine neue Firmware hochladen. Ja, von außen, auf die verkauften Autos. Da lädt BMW aus der Ferne eine neue Firmware drauf. Alleine das wäre für mich schon ein Grund, solche Systeme nicht haben zu wollen, dass man da von außen per Funk neue Software drauftun kann, ohne dass der Besitzer das mitkriegt oder prüfen oder stoppen kann. (Danke, Stefan)
Update: Beispiel.
Die traditionellen Medien haben darauf mit teilweise echt fiesen Heruntermachungen reagiert. Naja, unappetitlich, aber so sind die halt unterwegs. Auch noch nicht spannend.
Hier nimmt einer der Interviewer Stellung, und DAS ist dann doch spannend. Erstaunlicherweise nimmt er schriftlich Stellung und nicht nur in einem Youtube-Video. Alleine schon für seine Auseinandersetzung mit Rupert Murdoch lohnt es sich, das mal durchzulesen. Letztendlich ist das eine Analyse der Rolle der Medien, und — ich habe da durchaus auch Vorurteile gegenüber diesen Youtube-Stars — unerwartet gehaltvoll. Leseempfehlung! (Danke, Daniel)
On Wednesday, a senior American military spokesman provided a new explanation for Baghdadi's ability to escape attack: He never existed.Brigadier General Kevin Bergner, the chief American military spokesman, said the elusive Baghdadi was actually a fictional character whose audio-taped declarations were provided by an elderly actor named Abu Adullah al-Naima.
Auf Deutsch: Al-Baghdadi, der Führer des Islamischen Staats, existiert gar nicht. Dafür haben sie von einem Al-Kaida-Überläufer Beweise zugesteckt gekriegt.Update: Das war damals ein anderer Al-Baghdadi, falls das jemand nicht gemerkt hat. Damals, heute. (Danke, Malte)
Der zweite Grund ist, dass ich gerne meine Person so weit es geht wegabstrahieren will. Wie ja auch im Blog möchte ich gerne erreichen, dass die Positionen anhand ihrer inhaltlichen Gesichtspunkte evaluiert werden, nicht anhand dessen, wer sie ausspricht. Tilo spricht das ja auch an einer Stelle an, dass das heutzutage recht schnell geht, alle Aussagen einer Person für vergiftet zu erklären, weil derjenige irgendwann sich mal nicht streng genug gegen Nazis / Frauenfeindlichkeit / Palästinensische Terroristen / Whatever ausgesprochen hat. Auch ich habe keine Lust, mit Nazis Debatten zu führen. Aber wenn jemand noch nicht Full Retard ist, dann muss man sich dessen Anliegen und Ansichten anhören und damit umgehen. Leute von vorneherein als doof abzukanzeln und nicht mit ihnen reden zu wollen, das ist der garantierte Weg zum schlechten Ausgang.
Update: Ich hab da ein paar Mal "islamisch" gesagt, als ich "islamistisch" meinte. Und statt Minen und Streubomben habe ich Streuminen gesagt. Seht mir das bitte nach, ich hatte nicht viel Schlaf gekriegt die Nacht :-)
Highlights, die sich anzugucken lohnen, sind (völlig subjektiv, versteht sich):
Mit der Fnord-Show war ich dieses Jahr selber nicht so zufrieden. Wir hatten zu viele Folien. Das wussten wir auch vorher, aber wir hatten schon einen gehoben zweistelligen Prozentsatz an potentiellen Folien vorher weggeschmissen. Das werden wir nächstes Jahr anders machen. Dem Publikum hat es anscheinend trotzdem ganz gut gefallen, insofern will ich da jetzt mal nicht zu schlecht gelaunt sein. Aber zufrieden war ich nicht. Bin ich aber so gut wie nie nach meinen Vorträgen, wäre ja auch langweilig.
Den heutigen dritten Tag nutze ich hauptsächlich für Socializen und vielleicht das eine oder andere Interview. Für Erich Möchls Vortrag heute morgen konnte ich mich leider nicht rechtzeitig aus dem Bett quälen. Das will man sicher auf Video gesehen haben, er sprach über NSA-Niederlassungen in Österreich.
Meiner Einschätzung nach sollte man heute um 17:15 den DP5-Vortrag nicht verpassen, aber der leider parallel liegende Vortrag "What Ever Happened to Nuclear Weapons" ist mindestens genau so wichtig. Ich schau mal, wo ich einen guten Sitzplatz finde, und den anderen gucke ich dann auf Video. Um 18:30 würde ich den Thunderstrike-Vortrag gucken.
Um 21:15 gibt es in Saal 2 einen Vortrag über Nordkorea, der wird bestimmt voll :-)
Um 22:00 verspricht der Perl-Vortrag hochkarätig zu werden.
Heute morgen bin ich direkt von einem FAZ-Reporter zu Regin befragt worden, und habe das ein bisschen auf eine generelle Malware-Schiene umzubiegen versucht. Mal gucken, wie das wird. Danach wurde ich direkt von Tilo Jung abgefangen, der hier auf dem Congress herumrennt und Interviews führt. Wir haben uns vorher ein bisschen darüber unterhalten, was wir für ein gutes Interview halten, und ob der Interviewer da Positionen bekleiden sollte oder nur den Interviewpartner reden lassen sollte. Ich finde ja letzteres. Das optimale Interview ist eines, bei dem der Interviewer dem Interviewgast ein paar Stichworte hinlegt und ihm dann nicht dabei im Wege steht, wenn er sich um Kopf und Kragen redet. Tilo war kürzlich in Israel und Paälstina und hat dort mit allen Seiten Interviews geführt, und erzählte, dass er dann erst dafür kritisiert wurde, er würde ja nur die eine Seite zu Wort kommen lassen, und als er dann mit den anderen redete, wurde er dafür kritisiert, denen nicht ins Wort gefallen zu sein, als die da krude Parolen äußerten und sich zum Klops machten. Dieses Muster (jetzt nicht mit Israel und Palästina) habe ich schon häufiger beobachten können und finde es ausgesprochen deprimierend. Ich hatte da vor ein paar Wochen schonmal was zu gebloggt, und so fragte mich dann Tilo auch zu Ken Jebsen. Ich hoffe, ich habe mich da jetzt nicht zu sehr um Kopf und Kragen geredet *hust*. Soviel ist jedenfalls klar: Je weniger Struktur der Interviewer vorgibt, desto mehr Gelegenheiten zum Verplappern hat der Interviewpartner. Vorsicht bei Interviews mit Tilo! :-)
A paedophile police officer who groomed his victim over more than a decade had previously been allowed to keep his job despite being caught taking ‘up-skirt’ photographs of children, a court has heard.During a hearing this morning it emerged Lidstone was arrested eight years earlier for taking ‘up-skirt’ pictures of children with a spy pen in a branch of Tesco.
Der Richter diesmal war dann auch ein bisschen ungehalten, dass er dafür damals nur eine Ordnungswidrigkeit gekriegt hat und Polizist bleiben durfte.
Was Aftenposten jetzt gemacht hat, ist dass sie mit einem Cryptophone herumgelaufen sind, und die Baseband-Firewall an hatten. Dabei wird das Baseband sozusagen in einem Debug-Modus betrieben und zeigt interne Dinge gegenüber dem Betriebssystem an, was das dann anzeigen kann. Nun ist das nicht völlig ungewöhnlich, wenn ein Mobiltelefon vom Netz Daten kriegt, ohne danach gefragt zu haben. Wenn eine SMS kommt, will man das ja, oder wenn man Web klickt und die Antwort kommt. Daher hat Aftenposten diese Aktivitäten rausgerechnet und nur die übrigen Aktivitäten geplottet. Auch davon sind einige normal, z.B. wenn man sich ein Update für das assisted GPS holt, und es gibt auch einige gutartige Ncahrichten, die das Netz einem schicken kann. So 10-15 davon pro Tag sind normal. Aber so eine geographische Häufung ist ungewöhnlich, daher sind die Aftenposten-Leute nochmal mit einer Counterintelligence-Bude und ordentlichem Messequipment losgezogen und haben da komische Dinge gemessen und die Details ihrer Regierung übergeben.
Der Klopper:
Das Innenministerium bestätigt einen Vertrag mit dem Bundeskriminalamt. Dabei soll der im April verkündete “No-Spy-Erlass” zur Anwendung kommen: CSC verspricht, keine Daten an die NSA zu geben.Sorry, aber da kann mir keiner was von Naivität erklären. Das ist Vorsatz. Das ist keine Regierung, das ist eine Junta.
Netzpolitik.org hat ein paar Emails zugespielt gekriegt, in denen CSC ihren Mitarbeitern gegenüber mit den neuen Aufträgen prahlt. Hier ist die Liste:
CSC freut sich, “weitere Rahmenverträge” mit sechs bundesdeutschen Behörden abgeschlossen zu haben. Dazu zählen:Spätestens bei der Bundeswehr ist dann hoffentlich jedem klar, was das bedeutet. Dort sollen sie übrigens Software entwickeln.
- Landeskriminalamt Bayern: Rahmenvertrag neues polizeiliches Vorgangsbearbeitungssystem (IGVPFE)
- Bundeskriminalamt: Rahmenvertrag IT-Dienstleistungen
- Bundesverwaltungsamt: Fachverfahren Elektronisches Personal-, Organisations- und Stellenmanagement der Bundesverwaltung (EPOS)
- Bundesagentur für Arbeit (BA): Rahmenvertrag Systementwicklung (SE)
- Bundesagentur für Arbeit (BA): Partner der MID GmbH im Rahmenvertrag Systementwicklung (SE)
- Bundeswehr und BWI/HERKULES: Zusammenfassung der gewonnen Rahmenverträge
Vorsicht: Ich würde da nur mit dem Browser im Pornomodus hingehen. Und ich will kein Geheule hören, wenn jemand mehr Spam kriegt.
Ich überlege, denen die Anschriften von Spammern und Scammern zu schenken. Für einen guten Zweck! Weil Weihnachten ist! (Danke, Jan)
Ratet mal, ob die Grand Jury Anklage erhoben hat!
Erstes prominentes Opfer: www.ccc.de. Ist ja auch klar, wenn ich an Terror-Propaganda denke, dann denke ich sofort an den CCC!
Update: Ich habe einige Mails von in England lebenden Bloglesern gekriegt, bei denen es geht. Es scheint also vom Provider abzuhängen.
Netanjahus aktuelles Stinkefinger-Projekt ist nämlich, Israel offiziell umzudefinieren. Es gibt da mehrere Entwürfe, insofern ist die genaue Eingrenzung dessen, was er da fordert, ein bisschen wie einen Wackelpudding an die Wand zu nageln, aber im Wesentlichen soll Israel wohl als Staat der Juden definiert werden, und nur der Juden. Es handelt sich also um eine Ausgrenzung der ca 20% Nicht-Juden, die in Israel leben. Netanjahu mit seiner Rechtsaußen-Regierung wittert da gerade Morgenluft, und der Grund für die Neuwahlen ist, dass er glaubt, er kann dann eine noch stärkere Rechtsaußen-Mehrheit einfahren. Das ist angesichts der Umfragen im Moment wohl auch nicht unrealistisch.
Dieses Gesetz wollten jedenfalls seine Justizministerin und der Präsident nicht mittragen.
Der ursprüngliche Entwurf des Gesetzes kommt übrigens vom Ultra-Nationalistischen Koalitionspartner Ze'ev Elkin, gar nicht von Netanjahu selbst. Arabisch wäre dann auch keine offizielle Landessprache mehr sondern bekäme einen Spezialstatus. Das ist alles sehr symbolisch zu verstehen, ein symbolischer Stinkefinger an die Palästinenser. Übrigens soll das nicht nur einfach ein Gesetz werden, sondern sowas wie eine Grundgesetzänderung. Der New Yorker zitiert in seiner Analyse Shimon Peres wie folgt:
Former President Shimon Peres has said that the law would “destroy Israel’s democratic status at home and abroad.”So grimmig die Situation auch ist, einen Lacher gibt es doch: Der Palästinenserpräsident Abbas sagt an, Palästina würde den neuen Staat Israel sicher nicht anerkennen. Humor haben sie ja, die Palästinenser.
Man würde denken, so jemand wäre genau die Zielgruppe für die Antiterror-Gesetzgebung, aber der wurde nicht wegen Terrorismus angeklagt und kriegte nur zwei Jahre Gefängnis.
Ein belgischer Funktionär hat ein Landschaftsgemälde gekriegt und sich daraufhin so verteidigt:
D'Hooghe told the Sunday Times that he believed the painting given to him, was "absolutely ugly" and he believed it had no value. He said he had not voted for the Russian bid.Ach so, na dann.Ja und was haben die anderen Länder gemacht, um die WM zu kriegen?
It also claims England's bid used private security companies and a former member of the UK government's intelligence service MI6 to gather information on its rivals.Qatar war besonders innovativ:Under the heading, "Intelligence relating to Russia 2018" a series of allegations are revealed about Putin's role in brokering a major bilateral trade deal for gas with Qatar, the winners of the 2022 bid, in exchange for each others votes and the votes of others of their supporters.Ihr seht schon, so einen klaren Fall von Korruptionslosigkeit hatten wir schon lange nicht mehr!
"We didn't want to interfere with NSA/GCHQ operations," he told Mashable, explaining that everyone seemed to be waiting for someone else to disclose details of Regin first, not wanting to impede legitimate operations related to "global security."Na gut, Fox IT ist eine üble Trojanerbude. Wie sieht es denn mit seriösen Antivirenfirmen aus, sagen wir mal F-Secure?Mikko Hypponen, a renowned security expert and chief research officer for F-Secure, said that while they had detected some parts of Regin since 2009, they were not at liberty to discuss their discovery due to confidentiality agreements with customers who asked them not to publish details of hacks they suffered.2009!!!
der AKVorrat Österreich hat mit seiner Klage gegen die Vorratsdatenspeicherung das österreichische Gesetz aufgehoben und mit der selben Klage auch vor dem EuGH die EU-Richtlinie zur Fall gebracht.Falls jemand vom Weihnachtsgeld oder 13. Monatsgehalt für einen guten Zweck ein paar Mäuse übrig hat, der kann das ja mal in Ruhe in Erwägung ziehen.Nach der Abschaffung der VDS wollen wir jetzt alle anderen Anti-Terror-Gesetze prüfen lassen ob wir da nicht irgend etwas finden wie wir sie los werden können.
Wir crowd-funden uns einen Review der ganzen Überwachungsgesetze auf https://spenden.akvorrat.at
Naja, werden sie ein besonders schlechtes Jahr davor gehabt haben, und einen Verlustvortrag angemeldet haben…? Nein.
Since 2008, Boeing has reported between $1.6 billion and $5.9 billion in profits each year, yet has paid no federal income taxes in three of those years. Over the last six years, Boeing has reported $26.4 billion in pre-tax profits to its shareholders, while claiming a total of $105 million in refunds from the IRS, an effective tax rate of -0.4 percent.Das, meine Damen und Herren, sind Profis.
Ja und wieviel CO2 müssen wir jetzt einsparen?
Tja, äh, … *blätter* steht da nicht. Da steht:
Klimaschutz in der Stromerzeugung: Mindestens xx Mio. tDie haben es seit Sommer nicht hingekriegt, das mal auszurechnen? Wir haben uns ja schon zu Dingen verpflichtet! Wenigstens das hätte man ja mal ausrechnen können? Nein? Gar nichts? Weia. (Danke, Stephan)
Aber gucken wir uns doch mal an, wofür der da streiken lässt.
Erstens mal: Der kann ja den Streik nicht befehlen. Die Gewerkschaftsmitglieder entscheiden, ob es Streik gibt oder nicht.
Es geht darum, dass die GDL auch Zugbegleiter vertreten darf. Die werden bisher von der EVG vertreten, die dem Vernehmen nach einen auffallend schlechten Job macht. Die streiken selten bis nie und machen dann Abschlüsse unterhalb der Inflation in der Zwischenzeit. Man würde denken, dass so eine Gewerkschaft von ihren Mitarbeitern in den Arsch getreten würde, aber das ist offenbar bislang nur bei wenigen der Fall. Und die sind dann zur GDL gegangen, weil sie gesehen haben, dass Weselsky auch mal kämpft für seine Mitarbeiter.
Gestern las ich irgendwo, Weselsky sei von den Medien wegen seines luxuriösen Lebensstils angepisst worden. Seine Antwort: Er wohne auf ca 60 qm. Das ist doch mal ein glaubwürdiger Bahngewerkschaftler!
Dann haben sie ihn irgendwie als korrupt hinstellen wollen, aber das ging auch nach hinten los, weil die GDL eben alle der Angebote abgelehnt hat, egal wie viele persönliche Vergünstigungen für GDL-Funktionäre sie gehabt haben. Der hat vorher gesagt, was er will, und das ist übrigens grundgesetzlich verbrieftes Recht, und dafür streikt der jetzt.
Ich glaube, dass der Streik in einer Stunde vorbei wäre, wenn die Bahn dem geben würde, was er will.
Was wäre daran eigentlich so schlimm? Dass dann die EVG zumachen kann? Glaube ich nicht. Es gibt in Deutschland eine ganze Reihe von so Pro-Forma-Gewerkschaften, bei denen man von außen den Eindruck kriegt, die kämpften da eher für die Interessen der Industriebosse als die ihrer Mitglieder. Google mal "Christliche Gewerkschaft". Nein, wirklich!
Was ich bisher über die Gehälter im Bahn-Service-Bereich gehört habe, da könnten die von mir aus gerne mal für 50% Plus streiken, und das wäre noch gerechtfertigt.
Wovor ich mich ja wirklich fürchte ist das Leistungsschutzrecht 2.0, das Hoteliersgesetz 2.0, diese neueste größtmögliche Polit-Katastrophe, die sie da gerade angekündigt haben. Dieses Gesetz, mit dem sie da gerade versuchen, die GDL zu töten. Das kann eigentlich nur mal wieder offensichtlich grundgesetzverletztend werden, und wenn sie das durch schwammige Formulierungen und Nebelwerfen vermeiden, dann wird es dazu führen, dass die Gewerkschaften sich viel härter gegenseitig bekriegen müssen. Das ist sowas von auf jeder Hinsicht ein Griff ins Klo, das hätte so nur von Frau Merkel kommen können.
Egal, ich linke da jedenfalls nicht drauf. Aber worauf ich linke: Der New Zealand Herald hat mal ein Model engagiert, das in Neuseeland nachzustellen. Ergebnis: Sie wurde zweimal angesprochen. Einmal von einem Touri aus Europa, der wissen wollte, ob sie italienisch sei. Einmal von einem, der sich verlaufen hatte, und nach dem Weg fragen wollte.
Danach darf vor Gericht kein Beweis genutzt werden, der durch Anstiftung von Polizisten erlangt wurde.Der Mann kriegt jetzt ein paar Euro Entschädigung (bisschen wenig, finde ich, aber immerhin), aber das wichtige an dem Fall ist natürlich, dass es jetzt dieses Grundsatzurteil gibt. Die Frage ist natürlich, wie das in Einzelfall nachweisbar ist, wer da wen wann wozu überredet hat. (Danke, Twister)
Ich kann verstehen, wenn ihr keinen Bock habt, euch mit diesem Gamergate-Scheiß zu beschäftigen, ich habe auch keine. Das ist so ein Ding, wo jeder eine Meinung hat, und jeder muss seine unbedingt auch noch äußern. Alle haben nur ein Interesse daran, dass ihre Meinung geäußert wird, aber keiner hört den Meinungen der anderen Leute zu. Ich für meinen Teil sehe bei gamergate ehrlich gesagt auch keinen großen Diskussionsbedarf. Wenn jemand anderer Leute Daten im Internet postet, wenn jemand Todesdrohungen ausstößt, wenn jemand die Familie anderer bedroht, dann ist das ein Fall für den Staatsanwalt und eine hoffentlich substanzielle Strafe. Ich wüsste nicht, was es da zu debattieren gäbe.
Schade nur, dass die Schreihälse und Bedroher es damit geschafft haben, dass man über die ursprünglichen Anliegen und Aussagen von Anita Sarkeesian und Zoe Quinn jetzt nicht mehr inhaltlich debattieren kann, denn das hätte möglicherweise tatsächlich mal die Gesellschaft voranbringen können.
Aber zurück zu Trouble at the Koolaid Point. Die Kernbeobachtung, die mir sofort einleuchtete, und die ich auch bei mir und meinen Bekannten beobachten konnte, sobald ich einen Begriff dafür hatte, ist: Leute können anderer Leute missliebige Positionen wunderbar wegignorieren und -tolerieren. Aber irgendwo gibt es einen Punkt, den Koolaid Point, bei dem sie den Eindruck haben, dieser Idiot da hinten, dessen Position ich bisher immer schön ignorieren konnte, der kriegt jetzt Aufmerksamkeit. Weil ich seine Position von vorneherein als idiotisch betrachte, gehe ich auch sofort davon aus, dass die Leute, die ihm Aufmerksamkeit schenken, auch alle Idioten sein müssen. Im Amerikanischen gibt es dafür die schöne Phrase "He drank the kool-aid". Kool-aid ist ein Soft-Drink. Das geht zurück auf eine Sekte in Jonestown, deren Anhänger sich 1978 alle umgebracht haben, indem sie Kool-Aid tranken, das mit Zyanid vergiftet war. Seit dem gibt es diese Redewendung in den USA, wenn jemand etwas Dummes oder gar Selbstzerstörerisches tut, weil er sich von einer Ideologie hat einlullen lassen, ohne die Dinge vorher ordentlich zu prüfen.
Der Punkt ist jedenfalls: Wenn derjenige für seine Ansichten ein öffentliches Forum hat, und man den Eindruck hat, dass der da unverdiente Aufmerksamkeit kriegt, dann ist das der Koolaid Point, und ab da werden die Leute dann rabiat, fies und gemein. Das ist so eine Art kaputtes Gerechtigkeitsempfinden. Wenn ich schon keine Aufmerksamkeit für meine Wahrheit kriege, dann muss ich wenigstens verhindern, dass der Arsch da drüben für seinen Bullshit Aufmerksamkeit kriegt, auch wenn das alles Deppen sind, die dem folgen. Ich glaube, dass das durch Twitter und Facebook und Youtube in der digitalen Zeit enorm befördert wird, weil man das jetzt plötzlich quantifizierbar hat. Derjenige hat mit seinem Labervideo soundso viele Viewer, für diesen blöden Spruch hat der soundso viele Likes gekriegt, der tweetet so einen bekloppten Scheiß und hat noch Follower! Das ist, was die Leute dann auf die Palme bringt und zu objektiv völlig sinnlosen "Racheaktionen" verleitet. Denn da hat ja niemand was von, am allerwenigsten der Täter.
Und interessanterweise ist das selbstverstärkend, denn wenn sich die ganzen Hater ein Youtube-Video einer Feministin ansehen und sich alle gegenseitig darüber totärgern, dann treibt das ja den View-Counter auch hoch, und treibt möglicherweise dann erst das Video über den Koolaid Point.
Oh und bei den heißen Eisen, z.B. der "Glasfasererfassung" u.a. am DE-CIX, da war sie dann gar nicht erst eingebunden.
Die kriminelle Energie der Geheimdienste kennt keine Grenzen. Zumachen, abreißen, und alle in den Knast.
Update: Oh und noch ein Detail:
Auf die IT-Sicherheit achte im BND ein gesonderter großer Bereich, führte die Zeugin weiter aus. Sie bat daher um Verständnis, dass sie vom möglichen Ausnutzen von Zero-Day-Exploits keine Kenntnis und das Wort auch gerade zum ersten Mal gehört habe. Sie selbst sei "technisch nicht vorgebildet" und könnte daher etwa mit Quellcode nichts anfanngen
Das muss ja ein langwieriger Auswahlprozess gewesen sein, bis sie eine Datenschutzbeauftragte gefunden haben, die noch nie das Wort 0day gehört hat. Ob das deshalb eine Frau geworden ist, weil die CSU-Wähler beim BND dachten, dann sei gewährleistet, dass die nichts kann und nicht aufmuckt? Dafür hat die aber getan was sie konnte, muss ich ja mal anerkennen. Es wäre noch schöner gewesen, wenn sie das von sich aus an die Medien geleakt hätte, oder von mir aus an den Bundesdatenschutzbeauftragten, als das noch nicht diese furchtbare Voßhoff war.
Das nur am Rande, denn mein Punkt war ja nicht, ob irgendein ISIS-Kämpfer das glaubt oder nicht, sondern dass die westliche Propaganda hier einen latenten Rassismus ausnutzt, indem sie "schaut mal, was für bekloppten Scheiß diese Moslems glauben" in ihr Narrativ über den bösen Erzfeind einbringt.
Inhaltlich nehmen sich aus meiner Sicht die Religionen nicht viel, die glauben alle bizarren Bullshit. Ich meine, wenn die Katholiken in der Messe psychoaktive Drogen in die Atemluft tun und dann Wein trinken und der Pfaffe das zum Blut Gottes deklariert, der im Übrigen sein eigener Sohn und ein Geist ist, das kann man doch nicht weniger auslachen wie was irgendwelche ISIS-Kämpfer glauben. Letztlich sind aus meiner Sicht alle Ausführungen dazu, welcher religiöse Text was über fiktionale Himmel- und Höllenräume und ihre Einwohner sagt, gleich lächerlich. Auch die Frage, ob die Bibel oder der Koran von irgendjemandem falsch wiedergegeben wurde, ist offensichtlich sinnlos, denn diese Texte behaupten ja, das Wort Gottes zu sein, aber Gott ist allmächtig und unfehlbar und keiner von uns kann sich zu wissen anmaßen, was Gott will oder gesagt hat. Wer da den Widerspruch nicht sieht, dem kann ich auch nicht helfen.
Wer hätte das gedacht, dass ausgerechnet Axel Springer eines Tages die IT-Publikation rausbringen würde, die es als einzige wagt, sowas wie Kritik an Apple anzudeuten.
Schöner Präzedenzfall von Apple, auch. Ist wie bei der Merkel. Wenn die mal Kritik an den Amis äußert, dann kriegt sie auch gleich ein paar Konditionierungs-Peitschenhiebe und rückt noch ein Stück tiefer in den Dünndarm vor.
Das ist wie wenn man ein Tier zähmt.
Ich delektiere mich ja an den Tränen des "Computerbild"-"Redakteurs", der dann verwundert ist, was Apple denn hat, wir haben denen doch den Testsieg gegeben!1!! Ja, nee, so läuft das nicht. Da waren noch Spuren von Fakten in dem Artikel nachweisbar. Dass man DAS bei Axel Springer noch erklären muss, dass das ein Problem ist!1!!
Nanu? Unter dem Radar bei Nacht und Nebel durchgewunken? Nee, die Leute haben das schon mitgekriegt, und es gab 40000 Einsprüche.
Aber die ignorieren Cameron und seine Junta einfach.
There were a total of 40,647 responses to a consultation on the move to give oil and gas companies underground access without needing to seek landowners’ permission, with 99% opposing the legal changes. Setting aside the 28,821 responses submitted via two NGO campaigns, 92% of the remaining responses objected to the proposals.
Ich erwähne meinen beruflichen Kram hier normalerweise nicht, aber wenn der Chef von TwC meinen Namen tweetet, dann kann ich mal eine Ausnahme machen fand ich :-) Ein US-Kollege, der damals auch in Stunde 0 mit dabei war, hat diese Gedanken dazu gebloggt, denen ich mich nostalgisch anschließen möchte. Microsoft hat immer viel Häme gekriegt für ihre Softwarequalität, aber die haben unter dem Strich für sich und die ganze Industrie mehr geleistet als alle Regierungen zusammengenommen — selbst wenn man die Unsicherheitssteigerungsleistungen der Geheimdienste rausrechnet.
Die Security-Industrie hat insgesamt schon was bewegt in den letzten 10 Jahren, auch wenn sich das immer wie ein Kampf gegen Windmühlen anfühlt. Ein Gutteil des Hebels in großen Firmen kam daher, dass man sagen konnte, schaut her, selbst Microsoft hat es geschafft, dafür einen Prozess zu etablieren!
Nun kann man natürlich sagen, hey, Microsoft hat immer noch kritische Fehler in ihrem Code. Die müssen immer noch einmal im Monat Patch-Tag machen und da sind immer wieder furchtbare Dinge bei. Stimmt. Aber bei Microsoft wissen wir immerhin, dass sie selber nach Fehlern bei sich suchen und die aktiv auszumerzen versuchen. Bei anderen wissen wir, dass sie darauf warten, dass jemand von außen Fehler meldet, und dann fixen sie sie — vielleicht.
We agree that cyber attacks can reach a level that threatens the prosperity, security and stability of our countries, and the Euro-Atlantic area. They could harm our modern societies as much as a conventional attack. So today, we declare that cyber defence is part of NATO’s core task of collective defence.Ich kriegte ja erstmal einen Browser-Fehler bei der Nato-Webseite, die Verbindung sei resettet worden. Ob die sich da von einem Technikphilosophen haben beraten lassen?Und hey, welches Datum würde man auch sonst für sowas nehmen als 9/11!
Die gute Nachrichten: Die US Army hat für 4,3 Milliarden Dollar eine Software aufgelegt, die ihnen beim Tracking helfen soll. Die ist noch nicht ganz fertig, aber immerhin.
Die schlechte Nachricht: Bei der Entwicklung der Software haben sie gerade ein paar Milliönchen aus den Augen verloren :-)
Die Idee ist, dass ein Prozess Seccomp anschalten kann, das ist dann auch nicht revidierbar, und ab dann kann er nur noch read, write, exit und sigreturn machen, und read und write geht auch nur auf vorher schon geöffnete Deskriptoren. An sich keine doofe Idee, mal abgesehen von dem Verkaufen-Aspekt, aber hat sich m.W. nie in der Realität für irgendwas durchsetzen können. Es war doch ein bisschen zu restriktiv. Das Original-Seccomp war von 2005.
Und wo wir gerade bei Geschichtsstündchen sind, erzähle ich euch auch mal was von BPF, dem Berkeley Packet Filter. Wenn man unter Unix Netzwerktraffic sniffen will, nimmt man im Allgemeinen libpcap, die das schön abstrahiert. Die kann auch filtern. Man kennt die Syntax von tcpdump:
# tcpdump -s0 host 10.0.0.1 and tcp and not port 22Wenn man so einen Filter hat, dann will man ja nicht, dass der Kernel einem alle Pakete gibt und man selber filtert, sondern man will dem Kernel das mitteilen und der gibt einem dann nur die passenden Pakete raus. Der Mechanismus dafür heißt BPF und ist aus Programmsicht ein Array mit Bytecode-Instruktionen drin. Die haben alle eine fixe Länge, insofern eher RISC als Bytecode, aber der "Instruktionssatz" ist wunderschön archaisch. Da gibt es zwei Register, den Akkumulator und das Index-Register. Es gibt Load und Store, ALU-Operationen und Vergleiche mit Sprüngen. Ganz krude Geschichte. Hier ist mal ein Stück Beispielcode:
struct bpf_insn BPFAcceptIPSource[] = {
// Check Ethernet Protocol Word At Offset 12
BPF_STMT(BPF_LD+BPF_H+BPF_ABS, 12),
BPF_JUMP(BPF_JMP+BPF_JEQ+BPF_K, ETHERTYPE_IP, 0, 3), // Check Source IP address At Offset 26
BPF_STMT(BPF_LD+BPF_W+BPF_ABS, 26),
BPF_JUMP(BPF_JMP+BPF_JEQ+BPF_K, 0x01020304, 0, 1),//Source == 1.2.3.4
BPF_STMT(BPF_RET+BPF_K, (UINT)-1), // Accept.
BPF_STMT(BPF_RET+BPF_K, 0 )
};
Wer da keine feuchten Finger kriegt, ist kein echter Hacker! Und ich meine jetzt nicht nur wegen des Endianness-Problems. :-)Jedenfalls, wieso ich das erwähne: Eines Tages hat sich ein Schlaufuchs überlegt, hey, wir haben seccomp im Kernel, und wir haben BPF im Kernel, wir könnten doch einfach BPF statt auf ein Netzwerkpaket auf eine wohldefinierte Struct loslassen, wo die Syscall-Daten drinstehen, und dann kann sich der Userspace seine Regeln selbst definieren, welche Syscalls erlaubt sein sollen und welche nicht. Und genau das gibt es jetzt seit ein paar Jahren (?), und es heißt "Seccomp Filter" oder "Seccomp Mode 2".
Ich blogge das hier, weil ich sowas seit vielen Jahren haben will. Die Leute dahinter sind von Google und arbeiten an Chrome OS. Mir ist das überhaupt nur aufgefallen, dass es das jetzt gibt, weil aktuelle Versionen von Portable OpenSSH das als Sandboxing-Mechanismus benutzen — sehr cool!
Heute ergab sich erstmals für mich eine schöne Gelegenheit, das selber mal einzusetzen. Ich arbeite gerade in einem Kundenprojekt an Monitoring. Eines der in dem Projekt entstandenen Tools macht grob das selbe wie "vmstat 1", aber gibt das Ergebnis als CGI als text/event-stream aus, und auf der anderen Seite sitzt dann eine Webseite mit ein bisschen Javascript, das aus den Events SVG-Visualisierungen erzeugt. Dieses vmstat-CGI-Tool ist ein perfekter Kandidat für Seccomp-Filter, fand ich. Es öffnet turnusmäßig ein paar Dateien unter /proc und /sys, macht ein bisschen malloc, ein bisschen gettimeofday, und ruft dann write auf, um die Daten rauszuschreiben. Syscalls wie fork, execve, socket, kill oder connect muss der nie aufrufen. Also sage ich dem Kernel: Wenn dieser Prozess das doch tut, dann kille ihn sofort.
Als ich darauf per Seccomp-Filter eine Selbstbeschränkung programmiert habe, fiel mir auf, dass die bisherigen Codestücke nur auf die Syscallnummer gucken, weil das alles war, was die Chrome-OS-Leute in die Dokumentation getan haben. Aber die Struct beinhaltet auch die Syscall-Argumente. Das ist nur für den Fall nützlich, wo das keine Pointer auf Strings sind, denn denen kann man nicht hinterherlaufen aus dem BPF-Code heraus, aber man kann z.B. sowas machen wie: open() geht nur mit O_RDONLY. Dafür habe ich keinen Code gefunden, daher habe ich ihn selber geschrieben, und dachte mir, das tu ich mal in mein Blog, damit es andere Leute finden können, die möglicherweise auch mal in dieses Problem laufen. Die grobe Codestruktur von so einem Seccomp-Filter-Programm ist:
Hier ist mein Code für open():
/* we need a special case for open.
* we want open to succeed, but only if it's O_RDONLY */
BPF_JUMP(BPF_JMP+BPF_JEQ+BPF_K, __NR_open, 0, 4),
/* it's open(2). Load second argument into accumulator (first
* argument is filename, second is mode). We want to check if mode
* is O_RDONLY and only allow the syscall through if it is. */
BPF_STMT(BPF_LD+BPF_W+BPF_ABS, offsetof(struct seccomp_data, args[1])),
/* if it's O_RDONLY, skip 1 instruction */
/* slight complication: on 32-bit platforms we also pass O_LARGEFILE */
#if __WORDSIZE == 64
BPF_JUMP(BPF_JMP+BPF_JEQ+BPF_K, O_RDONLY, 1, 0),
#else
BPF_JUMP(BPF_JMP+BPF_JEQ+BPF_K, O_RDONLY|O_LARGEFILE, 1, 0),
#endif
/* "return SECCOMP_RET_KILL", tell seccomp to kill the process */
BPF_STMT(BPF_RET+BPF_K, SECCOMP_RET_KILL),
/* "return SECCOMP_RET_ALLOW", tell seccomp to allow the syscall */
BPF_STMT(BPF_RET+BPF_K, SECCOMP_RET_ALLOW),
Möge er von Hackern gefunden werden, die dieses Problem lösen möchten :-)
Dass so eine Maßnahme zu messbarem Rückhalt in der Bevölkerung führt, dass kann eigentlich niemanden verwundern. Außer vielleicht deutsche Politiker, die sich ja auch nicht trauen, ein bedingungsloses Grundeinkommen einzuführen.
Da hat der Staatsanwalt einen Mithäftling mit Strafmilderung und Geld bestochen, damit er vor Gericht lügt und den anderen Mann belastet. Denn so eine Todesstrafe, das ist gut für die Karriere! Und so zeigte sich der Staatsanwalt auch tatsächlich dankbar.
Along with Webb’s account, the letters and documents expose a determined, years-long effort by the prosecutor to alter Webb’s conviction, speed his parole, get him clemency and move him from a tough state prison back to his hometown jail. Had such favorable treatment been revealed prior to his execution, Willingham might have had grounds to seek a new trial.Der beste Rechtsstaat, den man für Geld kaufen kann!Der Mann, der die Todesstrafe gekriegt hat, war übrigens der Vater der Opfer. Die Anklage war, dass er seine beiden Säuglinge getötet hat, indem er das Haus anzündete. Als ob das nicht hart genug ist, seine Kinder in einem Hausfeuer zu verlieren. Und dann packen sie ihn noch jahrelang in den Knast dafür und richten ihn am Ende hin. Wow.
Aber Deutschland hat mal die Verträge für einen fetten Rheinmetall-Deal gecancelt. Der Gabriel hat wohl das Memo nicht gekriegt. Und jetzt? Jetzt lachen sich die Russen ins Fäustchen und … verlangen Schadensersatz! BWAHAHAHAHAHAHAHA
In dem Haus waren 50 Hausbesetzer. Von ihnen wurden 19 festgenommen, und 12 weitere Personen. Alle wurden gleich wieder freigelassen. In der Mitte der Aktion haben die Polizisten dann den anwesenden Journalisten einen Platzverweis erteilt.
Update: Die Hintergrundstory ist übrigens recht lustig. Und zwar waren die Punks 2012 vom Hauseigentümer ins Haus geholt worden. Sie haben einen kostenlosen Mietvertrag über ein halbes Jahr gekriegt. Der Eigentümer versprach sich davon, dass die Punks die Vormieter rausekeln würden. Stattdessen solidarisierten sich die Punks mit den Vormietern. Die Anwohner sind auch eher auf Seite der Punks.
"Das waren mehr Hippies als Punks", berichtet ein Anrainer. "Die waren immer sehr nett und haben Feste organisiert." Niemand berichtete über unangenehme Erfahrungen mit den Hausbesetzern.
So galten den Autonomen auch am Tag der Räumung die Sympathien so mancher Schaulustiger, die sich an den Absperrgittern drängten. "Es ist sehr schade, dass sich der Rechtsstaat heute so für die Eigentümer ins Zeug legt. Denn die sind einfach Gfrastsackerln", sagte etwa Anrainer Reinhard Fischer
Und noch ein lustiges Detail gibt es hier:
Die Aktivisten verbarrikadierten die Gasse in den frühen Morgenstunden in beide Richtungen mit Sperrmüll, Sofas und anderen Gegenständen. Die Polizei hat die Besetzer irrtümlicherweise mit Material beliefert. Bereits kurz nach 5 Uhr hatte ein Polizei-Lkw in der Fugbachgasse eine Ladung Tretgitter abgeladen. Diese hatten sich kurze Zeit später die Aktivisten besorgt und damit die Mühlfeldgasse in Richtung Heinestraße gesperrt. Polizeisprecher Roman Hahslinger sprach von einem "logistischen Fehler".
*Gacker*
Sehr geehrter Herr XXX,Medienberichte, wonach der Bundesnachrichtendienst Telekommunikationsdaten, die er nicht erheben darf, lediglich an Hand der Top-Level-Domain .de identifiziere, treffen nicht zu. Um sicherzustellen, dass keine unzulässige Telekommunikationsdatenerhebung stattfindet, bedient sich der Bundesnachrichtendienst eines mehrstufigen, komplex und aufwändig gestalteten und ständig fortentwickelten Filterungsprozesses.
Ihre Besorgnis, allein aufgrund Verwendung einer anders als auf '.de' endenden Domain bzw. aufgrund der Nutzung von Mailprovidern, die nicht in Deutschland registriert sind, vom Bundesnachrichtendienst 'überwacht' zu werden, ist daher unbegründet.
Mit freundlichen Grüßen
Im AuftragJanus XXX
Bundesnachrichtendienst
Das ist ja auch in Deutschland eine echte Schande, finde ich, dass wir die kommunistische Partei verboten haben. Und ausgerechnet so kurz nach der Nazizeit, deren Opfer die Kommunisten ja waren. Und wir haben es bis heute nicht hingekriegt, die wieder zuzulassen. Als ob die eine Gefahr für irgendjemanden wären!
Update: Übrigens, der Klarheit wegen. Die Schadensersatzforderung war 17500 Euro. Der Polizist war jetzt 15 Monate suspendiert. Während einer Suspendierung kriegt man weiter Gehalt. Könnt ihr euch ja selber ausrechnen. (Danke, Henning)
Gladio-und-Geheimdienstaffäre-Juncker ist der neue Chef der EU-Kommission.
422 dafür, 250 dagegen.
Ich erkläre diesen Tag hiermit offiziell zum Totalschaden.
Die meisten Abmahner freuen sich über Leute, die sofort bezahlen, und legen alle, die sich zur Wehr gesetzt haben, auf einen großen Stapel, den sie vor Ablauf ihrer eigenen Verjährungsfrist nochmal wieder abarbeiten – oder am Stück an Inkassogeier zum Nochmal-Probieren verticken. Wenn man denen also eine Frist gesetzt hat und die nicht innerhalb der Frist antworten, stehen sie selber mit einem Bein im Gerichtssaal, lassen es aber meistens drauf ankommen, entweder weil sie nicht damit rechnen oder weil sie sich im Recht fühlen, auch die negative Feststellungsklage zu gewinnen.
Nachdem nun publik wurde, dass die Klage eingereicht wurde, haben Waldorff und Frommer sofort alle Forderungen aus der Abmahnung gegen die Freifunker zurückgenommen – für die notorischen Abmahner aber leider, leider zu spät, da das Verfahren formal schon eingeleitet wurde. Die Freifunker wiederum wollen natürlich die gerichtliche Entscheidung.
Mit der Klageschrift liegt nun ein recht ordentlich ausgearbeitetes Template vor, mit dem sich jeder schon recht solide verteidigen kann, der unberechtigt abgemahnt wurde und es darauf ankommen lassen will. Unberechtigt ist die Abmahnung – kurz gesagt –, wenn man es nicht selber war, sondern Haustier, Nachbar, Gast oder Familie und das – ganz wichtig – auch nicht nur wie ein blöder Vorwand daherkommt. Im Kern geht es den Freifunkern darum, die sogenannte Störerhaftung abzuschießen – also das obrigkeitsdenkende Prinzip "den Letzten beißen die Hunde", dass sich doch gefälligst keinerlei Handlung im Internet ohne einen Schuldigen zutragen darf, den man dafür belangen kann. Dieses Artefakt sorgt zuletzt dafür, dass sogar das von der Kommune Potsdam initiierte Stadtfunk-Netz sämtlichen von ihren öffentlichen Zugangspunkten entstandenen Traffic durch einen Tunnel nach Slovenien fallen ließ – aus Angst vor der Abmahnindustrie.
Bei den Freifunkern hat es geklappt.
Am besten wäre natürlich, wenn sich nun genug Leute gegen unberechtigte Abmahnungen wehren, damit das Geschäftskonzept von "die meisten Leuten werden lieber bezahlen, um Ruhe zu haben, statt sich einen Anwalt zu nehmen" endlich platzt. Also: Wenn man ungerechtfertigt abgemahnt wird, sofort mit Fristsetzung bestreiten und androhen, gerichtlich feststellen zu lassen, dass die Abmahnung unberechtigt ist. Dazu braucht man erstmal keinen Anwalt. Wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass die Abmahner hätten erkennen müssen, dass die Abmahnung unberechtigt ist, muss der Abmahner sogar die eigenen Anwaltskosten übernehmen. Daran arbeiten die Freifunker jetzt.
Es gab zu dem Themenkomplex auch schon mal ein Chaosradio und wir hatten auch auf dem 29c3 was dazu.
Erstmals will der Verfassungsschutz den Linksextremismus in Deutschland wissenschaftlich untersuchen. Unterdessen reden Forscher bei der Hanns-Seidel-Stiftung Klartext: Die Gefahr, die vom Linksextremismus ausgeht, wird massiv verharmlost – vor allem durch linke Politiker und Medien.Da hat wohl jemand das Memo nicht gekriegt. Linksextremismus funktioniert nicht mehr seit dem NSU-Geheimdienstdebakel.
Aber lest das mal ganz durch. Das wird immer übler.
Shimamura says that the systems allows him to grow lettuce full of vitamins and minerals two-and-a-half times faster than an outdoor farm. He is also able to cut discarded produce from 50 percent to just 10 percent of the harvest, compared to a conventional farm. As a result, the farms productivity per square foot is up 100-fold, he says.Das ist ja echt mal eine Revolution. Die Frage ist natürlich, wie teuer das dann ist. Heben die Effizienzgewinne und das vermutlich einfachere Ernten und der geringere Ausschuss die laufenden Kosten auf? Ist dieser Salat wirklich genau so gesund und vitaminreich wie normaler Salat? Nicht das dann am Ende so welker Plastiksalat ist.Update: Ich habe eine Mail von einem Forscher am Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Uni Kiel gekriegt, der hat das mal ausgerechnet und kommt auf 1,17€ reine Stromkosten pro Salatkopf. Das ist ja doch deutlich mehr als ich gedacht hätte, denn da kommen ja noch die ganzen anderen Kosten dazu, Ernten, Wasser, Shipping und Handling, etc. Dass das in Japan trotzdem gemacht wird, liegt an den Folgen von Fukushima.
Wieso hätten die sich auch ändern sollen seit COINTELPRO. Da wird dann immer was von "besserer Geheimdienstkontrolle" gefaselt und das Stimmvieh nimmt an, dass alles besser geworden ist.
Hier ist das Video, geht los bei 1:33:00. Da war wohl der Zensor pinkeln.
Das ist deshalb bemerkenswert, weil die FU eine Gründung der Amerikaner nach dem 2. Weltkrieg war, als Reaktion darauf, dass die Humboldt-Uni im Ostteil lag. Daher brauchte man aus Propaganda-Gründen eine Gegen-Uni im Westen, und nannte sie aus Propaganda-Gründen "Freie Universität". Im Gegensatz zur Nicht-Freiheit im Osten, wissenschon.
An der FU merkt man diese Vergangenheit bis heute, da gibt es John-F-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien, es gibt an der FU auch eine kleine Enklave der Stanford-Uni, und das Henry-Ford-Building, etc.
Und ausgerechnet an dieser Uni hat Snowden eine Ehrenmitgliedschaft angeboten gekriegt und sie angenommen. Gut, das hat jetzt nicht viel praktische Auswirkungen. Aber es ist trotzdem erfreulich. Gerade nach diesem unsagbar peinlichen Ehrendoktor-Theater an der Uni Rostock. Frau Schavan kriegt einen Ehrendoktor aber Snowden nicht? Was für ein Land ist das hier eigentlich?
Ich hätte mich noch mehr gefreut, wenn die FU dem Snowden gleich einen Ehrendoktor gegeben hätte.
Das tolle an der Geschichte ist ja, dass die Konservativen in den USA bis heute die Kurden als Feigenblatt für ihre Irakinvasion nehmen. Das ist das letzte verbleibende "Argument" dafür, wieso Saddam gehen musste.
Ach ja? Wieso bezahlen wir dann nicht auch die Lehrer großzügig? Die Finanzbeamten? Die Mitarbeiter der Bauaufsichtsbehörden?
Bei allen anderen Berufen bezahlen wir normal bis schlecht und haben Bestechlichkeit einfach unter Strafe gestellt. Bei uns war es ein langer und zäher Kampf, damit die auch nur ihre Nebeneinkünfte offenlegen, und auch das tun sie ja nur partiell. Oh und im Übrigen sei darauf verwiesen, dass es sogar eine Uno-Konvention gegen Korruption gibt, die Deutschland zwar unterzeichnet aber nicht ratifiziert hat. 170 Staaten haben das umgesetzt. Deutschland nicht. 170!!
Aber uns lügen sie dann was ins Gesicht von wegen das bräuchte man doch nicht, unsere Abgeordneten machen sowas schließlich nicht. Ja nee klar. Weil sie so fürstlich bezahlt werden, wahrscheinlich!1!!
Ich habe einen Gegenvorschlag. Wir bezahlen Abgeordnete ihrer Leistung entsprechend. Pro Tag im Parlament. Wer nicht da ist, kriegt nichts. Das Gehalt orientiert sich am Hartz IV Regelsatz. Sagen wir: Das Doppelte. Wir wollen ja nicht so unmenschlich sein wie die Abgeordneten selber es sind. Oder von mir aus kann man das auch an den Mindestlohn koppeln. Und Korruption wird einfach ordentlich bestraft und die Abgeordneten werden auch ordentlich komplettüberwacht, damit das dann geahndet werden kann.
Gesetze, die nicht von Abgeordneten geschrieben wurden, sind direkt alle ungültig. Gesetze, über die nicht ordentlich diskutiert wurde, sind alle ungültig. Am liebsten wäre mir: auch rückwirkend. Referentenentwürfe gibt es nicht mehr, genauso wenig wie "zu Protokoll geben".
Und kommt mir nicht mit "dann hat doch keiner mehr Bock, das zu machen". Das ist ja auch heute schon so. Wer was kann, macht lieber einen richtigen, einen ehrenwerten Beruf.
Die Abgeordneten sind die Volksvertreter. VERTRETER. Nicht mehr, nicht weniger. Die sollten auch bezahlt und behandelt werden wie Vertreter.
Wenn die meinen Respekt wollen, müssen sie ihn sich erarbeiten. Genau wie jeder andere.
Ich muss da mal kurz eine Geschichte erzählen, die mich seit Jahren nicht in Ruhe lässt. Ich war mal beim LKA als Zeuge geladen. Da klingelt man unten an der Tür, und dann kommt jemand runtergelaufen aus dem 3. Stock oder wo der halt sitzt, und der lässt einen dann rein. Während ich da wartete, kam ich mit einem vor der Tür rauchenden Kommissar ins Gespräch. Ich glaube sogar ein Oberkommissar. Polizist, aber kein Anfänger. Der machte das seit deutlich über 10 Jahren und war eher gehobene Dienstklasse. Der erzählte mir, dass er sich ja nur eine Ein-Zimmer-Dachgeschoss"wohnung" leisten kann von seinem Gehalt, und dann ist an manchen Tagen für warmes Essen kein Geld mehr da. Im Winter heizt er manche Tage nicht sondern zieht sich lieber warm an. Diese Art von Geschichte. Ich dachte erst, der verarscht mich. Und dann wurde ich reingeholt und ging da im LKA durch die Gänge, und da war dann mal ein klaffendes Loch in der Wand des Flurs, da fehlte einfach ein Stück Wand. Das sah aus wie ein Kriegsgebiet. "Halten Sie sich hier mal links", meinte die Beamtin, als sie mich durch den einen Gang führte. Unter solchen Umständen arbeiten die Leute, aber die Abgeordneten wollen eine Diätenerhöhung kriegen, damit sie nicht für Korruption anfällig sind?! Ich weiß nicht, ob ihr die Größenordnungen mitgeschnitten habt, um die es hier geht. Schaut mal:
Statt wie geplant 8667 Euro gebe es im kommenden Monat für die Bundestagsabgeordneten weiterhin die alten Diäten in Höhe von 8252 Euro.Der durschnittliche Bruttoarbeitslohn in Deutschland liegt bei um die 30k pro Jahr, d.h. alleine die Erhöhung, die die sich da mal eben selbst geben, liegt bei knapp einem Drittel des Durchschnittsgehaltes da draußen. Die kriegen jetzt schon dreimal so viel wie der Durchschnitt. Da habe ich überhaupt gar kein Verständnis für. Null.
Hätten sie mal jemanden gefragt, der sich mit sowas auskennt. Der hätte wahrscheinlich eine SAP-Einführung empfohlen.
Ich auch nicht.
Ein weiteres Indiz war:
WARNING: Using TrueCrypt is not secure as it may contain unfixed security issuesNichts genaues weiß man nicht, aber ich halte das als Theorie für halbwegs plausibel. Man kann die alten Versionen von Truecrypt weiterhin einsetzen, würde ich sagen. Und der Audit Phase 2 wird ja auch stattfinden.
Ich für meinen Teil kann systemd ja nicht ernst nehmen. Der soll mal wiederkommen, wenn er einen Mailserver eingebaut hat.
Ach?
Aber wartet, wird noch besser!
“Sollte Snowden nicht bald Beweise in Form von Originaldokumenten vorlegen, verliert er jedwede Glaubwürdigkeit für den Untersuchungsausschuss”, erklärte Sensburg.Und DIESE GESTALTEN haben auch noch STIMMEN gekriegt bei der Europawahl!
Immerhin wurde der Wilders in Holland abgewatscht, dafür haben UKIP in England und Front National in Frankreich zugelegt. Viel klarer kann man der EU nicht den Stinkefinger zeigen.
Eigentlich müssten da jetzt Krisengespräche geführt werden. Die müssten alles stehen und liegen lassen, einmal den gesamten Apparat feuern, und dann solange in Klausur gehen, bis sie einen Plan haben, wie sie diesen Karren aus dem Schlamm ziehen können. Aber mangels Alternative wird natürlich wieder nichts passieren. Und eines Tages werden die Leute dann eine Option finden, die im Vergleich wie das kleinere Übel aussieht und dann kriegen wir hier wieder Faschismus. Die AfD hat bei uns auch zugelegt. In Belgien waren es lustigerweise die Kommunisten, die überraschend zugelegt haben, also auch Extremisten. Die waren vorher unter Fernerliefen.
Ich finde es angemessen, angesichts dieser Situation von einer existenziellen Krise der EU zu reden. Wieso tut da eigentlich niemand was?
Update: Und hey, dass die amerikanischen Unterhändler mit TTIP überhaupt zu Ende angehört wurden, als sie den "Investorenschutz" vortrugen, das sagt mir, dass der Laden auch nicht reformierbar ist. Da hätte man die sofort auslachen und vor die Tür setzen müssen. Was für eine Farce.
Update: Hey, immerhin war die Wahl öffentlich. OMGWTF!?
Und:
wenn andere Dienste Daten über Deutsche an deutsche Dienste übermitteln, müssen diese ebenfalls deutschen Gesetzen entsprechenMoney Quote von dem Papier:
Wenn deutsche Behörden Grundrechtsbeschränkungen durch ausländische Dienste dulden, dann sind diese Eingriffe den deutsche Behörden zuzurechnen und fallen unter deutschen Grundrechtsschutz. Auch wenn Gesetze anderer Staaten das anders sehen.
Und auch der aktuelle Artikel in der Süddeutschen ist ja mal wieder sowas. "Insider-Info" von Bedarfsträgern und Diplomaten, als Fakt dargestellt, nicht hinterfragt.
Diese Art von Informationen braucht man auch, aber ordentlicher Journalismus ist das in meinen Augen nicht. Und zur Einordnung muss man dann eben bedenken, dass der Mascolo häufig solche Stories macht, damit man selber den Teil dazudenken kann, den er weggelassen hat.
So und jetzt lest euch das mal in Ruhe durch, was aus dieser großartigen Prämisse für Gedankengänge folgen. Wun-der-bar!
Die offensichtliche Hypothese ist natürlich, dass unsere wissenschaftlichen Standards nicht ausreichen, wenn am Ende immer noch Bullshit publiziert werden kann. Also schlagen sie 10 Punkte vor, die für einen das lesenden Akademiker klingen, als sei das damit festgenagelt. Und dann kommt der eine Typ und macht eine Metastudie, die 8 von diesen 10 Punkten genügt, und "beweist" trotzdem die Existenz von übernatürlichen Kräften.
Eines der Highlights ist dann ein Paper von zwei Wissenschaftlern, der eine glaubt an Parapsychologie, der andere nicht. Die haben das selbe Experiment gemacht, und der Glaubende beweist mit dem Experiment die Existenz von PSI, der nicht Glaubende widerlegt sie. Daraufhin setzen die sich zusammen und machen das selbe Experiment in dem selben Labor zur selben Zeit, und per Zufall wird pro Proband entschieden, wer jetzt das Experiment leitet. Aber die Parameter sind so festgezurrt, dass "Leiten" in dem Kontext nur noch heißt, wer den Probanden begrüßt und auf den Monitor guckt. Und das Ergebnis? Wieder beweist der Glaubende PSI und der andere widerlegt es. Das Paper muss ganz großes Kino sein. Money Quote:
This is the only journal article I’ve ever read where, in the part of the Discussion section where you’re supposed to propose possible reasons for your findings, both authors suggest maybe their co-author hacked into the computer and altered the results.MWAHAHAHAUnd man kennt das ja auch von Quacksalbern, was dann als nächstes kommt. "Das funktioniert nur, wenn du dran glaubst". Und in der Tat:
But the phenomenon is sufficiently well known in parapsychology that it has led to its own host of theories about how skeptics emit negative auras, or the enthusiasm of a proponent is a necessary kindling for psychic powers.Ganz großes Kino! (Danke, Matthias)
Und beim AKW Brokdorf gab es einen Kurzschluss.
Update: Ich verstehe gerade nicht, wieso ich keine Paywall kriege. Nanu? Wenn ihr eine kriegt, tut mir das leid. :) (Danke, Tilman)
Ich halte bei solchen Regelungen für eines der Hauptprobleme, dass es so schwierig ist, irgendwann wieder damit aufzuhören. Exemplarisch kann man das an der Mädchenförderungen an deutschen Schulen beobachten, wo jetzt Jungen in der Bildung klar benachteiligt werden. Und an Unis kann sowas am Ende auch die Minderheiten benachteiligen, die so reingekommen sind, denn wenn die sich irgendwo bewerben, dann denkt sich die HR-Abteilung, dass der Bewerber der Abschluss gar nicht verdient hat und nimmt lieber jemanden, der nicht aus einer Minderheit kommt. Auch der Geförderte selbst weiß nie, ob er gerade eine gute Zensur kriegt, weil er gut war, oder weil man ihn fördern will. Das muss einen doch total fertig machen!
Ich persönlich halte DSA in allen Ausprägungen inzwischen für eine NSA-Hintertür und rate von der Verwendung ab. Der Grund ist, dass DSA so ausgelegt ist, dass man einen Zufallswert nimmt pro Operation mit dem geheimen Schlüssel, und wenn man zweimal den gleichen verwendet, dann fällt auf der anderen Seite der geheime Schlüssel aus einer vergleichsweise einfachen arithmetischen Umformung heraus. Das ist offensichtlich völlig unakzeptabel. Wie DSA überhaupt jemals soweit kommen konnte, dass es ein internationaler Standard wurde, erläutert djb in seinem Blog.
Kommen wir zu GCM. GCM ist der Galois Counter Mode. TLS hat einen Geburtsfehler, der seit vielen Jahren bekannt ist, und uns in letzter Zeit vermehrt auf den Fuß fällt. Nehmen wir mal an, Alice schickt Bob eine verschlüsselte Nachricht. Dann will man nicht nur, dass die Nachricht nicht von jemandem auf dem Weg gelesen werden kann, sondern auch, dass sie nicht verändert werden kann. Deshalb machen Protokolle wie TLS immer zwei Schritte: Verschlüsseln und eine Integritätssicherstellung. Dafür verwendet man sogenannte Message Authentication Codes, oder MAC. Dafür verwendet man häufig eine kryptographische Hash-Funktion mit einem beiden Seiten bekannten Geheimnis, aber man kann sowas auch anders konstruieren.
So, wenn man verschlüsseln will, verschlüsselt man dann erst und macht dann den MAC? Oder macht man erst den MAC und dann verschlüsselt man? Das war lange Jahre nicht so klar, ob das eine oder das andere besser ist. TLS macht erst MAC und verschlüsselt dann. Das hat über die Jahre zu einem Haufen an Bugs und Problemen geführt, so dass heute klar ist, dass man das besser anders herum machen sollte. Die IETF-Arbeitsgruppe zu TLS weiß das seit vielen Jahren, aber (u.a. durch Sandsack- und Betoniertätigkeiten der NSA) konnte sie sich noch nicht durchringen, da was zu tun. Das ist eine Schande für alle Beteiligten und sollte zu einem fetten Arschtritt für die NSA-Abgesandten führen — tat es aber bisher nicht.
Warum erzähle ich das alles? Weil jemand auf die Idee kam, "aus Performance-Gründen" Verschlüsselung und Authentication in einem zu machen, und zwar mit einem Verfahren namens Galois Counter Mode. Ein Mode ist eine Art, wie man einen Block Cipher wie AES aufruft. Das heißt Block Cipher, weil es nicht auf einem Bytestrom arbeitet, sondern auf Blöcken von Daten. Wenn die Daten keinen ganzen Block füllen, muss man am Ende mit sogenanntem "Padding" auffüllen. Da gab es schon Stress in TLS. Man kann jeden Block mit dem selben Schlüssel verschlüsseln ("ECB"), aber das ist eine ganz schlechte Idee. Wikipedia hat eine schöne Visualisierung anhand eines Pinguin-Bildes. Welchen Modus man benutzt ist also wichtig. ECB ist offensichtlich doof, daher haben wir halt alle immer CBC genommen. Das flog uns dann mit BEAST um die Ohren.
Übrig blieben Cipher-Suites auf Basis von RC4 (von dem wir inzwischen wissen, dass die NSA es in Echtzeit entschlüsseln kann) und GCM.
Warum ich das jetzt hier alles ausführe: GCM ist auch Scheiße. Das Paper dazu kommt von Niels Ferguson. Es sei noch angemerkt, dass man GCM in Software schon mal gleich so gut wie gar nicht ohne Timing-Probleme implementieren kann. Intel hat in ihren neueren CPUs Hardware-Support für GCM eingebaut, damit geht das dann. Aber fühlt sich damit jemand wohl?
Was können wir denn jetzt überhaupt noch tun? Wir können entweder warten, bis die TLS Working Group mal ihren Arsch hochkriegt und den offensichtlich notwendigen Schritt geht. Es gibt da Bemühungen, aber das kann sich noch um Jahre handeln. Die Situation ist gänzlich unakzeptabel.
Bleibt die Einsicht, dass uns gerade nur djb-Krypto überhaupt noch realistisch retten kann. djb hat als Konkurrenz zu ECDSA ein Verfahren namens ed25519 gemacht, das könnte den public key Teil abdecken. ed25519 wird u.a. in der neuesten Version von openssh unterstützt. Und als Ersatz für AES mit irgendwelchen grottigen Modi könnte man ChaCha20 einbauen. Das ist in Chrome schon eingebaut, aber hat es m.W. in noch keine einzige öffentlich verfügbare TLS-Library geschafft. Es ist alles zum Heulen.
Ich habe ja jahrelang nicht verstanden, wieso djb nie versucht hat, TLS zu fixen. Ich glaube, so langsam kann ich es nachvollziehen.
Update: CBC ist nicht an sich unsicher, sondern wie TLS 1.0 es angewendet hat. Ein Upgrade auf TLS 1.2 galt damals noch als unrealistisch, inzwischen ist es weitgehend vollzogen.
Glaubt ihr das auch?
Dann habe ich schlechte Nachrichten für euch. Das Einzige, was die Türkei vom Internet-Filtern abhalten könnte, wäre wenn sie ihre EU-Beitrittsbemühungen abbrechen.
Und überhaupt, dass ausgerechnet die Bundesrepublik "bei uns ist Youtube kaputt" Deutschland anderen Ländern was über Internetfilter erzählen sollte, da lachen ja die Hühner. Immer wieder erstaunlich, mit was für Brettern vor dem Kopf einige Leute hier herumlaufen. Ihr könnt ja mal aus der Türkei heraus versuchen, Beiträge aus der ARD Mediathek zu gucken. Umgekehrt geht das.
Aber so ist das halt mit der kognitiven Dissonanz. Man merkt dabei halt selber nicht, was für einen Stuss man so von sich gibt gerade.
Update: Oh, einen habe ich noch. Das Verwaltungsgericht Ankara hat die Twitter-Sperre für ungültig erklärt. Wie, den Teil habt ihr nicht gelesen auf den Titelseiten? Na sowas! Das geht bei uns nicht mehr, weil der EUGH schon die höchste Instanz ist. Und guckt mal, wie die üblichen Verdächtigen sich freuen. "Kreativindustrie", haha. Ein Kracher!
size_t scan_ushort(const char* src,unsigned short* dest) {
if (sizeof(unsigned short) == sizeof(unsigned int)) {
/* a good optimizing compiler should remove the else clause when not
* needed */
return scan_uint(src,(unsigned int*)dest);
} else {
register const char *tmp=src;
register unsigned short int l=0;
register unsigned char c;
while ((c=*tmp-'0')<10) {
unsigned short int n;
/* division is very slow on most architectures */
n=l<<3; if ((n>>3)!=l) break;
if (n+(l<<1) < n) break;
n+=l<<1;
if (n+c < n) break;
l=n+c;
++tmp;
}
if (tmp-src) *dest=l;
return tmp-src;
}
}Der Code nimmt eine Zeichenkette und versucht das als ASCII-Dezimalzahl zu parsen. Rückgabewert ist die Anzahl der Bytes, die gelesen wurden. Der Punkt an der Funktion ist, dass sie Integer Overflow erkennen und dann abbrechen soll. Bei scan_ushort ist auf meinem System der maximal abbildbare Wert 65535. Wenn man scan_ushort mit "65535" aufruft, soll er 5 zurückgeben und 65535 nach dest schreiben. Wenn man es mit "65536" aufruft, soll er 4 zurückgeben und 6553 nach dest schreiben.Der Überlauf-Check sieht so aus, weil die anderen Optionen doof sind. Die offensichtliche Option wäre, dass ich einen Zwischenwert eines breiteren Integertypen nehme. Für scan_ushort würde das auch gehen, aber für scan_ulonglong nicht. Daher nehme ich die Option lieber nicht. Der zentrale Schritt ist:
l=l*10+(naechstes_zeichen-'0')Dabei kann sowohl die Multiplikation als auch die Addition überlaufen, und beides muss geprüft werden. Option 1:
temp=l*10;Leider sind Multiplikation und vor allem Division auf vielen verbreiteten Prozessoren sehr teuer. Option 2:
if (l!=temp/10) goto fail;
temp=l*8; // *8 ist ein Linksshift um drei Bits, kostet so gut wie nichtsSieht sehr kompliziert aus, ist aber eigentlich sehr einfach. Und dann gibt es noch den finalen Schritt, dass man zu temp (im Code oben als n bezeichnet) noch die aktuelle Ziffer dazuaddiert. Das kann auch überlaufen, daher:
if (temp/8!=l) goto fail; // /8 ist ein Rechtsshift um drei Bits, kostet auch so gut wie nichts
if (temp+(l*2) < temp) goto fail; // l*8+l*2==l*10, l*2 ist Linksshift um 1, ist billig
if (n+c < n) goto fail;Und hier war der Bug. Dieser Test schlug nie an. Der Hintergrund sind die Integer-Promotion-Regeln in C. Die sagen, dass in arithmetischen Ausdrücken beide Seiten zu int promoted werden, wenn sie kleiner sind. Das heißt, dass n+c nicht überläuft, sondern komfortabel in dem int Platz hat.
Natürlich frage ich mich heute, wie mir dieser offensichtliche Fehler 2006 passieren konnte. Die Antwort ist, dass ich das von scan_uint kopiert hatte, und dort funktioniert der Check. Hätte ich trotzdem sehen müssen. Oder zumindest ein Unit-Test hätte es finden müssen. Aber mein Unit-Test hat nur 655350 getestet, nicht 65536.
Ich rolle das hier aus, weil immer wieder Leute irgendwo behaupten, ich hielte mich selbst für unfehlbar. Das ist natürlich völliger Bullshit. Fehler machen alle. Sogar djb. :-)
Wichtig ist, dass man dazuzulernen bereit ist, und dass man alten Code alle paar Jahre nochmal anguckt, um sowas zu finden. Es sind ja auch nicht alle "Fehler" tatsächlich Fehler. Manchmal haben sich auch die Ansprüche geändert. So hatte ich dieses "bei Overflow abbrechen" nur bei ein paar Integer-Parsern implementiert damals, weil mir das bei Hex und Oktal schlicht nicht so wichtig war. Das lasse ich mir heute nicht mehr durchgehen.
Ich erinnere mich daran, dass ich vor Jahren mal eine Mail von Florian Weimer kriegte, damals beim RUS-CERT. Das war 2002. Der meinte, dass das calloc in dietlibc unsicher sei. Wenn man da zwei große Zahlen reintut, dann kann die Multiplikation überlaufen, und dann kann calloc Erfolg zurückliefern, obwohl die Werte zu groß waren. Ich fand damals, dass das nicht meine Schuld sei, wenn die Leute das falsch aufrufen. Ich habe das widerwillig trotzdem gefixt. Heute habe ich da meine Philosophie komplett geändert. Wenn du ein Stück Code schreibst, das man falsch aufrufen kann, dann musst du das soweit sinnvoll und möglich abfangen. Der Grund ist, dass das die TCB reduziert. Wenn zehn Leute deine Funktion aufrufen, dann muss ich beim Security-Audit nur noch gucken, ob der Check in deiner Funktion sauber ist, nicht ob nicht einer deiner zehn Aufrufer Mist macht.
Update: Hier kam die Frage auf, ob ich das heute noch so schreiben würde. Nein, würde ich nicht. Seit dem habe ich ein paar Sachen ausgemessen und würde lieber n*8 als n<<3 schreiben. Auch der Trick mit dem c=*tmp-'0' (c ist unsigned, daher mappt der Fall c<'0' auf einen großen Wert und der Test auf kleiner Zehn schlägt fehl) ist überflüssig, wie ich in der Zwischenzeit gelernt habe. Das register-Schlüsselwort bringt nichts, schadet aber auch nichts. Die Variablennamen könnten länger sein, aber das würde die Lesbarkeit nicht erhöhen. Ob da jetzt "temp" oder "n" steht, spielt auch keine Rolle. l und c würde ich auch heute so benennen. tmp würde ich heute cur oder so nennen. Die Integer Overflow Checks würde ich auch heute noch so machen. Wieso habe ich mir überhaupt so viel Gedanken um die Performance gemacht? Weil jeder Cycle, den dein Code langsamer als nötig läuft, ein Argument für deine User ist, lieber was anderes zu benutzen. Und das andere ist dann weniger sorgfältig und merkt nicht, wenn eine zu große Zahl reinkommt.
Für Library-Programmierer gibt es meiner Erfahrung nach mehrere goldene Richtlinien, an die man sich dringend halten sollte.
Sonst kann man es auch gleich bleiben lassen.
Aber selbst wenn das nur eine Sicherheitsfirma war, ist das natürlich ein ganz übler Verkacker, nicht nur für die betroffene Firma sondern auch für die ganze Branche. Fakt ist leider einfach mal, dass der Kunde bei Sicherheitsaudits im Allgemeinen dasteht wie der Patient beim Arzt, oder der Kunde beim Klempner oder in der Autowerkstatt. Der Experte kann dem Kunden da einen vom Pferd erzählen. Der Kunde kann das gar nicht prüfen, weil er die Materie gar nicht ausreichend versteht. Ausnahmen bestätigen die Regel.
Aber mal zum konkreten Interview hier. Die Überschrift sagt: Vier Security-Buden haben auditiert. Das Interview selbst sagt aber was anderes:
Wir testen unsere Produkte nicht nur selbst, sondern auch mit vier externen UnternehmenDa steht Test, nicht Security-Test. Wer sagt, dass das nicht sowas wie "Abstrahlung wegen CE-Siegel prüfen" oder so war. Weiter unten dann:
Diese Sicherheitsdienstleister, so Schöllhammer weiter, bekommen von AVM umfangreiche DokumentationenWie, nur Dokumentation? Nicht den Code? Dann kann man auch nicht wirklich von einem Audit reden, sondern nur von einem Penetrationstest.
AVM selbst macht auch noch Fuzzing, sagen sie. Was ich über den Bug bisher gesehen habe: Es ist eine Unix-Kommandozeilen-Injection über schlecht validierte URL-Bestandteile. Das Backend ist anscheinend ein großes CGI-Binary mit LUA drin. Ich hab ja nichts gegen LUA, aber dieser Ansatz heißt eben auch, dass dieses Binary mit den maximalen Zugriffsrechten laufen muss, die man für alle Aktionen braucht, die dieses Tool ausführen muss. Das Design hätte schonmal Punktabzug geben müssen im Audit.
Dann: Nicht ordentlich validierte URL-Bestandteile sind genau die Haupt-Angriffsfläche bei Web-Anwendungen.
Wenn ich den Quellcode für eine Webanwendung habe, greppe ich als erstes nach Dingen wie system() und Logging-Funktionen (für Format-String-Bugs) und SQL-Statement-Absetz-Routinen (für SQL Injection). Das ist das erste, was man tut, noch bevor man sich ein Kaltgetränk holt. Es ist aus meiner Sicht nicht glaubwürdig, dass ein Audit nicht findet, wenn URL-Bestandteile in system() landen, ob gefiltert oder nicht. Daher glaube ich, dass hier kein Audit stattfand sondern nur ein Penetrationstest ohne Quellcodezugriff.
Wenn man einen Penetrationstest macht, ist das erste, was man tut, dass man einmal alle URLs kartografiert, die in der Oberfläche so vorkommen. Dafür gibt es Tools. Dann geht man die alle durch und tut jeweils Sonderzeichen rein oder übergibt besonders lange Strings. Das ist, was ein Penetrationstest tut. Im Fall der Fritzbox sind die BIOS-Images öffentlich, d.h. man kann beim Kartografieren die Liste der Skripte sehen. Das senkt die Wahrscheinlichkeit dafür, dass man ein Skript übersieht.
Was ich sagen will: Selbst wenn die keinen richtigen Audit hatten sondern nur einen Pentest, selbst dann hätte dieser Bug gefunden werden müssen. Da gibt es keine Ausrede.
AVM sagt, dass sie Fuzzing machen. Der Kontext scheint zu sein, dass sie da ihre VOIP-Protokolle gefuzzt haben. Aber anscheinend nicht ihre Web-Oberfläche, denn Fuzzing der Weboberfläche hätte diesen Bug auch gefunden.
Ich kann mir das also nur so erklären, dass entweder gar keine Security-Tests stattgefunden haben, sondern nur Funktionalitätstests, oder dass der Dienstleister viel zu wenig Zeit gekriegt hat (das kommt leider häufig vor in der Praxis, dass da unter starkem Zeitdruck operiert wird, weil so ein Audit ja auch signifikant Geld kostet), oder dass da schlicht der/die Dienstleister überfordert war. Der Bug sieht für mich jedenfalls nicht wie die Art von Bug aus, bei denen man halt mit den Schultern zuckt und Shit Happens sagt. Dieser Bug war vermeidbar.
Bei allem Bashing über die AVM-Prozesse muss man aber auch anerkennen, dass die vorbildlich reagiert haben. Hoffentlich machen sie jetzt auch einen Anlauf und suchen nach den anderen Bugs, die vermeidbar gewesen wären :-)
Update: Oh, eine Sache noch. Wie gesagt ohne jeden Einblick in diesen speziellen Fall. Was auch passieren kann, wieso so ein Bug nicht gemeldet wird: Wenn man beim Audit SO VIELE BUGS findet, dass man die gesamte verfügbare Zeit damit beschäftigt ist, die bereits gefundenen Bugs zu Protokoll zu geben, dann fällt hinten auch was runter. Das kommt gelegentlich vor. An der Stelle kann man dann dem Sicherheits-Dienstleiter keinen Vorwurf machen.
Ich behaupte auch nicht, dass dieser Bug aus irgendeinem automatisierten Tool hätte rausfallen müssen. Aber ich behaupte, dass das genau die Art von Angriffsoberfläche ist, die man bei einem Penetrationstest prüft. Das ist kein Obskuro-Spezial-Unfindbar-Krypto-Heisenbug, der sich nur bei bestimmten Sternenkonstellationen und Außentemperaturverhältnissen ausnutzen lässt.
Erziehungswissen_schaftenMeine Interpretation: Wissenschaft ist Ableismus (kennt ihr nicht? Wikipedia), denn es diskriminiert Unwissende. Aber Vorsicht mit dem Wikipedia-Artikel, denn sie leiten das über able = fähig her, die Negation wäre unfähig, das ist ja auch inhärent diskriminierend. Hier sind die Disability Studies meiner Ansicht nach in der Pflicht, ein weniger diskriminierendes Wort zu finden.
Studierxs1Kein Tippfehler, sondern ein Baukastensystem. Das 1 ist eine Fußnote, das x steht für das durchgestrichene Gender-Suffix, das s steht für Plural. Nicht auf Anhieb erschließt sich der Kontext:
dixs widerständischen Studierxs1dixs wirkt, als sei entweder das i versehentlich durchgerutscht, und sie wollten "die" entgendern, oder als hätten sie auf halber Strecke gemerkt, dass "die" im Plural kein Gender ausdrückt. Wer weiß.
Wir* fragen SieHierzu zitiere ich mal die Fußnote:
2Wir* schreiben unser* Personal- und unsere* Possessivpronomen mit einem Sternchen, weil wir* zum Ausdruck bringen möchten, dass wir* unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Meinungen sind, als Gruppe jedoch immer konsensuell entscheiden.Aha.
Re_produktionHier wird offensichtlich der Ableismus von "Produktion" angeprangert, weil er gegen Arbeitslose diskriminiert. Oder möglicherweise trägt das der zentralen Rolle der Produktionsmittel im kapitalistischen Regime Rechnung? Wer weiß.
AntirassistinnenIch bin entsetzt, dass das durchgerutscht ist. Selbst wenn das Team nur aus gefühlten und körperlich Weiblichen besteht, findet hier eine Ausgrenzung zukünftiger Transqueer-Mitglieder statt. Ein schockierender Fauxpas.
Bekenner*innenschreibenDas kennt hoffentlich jeder.
Referent_innenDas auch.
re_agierteAgieren ist Ableismus in Reinform. Dagegen muss sprachlich vorgegangen werden.
FragestellungenEin weiterer schockierender Fauxpas. Um dem vorzugreifen: Das ist nicht satirisch gemeint, denn weiter unten finden wir:
Ähnlich problematisch und trotz Er_wähnung leider unhinterfragt geblieben ist Rousseaus und Bourdieus "Frauenbild", indem Frauiserte als Gegenstände dar_ge_stellt_setzt_legt werdenGut, dass hier Er_wähnung entwaffnet wurde. Denke doch mal jemand an die Kind_er!
Ich glaube erkennen zu können, dass die Intensität der Sprachführerschaft im Laufe des Textes zunimmt. Während weiter oben immer wieder Reizworte durchrutschen, wird weiter unten ordentlich demilitarisiert:
Wissen_s_bild_ungGelegentlich kann ich einem Unterstrich nicht auf Anhieb folgen, z.B. dem hier:
Nicht nur im Hinblick_mit Aufmerksamkeit4Glücklicherweise erklärt es die Fußnote:
4Diese Form fordert ableistische Annahmen von gesunden Körpern heraus, indem sie darauf hinweist, dass ein Mensch nicht sehen können muss, um Wissen zu erlangen und sich daraufhin eine Meinung bilden zu können.Unverständlich in dem Zusammenhang bleibt, wieso dann die Arbeitsgruppe "AK UniWatch" heißt. Arbeit ist Ableismus, Kreis ist Geometrie-Diskriminierung von unperfekten Körpern, Uni ist vom Wortstamm her schon diskriminierend, und Watch ist ja wohl aus Ableismus-Gesichtspunkten noch deutlich übler als Hinblick.
Körperlich Behinderte müssen sich bei der unentschärften Nutzung des Wortes "stichprobenartig" geradezu verhöhnt vorkommen.
Auch dieser Absatz hier verursacht Kopfschütteln bei mir:
Was wir* und dixs Studierxs kritisieren, ist zum Beispiel die Re_produktion von problematischen Wörtern wie zwei Be_griffe die mit "W" und "S" beginnen, wir* aber nicht re_produzieren wollen, da diese kolonialrassistisch und somit diskriminierend für Schwarze und People of Color und gleichzeitig privilegierend für weiße Menschen sind.Der Absatz alleine ist ja in meinen Augen schon die Lektüre des ganzen Traktats wert.
Hier ist noch ein Highlight:
Gleichzeitig führt diese Ent_nennung der weißen_ableisierten_typisierten Norm zu einer Ent_wahrnehmung von Diskriminierungen.Da fällt es mir mit meiner cis-mxlichen Prägung langsam schwer, noch das Signal herauszukristallisieren.Es muss möglich sein, dass sich mit Autoxs und dixs Theorien auseinandergesetzt wird
Aber kein Blogpost zu Gender-Kram wäre komplett ohne einen Abschnitt wie diesen:
Auch kritisieren wir* stark den respektlosen Umgang des Professors mit einigen kritischen Stimmen in der Vorlesung, als Antw_ort auf deren mehr als angebrachten W_ort_meldungen.Hier haben ein paar Studenten eine Vorlesung gestürmt und die Lehrtätigkeit des Professors so nachhaltig zum Er_liegen gebracht, dass ein Kommilitone die Polizei rufen musste. Aber die zu kritisierende Respektlosigkeit ist auf Seiten des Professors, völlig klar.
Wieso sie dann von
Antw_ortenreden, ist mir gänzlich unklar. Was wird hier angeprangert? Der Ableismus gegen Topfpflanzen, die ihren Ort nicht wechseln können?
Wir* hoffen nun unseren* Stand_Sitz_Liegepunkt noch einmal klar und verständlich machen zu können.Dem ist nichts hinzuzufügen.
Update: Diese Sprachführerschaft ist übrigens kein ad-hoc-Kram von ein paar Aktivistxs, sondern eine (mit Steuermitteln finanzierte?) Publikation der HU Berlin. Hier werden die x- und *-Formen und der dynamische Unt_erstr_ich erklärt. Hier ist ein Beispielsatz:
Di_e Sprech_erin der queer_feministischen Hochschulgruppe konnte ihr_e Kommilito_ninnen, Freun_dinnen und die Mitarbeit_erinnen der Uni für i_hr Anliegen begeistern. Kei_ne verwendete ih_r Stimmrecht dagegen.
Update: Hier geht gerade der Hinweis ein, dass eine der Denkschulen an der HU die Position vertritt, dass die Verwendung von Unterstrichen oder Sternchen durch "Nicht-trans*-(inter???) Leute" eine "gewaltvolle Aneignung von trans*_Diskursen darstellt".
Update: Hier gibt es das Statement auch online. Einige Leser hatten die Echtheit angezweifelt.
Update: Das ging auch als Mail an alle Studenten der HU herum, daher hab ich den Pastebin-Link geleakt gekriegt. Spannenderweise fehlen die Fußnoten bei der Online-Version. Nanu?
Hier ist ein Erklärungsversuch: Ende letzten Jahres hat Chevron einen 10-Milliarden-Deal mit der Ukraine gemacht. Dabei geht es um die Förderung von Schiefergas. Einen ähnlichen Deal hat Royal Dutch Shell unterschrieben. Das könnte erklären, wieso die EU mitgedrängelt hat.
Schiefergas wird mit Fracking gewonnen. Wenn man auf den Umweltschutz scheißt, ist Fracking auf dem Papier auch echt super — Europa zahlt an die Russen mehr als das Doppelte dessen für Erdgas was die Amis für ihr per Fracking gefördertes blechen. Die Ukraine kriegt zwar von den Russen 33% Rabatt, aber liegt damit immer noch über 50% über dem, was die Amis für ihr Fracking-Gas zahlen.
Die Russen haben schon die zweitgrößte Ölraffinerie der Ukraine gekauft, und arbeiten gerade an der Übernahme der größten.
Das Erdgas, das Europa bei den Russen kauft, geht übrigens zu einem signifikanten Teil durch die Ukraine, die sich da historisch gesehen immer gerne mal ein bisschen auf dem Weg abgezwackt hat. Ein Spielchen, das auch die anderen Länder auf dem Weg spielen, insbesondere Weißrussland und Polen. Daher hat Russland ja die Pipeline durch die Ostsee gebaut und zur Chefsache von Ex-Kanzler Schröder gemacht.
So und jetzt gucken wir uns mal die Karte mit den Erdgasvorkommen in der Ukraine an. Wie ihr sehen könnt, gibt es zwei große Vorkommen, und das größere ist am östlichen Rand. Das ist zufällig (nach der Krim) auch der Teil der Ukraine mit dem größten Anteil an russischsprachigen Einwohnern.
An der Karte fallen auch noch die fetten Vorkommen unter dem Baltikum auf, und die unter Polen. Das waren auch mit die ersten Länder, die sich die Nato gekrallt hat. Freiheit! Demokratie! Menschenrechte!1!!
In a speech at the National Press Club in Washington DC last December as Ukraine's Maidan Square clashes escalated, Nuland confirmed that the US had invested in total "over $5 billion" to "ensure a secure and prosperous and democratic Ukraine" - she specifically congratulated the "Euromaidan" movement.Nuland war die hier, die mit dem "fuck the EU".
Es gibt glücklicherweise einen Screenshot davon. Da sind natürlich die Links verlorengegangen, weil das halt ein Screenshot ist. Aber auch ohne Links sieht man da an bekannten Gesichtern: Black Sea Trust for Regional Cooperation ("a project of the German Marshall Fund"), Chatham House, die International Renaissance Foundation (ein Projekt von George Soros), die NATO (nein, wirklich!), das US-Außenministerium, NED (Wikipedia erwähnt leider nicht, dass das landläufig als CIA-Frontorganisation gilt; wenn ich bei google auto-complete an habe und "national endowment for democracy" eingeben, wird mir "cia front" als beste Vervollständigung angeboten), Horizon Capital (eine Heuschrecke), und Swedbank (der Link ist lustigerweise auch halbtot). Und das sind nur die mit lateinischer Schrift. Das kyrillische oben links ist der Pinchuk Fund, benannt nach diesem Turbokapitalisten / Oligarchen. Das mit dem Adlerwappen ist die polnische Botschaft in Kiev, also auch eher anti-russisch eingestellt. Das kyrillische unten links hatte keinen Link, das scheint ein örtlicher Möbelhersteller zu sein.
Das Gesamtbild lässt in meinen Augen nicht viele Fragen offen.
Der Hinweis auf diese Stiftung kam von diesem Artikel von Volker Bräutigam, vielen Dank dafür an der Stelle.
Update: Bei archive.org gibt es auch ein relativ frisches Backup der Homepage, allerdings fehlt da genau die Partner-Liste, um die es hier geht.
Update: Jetzt ist plötzlich doch auch eine Kopie der Partner-Seite bei archive.org verfügbar.
"Rein juristisch" gesehen hat Putin rechtAber wie neulich bei dem Wagenknecht-Check winden sie ihr Narrativ kunstvoll um lange Schachtelsätze und Füllmaterial, so dass dieses Randdetail nur die Leser mitkriegen, die sich das leidensfähig alles reinpfeifen oder die runterscrollen. Erfahrungsgemäß ist diese Quote eher gering. Wer nur den Anfang liest, kriegt lenkende Formulierungen, ein fieses Putin-Bild und das demonstrative in-Anführungszeichen-Setzen von "juristisch gesehen". Offensichtlich soll hier der Eindruck erweckt werden, Putin sei ein verschlagener Winkeladvokat, der irgendein fieses Schlupfloch gefunden hat, um mit einer formaljuristisch richtigen aber total irreführenden Formulierung einen falschen Eindruck zu erwecken.
Aber hey, ihr seid ja alle in Medienkompetenz geschult und lasst euch von sowas nicht verarschen, oder? Insofern können die "Journalisten" aus Hamburg gerne so weitermachen. Solange sie am Ende zum Ergebnis kommen, dass Wagenknecht und Putin die ganze Zeit Recht hatten. :-)
Was das brisant macht, ist dass das Killerdrohnen sind. Die Amis behaupten zwar, dass die unbewaffnet sind, aber selbst wenn wir ihnen das abnehmen, kann man etwas überspitzt formulieren: Die US Army übt in Bayern mit Killerdrohnen "gezielte Tötungen" an zivilen Zielen, ohne die vorher zu fragen.
Also, die Flut war ein größeres Problem für das Land. Was tut man da? Man wendet sich an seine Nachbarn. Die Holländer kennen sich aus mit Fluten und Wassermassen und Pumpen. Also haben die Briten bei den Holländern einmal Pumpen geordert, und zwar das Rechts-Unten-Modell, die Enterprise-Ausführung.
Ergebnis: Der Wasserdruck der Pumpen hat ihnen das Flussbett weggespült, also haben sie sie lieber wieder ausgemacht :-) (Danke, Vincent)
Auch inhaltlich sind die Enthüllungen völlig unglaublich! Wer hätte gedacht, dass die NSA nicht nur die Kanzlerin sondern auch den Innenminister abhören würde? Also DAMIT konnte ja wohl NIEMAND rechnen!
Ich amüsiere mich ja ein bisschen darüber, dass die alle nicht verstanden haben, das "die NSA hört alle ab" auch Merkel und de Maiziere beinhalten würde. Und wer weiß wer nächstes Wochenende rauskommt. Die kriegen ja alles raus. Alles kriegen die raus!
Das wäre keine Sekunde zu früh, denn Griechenland spart jetzt schon an Krankenhäusern und Malariaprävention. Das gesamte Konzept von "wir nehmen Griechenland in die EU auf" war ja, dass wir die Landgrenze verkleinern wollten, die Frontex beschützen muss. Da war uns dann auch wurscht, dass Griechenland seine Bücher frisieren musste, um die Aufnahmekriterien zu erfüllen. Wenn das rauskommt, wäre ja klar, wem die "Bild"-Zeitung die Schuld gibt — den Griechen, nicht uns. Das ist jetzt halt eine Seegrenze, da ist die Abwehr weniger aufwendig. Wenn Griechenland weiter so herunterkommt, dann werden wir statt Afrikanern Griechen als Flüchtlinge haben in Europa.
Meine Vermutung ist daher: Demnächst gibt es eine Rettung für Griechenland in Höhe von mindestens zweistellig Milliarden, eher dreistellig. Oder vielleicht findet ja auch Italiens neue Regierung ein paar Berlusconi-Fukushimas, die von der EU solidarisch gestopft werden müssen. Das finanzielle Tschernobyl wird in einen Sarkopharg aus Euronoten gepackt oder so. Das ließe sich auch verkaufen.
Es bleibt spannend!
Update: Der erste Schritt von sowas ist ja imme eine Häufung an Katatstrophen-Meldungen, damit das Volk nach einer Politikänderung ruft und die Politik sich dann "überreden" lassen kann. Hier ist noch eine aus Griechenland: Säuglingssterblichkeit um 43% gestiegen.
Update: Ich habe eine Mail zur Säuglingssterblichkeit gekriegt, da hat jemand die Zahlen rückverfolgt. Ergebnis:
| 2004 | 4.06 |
| 2005 | 3.8 |
| 2006 | 3.69 |
| 2007 | 3.55 |
| 2008 | 2.65 |
| 2009 | 3.15 |
| 2010 | 3.8 |
| 2011 | 3.35 |
Update: Ich klär mal auf, falls es jemand nicht gemerkt hat: Griechenland musste für die Euroaufnahme bescheißen, nicht für die EU-Aufnahme. Frontex gab es damals noch nicht. Und Griechenlands nördliche Anrainer waren auch nicht in der EU, insofern hat die Aufnahme Griechenlands auch die Landgrenze nicht verkleinert. Ich hoffe, ihr habt das alle gemerkt und glaubt mir solche Stammtischparolen in Zukunft nicht einfach unbesehen.
Wie, nicht? Aber die war doch so gut getimed! Während Olympia, der Revolution in der Ukraine und der Edathy-Nummer!
Hier ist ein kurzes Statement des Vorsitzenden der Kommission, von der das kommt:
Die Kritik der Staatsrechtler lässt den FDP-Politiker kalt. Schließlich seien die Urteile des Bundesverfassungsgerichts nicht in Stein gemeißelt: "Die Argumentationen aus Karlsruhe werden zum Teil wie ein Gesetz behandelt", wundert er sich - und hofft auf einen Sinneswandel der Richter. Die Vorsitzenden der Ausschüsse müssten für ihre Mehrarbeit entlohnt werden, fordert Schmidt-Jortzig. "Wir sind der Auffassung, dass das verfassungskonform ist", sagt er.Ja aber echt mal! Was wissen diese Verfassungsgerichtsrichter schon über Verfassungsrecht! Die sollen sich mal nicht so haben. Wir klagen einfach so lange, bis die aktuellen Richter rausgealtert sind, und die Nachfolger winken das dann irgendwann durch!
Hier ist was einer der zitierten Staatsrechler dazu sagt:
Für "außerordentlich unwahrscheinlich" hingegen hält der Staatsrechtler Schneider, dass das Gericht in Karlsruhe von seiner bisherigen Linie abweicht: "Das Gesetz ist verfassungswidrig."Das kann ich mir ja gar nicht vorstellen!
Das Überraschenste für mich ist ja, dass es im Bundestag immer noch FDPler gibt. Macht der Gewohnheit, oder wie?
Update: Übrigens, dass die Leute die Argumentationen der Richter "zum Teil wie ein Gesetz behandeln" hängt möglicherweise damit zusammen, dass Urteile des Bundesverfassungsgerichtes Gesetzeskraft haben. Aber das kann man von einem Juristen ja auch nicht erwarten, dass der das weiß.
Update: Dagegen gestimmt haben die Linkspartei und die Grünen. Wer hat die anderen eigentlich gewählt? (Danke, Stefan)
Übrigens, weil die Leute immer von nationalen Netzen reden. Anscheinend haben einige von euch dieses Quantum-System der NSA nicht mitgekriegt. Damit übernehmen sie eure TCP-Verbindung, indem sie schneller antworten als der Server, mit dem ihr eigentlich reden wolltet. Das funktioniert nur, wenn sie auch netztechnisch näher an euch dran sind als der Server. Die haben also Server in Europa, wahrscheinlich auch in Deutschland verteilt. Und damit die die Befehle auch rechtzeitig kriegen, müssen auch die Anfrage-Daten schneller bei der NSA als beim richtigen Server sein. Ergo: Auch die Abhörstulpen stecken tief bei uns im Netz. Wenn wir jetzt die Grenzen dichtmachen, haben wir also nichts gewonnen. So ein Vorschlag kann überhaupt nur von einem Rattenfänger kommen.
Daran musste ich denken, als ich die folgende Geschichte las. Es ging mit dieser Meldung los, dass ein Flugzeug von Ethiopian Airlines in Genf notlandete, und der Copilot dann erstmal in der Schweiz Asyl beantragt hat. Der hat offensichtlich das Memo nicht gekriegt neulich.
Anders kommt man ja in diese Scheiß EU auch nicht mehr rein, mit Frontex und so weiter. Da muss man schon direkt in der EU landen. Die Grenzländer schmeißen schnell wieder raus (die werden nach Fallzahlen Budget kriegen, d.h. die freuen sich wahrscheinlich über jeden, den sie rauskanten können). Die Innenländer geben kein Asyl, wenn man aus einem sicheren Drittland kam, also aus einem der Grenzländer der EU z.B. Da muss man ja quasi mit einem Flugzeug in der Mitte der EU landen!
Aber das ist noch nicht der Kracher an der Story. Der Kracher ist, dass die Schweizer Luftwaffe nichts unternehmen konnte, weil sie nur zu Bürozeiten einsatzbereit sind. Daraufhin sprangen zwei französische Mirage ein.
Der beste Zeitpunkt für einen Angriff auf Deutschland ist ja traditionell zur Fastnachtzeit :-)
Update: Der Grund, wieso der nach Genf umleitete: Italien hat ein Rückflugabkommen mit Ätiopien, die Schweiz nicht.
Habt ihr mal einen Physiker gefragt, welchen Erkenntnisgewinn die Physik eigentlich bietet?
Macht das mal! Der Physiker kriegt dann leuchtende Augen und ihr eine lange Liste. Mondlandung, Teilchenbeschleuniger, Hubble, ISS, Solarzellen, Materialforschung, einen Autounfall überleben können, Kraft-Wärme-Kopplung, …
Fragt mal einen Mathematiker. Eine meiner Lieblingsfragen an Wissenschaftler ist ja nicht nach dem Erkenntnisgewinn, sondern warum ihre Disziplin schön ist.
Aber als ich vorhin fragte, welchen Erkenntnisgewinn Gender Studies bietet, kamen bis auf eine Ausnahme nur Beleidigungen und Anfeindungen rein.
Ist Gender Studies so ein tristes Fach? Gibt es da nicht eine positive Sache, die man mal nennen könnte?
Mein persönlicher Eindruck ist, dass Gender Studies im Kern keine Wissenschaft ist, weil Kernthesen wie "Geschlechtsidentität ist kulturell und nicht biologisch" nicht falsifizierbar sind. Aber das schrieb ich vorhin nicht. Ich schrieb eigentlich überhaupt nichts Negatives über Gender Studies. Aber die Teilmenge meiner Leser, die sich zu einer Antwort durchrangen, haben das alle nicht bemerkt. Ist Leseschwäche besonders verbreitet unter Gender Studies-Anhängern oder ist mein Sample Size zu klein?
Update: Das gleiche wie für Physik und Mathematik gilt natürlich auch für Disziplinen wie Geschichte und Politologie. In eigentlich jedem Fach haben sich ihre Studenten Gründe zurechtgelegt, wieso sie das studieren. Gute, positive Gründe.
Update: Mir hat jemand diesen Link gemailt. Den lass ich hier mal so stehen *hust* :-)
Update: Weil das einige Leser missverstanden haben: mit "nicht falsifizierbar" meinte ich in diesem Fall nicht, dass die These so formuliert ist, dass sie nicht widerlegbar wäre, sondern dass es Beweise gibt, die die These widerlegen, aber die These trotzdem weiter als wahr verbreitet wird. Mit anderen Worten: es ist egal, was in der Realität passiert, die These ist nicht widerlegbar. Daher ist bei wissenschaftlichen Experimenten auch immer die dritte Frage (nach These und Versuchsaufbau), bei welchem Ergebnis die These als widerlegt gilt. Wenn jemand im Nachhinein dann herumzuwieseln und Ergebnisse wegzudiskutieren oder zu leugnen versucht, ist es keine Wissenschaft.
Israels Regierungschef Netanjahu kritisiert nun, der SPD-Politiker habe eine einseitige Sicht auf den Nahost-Konflikt.Und das ist noch der freundliche Teil der Reaktionen. Teile der Rechtsaußen-Fraktion liefen während der Rede raus, als Schulz erzählte, er habe Ramallah besucht und sei dort von einem palästinensischen Jungen gefragt worden, wieso die Israelis eigentlich pro Tag viermal mehr Wasser verbrauchen könne als ein Palästinenser. Reaktion:
schrie ihn der Abgeordnete Moti Jogev an: "Schämen Sie sich, Sie unterstützen jemanden, der gegen Juden hetzt."Und ab da entgleiste die Rhetorik zusehends. Schulz müsse sich für seine "Lügen in der Knesset entschuldigen".
Und das waren nur die inhaltlichen Auseinandersetzungen. Auch formell passte die Rede einigen nicht, weil sie auf Deutsch gehalten war. Hier ist was ein Mitglied der regierenden Likud-Partei auf Facebook schrieb:
"Ich werde während der Rede abwesend sein, weil es unpassend ist, dass im Parlament des jüdischen Staates eine Rede in der Sprache gehalten wird, in der unsere Eltern in die Eisenbahnwaggons und in die Krematorien gestoßen wurden"Dabei ist der Schulz noch einer der stärksten Freunde, die Israel im EU-Parlament hat. Wenn die DEN schon so angehen…
Übrigens hat der bei der Gelegenheit von der Hebräischen Universität von Jerusalem die Ehrendoktorwürde gekriegt — für seinen Einsatz gegen Antisemitismus und Intoleranz.
Die ganze Chose basiert auf einer Kundenliste, die in Kanada anfiel, als sie einen "Kinderpornoring zerschlagen" haben, wie die Presse berichtete. Tatsächlich war das aber kein Kinderpornoring sondern ein Versender von (nichtsexuellen) Nudistenfotos. Mag man anstößig finden, aber verboten ist es weder in Kanada noch hier. Der Laden hatte ein ganz normales Gewerbe angemeldet und hat auch brav Steuern gezahlt und sich sogar mit anderen Firmen gerichtlich über Trademarks gezankt. Wieso gab es dann überhaupt eine "Kinderpornoring-Hopsnahme"? Weil ein Kunde (EINER!) von dem Laden einen großen Stash an Kinderpornos hatte, und da haben sie sich gesagt, hey, der hat da legale Dinge gekauft, vielleicht sind noch andere von deren Kunden in Kinderpornokram verwickelt. Und seit dem gibt es anscheinend in diversen Ländern Hausdurchsuchungen bei Kunden von dieser Firma. Und zwar nur weil die legale Bilder bei einer Firma im Ausland geordert haben.
Nun bin ich kein Experte dafür, was für Bilder legal sind und welche nicht, und wo man was ordern kann. Aber wenn das stimmt, dann erscheint es mir geradezu grotesk, dass sie da wild bei Leuten Hausdurchsuchungen machen.
Im Lawblog steht derweil Ähnliches, mit Verweis auf die Süddeutsche Zeitung.
Ich denke mal, wenn das wirklich so gelaufen ist, wird der Edathy der Staatsanwaltschaft ein paar neue Körperöffnungen reißen. Sowas kann man vielleicht mit ein paar Hartz IV-Opfern machen, aber im Bundestag sitzen fast nur Lehrer und Juristen. Der Edathy ist wahrscheinlich mit mehr Juristen per Du als der zuständige Staatsanwalt.
Seine politische Karriere ist aber denke ich mal trotzdem vorbei. Auch wenn die Aufnahme nicht strafrechtlich relevant sind.
Bonus: Sogar ihr eigener Landwirtschaftsminister ist dagegen! SOGAR FRIEDRICH hat mitgekriegt, dass man das nicht haben will!
And now Kelsey is going to give your GP records not just to almost everyone in the NHS but to university researchers (I have been offered access though I’m not even a medic and despite the fact that academics have lost millions of records in the past), to drug firms like GlaxoSmithKline, and even to Silicon-Valley informatics companies such as 23andme.Da war bisher das Feigenblatt, dass das ja anonymisiert sei. Nun ist das mit der Anonymisierung schwierig bis unmöglich, wenn man es richtig machen will und es nicht nur ein Feigenblatt sein soll. Daher habe ich das von Anfang an nicht geglaubt. Aber jetzt kommt noch ein großartiges Detail heraus: Die Polizei kriegt unanonymisierten Zugriff und braucht noch nicht mal einen richterlichen Beschluss!Es gibt da noch ein zweites Feigenblatt, einen Opt Out. Man kann ankreuzen, dass man nicht Teil dieser Datenbank werden will. Aber wie sich rausstellt ist auch das eine Lüge:
will be able to access the health records of patients when investigating serious crimes even if they had opted out of the new database
Und PrivateCore macht … RAM-Verschlüsselung. Nein, wirklich!
vCage validates the integrity of the hardware environmentGemeint ist hier Trusted Computing, TPM-Measuring.provides a hardened hypervisor based on KVMHardened und "based on KVM" in einem Satz? Oioioio!and secures server random access memory (RAM) with AES encryption.Wie soll das funktionieren? Na ganz einfach!This is done by loading a secure hypervisor into CPU cache and acting as a gateway to encrypt memory paging in and out between the CPU cache and RAM.Soso, paging! Zwischen CPU-Cache und RAM, ja? Paging?Ob deren Produktbeschreibung aus irgendeinem Nonsens-Paper-Generator rausgefallen ist?
Das wäre ja alles höchst unterhaltsam, wenn nicht die Marketing-Ansage wäre: Wenn ihr das macht, müsst ihr dem Cloud-Provider nicht mehr vertrauen! Eure Anwendung kann dann vertrauenswürdig laufen, auch wenn die Hardware, auf der sie läuft, nicht vertrauenswürdig ist! Überhaupt hat Intel eine Technologie namens TXT im Angebot, von der sie versprechen, dass man damit TPM-Attestation bis hinein in die Anwendung haben kann, die in der VM läuft.
Wenn ihr übrigens mal Rüdiger Weis beim Meckern über TPM zugehört habt, werdet ihr die Einsicht mitgenommen haben, dass TPM nicht dazu da ist, den Anwender zu schützen, sondern die Software von Microsoft vor dem Anwender. Rüdi malt dann immer das Bild an die Wand, dass das Booten von Linux verhindert werden soll. TPM selbst kann das nicht, der führt immer auch unvalidierten Code aus. Aber wenn der Code fragt, ob er validiert wurde, dann kann ihm TPM sagen, ob das Windows in einer vertrauenswürdigen Umgebung hochgekommen ist oder nicht. Und da kommt dann halt bei manipulierten System (z.B. zum Linux-Booten, wenn man keinen TPM-fähigen Bootloader nimmt) "falsch" zurück als Antwort. Dieses Detail war das Feigenblatt, hinter dem sich die Trusted-Computing-Leute vor Rüdi versteckt haben. Intel hat allerdings noch mehr in ihren Prozessoren drin, das über das TPM-Zeugs hinausgeht. Da kann im Prozessor auch hinterlegt werden, dass nur als vertrauenswürdig signierter Code zur Ausführung kommen soll. Das nennt sich dann Launch Control Policy. Wenn Rüdi das hört, kriegt er einen Schlaganfall.
Update: Krass, Privatecore macht sogar explizit Werbung, dass ihr Produkt Cloudserver vor der NSA schützt. Was für eine Frechheit!
In sozialen Netzwerken schrieb er „Advent, Advent, ein Maststall brennt. Wer macht weiter?“. Auch Tipps für Sabotagen soll er gegeben haben, wie die Aktivisten dem NDR in eidesstattlichen Erklärungen versichern.Wie … subtil! (Danke, Til)
Jedenfalls: Coursera darf jetzt keine Kurse mehr für Leute aus Kuba, dem Iran, dem Sudan oder Syrien anbieten. Denn Vorlesungen fallen jetzt unter US-Exportkontrolle, finden die US-Behörden.
Update: Auch die Ludwig-Maximilians-Universität München macht bei Coursera mit. Ob deren Vorlesungen auch betroffen sind?
After agreeing to pay $23 billion in penalties and settlements in 2013, JPMorgan Chase (JPM) Chief Executive Jamie Dimon was rewarded today by the board he chairs, receiving a 74 percent pay raise to $20 million.Ja das waren die mit der zweistelligen Milliardenstrafe! Ob der Markt einen Schlaganfall hatte?
Nun stellt sich raus: Auf diesem D-Wave-Teil haben sie den Shor-Algorithmus noch nicht zu laufen gekriegt und auch ansonsten performt das Teil nicht besser als vorherige Simulationsverfahren.
Die erwähnen da explizit Simulated Annealing, das ist ein gut parallelisierbares Verfahren aus der Machine-Learning-Ecke, das auch für generelle Optimierungsprobleme angewendet werden kann. Die Ergebnisse sind ausgesprochen ernüchternd für die Quantencomputing-Ecke und speziell für D-Wave.
Ist das jetzt Entwarnung in Kryptofragen? Nein. Es ist durchaus denkbar, dass das alles im Prinzip funktioniert, aber halt nur noch nicht auf diesen konkreten Geräten. Wir müssen trotzdem unsere RSA-Schlüssel schön lang machen und davon ausgehen, dass uns das eines Tages jemand kaputtmacht. Aber die Gefahr, die von diesen real existierenden Geräten ausgeht, scheint eher gering zu sein. Es ist bekannt, dass Lockheed Martin, Google und die NASA mit diesen Geräten arbeitet. Ich würde mich wundern, wenn die NSA etwas besseres hat, aber ausschließen kann man es natürlich nicht.
Ich für meinen Teil schlafe jetzt jedenfalls erstmal ein bisschen besser. (Danke, Detlef)
For the record: Es ist natürlich völlig wurscht, wen die da hinschicken, da Geheimdienstkontrolle prinzipiell Augenwischerei und Feigenblatt ist, und wir hier außerdem von der SPD reden. Die kriegt ja noch nicht mal das Mundwerk ihres Kanzlerkandidaten kontrolliert.
Ultimately Google will list the best ISPs in each region based on YouTube performance, and when ISP subscribers are able to watch 90% of the YouTube videos in HD (720p) at consistent quality, that ISP will be branded as "YouTube HD Verified."Das wird höchste Zeit, dass die Telekom mal die Rechnung präsentiert kriegt.
Erschwerend hinzu kam, dass die Seite dann ziemlich sofort unter der Last zusammenbrach (warum eigentlich?).
Die Fakten liegen immer noch nicht auf dem Tisch, aber so langsam scheint halbwegs Konsens zu bestehen, dass da irgendein Ermittlungsverfahren gegen irgendjemanden läuft, weil sie diese Daten gefunden haben. Daher wollen sie nicht sagen, woher sie die haben.
Ich stelle mir das so vor. Das BSI wird von einer Firma oder Behörde angerufen, weil die ein Botnetz bei sich gefunden haben. Die kommen und finden beim Stochern diese Daten. Was tun? Nun könnte man natürlich die Email-Adressen alle anschreiben, aber wer glaubt denn seit dem Bundestrojaner noch Emails von Behörden?
Diese Webseite jetzt ist aus meiner Sicht Ass Covering. Da geht es nicht darum, Leuten zu helfen. Denn Leute, die sich um ihre Sicherheit genug Sorgen machen, dass sie von der Existenz so einer Webseite erfahren, und dann da hingehen und damit interagieren, sind vermutlich eh nicht betroffen. Ich verwende z.B. eine eigene Email-Adresse pro Webseite, die meine Email-Adresse haben will — und natürlich jeweils ein anderes Passwort. Soll ich die jetzt alle beim BSI eingeben? Ich mache das ursprünglich, um zu erkennen, woher Spammer Email-Adressen haben, aber es hilft natürlich auch prima gegen solche Account-Datenbanken. Da ist dann jeweils nur der eine Account gehackt, das Passwort funktioniert nirgendwo anders.
Dazu dann das Verfahren, das die das wählen. Man kriegt die Antwort nicht direkt sondern man kriegt einen Code und später eine Email, wenn man betroffen war. Wenn man nicht betroffen war, kriegt man keine Email. Das BSI scheint zu glauben, dass davon auch die Umkehrung gilt: Wer keine Email kriegt, war nicht betroffen. Aber das ist natürlich Blödsinn, Emails können verloren gehen, im Spamfolder landen, versehentlich gelöscht werden, etc. Oder wenn die Credentials gehackt waren und auch für den Email-Provider gelten, kann jemand mit den Daten natürlich auch die Email vom BSI löschen, bevor das Opfer sie sieht. Und die Email ist im Gegensatz zu der SSL-Verbindung, über die man die Daten einschickt, nicht verschlüsselt und signiert, d.h. wenn da eine Mail kommt, gibt es keinen Grund, der zu trauen. Den Code hätte auch jemand raten können. Kurz: Die Aktion ist voll für den Fuß. Das BSI tut das daher aus meiner Sicht nur, weil sie glauben, irgend etwas tun zu müssen.
Besonders absurd mutet die Meldung von heute an, dass das BSI seit Dezember auf den Daten saß, aber so lange brauchte, weil sie wirklich sicher gehen wollte, dass ihre Webseite den Ansturm aushalten würde. Was sie dann nicht tat.
Einmal mit Profis arbeiten!
Update: Die Webseite heißt übrigens www.sicherheitstest.bsi.de und liegt bei Strato. Ohne jetzt irgendwie Strato bashen zu wollen, aber … srsly, BSI? Das konntet ihr nicht selber hosten? So sieht das aus, wenn jemand per DNS-Hijacking Domains umlenkt. Übrigens liegt die BSI-Webseite nicht nur in einem anderen Netz (das dem BSI gehört), sondern sie benutzt auch eine andere Domain. Viel mehr Indizien für "hier riecht was schlecht, hier geb ich lieber keine Daten ein" hätte man auf die Schnelle gar nicht ankreuzen können. Oh, doch, eine noch. Das SSL-Zertifikat kommt bei der BSI-Homepage von Trustcenter, und beim Sicherheitstest von T-Systems. NA SUPER. Vertrauenswürdiger geht es ja kaum!1!!
Update: Anscheinend soll die Rück-Email PGP-signiert sein. Wozu brauchen sie dann den Code, wenn sie PGP haben? Weil niemand einen Grund hat, einem angeblichen BSI-Key zu vertrauen, der vor sechs Wochen erzeugt wurde?
Update: Wo wir gerade bei T-Systems waren… guckt mal, was da auskommentiert im HTML steht:
<div style="padding-top:20px;padding-bottom:20px;">Und hier ist das Bild. Ja, das hätte ich auch lieber auskommentiert an deren Stelle *schenkelklopf* :-)
<!--<img src="/static/images/vl_powered_by_T.png" />-->
Update: Ah, sie haben auch ihren öffentlichen PGP-Schlüssel auf ihrer HTTP-Webseite. Immerhin. Ich sehe trotzdem nicht, wieso sie da überhaupt Email machen und nicht direkt per Web antworten. Das schafft doch nur zusätzliche Metadaten.
Update: Der PGP-Schlüssel ist vom 9.12., das SSL-Zertifikat ist vom 17.12. Da kann man mit ein bisschen Fantasie die Denkprozesse verfolgen.
Hey, Cheffe, wir haben hier echt viele Email-Adressen, was machen wir jetzt?
Wir schreiben denen ne Email!
Ja, aber Cheffe, seit dem BKA-Trojaner glaubt unseren Emails doch keiner mehr!
Dann signieren wir die halt mit PGP!
OK, Cheffe, hab nen Schlüssel gemacht, aber wieso sollten die Leute dem denn vertrauen? Ich hätte Frau Merkel gebeten, uns den zu signieren, aber die hat kein PGP!
Na gut, dann machen wir dazu ne Pressemitteilung und machen einen Webserver auf und da tun wir den Schlüssel hin!
Aber Cheffe, unser Webserver hält doch nichts aus, wir benutzen doch Java!
Ja, äh, hmm, na löse das halt irgendwie!1!!
OK, Cheffe, ich hab jetzt bei Strato nen Webserver geklickt, aber wir brauchen auch SSL, sonst lachen die Leute doch wieder über uns!
Hmm, also über unseren normalen Amtsweg braucht das 4 Monate. Frag mal Strato, ob die nicht auch SSL mit verkaufen können!
OK, Cheffe, hab ich gemacht, alles in Ordnung!1!!
Update: In den Mails an Betroffene steht, dass die Daten bei einem Botnet gefunden wurden. Jemand hat mir ein Zitat aus so einer Mail geschickt.
Update: Der Code steht bei den PGP-Mails übrigens im Subject, also im nicht signierten Header-Bereich.
Die Vorratsdatenspeicherung […] hat […] mit einer erheblichen Einschränkung von Freiheitsrechten, wie immer wieder behauptet wird, nicht viel zu tun.Denn (festhalten!) nicht der Staat speichert ja die Daten, sondern die Industrie auf Geheiß des Staates. Das ist genau der gleiche Taschenspielertrick, den auch Obama gerade probiert. Aber De Maiziere formuliert das mal schön vor für die doofen Deutschen:
Ich verstehe durchaus, dass Bürger auch angesichts der aktuellen Debatte über die NSA sagen: Das wollen wir nicht. Darum geht es aber gar nicht. Unser Staat will und wird keine Verbindungsdaten sammeln. Unser Staat verlangt vielmehr, dass Unternehmen Verbindungsdaten, die sie ohnehin haben, unter ganz bestimmten sicheren Bedingungen und für eine genau bestimmte Frist speichern.Und dann geht es zurück zu den alten Taschenspielertricks aus der letzten Iteration:
Und dann soll der Staat nur zur Verfolgung schwerer Straftaten und nur dann, wenn ein Richter das zugelassen hat, darauf zugreifen dürfen.Ja nee klar. Kennen wir schon, auch aus der EU. So geht das immer. Vorher lügen sie uns ins Gesicht, es ginge nur um schwerste Straftaten und am Ende wird es gegen Falschparker und Haschischkonsumenten eingesetzt.
Die nächste Sprechblase ist, dass die Unternehmen ja verpflichtet werden, die Daten sicher zu speichern. Im Gegensatz zu ihren ganzen anderen Daten, die alle Nase lang wegkommen. Der Punkt ist: Wir können diese Daten nicht sicher speichern. Der einzige Weg, wie wir sicher verhindern können, dass diese Daten missbraucht werden, ist indem wir sie gar nicht erst erfassen.
Und am Ende kommt noch die beliebte Schuldumkehr, wie man sie von Vergewaltigungsfällen kennt. Der Staat ist ja das eigentliche Opfer hier, weil er von den bösen Datenkrakenfirmen und der NSA einen schlechten Ruf kriegt.
Es liegt an uns allen, dafür zu sorgen, dass denen niemand dieses Narrativ abkauft.
Übrigens: Dieses Motiv der Schuldumkehrung findet sich auch in Obamas NSA-Rede:
In fact, even the United States proved not to be immune to the abuse of surveillance.Seht ihr? Die USA sind hier nicht Täter sondern Opfer! Oh und wo wir gerade bei Obama und der USA waren: Die New York Times ist ein Vergleich zwischen Empfehlung des Whitewash-Reförmchen-Feigenblattkommittees und was Obama tatsächlich tut.
Mr. Obama plans to increase limits on access to bulk telephone data, call for privacy safeguards for foreigners and propose the creation of a public advocate to represent privacy concerns at a secret intelligence court.Die einzige konkrete Ansage darin ist, dass es jetzt einen Anwalt geben soll, der vor dem Geheimgericht (an der Stelle können wir eigentlich auch direkt drüber zu reden aufhören) — nein, nicht die Opfer vertreten wird. Der Anwalt ist dazu da, "to represent privacy concerts". Der soll also Privatsphäreargumente vertreten. Die tun nicht mal so, als ob vor ihrem Geheimgericht (GEHEIMGERICHT!!) jemand die Opfer vertreten würde. Und der Rest ist eh unkonkretes Blablah.Ich freue mich ja am meisten über "safeguards for foreigners". Das sind wir, diese Ausländer. Das kann ja nur eine riesige Lachnummer werden, was die da für Safeguards einführen wollen.
Man beachte übrigens auch die Formulierungen genau. "limits on access of bulk telephone data" kann auch heißen, dass die NSA nach wie vor alle Daten kriegt, aber verspricht, besser auf sie aufzupassen. Was sie ja schon die ganze Zeit sagen, dass sie da ordentlich drauf aufpassen.
Ich erzähle mal kurz, worum es ging. Jemand hatte da 2 Schauspieler und 7 Schauspielerinnen angeheuert, die auf dem 30c3 so taten, als seien sie eine Firma namens Security Solutions Ltd. Der eine Mann war ein älterer, seriös aussehender Schlipsträger, der schön langsam und mit Pausen sprach, und mit seinem Bullshit-Bingo nicht durcheinanderkam. Der andere war wohl so ein schleimiger Geltolle-Business-2.0-Typ, der Kofferträger für den anderen. Die Frauen sind als Anwerberinnen herumgelaufen und haben Hacker angesprochen, ob sie nicht Lust auf ein Hinterzimmergespräch hätten, um über eine Zusammenarbeit zu reden. Dort warteten dann die anderen beiden und man bekam eine Visitenkarte und musste ein NDA unterschreiben. Von den 500 angesprochenen Hackern kamen wohl bloß zwei bis zu dem NDA. Das ist eine ziemlich gute Quote.
Ein Holländer, den sie angesprochen haben, hat sie sogar richtig auseinandergenommen, so ala "die Firma gibt es gar nicht im Handelsregister".
Insgesamt ein ausgesprochen gutes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass Recruiter auf Events in anderen Ländern echt üblich sind und deutlich erfolgreicher sind. Da können wir als europäische Hackerszene echt stolz auf uns sein.
Aber wir dürfen uns da nicht auf unsere Lorbeeren ausruhen, sondern müssen da weiter wachsam bleiben. Die Meldung, dass CSC für Trojaner-Auditierung eingesetzt wird, und dass sie den Trojaner von einer Firma kaufen mussten, sind zwar an sich traurig aber auch eine Validierung der Tatsache, dass sie in unserer Community keine Hilfe finden.
Update: Am 3. Tag war die (nicht eingeweihte) Security in Form von Honkhase kurz davor, diese Leute rauszuschmeißen, weil sie jemand verpfiffen hatte. Und zwei NDA-Unterschreiber haben als Feedback bei uns hinterlassen, dass sie da nur zum ausforschen mitgegangen sind. Das kann man danach natürlich immer sagen, aber es freut mich trotzdem sehr.
Der Assange-Talk fiel weitgehend aus, weil fiese Saboteure ständig strategisch über Kabel stolperten und den Feed unterbrachen. Nicht nur den Feed zu Assange, sondern auch die Streams aus dem Saal, man konnte also nicht mal einen Stream sehen, wie Assange wegbrach. Die paar Sekunden, die die Verbindung stand, musste er sich dann vergleichsweise fiese Fragen stellen lassen. Aus meiner Sicht war dieser Ausgang eine Win-Win-Win-Situation. Sehr schön war auch, dass Sarah Harrison als Rednerin gewonnen werden konnte, was die zu sagen hatte fand ich eh interessanter als Julians Phrasen. Das war nämlich auffällig, dass er da genauso gebügelte PR-Phrasen raushaute wie man sonst von Politikern kriegt, ala "robust and meaningful action" und so. Furchtbar.
Den FX-Talk werde ich mir auf Video angucken, da haben wir nochmal Tippfehler in den Folien korrigiert und nochmal das Präsentationsnotebook durchgebootet (Apple, wissenschon).
Den Fnord-Jahresrückblick haben wir auch direkt für einen kleinen Fnord genutzt, indem wir das Publikum zu einem Simultan-Facepalm animierten, um das mal als Foto für sich zukünftig bietende Gelegenheiten da zu haben. Ich hörte, auch Saal 2 soll voll gewesen sein. Ob die da auch fazialpalmiert haben, weiß ich nicht. Wenn das so war und jemand ein Foto gemacht hat, bitte ich um Zusendung per Email.
Weil das das 10jährige Jubiläum war, hatten sich diverse Gruppierungen einige Fnords am Rande ausgedacht, u.a. trugen da zwei starke Männer ein blaues Fass auf die Bühne, mit dem Schild "Strategische Popcorn-Reserven". Dann gab es da noch ein trojanisches Pony mit bizarren Verschwörungsunterlagen (wenn ich das richtig verstanden habe, dann war das eine Sammlung aus Crackpot-Post, die bei Erfakreisen so im Briefkasten aufschlugen, hauptsächlich über 9/11). Außerdem gab es da noch eine Industrie-Tröte, deren Losgehen Frank durch beherztes Ziehen der Akkus verhindern konnte. Nachdem wir eh schon eine Stunde später als sonst lagen, und dann eine viertel Stunde verzögert wurden, weil FX überzogen hat, haben diese Einlagen leider noch eine halbe Stunde Verzögerung verursacht und Frank und mich aus dem Flow abgebracht. Das ist für das Publikum vielleicht nicht so offensichtlich, aber wir verbringen jedes Jahr Monate mit Sammeln, Aussieben, dem Finden von Geschichten und guten Illustrationen zu selbigen, und dem Aufbau eines Spannungsbogens. Da ist das dann schon schade, wenn der dann so zersägt wird. Gegen Ende merkte man ein bisschen, dass dem Publikum die Luft ausging, und das war halt vermeidbar. Ich denke mal, nächstes Jahr ist kein Jubiläum, da machen wir dann keine Unterbrechungen mehr während der Show, dann flutscht das noch besser. So war das nicht nur der späteste sondern auch der längste Fnord-Jahresrückblick.
Am nächsten Morgen gab es noch einen sehr empfehlenswerten Vortrag, der erste in Saal 1, Hacking the Czech Parliament via SMS. Die haben sich die Telefonnummern der Parlamentarier besorgt und dann auf eine Gelegenheit gewartet. Die kam, als ein Minister wegen Korruption verhaftet wurde und im Parlament bei einer Spezialanhörung Rede und Antwort stehen musste. Das wurde live übertragen und viele Menschen guckten zu. Die Vortragenden haben dann ein Drama aus Fake-SMSsen verschickt, die so aussahen, als schickten die die sich untereinander. Während also vorne ein Politiker steht und sich wegen Korruption verteidigen will, gehen hinten Botschaften per SMS herum wie "Das geht so nicht weiter, wir müssen hier mal wirklich was ändern, diese Korruption muss weg". Das Highlight war, dass der Premierminister dann der Presse sagte, ihm sei ja sofort klar gewesen, dass das Fake-SMSsen waren, weil die eine von seinem Finanzminister kam, und das sei ja offensichtlich, dass der niemals Reform vorschlagen würde :-)
Danach habe ich mir den Foschepoth angeguckt. Den hatte ich auch schon im Blog, das war der mit dem Buch dazu, wie Westdeutschland Post und Telefonate abgehört hat, und wie da eigentlich die Gesetzeslagen sind. Der Vortrag war noch krasser als ich befürchtet hatte. Am Ende muss man schlecht gelaunt konstatieren, dass der Pofalla uns nicht mal anlügen musste, als er uns ins Gesicht sagte, dass keine deutschen Gesetze verletzt wurden. Es ist alles ganz furchtbar. Auch hier: Klare Empfehlung, angucken!
Der nächste Talk war Advanced Arm Exploitation, den ich nicht empfehlen kann. Das war ein Amerikaner, der da Werbung für Produkte machte, die man in seinem Webshop kaufen kann. Auch fand ich das inhaltlich nicht sonderlich advanced. Im Wesentlichen beschrieb er, was er so tat, und wann immer es ein Problem gab, kaufte er sich irgendwo ein Gadget, das genau dieses Problem für einen löst. Der Typ verkauft auch Trainings und erwähnte das gefühlt ein halbes Dutzend mal, während er zitterig weite Teile seiner Folien übersprang. Ich kam mir jedenfalls vor wie in einem Verkaufsgespräch, nicht wie in einem Vortrag.
Danach kam This Year in Crypto, der zwar für Leser meines Blogs zum Großteil nicht neu war, aber die letzten beiden Folien oder so waren an mir vorbei gegangen. Da war einmal ein absolut grandioses NSA-Dementi bei, episch, ein Meilenstein des überspezifischen Dementi, das nichts wirklich abstreitet. Aber seht selbst. Lohnt sich auch.
Danach war bei mir Pause, aber ich werde mir von dem Tag noch das Car Hacking, V wie Verfassungsschutz, Revisiting Trusting Trust und Bullshit made in Germany als Video downloaden.
Im 22 Uhr Slot hab ich nur die letzten Minuten von Security of the IC Backside mitgekriegt, das guck ich mir sicher auch noch auf Video an, und Art of Exploit und der Talk über Kernel Patches muss ich mir auch downloaden.
Der absolute Hammer an dem Tag war aber Seeing The Secret State: Six Landscapes. Ich kann mich gar nicht lobend genug äußern. Das ist ein Typ, der die CIA-Cover-Fluglinien aufgedeckt hat, der nachts Spionagesatelliten fotografiert und Fotos von Area 51 und so brachte. Unglaublich.
Danach gab es den CCC-Jahresrückblick zum Ausklang. Das war leider ziemlich deprimierend dieses Jahr. Dafür gab es am Anfang ein tolles Video anlässlich 30 Jahre CCC, das das Publikum so geflasht hat, dass sie es gleich nochmal sehen wollten. Hoffentlich kommt das auf dem Download auch so schön rüber.
Los ging es damit, dass Don Alphonso und ich zu den radikalsten Bloggern Deutschlands gekürt wurden. Allerdings bin ich da realistischerweise nur 2. Platz, ich erreiche sein Niveau nur mit der Verschwörungen-Kategorie. Immerhin haben die mein Blog als radikaler als ein Salafisten-Forum (!?) berechnet.
Der erste Talk, den ich heute sah, war "Do you think that's funny" von einer österreichischen Künstlerin, die ihre Projekte vorstellte und die resultierenden juristischen Geplänkel darstellte. Dann guckte ich mir "Der tiefe Staat" an. Wichtiges Thema, zu wenig Zeit. Da müssen wir mal einen Podcast zu machen, so 3-4 Stunden oder so. In einer Stunde kann man dem Thema nicht gerecht werden. Der Vortrag verglich inhaltlich die Wallmeister und Gladio aus dem kalten Krieg, also die staatliche Monopolisierung und Militarisierung der zivilen Infrastruktur, damit, was gerade als "Schlandnet" herumgereicht wird.
Der Parallel-Vortrag zur Seidenstraße war wie ich hörte auch sehenswert.
Danach war natürlich Maha dran mit "Keine Anhaltspunkte für eine flächendeckende Überwachung", wo es mal wieder um die Hohlphrasen der Politik geht. Dieses Jahr lag der Fokus der Betrachtungen auf dem Pofalla-"alle Vorwürfe vom Tisch"-Non-Statement. Ich hätte auch gerne den Parallelvortrag zu CHIASMUS gesehen (wenn euch das nichts sagt, dann googelt das mal).
Den Slot danach hab ich für Mittagessen verpasst, hätte sonst gerne den 07KINGSTON25-Vortrag gesehen. Der Slot danach war Post-Snowden-Kryptographie von Rüdi, der hinterhältig in der Mitte des Vortrages zu meckern anfing, dass seine TPM-Bashing-Vorträge nicht angenommen wurden und dann aus dem Stand ein paar TPM-Bashing-Folien einfügte :-)
Um 18:30 habe ich mir Bug Class Genocide von Andreas Bogk angehört, da ging es um eine LLVM-Erweiterung, die Buffer Overflows ausrotten soll. So richtig vollständig überzeugt hat mich das ja nicht. Die CPUs werden ja nur noch in kleinen Inkrementen kleiner, so dass ein 100%-Performancenachteil immer noch ein Problem ist. Vielleicht nicht für die von Andreas zitierten Ruby-Verstrahlten, aber für die schweigende Mehrheit. Danach hatten wir dann eine Keynote von Glenn Greenwald, per Skype aus Brasilien dazugeschaltet. Der entschuldigte sich anfangs erstmal, dass man ihm Krypto erst beibringen musste, und bedankte sich für die ganze Software, die es da gibt, denn ohne die wären wir schon längst vollständig überwacht und unterdrückt. Er lobte Laura Poitras (die, wie ich hörte, auch im Publikum gesessen haben soll irgendwo) und Edward Snowden und hielt ein langes und emotionales Plädoyer dafür, dass die Länder und Regierungen die Dienste als ihre Machtbasis sehen und sich da niemals freiwillig von trennen werden. Alles, was die uns jetzt sagen, sind Lügen und falsche Versprechungen, das wird eher noch schlimmer. Aber, so erzählte er, wenn ihn jetzt andere Journalisten kontaktieren, dann haben die alle Verschlüsselung oder entschuldigen sich erstmal wortreich, das immer noch nicht hingekriegt zu haben. Soviel Problembewusstsein gab es noch nie. Seine nächste Story wird um Flugzeug-Internet gehen, weil das wohl eines der wenigen Löcher ist, bei denen man noch unkontrolliert ins Internet kommen kann (kann ich ja nicht glauben, ehrlich gesagt). Sein Punkt war, dass die Dienste so paranoid in ihrem allumfassenden Abhöranspruch sind, dass es sie völlig fertig macht, wenn Leute in Flugzeugen für ein paar Stunden unabgehört kommunizieren können.
In der Mitte ließ dann die Skype-Qualität nach, und es war teilweise ein bisschen schwer zu verstehen. Aber ich sehe das wie Louis CK. Wir hatten eine Liveschaltung nach Brasilien und haben uns Glenn Greenwald beim ranten zugehört! Wie geil ist DAS denn!
Highlights waren, dass er sich bei GCHQ bedankte, die Briten so demaskiert zu haben. Wenn die das nächste Mal ein anderes Land wegen Verletzung der Pressefreiheit zu kritisieren versuchen, könne das ja nach der Nummer mit seinem Partner am Londoner Flughafen nur einen globalen Lacher hervorrufen. Am bekam er dann Standing Ovations von einem vollständig belegten Saal 1. Das hat er sicher auch nicht alle Tage, und man sah ihm an, dass er sich echt zusammenreißen musste.
Update: Bei dem Salafisten-Vortrag war ich übrigens nicht, weil der Saal voll war und ich nicht reinkam. Dass ich eines Tages in der FAZ lesen muss, dass auf einem Congress-Talk irgendwas über mich gesagt wurde, ist schon eine unerwartete Erfahrung.
Das finde ich ja eine sehr elegante Leak-Methode, muss ich sagen. (Danke, Rolf)
Die Matrosen haben jetzt eine Klage gegen Tepco eingereicht. Die hätten keine adäquate Warnung herausgegeben.
And one of the uses that has piqued the interest of city staffers is the deployment of the DAC to track political protesters and monitor large demonstrations.Na sowas! Es geht gar nicht um Kriminalität? Wer hätte DAS gedacht!1!!Übrigens: Die Uni Berkeley liegt in der Gegend.
Dieser Verfassungsverstoß hat aber keine weiteren Konsequenzen, da das Grundstück längst weggebaggert ist. "Eine Rückgabe wäre faktisch ohne Wert", lautete die Begründung.Naja, weg ist weg, gell? Jetzt ist halt zu spät. Mit anderen Worten: Wenn der Staat mit seinem Unrecht nur schneller fertig ist als es dauert, sich vor Gericht dagegen zu wehren, dann ist das schon OK? Na SUPER!
Mit anderen Worten: Das Gegenteil der Politik in Deutschland. Und damit hat sie über 60% der Stimmen gekriegt. Vielleicht sollte das bei uns auch mal jemand probieren?
MI6 betrieb anscheinend so eine Nummer.
Als wenn das noch nicht fnordig genug wäre: Leute, die da mal zum Testen anriefen, haben eine SMS gekriegt, dass die Nummer "restricted" sei und sie sie nie wieder anrufen sollen.
Vielleicht hätten die Entscheider beim MI6 sich mal von ihren Kollegen beim GCHQ eine Führung dort geben lassen sollen.
Die Meldung ist schon vom September diesen Jahres. Wahrscheinlich ein Hoax, so blöde kann doch keiner sein. Oder?
Schon die Überschrift überzeugt! Ich hab von der ganzen Veranstaltung nichts mitgekriegt, aber anscheinend hat Shell da eine PR-Agentur beauftragt, eine Packung Wohlfühl-Greenwashing der Marke "Shell" zu betreiben. Leider ging das so massiv nach hinten los, dass man schon fast Mitgefühl entwickeln kann.
So hatten sich unter die insgesamt sechs Teilnehmer drei Aktivisten gemischt, ein Großteil des Publikums bestand ebenfalls aus Demonstranten.Und die Aktivisten haben dann keine Gefangenen genommen. Metronaut schildert es so:
Den krönenden Abschluss machte ein Aktivist, der eine Maschine mitgebracht hatte, die als CO2-Rückgewinnungexperiment getarnt war. Die Maschine verspritzte schwarzen Ölschlamm auf Bühne und PublikumBWAHAHAHAHAHAHA
The government has abandoned plans to privatise its defence procurement body after only one bidder was left in contention for the contract.Ui! Das wäre ja auch bei uns mal cool. Auch bei uns ist das normal, dass bei "Ausschreibungen" nur ein Bieter übrig bleibt. Nicht nur ist das üblich, die Ausschreibungen werden normalerweise absichtlich so formuliert, dass nur einer übrig bleibt. Und der kriegt dann den Job. (Danke, Magnus)
Angeblich, so die Google-Presseerklärung, sei der Schlüssel nur "für internen Gebrauch" und mit Einverständnis der so Ausspionierten eingesetzt worden. Ja nee, klar.
Aber überlegt euch doch mal, woher Google dann überhaupt mitgekriegt hat, dass es da einen MitM-Schlüssel gibt? Ob die sich einen Seitenkanal geschaffen haben, der bei Zertifikats-Pinning-Verletzungen Alarm schlägt und Details an Google meldet? Sehr spannend jedenfalls.
Edinburgh University's authorities then took the view, he later learned, that he "might get a Nobel prize – and if he doesn't we can always get rid of him".Higgs said he became "an embarrassment to the department when they did research assessment exercises". A message would go around the department saying: "Please give a list of your recent publications." Higgs said: "I would send back a statement: 'None.' "
Dann wurde er 1980 tatsächlich für den Nobelpreis nominiert und seit dem stört sich da keiner mehr dran.Das ist natürlich nicht nur auf die Physik beschränkt. Der Ausstoß an wertlosen Papers, die sich aus SEO-Gründen (bei Papers wie bei Webseiten zählen Verlinkungen) im Kreis referenzieren, ist so hoch, dass niemand diesen ganzen Müllberg lesen will oder kann. In der Softwareentwicklung ist das ja ähnlich. Dieses ganze Getue mit agilem Programmieren und Dauer-Beschäftigung und Produktivitätsmessen und Refactoring sorgt dafür, dass sich niemand vorher ordentlich Gedanken macht. Für große Leistungen braucht man manchmal Ruhe und den Luxus, nicht gestört zu werden.
Update: Er hat nicht 1980 den Nobelpreis gekriegt sondern ist 1980 nur nominiert worden. Gekriegt hat er ihn erst dieses Jahr.
"Frau Steinbach würde ich nicht als Rassistin bezeichnen", sagt er über Erika Steinbach, die Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen, CDU-Bundestagsabgeordnete und ein rotes Tuch für die Linken, nicht nur bei den Jusos.Dabei ist der eigentlich nicht doof, aber halt eher Langfrist-Stratege, nicht schlagfertig. Der braucht Zeit, sich vorher einen Plan zurecht zu legen. Man würde denken, dass er sich die Zeit für die Jusos nimmt. Aber offensichtlich hat der gerade alle Hände mit Feuerlöschen voll.
Auf der anderen Seite sind die Jusos natürlich auch politisch überhaupt nicht ernstzunehmen mit ihrem Antideutschen-und-Womyn's-Rights-Vokabular. Check mal deine Privilegien, Alter!1!!
Und damit ist auch klar, dass Gabriel nur auf Granit beißen konnte, egal mit welchen Argumenten er gekommen wäre. Fundamentalisten kann man nicht mit Argumenten oder Kompromissen überzeugen. Bei Fundamentalisten bringt es nichts, wenn man auf bereits erzielte Errungenschaften verweist. Im Gegenteil wird einem dann erst Recht vorgeworfen, dass man die Weltrevolution mit faulen Kompromissen aufhält. Der Gabriel kann froh sein, dass ihm niemand Derailing vorgeworfen hat (das solltet ihr überhaupt mal in Ruhe lesen, vielen ist ja gar nicht klar, dass es dieses Gedankenspektrum überhaupt gibt. Money Quote:
Der Prozess, “Fakten” höher zu bewerten als “Meinungen” ist sehr stark im Interesse verwurzelt, Privilegien zu bewahren.Viel Spaß bei der Lektüre!)
Ich betrachte ja dieses Privilegien-Checken-Getue ähnlich wie die Pro-Life-Fraktion. Die haben sich lange genug eine Nische so zurechtgelegt, dass sie sich in einer Opferrolle hinein interpretiert haben. Gerade bei den Pro-Lifern ist das zu schön, wenn sich weiße Mittelschichtsangehörige mit Eigenheim und zwei Autos als verfolgte Minderheit fühlen. Dieses indignierte Gestikulieren empfinde ich als sehr unterhaltsam. Und genau wie man nie jemanden von der Pro-Life-Fraktion sieht, der ein paar schwarze HIV-Babies adoptiert, deren Vater unbekannt und deren Mutter Crack-abhängig ist und abtreiben wollte, genau so wenig kann man Privilegien-Checken-Leute dabei beobachten, wie sie tatsächlich Privilegien abzugeben gewillt sind, sobald das mit persönlichen Einschnitten in die Lebensqualität verbunden wäre. Zieht jemand von denen nach Afrika und hilft da Verhungernden? Setzt da wer ein Testament auf, das ihr Hab und Gut an die Zigeuner vererbt, wenn sie mal welches erlangen sollten? Lernt da jemand Brotbacken und verteilt das Brot unter den Armen? Zahlt da jemand freiwillig mehr Studiengebühren, weil das ein Privileg ist? Zahlt jemand von denen seine Arztrechnung lieber aus eigener Tasche und lässt die Versicherung in Ruhe? Geben diese Leute alles auf, werden Arzt und ziehen nach Haiti und helfen da Menschen?
Nein.
Aber wisst ihr, wer das macht?
Die Kubaner.
Und denen geben wir zur Strafe noch ein Handelsembargo oben drauf. Ich hab neulich so einen Artikel gelesen, der war in der Beziehung augenöffnend. Dass die Haitianer und die westlichen Hilfsorganisationen die kubanischen Ärzte rausekeln wollten, weil sie selbst so schlecht aussahen im Vergleich. Denn die westlichen Ärzte bauen Zeltlager auf und helfen denen, die es bis zu ihnen schaffen. Die kubanischen Ärzte ziehen in die Dörfer, lernen die Landessprache und helfen vor Ort. Die haitianischen Ärzte gehören der Oberschicht an und haben auch keinen Bock auf Urwald, Sumpf und Eingeborenenstämme. Die Kubaner sind echt die einzigen, die sich morgens im Spiegel in die Augen gucken können.
Wir im Westen führen einen Studiengang ein, legen uns eine neue Sprache dafür zurecht, und glauben, damit irgendjemandem geholfen zu haben.
Auf der anderen Seite passt das ja auch prima zur SPD. Jede Partei hat die Jugendorganisation, die sie verdient hat. Wer es ernst meint mit dem Wort "sozialdemokratisch", der ist zur Linkspartei gegangen. Bei der SPD hängen nur noch die ganzen Pseudos herum. Warum sollte das bei deren Jugendorganisation anders sein.
Wenn wir mal ehrlich sind, ist schon die Tatsache, dass wir uns hier über Geheimdienstexzesse und Internetfilter unterhalten, ein seltenes Privileg. Unser Wohlstand basiert auf einer historischen Schuld, die leider nicht weggeht, wenn wir unsere Privilegien jetzt aufgeben. Und es geht ja leider auch den Unterprivilegierten nicht besser, wenn wir Privilegien aufgeben. In Ländern, in denen plötzlich Wohlstand ausbricht, z.B. China, ist der genau so schlecht verteilt wie bei uns. Ein paar Superreiche, und das Gros der Bevölkerung ist knapp über dem Verhungern oder hungert. Solange wir dafür keine Lösung finden, müssen wir über den Rest gar nicht reden. Solange wir schon innerhalb unseres Landes und der EU nicht in der Lage sind, Obdachlosigkeit abzuschaffen, und dafür zu sorgen, dass im Winter niemand erfriert, weil Heizen zu teuer war, werden wir die Ungerechtigkeit gegenüber anderen Teilen der Erde ganz sicher nicht lösen können. Und im Grunde will das ja auch niemand. Sonst könnte die EU sowas wie Frontex ja gar nicht machen, wenn nicht die breite Mehrheit der Bevölkerung das insgeheim so haben wollen würde. Und unsere "Entwicklungshilfe". Damit wir uns weniger schuldig fühlen, machen wir Altkleidersammlung, und das wird dann kommerziell nach Afrika gekarrt und dort verhökert. Wie, dachtet ihr etwa, das wird dort unter den Bedürftigen verschenkt? Nix da. Das wird verkauft. Und zwar so billig, dass es jeweils die inländische Textilindustrie kaputt gemacht hat. So eine tolle Hilfe sind wir mit unseren Hilfsprojekten.
Aber Hauptsache ihr habt alle eure Privilegien gecheckt! Dann sterben gleich ne Million Afrikaner weniger an Hunger — oder an deutscher Munition aus deutschen Gewehrläufen.
Update: Nach all der schlechten Laune sollte ich vielleicht noch sagen, dass ich mich diebisch gefreut habe, dass wenigstens die Jusos genug Arsch in der Hose haben, zu ihrer Ablehnung von Merkel-Appeasement-Politik von vor der Wahl zu stehen. Die sind noch nicht alt genug, um das Umfallen ausreichend verinnerlicht zu haben. In diesem Sinne: Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.
Update: Ein bisschen mehr Kontext dazu gibt es in der Wikipedia. Das war eine Satireaktion als Protest gegen die Nominierung von Neville Chamberlain. (Danke, Norbert)
Snowden habe insgesamt 20 bis 25 Kollegen mit der Begründung zur Herausgabe ihrer Passwörter gebracht, er benötige sie für seine Tätigkeit als System-Administrator.Die BESTEN der BESTEN der BESTEN, SIR! (Danke, Felix)
Der Special Collection Service unterhält in der Berliner Botschaft der USA am Pariser Platz eine nicht legal angemeldete Spionagedependance. Dort überwachen Mitarbeiter der NSA und der CIA mit modernen Hochleistungsantennen Kommunikation im Regierungsviertel.Bitte was? Es gibt ein Formular, um sich amtlich als "Spionagedependance" anzumelden!? Wo kriegt man das her? Da brauchen wir für den 30C3 mal ein paar von als Deko!
The sharpness of the German complaint direct to an American president strongly suggested that Berlin had no doubt about the grounds for protest. Seibert voiced irritation that the Germans had waited for months for proper answers from Washington to Berlin on the NSA operations.Außerdem ist es natürlich eine wunderbare Ironie, dass die Amis ausgerechnet die Merkel-Junta, die Weltmeister des überspezifischen Dementis, wenn man mit der Hand in der Brieftasche von jemand anderem erwischt wird, mit einem ebensolchen abzuspeisen versucht haben. Die haben den Braten natürlich umgehend gerochen.
But Berlin promptly signalled that the rebuttal referred to the present and the future and did not deny that Merkel's communications had been monitored in the past.HARR HARR HARR
But the document shows that 21 percent of the intelligence budget — around $11 billion — is dedicated to the Consolidated Cryptologic Program that staffs 35,000 employees in the NSA and the armed forces.Das "Intelligence Budget" insgesamt beträgt 52.6 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Das ist rund ein Sechstel des Bruttoinlandsproduktes von Griechenland. Der Haushalt von Griechenland beträgt ca 150 Milliarden Dollar.Money Quote aus den Unterlagen:
“Also,” Clapper writes in a line marked “top secret,” “we are investing in groundbreaking cryptanalytic capabilities to defeat adversarial cryptography and exploit internet traffic.”Unerwartet war auch, dass die NSA rund 10 Milliarden kriegt, aber die CIA fast 15 Milliarden. Die Annahme war bisher immer, dass die NSA der größte Laden ist. Ein weiteres Money Quote ist:counterintelligence operations “are strategically focused against [the] priority targets of China, Russia, Iran, Cuba and Israel.”Die Prioritätsziele für Spionageabwehr sind … Iran, Kuba und Israel?!
Es geht damit los, dass in den USA 10% Ethanol im Benzin sind. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Das Gesetz sieht auch vor, dass die Menge an Ethanol über die Jahre hochgeht, die die Tankstellenindustrie abnehmen muss. Nun haben die Amerikaner, wenn es um Ethanolgewinnung geht, seit Jahren Mais als Ausgangsmaterial genommen. Es stellt sich aber raus, dass das überhaupt nicht umweltfreundlich ist, aus Mais Ethanol zu gewinnen, weil man da mehr Energie aufwendet, als man wieder rauskriegt. Also haben sie rumgeguckt und haben gesehen, dass man auch aus Cellulose Ethanol machen kann, und da ist die Bilanz viel besser. Leider ist dafür die Infrastruktur nicht da, um das in Mengen zu gewinnen, wie das Gesetz es vorschreibt. Also haben sie weiter geguckt und gesehen, dass Brasilien Ethanol aus Zuckerrohr via Cellulose gewinnt. Aber die gewinnen nur so viel, wie sie selber brauchen. Die Amis kaufen den Brasilianern also den Markt leer, und die Brasilianer importieren dann für ihren Eigenbedarf das Ethanol aus … den USA, das aus Mais gemacht wird. Wir sind also so weit wie vorher, nur dass noch die Transport-Kosten drauf kommen, monetär und für die Umwelt. m(
Update: Andererseits könnte das ja auch ein gezieltes Leck sein. Es sollten sich viel mehr Leute als Zensoren bewerben und dann sowas verkacken.
Ja haben die denn das Memo nicht gekriegt? Unsere Bahn ist doch schon von unserer Politik in Grund und Boden gewirtschaftet worden! Und das nachhaltiger, als es irgendwelche Terroristen je könnten. Und wir haben sogar einen Buhmann, den Mehdorn!
Update: Es fällt auf, dass das Terrorpanikzentrum jetzt mit der "Bild" zusammenarbeitet und nicht mehr wie früher mit dem ehemaligen Nachrichtenmagazin. Nanu? War das so ein Einschnitt, dass der Mascolo weg ist? Oder ist das eher ein "BKA mit Spon, NSA mit Bild" Ding?
Erstens ist es unglaublich, dass die bisher noch kein STARTTLS hatten. Das RFC dazu ist 14 Jahre alt! Soll das ein Witz sein?! JETZT rollen die das aus? Und tun auch noch so, als sei das ein bewerbenswertes Feature?!? Das ist wie wenn VW damit Werbung machen würde, dass sie jetzt auch Sicherheitsgurte mitliefern. WTF?
Und dann: STARTTLS basiert auf SSL und X.509, aber ohne Nutzer-Interaktion. Damit fallen Dinge wie manuelle Zertifikats-Prüfung weg. Was macht man, wenn man sich wohin verbindet, und das Zertifikat ist von einer CA unterzeichnet, die man nicht kennt? Zurückschicken? Doch zustellen? Mit anderen Worten: Das ist zwar ein kleines Bausteinchen, aber das jetzt als die große Security-Infrastruktur zu bewerben, das ist mehr als unehrlich.
Und im Übrigen ist das natürlich eh alles Schlangenöl. Solange die Verschlüsselung nicht Ende-zu-Ende ist, kann das BKA zum Provider gehen und die Mail lesen. Oder der BND. Oder irgendjemand, der sich da reinhackt. Der Verfassungsschutz. Ein schlecht gelaunter Admin dort.
Und überhaupt, dass ausgerechnet die Telekom als Ausgliederung der Post jetzt einen auf "eure Sicherheit ist uns wichtig" macht, das finde ich unerträglich.
Update: Die Krönung an der Geschichte ist, wie sich der Friedrich darüber freut, dass seine alten Kumpels von der Telekom dafür sorgen, dass die Kunden glauben, sie kriegten Verschlüsselung, aber die "Bedarfsträger" immer noch an alle Mails rankommen.
Mit dieser Verschlüsselung werden die Zugriffsmöglichkeiten Unberechtigter weiter erschwert.
Die "Berechtigten" kommen natürlich immer noch an alles ran. Oh und natürlich weist er darauf hin, dass die Berechtigten gerne noch mehr Hilfestellung von euch Abhöropfern haben wollen. Im Moment, wenn man so eine Mail abschnorchelt, kann man sich nicht sicher sein, wer die wirklich geschrieben hat. Daher seid doch bitte so liebenswert und macht da eine digitale Signatur drunter!
Darüber hinaus aber bietet die De-Mail den Vorteil einer eindeutigen Identifizierung von Absender und Empfänger
The prosecutor, Assistant U.S. Attorney Joseph Facciponti, argued that Serge Aleynikov should be denied bail, for he was a danger to the community and a flight risk, as he had in his possession computer code which in the wrong hands could be used “to manipulate markets in unfair ways.” (Goldman Sachs presumably used it to manipulate markets in fair ways.)BWAHAHAHAHAHAHA
Ich hatte mich im Vorfeld ein bisschen gewundert, dass die überhaupt die NSA die Keynote machen lassen. Die NSA ist ja zumindest international gerade ziemlich der Buhmann. Da hätte es sicherlich unkontroversere Kandidaten gegeben.
Man könnte auch vermuten, dass die die NSA da reden lassen, um Kontroverse und damit Presseinteresse für ihre Veranstaltung zu generieren. Aber das war es nicht, denn sie haben keine Zuschauerfragen zugelassen. Das wäre wohl auch ziemlich nach hinten losgegangen. Ich für meinen Teil hätte da jedenfalls gerne eine Frage gestellt.
Ich hatte mir da als Kandidaten überlegt:
Wenn er öffentlich angesagt hätte, dass das schon OK ist, wenn die Briten seine Mail lesen, das wäre echt ein Höhepunkt gewesen.
Ich teile da die Einschätzung der US-Journalisten, mit denen ich mich unterhalten habe, die meinten, das hätte die NSA wohl nach den Snowden-Leaks am liebsten abgesagt, aber das hätte noch schlechter ausgesehen. Und so haben sie gute Miene zum schlechten Spiel gemacht und es mit Vorwärtsverteidigung versucht. Das ging allerdings ziemlich nach hinten los. Es gab das übliche Programm, was ich mal als die US-Version der Ziercke-Tournee bezeichnen will. Internetzensur begründet man mit Kinderpornographie, Abschnorcheln begründet man mit den Terroristen. Und so war jedes zweite Wort "Terrorist" in der Keynote. Die seien halt unter uns und da müsse ja jemand was tun. Ob er sich als Befehlsempfänger sieht oder als Akteur kam nicht wirklich rüber, weil er jedes Indiz auszuräumen versuchte, dass das in irgendeiner Art und Weise moralisch verwerflich sei, was die NSA da tut. Alles total harmlos! Wir haben da nur ein paar Telefonnummern und verknüpfen die, und damit geben wir dann wertvolle Hinweise an das FBI, und die laufen dann mit National Security Letters los, finden die Namen der Verdächtigen, haben dank unserer Daten "probable cause" und schicken dann einen Richter los. Man könnte es fast zusammenfassen als: Wenn hier einer zu viel Macht hat, dann das FBI!1!!
Das fiel ihm wohl auch selber auf, daher schloss sich eine Hollywood-mäßige Lobeshymne an. Das FBI sei eine großartige Behörde, und ihr Leiter Robert Mueller, das ist ja der tollste Mann, den er je kennengelernt hat. Das war echt wie eines dieser schmierigen Making-Of-Trailer aus Hollywood. Es sei ein Privileg und eine Ehre, mit allen diesen tollen Menschen zusammenzuarbeiten. Alle Mitarbeiter seien selbstlose, ehrenwerte Menschen, die Amerika zu einem besseren Ort machen wollen!
Oh und er habe ja gehört, dass die FISA Courts Rubber Stamps verteilen, d.h. alles einfach durchwinken. Nichts könnte ferner von der Wahrheit sein! Das sind alles knochenharte Karrierejuristen, die lassen sich von niemandem über den Tisch ziehen! Selbst er als Vier-Sterne-General habe sich da schon Rüffel abholen müssen!1!!
Ihr seht schon, das war Hollywood pur. Eine PR-Veranstaltung vom Feinsten. Bis dann, nach ca einer halben Stunde, von hinten eine einzelne Stimme "BULLSHIT!" brüllte. Andy Greenberg von Forbes hat den Typen ausfindig gemacht. Das war echt Popcorn-Kino, weil der NSA-Chef da schon drauf antworten wollte, aber nicht Bullshit sagen wollte. Er sei ja 14facher Großvater und müsse auf seinen Duktus achten. Greenberg hat den ganzen Dialog aus seiner Aufnahme transkribiert.
Zu meiner Überraschung kriegte der Herr General dann sogar noch zwei kurze Runden Applaus für seine Patrioten-Hollywood-Tränendrüsen-Aussagen, und konnte sogar öffentlich dazu aufrufen, die Hacker seien doch die Leute, die das alles verstehen, und wir sollten ihnen doch mal helfen, der Welt da draußen zu erklären, dass die NSA voll die Guten sind. Und im Übrigen sollen wir mithelfen. Gerade wenn wir nicht damit einverstanden sind, was die NSA so treibt. Gerade dann. Doppelt wichtig sei das dann, dass wir mithelfen. An der Stelle wirkte das ganze ein bisschen wie ein Steve Jobs Moment auf mich. Das Realitätsverzerrungsfeld sorgte für einen leichten Schwindelanfall.
Überhaupt, dass der Mann sich da auf die Bühne stellt und was von Transparenz, Offenheit und Fakten auf den Tisch faselt, während die Fakten ja gar nicht er auf den Tisch gelegt hat, sondern der Snowden, das war schon echt ein Dali-Moment.
Unter den Hackern, mit denen ich mich so unterhalten habe, war die Sache völlig klar. Kein einziger war da auf Seiten der NSA. Da aber in den USA die Hälfte der Hacker ihr Gehalt direkt oder indirekt in Abhängigkeit von der Regierung bezieht, sagen da aber nur wenige offen ihre Meinung.
Wir haben da in Europa echt etwas gutes aufgebaut. Unsere Hacker-Szene ist mir deutlich sympathischer.
Update: Den einen tollen Spruch hatte ich noch gar nicht erwähnt. An einer Stelle war er sichtlich erzürnt, dass die Leute bei solchen Angelegenheiten der Presse glauben. Und nicht "den Fakten", womit er wohl seinen Behauptungen-Katalog meinte. Auch sehr auffällig war, dass die Folien sich sehr deutlich von dem Powerpoint-Fegefeuer abhoben, die Snowden da geleakt hatte. Das war ihnen offensichtlich ein echtes Anliegen, da nicht wie blutige Anfänger zu wirken :-)
Update: Oh und falls das nicht klar war: Die Idee, dass jemand schon gegen die Datensammlung an sich sein könnte, und nicht bloß Sorgen hat, dass das missbraucht werden könnte, die ist völlig außerhalb der Vorstellungskraft der NSA. Die gesamte Verteidigung ging davon aus: Wir haben diese Daten, und vertraut uns doch einfach, dass wir damit keinen Mist machen.
Ich will da mal noch eine andere Sache ansprechen. Das letzte Auto, das ich hatte, war ein 20 Jahre alter Kleinwagen ohne Elektronik. Kein ABS, keine Brems- oder Lenkverstärkung, alles Mechanik. Gelegentlich hat mal einer gefragt, wieso ich so ein Schrottauto fuhr und kein modernes Auto, und ich habe denen dann gesagt, dass ich dieser ganzen Elektronik nicht traue. Letztlich sind das auch alles nur Computer, und Computer können umprogrammiert werden. Nicht erst seit dem Hollywood-reifen Autounfall in Hollywood liegt die Vermutung nahe, dass sowas möglicherweise nicht völlig vertrauenswürdig sein muss. Normalerweise kriegt man bei einer Äußerung dieser Gedankengänge ein nervöses was-für-ein-Spinner Lachen und einen schnellen Themenwechsel, aber heute möchte ich euch mal ein Video zeigen. Es ist in diesem Forbes-Artikel embedded. Ein paar Hacker haben sich im Auftrag der DARPA (also des US-Militärs) mal die Sicherheit von Auto-Elektronik angeguckt und konnten am Ende des Tages einmal alles manipulieren. Da ist zwar kein Fernsteuer-Modus eingebaut, den man verwenden könnte, aber man kann alle möglichen Sensordaten fälschen und so das selbe erreichen. Von der Anzeige des Tank-Füllstands über Lenkrad-Input (und weil das Kraftverstärker sind, "verstärkt" der dann dann Phantomkräfte und lenkt) und Bremsen (die konnten sie nicht nur bremsen lassen sondern auch am Bremsen hindern) bis hin zu Gas geben ging da alles. Das Auto, das sie da am Wickel hatten, war ein Toyota Prius, aber glaubt mal gar nicht, dass das bei irgendeinem anderen zeitgenössischen Modell anders aussieht.
Wir Menschen haben unsere Souveränität nicht nur im Straßenverkehr schon vor einiger Zeit auf- und in die Hand von Maschinen gegeben.
Das statistisch größere Problem ist natürlich, dass ich als Programmierer weiß, auf welchem Niveau Software entwickelt wird, und daher sehr zurückhaltend bin, anderer Leute Software mein Leben anzuvertrauen, wenn ich es vermeiden kann.
Aber was ich gehört habe, fand ich so schlecht nicht. Ich fand es sehr erfreulich, dass der Yogeshwar die Frage stellte, wieviel ein Hitler mit der Technologie der NSA hätte anrichten können. Er sagte sowas wie "damit wäre die Endlösung der Judenfrage eine Sache von ein paar Tagen gewesen".
Ansonsten war das ja eine Goldgrube an schönen Zitaten, die Sendung. Wenn man bedenkt, dass das eine ARD-Talkshow war, war das deutlich unter par.
Besonders schön war ja, dass da keine Politiker drin waren. Das ist allen An- und Abwesenden so positiv aufgefallen, dass ich mir gerade eine Welt ausmale, in der im Wahljahr einfach mal überhaupt keine Politiker mehr zu Wort kommen im Fernsehen. Wie großartig wäre DAS denn? Man stelle sich das mal vor! Wenn wir diese Leute einfach wegignorieren! Die lügen und betrügen ja eh die ganze Zeit, sind nur mit Not- und anderen Lügen beschäftigt, wenn sie nicht gerade der Korruption fröhnen und/oder sich die Diäten erhöhen. Ich fände das super, wenn man die einfach komplett nicht mehr zu Wort kommen ließe. Nur noch indirekt berichten. Auch so 2. Reihe Leute wie den Ziercke einfach nicht mehr zu Wort kommen lassen. Dann würde dieses Terror-Theater mal aufhören.
Zu der Schirrmacher-Idee, die EU müsse mal ein Gegen-Google bauen, mit humanistischen Werten im Code verankert: Das halte ich für nicht wünschenswert. Erstens hat die EU in den letzten Jahren gezeigt, dass sie Experten darin sind, uns was von Humanismus und Menschenrechten ins Gesicht zu lügen, und dann hinternrum unsere Fluggastdaten und Bankdaten an die Amerikaner zu geben und geheime US-Folterknäste und Rendition-Flüge zu tolerieren, bis sie auffliegen, und dann wild herumzugestikulieren, dass man da jetzt auch nichts mehr machen kann. Ich traue denen nicht so weit wie ich sie werfen kann. Zweitens ist Code geduldig. Da kommt dann ein Ziercke-Klon und zelebriert seine Kinderporno-Horrorshow und flupps kriegt das EU-Google eine Hintertür für die Polizei. Dann kommt der Verfassungsschutzchef und blubbert was von Islamisten-Terror und schwuppdiewupp haben auch die Dienste eine Hintertür. Dann kommt das Militär und erzählt was von Katastrophenschutz und kriegt eine Hintertür, und dann kommen die Amis und sprechen von Verfolgung von Terroristen und kriegen eine Hintertür. Das wäre genau wie heute, nur dass ich Google vergleichsweise eher glaube, dass sie die Daten nicht freiwillig rausrücken.
Schirrmacher hat einen sehr wichtigen Satz gesprochen in der Sendung. Er meinte, so ein System der Vollüberwachung verändert nicht nur die Überwachten sondern auch die Überwacher, die entwickeln dann Allmachtsfantasien. Das halte ich für sehr richtig und möchte es auch auf die EU-Abgeordneten übertragen. Auf der einen Seite sind die durch die Zusammenarbeit mit den Amerikanern in einer privilegierten Position, das steigert ihr Selbstwertgefühl und deshalb müssen sie diesen Status Quo unbedingt beibehalten oder gar ausbauen. Zweitens: Selbst wenn die Bevölkerung noch nicht verinnerlich hat, wieviel Vertrauen die EU schon verspielt hat, die Abgeordneten wissen das, und deren Verhalten ändert sich dadurch auch. Ist der Ruf erst ruiniert, korrumpiert es sich ganz ungeniert.
Update: Ui hier lesen ja viele Golfer mit. Ich schrieb über par, weil ich mir dachte, das kapiert sonst keiner. Richtig ist "unter par", weil par beim Golf die Anzahl der Schläge ist, die man zu unterbieten versuchen soll. Weniger Schläge sind besser.
Wir haben heute vom Bundesnachrichtendienst erfahren, wie Kommunikation durch Glasfaserkabel verläuft, wie die E-Mails geleitet werden. Es geht nicht um den kürzesten Weg, sondern allein nach finanziellen Gesichtspunkten. Wenn Sie innerhalb Deutschlands eine E-Mail verschicken, ist es durchaus denkbar, dass diese über die Vereinigten Staaten und wieder zurück läuft.Denkbar? Ja. Wahrscheinlich? Nein. Außer natürlich er meint mit "innerhalb Deutschlands", dass der Mailserver im Ausland steht. Das ist der Fall, wenn Menschen doof sind und ihre Mail bei Hotmail oder Google oder so abwickeln. Aber dass das Routing zwischen zwei in Deutschland stehenden Mailservern über die USA läuft, das ist ausgesprochen unwahrscheinlich.
Aber das eigentliche Money Quote aus dem Interview ist das hier:
Wenn ich meine Daten dem Internet anvertraut habe, ist die Sache gelaufen. Dann kann jeder diese Daten einsammeln. Ich als Regierung kann nicht dafür sorgen, dass deine Kommunikation auf dem Weg durch die Glasfaserkabel um die Erde geschützt ist, es geht technisch nicht.Na klar geht das. Man könnte z.B. gesetzlich vorschreiben, dass Routing zwischen zwei Hosts in der EU über die EU laufen muss. Ich sage nicht, dass das eine tolle Idee wäre, aber von "geht nicht" sind wir genau so weit entfernt wie von der Vorstellung, dass Uhl die Regierung ist.
Update: Wenn das jetzt offizielles Regierungs-Dogma ist, dass das Internet halt Wildwest ist, und man da eh für nichts garantieren kann, dann wird es höchste Zeit, dass Konsequenzen gezogen werden. Netzsperren sind dann z.B. automatisch sinnlos und müssen weg. Und beim Staatstrojaner gibt es gleich mehrere Punkte, die man dann mal neu verhandeln müsste. Damals wurden wir ja noch belächelt, als wir anmerkten, dass die die Daten über einen Proxy in den USA routen. Nach heutigem Wissenstand von Uhl dürfte man das ja nicht mal mehr durch Deutschland routen. Und wenn der Staat nicht die Integrität des Routings garantieren kann, dann dürfen wir auch niemanden mehr wegen Urheberrechtsverletzungen im Internet verfolgen. Das könnte ja übers Ausland geroutet und dort manipuliert worden sein. Und die "Bundes-Cloud" ist natürlich auch tot.
Der hat sich neulich hingestellt und die NSA-Schnüffelprogramme mit der Aussage zu verteidigen versucht, dass man mit solchen Programmen ja 9/11 hätte verhindern können. Toller Talking Point, Herr Cheney! Zumindest bis jemandem auffällt, dass die NSA-Schnüffelprogramme zum Zeitpunkt von 9/11 schon 7 Monate liefen. Hups! Und man darf natürlich auch nicht vergessen, dass die NSA schon seit Jahrzehnten alle Ausländer komplett abhört, an die sie rankommt, Stichwort Echelon. Und die 9/11-Attentäter waren ja alles Ausländer. Update: Oh, Cheney hat inzwischen wieder einen Puls. Das hatte ich gar nicht mitgekriegt.
Update: Es gibt hier einen Agentenaustausch mit Russland, also ist doch mal einer erwischt worden. Update: Die offensichtliche Theorie ist natürlich, dass die BND-Beamten alle damit beschäftigt sind, das Internet am DE-CIX abzugreifen, auszudrucken, und dann containerweise an die NSA zu schicken. Bei soviel Arbeitslast kommt man gar nicht groß zum spionieren! Update: Hier kommt noch eine plausible Theorie rein: dazu gabs vor jahren mal eine doku in ich meine ard, wo ein ex-israelischer top mann, der in ägypten spionierte (jahre her, nicht mehr sicher, könnte sein daß das der war der damals den 7tage krieg auslöste), erzählte wie er von einem ägypter rumgeführt wurde: …und der da in der ecke, das ist hier der mann vom bnd. kategorie: der ist so unfähig, den lassen wir gar nicht auffliegen, sonst schicken die uns nachher noch nen fähigeren. Genau so wird es sein!
In den USA soll der Airbus unter anderem mit einer autonomen Technik ausgerüstet werden, die Raketengeschosse abwehren kann.Und sonst noch was, wenn man schon dabei ist?
Ein Mitglied des Verteidigungsausschusses, das dem schwarz-gelben Lager angehört und nicht genannt werden will, sagte dieser Zeitung: "Ich vermute, dass das Flugzeug nicht nur mit Abwehrtechnik, sondern mit neuester Überwachungs- und Spionagetechnik ausgerüstet wird.Macht Sinn. Rüstungstechnik für die Konrad Adenauer und Abhörschnüffelequipment für die Merkel. Passt wie Arsch auf Eimer!
Und da sieht man auch mal, dass die Merkel eine gewiefte Geschäftsfrau ist. Die lässt sich ihre NSA-Wanzen direkt vor Ort beim Hersteller einbauen. Nur so weiß man, dass die auch wirklich ordentlich installiert werden und kriegt auch richtigen Service, wenn die mal ausfällt.
Aber tun Provider und Telefongesellschaften, die im Auftrag des Staates für einen bestimmten Zeitraum die Metadaten von Telefonaten, E-mails, SMS und anderen Verbindungen vorübergehend speichern, dasselbe wie Geheimdienste? Anders gefragt: In einem Land, in dem BND und NSA mit Stasi und Gestapo verglichen werden - wie muss es dort mit dem Verständnis von Freiheit bestellt sein?Diese ganzen Leute haben alle das Memo nicht gekriegt. Auch die NSA speichert nur "temporär". (Danke, Frank)
The parliamentary intelligence and security committee (ISC) has postponed questioning the intelligence agencies in front of the television cameras this week, delaying the unprecedented event until after the summer recess, because it says it is too busy focusing on the murder of Lee Rigby and revelations about GCHQ's activities.Ja, ernsthaft! Die haben da einen Stefan Raab gepullt! Wir haben doch keine Zeit!!1!
Da unterbricht er mich und meint "dass der Vatikan einen Kinderschänder-Ring hatte"? Ja, voll krass!
o_O
Following the ancient religious principle of alms for the poor, the Church of England is reportedly to back a £1bn investment in more than 300 branches of the Royal Bank of Scotland.Das ist Independent-Zynismus! :-)Und der Lacher ist, dass die RBS angeblich jetzt nur noch ethische Investoren reinnehmen will. Und deshalb … die Church of England. Kann man sich gar nicht ausdenken, sowas.
- The contents of all e-mails associated with the account, including stored or preserved copies of e-mails sent to and from the account, draft e-mails, deleted e-mails, emails preserved pursuant to a request made under 18 U.S.C. § 2703(f), the source and destination addresses associated with each e-mail, the date and time at which each e-mail was sent, and the size and length of each e-mail;
- All records or other information regarding the identification of the account, to include full name, physical address, telephone numbers and other identifiers, records of session times and durations, the date on which the account was created, the length of service, the types of service utilized, the IP address used to register the account, log-in IP addresses associated with session times and dates, account status, alternative e-mail addresses provided during registration, methods of connecting, log files, and means and source of payment (including any credit or bank account number);
- All records or other information stored at any time by an individual using the account, including address books, contact and buddy lists, calendar data, pictures, and files, and including any deleted information and any information preserved pursuant to a request made under 18 U.S.C. § 2703(f);
Und da endet das zweite PDF. Mit einem Semikolon. Herbert vermutet, dass sie auf der nächsten Seite auch seine Chat-Transkripte abgeschnorchelt haben. Herbert hat sich in dem Wikileaks-Umfeld bewegt und hat eh schon die ganze Zeit damit gerechnet, dass die seine Daten komplett abschnorcheln. So ist er auch inhaltlich nicht sonderlich überrascht. Aber es ist schon nochmal was anderes, das jetzt schwarz auf weiß zu haben.
Präsident Kenneth Quinn verteidigte die Entscheidung des Vergabekomitees für die Gentech-Forscher. Die Spenden von Großkonzernen wie Monsanto hätten keinen Einfluss auf die Preisvergabe gehabt.Keine weiteren Fragen.
Haha, dachte ich mir da, der ist doch nicht ernstzunehmen. Klar, der wirkt auch nicht wie jemand, der sich aus PR-Gründen den Plot überlegt, bei Jay Leno solche Geschichten zu erzählen. Aber ein toller Kronzeuge ist das nicht.
Aber wie sich rausstellt scheint da was dran zu sein. Die überspezifischen Dementis bestreiten nämlich nicht, dass die Telefonate aufgezeichnet werden. Nur dass sie wahllos benutzt werden. Das ist wie damals der Ziercke bei dem Bundestrojaner, der bestritten hat, dass die Polizei so ein Machtinstrument missbrauchen würde, und dachte, damit sei er aus der Nummer raus. Genau so läuft das in Amerika auch gerade. Und dann packet da auch noch dieser ehemalige FBI-Counterterrorismusexperte bei CNN aus und dementiert sein Statement später wieder, nachdem er offensichtlich von oben aufs Maul gekriegt hat. Aber da ist die Katze schon aus dem Sack.
Leute, was habt ihr denn gedacht, wieso die NSA so ein riesiges Rechenzentrum in Utah bauen will? Was dachtet ihr denn, was die da speichern wollen? Katzenbilder?
Update: Offenbar versagt twimg.com gerade, das Foto findet ihr auch bei hackerphotos.
Daraufhin die so: Hey, wir fliegen ja nur kurz hoch und kreisen dann über dem Luftraum, über das bisschen Hochfliegen können wir doch mal hinwegsehen!1!!
Daraufhin Eurocontrol: Und was, wenn Sie notlanden müssen?
Daraufhin die so: öh, äh, *stammel*, dann sperren wir halt kurz den Notlanderaum…?
Daraufhin Eurocontrol: *Gelächter* :-)
Und so fasst es Eric Holder, der zuständige Ami, zusammen:
"Wir haben vereinbart, dass Vertreter beider Seiten sich treffen und den Dialog fortsetzen, den wir heute begonnen haben", sagte US-Justizminister Eric Holder am Freitag nach einem Treffen mit Vertretern der EU-Kommission im irischen Dublin.Mit anderen Worten: Die haben ein weiteres Meeting vereinbart. Hinhaltetaktik. Das soll ein Erfolg sein, dass wir uns von den Amis hinhalten lassen? Na ganz beeindruckend, liebe EU!
Auch das ist alles seit Jahrzehnten bekannt oder wird laut gemunkelt. Wirklich wissen tut man sowas natürlich nur in den seltensten Fällen. Aber in der Praxis gehe ich zumindest im Umgang mit Software aus den USA immer davon aus, dass da alle möglichen Dienste mal reingeguckt und nach 0day gesucht haben. Bei freier Software weiß man wenigstens, dass auch andere mal reingeguckt haben :-)
Update: Auch 0days werden laut Artikel rausgerückt, aber das bringt den Diensten weniger als den Quellcode rauszurücken. Denn das ist halt nur die Lücke, nicht der Exploit, und wenn man das von Microsoft kriegt, dann weiß man ja auch, dass die gerade dabei sind, das zu fixen. Daher gibt es nur ein sehr begrenztes Zeitfenster, in dem das tatsächlich ein 0day ist. Diese Vorab-Info über Sicherheitslücken an Regierungen ist übrigens auch seit Jahren bekannt.
Aber so harmlos, wie die es da klingen lassen, ist es nicht.
Erstens sind das keine Anfragen nach einem Telefonat, von einer Person, oder allen Telefonaten von einer Person, sondern das kann Muster und Regeln haben und am Ende ist dann doch unklar viel betroffen. Zweitens können die Firmen das natürlich nicht ablehnen, wenn das von einem Richter unterschrieben wurde, denn das entspricht ja tatsächlich der Gesetzeslage, auch wenn man die Gesetze jetzt illegitim und verwerflich finden mag. Drittens dürfen die Firmen auch nicht den Betroffenen Bescheid sagen oder auch nur Statistiken veröffentlichen. Mit anderen Worten: Das kann immer noch alles genau so schlimm sein wie es von Anfang an aussah. Das ist jetzt halt Schadensbegrenzungs-Spindoktoring. Wie immer von Obama. Große Worte. Und die Taten gehen dann in die Gegenrichtung. Der war ja schon immer gut darin, die Leute mit seinen Aussagen irrezuführen. Er hat ja nicht angesagt, dass er warrantless wiretapping abschafft, sondern dass er illegal warrantless wiretapping abschafft. Die Leute hörten: der schafft warrantless wiretapping ab. Tatsächlich hat er das einfach legal gemacht, damit ist die Aussage aus formaljuristischer Winkeladvokatsperspektive auch jedenfalls nicht gänzlich unwahr.
Update: Oh und der Guardian legt nach mit einer weiteren NSA-Folie. Die ist schon ziemlich eindeutig und sagt, dass die NSA nicht nur direkt die Daten von den Servern einsammelt ("Collection directly from the servers" ist schon echt schwierig wegzuspindoktorn. Das will ich mal sehen, wie Obamas Schergen das machen), sondern auch die Glasfasern komplett abgreift. Das ist auch nicht weiter neu oder überraschend, wenn man nicht gerade die letzten Jahrzehnte im Winterschlaf verbracht hat. Aber bei den Glasfasern kriegt man halt nur den verschlüsselten Traffic, daher PRISM. Damit Sie auch morgen noch kraftvoll abschnorcheln können.
Das Liveblog beim Guardian ist überhaupt ganz großes Popcornkino. Obamas National Security Pressefuzzy hat auf Twitter herumgefurzt, wenn man bei Wikileaks den Manning verfolge, wieso denn die Leute dann beim Ausleiten von "US national security information to a foreign news outlet" sich nicht größere Sorgen machen. Woraufhin der Guardian nicht nur erklärt, dass sie auch eine US-Niederlassung haben und der NSA bei allen Dokumenten, die sie zu veröffentlichen planen, Gelegenheit zum äußern von konkreten Bedenken zur nationalen Sicherheit gegeben haben. Und noch einen Scoop haben sie: sie haben mal geguckt, wo eigentlich so die Daten herkommen, die die NSA da so auswertet. Die Farbskala geht von grün für wenig Daten über Orange für viele Daten bis Rot für sehr viele Daten. Man sieht, dass da der Großteil der Welt grün ist. Rot sind Iran und Pakistan, Orange sind Ägypten und Indien, Russland, Libyen und Syrien (!?) sind grün, und als einzgie in Europa orange ist … Deutschland! Auch orange sind die USA. Der NSA ist explizit verboten, US-Bürger zu überwachen. Das ist ein ziemlicher Kracher.
Jedenfalls, warum ich das jetzt erwähne: Die Briten sitzen aus historischen Gründen auf einem Haufen Plutonium, das sie jetzt gerne mal zivil einsetzen würden. Der Weg, wie man das tut, ist dass man das in Uran untermengt. Wikipedia erklärt das hier. Und wie immer bei solchen Großprojekten haben sie von Anfang an alles nach Strich und Faden verkackt. Die Installation hat 1993 die Zulassung gekriegt, und sollte 280 Millionen Pfund kosten. "Fertig" war es 1997, aber konnte erst 2001 die Produktion aufnehmen. 2011 wurde das dann runtergefahren, nachdem die Kosten auf 1,4 Milliarden explodiert waren. Wenn man da noch die Rückbaukosten in Betracht zieht, kommt man auf 2,2 Milliarden Pfund.
In den Planungsunterlagen hieß es noch optimistisch, das Ding würde Profit abwerfen. Davon ist weit und breit nichts zu sehen. Der Plan sah 120 Tonnen MOX-Brennstäbe pro Jahr vor, die man dann ins Ausland hätte verkaufen können. Tatsächlich haben die aber nur insgesamt 14 Tonnen in den 10 Jahren Betrieb produziert.
Die Misere ging damit los, dass der Eigentümer-Konzern es nicht geschafft hat, von Siemens das Knowhow einzukaufen. Also haben sie es dann halt ohne Knowhow gemacht.
"When the Siemens acquisition was abandoned, BNFL proceeded with SMP nevertheless and relied on its relatively limited in-house expertise," the report declared. "As a result, SMP had very significant gaps both in its design and operating capability."Und der Kracher an der ganzen Saga? Nach all dem Verkacken erklärte der Energieminister im Dezember überraschend, dass er das Plutonium in Sellafield doch noch in MOX umwandeln will. Klar, aus Fehlern lernen ist total überbewertet. Da geht doch der ganze Spaß am Leben verloren!1!!
Ecuador is understood to be desperate to negotiate a way for Mr Assange to quit its embassy amicably and is growing frustrated with the lack of progress. Quito sources said they believe Britain is happy to leave Mr Assange marooned.
Und DIE wollen der Welt Demokratie und Menschenrechte bringen!
Ob man dem Rest seiner Ausführungen glauben will, dass die Demonstranten zum Großteil üble Faschisten sind, das muss jeder selbst für sich entscheiden. (Danke, Leon)
Senators are angry that tech giant Apple isn't paying its fair share.I'm not talking about taxes. This is about campaign contributions and lobbying fees.
Schöne Firma haben Sie da! Wäre ja zu schade, wenn der was zustöße!Es gibt da so ein schönes Zitat von Mark Twain, das es schön auf den Punkt bringt.
It could probably be shown by facts and figures that there is no distinctly native American criminal class except Congress.Apples Vergehen war nicht, dass sie wenig Steuern gezahlt haben, sondern dass sie zu wenig Schmiergeld gezahlt haben. Das gleiche Spiel haben die werten Herren Senatoren auch schon mal mit Microsoft gemacht. Da gab es auch längliche "kartellrechtliche Untersuchungen", damit Microsoft einsieht, dass das ernst gemeint ist. Microsoft hat dann ihre Lobbyausgaben hochgeschraubt, und dann gingen die Kartelluntersuchungen unverrichteter Dinge wieder weg.Auch Walmart und die Finanzbranche wurde so oder so ähnlich zum Schutzgeldzahlen animiert. Nur Apple bleibt beharrlich dabei, nur eine Million für Lobbying auszugeben im Jahre 2010.
Und das Innenministerium hat auch in die Vollen gegriffen. Die hatten die größte Einstellungswelle seit der Wiedervereinigung. Beauftragten eine Firma damit, eine Liste der qualifiziertesten Bewerber zu machen — und stellen dann lieber andere ein. Bei näherer Betrachtung kommt raus, dass das wichtigste Kriterium ein Unions-Parteibuch oder Vitamin-B zur Adenauer-Stiftung war. Mit anderen Worten: Die haben sich da von der FDP inspirieren lassen.
Erstmal zum 2. Teil, weil der einfacher ist. Technisch kann man in der Tat so argumentieren.. An eurem T-DSL-Anschluss kommt IP an, und Internet. Das ist aber nicht das selbe. Gedrosselt wird nicht das IP, sondern der Internet-Teil des IP. Der Rest von dem IP wird nicht gedrosselt. Und der Teil, der über das Internet kommt, wird in der Tat neutral behandelt. Noch. Das ist dann alles gleich lahmarschig. Der Telekom vorzuwerfen, dass Entertain nicht unter das Drosselkontingent fällt, ist technisch vergleichbar damit, Kabel Deutschland vorzuwerfen, dass sie nicht ihre Fernseh-Übertragung drosseln, wenn man seine 10 GB pro Tag zusammen hat. Ergibt auch keinen echten Sinn. Spannend ist nicht Entertain sondern Spotify. Wenn Spotify nicht betroffen ist, oder das Klicken auf De-Mail, DANN haben wir eine Netzneutralitätsverletzung. Das ist auch der Grund, wieso ich Netzneutralität im Moment für eine Nebelkerze halte, einen Nebenkriegsschauplatz, der mehr verwirrt als das er nützlich ist.
Nun zum ersten Punkt. Meines Wissens nach ist das eine glatte Lüge, weil man eben nicht mehr zahlen kann und dann hören sie zu drosseln auf, oder drosseln später. Aber ignorieren wir das mal und nehmen wir an, dass das so wäre. Das Teure beim Telekom-Netz ist NICHT der Traffic. Im Gegenteil, ich hatte das ja schon mal erklärt hier, die verdienen am Traffic an der anderen Seite nochmal. D.h. das Drosseln wird für die Telekom möglicherweise sogar einen Einkommensverlust bedeuten. Das finde ich an der Sache gerade das lustigste Detail. Das Teure am Telekom-Netz sind die Fixkosten für DSLAMs, für die Anschluss-Infrastruktur. Das kostet Geld, die Hardware kostet Geld, das muss irgendwo hingestellt werden, das kostet möglicherweise Miete, auf jeden Fall aber Planungsstress, und Strom muss auch noch beschafft werden, Wartungskosten. DAS kostet Geld. NICHTS von diesen Kosten ist IRGENDWIE von der Trafficmenge betroffen oder auch nur beeinflusst (mal von vernachlässigbaren Stromkostenzunahmen wegen Powersave-Abschalten im Switch o.ä. abgesehen). Die Backbones sind Glasfaser. Das zu legen war teuer. Damals. In den 80er Jahren. Heute da mehr Bandbreite rauszuholen ist im Wesentlichen kostenlos. Man muss wenn es hochkommt ein paar Routermodule gegen bessere Modelle tauschen. Die sind zwar auch teuer, aber das ist im Vergleich zu den DSLAMs vom Verhältnis her eine Nachkommastelle. Die geben für ihre Callcenter und Werbung locker mehr aus, würde ich schätzen. Lasst euch also nicht von diesem Bandbreiten-Argument einlullen. Das ist Bullshit.
Und hört mir mit Netzneutralität auf. Das ist auch wichtig, aber das ist nicht das dringlichste Problem, das wir im Moment haben.
Was ich ja richtig geil fände, ist wenn auf der Aktionärsversammlung mal die Aktionäre aufstehen und dem Vorstand untersagen, durch sinnlose Drosselung die Einnahmen aus dem "Peering"- und Hosting-Geschäft kaputtzumachen. Das wäre mal ein sehr lustiger Hebel. Denn dann müsste die Telekom das mal erläutern, wieviel Kohle sie so erpresst einnimmt an der Front.
Update: Eines noch. Eure Erregung gerade ist gut und wichtig, auch und gerade wenn die Telekom sich nicht bewegt. Denn das hält gerade die Konkurrenz davon ab, sofort auf den Zug aufzuspringen. Die hoffen im Moment alle, dass die ganzen wütenden Telekom-Kunden bei ihnen teure Langfrist-Verträge abschließen, dann drosseln sie auch.
Update: Inzwischen hat mir jemand einen Newsletter geschickt, den die Telekom an ihre Vertriebspartner verschickt hat. Da steht folgendes drin:
Sobald die Limitierung technisch umgesetzt wird, können die Kunden über Zubuchoptionen weiteres Hochgeschwindigkeitsvolumen hinzukaufen.
Damit muss ich den ersten Teil meiner Antwort oben revidieren.
Update: Jemand kommentierte hier gerade die interessante Sichtweise, dass man Terroranschläge ja macht, um von möglichst vielen Menschen gesehen zu werden. Insofern spielt Videoüberwachung den Terroristen noch in die Hände, weil dann ja gesichert ist, dass es Videos von dem Anschlag gibt, und die Nachrichten später tolle Bilder haben, um Terrorismus weiter glorifizieren zu können. Das sorgt dann auch gleich für den nächsten Terror-Trittbrettfahrer.
Finde ich plausibel.
Nicht nur das, die Börsen und üblichen Investment-Berater und -Indikatoren geben ihnen Recht. Der Wert eines Ölfirma hängt von ihren Reserven ab.
In einem wunderschönen "des Kaisers neue Kleider"-Moment hat jetzt jemand eine Studie geschrieben, das auf den Umstand hinweist, dass der Löwenanteil dieser Reserven wertlos ist, weil wir ihn nie aus dem Boden holen können, ohne die Welt zu zerstören. Das ist m.E. der richtige Ansatz. Man muss das wirtschaftlich einpreisen. Man muss dafür sorgen, dass Ölkonzerne nach ihren Reserven und Forschungen bei regenerativen Energien bewertet werden, nicht nach ihren Ölreserven.
Das wird dieses eine Paper wahrscheinlich nicht erreichen können. Aber es ist ein guter Start.
Boeing KC-135-TankflugzeugeLuftbetankung braucht man, wenn man Bomber mit Atombomben über den Atlantik bis Russland fliegen lassen will. Oder, im Falle Israels, wenn man den Iran bombardieren will, aber die Reichweite der Jets nicht reicht, weil man von den Ländern auf dem Weg keine Überflugrechte kriegt. Das mit den Überflugrechten ist seit Jahren das große Problem Israels, um dem Iran ordentlich drohen zu können. Was hier also geschieht, während alle Welt nach Boston schaut, ist dass die Amerikaner der Israelischen Luftwaffe zur Erstschlagsfähigkeit gegen den Iran verhelfen. Die "Zeit" erklärt die Details. Die Drohung ist hierbei gar nicht mal so sehr Atombomben, sondern Bunker Buster. (Danke, Peter)
Und der Hammer:
In einer Mitteilung an die Staatsanwaltschaft hielt ein Ermittler sogar fest, dass der Text vom Duktus wie auch vom Inhalt her eher einem Erwachsenen zuzuordnen sei.Das war aber der Staatsanwaltschaft wurscht. Laptop ist Laptop, da wird durchsucht!
Der eine oder andere von euch wird jetzt vielleicht entsetzt sein, dass ich es hier so aussehen lasse, als ob die Arbeits-IT bei der Justiz im Wesentlichen aus beschlagnahmten Rechnern aus irgendwelchen Kriminalfällen bestehe. Nun, äh, wusstet ihr das nicht? So funktioniert das in unserem Land. Ich hab mir das mal so von einem Richter erklären lassen. Die Justiz sei ja völlig unzureichend mit Geld ausgestattet, und den bliebe ja in der Praxis auch gar nichts anderes übrig, um sich überhaupt arbeitsfähig zu halten. Die Justiz darf das nicht einfach so machen. Das muss schon ein Tatmittel bei einer Straftat sein, eine Ordnungswidrigkeit reicht nicht. Und zur Beweissicherung gesicherte rumstehende PCs reichen nicht, das muss Tatmittel in der zur Last gelegten Straftat sein. Aber das kann man im Zweifelsfall möglicherweise auch etwas weiter auslegen.
Update: Ach nee, die Frage, ob ein Computer Tatwerkzeug einer Beleidigung sein kann, hat es sogar schon bis zum OLG Düsseldorf geschafft, und die haben "nein" gesagt. Mailt mir gerade einer, bei dem die genau das versucht hatten, und der mit Hinweis auf dieses Urteil seine Kiste wiedergekriegt hat.
Update: Google hat ja auch mal einen Big Brother Award gekriegt, und die sind ja fair und sagen vorher Bescheid, damit da keiner völlig überrascht wird. Im Falle von Google standen die vor dem selben Problem, dass Email an Google nicht geht. Also haben sie sich entschieden, das per Post zuzustellen. Google, ABC-Straße, Hamburg. Kam als unzustellbar zurück :-)
It’s an absolute obscenity that we have this stage-managed performance that is going on in London today,” said David Douglass, a miner for 42 years and former trade union official.“How many sycophants can you cram into one studio and hear them eulogise this woman? I heard the personal names of the horses leading this parade. This event would be worthy of North Korea.”
Ich auditiere ja nun Code als Lebensunterhalt. Ihr könnt mir glauben: in so gut wie jedem Projekt findet man geklauten BSD-Code. Und ich bin mir so gut wie sicher, dass die den jeweiligen Autoren vorher nicht mal Bescheid gesagt haben. So ala "hey, der Code sah nützlich aus, den verwenden wir mal". Man kriegt also nicht mal kostenloses Feedback, dass jemand den Scheiß benutzt, als Autor. Und dann sieht man Projekte wie die FreeBSD-Foundation öffentlich um Geld betteln, weil Firmen ihren Kram einfach abgreifen. Es ist echt ein Trauerspiel.
Ich werde ja mit zunehmendem Alter eher noch radikalisiert in der Beziehung. Ich erwärme mich gerade für die AGPL. Die schließt nicht nur Weitergebe des Codes in den viralen Trigger ein, sondern auch wenn jemand z.B. einen Webservice betreibt. Und auch die Opposition gegen die GPLv3 entbehrt meiner Ansicht nach jeder Grundlage. Wir müssen endlich was wirksames gegen diese Softwarepatente tun. Wenn wir denen alle verbieten würden, dass sie Samba und Linux einsetzen, dann wäre das aus meiner Sicht ein guter Schritt. Stellt euch mal vor, Linux wäre GPLv3, dann müssten in den ganzen Patenttrollfirmen Android-Telefone verboten werden.
Sehr bedauerliche Entwicklung für die ganzen Frauen, die sich ihren Respekt tatsächlich erarbeitet haben. Aber hey, hat ja auch was von Gerechtigkeit. Mänliche Politiker sind ja auch pauschal diskreditiert wegen der "Arbeit" von den bisher bekanntgewordenen "schwarzen Schafen". Wieso sollte das bei Frauen anders laufen.
Ich bin ja nicht oft zufrieden mit der Arbeit von Frau Schröder, aber in diesem Fall muss ich doch sagen: Gut gemacht. Diese Junge Union und Jungliberalen mit ihren Neocon-Marktradikalisierungs-Terrorcamps hätten wir schon viel früher austrocknen müssen. Die sind zwar häufig weniger übel als die alten, aber bis die dann alt sind, bleiben nur noch die Fundamentalisten übrig. So Leute wie Wulff und Schröder. Good riddance. (Danke, Christian)
Der Guardian hat u.a. Gorbatschow erzählen lassen, und der hat da eine nette Anekdote erzählt, wie er das erste Mal als Teil einer Delegation der Sowjetunion in England war, vergleichsweise warm empfangen wurde und dann aber starken Gegenwind kriegte, als sie bei Thatcher drinnen waren. Das wurde so schlimm, dass beide Seiten mehrfach dachten, die Gespräche müssten gleich abgebrochen werden. Gorbatschow wies dann ganz trocken auf den Umstand hin, dass er nicht vom Politbüro mandantiert sei, Thatcher für die Kommunistische Weltrevolution zu gewinnen, und das führte zu einem Lachkrampf bei Thatcher und brach das Eis.
Sie kriegt zwar kein Staatsbegräbnis mit vollen militärischen Ehren, aber doch eine Zeremonie der Größenordnung, wie sie auch Queen Mum und Princess Diana gekriegt haben.
Ich für meinen Teil möchte die Meldung zum Falkland-Krieg erinnern, wo kürzlich Korrespondenz vor dem Ausbruch des Krieges veröffentlicht wurde. Die hat beleuchtet, wieso es überhaupt einen Krieg gab. Ich zitiere mal:
"I sent PM a memo saying we should get Argentina to pay compensation to the Falklanders – objections from John Coles [her foreign affairs adviser] that PM would through [sic] it out – need some blood first for credibility to H/C [House of Commons] and to Argentine – I doubt it. This Jingo mood will pass but JH [Hoskyns] thinks she will miss the change."Das war Thatcher, wie sie leibt und lebt. Wir brauchen erst ein bisschen Blut für die Glaubwürdigkeit.Andere Highlights ihrer Karriere: Sie bezeichnete Nelson Mandela als Terroristen und stützte das Apartheit-Regime in Südafrika. Sie hat Pol Pot geholfen. Ihr Privatisierungswahn hat inzwischen ganz Europa infiziert und letztlich zum Benennen des Fnord-Jahresrückblicks-Infrastrukturvernichts-Awards nach ihr geführt. Sie war auch Pinochet-Unterstützerin und hat ihm gar eines Tages dafür gedankt, "Demokratie nach Chile gebracht zu haben". Sie hat auch den Militäreinsatz im Inland im Nachkriegseuropa hoffähig gemacht, indem sie das Militär als Streikbrecher und in Polizeiunform als "Sicherheitspersonal" eingesetzt hat. So hat sie letztendlich den Einfluss der Gewerkschaften in England zerstört. Sie musste damals wegen der "Poll Tax" zurücktreten. Das war die Idee, dass man Steuern auf Häuser pro Kopf im Haushalt zahlt, nicht pro Größe oder Wert des Hauses. D.h. eine arme Großfamilie zahlt mehr als ein Milliardär in einem Palast. Das hat ihr dann politisch das Genick gebrochen.
Update: Oh und an der Bankenderegulierung ist sie auch Schuld.
Update: Glenn Greenwald ist auch kein Freund falscher Zurückhaltung.
Und dann kommt Per Bothner von Oracle und postet diese Mail hier. Per Bothner, Per Bothner, hat vielleicht schonmal jemand gehört, den Namen. Weil der Name beim Lesen der Header oder des Codes für die libg++ von GNU über den Schirm scrollt. Ein Urgestein von GNU, hat u.a. auch für Cygnus gcj gebaut. Das war damals der Versuch, gcc Java kompilieren zu lassen. Konnte leider nie aufschließen. Der arbeitet jetzt bei Oracle.
Aber der Brüller ist, dass der jetzt im Namen von Oracle dagegen argumentiert, V8 aus Webkit rauszuschmeißen, weil Oracle ja die Abstraktionen auch benutzt, um ihre eigene Javascript-Implementation (Oracle hat eine Javascript-Implementation!) namens Nashorn (benannt nach einer bedrohten Tierart) in Webkit reinzubrechstangen. Mehr Popcorn!
Ich sehe das aus dem Winkel, dass in harten Zeiten die ganzen Benachteiligten und Opfer des Systems ihr Selbstwertgefühl verlieren, weil sie verarmen, während die Bankster dicke Millionenboni kriegen. Das kann man kompensieren, indem man eine Gehaltserhöhung kriegt — nicht für alle eine Option — oder indem man sich nach unten abgrenzt und die unter einem "bestraft". Je beschissener es einem selbst geht, desto noch viel beschissener muss es denen unter einem gehen, damit man noch das Gefühl aufrecht erhalten kann, dass man kein Totalverlierer ist. Das ist auch bei uns der Hintergrund hinter Schmierenkampagnen gegen Florida-Rolf und die angeblichen Horden von Sozialschmarotzern.
Das folgt aus dem Umbau der Gesellschaft von einem Solidarsystem zu einem jeder-kämpft-für-sich-System ala "Chancen"-Rhetorik von Bertelsmann und co.
Update: Falls euch jemand erzahlen will, der viele Traffic sei halt teuer, dann möchte ich mal Zahlen nennen. Wenn man sich eine dicke Leitung legen lässt, zahlt man im Moment sowas wie 25 Cent pro MBit/sec. Für 100 MBit wären das also 25 Euro. Das ist die Leitung, Trafficabrechnung findet bei sowas im Allgemeinen nicht mehr statt. Klar, da sind Kosten für die verteilte DSL-Infrastruktur nicht drin, die die da ja auch aufbauen. Selbst Mondpreise im Einzelhandel, wenn man nach Traffic abrechnet, sind in der Größenordnung "< 10 Euro pro TB". Das hat also nichts mit dem Traffic zu tun und alles damit, dass die Anbieter gerne Kosten für den Ausbau ihres Backbones vermeiden möchten. Ich für meinen Teil hätte überhaupt kein Problem damit, 25 Euro pro Monat für 100 MBit zu zahlen, und nochmal 15 Euro für die Bereitstellung der Infrastruktur. Ich will ja nicht, dass irgendjemand hungern muss oder Verlust macht. Das wären dann aber 100 MBit in beide Richtungen, nicht 100 MBit downstream und 0.25 MBit upstream.
Update: Die Telekom hat ein (auffallend spezifisches) Dementi. Offensichtlich ist das wirklich in Planung, sie dementieren bloß, dass das schon unterschrieben ist.
Update: Wo wir gerade bei der Telekom waren: Die Telekom hat bei der Bundesnetzagentur eine Erhöhung der TAL-Preise um ein Viertel beantragt. Als Ausgleich für den Ausbau der Netze. Der ja offensichtlich gar nicht stattfindet, weil sie lieber Drosseln wollen jetzt.
Update: Ich scheine das Telekom-Blog abgeschossen zu haben. Einmal mit Profis arbeiten!1!!
Frage mich, ob das jetzt im Telekom-Cyberabwehrzentrum Alarm ausgelöst hat. ATTACKE AUF PORT 80!!1! DDOS AUS EUROPA!1!! Bestimmt alles fiese Exilchinesen :-)
Oder vielleicht drosseln sie aus Fairnessgründen auch ihr eigenes Blog.
Update: Auch Vodafone ist bei solchen Geschäftsmodellen natürlich ganz vorne mit dabei.
Update: Übrigens, kurzer Blick ins Ausland: In der Schweiz kriegt man für 90 Franken (ca 75 Euro) pro Monat 100/100 Internet nach Hause. Und das ist ein vergleichsweise kleiner Provider, nicht mit Swisscom oder der Telekom vergleichbar. Da fällt dann 100 MBit aus der Leitung, kein Shaping, keine Trafficdiskussion, mit IPv6 und ohne PPPoE oder ähnliche Ranztechnologien. DAS GEHT ALSO. Und das ist in der Schweiz, wo der Provider für den Aufbau des Netzes selber zahlen. Nicht wie bei uns, wo der Steuerzahler das gezahlt hat.
Update: Noch ein Blick ins Ausland: Mobiler LTE-Tarif, 100 MBit/s downstream, 50 MBit/s upstream, 49 € im Monat. Keine Drosselung.
Update: Hier geht gerade noch der Hinweis ein, dass die Drosselung nicht nur negative Aspekte hat :-)
Wir sollten es als unser aller Aufgabe betrachten, dass diese Partei nie wieder irgendwo einen Fuß auf den Boden kriegt.
Was also tun? Vorschlag der EU: Konditionen an den Bailout anhängen. Konditionen wie "10% des Bailouts müsst ihr aus den Einlagen der Konten bei euch nehmen". Was dann passiert ist sonnenklar: alle schieben schnell ihr Geld weg. Daher haben sie schnell Überweisungen ausgesetzt. Also haben alle am Bankautomaten so viel wie möglich abzubuchen versucht. Ein klassischer Bank Run.
Nun sind wir ja hier in diesem Blog eh unter Apokalyptikern, und so ein Bank Run hat noch keinem geschadet, ist vielleicht genau das richtige, um diesen widerlichen Bankern mal wieder ein bisschen Feuer unterm Arsch zu machen!1!! Könnte man jedenfalls denken, bis man realisiert, dass da jetzt eine Massenpanik übergreifen könnte und in den ganzen anderen südlichen Pleiteländern auch zu Bank Runs führen könnte. Und so sind im Moment alle Webcams auf die Banken in Südeuropa gerichtet. Spannende Zeiten!
Ich würde ja gerne wissen, von wem dieser Vorschlag kam mit den 10%. Wer war willens, das Platzen der Südländer in der EU in Kauf zu nehmen, um ein Zeichen zu setzen? Schäuble? Ich hoffe, das Detail verraten sie uns noch.
Natürlich ist allen Beobachtern der Ernst der Lage klar, und so war das Wochenende gerade ein toller Zeitpunkt, um die übereilten Panikkommentare zu kriegen, wo man sonst nur Weichspül-PR kriegt. Mit so Highlights wie dass Putin nicht amüsiert ist, dass seine Bürger enteignet werden sollen, obwohl das ja Russen sind, die ihr Geld ja auf Zypern vor Putins Finanzamt in Deckung gebracht haben.
Und Zypern hat jetzt natürlich auf jeden Fall verloren, egal was passiert. Dementsprechend wollen die jetzt nachverhandeln. Das wäre für alle Seiten die Variante, wie sie da jetzt ohne großen Gesichtsverlust rauskommen können.
Die EU könnte sagen, sie hätte ja hart sein wollen, aber die humanitäre Lage in Zypern!1!! Die hungernden Kinder, denkt doch mal jemand an die Kinder!!1!
Zypern könnte sagen: Hey, Oligarchen, wir haben eure Kohle geschützt! Lagert mehr davon bei uns!
Russland könnte sagen: Hey, Oligarchen, Zypern sieht aber nicht so stabil aus, bringt die Kohle doch lieber wieder nach Moskau, wir bieten euch auch Ratenzahlung an bei den Steuern!1!!
Und in Richtung Italien wäre das der Wink mit dem Zaunpfahl, der angesichts der politischen Lage da wohl aus Blickwinkel vieler EU-Politiker mal nötig war.
Oh, und: einen Staatstrojaner kriegt die Schweiz auch.
Schade, war mal richtig schön in der Schweiz. (Danke, Sandro)
Meine Nummer 1 Anwendung von Chrome ist, dass ich in einem xterm ne URL habe, die markiere, und das dann mit der mittleren Maustaste in Chrome paste.
Geht nicht mehr.
Weil irgendein elender Marodeur entschieden hat, dass Chrome nur noch Paste ala Ctrl-V entgegennimmt, und die mittlere Maustaste nicht wie in allen anderen X-Anwendungen pasten soll, sondern als hätte man Ctrl-V getippt.
Und puff, weg mit Chrome. Zurück zu Firefox. Nervig genug, dass sie nie URL-Paste mit dem mittleren Mausknopf in dem HTML-Bereich implementiert haben.
Update: Die letzte Zeile bezog sich auf Chrome, nicht Firefox. Lest doch mal ordentlich vor den Mailen bitte!
Und die Terminologie ist da bei X krude. Middlere Maustaste benutzt nicht Cut&Paste sondern der Mechanismus heißt "Selection". Das unterstützt Chrome jetzt nicht mehr.
Update: Aha, geht doch in Chrome, aber man muss mit der mittleren Maustaste auf das favicon klicken. Wissenschon, das winzige Icon. Ein Hoch auf offensichtliche Benutzerführung. Dann wird die URL auch direkt geladen. Wer (wie ich) URLs häufig umgebrochen kriegt in Mails und in Teilen pasten wollte, hat bei Chrome verloren. Ich bleibe bei der Rückmigration zu Firefox.
Update: Wo ich gerade beim über Chrome ranten war: die haben Pasten auch in die Gegenrichtung kaputtgemacht. Im Chrome was markieren, im xterm daneben pasten — kommt als UTF8 an, egal ob das xterm im UTF8-Modus ist oder (wie bei mir gerne mal) nicht. So kamen in letzter Zeit diverse kaputte Umlaute im Blog zustande. Chrome war Schuld. Früher ging das mal.
Update: Das Chrome-Update von heute kann auch wieder Mittelklick im URL-Balken.
"Sie dürfen nicht das abbekommen, was andere, die vielleicht noch schlimmer waren, nicht abbekommen", so lautet die Begründung des Richters.Wenn das so durchkommt, dann ist das ab jetzt der Goldstandard in Bayern. Einen gefesselten Jugendlichen so doll ins Gesicht schlagen, dass ihm ein Schneidezahn abbricht. Wenn du als Polizist weniger misshandelst, dann kommst du auch nicht ins Gefängnis und behältst deinen Beamtenstatus.
Unfassbar.
Oh, wo wir gerade bei Bayern waren. Die Bayernpartei fordert einen vollwertigen Heimatkundeunterricht an bayerischen Grundschulen. Da darf man sich dann vielleicht auch nicht wundern. (Danke, Johannes)
Konkrete Punkte sind:
Ich bin grundsätzlich für eine Meldepflicht. Der Gedanke hinter einer Meldepflicht, und warum ich auch dafür bin, ist: a) wir brauchen ordentliche Daten, um über das Problem reden zu können. Wer wird wie häufig gehackt und welche Daten leaken dabei? b) wenn die Firmen das unter den Teppich kehren können, warum sollten sie dann in Security investieren. Dann bleibt alles Scheiße und die Kunden wissen nicht, bei welchen Anbietern ihr Geld wirklich sicher ist.
Wenn man sich jetzt diesen Entwurf ansieht, dann sieht man, dass die zwar melden müssen, aber nur dem BSI, nicht der Öffentlichkeit. Und das BSI legt das dann zwar offen, aber nicht der Öffentlichkeit, sondern … den Meldepflichtigen. Die können dann zwar sehen, ob sie sicherer als der Durchschnitt der Konkurrenz sind, aber der Kunde kriegt es nicht mit. Damit ist der Anreiz für Verbesserungen weg. Dann werden die weiter alle die Öffentlichkeit anlügen, wie toll sicher sie sind, und Vorfälle verschweigen.
Alleine schon aus diesem Grund lehne ich diesen Gesetzesentwurf ab. Aber meine Kritikpunkte gehen noch weiter.
Das BSI soll jetzt Firmen beraten. Das halte ich für eine sehr schlechte Idee. Das BSI wird aus Steuergeldern finanziert. Wieso sollten Steuergelder dafür ausgegeben werden, den Firmen zu ermöglichen, ihre Hausaufgaben an das BSI outzusourcen? Nee, so geht das nicht.
Es ist nicht so, dass das BSI keine Rolle spielen sollte. Ich schlage vor, dass das BSI einen Katalog erstellt, in dem Angriffe klassifiziert werden. Wo man dann sagt: ein XSS auf der Pressemitteilungen-Webseite der Polizei Brandenburg ist kein Angriff auf "sicherheitsempfindliche Stellen lebenswichtiger Institutionen". Diese Formulierung zitiert Heise als Beschreibung dafür, wofür das BKA in Zukunft zuständig sein soll. Hier muss aus meiner Sicht Sorge getragen werden, dass es eine klare Unterscheidung zwischen gefährlichem Angriff und zivilem Ungehorsam und Demonstrationsrecht gibt. Wenn Leute aus Protest gegen Abschiebungsflüge die Lufthansa-Webseite blockieren, sollte das jetzt nicht über diese Hintertür zu einem Fall für das BKA deklariert werden.
Überhaupt, das BKA. Die sollen 105 neue Stellen schaffen, um besser das Internet patroullieren zu können. Halte ich für falsch. Die stehen sich doch jetzt schon nur im Wege. Ich habe noch von keinem einzigen Fall gehört, wo das BKA mal im Internet zu Recht und Ordnung beigetragen hätte. Was die brauchen ist eine Schulung, und die klare Vorgabe, dass ihrem Präsidenten pro Eingriffsversuch in die Politik ein Monatsgehalt abgezogen wird, bis hin zu negativem Gehalt und Forderungen an ihn. Jedes Mal, wenn Ziercke und co die Vorratsdatenspeicherung fordern, verplempern die Zeit, die sie damit verbringen sollten, Kriminelle zu fangen.
Also. Das Gesetz lehne ich so ab. Mein Vorschlag:
Kurz gesagt: aus dem Gesetz muss der Populismus und der Bullshit raus, dann kann daraus was richtig gutes werden.
Die größten Gefahren und Risiken sind aus meiner Sicht:
Ich persönlich halte die Meldepflicht nur dann für effektiv, wenn die Fälle alle sofort veröffentlicht werden, und zwar ohne Anonymisierung. Zumindest die Kunden haben ein Recht, das zu erfahren. Und zwar nicht erst, wenn sich nicht mehr abstreiten lässt, dass sie betroffen sind. Sofort. Ich hätte gerne eine Webseite, wo man hingehen kann, Postbank eingibt, und dann kommt eine Liste der Incidents bei denen, jeweils mit Links zu deren Reaktion und mit Zeitstempeln, damit man sehen kann, wie lange die jeweils untätig rumgegammelt haben. Und da müssen auch Incidents drin sein, die die jeweilige Firma bestreitet. Das kann gerne dranstehen, dass sie das bestreiten. Und von mir aus können sie auch Dokumente anheften, die das belegen. Aber man darf da nicht rauskommen können, indem man schlicht leugnet.
Ich würde mich auch freuen, wenn das BSI nach einem Hackerangriff die Aufgabe hätte, die Schwere zu bewerten. Damit man das als Kunde vergleichen kann.
Update: Fällt jemandem ein, wie man "das BKA ist jetzt für 202c zuständig" anders interpretieren kann als "Ziercke ist sauer auf den CCC und will sich jetzt rächen"? Aber Herr Ziercke! Wie unsportlich!
Am Ende hat diese Stimme dann die "Haider-Partei" BZÖ einen Sitz gekostet, den die Grünen gekriegt haben. (Danke, Gerald)
Facebook tut da Dinge, da kriegt man schlechte Träume von. Ich fasse mal kurz zusammen: Ihre App ist nach modernen Software-Engineering-Grundlagen entwickelt und enthält Tonnen von sinnlosen Wrapper-Methoden. Dalvik macht da irgendein Processing beim Laden der Apps, und benutzt dafür einen statischen Puffer, den die Facebook-App platzen lässt, weil sie zu viele Methoden hat. Also tun sie, was jeder an ihrer Stelle getan hätte!1!!
Instead, we needed to inject our secondary dex files directly into the system class loader. This isn't normally possible, but we examined the Android source code and used Java reflection to directly modify some of its internal structures. We were certainly glad and grateful that Android is open source — otherwise, this change wouldn't have been possible.*göbel*That's when we had the idea of using a JNI extension to replace the existing buffer with a larger one.Oh und wer glaubt, sowas sei ein Einzelfall… hier ist eine heitere Microsoft-Anekdote zu Adobe und Wordperfect. (Danke, Tobias)
Ich persönlich würde mir da jetzt keine großen Illusionen machen. Dann erhöht man eben die Gehälter. Oder zahlt die Boni irgendwie anders aus, Aktien vielleicht, oder Optionen auf Aktien. Möglicherweise irgendwelche bizarren Kontroll-Deals für Investments anderer. Ich würde sogar denken, dass die das aus Steuergründen eh schon so machen. Und der Rest ist jetzt halt Theater, damit die EU-Politiker zuhause Erfolg reklamieren können, und damit Cameron jetzt laut lärmend Widerstand machen kann, und dann "ich habe für euch gekämpft" im Wahlkampf proklamieren kann.
Übrigens, wo wir gerade bei Banken waren: RBS hat heute einen Verlust für 2012 von 5.2 Milliarden Pfund bekanntgegeben. Die Bank ist seit 2008 verstaatlicht.
Much of the pre-tax loss came from a £4.6bn accounting charge for changes in the value of its own credit, which is a measure of how much it would cost to buy back its own liabilities.Wenn man das und die ganzen Strafzahlugen für Libor und co abzieht, hätten sie sogar massiv Profit gemacht. 4 Milliarden, wenn ich das vorhin richtig gehört habe im Radio.Update: Habe mich gerade mit jemandem unterhalten, der man bei Barclays gearbeitet hat. Der meinte, die Top 10% hätten da Boni gekriegt, und zwar bis zu 20% ihres Jahresgehaltes. Und wir reden hier von einem EU-Limit auf 100% des Jahresgehaltes.
Spannenderweise erzählt der mir auch, dass die Top Earner die höchsten Boni gekriegt haben (klar, wenn das in Prozent zum Gehalt ist), aber die nie im Vorstand gewesen seien, weil für den Vorstand das Gehalt offengelegt werden muss.
Wer schützt eigentlich unsere Verfassung vor den Verfassungsrichtern?Ich würde das jetzt kommentieren, aber ich hab spontan Kopfweh gekriegt. (via)
Bei sowas gehen bei mir immer die roten Lampen an. Wenn man mir Details vorenthalten will. In meiner Kindheit war das z.B. bei der RAF so. Deren Traktate wurden nie vorgelesen oder erklärt oder zusammengefasst. Die wurden immer nur weggewischt. Das seien unzusammenhängende Konvolute, hieß es damals. Unverständlich. Fundamentalistisch. Ja, äh, wieso lasst ihr mich denn nicht selber zu dem Schluss kommen? Im Laufe der Jahre hat sich bei mir der Verdacht eingestellt, dass die mir das nicht sagen wollten, was da wirklich drinsteht, weil sie befürchteten, dass die zumindest partiell von der Bevölkerung Recht bekommen würden mit ihren Anschuldigungen und Thesen. Ein paar Seiten hab ich dann später doch mal gelesen. War das unzusammenhängende Konvolute? Das ist Geschmackssache. Ich kann z.B. auch Adorno-Traktate nicht ertragen. Das heißt ja nicht, dass die auch alle anderen nicht zu Gesicht bekommen sollten. Mir fiel vor allem auf bei dem RAF-Kram, dass das Fundamentalkritik an unserem System war, und dass die da Missstände abgeprangert haben, die zumindest zum Teil tatsächlich da waren. Wer die Zeit und Muße hat, sich damit mal auseinanderzusetzen, dem würde ich das empfehlen. Das ist Teil unserer Geschichte. Die Leute sollten das genauso wissen wie was die Nazis so verbreitet haben.
Aber zurück zu Beppo. Da fällt mir gerade das Phänomen wieder auf. Die Presse wirkt geradezu bemüht, bloß nicht zu erwähnen, was der Beppo so für Forderungen aufgestellt hat. Beim Schweizer Rundfunk gibt es eine Liste. Das muss ja krasser politischer Sprengstoff sein, wenn die das so dringend von uns fernhalten müssen! Ich zitiere mal:
Grillo will die Zuwendungen des Staates an die Parteien kürzen […]. Grillo will ein Grundeinkommen für alle […]. Grillo will Unternehmen renationalisieren, die ins Ausland verkauft wurden. Grillo möchte, dass Italiener gegenüber Ausländern bevorzugt werden. Und Grillo fordert, dass die Italiener über den Austritt aus dem Euro abstimmen können.Was habe ich da weggeschnitten? Die Wertungen. Denn auch die Schweizer halten es für nötig, Grillos Grundeinkommensforderung mit der Bemerkung zu diskreditieren, dass er keinen konkreten Finanzierungsplan vorgelegt hat. Das fände ich auch unangemessen, ehrlich gesagt. Erst muss sich mal jemand einen unabhängigen Überblick darüber verschaffen, wie schlimm es wirklich ist in Italien. Ich glaube den offiziellen Statistiken da kein Wort.
Aber, mal unabhängig davon. Da haben wir es. Die eine Sache, die so viel politischen Sprengstoff hat, dass man sie unbedingt aus den deutschen Medien fernhalten muss. Grillo fordert ein bedingungsloses Grundeinkommen.
Denn wenn die Leute hier das hören, dass die Idee in Italien sogar mehrheitsfähig ist, dann könnte hier eventuell auch die Debatte losgehen. Das geht aber nicht, weil unsere Medien ganz im Auftrag von Schwerz-Geld dafür gesorgt haben, dass die Idee bei uns nur Ausgestoßene wie die Linkspartei vortragen können, und dafür sofort Hohn und Spott ernten. Inklusive der Ansage, dass sie nicht sagen, wie sie es finanzieren wollen. NA UND? Seit wann weiß die CDU vorher, wie man etwas finanzieren wird? Da kommt Mama Merkel und sagt "unabdingbar" oder "alternativlos" und plötzlich können wir unsere Atomkraftwerke abschalten. Da hieß es ja vorher auch, das sei nicht finanzierbar und bei uns würde das Licht ausgehen.
Update: Das ehemalige Nachrichtenmagazin hatte die Liste. Am Ende im Kleingedruckten, aber immerhin.
SCHL&ATILDE;&FRAC14;TERSTRASSEwird nach HTML-Dekodierung zu
SCHLüTERSTRASSEund so sieht UTF-8 "Schlüterstrasse" aus, wenn man die Bytes fälschlicherweise als ISO-8859-1 interpretiert. Dazu kommt, dass es à heißen muss und nicht &ATILDE;, das Encoding ist also gleich auf drei Arten auf einmal verkackt. Hut ab, UPS!
Oh und Hut ab vor dem Postboten, der das dekodiert und zugestellt hat! (Danke, Kay)
Update: Hier kommt gerade der Hinweis rein, dass sich das auf genmanipuliertes Getreide und Soja und so beziehen könnte. Das wäre auf jeden Fall eine Erklärung, aber ich kann mir das nicht vorstellen. Das lassen die französischen Bauern nicht zu, und die haben noch jeden politischen Vorstoß kaputtgekriegt. Naja, wir werden sehen.
Die überraschende Amnestie zur Weihnachtszeit hab ich denen nicht abgekauft.
Meine Theorie: Es erscheint mir wahrscheinlicher, dass sie nachgezählt haben und einer der Aktenordner mit peinlichen Dokumenten fehlte. Daraufhin kriegt der Typ Amnestie und Ratzinger merkt nach 6 Wochen Sicherheitsabstand (damit der Zusammenhang nicht so offensichtlich ist) plötzlich, dass er alt und gebrechlich ist.
Das mit der organisierten Kriminalität müssen wir aber noch mal üben. Da hat wohl jemand kurz vor der Pensionierung nochmal eine Meldung schreiben dürfen, und der hat die Memos nicht gekriegt, dass organisierte Kriminalität total out ist, seit den frühen 90ern! Heute begründet man sinnlose Terrormaßnahmen mit dem Kampf gegen Terroristen und Kinderschänder!
Nach dem Schlag blutet die Frau stark, ihre Nase ist gebrochen, das Augenbein angebrochen. Dennoch sollen die Beamten den Raum verlassen und sie blutend zurückgelassen haben, bis ein Notarzt kam, erzählt sie ihrem Anwalt. Der Arzt bringt sie schließlich ins Krankenhaus.Aber wartet, werdet ihr jetzt sagen. Meldungen über Polizeibrutalität sind dochnicht komplett, bis die Polizei auch noch das Opfer anzeigt! Da habt ihr natürlich völlig Recht:
Da sowohl die Frau als auch der Polizist den jeweils anderen verklagt haben, sollen nun zwei getrennte Ermittlungen Aufschluss darüber bringen, ob der Polizist aus Notwehr handelte oder Körperverletzung im Amt beging.Wenn ich mal eine hellseherische Vorhersage tätigen darf: Das Verfahren gegen die Polizei wird eingestellt, das Opfer kriegt noch eine Strafzahlung reingedrückt.
Update: Die Süddeutsche dazu. (Danke, Christian)
"This is not about targets or political correctness," he said. "It is about operational need. Policing is unique, we need to be legitimate within the community because of the exercise of power. Often we are out there resolving disputes between communities and we need officers that understand different communities and different backgrounds.Ich vermute ja, dass das auch was mit Fällen von Polizeigewalt gegen Minderheiten zu tun hat.
Update: Hier ist eine Mainstreamigere Quelle. Und mir hat gerade jemand gemailt, dass diese Eichhörchen-Webseite von der Empfängerin des Balls-of-Steel-Award vor einer Weile betrieben wird. Sie hat den Award dafür gekriegt, das sie sich von einer Brücke abgeseilt hatte, um Castor zu blockieren. (Danke, Martin)
Oh und wo wir gerade bei Wertmetall waren: Wegen überraschend hoher Nachfrage ist der US-Münzprägeanstalt das Silber ausgegangen und sie haben das Prägen der 2013-Silberdollars vorübergehend ausgesetzt.
Update: Mali ist übrigens der drittgrößte Goldproduzent Afrikas. Mali, wir erinnern uns, wo die Franzosen gerade Militäreinsatz machen. Und wir haben ja nicht nur von den Amis unser Gold zurückgefordert, auch von den Franzosen. Es bildet sich also auch an der Front eine schöne Verschwörungstheorie, dass Frankreich kurzfristig Gold brauchte, bei ihrem Lieblingslieferanten angefragt hat, und die haben dann halt gesagt, klar, machen wir, aber wir brauchen eure Hilfe bei unserem Rebellenproblem hier gerade.
Update: Das würde auch erklären, wieso die Bundeswehr plötzlich den Franzosen in Mali logistische Hilfe anbietet. Der Hollande würde der Merkel im Sinne der deutsch-französischen Freundschaft diskret gesteckt haben, dass es da ein Problem gibt, und das wäre ja für alle Beteiligten hochnotpeinlich, daher wäre völlig außer Frage, dass die Merkel schnell die Truppen losschickt. Übrigens: das dritte Land in der Riege war ja England. Von denen kam das tolle Bild mit der Queen, die die Goldbarren inspiziert. Das war also der Fnord des Dritten im Bunde. "Ob wir das Gold haben? Was ist denn das für eine Frage! KLAR haben wir das Gold! Wie, ihr wollt ein Foto. Ernsthaft? Na gut, kriegt ihr ein Foto. Wie, mit der Queen. Mit der Queen!?!? NA GUT, mit der Queen!" Und selbst wenn die die Goldbarren noch haben und nicht Wolfram, dann dienen die bestimmt jeweils mehrfach als Sicherheit für irgendwelche Bailouts u.ä., das wird bestimmt auch für England noch ein Nachspiel haben.
Ich persönlich warte ja noch auf die Auflösung, dass die Bundesbank die Goldbarren gar nicht wegen des Rechnungshofes heimholt, sondern weil sie Gold braucht, um der Deutschen Bank auszuhelfen, deren Kunden aufgrund der Hausdurchsuchungen in letzter Zeit ihr Gold mitnehmen wollen, und soviel Gold hat die Deutsche Bank gar nicht mehr. Das ist jedenfalls die Verschwörungstheorie beim gesamten Bankensektor, dass die Banken alle ihre tatsächlichen Goldreserven jeweils dutzendfach überbucht an diverse Leute verkauft haben, wohl wissend, dass so gut wie niemand von denen das Gold jemals physisch in Empfang nehmen will. Was dann natürlich unangenehme Folgen hat, wenn das doch passiert. Der Nachteil der Theorie wäre, dass die Durchsuchungen erst im Dezember waren, aber die Bundesbank das Gold schon im Oktober oder so zurückzuholen angekündigt hatte. Aber von sowas lässt sich eine Verschwörungstheorie nicht entkräften, dann wussten die halt schon vorher Bescheid, auf dem kurzen Dienstweg, so eine Durchsuchung hat ja auch Vorlauf und so!1!!
Der eigentliche Schenkelklopfer in diesem Leak ist allerdings die Konvertierungssoftware zwischen den Datenbankformaten von "SIS 1+" (der bisherigen Software) und "SIS II" (der neuen Software). Da geht es erstmal so los, dass sie einen Test mit Rückfall auf die alte Software getestet haben, und direkt nach dieser Generalprobe hat die Netzwerkabteilung an der Netzwerkkonfiguration rumgepopelt, so dass sie jetzt nochmal testen müssen.
Bei dem Konvertierer fallen dann so Details auf wie dass es nur im neuen System eine ID-Nummer für jeden Datensatz gibt und daher können Mitgliedstaaten mit der alten Software nicht sagen, welcher Datensatz ihnen konkret fehlt, sondern nur dass einer fehlt. Wir reden hier technisch von einer replizierten Datenbank, bei der das Update vom Hinzufügen eines Datensatzes verlorengegangen ist. Aber aus unklaren Gründen nehmen sie da keine Lösung von der Stange (denn das ist ein gelöstes Problem) sondern basteln sich ein eigenes Fummelsystem mit Benachrichtigungen und auf Basis von unzureichenden Datenbankmodellen. Die zuständige Abteilung meint laut dieses Dokumentes, naja, es gibt da eine ordentliche Lösung, aber für die fehlen uns die Resourcen, daher schicken wir am besten alle vier Stunden manuell per Email über das interne Netzwerk Listen mit den nicht konvertierten Datensätzen rum. Auf dem Niveau arbeiten die da!
An der Stelle merkte der Österreichische Unterhändler an, dass es sich hier um wesentliche Informationen handele, die zeitnah überall zur Verfügung stehen müssten. Der Deutsche Unterhändler konnte gar nicht erst glauben, dass der Konverter überhaupt Nachrichten verliert. Man sei davon ausgegangen, dass dafür die Tests gemacht wurden, damit man ausschließen kann, dass da Datensätze verloren gehen. Und überhaupt, von wievielen Datensätzen reden wir hier eigentlich, die da so pro Tag verloren gehen?
Die erste Antwort kommt von der Sachverständigenfirma; die sagen, naja, das kann man so genau nicht sagen, weil wir ja bisher nur mit Testdaten gearbeitet haben und nicht mit echten Daten. Daraufhin unterbricht die Netzwerkabteilung und sagt, das sei ja gar nicht so schlimm wie es klingt, weil es sich höchstens um 4-10 Nachrichten am Tag handele.
Wartet, kommt noch besser!
Zuständig ist in der aktuellen Projektphase Estland, und die gaben da ernsthaft zu Protokoll, dass das aus Sicht von Estland schon OK sei, das Risiko sei hinreichend abgefedert, denn ein gewisses Lebensrisiko gibt es ja immer. Es könne schließlich auch morgen ein Meteorit das Rechenzentrum treffen, und dann wäre ja auch alles futsch.
Leider kann ich das nicht unabhängig validieren oder die Quelle sagen, daher betrachtet das mal als Gerücht, bis das noch woanders leakt :-)
Der Artikel behauptet, es ginge um die Perforce-Datenbank. Das ist ein Version Control System für Dokumente und vor allem für Sourcecode. Das wäre ausgesprochen peinlich, wenn Nvidia sich von AMD die Treibersourcen besorgt hätte, denn die öffentliche Wahrnehmung ist, dass Nvidias Treiber denen von AMD deutlich voraus sind. Das wäre wie wenn Miele bei GE Waschmaschinen-Knowhow klaut oder so.
Wo wir gerade bei wenig überzeugenden Herstellern waren: Auch Intel hat sich auf der CES alles andere als mit Ruhm bekleckert. Die mussten eine neue Messmethode für Energieverbrauch erfinden, weil ihre alte unehrliche Messmethode nicht unehrlich genug war. Mit der neuen Methode können sie dann ihre alten 13W-Teile als 7W-Teile anpreisen. Hintergrund: die gehen in ihrem Modell dann von der "üblichen Nutzung" aus, nicht von Maximalstromverbrauch unter Benchmarkstress o.ä., aber das ist der eigentlich entscheidende Faktor für die Bewertung dessen, ob eine CPU sich für ein Tablet oder Mobiltelefon eignet. Und genau den Eindruck wollten sie hier vermitteln, dass ihre Core-Prozessoren sich für schmale Tablets eignen. In der Praxis würde dann bei zu hoher Belastung der Prozessor zu warm und (hoffentlich) drosselt die Elektronik drumherum dann den Takt runter, damit das Ding nicht überhitzt. Ehrlicherweise müsste man dazusagen, dass man dann eben nicht die versprochene Leistung kriegt, sondern nur gedrosselte.
Dieser Eindruck drängt sich mir gerade vom gesamten CPU-Markt auf. Keiner hat da mehr irgendwelche echten Neuheiten oder Verbesserungen zu bieten, das ist nur noch Marketing-Bullshit, den sie uns in die Augen rieseln, damit uns nicht auffällt, dass es nicht mehr nach vorne geht. Dabei ist da doch nichts schlimmes bei, wenn es mal ein bisschen stockend vorangeht. Geht ja bei allen stockend voran. Dass die uns dann alle zu beschubsen versuchen, das ärgert mich.
Übrigens gibt es ja doch noch spannende Trends bei der Hardware, so ist das ja nicht. Z.B. AMD Open 3.0, das ist ein Standard für die physische Board-Form von zukünftigen Server-Einschüben. Dahinter verbirgt sich ein Vorstoß von Facebook, die gerne wie Google coole Rechner haben würden, aber gerne den Markt die Preise nach unten optimieren lassen würden, und dazu müssen die Komponenten eben austauschbar sein. Google baut sich dann ihren Kram selber, Facebook geht eher den weg, den Marktteilnehmern Vorgaben zu machen. Und so wenig Wachstum wie der PC-Markt im Moment hat, springen die Marktteilnehmer da gerne auf.
Aber das wird jetzt zugemacht. Weil sich der Flüchtlingsrat eingeschaltet hat, und der findet das doof. Begründung:
Aus prinzipiellen Gründen, um nicht einigen Kindern einen Sonderstatus einzuräumen.Und so herrscht jetzt endlich wieder Gerechtigkeit für Flüchtlingskinder und sie haben alle schlechte Karten. Tolle Arbeit, lieber Flüchtlingsrat.
Das generelle Problem mit Flüchtlingskindern ist in diesem Artikel beschrieben. Zitat:
»Als LINKE lehnen wir es kategorisch ab, Flüchtlingskinder aus den Schulen auszusperren und sie stattdessen in Asylbewerberheimen separat zu unterrichten.« Das geschehe etwa in Spandau und Marienfelde und sei »Unterricht zweiter Klasse«.Das hätten sie vielleicht vorher mal im Einzelfall prüfen sollen, in welchem Fall das tatsächlich Unterricht zweiter Klasse ist.
Kommt ihr NIE drauf!
Awarenessteam? Ja, wir hatten ein Awarenessteam. Das A-Team war mit 8 Teilnehmern sehr großzügig besetzt, wenn man bedenkt, dass es aus Sicht des Clubs keine Anzeichen dafür gab, dass es hier wirklich ein Problem gibt, und dass der Club an anderer Stelle Probleme hatte, genügend viele Freiwillige zu finden, um alle nötigen Aufgaben während des Kongresses erledigen zu können. Es gab auch mehrere Gender-Vorträge im Programm, das ist unter Hackerkonferenzen ein Alleinstellungsmerkmal. In einem Programm, das sich dann auch prompt als "hat zu wenig Tech-Talks" beschimpfen lassen musste.
Ich muss ein bisschen ausholen, um das Mimimi zu rechtfertigen, was gleich kommt. In der Berichterstattung über den 29c3 gab es den schönen Satz, dass die Hamburger Behörden das Konfliktpotential beim 29c3 geringer als bei einem Kirchentag einschätzen. Das würde ich sogar noch drastischer formulieren wollen. Wenn man auf dem Congress eine kaputte Fernbedienung irgendwo liegen lässt, wird die nicht nur nicht geklaut, sondern mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit hat sie der Finder auch gleich noch repariert. Ein Kumpel hat auf dem Camp sein Auto abzuschließen vergessen. Das stand da ein paar Tage unabgeschlossen rum. Niemand hat es geklaut, auch das Autoradio war noch da. Nach dem Camp fuhr er in die Innenstadt, parkte, schloss ab, ging kurz was essen, kam zurück, da war das Auto aufgebrochen und der Inhalt geklaut. Hacker sind zwar manchmal sozial gestört, introvertiert, werden in der Schule gemobbt, aber gerade das sorgt dafür, dass sie Respekt vor der Privat- und Intimsphäre Anderer haben und nicht übergriffig werden. Gibt es Ausnahmen? Bestimmt. Außerdem kommen zu so einer Massenveranstaltung ja nicht nur Hacker. Und wir machen ja am Eingang keine Gesinnungskontrolle mit Lügendetektor. Und dann gibt es da noch den Einfluss von Alkohol und anderen Drogen.
Der Congress ist ein Community-Event. Das ist kein "die Orga macht und ihr konsumiert". Die Vorträge kommen aus der Community, die Helfer kommen aus der Community, die Orga rekrutiert sich aus der Community, sogar die Auswahl der Vorträge ist ein Community-Ding. Wer etwas auf dem Congress haben möchte, der bringt die nötigen Teile mit und macht es einfach. "Die Orga" schafft die nötige Infrastruktur (Strom, Licht, Wasser, Internet, Platz, Blog, Wiki), den Rest machen die Teilnehmer selbst. In diesem Kontext muss man sich die Bestürzung des A-Teams vorstellen, als der erste Konfliktpunkt war, dass jemand im Wiki eine Seite mit sexistischem Dummschwall hinterlassen hatte. Und das war jetzt nicht mal Kram, der Argumente hatte, und möglicherweise Schaden anrichten kann, weil er Leute umstimmen könnte, sondern offensichtlicher Vandalismus. Das ist ein Wiki. Die korrekte Reaktion wäre gewesen: Dummschwall löschen. Der Edit-Button ist auf der Seite selbst. Klicken, Text rausnehmen, Submit klicken, fertig. Ein Dutzend Menschen haben sich auf Twitter über diese Seite empört. Niemand hat den Edit-Button gefunden. Und keiner rief bei der Hotline an.
Ein anderes Beispiel war, dass jemand aus den Creepercards einen Frauenkörper gelegt hatte. Erinnern wir uns kurz daran, was ein Hacker ist. Ein Hacker ist jemand, der kreativ mit Dingen umgeht, die andere nur wie vorgesehen benutzen würden. Hier hat jemand Creepercards gesehen und ist damit kreativ umgegangen. Genau diese Art von Menschen wollen wir haben! Die aus an sich negativen Dingen Kunst machen können! Das war aus meiner Sicht auch das Hauptproblem und Auslöser für die unentspannten Momente, dass die meisten Besucher die Karten nicht ernst nahmen, sondern für einen Spaß hielten. In einem Umfeld, in dem Pro-Guttenberg-Demonstrationen organisiert werden und in dem Leute mit Fnord-T-Shirts herumlaufen, die täuschend echt nach dem Ford-Logo aussehen, ist das ja wohl auch nicht verwunderlich, denn die Karten erfüllten alle Kriterien von Satire: kein Ansprechpartner genannt, keine Anleitung oder Einführung zum Schaffen eines Problembewusstseins dabei, keine weiterführenden Links, anhand derer man sehen kann, was einem da eigentlich gerade konkret vorgeworfen wird und wie man sein Verhalten ändern soll, und aus Sicht der meisten Besucher bestand auch kein Bedarf an einer Lösung für das Sexismus-Problem, weil das Problem so nie wahrgenommen wurde. Ich würde sogar konstatieren, dass die Karten für ihren vorgeblichen Zweck offensichtlich völlig ungeeignet waren, aber das hat auch mit dem Congress zu tun, der ja nicht grundlos Chaos Communication Congress heißt. Beim Congress geht es um das Kommunizieren. Sexismus ist ein soziales Problem, sowas löst man, indem man miteinander redet. Diese Karten sind kein Kommunikationsmittel, sondern ein Kommunikationsbeendigungsmittel. Das ist kein Kommunizieren, das ist ein Pranger. Auf den roten Karten stand sinngemäß drauf, man solle froh sein, dass man nicht direkt einen in die Fresse gekriegt habe, und stattdessen nur diese Karte hier überreicht bekommen hat. Wer körperliche Gewalt androht, hat sich in jeder auf Kommunikation aufbauenden Kultur direkt vollständig und nachhaltig selbst disqualifiziert. Ich für meinen Teil habe die Debatte im Vorfeld partiell mitgekriegt und nahm an, dass die Karten ernst gemeint waren. Der Großteil der Congressteilnehmer wusste das nicht und hielt das für einen schlechten Scherz. Dementsprechend wurden dann damit gespielt. Das Spektrum ging vom erwähnten Frauenkörper über ein Penis aus grünen Karten, über eine Krone, ein Minecraft-Creeper, ein Brustpanzer (sehr meta!) bis hin zu Space Invaders. Für Penis und Frauenkörper gibt es inzwischen ein Bekennerschreiben. Das A-Team hat sich mit denen hingesetzt und ihnen erklärt, dass das eine Provokation sei und für die Gesamtsituation nicht förderlich, und dann war das weg und alles war wieder gut. Kommunikation hilft nämlich in solchen Situationen — im Gegensatz zu Pranger-Karten.
Der andere wohlpublizierte Fall war das Hacker Jeopardy, bei dem auf Twitter die größte Empörung von Menschen kam, die überhaupt nicht auf dem Congress waren. Und nur ein verschwindend geringer Bruchteil von denen hatte die Integrität, das auch dranzuschreiben an ihre Tweets. Ich empfehle jedem, sich erstmal in Ruhe den Stream anzugucken, bevor sich da irgendwelche Meinungen auf Basis von Hysterie-Tweets anderer Leute bilden. Die rote Karte ist ihrem Text nach zu urteilen ausdrücklich für wirklich widerliche, handgriffliche, physische Übergriffe gedacht, so Kategorie "Angreifer nähert sich mit heruntergelassener Hose und ausgestreckten Händen in Grabbelhaltung". Ich kann es den Moderatoren angesichts der geradezu lächerlichen Zoten, derer sie da angeklagt werden, nicht übel nehmen, dass sie die Übergabe der roten Karten für eine Satire-Handlung hielten. Zumal hier mit unproportionaler Agressivität auf Witze über die Creepercards reagiert wurde, nicht über Frauen oder Minderheiten. Über die Karten. Es gab danach ein Gespräch zwischen den Moderatoren und dem A-Team und jetzt sind die Missverständnisse ausgeräumt. Kommunikation hilft nämlich bei sowas, Karten nicht.
Sehr spannend beim Hacker Jeopardy ist auch, dass bei all dem gerechten Zorn und der Hysterie auf Twitter (bis hin zu "Macker-Jeopardy" und Aufrufen, die Moderatoren rauszuschmeißen und Hacker-Jeopardy zu verbieten!) kaum jemand sagen konnte, was eigentlich der Auslöser war. So nichtig war der Auslöser. Eine Version, die ich hörte, war dass jemand angesichts der offenen Frauenförderung der Moderatoren gegen die positive Diskriminierung protestieren wollte. Dem kann man sich jetzt inhaltlich anschließen oder nicht, aber eine rote Karte für positive Diskriminierung ist ja wohl völlig indiskutabel.
Unter dem Strich stellte sich bei Einigen die Befürchtung ein, dass es bei diesen Karten gar nicht darum geht, irgendein tatsächlich vorhandenes oder eingebildetes Sexismus- oder Übergriffsproblem zu lösen, sondern es nur um das Kaputtmachen des Kongresses geht. Es gab da im Vorfeld einige Tweets und Blogkommentare im Umfeld der Klotür-Geschichte, die sich so deuten ließen. Auf der anderen Seite soll man niemandem bösen Willen unterstellen, nur weil das Ergebnis ihrer Bemühungen negativ ist und sie ihren Kurs nicht korrigieren. Daher gab es Gespräche zwischen A-Team und der Flauscheria und (soweit bekannt) den Mitbringern der Creepercards, die am Ende in einer "Policccy"-Gesprächsrunde mündeten. Das Ergebnis war ernüchternd. Die Creepercard-Verantwortlichen schoben das Versagen der Karten der Congress-Orga in die Schuhe. Einige der üblichen Verdächtigen kamen gar nicht erst zu dem Treffen. Das hat die Fronten eher verhärtet, auf Clubseite fallen jetzt vereinzelt Wörter wie "Agitation", und es stellt sich das Gefühl ein, dass hier jemand angereist ist, um Vorwände für Empörung zu suchen, und wenn kein Problem da ist, dann konstruiert man halt eines, indem man zu einer Gameshow spät in der Nacht geht und dort die flapsige Moderation anprangert. Das fühlt sich alles an wie ein Trollversuch, nicht wie der berechtigte Hinweis auf ein tatsächliches Problem. Und der Verlierer ist am Ende der Kampf gegen den tatsächlichen Sexismus, denn hier werden Begriffe wie "Sexismus", "Vergewaltigung", "Rape Culture" u.ä. so inflationär durcheinandergeworfen, dass am Ende jemand mit einem wirklichen Übergriffsproblem statt der nötigen Hilfe ein "Haha, hat dir jemand was an die Klotür gemalt?" kriegt, weil drumherum so viel undifferenziert hyperventiliert wurde.
Wie fließend die Übergänge zwischen Satire und Realität waren, kann man anhand dieses Tweets an sich selber prüfen. Ist das jetzt ernst gemeint oder Satire? Die können doch nicht ernsthaft eine Flauschecke aufmachen und dann Knutschende rausschmeißen? Oder doch? Schon während des Kongresses hat die Presse angefangen, explizit nach Frauen auf dem 29c3 zu suchen. Ihr werdet doch bestimmt auch krass unterdrückt hier, oder? Operation erfolgreich, Patient tot.
Oder wie ist es hiermit? Die Karten haben nicht nur die Stimmung vergiftet, sondern selbst zu mehr Belästigung geführt als es vorher ohne sie gab und sie zu bekämpfen vorgaben. Klar, man kann da jetzt Unwissenheit, Naivität und Inkompetenz unterstellen. Oder man kann davon ausgehen, dass das die Absicht war. Ich habe mir meine Meinung noch nicht zu Ende gebildet an der Stelle, tendiere aber alleine aus verschwörungstheoretischen Gründen grundsätzlich zu Absicht.
Unabhängig davon ist der Schaden natürlich jetzt angerichtet. Weil hier ein paar Menschen ihr Lebensbild dem Rest der Welt aufdrängen wollten, hat der Kongress jetzt nicht nur Gender-Trolle sondern auch Maskulinisten am Bein, und Taliban aller Couleur. Hier wird "ich fühle mich belästigt" zum Maßstab für das Handeln aller Anderen erhoben. Was wenn nächstes Jahr die katholische Kirche oder die Scientologen ankommen und sich in ihrer Religionsausübung unterdrückt fühlen? Einer der Vorträge dieses Jahr war Sprache, Ungleichheit und Unfreiheit von Anatol Stefanovitsch. Das hätte die Debatte voranbringen können, aber ging so im Gezeter über "Macker-Jeopardy" unter.
Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass der CCC seit Jahren gegen die Vorratsdatenspeicherung kämpft, weil dort weite Teile der Bevölkerung unter Pauschal-Verdacht gestellt werden. Einer der NSA-Whistleblower hat in seinem Vortrag erwähnt, dass eine der wichtigsten Freiheiten die Freiheit von Verdacht und Ermittlung sei. Und jetzt kommen hier ein paar selbsternannte Aktivisten und fordern von uns, dass wir unsere Teilnehmer unter Pauschalverdacht stellen und Warnhinweisschilder aufstellen, dass sexuelle Übergriffe und Sexismus bei uns unerwünscht sind. Das zeugt von einem so geringen Ausmaß an sich vorher mal auf die Zielgruppe eingelassen habens, dass solche Leute bei mir direkt verloren haben und das auch nur unter größtem Aufwand wieder reparieren können. Überhaupt drängt sich der Eindruck auf, dass die lautesten Kritiker noch nie auf einem Kongress waren.
(Kurzes Intermezzo) Wo kommen diese Creeper-Cards eigentlich her? Aus den USA. Dort herrscht eine völlig andere Hacker-Konferenz-Kultur. Auf der Defcon liefen vor ein paar Jahren Porno-Modelle halbbekleidet herum und machten Werbung für diese Porno-Produktion, bei der ein Model die nmap-Homepage vorliest. Da gibt es auch eine ganz andere Prüderie und ein höheres Alterslimit für Alkohol, was sich dann auf Konferenzen so niederschlägt, dass hormonell unbalancierte Jugendliche zum ersten Mal Alkohol trinken und mit weiblichen Brüsten konfrontiert werden und dann enthemmt Frauen angraben. Die Leute, die diese Karten nach Deutschland geholt haben, kennen vermutlich weder die Defcon noch den Kongress. Die Defcon findet übrigens in Las Vegas statt, d.h. das Ambiente dort sind Spielhöllen, Showgirls und Stripper.
Die Lautesten unter den Empörten waren auch diesmal nicht vor Ort sondern empörten sich aus der Ferne. Einige kamen beim Kongress direkt mit einer Haltung wie "respektiert mich endlich auch mal und hört mit dem Grapschen auf" an, und wunderten sich dann über das Unverständnis derjenigen, die seit Jahren da sind und noch nie von Grapschproblemen gehört haben und bei denen man sich Respekt erarbeitet und nicht einfach nur einfordert.
Zusammenfassung: Probleme löst man, indem man über sie redet. Nicht indem man andere Leute öffentlich an den Pranger stellt. Die Creeper-Karten haben so viel Schaden angerichtet, dass selbst wenn jemand noch einen positiven Aspekt nachweisen kann, netto nur Verlust übrig bleibt. Das war alles vorher schon absehbar. Es ist eine Schande, dass Einzelne das Kaputtmachen einer so schönen Sache wie des Kongresses billigend in Kauf nahmen, und dabei noch als Kollateralschaden ihr vorgebliches Anliegen der Sexismusbekämpfung generell beschädigen. Ich hoffe sehr, dass da jetzt alle was draus gelernt haben.
Update: Hier kommt gerade eine Mail von einem der beiden rein, die die erste rote Karte überreicht haben, mit Bitte zum als Update dranhängen. Ich zitiere mal:
Wir haben uns spontan ueberlegt ob es gelb oder rot werden soll. Du hast recht: 'rot' sollte eigentlich bei krassen Grenzueberschreitungen, insbesondere auch taetlichen Uebergriffen, verwendet werden. Insofern haben wir uns auch die Frage gestellt, ob 'rot' vllt zu krass waere. Unser Argument fuer 'rot' war letztlich: diese Buehne, die ganze mediale Aufmerksamkeit — das wirkt alles als Multiplikator fuer den 'normalen' Alltagssexismus, der von der Moderation verbreitet wurde. Aus diesem Grund wurde es 'rot'.
Update: Und jetzt kommt auch noch raus, dass die vielzitierten angeblichen Übergriffsfälle einer der zentralen Anklägerinnen in Sachen Sexismus auf dem Kongress auch nur Hörensagen Dritter sind und als sie sich selbst als Opfer eines Übergriffs fühlte, rief sie nicht die Hotline an. Wenn ich einer der Hotline-Freiwilligen wäre, würde ich mir da auch ziemlich verarscht vorkommen. Und dann anzweifeln, dass man ihr geholfen hätte. Ganz großes Tennis. Ich stelle mir da so eine Stille Post vor, aber immer im Kreis herum und in einer Echokammer.
Update: Wird immer übler:
Ich rante wann und wo ich will. Und die Sache kann mich mal kreuzweise.
Update: Mir erzählten übrigens mehrere Leute, dass jemand eine gelbe Karte erhalten haben soll, weil er einer Frau die Tür aufgehalten habe. Weil das positive Diskriminierung ist.
Update: Hier ist übrigens die Liste der Verantwortlichen. Nota Bene: das sind alles Macker, die da den armen wehrlosen Frauen ihre Probleme "lösen", ob die einverstanden sind oder nicht. Und sie wollten ursprünglich nur gelbe und rote Karten drucken.
Doch weit gefehlt, denn der Mann ist ein Linker, der das Foto zu Dokumentationszwecken angefertigt hatte, denn das war ein Fußballer des gegnerischen Teams. Gegen DEN ist natürlich das Verfahren sofort eingestellt worden, wir sind hier schließlich in Sachsen. Aber ein Linker, den man verfolgen kann? Da werden in Sachsen die Behörden aktiv und verfolgen den Linken wegen Verwendens eines Kennzeichens einer verfassungswidrigen Organisation.
Sachsen! Da weiß man, was man hat!
So ungefähr stelle ich mir das vor, wenn der Vorstandschef der Deutschen Bank bei Volker Bouffier (CDU natürlich, was sonst) anruft, um sich über die Razzia zu beschweren. Hey, Volker, ohne uns wärst du gar nicht da wo du jetzt bist! Zeig mal ein bisschen Respekt und Dankbarkeit und pfeif diese Pfeifen zurück, die noch nicht mitgekriegt haben, wer eigentlich ihr Gehalt bezahlt!1!!
Update: Murdochs Fox News hat das Memo jedenfalls schon mal nicht gekriegt.
Vielleicht sollte mal jemand eine Glosse zur selben Branche aus technischer Sicht schreiben, wenn die Leute dann Hadoop und NOSQL-Datenbanken einsetzen und in die Amazon-Cloud ziehen wegen der Skalierbarkeit, um dann dreieinhalb User pro Tag abzufackeln, und das einzige was dann an der Webseite performt sind die externen Werbeeinblendungen und Google Analytics.
Money Quote bei Don Alphonso:
Und morgen reden wir dann über Ihre Probleme mit dem ALG2 und die bodenlose Gemeinheit, dass man Ihnen trotz Ihrer Begabung noch immer kein gut dotiertes Profiblog bei den sterbenden Holzmedien gibt, mit dem Sie die Zeit bis zur Zukunft überbrücken können.HARR HARR HARR
Die ganze Rhetorik drumherum finde ich auch nicht gerade Hoffnung ausstrahlend.
Ich für meinen Teil bin immer mehr überzeugt, dass es auf eine Flatrate hinauslaufen muss, die man halt monatlich mit der Internet- und Stromrechnung abdrückt und dafür kriegt man dann werbefreien Zugriff auf alle Sites. Das Geld wird dann hintenrum nach Popularität des Mediums bei den Konsumenten unter den Anbietern verteilt, oder einem besseren Schlüssel, wenn jemand einen findet. Und je länger wir zaudern, bevor wir das so machen, desto weniger Zeitungs-Infrastruktur werden wir übrig haben.
Das wäre ja bei uns auch mal spannend, wenn sie dann da nicht so Feigenblätter wie das BSI oder den Schaar losschicken würden, die dann am Ende groß rumlavieren, weil alle Details geheim bleiben müssen.
Die wichtigste Einsicht des Vereins ist, dass sie von der zuständigen Datenschutzkommission die Aussage gekriegt haben, dass die mit der Überprüfung noch nicht mal begonnen haben. Je mehr sie nachbohrten, desto unangenehmer wurde es. Die Gegenseite konnte nicht mal eine grobe Schätzung liefern, wie lange denn eine Überprüfung der ganzen VDS-pflichtigen Anbieter dauern würde.
Die offensichtliche Frage ist an der Stelle natürlich, wo das Geld herkommen soll, mit dem Griechenland seine Schulden zurückkaufen soll. Die offensichtliche Lösung ist: mehr Schulden machen. Aber wartet, Schäuble hat noch einen coolen Vorschlag:
Die Hälfte davon würde die griechische Regierung tragen. Die andere Hälfte würde mit Gewinnen bezahlt, die die EZB mit ihren griechischen Staatsanleihen macht.Die EZB-Gewinne?! Wie geil ist DAS denn? HAHAHAHAHA
"The key was how to make a bacteria-free kimchi while retaining its unique taste, color and texture," said Lee Ju Woon at the Korean Atomic Energy Research Institute, who began working on the newfangled kimchi in 2003 with samples provided by his mother.Die Wissenschaftler sorgten sich, dass die Mikroben von kosmischen Strahlen mutiert werden könnten und dann die ISS ein Godzilla-Problem kriegt. Lösung: bestrahlen.
Und ihr habt Recht. Ars Technica hat ein Expose über "Orca", das Wahlkampfverwaltungssystem von Mitt Romney.
Instead, volunteers couldn't get the system to work from the field in many states—in some cases because they had been given the wrong login information. The system crashed repeatedly. At one point, the network connection to the Romney campaign's headquarters went down because Internet provider Comcast reportedly thought the traffic was caused by a denial of service attack.Weil so eine Wahl ja immer wieder plötzlich und überraschend kommt, und ja bis zuletzt auch der Gegner noch nicht feststand, haben sie erst nach den Republican Primaries mit der Entwicklung angefangen, und dann halt einen Rush Job abgeliefert. Die Entwicklung wurde angeblich von Microsoft und einer ungenannten Consulting-Bude durchgeführt. Sie hatten 11 (Ars vermutet: virtualisierte) Backend-Server und einen Web-Frontend-Server und einen Application Server. Und die waren dann wohl auch Single Point of Failure und mehr down als verfügbar.Und nicht zu vergessen: wir haben es hier mit Republikanern zu tun, nicht die hellsten Leuchten. Da waren Leute damit überfordert, dass sie ihre Zugangsdaten bei einem Romney "Victory Center" hätten abholen sollen, oder haben die URL ohne das https eingegeben und dann nur eine leere Seite gekriegt. Dann funktionierten diverse Passwörter nicht und der Reset funktionierte auch nicht. Es gab ein Telefon-Backup-System, falls das Web nicht geht, aber dafür haben sie die falschen Login-IDs verteilt.
"I tried to login to the field website," Dittuobo told me, "but none of the user names and passwords worked, though the person next to me could get in. We had zero access to Iowa, Colorado, North Carolina, and Pennsylvania. Seems like the only state that was working was Florida."Gut, hat auch in Florida nichts genützt, aber hey. (Danke, Florian)
"Wir bedauern zutiefst, dass ein solcher Vorfall stattgefunden hat, sagte Hong, "aber ich weise erneut auf die Tatsache hin, dass es keine direkt Verbindung zur Sicherheit der Reaktoren gibt."Die Zulieferer haben die Teile da verbaut gekriegt, indem sie die Zertifikate schlicht gefälscht haben. Da ist also möglicherweise noch mehr Aufarbeitung nötig *hust*
Unlike citizen-led ballot initiatives, which require court approval and are bound to a mere 75 words, legislative amendments face no such restrictions – in either word length or quantity.Also haben die Republikaner 11 Seiten mit Kleingedrucktem an unklar formulierten Verfassungsänderungen angehängt. Ziel ist natürlich, dass sich ärmere Bürger das zeitlich nicht leisten können, und dass in ärmeren Bezirken die Wahl gleich gar nicht geht, weil nicht alle wählen können, wenn das pro Person ne Stunde braucht. Und was das für unfassbare Vorschläge sind! Kann man sich gar nicht ausdenken! Einer will verbieten, dass Personen und Firmen zum Erwerb von Krankenversicherung gezwungen werden können, um Obamas Gesundheitsreform auszuhebeln. Ein weiterer will Steuervergünstigungen für Besitzer eines zweiten Hauses (uh, wtf?!). Und Einfluss auf die Richter im State Supreme Court wollen sich die Republikaner auch gleich geben lassen. Un-fass-bar. Alleine das Ausdrucken der Stimmzettel dauert in Miami-Dade pro Person 70 Sekunden, das sind 12 Seiten.The directive includes a form that puts the burden on the voter to correctly record the form of ID provided to election officials, and Husted instructed election officials not to count ballots if the form is not filled out correctly by a voter.In der Praxis sind die meisten, deren Wahlberechtigung angezweifelt wird, Schwarze, Latinos (weil man die direkt erkennt und die Bevölkerungsgruppen deutlich mehrheitlich Democrats wählen) oder Studenten (weil man die über Briefpost-Bounces kriegt). Die Details haben wir in Alternativlos 28 erklärt.
Update: Das Weiße Haus dementiert, dass es direkte Atomgespräche mit dem Iran gibt.
Aber es passt natürlich perfekt in die Strategie der Konservativen. Die Leute müssen doof gehalten werden, denn gebildete Schichten wählen nicht konservativ.
Update: Apropos Fracking. Matt Damon hat gerade einen Film darüber gedreht, "Promised Land", und die Gasindustrie organisiert gerade eine fette Kampagne dagegen.
Ms Lachowicz's liking for back-stabbing and poison in WoW raise questions about her "fitness for office", they claim.Anders herum wird ein Schuh daraus. Gut, Poison jetzt vielleicht weniger, aber Backstabbing ist doch genau die Kernqualifikation für Politik, oder nicht?Update: Sie wurde trotzdem gewählt.
Aber keine Sorge, liebe besorgen Anwohner. Wenn ihr bis jetzt noch nicht Krebs habt, dann kriegt ihr es jetzt auch nicht mehr. Äh, nein, warte, falscher Zettel.
"There's absolutely no danger whatsoever to the public health and safety. We have design features in the plant that when something unusual occurs in the plant, the plant would automatically shut down and that's what happened today," DeSantis said.Sehr ihr? Keinerlei Gefahr für die Anwohner. Wie immer bei Kernkraftwerken.
Zwar habe der 27-jährige Polizist den Festgenommenen nachweisbar geschlagen, doch sei davon auszugehen, dass er dabei aus Notwehr gehandelt habeNatürlich! Die haben den halt "am Boden fixiert". Dass der dann Atemnot kriegt, damit konnte doch niemand rechnen! (Danke, Daniela)
Das ist schon deshalb sportlich, weil DNSSEC bei den Kryptoprimitiven immer etwas hinterherhinkt. Die haben 2048 Bit RSA-Schlüssel erst Jahre später spezifiziert, nachdem die paranoideren Leute das schon für ihr SSH und PGP und SSL ausgerollt hatten.
Bei DNSSEC war daher Designentscheidung, dass die privaten Schlüssel gar nicht erst im Server stecken sollen. Man signiert seine Zonen off-line und lädt dann die signierten Zonen zum Server hoch. Selbst wenn jemand den Server hackt, kann er den Schlüssel nicht klauen, weil der nicht auf dem Server ist.
Die Idee ist natürlich, dass der Schlüssel gar nicht am Internet hängt. Jetzt stellt sich aber raus: das mit dem off-line, das ist so unhandlich, wir machen das lieber online!1!! Damit das automatisierbar ist. Bei einer TLD wie .de oder .ch kommen ja auch im Sekundentakt Änderungen rein. Da muss dann jeweils neu signiert werden. Da erhöhen sich dann natürlich die Anforderungen an das Hosting entsprechend. Immerhin könnte die Sicherheit der ganzen Welt auf diesem DNSSEC ankern.
Wie wird das denn dann am Ende gehostet? Hier gibt es Webcams. Das ist ein kleiner Server in einem Safe, in einem Safe. Mit klein meine ich den Stromverbrauch, denn Abwärmeabtransport ist ein bisschen schwierig, könnt ihr euch ja vorstellen. Alleine von der "Alien Power Source"-Optik her ein echter Sieger, dieses Hosting. Oh und der Schlüssel ist nicht auf dem PC sondern auf einem separaten sicheren Hardwaremodul. Wenn jemand die Kiste hackt, kann er zwar Änderungen signieren, aber er kann nicht den Schlüssel extrahieren. Nachdem der Hacker gefunden und rausgeschmissen wurde, kann er nichts mehr signieren. Er kann natürlich immer noch anderen Leuten seine vorher signierten Falschdaten unterschieben. Dazu sagt die DNSSEC-Spec: Aber, äh, *räusper* *aufdieuhrguck* oh schaut mal, schon sooo spät *wegrenn*
Oh, übrigens. Wie bindet man so ein Hardwaremodul an? Per IP über Ethernet! Genau wie den Rechner selbst. Auf dem läuft übrigens Linux, der ist also unhackbar!1!!
Noch ein paar Zahlen: der Rechner verbraucht so 30W, und die LEDs draußen auch noch mal so viel :-)
Update: Solange die Site down ist, könnt ihr euch ja die Folien hier angucken, die haben noch ein paar Details zu dem Setup.
Der vor über vierzig Jahren verstorbene Hans Friedrich August Carste war NSDAP-Mitglied und GEMA-Aufsichtsratsvorsitzender.Wait, what?![…]
Nun protestiert Carstes Witwe Grit-Sieglinde, weil sie befürchtet, dass sich […] ihre monatlich vierstellige GEMA-Ausschüttung verringern könnte.
Das ist natürlich eine prima Vorlage, um Falkvinge und die Piraten von der Seite anzupinkeln. Falkvinge ist sozusagen der Urpirat, der sitzt für Schweden im EU-Parlament hat die Piratenpartei Schwedens gegründet.
Das brachte die Piraten in Deutschland in eine schwierige Lage. Auf der einen Seite hat der Falkvinge da ja durchaus Argumente, mit denen man sich mal beschäftigen könnte. Ich für meinen Teil finde die Argumentation in weiten Teilen plausibel. Wenn ich im Internet auf ein Foto von Kindesmissbrauch stoße, und der Besitz von so einem Foto schon verboten ist, und ich also befürchten muss, dass die Polizei nicht den Täter sondern mich verfolgt, wenn ich das melde, dann werde ich das halt nicht melden, ist doch klar. Und die Gesetzeslage ist durchaus kritikwürdig, so weist Falkvinge darauf hin, dass in diversen Jurisdiktionen der Besitz von Missbrauchsfotos härter bestraft wird als der tatsächliche Missbrauch von Kindern. Seine Erklärung ist, dass wir nicht den Kindesmissbrauch bekämpfen wollen, sondern mit diesen Gesetzen das Problem nicht mehr sehen wollen. Und das funktioniert ja auch. Wir begegnen dem nur noch über Bande, wenn Kindesmissbrauch von schmierigen Lobbyverbänden der Contentmafia und der Unterdrückungsindustrie für ihre Internetzensurpläne als Vorwand dienen muss.
Finde ich deshalb, dass wir Fotos von Kindesmissbrauch freigeben sollten? Nein. Aber drüber reden müssen wir mal, da hat Rick völlig Recht. Ich bin bereit, die Idee zu unterhalten, dass ich mit meiner Einstellung Unrecht habe und Falkvinge Recht hat.
Die Piratenpartei bei uns hat alle diese Gedanken und inhaltlichen Argument komplett ignoriert. Stattdessen haben sie Panik gekriegt, dass sie jetzt von der CDU als die Kinderficker-Partei gebrandmarkt werden könnten, und haben den langen Dolch rausgeholt und Rick Falkvinge mit Anlauf in den Rücken gerammt. Man riecht förmlich den Angstschweiß aus dieser erbärmlichen Pressemitteilung herausfließen. Die Piratenpartei hat gezeigt, dass Machterhalt wichtiger ist als Prinzipien. Statt sich inhaltlich mit auch nur einem der Punkte von Falkvinge zu beschäftigen, kommen Verleumndungen und Unterstellungen, wie man sie von der Contentmafia erwartet hätte, nicht aber von Piratenkollegen. Falkvinge ist wie gesagt nicht dafür, den Missbrauch von Kindern zu legalisieren. Da gibt es auch keinen Zweifel, wenn man sich seinen Kram durchgelesen hat. Aber die Piraten-PM liest sich, als wolle er Kindervergewaltiger aus dem Gefängnis befreien.
Für eine Partei, die noch nicht mal in den Bundestag eingezogen ist, ist das eine sportliche Leistung. Die Grünen sind erst so vollständig korrumpiert worden, nachdem sie im Bundestag Platz genommen hatten. Wenn ich Mitglied bei den Piraten wäre, würde ich jetzt austreten.
Ich finde im Übrigen, dass wir diese Diskussion wirklich mal brauchen. Nicht nur für Missbrauchsfotos von Kindern, sondern insbesondere auch für Nazi-Kram. Falkvinges Diagnose, dass wir damit nicht das Problem bekämpfen wollen sondern es aus unserem Blick verbannen wollen, trifft ja wohl voll ins Schwarze, wenn man sich anguckt, wie viele Prozent der Bevölkerung insgeheim Nazis sind oder sympathisieren. Und wir sehen es nicht nur nicht, auch die zuständigen Behörden sehen es nicht und verfolgen lieber "Linksterroristen". Und dadurch, dass wir den Diskurs verbieten und Scheuklappen der Empörung aufstellen, können wir unseren Nachwuchs nicht ordentlich immunisieren. Die libertäre Sicht, dass Gedankenverbote immer schlecht sind, muss man mal gesellschaftlich diskutieren. Teile der Debatte und unserer Geschichte einfach auszublenden, das ist durchaus kritikwürdig, zumal der fehlende Erfolg ihnen nicht recht gibt.
Was hätte die Piratenpartei denn stattdessen machen können? Sie hätte eine sachliche Presseerklärung machen können, statt dieser überemotionalisierenden Scheiße, die der Schlömer und der Urbach da rausdeprimiert haben. Es gibt so viele kritikwürdige Punkte am Status Quo, nicht zuletzt dass (was auch Falkvinge anspricht) Jugendliche kriminalisiert werden, die Nacktfotos von sich selbst und ihren Sexpartnern machen. Oder dass man sogar für erotische Texte oder Zeichnungen verfolgt werden kann, bei denen offensichtlich niemand zu Schaden kam, schon gar kein Kind. Die Gesetze müssen dringend mal aus den Klauen der Berufshysteriker befreit werden, die dem Rest der Welt ihre "christlichen Werte" aufzwängen wollen. Und selbst wenn man keine Ahnung von der Thematik hat und diese ganzen Probleme nicht kennt, dann hätte man immer noch einen Kommentar sparen können. Schließlich heißen die schwedischen Piraten auch Piraten, aber es gibt ansonsten keinerlei "Tochterfirma"-Beziehung zu den deutschen Piraten, und keinen Grund, wieso unsere Piraten die Äußerungen von Falkvinge kommentieren sollten. PR-technisch ist das ganze Thema natürlich eine einzige Tretmine. Aber mit dieser Reaktion haben die Piraten mehr zertrampelt, als die CSU je mit ihren typischen debilen Äußerungen hätte anrichten können. Und gleichzeitig ist da immer noch nichts zu dem Filesharing-Urteil des BGH. Aber zu so einer Tretmine hauen sie dann schnell-schnell was raus, und haben noch nicht mal ne Nacht drüber geschlafen vorher.
Was hätte ich publiziert? Gar nichts. Aber wenn es gar nicht anders ginge, dann sowas hier:
Die Piratenpartei Deutschlands schließt sich der Forderung nach Legalisierung des Besitzes von Kindesmissbrauchsfotos von Rick Falkvinge nicht an. Wir halten es aber für wichtig, eine gesellschaftliche Diskussion über Denkverbote und Internetzensur zu führen und uns inhaltlich mit den Argumenten auseinanderzusetzen.
Update: Wenn ich eine Diskussion fordere, sollte ich vielleicht mal vorlegen. Wenn man den bloßen Besitz von dokumentiertem Kindesmissbrauch legalisieren würde, muss das Ziel ja trotzdem sein, das Bilden eines Marktes zu verhindern und gegen den Tausch solcher Aufnahmen vorzugehen. Und das Verfolgen und Bestrafen des Mißbrauches selber soll natürlich nach wie vor stattfinden. Das gerät im Moment ein bisschen ins Hintertreffen, weil die Behörden ihr Geld für das Verfolgen von Internet-Tauschbörsen ausgeben, denn da kommen größeren Zahlen an Tätern zustande, das macht sich in den Medien besser.
Ich stelle mir das als juristischer Laie so vor, dass man den Besitz legalisieren könnte, aber das Verbreiten und Beschaffen unter Strafe stellt. Das Spannungsfeld hier ist aus meiner Sicht, wie man verhindert, dass ein böser Hacker deinen Laptop hackt und Kinderpornos ablegt, um dich zu inkriminieren. Auf der einen Seite könnte man sagen, wenn jemand mehr als 10 Bilder hat, kann man von vorsätzlichem Beschaffen ausgehen. Auf der anderen Seite kann ein Hacker natürlich immer ein Bild mehr als in der gesetzlichen Schranke steht hochladen. Und wenn man sagt, dass "Beschaffen" heißt, dass man sehen kann, dass sich der Beschuldigte die Fotos aus einem einschlägigen Webforum geholt hat, wo es genau diese Art von Material gibt, dann können auch diese Spuren gefälscht werden. Welchen Spuren traut man dann? Dem Weblog bei dem Webforum? Die werden vermutlich keine Logs führen, wenn sie nicht völlig doof sind. Und wenn sie Logs führen, wäre das ja für den Hacker noch besser, dann muss er nur das Webforum hopsnehmen und nicht mehr deinen Laptop. Eine Lösung gibt es hier m.E. nicht, und einfach den Besitz unter Strafe zu stellen macht mehr Schaden als es Gutes tut. Alternativ könnte man den Besitz auch weiter strafbar lassen, aber eine Sonderregelung einführen; wenn man innerhalb von 24h nach dem Finden eines Missbrauchsfotos selbiges der Polizei meldet, bleibt man straffrei. Welches der richtige Weg ist, weiß ich nicht. Aber diskutieren muss man das mal.
Update: Lawblog dazu mit der Perspektive auf die deutschen Gesetze.
Mir ist ja nicht klar, wieso Jauch aufs Maul kriegt, weil er aus einer Zeitung zitiert, dass es Gerüchte gibt, aber die Süddeutsche dann darüber berichten darf, dass es Gerüchte gab und Frau Wulff dagegen vorgeht. Wo ist denn da die Grenze? Bin ich jetzt auch in der Schusslinie, weil ich darüber berichte, dass die Süddeutsche berichtet, dass keiner mehr schreiben darf, dass es Gerüchte gab?
Update: Markus Kompa klärt uns auf.
Dann die Geschichte vom Projekt "Schoolwater", bei dem Schüler an Schulen für Trinkwasser zur Kasse gebeten werden sollen, natürlich mit RFID-Tracking, und hat dafür zu Recht den Big Brother Award gekriegt. WTF?!? Was für armseelige Unmenschen dürfen denn heutzutage mit Schulen Geschäfte machen?!
Na und dann natürlich der Elefant im Raum, eine Jury hat Apple eine Milliarde Dollar von Samsung zugesprochen. Gut, so sind Jury-Verfahren eben. Milliardenstrafen für bei McDonald's mit Kaffee verbrühen und so. Wird dann alles in der nächsten Instanz korrigiert. Aber als Samsung würde ich mich ja langsam fragen, ob die Leute nicht alle verdient haben, von Apple abgezockt zu werden, und lieber Staubsauger und Energiesparlampen herstellen.
Nichts.
Aber wisst ihr, wozu sie was gemacht haben? Kommt ihr NIE drauf! Gegen den Kauf von Steuersünderdaten haben sie geklagt.
Die müssen echt aufpassen, dass sie nicht mit der FDP verwechselt werden. Auch von der Farbgebung her.
Andererseits… who cares. Beides belanglose Randgruppenparteien, die als es drauf ankam ihren Arsch nicht hochgekriegt haben und keine erwähnenswerten inhaltlichen Punkte haben, die für ihre Wahl sprächen.
Update: Kriege ne Mail von einem Juristen. Sie haben nicht mal geklagt, sie haben nur angezeigt. Und im Übrigen soll ich mich nicht so haben, die hätten ja was getwittert. Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.
Na gut, doch. Eine habe ich. WTF?!
Apple sagt natürlich, ihr Verfahren sei fundamental in Ordnung und hier sei bloß was schiefgelaufen, aber als Wired selber mal probiert hat, sind sie so auch durchgekommen. Mit anderen Worten: Apple lügt.
Lasst EFI in Frieden. PCs sind keine Geldautomaten, die sollen nicht sicher sein. Sicher heißt Zwangsjacke für den Anwender und gerade in diesem Fall reden wir ja von Apple, die zwar in Sachen Sicherheit Jahre hinterherhinken, aber dann Handschellen für den Anwender als Sicherheitsmaßnahme verkaufen und man sein Telefon nur in Betrieb nehmen kann, wenn man Itunes installiert. Apps? Nur aus dem Apple Store. Wegen der Sicherheit!1!!
NICHTS von dieser ganzen Scheiße kommt dem Benutzer zu Gute. Das ist alles nur Gängelei von dem nur einer profitiert: Apple.
Es ist schlimm genug, dass wir seit Jahren nicht in der Lage sind, sichere oder vertrauenswürdige Software zu produzieren. Aber damit jetzt Guantanamo-Technologien auf allen Endgeräten zu etablieren, dass wir DAS zulassen, das ist eine Schande sondergleichen. Und am Ende wird es wieder keiner gemerkt haben. Ach was hätten wir den tun sollen, keine Apple-Geräte kaufen? Das wäre in der Tat mal ein Anfang! Solange Hersteller wie Apple für sowas noch mit Rekordprofiten belohnt werden, wird das nie aufhören.
Dieser UEFI-Codesigning-Bullshit ist übrigens genau die Technologie, mit der auch Microsoft Windows 8 zunageln will. Aus Sicherheitsgründen, wissenschon. Microsoft kriegt dafür zu Recht auf die Fresse. Apple wird für den gleichen Mist noch gefeiert.
Oh und dass der Typ in dieser Meldung ausgerechnet Thunderbolt nimmt ist nochmal ein zusätzlicher Gähner, weil Thunderbolt auch ganz ohne Backdoor den DMA-Zugriff von außen auf dem Hauptspeicher erlaubt. Den Teil benutzt er aber gar nicht. Weil, äh, … keine Ahnung warum nicht, denn das ist inhaltlich genau so "überraschend" wie dass man EFI-Backdoors machen kann. Wie wäre es als nächstes mit der krassen Einsicht, dass wenn jemand deinen Laptop klaut, er deine Festplatte auslesen kann!1!! Oder dass man per Internet Daten übertragen kann!
Wie sich rausstellt: gar keinen. Zwei Jahre auf Bewährung. Denn er erschien in Hemd und Krawatte und hatte eine "akkurate Frisur", ist Blutspender und war in der Bundeswehr. Begründung:
Obwohl für Richter Alexander Ganter das Geständnis des Angeklagten „nicht allzu hoch einzuschätzen ist“, beließ er es bei einer Bewährungsstrafe. Es wäre nicht angemessen, T. jetzt für längere Zeit aus dem Berufsleben herauszureißen, so Ganter.Ja wo kämen wir da hin, wenn wir so jemanden aus dem Berufsleben herausreißen! Das weiß doch jeder, dass bei uns noch Arbeitslose bestraft werden!1!! (Der Artikel ist von 2007) (Danke, Timm)
Ratet mal, wann das "entschieden" wurde.
Kommt ihr NIE drauf!
Der Bundestag hatte das Gesetz am Donnerstagabend vergangener Woche beschlossen, wenige Minuten nach Anpfiff des EM-Halfinalspiels Deutschland-Italien. Abgeordnete waren zum Zeitpunkt der Abstimmung kaum noch anwesend
Update: Es gibt ein Video der Abstimmung! Unbedingt gucken!!
Update: Um mal meinen Freund Erdgeist zu zitieren: Der Gerechtigkeit halber muss man einräumen, dass die Abgeordneten die klare Mehrheit der Bevölkerung hinter sich wussten, daher war das schon in Ordnung, da nicht lange herumzudiskutieren.
Demnach ging allein bei den Zoll- und Finanzbehörden in den Jahren 2005 bis 2011 das Gros der jährlichen Ausgaben für Ermittlungen an Digitask.Alleine 2008 haben sie 2,8 von 3 Millionen Euro Budget gekriegt.
Die Spezial-Software "Löschung von Kernbereichsdaten" ließ sich Digitask mit 110.670 Euro bezahlen, immerhin nicht auf Mietbasis.Und die Behörden haben das bezahlt! Unglaublich! Sind halt nicht ihre Moneten, die sie da verplempern, sondern die des Steuerzahlers.
Die erste spannende Einsicht für mich war, dass Verlage wie Axel Springer nur zu 50% ihre Einnahmen aus dem Werbegeschäft beziehen. Ich hätte den Anteil für deutlich höher gehalten. Damit kann ich den Druck in Richtung Paywall deutlich besser nachvollziehen. Allerdings habe ich versucht, hier Gegenargumente zu platzieren, und auch eine Kulturflatrate ins Gespräch gebracht, die Döpfner nicht rundheraus ablehnte (nach einem initialen Missverständnis, dass auch bei der Verteilung jeder Verlag nur eine feste Summe kriegt).
Als wir dann zum Leistungsschutzrecht kamen, und Google News (von der Presse gerne als "der Grund für das Leistungsschutzrecht" positioniert) mit einem nichtkommerziellen Blog verglichen, weil die ja keine Werbung einblenden bei Google News, da haben wir dann die relativ spannende Aussage gekriegt, dass Google News auch unter das normale Zitierrecht fällt und nicht betroffen wäre vom Leistungsschutzrecht, solange sie auch weiterhin keine Werbung einblenden.
Ich habe dann noch ins Gesicht die Zusage bekommen, dass ich mein Blog weiterhin so machen kann wie bisher und nicht unter das Leistungsschutzrecht fiele :-)
Eine wichtige Frage beim Leistungsschutzrecht ist ja auch, was eigentlich ein Blog zu einem kommerziellen Angebot macht. Wenn ich ein Banner schalte, bin ich dann kommerziell? An der Antwort merkt man, dass die Sache auch aus Springer-Sicht nicht so gänzlich klar ist, denn ich bekam zwei Antworten. Erst hieß es, dass das mit Werbung kommerziell sei, dann aber, dass es ja beim Leistungsschutzrecht gar nicht um die Blogger ginge, die da ein-zwei Bannerchen hätten. Hier lese ich zwischen den Zeilen Zustimmung dafür, dass der Referentenentwurf in der jetzigen Form nicht akzeptabel ist.
Viel Spaß beim Hören!
PS: Das läuft diesmal nicht über unser altes CDN, es sollte also genug Bandbreite für alle da sein.
PPS: Frank hat auch was gebloggt.
Update: Einen lustigen Verplapperer möchte ich noch aufzeigen, der mir beim Schneiden erst auffiel:
Weil, wenn ein Anzeigenkunde lernt, daß er mit einer kleinen Incentive-Reise wohlmeinende Berichterstattung billiger erkaufen kann, als mit einer Anzeige, dann wird er lieber Redakteure bestechen, als Anzeigen zu schalten.
Ein bisschen böswillig kann man das so lesen, als ob man doch mit Anzeigen wohlmeinende Berichterstattung kaufen kann :-)
Update: Weil Einzelne sich ungehalten darüber zeigen, dass wir Springer-PR nicht rausgeschnitten oder unterbrochen haben: Leute, mehr Medienkompetenz bitte! Unsere Aufgabe ist nicht, eine Agenda für oder gegen den Gast zu fahren, sondern ihm genug Zeit zu geben, seine Position zu vertreten. Gelegentlich noch ein paar Stichwörter reinreichen und möglicherweise Fallen stellen, damit er Dinge sagt, die er so nicht gemeint hat, that's it. Im Übrigen: was habt ihr denn erwartet, dass der Springer-Chef da die "Bild" basht?! Wenn unser Gast sein Interview nicht nutzt, um das zu sagen, was ihr gerne gehört hättet, dann ist das auch ein wertvoller Beitrag zu eurer Meinungsbildung.
Update: Das war keine klare Entscheidung.
But Chief Justice John G. Roberts Jr. joined the court’s four liberal justices – Ruth Bader Ginsburg, Sonia Sotomayor, Stephen G. Breyer and Elena Kagan – in voting to uphold the mandate, ruling that a penalty for refusing to buy health insurance amounts to a tax.
Die ganzen anderen Richter, die von republikanischen Präsidenten berufen wurden, haben Parteilinie gefahren.
Ich finde das keine schlechte Idee.
Aber nicht nur die Bundesregierung verkackt alles menschenmögliche, es gibt auch Neuigkeiten vom neuen Berliner Großflughafen. Da ist jetzt endlich bekannt geworden, was da das Brandschutzproblem ist. Die Kabeltrassen für die Kabel des Brandschutzsystems waren nicht ausgelegt auf die Last durch die Kabel des Brandschutzsystems. JA WORAUF WAREN DIE DENN SONST AUSGELEGT?! Aus Kostengründen haben die Planer statt Koks nur Nordhäuser Doppelkorn gekriegt oder wie? Unfassbar!
Aber wartet, geht NOCH schlimmer: In den Maschinenräumen der fünf neuen Bundeswehrfregatten bildet sich Formaldehyd.
Demnach müssten die Marinesoldaten ständig Atemschutzmasken tragen.Was zur HÖLLE!?!?
Ob sich Rom damals auch so angefühlt hat während des Untergangs?
Update: Falls sich jemand nicht erinnert: siehe hier.
Also, der Krings meint dann zu Mashups, dass er noch nie ein wichtiges Werk gelesen hat, das kollaborativ entstanden sei. Am Ende seien alle Werke von einem mächtigen Schöpfer, keine Kollaboration, alles andere sei bloß Gerede.
Meint der Spitz ganz trocken: die Bibel.
Das Publikum grunzte vergnügt, und der Krings ließ sich voll aus dem Konzept bringen und polterte dann rum, darüber mache man keine Witze, das sei nicht lustig, er fordere mehr Respekt ein und so weiter. Der fühlte sich durch diese Gotteslästerung in seiner Christenehre gepackt! Ein Schenkelklopfer :-)
Ich bin ja vor allem schockiert, dass der Krings keine Kollaborationen gelesen hat. Der trägt immerhin einen Doktortitel, und die meisten (wenn nicht alle) wissenschaftlichen Publikationen sind Kollaborationen. Vielleicht sollte sich mal jemand die Doktorarbeit von dem Krings vornehmen, wenn er selber angibt, nie erwähnenswerte kollaborative Werke gelesen zu haben.
Das ist der erste große Breitband-Internet-Anbieter, der so offen die Netzneutralität verletzt. Insofern ist der Beißreflex jetzt natürlich, da voll gegenzukloppen. Ich bin da Kunde und daher "Betroffener".
Leider ist die Sache nicht so einfach, wer da jetzt der Gute ist. Ich will mal ein paar Details auflisten. Erstens drosselt KDG schon immer. Ich habe auf dem Papier 32 MBit Downstream. Tagsüber habe ich um die 2 MB/sec Downloadrate, nachts um die 4 MB/sec. Ich finde auch 2 MB/sec in Ordnung, bei der Telekom hab ich in Stoßzeiten noch deutlich weniger als die Hälfte der Bandbreite gesehen.
Zweitens ruckelt Youtube bei KDG nicht. Das war für mich eine völlig neue Erfahrung. Da war bei der Telekom nicht dran zu denken. Das ging gar nicht. Wenn das Shaping der Preis dafür ist, dass Dienste wie Youtube nicht ruckeln, bin ich das zu zahlen bereit.
Ich habe mich vorhin mit ein paar Kumpels darüber unterhalten. Da kamen dann ein paar Argumente, die ich spannend finde. Erstens: Das ist ein Shared Medium, da muss man shapen. Zweitens: sollen sie doch shapen, aber dann sollen sie auch ungeshaped Internet anbieten.
Ich finde beide Argumente falsch. Erstens weil alle Internetzugangstechnologien ein Shared Medium sind. Auch DSL wird massiv überbucht. Mir als Kunde ist das wurscht, ob die Daten nicht bei mir ankommen, weil das letzte oder das vorletzte Stück Leitung überlastet ist. Das Argument "aber das ist ein shared medium" kann ich nicht gelten lassen.
Das Argument "aber dann sollen sie bitte auch ungeshaped anbieten" klingt sinnvoll. Aber mal auf den Tisch mit den Fakten. Wenn man in großen Kontingenten Traffic einkauft, kommt man für 100 MBit nicht auf 30 Euro pro Monat, eher so 150, mit Kosten für die Infrastruktur und Wartung des Providers sagen wir mal 200. Gut, sagt jetzt vielleicht der eine oder andere, das wäre ich zu zahlen bereit. Aber wäre nicht das erst die eigentliche Netzneutralitätsverletzung? Der Grund, warum wir Netzneutralität haben wollen, ist doch gerade weil wir so ein zweigleisiges Modell vermeiden wollen, bei dem die Reichen gutes Internet haben und beim Rest ruckelt Youtube. Insofern finde ich das akzeptabler, wenn es kein Premium-Angebot ohne Ruckeln gibt, denn auf der feinen Linie zwischen Qualitätsmaximierung und Profitmaximierung nimmt das Premiumangebot allen Zweifel, dass es um Letzteres geht.
Ich finde die Netzneutralitätsdebatte im Übrigen generell ziemlich verlogen. Erstens ist Traffic Shaping gut und wird von fast allen gemacht, ob sie es wissen oder nicht. Eure Plasterouter priorisieren wahrscheinlich Voip vor Downloads, wenn sie nicht noch aus dem letzten Jahrtausend sind. Und das will man ja auch so haben, weil Internet anders völlig unerträglich ist. Und dieses "aber aber dann müssen die ja DPI machen und DPI ist böse!1!!" ist auch verlogen, denn man kann das natürlich auch ohne DPI machen, indem man ein paar gute Ports whitelistet und den Rest shaped. Dann funktioniert es aber weniger gut und das ist am Ende im Sinne von niemandem, weder dem Kunden noch dem Provider. Wir als Kunden wollen, dass das Internet nicht ruckelt, und der Weg dahin heißt Traffic Shaping und QOS. Das kann man nicht einfach verbieten und gut ist.
Die einzige andere Möglichkeit ist, wenn man den Providern gesetzlich vorschreibt, dass sie die Bandbreite nicht überverkaufen dürfen. Könnte man drüber reden, aber überlegt euch mal, wie die Welt dann aussieht. Dann haben wir wieder 1 MBit Internetanbindungen. Und um Anfeindungen wegen Netzneutralitätsverletzung aus dem Wege zu gehen würden die Provider dann immer noch shapen, aber halt in die andere Richtung — keiner darf dann mehr gutes Internet kriegen, wenn Kapazitäten frei sind, sondern dann muss das auch für den einzigen aktiven Teilnehmer schmerzen und ruckeln.
Fakt ist: 32 MBit Internet zuhause ist nicht real. Das geht nur, wenn man mehr Bandbreite verkauft als man hat. Und das ist ja nicht nur bei Internet üblich, sondern auch bei Flugzeugen und der Bahn. Und wenn dann mehr Leute zugfahren als Sitzplätze da sind, dann müssen die eben stehen, und beim Flugzeug können die dann halt nicht mitfliegen und die Fluglinie hat ein Problem und muss Gutscheine verteilen. Auch unsere Straßen und das Telefonnetz sind nicht darauf ausgelegt, dass sie alle zur gleichen Zeit benutzen. Denen verbietet das ja auch keiner. Von Banken mal ganz zu schweigen, die verleihen ja auch mehr Geld als sie Einlagen haben.
Ich glaube daher, Netzneutralität ist die falsche Baustelle. Das wirkliche Problem ist, wenn Provider ihre Netze nicht ausbauen. Da kann man aus meiner Sicht Kabel Deutschland gerade vergleichsweise wenig Vorwürfe machen. Mein Vorschlag wäre daher, nicht die Netzneutralität festzuschreiben, sondern andersherum:
Ich persönlich finde auch das Shaping tagsüber auf die Hälfte im Grunde auch akzeptabel. Das ist der Preis, den ich dafür zahle, dass ich für 30 Euro dickes Internet kriege. Aber man kann auch das Gegenteil argumentieren: Sollen sie lieber mehr Bandbreite ranschaffen und die Kosten auf die Kunden umlegen. Wem das zu teuer ist, der kann ja zum alten Preis das halbe Internet nehmen. Was wir eigentlich erreichen wollen ist ja, dass die Leute sich grob auf die Bandbreitenangaben ihres Providers verlassen können.
Update: Das sollte jetzt kein Manifest zur Netzneutralität werden, sondern nur ein paar Details zum Shaping ansprechen. Die eigentliche Netzneutralitätsverletzung kommt, wenn Rapidshare zu KDG geht und fragt, wieviel Geld sie auf den Tisch legen müssen, damit sie höher als Mediafire priorisiert werden, und KDG dann eine Zahl sagt. Auf der anderen Seite würde niemand was sagen, wenn Rapidshare bei KDG im Rechenzentrum Platz anmietet und dort ihre Server hinstellt. So einfach ist die Situation eben nicht, dass man das mal eben übers Knie brechen kann.
Dann kommt hier noch der Einwand, dass Netzneutralität nicht um Shaping nach Trafficsünderei geht sondern um Diskriminierung von Diensten. Wer Lesen kann ist klar im Vorteil:
Die neue Regelung soll neben Peer-to-Peer Netzwerken unter anderem auch One Click Hoster betreffen.
This, he said, was perfectly all right, and no different than the way some of the largest institutions in global finance operated, from the Russian pension fund to the U.S. Federal Reserve."What is money?" he wrote. "Nothing! Nihil. A phantom. … It is backed by nothing at all and printed by the masters in any quantity, at will.”
Recht hat er, natürlich :-) Die globale Finanzindustrie ist ja auch bloß ein Schneeballsystem. Wobei ich das mit dem Gelddrucken für nicht geschickt halte, ich hätte an seiner Stelle versucht, auf das physische Geld abzuheben, und gesagt, dass die Bank ja auch nur das auszahlen kann, was vorher jemand anderes eingezahlt hat. Da kriegt man mehr Update: Es sei der Hinweis erlaubt, dass die Gleisbaukosten vom Staat getragen wurden, nicht von der Bahn. Daher kann die Bahn jetzt auch nicht für die Gleiskosten Geld verlangen, nur für den Unterhalt. Ich vermute, die werden sich gedacht haben, wenn man schon ungerechtfertigt Geld verlangt, dann ist jetzt der richtige Moment, denn viele Menschen werden das nicht mitgekriegt haben, dass sie die Gleise schon mit ihren Steuern bezahlt haben.
Wie dem auch sei, für alle diese Fälle habe ich für euch eine gute Gelegenheit: Heldenhaft hat sich Markus Kompa in die Bresche geworfen und eine Klage eines "Krebsarztes" eingefangen, der selbstverständlich vor dem LG Hamburg klagt, wo auch sonst. Es geht um einen Youtube-Link, den Kompa gesetzt hat, und das Video ist eine ZDF-Dokumentar-Produktion, deren Inhalt der "Krebsarzt" anficht. Dafür soll jetzt Kompa in Anspruch genommen werden. Es geht also mal wieder um Linkhaftung, und das LG Hamburg hat (wie zu befürchten stand) vorläufig zu Gunsten des "Krebsarztes" entschieden. Jetzt sammelt Kompa Geld für die nächsten Instanzen.
Aus meiner Sicht ist das das perfekte Gerichtsverfahren, um diesen Scheiß mal durchzukämpfen. Erstens handelt es sich nicht um "Kinderporno" oder "Raubkopien", d.h. man kann das mal halbwegs unbelastet von den üblichen Vorurteilen in der Presse besprechen. Zweitens ist Kompa Medienanwalt und kennt sich mit der Materie aus. Er wird also die ganzen dummen Fehler, die "Normalbürger" bei sowas machen, und die im Fortgang des Verfahrens Nachteile mit sich bringen, vermieden haben. Drittens würdet ihr mal was gutes mit eurem Geld tun :-) Der Verteidiger von Kompa soll übrigens der Herr Stadler werden, der ebenfalls ein beliebtes Blog betreibt. Wir können hier also mit Fug und Recht von "das Internet gegen das LG Hamburg" reden. Ich bin mir sicher, wenn es sich um eine Strafsache handeln würde, wäre auch Herr Vetter noch mit an Bord :-)
Garantieren kann das zwar niemand, aber wenn das Verfahren gewonnen wird, dann zahlt die Gegenseite alle Instanzen. Stellt sich also die Frage, was mit dem Geld in dem Fall passieren soll. Kompa bietet eine Rücküberweisung an, schlägt aber die Einrichtung eines Freiheits-Verteidigungsfonds ein. Ich halte das für eine gute Idee. Lasst uns da mal eine Debatte starten. So wie bisher geht das jedenfalls nicht weiter mit dem LG Hamburg.
In fact in the case of France much of the local debt was inherited from the central Government, which “delegated” the debt to localities where national funds were spent, effectively reducing the national debt headline figure. French finance Minister during this process was Christine Lagarde, now head of the IMF.Das ist natürlich auch eine tolle Methode, um die Stabilitätskriterien der Eurozone "einzuhalten"…
Es ging um den Personalausweis, und die Fragen zielten darauf ab, dass den ja keiner verwendet, weil der zu unsicher sei, und wie man den sicherer machen könnte. Die Frage ist an sich schon falsch gestellt. Aber seht selbst.
Hier sind die paraphrasierten Fragen und Antworten.
[Der erste Teil beantwortete keine Frage sondern richtet sich an die Einleitung, in der es heißt, ich als Blogger und CCC-Mitglied hätte die hohen Sicherheitsrisiken bemängelt]Kein Mensch interessiert sich für die Sicherheitsrisiken.
Im Gegenteil, gerade WEIL die Leute annehmen, dass die das mit der Sicherheit schon hinkriegen könnten, will das keiner haben. Der Staat hat wieder und wieder gezeigt, dass er jede denkbare Datenbank über uns führen will. Unsere Telefonate will er überwachen, unsere Emails mitlesen, unsere Nummernschilder scannen, unsere Bankdaten mitschneiden, die Datensammelwut der Behörden ist unersättlich. Bei Facebook und co sieht das ähnlich aus. Im Moment könnte man im Zweifelsfall noch sagen: Das war ich nicht, ich wurde gehackt, ein Virus hat meinen Rechner befallen, das war ein Datenbankfehler, das muss ein Algorithmus danebengegriffen haben. Diese Restunsicherheit erlaubt es Menschen, im Internet auch mal verwerfliche Dinge zu tun, Pornographie anzugucken, anonym zu lästern; kurz: Zu leben.
Niemand will sich daher im Internet mit seinem Personalausweis anmelden. Soweit kommt es noch, dass meine Surfgewohnheiten und Online-Einkäufe in irgendwelchen staatlichen Datenbanken landen, und ich die Authentizität auch noch mit meinem Personalausweis bestätigt habe! Und dann bewirbt man sich Jahre später bei er Polizei und wird nicht genommen, weil man sich vor Jahren mal mit dem Personalausweis bei Indymedia angemeldet hat.
Im Moment, wenn Sie sich wo online anmelden, und Ihren Namen eingeben, dann entsteht auf der anderen Seite ein Datensatz. Der ist je nach Füllstand Geld wert. Je zuverlässiger die Daten sind, desto mehr Geld ist der wert. Der Datensatz verdoppelt sich im Wert, wenn Sie den auch noch mit Ihrem Personalausweis bestätigt haben. Wieso würde irgendjemand dann nicht von Ihnen fordern, dass Sie sich mit dem Personalausweis anmelden? Das wäre wie Geld Verschenken! Und damit ist auch klar, dass Ihr gesamtes Surfverhalten nicht nur aufgezeichnet wird (das wird es auch jetzt schon), sondern dass da dann nicht nur dransteht, welcher Haushalt das war, sondern Ihr Name.
[Hat sich in den knapp zwei Jahren seit Einführung etwas getan, ist der Perso jetzt sicherer als vorher?]
Der Ausweis wird auf der einen Seite immer unsicher bleiben, und auf der anderen Seite ist er jetzt schon viel zu sicher. Bisher kann ein Hacker, der auf einem PC einbricht, die Kreditkartendaten stehlen. Das passiert auch alle Nase lang. Das Opfer zeigt den Diebstahl dann an und lässt die Abbuchungen rückgängig machen. Versuchen Sie das mal, wenn ein Hacker in Ihrem Namen mit Ihrem Personalausweis im Internet einen Vertrag unterschreibt!
Daher benutzt so gut wie niemand den Personalausweis online. Und das ist auch gut so.
[Wie könnten solche Verbesserungen aussehen?]
Gar nicht. Die Idee, dass man einen sicheren Ausweis im Internet haben will, ist an sich schon falsch.
[Wie kann man die Online-Funktion sicherer machen und kann sie überhaupt absolut sicher gemacht werden?]
Man kann immer noch mehr Gängeleien einbauen. Fingerabdrücke messen, Stimmmuster erkennen, mit der Kamera den Gang filmen und einen 3d-Kopfabdruck machen. Der Erfolg von allen solchen Maßnahmen ist nur, dass ich als Bürger noch mehr meiner Daten in staatliche Datenbanken wandern sehe, über die ich keinerlei Kontrolle habe. Sicherer wird dadurch gar nichts. Sicher ist lediglich, dass meine Daten irgendwann wegkommen werden.
[Was passiert, wenn eine Identität "gestohlen" wird?]
Das selbe wie im Moment. Nur dass Ihnen dann keiner mehr glauben wird, dass Sie das nicht selber waren. Weil alle technischen Maßnahmen immer nur zu einer Beweislastumkehr zu Lasten der Opfer führen.
[Hinterlässt des Spuren die zurückverfolgt werden können?]
Man kann immer Dinge zurückverfolgen, aber die Spuren könnten genau so von Ihnen gelegt worden sein. Je mehr "Sicherheit" wir uns vom Staat vorschreiben lassen, desto weniger glaubwürdig sind im Zweifelsfall dann solche digitalen Spuren, die uns entlastet hätten. Denn die sind im Gegensatz zu dem Personalausweis nicht digital signiert.
[Wie kann der Nutzer sehen, dass seine Daten gestohlen wurden?]
Fragen Sie sich doch mal selbst, wie viel Sie davon mitgekriegt haben, dass Ihre Bankdaten an die Amerikaner weitergegeben werden. Oder was Facebook alles an Daten über Sie gesammelt hat. Oder Google. Kriegen Sie mit, was die Schufa über Sie an Daten hat? Dort steht Ihnen sogar eine Auskunft zu. Haben Sie das mal gemacht?
So ist das mit Daten. Man kriegt das nicht mit. Der einzige Schutz ist, die Daten gar nicht erst anfallen zu lassen.
Deshalb benutzt auch instinktiv niemand den Personalausweis online. Und das ist auch gut so.
However, despite two password changes and server suspension, the hacker is still in the session. I asked Rackspace to terminate his session but it seems that they don't know how to do it.Na SUPER!- The hacker recreated the server using our database backup, and possibly got the database successfully.HAHAHAHAHA, also DAS setzt ja mal echt Maßstäbe!Zusammenfassung: Verkackt im Industriemaßstab. (Danke, nibbler)
Nein, es ist kein anständiges Pony-CSS entstanden. Das eine, das da rumkursiert, sieht ja wohl völlig unakzeptabel aus. Viel zu wenig Flausch und Glitter, und das Layout ist auch voll für den Fuß. Wenn man da runterscrollt, kriegt man nur noch ein Wort pro Zeile. Das geht so nicht. Ich hätte das ja ohne mit der Wimper zu zucken verlinkt, aber tut mir leid, ich habe hier Mindeststandards. Also kommt, wenn ihr mich schon trollen wollt, dann habt bitte auch ein bisschen Ehrgefühl und legt Qualitätsstandards an eure Arbeit an. Das geht ja mal GAR nicht.
Übrigens gab es heute ein Chaosradio zu Ponies mit Tina und Henryk (und Dr Monoxyd *brohoof*)
Bei den Linken muss es gerade eine große Panik geben, wenn die nicht völlig erblindet sind. Die haben immer Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit versprochen, und dann haben sie so wenig hingekriegt, dass soziale Gerechtigkeit jetzt der Nummer-1-Wahlgrund für die Piraten ist. Die Linken haben aus meiner Sicht abgewirtschaftet, die hatten ihre Chance, waren in Berlin an der Regierung, hatten da auch echt viele Stimmen hinter sich, und haben dann weitergemacht als wären sie noch in der Opposition. Akzente setzen, coole Aktionen machen, mal ab und zu was Gutes tun? Fehlanzeige. Die Linken hatten ihre Chance und haben sie verkackt.
U.a. weil die CDU das gefahren hat, was die SPD jetzt mit den Piraten macht: Empörung, "mit euch spielen wir nicht", und damit den SPD-Wählern gezeigt: wenn ihr uns wirklich ärgern wollt, müsst ihr die Linken wählen, nicht die SPD, woraufhin eine entsprechende Wählerwanderung einsetzte. Der Bundes-CDU hat das die Mehrheit gesichert, und die SPD wählt lieber die große Koalition als sich mit Grünen und Linken herumzuschlagen.
Die Grünen haben glaube ich noch nicht verstanden, wie schlimm ihre Lage ist. Die haben den ersten Angriffskrieg der Bundesrepublik zu verantworten, die Verelendung der Massen durch Hartz IV, der Atomausstieg fand eher gegen sie als durch sie statt, und die Öko-Agenda hat sich jetzt in ausreichendem Umfang auch die CDU ins Programm geschrieben, dass niemand mehr die Grünen braucht. Den Armen ist außerdem langsam klar geworden, dass die Grünen noch nie auf ihrer Seite standen. Die Grünen sind m.E. so gut wie tot, sie wissen es nur noch nicht. Deutschland hat schon CDU, die brauchen nicht noch eine Partei der besserverdienenden Snobs, die den anderen ihre Grundsätze aufdrängen wollen. Das hat ja auch schon die FDP lernen müssen. Im Übrigen haben die Grünen ja mit Hartz IV selber dafür gesorgt, dass sich die untere Mittelschicht keinen Öko-Krams mehr leisten kann und damit als Wähler ausfällt.
Woran erkennt ihr, ob die CDU diesen Plot fährt oder nicht? Wenn die CDU das so macht wie ich hier sage, dann werden sie jetzt maximal schädliche Netz- und Sicherheitspolitik fahren. Urheberrechte verlängern statt verkürzen, Patentharmonisierung mit USA, Kommentarhaftung für Webseitenbetreiber, Deep Packet Inspection überall, mehr Überwachung, mehr Polizei. Je mehr sinnlose Law&Order-Forderungen, desto besser. Dafür haben Linke und Grüne keine glaubwürdige Gegenstrategie, weil die den Scheiß ja schon mitgetragen haben früher, und das treibt mehr Wähler den Piraten zu, die ja aus Sicht der CDU keine ernsthafte Gefahr sind.
But Groupon has had to beat back concerns that it takes aggressive views on accounting, most prominently when last year it had to cut its reported revenue in half to satisfy questions from the Securities and Exchange Commission.Soso, "aggressive views on accounting", nee, klar, verstehe. So nennt man das heute.Aber macht euch keine Sorgen. Groupon hat zwar kein Geschäftsmodell, aber genug Kohle vom Aktienmarkt für ordentliche Bestech… äh Lobbyisten — oder hat jemand ne andere Erklärung für das hier:
Groupon's stumbles come as Congress advanced a bill, known as the Jobs Act, that would ease the regulatory burdens on fast-growing businesses.Under the act, Groupon, which has less than $1 billion revenue, would qualify as an emerging growth company, entitled to immunity from annual audits of internal accounting controls.
Bitte was?! Wenn man weniger als eine Milliarde an Umsatz macht, kriegt man Immunität von Buchprüfungen?! Was kann da schon schiefgehen!1!!The Jobs Act would loosen Groupon's duties "over exactly the type of controls that it was deficient in," said John Coffee, a law professor at Columbia University.Na SO ein Zufall!
Angesichts dieser Zahlen werden da einige Ärsche auf Grundeis gehen, für die SPD und Linken ist das ja geradezu vernichtend.
Und das nur, weil man von einzelnen Piraten gelegentlich was vom bedingungslosen Grundeinkommen hört! Oder gab es da im Saarland andere Ansagen, die ich nicht mitgekriegt habe?
Das war letzten Donnerstag. Hat das jemand von euch mitgekriegt? Ich wollte eigentlich warten, bis die PR-Kampagne der Piraten anfängt, aber die wurde offensichtlich abgesagt. Oder war nie geplant.
Susan, silent for a while, replied: “I’m not saying we should do it. I’m saying we ought to know that it’s an option. People should understand that simply exercising their rights would shake the foundations of our justice system which works only so long as we accept its terms. As you know, another brutal system of racial and social control once prevailed in this country, and it never would have ended if some people weren’t willing to risk their lives. It would be nice if reasoned argument would do, but as we’ve seen that’s just not the case. So maybe, just maybe, if we truly want to end this system, some of us will have to risk our lives.”Wow.
Lieber Fefe,Der Kampf für die Bürgerrechte ist also aus Sicht des ZDF einer Angst vor Überwachung geschuldet. Sowas wie Angst vor mutierten Schlangen im Klo, die aus der Kanalisation hochgekrochen kommen.
mein Name ist [Name] und ich bin Autorin bei der TV-Produktionsfirma [Firma].
Ich hoffe, es ist OK, wenn wir DU zueinander sagen…Ich bin durch Christopher Lang, dem Pressesprecher der Piratenpartei, auf Dich aufmerksam geworden, weil ich auf der Suche nach Jemandem bin, der sich von staatlicher Überwachung bedroht fühlt.
Im Moment befinde ich mich mitten in den Dreharbeiten für eine neue ZDFneo-Sendereihe mit dem Titel "German Angst". In dieser 6-teiligen Reportage wollen wir über die Ängste der Deutschen berichten. Welche Ängste haben wir, sind diese begründet und welchen Ursprungs sind sie? […]
Für die Sendung "Die Angst vor unfreiwilliger Überwachung" würde unser Reporter [Name] , gern ein Interview zu diesem Thema mit Dir führen möchte. In dem Gespräch soll es um die Bedrohung von unfreiwilliger (staatlicher) Überwachung gehen.
Nein, liebes ZDF, für eure Marginalisierungskampagne stehe ich nicht zur Verfügung.
"Die Höhe des Ehrensoldes beträgt derzeit 199.000 Euro p.a."
Der Hartz-IV Regelsatz für Singles und Partner in einer Bedarfsgemeinschaft: 337 Euro.
Ergo: Wulff kriegt pro Tag 1,62 Hartz-IV-Regelsätze ausgezahlt.
Also wenn DAS keine soziale Gerechtigkeit ist, dann weiß ich auch nicht.
Mit anderen Worten: Mit Wulffs [jährlichem] "Ehrensold" könnte man über 500 Hartz-IV-Opfern [für einen Monat] ihr Budget verdoppeln. (Danke, Oliver)
Update: Ach übrigens. Die Entscheidung trifft das … Bundespräsidialamt. Ratet mal, wer den Chef des Bundespräsidialamtes ernannt hat und wo der vorher gearbeitet hat. Kommt ihr NIE drauf!
Am 5. Juli 2010 wurde er von Christian Wulff zum Chef des Bundespräsidialamtes ernannt.
[…]
Er ist seit Juli 2010 Chef des Bundespräsidialamts und war zuvor Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei des Landes Niedersachsen.
Fair and Balanced!
Ja, die Piraten haben ACTA-Demos organisiert. Fragt mal eure Großeltern, wie das bei denen ankam. Hint: "die Chaoten aus dem Internet". Und dabei hat sich die Presse so bemüht, die inhaltlichen Kritikpunkte an ACTA wiederzugeben. Aber Guy Fawkes-Masken sind halt mit Anonymous identifiziert, nicht mit den Piraten.
Was ihr mal verstehen müsst: die Piraten haben gerade eine einzigartige Chance. Nur mit meinem Vorschlag, den Schramm zum Präsidenten zu machen, hat es schon eine DPA-Meldung losgetreten. Weil die eh alle Gewehr bei Fuß standen und über die Piraten berichten wollen. Die warten alle nur darauf, dass da mal was kommt, das auch genug hermacht, dass man es dem Volk in den Fernseher leiten kann. Aber von den Piraten kommt wer? Eine Ex-CDU-Schlaftablette.
Überlegt mal, was die Contentmafia oder ein Laden wie BITKOM für Kohle in die Hand nehmen müssen, um für ihre Inhalte eine DPA-Meldung loszutreten! Was die Industrie für die INSM ausgibt! Was die Bertelsmannstiftung kostet! Das kriegt ihr gerade geschenkt. Alles was ihr tun müsst: denen zum richtigen Zeitpunkt etwas schön plakatives geben, das genug Wumms hat, um für die Medien interessant zu sein.
Das öffentliche Nachdenken über eine Schramm-Nominierung wäre sowas gewesen.
Wenn man so eine Gelegenheit herbeiführen will, muss man richtig Aufwand treiben. Z.B. könnten die Piraten gezielt die GEMA herausfordern, und einen Piratensender in Bundestagsnähe betreiben, und es auf einen Rechtsstreit ankommen lassen. Das ist mit Kosten, Mühe und Risiko verbunden. Die Schramm-Geschichte wäre kostenlos gewesen.
Oder ihr könntet "gefälschte" Krebsmedikamente beschaffen, die nach ACTA verboten wären, und dann eine Aktion mit Krebskranken machen. Dann hättet ihr einen Aufhänger, mit dem man der Zielgruppe erklären kann, wieso ACTA schlecht ist.
Generell ist das Muster, aus etwas abstraktem etwas sehr konkretes zu machen, das sich zeigen lässt. Genau wie Jauch und co, die in ihren Talkshows immer einen Betroffenen haben, dessen einzige Funktion ist, das abstrakte Problem konkret zu machen.
Warum habe ich ACTA überhaupt angesprochen? Weil man bei ACTA das Problem gut sehen kann. Die Demos haben einen Impuls geschaffen, der danach Bewegung mit Masseträgheit freisetzt. Der Impuls ist notwendig, aber nicht hinreichend. Man muss auch die Bewegung lenken. Wenn man das nicht tut, kann die Regierung die Bewegung lenken und ein Hütchenspiel bringen, wie sie das jetzt auch versuchen. Erst "wir sind nicht mehr für ACTA" dann "aus formalen Gründen" und dann, ne Woche später, wenn die nächste Sau durchs Dorf getrieben wird, sind sie doch wieder für ACTA. Die anderen Regierungen sind ja genau so, die spielen jetzt alle auf Zeit. "vorübergehend ausgesetzt", "da sind noch Fragen zu klären". Wo ist jetzt die Medienpräsenz der Piraten? Wo ist der Fragenkatalog, der aus Sicht der Piraten ganz konkret zu klären ist? Und zwar Fragen, die die Oma am Kamin versteht. Krebsmedikamente z.B.
Aber hey, für die Linken gilt natürlich das selbe, was auch für die Piraten gilt: jetzt ist es zu spät. Jetzt hat die Springerpresse schon einen Konsens für Gauck herbeigeschrieben.
Wisst ihr, wann der richtige Zeitpunkt gewesen wäre? Ich weiß das zufällig noch. am 17. Februar vormittags.
Mal gucken, wie viel Versagertum die Piraten noch brauchen, bis sie kritikfähig werden. Und wieviel mehr, bis sie aus ihren Fehlern zu lernen anfangen.
Bei der Gelegenheit sei auch mal mit dem Mythos aufgeräumt, der Gauck sei Bürgerrechtler in der DDR gewesen. Der war Pfaffe, und zwar ein "dialogbereiter". Mit anderen Worten: der war so unkritisch, dass er und seine Kinder frei in den Westen reisen durften (der Artikel ist von 2010).
Wem das noch nicht reicht:
So mag der künftige Bundespräsident keine Stadtviertel mit "allzu vielen Zugewanderten und allzu wenigen Altdeutschen", will das "normale Gefühl" des Stolzes aufs deutsche Vaterland "nicht den Bekloppten" überlassen, missbilligt es, "wenn das Geschehen des deutschen Judenmordes in eine Einzigartigkeit überhöht wird", besteht darauf, dass der Kommunismus "mit ausdrücklichem Bezug auf die DDR als ebenso totalitär eingestuft werden muss wie der Nationalsozialismus", trägt es den SED-Kommunisten nach, das "Unrecht" der Vertreibung "zementiert" zu haben, indem "sie die Oder-Neiße-Grenze als neue deutsch-polnische Staatsgrenze anerkannten", und fragt – nicht ohne die Antwort zu kennen –, "ob Solidarität und Fürsorglichkeit nicht auch dazu beitragen, uns erschlaffen zu lassen".Im Übrigen fand er nichts dabei, dass der Verfassungsschutz die Linkspartei ausspioniert. Die würden das ja nicht ohne Grund tun.
Der hat die Stasi-Akten-Behörde gekriegt, weil ja jemand dafür sorgen musste, dass nur Schmutz über die Stasi-IMs rauskommt, und nicht der Schmutz über die westlichen Politiker. Da braucht es einen besonders biegsamen Wendehals zuverlässigen Antikommunisten. Jemanden wie Gauck.
Update: Zur Abrundung des Bildes sei noch dieser Rant von Diestel verlinkt. Diestel war eine Blockflöte, der Gründer der Ost-CDU, und im Kabinett von De Maiziere war er dann Innenminister. Der Rant liest sich leider zu sehr nach Vendetta, als das man das wirklich genießen könnte, aber er zitiert da aus Akten, die sonst wohl niemand gesehen hat. Die über Gauck selber. Die sind nämlich verloren gegangen in der Gauck-Behörde. Wie auch diverse andere Kompromat-Akten, die Bürgerrechtler zuvor noch gesehen hatten. Diestel hatte wohl eine Vendetta gegen Gauck, weil er das Amt eigentlich haben wollte.
Update: einen hab ich noch.
Die kurze Zeit der Unklarheit war eure Chance. Ab jetzt ist keiner mehr an eurem Kandidaten interessiert.
Ihr habt glaube ich immer noch nicht kapiert, welche Rolle ihr spielt. Welche Hebel ihr habt. Wie (und vor allem: wie schnell) ihr sie nutzen müsst. Im Gegensatz zu den Legacy-Parteien habt ihr verstanden, wie schnell man im Netz zu Konsens kommen kann, wie schnell man Aktionen lostreten kann. Ihr habt gesehen, wie andere Leute so Dinge bewegen können.
Aber ihr tut nichts davon, verhaltet euch träger als die CDU.
Ich hoffe, das ist euch jetzt wenigstens ordentlich unangenehm.
Ihr Verlierer.
PS: Spart euch bitte eure Ausflüchte und euer "der Fefe hat die Realitäten in einer Partei nicht verstanden"-Gefasel. Nicht um meinetwillen, ich kann das prima ignorieren. Aber in 20 Jahren, wenn eure Kinder euch fragen, wieso ihr damals eigentlich so großflächig verkackt habt, und sie euch eure peinlichen Tweets von damals zeigen. Dann werdet ihr mir dankbar sein, wenn ihr euch das jetzt verkneift.
[Ein besonders peinlicher Knaller war der eine Typ, der mir erklären wollte, ich soll mal nicht so rumnörgeln, die Piraten hätten ja 30 Tage für die Ernennung eines Kandidaten. Ich hatte nicht genug Hände für eine angemessene Fazialpalmierung]
Update: Si tacuisses, philosophus mansisses.
Liebe Piraten, es geht hier nicht um Schramm oder das Amt oder wer es tatsächlich kriegt. Es spielt keine Rolle, ob Schramm schon ja gesagt hat oder sich Bedenkzeit erbeten hat. Es gab da eine kurze Chance, die Diskussion zu lenken. Die CDU hat eine Latenz von zwei Tagen. So lange hattet ihr Zeit, die allgemeine Verwirrung zu nutzen, um die Debatte zu lenken und euch wichtige Punkte anzubringen. Ob Schramm will oder nicht spielt keine Rolle, der wird eh nicht gewählt, wenn ihr den vorschlagt. Und es hätte sogar nicht mal ein richtiger Vorschlag sein müssen. Es hätte völlig gereicht, wenn jemand wichtiges bei den Piraten der Presse gesagt hätte: "Also ich würde mir ja den Georg Schramm auf dem Posten wünschen; ein entsprechender Antrag im Liquid Feedback läuft, und wir haben bei ihm angefragt." Oder besser noch: "Wir im Vorstand" statt "ich".
Update: Ach Quack, ich nehme das zurück. Sie hätten es nicht der Presse sagen müssen. Ein Tweet hätte gereicht. Aber all das Gefasel von "aufgewachsen mit sozialen Netzen", "im Twitter sozialisiert", das ist ja alles Blödsinn. Tatsächlich benutzt ihr Twitter nur zum sinnlosen Rumfurzen, nicht zum Kommunizieren. Könnte man auch morgen zumachen und keine Facette eurer politischen Arbeit wäre eingeschränkt.
Da sind wir die moralisch gefestigten Gutmenschen, wir sind empört über so eine Menschenverachtung. Aber unser eigenes Verhalten gegenüber den Griechen, was ja deutlich übler war als nur eine Webseite, wo man sich beschweren kann, das war ja eine richtige Pressekampagne bei uns über die stinkend faulen und kriminellen Griechen mit ihrem Lebensstil der Steuerhinterziehung (als ob das bei unseren Reichen anders wäre!), DAS ist natürlich was GANZ anderes als wenn der Wilders eine Hetzwebseite aufmacht!1!!
Ich bin angeekelt, dass die mit diesem Mist durchkommen. Dass sich die Leute jetzt ernsthaft über Wilders aufregen können, während wir ein ganzes Land so verunglimpft haben, dass es zu Meldungen wie dieser kommen kann. Wir haben die Griechen aufgenommen, obwohl wir wussten, dass sie ihre Bücher frisiert haben. Wenn jemand Schuld ist, dann wir.
Diese Kapitulation hat sich in den letzten Jahren konzeptionell bedrohlich verschlimmert, weil die Hersteller inzwischen dazu übergeben, von dem eh überforderten Bug-Fix-Team Budget abzuziehen und damit Mitigations zu bauen. Sandboxing ist ein Trend, den man gerade bei allen möglichen Browsern sehen kann. Ausgehend von Mobiltelefonen sind jetzt auch schon die regulären Betriebssysteme zusehends Sandbox-Umgebungen für die Anwendungen.
Ich halte das alles für Snake Oil, schlimmer noch, für aktiv sicherheitsreduzierend. Denn mit dem Geld, mit dem hier sinnlose Techniken eingeführt werden, hätte man wunderbar Bugs fixen oder gar den Entwicklungsprozess verbessern können.
Der aktuelle Höhepunkt in diesem Kasperletheater ist der Security-Chef von Adobe (Der Brüller! Adobe hat tatsächlich einen Security-Chef!)
Der hat sich tatsächlich hingestellt (auf einer Kaspersky-Konferenz, das passt auch mal wieder wie Arsch auf Eimer) und dem staunenden Publikum erklärt, dass es Adobe ja gar nicht darum geht, die Bugs zu fixen. Stattdessen sei das Ziel, das Ausnutzen der Bugs teurer zu machen. Und aus diesem Gesichtspunkt verurteilte er die Forscher, die es wagen, Papiere darüber zu veröffentlichen, wie man die sinnlosen Mitigations umgeht.
Kommt jemandem diese Argumentation bekannt vor? Genau so hat die Contentmafia es damals angestellt, dass das Umgehen von (egal wie lächerlich schwachen) Kopierschutz-Vorrichtungen unter Strafe zu stellen.
Wir als Kunden müssen uns gegen diese Leute zur Wehr setzen. Kauft keine Produkte von Firmen, die lieber in Mitigations als in ordentliche Entwickler-Schulungen und Qualitätssicherung investieren.
Falls die grotesken Aussagen von diesem Adobe-Clown demnächst aus dem Internet verschwinden, zitiere ich sie hier mal in Gänze:
“My goal isn’t to find and fix every security bug,” Arkin argued. ”I’d like to drive up the cost of writing exploits. But when researchers go public with techniques and tools to defeat mitigations, they lower that cost.”At Adobe, Arkin’s security teams have been working overtime to stem the flow of zero-day attacks against two of its most widely deployed products — Adobe Reader and Adobe Flash Player — and he made the point that too much attention is being paid these days to responding to vulnerability reports instead of focusing on blocking live exploits.
“We may fix one vulnerability that has a security characteristic but when we change that code, we are creating a path to other vulnerabilities that may cause bigger problems in the future,” he said.
Eigentlich könnte man den ganzen Artikel zitieren. Un-glaub-lich. Der weint da ernsthaft herum, dass Adobe ja soooo viele Bugs gemeldet kriegt, dass sie mit ihren Fixes mehr kaputtmachen als sie reparieren. Plötzlich geht Drucken nicht mehr und so. Das ist eine Selbstanklage von geradezu biblischen Dimensionen. Und der Höhepunkt des Unverständnisses:“We have patched hundreds of CVEs [individual vulnerabilities] over the last year. But, very, very few exploits have been written against those vulnerabilities. Over the past 24 months, we’ve seen about two dozen actual exploits,” Arkin said, making the argument that software vendors are not wisely using their security response resources.Hey, Arkin, DAS IST DER GRUND, WIESO MAN BUGS FIXT. Damit es nicht zu Exploits kommt! Wie konnte denn bitte diese Gestalt jemals Security-Chef werden?!Höhepunkt seiner Selbstzerfleischung ist die folgende Aussage:
Finding a bug is pretty straightforwardAha, soso, es ist also einfach, in Adobe-Software Bugs zu finden? Wieso tut ihr da nicht was gegen?
Das Gerichtsverfahren wird also für diverse Leute sehr spannend. (Danke, Eike)
Aber nicht abstoßend genug, dass man da nicht noch was draus machen könnte. Daher hat Microsoft eine ganzseitige Anzeige in der News York Times geschaltet. Tenor: wenn euch das nervt, wie Google eure Daten korrelliert, dann benutzt doch Hotmail, Bing, Office 365 und den Internet Explorer! :-)
Google hat ihr Logo zensiert und linkt hierauf. Die englische Wikipedia hat auch zugemacht. SOPA ist ja schon zu den Akten gelegt, aber das würde ich mal als Nebelkerze werten. Seit Schäuble diese unsägliche Testballonstrategie eingeführt hat, machen die ganzen Repressionsregimes auf der ganzen Welt das so. Kommen mit immer unerträglicheren Knebelgesetzen, und wenn es zu viel Widerstand gibt, dann wird es "auf Eis gelegt" und nächsten Monat unter anderem Namen nochmal versucht, und wenn das auch nicht klappt, dann macht man es halt über die EU oder irgendein internationales Abkommen.
Update: Die Reaktionen auf den Wikipedia-Blackout sind durchaus unterhaltsam.
Update: Oh da sind ja richtig viele Sites zensiert heute. Auch fark, reddit, imgur, die mozilla foundation, techcrunch, boingboing, wordpress.com, und sehr schön finde ich auch den Ansatz von xda-developers, die da Protest-Unterschriften sammeln und nach 50000 wieder online gehen wollen. 41k haben sie schon. EFF und die FSF sind natürlich auch am Start.
Twitter macht zwar nicht mit, aber das trending topic ist gerade #IfTheyShutDownTwitter. Die Bevölkerung hat das also schon mitgekriegt.
[…] qualifiziert das OLG Abmahnungen der Kanzlei Rasch als "völlig unbrauchbare anwaltliche Dienstleistung". Zudem verschob es in der Entscheidung vom 14.11.2011 die Beweislast zugunsten der Abgemahnten (Az.: I-20 W 132/11).Also für so eine Ohrfeige müssen die ja schon wirklich tief ins Klo gegriffen haben mit ihrer Abmahnung. Oder vielleicht ist auch mal die Tochter des Richters von denen abgemahnt worden oder so, wer weiß :-)
Na herzlichen Glückwunsch, Herr Ziercke. So tief ist noch keine andere deutsche Behörde gefallen, dass man aus Angst, sich einen Trojaner zu holen, lieber eine bestehende Botnet-Infektion in Kauf nimmt, als auf eine Seite von euch zu klicken.
Können wir jetzt endlich diesen Ziercke und seine Mannen rausschmeißen, bitte? Was steht dem eigentlich in den letzten Jahren im Wege? Der Mann ist doch eine Katastrophe von geradezu biblischen Ausmaßen! Was muß der noch verkacken, damit er endlich rausfliegt?
Und dass dem BSI auch schon keiner mehr traut, das haben die ja schon länger mal verdient. Nicht wegen ihrer Arbeit, sondern weil das eine BND-Ausgliederung ist und vorher deren "Abteilung für Chiffrierwesen" war. Das war schon immer nicht nachvollziehbar, dass ausgerechnet die anderer-Leute-Krypto-Entschlüsseln-Leute plötzlich für die Gute Sache zuständig sein sollten. Da hätte man auch gleich einen Knasti zum BKA-Chef machen können. Wobei das vermutlich auch nicht schlimmer geworden wäre als dieser unsägliche Ziercke und seine Kinderporno-Roadshow. Sein klandestiner Stil ist schon immer einer Polizeibehörde unwürdig gewesen, und jetzt kriegt er die Rechnung dafür.
Nun, das hat auch der Diekmann gehört und sich gewundert und eskaliert daher mal eine Runde: Diekmann bittet Wulff um Erlaubnis, die Anrufbeantworternachricht zu veröffentlichen, weil das den Wulff des Lügens überführen würde. Mal sehen, wie sehr der Wulff wirklich die Pressefreiheit für ein hohes Gut hält und ein Fan der Transparenz ist. Hier ist der Brief bei "Bild".
Update: Wulff hat noch am selben Tag abgelehnt.
Haben sie am Ende doch gemacht. Jetzt kommen dazu spannende Details heraus, und zwar soll Microsoft ein Gegenangebot gemacht haben an Mozilla, damit die Bing als Default-Suchmaschine einbauen, und das soll so hoch gewesen sein, dass Google jetzt dreimal so viel an Mozilla zahlt wie letztes Mal. Bwahahaha, also Wirtschaftskrieg will man gegen Microsoft echt nicht führen müssen, die wissen schon was sie da tun.
Für mich ist ja der bemerkenswerteste Teil daran, dass da kein Hahn nach krähen würde, wenn der Wulff sich nicht immer so aus dem Fenster gelehnt hätte, um Verfehlungen bei anderen anzukreiden und von Politikern allgemein und dem Bundespräsidenten speziell moralische Vorbildfunktion einzufordern.
Außer Wulff hat doch nie irgendjemand irgendwelche Illusionen gehegt, was für eine widerwärtige korrupte politische Klasse wir da haben. Wenn die könnten, würden sie sich gegenseitig vom Verfassungsschutz abhören lassen. Oh wartet, haben sie ja gemacht.
Oh übrigens: der Kredit jetzt, das ist der, mit dem er den anderen stinkenden Kredit abgelöst hat. Den dieser Unternehmer angeführt hat, um zu entkräften, dass seine Kredit-Konditionen so besonders vorteilhaft gewesen seien, denn immerhin hat der Wulff ja woanders noch bessere Konditionen gekriegt!1!!
Ich vergebe einen Gnadenpunkt dafür, dass die Anfragen über IPv6 reinkamen, ansonsten eine bemitleidenswert armselige Nummer.
Das Blog läuft übrigens nach wie vor auf einem "Semprom 2800+" mit 1,6 GHz und 512 MB RAM. Da kann man ja echt richtig stolz auf sich sein, wenn man die Ressourcen überwältigt kriegt.
Kann man da was machen? Nein, kann man nicht. Man kann eine Packung Snake Oil auspacken und die Requests pro IP limitieren oder Requests nach 0.5 Sekunden abbrechen oder so, aber das ist alles nur Snake Oil wie bei Virenscannern. Oder wenn man es mit echt schlechten Amateuren zu tun hat wie hier, dann kann man auch den Useragent filtern. Das Problem an sich kriegt man nicht weg.
Ich glaube ja nicht, dass der zurücktritt. Seit wann treten CDUler wegen Korruption zurück! Eher kriegt der jetzt ne Urkunde, die seine Vollmitgliedschaft bestätigt.
Mehr als zwei Drittel der Deutschen sind gegen einen Rücktritt von Christian Wulff vom Amt des Bundespräsidenten. In einem ARD-DeutschlandTrend Extra sprechen sich 70 Prozent der Bundesbürger dafür aus, dass Wulff weiter im Amt bleiben sollte.D.h. die Bürger wissen, dass der unehrlich ist, aber das steht aus ihrer Sicht seinem Amt als Bundespräsident nicht im Wege. Und der Bundespräsident ist ja der Repräsentant des Staates. Die Bürger sagen also: das ganze Land ist ein unehrlicher und korrupter Haufen von Mitessern, da passt der Wulff schon gut als Präsident.
Ooooder sie haben sich mal informiert. Und haben gesehen, dass Wulff bis ans Ende seiner Tage über 200k pro Jahr gezahlt kriegt, auch wenn er nicht mehr im Amt ist. Und haben sich überlegt, hey, wenn wir jetzt noch einen anderen unehrlichen Bundespräsidenten da hin packen, dann ist das genau so schlecht wie jetzt, aber wir zahlen doppelt so viel dafür. Dann kann der Wulff auch im Amt bleiben.
So und nun ratet mal.
Ich geb euch mal einen Tipp: die haben sich das Papier unterm Mikroskop angeschaut.
Noch ein Tipp: und dabei kleine gelbe Punkte gefunden.
Then he happened on an article about a little-known government project: The U.S. Secret Service has been working with manufacturers of color laser printers to place tiny, imperceptible yellow dots on printed pages so that the government can track the machine that produced them. Good put the puzzle under a blue-light filter and saw the dots. “It was a breakthrough moment,” he says. “The pattern of dots is practically a map for how everything comes together.”Ja und so haben sie dann das Papier rekonstruiert gekriegt. Klassisches Eigentor, liebe US-Regierung :-)
Man sieht also sehr gut, dass das nur Oppositions-Theater war. An der Regierung sind die genau die selbe Krätze wie die CDU und die FDP.
Also wenn ihr mich fragt hat der eine Strafanzeige wegen schweren Landfriedensbruches und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte verdient. Oh und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Wie kommt dieser Fiesling dazu, das arme Pferd zu gefährden, indem er seinen Kopf an die Hufe des Tieres hält?!
Update: Komisch, dabei hatten die doch dieses Jahr erst einen fetten Bailout gekriegt!
Ich für meinen Teil suche ja seit längerem nach einer schönen ARM-Bastelplattform. Auf USB-powered würde ich nicht bestehen, aber ich hätte gerne ein Mini-ITX-Board o.ä., damit es da auch ordentlich Steckplätze gibt, um daraus einen Router und ein NAS und was man sonst so braucht zu bauen. Und ich hätte gerne einen dieser kräftigeren ARMs, wie sie in Smartphones verbaut werden, und dass ich einen HDMI-Ausgang habe und damit mit mplayer H.264 1080p abspielen kann. Aber so diese Bastel-Ecke scheint keiner der Anbieter zu wollen. Android geht mir mal voll am Arsch vorbei, ich will da selber ein Linux drauftun.
Update: Weil jetzt hier Dutzende Hinweise auf Raspberry Pi und Pandaboard reinkommen: ich brauche mindestens zwei Ethernet-Ports, und mindestens einer davon muss Gigabit sein, und ich muss Sata-Platten anschließen können. Und das Teil soll dann auch bitte in der Lage sein, den Gigabit-Port zu saturieren beim File-Serven von der Platte.
Update: Jetzt kommen hier gehäuft Plug-Computer-Vorschläge rein. Man liest im Internet, dass die alle ein Hitzeproblem haben.
Der Satiriker in dem Artikel drückt es so aus:
Congress' approval rating has fallen to an abysmal 9% — to put this in perspective, herpes is now slightly more popular than Congress.
Ich hoffe die Piraten werten das jetzt nicht als Bestätigung, dass man in der Politik keine Inhalte oder Positionen braucht. Au weia. Dabei hatte die taz doch mal sowas wie einen Ruf.
Mich schauert ja bei der offensichtlichen Schlussfolgerung des Ganzen, nämlich dass die Redakteurin nicht so völlig unfähig ist wie es jetzt aussieht, sondern sich da mit der Afelia hingesetzt hat und sich stundenlang unterhalten hat, und dann am Ende einfach nichts inhaltliches aus ihr herausgekriegt hat, das sie hätte hinschreiben können, und deshalb diesen oberpeinlichen "Frau am Sonntag"-"Journalismus" abgeliefert hat.
Update: Afelia dementiert das.
Update: Ach SO ist das!
Sie erinnerte sich, dass die Polizei 1998 in Jena Uwe B., Uwe M. und Beate Z. wegen der Vorbereitung eines Sprengstoffverbrechens suchte. Die drei gehörten damals zum militant-neonazistischen "Thüringer Heimatschutz" (THZ).
Na und nun lest euch mal den Wikipedia-Artikel über deren ehemaligen Chef vor.
Am 12. Mai [2001] berichtete die „Thüringer Allgemeine” (TA), die Landesverfassungsschutzbehörde Thüringen führe den Neonazi Tino Brandt seit mehreren Jahren als Spitzel.
Mit anderen Worten: der war V-Mann. Der Verfassungsschutz hat also schonmal gelogen in dem Kontext.
Demnach haben energieintensive Unternehmen - vor allem aus der Stahlindustrie - zu viele Zertifikate kostenlos zugeteilt bekommen. Der Preis für das Recht, eine Tonne des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid (CO2) auszustoßen, ist im November erstmals unter zehn Euro gesunken.Und wer hat diese Zertifikate so gekriegt? An erster Stelle steht ThyssenKrupp, aber das hat ja Tradition, die waren ja auch früher schon kriegswichtig.
Theorien und Vorschläge nehme ich gerne per Email entgegen. Im Moment tendiere ich zu "die haben ihre LI-Software von Digitask gekauft und die spackt jetzt halt herum" :-)
Update: Bei diversen Leuten geht es offenbar problemlos.
Update: Es gibt einen Schuldigen. CACert hat offensichtlich gerade einen OCSP-Fuckup. Wenn Firefox bei denen eine OCSP-Anfrage für mein Cert stellt, kriegt er ein "403 Access Forbidden" zurück. Mit anderen Worten: Chrome macht kein OCSP. m( Man kann OCSP auch in Firefox ausschalten (security.OCSP.enabled = 0), aber an sich will man ja OCSP haben. Dieses SSL ist echt ein Haufen Sondermüll. Macht Firefox bei jedem Zugriff einen OCSP-Request oder nur einmal pro Tag? Man fragt ja ein spezifisches Zertifikat an, das hieße ja, dass CAcert ein Bewegungsprofil erstellen kann. Mann ist das alles für den Fuß.
Update: Mir mailt gerade jemand: Firefox prüft einmal pro Session, und Chrome macht doch OCSP aber macht daraus keinen Timeout sondern zeigt dann ein kleines gelbes Dreieck als Warnung an.
Vor Gericht stellte sich dann heraus, es war alles nichts als heiße Luft. Die Zeugen, Polizisten allesamt, hatten sich teilweise vertan, andere hatten das Geschehen aufgebauscht oder einseitig geschildert. Am Ende stand ein Freispruch, und den hat sogar der Staatsanwalt beantragt.Das sind die Polizisten, von denen uns die Schwarz-Geld-"Sicherheits"politiker in den letzten Wochen gebetsmühlenhaft erzählt haben, die würden sich an Recht und Gesetz halten und alle gegenteiligen Andeutungen seien nichts als üble Nachrede und haltlose Unterstellungen. Und man vergesse auch nicht, dass das BKA schon mal Beweise fälscht, wenn es ihnen in den Kram passt. Kein Wunder, dass die Rechtsaußen-CDUler immer behaupten, die Polizei sei generell vertrauenswürdig. Anders als durch dauernde Wiederholung kriegt man das nicht die Köpfe rein, denn mit der Realität hat das nicht viel zu tun.
Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sich echt großartig amüsieren.
Oh und natürlich haben sie sie richterlich bestätigt gekriegt, die Hausdurchsuchung. Weil der Richtervorbehalt in der Praxis ein Witz ist.
Unsere beste Verteidigung gegen den Unterdrückungsstaat ist die Inkompetenz der Unterdrücker.
The airline announced it would also lock out staff involved in industrial action, after months of strikes.Die streiken da schon seit Monaten?!
Wer schonmal Schach gespielt hat, dem wird auffallen, dass die das Schachbrett falsch aufgestellt haben, das Feld rechts unten aus Sicht der Spieler ist immer weiß, bei denen ist es schwarz. Oops. Das Cover kann man sich z.B. bei Amazon in groß anzeigen lassen. (via)
Update: Hups, Steinbrück nicht Steinmeier.
Update: Der Steinbrück sollte das eigentlich besser wissen. (Danke, Stefan)
"Die Fachleute vom Landeskriminalamt sagen, die von ihnen eingesetzte Software konnte genau nur das, was der Richter angeordnet hat", sagte Herrmann dem Münchner Merkur und wies damit erneut die Erkenntnisse des CCC als falsch zurück.Mir ist ja völlig unklar, wie manche Leute es schaffen, die Realität so vollständig auszublenden. Ich meine, wir haben das im Fernsehen gezeigt, wie wir mit seinem Trojaner ein calc.exe starten auf dem Zielrechner. Wie kann der jetzt noch leugnen, dass der Trojaner keine Malware-Nachladefunktion hat?! Hallo, jemand zuhause?
Vielleicht ist das ja bei der CSU Voraussetzung für die Mitgliedschaft. Der Guttenberg hat ja auch erstmal versucht, die Realität einfach nicht zu glauben.
Naja und wenn man schon am Leugnen der Realität ist, dann kann man natürlich zu den lustigsten Schlussfolgerungen aus seiner persönlichen Nicht-Realität kommen. Beim Herrn Herrmann z.B. das hier:
"Der Chaos Computer Club heißt so, weil er genau dieses Selbstverständnis hat", sagte Herrmann der Münchener Boulevardzeitung und wies jegliche Abstimmung mit dem CCC in der Frage zurück. "Das kann kein Partner sein für eine Behörde, die für Recht und Sicherheit steht."Das ist gleich auf mehreren Ebenen ein echter Kracher. Wie kommt der denn darauf, dass wir seinem Polizeistaat noch helfen wollen würden?! Grotesk.
Naja, wie das so ist. Die Altersdemenz-Diagnose wird häufig viel zu spät gestellt.
Update: Das Video findet ihr unter dem schönen Namen haha.kaputte.li :-)
Also was schreibt er denn da so.
Das BKA hat keinen Verfassungsbruch begangen!Das wird sich zeigen.
In unsere OLD- und Quellen-TKÜ-Software war zu keinem Zeitpunkt eine rechtswidrige Hintertür zum Aufspielen von Ausspähprogrammen eingebaut.Das klingt gut, leider wird es noch im selben Dokument auf Seite 7 der Lüge überführt:
Update selbst wird mit der Updatefunktionalität der Digitask-Aufzeichnungseinheit durchgeführt (Updates werden protokolliert)Das mit dem Protokoll klingt gut, aber leider ist ein Protokoll auf Seiten des Trojaners wertlos, weil es von Dritten manipuliert werden kann, und ein Protokoll auf Seiten des BKA ist auch wertlos, weil über die Schnittstelle auch von Dritten weitere Malware hochgeladen worden sein kann, ohne dass das überhaupt beim BKA vorbeikommt.
Es gibt keinen Zugriff von Dritten auf die Software des BKA.Da bin gespannt auf Ihre Beweisführung, Herr Ziercke!
Die Planung, Durchführung und Nachbereitung von Quellen-TKÜ und Online-Durchsuchung folgen einem detaillierten Phasenkonzept, einschließlich ausdifferenzierter Prüf- und Kontrollmechanismen.Bei dem Satz muss jemand den Inhalt mitzuübertragen vergessen haben. Hier ist jedenfalls keiner angekommen. Auch die ganze Seite 4 ist reiner "Beweis durch Behauptung"-Kinderkram. Damit können sie vielleicht jemanden wie den Uhl überzeugen, aber sonst niemanden. Kein Wunder, dass sie das hinter verschlossenen Türen vor ausgesuchtem Publikum gehalten haben. Sonst wären sie ja aus dem Saal gelacht worden damit.
Dann machen sie noch die Ansage, dass sie in Amtshilfe für Rheinland-Pfalz und Hessen Trojaner verteilt haben. Sehr schön!
Desweiteren verweisen sie auf ihre ISO 9000ff-Zertifizierung (HAHAHAHA, Snake Oil zum Quadrat, das lässt ja tief blicken, dass sie DAS als Beleg für ihre Integrität nehmen!) und ein Phasenkonzept. Wer schonmal in einer WG gewohnt hat, mit Konzept zum gemeinschaftlichen Geschirrspülen und Müllrunterbringen, der wird das ähnlich erheiternd finden wie ich jetzt. Sie zitieren da ab Seite 6 das Phasenmodell. Ich kann das nicht mal pasten hier, ich hab vom Fremdschämen Rheuma gekriegt und kann die Maus nicht mehr schieben. AU DIE SCHMERZEN! Das einzige, was man da mitnehmen kann, ist dass es einen Amtsleitungsvorbehalt gibt. D.h. die Amtsleitung steht jetzt persönlich mit einem Bein im Knast und kann das nicht mehr auf inkompetente Angestellte abwälzen.
Schließlich kommen dann auch noch die Ausflüchte zu dem Proxy, bzw. kommen sie gerade nicht. Da steht nur:
zur Verschleierung der Q-TKÜ gegenüber dem Tatverdächtigen wird die gesamte Kommunikation der Software über mindestens zwei Proxy Server geleitetEin Schelm, wer böses dabei denkt.
auf diesen Proxy Servern werden keinerlei Daten abgelegt, sondern lediglich eine Durchleitung - über nicht-deutsche Server – vorgenommenAch sooo! Das ist nur eine Durchleitung! Na dann kann da ja nichts passieren. Immerhin: Sie geben zu, dass sie durch das Ausland routen. Das macht aber nichts (Seite 11), weil:
Richtig ist vielmehr, das die Daten über einen ausländischen Server lediglich verschlüsselt weitergeleitet und nicht auf dem ausländischen System gespeichert werden.Ich bewundere deren Chuzpe, ihre Pfusch-Verschleierung als "Verschlüsselung" zu bezeichnen. Oh und die scheinen noch nicht verstanden zu haben, dass man mit einem Proxy auch durchfließende Daten manipulieren kann.
Ein schöner Lacher ist noch die "Beendigungsphase":
No shit, Sherlock! Mit forensischen Methoden durch Dritte analysiert, ja? *schenkelklopf*
- Überwachungssoftware wird möglichst im Rahmen operativer Maßnahmen physikalisch gelöscht
- sofern mangels Zugriff auf das überwachte System physikalisches Löschen nicht realisierbar, wird auf die eingebaute Löschfunktion zurückgegriffen
- bei letztgenannter Alternative (sogen. Fernlöschung) besteht ein Restrisiko, dass die Software oder Teile davon zu einem späteren Zeitpunkt mit forensischen Methoden durch Dritte analysiert werden
Die nächste Frage, die sich stellt, ist was es mit der "revisionssicheren Dokumentation" zu tun hat, die gestern alle CDU-Tontauben nachgebetet haben.
Das ist nicht gut, weil "alle gewonnenen Daten" auch den Kernbereich der privaten Lebensgestaltung betrifft und nach Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts solche Daten sofort gelöscht werden müssen. Und überhaupt stellt sich natürlich die Frage, was auf ein Protokoll zu geben ist, dass im Fall eines Manipulationsvorwurfes vom Angeklagten selber geführt wurde. Ich sage: gar nichts. Da müsste man schon besondere Maßnahmen ergreifen, um eine Manipulation besonders schwer zu machen, z.B. per Read-Only-Ausleitung der Logdaten in einen physisch separaten Logging-Bereich, bei dem nur hinten angefügt und nichts gelöscht oder überschrieben werden kann nachträglich. Was das BKA aber darunter versteht:
- Sämtliche durchgeführten Aktionen (Updates, Modulaktivierungen und -deaktivierungen) werden protokolliert.
- Des Weiteren sind dort alle gewonnenen Daten (Gespräche, Chatnachrichten, übertragene Dateien) auswertbar vorhanden.
Die operativen Worte hier sind "aus der Bedienoberfläche heraus". Wenn jemand weiß, wie man es außerhalb der Bedienoberfläche manipuliert, ist das Scheunentor offensichtlich offen. Daher dementiert das BKA auch gleich so doll sie können (ein lauer Windhauch würde diese Argumentation wegwehen):
- Das systemtechnische Protokoll ist aus der Bedienoberfläche heraus nicht manipulierbar.
ACH, für das BKA soll die Unschuldsvermutung gelten, wenn sie mit thermonuklearen Trojanern herumhantieren? Aber umgekehrt dürfen unsere Behörden uns trojanisieren, selbst wenn wir nachweislich überhaupt nichts angestellt haben, unter der Maßgabe der Gefahrenabwehr? Im Übrigen ist das mit dem administrativen Zugang nicht glaubwürdig. Wenn das GUI ohne Admin-Zugang in die Datenbank schreiben kann, dann kann das auch der Benutzer des GUIs. Er muss sich nur die Zugangsdaten für die Datenbank aus dem GUI rauspopeln.
- Löschen von Protokolldaten wäre nur mit administrativem Zugang (nicht der Ermittlungsbeamte, nur der Techniker hat Zugang) auf die zugrundeliegende Datenbank und entsprechendem technischen Aufwand bei gleichzeitiger krimineller Energie möglich. Dafür gibt es keinem Fall auch nur die Spur eines Verdachts!
Und ob das BKA kriminelle Energie hat, das ist ja wohl eine Frage des Blickwinkels. Die wollen Trojaner bei den Bürgern installieren! Wenn die Russen das tun, nennt man das "Mafia" und "organisierte Kriminalität" und die Politik nimmt es als Anlass, um noch mehr Trojanereinsätze zu begründen!
Aber hey, ist ja noch nicht fertig. Hier ist noch ein echtes Highlight:
Falsch ist, dass das BKA eine Überwachungssoftware verwendet, die mit einer unsicheren symmetrischen Verschlüsselung arbeitet und nur in eine Kommunikationsrichtung verschlüsselt. Wir verschlüsseln in beide Richtungen!HAHAHAHAHAHAHA, das alleine ist ja schon so ein Brüller, ich lach mich kaputt. Wir verschlüsseln in beide Richtungen mit einem unsicheren symmetrischen Cipher!1!!
Richtig ist, dass ein gemeinsamer Schlüssel zwischen Software und Einsatzservern vergeben wird. Dies dient der Verschlüsselung und der Authentifizierung.OH DIE SCHMERZEN! Sie bestätigen also direkt, was sie im Absatz davor noch dementiert haben. Gut, mit einem symmetrischen Schlüssel kann man sich nicht authentisieren, das weiß schon jeder Informatik-Studienabbrecher, das meinen die bestimmt nicht ernst? Doch, meinen sie!
Der Kommunikationspartner kann sich ohne diesen Schlüssel nicht als gültiger Partner ausgeben.Liebes BKA. IHR LIEFERT DEN SCHLÜSSEL AUS. Der ist im Trojaner drin. Der ist nicht geheim. Und man kann mit ihm nichts authentisieren. Fragt doch mal eure Krypto-Kollegen vom BSI, die haben dem Vernehmen nach Reste von Krypto-Knowhow am Start. Wenn die nicht alle schon dem Herzinfarkt erlegen sind angesichts eurer haarsträubenden Äußerungen hier, dann werden sie euch zumindest bestätigen, wie tief euer Unwissen hier reicht. "Wir haben da auch Experten", dass ich nicht lache. Gut, helfen werden euch die BSIler nicht, das haben sie ja schon angesagt. Aber euch ist ja eh nicht zu helfen.
Weiter im Text. Es fehlt ja noch der Teil, wo sie den CCC als die Bösen hinstellen. Hier ist er:
Seit der Veröffentlichung der Signatur der Verschlüsselung durch den CCC könnten noch laufende Maßnahmen entdeckt werden. Das BKA hat daher in einem aktuellen Verfahren der organisierten Rauschgiftkriminalität die Maßnahme sofort abgebrochen und dies der Staatsanwaltschaft und dem anordnenden Gericht mitgeteilt. Dies ist auch den Bundesländern mitgeteilt worden.ORGANISIERTE RAUSCHGIFTKRIMINALITÄT!!1! Mit anderen Worten: noch eine Online-Apotheke.
Oh, eine Sache möchte ich schon noch ansprechen:
Die Quellen-TKÜ-Software ist auf das Zielsystem und die dort installierte Skypeversion ausgerichtet. Bei einem Skypeupdate muss daher auch die Quellen-TKÜ-Software angepasst werden, da ansonsten die Kommunikation nicht mehr aufgezeichnet wird.Das klingt für mich nach Unsinn. Ich behaupte, dass das auch ohne Updates geht.
Das BKA behauptet weiterhin, das Verfassungsgericht habe nicht gesagt, ein Mehr an Funktionalität sei generell verboten, sondern nur dann,
wenn – und darauf kommt es dem BVerfG an - die durch eine Nachladefunktion eingesetzte Software zum Ausspähen von weiteren Daten genutzt würde.Hier ist, was das Verfassungsgericht tatsächlich urteilte:
Art. 10 Abs. 1 GG ist hingegen der alleinige grundrechtliche Maßstab für die Beurteilung einer Ermächtigung zu einer „Quellen-Telekommunikationsüberwachung“, wenn sich die Überwachung ausschließlich auf Daten aus einem laufenden Telekommunikationsvorgang beschränkt. Dies muss durch technische Vorkehrungen und rechtliche Vorgaben sichergestellt sein.Es geht also nicht darum, ob die nachgeladene Software tatsächlich benutzt wird, um mehr abzuhören, sondern es müssen technische und rechtliche Vorkehrungen da sein, um zu verhindern, dass das geschehen kann. Das ist hier nicht der Fall, daher handelt es sich um eine klare Verletzung des Urteils.
Gegen eine bloße Aktualisierungsfunktion kann das BVerfG keine Einwände haben, weil sonst die Maßnahme an sich gefährdet wäre.Den Typen, der diese Argumentation gemacht hat, würde ich gerne hinter Gittern sehen. "Ich MUSSTE den Laden ausrauben, Euer Ehren, denn mir ist ja Fahrradfahren erlaubt, und wenn ich denen nicht ein Fahrrad gestohlen hätte, dann wäre ja die Fahrradfahr-Maßnahme an sich gefährdet gewesen!1!!" Dass solche Leute überhaupt frei rum laufen können, irritiert mich maßlos, aber dass sie auch noch für Bundesbehörden der Exekutive Statements formulieren, das schlägt dem Fass den Boden aus. Wenn ihr es unter den Vorgaben nicht hinkriegt, DANN KÖNNT IHR ES HALT NICHT MACHEN. Ganz einfach!
Immerhin sehen sie auch selber ein, dass ihre Beweise da wertlos sind, und weil sie keine tatsächliche Überprüfung machen können, …
Das BKA hat am 11./12.10.2011 alle Protokolle bisheriger Quellen-TKÜ-Maßnahmen mit der DigiTask-Aufzeichnungseinheit unter Beteiligung der Beauftragten für den Datenschutz sowie für die IT-Sicherheit im BKA auf Plausibilität kontrolliert hat.Äh, auf … Plausibilität?! So Pi mal Daumen oder wie? Geschaut, dass keine Logeinträge von Freitag nachmittag kommen, weil da die Beamten auf dem Heimweg sind? Oder wie habe ich mir das vorzustellen? Wenig überraschend haben sie nichts gefunden:
Im Ergebnis konnten keine Hinweise festgestellt werden, dass im BKA eine Software eingesetzt wird, die über die rechtlich zulässigen Grenzen der Quellen-TKÜ hinausgeht und dass im Rahmen der bisher erfolgreich durchgeführten Quellen-TKÜ-Maßnahmen unzulässige Daten ausgeleitet werden.Natürlich nicht. Anhand einer "Plausibilitätsprüfung" der Logdateien kann man sowas ja auch nicht beurteilen.
Auf Seite 11 gibt es dann noch die Ausrede, wieso der Proxy in den USA steht. Achtung: fest sitzen bei der Lektüre:
Der Grund für diese Verschleierung ist kriminalistischer Natur. Skype selbst nimmt beim Start automatisch Kontakt mit einem Server in den USA auf. Für den versierten User sollte durch die Quellen-TKÜ- Software kein anderer Eindruck entstehen.m(
Halt, einen hab ich noch. Wie das BKA prüft. Ihr sitzt hoffentlich weiterhin fest:
Das BKA testet die bestellte Software mit Hilfe eines sogen. Positivtests, der der Funktionalitäten der Software und die Reaktion der vom Zielsystem eingesetzten Sicherheitssoftware (Virenscanner, Firewall) prüft. Die Maßnahme wird als einsatzfähig betrachtet, wenn die bestellten Funktionalitäten vorhanden sind, und die Sicherheitssoftware keine Warnungen produziert.Selbstverständlich sind so keinerlei Aussagen über eventuell zusätzlich vorhandene Funktionalität treffbar.
Update: Oh und natürlich ist der Paragraph mit den abgebrochenen Einsätzen auch gleichzeitig das Eingeständnis, dass ihre angeblich ganz andere Version des Trojaners das selbe schlechte Protokoll einsetzt und damit so verschieden nicht sein kann.
Update: Weil ich jetzt mehrfach darum gebeten wurde, hier nochmal explizit die letzte Zeile aus dem PDF:
Glauben Sie mir, meine Mitarbeiter verstehen das nicht!
Daran zweifelten wir auch keine Sekunde, Herr Ziercke!
Und legt gleich mit dreisten Lügen los, wie dass es nur um Terrorismus und organisierte Kriminalität ginge, nicht um Allerweltskriminalität (wie eine Online-Apotheke oder gestohlene Kinderkleidung, ja?). Wi-derlich.
"Wo Quellen-TKÜ dransteht, darf keine Online-Durchsuchung drinstehen, meine Damen und Herren!"
Immerhin gibt es ordentlich schlechtgelaunte Zwischenrufe.
"… ist es auch nicht möglich, Schadmodule nachzuladen, weil das bemerkt werden würde."
"Der Trojaner, den der CCC betrachtet hat, ist ja drei Jahre alt. Und drei Jahre sind in der IT ja eine lange Zeit." Schade nur, dass das ehemalige Nachrichtenmagazin gerade einen Trojaner von 2010 covert. Hups.
Und jetzt fordert er auch noch die Unschuldsvermutung für das BKA. "Das sind Unterstellungen, die durch nichts belegt sind. Das sind Vermutungen, die durch nichts belegt sind." Ja, so gut wie keine Belege, außer vielleicht die CCC-Analyse. Aber ansonsten nichts, also so gut wie. Fast gar nichts. Gut, die Antivirenhersteller haben die CCC-Analyse bestätigt, aber das zählt ja nicht weiter.
Jetzt argumentiert er mit dem Verhältnismäßigkeitsprinzip und vergleicht den Trojaner mit Dienstwaffen der Polizei. Was für eine Farce. Die Einrufe werden immer lauter. Der Brüller!
Jetzt ist der Oppermann für die SPD am Start und beginnt erstmal mit einem Lob für den CCC. "Aber der CCC hat auch chaotische Zustände in der Bundesregierung aufgedeckt" *Applaus* Dann zählt er die Widersprüche in den Aussagen der Minister auf. *Popcorn!* Vor allem natürlich bei dem Friedrich. Kein Wunder, dass sie den nicht hingeschickt haben da.
Und dann geht es los mit dem alten SPD-Programm: "Wir sagen: Wenn schon Staatstrojaner, dann vom Staat"
Burkhard Hirsch ist da, die Justizministerin offenbar auch (wurde gerade persönlich angesprochen, ich sah sie noch nicht).
Jetzt fordert die SPD, die Trojaner zu optimieren, die müssen doch nicht einmal pro Behörde angeschafft werden, reicht doch einmal!1!! Na super, genau was wir jetzt brauchen, die ökonomischen Aspekte waren ja auch völlig unterberichtet bislang, dabei stehen die doch so im Zentrum!
Oh Mann, zwischendurch kommt rein, dass die politische Geschäftsführerin der Piraten die Debatte "ermüdend" findet und weggezappt hat. Oh und Autogrammkarten haben auch eine höhere Priorität. OMFG.
Die FDP ist dran und nutzt die Gelegenheit, um die gesamte Trojaneraufdeckung vollständig als ihre Leistung darzustellen. Wi-der-lich. Immerhin sagen sie an, dass die SPD mal die Schnauze halten soll, weil sie den Trojaner ja eingeführt haben. "Es bringt uns nicht voran, den CCC zu chaotisieren oder zu heroisieren". Denn eigentlich war das ja alles Leistung der FDP!1!! Hat den Liberalen noch keiner mitgeteilt, dass sie a) unter 5% sind und b) Eigenlob stinkt? Mann ist das abstoßend. Bisher einziger inhaltlicher Punkt ist, dass sie erschüttert ist, dass das BKA den Quellcode nicht hatte. (Über "grundrechtsschonendere" Methoden des Abhörens) "Wenn das in Asien geht, und ich meine jetzt ausdrücklich nicht China, …" *stöhn*
Jetzt ist Jan Korte von den Linken und lobt den CCC und die FAZ, das gab es bestimmt auch noch nie :-) Deutlicher Kontrast zum Gefasel der FDP. Er weist darauf hin, dass das BKA im Innenausschuss nicht garantieren wollte, dass ihr Trojaner nicht auch mehr kann. "Und das behindert den aufrechten Gang, wenn man nicht weiß, was Sie mitlesen wollen". Schön formuliert. "Die FDP hat nächste Woche die Möglichkeit, einem Antrag der Linken zuzustimmen, die BKA-Befugnisse zurückzudrehen" *schenkelklopf*
Ah jetzt war die Leutheusser-Schnarrenberger kurz im Bild. Ob die auch noch was sagen will? Der Korte gefällt mir jedenfalls, der hat da schön empört auf den Tisch gekloppt.
Ah, jetzt der von Notz von den Grünen. Beklagt sich über die Relativierung der Grundrechte und dass Vertrauen der Bevölkerung in die Bundesregierung verloren geht.
(Nochmal zu den Piraten: vielleicht solltet ihr das mit der Transparenz nochmal überdenken?)
Hmm, der Notz ist mir irgendwie nicht konkret und nicht empört genug. Das wirkt wie eine dieser "Business as Usual" Bashing-Reden im Bundestag, weil man halt in der Opposition ist. Ist ja schön und gut, dass die sich alle widersprochen haben, aber die Zeit hätte man besser nutzen können. Hahaha, ein lustiger Satz war doch (über den CCC) "sonst würdigen Sie ja das Ehrenamt immer, der CCC arbeitet doch ehrenamtlich!" Ah, jetzt kommt das Fleisch. Die Mehrheit der Bürger lehnt den Trojaner ab. Die Mehrheit lehnt auch die Vorratsdatenspeicherung ab. Gut! "Auch Sie müssen einsehen, dass im Netz die Grundrechte voll gelten" (mit anderen Worten: das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein!)
Oh Graus, jetzt der Uhl. Und der greift erstmal bis zur Schulter ins Klo und wirft dem Korte von den Linken vor, dass er gegen den Überwachungsstaat wettert (weil ja die Linken, und die SED, ihr wisst schon, gut, der Korte ist ein bisserl jung dafür, aber hey!).
Jetzt versucht er die Kleidungs-Terroristen aus Bayern als große Gefahr darzustellen und bringt "Wer sich ins Internet begibt, der kommt halt um? Ist das Ihre Position?" Und in Ermangelung inhaltlicher Argumente zitiert er den Ziercke indirekt und weist darauf hin, dass der Ziercke ja SPD-Mitglied sei. Der hat noch nicht mitgekriegt, dass die SPD politisch auch keine Rolle mehr spielt.
Wird immer besser. Das ist ja alles kalter Kaffee, weil der Computer Club, der hat ja NICHTS aufgedeckt, der Fall ist ja schon vom April, und da ist ja schon alles aufgeklärt, und im Übrigen klären wir jetzt ALLES auf, der Schaar hat mir das gesagt, und das reichen wir rum, wir wissen ja noch nicht, was da rauskommt. Nicht gänzlich widerspruchsfrei, seine Argumentation :-)
"Das wäre ja sehr schade, wenn unser Land am Ende regiert würde von Piraten und Chaoten aus dem Computerclub." Stattdessen lieber Leute, die sich an Recht und Gesetz halten, wie … die CSU!1!! *schenkelklopf*
Als nächstes der Klingbeil von der SPD, der direkt ins Klo greift und vom Bundestrojaner spricht, den der CCC untersucht hat (Hint: Staatstrojaner!). Man könnte fast denken, die haben sich alle abgesprochen, damit da gleich mal wieder einer widersprechen kann, und dann glaubt die Öffentlichkeit weiter, dass da Details kontrovers seien.
Kloppt auch auf die Widersprüche von dem Friedrich ein, und dass der die Nachladefunktion verteidigt hat. Sagt, die einzigen Chaoten hier gerade sei die Bundesregierung, dankt dem CCC. Spricht von der Offenbarung eines Kontrollverlusts der Bundesregierung. Der hat wohl auch den Schirrmacher gelesen heute. Wünscht sich, dass in der CDU mehr Leute Altmaier als Uhl lesen. Naja, hat mich nicht vom Hocker gehauen. Der braucht einen dynamischeren Redenstil.
Oh jetzt die Schnarrenberger! "Es darf keine Online-Durchsuchung in eine Quellen-TKÜ übergehen!" Klingt schön empört, aber bringt dann so Allgemeinplätze. Die Frau ist halt ein Polit-Profi. Hoffentlich bringt sie auch noch echte Klopper. "Wir müssen jetzt aufklären!" Ja, äh, na dann machen Sie doch mal! Worauf warten Sie denn? "Da müssen harte Grenzen gezogen werden! Und da müssen auch Manipulationsmöglichkeiten ausgeschlossen sein!" Hört, hört! Was Sie nicht sagen! "Und wir können das doch alles gar nicht sagen!" (Kontext: wir Politiker verstehen die Technik eh nicht richtig)
Haut auch in die Kerbe, dass der Trojaner vom Staat programmiert werden sollte. Nur die Linken trauen sich, Trojaner ganz abzulehnen. Beschämend. Die Schnarrenberger hat jetzt 10 Minuten flammend gepredigt und die einzige inhaltliche Aussage war, dass der Trojaner doch bitte vom Staat selber programmiert werden sollte. Als ob das was helfen würde! Was für eine Nebelkerze.
Jetzt die Frau Jelpke von den Linken, dankt auch dem CCC, und spricht dann von "kleinkriminellen Anabolika-Händlern" als Trojaner-Opfern. Die macht das nicht schlecht, könnte aber auch noch ein bisschen dynamischer reden. Und sie spricht auch endlich mal ein paar konkrete Dinge an, haut auf die Nachladefunktion drauf, die "Aktualisierung" als Ausrede, beklagt das Rumgewiesel und Rumgemauschel und Ausweichen bei konkreten Nachfragen. Weist darauf hin, dass das ein langjähriger Trend ist mit den Sicherheitsgesetzen.
Jetzt der Beck, der eröffnet gleich mit einem großartigen Hieb auf den Uhl und sein "im Internet kommt man halt um" Gefasel, meint er soll sich doch nochmal ein aktuelleres Internet ausdrucken lassen in seinem Büro :-) Wun-der-bar. "Das Tragische an dieser Debatte ist doch: nicht eine Kontrollbehörde hat herausgefunden, dass da was falsch läuft! Der Chaos Computer Club hat das gemacht!" *strike*
"Wir haben hier ein Problem! Das Problem heißt: wer überwacht die Überwacher und die Überwachungssoftware?" Fordert auch, dass der Staat das selbst macht, und zusätzlich eine Kontrolle durch unabhängige Stellen.
Schade, dass die Grünen sich nicht trauen, da Trojaner komplett abzulehnen. Ich sehe schon einen Trojaner-TÜV vor uns. Na super.
Weist darauf hin, dass die Regierung die selben lahmen Ausreden bringt wie die Bayern. "Das ist doch eine glatte Lüge!" Jawoll! So macht man politische Reden, sehr schön. Der Mann rockt. "Wenn der Staat sowas sagt, dann glaube ich als Bürger doch erstmal gar nichts mehr, was nicht unabhängig überprüft worden ist!" *strike*
Oh und jetzt zweifelt er an, dass man überhaupt eine Quellen-TKÜ durchführen darf. Sehr schön! Sagt, dass das gar nicht rechtens ist, zitiert das Urteil, verweist auf die Strafprozessordnung. Sehr gut! Weist die Schnarrenberger darauf hin, dass sie mehr Applaus von der Opposition gekriegt hat als von den Regierungsparteien, "ich hoffe Sie haben verstanden, wo in dieser Angelegenheit Ihre Bündnispartner sind".
Jetzt kommt der Binninger von der CDU, da spar ich mir mal die Zusammenfassung. Ih ist der unsympathisch. Beschwert sich, dass der CCC nicht "Bayern" drangeschrieben hat, dann wäre ja die Diskussion ja vielleicht sachlicher gewesen, und im Übrigen war das ja schwere Kriminalität, weil es ja Haftstrafen gab. Ich glaube die CDU hat überhaupt nur die drei Talking Points, durch die die da immer durchrotieren. Jetzt kommt wieder ein "wir brauchen aber die Quellen-TKÜ!1!!" *göbel* Oh die Schmerzen, ich halt's nicht aus! Oh und ihre Inkompetenz in Technikfragen ist gottgegeben, das ist halt so, Technik versteht ja eh keiner mehr, das muss so. Restunsicherheit und so. Wie bei Atomkraft!1!! Lasst uns ein neues Service- und Kompetenzzentrum schaffen! *schenkelklopf*
So, jetzt Hofmann von der SPD. "Die Exekutive hat immer gemauert! Wir hätten [immer noch] keine Erkenntnisse, wenn wir den CCC nicht hätten". Zu den Vorschlägen der CDU: "Ich denke, das sind Sachen, die wir auch vor zwei Jahren schon hätten machen können"
"Die Union ist mit ihren Sicherheitsgesetzen zur Gefahr für Sicherheit und Freiheit geworden". Sehr schön!
"Wenn der Uhl immer von Grauzone redet, dann weiß ich, der mein Rechtsbruch, also sag ich auch Rechtsbruch" :-)
"… nichts anderes gemacht als eine Online-Durchsuchung durch die rechtliche Hintertür." *strike*
[zu Friedrich] "Ich habe den Eindruck, der weiß nicht, wovon er spricht"
"Es ist doch klar, wenn man so eine Quellen-TKÜ nicht umsetzen kann ohne solche Grundrechtsverletzungen, dann kann man sie halt gar nicht machen!"
Der Mann ist mir noch nie aufgefallen, aber die Rede da gerade, die rockt.
"Diese Regierung ist ein Sicherheitsrisiko"
Zur Schnarrenberger: "Wenn Sie diese Rede vor zwei Jahren gehalten hätten und dann auch so gehandelt hätten, dann hätte ich auch geklatscht".
Jetzt kommt Jimmy Schulz von der FDP und grüßt die Zuschauer an den Empfangsgeräten, erwähnt den Begriff "Hashtag". Betont, dass er schon immer davor gewarnt hat, dass der Trojaner mehr können würde, nennt die Nachladefunktion "perfide", erklärt dass man darüber auch andere Dinge als Updates machen kann. Weist darauf hin, dass Trojaner-Erkenntnisse keine Beweiskraft haben. Whoa, spricht von Generalschlüssel und "Man in the Middle Attack". Der ist ja gut gebrieft! :-)
Oh und er weist darauf hin, dass man auch bei Skype direkt abschnorcheln kann. "Wenn so ein Trojanereinsatz nicht grundgesetzkonform gemacht werden kann, wieso tun wir es dann?" Wow! Und jetzt hat er gefordert, generell auf Trojaner zu verzichten! Ich bin beeindruckt! Das ist ja mal eine Überraschung.
Jetzt Edathy von der SPD. Schlägt vor, dass die Bundesregierung miteinander redet, um sich nach außen hin nicht so häufig zu widersprechen. Finde ich gar nicht, das war doch tolles Popcornkino!
Meint, die Interviewerin im Radio sei besser informiert gewesen als der Friedrich. "Ich finde, so einen Verlegenheitsinnenminister hat die Republik nicht verdient." YES!!! Fordert, dass Sicherheit nicht nur gelegentlich mal der Freiheit untergeordnet wird, sondern immer. "Sicherheit kann ich auch in Nordkorea haben". DER ist ja gut drauf heute!
Gelegentlich ist der Ole Schröder noch im Bild, wie er auf der Bank sitzt und twittert. m(
Schade, dass die SPD in der Regierung für die Einführung des Trojaners verantwortlich war. Sonst wäre das jetzt ein echt großartiger Beitrag gewesen.
Huch, jetzt kommt da ein Hinterbänkler (beachtet auch die Sektion "Plagiatsverdacht") von der CDU. Die haben wohl niemanden gefunden, der sich dahinterstellt. Ob das jetzt die CDU-"Netzpolitiker"-Simulation ist? Spricht von "ich habe auf Facebook eine Anfrage gekriegt". Oh Gott ist der gruselig. Da müssen sie aber echt weit nach hinten gegangen sein, bevor jemand den Vorteil durch Selbstdarstellung höher bewertet hat als die Nachteile durch um-Kopf-und-Kragen-reden. "Wir reden von Einzelfällen!" Au weia, wenn das die neue Netzpolitikabteilung der CDU ist, dann stehen die schlechter da als vorher. Der hat gerade ernsthaft dem CCC Strafvereitelung vorgeworfen. Hoffentlich ist der kein Jurist, sonst hat er gerade auch unter Kollegen seinen Ruf ruiniert (hier nochmal von einem Juristen bestätigt).
Jetzt ein Herr Höferlin von der FDP, der mir ja nichts sagt, und der greift erstmal so richtig tief ins Klo mit einem saftigen "also WIR haben ja ZUERST mit dem CCC ein Treffen gemacht". Ooooh wie peinlich. Ansonsten erwähnt er, dass Skype auch ohne Trojaner abgehört werden kann, und schließt mit "Wir werden das gemeinsam mit den Freunden von der Union lösen".
Jetzt noch ein Herr Schuster von der CDU. Verteidigt sich ausdrücklich gegen "Parteien, die sich schon im Bundestag wähnen" (und er meint glaube ich die Piraten, nicht die FDP damit :-] ). Ein sehr undynamischer Redner, klingt wie ein Jurist. *gähn*
Sagt ausdrücklich, dass keiner irgendwelche illegale Software einsetzt, dass das BKA alles dokumentiert, und dass es auch noch keine unabhängigen Prüfungen gibt, die die CCC-Ergebnisse bestätigen. Versucht wieder den Talking Point, dass es ja nur darauf ankommt, auf welche Knöpfe die Polizisten tatsächlich klicken, und nicht was die Software für Funktionen hat. Alles andere sei ein "Misstrauensverdacht" gegen die Polizistinnen und Polizisten!1!! Ich halt's nicht aus. Wo haben sie DEN denn ausgegraben? "Der CCC ist keine institutionelle Referenz in diesem Lande". Will auch ein zentrales Kompetenzzentrum einrichten. Ich begrüße das ja, dass die CDU Kompetenz einführen will. Das hätten sie schon vor 40 Jahren machen sollen. Sein Schlussplädoyer klang für mich nach "Wir haben euch doch alle lieb!"
Update: Uhl hat noch ein Money Quote rausgehauen, das ich aber nicht klar genug verstanden hatte, um es zu zitieren. Aber es gibt ein Video davon:
Das Land wird von Sicherheitsbehörden geleitet, die sehr behutsam mit dem sensiblen Instrument der Quellen-TKÜ umgeht, und so soll es auch sein.
Es wäre schlimm, wenn unser Land am Schluss regiert werden würde von Piraten und Chaoten aus dem Computerclub.
Es wird regiert von Sicherheitsbeamten, die dem Recht und dem Gesetz verpflichtet sind.
Na wenn das so ist, Herr Uhl.
Eine Frage war, wenn sie den Quellcode nicht haben, woher sie dann wissen können, dass sie keine Gesetze verletzt haben. Antwort: Naja, der CCC hat ja den Quellcode auch nicht und kann das trotzdem. *Konfetti*
Und Ströbele zitiert den Geheimdienstkoordinator, der von Nachrichtenagenturen zitiert wurde, dass die Dienste Trojaner mit zu viel Funktionen an die Behörden weitergegeben hätten. Das, so die Antwort, sei nicht der Fall.
Eine Frage nach den Screenshots wird so beantwortet, dass die Polizei sich da nach dem Richter richtet. Mit anderen Worten: nicht wir sind Schuld, die Richter sind Schuld. Vielleicht hilft das ja doch mal, um in den Richtern die Erkenntnis reifen zu lassen, dass sie vielleicht mehr tun sollten als bloß alle Anträge zu unterschreiben.
Noch eine großartige Frage: die Richter unterschreiben ja bloß die Anträge der Staatsanwaltschaften, und das hieße ja, dass die Staatsanwaltschaften die illegalen Funktionen angefragt hätten, nicht die Richter sie aus blauem Himmel heraus das verfügen. Die Antwort war irgendein belangloser Ausweich-Blah.
Nächste Ansage: sie haben die Software selbst überprüft, um den Anforderungen zu genügen.
Oh yes, jetzt sagen sie gerade an, dass die Behörden selbstverständlich volle Kontrolle hatten über die Software und das auch revisionssicher protokolliert haben. Ich glaube für uns alle zu sprechen, wenn ich sage, dass wir sehen wollen :-)
Jetzt kommt eine Frage zu Rechtshilfeersuchen anderer Länder unter Erwähnung der Schweiz. "Kann ich Ihnen nicht sagen".
"Wie bewerten Sie denn die Aussage eines Kollegen von Ihnen im Rechtsausschuss, dass man das ohne Quellcode gar nicht sagen kann?" "Im Gegensatz zu Ihnen war ich beim Innenausschuss dabei und da ist das nicht gefragt worden." *schenkelklopf* "Ich muss darauf beharren, dass genau das ein Kollege Ihres Hauses im Rechtsausschuss gesagt hat" (sagt ein anderer) POPCORN!!! Und der legt gleich nochmal nach, dass der CCC ja selber gesagt hat, dass er die Analyse überhaupt nur machen konnte, weil der so miserabel programmiert worden war. Die Stammel-Antwort hat wieder was mit revisionssicherer Dokumentation zu tun. Was für ein Blutbad. Ganz großes Tennis!
"Ich muss nochmal nachfragen: Die Bundesregierung hält es nicht für nötig, den Quellcode für diese Software zu haben?" Antwort wieder Blah mit Revisionsfester Dokumentation. Im Grunde kann man sich die Antworten auch sparen und muss nur die Fragen anhören. :-)
Jetzt weist der Schröder darauf hin, dass sie ja geguckt hätten, ob ihre Version auch die vom CCC angeprangerten Lücken habe, und das sei nicht so. Ich glaub kein Wort. Oh und jetzt zählt er auf, was sie geguckt haben, und zwar haben sie nach Code für die Kamera-Funktion gesucht. Der Punkt des CCC war, dass man diese Funktion über die Nachlade-Funktion nachladen kann. Sie hätten wenigstens mal vorher lesen können.
Auf die Frage nach der Rechtsauffassung der Bundesbehörden zum Thema Screenshots kommt, dass sie das nie beantragt hätten.
Jetzt fragt ein Informatiker der SPD (nein, wirklich!), wie die denn ohne Quellcodeeinsicht ausschließen können, dass da weitere Funktionen drin sind. Antwort: "Das hat das BKA im Versuchslabor geguckt.
Ich frage mich ja, was dieser Dr Ole Schröder getan hat, damit sie ihn da jetzt alleine mit der Arschkarte in der Hand hingestellt haben. Fremdschämen++
Auf die Frage, warum sie denn nicht nur selbstgeschrieben Software einsetzen, kommt die Antwort, dass sie das ja bei der Online-Durchsuchung so halten, aber da gäbe es ja immer noch "haltlose Anschuldigungen".
Oh hier noch ein Highlight: Angesprochen auf Exporte von Überwachungstechnologie an Drittstaaten sagt der Schröder, diese Firmen würden ja alle vom Wirtschaftsministerium sicherheitsgeprüft, damit das keine Gefahr darstellt. Au weia, der ist ja nicht mal rudimentär gebrieft worden!
Auf nochmalige Nachfrage kommt dann die Ansage, dass sie ja auch nicht ausschließen können, dass nicht mehr geliefert wird als bestellt wurde. Und im Übrigen war die Anschaffung von Digitask-Software ja vor seiner Amtszeit.
Oh jetzt geben sie zu, den Brandenburgern in Amtshilfe "technische Unterstützung" der Zollbehörden gegeben zu haben, konkret haben sie nichts angeschafft sondern denen einen Trojaner ausgeliehen / gegeben.
Es ist auffällig, wie leer das da ist, trotz so eines Hammerthemas. Die fragen zwar alle fleißig nach und wadenbeißen schön, aber irgendwie hätte ich doch gedacht, dass sich da ein paar mehr Abgeordnete Zeit für nehmen.
Jetzt erzählt der Typ gerade, man könne den Trojaner nicht einfach so um weitere Module "aufladen", denn da brauche man ja Authentifizierung für (eine dreiste Lüge). Aber für Updates müssen Updates eingespielt werden, wenn z.B. Skype geupdated wird (das ist auch eine dreiste Lüge), und im Übrigen sei das ja auch deshalb um dem Bundesverfassungsgericht zu genügen, denn die hätten ja gesagt, so eine Maßnahme müsse am Stück stattfinden (das ist m.W. auch eine dreiste Lüge).
Jetzt fragt Ströbele, ob der BND mal fiese Trojaner im Ausland eingesetzt hat. Ja, das schließt er aus. Ich glaube kein Wort. Mal sehen, was im Protokoll steht.
HAHAHAHA der Informatik nochmal: wenn Sie das ohne Quellcode ausschließen konnten, haben Sie Zugriff auf bisher der Computerwissenschaft nicht bekannte Verfahren. Teilen Sie die bitte auch mit den Unis? *gacker*
Oh und jetzt fragt endlich jemand, warum sie eigentlich Skype nicht ohne Trojaner abhören wie andere Länder. Antwort: "Selbstverständlich haben wir das geprüft. Die Aussage, dass das auch ohne Quellen-TKÜ geht, ist schlicht falsch". Der redet sich um Kopf und Kragen.
Jetzt fragt einer, ob sie in Zukunft auch noch bei Digitask kaufen wollen. Und was das für die Arbeit der Behörden heißt, wenn sie nicht auf eine brauchbare Software verfügen. Antwort: wir prüfen das.
NEIN! Jetzt sagt er gerade an, dass sie keine Aussage treffen können über den vom CCC geprüften Trojaner, weil sie keine Erkenntnisse über die Software haben. Komisch, eben konnten sie noch ohne Quellcode Aussagen treffen. Das ist ja zum Brüllen komisch! Da zahlt man doch gerne Steuern, wenn man da so viel Unterhaltung für geboten kriegt.
"Die Bundesregierung ist der Meinung, dass wir eine klare rechtliche Grundlage [für die Quellen-TKÜ] haben, die vom Verfassungsgericht noch konkretisiert wurde."
"Mit dem Bundesjustizministerium sind wir ständig in guten Gesprächen." *harrharrharr*
Jetzt kommt der Edathy und wadenbeißt herum, ob die Bundesregierung das wie Bayern sieht, dass das ja eine Meinung des LG gäbe und eine Meinung der Regierung, oder ob man die Ansage des Verfassungsgerichtes als verbindlich ansieht. Antwort: "wir machen keine Screenshots, also erübrigt sich die Frage."
Die Grünen haben heute Boden gutgemacht mit ihren Fragen, finde ich.
Schönes Jerzy Montag-Zitat: "Das war ja eine sehr interessante Antwort, aber leider nicht die auf meine Frage" :-)
Schönes Oppermann-Zitat: "Es ist ja schonmal ein Fortschritt, dass die Bundesregierung die Entscheidungen der Gerichte respektiert."
Es kommt wiederholt die Ansage, dass das Justizministerium den Einsatz von Trojanern verbietet, und daher das Behörden die Ergebnisse ihrer Trojaner-Erkenntnisse immer erst so spät wie möglich an die Bundesanwälte weiterleiten, weil sie dann immer den Trojanereinsatz abbrechen müssen. Das muss intern alles großartiges Popcornkino sein bei denen.
Oh sehr schön, jetzt argumentiert der Beck gerade, dass Internet-Telefonie ja eigentlich einen höheren Schutzwert haben sollte als normale Telefonie, weil man da ja auch Kameras benutzt und Videos überträgt.
Der PSts von Schäuble sagt gerade an, dass das Zollkriminalamt die Funktion des Trojaners nicht ändern kann. Die Antwort war vorgelesen, insofern nahm ich erstmal nicht an, dass der sich verplappert hat, aber danach hat er repressiv als repräsentativ vorgelesen, insofern war das vielleicht doch verplappert. "Digitask ist aus unserer Sicht ein marktführendes […] Unternehmen", sie setzen noch heute deren Software ein sagte er gerade. Woher sie wissen, dass die Software nur genau das kann, was sie bestellt haben, konnte er auch nicht wirklich beantworten. Und laut Jerzy Montag haben die auch schon angegeben, dass sie keinen Quellcode gekriegt haben. Oh und auf die Frage, wieso sie bei Digitask einkaufen, nach dem Korruptionsdingens da damals, meint er, das sei ja ein völlig anderes Unternehmen, Digitask sei ja eine Neugründung. Ich hatte das so in Erinnerung, dass das damals der CEO war. Der Zoll sagt jetzt an, dass der ausgeschieden sei und rechtlich nichts mehr zu tun hatte. Komisch, ich dachte der ist da auch jetzt wieder CEO. Jedenfalls findet der Zoll die Firma Digitask vertrauenswürdig genug, um ihnen den Funktionsumfang der Software schlicht zu glauben. Die seien ja auch sicherheitsgeprüft und so.
Oh und jetzt geht es um den Trojaner in Bayern, der wieland fragt. Der Zoll dementiert, dass das ihr Trojaner war. Den hat das LKA Bayern installiert, der Zoll war kaum, also im Grunde so gut wie gar nicht (!!1!) beteiligt. Auf die Frage, ob man jetzt nach Flughafen-Zollkontrollen immer sein Laptop nach Trojanern scannen muss, meint er dann, er sei ja nicht persönlich dabei gewesen m(
Der Zoll hat keine Erkenntnisse, dass bei Zollkontrollen am Flughafen Trojaner von LKAs installiert worden seien (außer dem einen offensichtlich?). Das Zollkriminalamt hat aber in 16 eigenen Ermittlungen Trojaner beantragt und es gab 19 Einsätze.
Ströbele will noch wissen, wo er als Bundestagsabgeordneter nachgucken muss nach Flughafen-Kontrollen, damit er weiß, dass da kein Trojaner installiert wurde. Der Zoll weicht aus und verweist darauf, dass das jeweilige LKA das ja nur nach richterlichem Beschluss machen darf.
Oh übrigens, dieser Ole Schröder ist der Ehemann von Kristina "Andere schwärmten für Pferde, ich für Kohl" Köhler (jetzt Schröder).
Einer meint, die Piraten leben das ja seit Jahren, was der Altmaier jetzt schreibt.
KEINE SAU INTERESSIERT WAS IHR LEBT. Es geht um die Zukunft, nicht eure Vergangenheit! Eure Vergangenheit interessiert nur Leute, die euch eh schon gewählt haben.
Ein anderer meint, die Piraten hättem dem Altmaier erst Twitter gezeigt. ES GEHT DOCH NICHT UM TWITTER! Es geht darum, ein Thema zu besetzen, klare Ansagen zu machen, und dabei die Leute mitzunehmen. Mit ein paar Sätzen zu zeigen, dass man verstanden hat. Genau niemand interessiert sich für "haben wir ja schon immer gesagt". Jaja, ihr habt schon Bluescreens gehabt, als Altmaier noch Fax benutzte. Ist noch nicht bei euch angekommen, dass Hipster-Gehabe unsympathisch und unbeliebt ist? Keiner will das hören!
Ich als Wähler will Entwicklung sehen, nicht Rechthaberei. Keine Sau will hören, was ihr alles schon immer gesagt habt. Die Leute wollen sehen, dass ihr euch Gedanken gemacht habt. Habt ihr aber nicht.
Dass ihr reflektiert habt. Habt ihr aber nicht.
Die Leute wollen sehen, dass ihr euch überlegt habt, wie es jetzt weitergehen soll. Habt ihr aber nicht.
Der Altmaier hat euch gerade mit einer geradezu bestürzenden Leichtigkeit ausmanövriert. Wir reden hier schließlich von den Konservativen, die sonst nichtmal eine Autobahnbrücke ausmanövrieren können.
Aber hey, ist ja eh zuende mit den Piraten: Die ach so transparenten Piraten haben einen bekannten Troll wegen zu großer Transparenz von ihrer Pressemailingliste geworfen. Großartige Zersetzungsmaßnahme. Da kann es nur Gewinner geben. Dieser Troll hat eins aufs Maul gekriegt, das ist aus meiner Sicht ein klarer Sieg, und die Piraten haben gezeigt, wie ernst man ihr Transparenzgefasel nehmen kann, das ist auch ein klarer Sieg. Das hätte die Zersetzungsabteilung eines Geheimdienstes nicht besser orchestrieren können.
Update: "Dem Fefe kann man es halt nicht recht machen". OHHHH DIE SCHMERZEN.
Update: Das "DU DEPP" zieh ich zurück und bitte um Entschuldigung. Das hilft der Diskussion nicht weiter.
Es wird ja hier so dargestellt, als müsse man die Bürger vor dem Staat schützen. Dabei ist das doch anders herum!m(
Oh und jetzt hat Schünemann dementiert, bei den Israelis eingekauft zu haben, kann sich aber auch an den richtigen Namen gerade nicht erinnern. Harrrrr
Und der Chef der Polizeigewerkschaft meint zu den Chinesen im Bundeskanzleramt:
Das sind doch Möglichkeiten, da träumen wir von!Aber wir wollen sie gar nicht!
Und auf die Frage, ob man in Niedersachsen eigentlich mitgeteilt kriegt, wenn man trojanisiert wurde, stammelt Schünemann 10 Sekunden rum, faselt was von Datenschutzbeauftragten und gibt dann auf und räumt ein, es nicht zu wissen.
Und Andreas so "Facebook ist ja von der CIA finanziert." und der Polizeigewerkschaftler so "ja, natürlich". Whoa.
Normalerweise wird Software, die von bayerischen Behörden eingesetzt wird, vom Bayern CERT überprüft. In diesem Fall war dies jedoch, so bestätigte der Leiter der Behörde, "definitiv nicht der Fall".Und weiter noch, falls das jemand nicht mitgekriegt hat:
Auch der Bundestrojaner des Bundeskriminalamts kann übrigens nicht von der technischen Expertise des Bundesamts für Sicherheit (BSI) in der Informationstechnik profitieren. Die Behörde hatte schon vor Jahren eine entsprechende Überprüfung abgelehnt, da damit ein Interessenkonflikt entstünde - das BSI berät auch Bürger, wie sie ihre digitalen Geräte vor Angreifern schützen können.Tja, wenn nicht das CERT und nicht das BSI, wer hat denn dann die besonders eingehende Prüfung durchgeführt? Na? Kommt ihr NIE drauf!
Das bayerische Landeskriminalamt teilte schließlich mit, dass es sich bei den externen Prüfern nicht um versierte IT-Sicherheitsexperten, sondern um Mitarbeiter anderer Landeskriminalämter handle.Das kann man sich gar nicht ausdenken! Die LKA-Spezialexperten haben sich notgedrungen gegenseitig attestiert, dass ihre Software schon OK sei! HARRHARRHARR
Und auch sonst redet sich das LKA Bayern um Kopf und Kragen, deuten gar an, das Gericht habe ihnen die Nachladeschnittstelle erlaubt.
Ich habe zu den Panzern für Griechenland, zu Hadopi und jetzt zu dem Hetzner-Ding jeweils 10 Einsendungen gekriegt, nachdem ich es gebloggt hatte. Und das WISO-Video gestern war Rekordhalter mit über 30 Einsendungen nach dem Bloggen.
Das ist ja eine Sache, wenn mir 100 Leute mailen, dass Steve Jobs tot ist, wenn ich das noch nicht gebloggt habe. Aber wenigstens bei den Sachen, die ich schon habe, da könnt ihr euch und mir viel Zeit sparen.
Das Sammeln der verdächtigen IP-Adressen haben sie übrigens an eine Privatfirma namens Trident Media Guard outgesourced, die dafür auch eine lobende Erwähnung beim Big Brother Award gekriegt hat. Und die sind natürlich voll des Eigenlobes jetzt und behaupten gar das hier:
Das mit dem Sammeln von verdächtigen IP-Adressen beauftragte Privatunternehmen Trident Media Guard (TMG), ausgewählt von Vertretern der Film-und Musikindustrie, gab bekannt, dass man über technische Mittel verfüge, um nachzuweisen, ob eine Streaming-Site Inhalte ohne Erlaubnisse des Rechteinhabers verbreite.Das ist ja schon obergruselig, zumal Google (denen man ja eine gewisse technische Grundkompetenz zutraut) das nicht geschafft hat. Aber wartet, wird noch übler:
Zudem sei man in der Lage, auch Direct Downloads zu beobachten - und "einzugreifen".Das ist technisch nur möglich, wenn sie an zentralen Knotenpunkten im französischen Internet DPI betreiben. Dass eine privatwirtschaftliche Firma so einen Zugriff auf ein ganzes Land hat, das toppt ja sogar noch die Horrorszenarien, die wir gerade aus den Zensurdiktaturen im Nahen Osten hören.
Dem ist ja auch ansonsten nichts peinlich, der nennt schonmal die Justizministerin "ein Problem".
Naja, der Kauder, über dessen Entgleisungen haben wir ja schon häufiger gelacht, da ist noch nie irgendwas von umgesetzt worden, lassen wir den halt bellen. Dachte ich. Bis ich sah, dass der auf seiner Homepage Urheberrechtsverletzungen zu begehen scheint. Ich bin ja nicht oft mit Politikern einer Meinung, aber in dem Fall hat der Kauder Recht. So fiesen Urheberrechtsverletzern gehört sofort das Internet entzogen. Ach was das Internet, der gehört auch gleich von Telefon, Post und Fax abgeklemmt, damit er nicht in Versuchung kommt, auch dort Urheberrechtsverletzungen zu begehen!1!!
Update: Der Kauder-Link mit der Justizministerin bezieht sich auf seinen Bruder Volker, der Rest ist Siegfried Kauder. Es passte einfach zu schön. :-)
Und Gratulation an der Stelle natürlich auch an die Piraten für das sensationelle Ergebnis. Ich habe gehört, dass deren Satzung sagt, Koalitionsgespräche müssen live öffentlich ins Internet gestreamt werden, und alle Entscheidungen für Koalitionsverhandlungen gehen durchs Liquid Feedback. Es ist nicht zu erwarten, dass sich da die anderen Parteien drauf einlassen werden, wenn sie eine andere Wahl sehen. Aber wenn sie sich drauf einlassen, werde ich meine strategischen Popcornreserven erweitern müssen.
Update: Die PARTEI feiert auch mit :-) Und zwar, indem sie zusammen mit der Hedonistischen Internationalen die FDP-Wahlparty gekapert haben. Dass die FDP überhaupt eine Wahlparty angesetzt hat, zeugt ja schon von einer ungeheuren, geradezu sagenhaften Realitätsferne.
Update: Whoa, mich erreicht gerade zu dem Thema ein beeindruckend guter politischer Spin von den Piraten Thüringen. Kurz gesagt: das sei ja DIE CHANCE für Nichtwähler. Normalerweise können die ja nur Leute reinwählen, nicht Leute rauswählen. Man kann seinen Protest also nur zeigen, wenn man für jemanden anderen stimmt. Jetzt hat man die einmalige Chance, die Piraten zu wählen, und damit SPD und CDU und so rauszuwählen, ohne dafür jemanden reinwählen zu müssen, mit dem man möglicherweise nicht übereinstimmt. Das hinkt natürlich, das Argument, und weil Nerds nicht lügen können, schreibt der gute Mann das auch selber in seinem Beitrag.
Wir dürfen nicht vergessen, dass die EU-Vorgaben eine umfassende Vorratsdatenspeicherung vorsehen.Das ist ja auch das einzige Argument, das die Verräterpartei noch hat. Alle anderen haben wir ihnen zerschossen.
Und ich finde, es ist an der Zeit, sich mit diesem Argument mal offensiv zu beschäftigen. Stimmt das eigentlich, dass wir hier unter Zugzwang sind, weil "die EU" eine Regelung gemacht hat? Warum hat die EU denn so einen Müll überhaupt in Erwägung gezogen? Weil Deutschland dafür war. Deutschland war dafür, weil unsere Junta es bei uns nicht durchgekriegt hat. Also haben sie es auf EU-Ebene gemacht. Die selben Flachpfeifen, anderes Gremium, damit sie jetzt hier dieses "Sachzwänge"-Scheinargument bringen können.
Wenn wir uns mal die Realitäten in der EU angucken, dann ist Deutschland eh schon immer der größte Nettoeinzahler. Wir finanzieren die EU. Nicht alleine, nein. Aber zum Gutteil. Wir haben auch mit Abstand den größten Einfluß in der EU. Gerade jetzt im Zeitalter der Rettungsschirme und Eurobonds ist es Otto Schilys Nachfolger Wolfgang Schäuble, der die EU nach unserer Pfeife tanzen lässt. Wenn Deutschland sich jetzt hinstellt und sagt, hey, das mit der Vorratsdatenspeicherung, das tut uns leid, das war faschistoide Scheiße, gerade wir hätten das besser wissen sollen, lasst uns das mal zurückrollen. Was glaubt ihr, wie lange das dauern würde, bis die EU das zurückrollt?
Aus meiner Sicht ist das ganze EU-Sachzwang-Gefasel ein von langer Hand vorbereiteter Schwindel, um uns hier im politischen Mitspracherecht einzuschränken.
Nein, wir wollen das nicht. Und wir wollen das auch nicht für die anderen EU-Länder. Es wird an der Zeit, dass wir das mal so ansagen, glaube ich. In diesem Sinne: Am Samstag ist die Freiheit statt Angst-Demo in Berlin. Kommt zahlreich!
According to a computer expert on Dutch public broadcaster NOS, the government can no longer guarantee the security of its websites. This means, for instance, that the internet identification site DigID is no longer reliable, which citizens use for various government services.Und wenn man jetzt auf Regierungssseiten mit seiner Bürger-ID Dinge zu tun versucht, kriegt man eine fette Warnung, dass die Integrität der Seiten nicht gewährleistet werden kann. Der Hammer an der ganzen Geschichte ist:Diginotar has been reportedly aware of the problem since 19 June, but did not report it to the authorities. The Dutch authorities were informed by an Iranian source.DAS ist natürlich der Todesstoß für eine Firma, deren Geschäftsmodell auf Vertrauen fußt. Über Eck erfahre ich gerade von ein paar Holländern, dass deren Zertifikate auch zur Absicherung der "Lawful Interception"-Schnittstellen benutzt wurden, also zum Beschnüffeln der Bürger. Ich denke mal, dass das den Ausschlag gegeben haben wird. Das ist ja seit vielen Jahren eine Warnung aus dem CCC bezüglich Lawful Intercept Schnittstellen, dass man da nicht ausschließen kann, dass sich jemand unbefugtes Zugang verschafft.Jedenfalls ist es beeindruckend, dass die da nicht "too big to fail" gesagt und sich rauszuwieseln versucht haben. Innerhalb von 5 Tagen nach Herauskommen des Problems ist die CA futsch. Keine schlechte Zeit!
Da kann sich RSA mal eine Scheibe von Abschneiden.
An erster Stelle Julian, der hat dem Guardian die Cables mit gnupg verschlüsselt gegeben, indem er sie auf den öffentlichen wikileaks.org-Server hochlud, unter einem "geheimen" (nicht verlinkten) Pfad. Und dann hat er vergessen, diese Datei wieder zu löschen, als der Guardian sich die gezogen hatte.
Der Schutz dieser Daten bestand a) aus dem Passwort und b) daraus, dass der Pfad "geheim" und nicht verlinkt war.
Später haben dann die Daten die Runde gemacht, weil es auch einen Torrent mit den Daten vom Webserver gab. Und da gehörten eben auch diese verschlüsselten Dateien dazu. Die hießen sowas wie "/xyz/z.gpg".
Wikileaks hatte Regeln für den Umgang mit der Presse. U.a. stand da drin, dass es nicht ein Master-Passwort gibt, sondern eines pro Medienpartner. Dagegen hat Julian in diesem Fall verstoßen.
Die nächste Figur ist David Leigh, ein Guardian-Reporter. Der hat damals von Julian die Daten und die Passphrase gekriegt. David Leigh schreibt daraufhin ein "Enthüllungsbuch" und wählt die Passphrase als Überschrift für das Kapitel 11. Der Kontext in dem Buch zeigt, dass er nicht annahm, dass die Passphrase noch gültig ist bzw noch irgendwas öffnen würde.
Die dritte Figur ist Daniel, der die Passphrase wiedererkannt und dann offenbar Medienpartnern erzählt hat, dass man damit die unredigierten Cables öffnen kann. Auf ihm lastete die Beweislast für seine Ansage, dass Wikileaks ja keinen ordentlichen Quellenschutz garantieren könne. Und die Medien machten ihm Druck deswegen. Wann er da wem was gesagt hat, das kann ich von außen auch nur spekulieren, aber dass der Freitag (Daniels Openleaks-Medienpartner) plötzlich aus blauem Himmel in der Lage ist, da die Puzzlestücke zusammenzusetzen, und diesen katastrophalen Dammbruch-Artikel zu veröffentlichen, das halte ich für keinen Zufall. Dort beschreiben sie, dass es eine Datei im Internet gibt, dass es ein Assange-Passwort im Internet gibt, und dass man mit dem Passwort die Datei entschlüsseln kann. Damit war dann auch dem letzten Idioten klar, dass er nach "wikileaks torrent" und nach "assange password" googeln muss und dann die Passphrase auf alle Dateien im Torrent ausprobieren muss und dann fallen da die Cables raus.
Das Problem ist, dass man da beim Schuldzuweisen Interpretationsspielraum hat, und Stellen, an denen Aussage gegen Aussage steht.
Julian wirft dem Leigh vor, dass er die Passphrase veröffentlicht hat. Der sagt nun, Julian habe ihm damals angesagt, dass die Passphrase nur temporär und danach wertlos sei. In seinem Buch ergibt sich tatsächlich nicht der Eindruck, dass ihm bewusst war, dass die Passphrase noch irgendwas öffnen kann. Aber dass die nur temporär war, schreibt er halt auch nicht explizit. Insofern könnte das eine Schutzbehauptung sein. Ich kenne den Leigh nicht, aber würde da im Zweifelsfall auf Verpeilen tippen, nicht Bösartigkeit. Bei mir hat der jetzt verkackt, weil er eine Passphrase veröffentlicht hat. Sowas tut man niemals nie nicht unter gar keinen Umständen, schon gar nicht wenn die von jemand anderem ist.
Auf der anderen Seite muss Julian im Umgang mit Journalisten soweit Erfahrung haben, dass er davon ausgeht, dass Journalisten im Umgang mit Technik inkompetent sind und für eine gute Schlagzeile auch gerne mal Zusagen ignorieren. Dass er da keine Temp-Passphrase genommen hat, und die Datei auf dem Webserver gelassen hat, das hat er verkackt und kann das auch niemandem sonst anlasten.
Oh übrigens, falls ihr euch gefragt habt, wieso Julian eigentlich überhaupt von Daniel ein Backup der Daten brauchte und nicht selber eines hatte: die Antwort steht in dem Spiegel-Wikileaks-Buch ab Seite 267. Julian flog mit der SAS von Schweden nach Berlin und hatte einen Koffer aufgegeben. In dem Koffer waren seine drei Laptops. Mit den verschlüsselten Daten. Überraschenderweise kam der Koffer nicht an. Also DAMIT konnte ja wohl NIEMAND rechnen!1!!
Wer hat jetzt also Schuld? Daniel? Dem kann man bisher wenig anlasten in der Richtung, zumindest in den Teilen, mit denen er sich tatsächlich zitieren ließ. Meine Vermutung ist ja, dass der von seinen Kumpels beim Freitag gesäckelt wurde, wie denn das jetzt ist mit Wikileaks und dem Quellenschutz, weil Julian ja immer wieder darauf hinwies, dass da ja nie jemand zu Schaden gekommen sei. Und da hat Daniel dann, vermute ich mal, sich mit denen hingesetzt und denen gezeigt, wie man mit dem Passwort aus dem Guardian-Buch und den Dateien aus dem Torrent und gnupg die unredigierten Cables aus dem Hut zaubert.
Ich schätze Daniel übrigens nicht als Marodeur ein. Der wird denen das gesagt haben, damit sie eine Antwort haben, nicht damit sie es publizieren. Aber so ist das halt bei der Presse. Auf "off-the-record" kann man sich da nicht verlassen. Manchen Medien ist da die schnelle Schlagzeile wichtiger als Absprachen oder Menschenleben. Immerhin ist es mir eine Genugtuung, dass der Freitag sich damit auch alle zukünftigen Chancen zerschossen hat, dass ihnen jemals jemand was leaken will. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ich von mehreren Seiten die gegenteilige Einschätzung gehört habe, dass die Fragen so klingen, als habe Daniel sie dem Freitag diktiert und überhaupt sei das eine Agenda von Daniel gewesen, um Wikileaks anzupinkeln. Kann ich nicht beurteilen, ist Hörensagen, im Zweifelsfall für den Angeklagten.
Objektiv liegt die Hauptschuld hier bei der Presse, in Form von Leigh vom Guardian und Krafft vom Freitag, die die wichtigen Details veröffentlicht haben. Das Veröffentlichen einer verschlüsselten Datei ist kein Grund für Kritik, denn dafür ist sie ja verschlüsselt, damit man sie veröffentlichen kann.
Ebenso objektiv liegt die Hauptschuld aber dann doch bei Julian und Daniel. Julian, weil er hätte wissen müssen, wie man Presse handled, weil seine OpSec Scheiße ist, weil er die Datei da hat liegen lassen, und weil er die Passphrase wiederbenutzt hat. Hätte Julian sich an die OpSec-Regeln von Wikileaks gehalten, hätte die Datei für den Guardian eine eigene Passphrase gekriegt, Leigh hätte sie abdrucken können, Daniel hätte sie nicht wiedererkannt, und all die Scheiße jetzt wäre uns erspart geblieben. Daniel, weil er das nicht hätte rausplappern müssen. Dadurch hat er das große Fass erst aufgemacht. Ja, das Fass hatte vorher schon ein Leck. Aber das erteilt ihm keine Absolution.
Man sieht aber ganz gut, wie sich da aus lauter kleineren Fehlern eine Scheiße-Lawine ergab, in denen die Leute die Lage mit Folgefehlern nur schlimmer gemacht haben, aus dem Bedürfnis heraus, ihren Hintern bezüglich der früheren Fehler abzudecken.
Soweit zu meiner Bewertung der Lage. Dementis von Leigh, Krafft, Julian oder Daniel nehme ich unter der bekannten Adresse gerne entgegen :-)
Update: Ich muss mich korrigieren. Ich schrieb, wenn das ein Einmal-Passwort gewesen wäre, dann hätte Leigh das veröffentlichen können. Hätte er natürlich trotzdem nicht, weil ein Geheimdienst, der das mitgeschnitten hat, dann auch die Cables entschlüsseln könnte. Das war so gemeint, dass Daniel dann die Passphrase nicht wiedererkannt hätte. Das wäre immer noch lausige OpSec gewesen, aber der Shitstorm wäre uns erspart geblieben.
intelligence gathering in direct support of military operations does not trigger constitutional rights against illegal searches and seizures.undA warrantless search can be constitutional "when special needs, beyond the normal need for law enforcement, make the warrant and probable-cause requirement impracticable."Die Formulierung erinnert mich ein bisschen an unsere gesetzlichen Regelungen im Terror-Gesetz für die BKA. Ach nee, das anders zu machen wäre jetzt unpraktisch, äh, unpraktikabel, das machen wir nicht.
Zehntausende Haushalte hatten vorübergehend keinen Strom, weil die Energielieferung vorsorglich eingestellt wurde.Wir reden hier von New York, wo der Sturm recht abgeschwächt ankam. Da sind ein paar Äste abgeknickt, ein paar Straßen überflutet (lies: Pfützenbildung), ein paar Baustellen-Absperrungen umgeworfen. Nichts erwähnenswertes also. Meine Vermutung ist, dass wir in nächster Zeit noch eine Packung Gebrubbel hören werden, wo man überall bessere Vorbereitungen für sowas gebraucht hätte, damit sich Obama positiv von Bushs Katrina-Verkacken abhebt, als jemand, der sich wirklich für die Nöte seiner Bevölkerung interessiert.
Im Übrigen sei nochmal auf die Wahlversprechen von Obama hingewiesen. Es ist erstaunlich, wie man das heute völlig anders parsed als früher. Er spricht sich nicht gegen Kriege aus, sondern gegen "misguided wars". Er verspricht nicht das Ende vom Abhören von Amerikanern, sondern das Ende des illegalen Abhörens von Amerikanern. "No more ignoring the law when it is inconvenient" klingt heute auch ganz anders.
Ich finde das eine spannende Entwicklung. Ist das jetzt ein Spiegel der Gesellschaft und das ist eh schon im Mainstream-Bewusstsein angekommen als Problem bzw "so wird unsere Zukunft"? Oder werden Computerspiele halt von Leuten gemacht, die sich im Internet aufhalten, und die sich dort von Verschwörungsblogs haben radikalisieren lassen?
(Übrigens: kurzer Hinweis am Rande: das Geld für Deus Ex kann man sich auch sparen und stattdessen auf dem Grabbeltisch für 10 Euro Alpha Protocol kaufen, das ist praktisch das gleiche Spiel, sogar vom Stil her fühlt sich das gleich an. Deus Ex kann man auch in ein paar Wochen im Sonderangebot kaufen. Mir ist unbegreiflich, wieso Alpha Protocol damals nur so 60% Rating kriegte, aber Deus Ex jetzt 90%)
Die Polizei bestritt, chaotisch oder grob gewesen zu sein, und berief sich auf Eile durch "Gefahr im Verzug".Oh aber natürlich!
Hier ist mein Gedankengang dabei.
Daniel hat ja angesagt, dass er die Daten nur zurückgeben will, wenn Julian eine ordentliche Sicherheit nachweisen kann. Damit hat er öffentlich angesagt, dass er für die Sicherheit der Whistleblower verantwortlich ist. Damit hat er aber meines Erachtens auch die Möglichkeit zersägt, zu einer Einigung zu kommen. Denn nehmen wir mal an, Julian kommt jetzt und hat irgendwas gebaut. Daniel hat ja die Verantwortung übernommen für die Submitter. Er kann das also nicht übergeben, außer er ist sich sicher, dass Julians Installation sicher ist. Wie will er das prüfen? Kann er das überhaupt prüfen? Warum würde er das prüfen wollen? Das ist immerhin die Konkurrenz, und er muss ja eigentlich seine Zeit lieber für die Prüfung seiner eigenen Plattform investieren, nicht für Julians.
Letztlich hat Daniel nur zu verlieren, wenn er sich darauf einlässt. Daher glaube ich nicht, dass das passieren wird.
Für die Bevölkerung und Whistleblower an sich wäre das natürlich perfekt, wenn sich Julian und Daniel einen Bug-beim-Konkurrenten-Finden-Wettrennen liefern, denn am Ende werden dadurch beide Plattformen sicherer. :-)
Der Punkt ist jedenfalls: Daniel kann die Daten gar nicht zurückgeben. Weil er damit bestätigen würde, dass Julians Plattform sicher ist. Und was, wenn dann doch was verloren geht von den Daten? Dann ist Daniel in der Haftung, zumindest PR-technisch. Wenn Julian wirklich so böse ist, wie Daniel es zu glauben scheint, dann müsste Daniel ja sogar damit rechnen, dass Julian die Daten absichtlich "verliert", um dann Daniel schlecht aussehen zu lassen.
Kurz gesagt: Daniel hat sich mit der Äußerung in eine Ecke manövriert, aus der es kein Entkommen gibt.
Die jetzt diskutierte Variante mit dem Löschen ist der einzige Kompromiss, den es für Daniel überhaupt noch geben kann. Daher wundert mich nicht, dass das jetzt diskutiert wird. Ich hatte das auf dem Camp auch mal angesprochen in kleinem Kreis, aber Daniels Team war schneller, die haben das schon diskutiert, bevor mein Vorschlag bei ihnen ankam.
Löschen ist schon mal gut, weil Daniel damit sich und sein Projekt vor zukünftigem Schaden freistellt. Die Existenz dieser Daten ist ein Damoklesschwert. Ich kann sowieso nicht verstehen, wie er mit so einer Tretmine in seiner Nähe überhaupt so lange leben konnte. Wenn man bedenkt, wie handgreiflich die Amerikaner mit Bradley Manning umgegangen sind, und dass in diesen Leaks womöglich weitere Daten ähnlicher oder sogar höherer Brisatz sein könnten, dann wäre mein Instinkt an seiner Stelle gewesen, das sofort loszuwerden bzw. gar nicht erst mitzunehmen.
Aber das Problem löst das Löschen nicht. Denn das ist auf seine Art ja auch ein Verrat an den Whistleblowern. Die haben teilweise ihr Leben riskiert, um die brisanten Daten an Wikileaks weiterzureichen. Und bei dem Vertrauen, das Wikileaks genossen hat, und der möglichen Brisanz der Daten, da kann ich es mir gut vorstellen, dass Whistleblower die Daten bei sich entsorgt haben nach dem Abschicken an Wikileaks. Wenn ich Whistleblower wäre, würde ich das zumindest so machen. Man will ja keine Beweise hinterlassen, die einen als Whistleblower inkriminieren! Die Daten wären dann jetzt allerdings vernichtet, wenn Daniel die wirklich löscht. Damit wäre zwar das Zickenkrieg-Problem entschärft, aber die Whistleblower hätten umsonst ihr Leben riskiert.
Und das andere Problem ist natürlich, dass wir ja hier eine Vertrauenskrise haben. Wenn jemand Daniel bisher nicht geglaubt hat, dann wird er Daniel auch jetzt nicht glauben, dass er nicht vor dem Löschen noch schnell ein Backup gezogen hat.
Daher betrachte ich das Löschen eher als Geste als als Lösung. Aber immerhin ist es überhaupt mal eine Geste. Die anderen Aspekte dieses Grabenkrieges erinnern ja eher an die Schützengräben von Verdun als an eine Verhandlung, bei der man sich noch irgendwie gütlich einigen kann.
Meine Befürchtung ist, dass es keine Lösung für das Problem gibt. Außer Daniel und Julian vertragen sich wieder, aber die Chancen dafür sind wohl eher gering.
Seufz.
Eine andere Alternative, die man noch diskutieren könnte, wäre dass Daniel die Daten an eine vertrauenswürdige 3. Partei abgibt, die dann die Metadaten bereinigt und die Daten an Julian weitergibt. Das halte ich aber auch für nicht gangbar. Erstens: wer übernimmt die Verantwortung? Daniel wäre PR-technisch immer noch in der Haftung.
Zweitens: welche 3. Partei soll das denn bitte sein? Der CCC ist ja wohl eher ausgeschieden jetzt.
Und Drittens: wieso sollte Julian sich darauf einlassen? Der kann doch gerade eh nichts veröffentlichen aus seinem Hausarrest heraus, und ist spieletheoretisch in der perfekten Situation, dass er immer anklagend auf "den Saboteur Daniel" zeigen kann. Der hat nur zu verlieren, wenn er darauf eingeht. Oh und im Übrigen, wenn er die Daten kriegt, und dann wieder Leaks zu veröffentlichen anfängt, dann hat er bestätigt, dass er keinen eigenen Submission-Prozess hinkriegt, und auf Daniels Zuarbeit angewiesen ist, um überhaupt Inhalte anbieten zu können. Warum sollte er das machen?
Update: Es ist natürlich nicht hilfreich für das Narrativ, wenn Daniel sich seine Anforderungen an Quellenschutz bei Julian dann mit Äußerungen wie dieser torpediert:
Auf Nachfrage bestätigt Domscheit-Berg, die entsprechende Formulierung im Freitag-Interview sei unpräzise und ihm bei der Autorisierung „durchgerutscht“. In der Tat hätten einige der Aktivisten theoretisch Zugriff auf die Daten, allerdings werde Openleaks die Daten nicht nutzen.
Update: Vielleicht interpretiere ich das auch falsch gerade und die wollen wirklich gar nicht die Daten löschen sondern nur die Schlüssel. Das hielt ich bisher für eine Fehlberichterstattung der Medien, weil die den Unterschied nicht verstehen. Das Löschen des Schlüssels könnte man als Ausdruck der Zusage nehmen, dass Openleaks die Daten gar nicht verwerten will. Das glaubt m.E. eh niemand. Dann wäre die ganze Aktion eine völlige Nullnummer, denn der Einzige, dem man das beweisen müsste, Julian, glaubt das sicher nicht. Da könnten ja noch "Backups" von dem Schlüssel bei Daniel im Wohnzimmer rumliegen oder so.
Es geht darum, dass Daniel damals bei WikiLeaks eine Festplatte mit verschlüsselten Daten mitgenommen hat (Update: das schreibt er u.a. in seinem Buch). Auf der Platte waren wohl die eingereichten Daten von ein paar Monaten (Wochen?) drauf, und Julian wollte die Daten natürlich wiederhaben. Daniel/OpenLeaks hat dann argumentiert, dass Julian gar keine Zusagen machen kann, dass die Anonymität der Leaker gewährleistet ist, was ja angesichts der Lage von Julian mit Hausarrest und Fußfessel und Überwachung und co auch nicht von der Hand zu weisen ist. Der CCC hat sich dann angeboten, als die beiden Parteien nicht miteinander reden wollten, als Mittelsmann bei der Übergabe zu helfen, und damals auch die Zusage von Daniel gekriegt, dass wir die Platte innerhalb von zwei Wochen übergeben kriegen. Das war vor 11 Monaten. Seit dem ist nichts passiert. Daher gibt Andy Müller-Maguhn jetzt auf und stellt offiziell das Angebot ein, die Daten übergeben zu wollen.
Man kann jetzt debattieren, ob das über einen Spiegel-Artikel hätte laufen müssen, das finde ich persönlich übertrieben. Aber für mich ist auch ziemlich klar, dass ich mich da nicht mehr groß involvieren will, weil ich von beiden Seiten (Update: gemeint ist von Julian und Daniel) Dinge gesagt bekommen haben habe, die sich später als unwahr herausstellten. Aus meiner Sicht fehlt es da an einer Vertrauensgrundlage. Auch das ganze Transparenz-Erzählen nervt mich, wenn dann weder der Quellcode noch das Konzept noch der Businessplan offengelegt sind. Ich finde es schade, dass wir jetzt keine Leak-Plattform haben, aber glaube angesichts der aktuellen Lage nicht, dass von Julian oder Daniel in absehbarer Zukunft eine solche Plattform kommen wird, zu der ich dann auch hinreichend Vertrauen haben könnte, um möglichen Whistleblowern raten zu können, dort ihre gefährlichen Inhalte zu leaken.
Update: Kleine Anmerkung noch: es gibt kein CCC-Gütesiegel. Der CCC hat sich immer bemüht, das auch klar so zu kommunizieren. Vom CCC wird niemals eine Aussage der Art "wir haben das getestet und für gut befunden" geben. Der CCC testet generell keine Produkte. Anders herum wird ein Schuh daraus: der CCC deckt gelegentlich Sicherheitsprobleme auf. Die erheben dann aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Und was der CCC auf keinen Fall zulassen wird, ist dass Firmen oder Projekte damit werben, vom CCC getestet worden zu sein. Das ist die Basis, auf der die gesamte Glaubwürdigkeit des CCC ruht, und daher reagiert der CCC gerade so gereizt angesichts der OpenLeaks-auf-dem-Camp-getestet-Sache. Daniel weiß das auch und ich bin mir ziemlich sicher, dass er das der Presse auch nie so gesagt hat. So ist es aber offenbar angekommen und daher muss der CCC diesen Eindruck jetzt schnell und nachhaltig korrigieren.
Ein Super PAC ist jetzt eine neue Art des PAC, bei der es eben kein Limit für die Größe der Spenden und Ausgaben gibt. Super PACs müssen sich nicht mit den Kandidaten oder Parteien koordinieren und müssen auch nicht ihre Spender offenlegen.
So macht man heute Parteispenden in den USA. Auf der anderen Seite muss man fairerweise sagen, dass die Amis auch kein System wie bei uns haben, bei denen Parteien nach der Wahl ihre Wahlkampfausgaben erstattet kriegen können, je nach dem wieviele Stimmen sie eingefahren haben. Insofern ist Wahlkampf in den USA immer eine Casino-Zockerei, und die Kandidaten sind eher versucht, Spendern nach der Wahl freundlich gestimmt zu sein.
Update: Es gibt einen Bekenner-Interview (Danke, Mathias)
Nun, in Prinzip ja, nur haben die Banken das zurückgezahlt, indem sie sich von anderen Treasury-Programmen Geld geliehen haben, um das zurückzahlen zu können.
All of which is to say that these banks repaid cash owed to a program run by the Treasury Department by. . . borrowing from another program run by the Treasury Department.Super, so ein Aufschwung! Wie wir die alle gerettet haben, da können wir uns jetzt richtig gut fühlen!Und was das für ein schöner Win-Win ist! Die Banken können demonstrieren, dass sie stabil sind und die Kohle eigentlich gar nicht brauchten. Die Regierung kann demonstrieren, dass ihr Vertrauen in die Banken gerechtfertigt war und ihr Programm ein Erfolg war.
Das Potential für Terrorismus in Norwegen ist stark.Aaaaaa-ha. *fazialpalmier*
Aber ich KONNTE sie nicht mit der RegKoalition abstimmen, weil die Einzelpositionen so von mir nicht getragen werden konnten --> schließlich bin ich für die gegenteiligen Positionen auf die Straße gegangen - und habe Proteste dagegen initiiert.Ich finde das kein tragfähiges Argument, dass er das nicht mit der Regierungskoalition abstimmen konnte, denn er ist da seinem Gewissen verpflichtet, nicht der Regierungskoalition. Die Widersprüche, die er da anspricht, mag es wohl geben, aber das ändert nichts daran, wie es jetzt aussieht.
Und so sieht es aus: padeluun (und die anderen Teilnehmer der Enquete) kriegen dafür Geld, dass sie da hingehen. Padeluun hat sich Visitenkarten drucken lassen für seine Position dort. Jetzt hatte er die Chance, den Geldfluss zu verlängern, was für einen chronisch klammen Aktivisten sicher ein verlockendes Angebot ist. Entweder für die gute Sache stimmen oder für einen sicheren Geldfluss. Und er hat für den Geldfluss in Form einer Verlängerung gestimmt. So sieht das leider aus.
Ich will gar nicht mal behaupten, dass das auch so geschehen ist, oder gar padeluuns Darstellung bestreiten. Aber es sieht einfach mal nicht gut aus, und das Ergebnis ist, dass die Enquete sich jetzt nicht für die gesetzliche Festschreibung von Netzneutralität ausgesprochen hat, obwohl die Mehrheit dagewesen wäre, wenn padeluun dafür gestimmt hätte.
Tut mir leid, wenn ich jetzt hier unsolidarisch wirke, wie mir auch vereinzelt vorgeworfen wurde, aber so leicht kommt padeluun da nicht raus.
Das Hauptproblem für mich ist, dass diese Strategie so offensichtlich aussieht. Im politischen Geschäft hat man Analysten, die die Schwächen der Gegenseite herausfinden, damit man sie gegen sie verwenden kann. Und die erste offensichtliche Schwäche bei uns Aktivisten ist, dass wir im Gegensatz zu den gutbezahlten Abgeordneten potentiell bestechlich sind :-) Jedenfalls war das immer das Argument für die hohen Diäten *hust*
Und mit der Visitenkartennummer hat padeluun denen die zweite angreifbare Schwäche offenbart, nämlich dass ihm die Position am Herzen liegt, und man mit einer Verlängerung sein Ego streicheln kann.
Wenn ich also CDU-Analyst wäre, wäre das die offensichtliche Taktik gewesen, um padeluuns Stimme zu kaufen. So haben sie es gemacht und der Rest ist Geschichte.
Also, zusammenfassend gesagt: mag alles sein, padeluun, und tut mir auch ein bisschen leid, dass du da jetzt so die Arschkarte gezogen hast, aber da musst du jetzt durch. Ich bleibe bei meiner Darstellung.
Übrigens, um das mal ganz klar zu machen: ich unterstelle ihm da keine Bösartigkeit oder Sabotageabsichten. Die haben ihm halt eine Falle gestellt und er ist reingelaufen. Da kann man jetzt über die Motivation oder Gründe spekulieren, aber am Ende des Tages bleiben die Fakten, dass die Enquete-Kommission sich mit seiner Stimme für die gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität ausgesprochen hätte, und er andersherum abgestimmt hat.
Update: Ich werfe padeluun keine Bestechlichkeit vor. Ich sage, dass es so aussieht. Das ist in der Politik allerdings praktisch genau so schlimm. Padeluun ist mein Freund und ich will ihm nichts Böses. Das soll kein Bashing sein hier, sondern es soll uns helfen, solche Scheißsituationen in Zukunft zu verhindern. Jetzt ist das Kind eh in den Brunnen gefallen.
Die hat ihr Mandat über Werbung mit dem Doktortitel gekriegt, das war auf den Wahlplakaten drauf. Daher finde ich: Weg mit dem Mandat, nicht nur Ausschuss-Bäumchenwechseldich!
Gut, wenn ich so einen Dienst anbieten wollen würde, wären die Daten selbstverständlich verschlüsselt, und zwar vom Design her so, dass ich die Keys nicht speichere, sondern dass die sich aus den Passwörtern ergeben, damit selbst wenn jemand in meinem Rechenzentrum alle Platten klaut, die Daten der Kunden sicher sind. So würde man das machen, und man würde es offen kommunizieren, damit man im Fall von "die Daten sind irgendwo aufgetaucht" plausible deniability hat.
Auch Dropbox hat einige nebulöse Andeutungen gemacht, die man so deuten konnte, als hätten sie da ordentliche Krypto am Start. Aber dann passierte das hier: Man kam ein paar Stunden lang versehentlich ohne Passwort an jedermanns Account heran. Damit ist klar: die Daten sind nicht so verschlüsselt, dass Dropbox da nicht rankäme. Und ich fühle mich in meinem Zynismus vollauf bestätigt und kann nur weiterhin jeden warnen, seine Daten irgendwelchen Webdiensten anzuvertrauen. Mir ist ja völlig unklar, was in den Köpfen der Leute vorging, die da ihre Korrespondenz gelagert und ihre persönlichen Daten dorthin "gebackupt" haben. WTF?
Heute der Brüller dazu: Das ehemalige Nachrichtenmagazin berichtet, das BKA habe das geprüft. Klar, müssen sie, Massenmord ist ein Offizialsdelikt.
So prüfte das im rheinischen Meckenheim angesiedelte Staatsschutz-Referat ST 44 des BKA auch Hinweise auf einen angeblichen Plan für einen Nuklearbombenanschlag beim Eröffnungsspiel. Eine "Internet-Recherche" habe jedoch ergeben, schrieb die Kriminalhauptkommissarin L., dass der Auslöser der Alarmmeldungen "mit hoher Wahrscheinlichkeit" ein im Netz kursierender Film gewesen sei, in dem von einem Attentat am 26. Juni um 19 Uhr in Berlin fabuliert werde. Die Polizistin folgerte: "Die Inhalte des Videos sind als gefährdungsirrelevant einzustufen." Die Tipps seien dem "Hoax-Phänomen zuzurechnen" - also eine Internetlüge.Das BKA hat sich da also auch nicht mehr Mühe als ich gegeben, bevor sie das verworfen haben. "Internet-Recherche", haha :-)
Das Problem ist halt, dass solche Verkäufe am Markt sichtbar sind, und damit die anderen Eigentümer solcher Anleihen auch Panik kriegen und lieber verkaufen. Und wenn das genügend viele machen, dann ist das eine selbsterfüllende Prophezeihung. Dabei ist es ja eigentlich anders herum. Wenn alle verkaufen, sind die Preise tief, dann muss man kaufen. Kaufe billig, verkaufe teuer. :-)
Inhaltlich geht mir Apple ja weitgehend am Arsch vorbei, wie die da Google, Microsoft und Facebook hinterherhecheln mit ihren "wir aber auch" Nachbau-Angeboten, aber eine Sache muss mal angesprochen werden: ihr habt ja sicher mitgekriegt, dass unsere Parlamentarier die Ipads als Statussymbol entdeckt haben. Jetzt schiebt Apple die Daten in die Wolken. Für die Souveränität unseres Parlaments ist das kein gutes Zeichen, denn Apple wird von Gesetzesentwürfen und internen Positionspapieren dann früher (bzw überhaupt!) wissen als das Gros unseres Parlamentes, geschweige denn die Bürger. Das ist eine ausländische Firma! Das darf man an der Stelle nicht aus den Augen verlieren!
Update: und von Lobbyistenterminen, natürlich. Vielleicht hat das ja auch was Gutes, wenn die Daten alle digital im Internet rumliegen. Man kann das ja auch als Ansporn sehen, wenn man ein Hacker ist.
Und mit Mauer ist gemeint, dass die da das volle Programm installieren, von Bodenradar bis Infrarotkameras. (Danke, Frank)
Ich weiß nicht, ob ihr das wusstet, aber in Las Vegas gibt es ja an den Tankstellen kostenlos Aspirin. Damit die verkaterten Leute weitersaufen und noch mehr Kohle verzocken können. Und im Supermarkt in den USA kann man Aspirin im 500-Pillen-Pack für 4 Dollar kaufen, nur damit ihr mal seht, wie sehr wir hier abgezockt werden. Für 4 Dollar kriegt man bei uns nicht mal 20 Aspirin.
Bitcoin ist ein System für dezentrales digitales Geld, das in den USA gerade viel Presse kriegt. Eine Eigenschaft des Systems ist, dass man sich selber Geld machen kann. Dafür muss man mathematisch schwierige Aufgaben lösen, was Computer-Rechenzeit verbrät, damit Gelderzeugen mit Kosten verbunden ist und sich nicht jeder beliebig viel Geld aus dem Nichts erschaffen kann.
The GAO report estimates that as many as 4,500 stimulus recipients could owe upwards of $909 million in taxes despite receiving a combined $29 billion in stimulus funds. The total amount of unpaid taxes is likely much higher, because IRS records reviewed for the report didn’t include amounts owed by recipients who failed to file tax returns, GAO said.Also DAMIT konnte ja wohl NIEMAND rechnen!1!!
Klickt auch drauf auf das Foto, dann kriegt ihr eine größere Version, in der man das Kleingedruckte unten entziffern kann! (Danke, David)
The award was presented "behind closed doors with no media coverage or public access allowed," the AP reports. The meeting was also reportedly not on the president's official schedule.
Dabei verstrickte sie sich in Widersprüche über die Dauer und den Zweck ihrer Reise.Äh. Dass gelangweilte Zöllner Passagierinnen auf die Titten starren, ok, geschenkt, das ist halt nicht gerade ein Traumberuf, da kriegt man dann eben auch nicht die schärfsten Analytiker. Aber die Frau war 52! Jetzt befragen sie schon 52jährige Holländerinnen im Zug, weil sie die Brustform auffällig finden?! Und wenn sie dann stottert wegen des Sinn ihres Trips (vielleicht weil das eine Privatsache ist und die Zöllner nichts angeht?!), dann gibt es eine Durchsuchung bis unter die Unterwäsche?Bei der Durchsuchung fand eine Kollegin der Schweizer Grenzwacht dann die brisante Push-up-Einlage.
Krass. Ich dachte wir haben noch ein paar Jahre, bis wir unsere Zivilisation soweit zurückgedreht haben.
The army also warned it would respond "very strongly" if its old rival India carried out any "misadventure", saying: "There should be no doubt about it."The Pakistan army, which has long been seen as the most effective institution in an unstable country, has been facing growing domestic criticism over the perceived violation of country's sovereignty when U.S. forces conducted raid without informing Pakistan.
[…]
While few in Pakistan supported bin Laden and his ideology, violations of sovereignty can provoke street protests and media outrage.
Bei den Pakistanern hat jedenfalls die Einsicht eingesetzt, dass sie jetzt auch den Amis gegenüber mal echt insistieren müssen, dass die ihre Souveränität achten. Ich finde an der Stelle das interessanteste Gedankenspiel, wie wir eigentlich reagieren würden, wenn die Amis in Deutschland irgendwelche Special Forces Einheiten rumlaufen und Leute erschießen lassen. Mit oder ohne Wissen unserer Regierung. Militärisch gesehen hat ja kein Land die Möglichkeit, das tatsächlich zu unterbinden, dass irgendwelche ausländischen Teams bei ihnen unter dem Radar operieren. Was würde man da also machen? Hat man überhaupt mehr Optionen als eine Protestnote zu verschicken? Vielleicht eine Uno-Resolution beantragen, die dann von den Amis ein Veto kriegt? Alles nicht vielversprechend.
Wobei explizit darauf hingewiesen sei, dass der große Vorteil des Camps gegenüber dem Congress ist, dass es da viel Platz gibt, um einfach so coole Dinge dabeizuhaben und die anderen Leuten zu zeigen. Letztes Mal konnte man da z.B. diverse coole Roboter- und Computer Vision-Basteleien bestaunen. Wenn euer Kram also cool ist, aber nicht für einen Vortrag reicht, es aber was zu zeigen gibt, dann bringt das bitte trotzdem mit und zeigt es.
Update: Kleine Anmerkung noch: Apple hat den Big Brother Award dieses Jahr dafür gekriegt, dass sie sich selbst die Auswertung dieser Daten erlauben. Und die Mac-Abteilung von Heise findet das nicht so schlimm alles.
However, a preliminary data analysis by the Carbon Brief has revealed that nine of the ten most prolific authors cited have links to organisations funded by ExxonMobil, and the tenth has co-authored several papers with Exxon-funded contributors.Das merken die NIE!!1! (Danke, Rop)
Update: Diese Geschichte erklärt auch sehr schön, wieso das BKA bei uns so dringend Websperren und Vorratsdatenspeicherung haben will.
Ich habe einen Haufen Mails gekriegt, viele mit Screenshot und/oder Text-Dump. Aber am lustigsten waren die gehässigen Java-User, die mir "erwischt!!1!"-Mails schrieben. Einer war besonders schön, der wollte sarkastisch sein in seiner Kritik und schrieb, dafür dass meine Software ja angeblich in C geschrieben sei, hätte ich mir bei der Fehlermeldung aber echt Mühe gegeben. Stimmt! Und es tut gut, dass das auch gewürdigt wird!
TL;DR: nein, hier gibt es kein Java, war ein Aprilscherz, weitergehen, gibt nichts zu sehen. :-)
SEHR IHR, liebe CDU-Wähler? Nicht einmal eure Fußballstadien sind diesen fiesen Terroristen heilig!!1! Ihr müsst jetzt dringend CDU wählen, damit die mal endlich die innere Sicherheit hochfahren können!1!!
Doch nach der kurzen Verlesung der Anklage wurde das Verfahren eingestellt – auf Antrag der Staatsanwaltschaft Gießen, ohne jegliche Strafen oder Auflagen. Ein für die Täter überaus glimpfliches und schnelles Ende des Strafverfahrens, ohne Beweisaufnahme, obwohl der Prozess auf drei Verhandlungstage terminiert war.Ich bin mir sicher, dass das NICHTS, aber auch GAR NICHTS mit der Verwandschaft zu dem Bouffier zu tun hat. Völlig undenkbar, dass eine integre Persönlichkeit wie der Bouffier hier unbotmäßigen Einfluss auf die Justiz nimmt!1!!
Update: Ach gucke mal, gibt schon ein Update. Das Gericht dementiert selbstverständlich, unter Druck gesetzt worden zu sein. Mit anderen Worten: sowas passiert bei uns auch ohne Druck von oben. Und warum haben sie jetzt das Verfahren eingestellt?
Das Strafverfahren sei noch vor der Beweisaufnahme „wegen geringer Schuld“ eingestellt worden. Dies sei eine „gemeinschaftliche Entscheidung“ der Staatsanwaltschaft, des Gerichts und der Verteidiger von Bouffiers drei Neffen gewesen. Bei einem der Neffen, der als Haupttäter angesehen wurde, sei von einer Strafe abgesehen worden, weil dieser bereits in einem anderen Verfahren zu sechs Monaten Bewährungsstrafe verurteilt worden sei und eine neue Strafe „nicht erheblich ins Gewicht fällt“, so die Sprecherin.
Äh wie bitte?
Update: Hier die Lokalpresse dazu.
Update: Ich als juristischer Laie interpretiere das mal so, dass die das Verfahren eingestellt haben, weil der Hauptschuldige eh schon das auf Bewährung ausgesetzte halbe Jahr automatisch reingedrückt kriegt jetzt und die paar Tage mehr oder weniger, die das jetzt gegeben hätte, da den Kohl auch nicht mehr fett gemacht hätten. Das mag ja sein, aber kommen die anderen 5 jetzt nicht ungestraft davon? (Danke, Stefan)
Na?
Kommt ihr NIE drauf!
Und noch ein paar andere Politiker. Was für eine Farce. (Danke, Stefan)
Und dann? Dann kamen die US-Rettungskräfte, um die Piloten zu "befreien", und haben die Rebellen zusammengeballert. Die BESTEN der BESTEN der BESTEN, SIR! (Danke, Tino)
Update: Auch die anderen Stories von denen sind total super!
Update: Falls es jemand noch nicht mitgekriegt hat: das ist eine Fake-News-Site.
Der deutsche EU-Energiekommissar Günther Oettinger zweifelt an den Japanern: Maßnahmen wie die, per Hubschrauber Wasser zur Reaktor-Kühlung zu bringen, muteten an wie bei einem „Waldbrand“ und nicht als wirksames Vorgehen bei einem Atomunfall. Angesichts dessen müsse er die „hohe Meinung über Ingenieurkompetenz oder Technikkompetenz“ der Japaner „korrigieren“, fügte Oettinger hinzu. „Man muss im Grunde genommen befürchten, dass das Ganze in Gottes Hand ist.“Können die bitte mal alle ihren Religions-Unfug aus der Debatte raushalten? So leicht kommt ihr da nicht raus, ihr CDU-Pfeifen. Nicht Gott hat uns unsichere Atomkraftwerke hingestellt, sondern ihr! (Danke, Markus)
Ich erinnere mich, dass ich [Ende der 90er] das letzte Mal Strahlzeit in Jülich hatte (d.h. am Beschleuniger dort Experimente beaufsichtigte). Und es war dort wohl ganz normal, dass, als der eine Neutronenzähler die Grenzwerte überschritt, der lokale Strahlenschutzbeauftragte ankam und ihn als defekt protokollierte (ich habs nur einmal erlebt).*grusel*Ein weiteres nettes Detail ist, dass unsere "Schlafbüros" damals direkt neben dem beschriebenen Versuchsreaktor lagen (ich denke das Bild ist von deren Dach aufgenommen). Und zumindest gab es dort regelmäßige Lautsprecherdurchsagen, die auf einen irgendwie gearteten Betrieb schließen ließen, d.h. die Stillegung 1988 scheint mir auch nur begrenzt glaubwürdig.
Update: Kriege noch ne andere Mail von jemandem, der aktuell in Jülich arbeitet. Der sagt, die Neutronenzähler sieht man heute nicht mehr, das wird alles zur Zentrale weitergeleitet. Und die Durchsagen gibt es immer noch, das hieße aber nicht, dass der Reaktor an ist.
Und es gibt nichts, was sie sagen könnte, was nicht unglaublich offensichtlich hirntot rüberkommt. Das Niveau an Peinlichkeit wird eher noch steigen. Ich meine, bei Tschernobyl, da konnten wir uns noch einreden, naja, die Russen, die können halt nichts, das ist halt keine Hochtechnologie-Nation. Aber bei Japan? Es gibt nichts, was man da vorbringen könnte, um das für Merkels Atompolitik weniger desaströs zu machen.
Das noch am wenigsten peinliche Argument, das sie gefunden haben (und jetzt auf allen Kanälen wiederholen), ist dass es bei uns ja keine Tsunamis gibt. Als ob das irgendeine Rolle spielt! Das ist eine der technologisch am weitesten entwickelten Nationen der Welt, die haben da drei-vier Lagen an Sicherheitsfeatures eingebaut, alle um zunehmend abwegige Angriffsszenarien zu überstehen. Das ist die Nation mit der meisten Erfahrung im Umgang mit Erdbeben. Keiner kann das besser als (oder auch nur ähnlich gut wie) die Japaner.
Und DENEN fliegen wegen eines Erdbebens ihre Atomkraftwerke um die Ohren!
Und wir wissen bereits, dass unsere Atomkraftwerke nicht ausreichend erdbebenfest sind, um auch nur die Beben sicher zu überleben, die wir schon hatten in der jeweiligen Gegend.
Es gibt nichts, was die vorbringen könnte, um die Situation weniger peinlich für sich zu machen. Sie kann es nichtmal auf die FDP schieben oder so! Oder auf eine Vorgängerregierung. Und schlimmer noch, wenn sie das Thema nicht schnell vom Tisch kriegt, dann fangen die Medien möglicherweise zu bohren an, und finden die ganzen Leichen in ihrem Keller. Für die unter uns, die sich für sowas interessieren, sind die Fakten ja eh seit Jahren bekannt. Merkel war die für die Endlagerwahl zuständige Umweltministerin, und hat mit der "Wahl" von Gorleben nach Strich und Faden verkackt. Und das ganze Gerede, wir bräuchten den Atomstrom, ist auch Mumpitz, und auch das ist seit Jahren bekannt. Wir müssten keineswegs dann Atomstrom aus anderen Ländern importieren. Und wenn es hart auf hart kommt, kommt die Geschichte mit den Emissionszertifikaten auf den Tisch und die träge Bevölkerung merkt, wie sehr sie von der Merkel und der Energiemafia nach Strich und Faden verarscht wurden.
In diesem Sinne sollte jetzt unsere Hauptpriorität sein, diese Chance nicht verstreifen zu lassen und das Thema in der öffentlichen Diskussion zu halten.
Oh, übrigens, wer das "Statement" der Merkel mitgekriegt hat, der wird sich angesichts der Dichte an Neusprech und Manipulationsversuchen in Schmerzen gekrümmt haben. Da liegt die Frage nahe, wie lange meine Kollegen vom Neusprechblog für ein Auskotzen brauchen werden. Und tatsächlich, der Schmerz war hoch genug, dass Martin Haase direkt eine längliche Zerpflückung gepostet hat. Viel Spaß bei der Lektüre!
Erstens mailt mir jemand, dass das mit § 202c StGB gar nicht so einfach ist, weil schon der Satz, dass der Trojaner nur für Regierungen sei, ausreichen könnte, um den Vorsatz nicht nachweisen zu können. Der ist für die Anwendung von 202c notwendig.
Anders herum heißt das auch, dass andere Trojanerschrauber an ihre Untergrund-Webseiten auch ranschreiben könnten, das sei nur für den Export an Diktaturen im Nahen Osten und die wären dann aus dem Schneider. Solche Verrenkungen gibt es immer, wenn der Staat meint, selbst Zugriff auf offensichtlich widerliche, abstoßende Waffentechnologien haben zu müssen, während er sie den Bürger (zu Recht!) verwehrt. Daher müssen wir schauen, dass wir Trojaner generell ächten, damit auch Regierungen darauf keinen Zugriff haben.
Zu dem Streetview habe ich einige Zuschriften gekriegt. Die Streetview-Fotos sind offenbar schon etwas älter, und die Firma Elaman hat damals noch in der Seitzstraße 23 ihren Sitz gehabt. Das is wohl das verpixelte Schild in Weiß dort.
Dann haben mich diverse Leute belustigt darauf hingewiesen, dass die ihre "Sicherheits"-Produkte in den Sprachen Russisch, Arabisch, Englisch und Deutsch anbieten, und wie schön das doch passen würde.
Die KfW-Schule ist inzwischen umbenannt worden und heißt jetzt Pater-Rupert-Mayer-Gymnasium.
Hier gehen auch Mails zu dem Xing-Profil "Markus Meiler" ein, wo jemand bis 2007 für Siemens den Vertrieb in den Vereinigten Arabischen Emiraten gemacht hat und dann bei Elaman den Vertrieb übernommen hat.
Und hier ist jetzt der Follow-Up, wo man folgende wunderbare Zitate aus der ATF zu lesen kriegt:
ATF's Chief Public Affairs officer sent an all-call internal memo to ATF Public Information Officers in an effort to "lessen the coverage of such stories in the news cycle by replacing them with good stories about ATF."Schritt 1 ist also die Bullshit-PR-Kanone. Guckt mal, wir haben einen illegalen Einwanderer erwischt!1!!The memo asks ATF PIO's to "Please make every effort in the next two weeks to maximize coverage of ATF operations/enforcement actions/arrests at the local and regional level" in hopes it would drown out the "negative coverage by CBS News."Und genau so müsst ihr das auch bei uns bewerten, wenn es plötzlich lauter Berichte über Polizeiaktionen in den Medien gibt. Und hey, es funktioniert!At the time, the memo noted "Fortunately, the CBS story has not sparked any follow up coverage by mainstream media and seems to have fizzled."
Aber natürlich ist es auch Ziel, mal die Klagewelle der Verwertungsindustrie abzuwenden, indem man mal einem Richter sachverständig erklärt, wie eigentlich so ein Tracker funktioniert. (NB: als Sachverständige, nicht als Beklagte) Ich will das hier mal stellvertretend versuchen, für das Verständnis unlauter abkürzend, aber nicht sinnentstellend.
Ein Tracker verteilt keine Dateien. Nehmen wir mal an, ihr wollt euch den Fnord-Jahresrückblick 2010 per Bittorrent runterladen. Das Torrent-File beinhaltet folgendes:
Ihr habt euch also die Torrent-Datei gezogen, und mit der geht euer Torrent-Client jetzt der Reihe nach zu den Trackern, die in der Datei drinstehen, und sagt denen: hallo, ich bin ein Torrent-Client, ich habe Interesse an dem Torrent mit diesem Hashwert hier (der, der in der Torrent-Datei drinsteht), und ich habe von den Nutzdaten schon folgende Blöcke hier.
Der Tracker hat jetzt eine Liste oder auch Datenbank von allen Hashes, nach denen er schon gefragt wurde, und trägt als erstes bei dem angefragten Hash die IP-Adresse des Anfragenden ein. Dann gibt er dem Client eine Teil-Liste von IPs zu dem Hash. Nicht alle IPS, sondern nur ein paar. Und man kann auch nicht einfach mehrfach fragen und kriegt dann alle oder auch nur andere IPs. Da muss man warten, bis der Tracker andere IPs rausrückt.
Mit diesen IPs geht der Client jetzt herum und fragt jeden davon, welche Blöcke er hat. Dann fängt er an, von den Clients hinter den IPs die Blöcke zu downloaden, die noch am wenigsten verbreitet sind.
Die beachtenswerten Punkte hierbei sind: der Tracker weiß gar nicht, was er da trackt. Alles, was er hat, ist ein Hashwert. Der sieht, wenn man ihn in Form einer Magnet-URL schreibt, so aus:
magnet:?xt=urn:btih:3CJATDQBXFUEQCXVXZHUUNALQK5GXCTQNehmen wir jetzt mal an, du bist ein Tracker. Und jemand kommt zu dir und fragt nach den IPs zu obigem Hash. Nicht nur bist du kein Raubkopierer, du kannst nicht mal wissen, ob es sich bei den Nutzdaten, die diesen Hash ergeben haben, um eine Raubkopie handelt oder nicht. Du kannst nicht mal wissen, ob es überhaupt Nutzdaten gibt, die diesen Hash ergeben, denn ein Troll kann natürlich einfach nach einer beliebigen Zahlenkombination fragen, zu der es am Ende gar keinen Torrent gibt.
Wenn die Content-Industrie sich also hinstellt, und dem Trackerbetreiber Beihilfe unterstellt, dann hat das von den Fakten her keinerlei Basis in der Realität. Es gibt nichts, was ein Trackerbetreiber tun könnte, um zu einem gegebenen Torrent herauszufinden, um was für Inhalte es sich handelt. Er könnte natürlich loslaufen und Suchmaschinen nach dem Hash befragen. Aber selbst dann hat er ja nur den Dateinamen und Hashes, d.h. er muss die Nutzdaten erst einmal selber runterladen, um prüfen zu können, ob es sich um eine Raubkopie handelt. Es ist also überhaupt nicht möglich für einen Trackerbetreiber, das Tracken von Raubkopien zu verhindern. Selbst wenn der Trackerbetreiber nur Hashes seiner eigenen Dateien zulässt, dann kann es theoretisch immer noch Raubkopien geben, die denselben Hashwert ergeben. Die Wahrscheinlichkeit ist zwar sehr gering, aber ausgeschlossen ist das nicht.
Nun könnte man sich vorstellen, dass die Verwertungsgesellschaften eine Liste von "verbotenen" Hashes publiziert. Und die geben sie dem Trackerbetreiber, und der blockiert die dann. Was passiert, wenn man sowas zulässt, sieht man gerade schön auf Youtube, wo regelmäßig Creative Commons-Musik runterfliegt, weil irgendeine Verwertungsgesellschaft einen "bedauerlichen Fehler" begangen hat.
Aus Sicht des CCC ist ein Tracker eine Art schwarzes Brett im Internet, auf dem IP-Nummern und Zahlenreihen draufstehen. Wir haben den Content gar nicht, um den es da geht, und daher kann man von uns nicht verlangen, dass wir da groß prüfen.
Der CCC findet, dass der Betrieb eines offenen Trackers legal ist, auch wenn Gerichte in der Vergangenheit gerne mal (in vermuteter Unkenntnis der Technik) anders entschieden haben.
Nun ist das natürlich nicht schön gelaufen, dass die Leute vom Piratebay den Tracker so schnell gefunden haben und auch noch in ihre Torrents eintragen. Dieser Tracker ist nämlich gerade nicht, wie vom ehemaligen Nachrichtenmagazin schlampig recherchiert, der "Nachfolgetracker von denis.stalker", der im Übrigen nicht mal ein Angebot des CCC war. Wenn das eine Kampagne sein soll, um unsere Argumentation in Ermangelung von Gegenargumenten per Assoziation mit der Piratenbucht zu schädigen, dann wird das scheitern.
Übrigens braucht man Tracker gar nicht mehr notwendigerweise. Es gibt inzwischen auch Verfahren, wie sich Clients ganz ohne Tracker gegenseitig finden können. Diese ganze sinnlose Fixierung auf die Tracker kommt daher, dass die Contentindustrie keinen besseren Ansatzpunkt gefunden hat, um ihr veraltetes Denkmodell von "es gibt da einen gewerbsmäßigen Hehler und lauter Konsumenten, die wir aber nicht abmahnen wollen, weil das ja unsere Kunden sind" auf Bittorrent anzuwenden, und wenn man keine Ahnung von der Materie hat, sieht so ein Tracker wie das am ehesten passende Ziel aus.
Update: Es gibt auch ein neues Blogposting dazu im Opentracker-Blog. Oh und ja, der Tracker ist absichtlich offen, da dürft ihr gerne eure Linux-ISO-Images drauf tracken, und eure Creative Commons-Musik.
Update: Wer sich für weitere Details zu Trackern interessiert, dem sei auch noch mal der 24c3-Vortrag dazu ans Herz gelegt. Den gibt es auch bei Piratebay :-)
Hier ist jetzt, wo eure Hilfe gebraucht wird. Es gibt ein Wiki zu der Sache. Es werden Leute gebraucht, die sich durch die einschlägigen Webforen wühlen, und in dem Wiki mal die Postings von dem graf_chokolo verlinken und analysieren, damit sich ein schlüssiges Bild ergibt, aus dem man dann vor Gericht zeigen kann, ob es dem ums Raubkopieren oder ums Linux-Booten ging.
Wenn ihr das gewissenhaft macht, tut ihr Sony damit mehr weh als mit Produktboykotten. Dieses Gerichtsverfahren muss denen vor laufenden Kameras der Weltpresse ins Gesicht aufplatzen wie eine eiternde Pestbeule. Ansonsten wird sich da nie was ändern.
Das ist kein Aufruf zur Aktenfälschung hier. Es geht nicht darum, etwaige Beweise zu unterdrücken, dass er Raubkopieren wollte, wenn sich das denn als die Wahrheit herausstellt. Aber so sieht es im Moment jedenfalls nicht aus.
In diesem Sinne: tut mal was Positives mit eurer Zeit! :-)
Die Herbeigekarrten fielen dann aber nicht sonderlich auf, weder gab es da Soldaten in Uniform noch sind mir irgendwelche Provokateure aufgefallen.
Die Teilnehmerzahl war noch dreistellig, aber wir hatten so dermaßen großartige Sprüche auf den Schildern, dass wir uns trotzdem wie die Sieger fühlen. Die Montagsdemos fingen ja auch mal klein an und auch die Loveparade waren am Anfang nur ein paar Kaputte auf dem Kudamm. Im Vorfeld hatten wir genug Aufmerksamkeit erzeugt, dass da einige Journalisten und Fotographen am Start waren. Die waren dann sichtlich überrascht, dass da keine 100.000 Protestierer waren, aber haben schöne Fotos gemacht, und am Ende hat es zu einer dpa-Meldung gereicht. Es gibt auch einige Berichte, z.B. beim Tagesspiegel. Der Rückhalt in der Bevölkerung ist jedenfalls klar auf unserer Seite, das haben wir beim Hin- und Rückweg zur Demo gehört, wo wir spontan Beifall von Passanten kriegten für die Schilder und wo wir mehrfach gefragt wurde, wo die Demo denn stattfinde, weil der Passant noch mitlaufen wollte, aber da war es dann auf dem Rückweg schon zu spät.
Wir lernen also daraus: nächstes Mal ein paar Tage früher ansagen und zu einer späteren Tageszeit machen, damit wir die potenziellen Mitdemonstranten auf dem Hinweg treffen und nicht auf dem Rückweg.
Die Sache mit den Schuhen hat gut geklappt, auch wenn ich am Anfang von einem Journalisten mit Notizblock diskret befragt wurde, was es denn damit auf sich habe. Das hat mich ja doch mitgenommen. Ich hoffe mal, dass der von Springer war und den anderen Journalisten die Symbolik vertraut ist. Ich habe dem dann erklärt, dass das eine Verbeugung vor den Revolutionären im Nahen Osten ist, wo das Zeigen der Schuhsohle eine recht starke Beleidigung ist.
Update: Hier ist eine Linksammlung.
Update: Ich bin übrigens nicht CCC-Pressesprecher. Die haben da eine Anfrage an den CCC geschickt und ich hab die halt zur Beantwortung übergeben gekriegt.
Am 29. Januar 2011 rief er in einer von al-Jazeera ausgestrahlten Fernsehansprache den ägyptischen Staatspräsident Husni Mubarak auf, das Land zu verlassen.Am 18. Februar 2011 trat al-Qaradawi erstmals nach dreißig Jahren unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in Kairo vor die Öffentlichkeit. Er leitete das Freitagsgebet und richtete die Freitagspredigt auf dem Taḥrīr-Platz an rund eine Million Zuhörer, die anschließend den Rücktritt aller Mitglieder der gestürzten Regierung mit folgendem Spruch forderten: „Ḥusnī ḫaraǧ mini l-qaṣr / leh aʿwānu(h) bi-yaḥkumū Maṣr“ (Ḥusnī verließ den Präsidenten)palast / warum herrschen seine Mitläufer über Ägypten.
Angesichts der Gewaltakte der libyischen Regierung gegen die Demonstranten im Aufstand in Libyen 2011 durch Einsatz der Streitkräfte und der Luftwaffe erließ al-Qaradawi im Fernsehsender Al Jazeera am 21. Februar 2011 offiziell eine Fatwa, in der er Offiziere und Soldaten zur Ermordung von Muammar al-Gaddafi aufrief.
Erstaunlich ist, wie sehr er die Pressarbeit verkackt hat. Der verlas seinen Kram vor einer handvoll ausgewählter Journalisten im Verteidigungsministerium, während in der Bundespressekonferenz ein Pressesprecher den Rest der Presse angestammelt hat. Einige Medien haben den Termin im Verteidigungsministerium wohl mitgekriegt und wurden dann rausgeschmissen bzw nicht reingelassen, wie z.B. Phoenix. Das ist natürlich immer eine grandiose Methode, sich Sympathien bei der Presse zu erkaufen. Rausschmeißen. Das Ergebnis ist dann, dass die Presse schon mal vergisst, peinliche Szenen rauszuschneiden.
In dem Kontext lest mal diese Meldung hier.
Tagelang verteidigten die Fans des Kairoer Fußballclubs al-Ahly den Tahrir-Platz gegen Polizei und Geheimpolizei. Der amerikanische Journalist James M. Dorsey schreibt: "Die Erfahrung der Ultras zeigt sich auch darin, wie sie soziale Dienste für die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz bereitstellten."Ich schließe daraus: wenn wir hier mal eine Revolution wollen, werden wir auch die Ultras brauchen. Wir sollten daher darauf achten, dass die Polizei die nicht vorher mit Repressalien und Aktionismus plattmacht.
Update: Mir schreiben gerade mehrere Leute, dass die Lotterie sich selbst finanziert und nicht auf GEZ-Basis arbeitet. Liegt ja auch nahe, Lotterie nimmt ja genug Kohle von Deppen ein. Eine Steuer auf Dummheit, wie man so schön sagt.
Update: Mir schickt gerade jemand ein Foto der neuen Schlagstöcke der Bayerischen Polizei. Da ist mir ja die hessische Variante noch lieber!
Update: Nein, sie ist keine Nichte von Mubarak, das war nur eine Ausrede von Berlusconi. Damit sie Immunität kriegt. Das habt ihr hoffentlich auch alle selber gemerkt, als ihr auf den Link geklickt und den Text gelesen habt? (Danke, Julius)
Der frühere US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat das umstrittene US-Gefangenenlager Guantanamo in Kuba als "eines der besten Gefängnisse der Welt" bezeichnet. Aus ihm unbekannten Grund sei es aber der US-Regierung nicht gelungen, den Menschen zu vermitteln, dass in Guantanamo "nicht gefoltert wurde, dass niemand verletzt wurde", sagte Rumsfeld in einem Interview für den Fernsehsender Fox.Klar! Das beste Gefängnis der Welt! Passend zur großartigsten Nation der Welt! Völlig unklar, wieso wir diese offensichtliche Wahrheit nicht transportiert gekriegt haben!1!! (Danke, Carlos)
Wie diese Weltkarte andeutet, ist die urböse, in Israel entwickelte Software auch in Deutschland im Einsatz. Unter den Partnerfirmen wird für Deutschland die mittlerweile wieder aufgelöste Gesellschaft für technische Sonderlösungen geführt.Da passt doch mal wieder alles wunderbar zusammen!
Update: In dem Zitat von Heise stand ursprünglich (unter Bezug auf Wikileaks), dass die GTS eine Ausgründung des Bundesnachrichtendienstes sei, und ich habe das damals mit zitiert. Jetzt steht das da nicht mehr, und ich habe eine Drohmail (er droht mit Strafanzeige) von einem Herrn Juhl gekriegt, nach eigenen Angaben "ehem. Gründer und GF der ehem. GTS KG", der das bestreitet. Daher habe ich diese Behauptung auch hier gelöscht (3. Oktober 2011).
"Terroranschläge" waren ja auch in unserem Revolutionsspiel in Alternativlos 11 die nächste Eskalationsstufe, und auch dass sie Internet wieder angeschaltet haben und Provokateure losgeschickt haben, erinnerte den einen oder anderen an El Fefe. Ich hab jedenfalls schon Mails gekriegt deswegen, dass die offensichtlich auch Alternativlos hören :-)
Die indische Marine bezeichnet den Untergang der "Vindhyagiri" dem Bericht zufolge als bisher größten Verlust in Friedenszeiten. Noch nie sei eine Fregatte von einem zivilen Schiff versenkt worden. Allerdings sollte die "Vindhyagiri" im kommenden Jahr ohnehin außer Dienst gestellt werden.Wisst ihr, woran mich das erinnert? An dieses Bild :-) (Danke, Jörg)
Übrigens, Detail am Rande: wisst ihr, wer Ägypten seine Telefon-und-Internet-Repressionstechnologie verkauft hat? Kommt ihr nie drauf! Narus. Narus ist eine von Israelis gegründete US-Firma.
Deren Software ist sowas wie der Industriestandard.
Oh und wo wir gerade bei Israel waren: Israel findet Mubarak auch total toll und will, dass der im Amt bleibt. Das zusammen mit dem Foto oben sollte die kritische Masse sein für das Ende seiner Karriere als Politiker in einem muslimischen Land.
Update: Wer noch mehr Hinweise darauf braucht, dass Ägypten eine lupenreine Demokratie nach westlichem Vorbild ist: auf deren Tränengaskanistern steht "Made in U.S.A."
Update: Apropos "lupenreine Demokratie": In Ägypten gelten seit 1964 fast durchgehend Notstandsgesetze. Wer jetzt sagt, hey, das ist doch ein Unterschied zu den USA und uns, der sei auf Guantanamo, den Patriot Act und co verwiesen. Oh und bei uns, die Rasterfahndung, das war auch ursprünglich Notstandsgesetzgebung wegen der RAF. Haben wir auch heute noch.
Für uns klingt das grotesk, aber in den USA ist das durchaus üblich. Da haben echt viele Leute an ihrem Karriereanfang für die NSA o.ä. gearbeitet. Das liegt einfach daran, dass Studieren dort so teuer ist. Da hat man entweder reiche Eltern oder verschuldet sich auf Jahrzehnte hoch oder kriegt ein Stipendium. Oder man studiert halt nicht. Und in der Situation kommt dann die NSA und bietet dir an, dich für ein paar Jahre zu verpflichten, und dafür darfst du dann auch auf ihre Kosten studieren. Na klar machen die Leute das. Wenn man sonst keine Möglichkeit auf ein Studium hat?
Insofern: nicht zu viel reininterpretieren, bei den anderen US-Firmen in den Sicherheitsabteilungen sind auch viele Ex-NSA-Leute.
Ich für meinen Teil bin beeindruckt, was der Iran da selbständig hingekriegt hat.
Und so zeichnet Israel weiterhin ein konsistentes Bild. Mit denen zu verhandeln ist Zeitverschwendung. Die sehen einfach, dass sie alle Karten in der Hand haben. Sie spielen vermutlich den Amis gegenüber die "wenn ihr eure Militärhilfe einstellt, dann werden wir in Panik Atombomben werfen"-Karte. Solange die Amis ihre jährlichen Milliardenzahlungen nicht einstellen, die ein Gutteil des Budgets von Israel darstellen, sehen die da keine Not, irgendwelche Zugeständnisse zu machen.
Es ist auf der einen Seite natürlich mutig, dass die Palästinenserführung das so nachdrücklich demaskiert hat, wenn auch über diesen Leak-Umweg.
Auf der anderen Seite haben die jetzt keine Verhandlungsmasse mehr.
Oh übrigens, weil es so schön passt: Israels Untersuchung bezüglich der Legalität ihres Verhaltens zur Gaza-Flotille kommt überraschend zu dem Ergebnis, dass das Entern in internationalen Gewässern "legal" war.
Wir haben gefühlte 30000 Mails dazu gekriegt, und uns über jede davon gefreut :-)
Wir reden hier von Smartphones, die üblicherweise eh alle zwei-drei Jahre getauscht werden. Die nächste Generation kann dann auch webm. Bis dahin kostet das ein bisschen mehr Batterie, wenn man sich Webfilmchen anguckt. Unschön, aber ohne Leidensdruck wird halt nichts besser im Leben.
Übrigens finde ich ja den eigentlichen Vorteil von Webm gar nicht so sehr den Videocodec, sondern dass das endlich mal Vorbis breit in den Markt drückt. Vorbis ist seit vielen Jahren der überlegene Audiocodec, und zwar sowohl für Stereo als auch für Multichannel. Es supported nur niemand, weil es keinen Leidensdruck gab. Wenn der jetzt endlich dank Webm kommt, gewinnen wir alle. Meine CD-Sammlung habe ich seit Jahren als Vorbis zum mit mir rumtragen abgelegt, und das belegt so ca die Hälfte des Platzes, den man bei mp3 brauchen würde. AAC fällt aus, weil die Encoder alle scheiße sind, und wegen der Patentsituation natürlich. Wenn die Endgeräte alle Vorbis unterstützen, damit Webm geht, dann könnt ihr auf euren Mobilgeräten auch plötzlich doppelt so viel Musik ablegen wie bisher. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!
Ich kann den Hype mit mobilem Video eh nicht nachvollziehen. Wenn ich Video gucke, dann will ich das auch genießen, und brauche dafür einen richtigen Monitor. Also größer Netbook meine ich damit. Schon Notebook-Monitore sind im Grunde zu klein. Ich habe für mich keinerlei Bedarf daran, längere Videos auf einem Mobilgerät zu gucken. Vielleicht mal einen drei-Minuten-Clip, den man selber aufgenommen hat, oder ein bisschen Youtube-Klicken, aber längere Videos? Sicher nicht!
Insofern halte ich das Argument mit den Mobilgeräten für vorgeschobenes Zähneknirschen von Apple-Apologeten, die sich mal wieder auf der technologisch schlechteren Seite finden und kognitive Dissonanz haben. Durch die "PowerPC ist aber die bessere Architektur" 2.0 Phase müssen wir jetzt halt durch, bis Apple auch auf Webm umsteigt.
Oh und das Detail, dass die mobilen Endgeräte gar nicht das volle H.264 sprechen sondern nur das Baseline-Profil, das hatte ich ja schon erwähnt. Das ist also eh Augenwischerei, die Behauptung, dass die mobilen Endgeräte ja H.264 können.
Denkt da mal ne Minute drüber nach.
So, und der zweite Zusammenhang ist, dass ohne Nicks Kampf gegen die National Security Letters Twitter wohl keine rechtliche Handhabe gehabt hätte, um überhaupt dafür zu kämpfen, dass die Nutzer informiert werden. Man kann gar nicht genug betonen, was für ein Held Nick ist. Wir brauchen mehr Menschen wie ihn. Die Standing Ovations auf dem 27c3 hat er wahrlich verdient. (via)
Stellt sich raus, dass seine Mutter dafür hingerichtet wurde, weil sie etwas auf einer Schreibmaschine getippt hat. Die Anklage hatte einen Zeugen, der behauptet hat, das seien Atombombenpläne gewesen. Das mußte der Zeuge später zurücknehmen. Da war die Frau aber schon tot. Da sieht man gut, was für lächerliche Anforderungen es in den USA für die Todesstrafe gab — und gibt! Es ist ja nicht so, dass das nicht heute wieder passieren könnte, wenn man nur genug Hysterie gesäht kriegt. Und für Obama wäre das perfekt, denn nichts schweißt die Bevölkerung so zusammen und lässt sie innenpolitische Desaster ignorieren wie ein gemeinsamer Feind.
Update: Wichtiger Hinweis: weder die Briten noch die Schweden können für eine Anklage ausliefern, auf die die Todesstrafe steht. Da müssten die Amis also noch mit was anderem aufwarten für die Auslieferung und sich dann erst später an die Sache mit der Todesstrafe erinnern. Oder sie könnten sich diplomatisch auf lebenslänglich verständigen, vielleicht in Isolationshaft.
Es geht um ein Spionagesatellitenprogramm, das offiziell mit hehrem Blablah wie Umweltschutz und Katastrophenhilfe gerechtfertigt wird, damit keiner merkt, dass es Spionagehardware für Geheimdienste ist. Die Amis wissen davon, weil unsere transatlantische Speichelleckerregierung und ihre Schergen von der DLR sofort an den großen Bruder aus Amerika und spätere Exportmöglichkeiten dachten und den Amis privilegiert einen eigenen X-Band-Zugang einzubauen angeboten haben.
The "primary customer" referred to by Eckardt is the German intelligence service (BND). […]Eckardt said the BND only anticipates needing about 30 percent of the German systems capacity and explained that the remaining 70 percent could be available for US customers.
Ein spannender Aspekt ist, dass das ein Konflikt zwischen der Pro-Frankreich- und der Pro-Amerika-Fraktion zu sein scheint, und im nachträglichen, widerwilligen Bericht des ehemaligen Nachrichtenmagazins es ist gar von Frankreichs Dominanz "bei der elektro-optischen Datensammlung Europas heraus" die Rede.Wir hatten ja neulich beim Alternativlos über die Presse erzählt, dass der heutige Chefredakteur früher die Geheimdienstabteilung geleitet hat und unserer Auffassung nach da zu häufig mit den Schlapphüten mittagessen war und sich deren Denke angeeignet hat. Hier sieht man das ganz gut, wie sich dann die Prioritäten ändern. Den Freunden vom BND haut man dann doch keine solche Wikileaks-Enthüllung um die Ohren!
Übrigens: Hier gibt es ein Folien-PDF zu HiROS, wo z.B. "dual use" als Stichwort auffällt. Die DLR ist jetzt natürlich um ihren Ruf besorgt und dementiert den Geheimdienstteil
Stellt sich raus, dass Sony statt Zufallszahlen eine Konstante verwendet haben in ihren elliptischen Kurven und damit kann man dann den Rest des Private Key berechnen.
Update: Mhh, mich sprach hier auf dem Gang jemand an, das sei gar kein Master-Key sondern der Pro-Console-Key, den sie da reversen können. Das hab ich anders verstanden, aber ich mag nicht ausschließen, dass ich das falsch verstanden habe. Ich guck mir das nochmal auf Video an, sobald es das zu downloaden gibt.
Update: Angeblich hängt der Key jetzt im Hackcenter aus, hab ich selber noch nicht gesehen, guck ich morgen mal. Damit wäre bestätigt, dass es "der" Key ist, nicht "ein" Key.
Meine Hauptlektion daraus ist: so ein Gag Order ist übel. Die meisten Details von dem Fall waren ja bekannt, ich habe da auch drauf gelinkt, das läuft ja auch schon seit vielen Jahren. Aber als dieser Mann dann erzählte, was das für ihn in der Praxis hieß, dieser "du darfst mit niemandem darüber reden", und dass ihm dann auch noch sein Vater starb, ohne dass er ihm die Wahrheit sagen durfte, da wurde mir so richtig klar, was das eigentlich heißt, wenn der Staat einen zum Lügen zwingt.
Der Vorschlag fußt darauf, dass er pro Minute eine Million verschlüsselte Pakete gemessen hat, wobei jedes Paket einen eigenen Schlüssel gekriegt hat, also tatsächlich 1 Million Public Key Operationen pro Minute. Das ist auf einem Intel Quad Core, aber nicht die High-End-Variante meinte er, das sei ja inzwischen billig genug, dass man Performance nicht mehr als Ausrede hernehmen dürfe, das nicht zu tun.
Seine Argumentation hätte ich stringenter gefunden, wenn er da nicht im Wesentlichen Dinge tut, die er vorher bei DNSSEC kritisiert hat. Z.B. hat sein Modell einen kleinen Proxy für den Übergang, und bei DNSSEC hat er kritisiert, dass zwischen Stub Resolver und Resolver nicht geschützt ist. Außerdem griff er DNSSEC damit an, dass man es für Denial of Service benutzen kann, weil die Antworten so viel größer sind als die Anfragen. Er muß auch Krypto-Schlüssel verteilen per DNS, auch wenn die weniger groß sind als bei DNSSEC, weil er statt RSA ECC benutzt.
Dennoch hatte der Vorschlag soweit Hand und Fuß und ist einen Test wert. Und besser als die Alternativen ist es allemal.
Wie viele Konferenzen kennt ihr, die ein eigenes GSM und ein eigenes DVB-T haben? Und keine Twitter-Wall :-)
Ich bin auch nur sicher dabei, weil ich einen Vortrag halte.
Und im Übrigen fühlt sich das überhaupt nicht leerer an als letztes Mal, eher im Gegenteil.
Anfeindungen, dass man da einfach ne andere Location hätte machen können, muss ich auch zurückweisen. Es gibt da schlicht nichts, was in Berlin in Frage käme, aus diversen Gründen, wir haben da auch Aufwand getrieben zur Prüfung. Das ICC, was rein von Größe und Layout her noch am ehesten in Frage gekommen wäre, wird jetzt abgerissen. Und die Crew, die jetzt die Erfahrung beim Organisieren einer Veranstaltung dieser Größe hat, sitzt halt in Berlin. Klar kann man theoretisch umziehen, aber ein Selbstläufer ist das nicht.
Insofern bitte ich darum, mal die Konsummentalität abzustellen. Keiner von uns hat Bock darauf, Leute hier nicht reinzulassen.
Guckt die Streams und freut euch, dass wir die Vorträge immer zeitnah kostenlos im Netz haben.
Update: Eigentlich hat das mit Spenden nichts zu tun, auch wenn das wohl rechtlich unter Spendenmissbrauch fällt. Die haben da einen Wahlkampfberater der Partei aus der Fraktionskasse bezahlt, und die wird nicht aus Spenden sondern vom Steuerzahler finanziert. Die haben da ihren Wahlkampf mit Steuergeldern bezahlt und das als Spenden umdeklariert, damit es keiner merkt.
Außerdem möchte ich mal dieses Zitat eines Freundes von Manning zitieren:
On 3 November, House, 23, said he found customs agents waiting for him when he and his girlfriend returned to the US after a short holiday in Mexico. His bags were searched and two men identifying themselves as Homeland Security officials said they were being detained for questioning and would miss their connecting flight. The men seized all his electronic items and he was told to hand over all passwords and encryption keys – which he refused. The items have yet to be returned, said House. He added: "If Manning is convicted, it will be because his individual dedication to human ethics far surpasses that of the US government."Ich fände das auch ansonsten sehr passend. Der letzte Friedensnobelpreis ging an einen Helden, der in einem totalitären Staat in Haft sitzt. Das sollten wir nächstes Jahr wieder so machen. Überhaupt sollten wir das immer so machen.Der Gedanke, dass der Friedensfürst Obama einen gekriegt hat, gibt mir Brechreiz.
Tut ihr mir einen Gefallen und verbreitet die Idee ein bisschen? Friedensnobelpreis für Bradley Manning!
West Australian Labor senator Louise Pratt said she wanted Mr Assange to get full consular assistance and said he should not be prejudged. "I hope that he doesn't turn into the next David Hicks for the government."Äh, hallo? Das ist in Australien nicht automatisch, dass man Unterstützung vom Konsulat kriegt?!? Au weia!David Hicks ist ein Australier, der in Guantanamo einsitzt. Den haben die Australier offensichtlich auch nicht ausreichend von ihrem Konsulat beschützen lassen. Man sieht also, der Partei geht es weniger um die Wahrheit und Recht und Gesetz als die Vermeidung von schlechter PR. Das ist ja mal ein tolles Land, dieses Australien. (Danke, Sven)
An einer anderen Stelle schreibt die Kommission unverfroren, dass es eine "kompetentere Beratung der Justiz, insbesondere des Bundesverfassungsgerichts" brauche. Statt der Sicherheitsbehörden hätten dort in den vergangenen Jahren zu sehr die Beschwerdeführer und "private Computerclubs" mit ihren "überhöhten theoretischen Missbrauchsszenarien" ein argumentatives Übergewicht erlangt - ein deutlicher Tritt gegen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die erfolgreich gegen die Vorratsdatenspeicherung geklagt hatte, und gegen den Chaos Computer Club, der zur Sachverständigenanhörung geladen war.Das zitiert die taz aus einem Papier einer "Expertenkommission", die der Innenminister (ja, unser "Freund" Karl!) einberufen hat, und wo er lauter "Experten" eingeladen hat:
Ex-Generalbundesanwälte, Ex-Verfassungsschutzchefs, Ex-BundeskriminalamtschefsWow, das war ja so fair and balanced wie Fox News, wie der Bayernkurier! Beeindruckend. Völlig überraschend auch, dass die finden, das Verfassungsgericht brauche "mehr Beratung". Der Lacher daran ist, dass die mehr als genug Beratung von der Gegenseite hatten, nur haben die da halt argumentativ nach Strich und Faden verkackt. Es gibt ja auch keine Argumente dafür, ein ganzes Volk erkennungsdienstlich zu durchleuchten. Aber was für ein feiger Haufen das doch ist, die sich da vom Innenminister hinter geschlossenen Türen einladen lassen. Da sieht man mal, dass es da nicht um Inhalte geht, sondern um "gewinnen". Die sind halt eingeschnappt, weil sie ausnahmsweise mal nicht ihr Spielzeug gekriegt haben, und heulen jetzt herum.
Und während wir zu Wikileaks gucken, versuchen sie eine neue Gestapo aufzubauen (als Zusammenführung aus Grenzschutz Bundespolizei und BKA). Da werden wir sehr genau auf das Kleingedruckte gucken müssen, was für Ermächtigungen die neue Behörde da bekommen soll.
The government gave Chevron the go-ahead in September to drill in the North Sea near Shetland, spite of the US oil giant's admission that its contractor's spill prediction software constantly crashed and was not a reliable predictor of how far oil could travel if an accident took place.Ach, Krise, wer braucht schon Vorbereitung für Krisen. Die sind doch eh total selten und passieren so gut wie nie!1!!
In a response to the revelations, Minister of Justice Beatrice Ask denied that Sweden ever responded to pressure from the US Government. She hinted that the cable writer was making these remarks just to get a better payday.Riiiiiiight. So wird das gewesen sein! Der zieht sich das aus dem Arsch, der fiese Botschafts-Typ, weil er dann … mehr Geld kriegt. Für wie blöde hält die schwedische Regierung eigentlich ihre Bürger?!
Für die Nutzung der AusweisApp, die Anfang Januar zum Dowload zur Verfügung stehen soll, verteilen zwei Computerzeitschriften "Freikarten" in Form von Kartenlesern und Gutscheinen. Für diesen Service erhalten sie nach Auskunft des Bundesinnenministeriums 792.540,00 Euro. Eine Zeitschrift liefert mit ihrer DVD-Ausgabe 400.000 Basiskartenleser von Reiner SCT an den Kiosk. Dafür bekommt Reiner SCT die 35 Euro, die der Kartenleser kostet, was sich auf 14 Millionen Euro addiert. Weitere 1.864.800,00 Euro erhält die Firma für Service und Support.Und es geht noch weiter mit den Millionen.
Was ich an der Stelle mal hervorheben will: der Heise-Verlag legt keine schrottigen Basisleser bei. Das finde ich angesichts der Zahlen, was man da für Geldberge von der Regierung für diese Propagandamaßnahme kriegt, hoch anständig finde. Denn die Geräte, die da verteilt werden, sind Basisleser, d.h. ohne Keypad, d.h. per Trojaner angreifbar. Da hat sich die c't offensichtlich entschieden, lieber das Geld nicht zu nehmen und den Lesern kein Snake Oil reinzudrücken.
Wobei wohl geringe Gehälter rechtlich OK wären, aber AFAIK nimmt Wikileaks das nicht in Anspruch.
Will sagen: unkrimineller als die Wau-Holland-Stiftung geht gar nicht. Da hat Paypal VOLL ins Klo gegriffen. Ich kann nicht sagen, dass ich da jetzt überrascht bin. Paypal hatte ja noch nie einen besonders guten Ruf. Ich sehe da jetzt auch alle meine Vorurteile bestätigt. Mich hat ja nur immer gewundert, wie diese Leute eine Banklizenz in Deutschland kriegen konnten. Sachen wie das snid der Grund, wieso ich nicht per Paypal Spenden fürs Blog oder Alternativlos entgegennehme bisher. Da kann man nie wissen, ob man das Geld auch tatsächlich ausgezahlt kriegt am Ende.
Hier wird mit rechtswidrig, kriminell erworbenen Daten Kasse gemacht. Darum geht es.Aha. Soso. Kasse? Wer macht denn da Kasse? Oh, der Spiegel? Ja, das stimmt natürlich. Gleich zumachen, den Laden. Frechheit! Auf Kosten unseres Außenministers!
Ich bin mir sicher, die Unzufriedenheit hat nichts, aber auch GAR nichts damit zu tun, dass Westerwelle in den Memos als inkompetente Pfeife entlarvt wird. Das hätte er genau so gesehen, wenn sie ihn gelobt hätten!1!!
Oh und wo wir gerade bei unzufriedenen Journalisten waren: auch die Süddeutsche in Form von Leyendecker ist unzufrieden [mp3] und natürlich die Zeit auch. Aber eines ist ja wohl klar: mit Neid und Missgunst hat das NICHTS, aber auch GAR NICHTS zu tun!1!! Die wären genauso aufgebracht, wenn man statt des ehemaligen Nachrichtenmagazins sie hätte mitleaken lassen!!1!
Es gerüchtet übrigens, dass Washington Post und New York Times sich um den Leak bemüht hätten, aber keine Daten gekriegt haben, weil sie über Julian Assange nicht als Helden sondern kritisch berichtet haben. Ich fürchte fast, dass ich das Gerücht soweit als glaubwürdig einschätzen muss.
Update: Boah dieser Leyendecker… ich hoffe mal, dass die da einem Stimmenimitator aufgesessen sind. Der redet sich da im Kopf und Kragen. Er vergleicht Wikileaks mit Massenvernichtungswaffen und bringt dann so Höhepunkte wie
Die stellen unkommentiert Material rein und jeder kann sich ein Bild machen
Äh, ja, … genau! Das ist die Idee! Wieso ist das jetzt furchtbar? Weil die Leute nicht mehr die Süddeutsche kaufen müssen, um eine Meinung vorgesetzt zu kriegen? Mann Mann Mann.
wie eine Regierung dann zu Einschätzungen kommt und danach ihre Politik richtet, das muss ich nicht immer im Detail wissen.
Wie meinen?!? Wer denn bitte sonst?! ER muss das nicht wissen? Wenn er jetzt gesagt hätte, ich muss das nicht wissen, dann hätte man noch Machterhalt und Profitgier als Motiv unterstellen können, aber wenn er sagt, er muss das nicht wissen, und er sieht sich als investigativer Journalist… das ist ja wohl eine Bankrotterklärung sondergleichen. Krass. Tja, Süddeutsche, das war's dann wohl.
Oh und dieser Greiner kloppt da auch einen Rohrkrepierer nach dem nächsten raus. Der hat überhaupt nicht verstanden, was Wikileaks ist. Der kritisiert da in einem fort, dass Wikileaks nicht zu jedem Botschaftsmemo die Gegenposition der Botschaft und der befragten Quellen mitliefert. Wikileaks ist keine Zeitung, Herr Greiner! Das ist ja gerade der Vorteil! Dort hat niemand über das Material geguckt und die Sachen rausgeschmissen, die er für unglaubwürdig hielt, aus welchen Gründen auch immer.
Und hier noch ein Leyendecker:
… als ob das, was in der Depesche ist, irgendeinen Wahrheitsgehalt hat, davon geht man ja offenbar aus
Äh … ja. Davon geht man aus. Nachdem die Amerikaner den Schritt gegangen haben, die betroffenen Regierungen davor zu warnen, dass da demnächst peinliche Daten über sie rauskommen. Und dass sie jetzt nicht hingehen und behaupten, dass das alles gefälscht sei. Das wäre doch die erste offensichtliche Gegenstrategie bei sowas! Jemand zuhause, Herr Leyendecker?
Ich bin ja schockiert, dass Greiner und Leyendecker Wikileaks ernsthaft vorwerfen, sie hätten ihnen nicht auch noch ihre journalistische Arbeit der Quellenprüfung und -bewertung abgenommen. Das sagt mir ja mehr über den Journalismus in Deutschland als ich an der Stelle wissen wollte. Die sind offenbar gar nicht mehr gewohnt, Rohdaten reinzukriegen und selber bewerten zu müssen. Alles, was die publizieren, ist offensichtlich schon vorgedacht und -bewertet. Krass. Und dann wundert man sich auch nicht mehr, wenn der Leyendecker fragt, wie gefährlich das Internet eigentlich sei. Weia.
Ein Höhepunkt ist auch, als Leyendecker da plötzlich in das Territorium von Verschwörungstheorien absackt und meint, das sei alles purer Antiamerikanismus, was Wikileaks da betreibe. Tja, Herr Leyendecker, da hatten sie aber mit Herrn Kompa den falschen Gesprächspartner, der hat auf dem Gebiet mehr Erfahrung :-)
Hier ist noch ein Greiner-Highlight auf den Einwurf, dass investigativer Journalismus ja brotlos und aussterbend sei:
Wenn etwas wenig nutzt [investigativer Journalismus], muss ich es nicht durch etwas absolut Nutzloses [Wikileaks] ersetzen!
Ab 31:00 wird es auch nochmal lustig, als dieser Greiner dem staunenden Publikum erklärt: neinnein, das ist keine Spionage, wenn jemand Informationen aus vertraulichen Gesprächen an eine fremde Macht verrät. Äh, … sondern?
Defense Minister zu Guttenberg revealed in a February 3 meeting with Ambassador Murphy that coalition partner FM Westerwelle — not the opposition Social Democratic Party (SPD) — had been the single biggest obstacle to the government seeking a bigger increase in German troops for Afghanistan.Damit ist hoffentlich endgültig klar, dass auch der letzte Zweifel ausgeräumt ist, dass die SPD unwählbar ist. Mit der Schröder-Irakkrieg-Ablehnung sind ja die Apologeten umhergezogen in letzter Zeit. Wie man hier deutlich sehen kann: zu Unrecht.Und erschütternderweise muss man konstatieren, dass die FDP zwar widerliche Positionen vertritt, aber sich immerhin zumindest partiell an Absprachen gebunden fühlt. Im Gegensatz zu den Sozis. Hat man ja auch bei den Hoteliers gesehen, da gab es ja auch keine Argumente dafür, ausser dass sie es denen vor der Wahl zugesagt hatten.
Wer jetzt denkt, hey, der Fefe macht FDP-Werbung?! Keine Sorge, natürlich ging es Westerwelle nicht um die Sache, sondern er wollte nur dem Guttenberg mal zeigen, wer in der Koalition die Hosen an hat:
While Westerwelle has portrayed his skepticism about additional troops as principled, it was also motivated by a desire to put zu Guttenberg "in his place."Hahaha, die Bürgerrechtspartei, hahaha. Suuuuper, FDP. Was sind das nur alles für Widerlinge. Ich frage mich ja, was der Westerwelle macht, wenn er eines Tages aufwacht, und merkt, dass er da versehentlich etwas im Sinne des Volkes gemacht hat. Etwas, was die Wähler wirklich wollten. Ob der mit so einer Last weitermachen kann dann? Oder vielleicht kriegt der ja auch immer Medikamente verabreicht, damit dieser Moment nicht eintritt.
SUBJECT: Lame Duck German Governor Kicked Upstairs as New Energy Commissioner in BrusselsSie sagen da: Oettinger ist eine lahme Ente (im Amt aber ohne Mehrheit) und wurde daher zur EU weggelobt. Messerscharf analysiert! Selbstverständlich ist das richtig, genau das ist da passiert.
1. (SBU) Chancellor Angela Merkel nominated Baden-Wuerttemberg (BW) Minister President Guenther Oettinger as EU Energy Commissioner primarily to remove an unloved lame duck from an important CDU bastion.Exakt. "unloved" gefällt mir ja besonders schön. Der ungeliebte Oettinger ist da der CDU im Wege und wird daher aus dem Wege befördert.The move was not the promotion of a valued colleague as Merkel's allies sought to portray it.Damit das keiner missversteht, erklären sie es nochmal im Detail. Nein, das war keine Beförderung, wie es die Merkel-Apologeten zu spinnen versuchten, sondern der wurde weggelobt, weil er da im Wege war.Rather, Oettinger's increasing loss of party support in BW compelled Merkel to push Oettinger out to protect her support base there.Im Gegenteil, der war selbst in der eigenen Partei unbeliebt und Merkel musste ihn entsorgen, um die Parteibasis zu schützen.Und fürs Archiv beschreiben sie auch noch schnell den Oettinger:
Oettinger is noted for a lackluster public speaking style, and some commentators have asserted that Merkel, who has often stood out at EU meetings, wanted to appoint a German Commissioner who would not outshine her.Er kann a) nicht reden und b) legt Merkel darauf Wert, dass da keiner in der EU platziert wird, der kompetenter aussieht als sie selber. Mit anderen Worten: Oettinger ist eine Pfeife.Der nächste Abschnitt ist besonders schön:
2. (SBU) Germany has a time-honored tradition of sending unwanted politicians to the EU Commission, although departing SPD EU Industry Commissioner Guenter Verheugen proved his worth during his tenure.Es ist Tradition in Deutschland, die Flaschen und Pfeifen bei der EU zwischenzulagern. Sagen sie da. Wun-der-bar. Sag ich ja schon seit Jahren :-)Mit ein bisschen Erstaunen sagen sie dann noch, der Verheugen sei nicht ganz so furchtbar wie erwartet gewesen. Naja. Darüber kann man streiten. *hust*
In addition to being a poor public speaker, he has a tendency to put his foot in his mouth.Nicht nur kann er nicht reden, manchmal leistet er sich veritable Bockschüsse, sagen sie da. Dann verweisen sie auf die Filbinger-Rede, die es ja sogar bis zu Oettingers Wikipedia-Artikel geschafft hat.Ich spare mir mal den Rest jetzt, aber ich muss sagen: erstklassiger Kommentardienst. Wirklich! Vor allem decken sich deren Einschätzungen auffallend mit meinen Ansagen zur Lage der Nation :-)
Will sagen: das sollten die mal frei ins Internet stellen immer, da könnte ich mir viel Arbeit sparen. Alleine für Sätze wie diesen hier:
His background in energy appears limited to public support for nuclear power and the extension of power plant operating licenses.Da würde ich sogar Geld für ein Abo ausgeben!Ich habe hier sogar schon Mails gekriegt, dass sich das wie eine englische Übersetzung von meinem Blog liest. Soweit würde ich jetzt nicht gehen *hust*, aber die Faktenbasis überlappt in der Tat auffallend stark.
Update: Oh und guckt euch mal deren Analyse zu De Maiziere an. Und vergleicht das mal damit, was bei uns in der Presse stand. Mehr Inhalt, weniger Text, kein Bullshit.
Update: Eine Sache muss ich ja doch erwähnen. Das ehemalige Nachrichtenmagazin hatte sich beim letzten Wikileaks-Fall noch von mir anpupen lassen müssen. Und dieses Mal haben sie da … ein Video, wie man das zu lesen hat. Das war letztes Mal einer meiner zentralen Kritikpunkte. Gut, das Video ist jetzt kein Reißer, aber sie haben sich da offensichtlich am Guardian orientiert, den ich letztes Mal als Vorbild gelobt hatte. Und daher, bei allem gerechtfertigten Gebashe: Respekt, Spiegel. Das reißt euch nicht raus, immerhin sehe ich da immer noch kein Archiv zum Rumklicken in den Depeschen, aber es zeigt, dass ihr partiell lernfähig seid. Insbesondere ist mir unbegreiflich, wie die auf nytimes.com, guardian.co.uk, lemonde.fr und elpais.com verlinken können, aber nicht auf cablegate.wikileaks.org.
Update: Und nach dem Lob geht jetzt das Gebashe wieder los: Spiegel und Guardian im direkten Vergleich zum selben Memo. Hmm, wo fühlt man sich da besser informiert?
The study exposed 20 ash trees to various radiation sources for a period of three months. Trees placed closest to the Wi-Fi radio demonstrated a "lead-like shine" on their leaves that was caused by the dying of the upper and lower epidermis of the leaves. This would eventually result in the death of parts of the leaves. The study also found that Wi-Fi radiation could inhibit the growth of corn cobs.Na mal gucken, ob die Ergebnisse jemand reproduziert kriegt.
Im Grunde kann man das Papier auf die zentrale Forderung reduzieren: Totalüberwachung jeglichen Netzverkehrs mit Hilfe von Deep-Packet-Inspection-Technologien zur Filterung von Urheberrechtsverletzungen.Na dann sterbt mal ruhig weiter aus. Deutscher Teilnehmer in diesem Dachverband ist verdi. Falls da noch jemand Mitglied sein sollte.
Update: Einer meiner Leser hat mal innerhalb von ver.di Stunk gemacht und kriegte folgende Stellungnahme:
ver.di distanziert sich von den Ausführungen der UNI zur Netzneutralität.
Das müssten sie jetzt nur noch ein bisschen offensiver kommunizieren, und auch innerhalb der UNI dafür sorgen, dass nicht so ein Mist publiziert wird.
Als Beispiel für derartige Ausnahmen nannte Benedikt XVI. einen an Aids erkrankten Prostituierten, der die Ausbreitung von HIV verhindern wolle.Es geht nur um Männer! Männliche Prostituierte!! Mit anderen Worten: Eigenbedarf und Selbstschutz!
Ich würde das sogar als Aufforderung an seine Untergebenen lesen, bei zukünftigen "Kundenkontakten" mit den Chorknaben bitte keine DNA zu hinterlassen.
Die Neger in Afrika können ruhig weiter alle an AIDS krepieren, das schert die katholische Kirche nicht. Im Gegenteil, das ist doch prima, wie im Mittelalter, wenn die Leute eine kurze Lebenserwartung haben. Da greift dann die Jammertal-Rhetorik der katholischen Kirche auch viel besser, damals hatte die Kirche auch noch richtig Einschaltquote!
Und die Frauen, auf die scheißt die katholische Kirche natürlich eh. Das sieht man auch gut daran, dass Frauen immer noch keine Priester werden können, mit der großartigen Begründung:
Diese [die Kirche] habe keine Vollmacht, Frauen zu Priestern zu weihen. "Es ist nicht so, dass wir sagen, wir wollen nicht, sondern: wir können nicht", wird der Pontifex zitiert.
Update: Laut Telepolis ist der Aspekt mit den männlichen Prostituierten ein Übersetzungsfehler. Aber hey, seit wann lassen wir uns unsere Verschwörungstheorien von Fakten kaputtmachen!1!!
Schade, dass man nicht von Verlogenheit Magengeschwüre kriegt.
Hier, liebe Leser, erfindet sich gerade der "journalistische" Arm der Terrorpanikindustrie.
Fürs Archiv: der Name am Artikel ist "Jürgen Stryjak". Und der ist auch vom SWR.
NATÜRLICH NICHT, Herr Ziercke, denn die gibt es nicht. Keine Anschläge, keine Ziele. Hier geht es nicht um Anschläge oder Terroristen, sondern es sollen die renitenten Abgeordneten aus Opposition (und vereinzelt wohl auch FDP) auf Linie gebracht werden, die immer noch nicht alle Terrorgesetze ungelesen sofort unterschreiben wollen. Eine andere Erklärung gibt es nicht.
Boah, Ziercke, wie hast du es jemals auf diese Position geschafft? Haben die da keinen IQ-Test bei der Einstellung?
Nee, Google, sorry. Ihr kriegt meine Telefonnummer nicht. Fuck You, Google. Fuck You!
Er habe kein generelles Verbot der Anonymität gemeintAch soooo, na dann!
sondern nur für Foren mit politischen AbstimmungsmöglichkeitenDANN ist das natürlich was GANZ anderes!1!!
Ihm gehe es um mehr direkte Demokratie beim Deutschen BundestagJa hat der denn das Memo nicht gekriegt?!
Dabei sei der zum 1. November eingeführte neue Personalausweis eine «ideale Möglichkeit, sich im Internet zu identifizieren».Na das war ja klar. Er hat das andere Memo gekriegt, dass man versuchen soll, den neuen Personalausweis weniger stark als Totalschaden und Rohrkrepierer dastehen zu lassen.
Überrascht zeigte sich Fischer von der Menge der Kommentare zu diesem Interview. Neben zustimmenden und kritischen E-Mails habe er auch Häme erfahren. Die Netzgemeinde reagierte mit Ironie und Spott auf die Äußerungen Fischers.NEIN!!! Spott und Häme?! Und solche Leute wollte er eben noch direkt an der Demokratie teilhaben lassen! Oder vielleicht war das ja auch nur ein Vorwand, damit sie sich ausweisen und er sie besser verfolgen lassen kann. Wer weiß.
Naja, würde man sich jetzt denken, wenn die dem so wenig nachweisen können, dass es nur bis zu so einer Muppetshow-Verurteilung reicht, dann kriegt der bestimmt noch Geld raus nach Anrechnung seiner Guantanamom-Haft. Dem ist nicht so:
Der Staatsanwaltschaft zufolge wird es zwischen 20 Jahren Gefängnis und lebenslanger Haft betragen.ZWANZIG JAHRE KNAST für so einen lächerlichen Straftatbestand! Da sieht man mal, wie weit her das in den USA mit dem Rechtsstaat ist. Unglaublich.
Also, was denkt ihr, was kommt als nächstes? Plötzlich und überraschend brauchen wir noch einen Milliarden"kredit" für die Hypo Real Estate? Oder vielleicht kommt plötzlich und unerwartet eine Spanienkrise? So geht das jedenfalls nicht weiter. Diese US-Marodeure machen uns unseren schönen Aufschwung ganz kaputt!
Republican leaders have already vowed to reverse Mr Obama's healthcare reforms and to cut spending.Haha, cut spending, hahahahaha.Oh und der neue Front-Arsch der Republikaner heißt John Boehner, an den können wir uns gleich mal gewöhnen, der ist jetzt nämlich der Speaker of the House (Congress-Sprecher).
Earlier the Republicans' John Boehner, set to become the next speaker of the House of Representatives, pledged to repeal Mr Obama's healthcare reform "monstrosity"."I believe the healthcare bill will kill jobs, ruin the best healthcare system in the world and bankrupt our country," Mr Boehner said.
Da sieht man mal, was für Verstrahlte da gewählt wurde. Weia. Sogar Obamas alter Senatorensitz in Illinois ist an einen Republikaner gegangen. Arkansas haben die Democrats auch verloren. Und die haben ja vorher schon nur Gesetze durchgekriegt, wenn sie da bis zum Anschlag Geldgeschenke an die Wahlbezirke der jeweiligen Abgeordneten reingepackt haben, nur um dann danach wegen ihrer Geldverschwendung angepinkelt zu werden. Ab jetzt wird dann wohl gar nichts mehr gehen.
Da hat eine bestimmte Stiftung, die der Lord nicht namentlich nennen will, angeboten, den Briten einen riesigen Haufen Geld zu geben.
"We have this extraordinary request to assist in a major financial reconstruction. It is megabucks, but we need your help to assist us in understanding whether this business is legitimate".Das ist ja schon spannend. Aber es wird noch cooler. Denn der Empfänger der Gesprächsangebote dieser mysteriösen Stiftung hat sich nicht an den Finanzminister gewendet, sondern an jemand anderen, der für IRA (!) bei der Bank of England (!!) Geld gewaschen hat.I had the biggest put-down of my life from my noble friend Lord Strathclyde when I told him this story. He said, "Why you? You're not important enough to have the answer to a question like that". He is quite right, I am not important enough, but the answer to the next question was, "You haven't got the experience for it". Yes I do. I have had one of the biggest experiences in the laundering of terrorist money and funny money that anyone has had in the City. I have handled billions of pounds of terrorist money.Und dannMy biggest terrorist client was the IRA and I am pleased to say that I managed to write off more than £1 billion of its money. I have also had extensive connections with north African terrorists, but that was of a far nastier nature, and I do not want to talk about that because it is still a security issue. I hasten to add that it is no good getting the police in, because I shall immediately call the Bank of England as my defence witness, given that it put me in to deal with these problems.Heilige Scheiße, das geht ja ab im Britischen Parlament! Der Hammer ist, dass die Sitzung natürlich nicht öffentlich ist, aber sie landet halt trotzdem im offiziellen Logbuch, wo man sie einsehen kann.Die Sache ist bei diesem Mann gelandet, weil Leute ihn von damals kennen, und wissen, dass er Leute kennt, und im Zweifelsfall mal gucken kann, ob eine Institution in Ordnung ist oder eine Front für "die Terroristen" oder so. Daher landete die Sache auf seinem Schreibtisch.
Der Mann hat also mal nachgeforscht, für 20 Wochen sagt er, und ist zu dem Schluss gekommen, dass diese Stiftung kein Fake ist. Er hat also ein Meeting zwischen dem Vorsitzenden des Oberhauses und dieser ominösen Stiftung veranstaltet, aber das lief nicht so gut.
I found myself between a rock and a hard place that were totally paranoid about each other, because the foundation X people have an amazing obsession with their own security. They expect to be contacted only by someone equal to head of state status or someone with an international security rating equal to the top six people in the world. This is a strange situation.Die Stiftung hat gesagt, hey, wenn ihr uns nicht glaubt, wir haben bereits 5 Milliarden Pfund bei britischen Banken deponiert. Das wollte der eine Lord nicht glauben, weil das ja aufgefallen wäre.You could not have £5 billion popping out of a bank account without it disrupting the balance sheet completely. But I remember that at about the same time as those transfers were being made the noble Lord, Lord Myners [former Labour Treasury Minister], was indulging in his game of rearranging the deckchairs on the Titanic of the British banking community.Wenn das stimmt, dass die da fünf Milliarden reingepumpt haben, dann würde ihnen das Parlament die Rettung des Bankensystems schulden. Das ist ein starkes Argument, und um so krasser, dass das Parlament das gar nicht mitgekriegt hat.Und es wird noch verschwörerischer: die Stiftung hat denen ernsthaft erklärt, ihr Reichtum sei noch seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts mit Gold gedeckt. Mit Gold!!
Der andere sachverständige Lord meinte darauf, das kann gar nicht sein, denn so viel Gold gibt es ja gar nicht, woraufhin unser Geldwäscheexperte das hier entgegenhielt:
He had tapped into the sources that are available and there is only one definitive source for the amount of bullion that has ever been taken from the earth's crust. That was a National Geographic magazine article 12 years ago. Whatever figure it was that was quoted was then quoted again on six other sites on the internet—on Google. Everyone is quoting one original source; there is no other confirming authority. But if you tap into the Vatican accounts—of the Vatican bank— come up with a claim of total bullion—KRASS. Da fehlt echt nur noch der Mossad in der Geschichte :-)Ich weiß ja nicht, wie euch das geht, aber für mich klingt das wie ein Nigeria-Scam. Eine derartig wilde Geschichte, wo jemand Milliarden von Pfund "zur Weltrettung" beisteuern will, und der will als Gegenleistung kein Mitspracherecht und keine Zinsen?! Das muss doch ein Nigeria-Scam werden!
Update: Die Primärquelle für den Austausch ist übrigens unter www.publications.parliament.uk einsehbar.
Update: So sieht der aus, falls sich das noch jemand gefragt hat. Für mich am spannensten daran:
Consultant, Cerberus Capital Management LP (New York)
Cerberus ist eine Heuschrecke. Oh und was der sonst so macht: Firmen reparieren, und zwar richtig große. U.a. Lloyd's of London und die Millenium Dome Geschichte. Und der hat auch sonst großartige Geschichten zu erzählen, z.B. die hier über ein Lied von Göring und Sex mit einem Känguru.
Update: Das klingt nach einem Hoax des "Office of International Treasury Control", der Modus Operandi passt jedenfalls.
Aber warum sind die Daten denn falsch?
Ratet mal!
Kommt ihr NIE drauf!
More often, essential background information simply is not acquired by debt buyers, in large part because that data adds to the price of each account.Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Wenn man von der Bank die Schulden von jemandem kauft, kann man weniger zahlen, und dann kriegt man nur den halben Datensatz. WTF?! Was ist das denn bitte für ein groteskes Geschäftsmodell! Da können echt nur die Auf der anderen Seite könnte das Obamas Rettungskrieg werden. Immerhin sind ja bald die Midterm Elections, und da droht wieder eine Republikaner-Übernahme. Nicht dass die Demokraten mit Mehrheiten in Congress und Senate was gebacken gekriegt hätten, aber wenn die Republikaner einen davon wieder übernehmen, dann gibt es da einen Totalstillstand. Da hilft eigentlich nur ein gerechter Krieg oder halt die Schröder-Variante, eine größere Naturkatastrophe. Sowas wie das fette Tiefdruckgebiet, das gerade über die USA zieht z.B., mit den niedrigsten Tiefdruckmessungen aller Zeiten.
Und als ob die Meldung noch nicht bizarr genug wäre:
Russia has also agreed in principle to supply Nato with helicopters for use in Afghanistan and has already sold five Mi-17 helicopters to coalition member Poland, reported The Independent.HUBSCHRAUBER!!! Im russischen Afghanistankrieg damals lief das ja gerade so, dass die Amis den Mujaheddin Stinger-Raketen gegeben haben, und mit denen haben sie die dann die ganzen russischen Hubschrauber abgeschossen, weshalb die Russen am Ende aufgegeben haben. Dass die Russen jetzt also ausgerechnet Hubschrauber liefern, das ist die Oberironie. Eigentlich ist das schon keine Ironie mehr sondern ein fetter Stinkefinger. Ich stelle mir das so vor: die Amis haben keine Munition mehr, bitte die Russen um Nachschub. Und die Russen, um denen mal richtig den Mittelfinger zu zeigen, sagen: klar, aber nur wenn ihr uns auch Hubschrauber abkauft. Oder so.So rein strategisch ist das auch ansonsten sinnvoll, den Afghanen russische Hubschauber zu verkaufen, weil die billiger sind, die Afghanen können die bedienen, und die Ersatzteile kosten auch weniger. Insofern kann man da auch inhaltlich für argumentieren, wenn sie die am Ende den Afghanen überlassen wollen. Aber so rein im geschichtlichen Kontext ist das der Brüller.
Vorsicht: Quelle ist Daily Mail.
Update: Die Washington Post hat auch was zu den Hubschraubern. Und natürlich sind die Ami-Politiker nicht damit einverstanden, dass sie denen russisches Gerät hinstellen statt US-Hardware, immerhin ist das ja die Idee beim US-Militär, dass man damit schön Industrieförderung betreiben kann. Immerhin steht da, dass es sich um die Mi-17 handelt, die ist von den Russen spezifisch für den Afghanistaneinsatz designed worden. Auch die Washington Post zeigt mit dem Finger auf die Geschichte :-)
Übrigens:
The Defense Department is seeking to buy 10 more of the Mi-17s next year, and had planned to buy dozens more over the next decade.
Die nächste Dekade?! Soviel also zu dem Truppenabzug 2011.
Was passiert aber bei uns? Die Polizei macht bei denen Hausbesuche, um sie zu bedrohen.
Noch vor Einreichen seiner Klage seien am Mittwoch drei Polizisten an seiner Wohnungstür erschienen und hätten ihm angedroht, ihn notfalls mit Gewalt als Zeuge der Staatsanwaltschaft zuzuführen, sagte er am Donnerstag der taz.Aber komischerweise haben sie versäumt, ihm auch nur eine Vorladung zuzustellen vorher. Im Übrigen kann man Vorladungen der Polizei generell ohne Angabe von Gründen ignorieren, erst wenn die Staatsanwaltschaft vorläd, dann wird es ernst.
Das Auftreten der Polizisten beschreibt der 31-Jährige als "überfallartig und einschüchternd". Nur widerwillig sei ihm gestattet worden, seinen Anwalt anzurufen. Auch während des Telefonats mit der Anwaltskanzlei hätten die Polizisten Druck gemacht und gesagt, dass sie nun körperlichen Zwang anwenden würden, wenn er nicht bald fertig sei.Angesichts solcher Schilderungen frage ich mich immer, ob die angeblichen arabischen Kriminellenbanden wirklich so viel schlimmer wären als was wir jetzt mit der Polizei haben. Man müsste das mal ausrechnen, was die so an Schutzgeld haben wollen, und was wir so für die Polizei ausgeben. Ich kann mich jedenfalls an keinen einzigen Fall erinnern, bei dem mir die Polizei mal geholfen hätte. Nicht dass ich mir von den Arabern Hilfe erwarten würde, aber wenn mir schon keiner hilft, dann kann ich ja wenigstens meine Kosten dafür zu minimieren versuchen!1!! :-)
Oh und wer jetzt denkt, hey, das ist nur die Polizei, die bei uns so schlimm ist… auch die Staatsanwaltschaft kriegt ihr Fett weg:
Nachdem er zu Protokoll gab, nicht ohne anwaltliche Beratung auszusagen, habe ihm der Staatsanwalt gedroht, die nächste Befragung werde "unangenehmer" ausfallen.Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Als ich neulich in der Zeitung las, Stuttgart sei eine Mafia-Hochburg, da dachte ich ja nicht, dass das so wörtlich zu nehmen ist! (Danke, Florian)
Also fragt die BBC mal einen Franzosen. Und wie immer, wenn man einen Franzosen fragt, was er von einem Bestechungsfall hält, kommt sowas hier:
The former EU envoy to Afghanistan, Francesc Vendrell, said the practice was far from unusual."Many governments that hope to court influence are paying and providing money to the president's office in what I would call a slush fund. This has been going on since the very beginning, and the Americans are very much in the vanguard. So I'm not surprised the Iranians are doing it," he told the BBC.
Mit anderen Worten: was regt ihr euch alle so auf, das ist doch ganz normal, das machen wir doch auch immer! Bemerkenswert daran: Nicht nur machen die Amis das auch, die haben die Praxis dort eingeführt. Und: Die EU trägt da auch Bargeld in Säcken hin. Un-fass-bar.
Update: Kriege gerade eine Mail von "dem bösen Antragseinreicher" bei den Piraten (seine Selbstdarstellung in der Mail), wo er mir erklärt, dass die LQFB-Abstimmung nicht im LQFB selber stattfinden kann, weil die stärksten Gegner aus Datenschutzgründen nicht am LQFB teilnehmen. Super Argumentation! Ich finde auch, wir entscheiden ab jetzt per Dekret von Merkel darüber, ob neben der CDU auch andere Parteien zur Wahl zugelassen werden dürfen, weil die stärksten CDU-Befürworter ja nicht mitwählen, solange da auch andere wählen dürfen. Schlimmer noch: die wählen mit, aber stimmen für andere Parteien!1!! Den Antrag im Volltext kann man hier einsehen. Ich zitiere mal ein Argument dort, damit ihr seht, auf was für einem Niveau die Argumentation läuft:
[Q:] Bei einer Delegation kann ich das frühere Abstimmverhalten aber nicht mehr nachvollziehen.
[A:] Richtig. Aber wo ist das Problem? Dann delegierst du halt an jemand anderen.
Da ist mein Gesicht nicht groß genug, um dieses Argument angemessen zu fazialpalmieren.
The Army awarded the "sole source" contract in February to the University of Pennsylvania for resilience training, or teaching soldiers to better cope with the psychological strain of multiple combat tours.Das alleine ist ja schon eine Meldung, aber guckt mal, wie die Abteilung heißt:The university's Positive Psychology Center, directed by famed psychologist Martin Seligman, is conducting the resilience training.Also positiver als Folter wird es ja wohl kaum noch!1!!
Die Düsseldorfer Firma störte sich vor allem daran, dass Dienste wie Voice-over-IP (VoIP) oder Instant Messaging nicht Gegenstand einschlägiger Verträge der zur Deutschen Telekom gehörenden Mobilfunkgesellschaft sind. Sie führte weiter ins Feld, dass die Bandbreite des Online-Zugangs von T-Mobile ab einem bestimmten Datenvolumen beschränkt werde.Ex-akt. Volltreffer. Und zwar direkt in die Fresse.
Leider haben die Richter das Problem noch nicht vollständig genug begriffen, um generell zu entscheiden, dass ein Zugang, bei dem einzelne Dienste geblockt werden, generell nicht als Internetzugang bezeichnet werden darf.
In dem Interview merkt man sehr schön die kognitive Dissonanz des Richters, der betont, er habe neulich erst, vor seiner Pensionierung, einen jungen Mann zu einer Gefängnisstrafe ohne Bewährung verurteilt, weil er einen Pflasterstein auf ein Polizeiauto geworfen hat. Und heute kriegt er selber einen Wasserwerfer ab und sieht, dass die Polizei wieder einen vom Pferd lügt von wegen angeblich geworfener Pflastersteine. Den letzten Schritt geht er noch nicht, dass er dann auch mal die anderen Ansagen der Polizei in Frage zu stellen.
Stellt sich raus: geht nicht nur doch, haben sie gemacht!
Meine Meinung von diesem "Rechtsstaat" sinkt echt jeden Tag noch ein bisschen.
Update: Mir mailt gerade jemand, dass er auf einem der Bäume draufsaß, und dass die da nicht auf die Bäume gefeuert haben sondern zwischen den Bäumen durch wild in die Menge. (Danke, Mark)
Es sind Hundertschaften, die aus der ganzen Republik zusammengezogen wurden.Da werden die üblichen Prügelbrigaden aus Berlin und Hamburg am Start sein. Und es passiert das selbe wie sonst auch bei Demos, nur interesssiert es hier anscheinend zum ersten Mal jemanden:
Eine völlig durchnässte alte Frau hat sich in die hinteren Reihen retten können, mit dem Rest ihres Schirms, dem Griff und einem gekrümmten Stab. Alles andere hat der Wasserwerfer weggefegt. Die 71-jährige Rentnerin demonstriert zum ersten Mal in ihrem Leben und ist, gelinde formuliert, fassungslos und verzweifelt.Eine 71-jährige Rentnerin mit dem Wasserwerfer beschießen, das muss die neue Charmeoffensive der Bundespolizei sein!
Sie schreit Werner Wölfle, den Chef der Stuttgarter Grünen, an, er solle sich vor die Wasserwerfer legen, er sei doch ein Politiker. Aber Wölfle ist schon durchnässt und die falsche Adresse.Krasse Scheiße. Und dann die Geschichte von dem Krimi-Autor Wolfgang Schorlau, der beobachtet, wie die Polizei einem 15-Jährigen voll ins Gesicht geschlagen hat, und ihm gegen den Hinterkopf, der dazu nur meint, er habe sowas nicht für möglich gehalten, immerhin sei man ja hier in Stuttgart, nicht in Berlin. Tja, dazu fällt mir nur der Niemöller ein. Da merken die Schwaben mal, was passiert, wenn man Polizeigewalt woanders toleriert. Irgendwann hat man die dann auch bei sich vor der Haustür.
Und dann zitieren sie den katholischen Pfarrer, der in den letzten Tagen Verhandlungen organisiert hat, und der stellt immerhin mal die richtige Frage:
"Was sollen da die Kinder denken", sagt der 49-jährige Geistliche, "was sollen sie von unserem Rechtsstaat halten, der sie von der Straße spritzt?"Das kann ich euch sagen, was die Kinder denken werden. Die werden denken: das passiert, wenn man CDU wählt. Und Recht haben sie.
Und wo wir bei Niemöller waren. "Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich nicht protestiert; ich war ja kein Gewerkschafter."
Zu ihnen wird Mappus wohl auch die frühere Ver.di-Landesvorsitzende Sybille Stamm zählen. Die 65-jährige kommt mit blauen Flecken aus einem Pulk, nachdem sie von Polizisten die Böschung hinuntergeworfen und getreten worden ist. Sie ist eine der Verletzten, die in einem Sanitätszelt behandelt werden - sie haben Blessuren aufgrund von Tränengas, Wasserwerfern, Tritten. "Das ist hier Bürgerkrieg", sagt sie.An der Stelle haben die vom ehemaligen Nachrichtenmagazin dann offensichtlich Dinge aus ihren vielen Dokumentationen über das 3. Reich wiedererkannt und sahen sich doch mal zur Kritik genötigt.
Ach übrigens, wenn ihr mal sehen wollt, wie sich das in der Darstellung der Polizei anhört:
Polizeikräfte mussten vereinzelt Pfefferspray gegen Demonstranten einsetzen […]Da seht ihr es! Die Gewaltanwendung war voll ausgeglichen!1!! Nicht nur das, in der Presseerklärung lügen sie uns auch dreist ins Gesicht, es seien Pflastersteine geflogen. Woher ich weiß, dass das eine Lüge war? Von hier:Im Laufe der Demonstration benutzten einzelne Teilnehmer Reizgas gegen Polizisten
Das Innenministerium in Stuttgart musste zudem die Darstellung zurückziehen, es seien Pflastersteine auf Polizisten geworfen worden. "Da waren wir falsch informiert", sagte eine Sprecherin.Soso, "falsch informiert", ja? Gemerkt haben sie, dass sie falsch informiert waren, nachdem die Lüge per 20-Uhr-Tagesschau rausgegangen ist. Na SO ein Zufall.
Die Gewalt der Sturmtruppen war so ausufernd, dass sogar abgehärtete Fußballfans entsetzt waren.
Es gibt überhaupt nur eine Gruppe, die die Gewalt gut findet. Nein, nicht der Schwarze Block, der sich freut, dass die Gewaltexzesse der Polizei mal ordentlich dokumentiert würden und jemanden treffen, bei dem nicht die Mehrheit sofort glaubt, dass der schon schuldig sein wird. Die CDU-CSU. Die haben den mit Abstand widerlichsten Tweet rausgehauen, den man sich nur denken kann:
Wer x Aufforderungen der Staatsgewalt keine Folge leistet & sich nicht v. Steinewerfern distanziert, kriegt auch mal auf die Fresse #s21Wer JETZT noch die Schwarze Pest wählt, den lasse ich nicht mehr mit Unwissen als Ausrede gehen.
Update: Beim Atari-Frosch gibt es dazu noch ein schönes Zitat:
Es kamen Vergleiche mit Zuständen im Iran auf, und einer bekam von einem Opa zu hören, daß das wie im 3. Reich sei, nur daß die SA nicht maskiert gewesen sei.
Zumindest für den Iranvergleich gibt es ein Video.
Update: Und noch eine krasse Nummer am Rande: bei dem Video sieht man, wie ein Polizist jemandem ins Gesicht schlägt, und was tut n-tv? Das Gesicht pixeln. Nein, nicht das des Opfers. Das des Täters!
Update: Das Pixelvideo ist von Anfang September, von der ersten Baumräumung und dieses Version ist unverpixelt.
Witzig ist auch dieser Kommentar dazu:
Stattdessen hätten die iranischen Unterhändler mit ihren Versuchen, einen niedrigeren Preis auszuhandeln, den Deal „unverzeihlich“ verzögert, konstatierte Korotschenko. Der Liefervertrag für S-300, den man schon 2002 bzw. 2003 hätte unterzeichnen können, sei erst viele Jahre später zu Stande gekommen.Bwahahaha, das wäre ja echt ein Lacher, wenn der Iran mit jahrelangem Rumfeilschen Schuld wäre. Das würde mich ehrlich gesagt überraschen. Wenn die eine Gelegenheit sehen, dann kaufen die. Ich vermute, dass eher die Russen ewig lang herumgezögert haben, weil deren Teil des Deals ja nicht war, dem Iran Waffen zu verkaufen, sondern ein Faustpfand für Verhandlungen mit den Amis zu haben. Im Übrigen hat Russland ja Vetorecht im Sicherheitsrat, sie hätten das also verhindern können. Haben sie aber nicht.
Diese Bonuszahlungen seien bei jeder Wiederwahl, die alle fünf Jahre ansteht, erhöht worden, von zunächst 40.000 über 80.000 auf nun 108.000 Euro pro Jahr. Damit habe man Ring halten wollen, erklärte BLM-Verwaltungsratschef Manfred Nüssel.Warum wollt ihr denn jemanden halten, der so unglaublich viel Kohle bei euch rausträgt? Immerhin, sie haben eine Erklärung für die Höhe der Boni:
Angebracht hielt man den saftigen Bonus auch, damit Ring seine laut Nüssel "ungünstige Altersversorgung" aufbessern könne. Diese "ungünstige Altersversorgung" liegt bei 101.167 Euro pro Jahr.Also das ist ja wirklich er-bärm-lich! Wer kann denn von so einer Hungerrente überleben?!? Menschenunwürdig ist das, jawohl! (Danke, Marko)
Noch eine Sache, die wir heute gelernt haben: unser Setup ist zwei Kopfhörer mit Mikrofonen, ein Aufnahmegerät, und ein Verstärker. So hören wir über die Kopfhörer unser eigenes Signal. Das ist wichtig, damit man mitkriegt, wenn die Aufnahme Störgeräusche hat oder abbricht. Bei uns war heute der Verstärker lauter als die Realität, und daher haben wir instinktiv leise geredet, fast geflüstert an einigen Stellen. Dann mußten wir den Gain hochdrehen und am Ende nochmal mit dem Kompressor rüber. Nächstes Mal machen wir den Gain kleiner und den Verstärker leiser und reden dann hoffentlich instinktiv lauter.
Aber so generell finde ich, dass die Audioqualität schon sehr erfreulich ist. Wie im Radio :-)
Übrigens, noch einer für die Audionerds: das mp3 könnte man bei fast gleicher Qualität nochmal um 30% kleiner machen, allerdings resampled lame dann auf 32 khz statt wie bisher 44,1. Ich hätte das gemacht, aber habe mich überstimmen lassen, wegen Bedenken, dass irgendwelche Ranz-Player das dann nicht spielen können. Gibt es wirklich MP3-Player, die keine 32 khz mp3s abspielen können? Wenn jemand einen hat, bei dem das so ist (bitte kein "ein Freund eines Freundes kennt jemanden, der gehört hat"): sachdienliche Hinweise erbeten.
Eine Sache noch: richtig gut funktioniert hat der Versuch, die beiden Mono-Tonspuren separat aufzunehmen in ein 2-Kanal-File. So kann man prima Nebengeräusche wie ein Räuspern oder so rausnehmen. Die Mikrofone in den Headsets haben eine Niere-Charakteristik (wir haben uns übrigens zwei Beyerdynamic DT 297 PV gekauft und können die weiterempfehlen) und reagieren erstaunlich unempfindlich auf Geräusche von anderen Seiten. Leider reagieren sie auch erstaunlich empfindlich auf Geräusche vor ihnen; selbst "geräuschloses" Matetrinken oder mit der Hand übers Kinn streichen hört man prima auf der Aufnahme.
Er erhalte keinen Cent, schreibt die Versicherung, da er als Muslim prinzipiell keine Hausarbeit verrichte.Uh, wie meinen? Der Mann ist übrigens 79. Bei einem Autounfall hat er schwere Kopfverletzungen gekriegt, ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Hirnprellung. Er lag einen Monat im Koma, war halbseitig gelähmt. Es handelt sich übrigens um die Gothaer Versicherung. (Danke, Johannes)
Prominenter Doppelverdiener ist etwa der frühere Binnenmarktchef Charlie McCreevy. Der Ire wechselte kurz nach seinem Abschied in den Aufsichtsrat von Ryanair - und verdient dort nach Berechnungen der Anti-Lobby-Vereinigung Alter-EU bis zu 47.000 Euro pro Jahr.Der Aufsichtsrat einer Airline kriegt die Hälfte dessen, was ein EU-Kommissar als "Übergangsgeld" kassiert?!? WTF?!
Der Lacher ist, dass das dafür gedacht war, dass die Leute keinen neuen Job annehmen, weil man da Interessenkonflikte befürchtet hat. Das ist natürlich besonders pikant, wenn die dann einen neuen Job annehmen und sich trotzdem weiter dafür bezahlen lassen, dass sie keinen annehmen.
Ihre Argumentation vor Gericht fußt darauf, dass sie nervige Werbung ausschließen wollen können, um ihre Kunden zu schützen. Das ist ja auch nachvollziehbar.
BSI-Experte Jens Bender nahm Stellung zur Kritik des CCC. Er räumte ein, wenn ein Benutzer "den großen Fehler" mache, den elektronischen Personalausweis länger als nötig in einem Lesegerät zu lassen, könne sich ein Angreifer im Besitz der PIN tatsächlich für ihn ausgeben, zum Beispiel bei Altersverifizierungsdiensten.DAS ist ihre Strategie jetzt? "Das ist alles sicher, aber tut die Karte nur in den Leser, wenn ihr wirklich müsst"? Bwahahahaha, was für eine Lachnummer!
Und ihre Verteidigung zu den Geschäften im Internet ist, dass man dafür eine digitale Signatur braucht und sich nicht nur ausweist. Aha. Soso. Hat das mal jemand dem Herrn de Maiziere erklärt? Der hat die Identifikationsfunktion nämlich schon als Funktion fürs sichere Einkaufen im Internet beworben.
So ein Personalausweis hat drei logisch getrennte Bereiche, den hoheitlichen Teil mit den Biometriedaten, den eID-Teil fürs Ausweisen, und als drittes die Signatur. Damit die aber rechtswirksam ist, muss laut Signaturgesetz die PIN am Smartcardreader eingegeben werden, man braucht also einen Reader mit PIN-Eingabefeld, der braucht dann auch eine richtige Stromversorgung und kostet richtig Geld, weil das a) RFID statt Kontakten ist wie bei den verbreiteten Readern mit Pinpad im Moment und b) gibt es solche Reader für den "nPA" (ePA ist nämlich verbrannt, müsst ihr wissen, deshalb nennen die das jetzt "nPA") noch nicht.
Kurz gesagt: ihre Verteidigung ist, dass der eID-Teil eh für den Fuß ist, und man halt den Signaturteil benutzen soll, den es noch nicht gibt (die beiden zertifizierten Leser sind in der Klasse "Basis", d.h. ohne Pinpad und ohne Display, der Rest sind nur Labormuster ohne BSI-Zertifizierung).
Und, um das nochmal ganz deutlich zu sagen: "dann lässt man die Karte halt nicht im Leser" ist unter dem Gesichtspunkt "das sind kontaktlose RFID-Karten" auch noch mal eine besonders … spaßige Aussage.
Angeblich haben sie schon ne Million Reader ohne Pinpad geordert, damit sie überhaupt was zum zeigen haben. Ohne Pinpad heißt natürlich unsicher, und weil wir, um das nicht zu kompliziert zu machen, als Gefahr "Keylogger" benannt haben, haben sie sich als Feigenblatt ein Software-Pinpad auf dem PC gemacht, wo man dann die Tasten mit der Maus klickt und nicht auf der Tastatur eingibt. Weil das natürlich was GANZ ANDERES ist und VÖLLIG UNABGREIFBAR durch Trojaner!1!! Da kriegt man echt abgenutzte Handflächen vom Fazialpalmieren.
An der Stelle sei auch auf die CCC-Presseerklärung zum Thema hingewiesen. Mein Lieblingssatz daraus:
"Was die da rauchen, hätten wir auch gern mal", kommentierte CCC-Sprecher Engling.Update: Noch ein Detail: mit der eID-PIN kann man die Signatur-PIN setzen, wenn die noch nicht gesetzt wurde, was ja bei praktisch allen Anwendern zumindest initial der Fall sein wird.
Consultants examining the Aug. 5 Shelby County election found 3,221 more votes than voters on documents provided by Shelby County elections officials pursuant to a court order.Dass sie die Dokumente erst durch einen richterlichen Beschluss gekriegt haben, das passt ja auch mal wieder prächtig alles.
Jetzt ist glaube ich auch eine gute Gelegenheit, auf das vt220-Stylesheet hinzuweisen, das hier seit einer Weile rumfliegt. Ich hatte das mal gemacht, weil ich die Font im Internet gefunden hatte. Die ist wohl aus den ROMs extrahiert. Ich hatte den Typen angemailt, wie denn der Lizenzstatus ist und nie eine Antwort gekriegt. Wahrscheinlich weiß er es selber nicht, wenn das wirklich aus den DEC ROMs kommt. Ich glaube das kam von hier.
Nicht besonders nach Arbeit, eher nach Wordpress sieht diese Einsendung aus. Ansonsten gibt es für Arbeitssimulation natürlich auch noch das gute alte Wikipedia-Stylesheet.
Update: Noch mehr:
Ich fühle mich in meiner Ansicht bestätigt, dass Urheberrechte in einem Atemzug wie die Steuergesetzgebung und Kryptoverbote dazu dienen, gegen jeden Bürger bei Bedarf etwas in der Hand zu haben, wenn man einen Vorwand braucht, um ihn plattzumachen. Und gegen Firmen setzt man Patente ein. Al Capone haben sie ja auch wegen Steuerhinterziehung drangekriegt. Keine ernstzunehmende "Demokratie" kann es sich leisten, nicht gegen jeden Bürger was in der Hand zu haben. Das Betäubungsmittelgesetz leistet hier auch wertvolle Dienste. Und wo nichts ist, da macht man eine illegale Durchsuchung, pflanzt ein paar Wanzen und Kameras, klaut den Computer auf der Suche nach "Hackertools" oder Randgruppenpornographie, und locht denjenigen dann wegen Zufallsfunden ein. Und auch wenn man gar nichts findet, kann man die Leute heutzutage immer noch präventiv wegsperren. Oder man packt sie in Sicherheitsverwahrung.
Ich hoffe, wenigstens die Demo war schön.
Update: Übrigens, Wulffs Amt hat den Deal eingefädelt. Der Pharmasumpf war dem Wulff also offensichtlich eine Herzensangelegenheit, wenn der dafür so einen eingewachsenen Eiterbeulen-Bakterienstab bei der SPD gehen lässt. Ich vermute, die haben da noch mehr versteckt, was wir nur noch nicht gesehen haben, weil unsere Medien von Sarrazin abgelenkt waren. Es funktioniert ja doch immer erschütternd gut.
Mein Stand der Dinge ist: Gaby hat die Akten freigeklagt, und da haben sie schnell eine neue Sperrerklärung erlassen. Die Dokumente, die sie dann gekriegt hat, waren zum Großteil geschwärzt. Und als wenn das nicht schon Beleidigung und Frechheit genug ist, wollten sie zusätzlich von ihr auch noch eine Geheimhaltungserklärung unterschrieben haben! Und sie haben die Sachen, die sie ihr gezeigt haben, als "Verschlusssache - nur für den Dienstgebrauch" gekennzeichnet. Das heißt, dass sie die nicht kopieren darf, nur einsehen.
So scheißt unser Staat auf seine eigenen Gesetze.
Immerhin, zwei Sachen geben sie jetzt zu:
Definitive Kenntniserlangung des Bundesnachrichtendienstes von dem Aufenthalt Eichmanns in Argentinien seit 1958. Hierzu gehören auch die Akten, die belegen, dass die Adenauer-Regierung dezidiert nicht an der Verhaftung und Auslieferung von Eichmann (und seiner Verurteilung in Deutschland) interessiert war.Für den ersten Teil vergleiche man mal mit Wikipedia:
Im Jahr 1960 wurde er von israelischen Agenten in Argentinien entführt und anschließend nach Israel gebracht, wo ihm der Prozess gemacht wurde.Die englische Wikipedia verweist noch auf diese Shin Bet Webseite als Quelle für die Aussage:
In 1959, the Mossad received information stating that Eichmann was living in Buenos Aires under the name Ricardo Clement.Ihr seht schon, das passt alles hinten und vorne nicht. Bei Gaby Weber gibt es einen kurzen Text dazu. Ich hoffe ja, dass sie auch mal beispielhaft ein paar der geschwärzten Seiten hochläd, damit man sehen kann, was für eine Farce das ist.Oh übrigens, falls jemand auf die Begründung scharf war, warum sie die Akten weiter schwärzen:
It [das Bundeskanzleramt] expressed concern that because the information had been received in confidence from other intelligence agencies, to make it public would discredit the BND.BWAHAHAHAHAHAHA, das ist ja grotesk!
Das war Absicht.
Damit die kinderlosen Deutschen nicht aussterben und mehr Kinder kriegen.
Nun sagen wir mal, jemand hat vier Kinder, und kriegt pro Monat 773 Euro Kindergeld. Das sind pro Tag 25 Euro. Und davon soll man Essen, Miete (die Differenz wegen größerer Wohnung), Kleidung und Schulsachen zahlen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber meine Fantasie reicht nicht, um da auf einen Profit zu kommen.
Das Landgericht ging laut einer Mitteilung der Hamburger Justizbehörden davon auch, dass sich YouTube die von den Nutzern ihrer Plattform hochgeladenen Inhalte zu Eigen gemacht hat. Daraus folgten "erhöhte Prüfpflichten" im Hinblick auf die Inhalte der Videos, denen die Google-Tochter nach Auffassung der den Fall behandelnden Kammer nicht nachgekommen ist.Das klingt ja verdächtig nach der bei den Forenhaftungs-Klagen zur Schau gestellten Weltanschauung des LG Hamburg. Na super. Grasen die jetzt alle möglichen "zu Eigen machen" Anwendungsmöglichkeiten der Reihe nach ab, bis im Internet kein Stein mehr steht? Das kann ja nicht mehr lange dauern, bis sie Abgeordnetenwatch zumachen oder den E-Petitions-Server des Bundestags zumachen.
Hoffentlich hat Google mitgekriegt, dass Karlsruhe die ganzen LG-Hamburg-Entscheidungen jeweils wieder gekippt hat, wenn jemand Revision eingereicht hat.
Wir haben viel Feedback gekriegt, dass ihr mit dem Audio nicht einverstanden wart von Folge 3. Der Hall war nervig, das sehen wir ein. Zu unserer Verteidigung sei gesagt, dass die Folge mit Kopfhörern deutlich besser verständlich ist als mit Lautsprechern. Wir geloben Besserung.
NRW: Grüne wollen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) zustimmenDie Begründung ist an fadenscheinigkeit kaum zu überbieten.
Dieses Gefühl, wenn man nicht konservativ abstimmt, und sich nicht "seriös" in das verkrustete good-old-boys-Machtgefüge einschmiegt, dass man dann nicht ernstgenommen wird, das ist auch genau das, woran die Demokrats in den USA scheitern. Liebe Grüne, die paar Stimmen, die ihr gekriegt habe, habt ihr nicht gekriegt, damit ihr da einen auf CDU 2.0 macht und euch im Umfallen mit der SPD ein Rennen liefert. Die habt ihr gekriegt, damit mal was anders wird!
Wenn ich einen Film mit dem Cast hätte machen sollen, hätte ich als Gegner nicht eine endlose Reihe von gesichtslosen Soldaten und Söldnern genommen, mit einem offensichtlichen Koloss von einem Wrestler als Boss-Gegner, sondern jeder im Team Good Guys hätte einen ordentlichen Gegner in seiner Disziplin gekriegt. Der wäre dann vorher auf einen anderen aus dem Team Good Guys getroffen und wäre klar überlegen gewesen, und Team Good Guys holt dann den Experten ran und der wuppt das dann. Aber so haben da zwar alle ordentlich Wumms gemacht, aber die waren auch alle irgendwie austauschbar. Jason Statham rockt mal wieder fettestens, aber das weiß man ja eh, dass der rockt. Stallone muss man anrechnen, dass er sich selbst nicht als Ober-Macho inszeniert hat, sondern als einziger an einer Stelle "I just got my ass kicked" einräumt. Dazu gehört in so einem Action-Kracher was und dafür hat er meinen Respekt.
Zu meiner schlechten Laune hat auch beigetragen, dass ich das im Sony Center Berlin geguckt habe, weil es da in Originalfassung läuft, und die mich da ernsthaft eine dreiviertel Stunde lang Werbung haben gucken lassen, bevor der Film endlich losging. Was für eine Frechheit. Und da wundert sich noch irgendjemand, dass die Leute lieber Raubkopien gucken oder bis zur DVD warten. Auf einer Skala von 1 bis 10 würde ich dem Film eine 7 geben. Gut, aber nicht exzellent.
Die Auftritte von Arnold und Bruce Willis sind nur kurze Cameos. Und aus meiner Sicht hätte man sich auch Mickey Rourke sparen können, der hat nichts beigetragen. Der Versuch, dem korrupten Insel-Diktator Garza (David Zayas) ein bisschen Tiefe zu geben, indem er plötzlich Reue hat, sein Land an den fiesen Rogue CIA Drogenschmuggler (Eric Roberts) verkauft zu haben, hat mich nicht überzeugen können. Auch der Seitenplot mit Charisma Carpenter, um Jason Statham Tiefe zu geben, war ein Schuß in den Ofen. Ich denke mal, dass ihnen Fokusgruppen-Tests gesagt haben, dass die Charaktere alle tumbe Stereotypen sind, und sie dann halt noch am Skript geschraubt haben. Das ist ein Actionfilm, das soll so! A-Team steht dazu, dass die Charaktere alle Karikaturen und Stereotype sind, und ist u.a. daher der bessere Film.
So gesehen empfinde ich für den Mann Mitleid, nicht Wut. Der steht derartig unter der Fuchtel seiner Frau, da kann man nur Mitleid empfinden. Finde ich. Der Mann ist im Vorstand der Bundesbank und derart unter der Fuchtel und wenig zum eigenen Nachdenken fähig… wow.
Formaljuristisch ist sie in eine Falle gelaufen, weil sie vor einer Weile ein Visum beantragen wollte, aber die haben ihr gesagt, als Journalistin soll sie Visa Waiver machen und kein Visum beantragen, und das haben sie in den Akten als "Visum verweigert" eingetragen. Bei der Einreise unter Visa Waiver kriegt man dann ein Formular, wo man u.a. gefragt wird, ob einem schonmal die US-Einreise verweigert wurde, wo Visum verweigert als Einreise verweigert zählt, aber das wußte sie nicht und hat nein angekreuzt, und das war der Vorwand, um sie nicht reinzulassen. Wem einmal die Einreise in die USA verweigert wird, der kommt nie wieder ohne Visum rein, und für den gibt es eine 10-Jahres-Sperrung beim Visum-Beantragen. Für Journalisten ist das also gleichsam ein Arbeitsverbot. Tolle Wurst, liebe Amis.
Oh übrigens, in der gleichen Besuchercharge wurde auch ein 15jähriges Mädchen nach Hause geschickt, bei der die Mutter verpeilt hatte, das die Tochter für eine Austauschschülerschaft ein Visum braucht. Die Mutter mußte einreisen, das Kind mußte zurück. So macht man sich beliebt!
Ich glaube, ich muss meine Position noch mal ausführlicher erläutern. Ich wollte nicht sagen, dass die wirtschaftlichen Aspekte nicht existieren. Ich wollte sagen, dass sie in der Netzneutralitätsforderung nichts verloren haben. Das kann man, wenn man möchte, in der Talkshow bringen, als untermauerndes Argument.
Wer sich mal anguckt, wie Politik im Allgemeinen funktioniert, der wird beobachtet haben, dass es immer ein Fehler ist, wenn man mehr als ein-zwei Argumente bringt. Ich skizziere mal:
Daher muss man sich auf die Kernargumente konzentrieren. Und man muss vor allem Argumente weglassen, bei denen Statistiken beide Seiten "belegen" können. Das eröffnet der Gegenseite nur die Strategie, einige Argumente anzuzweifeln (Vorbild: Tabakkonzerne), und dann die Sache als kontrovers hinzustellen. Gerade bei einer Sache, die so wichtig ist wie Netzneutralität, ist das eine sehr reale Gefahr. Daher haben Dinge wie die Innovationen der kleinen und mittelständischen Unternehmen in so einer Argumentation nichts verloren. Überlegt euch doch nur mal, wie einfach man da Fake-Argumente bringen kann! Beispiel: "wenn das stimmt, wieso sind Facebook/Xing/VZnet dann erfolgreich". Und schon verzettelt man sich in Definitionsfragen und Zahlen und Einschätzungen und das Thema kommt nicht voran.
Ich betreibe selber eine Firma und lebe vom Internet und seinen Möglichkeiten. Der wirtschaftliche Aspekt von Netzneutralität ist in gewisser Weise existentiell wichtig für mich. Aber als Argument taugt es trotzdem nichts.
Denn worum es eigentlich geht bei Netzneutralität ist: die Telekom darf nicht nachrichten.t-online.de vor blog.fefe.de bevorzugt zustellen. Ich bin als Sender im Internet genau so privilegiert wie alle anderen. Auch wenn viele das nicht nutzen, so müssen wir doch dafür kämpfen, dass sie das Recht dazu haben.
Im Übrigen fände ich es gut, wenn wir der Ehrlichkeit halber mal darauf hinweisen, was wir jetzt schon für Netzneutralitätsprobleme haben. Wenn aus Mobilfunknetzen VoIP nicht geht, wenn Skype geblockt wird, wenn man aus irgendeinem WLAN-Hotspot nur per Zwangsproxy rauskommt, das sind alles Verletzungen der Netzneutralität. DAS meinen wir, wenn wir Netzneutralität fordern. Das ist letztlich zum großen Teil eine Frage des Verbraucherschutzes. Konzerne dürfen ihre Kunden nicht verarschen. Wenn es nach mir ginge, fielen auch "Flatrates" mit Drosselung nach n MB Traffic darunter. In der Theorie sorgt der freie Markt dafür, dass Firmen mit sowas nicht durchkommen. In der Praxis funktioniert das nicht. Genausowenig, wie uns der freie Markt vor den diversen Blasen und den Abzockbanken geschützt hat. Ohne staatliche Regulierung funktionieren Infrastruktur-Branchen nicht. Die Firmen werden immer den einfachen Weg gehen und ihre Kunden verarschen.
Update: Kris argumentiert, man sollte den Kunden gar nicht erst das Wort "Flatrate" verkaufen. Klar, das wäre realistischer. Für die Provider. Aber das kann natürlich kein Provider als erster machen. Übrigens finde ich das auch nicht wünschenswert. Wenn wir die Brücke überqueren, dann bauen die ihre Netze noch weniger aus als jetzt schon. Im Moment, wenn ein Provider 100 Millionen Euro zu investieren hat, dann baut er damit mehr Enduser-Anschlüssel und nicht mehr Backbonekapazität. Denn für die Enduser-Anschlüsse kriegt er direkt Geld, für die Backbonekapazität nicht. Denn die senkt nur für die bestehenden Kunden die Schmerzen, die zahlen dann nicht mehr. Der Anreiz zum Backbone-Ausbau kommt daher, dass Zeitungen "Geschwindigkeitstests" machen und publizieren, und dass die Kunden ihre Flatrates auch einfordern. Dieser zweite Teil liegt aber nur daran, dass den Kunden Flatrates verkauft wurden und kein Best-Effort-Ranznetz. Ich halte es daher für nicht gut, davon abzuweichen. Im Gegenteil brauchen wir eher mehr Anreize für die Provider, auch ihren Backbone und ihre Außenanbindung zu skalieren und nicht nur die Einwahlinfrastruktur. Sonst können Firmen wie die Telekom ihre marktbeherrschende Stellung im DSL-Markt benutzen, um ihre Hosting-Angebote zu fördern, indem sie absichtlich ihre Außenabindung kleinhalten.
Und jetzt: hinsetzen. Das kann man nur im Sitzen lesen:
"Wir melden uns damit von den Zusagen im Bündnis ab“, sagte der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold. „Das entspricht nicht den Interessen und der Rolle Deutschlands. Die Fähigkeiten zur Bündnisverteidigung müssen bestehen bleiben.“ Auch reiche der geplante Umfang nicht aus, um mehrere größere Auslandseinsätze gleichzeitig bestreiten zu können.Was zur Hölle?! Mehrere größere Auslandseinsätze!!
War das nicht mal so, dass die CDU die fiesen militaristischen Kriegstreiber waren, die die Wahlkampfspenden von den Rüstungskonzernen gekriegt haben und dafür immer schön staatliche Mittel für Rüstung lockergemacht haben? Oder bilde ich mir das ein und die Sozis waren auch immer Kriegstreiber? Vielleicht war ich noch zu jung vor Kohl, aber meine Erinnerung war immer, dass die Militarisierung der Sozis erst mit Schröder losging, und das war ja auch für die Grünen der Sündenfall, von dem sie sich nie erholen werden. (Danke, Benedikt)
Das ist auch mein Hauptproblem mit der Initiative: das riecht für mich so, als sei das der Rehabilitierungsversuch der SPD. Die tun einfach so, als sei nichts gewesen, als hätte es die Internetsperren-Sache nie gegeben. Laut Impressum ist Björn Böhning von der SPD Betreiber der Webseite. Tut mir leid, Björn, aber die SPD hat bei mir verschissen bis in die Steinzeit. Ihr könnt jetzt nicht einfach kommen und Netzneutralität fordern und alles ist wieder gut. Euch glaube ich kein Wort mehr, nie wieder.
Auch ansonsten riecht das alles nach Komiteekonsens, z.B. das hier:
Netzneutralität fördert die Entfaltung kreativer und ökonomischer Potentiale und sichert damit das Innovationspotential des Internets.Da sieht man deutlich, dass die Alten Herren immer noch nicht verstanden haben, worum es beim Internet geht. Das Internet ist kein Shopping-Kanal. Scheiß auf die ökonomischen Potentiale. Es geht bei Netzneutralität auch nicht um Innovationspotential. Netzneutralität ist die Grundlage für Demokratie, Pluralismus und Meinungsbildung im Internet. Das ist eine viel fundamentalere Sache als irgendwelche wirtschaftlichen Blubberblasen.
In dem Text geht es auch gleich so weiter:
Die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft wird gestärkt wenn Entwicklungen frei online verfügbar sindDa kommt mir das Mittagessen hoch. Das klingt wie eine Bittschrift an die Wirtschaft, sie möge uns doch bitte erlauben, in ihrem Internet noch ein bisschen weiter zu spielen. Nein, nein, nein, so läuft das nicht. Das ist unser Internet, das ihr da für euer Online-Shopping benutzt. Nicht euer Shopping-Internet, das wir auch für unsere Meinungsbildung benutzen. Kriegt das mal in eure Schädel rein. Dann können wir reden.
Und das Gefasel über die digitale Spaltung, tut mir leid, das kann ich alles nicht ernstnehmen. Die SPD und die Grünen sind in diversen Landesregierungen am Start, und was haben die dort dafür getan, dass jeder Breitband-Internet kriegt? Nichts! Da wird immer abgewiegelt und auf die Telekom gezeigt. Und jetzt stellt ihr euch hin und fordert das im Nebensatz bei der Netzneutralität mit, um zu simulieren, als sei das schon immer euer Thema gewesen. Das ist unehrlich und ich kann mich da unmöglich in die Jubelperser einreihen.
Netzneutralität sichert somit den Zugang zu Wissen und Informationen unabhängig von Herkunft, Aufenthaltsort, Einkommen, sozialer Schicht und ökonomischer Leistungsfähigkeit.Schon wieder nicht verstanden! Netzneutralität sichert nicht nur den Zugang zu Wissen, Netzneutralität sichert, dass ICH mich im Internet frei äußern kann und die Leute das auch lesen können. Das Internet ist eben kein Rundfunk, wo eine Hand voll Sender senden und der Rest soll bitte schön empfangen dürfen. Das Internet erlaubt mir, dass ich meine Meinung sagen kann, auch wenn ich nur ein kleines unwichtiges Würstchen bin, und das ehemalige Nachrichtenmagazin kann nicht durch Mauscheleien mit der Telekom dafür sorgen, dass die Telekom meine Inhalte nicht oder nur tröpfenweise durchlässt. Ich habe langsam den Eindruck, die Alten Herren in den Parlamenten werden diesen Punkt nie begreifen. Das Internet ist nicht bloß ein Empfangsmedium. Das Internet ist ein Sendemedium. Jeder kann senden. Netzneutralität soll garantieren, dass niemand anderes meine Sendung unterdrücken kann, nur weil er mehr Geld hat.
Dieses ganze Gefasel von Innovationen, Wirtschaft, Barrierefreiheit und digitaler Spaltung geht voll am Thema vorbei.
Ich versuche das mal zusammenzufassen, wobei ich da kein Insider und auch kein Vorantreiber bin, sondern das nur aus der Ferne beobachte. Es geht im Wesentlichen darum, dass man bei der indirekten Demokratie das Problem hat, dass die Kandidaten vor der Wahl A versprechen, und dann nach der Wahl B machen, und man sie bis zur nächsten Wahl nicht bestrafen und ihnen nicht das Mandat wegnehmen kann. Bei Liquid Democracy kann man einen Delegierten benennen, aber nicht insgesamt sondern pro Thema. Und, noch wichtiger: man kann jederzeit die Delegation zurücknehmen, wenn der Proxy plötzlich seine Wahlversprechen bricht.
Am Ende wird die indirekte Demokratie zurückgeführt auf eine direkte Demokratie, bei der man nicht bei den "weniger wichtigen Themen" Kompromisse eingehen muss, um seine wichtigen Themen gut repräsentiert zu bekommen, und Proxies werden tatsächlich darauf reduziert, Proxy zu sein, also in meinem Namen abzustimmen, die können sich da z.B. nicht einfach die Diäten hochsetzen, ohne dass tatsächlich die Bevölkerung ihnen das Mandat dazu gegeben hat.
Der Nachteil ist, dass es für den einzelnen Bürger mehr Aufwand ist, wenn er tatsächlich einen Vorteil daraus ziehen will. Der Vorteil ist, dass der einzelne Bürger tatsächlich nuanciert seine Positionen vertreten wissen kann.
Kurz gesagt: das ist ein revolutionäres Wahlkonzept, eine große Bedrohung für das korrupte verkrustete Lobbyistensystem, das wir im Moment haben. Und, das will ich hier mal zu Protokoll geben, viel wichtiger als alle anderen, inhaltlichen Punkte der Piratenpartei. Wenn wir das Niveau von Demokratie eingeführt kriegen in Deutschland, dann folgt der Rest quasi von alleine, weil da im Moment eben nicht der Willen des Volkes umgesetzt wird, sondern ein paar alte Männer mit Schlipsen ihre Machtfantasien ausspielen.
So, nachdem ich erklärt habe, wieso mir Liquid Democracy wichtig ist: Heise berichtet, dass der Vorstand der Piratenpartei die Einführung von LiquidFeedback verschoben hat. LiquidFeedback ist, wenn ich das richtig verstanden habe, deren Softwareplattform für Liquid Democracy. Das ist für mich eine der schlechtesten Nachrichten, die überhaupt nur vorstellbar aus Richtung der Piratenpartei hätte kommen können. Aber ich bin da kein Insider, daher habe ich erst nichts geschrieben. Meine Befürchtung ist aber, dass sich da jetzt schon genug Verkrustungen und Machtwunsch im Vorstand gebildet hat, dass die kalte Füße vor ihrer eigenen Courage gekriegt haben.
Ich will dazu selber gar nicht viel spekulieren, sondern lieber auf zwei gute Artikel zum Thema verweisen: Frank und Kris Köhntopp. Die finden auch beide, dass das mit dem Datenschutz keine glaubwürdige Ausrede ist.
A spokesman for MIT said: “We are monitoring the situation closely, but are not commenting at this time.”McCarthy wäre stolz auf diese Leute.Ich empfehle auch diesen Kommentar im Harper's Magazine dazu. Gut zu sehen, dass die US-Presse zumindest vereinzelt mitkriegt, was da gespielt wird. (Danke, Oliver)
Es erlaube, "Finanztransaktionen, die den internationalen Terrorismus fördern, wieder" nachvollziehen zu können. "Das heutige Inkrafttreten stellt … einen wichtigen Schritt für die Gewährleistung der Sicherheit sowohl der EU-Mitgliedsstaaten als auch der USA dar."Endlich können wir wieder sicher Mercedes fahren.
Oh und wo wir gerade bei Terroristen waren: Jake Appelbaum hat an der US-Grenze Ärger gekriegt. Sie haben ihm sein Telefon weggenommen und ihn stundenlang verhört. Seinen Laptop durfte er behalten, weil er ohne Festplatte darin einreiste, aber seine drei Telefone haben sie ihm abgenommen. Money Quote:
Officials from the Immigration and Customs Enforcement and the U.S. Army then told him he was not under arrest but was being detained, the sources said.Riiiight. Jake hatte zuletzt auf der HOPE Julian Assange vertreten, als klar wurde, dass das FBI sich mit ihm "unterhalten" möchte. Jake ist US-Bürger, insofern hat er da nur die freundschaftliche Behandlung gekriegt. Ausländer wären vermutlich direkt in Richtung Guantanamo verschwunden worden. Change we can believe in!Auf Wikileaks ist übrigens zeitlich passend eine Datei namens "insurance.aes256" aufgetaucht. Da geht es nicht um Versicherungsdaten, sondern das ist eine "Lebensversicherung" für Wikileaks-Aktivisten, eine unverholene Drohung, dass wenn jemandem etwas passiert, das Passwort für diese Datei veröffentlicht wird. Ob das jetzt taktisch klug war, werden wir sehen. Nach dem Zuckerbrot, dass sie 15000 Akten als Teil ihrer Schadensbegrenzungs-Prozedur zurückgehalten haben, ist das dann jetzt halt die Peitsche. Die Presse ergeht sich gerade in wilden Spekulationen, was da drin sein könnte. Vermutlich sind es nur lauter Nullen und das ist nur ein schöner Medien-Fnord. Wer weiß. Währenddessen versucht das US-Militär weiter Stärke zu demonstrieren und verhört die behinderte Mutter von dem Manning. So gewinnt man die "hearts and minds" der Bevölkerung!
Update: Oh übrigens hat Julian der Presse erzählt, sie hätten die Daten vorab dem Weißen Haus angeboten, damit die auf Namen von Informanten und Unschuldigen zeigen können, die sie dann rausgefiltert hätten. Das Weiße Haus hat abgelehnt. Damit hat Wikileaks ihnen das "Blut an den Händen" Argument elegant aus der Hand geschlagen.
Erster Eindruck: das von HP installierte Windows 7 ist arschlahm, gefühlte 300 Crapplications sind vorinstalliert, inklusive einem Adobe Reader 9.1.0. Da kann man entweder einen Tag mit Updaten und Aufräumen verbringen oder neuinstallieren. Leider kommt das Teil nicht mit einem Installationsmedium. Frisch installieren mit Bordmitteln geht nicht, man kann nur den Auslieferungszustand wiederherstellen; da kopiert er dann ein Image über die Partition. Na super.
Eine Linux-Installation scheitert erstmal daran, dass HP mit vier Partitionen ausliefert, da ist dann kein Slot frei. Eine Boot-Partition, eine Windows-Partition, eine Recovery-Partition (und da es keine externen Recovery-Medien gibt, will ich die auch nicht einfach wegschmeißen), und eine vierte obskure FAT-Partition mit Dateinamen, die nach BIOS-Update aussehen. Unklar. Ich fürchte fast, da bleibt mir am Ende nur einmal alles wegschmeißen und neumachen. Seufz.
Da muss man erstmal ein paar Dinge umstellen, wie z.B. dass ein Druck auf F1 nicht F1 erzeugt, sondern was man sonst unter Fn+F1 erwarten würde. Den F1-Keycode kriegt man nur mit Fn+F1. Lässt sich aber im BIOS umschalten.
Das Gehäuse wirkt ganz OK aber das Gerät wirkt recht schwer, wie ich finde. Die "coole" perforierte Oberfläche und das beleuchtete HP-Logo hätten sie sich sparen können, das nervt mehr als es gut aussieht. Aber immerhin kein Thinkpad.
Das Trackpad nervt, weil es keine Mausknöpfe hat. Da sind einfach Teile des Pads als Maustaste reserviert worden. Da hab ich normalerweise meinen Daumen liegen. Das deutet das Pad jetzt immer als Multitouch-Geste und bringt mich damit um den Verstand. Kann man hoffentlich umkonfigurieren.
In den HP-Foren meckern die User rum, dass HP den ATI-Grafikchip 100 MHz weniger taktet als die Konkurrenz. Wird sich zeigen, ob ich damit leben kann.
Anscheinend muss man großflächig rumschrauben an dem Gerät, um den RAM zu wechseln. Oder das ist unter der Platte versteckt. Keine Ahnung, das Gerät kommt mit 4 GB, da hab ich keinen akuten Bedarf gerade. VGA gibt es nicht, nur HDMI und etwas, das ich für DisplayPort halte (hatte ich noch nie, ist also nur geraten), und Umwandler zu VGA oder DVI sind nur optional erhältlich und liegen nicht bei. Das werte ich mal als Zeichen, dass ich das lieber woanders kaufen sollte.
Ich habe ja nun noch keine echte Last auf dem Gerät erzeugt, aber bisher ist es angenehm leise und kühl.
The articles she wrote — all of which were selected from an algorithmically generated list — included How to Wear a Sweater Vest" and How to Massage a Dog That Is Emotionally Stressed," even though she would never willingly don a sweater vest and has never owned a dog."I was completely aware that I was writing crap," she said. "I was like, 'I hope to God people don't read my advice on how to make gin at home because they'll probably poison themselves.'
Genaugenommen läuft das sogar so, dass nicht mal garantiert ist, dass die dir den Artikel abnehmen. Und man kriegt so größenordnungsmäßig $30 für einen 1000-Worte-Artikel.
Oh und wo wir gerade bei Goldman waren: die haben auch gerade angesagt, was sie mit der AIG-Bailout-Kohle gemacht haben: an ausländische Banken verteilt. Goldman hat nämlich im Herbst 2008 $5,55 Milliarden Dollar für ihre AIG-Investments gekriegt, gegen deren Ausfall sie sich aber schon abgesichert hatten mit den besagten ausländischen Banken. Insgesamt hat GS 12,9 Milliarden Dollar AIG-Bailout gekriegt.
18 Millionen Dollar! Da sieht man mal, um Pispers zu zitieren, was der alles weggearbeitet hat in seiner Amtszeit!1!!
Update: Einige Leute meinen, das hänge mit der Loveparade zusammen. Glaube ich nicht. Aber hey, das ist keine Glaubensfrage. Werden wir ja morgen sehen. Überhaupt: hier kommen wütende Mails an, ich soll was zur Loveparade schreiben. Warum? Ich hab da dem bereits gesagten nichts hinzuzufügen, und es wird vermutlich auch niemand nicht mitgekriegt haben, nur weil ich nicht darüber geschrieben habe.
Nachdem die Alternativlos-Seite eher lahm lud, vor allem weil sie immer auf Flattr gewartet hat, um den Button zu laden, habe ich das jetzt umgestellt. Der Button selbst ist jetzt statisch und kommt von unserem Webserver. Das hat auch den Datenschutzvorteil, dass flattr euch nur sieht, wenn ihr was flattrt, und nicht auch alle vorbeilaufenden User mitkriegt.
Drittens kam die Bitte, jeweils zu den Sendungen ein paar Links mit weiterführenden Informationen zu veröffentlichen. Das ist eine gute Idee, hatten wir auch geplant, aber dann verpeilt. Wir geloben Besserung.
Oh, übrigens: weil Leute gefragt haben, wo unsere großartige Titelmusik herkommt: von hier.
Das kann ja nicht lange dauern, bis sie voll auf den Zensurzug aufspringt.
Und wie nicht anders zu erwarten, beteiligen sich die üblichen Verdächtigen an der Chose. Ich zitiere mal ein paar Schlagzeilen aus der Lokalpresse, die die "Zeit" auch zitiert:
Neu asphaltierte Autobahn voller Schlaglöcher; Bröselautobahn setzt Bilfinger zu; Rasanter Anstieg von Unfällen auf A1; Die Spur des Schreckens; Horror-Unfall auf der Horror-Autobahn.Mhh, Bilfinger, Bilfinger… da war doch was.
Ist ja auch klar, wenn es sich um privatwirtschaftliche Firmen handelt, dann haben die kein Interesse daran, in 30 Jahren eine sanierte Straße zu übergeben. Die wollen in der Zeit so viel Profit wie möglich da raustragen, und sonst nichts. Dementsprechend gibt es auf der A1 seit der Privatisierung häufiger als zuvor:
Schnitt krachte es jeden Tag 4,3-mal zwischen Hamburg und Bremen. Das sei gegenüber 2008, dem Jahr vor dem Baubeginn, eine Steigerung um 121 Prozent, sagt Radtke. 121 Prozent – irgendetwas muss hier extrem schieflaufen.No Shit, Sherlock! Und was für Unfälle sind das so?
Lastwagen rasieren die Außenspiegel von Pkw ab, weil die Fahrspuren zu eng sind, und die Lasterfahrer merken es oft nicht einmal.Weil die Fahrspuren zu eng sind?! Teil des Deals war, die Autobahnen sechsspurig auszubauen. Ob die da einfach die Spuren dünner gemacht haben? Erinnert ein bisschen an "That's not my department, says Wernher von Braun".
Aber nicht nur Sachschäden sind nach oben gegangen, auch Todesfälle.
Zwar ist es keine Besonderheit der A1, dass dort, wo Baustellen eingerichtet werden, die Zahl der Unfälle in die Höhe schnellt. Aber auf der A1 ist das Risiko besonders hoch. Man merkt der Baustelle an, dass sie möglichst billig und schnell abgeschlossen werden soll. Deshalb ist sie so gefährlich.Also DA konnte ja wohl NIEMAND mit rechnen!1!!
Und mal so als Zahlen, wie dünn die Spuren sind: die Hauptspur ist 3m breit, die Überholspur 2m. Eine Daimler E-Klasse ist mit Spiegeln 2,09m breit.
Sie haben auch mal unseren Verkehrsminister Ramsauer dazu befragt, ein CDU-Neocon-Hardliner, wie er im Buche steht, der dazu folgendes meinte:
Der Minister ist überzeugt davon, dass die Privaten schneller bauen, weil sie effizienter seien. Für den Staat sei das erheblich billiger, sagt er, und nach einer kurzen Pause fügt Ramsauer hinzu: »Da bin ich anderer Meinung als der Bundesrechnungshof.«Ist das nicht großartig? Meinung? Ernsthaft? Meinung? Wir reden von Geld, der Mutter aller quantifizierbaren Maßeinheiten. Und er entscheidet da nicht anhand von Fakten sondern anhand von Meinungen?!? Die Zeit zitiert auch die Argumentation des Rechnungshofes, die mir spontan einleuchtet. Lest euch das mal durch. Boah kriegt man da schlechte Laune.
Nesthocker und von Kindern besetzte Eltern. Morbus Crohn, Colitis, schwerste Formen von Hüftarthrose. Torticollis bei Schülern, Lernschwierigkeiten, ArbeitslosigkeitWenn sich das bis zu den Hartz IV Opfern durchspricht, wird das aber unangenehm riechen auf den Arbeitsämtern…
Oh und wo wir gerade dabei waren: gegen unbeugsamen Willen setzt der gelernte Homöopath "Plutonium nitricum" ein. Ich tippe da ja auf einen Übersetzungsfehler. Die meinen bestimmt Polonium, nicht Plutonium. Das würde dann den Litvinenko-Fall erklären.
Wenn die da Plutonium verabreichen, eine der giftigsten Substanzen auf dem Planeten, dann stellt sich schon die Frage nach der Dosierung:
Die Prüfungen wurden in der Regel mit C200, vereinzelt mit C30, Q-Potenzen und C1000 durchgeführt.Kurze Erklärung: C200 heißt, dass sie auf 10200 verdünnen. Wenn man die Erkenntnisse von Herrn Avogadro bedenkt, bleibt da also kein einziges Atom Plutonium übrig.
Update: Jetzt kommen hier Mails an, dass Plutonium gar nicht soooo giftig sei, weil man die Radioaktivität nicht mitzählt in der offiziellen Giftigkeitsskala. Leute, macht euch doch mal bitter locker. Von zuviel Korinthenkackerei kriegt man Nierensteine. Plutonium erfüllt jedenfalls locker die Kriterien für die schwerste Giftigkeitskategorie.
Update: Mir mailt gerade jemand, dass ich Wikipedia falsch gelesen habe, und C200 sogar 10400 bedeutet. Stimmt. Ist noch grotesker als ich dachte.
An Israeli spokesman said Ayatollah Fadlallah was "unworthy of praise".Das alleine lässt schon echt tief blicken. Aber geht noch weiter. Das britische Außenministerium hat das Blog abgeschaltet. WTF?!?Und was könnte man gegen den Geistlichen haben? Ich hoffe ihr sitzt:
Ayatollah Fadlallah was customarily described as the spiritual leader of the militant movement Hezbollah when it was formed in 1982 - a claim both he and the group denied.Das kann ja wohl nicht wahr sein!
Meine Texte sind absichtlich wenig komplex. Kurze Sätze, knackige Ansagen, hoffentlich wenig mißverständlich, eignen sich zum kurz vorlesen, in Mails pasten oder, ja, auch für Twitter. Das ist kein Unfall oder ein Versehen, das ist Absicht. Und das ist nicht einfach und kam nicht von alleine, das will ich euch mal sagen. Das muss man trainieren. Und man muss sich zusammenreißen, um das durchzuhalten. Mir gelingt es auch nicht immer, z.B. wenn ich mich zu einem längeren Textblock hinreißen lasse. Also, zu der letzten Grafik. Das ist Absicht, dass meine Texte wenig komplex sind. Das ist ja auch die Idee beim Webjournalismus, wenn ihr mal drüber nachdenkt. Es geht mir ja darum, dass die Leute rezipieren, was ich zu sagen habe. Journalisten in großen Redaktionen geht es häufig darum, sich durch geschwollene, komplexe Formulierungen von ihren Konkurrenten abzusetzen. Und Parteiprogramme werden ja absichtlich so formuliert, dass sie keiner lesen will oder verstehen kann.
Das war zu der letzten Grafik. Die davor sind in ähnlicher Form ein Fall für Captain Obvious. Der Bag of Words Ansatz eignet sich höchstens für Suchmaschinen (aber nicht mal da ist er besonders gut) und für Text-Clustering (dafür ist er soweit ich weiß Stand der Technik). Für den Vergleich der Entropie einer Publikation eignet er sich nicht, insbesondere nicht bei Quellen wie meinem Blog, bei dem 50% des Textes Zitate sind, womöglich noch in anderen Sprachen. Desweiteren schreibt bei mir einer die Meldungen, beim Spiegel Dutzende. Dass da eine andere Entropie rauskommt, leuchtet ein. Die Messung ist also grober Unfug. Mir leuchtet auch nicht ein, was da die Aussage sein soll. Auf sowas kann nur ein Physiker kommen :-) In der Physik sind Energie- und Entropiemessungen in der Tat Standard, um ein neues Signal anzugucken.
Die Redundanzanalyse ist natürlich auch Mumpitz als Bewertungkriterium für ein Verschwörungsblog. Da geht es ja gerade darum, Zusammenhänge aufzuzeigen, also aus diversen Quellen ähnliche Schlüsse zu ziehen.
Kurz gesagt: ein Teil Mumpitz, ein Teil offensichtlich. Haut mich nicht vom Hocker. Macht euch mal keine Sorgen.
Übrigens, falls jemand interessiert ist, was diese Lesbarkeitsindizes sind: Bei Amdahl geht es um die Satzlängen in Worten und um Silben pro Wort. Bei SMOG geht es um Silben pro Wort. Bei WSTF geht es um eine Kombination daraus. Offensichtlich sind die Silbenvergleiche unfair, weil ich viele englische Texte zitiere. An meiner Satzlänge arbeite ich noch. :-)
Update: nochmal zur Redundanzanalyse. Da weist gerade jemand per Mail drauf hin, dass die die Titelseite im Abstand von 24h geholt haben. Bei der Bild sind die alten Meldungen dann weg, weil die ja wollen, dass man häufiger klickt, um mehr Werbung verkaufen zu können. Bei mir kriegt man immer die Meldungen der letzten drei Tage. Wenig überraschend also, dass da Redundanzen existieren.
Update: Hier gibt es einen Kommentar des Autoren der Studie, der einige Dinge erklärt. Bei Redundanz geht es nicht um Redundanz innerhalb eines Mediums, sondern zwischen Medien. Hohe Redundanz heißt also nahe am Zeitgeist, kleine Redundanz heißt belangloses Randgruppenblog. Außerdem sagen sie, sie hätten Zitate entfernt für ihre Untersuchung.
By appearances, the act of holding the phone impares signal strength. I'm not so bothered because I typically use a Bluetooth headset rather than hold a phone.Genau. Wenn euch das betrifft, dann seid ihr selber Schuld. Keinesfalls hat Apple einen Fehler gemacht, hört ihr?Update: If I hold the phone out from my palm, but sill firmly gripped, the number of bars diminishes only slightly.[…]
Otherwise, my initial reaction to iPhone 4 is favorable.
Update: Apples Werbung zeigt hilfreicherweise, wie man das falsch hält.
Und wer hat das abgesegnet? Unser Fast-Präsident Wulff und sein Wirtschaftsminister von der FDP. Die FDP, wir erinnern uns, fand Steuererhöhungen scheiße und wollte lieber, dass der Staat spart. Wie wäre es, wenn wir uns erst mal eure Diäten sparen?
"Ist das gerecht gegenüber denen, die arbeiten?"
Update: Auch das Thüringer Parlament gönnt sich gerade eine Diätenerhöhung.
Update: Oh und falls es jemand nicht mitgekriegt hat: Auch die Merkel und ihre Minister und Staatssekretäre gönnen sich eine stufenweise Gehaltserhöhung.
Update: Letztere Erhöhung wurde abgeblasen. Das war ihnen dann wohl doch auch selber klar, dass das gerade kein opportuner Moment ist. (Danke, Daniel)
Aber das Video dort funktioniert nicht. Warum? Weil Apple es absichtlich kaputtgemacht hat. Klickt mal auf die Video-Demo drauf. Spielt nicht. Rechtsklickt mal auf das Video und lasst euch die URL ausgeben. Ist bei mir diese hier. Wenn man sich diese Datei per HTTP holt, kriegt man eine MOV-Datei. MOV, das wissen vielleicht nicht alle, ist die Basis von MP4, nicht zuletzt auf Apples Drängen hin. Dass das .mov heißt, ist also nicht der Grund, wieso Chrome das nicht spielt. Auch nicht der MIME-Type.
Wenn ich mir die Datei per wget hole und mal reingucke, ist die bloß 359 Bytes groß, und beinhaltet einen Redirect auf diese Datei. Leider ist der Redirect relativ, da steht also nur der Dateiname drin, nicht die komplette URL. mplayer kann das übrigens, wenn ihr auf der Kommandozeile
mplayer http://movies.apple.com/media/us/html5/showcase/2010/demos/apple-html5-demo-tron_legacy-us-20100601_r848-2cie.moveingibt, spielt der den Trailer. Bei mir zumindest. Hängt vermutlich auch von der mplayer-Version ab. Aber Chrome unterstützt das halt nicht. Nun, erzeugen wir doch mal eine kleine Datei, die das Video-Tag mit der Ziel-URL des Redirects benutzt: hier. Das spielt Chrome dann plötzlich.
Da der Redirect relativ ist und nicht auf einen anderen Server verlinkt, hat das auch mit CDN-Optimierung o.ä. nichts zu tun. Der Redirect erfüllt genau keinen Zweck (außer Chrome auszuschließen). Für den Benutzer ergibt es einen zusätzlichen HTTP Round Trip, für Apple bedeutet es einen HTTP-Zugriff mehr, d.h. mehr Netzwerkkosten und mehr Serverlast. Nicht viel, aber doch vorhanden.
Also, liebe Apple-Apologeten. Dann erklärt mir doch mal, wieso Apple das macht. Außer natürlich, um uns alle zum Installieren von Quicktime zu zwingen? Na? Fällt euch auch nichts ein? Na sowas.
Das gilt übrigens für die gesamte Apple-Trailer-Site. Wieso benutzt das noch Quicktime und nicht HTML5-Video, wenn Apple angeblich so ein Verfechter offener Standards ist? Weil es da nie um die Trailer ging. Sondern um Quicktime-Installationsbasis.
Update: Oh übrigens, ein besonders zynischer Leser hat mir dieses hilfreiche Schaubild gemailt :-)
Update: Eine Sache will ich auch mal sagen: die Demos sind visuell ziemlich geil, die Apple da gemacht hat.
Das bedrohliche daran ist, dass das nicht völlig abwegig ist. Die beste strategische Position für eine Regierung ist, wenn die anderen Regierungen einen für gewaltbereit, unzurechnungsfähig und unkontrollierbar halten und man Atomwaffen hat. Ich mußte spontan an diese Geschichte hier denken.
Die aktuelle Argumentationslinie besteht im wesentlichen aus zwei Argumenten. Erstens: wir waren im Recht die zu entern, weil es nach internationalem Seekriegsrecht erlaubt ist, ein Schiff zu entern, das eine Blockade durchbrechen will. Zweitens: die Leute auf dem Boot haben uns mit Messern und Brechstangen angegriffen.
Wenn ich das so lese, frage ich mich, ob die nicht ein Joint Venture mit den somalischen Piraten gründen sollten. Ich stelle mir das ungefähr so vor: die Piraten erklären die gesamte Gegend unter Blockade. Dann entern sie Schiffe, um sie zu kapern. Wenn sich jemand wehrt, erschießen sie ihn, weil er sich gewehrt hat. Nach der israelischen Argumentation wäre das alles legal. Und wenn das Boot geentert und die Besatzung erschossen ist, dann ist es Treibgut und gehört dem Finder. Alles völlig legal, seht ihr?
Ich bin ja ehrlich gesagt schockiert, dass die sich überhaupt trauen, mit so einer Argumentation an die Öffentlichkeit zu treten. Das soll jetzt verwerflich sein, sich gegen Leute zu wehren, die auf internationalen Gewässern dein Boot zu entern versuchen, offensichtlich bewaffnet und gewaltbereit?! Das können die ja wohl nicht ernst meinen! Und guckt mal, wie schnell die mit diesem San Remo Bullshit am Start waren! Das muss man echt würdigen, was die da für eine Bullshit-Verbreitungs-Infrastruktur am Start haben. Das San Remo Manual erklärt übrigens auch, wann eine Blockade legal ist. Aber den Aspekt ignoriert Israels PR natürlich.
Update: Hier wird noch ein PR-Tool beschrieben. Der setzt dann bei Facebook Israel-freundliche Status-Meldungen für dich ab.
Vielleicht sollte man da anders herum herangehen. Von wem würde ich unser Land gerne vertreten sehen? Die Liste ist kurz. Sehr kurz. Hans-Jürgen Papier. Georg Schramm. Vielleicht fallen mir ja später noch ein paar Namen ein.
Und bei denen fände ich es auch schade, wenn die sich mit irgendwelchen ausländischen Diplomaten aufreiben müssten.
Vielleicht muss man da etwas weiter ausholen. Andy schlägt mir gerade Geißler vor. Den würde ich zwar nicht unter "integer" einsortieren, aber der ist immerhin vergleichsweise ehrlich, und würde auch mal den Mund aufmachen. Tja, gar nicht so einfach. Aber eines kann ich euch sagen. In einem Land, wo Georg Schramm oder Hans-Jürgen Papier Bundespräsident wäre, da würde ich mich deutlich wohler fühlen.
Wenn man bedenkt, dass das Amt die Bevölkerung repräsentieren soll, könnte man ja sogar über Ulrich Wickert nachdenken. Dem vertrauen die Leute wenigstens :-) Und besser als die gerade gehandelten Politiker wäre der allemal.
Update: Haha, hier kommt noch ein sehr zynischer Vorschlag rein: Hanning. Klar, den haben wir alle gehasst, aber guckt auf die Pluspunkte: der hat über alle Politiker einen Kompromatkoffer und kann missliebige Regierungsmitglieder in die Wüste schicken, kennt sich im Ausland aus, hat auch Kontakte zu den ganzen Diensten, ist gut informiert und fraglos kompetent.
Ist euch übrigens aufgefallen, dass der Stoiber wieder ganze Sätze sprechen kann? Ich frage mich ja, unter was für Drogen der stand während seiner Amtszeit. Da bräuchte es auch mal eine ordentliche Verschwörungstheorie zu.
Irgendwie musste ich zuerst die Blogwurst-Kampagne von Vodafone denken.
Hier ist, was ich denen geantwortet habe:
Das ehrt mich ja schon irgendwie, aber ich kann unmöglich bei einer Werbekampagne für Axel Springer teilnehmen.Axel Springer hat kürzlich dem CCC unterstellt, für den BND Auftragshacks durchzuführen, und Springer-Presseorgane argumentieren gerne und häufig für mehr Polizei, mehr Überwachung und mehr Geheimdienste. In der Springer-Presse hat ein Kolumnist argumentieren dürfen, Obama solle für die Steigerung seiner Umfragewerte den Iran bombardieren.
Und Du als Frau solltest dir mal http://www.welt.de/politik/deutschland/article5711005/Maenner-haben-Kampf-gegen-Feminismus-verpasst.html durchlesen und Dich fragen, ob du mit solchen Leuten zusammenarbeiten willst. Von dem Türkei-Bashing will ich mal gar nicht anfangen. Und das waren nur die Sachen in diesem Jahr, die mich beim Axel Springer Verlag geärgert haben. Die älteren Schandtaten sind nicht mehr online.
Viel Spaß bei eurer Kampagne, man muss ja auch irgendwie seine Miete bezahlen, aber so schlecht geht es mir noch nicht, dass ich für Axel Springer Werbung mache. Das wäre auch schon deswegen unglaubwürdig, weil ich Alice Schwarzer kritisiert habe, dass sie sich für "Bild"-Werbung hergab.
Update: Nach der erfreulich hohen Resonanz an Leuten, die es herausgefunden und mir gemailt haben: das ist ein Hoax. Sieht man am einfachsten daran, dass es die Domain blackwellbriggs.com erst seit Ende März gibt. Ein Leser hat sogar Hinweise darauf gefunden, dass das eine virale Marketingkampagne von Nokia ist.
Update: Guckt euch auch mal das hier an, die sind schon erstaunlich weit gegangen für ihren Hoax. (Danke, Thomas)
Medwedjew hat den Labrador abgezogen, was für mich wie eine klassische Good-Cop-Bad-Cop-Routine klingt. Denn Medwedjew hat auch ein ziemliches Monstrum als Hund.
Als Krönung der Geschichte beschäftigt sich sogar psychologytoday.com mit Merkels Hundephobie. Da kann man ja nur froh sein, dass die nicht an Keraunothentophobie hat, da hätte Putin auch mit dienen können… (Danke, eRdgEiSt)
Update: Einer meiner Leser hat eine Mail an Steve Jobs geschickt, ob das stimme, und hat ein "Not true." zurückgekriegt.
Da kann man jetzt drüber lachen. Oder man kann sich vor Augen halten, dass wir in Deutschland die allgemeine Schulpflicht nur gekriegt haben, weil das Militär bessere Soldaten brauchte. Wenn jemand was reißen kann, dann das Militär. Bin mal gespannt.
Update: Brasilien geht zum Großteil auf Orkut zurück. (Danke, Armin)
Und wenn ihr schon am lesen seid, dann lest auch diesen Artikel, der sich erstmal darüber lustig macht, dass keine Sau gerade über Twitter und das Internet redet, wie sie es beim Iran gemacht haben.
Nun, die haben ihre erste erfolgreiche Löschung vorzuweisen: sich selbst :-)
Ich habe nur mit Chrome probiert, mit Opera kommt angeblich das gleiche, Firefox bringt auch "No pages found". Mit elinks (Textmode-Konsole) kriegt man allerdings noch Inhalt. (via)
Update: Mir mailt gerade jemand, dass es noch geht, wenn man als Browsersprache Deutsch eingestellt hat.
Now it appears from the tape that at least some of those hit on the ground were unarmed. But a journalist who was in the general area that same day said that it's important for all of us to remember it was a hectic, violent and uneasy day.Was für ein lahmer Spin, da hätte ich mir jetzt aber mehr erwartet.Update: Jetzt hat auch die New York Times was, und da ist auch ein schöner Spin drin am Ende:
The report showed pictures of what it said were machine guns and grenades found near the bodies of those killed. It also stated that the Reuters employees “made no effort to visibly display their status as press or media representatives and their familiar behavior with, and close proximity to, the armed insurgents and their furtive attempts to photograph the coalition ground forces made them appear as hostile combatants to the Apaches that engaged them.”
Seht ihr? Die Journalisten waren selber Schuld. Die hätten sich nicht so aufreizend kleiden sollen!1!!
Update: MSNBC hat ein Interview dazu, u.a. (nur kurz) mit Julian Assange.
Update: Markus Kompa weist darauf hin, dass selbst das Verfassungsgericht nichts dabei findet, wenn jemand wegen eines Links auf Wikileaks eine Hausdurchsuchung kriegt.
I propose that the "RSA Security 1024 V3" root certificate authority beDas ist so völlig unglaublich, da fehlen mir die Worte. Der CA Store ist die Liste der Krypto-Zertifikate, denen wir vertrauen, andere Webseiten zu zertifizieren. Jemand, der da ein Zertifikat reinkriegt, kann sich in den Traffic von anderer Leute SSL-Seiten reinhängen und sich als die ausgeben. Und jetzt findet Mozilla, dass sie nicht wissen, wessen Cert das ist?!? OMFG!!!
removed from NSS.OU = RSA Security 1024 V3
O = RSA Security Inc
Valid From: 2/22/01
Valid To: 2/22/26
SHA1 Fingerprint:
3C:BB:5D:E0:FC:D6:39:7C:05:88:E5:66:97:BD:46:2A:BD:F9:5C:76I have not been able to find the current owner of this root. Both RSA
and VeriSign have stated in email that they do not own this root.
Neulich erst gab es die Story, dass eine Firma Appliances verkauft, die (für die Polizei, natürlich!1!!) sich genau so in SSL-Verbindungen reinklemmen. Ihr erinnert euch vielleicht auch daran, dass Mozilla groß herumdebattiert hat, ob sie die CA der Chinesischen Regierung da reinnehmen sollen. Und jetzt das!
Oh und wisst ihr, was man dagegen tun könnte? Das hier.
Update: angeblich ist das von Paypal. (Danke, Jan)
Also achtet mal auf die Frau, von der droht uns noch viel Ungemach.
Update: Auch der andere Werbepartner hat ein Censilia-Shirt angekündigt. Das flutscht ja, dass es eine Freude ist :-)
Oh und wer das Konterfei für eigene Transparente o.ä. braucht oder sich selber ein Shirt drucken will: PDF A und PDF B, SVG A und SVG B. Die sind public domain, haben sie mir versichert.
Der ist beim Colbert Report aufgetreten und hat dann plötzlich komische Emails gekriegt, ob er der Messias sei. Irgendein schottischer Mystiker hat da offenbar konfuse Voraussagen getroffen, die auf ihn zutreffen, und daher halten ihn dessen Anhänger jetzt für den Messias. Also hat er auf seiner Webseite gepostet, dass er nicht der Messias ist. Nur geholfen hat es nichts: wie im Leben des Brian war auch vorausgesagt, dass er abstreiten würde. Money Quote:
There have been similar cases in the past, including Steve Cooper, an unemployed man from Tooting, south London, who was identified by a Hindu sect as the reincarnation of a goddess and now lives in a temple in Gujurat with scores of followers.Da gibt es sicher schlimmere Schicksale :-)
Unser Ziel ist es nicht, "Frauenpolitik" o.ä. zu einem Programmpunkt der Piratenpartei zu machen. Wir sprechen nicht für alle Frauen in der Piratenpartei; uns ist bewusst, dass es zu diesem Thema in der Partei verschiedene Standpunkte und Herangehensweisen gibt.Ich finde es bemerkenswert, wie "domestiziert" die Frauen bei den Piraten offenbar sind. Liebe Piratenfrauen, wenn ihr nichts fordert, kriegt ihr auch nichts. Mißstände, die ihr nicht anprangert, gehen nicht von alleine weg. Eine Schlacht, die man nicht führt, hat man schon automatisch verloren. Meine Empfehlung: ruhig auch mal das Nudelholz rausholen, nicht nur schön-dass-wir-mal-darüber-geredet-haben Schmusekurs.
Falls ihr mehr wissen wollt: Video saugen und gucken. Wenn aus dem Torrent nichts mehr rausfällt, kriegt ihr das Video auch auf ftp.ccc.de (Pfad müsst ihr selber raussuchen).
Der Sprecher des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft und des Deutschen Werberates, Volker Nickel, hält die Aufregung um Kinderwerbung für übertrieben. "Wenn Kinder etwas kaufen wollen, sind immer noch die Eltern dazwischen", betonte er laut dpa. Wer Kinderwerbung dämonisiere, stelle die Jüngsten als naiv dar. Es sei Aufgabe von Eltern, Kindergärten und Schulen, die Minikonsumenten über Funktionen von Werbung aufzuklären.BOAH platzt mir da der Kragen. Ich begrüße ausdrücklich die Arbeit der Verbraucherschützer an der Stelle und würde mit einem Werbeverbot für Kinder noch deutlich weiter gehen als es jetzt der Fall ist. Wenn man sich mal am Kiosk an Kinder gerichtete Magazine anguckt, da kriegt man Hirnkrebs vom Aufschlagen.
Ethiopia is one of the hungriest countries in the world with more than 13 million people needing food aid, but paradoxically the government is offering at least 3m hectares of its most fertile land to rich countries and some of the world's most wealthy individuals to export food for their own populations.And I think to myself … what a wonderful world!Überlegt euch mal, wie kaputt wir die mit IMF und "Hilfsprogrammen" gemacht haben müssen, dass die sich zu so einem Schritt genötigt sehen. Oh und nicht nur Äthiopien. Auch die anderen. Bei Äthiopien ist es nur besonders pervers für uns, weil wir die Hungerproblematik dort kennen. Aus der Werbung für "Hilfsprogramme". Auch der Kongo ist betroffen:
Some of the African deals lined up are eye-wateringly large: China has signed a contract with the Democratic Republic of Congo to grow 2.8m hectares of palm oil for biofuels. Before it fell apart after riots, a proposed 1.2m hectares deal between Madagascar and the South Korean company Daewoo would have included nearly half of the country’s arable land.Naja, vielleicht haben die ja wenigstens einen guten Deal gekriegt, denkt sich jetzt vielleicht der eine oder andere. Nein, haben sie nicht:Water is also controversial. Local government officers in Ethiopia told the Observer that foreign companies that set up flower farms and other large intensive farms were not being charged for water. “We would like to, but the deal is made by central government,” said one. In Awassa, the al-Amouni farm uses as much water a year as 100,000 Ethiopians.Achtung: dieser Artikel wird euch wütend machen.Aber aber aber die "Hilfslieferungen", mit denen kaufen wir uns doch frei von der Schuld, oder? Nun, äh, Live Aid hat hauptsächlich Waffen für Äthiopiens Rebellen bezahlt und die Essenslieferungen für Somalia kommen nicht bei den Hungernden an:
As much as half the food aid sent to Somalia is diverted from needy people to a web of corrupt contractors, radical Islamist militants and local United Nations staff, according to a new Security Council report.Am härtesten daran finde ich den "local United Nations staff".Wir müssen mit Erschrecken erkennen, dass die Geißel unserer Zeit, die ungeheure Bedrohung der internationalen Staatengemeinschaft, nämlich der weltweite islamistische Terrorismus, weiter um sich greift und inzwischen junge Menschen erfasst, die in westlicher Kultur aufgewachsen sind und – wovon man eigentlich glaubt ausgehen zu können – von Wertvorstellungen westlicher, europäischer Gesellschaften geprägt wurden. Aber ganz offenbar hat der gewaltbereite Islamismus zunehmend auch auf junge Menschen in unserer Gesellschaft eine verheerende Anziehungskraft […]Wenn ich sowas lese, habe ich vor meinem geistigen Auge einen Bill O'Reilly, einen Rush Limbaugh, einen Geert Wilders, aber doch keinen deutschen Richter! Mir stößt auch das ständige Loben der nach Strich und Faden verkackt habenden Ermittlungsbehörden damals sauer auf. Ich erinnere da nur an die Autoreifen, den ungeeigneten Sprengstoff, die total unauffällige Überwachung, die untaugliche Dienstkleidung und die Tatsache, dass der Verfassungsschutz die IJU für eine Erfindung hält und natürlich die CIA-Verbindung. Letzeres hat sich ja später bestätigt, so dass sogar der Oberterroristenpanikschieber einräumen mußte, dass es sich bei der IJU um einen Fake handelt. Aber zurück zum Richter. Der macht auch gleich noch eine Packung Agenda-Pushing für die CSU:
Dass die Beweislage im Übrigen so erdrückend war, lag auch in diesem Verfahren – wie in dem vor dem Senat verhandelten Al Qaida-Verfahren – an den Erkenntnissen aus der Wohnraumüberwachung, aber auch, und diesmal ganz vorrangig, an den Erkenntnissen aus der Überwachung der Gespräche der Angeklagten Gelowicz, Yilmaz und Schneider in den von ihnen angemieteten PKWs. Diese Überwachungs- und Ermittlungsmaßnahmen haben sich inzwischen als unverzichtbar erwiesen.Wer da keinen Brechreiz kriegt, muss ein hartes Training hinter sich haben. Oh und neben all der Lobhudelei und dem Selbstschulterklopfen (er verteilt da echt noch Lobe für das "kurze Verfahren" — yeah, nur 10 Monate!!1!) fällt auch die Rhetorik auf, die klingt, als habe Ziercke das diktiert: "verheerend", "todbringend", "ungeheuer", "in bisher nicht dagewesenem Umfang".
Das Grundgesetz hat seit seiner Formulierung durch den Parlamentarischen Rat vor sechzig Jahren eine bewegte Geschichte erlebt. In diesem Seminar werden wir die Grundrechte näher kennenlernen, die Notstandsverfassung untersuchen und erfahren, warum das Bundesverfassungsgericht heute so wichtig ist.Da sollten wir die mal alle statt Sommerpause zu zwangsverpflichten. Wer nicht hingeht, kriegt dieses Jahr keine Diäten. Oder verwirkt seinen Rentenanspruch oder so. Da findet sich schon was. (Danke, Tim)
Insofern seien die gesetzlichen Vorgaben als vollständig "nichtig" zu deklarieren und die bereits von den Telekommunikationsunternehmen aufbewahrten Daten "unverzüglich zu löschen".Also, liebe Admins bei betroffenen Firmen: löscht die Daten. Jetzt. Sofort. Bevor da irgendwelche Bedenkenträger von der Rechtsabteilung eine Chance hatten, drüber nachzudenken, und ihren Parteigenossen vorgreifend die Rossette von innen zu polieren.
Auf der einen Seite ist das ein großer Sieg für uns, weil sie die Verkehrsdaten als inhaltsrelevant ansehen. Und sie haben sogar eine Teilmenge an Daten definiert, die so persönlich sind, dass man sie gar nicht speichern darf, z.B. Anrufe bei anonymen Telefonberatungen. Aber dann ist da leider auch ein Geschenk an die Contentmafia drin:
Weniger strenge Auflagen knüpfte Karlsruhe daher etwa an die Nutzung von IP-Adressen in Form von behördlichen Auskunftsansprüchen gegenüber Diensteanbietern. Hier sei zum einen bedeutend, dass dabei die zuständigen Ämter die vorsorglich zu speichernden Daten nicht kennen. Vielmehr gehe es nur um "personenbezogene Auskünfte" über den Inhaber eines bestimmten Anschlusses, der von Providern unter Rückgriff auf diese Daten ermittelt worden sei. Systematische Ausforschungen über einen längeren Zeitraum oder das Erstellen von Persönlichkeits- und Bewegungsprofilen ließen sich allein auf Grundlage solcher Auskünfte nicht verwirklichen. Maßgeblich sei zum anderen, dass für solche Auskünfte nur ein von vornherein feststehender kleiner Ausschnitt der Daten verwendet werde.Das ist aus meiner Sicht ein klarer Wink an die Contentmafia, damit die Abmahnindustrie weiterlaufen kann. Sehr, sehr schade. Und schlimmer noch: das Verfassungsgericht hält eine Nutzung der Daten auch zur Gefahrenabwehr für zulässig. Das ist das größte denkbare Scheunentor, mit dem die sich dann immer rausreden können. Oh und sogar für die Verfolgung von bestimmten Ordnungswidrigkeiten dürfen die Daten genutzt werden, wenn man das nur ins Gesetz reinschreibt. Unter dem Strich bin ich eher unzufrieden.
Update: Übrigens, um mal zu zeigen, wie viel Einfluß die Betonköpfe von CDU im Verfassungsgericht haben: die Entscheidung, ob das Gesetz nun nichtig sein soll oder nicht, wurde 4:4 getroffen. Da können wir froh sein, dass der Papier Präsident war. Ich vermute, dass der sich die Nichtigkeit in den Verhandlungen über einen Kuhhandel erkauft hat, und als Gegenleistung hat die Schwarze Pest Fraktion dann ihre IP-Rausgabe für ihre Freunde von der Contentmafia gekriegt. Oder so.
Update: Zur Klarstellung: verfassungswidrig wäre es auch sonst gewesen, aber das nichtig heißt zusätzlich, dass die verfassungswidrige Regelung nicht übergangsweise weitergelten soll.
Geht es noch ein wenig unglaubwürdiger, Frau Aigner?
Bei Google gehen wenigstens keine Daten verloren, im krassen Gegensatz zu euch und euren Staatskonzernen wie Telekom und Bahn und euren China-Trojaner-Brutnetzen in den Ministerien.
Kamerad Eggelmeyer wird eine pikante Verbindung zu Afrika nachgesagt. Er war einst Kommandeur des berüchtigten Panzerbataillons 33. Vor drei Jahren kam heraus, dass in dem Bataillon alte Wehrmachtssymbole als Verbandsabzeichen verwendet wurden. Der von Eggelmeyer gegründete Freundeskreis Panzerbataillon 33 Neustadt verwendet bis heute die Palme als Vereinssymbol. Es soll die Nähe zum Afrika-Corps der Wehrmacht symbolisieren, wie es auf den Internetseiten des Freundeskreises heißt.Wow, und solche Leute treiben sich in der Nähe der FDP herum. Wehrmachts-Fans hätte ich eher in der CDU oder der NPD erwartet. Und der Brüller daran (deswegen erwähnen die überhaupt das Afrika-Corps): der Mann soll für Afrika und den Nahen Osten zuständig werden. OMFG!
Auch sonst arbeitet Niebel anscheinend daran, die Bundeswehr für die Entwicklungshilfe zuständig werden zu lassen:
Niebel droht Organisationen inzwischen offen damit, die Unterstützung zu verweigern, sollten diese nicht mit der Bundeswehr kooperieren wollen.Krasse Scheiße! Stellt euch das mal vor! Eine Hilfsorganisation hat doch die exakt gegenteiligen Ziele wie die Bundeswehr! Finster. Und so jemand kann bei uns nicht nicht das Amt kriegen, sondern auch noch behalten!?
Wer hat noch gleich für die FDP gestimmt?! (Danke, Harald)
Kommt ihr nie drauf!
Klar, mit dem Totalversagen von gerade biblischer Proportion hat das nichts zu tun. Natürlich nicht.
They were completely unprepared for going to a third world country, let alone a disaster zone. One girl was in designer cowboy boots. I asked her if she'd brought any sturdier footwear."Oh no, these'll be fine."
I asked another guy what he'd packed and he said he hadn't bothered to bring soap or toilet paper or food, but that he'd just "buy whatever I need at Port-au-Prince airport." I couldn't break it to him.
Und hey, er hat ja völlig Recht, ein operierender Thetan braucht kein festes Schuhwerk oder Klopapier. Die tragische Seite daran ist, dass andere Hilfsorganisationen wegen dieser Spezialexperten keinen Slot gekriegt haben.
Es gibt auch positive Beispiele. Ich habe z.B. 2007 Team Fortress 2 gekauft, und da gab es seit dem ein Vielfaches des Original-Lieferumfangs an kostenlosen Downloads, und zwar nicht nur am Anfang für ein-zwei Monate, sondern auch jetzt noch, drei Jahre später. Neue Maps, neue Spielmodi, neue Waffen, Hüte (harhar), und die Community dankt es Valve durch Loyalität und kauft ihnen dann sogar L4D2 ab :-)
Also, nicht alle Firmen sind Scheiße. Insbesondere im Indie-Umfeld gibt es Gold zu heben. Ich bin nun mal leider ein großer Fan von Bioware-Spielen, die mit großen Aufwand produziert werden, sowas stemmt man eben nicht mal eben als kleines Indie-Studie. Seufz.
Auf Antrag der EU-Kommission verurteilte das EU-Gericht in Luxemburg das Königreich Schweden wegen Verstoßes gegen den EU-Vertrag. Doch die schwedische Regierung kündigte an, weiter ungehorsam sein zu wollen.Krass. Das letzte Mal, als sie nämlich auf die Bürgerrechte geschissen haben, bei der Email-Überwachung ihrer Bürger, ist danach die Piratenpartei mit zwei Sitzen ins Parlament eingezogen. Und jetzt haben sie Arsch auf Grundeis. (Danke, Kris)
Ich habe mich dann mal hinreißen lassen, die "Premium"-Ausgabe zu kaufen, die sich im wesentlichen dadurch unterscheidet, dass da noch ein paar mehr Gimmick-Items bei sind. Aber nicht alle, weil man ja nur entweder den Gamestop- oder den Amazon-Set haben kann. Völlig hirnrissig.
Ich beschreibe mal, wie das läuft. Man lädt das Spiel mit dem EA Download Manager runter, installiert es, und dann klickt man im Spiel auf einen Knopf, der dann eine bestimmte Webseite aufmacht, wo man sich einlogt und die Codes eingibt, die beilagen. Die Codes werden dann an den Account festgenagelt, man kriegt die Items als Installer zum runterladen, und das Spiel fragt dann die Datenbank, ob man die Items auch haben darf. Bei jedem Spielstart. Ich bin notorisch ungeduldig bei sowas, besonders weil das Spiel mich schon Intro-Movies angucken lässt, die ich nicht abbrechen kann, wenn ich sie schon 20 Mal gesehen habe. Das ist schon mal ein Minuspunkt für mich. Und jetzt passiert folgendes: sie haben die falschen Codes beigelegt. Nur bei der Premium-Edition, wohlgemerkt. Der Code, der das Cerberus-Network freischalten sollte (deren Datenbank-Interface, über das das Spiel guckt, ob Items verfügbar sind). Die Items selbst läd man aber über die Webseite runter, nicht über das Cerberus-Network. Und die haben den falschen Code beigelegt, der schaltet nur die Items zum Download frei, nicht auch Cerberus Network. Und ohne Cerberus Network weigert sich das Spiel, die runtergeladenen Items im Spiel freizuschalten. Das ist bekannt, es gibt eine FAQ dazu, allein: die gibt es seit über einer Woche. Getan hat sich nichts. Ich kann das Spiel jetzt nur ohne Extra-Items spielen, wohlgemerkt war das ja der Grund für den Aufpreis der Premium-Edition.
Und jetzt schauen wir uns mal die Warez-Szene als Vergleich an. Die hatten das Spiel wie üblich Tage vorher, und sie haben auch noch alle DLC-Teile, auch beide Varianten der disjunkten Menge von Amazon und Gamestop. Während die Piraten das Spiel also schon mehrfach mit allen Extra-Items durchgespielt haben, sitze ich hier mit meiner legal gekauften Kopie und komme mir verarscht vor.
Ich erwarte ja nicht, dass die Industrie Wege findet, um mir einen Mehrwert beim Kaufen zu bieten. Ich würde auch kaufen, wenn ich nur die gleiche Leistung kriege wie beim illegalen Download. Weil ich ja möchte, dass die weitere Spiele produzieren. Aber so wie das im Moment ist, wo ich sogar noch bestraft werde für mein Geld, so ist das dem Untergang geweiht.
Ich hab dann mal eine Support-Anfrage an EA gestellt. Antwort: sie wollen u.a. mein Geburtsdatum und meinen ZIP-Code haben, um die Anfrage zu beantworten. WTF?!?
Das ist dann wohl die altmodische Version von Vertrieb. Wir sind erst zufrieden, wenn wir die Kunden vertrieben haben. Na mal gucken, ob sie das noch hinkriegen. Ich habe inzwischen auch durchgespielt, ohne die Items halt. Zum Kotzen, dieser ganze DRM-Dreck immer. Es ist, wie es überall und immer ist mit DRM. Die einzigen davon geschädigten sind die zahlenden Kunden. Die Piraten haben natürlich den DRM-Check rausgecrackt.
Update: mir mailt gerade jemand dieses passende Bild, offenbar von 4chan :-)
Nun gibt es ja ewige Optimisten, die sich denken, hey, wenn die CDU nicht mehr an der Macht ist, dann trocknet auch der Sumpf aus, aber, wie sich rausstellt, haben die ihre Rechnung ohne die Verräterpartei gemacht, denn wenn es um Geld und Inkompetenz gibt, ist die SPD lernfähig. Immobilienskandale spielen sich in Deutschland in letzter Zeit vor allem um Wohnungsbaugesellschaften ab, die entweder an Heuschrecken verkloppt werden, oder denen kurzfristig die Bilanz tiefergelegt werden soll, um sie für Heuschrecken attraktiver zu machen. Money Quote:
Nachdem bereits in den letzten Wochen viele Lokalzeitungen über die völlig überzogenen Mietsteigerungspläne in über 3.000 Plattenbauwohnungen der landeseigenen HOWOGE in Berlin Buch berichteten, stellte sich nun heraus, dass ausgerechnet der SPD Abgeordnete Ralf Hillenberg mit seiner privaten Planungsbüro den Auftrag für die Sanierung erhalten hatte. Ralf Hillenberg ist nicht nur ein einfacher Abgeordneter, der nebenher in einem Ingenieur- und Bauplanungsbüro arbeitet, sondern der stellvertretende Vorsitzende des Bauausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus.Ich empfehle auch den taz-Artikel dazu.
Der lukrative Job in Buch war nicht der erste Auftrag der Howoge für Hillenberg. Seit 1998 ist der 53-Jährige nach eigenen Angaben für die Howoge tätig. Seit jener Zeit also, in der die Howoge - Zufall oder nicht? - ihre eigene Planungsabteilung aufgelöst hat.Die SPD findet natürlich offiziell nichts schlimmes an der ganzen Chose. Momper findet z.B., dass das alles legal war. Weitere Anforderungen stellt man bei der SPD offensichtlich nicht. Daher ist es auch nicht anstößig für die SPD, wenn die bisherige Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zum 1. April zur "Deutsche Wohnen" wechselt. Das sind ja Zustände… wie beim Gesundheitsministerium und der Pharmaindustrie!1!! (Danke, Anne)
Man hatte mir vorher diskret zu Verstehen gegeben, dass durchaus erwünscht ist, wenn ich provokante Thesen äußere und damit die anderen Teilnehmer ein bisschen animiere. Außerdem hieß es, ich sei der einzige Techie und das Publikum sei aus dem Gesundheitssektor, und damit war klar, dass ich da keine technischen Details ausbreiten kann.
Ich eröffnete mein Plädoyer also mit dem Satz, ich sei ja hier als Vertreter der Patienten da, weil für die anderen Interessengruppen für ausreichend Vertretung gesorgt sei. Das gefiel den anderen Teilnehmern schon mal gar nicht, besonders Thilo Weichert vom ULD in Kiel und der direkt neben mir sitzende Vertreter des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen schienen mir zu zürnen :-)
Normalerweise auf solchen Veranstaltungen kommt das Gespräch dann irgendwann darauf, dass man ja Datenbanken verknüpfen könnte, oder bei einer technischeren Veranstaltung fällt der Begriff Datamining. In solchen Fällen weise ich normalerweise darauf hin, dass man das ja früher Rasterfahndung nannte und total doof fand. Bei dieser Veranstaltung passierte etwas, das mir so noch nie passiert ist: die redeten von sich aus von Rasterfahndung. Der Datenschutzbeauftragte der Barmer war als Vertreter der Krankenkassen auf dem Podium und fing da plötzlich an, seinem Bedauern Ausdruck zu verleihen, dass sie die ganzen schönen Daten ja gar nicht nutzen können, weil es so viel Datenschutz gibt bei uns in Deutschland. Im Schlußwort meinte dann der Vorstandsvorsitzende der Charité auch noch, der Forschungsstandort Deutschland für klinische Forschung sei im Hintertreffen und wir brauchen die Rasterfahndung auf den ganzen Daten, wenn wir ihn retten wollen. Das hat mich ziemlich schockiert. Denen ist klar, dass sie da von Rasterfahndung reden, und sie wollen es alle haben. Und die Krankenkassen glauben wirklich, wir glaubten ihnen, dass sie auf den Daten kein Datamining machen.
Ich habe mitgenommen, dass Herr Weichert böse ist, dass die Konnektoren gerade aus dem Konzept rausfliegen (was ich für einen Gewinn halte, weil es die Komplexität senkt). Herr Etgeton (Verbraucherzentralen) versuchte, einen positiven Gesamteindruck aufzubauen, nach dem Motto "wenn wir uns anstrengen, wird doch noch alles gut", und er hatte da auch ganz hehre (man könnte fast sagen: von jugendlichem Optimismus geprägte) Annahmen wie dass der mündige Bürger rational entscheidet, wem er seine Daten gibt und wem nicht. Insgesamt war Konsens, dass man etwas tun muss, um die Akzeptanz der Gesundheitskarte zu steigern. Irgendjemand sprach dann erfreulicherweise auch den Punkt an, dass die Gesundheitskarte in der aktuellen Planung überhaupt nichts leistet, was nicht auch das bestehende System leistet, und niemand widersprach. Alle nickten. Größter Verfechter der Gesundheitskarte war Herr Bartmann, der Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein. Er argumentierte vor allem mit der und für die Fallakte (die AFAIK nur optional ist in der aktuellen Planung, nur die Rezepte sind tatsächlich Pflicht) und meinte z.B., im Moment dauere es teilweise Monate, bis der überweisende Arzt mal mitgeteilt kriegt, was die im Krankenhaus mit seinem Patienten gemacht haben, und das ginge ja per Schneckenpost und sei furchtbar ineffizient. Ich kam leider nicht mehr dazu, ihn zu fragen, welche Postdienstleister sie da verwenden, der Monate für die Zustellung braucht, wo doch sogar die gute alte Bundespost inzwischen bundesweit i.A. innerhalb eines Tages zustellen kann.
Meine Thesen waren noch, dass für den normalen Bürger überhaupt kein Unterschied zwischen der eGK und Google Health erkennbar sei, weil er in beiden Fällen irgendwelchen ihm unbekannten Leuten vergleichbare Datensicherheits-Versprechen schlicht glauben muss. Google ist sogar im Vorteil, wenn ihr mich fragt, weil denen ja noch nie irgendwas verloren gegangen ist (wenn man mal von dem China-0day neulich absieht, und das ist ja auch diversen Ministerien bei uns passiert, da ist also unentschieden), während bei der eGK der zuständige Dienstleister T-Systems ist, also die Telekom, und die hat ja nun gerade 2009 kein besonders überzeugendes Bild abgegeben in der Beziehung.
Ich habe auch noch argumentiert, dass wenn ich zum Arzt gehe, und es mir richtig schlecht geht, dass ich dann lieber einen Arzt will, der 80-90% seiner Hirnkapazität dafür frei hat, mir zu helfen, und keinen Arzt, der 40% seines Hirns mit Sorgen über seine komplexe IT-Umgebung verplempert. Das stieß auch auf breiten Widerstand. Alle Beteiligten legten Wert darauf, dass sie moderne Menschen sind und mit Computern umgehen können und das ja wohl selbstverständlich sei. OK, kann man ja nicht ausschließen, dass die Anwesenden da gerade die Ausnahmen in Deutschland sind, die sich auch mit Computern auskennen :-)
Ein Höhepunkt war noch, als Herr Bartmann (Ärztekammer) Ellis (Update: ich dachte Bartmann, aber Herr Krempl sagt Ellis und der hat mitgeschrieben, dem vertraue ich mal mehr als meinem Gedächtnis) dann erzählte, er habe ja mal in Skandinavien gewohnt, und bei denen sei das ja selbstverständlich, dass die da die ganzen Daten offen verknüpfen, und da hätten sie ganz tolle Erkenntnisse draus gewonnen, z.B. Krebsrisiko für Kinder von Schwangeren, die irgendwas nehmen. Nach entsprechender Anonymisierung der Daten kann man sowas auch in Deutschland machen, soweit ich weiß.
Update: Stefan Krempl von Heise war auch da und hat noch dieses tolle Zitat, das ich bestätigen kann:
Eine "Rasterfahndung mit Krebsdaten" zuzulassen sei legitim, da durch Tumore "mehr Menschen sterben als durch Terroristen".
Warum sage ich das? Weil es jetzt mal ein Mainstream-Politiker anspricht: der Republikanische Gouverneurskandidat von South Carolina sagte im Wesentlichen "gebt den Armen kein Essen, sonst vermehren die sich nur".
"My grandmother was not a highly educated woman, but she told me as a small child to quit feeding stray animals. You know why? Because they breed," Bauer said, according to the Greenville News. "You're facilitating the problem if you give an animal or a person ample food supply. They will reproduce, especially ones that don't think too much further than that. And so what you've got to do is you've got to curtail that type of behavior. They don't know any better."Wir haben da ein großes gesellschaftliches Stigma draus gemacht, aber im Grund wissen wir alle, dass Überbevölkerung unser größtes Problem ist, und das sieht man an unserer Politik. Wir grenzen die Armen aus und verarmen sie gezielt, damit sie sich bloß nicht mehr als das statistische Mittel fortpflanzen. Auf der anderen Seite wollen wir auch nicht, dass sie aussterben, weil wir sonst nicht weiter auf ihre Kosten leben können. Oder nehmt unseren Umgang mit der 3. Welt. Unsere Entwicklungshilfe ist so designed, dass sie nur uns selbst hilft. Unsere Kleiderspenden zerstören den Markt für die Textilproduktion in Afrika. Unsere Lebensmittelspenden dienen dazu, unsere Lagerkosten für subventionierte Massenproduktion von Lebensmitteln (den "Butterberg") zu verringern, und sind so billig, dass die Bauern in Afrika nicht konkurrieren können. Wir halten die in Abhängigkeit und Not und Elend, damit sie sich nicht vermehren. Die, bei denen das nicht klappt, sind Indien und China. Bei den Post-Mortem-Analysen des Kabals wäre ich ja gerne Fliege an der Wand, wenn die diskutieren, warum sie China und Indien so verkackt haben in ihren geopolitischen Strategien.Aber machen wir uns nichts vor, Armut, Not und Elend ist evolutionär Teil des Kreislaufs. Menschen (und Tiere) vermehren sich, wenn es ihnen gut geht. Bis Armut, Not und Elend überhand nehmen. Die Menschheit hat sehr erfolgreich solange Not und Elend bekämpft, und damit die Vermehrung der Menschheit angefeuert, bis die nächste Iteration von Not und Elend durch die schiere Masse an Menschen ausgelöst wird. Da helfen jetzt auch keine technischen Tricks, mit Kondome Verteilen kriegt man die Überbevölkerung nicht weg.
Das ist meiner Ansicht nach das einzige Problem, das wirklich wichtig ist. Wenn wir uns nicht darum kümmern, wird die Natur das Problem für uns lösen. Mit Krankheiten, Naturkatastrophen, oder durch unsere eigene Dämlichkeit, mit einem Krieg oder einer versehentlich verbreiteten Biowaffe oder so. Die Arroganz, mit der wir andere Spezies zur Jagd freigeben, weil sie durch Überbevölkerung das Ökosystem gefährden, … die Argumentation greift auch gegen die größte Gefahr für das Ökosystem: uns.
Update: Übrigens, der Vollständigkeit halber: die Gegentheorie ist, dass die Überbevölkerung sich selbst reduziert, wenn nur alle im Wohlstand leben. Ich halte das aus zwei Gründen für eine Nebelkerze. Erstens haben wir die Grenze für "wir können alle Menschen auf dem Planeten ernähren" überschritten. Nicht nur die Grenze für "wir können allen Wohlstand bieten". Wir haben nicht mal genug Nahrung für alle, selbst wenn wir gerecht verteilen würden. Wohlstand für alle ist eine Illusion. Und das ist schon unter der Annahme, dass Wohlstand sich universell definiert, was ich auch für nicht glaubwürdig halte.
Update: Zwei Anmerkungen. Erstens hat mir jemand Zahlen gezeigt, nach denen die Nahrung doch reichen würde für alle. Erstens wäre das diese Grafik und der Brennwert von Weizen von hier. OK. Dazu merke ich an, dass das nicht nachhaltig ist, sondern durch Dünger so ein hoher Ertrag produziert wird, und Dünger ist kein nachwachsender Rohstoff. Außerdem muss der Kram ja zum Verbraucher gekarrt werden, was wir auch mit nicht nachwachsenden Rohstoffen (Öl) machen. Die zweite Anmerkung ist, dass die Ressourcen krass ungleichmäßig verteilt werden. Stimmt. Ich schlage auch nicht vor, die ganzen Armen zu töten bzw verhungern zu lassen, auf dass wir beliebig weiter Ressourcen verschwenden können. Aber über kurz oder lang müssen wir die Bevölkerungsexplosion rational diskutieren, bzw überhaupt mal diskutieren.
Update: Siehe auch das Voluntary Human Extinction Movement :-)
Hier ist die Stellungnahme des AK Zensur dazu, und es ist erwartungsgemäß ein Totalschaden. Das ist so formuliert, dass z.B. T-Online dafür verantwortlich wäre, in- und ausländische Pornoseiten zu zensieren. Außerdem kriegen Blogger umfangreiche Prüf- und Löschpflichten für Inhalte Dritter auferlegt, z.B. Kommentare, und Anbieter sollen verpflichtet werden, ihre Inhalte im Netz zu "labeln".
Ich habe mich da vor einer Weile mal mit Kris Köhntopp drüber unterhalten, und der meinte, er hat alle seine Webseiten als "ab 18" gelabelt. Und er hat völlig Recht, das würde ich dann auch tun. Mir als juristischem Laien ist es nicht zuzumuten, im Einzelfall beurteilen zu können, welche Inhalte ab wieviel Jahren zugänglich sein können, daher würde ich immer die leichte Route gehen und alles größtmöglich zunageln.
Ach ja, und sie kommen wieder mit "Sendezeitbegrenzungen" im Internet. Da sieht man mal, was für vorsintflutliche Dinosaurier-Internetausdrucker an solchen Entwürfen mitarbeiten. Unfaßbar. Wenn Inkompetenz tuten würde, wären wir alle taub.
Update: passende Illustration.
Und so sehr ich ein Freund von Theora und vor allem Vorbis bin… Theora hat noch Probleme. Das kann man ganz gut an diesem Test-Clip sehen, den ich mal aus dem Fernsehen aufgenommen und damit encoded habe. Diese unscharfen Hintergrundschlieren bringen einen Theora-Bug zum Vorschein. Ich habe das damals auch bei Theora ins Bugtracking-System gekippt, aber keine Rückmeldung gekriegt.
Meine Hoffnung ist, dass Theora das fixt, dass Youtube dann Theora supported, und alles gut wird. Bis dahin würde ich mir wünschen, dass Firefox eine (von mir aus inoffizielle) Plugin-Schnittstelle für andere Codecs kriegt, damit man da ffmpeg anschließen kann.
Update: Oh übrigens, der Artikel sagt, dass sie die Scanner für "präventive Personendurchsuchungen" verwenden wollen.
Heute hört sich das schon wieder ganz anders an. Heute ist die Rede von Gedankenlese-Geräten und "harten Befragungen". Oh und der Ben-Gurion-Flughafen eröffnet ein fettes Biometrie-System.
In the first stage, passengers will arrive at a registration desk, where a machine will scan their passports, and take fingerprint and facial imaging samples to create a biometric signature.Spannenderweise wollen sie das nicht in einer zentralen Datenbank speichern, sondern auf einer Smartcard, die sie dem Passagier geben. Die sind da also schon mal weiter als wir.Aber die Befragung mit der Körpersprache und so weiter, das wird jetzt automatisiert:
As the computer confirms a biometric match, a touch screen panel will present the passengers with a series of security questions that until now were asked by airport personnel.[…]
"If any of the questions receive incorrect answers, or the system reports a problem, passengers will be taken aside by a guard for an in-depth check, before being allowed to proceed."
Das ist ja schonmal spannend. Das können ja keine besonders harten Fragen gewesen sein, wenn ein Computer prüfen kann, ob die Antwort richtig ist oder nicht. Insbesondere die Klassiker "warum kommen Sie in unser Land" und "wohin wollen Sie weiterreisen" fallen damit schonmal aus.Update: Ein aufmerksamer Leser hat die URL für mich gefunden. (Danke, Tim)
Ich wollte ja ursprünglich Moderator sein, aber aus NPOV-Gründen haben wir das lieber den Andreas machen lassen, aber ich habe mich dann in die Veranstaltung reingehackt und saß neben dem Podium ohne Mikrofon auf einem Sofa. Eigentlich hatte ich da einen Freud-Ohrensessel haben wollen, aber den haben wir nicht organisiert gekriegt. Ich wollte noch Kristian Köhntopp auf das Sofa setzen, aber der kam nicht (ich gratuliere übrigens herzlich). Ich habe auch verpeilt, da mit einer Packung Popcorn anzukommen, und so war ich im Wesentlichen auf ein gelegentliches Facepalm reduziert, habe aber über Kurts Mikro einmal in der Mitte und einmal am Ende etwas eingeworfen.
Inhaltlich gab es dann natürlich doch viel Bashing. Das Publikum schien mir teilweise extra dafür angereist, um mal dem Saal erzählen zu können, wie ihnen auch der erste Artikel erstmal gelöscht wurde und dass sie seitdem keinen Bock mehr haben. Insbesondere ein Teilnehmer war ausgesprochen verärgert, dass aus dem Artikel zu Jörg Schönbohm eine umfangreiche Liste von grenzwertigen "nationalkonservativen" Äußerungen entfernt worden seien, wie sich denn das mit dem immer hochgehaltenen NPOV vereinbaren ließe, und dass das seiner Meinung nach eine faule Ausrede sei und alle Moderationen oder Zensurmaßnahmen letzlich politisch seien.
Sinn von so einem Podium ist ähnlich eines Interviews natürlich auch immer, Leute zu entlarvenden Aussagen zu verleiten. Bei dem Wikipedia-Podium waren die entlarvensten Äußerungen meiner Ansicht nach die folgenden:
An der Stelle hat man gut gesehen, dass hinter der ganzen Rhetorik von wegen "Qualitätssicherung" und "Relevanz" doch immer nur steckt, das eigene Weltbild dem Rest aufzudrücken.
An dieser Stelle ist das Podium schon ein Erfolg gewesen für mich, denn nur wenn man diese Art von anderer Perspektive versteht, kann man die daraus resultierenden Aktionen verstehen und sinnvoll diskutieren.
Update: Oh, ein Highlight möchte ich noch erwähnen. Kurt argumentierte an einer Stelle, man würde ja fürs Kochen nicht die Wikipedia konsultieren. Daraufhin meinte einer aus dem Publikum, gerade beim Kochen sei es wichtig, dass man freie Inhalte haben könne für seine Rezepte und Lebensmittelfotos. Falls diese Anspielung für jemanden zu subtil war: mit Abmahnungen zu Lebensmittelfotos bestreiten im Internet einige Abmahner ihren Lebensunterhalt (oder könnten von der gefühlten Menge des abgemahnten Geldes her; wer weiß, vielleicht haben die ja auch Nebenjobs).
Update: Mathias Schindler weist darauf hin, dass für freie Fotos von Essen Wikimedia Commons zuständig ist und für Kochbücher Wikibooks.
Update: Kurt Jansson schickt mir gerade folgende Klarstellung:
Was ich gesagt habe ist, dass ein Pokemon-Artikel immer 5 Sterne hätte, egal wie gut oder schlecht er ist. Oder noch deutlicher: Sobald wir das einführen wird es in den Naziforen Aufrufe geben, bestimmte Versionen des Artikels "Holocaustleugnung" hoch zu bewerten, den Artikel zur "taz" hingegen runterzuwerten, egal wie der gerade ausschaut.
Das hatte ich offensichtlich falsch verstanden.
Insgesamt ging der Tag schon krass los, die Tickets waren schon eine Stunde vor der Keynote ausverkauft. Die ganzen findigen Nerds waren schon gestern angereist und hatten stundenlang angestanden, um sich ein Ticket zu sichern. Heute haben wohl einige Leute in die Röhre geguckt und kamen nicht rein. Das ist natürlich alles sehr unbefriedigend für uns, aber es gibt in Berlin schlicht keine größeren in Frage kommenden Veranstaltungsorte ausser dem ICC, und mit den Leuten von der Messe Berlin will keiner wirklich reden, weil die komische Vorstellungen haben wie "dann müsst ihr auch das Internet, die Verpflegung und die Garderobe von uns kaufen". So werden wir wohl auch in Zukunft mit dem bcc leben müssen, auch wenn es zu klein ist.
Ich werde mal anregen, dass wir nächstes Jahr auch ein Dragons Everywhere mit den Berliner Unis machen, damit niemand ganz nach Hause gehen muss, weil er nicht reinkam.
Das Internet ist den ganzen Tag schon eher flaky, was angesichts unserer Streaming-Versprechen natürlich besonders ärgerlich ist. Das liegt daran, dass wir die Hardware für Router und Switches immer leihen müssen, und die erst kurz vorher kriegen, und da schon auch mal was kaputt ist oder geht und wir dann Teile tauschen müssen. Insofern können wir da auch nicht so viel gegen tun, außer uns für die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.
Der Wikileaks-Vortrag war ganz großes Kino, übrigens. Zieht euch den mal als Video, wenn ihr den nicht live geguckt habt. Die haben ihr Projekt vorgestellt, in Island eine Art Offshore-Publishing-Center aufzubauen als Gegenposition zum Offshore-Banking. Island hat gerade von Banking die Schnauze voll und die kennen alle Wikileaks, weil Wikileaks die Liste der Leute geleakt hatte, die sich mit ihrem Geld aus dem Staub gemacht haben. Da gab es eine lustige Geschichte zu, dass das staatliche Fernsehen Islands das als 8-Uhr-Nachrichten bringen wollte, aber eine einstweilige Verfügung kassiert haben, dass sie das nicht bringen dürfen. Also haben die gesagt, das wäre unser Thema gewesen, wir haben auch nichts anderes vorbereitet, also hier ist die URL bei Wikileaks, guckt euch das halt selber an. Seit dem kennt jeder in Island Wikileaks und die sind auch in der Laune gerade, mal den anderen Ländern den Mittelfinger zu zeigen und die Wikileaks-Leute waren da mal in ein Fernseh-Interview eingeladen, und haben die Idee eben live im Fernsehen angesprochen, und da echt eine Welle losgetreten mit der Idee. Wenn das klappt, wäre das ein großer Schritt für Wikileaks, die Pressefreiheit und Menschenreche.
Am Ende hat Wikileaks standing ovations gekriegt.
Insofern wiederhole ich nochmal meinen Rat von früher: immer schön staubsaugen, auch im Gehäuse. Lohnt sich auch bei der Grafikkarte. Und der Hinweis mit dem "Lüfter mit Bleistift fixieren beim Saugen, da er sonst Strom erzeugt und was kaputt machen könnte" von letztem Mal gilt natürlich weiterhin.
Ich wundere mich schon lange, dass das so ist. Wir haben das wahrscheinlich für die Amis gemacht, weil die eine irrationale Angst vor den Kommunisten aufgebaut hatten. Und wahrscheinlich können wir in gewisser Weise froh sein, dass die bei uns verboten sind, denn in Italien, wo die nicht verboten sind und deutlich mehr Einfluß haben, haben die Amis über die NATO Terroranschläge aufs eigene Volk durchführen lassen, um das den Kommunisten in die Schuhe schieben zu können. So gesehen hat uns das Verbot der DKP KPD vor Terroranschlägen beschützt.
Aber mal abgesehen davon… wieso haben wir das Verbot noch nicht wieder aufgehoben? Findet heute wirklich noch irgendjemand, dass von denen eine Gefahr ausgeht?
Vor allem wäre das taktisch ein brillianter Schachzug um die Linkspartei zu schwächen. Man sollte denken, dass Schwarz-Geld noch genügend viel Hirnschmalz zusammenkriegt, um das zu sehen. Und auch die Verräterpartei würde ihnen sicher gerne zur Seite stehen.
Nur mal so als Gedanke zur Nacht. Ich finde es eine Schande, dass wir die Kommunisten verboten haben. Insbesondere weil die NPD noch frei rumläuft, natürlich, aber auch unabhängig davon.
Update: Schaut euch mal dieses Blogposting bei woschod.de an. Anscheinend (mir völlig neu) gibt es eine KPD, die noch schnell 1990 in der DDR gegründet wurde, und dann dank Spezialstatus übernommen wurde. Es gibt also eine KPD. Und sie wird natürlich vom Verfassungsschutz beobachtet.
Das kann mehrere mehr oder weniger unerfreuliche Dinge bedeuten. Hier sind die Optionen, die mir spontan einfallen: Vielleicht hat K&M die Kundendaten an Spammer verkauft, oder ein Mitarbeiter hat die Datenbank veruntreut, oder jemand hat sich bei denen reingehackt und die Datenbank kopiert. Das ist natürlich alles nicht schön für K&M, weil deren Datenschutzerklärung das ausschließt und sie sich auch irgendwelche "Sicher online shoppen" Zertifikate geholt haben.
Wenn das jetzt nur einem Freund passiert wäre, könnte man noch Hypothesen wie "der Spammer hat die Adresse geraten" aufstellen, aber es gibt da ein halbes Dutzend betroffene Email-Adressen.
Meine Freunde haben natürlich mal nachgefragt bei K&M und alle denselben "wir werden das untersuchen" Textbaustein zurückgekriegt, dann Funkstille. Das war vor ca. zwei Wochen.
K&M scheint das Problem also aussitzen zu wollen. Daher mache ich das jetzt mal publik.
Ich persönlich bin seit Jahren kein Kunde mehr bei K&M, seit die ein paar anderen Freunden ihre kaputte Grafikkarte (DOA) nicht umtauschen wollten. Keine Ahnung, ob ich bei denen noch in der Datenbank stehe, bei mir kam jedenfalls kein Spam auf die K&M-Adresse an.
Vielleicht gibt es ja auch eine ganz einfache, unschuldige Erklärung. Mal schauen, ob K&M da doch noch Aufklärungsbedarf sieht, wenn die Sache ein bisschen Öffentlichkeit hat.
Update: Jetzt kommen hier Mails von anderen Betroffenen rein, und mehrere vermuten, man habe über den Webserver Dinge abrufen können. Einer meinte, man habe unter http://www.kmelektronik.de/backup/ Daten zugreifen können; jetzt ist da jedenfalls nichts mehr, insofern kann ich das nicht prüfen, ob da mal was war. Archive.org und der Google Cache haben nichts, daher kann ich die URL wohl nennen hier.
Mal abgesehen davon: Man soll ja über Tote nur positives sagen, aber mir fällt gerade nichts ein. Der Mann hat eigenhändig Helmut Schmidt politisch versenkt und uns in das mittelalterliche Jammertal der Ära Helmut Kohl gestoßen. Er hat die Abwehrgespräche wegen der Holocaust-Forderungen geführt. Dann war da die Flick-Affäre… sogar das ehemalige Nachrichtenmagazin kriegt da auf die Schnelle keine positiven Punkte zusammen. Stattdessen kommen Phrasen wie "herausragender Liberaler". Nun, herausragen kann man nach oben und unten.
Oh und das Detail, dass Kissinger zu seinem Abtritt von der Friedrich-Naumann-Stiftung die Laudatio auf ihn hielt, … das passt echt alles ins Bild.
Daher crowdsource ich das jetzt mal. Vielleicht fällt ja von euch jemanden etwas ein, was man lobend erwähnen könnte. Immerhin war er im Vergleich zu der aktuellen Führungsriege in der FDP intelligent, gebildet und professionell. Aber das heißt ja leider nicht viel.
Update: Merkel sagt folgendes:
CDU-Chefin Merkel würdigte, Lambsdorff habe die Wirtschaftspolitik der Bundesrepublik lange Jahre ordnungspolitisch geprägt. Er sei eine der "großen Persönlichkeiten unserer sozialen Marktwirtschaft".
Wenn man guckt, auf was für einem Scherbenhaufen wir da gerade sitzen, ist das auch eher eine Beleidigung als ein Lob, oder?
Update: Wow. Hier gingen genau Null Mails mit Vorschlägen ein, was man zu Lambsdorff positiv erwähnen könnte. Habe ich vielleicht alle FDP-Wähler schon vergrault? Zumindest parteiintern muss es da doch was geben? Und ich hatte mir extra den Scherz verkniffen, ob die FDP denn jetzt noch an ihre Steueroasen-Nummernkonten kommt…
Update: Jetzt kommen doch ein paar Pro-Mails an. Der schönste Punkt bisher ist: er hat sich aus der Tagespolitik herausgehalten, und das habe Vorbildcharakter. Das stimmt, das sollten viel mehr Politiker machen. Und im Übrigen habe Lambsdorff immer eine klare Linie gehabt, und wenn er sich mal auf eine Position festgelegt hat, konnte man sich auch darauf verlassen, dass er dabei bleibt. Das ist im Vergleich zu Berufspendlern wie Schröder und Merkel in der Tat eine Wohltat. Wir halten also fest: es war nicht alles schlecht.
Update: Jetzt kommt noch eine Mail rein, dass Lambsdorff den Großen Lauschangriff entschärft habe, indem er Berufsgruppen wie Journalisten, Anwälte und Pfarrer ausgenommen habe.
So schlimm das ist, wenn man aus Großkonzernen nur Kompetenzsimulation und Heiße Luft kriegt, und die Umsetzung dann immer nach Strich und Faden verkackt wird… bei der Bundeswehr verkacken sie immer schon die Kompetenzsimulation und die Luft ist auch nur lauwarm. Seufz.
In den USA gibt es dieses Einpacken schon seit Jahren. Es ist entwürdigend und unmenschlich. Das sehen auch die beteiligten Supermärkte in Deutschland langsam so. Und der Chef der Firma stellt sich jetzt als Opfer dar.
Die Schuld gibt er einem Wort: "Das Schlagwort Null-Euro-Jobber. Mich hat es erschlagen."Mein Mitleid hält sich in sehr engen Grenzen.
Update: der Chef der Verleihfirma soll evangelischer Theologe sein. Das passt ja mal wieder alles wie Arsch auf Eimer. (Danke, Janne)
Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Richtig zufrieden wäre ich aber erst, wenn das direkt vom Gehalt der durchführenden Polizisten abgezogen würde. Solange das eine andere Kasse zahlt als der durchführende Polizist, der nach wie vor keinerlei Feedback für sein Fehlverhalten kriegt oder gar für irgendwas haften muss, wird sich dessen Verhalten auch nicht ändern. (Danke, Roger)
Update: Ich sage mal voraus, dass der Verfassungsschutz auch bald einen Bundestrojaner kriegt.
Falls das jemand von euch nicht mitgekriegt hat: wir haben zwei neue Posten in der EU. Einen EU-Präsidenten und eine EU-Außenministerin. Beide haben wir nach langem Geschachter mit Leuten besetzt, von denen noch nie jemand was gehört hat vorher. Der belgische Premierminister Herman Van Rompuy wird EU-Präsident. Der Mann ist über 60, war schon auf dem Weg in den Ruhestand, ist überhaupt nur als Interims-Notlösung in die Politik zurückgekehrt, weil die Belgier sonst gar keine Regierung gehabt hätten. Und die Außenministerin wird eine britische Unterhändlerin namens Catherine Ashton, die dann auch erst mal dementiert hat, sie sei eine Spezialistin für Außenpolitik. Warum auch. Geht ja nur um den Außenministerposten der Wirtschaftszone mit dem größten Binnenmarkt der Welt.
Meine Vermutung ist ja, dass die Verhandlungen ungefähr so liefen:
Letztlich muss sich da natürlich jeder selbst seine Meinung bilden, ich möchte dazu etwas weitergeben, was mir padeluun gemailt hat: ein ehemaliger Verfassungsrichter erklärt hier in einem DLF-Interview, wieso er anders entschieden hätte.
Die andere Möglichkeit sind Partnerprogramme, und da gerade Weihnachten ist und es wieder kalt wird und alle was zum Anziehen brauchen, habe ich da mal mit zwei coolen Nerd-Bekleidungsversendern einen Deal gemacht, 3dsupply und getdigital. Beide haben auch ein Lostret-Angebot, bei dem man ein T-Shirt für lau oder sehr wenig mitbestellen kann, bei 3dsupply ist es "Wo bleibt eigentlich die Revolution" und bei getdigital kriegt man "WTF? Was taete fefe" für nur einen Euro. Als Mitbestellshirts werdet ihr schon was schönes finden, die haben beide ein breites Angebot. Bei getdigital hat mir z.B. "Willfähriges Mitglied des Fefe-Zeitbinder-Botnets" sehr gut gefallen, und 3dsupply hat ein "Mein Freund ist Wiki-Blockwart" Herzchen-Shirt :-)
Also ich denke mal, für die passende Congress-Kleidung ist damit gesorgt, und ich kann mit der Kohle mal zumindest die laufenden Kosten decken, und vielleicht auch mal schön mit Freunden essen gehen. Mal schauen, wie gut das läuft.
Update: Mhh, so gut wie das bei der Wikipedia neulich lief, könnte ich euch auch einfach alle mal vor den Kopf stoßen und einen Spendenticker einrichten :-)
Ich selbst habe das gar nicht mitgekriegt, weil ich gerade im Chat mit ein paar Wikipedianern war. Mit deren Erlaubnis habe ich mal das Chatlog von dem Vorfall hochgeladen.

Das lässt ja mal wieder tief blicken, wie unsouverän Wikimedia hier mit Kritik umgeht. Tilos Spende ist weg. Fast so unsouverän wie das Treffen neulich.
Update: Interessanterweise hat sich Wikimedia damit in die Wikipedia-Schußlinie gebracht, was sie ja bisher nach Kräften vermieden haben. Das wird sich vermutlich als wenig schlaue Entscheidung herausstellen.
Update: Wow, da platzt gerade ein Knoten. Ich bin ja an sich nicht dafür, denen auch nur einen Euro zu spenden, aber was da gerade passiert hat auch gute Seiten. Zum Einen stehen da echte Namen dran, im Gegensatz zu den Kindergarten-Pseudonymen, hinter denen sich in der Wikipedia die User verstecken. Zum Anderen entkräftet das das Argument, das wir zuletzt noch auf dem Wikimedia-Whitewash-Treffen gehört haben, Wikimedia habe kein Mandat für den Betrieb einer Deletionpedia für WP:DE, weil die Spenden ja nach wie vor reinkämen, also würden sie ja das richtige tun. Vielleicht passiert ja jetzt doch auch mal was Positives in dieser ganzen WP:Sickergrube. Übrigens, eine positive Sache gibt es ja abgesehen hiervon zu berichten: der Admin 32X verliert gerade seine Admin-Wiederwahl. Das war der mit dem "völkischen Beobachter", falls ihr euch erinnert. Vielleicht gibt es da ja doch so etwas wie Selbstheilungskräfte, und wir haben die nur noch nicht genug stimuliert.
Update: Es gibt jetzt auch eine (lahme) Stellungnahme von Wikimedia. "Wir beziehen […] keine Position in der aktuellen Relevanzdebatte", nee klar, "Unser Spendenticker ist […] die falsche Plattform".
Update: Au weia, lest euch mal die Kommentare durch, die sich der Wikimedia-Pavel mit der Stellungnahme eingefahren hat. Da kriegt man ja fast Mitleid. Käpt'n, wir haben Wassereinbruch! *gluck* *gluck* *gluck*
Update: Mir mailt gerade jemand folgendes:
Proaktiv der Hinweis, daß es beim Spenden nicht reicht, den Betrag auf "1 Euro" zu drehen, man muss auch noch ein Häkchen umsetzen - ansonsten ist der Betrag plötzlich 20 Euro. Ohne weitere Vorwarnung, die eigentlich überall woanders übliche Seite mit "Überprüfen Sie Ihre Angaben" fehlt.
Jetzt mailen mir andere, dass das doch nicht so ist, und man auch eine Mail kriegt, über die man sich auch beschweren kann. Ich geb das mal alles nur so weiter. Könnt ihr ja selber gucken. Ich vermute mal, dass derjenige Javascript ausgeschaltet hatte. Aber ein-zwei 20 Euro Spenden sind ja dazwischen gerutscht, also könnte da ja doch was dran sein.
Update: Mit dem "Blockwart" habe ich ja offensichtlich ins Mark getroffen, wie man auf diesem mir zugemailten Screenshot gut sehen kann. Ich verstehe gar nicht, was deren Problem dabei ist. Ich habe ja nirgendwo geschrieben, Wikipedia bestünde nur aus Blockwarten, oder die Admins seien alles Blockwarte. Im Gegenteil habe ich sie aufgerufen, die Blockwarte rauszuschmeißen. Es läßt tief blicken, dass offenbar auch der Herr Geschäftsführer der Wikimedia sich da persönlich angesprochen fühlt und da jetzt mit eiserner Hand durchgreift, nicht nur an der Eingangstür, wenn er persönlich den Heise-Reporter rausschmeißt, sondern auch bei den Kommentaren in seinem Hausblog. Tja, so ist das eben, wenn die Vorstellungen von PR-Funktionären ("Müller, wir brauchen auch so ein Blog, da können wir dann unsere PR-Botschaften verbreiten") auf die Realität treffen. Oh und ich bin entzückt, wie viele Vandalen sich öffentlich beschweren, dass ich keine Kommentarfunktion habe. Besser könntet ihr mich gar nicht in meiner Entscheidung bestätigen!
So hatte ich vor einer Weile das Problem, dass auf meinem Notebook mein WLAN nicht mehr funktionierte. Das lag daran, dass der Intel-WLAN-Treiber anfing, eine Firmware hochzuladen, und dafür das Hotplug-Interface zu benutzen. Hotplug, das ist eine archaische Shellskript-Sammlung von Greg Kroah-Hartmann, in einem Shellskript /sbin/hotplug gipfelnd, das dann andere Shellskripte aus /etc/hotplug/* aufruft, und dort die eigentlichen Daten über magische Environment-Variablen übergibt. Nach einer Weile rumdebuggen habe ich damals rausgefunden, dass das Hotplug sich aus den magischen Environment-Variablen (der ganze Prozess ist m.W. nicht brauchbar dokumentiert) einen Pfad zusammenpopelt, und dann am Ende cp aufruft, um /lib/firmware/radeon/RV770_me.bin nach /sys/devices/platform/r600_cp.0/data zu kopieren. Welches cp das am Ende wird, das hängt von $PATH ab. Ich habe ein /usr/bin/cp, ein /bin/cp und ein /opt/diet/bin/cp, alle unterschiedlich. Mein /usr/bin/cp ist von GNU coreutils, und das meinte der Autor von hotplug wohl. /bin/cp ist ein Notfall-cp aus einer alten Version von embutils, falls ich /usr nicht mounten kann oder mir die glibc zerschossen habe. /usr/bin ist vor /bin im Pfad, daher betrifft das nie jemanden. /opt/diet/bin/cp ist das aktuelle cp aus embutils, das ist für meinen User noch vor /usr/bin im Pfad. Hotplug wird aber direkt vom Kernel aufgerufen und erbt daher das Environment von init. Und das hat das Default-Environment, das der Kernel setzt beim Aufruf von init, nämlich
PATH=/sbin:/bin:/usr/sbin:/usr/binAm Ende hat hotplug also das alte Notfall-cp aufgerufen, das in Blöcken zu 1024 Bytes kopiert. Versteht mich nicht falsch: alle dieser cp Binaries sind willens und in der Lage, eine Datei zu kopieren, und hotplug benutzt auch keine komischen GNU-only Flags. Aber das Firmware-Interface des Kernels hat damals Dinge angenommen, die nur GNU cp so gemacht hat. Ich habe die genauen Details vergessen, aber das Notfall-cp hat 1024-Bytes geschrieben, und der Kernel nahm an, dass die Firmware in nur einem Chunk geschrieben wird, und daher schlug das fehl.
Nachdem ich meine Fassungslosigkeit überwunden habe, habe ich damals /etc/hotplug/firmware.agent angefasst, damit er händisch /usr/bin/cp aufruft und nicht bloß cp über $PATH, und damit war das Problem gelöst.
Gestern habe ich jetzt anlässlich dieser Meldung hier den Kernel 2.6.32-rc6 auf meinem Desktop probiert. Mein Desktop hat kein WLAN und lädt an sich keine Firmware. Auf meinem Desktop ist auch seit irgendwann mal vorbeugend /bin/cp ein Symlink auf /usr/bin/cp. Um so größer war meine Überraschung, als mit dem neuen Kernel plötzlich X nur noch ohne Grafik-Beschleunigung hochkam. Nach einer Packung debuggen stellte sich raus, dass er die Firmware nicht laden konnte. Nachtigall, ick hör dir trapsen, dachte ich mir, und prüfte, ob /bin/cp das richtige ist. War es. Mhh, nanu. Ich habe also geprüft, ob hotplug das richtige cp aufruft. Tat er, /usr/bin/cp. Komisch. Weiter debugged. Mal ein strace auf /usr/bin/cp gemacht. Und, was soll ich sagen, /usr/bin/cp kopiert bei mir in 32k-Blöcken. Mein embutils-cp benutzt hingegen mmap und kopiert in 4 MB Blöcken. Also habe ich /etc/hotplug/firmware.agent angefasst, damit er /opt/diet/bin/cp aufruft, und was soll ich euch sagen, jetzt ist mein X wieder beschleunigt.
Nur damit ihr mal seht, auf was für einem Treibsand-Fundament dieses Linux gebaut ist.
Wobei wahrscheinlich ich über drei Ecken Schuld bin. Mein coreutils ist Version 7.6, das ist AFAIK aktuell, aber meine hotplug-Shellskripte sind von 2006. Vielleicht gibt es da ein Update inzwischen.
Aber die Ironie, dass dieses Firmware-Interface so verstrahlt ist, dass es erst mit dem Fefe-cp nicht tat, und jetzt mit dem GNU-cp nicht tut, und ich es fixen kann, indem ich das Fefe-cp benutze, das ist schon grotesk. Freut euch alle, dass ihr solche Details nicht sehen könnt bei euren Distributionen. Und, falls das hier jemand liest, der für das Firmware-Laden-Interface im Kernel verantwortlich ist: SCHANDE! SCHANDE! SCHANDE!!
Update: hotplug ist seit Jahren obsolet und sollte ja eh nicht mehr installiert sein, weil es durch udev abgelöst wurde, was ich ja auch installiert habe. Nur leider hat das Vorhandensein von udev bei mir nie dazu geführt, dass der Kernel nicht trotzdem hotplug aufruft. Jetzt habe ich einige Zuschriften gekriegt, die mir erklärt haben, dass man beim Booten
echo > /sys/kernel/uevent_helpermachen muss. Nun starte ich ja beim Booten den udevd, und hätte mir gedacht, hey, wenn ich den da schon starte, dann ist der bestimmt auch so smart, obiges zu tun. Ist er aber nicht.
Frei fabuliertes und dahergewieseltes "..waren ganze Familien und ein größerer Frauenanteil…zu beobachten.", "..einigen Leuten", "..dürfte..gewesen sein" etc. über eine nicht relevante Hobbyistenveranstaltung. 3000 Teilnehmer wäre ca. eine kleine Katzen- oder Hundeausstellung oder ein großer "Field-Day" bei den Amateurfunkern. Und bei diesen käme hier nie jemand auf die Idee sie für relevant zu halten. Nimmt man die Relevanzmaßstäbe für Festivals, so zeigt sich hier deutlich die Irrelevanz dieser Werbemaßnahme für einen Internetanbieter. Halt so ne Art "T-Online Sommercamp" in der Käsekaribik. --WB 08:24, 9. Nov. 2009 (CET)"Käsekaribik", ja? Solch offener Fremdenfeindlichkeit bietet die Wikipedia ein Forum?!
Update: Angestiftet hat diese Löschung übrigens Juliana, die laut Selbstdarstellung 2008/2009 im Vorstand von Wikimedia war. Na SO ein Zufall.
Update: "Weissbier" wollte auch 2007 "Mutex" löschen, weil er die Erklärung nicht verstand. Und der scheint auch sonst als Serientroll an allen Löschdebatten beteiligt zu sein, die er zum Gutteil auch selber losgetreten hat. Wie so jemandem in der Wikipedia Unterschlupf gewährt werden kann, während sie gleichzeitig mit der Begründung des Vandalismus ein /17 blocken, das muss mir mal jemand erklären. Vandalen zählen nur als Vandalen, wenn ihr Account nicht zu alt ist?
Ich finde es ja auch höchst amüsant, dass die ausgerechnet jetzt eine Fundraising-Kampagne lostreten. Wahrscheinlich in der Hoffnung, dass das Detail keiner mitgekriegt hat, dass das Geld ungefähr zu 1% der Wikipedia zu Gute kommt, und Wikimedia damit ansonsten Hochglanzprospekte druckt, ihre Angestellten durch die Gegend fährt, Geschäftsessen, Miete und andere Spesen bezahlt, und den Rest zur Bank bringt, wo es dann Zinsen abwirft. Das Geld könnt ihr auch selber zur Bank bringen und Wikimedia dann die Zinsen spenden. Oder ihr könnt denen einfach gar nichts mehr spenden, bis sie ihren Augiasstall mal ausmisten.
Update: Peg DHCP ist plötzlich auch irrelevant!1!! Begründung:
RFCs kann jeder schreiben
Bizarrerweise ist Chaos Communication Camp noch nicht zum Löschen vorgeschlagen, dabei waren da sogar eher weniger als auf der WTH.
Update: Ich bin jetzt übrigens laut Wikipedia eine religiöse Bewegung (von der WTH-Löschdiskussion):
Der nächste, der die Sperre des Antragstellers fordert, landet auf der Vandalismusmeldung. Wenn die Fefe-Jünger nicht fähig/willens sind zu diskutieren, sollen sie dem projekt fernbleiben.
Seht ihr? Ihr seid gerade geupgraded worden. Von meinem willfährigen Zeitbinder-Botnet zu meinen (wahrscheinlich willenlosen Zombie-)Jüngern! Wobei eigentlich macht mich das ja nicht zu einer Bewegung sondern zu einem Messias, oder? Ich kenn mich bei diesen Religionen nicht so aus.
Oh übrigens, falls ihr euch mal gefragt habt, wie so ein Wikipedia-Admin eigentlich aussieht: hier gibt es eine Collage. Zählt mal die Frauen.
Der Hackerhumor kam dann eines Tages, als Jake auf einer Veranstaltung Knuth traf und das T-Shirt trug und dann dieses epochale Foto machte. Das Foto landete auf Flickr und machte seit Jahren seine Runden. Und jetzt gibt es ein lustiges Update dazu: Knuth-Homeboy-Rekursion :-)
Wenn euch Knuth nichts sagt, könnt ihr dem ja mal hinterher googeln. Mein persönliches Knuth-Highlight ist, dass er seit 1990 keine Email mehr hat. Begründung: er hat seit 1975 Email benutzt und fand, 15 Jahre seien genug.
Spannenderweise hat mein Freund Öc dann doch mal eine Email von Knuth gekriegt, über seine Sekretärin. Weil Öc das Programm rxvt gewartet hat damals, und Knuth benutzt das.
Über Knuth könnte man stundenlang erzählen. Wenn ihr beim Googeln seid, googelt z.B. mal der Geschichte mit den Schecks hinterher, die Knuth verschickt hat, wenn ihm jemand einen Fehler in einem seiner Bücher oder seiner Software gemeldet hat. Ganz großes Hacker-Kino.
Oh, und, Jake: NEID NEID NEID! :-)
Wir haben es ja hier im Kern mit einem Kontrollproblem zu tun. Wir haben Wikipedianer, die Kontrolle über ihren Inhalt ausüben wollen. Während das per se wie eine noble Idee klingt, ist es das Gegenteil der Idee, mit der Wikipedia das geworden ist, was sie jetzt ist. Das Grundprinzip von Wikipedia ist ja gerade, dass alles gut wird, wenn man alle Menschen ran lässt, weil das Gute im Menschen überwiegt und sich der Schwarm am Ende in die richtige Richtung zur Verbesserung der Lage für alle bewegen wird. Und das ist schlauer als es auf den ersten Blick aussieht, denn ein Gutteil des Vandalismus erklärt sich eben über die Kontrollfunktion. Wenn der User sich als Mitarbeiter sieht, wird er nicht vandalieren. Wenn er sich aber als überwachter, kontrollierter Verdächtiger fühlt, wird er Reifen anstechen. Wenn man User wie vernunftbegabte Erwachsene behandelt, werden sie sich eher wie vernunftbegabte Erwachsene verhalten, als wenn man sie wie Kinder behandelt. Das ist eine Frage des Mindsets, mit dem man auf die Leute zugeht. Natürlich wird das Vandalismusproblem nie ganz weggehen, es gibt immer ein paar Soziopathen in der Bevölkerung. Aber dieser Mindset will eben kommuniziert werden. Wenn man da mit "Hallo lieber potentieller Wikipedia-Mitautor, willst du nicht diesen Artikel zu verbessern mithelfen?" begrüßt wird, ist das was ganz anderes, als wenn da — fast wie versehentlich wirkend — jemand den Edit-Knopf auszublenden vergessen hat. Im Moment wirkt das wie ein Getränkeautomat, das menschliche Element fehlt. Wenn das wie ein Automat wirkt, werden die Leute eher Dinge probieren. Aus einem Getränkeautomat werden Leute eher eine Dose zu klauen versuchen als aus einem Oma-und-Opa-Laden. Und je mehr die Blockwarte dann Kontrolle auszuüben versuchen, desto mehr reizen sie Vandalen zum Weitermachen. Wobei mein Wortsinn von Vandale hier ein anderer ist. Ein Vandale ist jemand, der den Inhalt eines Artikels wegmacht und durch "Die Merkel ist doof" ersetzt.
Um die Analogie mal fortzuspinnen: wenn potentielle Autoren wie Bittsteller abgekanzelt werden, gehen die Freiwilligenzahlen zurück. Das kann man alles live und in Farbe beobachten gerade bei der Wikipedia.
Die Eltern unter meinen Lesern werden das Problem sofort wiedererkennen. Das ist nämlich der klassische Erziehungskonflikt bei Eltern. Eltern erziehen das erste Kind noch mit eiserner Knute und beim zweiten Kind sind sie dann weiser und greifen nur noch ein, wenn es nötig ist. Eltern müssen irgendwann ihr Kind ziehen lassen, so schmerzhaft das auch ist. Und an dieser Stelle beißt uns die Statistik in den Hintern, die Johnny so schön formuliert hat:
80% der Wikipedianer in den USA seien männlich, mehr als 65% alleinstehend, mehr als 85% kinderlos und rund 70% jünger als 30 JahreBei der deutschen Wikipedia sieht das vermutlich sehr ähnlich aus.
Ich möchte an der Stelle mal ausdrücklich sagen, dass meine Kritik nicht den einzelnen Menschen gilt, die in der Wikipedia herum-blockwarten. Ich gehe bei solchen Problemen gerne den wirtschaftlichen Weg der Analyse und halte das Problem für ein System-Problem. Die Menschen gehen ja nicht zum blockwarten in die Wikipedia, im Gegenteil sind die meisten damit unzufrieden. Das kam bei allen meinen Gesprächen mit Wikipedianern in letzter Zeit klar heraus. Jeder einzelne von denen fing nach einer Weile zu berichten an, wie viele schöne Artikel ihm denn schon gelöscht worden seien. Diese Menschen sind genau so Opfer wie wir alle. Opfer des Systems Wikipedia, das die falschen Anreize setzt. So habe ich gestern gelernt, dass man seinen Admin-Status wegen Inaktivität verlieren kann. Was ist hier also der Anreiz? Admin-Aktionismus. Und was eignet sich da besser als Löschen? Gelöschte Artikel können nur andere Admins einsehen, da kann einem also keiner (der nicht im selben Boot wäre) nachweisen, dass man gerade Mist gemacht hat. Löschen ist weniger Aufwand als Typos suchen und fixen. Und wenn man sich genötigt sieht, möglichst viele Löschungen vorzunehmen, um aktiver auszusehen, dann wird man auch die Löschdiskussion eher überfliegen als durchlesen und überdenken. Die Situation erinnert mich sehr an den Richtervorbehalt. Beim Richtervorbehalt ist es für den Richter ein Aufwand von einer Unterschrift, eine beantragte Durchsuchung zu beschließen, aber im Ablehnfall muss er eine Begründung schreiben. Also wird fast nie was abgelehnt. Und so ist das bei der Wikipedia im Moment auch. Der Admin hat einen Vorteil davon (er wirkt aktiver), wenn er dem Löschgesuch entspricht. Das ist genau falsch herum.
Man könnte das z.B. lösen, indem man Achievements wie in Onlinespielen einführt. Wer einen Artikel rettet, der zum Löschen vorgeschlagen wurde, kriegt ein Achievement. Wer rettet, indem er an dem Artikel Daten hinzufügt, kriegt ein Achievement. Wer 100 Achievements hat, kriegt ein GIF-Banner "Wikipedia-Held" zum Einblenden auf seiner Homepage. Sowas. Wir müssen Anreize schaffen, um das System in die Richtung zu bewegen, in die wir es bewegen wollen. Von alleine oder durch gut zureden bei den Admins und Trollen werden wir da nichts bewegen.
So schade das ist, aber ich fühle mich von der Diskussion gestern in meinem Weltbild bestärkt. Die Blockwarte machen das nicht aus Spaß an der Freude, sondern wollen etwas Gutes tun bzw folgen Anreizen, die das System ihnen bietet. Denen "sei mal kein Blockwart" zu sagen ist zum Scheitern verurteilt.
Im Übrigen muss ich noch eine bittere Lektion ziehen. Wir hatten ja gedacht, wenn wir da einen Fork ansprechen, sei das eine Drohung, mit der wir womöglich die Wikipedianer zum Einlenken bringen können. Das Gegenteil ist der Fall. Die würden sich sogar freuen, wenn wir forken. Weil sie dann das Problem loswerden. Aus deren Sicht ist das Problem nämlich nicht, dass die Wikipedia den Bach runter geht, sondern in deren Denkmodell geht die Wikipedia den Bach runter, weil so viele Vandalen rumvandalieren und sie nicht mit dem Löschen hinterherkommen. Wenn wir forken, dann gehen die Vandalen zu uns, wo weniger gelöscht wird. Aus deren Sicht löst das ihr Problem. Wenn jemand unzufrieden ist, können sie den zu unserem Fork schicken. Wenn ihnen dann die Userzahlen wegsterben, dann macht das nichts, denn in deren Mission Statement geht es um das Weltwissen, nicht um das Bereitstellen an die User. Hier greift der alte Witz aus der Arbeitswelt, wie schön dieser Job doch wäre, wenn man es nicht ständig mit Kunden zu tun hätte. Forken ist also keine Option.
Im Übrigen möchte ich noch ein wichtiges Wort fallen lassen: Monopol. Wikipedia hat ein Monopol auf Online-Wissen-Nachschlagen, und zwar mehr noch als Google eines auf Suchmaschinen hat. Für Monopole gelten andere Regeln als für normale Marktteilnehmer. Genau wie Telekom und Post als Monopol gezwungen waren, in jedem noch so kleinen Kaff Telefon und Briefpost anzubieten, und wie Microsoft Ärger kriegt, wenn sie Konkurrenten behindern, genau so hat die Wikipedia eine Sonderrolle als Monopolist und darf aus meiner Sicht nicht damit durchkommen, bei Community-Debatten Leute auszuladen, auch nicht wenn sie Markus Kompa heißen. Das kann man als kleines Randgruppenwiki bringen, aber nicht als Monopolist auf dem Online-Enzyklopädie-Markt, und schon gar nicht wenn man Worte wie "Weltwissen sammeln und erhalten" benutzt. Das muss für Wikimedia echte Konsequenzen haben.
Zurück zum Mindset der Wikipedia: wenn man das Problem als ein Kontrollproblem sieht, dann macht man so ein Treffen mit der Community auch als Kontrollfreaks, mit Namenskontrolle am Eingang. Und wenn man eigentlich weiß und einsieht, dass es da ein Problem gibt, aber das nicht zugeben will, dann limitiert man die Sitze auf 42, damit es nach außen nicht aussieht, als würde das mehr als eine handvoll Leute betreffen. Ich fand dieses Event augenöffnend. Laßt uns jetzt debattieren, wie wir das System ändern können.
BTW: lest euch die Links zu Johnny und Telepolis ganz durch. Und auch diesen Freitag-Artikel und diesen Blogeintrag hier.
Natürlich hat da keiner Bock drauf, daher läuft das in der Praxis so, wie Frau Schweitzer das jetzt (versehentlich?) öffentlich angedeutet hat, nämlich dass sie ein "Gesamtpaket" bestellt, und dann im Erfolgsfall einen Anteil des erstrittenen Geldes kriegt, aber im anderen Fall nichts zahlt. Das würde aber heißen, dass sie kein Risiko trägt, und damit auch, dass der Anwalt keine Anwaltsgebühren in Rechnung stellen kann.
Ich als juristischer Laie finde solche Details aus Innereien der Abmahnpraxis immer sehr spannend.
Google hat nicht nur eigene Mappingdaten am Start (wo es vorher ein Kartell aus zwei Monopolisten gab, Tele Atlas und NavTeq), sondern hat auch ein "billiger als kostenlos" Geschäftsmodell für Android.
Also erst mal zu dem GPS Mapping. Tele Atlas wurde von TomTom für 2,7 Milliarden Dollar gekauft, da muss dem Rest der potentiellen Kundschaft schon der Arsch auf Grundeis gegangen sein, und Nokia hat für NavTeq dann gleich 8,1 Milliarden gezahlt, und jetzt sind die beiden vom Markt. Die können die Preise diktieren. Google hat ja für StreetView eh Autos durch die Welt geschickt, und die haben dann eben auch gleich das Kartenmaterial gesammelt, und jetzt hat Google ihre eigenen Daten. Und gibt die Mapping-Software kostenlos weg. Und jetzt versetzt euch mal in die Lage von Apple. Die müssen, um genau so viel zu bieten wie Google verschenkt, draufzahlen. Oder sie einigen sich mit Google, aber dann wird Google vermutlich Google Voice freigeschaltet wollen im Gegenzug oder so.
Oh und Android sieht ähnlich aus. Das verschenkt Google nicht nur in einer Open Source Version, es gibt auch eine "normale" Version, die sich dadurch unterscheidet, dass der Carrier von Google Provision für die Werbeeinnahmen bekommt. Der kriegt das also für weniger als kostenlos. Bei den Nokia und den Windows Mobile Leuten wird gerade keine sonderlich gute Stimmung sein denke ich mal. Die müssen dann subventionieren, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Weia.
Man versicherte mir, dass keine kompromittierenden persönlichen Daten erhoben werden. Die Umfrage ist übrigens so gemacht, dass nicht jeder die selben Fragen kriegt. Ich bitte trotzdem darum, dass jeder nur einmal abstimmt, wir sind hier schließlich der CCC und nicht Al Capone. Wenn ihr alle gestellten Fragen (und die Ergebnisse) sehen wollt, dann kommt zum 26C3, oder guckt euch den Stream oder die Videoaufzeichnung an. Ich weise da zum Congressanfang nochmal drauf hin dann.
Da alle Passworte verschlüsselt gespeichert werden, kann nicht ermittelt werden, welche Buchhändler-Accounts gefährdet sein könnten und weiterhin die (unsicheren) Default-Passwörter oder zu schwache Passwörter verwenden.Nun, you don't have to be a rocket surgeon, um mal einen US-Komiker zu zitieren, damit man sieht, dass das hanebüchener Unsinn ist. Selbstverständlich können sie prüfen, ob das Defaultpasswort nicht verändert wurde, indem sie sich auf ihrer eigenen Plattform mit dem Defaultpasswort einzuloggen versuchen. Dass die Krisen-PR von Libri sich überhaupt mit so einer lächerlichen Erklärung an die Öffentlichkeit traut, zeigt, dass wir auch in Zukunft nicht mit dem Vorliegen von ausreichend Sachkenntnissen in Sachen Datenschutz rechnen können. Unglaublich.
Update: Oh und falls sich jemand den netzpolitik-Link gespart hat: grober Fehler. Lest das mal durch, besonders das Update am Ende. Die Libri-Krisen-PR stellt das jetzt so dar, als seien sie von den fiesen Hackern von netzpolitik.org angegriffen worden, aber durch ihren heroischen Einsatz sei Schaden verhindert worden.
Update: Eine Bemerkung sei mir noch erlaubt. Geht mal zu libri.de und achtet auf das TÜV-Süd-Logo rechts auf der Seite. Ich behaupte ja schon länger, das solche Siegel wenig Aussagekraft haben, und hier kann man das mal wieder gut sehen. der Tagesspiegel hat den TÜV Süd mal um ein Statement gebeten.
Update: Und hier hat mal jemand geguckt, wie das bei den anderen TÜV-Süd-zertifizierten Seiten mit der Sicherheit aussieht. Sicherheit ist ein Prozess, kein Item, das man in einem Webshop in den Einkaufswagen packt.
Update: Weil das viele nicht wissen und mir gerade das GMX-TÜV-Logo mailen: TÜV Süd und TÜV Rheinland sind verschiedene Firmen. Ich bin zwar generell kein Freund von Siegeln, aber den TÜV Rheinland darf man nicht wegen des Geschäftsgebarens vom TÜV Süd verurteilen. (Danke, starbug)
Immerhin, zwei Nerds haben eine Gratulation verdient: Heiko Schlichting (FU-Berlin) hat fu.de gekriegt, und Gert Döring (einer der deutschen IPv6-Pioniere) hat v6.de gekriegt. :-) (Danke, Lutz)
(1) Ein Glücksspiel liegt vor, wenn im Rahmen eines Spiels für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und die Entscheidung über den Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt. Die Entscheidung über den Gewinn hängt in jedem Fall vom Zufall ab, wenn dafür der ungewisse Eintritt oder Ausgang zukünftiger Ereignisse maßgeblich ist. Auch Wetten gegen Entgelt auf den Eintritt oder Ausgang eines zukünftigen Ereignisses sind Glücksspiele.Absatz 1 und 3 treffen meiner nichtjuristischen Laienmeinung nach glasklar zu. Laut § 287 StGB drohen bis zu zwei Jahre Knast oder Geldstrafe.(2) Ein öffentliches Glücksspiel liegt vor, wenn für einen größeren, nicht geschlossenen Personenkreis eine Teilnahmemöglichkeit besteht oder es sich um gewohnheitsmäßig veranstaltete Glücksspiele in Vereinen oder sonstigen geschlossenen Gesellschaften handelt.
(3) Ein Glücksspiel im Sinne des Absatzes 1, bei dem einer Mehrzahl von Personen die Möglichkeit eröffnet wird, nach einem bestimmten Plan gegen ein bestimmtes Entgelt die Chance auf einen Geldgewinn zu erlangen, ist eine Lotterie. Die Vorschriften über Lotterien gelten auch, wenn anstelle von Geld Sachen oder andere geldwerte Vorteile gewonnen werden können (Ausspielung).
(4) Veranstaltet und vermittelt wird ein Glücksspiel dort, wo dem Spieler die Möglichkeit zur Teilnahme eröffnet wird.[…]
Jetzt kann man zu dieser Lotterie stehen, wie man will. Ich persönlich ignoriere sowas. Aber die Einsicht, dass der GlüStV sowas jetzt regelt und hier zutrifft, das hat offenbar noch niemand realisiert. Im Grunde könnte jetzt jemand loslaufen und gegen die Strafanzeige stellen. Das ist ja immerhin eine deutsche Domain mit whois-Anschrift in Kiel. Oder, was man ja nicht ausschließen kann, die haben sich eine behördliche Erlaubnis geholt, das kann ja auch sein.
Es bleibt die Erkentnis, dass dieser GlüStV eben nicht nur Pokerspieler und Pferderennwetten betrifft, und womöglich noch ein Haufen anderer Dinge dadurch illegal werden. Ich bin mal gespannt, wie lange die Norddeutsche Klassenlotterie braucht, bis sie die Webseite absägen.
Meine persönliche Meinung zu diesem Glücksspielregulierungskram ist: ich halte es für eine Schande, dass wir Glücksspiele "regulieren". Entweder wir finden, dass Glücksspiele unmoralisch sind und verboten gehören, aber dann machen wir gefälligst auch die staatlichen Lotterien zu, oder wir finden Glücksspiel ungefährlich (oder von mir aus ab 18), und dann darf das aber auch bitte jeder.
Update: Weil das offenbar einige Leser nicht mitgekriegt haben: DENIC verlost die Domains, aber nicht über Lose, sondern "wer zuerst kommt, mahlt zuerst". Und um das keinen reinen Bot-Wettlauf werden zu lassen, darf jedes DENIC-Mitglied nur 4 Registrierungswünsche pro Minute abgeben. Nach der Vergabe können sich dann Markeninhaber ihre Domains erklagen, also macht euch keine Hoffnung auf vw.de.
Mein Lieblingstweet zum Thema ist bisher:
gerdbrunzema: Also ich kauf jetzt auch keine Winterjacken mehr bei Wikipedia.Word! Meine Inbox quillt über, da sticht mir dieser Link entgegen, dessen Quellen nur aus Legenden und Hörensagen aus irgendwelchen Obskuro-Ecken besteht, der also quasi die Definition der Irrelevanz perfekt verkörpert.
Auch geht die Geschichtsrevision weiter, jetzt löschen sie Links zu anderen "Organisationen völlig unklarer Relevanz", damit man ja keinen dazu verleitet, über die einen Artikel zu schreiben. Dem zum Opfer gefallen sind in der Änderung die Aktion Umwelt, ODEM.org und Trotz Allem.
Dann hat mal jemand dem Herrn Minderbinder hinterher geklickt, und siehe da, der Minderbinder hat vor über einem Jahr auch schon den Herrn Beckedahl zu löschen versucht.
Dann hat mir jemand diese sehr instruktive Illustration des langsam Wegkürzens von Fakten gemailt. Wow. Ist diesmal die englische Wikipedia. Wir stellen fest: SAP ERP hat gar keine Nachteile!1!!
Wenn man ein bisschen nach Wikipedia googelt, findet man auch ältere Blogpostings, die meine Nazi-Metaphorik plötzlich in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.
Dann hat jemand etwas gemacht, auf das ich seit einigen Tagen warte: und den "Wikipedia" Wikipedia-Eintrag zum sofortigen Löschen vorgeschlagen. Ich finde auch, nach den Relevanzkriterien der deutschen Wikipedia kommt die Wikipedia abseits von per Definition unseriösen und unglaubwürdigen Online-Quellen auf keine relevanten, belastbaren Primärquellen. Man könnte sogar ihre Existenz bestreiten!1!! Das ist wahrscheinlich nur ein einziger Blockwart. Die sollen mal für ihre Mitgliederzahl belastbare Sekundärquellen angeben.
Ach und wißt ihr, was sie noch gelöscht haben gestern? "Schäublone". Ich bin mir sicher, das ist nur ein bedauerlicher Zufall, dass da gerade unsere ganzen Begriffe verschwinden.
Einen schönen Beitrag zur Relevanzdiskussion gibt es noch hier :-)
Update: Twister legt auch noch mal nach.
Update: Das ehemalige Nachrichtenmagazin nimmt sich der Sache an.
Update: Es gibt (auf der Wikipedia, wo sonst) auch Liste von recht unterhaltsamen Löschdiskussionen, damit das hier auch mal einen humoristischen Anteil kriegt.
Update: Aktueller Lacher am Rande: Wikipedia hat auch eine Seite mit Überlegungen zur Machtstruktur der Wikipedia.
Diese Projektseite wurde zur Löschung vorgeschlagen.
Ich habe wie üblich einen Fnord-Rückblick eingereicht, und mit dem erdgeist zusammen einen Rant über die ganzen schlechten APIs, mit denen Programmierer so geschlagen sind. Mal gucken. Die Ehre gebietet natürlich, dass ich nicht meine eigenen Vorträge durchprügele.
Wir haben diverse Vorträge mit echten Neuerungen, etwas weniger Hardware-Hacking als letztes Jahr, dafür diverse Mindfuck-Vorträge, und eine Menge Vorträge zu aktuellen politischen Spannungsfeldern eingereicht bekommen. Das wird sicher nicht einfach werden, da eine gute Auswahl zu treffen. Wer bis heute noch keinen Vortrag eingereicht hat, wird nicht mehr berücksichtigt. Wer bisher einen Platzhalter eingereicht hat, wird aller Wahrscheinlichkeit nach nicht berücksichtigt.
Und, mal unter uns, für das nächste Mal: bei einer Vortragseinreichung müsst ihr an das Auswahlkommittee denken, nicht an den Tagungsband oder was im Fahrplan steht. Wir haben da drei Felder: Abstract, Description und Submission Notes. Abstract und Description kommen in den Fahrplan, aber können nach der Selektion noch mal präzisiert oder verändert werden. Ein tolles Thema ist notwendig, aber nicht hinreichend für einen guten Vortrag. Stellt euch vor, wir haben über einen Vortrag zu entscheiden, in dem jemand, den wir nicht kennen, eine neuartige Malware analysieren will. In solchen Fällen kann der Vortrag supertoll oder kompletter Mist werden. Ja, wir googeln dann der Person hinterher, schauen, ob der vorher schonmal wo gesprochen hat, und ob die Leute zufrieden waren. Aber mal realistisch: bei über 200 Einreichungen an einem Wochenende, da könnt ihr euch ja selber überlegen, wie viel Zeit wir da haben pro Vortrag. Schreibt in die Submission Notes ein paar Details für das Auswahlkommittee, wo ihr euch selbst ein bisschen anpreist. Wo ihr schon Vorträge gehalten habt, wieso ihr qualifiziert seid, warum wir dieses Thema ausgerechnet von euch ins Angebot nehmen sollen. Geht bei der Einreichung davon aus, dass jemand einen gleichlautenden Vortrag zum gleichen Thema eingereicht hat. Ansagen wie "wenn jemand anderes dazu was sagt, dann lasse ich ihm den Vortritt" nehmen wir natürlich auch gerne. Falls ihr das also nur einreicht, damit ein Thema überhaupt Erwähnung findet, und ihr da eigentlich gar keinen Bock drauf habt, dann wollen wir das wissen! Diese Hinweise gelten selbstverständlich genau so für andere Konferenzen.
Oh, und: wir sammeln nach den Congressen Feedback. Wenn ihr schon mal bei uns einen Vortrag gehalten habt, wissen wir das. Wenn ihr beschissenes Feedback gekriegt habt, habt ihr dadurch einen Nachteil. Wenn das Publikum begeistert war, habt ihr bessere Karten.
Also bei aller Freude: ich halte das erst mal für eine Ente bzw für einen "Formulierungs-Sieg". Nehmt z.B. diese Sätze hier:
Bei der Vorratsdatenspeicherung solle die Nutzung der Daten auf schwere Gefahrensituationen beschränkt werden, sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU). Bei den Internetsperren verständigten sich die Verhandlungspartner darauf, dass das Bundeskriminalamt (BKA) zunächst versuchen soll, kinderpornografische Seiten zu löschen statt zu sperren.Das liest sich jetzt wie ein großer Gewinn, aber wenn man mal kurz das Hirn anschaltet, wird man feststellen, dass sie das beides auch schon vorher gesagt haben. Die Vorratsdatenspeicherung war eh nur für schwere Gefahren gedacht und die Internetsperren waren eh nur für die Seiten gedacht, die das BKA nicht gelöscht kriegt. Vom Tisch ist da gar nichts, und hohe Hürden kann ich da auch nicht erkennen. Ähnlich sieht das bei den Online-Durchsuchungen aus:
Für heimliche Online-Durchsuchungen von Computern Verdächtiger ist künftig eine Anordnung der Bundesanwaltschaft nötig. Zudem werden Online-Durchsuchungen nicht auf weitere Sicherheitsbehörden wie den Verfassungsschutz ausgeweitet.Na DAS schränkt es ja ein!1!! Die Bundesanwaltschaft hat ja bei Heiligendamm gezeigt, wie zurückhaltend sie mit ihrer Verantwortung umgeht. Die haben da mehr unterschrieben, als an Anträgen reinkam! Und dass der Verfassungsschutz sich seine Online-Durchsuchungen dann halt in Amtshilfe von einer anderen Behörde machen lässt, das fasse ich mal unter üblicher Bürokratie zusammen. Die haben wahrscheinlich ihren Trojaner eh noch nicht fertig.
Kurz gesagt: ich gehe erst mal von einer Nebelwerfer-Aktion der FDP-PR aus. Das einzige echt positive an dieser Sache ist, dass wir die FDP durch unseren Presserummel davon überzeugt haben, dass sie uns jetzt direkt ins Gesicht lügen. Bisher haben sie uns ja für eine unwichtige Randgruppe gehalten, die nicht mal der Ansprache lohnt.
Und deshalb war es im Übrigen ein Fehler, die FDP zu wählen. Weil da klar war, dass sich nichts wirklich ändern würde. Die haben wahrscheinlich ihre Koalitionsverhandlungen damit verbracht, an der PR zu feilschen, wie sie einen gepflegten Null-Fortschritt als Sieg für die Menschlichkeit verkaufen könnten.
Update: netzpolitik hat auch was dazu und weist u.a. darauf hin, dass der "Erfolg" bei der Vorratsdatenspeicherung genau der Rechtsprechung des Verfassungsgerichtes entspricht. Boah, FDP, beeindruckend!!1!
Update: Meine Freunde drängen mich zu der Aussage, die FDP sei schneller als der bisherige Weltrekordhalter, die SPD, umgefallen. Und das ohne Abstriche bei Vollständigkeit und Nachhaltigkeit! Dazu kann ich nur sagen: da werden einige Regierungsjahre ins Land streichen müssen, bis die FDP nicht nur in Geschwindigkeit, sondern auch in Ausdauer der Top-Performance der Verräterpartei auch nur gefährlich werden kann. Viel hervorhebenswerter finde ich ja die Fortschritte in der Energiepolitik. Mit der heißen Luft der Frau Leutheusser-Schnarrenberger alleine kann man Berlin den Winter über heizen, da rückt plötzlich der Atomausstieg in greifbare Nähe, wenn nicht sogar die Unabhängigkeit von russischem Erdgas, in greifbare Nähe!
According to our Moscow sources, the Russians froze the transfers of anti-missile, anti-air missiles to Iran in the expectation of Saudi Arabia following through on negotiations for the purchase of the latest word in Russian anti-missile hardware, the S-400, which is more advanced than the S-300 system now withheld from Iran. It has never been sold to a foreign government and even the Russian army has only two brigades armed with S-400 batteries. The Saudis insisted on making the transaction contingent on Moscow withholding the S-300 and Tor-M1 from Iran.Da erklärt sich auch, wieso die Hilfslieferungen wollen, wenn die ihr ganzes Geld für russische Waffen ausgeben.
Update: Weil mich jetzt die Korinthenkacker nerven: nein, Zensursula war vorher nicht im Bundestag, und sie hat auch jetzt ihren Sitz nicht verloren, weil sie über die Landesliste reinkommt, aber sie hat das Direktmandat nicht gekriegt, und weil ich ausdrücken möchte, dass das nicht an den Qualitäten der Frau Bulmahn lag, sondern am Versagen von Uschi, formuliere ich das so, wie es da steht.
Vielleicht sollte man auch seinen Antrag auf die Auflösung der Schweiz nochmal in Ruhe vorurteilsfrei überdenken :-)
Update: Dazu gibt es auch einen wunderbaren Facepalm :-)
Aus Sicht der CDU ist das geradezu unausweichlich. Die sind zwar ideologisch verblendet, aber nicht blind. Dass bei uns bald die überwiegende Mehrheit aus Hartz IV Opfern und Rentnern bestehen wird, das sehen auch die Apparatschiks der CDU. Früher waren das nur die Rentner, da konnte die CDU noch das Rentenalter nach hinten schieben. Aber jetzt, mit Hartz IV? Die aktuelle Strategie ist, die Rentner mit Verblödungs-Wahlkampf in den Wahnsinn zu treiben, damit die nicht wählen gehen. Und die Hartz IV Opfer durch Bildungsentzug dazu zu bringen, dass sie sich keine eigene Meinung bilden können und mitlaufen. Daher auch Verblödungsmaßnahmen wie das "TV-Duell", dessen Ziel es war, den Hartz IV Empfängern einzureden, sie hätten eh nur die Wahl zwischen den Marodeuren und den Verrätern.
Aber wenn die dann merken, wie im Internet unzensierte Quellen kostenlosen Wissens und Bildung für jedermann entstehen, was bleibt denn da überhaupt noch? Internet zensieren (Kinderpornographie!1!!) oder wegnehmen (Three Strikes).
Und das ist euch hoffentlich allen klar: Three Strikes richtet sich nicht gegen den Mittelstand, denn die kriegt man schon mit der Drohung von Bußgeldern gefügig. Three Strikes richtet sich gegen Hartz IV Empfänger, denen man nichts mehr wegpfänden kann.
Das traditionelle Modell für das Problem waren immer Monarchie und Religion. Die Zeiten sind halt vorbei. Wenn das mit dem Wahlrecht nicht durchkommt, erwarte ich noch stärkeren Fokus auf die Verblödung der Bevölkerung.
Update: Der Typ rennt mit dem Vorschlag schon länger rum, der Artikel ist von 2008. Das hält mich nicht davon ab, das zur Wahl nochmal anzusprechen. Immerhin ist der Mann im Bundesvorstand der CDU.
Update: Der Herr Ludewig ist auch mal bei Anne Will (!) voll gegen die Wand gefahren. Wenn man von Anne Will und Westerwelle argumentativ ausmanövert wird, sollte man sich vielleicht was anderes als Politik aussuchen. Übrigens tritt der als Direktkandidat in Berlin-Pankow an. In Pankow kommt die CDU traditionell mit Ach und Krach über die 5%. Man raunt sich zu, die CDU habe den Ludewig dort abgeworfen, um ihn loszuwerden. Wer sich wundert, wie so jemand überhaupt Einfluß in der CDU kriegen kann, immerhin ist der noch keine 30, für den gibt es eine naheliegende Erklärung: der ist 3. Kind des ehemaligen Bahnchefs Ludewig.
Schuld sei die durch den Klimawandel verursachte Trockenheit in sieben von insgesamt 22 Departments des mittelamerikanischen Landes. Dabei seien über ein Drittel der Maisernte und über die Hälfte der Bohnen-Ernte – beide Hauptnahrungsmittel in Zentralamerika - zerstört worden.Und zweitens:
Die größte Ureinwohner-Organisation des Landes, CONIC, machte die Biosprit-Produktion für die Hungerkrise verantwortlich. "Der Staat gibt dem Anbau von Palmöl und Zuckerrohr (für Biosprit) erste Priorität, während er den indigenen Völkern das Recht auf eigenes Land verweigert", sagte CONIC-Mitbegründer Juan Tiney der Nachrichtenagentur epd.Aber das gibt man als Präsident natürlich ungerne zu, wenn man Hilfslieferungen von der EU will. Tja, das konnte man leider schon seit langem kommen sehen, dass Biosprit zu Hungerkatastrophen führen würde. Im Übrigen verweise ich natürlich auch auf diese Meldung aus dem Juli.
Oh, ein Detail noch aus dem Artikel:
"Lebensmittel sind da", so Colom, "doch verfügt die Bevölkerung nicht über die Mittel, sie zu erwerben".Na das haben wir ja fein hingekriegt, wir Industrienationen. Schön verarmt haben wir die Schwellenländer. Insofern ist die Globalisierung schon irgendwie gerecht, weil sie überall für Armut und Elend sorgt, nicht mehr nur in den eh armen Ländern.
Der Punkt bei dieser Rainbow Table ist, dass die Tabelle selbst bittorrent-style verteilt ist, d.h. es gibt keine zentrale Infrastruktur, niemand hostet die komplette Tabelle (die ist auch recht groß, 16 TB im Vollausbau).
Das ist es, was diese Aktion so spannend macht. Das ist der Versuch, verteilte Infrastruktur in einem unvertrauenswürdigen Netz unter widrigen Umständen gegen staatliche Verfolgung seitens Agenturen zu machen, die über dem Gesetz stehen. Die Arbeitshypothese ist halt, dass die zwar 2-3 Leute verfolgen, aber nicht 1000. Wir werden sehen :-)
Die Software kann übrigens auf Nvidia-Grafikkarten GPGPU-Beschleunigung.
Oh und hier gibt es den GSM-Sniffer dazu.
Selbstverständlich ist das alles lediglich für Forschung und Lehre, nicht für die Anwendung auf reale Netze *disclaim*
Update: A5/1 wird nur von GSM-Handys benutzt, nicht im UMTS. Ob das bei UMTS sicherer ist, ist noch nicht abschließend geklärt, aber dieser spezielle Angriff funktioniert gegen über UMTS eingebuchte Telefone nicht. Es sei aber darauf hingewiesen, dass es für 50 Euro UMTS-Jammer gibt. Dann kriegt das Telefon kein Signal und fällt auf GSM zurück. So machen das wohl auch die Dienste, wenn sie ein Telefon überwachen wollen.
Was tun, sprach Zeus?
Chief constables across England and Wales have been told to ignore a landmark ruling by the European court of human rights and carry on adding the DNA profiles of tens of thousands of innocent people to a national DNA database.Und dieses Land maßt sich an, den Arabern Demokratie und Freiheit bringen zu wollen?!
Naja, FDP halt.
Also schön alle Piraten wählen. Ihr müsst gar keinen Wähler anderer Parteien überzeugen, es reicht völlig, wenn ihr die Nichtwähler zum Piratenwählen treibt.
Hier schreibt also ein Lobbyist das Gesetz zu seinen Gunsten. Denn bei dem Kreditwesengesetz geht es sich um Kreditinstitute und Finandienstleistungsinstitute, die ja auch gerne mal eine Fusion durchgeführt haben.
Hey, lieber Herr Guttenberg, darf ich auch mal ein Gesetz schreiben? Wie wäre es mit dem Gesetz für die Informationstechnikregulierung? Paragraph 1: Der Fefe kriegt monatlich ne Million überwiesen. Na? Das ist doch mal deutlich billiger als die anderen Bailouts, die ihr gerade macht!
Welt-Online Moderatoren sagt:Äh, wie meinen?!
Halten Sie sich bitte an die Netiquette und äußern Sie hier keine ausländerfeindlichen Kommentare oder wir stellen die Kommentarfunktion ab. Bedenken Sie bitte, dass wir zur Überprüfung alle IPs dem Verfassungsschutz melden.
Update: Offenbar kann jeder unter dem Namen posten und Springer moderiert lediglich nicht. Na wenn davon die Abmahnmafia Wind kriegt…
Update: Auch bei uns passiert sowas.
Erst mal die generellen technischen Daten. Die werben mit "bis zu 32 MBit". Davon sieht man nichts. Bei mir kommen bei Rückenwind bergab mit Anlauf 10 MBit an. Da ist offensichtlich ein Shaper am Start, und zwar rund um die Uhr. Aber gut, 10 MBit ist auch schon mal mehr als 3 MBit. Die Round Trip Zeit zu typischen Hosts ging von 50 auf 30 ms runter.
Doch seit heute habe ich fett Packet Loss auf der Leitung. Zwischen 5 und 15%. Web-Klicken und SSH zögert sich unter diesen Umständen minutenlang hin, manche Sites (inklusive www.kabel-deutschland.de) laufen komplett in einen Timeout. Gut, kann immer mal passieren, sowas. Aber begeistert bin ich ja bisher nicht von dem Angebot.
Mal gucken, ob mir die Telekom dann doch mal irgendwann VDSL legen kann. Da sagt mir die tolle VDSL-Webseite "nicht verfügbar, klicken Sie doch auf der Verfügbarkeitswebseite", und wenn man da klickt, dann sagt die "ist verfügbar", aber bestellen kann man es nicht. Pfusch am Bau, wo man hinguckt.
Es ist ja nicht so, dass ich unbedingt 32 MBit Internet zuhause brauche, aber wenn man dranschreibt, dass da bis zu 32 MBit rauskommen kann, dann muss das zumindest nachts um 4 zu mindestens einer gut angebundenen Site auch möglich sein. Und dieser Packet Loss geht mal gar nicht.
Update: Ah, anscheinend hat heute vormittag ein Nachbar Kabelinternet gekriegt oder sich da was legen lassen. Dann war bzw. sein Elektriker schuld an dem Paketverlust jetzt.
Update: Wird immer schlimmer.
--- ioctl ping statistics ---:-(
38 packets transmitted, 25 packets received, 35% packet loss
round-trip min/avg/max = 25.692/72.618/960.972 ms
Update: Hab auf Anraten der Hotline das Modem resettet, das hat dann statt der angesagten 2-3 Minuten 17 gebraucht, bis es wieder hoch kam, aber seit dem tut alles. Und ich habe auch rausgefunden, wieso ich nicht vollen Durchsatz bekam: der Plasterouter, den die mitgeliefert hatten, hat QoS enabled gehabt, aber die Upstream-Bandbreite fälschlicherweise auf 128 kbit geschätzt. Das hat dafür gesorgt, dass mein Router die ACKs geshaped hat, und das limitiert auch die einkommende Bandbreite. *stöhn*
Dabei wird eine politische Stimme mit dem Versprechen auf zukünftigen Verdienst gekauft. Die Option auf zukünftige Arbeit in der Partei hat man als Politiker nur, wenn man sich an den Fraktionszwang hält. Zukünftige Arbeit in der Partei, das ist Geld und Macht. Die kriegt man nur, wenn man mit der Fraktion stimmt. Einen klareren Fall von Korruption gibt es eigentlich kaum, da müsste man schon zur CDU gehen und mit einem Geldkoffer voller "jüdische Vermächtnisse" durchs Land reisen.
Es müsste mal jemand zum Europäischen Gerichtshof gehen und die deutschen Parteien wegen Korruption verklagen. Denn auf EU-Ebene gibt es ja Regeln gegen Abgeordneten-Korruption. In Deutschland haben sie das so schwach umgesetzt, dass nur tatsächliche Barzahlung vor der Abstimmung darunter fällt, kurz: nur absolute Vollidioten betroffen wären. Begründung: Korruption gibt es bei uns eh nicht, daher besteht kein vordringlicher Handlungsbedarf.
Das ist alles nicht nur skandalös, das ist auch ein Verstoß gegen die einschlägigen EU-Regeln. Hier müsste nur mal jemand was tun. Anwälte vor!
Nun würdem an ja denken, hey, wenn ich die russischen Raketen sabotieren sollte, dann würde ich das doch so machen, dass das in den Tests nicht so aussieht, als seien die kaputt. Aber das ist nicht so. Diese Raketen sind die Zweitschlagsraketen, d.h. die, mit denen man Vergeltung üben kann, wenn man mitkriegt, dass man selber gerade einen vernichtenden Angriff der Gegenseite abkriegt. Der würde natürlich in erster Linie die russischen Atomraketenbasen plattmachen. Bei dem Raketenschirm geht es daher nicht darum, das volle russische Arsenal abzufangen, sondern nur den Zweitschlag zu neutralisieren. Hier geht es ja nicht um einen tatsächlichen Krieg, sondern um die Verhandlungsposition. Es geht darum, die Russen glauben zu lassen, dass die Amis einen Erstschlag führen könnten, ohne vom Zweitschlag getroffen zu werden. Die Russen müssen das auch nicht 100% glauben, es reicht nur ausreichend Zweifel, ob ihre Zweitschlag funktionieren würde. Und wichtigstes Element des Zweitschlags ist — neben den Sprengköpfen — eben die modernisierte Rakete. Insofern wäre das durchaus sinnvoll aus Sicht der Amis, die Tests zu sabotieren, um bei den Russen Zweifel zu sähen.
Insbesondere ist ja auch bei den Amis ausreichend Zweifel vorhanden, ob ihre Raketenabwehr im Zweifelsfall funktionieren würde. Das kann man bei Verhandlungen partiell durch selbstsicheres Auftreten kompensieren, aber eben nur zum Teil.
Also erstens: dass denen die Software geklaut wurde, das kann sein. Warum auch nicht. Und dass Software im Mikrosekundenbereich reagiert — geschenkt. Dass das geht, kann sich jeder selbst angucken, der sich eine Firewall installiert. Die Regeln davon werden auch im Mikrosekundenbereich abgearbeitet.
Nun gibt es plötzlich Verschwörungstheorien, dass Goldmans Software so schnell sei, dass sie vor dem Ausführen des Trades mitkriegt, dass der Trade stattfinden wird, und dann von dem Vorwissen profitieren kann. Das ist mit sehr großer Wahrscheinlichkeit Blödsinn. Ich habe auch mal eine Software für ein NYSE-Interface gehackt und kenne daher das Protokoll. Die Daten kommen nach Ausführung eines Handels und beinhalten den nach Ausführung angepassten Kurs.
Aber selbst wenn das nicht so wäre. Der Kern des Gerüchtes ist ja, dass Goldman a) vor dem Trade davon weiß und b) ihre Software so schnell ist, dass sie noch vor Ausführung der anderen Transaktion eine eigene Transaktion reinschieben kann, um davon zu profitieren. Überlegt euch mal, was das in der Praxis heißt. Die neue Transaktion ist ja auch eine Transaktion, die müsste dann auch Goldman gemeldet werden, bevor sie ausgeführt wird. Und auch bei dieser Transaktion hätte Goldman dann nochmal Gelegenheit, eine Transaktion zwischen zu schieben. Ihr seht sicher, dass das rekursiv ist. Goldman könnte also den Aktienmarkt komplett zum Erliegen bringen, indem sie rekursiv Transaktionen zwischen schieben. Offensichtlich funktioniert das nicht so in der Realität.
Goldman Sachs faselt jetzt was davon, dass mit dieser Software eine Marktdestabilisierung möglich wäre in den falschen Händen. Das ist auch kein Beleg dafür, dass obiges Szenario geht, im Gegenteil würde ich das an ihrer Stelle genau so machen, damit das DHS das mit dem Terroristen-Label versieht und mit Priorität behandelt.
Eine andere Sache ist aber erwähnenswert, mal unabhängig von dieser ominösen Software. Natürlich kann Goldman Sachs trotzdem den Markt manipulieren. Das Google-Stichwort dafür ist Market Maker.
In The Hague, we want pleasant and safe neighborhoods. For this reason, we are inspecting all homes in your neighborhood. For each address, we will see if the rules and regulations are met.The residence you own at was visited by our team on the 10th of June2009, but we were refused entrance.On Thursday the 25h of June between 13:00 and 14:00 your residence will be visited again by a team of the “The Hague Residence Brigade” led by the City Planning Office. We will verify the state of the building, (fire) safety and the actual use of the residence.
All rooms of the residence are subject to this inspection. The cooperation of all residents is therefore a necessity.
We’d like to point out that this is not a voluntary inspection. You are obliged to cooperate. If you refuse to cooperate , we’d like to point out that we are legally entitled to enter the premises with a legal warrant and without the cooperation of the owner and/or occupant(s).
If the date or time are not convenient for you, you have the option to, withing 5 working days after postmark of this letter, call the above number Monday through Friday between 08:00 and 16:00.
If an illegal situation is found during the investigation, you will receive notice about further proceedings as soon as possible.
We trust his letter has provided you with all the necessary information.
City Planning Office
Department for Building, Inspection and Service
Ms. C. Kolenmijn
Inspector Project The Hague Residence Brigade
Saddam Hussein feared Iran's arsenal more than a U.S. attack, and even considered asking ex-President George W. Bush "to protect" Iraq from its neighbor, once secret FBI files show.Der hat halt echt nicht mitgekriegt, dass er nicht mehr der Hinterhofdiktator der Amis in der Gegend war. Der hielt die ernsthaft noch für seine Freunde! Krass.Asked how he would have faced "fanatic" Iranian ayatollahs if Iraq had been proven toothless by UN weapons inspectors in 2003, Saddam said he would have cut a deal with Bush."Hussein replied Iraq would have been extremely vulnerable to attack from Iran and would have sought a security agreement with the U.S. to protect it from threats in the region," according to a 2004 FBI report among the declassified files.
Und so lief das ja auch vorher ab, als er als Proxy für die Amerikaner Krieg gegen den Iran geführt hat, mit chemischen Massenvernichtungswaffen, die die Amis ihm über ihren Chefunterhändler Donald Rumsfeld geliefert haben.Spannend ist auch sein Plan B:
Saddam never sought Al Qaeda assistance because he feared the terror group would turn on him. To protect his country, the more likely ally "would have been North Korea."Der Lacher ist, dass es dazu mal eine Story gab, die ich leider gerade nicht wieder finde. Das ist auch ein paar Jahre her, da kriege ich jetzt vermutlich die Fakten nicht mehr sauber hin. Ich glaube das war damals, als Libyen sich plötzlich entschlossen hat, sich den USA zu ergeben, äh, anzuschließen. Da hat Gaddafi aus dem Nähkästchen erzählt über ihr Atomprogramm. Die hatten damals den Eindruck, dass alle anderen ein Atomprogramm haben, also brauchen sie auch eines. Sie waren aber auf der Embargo-Liste und mußten daher mit "Schurkenstaaten" verhandeln, waren offenbar über Khans Netzwerk nicht informiert, aber hatten die US-Propaganda gegen Nordkorea mitgekriegt, und haben daher Kim Jong Il eine seiner Bomben abkaufen wollen. Der hat das Geld genommen und nicht geliefert. Das wäre Saddam also nicht sonderlich froh mit geworden, mit dem Plan B.
Die Geschichte geht so: wer Goldbarren hat, läßt die nicht zuhause im Safe liegen, sondern hat sie bei einem Gold Depository, wo sie in einem ordentlichen Vault liegen und versichert sind. Dafür zahlt man ein paar Dollar im Monat. Nun will kaum jemand dann tatsächlich das Gold haben, das er da einliegen hat. Wenn man das an jemand anderen verkauft, kann man ja einfach den Einlagervertrag weitergeben. Wenn man so einen Einlagervertrag hat, ist das nicht für "einen Goldbarren" sondern für einen bestimmten Goldbarren, mit Seriennummer und so.
Was jetzt passiert ist, dass einige Leute ihren Goldbarren abholen wollten, und einen anderen gekriegt haben.
Jim Sinclair of jsmineset.com, a legendary gold trader, reported that some of his contacts have told him that, when they request to withdraw their 100oz. bars from the Comex depositories, they have not received the proper indicted bars. They received a bar, but not one with the correct serial number or weight.Mal abgesehen von der Seriennummer — das falsche Gewicht?! Das kann ja wohl nicht wahr sein!Aber hey, da ist halt viel los, Fehler passieren, … hier kommt die Verschwörungstheorie:
Another possibility is that the bar indicated on the warehouse receipt does not actually exist. The implications of that are rather dire.Das wäre natürlich krass. Sowas könnte z.B. geschehen, wenn der Inhaber des Vaults mal nicht flüssig ist und das Gold seiner Kunden verscheuert, weil das eh nie jemand abholen will, und dann haben sie die Kohle nicht schnell genug wieder rein gekriegt, um die selben Barren zurück zu kaufen, und als es dann eh geschehen war, haben sie auch keine anderen Barren gekauft. Sowas löst man heute on demand. Und so hat man das konkret zu verstehen:In April, delivery notices were sent on a whopping 1.5 million ounces of gold, against 2.5 million ounces of dealer inventory.Das alleine ist ja schon mal eine bedrückende Zahl. Das ist ein Bank Run!That month, Deutsche Bank alone delivered 850,000 ounces. This coincided, rather suspiciously, with a sale of 1.14 million ounces of gold by the European Central Bank that month, suggesting that Deutsche Bank was being bailed out in a big way.ACH! Na DAS ist doch mal eine tolle Verschwörungstheorie, hmm? Mal umformuliert geht sie so: Die Deutsche Bank war so knapp bei Kasse, dass sie das Gold ihrer Kunden verscheuern musste, und als vermehrt Kunden ihr Gold haben wollten, hing ihr unbedeckter Hintern im Freien. Die Europäische Zentralbank hat denen dann ihr Gold verkauft, damit sie das überhaupt bedienen konnten.Wow. Das ist natürlich zu krass, als dass sich da jemand von der Deutschen Bank oder der EZB zu äußern könnte oder würde. Insofern: als wilde Theorie betrachten. Und ab jetzt das Gold lieber selbst bei einem solchen Service lagern, nicht via eine Großbank.
Internetaktivistin Franziska Heine und Familienministerin Ursula von der Leyen streiten über die Stoppschilder vor KinderpornoseitenIn der Printausgabe heißt es hingegen:
Die Internetaktivistin Franziska Heine und Familienministerin Ursula von der Leyen streiten über das Verbot von KinderpornografieDas war ja leider nur eine Frage der Zeit, dass sie ihre Inhalte auf die Zielgruppe ausrichten. CNN macht das ja auch. Wenn man CNN in Europa guckt, kriegt man größtenteils Nachrichten. Wenn man CNN in den USA guckt, kriegt man Celebrity Gossip und sie lesen SMS-Leserbriefe und Twitter-"Meldungen" vor. Und jetzt bringen sie halt in der Printausgabe die Formulierungen für die Internetausdrucker und im Internet die Formulierungen für die Internetnutzer.
Update: Die Zeit dementiert. Bedauerliches Mißverständnis, nur online korrigierbar. Na wollen wir mal gerade so nochmal durchgehen lassen. :-) (Danke, atoth)
Die Polizei sei trage zwar die Schuld, heißt es, doch da die Beweismittel verschwunden sind, könne Wert und rechtmäßiger Besitzer der Uhren nicht mehr geklärt werden. Selbst die Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe vertreten diese Auffassung.Der Stern hat auch einen Artikel, wo noch Details dazu kommen:
Dummerweise hatte der Polizeibeamte, der die Uhren verschickt hat, gleich auch die Zertifikate der Uhren mit in die Päckchen gesteckt. Und: Die Identifikationsnummern hatte er sich vorher nicht notiert.Das muss man sich mal vorstellen! Inklusive Gerichtskosten bleibt der Mann jetzt auf 135000 Euro Schaden sitzen. Unglaublich!
Update: das Urteil dazu liest sich, als ginge das Gericht immer noch davon aus, dass es sich um Fälschungen handele. Ich finde das ziemlich unerheblich, ob die jetzt echt waren oder nicht. Der Staat konnte ihre Echtheit nicht widerlegen und hast sie verloren. (Danke, Marcel)
Falls das eine Satire ist, entwickelt es sich gerade zu einem Meme. Jedenfalls springen schon die ersten auf.
Hier sind die Fragen:
1. Wie ist Ihre Einschätzung der chinesischen Pläne?Die Frage ist, ob die Chinesen diese Software lediglich zur Verfügung gestellt bekommen (und sie auch einfach deinstallieren können), oder ob ihre Verwendung vorgeschrieben wird.
Wir proklamieren schon lange, dass Filtern der Realität beim Einzelnen oder gar nicht stattzufinden hat. Wenn jemand nicht in die Zeitung gucken möchte, steht ihm das frei. Wenn jemand sein Internet mit dieser Software filtern möchte, ist das auch OK. Solange der Einzelne über die Verwendung der Software entscheidet, haben wir keine prinzipiellen Einwände.
Wenn die Regierung sich aber anmaßt, das für die Bürger entscheiden zu wollen, dann ist das ein grundsätzlicher Eingriff in die Rezipientenfreiheit und wie die anderen klassischen Merkmale von Diktaturen aufs Schärfste zu verurteilen. In Deutschland kennen wir das z.B. aus der NS-Zeit (in den 30 Jahren wurde im Rundfunk die Ausstrahlung von "Nigger-Jazz" verboten, und später gab es dann ein generelles "Feindsenderverbot") und der DDR (wo der Empfang von Westsender teilweise unter Strafe stand). Die DDR hat sogar Mittelwellen-Störsender betrieben, um den Empfang von unerwünschten Inhalten zu verhindern. Konzeptionell genau das selbe ist auch die Internetzensur-Infrastruktur, deren Betrieb durch das BKA gerade in Deutschland unter dem Vorwand der Verfolgung von kinderpornographischen Inhalten diskutiert wird.
2. Im Hinblick auf das Bestreben kinderpornographische Inhalte aus dem Internet zurück zu drängen, wäre dies auch ein möglicher Ansatz für Deutschland?Nein, und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht. Aber lassen Sie mich vorweg darauf hinweisen, wie stark wir unseren freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat schon ausgehöhlt haben, dass sich diese Frage für Sie überhaupt stellt! Noch vor einem Jahr waren unsere Journalisten und Medien schockiert und voll des Zornes, weil sie bei der Berichterstattung von den Olympischen Spielen nur zensiertes China-Internet hatten. Damals war für alle Beteiligten klar, dass Internetzensur eine unwürdige Sache ist, die bei uns niemals denkbar wäre, eine Schande für jede Demokratie und ein klares Zeichen, dass es sich in China eben nicht um eine Demokratie und nicht um einen Rechtsstaat handelt. Wir vom CCC haben damals eine Zensurumgehungsanleitung für Journalisten in China veröffentlicht. Heute braucht man diese Anleitung auch im Inland. Empfehlungen wie TOR galten früher für Blogger in China und dem Iran, heute werden auch Reporter in Deutschland auf die Benutzung davon geschult.
Wenn die Installation dieser chinesischen Filtersoftware Pflicht ist, haben wir das selbe Ergebnis wie die zentrale Internet-Zensur, mit der unsere Regierung ja gerade in Online-Umfragen Schiffbruch erleidet. Das ist ein Eingriff in die Rezipientenfreiheit und jedes demokratischen Rechtsstaates unwürdig. Die selben Politiker, die das jetzt fordern, haben vor einem Jahr anläßlich der olympischen Spiele in China entrüstet die Internetzensur international ächten wollen und sie haben sogar über Zensurumgehungs-Hilfsprogramme für die armen Zensuropfer in China nachgedacht. [Quelle 1, Quelle 2]
Heute müssen sich die selben Herren von China ins Gesicht sagen lassen, dass unsere Zensur ja genau das selbe sei wie deren Zensur, und das stimmt! China sperrt ja nicht willkürlich irgendwelche Seiten, sondern die haben genau wie wir Gesetze, nach denen diese Seiten illegal sind. Die Chinesen sperren illegale Seiten, und wir sperren illegale Seiten. Inhaltlich ist das in der Tat genau das selbe. Die ganze Sache ist so peinlich, dass die Chinesen so erfolgreich das Thema Internet-Zensur von der Agenda des Internet Governance Forums gekriegt haben.
Und wenn die Installation der Filtersoftware nicht Pflicht ist, dann bringt sie auch nichts. Kinderpornographische Inhalte laufen einem ja nicht zufällig beim Klicken über den Weg, da muss man explizit nach suchen, und man muss auch wissen, wo man suchen muss. Wer Kinderpornographie im Internet konsumiert, der tut das absichtlich und vorsätzlich. So jemand würde natürlich auch diese Software abschalten.
3. Falls nicht, welche Vorschläge haben Sie für diesen Bereich?Wir halten die bestehenden Gesetze für völlig ausreichend. Wenn ein Bürger Kenntnis davon erhält, wo man auf kinderpornographische Schriften zugreifen kann — ob inner- oder außerhalb des Internet! —, dann geht er zur Polizei und teilt denen das in Form einer Strafanzeige mit. Die gehen dann los, beschlagnahmen den Server und verhaften die Betreiber.
Das häufig vorgebrachte Argument, man käme im Ausland an die Server nicht heran, hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Denn die Hochtechnologie-Länder, die ausreichend Internet-Anbindung haben, um dort Server-Hosting (auch für legale Inhalte) überhaupt stabil und bezahlbar anbieten zu können, das sind eben keine Bananenrepubliken und korrupten Drittweltstaaten. In diesen Ländern sind solche Inhalte auch verboten, dort gibt es eine Polizei und eine Strafverfolgung, und dort kann man sich auch darauf verlassen, dass der Staat bei einer eingehenden Anzeige tätig wird. Untersuchungen zeigen, dass nur ein verschwindend geringer Anteil von solchen Inhalten auf Servern außerhalb der USA und der EU liegen, und sogar ein Land wie Russland ist inzwischen soweit, dass ein Server mit solchen Inhalten nach einem Hinweis aus Deutschland innerhalb von 1-3 Tagen vom Netz ist.
Zum Vergleich: der Verwaltungsakt innerhalb der Polizei und Strafverfolgung, bis eine Anzeige auf dem geordneten Dienstweg über Ländergrenzen transportiert wird, liegt im Bereich von einem Monat aufwärts.
Aus unserer Sicht ist es daher unredlich, hier überhaupt so zu tun, als gäbe es gesetzgeberischen Handlungsbedarf. Was wir brauchen ist mehr Druck auf die zuständigen Behörden im In- und Ausland, damit die im Zweifelsfall auch ohne Verzug tätig werden.
4. Welche Folgen hätte eine solche Maßnahme im Bereich des "freien Internets"?Die Idee, dass irgendein Teil des Internets "frei" ist, stimmt schon lange nicht mehr.
Im Detail unterscheiden sich zwar die Ansichten, welche Inhalte genau verboten sind (so ist Holocaust-Leugnen z.B. bei uns verboten, aber nicht in den USA), aber letztlich gibt es in jedem Land verbotene Inhalte. Wenn man solche Inhalte dort im Internet (oder außerhalb des Internets auf offener Straße) anbietet, dann kommt die Polizei und unterbindet das.
Die Stellen, bei denen sich die Welt nicht einig ist, erzeugen natürlich Reibung, können aber auch eine Gelegenheit für wichtige Diskussionen sein. So gibt es z.B. regional unterschiedliche Auffassungen, ob das Verbot von Zeichnungen oder textuellen Beschreibungen von Sex mit Kindern tatsächlich Kinder schützt und daher verboten werden muss. In den USA fielen solche Texte unter freie Meinungsäußerung. Bei uns sind ja sogar pornographische Darstellungen von jugendlich aussehenden Erwachsenen unter Strafe gestellt, das kann man in vielen anderen Ländern nicht nachvollziehen.
5. Welche Folgen sehen sie für andere Bereiche, wie bsp. für die freie Meinungsäußerung?Es besteht kein Zweifel, dass man den Missbrauch von Kindern verhindern muss, wo es nur geht. Und so gut wie niemand würde es als geschützte Meinungsäußerung werten, wenn ein Pädophiler Fotos von mißbrauchten Kindern verbreitet.
Letztlich ist aber die ganze Kinderpornographiedebatte nur eine Scheindebatte zu Wahlkampfzwecken, weil nur von ca einem Prozent der Missbrauchsfälle überhaupt Fotos oder Filme hergestellt werden. Selbst wenn wir das also zu 100% austrocknen und die Täter alle dingfest machen, dann haben wir immer noch 99% der mißbrauchten Kindern nicht geholfen.
Das muss man sich bei der Bewertung der Vorschläge immer vor Augen halten. Wenn es hier also tatsächlich darum geht, den Missbrauch von Kindern zu verhindern, ist das Internet nicht der Tatort, an dem wir kämpfen müssen. Die Kriminalstatistik zeigt, dass es 2007 12.772 Fälle von Kindesmißbrauch gab, aber nur 103 davon zur Herstellung und Verbreitung von pornographischen Schriften. Die Anzahl der Fälle ist seit Jahren fallend, die Aufklärungsquote ist gleichzeitig stetig gestiegen und liegt 2007 bei 89%. Die Polizei ist also auf dem richtigen Weg. Unsere Steuermittel sollten in die Polizeiarbeit fließen, in Hilfe für Pädophile, damit sie nicht zu Tätern werden, in Hilfe für Missbrauchsopfer, und in Aufklärungskampagnen, damit Familienmitglieder die Zeichen erkennen und handeln können.
Abgesehen davon: wir haben es bei den diskutierten technischen Zensurmitteln im Internet mit einer Einschränkung der Rezipientenfreiheit zu tun, und nicht mit einer Einschränkung der Meinungsäußerung. Es wird ja gerade nicht verhindert, dass die Bilder angefertigt und ins Internet gestellt werden, nur dass der Durchschnittsbürger sie dort angucken kann (und es ist nicht einmal klar, ob dieses Ziel erreicht würde). Das hilft weder dem Kind noch wird der Täter so gefasst und an weiteren Missbrauchsdelikten gehindern.
Die freie Meinungsäußerung ist ein hohes Gut, das in Deutschland viel zu gering geschätzt wird (wir haben z.B. keinen Whistleblower-Schutz), aber in diesem Fall geht es nicht um die Meinungsäußerung sondern um Rezipientenfreiheit.
Ausgerechnet in der Turnhalle einer Hauptschule plant die Gemeinde Olching im Landkreis Fürstenfeldbruck einen Schießstand für den Schützenverein. «Der Beschluss wurde mit großer Mehrheit vom Gemeinderat gefasst», sagte der Zweite Bürgermeister der Gemeinde, Robert Meier (CSU), am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa und bestätigte einen Bericht des Bayerischen Rundfunks.Denn nicht Schusswaffen töten, Killerspiele töten!
Update: Wow, ich hatte ja keine Ahnung! Bayern ist da quasi nur Zonenrandgebiet, die tatsächliche Action findet in NRW statt: Es gibt in NRW in mindestens 122 Schulgebäuden Schießanlagen. Krass! Und während sie "Killerspiele" verfolgen, ist offenbar wenigstens einigen aufgefallen, was für eine unredliche Schmierenpolitik sie da betreiben, denn sie haben sich immerhin durchringen können, keine neuen mehr zu bauen. Oh und wißt ihr, wer (neben der CDU natürlich, die steht ja immer auf der falschen Seite) die behalten will? Die FDP. Na was für eine Überraschung. Ich bin ja immer wieder erschüttert, dass solche Apparatschiks überhaupt Stimmen von jüngeren Bürgern kriegen. Die FDP mit ihrem "Der Muff von tausend Jahren" Programm hat es ja tatsächlich geschafft, sich durch Haarefärben bei Westerwelle einen "jugendlichen" Anstrich zu geben. Schockierenderweise gibt es sowohl eine "Junge Union" als auch "Junge Liberale", wobei letztere partiell sogar in Ansätzen nicht völlig verblödete Positionen vertreten. Wie kann so jemand bei der FDP landen? Ich verstehe es nicht. Das ist in meinen Augen auch der schlimmste Aspekt bei den Europawahlen, dass die FDP da nicht nur über fünf sondern sogar über 10 Prozent gekriegt hat. WTF?! Deren Neoliberale Idiologie hat uns in die Wirtschaftskrise gestürzt und die Leute wählen die trotzdem!? Dank an die vielen Zuschriften für das NRW-Detail! (Danke, Andreas)
Update: Hier kriegt man Homöopathie-Energien auch ohne Wasser, durch auf Karten gemalte Symbole! Wie Zauberei! Oh warte, es ist Zauberei! :-)
Update: Noch ein Spontan-Klassiker: Mondstrahlen-Globuli.
zubereitet aus den Strahlungen des Herbstvollmondes am 7. 10. 1987
Milchzucker wird auf einem Glasteller den Strahlen des M ausgesetzt und dabei mit einem Glasstab umgerührt. Der so beladene Milchzucker wird in üblicher Weise dynamisiert (Fincke)
Könnte man auch selber machen, aber so einen guten Mond wie 1987 kriegen wir so schnell nicht wieder. (Danke, Holgi)
Selbstverständlich darf man in unserem Land Gegner des Grundgesetzes sein und dies äußern, natürlich auch im Internet. Wer dies unterbinden will, übt Zensur. Zensur ist freilich verfassungswidrig. Ich bin strikt gegen jede Art der Zensur. Auch Gegner des Grundgesetzes, auch Extremisten sind Inhaber von Grundrechten.WER SIND SIE UND WAS HABEN SIE MIT HERRN WIEFELSPÜTZ GETAN?!? Oh nein, haben sie dem gar das Gehirn gewaschen? Ich hätte angenommen, dass er dagegen immun ist *kicher*Ich bin dafür, daß der neue, überaus bedeutsame Raum des Internet durch Aufnahme eines "Internet-Grundrechts" in das Grundgesetz besonders geschützt wird. Die Kommunikation der Bürger im Internet muss vor unzulässigen staatlichen Eingriffen geschützt werden. Auf gar keinen Fall darf Zensur stattfinden.
Ooooder der hat die Mutter aller Einläufe vom Bosbach gekriegt :-) Wahrscheinlich hat ihm der Koalitionspartner so fest in den Hintern getreten, dass sie den Stiefel nicht wiedergefunden haben.
Ich bin ja froh, dass wir den Wiefelspütz haben. Wenn der nicht immer wie ein Rhinozeros die Pläne der CDU-Mullahs verraten würde, wäre unsere Position deutich schwieriger zu vertreten. So betrachtet ist das echt "unser Mann in Berlin". Und weil er selber in der SPD ist, kann die CDU ihn auch nicht rausschmeißen, wenn er mal wieder alles kaputt gemacht hat durch eine unbedachte Äußerung. Wir sollten mal darüber nachdenken, dem einen GAGA-GOGO-TRALAFITTI-Orden zu verleihen. (Danke, Martin)
Un dann kommt er mit so dreisten Lügen wie:
Doch auch für das schnelle Löschen von ausländischen Kinderpornoseiten muss das BKA eine leistungsfähige Infrastruktur aufbauen - die dann auch für andere Zwecke, etwa gegen illegale Musiktauschbörsen, eingesetzt werden könnte.WTF? Infrastruktur? Kann es wirklich sein, dass der Rath das so dermaßen gar nicht verstanden hat, dass er sich hier vorstellt, das BKA hat dann auf allen Servern einen Trojaner sitzen und löscht ungefragt Dateien? Gut, so weit sind wir von den Trojanern ja leider nicht entfernt, aber wenn er sich mal vor dem Trollen informiert hätte, wüßte Herr Rath, dass in der Praxis jede interessierte Privatperson Kinderpornographie im Internet löschen lassen kann, indem sie dem Provider Bescheid sagt, bei dem der Server steht. Wenn der nicht reagiert, sagt man dessen Upstream-Provider Bescheid. Bzw muss das BKA das alles gar nicht machen, die müssen einfach nur der Polizei vor Ort Bescheid geben, und die macht das dann — oder sie kriegt ein Verfahren wegen Untätigkeit oder eine Klage wegen Strafvereitelung im Amt ans Bein. So einfach ist das.
Noch mal zum Mitmeißeln, Herr Rath: Kinderpornographie löscht nicht das BKA. Das BKA sagt entweder dem Provider Bescheid, der rückt dann Koordinaten der Uploader heraus und nimmt den Server vom Netz. Oder das BKA beschlagnahmt den Server samt Platten und guckt selber in die Logs. Im ersten Fall haben wir den Provider als neutralen Schutzwall gegen Missbrauch, und im zweiten Fall merke ich, wenn meine Platte beschlagnahmt wird, und habe rechtsstaatliche Mittel, um dagegen vorzugehen. Das ist bei einer geheimen Zensurliste so nicht gegeben.
Und, Herr Rath, niemand beim CCC oder der Anti-Zensur-Kampagne ist dafür, Kinderpornographie im Internet zu belassen. Daher ist es auch eine Anti-Zensur-Kampagne, und keine Kinderporno-Legalisieren-Kampagne.
So langsam muss man sich ja echt fragen, ob der wirklich die Zusammenhänge alle nicht versteht, oder ob der ein Maulwurf der Guttenbergs oder Leyens ist.
Update: Oh und ein Detail noch: Kinderpornographie hosten ist heute schon verboten. Und mehr noch: das BKA muss dagegen vorgehen, wenn sie davon hören. Das heißt: wenn das BKA die Daten hat, um eine Site auf die Zensurliste zu tun, dann hat sie auch genug Daten, um die Löschung der Site betreiben zu können und zu müssen, und zwar ohne Verzug. Die Zensurliste ist also völlig überflüssig, weil die Sites eh gelöscht werden müssen. Und das sind bestehende Gesetze, nach denen Kinderpornographie im Internet nicht angeboten werden darf! Die neuen Gesetze, mit denen Frau von der Leyen sich da gerade für den Wahlkampf in Szene zu setzen versucht, sind völlig überflüssig. Und sie sind außerdem auch noch schädlich.
Update: Christian Rath hat mir eine Mail geschrieben, in der er bittet, zur Abrundung des Bildes auch auf diesen Artikel von ihm zu verweisen, in dessen Kontext der Kommentar zu lesen ist. Den Artikel hatte ich in der Tat nicht gesehen. Bildet euch also ein Bild. Ich bin noch nicht überzeugt, weil der Artikel ein bisschen wie eine Faktenliste klingt, den man schreibt, weil das Wikipedia-Neutralitätsgebot einen dazu zwingt (mal metaphorisch gesprochen), und der Kommentar ist dann, wie man das wirklich sieht, was man dann blogt oder unter Freunden beim Bierchen ausspricht.
So und jetzt überlegt euch mal, dass man bei der Vorratsdatenspeicherung noch mehr sieht. Wenn ich mit meinem Handy durch Berlin fahre, dann gibt es einen Datenaustausch zwischen Handy und Netz beim Zellenwechsel, d.h. die sehen nicht nur die Details aus dieser Rechnung, die sehen auch noch den Weg. Touch&Travel sieht vor, dass das Telefon SMSsen schickt, um die Zellenübergänge aufzuzeichnen. Und dieser Datenaustausch fällt selbstverständlich unter die Vorratsdatenspeicherung.
Diese ganzen neuartigen Bedrohungen sind alle zu abstrakt in meinen Augen. Wenn wir davor warnen, dass man damit Bewegungsprofile erstellen kann, ist das für die meisten nicht greifbar genug. Ich hoffe mit dieser Rechnung wird dann langsam jedem klar, was das konkret heißt.
Denkt man drüber nach. Und dann erklärt das auch mal euren Eltern, Freunden und Verwandten. Das ist nämlich die zentrale Einsicht, die wir mal kommunizieren müssen, wenn wir die Vorratsdatenspeicherung in die Mülltonne der Geschichte stopfen wollen.
In the same year he spoke to Chirac, Bush had reportedly said to the Palestinian foreign minister that he was on "a mission from God" in launching the invasions of Iraq and Afghanistan and was receiving commands from the Lord.There can be little doubt now that President Bush's reason for launching the war in Iraq was, for him, fundamentally religious. He was driven by his belief that the attack on Saddam's Iraq was the fulfilment of a Biblical prophesy in which he had been chosen to serve as the instrument of the Lord.
Es geht um die Frage, wer beweisen muss, ob das Verschweigen der Rückvergütungen fahrlässig oder vorsätzlich geschehen ist: der Anleger oder die Bank. Denn das hat Auswirkungen auf die Verjährung: "Fahrlässigkeit verjährt drei Jahre nach Kauf des Produkts, Vorsatz dagegen erst drei Jahre, nachdem der Anleger von dem Fehlverhalten der Bank erfahren hat", sagt Tilp. Nun stellte der BGH klar: Es ist an der Bank zu belegen, dass sie weder fahrlässig noch vorsätzlich gehandelt hat. Bisher hatten die Oberlandesgerichte eher dem Anleger die Beweislast auferlegt und so Schadenersatzforderungen erschwert.Immer feste druff, jetzt wo die Banken am Boden liegen.
Oh, und: wenn es in eurem Bekanntenkreis noch jemanden gibt, der die Petition noch nicht unterschrieben hat, dann wäre in den nächsten zwei Wochen der perfekte Zeitpunkt :-) Jetzt wo unser Dolch steckt, können wir den ja noch mal ein bisschen hin- und herdrehen in der Wunde.
Oh und wenn ihr mal wissen wollt, wie es zu solchen Unterschriftenaktionen kommt: 50 Ocken pro Tag für ehrliches Aussehen und Internetzensur-Unterschrfiten sammeln.
Selbst Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU), Hauptbefürworterin der Internetsperren, will das Gesetz auf Kinderpornografie beschränken und erst nach zwei Jahren bei der Evaluation über eine Ausweitung auf Jugendpornografie beraten.Auch die CDU hat das vor, nur aus wahlkampftaktischen Gründen noch nicht so schnell. Und NOCH schlimmer:
Die EU-Kommission liegt dagegen auf der Linie von Caren Marks. In einem Kommissionsentwurf für einen Rahmenbeschluss gegen Kinderpornografie heißt es: "Kind ist jede Person unter 18 Jahren."Wer hat diese ganzen Verräter eigentlich auf ihre Posten gewählt?!? Das kann ja alles nicht wahr sein.
Zur Erinnerung: unter Jugendpornographie fallen Teens, die sich mit dem Handy gegenseitig beim Baden aufnehmen, genau so wie Models, die ein 80jähriger verkalkter halb blinder Richter für unter 18 halten könnte, wenn er die Augen zukneift. Kurz gesagt: über 80% der Nicht-Fetisch-Pornographie auf dem Markt.
Und vielleicht möchte mir mal jemand erklären, wie Internetzensur diese Kinder vor Missbrauch geschützt hätte. Niemand hat so gute Internetzensur wie China und trotzdem werden da Kinder mißbraucht.
Update: Na SO eine Überraschung, die "Jugendexpertin" ist im Schützenverein! Danke an Holgi für den Hinweis :-)
Ich muss mich erst mal beruhigen hier. Wie krass ist DAS denn bitte?! Eine "Jugendexpertin" im Schützenverein?! Klar, an Pornographie sterben mehr Leute als an amoklaufenden Schützenvereinsinsassen!1!! Man muss ja auch die Spätfolgen im Auge behalten! Wer sich Pornos anschaut, der empfindet Sex am Ende vielleicht noch als etwas schönes, das man zur Entspannung tut, und nicht als eheliche Pflicht für die ansonsten hinterm Herd bleibende Zuchtstute mit sieben Kindern. Nicht jeder kriegt genug EU-Agrarsubventionen, um sich Kindermädchen leisten zu können.
Wahrscheinlich sind die meisten Leser hier zu jung, um sich daran zu erinnern, als die Deutschen das letzte Mal von den Bürgern wissen wollte, wer Jude ist und wer Christ.
Und ja, mir gehen die ganzen Nazi-Parallelen auch auf den Geist und ich würde auch viel lieber auf der Blümchenwiese sitzen.
Right-wing terrorist attacks were not reported in 2008.Ob das damit zusammen hängt, dass die Strafverfolger, die diese Statistik gemacht haben, alle eher rechts sind? Wenn Nazis jemanden verprügeln ist das eine Körperverletzung, wenn Linke online Schwimmbeckenreiniger kaufen, ist das ein versuchter Terroranschlag.
Aber ein paar wichtige Erkenntnisse aus dem Report will ich euch nicht vorenthalten:
The use of the Internet has become pivotal in all types of terrorism. It offers anonymity in the exchange of information, making it easy for these organisations to communicate and spread propaganda.Und da haben wir es: wer anonym kommunizieren will, muss ein Terrorist sein.Women play an important role as associates in supporting terrorist organisations (translating texts on websites, providing their names for subscriber registration, acting as couriers, spreading propaganda, arranging marriages of convenience, etc.). Their contribution should not be underestimated.Na endlich spricht das mal einer aus. Wenn die Frauen nur alle wieder ordentlich zurück an den Herd gehen würden, dann hätten wir diese ganzen Probleme nicht!1!!Und guckt nur, was für furchtbare Schandtaten den Frauen da vorgeworfen werden! Sie haben ihren Namen für Abos / Mobilfunkverträge hergegeben! Alle ab in den Knast, sofort!! Oh und sie haben Texte übersetzt! Für dieses Sakrileg ist man im Mittelalter noch als Ketzer verfolgt worden! Warum sollte das heute anders sein?! Und als Kuriere sollen sie gehandelt haben! Dieser Kritikpunkt kommt wahrscheinlich von jemandem, der noch nicht mitgekriegt hat, dass das Postmonopol gefallen ist. Und dann Propaganda-Verbreiten, das geht nun wirklich nicht. Für sowas haben wir doch ehemalige Nachrichtenmagazine! Und Scheinhochzeiten, also wirklich, schämt euch, ihr fiesen gesetzlosen Terrorfrauen!
Update: Ich habe einige Mails gekriegt, dass das da schon noch auftauchen würde. Ja, es taucht auf. In der Beschreibung des Zwecks der Zensurliste des BKA. Wenn sich das BKA "irrt" und versehentlich blog.fefe.de auf die Liste tut, dann muss nach dem neuen Entwurf der Provider das trotzdem sperren. Ich bleibe bei meiner Darstellung: Kinderpornographie war nur der Nebelwerfer, um dieses Gesetz am Volk vorbei in die Gesetzbücher schummeln zu können.
Die Frage, um die es da gerade ging, ist ob die Bank Dividende im Millionenbereich an die Landesregierungen ausgeschüttet hat, während sie mit der anderen Hand gerade einen Milliardenbailout kriegen. Denn da sieht man mal wieder, wie solche Bailouts funktionieren. Wenn Politiker glauben, mit einem Bailout unredlich ihren Haushalt sanieren zu können, dann werden sie jedem Bailout zustimmen. Politiker sind an der Stelle schlicht keine neutralen Entscheider sondern das ist persönliche Vorteilnahme (kein materialler Vorteil, aber es ist für die Karriere natürlich besser, wenn man das Landesbudget ausgeglichen kriegt). (Danke, Mathias)
"Immer mehr Kinder und Jugendliche versinken täglich stundenlang in dieser virtuellen Gewaltwelt. Für Schule und Ausbildung haben sie keine Zeit mehr und drohen, so für unsere Gesellschaft verloren zu gehen. Leider habe viele Eltern überhaupt keine Vorstellungen davon, welchen dauerhaften Schaden ihre Kinder hier nehmen."Die CSU hat offensichtlich ihre Analyse abgeschlossen, wieso sie nicht mehr die absolute Mehrheit gekriegt haben. Die aufgeklärten Jugendlichen wollen diese abgehalfterten Fundi-Rentner nicht mehr haben. Völlig klar, die muss man alle kriminalisieren und wegsperren. Und wie macht man das im Moment am besten? Wait for it:
Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand in Frage stellt.So und das nächste Mal fallen die bitte unter die Fünf-Prozent-Hürde. Das geht ja gar nicht mehr.
Oh übrigens, das Dementi ist eh ein Lacher für sich. Das BKA dementiert weder, dass gerastert wurde, noch dass sie Daten gekriegt haben. Sie dementieren nur, dass sie gerastert haben. Sie geben zu, dass die Telekom gerastert hat, und den Ergebnis-Set übergeben hat. Und DAS, meine Damen und Herren, ist ja wohl was GANZ anderes, als wenn das BKA selber rastert!1!! Dafür haben die gar nicht die Kompetenz! :-)
Wow. Sollte der Datenschutz doch Anflüge von Milchzähnen bei uns haben?
Der Lacher ist, an welcher Formalie das am Ende gescheitert ist für das BKA:
Auch der § 14 Absatz 6 des BKA-Gesetzes, auf den sich das Amt berufen wollte, eröffnet zwar die Möglichkeit "an Truppenbehörden von Parteien des Nordatlantikvertrages in Deutschland Daten zu übermitteln", allerdings nicht an das NATO-Hauptquartier, das Art. 3 des Zusatzabkommens zum NATO-Truppenstatut (ZA-NTS) zufolge keine solche Truppenbehörde ist.Das war also offensichtlich schon geplant, dass das BKA das tun darf, nur haben sie die Umsetzung im Gesetz verkackt.
Update: Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hat das Urteil revidiert und dem BKA Recht gegeben. Und da soll noch mal jemand sagen, Kriminalität lohnt sich nicht. Das BKA wird dabei erwischt, einem Gericht ins Gesicht zu lügen, und kriegt dann von einem anderen Gericht trotzdem Recht. (Danke, Kirsten)
Der Bundestag kontrolliert nicht, welchen Banken die Regierung Milliarden gibt. Nur ein kleines Gremium darf Fragen stellen, aber die Antworten müssen geheim bleibenWarum würde die Regierung auch kontrollieren wollen, wo 480 Milliarden Euro hingehen. Darf ich bei der Gelegenheit daran erinnern, dass wir Hartz IV haben, weil das pro Jahr 10 Milliarden Euro einspart. Und jetzt verbrennen wir mal eben 480 Milliarden, ohne dass unser Parlament auch nur Einblick kriegt, an wen die Kohle geht.
Im Club scherzen schon einige, dass das BKA sich morgens immer mein Blog ausdruckt, um zu gucken, wer heute eine Hausdurchsuchung kriegt. Seufz.
Update: War nicht die Staatsmacht.
Update: Ich kriege gerade eine Mail von Anne mit Bitte um inhaltliche Weiterleitung an euch: Danke, dass ihr aufpasst. Mit ihr und mit ihrem Blog an sich ist alles in Ordnung, das ist nur ein Hardwareproblem. Sie fährt jetzt erst mal in den internetlosen Urlaub und deshalb wird es auch keine Blogupdates geben, wenn das Blog wieder oben ist. Macht euch keine Sorgen, sie ist nicht in U-Haft :-)
Da kriegt man mal eine Vorstellung davon, wie schlimm das da gerade ist. Flint Michigan ist die Heimatstadt von Michael Moore, und er featured die in seinen Filmen immer wieder gerne, falls das gerade jemandem bekannt vorkam.
Alternativ kann man sich auch einfach die Argumentation von Udo Vetter durchlesen. Der hat auch noch ein paar Beobachtungen aus 1. Hand am Start, die das bestätigen.
Luthardt: Viele in JN (Junge Nationaldemokraten — d. Red.) und Kameradschaften haben einen IQ im Bereich meiner Schuhgröße. Die meisten sind einfach gescheiterte Existenzen: Hilfsschüler, Leute, die die Schule oder die Lehre abgebrochen haben, Alkoholiker, die woanders keinen Fuß auf den Boden kriegen, Schläger. Es gibt aber in jedem Ortsverband drei bis fünf Mann, die nicht vorbestraft sind. Die werden dann zur Presse oder an die Infostände geschickt.Muhahahaha, genau wie man sich das vorstellt. Und deren Spenden-Prozedere erinnert an die Graune Panther, die dafür ja vor ner Weile auf die Fresse gekriegt haben:
Nein. In der Regel tut man gegenüber dem Ordnungsamt so, als bekämen sie eine Gage. In Wirklichkeit gibt es einen Unkostenbeitrag und eine Quittung über eine angeblich gezahlte Gage. Die wird dann aber wieder an die Partei zurückgespendet. Und die Spende kann dann wiederum die Partei von der Steuer absetzen.Und wenn das nicht reicht, holt man sich auch Spenden aus Südamerika ran:
Ja, das sind Zuwendungen von national gesinnten Deutschen, die schon etwas länger nicht mehr in Deutschland waren. Die spenden dann beispielsweise an irgendeinen mittelständischen Betrieb. Und die leiten den Betrag dann wiederum an die Partei weiter. (NPD-Chef — d. Red.) Voigts Hausmacht sind nicht zuletzt die Geldleute aus Südamerika — und eben Jürgen Rieger (sein Stellvertreter — d. Red.), der dorthin beste Kontakte hält.Es ist auch wenig überraschend, dass deren "Konzepte" sich auf Latrinenparolen beschränken.
Die Flugblätter, die Plakate, das Aufspringen auf den Hartz-IV-Zug — da steckt nichts dahinter. Was man statt Hartz IV machen will, weiß keiner. Wir schmeißen die Ausländer raus, dann haben die Deutschen wieder Arbeit, das ist die Quintessenz der Konzepte, von denen die NPD spricht. Von den Güterzügen spricht sie nur, wenn kein Außenstehender zuhört.Das sind die Güterzüge, "in die man die politischen Gegner, die Juden und die Ausländer stecken will, wenn man mal die Mehrheit im Land hat".
Ich amüsiere mich ja sowieso immer wieder, wenn Autoren wie dieser hier sich hinter unser System stellen, bei dem der klarste Verlierer der Urheber ist. Der kriegt von den Profiten nur ein Almosen ab, wenn überhaupt. Die merken nicht mal, wie krass sie abgezockt werden. Und stellen sich dann hinter das System. So wird halt jeder von dem System geknechtet, das er verdient hat.
Diese Idee ist so derartig abwegig, dass sie eigentlich nicht der Erwähnung würdig wäre, wenn die Contentmafia nicht bisher alle ihre grenzdebilen, abwegigen Forderungen durch gekriegt hätte.
Das Problem: kriegt ja hier keiner mit, und der Terrorist an sich hat ja als Ziel, die Bevölkerung zu erreichen. Wenn da jetzt also niemand darüber berichten würde, gäbe es keinen Terror. Aber dafür haben wir ja den Herrn Musharbash. Der Spiegel trägt hier deutlich stärker zur Terrorisierung der deutschen Bevölkerung bei als "Al Kaida" und ihre obskuren Webforen irgendwo am Arsch der Welt. Was für ein armseliger Pseudojournalismus. Wie lange solche Experten da wohl rumgraben müssen, um so ein Video zu finden? Mir persönlich stellt sich ja auch die Frage, wieso die eigentlich Besuche im Terrorcamp unter Strafe stellen wollen, aber nicht die ganze "WIR WERDEN ALLE STÖRBEN" Journallie. Vielleicht sollte das mal jemand als kleine Anfrage im Bundestag bringen. Das wäre sicher spannend, wie sie sich da rauswinden. Denn die Wahrheit können sie ja dann schlecht bringen, dass sie ihr Volk absichtlich terrorisieren, damit sie Stinkbomben wie das BKA-Gesetz oder die Vorratsdatenspeicherung durchkriegen können.
Übrigens, mein persönliches Highlight aus der Israel-Propaganda:
"Our fight is not with the people of Gaza," Olmert said at the Tel Aviv press conference following the cabinet meeting.Nee, Herr Olmert, das sieht man deutlich. Und falls es jemand nicht auf Anhieb glaubt, sagt er es noch mal:"We did not go to war to fight the people of Gaza," he said.Das war alles eine Verkettung unglücklicher Umstände!1!! Müssen die auch alle ausgerechnet da wohnen, wo wir unsere Phosphorbomben ausprobieren?
Oh apropos, wo wir gerade bei Internetzensur wegen Kinderpornographie sind, was wir uns ja von den Skandinaviern abgucken (es hiess ja sogar in den Medien, wir würden die norwegische Software übernehmen): in Finnland war auf der Liste so gut wie kein Internet-Porn, jemand macht dazu eine Webseite, und plötzlich landet die Webseite auf der Zensurliste. Und genau so wird das auch bei uns laufen. Eine einzige Farce, und eine Schande für Rechtsstaat und Demokratie.
Update: schaut mal, sogar beim Handelsblatt hat man genug vom Internet verstanden, um gegen die Zensurfilter zu sein.
Lange hat niemand mehr eine Auszeichnung so klar verdient wie diese drei, seit Kissinger den Friedensnobelpreis gekriegt hat.
Hier mal die Darstellung der Russen dazu: Die Russen haben Druck auf der Leitung in die Ukraine rein, nur bei uns kommt nichts raus. Mit anderen Worten: die Ukraine raubt das ganze Gas. Die Ukraine fordert ausserdem Gaslieferungen auf anderen Pipelines, die nicht für den Exportmarkt sind sondern den Binnenmarkt der Ukraine beliefern. Ohne Vertrag, wohlgemerkt. Die Ukraine erpresst also die Russen.
Um zu verstehen, warum die Ukraine sich zu solchen Massnahmen genötigt sieht, muss man an die geplante Ostseepipeline denken. Die würde nicht nur Polen sondern eben auch die Ukraine umgehen. Damit würden die Russen mal eben den Haushalt der Ukraine halbieren. Man muss also davon ausgehen, dass das alles das Ziel hat, die Ukraine plattzumachen bzw eine pro-russische Regierung zu installieren. Daher haben es die Russen im Moment auch nicht eilig, mit der Ukraine einen Gasvertrag abzuschliessen. Daher ist die Ukraine auch gerade so bemüht, soviel Erdgas zu bunkern wie sie kriegen können. Denn bis zu den Neuwahlen muss das Erdgas dann reichen.
Als nächstes kriegt Olmert davon Wind und ruft Bush an. Sagt ihm, Condy dürfe da keinesfalls dafür stimmen. Also ruft Bush Condy an und pfeift sie zurück.
Upon receiving word that the US was planning to vote in favor of the resolution - viewed by Israel as impractical and failing to address its security concerns - Olmert demanded to get Bush on the phone, and refused to back down after being told that the president was delivering a lecture in Philadelphia. Bush interrupted his lecture to answer Olmert's call, the premier said.America could not vote in favor of such a resolution, Olmert told Bush. Soon afterwards, Rice abstained when votes were counted at the UN.
Immerhin muss man schon froh sein, dass es nur eine Enthaltung wurde und kein Veto wie sonst immer. Unglaublich, wie die Israelis die Amis immer bei den Eiern haben. (Danke, Thierry)
Oh und übrigens, falls das jemand nicht mitgekriegt hat: Während des Waffenstillstands hat Hamas keine Raketen auf Israel gefeuert. Israel gibt das sogar zu! Die einzigen, die das nicht mitgekriegt haben, sind die Pro-Israel Demonstranten in Berlin kürzlich. Und unsere Presse. (Danke, Matze)
A German sovereign bond auction failed on Wednesday as investors shunned one of the most liquid and safe assets in the world in a warning for governments seeking to raise record amounts of debt to stimulate slowing economies.Das ist heftig!The fate of the first eurozone bond auction of 2009 signals trouble ahead as governments around the world hope to issue an estimated $3,000bn in debt this year, three times more than in 2008.The 10-year bonds failed to attract enough bids to reach the €6bn the German government wanted. Bids of €5.24bn, a cover of only 87 per cent, amounted to the second worst auction on record in terms of demand.
Nun, äh, vielleicht ist dieser Wirtschafts-Stimulus-Bullshit doch keine so tolle Idee? (Danke, Viky)
Bei C++ kann man z.B. Boost nehmen, oder die C++ Runtime von gcc hat auch atomare Operationen in ext/atomicity.h.
Die Geschichte geht wie folgt. Die Nazis sind nach Südamerika geflohen, hauptsächtlich nach Argentinien. Dort haben sie das Atomprogramm der Argentinier betrieben, damals unter Peron. Das Know-How haben sie nach Israel verkauft, inklusive mehrerer Uranlieferungen, die letzte davon über sage und schreibe 100 Tonnen. Auf dem Papier gingen die Lieferungen aber an Deutschland, nicht Israel. D.h. die Bundesrepublik hat willig mitgeholfen, Israel in den Besitz von Atombomben zu bringen.
Und so erklärt sich auch, dass Israel den Eichmann erst so spät entführt hat. Der hat da nämlich mitgearbeitet. In Gabys Buch stehen noch tolle Details drin über Eichmann, z.B. dass Gehlen (der BND-Gründer, ein strammer Nazi) damals Eichmanns Tarnexistenz in Argentinien verraten hat, um die CIA und Israel zu zwingen, den plattzumachen, weil Gehlen in Deutschland ein gutes Leben hatte, während Eichmann in Argentinien schmorte und unter erbärmlichen Lebensumständen darbte und malochte. Eichmann soll damals an einem Enthüllungsbuch gearbeitet haben, das Gehlen und Globke die Karriere oder sogar den Kopf gekostet hätten. Und um das zu verhindern hat Gehlen dann Eichmanns Daten zu den Akten gegeben. Die CIA war nicht interessiert, und die Israelis mussten ihn dann hops nehmen und hinrichten.
Gabys Buch ist überhaupt sehr empfehlenswert, wenn man es denn mal gekauft kriegt, denn bei Amazon ist es "derzeit nicht verfügbar". Seit Monaten. Seufz.
Also. Tut euch mal was gutes für die Zeit um Sylvester und lasst eure lokale Buchhandlung mal dieses Buch besorgen. Ihr werdet staunen.
Es gibt da so ein paar grossartige Details aus dem Buch, eines will ich noch kurz erzählen, kommt auch in dem mp3 da oben vor. Gaby ging zum BND und fragte nach "den Akten zu dem Atomdeal mit Israel". Und die Deppen vom BND sagten ihr, festhalten, "nee, die Akten sind noch geheim und bleiben es auch noch mindestens 10 Jahre". Un-glaub-lich.
Ja, ich habe es gesagt. Gestapo!
Und nach all den Jahren hat der Schäuble endlich DIE METHODE gefunden, um die Kritik der Linken an seinen Gestapo-Gesetzen mundtot zu machen. Er tut einfach so, als ginge es um die Nazis. Passt ja auch inhaltlich wie die Faust aufs Auge. "Sicherheitsgewahrsam" heisst das heute. Und statt Enteignung gibt es heute Hausdurchsuchungen, bei denen man die Sachen erst Jahre später wieder kriegt. In der Zwischenzeit hat man sie nicht mehr und muss neue kaufen. Kommt aufs Gleiche hinaus, nur dass man noch den Arschtritt nach 10 Jahren hat, wenn man die eingestaubten alten Sachen zurück kriegt. Mit der Vintage-EDV aus den frühen 1990er Jahren. Wenn man keinen Platz mehr dafür hat.
Wir haben noch keine Arbeitslager, aber wir haben Zwangsarbeit. Und statt der Bahn zum KZ fördern wir heute lieber die Lufthansa über die Zwangsabschiebungen. Begründet wird freilich mit ähnlichen Argumenten. Das sind alles Kriminelle, Schmarotzer. Mit dem reinen deutschen Volk argumentiert heute niemand direkt, aber wie wir damals gegen Juden gehetzt haben hetzen wir heute gegen "Islamisten". Und machen "Einwanderertests".
Und die Linken sind wahrscheinlich wirklich so dämlich, sich die ganzen Dinge gefallen zu lassen, solange es "gegen die Nazis geht".
Ich kann da nur auf Herrn Niemöller verweisen.
Dabei ist das ja alles Augenwischerei, wie heute schon ausgeführt. Die Nazis können wir gar nicht verbieten. Erstens wäre die Drohkulisse weg, zweitens sind die gerade an der Macht.
Nicht dass ich Glücksspiel gutheissen würde, aber "wenn ihr es macht, ist es verboten, aber wenn wir es machen, heisst es Lotto" geht gar nicht.
Update: Haben sie inzwischen rauseditiert. (Danke, Frank)
Im Übrigen: Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Ignoranz ist Stärke.
Oh, und fürs Archiv: das sagt nicht irgendein Hobo von der Strasse, sondern ein Rechtsprofessor, ja sogar ein Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs! Un-glaub-lich! Haben die da überhaupt keine Aufnahmevoraussetzungen? Oder muss man da einfach nur CSU-Betonkopf sein, damit man da die Zulassung kriegt?
Update: Und Vorratsdatenspeicherung ist Terrorismusbekämpfung.
Update: Dieser Herr Heckmann war auch der Vertreter der Regierung im Trojanerprozess vor dem Verfassungsgericht, und hat die Regierung da immer tiefer reingerissen. Wir müssen dem also eigentlich dankbar sein, dass er so ein Extrem-Rhetoriker ist.
There is an even more pressing concern for many participants in this increasingly swollen market: the settlement system has broken down. Following the collapse of Lehman Brothers in September, fails to deliver among the 17 primary dealers in the US treasury market have rocketed to more than $2 trillion over a period of weeks and still lie above $1.3 trillion. Broker/dealers have stopped delivering bonds. Holders of US treasuries are now scared to lend into the repo market in case their bonds are not returned, and potential buyers sit on the sidelines fearful of handing over their money to a counterparty that at best might not deliver a bond on time, and at worst might go under.
SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz erklärte dagegen, er könne sich mit dem Vorschlag "inhaltlich durchaus anfreunden", kritisierte aber den Zeitpunkt der Veröffentlichung. "Wenn er aus tagesaktuellen Erwägungen gemacht wird, merkt jeder die Absicht dahinter", sagte er Spiegel Online.Soso. Abschaffen der Demokratie ist OK mit Wiefelspütz, seine einzige Beschwerde im Moment ist, dass das Timing gerade nicht gut aussieht. Zum Heulen.
Update: Hier kann man als Bürger seine Anforderungen an das "Bürgerportalgesetz" äußern. Bürgerportal! Das ist ja sooo 1998! Mir tun ja die armen Leute leid, die da jetzt die Pressearbeit für diese Totgeburt machen müssen.
"Wir werden diesen Krieg nicht gewinnen?, sagte der Brigadegeneral der britischen Luftwaffe in Afghanistan, Mark Carleton-Smith, der "Sunday Times?. Die Briten sollten sich auf ein mögliches Abkommen mit den Taliban einstellen.Gut, dass Afghanistan verloren ist, das sieht ja ein Blinder. Aber dass das Militär das offen ansagt, … da muss man sich ja fragen, was die Bundeswehr da eigentlich noch macht. Und wieso unsere Generäle das nicht auch so sagen, und wir stattdessen noch diskutieren, ob wir das jetzt Krieg oder "humanitärer Auslandseinsatz" nennen.
Nicht zuletzt, weil man deren Kerninhalte, die Musikvideos, bei Youtube im direkten Zugriff hatte, wer muss dann schon das dümmliche Gestammel hirnamputierter Pseudo-Lolita-Moderatorinnen über sich ergehen lassen. Nun, stellt sich raus: jetzt wo man die Videos bei Youtube kriegt, macht MTV auch wieder Videos. Allerdings nicht im Fernsehen, sondern im Internet. Und mit besserer Bandbreite und Bildqualität als Youtube.
Und nicht nur dieser Designerdrogen-Sondermüll von heute, sondern auch ältere Sachen, und bei denen sieht man noch die VHS-Artefakte (z.B. hier bei 3:00), das haben sie echt aus ihrem verstaubten Tape-Archiv digitalisiert. Sehr schön. Ist ja doch eine Art Kulturgut.
Ihr habt ja sicher mitgekriegt, dass gerade der ach so unabhängig klingende "Deutsche IT-Sicherheitspreis 2008" verliehen wurde. Gewinner war: Bingovoting.
Erst mal zu dem IT-Preis. Ausgeschrieben wird der Preis von der Horst Görtz Stiftung. Die Stiftung kümmert sich neben der IT-Sicherheit auch um Rehabilitation von Komapatienten (?) und um "chinesische Lebenswissenschaften" (?!?!?). Horst Görtz ist der Gründer von Utimaco. Für mich riecht das danach, als hätten sie die Stiftung genommen, um ein unbedenkliches Vehikel für Industrie-Lobbyarbeit in Form des Preises zu haben. Und es ist auch sicher kein Zufall, dass der Preis an das Wahlcomputer-Umfeld vergeben wird, denn da steht ja der Termin beim Verfassungsgericht direkt bevor. Und — was für ein Zufall! — der Erfinder von Bingo Voting, Dr. Jörn Müller-Quade, soll vor dem Verfassungsgericht als Sachverständiger aussagen. Da sah die Industrie offenbar ihre Felle davon schwimmen und wollte dem Herrn Sachverständigen noch kurz ein 100.000 Euro Argument mitgeben, das er vor dem Verfassungsgericht als Hoffnungsschimmer präsentieren kann, damit die Karlsruher computergestützte Wahlen nicht vollständig verbieten. Und da trifft es sich auch gut, dass der Herr Sachverständige auch selber in Karlsruhe arbeitet, Lokalkolorit kommt immer gut.
Aber schauen wir uns doch mal die Jury an:
Dem gegenüber sind vier nicht neutral: Einmal der Common Criterial Mensch, denn das ist ja das Allerheilmittel, um Hardware vertrauenswürdig zu machen, das geht ja gar nicht, wenn das Verfassungsgericht da jetzt das Gegenteil sagt. Dann der Utimaco-CEO und der Utimaco-Krypto-Prof, deren Stiftung verleiht den Preis. Dann der T-Systems Online-Voting-Mensch natürlich. Man kann auch noch argumentieren, dass die Smart Card und TPM-Fraktion ein Interesse daran hat, Hardware grundsätzlich als vertrauenswürdig genug für Wahlen darzustellen, dann wären es noch mehr.
Ich kann mich da natürlich bezüglich der Qualifikationen der Leute auch irren, das basiert jetzt nur auf ein bisschen Rumgoogeln, aber es ist kein guter Anfang.
Es gibt da Leute, die das noch kritischer sehen, und die ganze IT-Uni-Szene für eine korrupte Mischpoke halten. Ich habe auch den Eindruck, kann das aber nicht genug untermauern, um das öffentlich zu sagen.
Kommen wir zu Bingo Voting selber.
Bingo Voting ist ein cooles Verfahren. Ja, ist es. Es ist aus der Tradition der Verfahren, die ich gerne als "Krypto-Hirnwichs" bezeichnen möchte, weil sie intellektuell herausfordernd, spannend und anspruchsvoll sind, und das Denken über kryptologische Verfahren voran treiben.
Andere Verfahren aus der Kategorie sind die Chaum-Protokolle für kryptologische Zahlungsverfahren, und Zero Knowledge Poker. Von diesen ganzen Verfahren sind einige implementiert worden, aber nur eines hat tatsächlich eine Anwendung: Zero Knowledge Skat. Für eine Skat-Runde ist das nämlich nicht so wichtig, ob man da was übersehen hat. Bei elektronischen Wahlverfahren hingegen geht es um ein ganzes Land, im Fall von Deutschland um Billionen von Euros, über die die zu wählende Regierung bestimmen kann, da muss man von einem Angreifer mit quasi unlimitierten Ressourcen ausgehen. Und man kann eben auch keine Einbußen gegenüber unserem bisherigen Wahlverfahren hinnehmen, wo jeder Bürger nach der Wahl das Auszählen der Stimmen begutachten darf. Einfach so. Transparenz ist das Stichwort.
Bingo Voting ist ein Krypto-Protokoll, das mit der Annahme operiert, dass derjenige, der die Wahl durchführt, integer ist. Derjenige stellt nämlich einen Zufallsgenerator, der nicht manipuliert sein darf, sonst ist das ganze Verfahren hinfällig. Das mag nicht jedem Leser klar sein, daher will ich mal beschreiben, wie man sowas prüft: gar nicht. Man kann das nicht prüfen. Man kann ein paar statistische Verfahren drauf werfen, um zu gucken, ob es Anzeichen von Bias gibt. Aber damit kann man nur versehentliche Unzufälligkeit nachweisen, nicht absichtliche. Der Fokus auf den Zufallszahlengenerator kommt von den Bingovoting-Leuten selber, nicht von mir. Deren Argumentation geht so: wenn wir den Zufallszahlengenerator rausziehen, dann müssen wir die Wahlcomputer selbst nicht so gut sichern, weil dann wissen wir ja, dass der Zufall richtig zufällig ist. Das stimmt schon mal so allgemein nicht, denn der Wahlcomputer kann ja immer nur die Zufallszahlen nehmen, die einer bestimmten Bedingung genügen, und damit haben wir eine gute Zufallsquelle aber schlechten Zufall am Ende.
Kurz gesagt: erstens ist der Zufallszahlengenerator manipulierbar, und zweitens würde es nicht helfen, wenn er es nicht wäre.
Die stellen sich da eine mechanische Lottomaschine als intuitiv vertrauenswürdigem Zufallsgenerator vor, haben aber selbst bei ihren Feldtests doch lieber einen elektronischen Generator genommen und dem dann halt vertraut.
Für die Wahlcomputer selber kommen natürlich wieder die selben Probleme dazu, die Wahlcomputer generell haben, sie könnten z.B. einfach mitloggen, wer wie gewählt hat, oder elektromagnetische Abstrahlungen haben, etc. Das ist alles kaum bis gar nicht nachzuweisen. Gegen Wahlcomputer-Manipulation ist natürlich auch ansonsten kein Kraut gewachsen. Der manipulierte Wahlcomputer kann z.B. jedem Linkspartei-Wähler den selben Ausdruck mitgeben, und im Hintergrund nur mit einer Stimme tatsächlich für die Linksparteil stimmen. Das würde nur auffallen, wenn jeder seine Ausdrucke mit allen anderen Ausdrucken im Stimmbezirk vergleicht, was rein logistisch ausgeschlossen ist.
Die Bingovoting-Leute halluzinieren sich dann noch folgendes Konstrukt herbei:
We intend therefore a trusted printer, which uses unforgeable paper to allow the voter to prove that she indeed has a valid receipt.Da kann ich ja nur heiser lachen. In der Praxis steht und fällt die Manipulationssicherheit des Systems damit, dass alle Wähler oder zumindest die Mehrzahl von ihnen nach der Wahl ihren Ausdruck prüfen. Das wird nicht geschehen. Das Verfahren selber ist so obskur und unverständlich, dass normale Mathematiker und Informatiker es nicht auf Anhieb verstehen, da braucht man schon Kryptographie-Grundkenntnisse. Dass der Bürger das versteht, und die Signifikanz ihrer Quittungen nachvollzieht, ist völlig ausgeschlossen.
Der Aufwand für das System übersteigt den für die (hoffentlich) gescheiterten Wahlstift- und Nedap-Systeme noch einmal deutlich. Die Angriffe sind so subtil möglich, dass der Wähler sie nicht verstehen kann. Wenn einer der Wahlcomputer die Liste der Dummy-Stimmen weiterleitet, ist das Wahlgeheimnis futsch. Wenn ein Wahlcomputer die Stimmreihenfolge protokolliert oder elektromagnetisch abstrahlt, ist das Wahlgeheimnis futsch. Wenn ein Wahlcomputer manipuliert ist, ist sogar das Wahlergebnis nicht vertrauenswürdig.
Dass die Praktikabilität nicht gegeben ist, sehen auch die Erfinder selber ein, indem sie vorschlagen, 40 Bit Zufallszahlen zu nehmen, damit man nicht so viel vergleichen muss als Bürger. 40 Bit? Das ist natürlich viel zu wenig. Schon aus Gründen des Geburtstagsparadoxon.
Im Übrigen kann der Betreiber der Wahl nach der Wahl auch "Beweise" für eine Manipulation generieren, wenn ihm das Ergebnis nicht gefallen hat.
Kurz gesagt: tolles Verfahren, aber in der Praxis untauglich, ja sogar ein Rückschritt gegenüber dem, was wir jetzt haben.
Und DIESE Leute sind Gutachter vor dem Verfassungsgericht, ob Wahlcomputer abgeschafft werden sollen oder nicht. Na prost Mahlzeit.
Update: Andreas und ich sind noch am diskutieren, ob dieser Danisch-Angriff funktioniert oder nicht. Seit 24 Stunden ist der CCC jetzt damit beschäftigt, dieses Protokoll zu verstehen zu versuchen. Das alleine ist in meinen Augen Aussage genug, ob das vielleicht zu komplex ist, um realistisch nachprüfbar zu sein. Papierwahl versteht auch Oma Frieda vom Bauernhof.
Update: wir sind inzwischen überzeugt, dass der Danisch-Angriff abgewehrt wird. Aber aus dem näheren Nachdenken ergeben sich neue Einsichten. Z.B. ist uns augefallen, dass alle Daten, die man für das Brechen des Wahlgeheimnisses braucht, auch aufgehoben werden müssen, weil man sie für die Beweise der Wahlintegrität später braucht. Der Wahlcomputer muss also gar keine Daten elektromagnetisch abstrahlen und auch nicht manipuliert werden, um einem Insider das Brechen des Wahlgeheimnisses zu erlauben. Ich skizziere das mal. Der Erpresser verlangt von mir, dass ich CSU wähle. Ich gebe ihm nach der Wahl meinen Wahlschein. Damit geht er dann zum Wahlleiter, und der hat die Daten vorliegen, die er für den Beweis braucht, dass mit dieser Stimme die CSU gewählt wurde. Oder natürlich, wie bei Nedap, der Erpresser manipuliert den Wahlcomputer oder hört seine elektromagnetischen Emissionen ab.
Update: Oh wow. Der Bingovoting-Mensch hat vor dem Verfassungsgericht im Wesentlichen die CCC-Position vertreten, meinte zu seinem Verfahren, es bestünde ja schon Hoffnung, aber das sei in weiter Ferne. Das freut mich sehr, dass es doch noch Akademiker mit Rückgrat gibt. Da wird sich die Industrie ärgern, dass sie ausgerechnet den mit dem Preis noch aufgebaut haben vorher.
Update: mir mailt gerade jemand, dass das HGI-Institut nicht mehr von der Stiftung finanziert wird, die hätten nur mal anfangs drei Lehrstühle finanziert. Damit wäre meine "stiftungseigen" Kritik an dem Herrn Schwenk entkernt. Und der Herr Schabhüser, teilt mir gerade jemand anderes mit, ist tatsächlich Mathematiker und sogar Kryptologe. Damit ist der Anteil der Jury-Mitglieder, die das Verfahren auf Anhieb verstehen können, auf immerhin zwei von acht gestiegen.
ING is the Netherlands' largest listed bank, with 85m customers worldwide, and is one of the world's top 20 financial institutions. It operates under its own name in this country, and recently took control of 180,000 accounts from failed Icelandic banks Kaupthing Singer & Friedlander and Heritable Bank.Das scheint ja ein Muster zu werden gerade, dass die Banken Finanzspritzen brauchen, die kurz vorher andere umgekippte Banken übernommen haben.
Ich hätte sogar ein bisschen mitwirken dürfen, wenn mir nicht ein paar unerwartete Notfälle dazwischen gekommen wären. Aber hey, so ist das Leben.
Ich möchte daraus diese großartige Meldung über Wearable Computing im Gesundheitswesen übernehmen. Der Arzt kriegt in dem Feldversuch einen Datenhandschuh, und über Gesten kann er dann mit der EDV interagieren. Etwas unglücklich gewählt ist dabei die Geste, um die Patientenakte zu aktivieren:
Um die elektronischen Patientenakten zu aktivieren, sind eine Ab- und eine Seitwärtsbewegung mit dem Handschuh erforderlich. "Nicht alle Patienten", sagt Lawo, "mögen dies Zeichen an ihrem Bett".
Ein interessantes Detail daran ist, dass das freiwillig ist. Steinbrück hat ja in den letzten Tagen dicke Rhetorik aufgefahren, dass Banken keine Staatshilfe kriegen, wenn die Manager mehr als 500.000 Euro pro Jahr verdienen. Nur ist ein Wechsel in den Eigentumsverhältnissen kein Grund, Vertragsverhältnisse zu revidieren, oder anders ausgedrückt: können sie gar nicht halten, das Versprechen. War ja mal wieder klar.
Was mich aber daran freut: die Deutsche Bank sind dann am Ende des Tages wahrscheinlich die einzigen, die tatsächlich weniger Gehalt kriegen bei dieser ganzen Chose.
Trotzdem, der zweite Artikel entbehrt nicht einer gewissen Komik:
Baums warnt vor einem zu starken Gehaltsgefälle zwischen den vom Staat abhängigen Banken und dem Rest. Wenn die Banken, die Geld aus dem Staatsfonds bekommen, nur 500.000 Euro Jahresgehalt zahlten, bestünde die Gefahr, dass die besten Führungskräfte sich neu orientierten: "Dann kommt nur noch die zweite Wahl." Das könne nicht das Ziel der Regierung sein, wenn sie die Bank stabilisieren wolle, sagt Baums.Äh, nicht? Wenn die aktuelle Führungsriege uns in diese Krise geführt hat, kann es dann überhaupt eine wichtigere Maßnahme geben, als die erst mal rauszuekeln? Und dann fordert er Managerhaftung, auch so eine tolle populistische Forderung gerade. Klingt gut, bis man sich informiert. Manager sind heutzutage gegen sowas versichert. Und sie zahlen nicht mal die Premien selber, das zahlt die Firma. Solange diese Art von Versicherung nicht verboten wird, ist Managerhaftung sinnloser Populismus. Kein Wunder also, dass Steinbrück das fordert. Dann weiß er, dass er damit keinem in der Industrie weh tut, aber beim dummen Volk klingt das nach gerechtem Zorn.
Besonders lustig daran ist, wie sehr die wöchentlich erscheinende Weltwoche dabei verkackt hat mit dem Titelbild von diesem Donnerstag: "la crise n'existe pas", "Finanzkrise: Die Schweiz gewinnt" :-)
Naja, kann nicht immer klappen. (Danke, Max)
The 27 ministers, meeting in Luxembourg amid market mayhem, also gave the green light for national governments to bail out big banks through injections of public equity.Los, los, ihr Banker! Kauft schnell Banken im EU-Ausland! Es kann gar nicht riskant genug sein, denn ihr kriegt den Profit, aber der Steuerzahler trägt das Risiko. Und euer Gehalt hängt von der Größe der Bank ab! Wer jetzt geschickt fusioniert, kann womöglich prächtig sein Gehalt maximieren.
Die Familie von Omar D. behauptet dagegen, es sei ein Liebesbrief einer jungen Frau gewesen, die sich jedes Mal von ihrem künftigen Gatten verabschiede, als gebe es kein Morgen mehr - zumal das Pärchen räumlich getrennt wohne, er in Rheine, sie in Bonn.Mhh, welche Variante klingt glaubwürdiger… Besonders schockierend an der Angelegenheit: selbst das ehemalige Nachrichtenmagazin findet die Beweislage zu dünn, um in der Angelegenheit an ihrem Stammtisch im gemeinsamen Terrorzentrum Platz zu nehmen:
Tatsächlich sind die Indizien gegen den 24-jährigen Deutsch-Somalier ungewöhnlich dünn. Der Haftbefehl ist gerade einmal eineinhalb Seiten lang und erkennbar hastig ausgefertigt. Die Richterin am Amtsgericht, offenkundig keine Expertin in heiklen Staatsschutzdelikten, begründet die Verwahrung darin mit einem angeblichen Entschluss, der Beschuldigte wolle einen islamistisch motivierten Selbstmordanschlag begehen. Wann, wo und wie, das bleibt offen, nur so viel: Voraussichtlich solle Sprengstoff verwendet werden.Yeah!
Italiens Fluglinie Alitalia steht wohl vor dem Aus - selbst ihr langjähriger Fürsprecher, Ministerpräsident Silvio Berlusconi, glaubt nicht mehr an eine Zukunft für das schwer angeschlagene Unternehmen. Die großen Fluggesellschaften hätten kein Interesse daran, bei Alitalia einzusteigen, sagte Berlusconi in einem Fernsehinterview. Deshalb drohe der Fluggesellschaft nun der Bankrott.Jawohl! Der Mann kann das. Denn jetzt wird die Opposition fordern, dass man die Arbeitsplätze sichert, und er kann dann zustimmen, und dann hat die Opposition Schuld an den Ausgabe, aber er hat die Leute gerettet.
Update: AP hat ein paar Details zum Deal. Die Gesellschaft wird in zwei Teile gespalten, einer kriegt die ganzen profitablen Teile und wird überleben, die andere Gesellschaft kriegt die Schulden und wird pleite gehen. So bleiben die Gläubiger auf ihren Rechnungen sitzen. Natürlich ist sowas illegal, daher haben sie mal eben das Insolvenzrecht geändert. Der Unterschied zwischen Berlusconi und der ehrenwerten Gesellschaft ist halt das "ehrenwert".
Eichel kontert darauf mit dem ihm eigenen beleidigten Gesichtsausdruck, er finde es "fahrlässig, wenn man jetzt Panik herbeiredet." Unternehmensberater Stockheim hält es ebenfalls für ein weitgehend normales Knirschen im kapitalistischen Finanzsystem, wenn gerade Milliarden und Abermilliarden verpuffen. Und Kopper fährt mit kaum verhohlenem Unmut eine These auf, die so gewagt ist, dass sie schon fast verzweifelt wirkt: Man könne doch nicht alle Schuld auf die bösen Banker schieben - schließlich kriegten auch die Kleinanleger "den Hals nicht voll genug".Jawoll! So ist das! Die Banker waschen ihre Hände in Unschuld! Es hat ja niemand die Leute gezwungen, sich von den Bankern verarschen zu lassen!1!!
Ein weiterer Einspieler widmet sich einem Angebot der DAB-Bank, das noch bis Ende Juli erhältlich gewesen sei: Sechs Prozent Zins über vier Jahre "garantiert!". Für ein Finanzprodukt der - inzwischen kollabierten - Lehman Brothers mit "100 Prozent Kapitalschutz". Lediglich die Anmerkung "Anleger trägt Kurs- und Emittentenrisiken" habe auf das hohe Risiko des Investments hingewiesen.Ja aber echt mal, 6%, das ist voll marktunüblich, das kommt so gut wie nie vor. Da sind reale Angebot meilenweit von entfernt!1!!Niemand sei gezwungen, solche undurchschaubaren Zertifikate zu kaufen, findet Kopper: Wer dennoch zugreife, "tut es aus Gier", wettert der Ex-Banker und lässt den Zeigefinger durch die Luft sausen. Sechs Prozent Zinsen, das sei doch "ein Alarmsignal ersten Ranges", das auch jedem Kleinsparer auffallen müsse.
Update: Ralf weist zu Recht darauf hin, dass das an die Einstellung der Nigerianer zu den Nigeria-Scam-Opfern erinnert :-)
Und vielleicht kann mir auch mal ein Jurist helfen hier. Nachdem die CSU ja damit zugegeben hat, dass sie ihre Bürger illegal trojanisiert hat, wäre es damit jetzt legal, wenn ich sie hier als kriminelle Vereinigung bezeichnen würde? Da heimliche Verletzung der Wohnung auch Terror verbreitet, würde ich sie auch gerne als terroristische Vereinigung bezeichnen. Wie legal ist das nach diesem Schuldeingeständnis der CSU jetzt? Vielleicht kann ja Herr Vetter dazu mal Stellung nehmen, der soll ja die Verteidigung übernommen haben.
Update: Hups, kaum blogge ich die, bricht ihr Server weg. Ist halt nicht jede Software so skalierbar wie mein Blog hier :-)
Andere Links: Netzpolitik.org; Frankfurter Rundschau, Heise, Golem.
Übrigens: EIN GLÜCK, dass wir das BKA-Gesetz bisher verzögert gekriegt haben, denn da könnt ihr mal einen drauf lassen, dass die da keine offene Durchsuchung gemacht hätten, wenn sie auch verdeckt reingekommen wären.
Aber was ich an der Stelle mal loswerden will: Kinderpornographie ist eine viel weniger schlimme Straftat als die meisten Menschen instinktiv annehmen:
Wer pornographische Schriften (§ 11 Abs. 3), die den sexuellen Missbrauch von Kindern (§§ 176 bis 176b) zum Gegenstand haben (kinderpornographische Schriften), 1. verbreitet, 2. öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht oder 3. herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Nummer 1 oder Nummer 2 zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.Zum Vergleich: für Falsche Verdächtigung kriegt man auch bis zu fünf Jahre.
Interessant ist in meinen Augen aber der Vergleich mit Sexueller Missbrauch von Jugendlichen. Kinderpornographie ist ja mit dem Argument strafbar, damit würde dem Sexuellen Missbrauch von Kindern Vorschub geleistet. Wenn man sich jetzt aber das Strafmass beim Sexuellen Missbrauch anschaut, findet man:
Eine Person über achtzehn Jahre, die eine Person unter sechzehn Jahren dadurch mißbraucht, daß sie 1. unter Ausnutzung einer Zwangslage oder gegen Entgelt sexuelle Handlungen an ihr vornimmt oder an sich von ihr vornehmen läßt oder 2. diese unter Ausnutzung einer Zwangslage dazu bestimmt, sexuelle Handlungen an einem Dritten vorzunehmen oder von einem Dritten an sich vornehmen zu lassen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.Keine Mindesthaft von 3 Monaten, man kann mit einer Geldstrafe davon kommen! Wartet, geht noch weiter:
In den Fällen der Absätze 1 und 2 kann das Gericht von Strafe nach diesen Vorschriften absehen, wenn bei Berücksichtigung des Verhaltens der Person, gegen die sich die Tat richtet, das Unrecht der Tat gering ist.Man kann sogar ganz straffrei ausgehen mit dem eigentlichen sexuellen Missbrauch! Für mich sieht unser Strafrecht einfach nur noch irrational aus.
Update: Mir schrieb jemand, dass Kindesmissbrauch von § 177 abgedeckt würde, aber das ist etwas anderes, denn Kinderpornographie heißt eben nicht zwangsläufig, dass da Nötigung oder Vergewaltigung im Spiel war.
Erstmal zu Lehman: das war der größte Konkurs in der Geschichte der USA. Die hatten — festhalten — 613 Milliarden Dollar Schulden. Das muss man sich mal überlegen, WIE viel Geld das ist!
Das war dann auch ein schlechter Zeitpunkt für AIG, um nach 40 Milliarden Dollar Hilfe von der US-Regierung zu fragen. AIG covere ich ja schon eine Weile. Daraufhin brach ihnen der Aktienkurs um 52 Prozent ein heute.
Die Notenbanken haben dann auch erstmal zweistellig Milliardenbeträge in den Markt gepumpt, und daraufhin haben die Märkte in Europa immerhin nur mit 5% Minus eröffnet.
Was ich ja an dem Bank of America Deal nicht verstehe: an sich hätte ich gedacht, dass die sich anders herum kaufen, dass Merrill Lynch die Bank of America kauft, denn Merrill Lynch, hieß es bisher, habe das Gros ihres Klärschlamms rechtzeitig verkloppt gekriegt. Und so vermute ich fast, dass die Bank of America die gekauft hat, weil sie selbst sonst implodiert wären, und jetzt haben sie über Merrill Lynch immerhin ein paar schwarze Zahlen im Portfolio. Aber das ist natürlich nur Spekulation.
Update: Jörg schreibt folgende Veranschaulichung:
Wenn 1 Meter einen Betrag von 1 Mio. Dollar repräsentiert, dann sind 613 Mrd. Dollar ziemlich genau die Strecke, die man auf dem Flug Hamburg-München überfliegt.
Bin ich eigentlich der einzige, der sich da verarscht vorkommt?
Bizarres Detail am Rande:
Bei der Aufsichtsratssitzung der Bahn am Mittwoch in London hatte das Thema kaum eine Rolle gespielt.Huh? London?!? Yes, London. You know: fish, chips, cup 'o tea, bad food, worse weather, Mary fucking Poppins, London!
Falls ihr den Link schon mal gekriegt habt: diesmal länger als nur die ersten 5 Sekunden gucken!
Update: saftiges Detail am Rande:
Aus Regierungskreisen verlautete, der Bund nehme dafür kein frisches Geld in die Hand, da gestundete Forderungen von rund 300 Millionen Euro in Eigenkapital umgewandelt würden.
GESTUNDETE FORDERUNGEN! HAHAHAHAHAHAHAHA! Was sind das bloß alles für Verlierer, unfaßbar.
Update: Hier ist das PDF
Forty-three state enterprise labour unions have agreed to stage strikes and cut public utility services nationwide from tomorrow as part of a campaign to force the government out of office. Sawit Kaewwan, secretary-general of the State Enterprise Labour Relations Confederation, said the unions will cut water and electricity supplies mainly to agencies dealing with security, such as the police, targetting provincial police offices.
Telephone lines to government agencies and the houses of cabinet ministers will also be disconnected.
Aber egal. Der Punkt ist ja nicht, DASS sie gekürzt haben, sondern WIE sie gekürzt haben. Das russische Fernsehen hat nämlich das gesamte Interview ausgestrahlt. Auf russisch, natürlich. Aaaaaber: auf Youtube gibt es eine fansub Version davon, und es gibt auch ein russisches Transkript, das jemand übersetzt hat. Und in dem übersetzten Transkript sind die Stellen markiert, die die ARD raus gekürzt hat.
So und jetzt guckt euch das mal an. Die rausgekürzten Stellen sind zufällig gerade die, bei denen das Interview (auch der Korrespondent übrigens, nicht nur Putins Antworten!) der im wesentlichen durch die Georgische PR-Maschine bestimmten westlichen Sicht auf den Konflikt widerspricht.
Sehr bedauerlich, dass die ARD, die sich ja für keine Kritik an der chinesischen Zensur zu schade war, zu solchen Methoden greift. Nur mal als Ausschnitt dessen, was die da weggekürzt haben, damit ihr ein Gefühl dafür kriegt:
Wenn Sie erlauben, dann sage ich, was ich darüber denke. Es gab die Sowjetunion und den Warschauerpakt. Und es gab die sowjetischen Streitkräfte in der DDR, und man muss es ehrlich zugestehen, das waren Okkupationskräfte, die nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in Ostdeutschland geblieben sind unter dem Deckmantel der Koalitionsstreitkräfte. Nach dem Zerfall der Sowjetunion, des Warschauerpaktes sind diese Okkupationskräfte weg. Die Gefahr von Seiten der Sowjetunion ist weg. Die NATO aber, die amerikanischen Streitkräfte, in Europa sind immernoch da. Wofür?Das konnte man un-mög-lich dem deutschen Fernsehpublikum zeigen!1!! Schade. Sehr schade. Vor allem der Korrespondent muss sich da ja ohne Ende verarscht vorkommen. Der hat da zwar auch ein paar echt peinliche, lenkende Fragen gestellt, aber im Großen und Ganzen hat der sich ja schon Mühe gegeben. Ich komme nicht umhin, noch zwei-drei Sätzchen von Putin zu zitieren:Um Ordnung und Disziplin in den eignen Reihen zu halten, um alle Koalitionspartner innerhalb eines Blocks zu halten, braucht man eine außenstehende Gefahr. Und Iran ist da nicht ganz passend für diese Rolle. Man will daher einen Gegner wiederauferstehen lassen und dieser soll Rußland sein. In Europa jedoch fürchtet uns niemand mehr.
Sie haben in unserer heutigen Diskussion auch mehrfach über unsere gemeinsamen Werte gesprochen. Woraus bestehen diese? Es gibt einige grundliegende Werte, wie das Recht zu leben. In USA z.B. gibt es immer noch die Todesstrafe, in Rußland und Europa gibt es die nicht. Heißt das denn, dass Sie aus dem NATO-Block austreten wollen, weil es keine vollständige Übereinstimmung der Werte zwischen den Europäern und Amerikanern gibt?Wieso braucht es eigentlich einen russischen Premierminister, damit das mal offen angesprochen wird?
Wissen Sie denn nicht, was sich in Georgien die letzten Jahre abgespielt hat? Rätselhafter Tot des Ministerpräsidenten Shwania, Niederschlagung der Opposition, physische Zerschlagung von Protestmärschen der Oppositionellen, Durchführung der Wahlen während eines Ausnahmezustands und jetzt diese verbrecherische Aktion in Ossetien mit vielen Toten. Und da ist natürlich ein demokratisches Land, mit der ein Dialog über die Aufnahme in die NATO oder gar EU geführt werden muss.Na aber hallo!
Jetzt über den anderen Wert: Pressefreiheit. Sehen Sie nur wie diese Ereignisse in der amerikanischen Presse beleuchtet werden, die als leuchtendes Beispiel der Demokratie gilt. Und in der europäischen ist es ähnlich. Ich war in Peking, als die Ereignisse anfingen. Massierter Beschuß von Zchinwali, Anfang des Vorstoßes der georgischen Truppen, es gab sogar bereits vielfache Opfer, es hat keiner ein Wort gesagt. Auch Ihre Anstalt hat geschwiegen, alle amerikanischen Anstalten. So als ob gar nichts passiert. Erst als der Agressor „in die Fresse“ bekam, "Zähne rausgeschlagen" bekommen hat, als er seine ganze amerikanische Ausrüstung aufgegeben und ohne Rücksicht gerannt ist, haben sich alle erinnert. An das internationale Völkerrecht, an das böse Rußland. Da waren alle wieder auf der Stelle. Wieso eine solche Willkür [in der Berichterstattung]?All das ist offensichtlich VIIIIEEELLL zu gefährlich, um es dem deutschen Volk um Fernsehen zu zeigen. Wo kämen wir da hin, wenn kritische Fragen gestellt werden. Und Kritik an unserer Presse strahlt unsere Presse natürlich nicht aus. Un-denk-bar. Da sind sogar die Amis weiter. Ein anderer interessanter Punkt, den ich so noch gar nicht auf dem Radar hatte:
Mehr noch, trotz rechtsgültiger Abkommen mit der EU beispielsweise über atomaren Brennstoff, werden wir rechtswidrig vom europäischen Markt ferngehalten. Wegen der Position unserer französischen Freunde.Na sowas. (via)
Update: Im Blog zur Sendung bricht der heilige Volkszorn über der ARD zusammen. Ein lustiges Detail, das jemand ausgegraben hat:
Es ist vorgesehen, dass Roth 2009 neuer Leiter des ARD-Studios New York wird.
Unter dem Gesichtspunkt ergibt das Interview dann auch wieder Sinn. Dann war das schlicht transatlantisches Dickdarmkriechen.
Oh und es gibt auch eine Antwort der Redaktion:
Anmerkung zum "Zensur"-Vorwurf: Das Interview mit Wladimir Putin wurde vom ersten und zweiten Kanal des russischen Fernsehens sowie vom Auslandskanal "Russia Today" mitgedreht. Die russischen Kollegen haben ebenfalls Auszüge des insgesamt einstündigen Interviews veröffentlicht. Diese finden sich jetzt im Internet, unter anderem bei YouTube.
Die Kollegen in Russland haben - zum Teil - einen anderen Fokus als die ARD gewählt. Dies ist das Ergebnis eines normalen und notwendigen journalistischen Auswahlprozesses und hat — mit einer von welchen Stelle auch immer verordneten — Zensur nichts zu tun.
Aaaaaaah ja. Nee, klar. (Danke, Ulrich)
The decision came after police asked an intelligence officer to research Doherty's band, Babyshambles, who were booked to headline Moonfest festival in Westbury, Wiltshire, next week. They concluded that the band's tendency to "speed up and then slow down the music" could create a "whirlpool effect" and spark disorder.Und so ist das bei den Geheimdiensten wie in der freien Wirtschaft: wenn man zu schnell expandiert, kriegt man eben auch nur noch inkompetente Deppen als Mitarbeiter. (via) (Danke, Florian)
Oh und der Russische Geheimdienst ist sich sicher, dass die Amis über Georgiens Angriff Bescheid wussten.
Es gibt da ja gerade die Verschwörungstheorie, dass der Kaukasus-Krieg von Bush losgetreten wurde, damit McCain mehr Stimmen kriegt. Das halte ich für zu plump, aber man kommt erschreckend weit, wenn man das mal als Advocatus Diaboli zu verargumentieren versucht. Die dicke Megapipeline war eh gerade ausser Betrieb, weil "die PKK" sie in der Türkei zerbombt hatte. Polen hat ihr Gefummel abgestellt und den Raketenkram unterzeichnet (muss noch durchs Parlament, aber das ist nur eine Formalität). Die anderen Staaten in der Gegend hat das auch polarisiert, in der Mehrzahl der Fälle pro-USA. Der große Verlierer ist Georgien, aber da können die Amis ja drauf scheißen, das findet deren Bevölkerung ja nicht mal auf einer auf Englisch beschrifteten Weltkarte. Und die Amis haben ja schon immer ihre "Verbündeten" am langen Arm verhungern lassen, da muss man gar nicht bis zu den Hmong zurück gehen. Meiner Meinung nach haben wir es daher mit einer Win-Win-Situation zu tun. Es kann durchaus sein, dass die Amis da mal wink-wink-nudge-nudge die Georgier in Richtung Krieg gestupst haben, die Russen hatten da seit Jahren auf eine Gelegenheit gewartet und waren ausgezeichnet vorbereitet, das hat sogar die Amis geschockt, die es ja hätten wissen müssen mit ihrer ganzen Ultra-Satelliten-Aufklärung. Und die westliche Presse, allen voran das ehemalige Nachrichtenmagazin aus Hamburg, entblödet sich ja tatsächlich nicht, das so darzustellen, als hätte Russland den Krieg angefangen.
Pirate Bay Raided by Swedish Police
Für Georgien ist das natürlich ein Affront.
Die Russen haben auch die Abspaltung Südossetiens vorangetrieben. Aus Sicht Georgiens ist ja klar, was da gerade passiert. Es gab da die ganze Zeit schwelende Scharmützel, aber jetzt ist da der Konflikt zwischen Georgien und Südossetien ausgebrochen. Es ist unklar, wer da "angefangen" hat, aber es wollen sich natürlich beide Seiten als die Angegriffenen darstellen. Laut Ria Novosti (nicht unbedingt eine unbefangene Nachrichtenquelle in dem Fall) haben wohl die Georgier angegriffen, die Russen sind dann als Vermittler eingeschritten, und dann hat Georgien "unilateral" den Soldaten befohlen, nicht zurück zu schießen. Wikipedia hat ein paar Absätze zum aktuellen Konflikt. Insbesondere hat Russland halt nur auf einen Vorwand gewartet, um sich da gegen Georgien einschalten zu können. Der aktuelle Stand ist, dass die Russen behauptet haben, Georgien haben die russischen "Friedenstruppen" beschossen und dabei einige Russen getötet. Daraufhin haben die Russen offenbar ein paar Bomber losgeschickt und ein paar Ziele in Georgien plattgemacht. Daraufhin hat Georgien die Generalmobilmachung ausgerufen.
Ich kann euch nur empfehlen, mal ein bisschen bei Ria Novosti herum zu stöbern, das ist hervorragende Kriegspropaganda (und die beste Propaganda ist ja immer die, bei der im Kern ein bisschen Wahrheit dabei ist).
Hier sind mal ein paar Meldungen, um euch ein Gefühl zu geben:
Die OVKS hält es für zynisch, den Krieg am Tag der Eröffnung der Olympischen Spiele anzufangen. Doch der Beginn der Olympischen Spiele sei kaum in der Lage, die Weltgemeinschaft von den Ereignissen in Südossetien abzulenken, heißt es in der Mitteilung.
Update: Lacher am Rande: "Internet-Krieg: Hacker-Attacken auf südossetische Webseiten". Und offenbar sind auch die meisten Webseiten der georgischen Regierung offline.
Also bin ich losgelaufen und habe mir eine neue geholt, und da hat das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Moment ATI (und abgesehen davon wären ja alle aktuellen Nvidia-Karten betroffen, was bleibt da schon groß übrig außer ATI).
Unter Linux supported der fglrx-Treiber das wohl, aber der kompiliert nicht mit 2.6.26. Der Open Source Treiber xf86-video-radeon aus dem git supported das so halb, wenn man die PCI IDs manuell reinpatcht. Dann kriegt man Bild, aber nur mit einer Auflösung von 1156x768 (!?!?). Ist mir völlig unklar, wo dieser Wert herkommt, jedenfalls nicht aus einer Modeline oder gar einer Auflösungs-Konfiguration fürs Display. Schlimmer noch: wenn ich ein Video mit xvideo abspielen will, ranzt X ab. Das sind echt mal wieder Zustände…
Immerhin tut die Karte unter Windows. Nur wer will schon unter Windows arbeiten. ATI-Treiber sind und bleiben halt Sondermüll.
Update: fglrx habe ich aufgegeben, aber inzwischen funktionieren radeonhd und ati aus dem git mit der nativen Display-Auflösung, aber leider beide ohne xvideo.
Update: Laut dieser Quelle war es ein anonymer Hinweis aus der Bevölkerung.
Ich kann da jetzt natürlich nicht für bürgen, aber es klingt immerhin halbwegs plausibel.
Dann kommt dazu, dass die da gerade am Brandenburger Tor dieses Bundeswehr-Gelöbnis machen, ein Relikt aus dem 2. Weltkrieg, eine Schande für Deutschland, es wirkt wie eine Übertragung von einer schlagenden Studentenvereinigung, fehlt nur noch das Horst Wessel Lied. Die Bundeswehr muss endlich weg. Sinnlose Geldverschwendung. Sie strahlen dieses Gelöbnis auf Phoenix aus. Und lassen das von einem Presseoffizier der Bundeswehr kommentieren. Hallo? Noch befangener ging so kurzfristig nicht, oder wie? Könnt ihr euch ja vorstellen, wie kritisch da die Berichterstattung ist. Der Moderator freut sich erst mal, dass da endlich mal ein Gelöbnis nicht von Trillerpfeifen gestört wird. ZUM KOTZEN. Und warum nicht? Weil sie da 1800 Polizisten angekarrt haben, und die Gegenkundgebung einen Kilometer (!!) weit weg geordert haben. Da seht ihr mal, wie weit wir sind in diesem Scheißland. Das sind unsere Free Speech Zones. Gebt ihnen noch ein paar Monate, dann ist die Free Speech Zone für Berlin in Chemnitz.
Und dann lassen sie die Merkel da die Hymne singen. Ein Bild wie aus dem Gruselkabinett. Ich frage mich ja immer, wieso wir von den Millionen von Ossies ausgerechnet die Merkel als Kanzlerin kriegen mußten. Das wirft die Ossis schlimmer zurück als die Frau Herrmann die Frauenbewegung beschädigt hat. Zum Heulen.
Denn so funktioniert unser System. Man simuliert für die Bürger, dass sie bei den Wahlen etwas ändern können. Die wahren Feinde sind dann natürlich nicht die, die jedes Jahr für die Opposition stimmen, sondern die, die sich nicht verarschen lassen. Natürlich haben wir das so eingerichtet in unserem Wahlsystem, dass die Stimmen der Nichtwähler einfach anteilig an die etablierten Parteien umgeschlagen werden, sonst hätten wir schon lange keine regierungsfähigen Koalitionen mehr zustande gekriegt. Aber trotzdem: das ist der Feind, und jetzt fängt die Presse an, gegen die Nichtwähler zu hetzen.
Immer mehr Menschen verlieren das Vertrauen in die Demokratie. Jeder dritte Bundesbürger glaubt nicht, dass die Demokratie Probleme löse, in Ostdeutschland sind es sogar 53 Prozent. Vier von zehn Deutschen zweifeln daran, dass die Demokratie überhaupt noch funktioniere. Jeder zweite kann sich vorstellen, bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr nicht zur Abstimmung zu gehen.Und weil es sich gegen selbstdenkende Bürger als Zielgruppe nicht so einfach meckern läßt, müssen sie das natürlich anders formulieren:
Wer sich selbst als abgehängt oder arm betrachtet, gehöre zwar zu den ersten, die auf Distanz zur Demokratie gingen. Darunter befänden sich mithin besonders viele Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger, sagt Karl und schlussfolgert: „Aus persönlichem Misserfolg wird Staatsferne.“Aha, so ist das also! Nur Verlierer sind gegen das System! Und natürlich drücken sie das auch so aus, als sei das eine Krise der Demokratie, als sei die Demokratie an unserem System Schuld. Wer gegen unser System ist, muss Kommunist sein, sagte man früher. Heute sagt man dazu Terrorist.
Eine Sache muss man den Amis aber schon zugute halten: sie sind lernfähig. Das ist Original 1:1 das Modell der Israelis, die Amis werden jetzt Boeing subventionieren, damit die der günstigste Anbieter sind, und so wird Galileo dann Sollbruchstellen kriegen, die die Amis aus der Ferne triggern können.
Update: Dabei wäre das gar nicht nötig, die Amis können Galileo jetzt schon runterfahren.
Aber da gibt es noch zwei andere Meldungen:
Update: Stimmt nicht ganz, ÖVP und Dinkhäuser haben doch locker die Mehrheit zusammen.
Interestingly, Pharaon was also an investor in President George W. Bush's first business venture, Arbusto Energy. (Danke, Florian)
Ich finde ja, dass das alles stinkt. Nicht nur dass die so viel Geld gezahlt haben. Denkt doch mal drüber nach. Die Dienstleistung ist ein Filtern von Datensätzen. Die Telekom hat denen 8000 Datensätze gegeben. Von vielen Milliarden. Die Telekom hat also … Datensätze gefiltert, um sie einer Firma zu geben, um sie zu filtern. Offensichtlich kann die Telekom schon selber filtern, sonst hätten sie dieser Firma nicht 8000 sondern mehrere Milliarden Datensätze geben müssen.
Wieso ging dieser Auftrag also überhaupt an diese Firma, wenn die Telekom das auch selber gekonnt hätte? Normalerweise erklärt sich sowas mit Vetternwirtschaft, aber die Telekom-Vettern sitzen alle in Bonn, nicht in Berlin. Für mich sieht das ja nach Vorbereitung für eine Erpressung aus.
Wenn ich der Telekom-Vorstand wäre, und ich bräuchte diese Daten, dann würde ich das doch nicht an eine externe Firma rausgeben, den Auftrag! Und schon gar nicht so, dass die externe Firma mitkriegt, was sie da tut! Ich hätte das wie folgt gemacht. Ich wäre zum Datenbank-Admin gelaufen und hätte dem gesagt, ich bräuchte eine Live-OLAP-Demo, zum Evaluieren der Performance für zukünftige Anforderungen. Bzw haben die vermutlich sogar schon sowas für ihre Fraud Detection, die machen ja nichts anderes als Data Mining. Dann würde der Datenbank-Admin mir da ein Tool bzw ein Webfrontend geben für OLAP, und da würde ich dann nach den Gewerkschafter-Nummern und meiner Nummer fragen. Und dann nach ein paar zufälligen Zielnummern. Und dann nach den gewünschten Zielnummern. So weiss außer mir selber niemand, dass da gerade etwas anrüchiges stattgefunden hat.
Stattdessen maximiert die Telekom geradezu die Anzahl der Leute, die hier mitkriegen, dass da was streng riecht. Jemand filtert die Datensätze des Gewerkschafters raus und exportiert das als XML / CSV / whatever. Das ist schon mal anrüchig. Dann gibt jemand vertrauliche Daten an eine externe Firma weiter, das ist auch anrüchig. Und dann weiss diese Firma auch noch, was sie da matchen soll, das ist gleich der nächste potentielle Erpresser.
Warum würde jemand in der Telekom Kompromat sammeln? Ich vermute ja, das war jemand von vor Obermann. Obermann hat da die alte Garde geschasst, die haben das vorher kommen sehen, haben Kompromat gesammelt (und denkt mal drüber nach, kein anderer Datensatz hätte so für Aufsehen gesorgt wie Gespräche zwischen einem Gewerkschafter und einem Journalisten, das ist schon doppelt geschützt), und als Obermann nicht mit sich reden ließ und sie in Frühpension schickte oder so, da haben sie die Bombe platzen lassen. Oder so.
Meine Einstellung dazu ist: man muss immer stark aufpassen, wenn man plötzlich mit den Nazis auf einer Seite steht. So ist das nicht nur in diesem Fall, sondern auch wenn ich mich mal kritisch zu Israels Politik äußere, das tut mir auch immer in der Seele weh, wenn das dann von irgendwelchen Nazis instrumentalisiert wird oder die auf den Zug aufzuspringen versuchen. Daher: man muss sich dessen bewußt sein. Ich sehe das mit Gauweiler und Schachtbrenner wie mit der CIA und den Mujaheddin (nur dass wir keine Waffen liefern sondern nur Popcorn mampfend daneben sitzen und zugucken). Nicht zu laut anfeuern, aber schon freuen, wenn die gewinnen. :-)
Aber sie kriegen es trotzdem immer wieder verkauft. Warum eigentlich? Bei dem Artikel hier kann man das ganz gut sehen:
Eine andere Webseite, die etwa hochpreisige Waren verkauft, soll alle Daten wie Name, Anschrift und Personalausweisnummer verlangen können, die der Inhaber dann mit einer PIN quittieren muss. Laut Reisen soll eine eigens eingerichtete Bundesbehörde für die Zulassung dieser ID-Verifikationsdienste zuständig sein und von den Firmen Gebühren für den Abruf des ePersonalausweises kassieren.Abstrahiert mal kurz von der hirnerweichenden inhaltlichen Dämlichkeit und geht mal auf die Meta-Ebene. Hier haben wir die zwei Punkte, mit denen sie immer wieder ihren Mist verargumentiert kriegen:
Antivirenhersteller wissen natürlich, dass sie unseriöse Geschäftemacher sind, und kennen auch 42.zip. Warum erzähle ich das alles? Yahoo hat mit McAfee einen Deal gemacht, und wenn man bei deren Suchmaschine nach fefe sucht, kriegt man bei fefe.de ominöse Warnungen, ich würde Trojaner oder Adware verteilen.
Kennt jemand einen Anwalt, der Lust hat, an Yahoo ein Exempel zu statuieren?
[Screenshot 1, Screenshot 2] (Danke, Korbinian)
Scrollt mal runter, sucht nach "Littoral". Der Brüller! Sie haben da eine eierlegende Wollmilchsau ausgeschrieben, haben die billigsten Anbieter genommen, und die haben kleinere Werften im Angebot gehabt (bei denen hängt das Überleben von so einem Auftrag ab, die sagen da alle noch so abwegigen Deadlines und Kostenvoranschläge zu, wenn sie nur den Auftrag kriegen), und dann:
The first ship (LCS-1) was scheduled to deliver in late 2006. The Navy is now estimating that the first ship will deliver sometime in late 2008. The LCS-1 contractor team had barely started on their second ship (LCS-3) when the program ran into major cost problems earlier last year. The Navy then issued a stop work order on LCS-3 in order to reduce expenditures and limit further cost exposure on the program while it separately re-evaluated program cost estimates.Überraschung! Also haben sie denen die Pistole auf die Brust gesetzt. Die sollen für einen Festpreis beide Schiffe bauen oder das zweite Schiff wird ganz storniert.The Navy terminated the contract for LCS-3 for the convenience of the government. As a result of that termination, the government will take delivery of some sizeable inventory of equipment and material for the cancelled LCS-3.Equipment and material?! HAHAHAHA! Ich lese das so, dass die Navy den Metallschrott gekriegt hat, die sie für das Boot gekauft hatten. Gut bei den aktuellen Rohstoffpreisen wahrscheinlich ein paar tausend Dollar wert, da kann man schon mal zwei-drei Rollen Klopapier für kaufen beim aktuellen Klopapieranschaffkurs von Halliburton. Aber geht noch weiter. Sie haben parallel einen zweiten Unternehmer beauftragt, in der Hoffnung, dass wenigstens einer davon am Ende ein Boot für sie baut.The second contractor team had a contract to build two LCS vessels of another design (LCS-2 and LCS-4). The Navy awarded this contract almost a year later, so LCS-2 was roughly 1 year behind the LCS-1. The Navy went ahead with activities leading to the start of construction on LCS-4, despite internal warnings that the second contractor would face similar cost and schedule problems as those faced by the first contractor. Late last year, the same poor performance and fixed priced negotiation scenario also played out on the LCS-2 and LCS-4. This led the Navy to also cancel the LCS-4, again with the result that the government will take delivery of some sizeable inventory of equipment and material for the cancelled LCS-4.Grandios! Qualitäts-Projektmanagement! Und jetzt sind sie so verzweifelt, dass sie einen Wettbewerb machen, jeder teilnehmenden Werft wird zugesagt, dass sie mindestens ein Schiff bauen darf auf Kosten der Navy, und der Gewinner baut mehr. Klingt schlau, aber schon aus einem Schiff kann man eine veritable Goldmine machen. Immerhin haben sie zum Selbstschutz ein Kostenlimit gesetzt.Section 125 of the National Defense Authorization Act for Fiscal Year 2008 (Public Law 110-181) places a cost ceiling on LCS contracts of $460.0 million per ship, a dollar value provided by the Navy.Ich finde ja, das ist mindestens eine Presidential Medal of Freedom wert!Da sind noch mehr Klopper drin. Hier z.B.:
The budget request included $152.7 million in Aircraft Procurement, Navy (APN) for continuation of the Special Structural Inspection-Kits (SSI-K) program, which replaces fatigue-limited airframe structural components to enable the airframe to fully reach its designed service life."Wir haben uns minderwertige Scheiße andrehen lassen und müssen jetzt nachrüsten, damit die Flugzeuge überhaupt so lange in der Luft bleiben, wie man es uns ursprünglich zugesagt hatte". Bwahahahaha.Interessant auch "Tactical intelligence support" in der Air Force Sektion:
Biometric signature and forensic data collection capabilities and effective reach-back to national-level databases and processing are more widespread and well-received by tactical elements. More national human intelligence (HUMINT) and signals intelligence (SIGINT) databases are for the first time being pushed forward to support tactical unit operations with greater speed and frequency. Meanwhile, these capabilities are linked with airborne and ground-based intelligence capabilities that further enable the detection, identification, location, and tracking of high-value targets.Und da habt ihr den Grund, wieso wir Biometrie im Ausweis brauchen, und eine Vollüberwachung über Mautsystem o.ä. Wir brauchen nationale Biometrie-Datenbanken, damit das Militär damit besser "high-value targets" töten kann.Überhaupt ist es interessant, mal nach NSA zu greppen in der Datei.
The National Security Agency (NSA), with Special Operations Command and the Army, has developed special capabilities against modern signals encountered in Iraq and elsewhere. These capabilities are now engineered for fielding as tactical systems, on ground vehicles, and on airborne platforms. NSA and the Army are fielding the Triton III system on Mine Resistant Ambush Protected (MRAP) vehicles to support maneuver forces. A program called Final e-Curfew provides more advanced area-collection capabilities against the same target set from fixed locations. These systems work in conjunction with databases pushed forward to tactical echelons.Was das wohl ist? Handy-Ortung? "modern signals"?!? Google hilft weder bei e-curfew noch bei triton iii weiter.
Ich wußte ja, dass der Mehdorn uns verarscht. Aber dass es so krass ist?
Ein Kumpel hat das mal ausprobiert und die Tickets wurden akzeptiert. Die machen das offenbar, indem sie in Dänemark am Bahnhof die Tickets kaufen, die sind dann auch auf Kronen ausgestellt, und die schicken sie einem dann per Post zu.
Update: Scheint nicht kosher zu sein.
Update: Die Dänische Staatsbahn sagt, die Tickets seien Fälschungen.
Jürgen Großmann, amtierender Vorsitzender des Energiekonzerns RWE äußerte sich auf der Pressekonferenz noch unverblümter. Großmann erklärte: "Was wir brauchen ist nicht weniger als eine Revolution!" - das heißt, eine "Revolution", die die Errichtung einer autoritären Regierung zum Ziel hat, die in der Lage ist, den wachsenden Widerstand in der Bevölkerung gegen die Politik der Agenda 2010 schonungslos zu bekämpfen.Und noch mehr Herzog:Herzog gab in seiner Antwort auf die Frage eines Journalisten einen Einblick in die durch und durch elitäre Denkweise des Konvents. Als er gefragt wurde, wie er glaubt, die Unterstützung der deutschen Bevölkerung für seine Vorschläge zu bekommen, platzte er mit folgender Antwort heraus: "Das Volk folgt… das sagt doch schon der Name." Als er merkte, dass er zu weit gegangen war, versuchte Herzog schnell, seine Äußerung zu korrigieren und seinen entlarvenden Ausrutscher herunterzuspielen.
In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung, beklagte sich Herzog über den Einfluss von älteren Bürgern auf das politische Leben und erklärte: "Ich befürchte, wir erleben den Beginn einer Rentner-Demokratie: Die Zahl der Senioren wächst ständig und sie bekommen eine überproportional hohe Aufmerksamkeit sämtlicher Parteien. Das könnte letztendlich darauf hinauslaufen, dass die Senioren die Jungen ausbeuten."Der Eindruck drängt sich ja auch geradezu auf, dass die Rentner uns alle ausbeuten!1!! Aber er hat nicht Unrecht, er kriegt nämlich monatlich 17.000 Euro Rente für seine Amtszeit als Bundespräsident. So viel kriegen andere nicht im ganzen Jahr.
Dann zitieren sie da noch eine ordentliche Packung Altnazi von einem Herrn Pohl, Gründungsmitglied des "BürgerKonvents", wo es einem die Fußnägel hochrollt, der ernsthaft ein Buch namens "Das Ende des Weißen Mannes" geschrieben hat, nachdem er sein Mentor Josef Abs laut WSWS bei der Deutschen Bank für die Arisierung zuständig war.
Wenig verwunderlich also, wenn das alles zunehmend nach Faschismus aussieht bei uns.
Ist die Identität festgestellt, sind die im Zusammenhang mit der Feststellung angefallenen Unterlagen zu vernichten, es sei denn ihre weitere Aufbewahrung ist nach anderen Rechtsvorschriften zulässig.WTF? "zulässig", nicht "notwendig"? Und überhaupt: alles wird vernichtet!! April April!
Sind die Unterlagen an andere Stellen übermittelt worden, sind diese über die erfolgte Vernichtung zu unterrichten.Vermutlich, damit DIE dann die Unterlagen aufheben und nichts verloren geht. Ich sehe da ein lustiges Aktenkarussell vor meinem geistigen Auge.
Ich frage mich ja auch, wie ich mir das Vorladungsrecht vorzustellen habe. "Kommen Sie mal morgen nach Wiesbaden, bitte!" oder wie?
Außerdem dürfen da Kontakt- oder Begleitpersonen längerfristig observiert, video- und audioüberwacht, mit Peilsendern versehen, mit V-Männern oder verdeckten Ermittlern bearbeitet werden, wenn:
die Abwehr der Gefahr oder die Verhütung der Straftaten auf andere Weise aussichtslos ist oder wesentlich erschwert wäre.Da wird nicht gefordert, dass die Ermittlung weniger aussichtslos ist durch die Maßnahmen! Die selbe Klausel "schützt" auch Bürger vor Beschnüffeln in Ton und Bild. Im Übrigen scheißen wir auf unschuldige Passanten:
Die Maßnahme kann auch durchgeführt werden, wenn Dritte unvermeidbar betroffen werden.Das ist dann wohl die annalist-Klausel. Frauen, Kinder, Nachbarn? Egal, da scheißen wir drauf. Alle plattmachen!1!!
Oh und hier sind die Kriterien für eine Gefahr, die einen BKA-Einsatz rechtfertigt:
Abwehr einer Gefahr für den Bestand oder die Sicherheit des Staates oder für Leib, Leben oder Freiheit einer Person oder Sachen von bedeutendem Wert, deren Erhaltung im öffentlichen Interesse geboten ist.Wenn also jemand an
Für die verdeckten Ermittler braucht es immerhin einen richterlichen Beschluß, wenn die Privatwohnungen betreten — aber es gibt natürlich auch eine "Gefahr im Verzug" Regelung, bei der dann nachträglich abgebrochen werden muss, wenn der Richter das nicht unterschreiben will, und keine Regelung, dass so illegal gewonnene Erkenntnisse nicht verwertet werden dürfen. Oh und guckt euch mal das hier an:
Ein Verdeckter Ermittler darf unter der Legende mit Einverständnis des Berechtigten dessen Wohnung betreten. Das Einverständnis darf nicht durch ein über die Nutzung der Legende hinausgehendes Vortäuschen eines Zutrittsrechts herbeigeführt werden.Tolle Wurst. Sie dürfen auch Wohnungen anderer Leute als des Verdächtigen abhören, wenn sich der Verdächtige dort aufhält und das Beschnüffeln in den eigenen vier Wänden "alleine nicht zur Abwehr der Gefahr nach Absatz 1 führen wird". Also, auf Deutsch: solange das Schnüffeln und Spannen nur sinnlos genug ist, können sie es ausweiten. Prima, nicht wahr? Ich fühle mich gleich viel sicherer! Und wieder gibt es einen Richtervorbehalt, der (selbst unter der nicht zutreffenden Annahme, dass ein Richtervorbehalt tatsächlich einen Schutz darstellt) durch eine Gefahr-im-Verzug Regelung ohne Verwendungsverbot für illegal erhobene Daten ausgehebelt wird.
Bei dem Lauschangriff haben sie folgenden "Schutz" drin:
Die Maßnahme nach Absatz 1 darf nur angeordnet und durchgeführt werden, soweit auf Grund tatsächlicher Anhaltspunkte, insbesondere zu der Art der zu überwachenden Räumlichkeiten und dem Verhältnis der zu überwachenden Personen zueinander, anzunehmen ist, dass durch die Überwachung Äußerungen, die dem Kernbereich privater Lebensgestaltung zuzurechnen sind, nicht erfasst werden.Wenn dann doch was privates passiert, sollen sie abschalten. Wenn sie sich nicht sicher sind, sollen sie weiter aufnehmen (aber offenbar nicht reinhören) und das wird dann einem Richter übergeben, der es dann löschen läßt, wenn es zu privat ist. Und das soll mich jetzt beruhigen? Dass statt einem BKA-Beamten ein Richter in meinem Leben herum schnüffelt? Da fühle ich mich doch gleich viel sicherer!1!!
Dann geht es weiter mit der Ausschreibung zur polizeilichen Beobachtung. Hier kommen wir offenbar ins Gebiet der Phrenologie, denn da gibt es folgende tolle Formulierung:
Die Ausschreibung zur polizeilichen Beobachtung ist nur zulässig, wenn […] die Gesamtwürdigung der Person und ihre bisher begangenen Straftaten erwarten lassen, dass sie künftig Straftaten gemäß §4a Abs 1 Satz 2 begehen wird […] und dies zur Verhütung der Straftaten erforderlich ist.Wie kann eine Ausschreibung zur polizeilichen Beobachtung jemals für die Verhütung einer Straftat erforderlich sein? Immerhin haben sie ja schon Peilsender in ihrem Sortiment. Daher nehme ich mal an, dass das nur so als Floskel da steht, aus optischen Gründen, und das nie wirklich fraglich sein wird.
Oh und das BKA darf Rasterfahndung machen. Dann dürfen sie
[…] von öffentlichen oder nicht-öffentlichen Stellen die Übermittlung von personenbezogenen Daten von bestimmten Personengruppen […] verlangen […].Lacher am Rande:
Von den Verfassungsschutzämtern des Bundes und der Länder, dem Militärischen Abschirmdienst sowie dem Bundesnachrichtendienst kann die Übermittlung nach Satz 1 nicht verlangt werden.Da sieht man die amtsinternen Schlachtfelder förmlich vor sich. Und was tun sie jetzt mit den Daten? Nun, sie löschen sie. Außer… ja außer:
zu löschen, soweit sie nicht für ein mit dem Sachverhalt zusammenhängendes Verfahren erforderlich sind.Jetzt frage ich mich als Laie natürlich, was "zusammenhängendes Verfahren" ist. Wenn sie da z.B. wegen "ZOMG TERRORISTEN, WAFFENSCHMUGGEL" rasterfahnden, und die Daten dann an die IFPI übergeben, ist das dann auch ein "zusammenhängendes Verfahren"? Geht ja in beiden Fällen um Schmuggel, und es weiß doch jeder, dass Raubkopierer Terroristen sind.
Aber kommen wir zum Bundestrojaner, dem eigentlichen Grund, wieso wir hier sind. Immerhin steht da diesmal nichts von Sachschäden, sondern nur Leib, Leben oder Freiheit, Güter der Allgemeinheit, deren Bedrohung die Grundlagen oder den Bestand des Staates oder die Grundlagen der Existenz der Menschen berührt. "Berührt"? Nicht "bedroht" oder "in Frage stellt"? Desweiteren:
Eine Maßnahme nach Satz 1 ist auch zulässig, wenn sich noch nicht mit hinreichender Wahrscheinlichkeit feststellen lässt, dass ohne Durchführung der Maßnahme in näherer Zukunft ein Schaden eintritt, […]ACH. Also planen sie doch die weitgehend unbegründete Massenmaßnahme? Anders kann ich das nicht lesen hier.
[…] sofern bestimmte Tatsachen auf eine im Einzelfall durch bestimmte Personen drohende Gefahr für eines der in Satz 1 genannten Rechtsgüter hinweisen.Dieser "bestimmte Personen" Teil stört mich. Wie, bestimmte Personen? Nicht die Zielperson? Das klingt für mich nach "wir schnorcheln mal alles mit", so vage wie das hier formuliert ist. Immerhin:
Die Maßnahme darf nur durchgeführt werden, wenn sie für die Aufgabenerfüllung nach § 4a erforderlich ist und diese ansonsten aussichtslos oder wesentlich erschwert wäre.Hier kommt also mal wieder die "muss nur sinnlos genug sein" Regel ins Spiel.
Die Maßnahme darf sich nur gegen eine Person richten, die entsprechend §17 oder §18 des Bundespolizeigesetzes verantwortlich ist. Die Maßnahme darf auch durchgeführt werden, wenn andere Personen unvermeidbar betroffen werden.Das ist ja lächerlich. Erst sagen sie, man darf das machen, wenn man nicht sicher ist, dass überhaupt in näherer Zukunft ein Schaden zu erwarten ist, und dann das hier? Woher soll man denn dann wissen, wer der Verantwortliche sein wird, wenn man noch nicht mal weiss, dass es in absehbarer Zeit stattfinden wird?
Noch eine Frage: Gefahr für Leib und Leben kann man ja auch sagen, wenn jemand selbstmordgefährdet ist. Kann das BKA jetzt alle Emo-Teenies verwanzen?
Kommen wir zu dem Teil, wo sie versuchen, ihren Hintern zu bedecken.
Liegen tatsächliche Anhaltspunkte für die Annahme vor, dass durch die Massnahme allein Erkenntnisse aus dem Kernbereich privater Lebensgestaltung erlangt würden, ist die Maßnahme unzulässig.Solange also jemand auch nur einen Spam auf dem Rechner kriegt, ist der Rechner Freiwild.
Soweit möglich, ist technisch sicherzustellen, dass Daten, die den Kernbereich privater Lebensgestaltung betreffen, nicht erhoben werden.Hier ist ja unstrittig (unter Leuten, die schon mal einen Computer gesehen haben), dass das unmöglich ist. Eine reine PR-Luftnummer also, diese Formulierung überhaupt aufzunehmen.
Erhobene Daten sind unverzüglich von zwei Bediensteten des Bundeskriminalamtes, von denen einer die Befähigung zum Richteramt hat, auf kernbereichsrelevante Inhalte durchzusehen.HAHAHAHAHAHA, bitte was?! Das ist ja zum Totlachen! Befähigung zum Richteramt? Was haben DIE denn geraucht?
Bestehen Zweifel, ob Daten dem Kernbereich privater Lebensgestaltung zuzurechnen sind, sind diese zu löschen oder unverzüglich dem anordnenden Gericht zur Entscheidung über die Verwertbarkeit und Löschung der Daten vorzulegen.Der größte Hammer in dem Gesetzesentwurf ist aber, dass sie ernsthaft zwischen Bundestrojaner und "Quellen-TKÜ" unterscheiden. Quellen-TKÜ ist selbstverständlich exakt das gleiche. Hier wird ein Trojaner eingebracht. Aber mit diesem argumentativen Taschenspielertrick versuchen sie, den Bundestrojaner durch die Hintertür durchzuschmuggeln. Beim Trojanereinsatz zum Skype-Abschnorcheln gibt es dann nämlich doch wieder Sachschaden als Anlaß. Oh und erinnert ihr euch an deren dreistes Rumgelüge, dass das Erstellen eines Bundestrojaners ja so aufwendig sei, der für jedes Ziel extra zurecht angepaßt werden müsse, und daher das eh keine Maßnahme sei, die man mal eben machen könnte, das braucht enormen Vorlauf, blahblah? Zuletzt wurde diese dreiste Lüge von Herr Bosbach bei "Klipp und Klar" im RBB geäußert. Der ist ja eh schon häufiger durch kreative Realitätsauslegung aufgefallen. Und jetzt haben sie eine "Gefahr im Verzug" Regelung dafür. Falls die Zeit zu knapp ist, um einen Richter zu befragen. Laßt mich das noch mal in groß schreiben:
Für den Bundestrojaner gibt es eine "Gefahr im Verzug" Regelung.
Damit überführen sie sich selbst der Lüge. Ist das nicht toll? So einfach kann das gehen. Erst lügen sie uns ins Gesicht, dann glauben sie, wenn das Gesetz nicht öffentlich gemacht wird, bevor es zu spät ist, dann könnten sie da Tatsachen schaffen.
Weiter geht es im Gesetz mit dem Erheben von Verkehrsdaten, wo sie dem BKA Zugriff auf die Daten der Vorratsdatenspeicherung einräumen, und wieder mit der "auf andere Weise aussichtslos oder wesentlich erschwert" Inkompetenzklausel.
Danach kommen noch so unwichtige Details wie dass das BKA "zur Abwehr einer Gefahr eine Person vorübergehend von einem Ort verweisen oder ihr vorübergehend das Betreten eines Ortes verbieten" kann. Auf dieser nicht vorhandenen Einschränkung basierend kann das BKA dann auch alle Leute festnehmen, um "einen Platzverweis […] durchzusetzen" oder einfach nur so, präventiv, weil sie verdächtig sind. Und wenn das BKA jemanden festhalten kann (was ja nicht weiter eingeschränkt ist so als Personengruppe), dürfen sie sie auch durchsuchen. Wobei sie ja eh jeden durchsuchen dürfen, der eine Sache bei sich führt, mit der er sich verletzen oder Leben oder Gesundheit anderer schädigen kann (also alles, eigentlich. Wenn man es wirklich will, kann man sich mit einer Hose oder einem Taschentuch umbringen). Oder wenn man mit der Sache Sachen beschädigen oder sich oder anderen die Flucht ermöglichen oder erleichtern kann (was sie damit wohl meinen? "Schuhe"?). Oh und natürlich kann das BKA Personen durchsuchen, um zu gucken, ob sie Waffen bei sich führen. Hierfür muss noch nicht einmal eine Bedrohung für andere ausgehen, es reicht schon, wenn der BKA-Beamte sich selbst durch potentielle Waffen bedroht fühlt. Aber wartet, kommt noch besser.
Das Bundeskriminalamt kann eine Wohnung ohne Einwilligung des Inhabers betreten und durchsuchen, wenn […] Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sich in ihr eine Sache befindet, die nach §20s Abs 1 Nr 1 sichergestellt werden darf.Und das waren die Sachen, mit denen man sich oder andere töten oder verletzten, Sachen beschädigen oder sich oder anderen die Flucht ermöglichen oder erleichtern kann. Wir halten also fest: das BKA darf alle Wohnungen durchsuchen, denn Tatsachen sprechen dafür, dass sich darin Messer befinden, mit denen man sich verletzten kann. Und Werkzeug, mit dem man Sachen beschädigen kann. Immerhin dürfen sie nachts nur kommen, wenn dies zur Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr […] erforderlich ist. Da fühlt man sich doch gleich viel sicherer! Oh, oder wenn es eine dringende Gefahr ist (§20t Abs 3) und erfahrungsgemäß dort was zu holen ist.
Auch der Schutz von Journalisten und Anwälten ist ganz toll gelungen:
Soweit durch eine Maßnahme eine [solche Person] betroffen wäre und dadurch voraussichtlich Erkenntnisse erlangt würden, über die diese Person das Zeugnis verweigern dürfte, ist dies im Rahmen der Prüfung der Verhältnismäßigkeit unter Würdigung des öffentlichen Interesses an den von dieser Person wahrgenommenen Aufgaben und des Interesses an der Geheimhaltung der dieser Person anvertrauten oder bekannt gewordenen Tatsachen besonders zu berücksichtigen.Äh, wie meinen? Verhältnismäßigkeit? Abwägung? Das ist ja krass. Also wenn das BKA meine Wohnung abhört, und mein Anwalt besucht mich, dann müssen die nicht sofort aufhören, sondern das liegt dann im Ermessen von jemandem beim BKA?!? Das kann sich ja wohl nur um einen Scherz handeln!? Oh, wird noch härter:
Die Absätze 1 bis 3 gelten nicht, sofern Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass die zeugnisverweigerungsberechtigte Person für die Gefahr verantwortlich ist.BWHAAHAHAHA, was für eine Farce! "Der spricht häufig mit seinem Anwalt, also ist der Anwalt mit verantwortlich, den hören wir jetzt mal ab" oder wie? Mann Mann Mann.
Erwähnte ich, dass das Zeugnisverweigerungsrecht abgeschafft wird?
Unter den in […] bezeichneten Voraussetzungen ist der Betroffene zur Verweigerung der Auskunft berechtigt. Dies gilt nicht, soweit die Auskunft zur Abwehr einer Gefahr für den Bestand oder die Sicherheit des Staates oder Leib, Leben oder Freiheit einer Person erforderlich ist.Immerhin dürfen sie die Erkenntnisse nicht zweckentfremden. Interessant ist, wie sie die Auskunftspflicht definieren. Man muss Namen, Vorname, Tag und Ort der Geburt, Wohnanschrift und Staatsangehörigkeit angeben. Weitere Auskünfte können sie nur von dem Tatverantwortlichen verlangen, und "entsprechend den Voraussetzungen des §20 Abs 1 des Bundespolizeigesetzes für die dort bezeichneten Personen". Nur — seht ihr da eine Einschränkung eines Personenkreises? Ich nicht.
Also, liebe Leute, das ist jetzt in eurer Verantwortung, eure Bekannten über dieses Gesetz aufzuklären. Erzählt ihnen von der "Quellen-TKÜ", mit der sie Trojaner auch bei Sachbeschädigung etablieren wollen, von der Wohnungsdurchsuchung, wenn man dort Messer oder Schuhe vermuten kann, von den Platzverweisen (da steht übrigens nur, dass sie befristet sein müssen, nicht dass die Frist nicht "1000 Jahre" sein kann, und da steht auch nicht, dass der Ort, dessen man verwiesen wird, nicht "Bundesrepublik Deutschland" sein kann), den Präventivverhaftungen (Guantanamo, ick hör dir trapsen), den Durchsuchungen… Wenn wir da jetzt nicht ein Faß aufmachen, dann wird das so durchgewunken.
Update: Stellt sich raus, dass ausgerechnet Denkmäler nicht zum Schutz gegen Missbrauch videoüberwacht werden dürfen.
Update: Da ist noch ein kleines Detail, das ich übersehen hatte, bei der Benachrichtigungspflicht.
Zudem kann die Benachrichtigung einer […] Person, gegen die sich die Maßnahme nicht gerichtet hat, unterbleiben, wenn diese von der Maßnahme nur unerheblich betroffen wurde und anzunehmen ist, dass sie kein Interesse an einer Benachrichtigung hat.
Ich denke, da sollten jetzt 60 Millionen Briefe beim BKA aufschlagen, die grundsätzliches Interesse an Benachrichtigungen bekunden.
Gut, aus meiner Sicht sind Safari und Paypal beides Geißel der Menschheit, insofern kann ich das nur begrüßen, wenn die sich kloppen. Aber… von ALLEN Gründen, Safari scheiße zu finden (mir ist z.B. völlig unklar, wie man ohne Adblock überleben kann), und — soviel ist unstrittig — da gibt es viele, nehmen die ausgerechnet den fehlenden Snake-Oil-Support? BWAHAHAHAHAHA
Also ich hoffe ja, dass Apple und Paypal sich streiten, und dass Verisign mit hinein gezogen wird, und dass die Saugstärke der drei ein schwarzes Quantenloch bildet und die drei in ein Paralleluniversum wegtunnelt. Bonuspunkte, wenn wir bei der Gelegenheit auch noch Western Union und/oder die katholische Kirche loswerden. (Danke, Gerd)
Wer denkt, dämlicher geht es nicht, für den habe ich noch eine Steigerung. Ilja hat dem Mann erklärt, er hätte gerne eine Kopie des Passes, damit er ein Bierchen kaufen kann (da sind die Amis sehr stringent, wenn man nicht wie ein Rentner aussieht). Und: der Mann hat ihm eine Kopie seines Passes gegeben.
Wenn Ilja also tatsächlich daran gelegen wäre, hier illegal einzuwandern und Amerikanern den Job wegzunehmen, hätte er jetzt alles in der Hand, was er dazu braucht. Ich habe ja immer gedacht, die Spitze der Flughafen-Sicherheits-Verarsche ist die "ziehen Sie mal die Schuhe aus" Nummer, oder die "Sie dürfen keine Flüssigseife mit an Bord nehmen" Geschichte. Aber…: dümmer geht immer. Ilja kriegt dann demnächst auch noch ein Transkript seiner Befragung ausgehändigt, und das wird er dann hoffentlich selber bloggen.
Date Public 03/30/2008Ach ja? Tatsächlich? Ist das so, ja? Völlig unbekannt vor 2008, das Problem, wie? GRRRR!
Und wer ist überhaupt dieser Russ Cox? Plötzlich ist das ein Kategorie ZOMFG Problem, und Onkel Fefe kriegt nicht mal einen Keks dafür. Außerdem ist das Advisory auch noch falsch, denn man muss einen positiven Wert dazu zählen, damit gcc das wegoptimiert. Übrigens, in dem Original-Bug steht, dass sie das gefixt haben. Haben sie nicht. In gcc 4.3 ist das immer noch so.
Update: Sie haben das Advisory geupdated, es linkt jetzt auf mich! Yeah! (Danke, Justin)
Gestern abend kam mir dann die Idee, in mein cp aus den embutils einen Switch einzubauen, dass er die Zieldatei mit O_SYNC öffnet, und wenn man das benutzt, kriegt man genau den Durchsatz, wie man ihn erwartet hätte. Ich checke das mal die Tage ins cvs ein.
Kurzer Hintergrund: Bei x86 (und AMD64) gibt es String-Instruktionen, die z.B. ein Byte lesen und das Indexregister dann auch gleich hochzählen. Wenn das Direction Flag gesetzt ist, zählen sie dann halt nicht hoch sondern runter. Wenn man memcpy mit den String-Instruktionen implementiert, kriegt man dann Speicherkorruption.
Die Geschichte ist jetzt offenbar ein paar Leuten unter Linux aufgefallen, und natürlich gefunden von LISP-Leuten. Ich könnte mich ja immer nur endlos über die LISPer amüsieren. Aber hey, in unserer Gesellschaft ist auch Platz für Archäologen :-)
socket options = TCP_NODELAY SO_RCVBUF=8192 SO_SNDBUF=8192Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wo die herkommt. Ich habe gerade mal in der Man Page geguckt, da steht die nicht als Beispiel. Muß ich vor Jahren von irgend einer Webseite kopiert und seit dem mit mir rumgeschleppt haben.
Ohne diese Zeile haben Samba und gatling bei mir beide kein Problem damit, einen Gigabit-Link zu saturieren. Ich habe übrigens bei der Gelegenheit auch gelernt, dass man bei samba sendfile explizit anschalten muss:
use sendfile = yesAber auch ohne sendfile erreicht samba (wie gatling) 111 MB/sec und damit das zu erwartende Maximum an Durchsatz.
Während des Rumfummelns habe ich auch mal den Zeitcode von dl aufgehackt, damit er mit mehr als Sekundenauflösung mißt (jetzt mit 100stel Sekunden), und schon kriegt man viel verläßlichere Zahlen im LAN.
Ich fresse also daher hiermit meinen Hut bezüglich früherer Äußerungen und bitte um Entschuldigung.
Wikileaks remains available publishing from non-US, non-Chinese jurisdictions including http://wikileaks.cx/ and http://wikileaks.be/. See http://wikileaks.cx/wiki/Wikileaks:Cover_Names for more.Und das alles bloß wegen einiger Dokumente, nach denen die Bank für ihre Kunden die Steuerhinterziehung und Geldwäsche übernommen hat, was ja eh niemanden überrascht, davon leben schließlich alle Banken mit Niederlassung auf den Cayman-Inseln. Die Bank Bär hat bloß Angst, dass ihnen jetzt die Kunden wegbleiben, wo Fälle von Kunden bekannt geworden sind.BTW: jemand hat einen Torrent gemacht :-)
Oh und noch was, falls jemand wissen will, WIE viel Macht die Banken haben: die haben jetzt ein eigenes US-Gesetz gekriegt, das sie vor einem Patenttroll beschützt. Das Gesetz ist schon durch den Kongress durch, und dann müsste der Steuerzahler (!) dem Patenttroll bis zu eine Milliarde Dollar zahlen als Ausgleich für die Enteignung.
Eine FBI-Übersetzerin namens Sibel Edmonds hat von einem Deal mitgekriegt, mit dem die Amis ihre Atombombengeheimnisse über die Türkei an Pakistan geleakt haben. Die Story ist schon sehr bizarr, weil da zu allem Überfluß auch noch Israel involviert sein soll. Gut, es ist schon auffällig, dass Israel immer gegen den Iran aber nie gegen Pakistan wettert wegen angeblicher Atomwaffen. Pakistans Atomguru hat ja die Pläne bekanntermaßen weiter verkauft, u.a. soll auch das Iraner Atomprogramm darauf basieren. Da bietet sich die Interpretation an, dass sie die Pläne absichtlich an den Iran geleakt haben, um ihn dann wegen des Atomprogramms anpinkeln zu können, das man ihnen selbst verkauft hat.
"If you made public all the information that the FBI have on this case, you will see very high-level people going through criminal trials," she said.Her story shows just how much the West was infiltrated by foreign states seeking nuclear secrets. It illustrates how western government officials turned a blind eye to, or were even helping, countries such as Pakistan acquire bomb technology.
The wider nuclear network has been monitored for many years by a joint Anglo-American intelligence effort. But rather than shut it down, investigations by law enforcement bodies such as the FBI and Britain's Revenue & Customs have been aborted to preserve diplomatic relations.
Der Lacher ist jetzt, wie Bush aus der Sache raus kommen will. Seine Junta ist ja involviert, und das wäre Hochverrat und trägt unangenehme Strafen. Also haben sie ein Gesetz gemacht, dass den Verkauf von Atomgeheimnissen an die Türkei legalisiert, und das haben sie in den Senat eingebracht, wo aber nicht darüber abgestimmt wird, denn wenn ein Gesetz eingebracht aber nicht debattiert wird, gilt es nach ein paar Monaten automatisch als angenommen. Sozusagen ein Gesetzes-Stealth-Launch.Lustiges Detail am Rande: eine andere Übersetzerin war die Tochter eines Pakistanischen Botschaftsfunktionärs, die dafür Top Secret Clearance gekriegt hat.
CREDIT card customers who pay off their balance each month are as much risk from being cut off by their lender as those that have lost control of their spiralling debts..Credit checking agencies say banks are beginning to weed out customers with faultless borrowing histories because they can make little profit on them.
Die eigentlich Frage ist, wieso die das jetzt erst machen."Put yourself in their shoes. You spend very little and pay it off every month. You are not an ideal customer for them," said Peter Brooker, a spokesman for the company.Lenders make some money from retailers who pay per transaction charged to a credit card, but most of the profit comes from hefty interest fees.
[…]
Credit card providers have become more discerning about who they accept as new customers in recent years. Two years ago only about one in three of applicants for new cards were declined. That figure has since risen to nearly 50%. Barclaycard now turns down more applicants than it accepts.
Der Lacher ist ja, dass die a) einen Prozentsatz aller Umsätze als "Gebühr" kassieren, d.h. der Händler wird noch dafür bestraft, Kreditkarte zu akzeptieren, und b) vom Kunden für das Ausstellen der Kreditkarte pro Jahr "Gebühren" kassieren. Und das reicht jetzt nicht mehr?Bei manchen Kreditkarten kriegt man Teile der dem Händler weggenommenen Profite dann indirekt in Form von "Bonusmeilen" oder so dem Karteninhaber wieder. Vielleicht hat das ja auch damit was zu tun? (Danke, Uwe)
Update: Ausgerechnet der Iran ist damit komplett vom Internet abgeklemmt. Also ZUFÄLLE gibt es!1!!
Dazu gehört auch, dass die laufende Betonung der Bedeutung der Online-Durchsuchung die IT-Kräfte in der Behörde nicht eben beruhigt. Auf dem Polizeikongress machte sich ein Beamter, nach eigenen Aussagen IT-Experte bei der Berliner Polizei, im Fachpanel über die Online-Durchsuchung seine Gedanken. "Ich frage mich, gegen wen sich das vorgeschlagene Gesetz eigentlich richtet. Wenn wir wissen, dass wir mit unseren Tools nicht gegen die OK [organisierte Kriminalität] und Geldwäsche ankommen, weil die strikt Klartextdateien nur auf separaten Rechnern führen, dann müssen wir uns fragen, was unter dem Deckmantel der terroristischen Bedrohung passiert. Wir produzieren dann nur gemeinte Sicherheit und fangen Otto Normalverbraucher, der mal ein paar Dateien aus dem Netz geladen hat, ob das Nazireden oder Pornografie ist. Da habe ich als Beamter ein großes Problem."Wow. Ich freue mich sehr, dass da ein Beamter genug Arsch in der Hose hatte, das mal offen zu sagen. Und die Antwort auf sowas ist immer die gleiche. Wir haben das ja auch schon ein paar Mal angesprochen, dass sie damit nur die Doofen fangen werden. Da heißt es dann immer:
Die Antwort des Datenschüzters Wolfgang von Pommer Esche, der den Bundesdatenschützer Peter Schaar vertrat, fiel nicht beruhigend aus: "Jeder Kriminelle macht mal Fehler. Da muss man Geduld haben." Außerdem sei die Methode, einen Trojaner zu programmieren so aufwendig, dass die Behörden den Zielrechner genau auskundschaften müssten, sodass keine Gefahr bestehe, dabei irrtümlich einen Normalverbraucher ins Visier zu nehmen.Nur sagen das normalerweise die Betonköpfe aus dem Führungskreis um SSchäuble herum, nicht der Vertreter des Datenschutzes. Das schockiert mich dann doch, dass ausgerechnet der jetzt auch diesen Blödsinn von sich gibt.
Immerhin. Wir haben da die öffentliche Meinung so polarisiert gekriegt, dass die Befürworter des Bundestrojaners alle kurzfristig abgesagt haben. Das ist ja auch schon mal was. Keiner kann im Moment sagen, ihm sei nicht klar, dass niemand aus dem Volk diesen Trojaner haben will.
am 27. Januar 2008 steht Hessen vor einer Richtungswahl. Sie entscheiden mit Ihrer Stimme darüber, ob Hessen ein Erfolgsland der politischen Mitte bleibt oder ob es von einem spätsozialistischen Linksblock regiert wird.… !?!?
Die SPD bekennt sich in ihrem neuen Grundsatzprogramm zum "demokratischen Sozialismus" und der "marxistischen Gesellschaftsanalyse". Deutlicher kann der Unterschied nicht werden. Für die CDU ist klar: Sozialismus steht für Mauerbau, politische Verfolgung Andersdenkender und jahrzehntelange Teilung unseres Vaterlandes. Damit muss ein für allemal Schluss sein.Kann mir mal ein Jurist erklären, wieso das nicht als Volksverhetzung geahndet wird?
Update: Immerhin hat er schon mal einen Big Brother Award gekriegt.
Update: Sogar ZWEI Mal! Das ist an sich schon eine Leistung!
Die alternative Lesweise ist, dass die keine Ahnung haben und einfach nur mal ihre eigene Stimme hören wollten beim Verlesen des Antrags. Da ist sicher auch was wahres dran. Aber, mal ganz platt gesprochen, die Nazis haben auch nicht die gezielte Tötung der Juden besprochen. Wenn fiese Unterdrückungs- und Abhörmaßnahmen diskutiert werden, dann wird das immer irgendwie semi-nachvollziehbar begründet, mal mit "den Terroristen", und jetzt halt mal mit "der Online-Sucht". Und überlegt euch doch mal, ob euch überhaupt noch irgend eine andere Argumentation einfällt, die man für Ausweispflicht heran ziehen könnte. Ich habe da schon länger drauf gewartet, dass jemand mit Onlinesucht kommt und dann fordert, die Anbieter von potentiell suchtgefährdenden Inhalten in die Pflicht zu nehmen. Wenn ich mir angucke, auf wie kleine Update-Intervalle manche Leute ihre RSS-Reader setzen, dann ist mein Blog auch ein Herd der Online-Sucht.
Die Masche, kurz zusammengefaßt: Die Sparkassen verscheuern Hypotheken (und zwar auch solche, bei denen alle bisherigen Raten voll und rechtzeitig gezahlt worden sind) an eine Heuschrecke namens Lone Star, die dann das Haus zwangsversteigert. Als Twist kommt dazu, dass es im Deutschen Recht einen Unterschied zwischen der Grundschuld und der Hypothek gibt, so dass die da auch noch die volle Summe vollstrecken können, selbst wenn schon 90% abgezahlt war.
Als Salz in der Wunde kommt dann noch dazu, dass die Hypotheken weit unter Wert (die Sendung schätzt zu 30% des Nennwerts) verscheuert werden, und die Sparkasse dann diverse gute Hypotheken "untermischen", um der Heuschrecke einen besseren Deal anbieten zu können. In einem Fall sagt die Sparkasse sogar, die eine Hypothek sei nur "versehentlich" an Lone Star verkauft worden.
Man kann sich dann wohl theoretisch die Kohle zivilrechtlich von der Bank wiederzuholen versuchen, aber in der Praxis ist das Haus weg und man ist erst mal obdachlos.
Also ich mache ja sowieso keine Geschäfte mit einer Sparkasse, seit ich als Schüler mal ein Konto bei denen hatte, das eine Weile mit ein paar DM im Plus ruhen ließ, und als ich dann mal gucken wollte nach ein paar Jahren, sagte mir der Geldautomat, das Konto existiere nicht. In der Bank meinte man dann, dieses Konto gäbe es nicht, konnten mir aber auch nicht sagen, wo ich dann die Kundenkarte her habe. Es ging zwar nur um 5 DM oder so, aber wer einmal sowas mit mir macht, dem kann ich nie wieder vertrauen, ist doch klar. Und wenn ich sowas lese, dann bin ich froh, dabei stets geblieben zu sein.
Update: Mir hat jemand eine Stellungnahme der Sparkassen gemailt, wo sie behaupten, dass entgegen der Darstellungen in dem Film es doch bei allen betroffenen Hypotheken Zahlungsschwierigkeiten gegeben habe.
Update: Gibt es auch online, beim WDR gibt es ein bisschen Text.
Update: Die Sparkassen haben jetzt eine einstweilige Verfügung gegen die WDR-Doku gekriegt. Nun wird so eine einstweilige Verfügung ohne Anhörung des Opfers erlassen, insofern überzeugt mich das noch nicht per se. Der WDR sagt dann auch, die veröffentlichten Fakten seien belegbar und sie stünden dazu.
Was für ein hanebüchener Schwachsinn. Facebook-Klone leben davon, dass die Mitglieder ihre Daten da eingeben. Internet-Ausdrucker geben nichts ein, sie sind nur Mitesser an anderer Leute Inhalten. Aus meiner Sicht gibt es jetzt zwei Szenarien:
Bush needs the Saudis to charge us big bucks for oil. The Saudis can’t lend the US Treasury and Citibank hundreds of billions of US dollars unless they first get these US dollars from the US. The high price of oil is, in effect, a tax levied by Bush but collected by the oil industry and the Gulf kingdoms to fund our multi-trillion dollar governmental and private debt-load.Was mich an der Theorie stört: die Saudis kassieren nur einen Bruchteil der Profite an dem Öl. Die Ölkonzerne fressen bei weitem den Hauptteil, weil die die Raffineriekapazität künstlich noch weiter verknappt haben als die Ölkapazität eh schon ist. Auf der anderen Seite sitzen die ja auch in den USA, insofern könnte man argumentieren, dass das Geld in die USA fließt, egal auf welchem Weg.The Bush Administration, rather than tax Americans to cover our deficits or make the banks suffer the consequences of their predatory lending practices, is allowing the Saudis to charge us big time at the pump with the understanding they will lend it all back to us - so the party never has to stop.Und genau so funktioniert das ja auch mit den Chinesen. Nur dass die jetzt eben gemerkt haben, dass man ja noch mehr Dividende kriegt, wenn man statt in Staatsanleihen zu investieren direkt die Firmen aufkauft. Die Araber leben da hinreichend in Saus und Braus und Prunk, dass die da keinen Leidensdruck sehen, noch mehr Profit zu machen, die Chinesen denken im Gegensatz dazu auch an ihr Volk und die Zukunft und nicht nur an ihre eigene Tasche. Schönes Detail am Ende noch:It has been reported that the President’s Secret Service men traveling with him seemed embarrassed by the eye-popping loads of diamond and gold gifts which they have to carry back for President Bush. They need not feel they have taken too much from their hosts: Bush has assured Abdullah that the King can suck it back out through our gas tanks.Kann ich mir lebhaft vorstellen. Eine so gute Profitquelle wie die Amis kann man sich auch schon mal ein bißchen mit ein paar Klunkern warmhalten.
Myspace kriegt also aus diesem Deal eine Liste aller Email-Adressen von Kindern. Und die Kinder richten sich dann halt einen Wegwerf-Email-Account bei Yahoo oder so ein.
Zur Frage "welche Daten will die Polizei" nannte der Polizist Stamm-, Standort-, Verkehrs- und Inhaltsdaten.Nur argumentationstechnisch sind die noch im letzten Jahrtausend und nehmen keine Kinderschänder, keine Terroristen und keine Sexualstraftäter, sondern … die organisierte Kriminalität. Ach Leute, das ist sowas von 90ies! Total out! Damit kriegt ihr doch heute keinen mehr hinter dem Ofen hervor.
Immerhin, der Mann ist offensichtlich Techie, der kann nicht lügen:
Zu der Frage, warum "die Polizei ohne richterliche Kontrolle das Recht auf Zugriff auf Daten von Internet-Usern erhalten" solle, wandte Österreicher ein, dass eine richterliche Genehmigungspflicht unmöglich sei, weil in der Regel gar kein strafbarer Tatbestand vorliege.
Diese E-Mails sind nach Ansicht des BfV chinesischen Ursprungs und trugen eine Schadsoftware mit sich. Bislang gibt es allerdings noch keine gesicherten Hinweise, dass die in den Angriffsmails eingebundene Schadsoftware erfolgreich in Funktion getreten istOh, keine gesicherten Hinweise. Das ist ja auch schwierig im Trojanerumfeld, weshalb wir ja auch dagegen sind, dass der Verfassungsschutz mit Trojanern auf die Bevölkerung losgelassen wird.
"We operate our business all over the world, and Tony Blair will bring our leaders and clients a unique and invaluable global perspective that is especially critical in turbulent times like these," said Jamie Dimon, chairman and CEO of the company, in the statement.Aha. Na dann.
Und die 130er Korvetten sind nicht der einzige Marine-Nachwuchs:
Das gelte auch für die geplanten Marathon-Fregatten der Klasse 125, die eine übergroße Koalition aus CDU/CSU, SPD und FDP im Haushaltsausschuss pünktlich zur Sommerpause und öffentlich nahezu unbemerkt in Auftrag gab.Na ENDLICH kann unsere Marine die Schweiz belagern!1!! Glücklicherweise läuft die Beschaffung total einwandfrei:Das teuerste Kriegsgerät in der deutschen Militärgeschichte kostet 650 Millionen Euro - pro Stück. Vier davon hat die Regierung Merkel bei Thyssen-Krupp bestellt, macht zusammen 2,6 Milliarden plus x, denn der Preis darf jährlich um bis zu drei Prozent nach oben klettern. Das Kürzel der neuen Wunderwaffe: "F 125". Auch diese 150 Meter langen Fregatten können Landziele bekämpfen, vor allem aber zwei Jahre lang nonstop auf See operieren.
Den Verdacht, dass die Marine der Politik Wind in die Segel bläst und nicht umgekehrt, wie es seit dem Militärphilosophen Carl von Clausewitz als üblich gilt, nährt ein Blick in die Beschaffungsgeschichte. Der Kaufvertrag für die Tarnkappen-Korvetten wurde im Dezember 2001 unterschrieben, bereits 2004 stand die Strategie für die Marathon-Fregatten weitgehend fest - aber erst im Herbst 2006 gab die Bundesregierung mit dem Weißbuch zur Sicherheitspolitik zu verstehen, wie die Marine als Teil einer "Transformation" der gesamten Bundeswehr zu einer "Expeditionary Navy" umgebaut werden soll.Fakten schaffen war im Öffentlichen Dienst schon immer die beste Strategie.
Update: Das werden die größten Fregatten der Welt, weil man Schiffe dieser Größen normalerweise Zerstörer nennt, nicht Fregatten. Aber das war wohl politisch unopportun, Zerstörer zu kaufen. Klingt so brutal und so.
Im Sommer drohten die Taliban zudem mit der Entsendung von Selbstmordattentätern in die Bundesrepublik und andere Staaten des Westens. Außerdem hat sich in Pakistan die „Islamische-Dschihad-Union“ eingenistet, die mit Al Qaida kooperiert, aber auch rivalisiert. In Lagern der Dschihad-Union wurden Daniel S. und Komplizen trainiert. Für den Heiligen Krieg in Deutschland.Soso, die Islamische Dschihad Union hat sich in Pakistan eingenistet. Im Herbst hieß es noch, sie sei ein Fake, und wenn dann aus Usbekistan. Ich glaube ja, die IJU ist die neue Al Kaida. Genau so wenig tatsächlich existent. Das ist ja auch Grundvoraussetzung, sonst kann man ja keinen endlosen Krieg gegen sie führen. Und falls jemand nicht mitkriegt, was sie einem mit dem Artikel sagen wollen:
Das Gefahrenszenario in Europa ist kaum noch überschaubar: Rückkehrer aus dem Irak, über das Internet radikalisierte Homegrown-Terroristen, fanatische Konvertiten, eingeschleuste Attentäter – 2008 dürfte ein heikles Jahr werden.Wir sind alle so gut wie tot.
Soweit die Theorie. In der Praxis gibt es verschiedene Ansätze, wie man damit am besten umgeht. Ich habe das Problem in Hardware gelöst, indem ich USB-TV-Grabber mit eingebautem Audio-Sampling gekauft habe, so dass Video und Audio die selbe Taktquelle haben und es keine Sync-Probleme gibt. Nur leider stellt sich heraus, dass mencoder da trotzdem Sync-Probleme herbei halluziniert und alle paar tausend Frames einen Frame dupliziert. Nach zwei Stunden hat man da eine halbe Sekunde Unterschied zwischen Audio und Video.
Gut, dachte ich mir, löse das Problem mit dem Holzhammer, nimm Audio und Video separat auf, dann gibt es da keine Differenzen, die mencoder ausgleichen müsste. Doch weit gefehlt, selbst mit -nosound dupliziert mencoder Frames. Ich könnte kotzen. Jetzt habe ich meinen mencoder gepatcht, damit er auf Zuruf das Fummeln an den Frames läßt, und nehme damit ein paar Stunden lang arte auf, um zu gucken, ob das damit in sync bleibt. Moan ey, wie schwer kann das denn eigentlich sein alles? Offenbar benutzt mencoder da tatsächlich völlig sinnlos auch die PC-Systemzeit mit, die alles andere als zuverlässig ist und vor allem zum Aufnehmen von Video überhaupt gar keine Rolle spielen sollte. Ich erwähne nur mal am Rande "ntp". Laut man-Page müsste man das mit "-mc 0" ausschalten können, aber ich konnte da keine Verhaltensänderung feststellen.
Und falls jetzt jemand sagt, nimm halt was anderes als mencoder: der Treiber ist offenbar weitgehend im Eimer und funktioniert nur mit mencoder. vlc sagt
vlc: [00000272] v4l demuxer error: mmap unsupportedffmpeg sagt
[video4linux2 @ 0x2b068eec8040]The v4l2 frame is 614400 bytes, but 460800 bytes are expectedstreamer (von xawtv) sagt:
setformat: 16 bit YUV 4:2:2 (planar) (640x480): failedDie SVN-Version von vlc segfaultet direkt, noch vor dem Öffnen des Fensters, mit einer glibc-"der Heap ist korrupt"-Meldung.
Also ich kann das ja schon nachvollziehen, was der Scholz da macht. Gut, Geld holt man normalerweise bei denen, die welches haben, nicht bei Hartz IV Opfern, das meine ich nicht. Aber wenn man irgendwo neu hin kommt, dann hat man ja schon ein bißchen das Bedürfnis, die Grenzen zu kennen. Und das macht der da gerade. Der guckt mal, wie tief er ins Klo greifen kann, bevor jemand seinen Rücktritt fordert. Nun, daran soll es nicht fehlen, Herr Scholz. Ich fordere hiermit ihren Rücktritt.
Will the Federal Reserve release information about individual Bids or Participants?The data on Bids of individual Participants or of Participants will not be made public, except as required by law.
D.h. im Gegensatz zu normalem Geldnachdrucken und -Verteilen sieht man nicht, wer die Kohle kriegt. Das wird dann wohl auch der eigentliche Hintergrund der Aktion sein, dass sie mal ihre sensibleren Hypothekenopfer retten können. (Danke, Uwe)
Eine Webseite, bei der selbst die zynischsten IT-Profis mehrere Minuten brauchen, bis ihnen klar wird, dass es sich nicht um eine Satire handelt.
Eine Webseite mit absolut keinem meßbaren Inhalt, die eine Packung Snake Oil verkauft, von der sie nicht mal beschreiben kann, was es überhaupt leisten soll.
Dazu eine völlig nichtssagende Grafik wie aus den 80ies, der Text am rechten Rand herrlich unprofessionell als Inline-Grafik, und Buzzword Galore, dass es nur so kracht.
Wer noch Zweifel hat, sieht diese durch ".htm" als Dateiendung, "windows-1252" als Charset und "Microsoft FrontPage 6.0" als HTML Generator ausgeräumt.
Ja, liebe Leute, diese Webseite kann man gar nicht oft genug verlinken. Das Zitat am oberen Rand ist auch ein Meilenstein der Satire, so völlig nichtssagend, dass es auch auf Klopapier passen würde.
Aber halt, das wird noch besser. Klickt erst mal auf Executive Overview! Das ist so prototypisches Messe-Marketing-Loser-Gewäsch, da kriegt man Pickel von!
Aber halt, es geht noch schlimmer. Es gibt da tatsächlich einen Link "Success Stories", mit dem Who Is Who der Firmen, von denen man auch direkt gedacht hätte, dass die auf sowas reinfallen. Besonders großartig: "U.S. Government Intelligence Agency".
Von welcher Webseite ich rede? Na klar, von http://www.omg.com/mda/. Kann man sich gar nicht ausdenken, sowas. Ich habe ja mal nachgedacht, ob ich nicht eine Satire auf die ganzen beschissenen Industriestandards machen soll. Dann fiel mir diese Webseite ein, und da hab ich aus dem Stand aufgegeben. Mit diesen Leuten kann ich unmöglich konkurrieren.
In essence, the Treasury's Freedom of Information officials said that the Working Group - affectionately nicknamed the Plunge Protection Team - doesn't keep records of its meetings.How interesting and convenient!
Included in the 177 pages that the Treasury said responded to our request on the actions of The President's Working Group were 53 pages on which something was redacted - blacked out so that the discussion was unreadable.
Many of those 53 pages contained no words at all - just a big black blob.
"Wir müssen davon ausgehen, dass ein Großteil des Einsatz- und Streifendienstes, darunter auch Vorgesetzte, in diesem Kellerraum nach Dienst Alkohol getrunken haben", erklärte Kühme. Dies sei allerdings seit einigen Jahren strikt untersagt, so der Sprecher.NEIN! Getrunken sagen Sie? Unglaublich!
Auf Geheimhaltung legten die Beamten offenbar wenig Wert, denn: Außer den beschlagnahmten Weinbrand- und Bierflaschen fanden die Kontrolleure außerdem mehrere Listen. Darauf verzeichnet: präzise Angaben darüber, welche Beamten pro Monat wie viele Einheiten Alkohol konsumierten. Die Aufstellung sollte später die Bezahlung der Getränke erleichtern.
Lustig auch, dass Heise offenbar direkt nach den Haftungsregelungen gefragt hat. T-Systems hat ausweichend geantwortet, und Gematik hatte ursprünglich erzählt, sie wollten die Haftung nicht limitieren, und daraus schließt Heise messerscharf, dass T-Systems sich dann wohl mit der unlimitierten Haftung einverstanden erklärt habe. Das halte ich für ausgeschlossen. Ich vermute mal, dass es wie folgt genaufen sein könnte:
Wie komme ich darauf? Zwei Dinge:
Gegenüber heise online betonte Haag: "Wir haben auf Basis der Ausschreibung ein wirtschaftliches Angebot abgegeben. Dies umfasst – wie in jedem Verfahren – auch Haftungsregelungen."Das hätte er nicht so betont, wenn die Haftungsregelung unlimitiert wäre. Und dann:
Neben dem Zuschlag beim Backbone-Betrieb freut sich T-Systems auch über die Vergabe beim Zugangsdienst.Siehe oben, "Nachfolgeauftrag". Bei der Gematik haben sie sich sicher gedacht, wenn sie T-Systems im selben Auftrag mehr Geld zuschieben, haften die auch mit der Gesamtsumme. Das wird dann vor Gericht enden, wenn Gematik so lange aushält. Und noch einen Lacher gibt es:
Das sei dennoch ein großer Gewinn, weil T-Systems auf diese Weise Erfahrungen mit der Ausgestaltung des Zugangsdienstes sammeln könne und bei der kommenden Ausschreibung für den Wirkbetrieb des Zugangsdienstes bestens vorbereitet sei.Sie können Erfahrungen sammeln. Sie geben also selber zu, keinerlei Erfahrungen mit Zugangsdiensten zu haben. BWAHAHAHAHA. Herzlichen Glückwunsch, Gematik. Immerhin, man merkt, dass der Gematik-Chef (ehemals für das ultra-verkackte FISCUS-Projekt zuständig) Erfahrung mit T-Systems hat, und so hat er sich immerhin eine Tür offen gehalten für spätere Verhandlungen: es gibt noch eine weitere wertvolle Ausschreibung, an der T-Systems Interesse hat. Wahrscheinlich hofft Gematik jetzt, dass T-Systems sich nicht vollständig daneben benimmt, damit sie dort auch noch zum Zuge kommen. Ich drücke die Daumen.
Im Einzelnen sollten sie auf folgende Dinge verzichten:
They were asked to renounce the following powers if elected: torture; presidential signing statements; indefinite detentions of American citizens as enemy combatants; military commissions that combine judge, jury and prosecutor; spying on American citizens in contravention of federal statutes on the president's say-so alone; kidnapping, imprisoning and torturing suspected terrorists abroad; executive privilege to shield the executive branch from Congressional oversight; prosecuting journalists under the Espionage Act for exposing national security abuses; listing organizations as terrorist groups based on secret evidence; suspending the writ of habeas corpus during the conflict with international terrorism; and invoking the state secrets privilege to deny victims of constitutional wrongdoing any judicial remedy.Ron Paul ist ein krasser Aussenseiter der Republikaner, der einzige, der da sinnvolle Dinge zu tun verspricht. Leider können die etablierten Kandidaten das nicht riskieren, dass der eine Chance kriegt, und torpedieren ihn wo es geht. Ich glaube nicht, dass der eine Chance hat. Und wenn, dann würde er bald einen bedauerlichen Unfall haben.
Wir hatten ja hier schon angesagt, dass wir nicht sicher waren, ob der Fnord-Rückblick stattfinden wird. Dann haben wir eine Tonne positives Feedback gekriegt und ihn doch eingetragen. Und heute war wieder Content-Meeting und weder Frank noch ich konnten zeitlich hinkommen, also haben sich die üblichen Verdächtigen in der geglaubten Anonymität aus ihren Löchern getraut und dagegen gestimmt.
Ja, ich weiß, dass wir zur Fnord News Show in den letzten Jahren bombastisch viel positives Feedback gekriegt haben. Mir müsst ihr das nicht sagen. Und ich kann mir auch schöneres für die Adventszeit vorstellen, als da einen Fnord-Rückblick vorzubereiten, aber wenn das Publikum da so deutlich votiert, dann ist das aus meinen Augen keine Sache, aus der man sich einfach rausstehlen kann.
Nun ja. Dann habe ich halt dieses Jahr doch mal ein bißchen Zeit für die Familie in der Adventszeit.
"Manche halten das Trennungsgebot fast schon für einen Verfassungsgrundsatz", sagte der Innen- und Verfassungsminister. Er habe es aber im Grundgesetz nicht gefunden. Die Abgrenzung von Polizeiarbeit und Spionage, von an Gesetzen gebundenen offenen und von geheimen, konspirativen Ermittlungen, eine Lehre aus der NS-Zeit, steht tatsächlich nicht im Grundgesetz. Es wurde jedoch vom Bundesverfassungsgericht schon vor vielen Jahren aus diesem abgeleitet.Wie untragbar muss der eigentlich noch werden, bevor der da mal mit einem saftigen Arschtritt aus dem Amt entfernt wird? Der kriegt ja auch noch Geld dafür! Meine Steuern werden für das Gehalt dieses Marodeurs ausgegeben! Unglaublich.
Und der demokratische Rechtsstaat dürfe sich dem Wettkampf mit den Gefährdern nicht verweigern. Bessere Vernetzung von Behörden und Informationen sei eine Notwendigkeit. Auch die Unterscheidung eines Völkerrechtes im Frieden und eines Völkerrechtes im Krieg entspräche nicht mehr der Realität.Wenn wir tatsächlich eine wehrhafte Demokratie hätten, säßt der Mann dafür im Gefängnis und nicht im Parlament. Aber wartet, wird noch härter:
"Wir sollten die Leistungsfähigkeit des Bundesnachrichtendienstes nicht durch parlamentarische Untersuchungsausschüsse gefährden."Mir fehlen die Worte. Laßt mich das noch mal wiederholen.
"Wir sollten die Leistungsfähigkeit des Bundesnachrichtendienstes nicht durch parlamentarische Untersuchungsausschüsse gefährden."Da haben wir es.
Den Nachrichtendiensten "unlautere Absichten zu unterstellen", sei deshalb geradezu "unredlich".Ich denke, es ist langsam an der Zeit, ein offizielles Rettungsersuchen an die Siegermächte des 2. Weltkrieges zu schicken. Sie haben uns schon mal gerettet, sie sollen es bitte noch einmal tun.
Also so langsam schießen die mir echt einen Grund nach dem anderen weg, wieso ich nicht gleich in die USA ziehen sollte. Da kriegt man die gleiche Terror-Packung durch die Regierung, aber wird immerhin ordentlich bezahlt für seine Arbeit und zahlt deutlich weniger Steuern.
gzip: mpeg4ip-1.6.1.tar.gz: invalid compressed data--format violatedMhh. Anderer Mirror. Selbes Ergebnis. Überall kaputt. Na PRIMA. Also ziehe ich mir das aus dem CVS. ./configure? Gibt es nicht. Dafür gibt es bootstrap und cvs_bootstrap. Ersteres beendet sich und verweist auf zweiteres. Dieses sagt:
+ automake --add-missing --foreignGanz großes Kino. Das ist noch unter Bananensoftware, denn es reift ja nicht mal bei mir als Kunden. Es handelt sich auch nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, um configure.in, sondern um lib/SDLAudio/configure.in. Wie können die so eine Gülle ausliefern?! Und das ist die Software, die man braucht, wenn man mp4-Dateien erstellen will.
/usr/share/automake-1.10/am/depend2.am: am__fastdepCCAS does not appear in AM_CONDITIONAL
/usr/share/automake-1.10/am/depend2.am: The usual way to define `am__fastdepCCAS' is to add `AM_PROG_AS'
/usr/share/automake-1.10/am/depend2.am: to `configure.in' and run `aclocal' and `autoconf' again.
+ exit 5
Die Software referenziert auch libavutil von ffmpeg, aber benutzt dafür nicht pkg-config, der dann alle Dependency-Libraries (xvid, pthread bei mir) auch lädt, sondern versucht es von Hand und fliegt natürlich direkt auf die Fresse. Ganz, ganz groß.
Und was sagt die Homepage?
What's Next??? as of 9/28/07, development is stopped, and we are not taking any more contributions.
Da weiß man, was man hat.Oh, und natürlich kompiliert das auch nicht, weil der aktuelle gcc 4.2.2 da ein bisschen pingelig ist:
cc1plus: warnings being treated as errorsJetzt wird mir bestimmt jemand schreiben, dass man auch mit ffmpeg mp4-Dateien erzeugen kann.
atom_amr.cpp: In constructor 'MP4AmrAtom::MP4AmrAtom(const char*)':
atom_amr.cpp:33: warning: deprecated conversion from string constant to 'char*'
atom_amr.cpp:36: warning: deprecated conversion from string constant to 'char*'
atom_amr.cpp:38: warning: deprecated conversion from string constant to 'char*'
atom_amr.cpp:41: warning: deprecated conversion from string constant to 'char*'
atom_amr.cpp:43: warning: deprecated conversion from string constant to 'char*'
$ ffmpeg -vcodec copy -acodec copy -i HVA.avi HVA.mp4läuft sogar durch und erzeugt eine .mp4-Datei, aber wenn man die mit mplayer abspielen will, kriegt man
Starting playback…und diese Fehlermeldung dann für jeden Frame. Hel-den-haft.
[h264 @ 0xfbd180]no frame!
Error while decoding frame!
Mit mencoder kann man theoretisch auch mp4 erzeugen:
mencoder -ovc copy -oac copy -of lavf -lavfopts format=mp4 HVA.avi -o HVA.mp4mplayer spielt das dann auch wieder ab, und in der aktuellen CVS-Version ist sogar die B-Frame-Warnung verschwunden. Aber das Flash-Plugin hängt sich dann daran auf.
Interessant ist, dass Norwegen die Terrorliste seit einer Weile nicht mehr anwendet. Wenn die nicht vom Europäischen Haftbefehl betroffen wären, käme das als Auswanderungsland echt in Frage.
Zur Erinnerung: hier gab es die ganzen von euch vorgeschlagenen CSS-Layouts. Viel Spaß!
Um die Maßnahmen gegen den Terrorismus zu finanzieren, wurden die Tabak- und die Versicherungssteuer erhöht. Die erwarteten Mehreinnahmen von drei Milliarden Euro sind zur Hälfte für die Bundeswehr bestimmt.Erst mal: zur Hälfte? Die andere Hälfte stopft irgendwelche anderen Löcher, oder wie? Was können die Raucher oder Versicherungen dafür? "Kritik: Keine" finde ich an der Stelle nicht in Ordnung.
Doch Ackermann sagte in der Sendung auch, dass die Deutsche Bank wegen der katastrophalen Zustände auf dem Finanzmarkt Kredite im Umfang von 29 Milliarden Euro neu bewerten müsse."neu bewerten" lese ich in dem Zusammenhang mal als "Totalverlust abschreiben".
Ich finde ja an Hartz IV am schlimmsten, dass die Idee völlig gestorben ist, daß der Staat einem kurz unter die Arme greift, damit man sich wieder aufrappeln kann. Hartz IV kriegt man erst, wenn man alle anderen Geldquellen verbraucht hat. Damit ist völlig klar, dass sich an der Stelle niemand mehr aus eigener Kraft aufrappeln kann, von Hartz IV kann man sich ja nicht mal gesund ernähren. (Danke, Rainer)
Da sieht man mal: Propaganda funktioniert. Gut, die RAF liegt lange zurück, aber dafür haben wir ja jetzt prima Dokumentationen über die RAF auf allen Kanälen. Ich erinnere mich noch gut an die Steckbriefe, die in meiner Kindheit in der Post aushingen. Immerhin weiß man jetzt, daß es in der SPD doch noch wählbare Leute gibt:
"Das Ganze ist an Schleswig-Holsteins Innenminister Ralf Stegner gescheitert", schloss sich Beckstein in der Welt am Sonntag der Schelte seines CDU-Kollegen aus Niedersachsen, Uwe Schünemann, an.Vielen Dank, Herr Stegner! Sie geben mir Hoffnung.
Ich habe dem Mann mal eine Dankes-Email geschickt, an ralfstegner-buergerbuero (at) t-online.de. Ich kann mir vorstellen, daß dem das hilft, auch in Zukunft zu opponieren, wenn der da freundliche Emails kriegt.
Oh und 7500 Eisenbahnbrücken sind auch Klump und müssen in den nächsten 12 Jahren ersetzt werden. Die Bahn kriegt pro Jahr Milliarden vom Bund für die Wartung ihres Schienennetzes. Wo ist das denn bitte hingeflossen, wenn nicht in die Wartung des Schienennetzes?! Gut, die Boni des Vorstandes muss ja von irgendwas bezahlt werden, aber das war mir bisher nicht bewußt, daß die da so viel ausgezahlt haben…
Aaaalso. Mir hat gerade jemand erklärt, was die "Reagiert empfindlich auf Reibung" Stelle bei Wikipedia soll. Das Zeug sublimiert. Wenn man das also in einen Container tut, und ein bißchen damit rumfährt oder das stehen läßt, hat man Spuren davon plötzlich im Schraubverschluß, und beim Aufschrauben fliegt einem das dann komplett um die Ohren. Das hat wohl die Hamas einige Sprengstofflabore gekostet, meinte er.
Außerdem meint er, für die Sprengstoffherstellung braucht man Aceton, und das fällt unter das Grundstoffüberwachungsgesetz, d.h. der Verkäufer würde präventiv die Behörden benachrichtigen. Im Übrigen ist das hochbrennbar und man muss daher Sicherungen für die Lagerung und Sachkunde im Umgang mit Chemikalien nachweisen, um das in größeren Mengen kaufen zu können.
Im Übrigen weist er darauf hin, daß die Stärke der Reaktion viel stärker wächst als die Oberfläche des Kolbens, d.h. nur weil mal jemand im Chemieunterricht ein Gramm davon hergestellt hat, heißt das noch lange nicht, daß er das auch im industriellen Maßstab machen kann. Es gäbe da wohl Spezial-Chemiker-Berufe nur für das Skalieren von Reaktionen vom Labor auf industriellen Maßstab, und die würden in Bunkern im Wald arbeiten.
Oh, und nochwas: Wenn man bei der Reaktion die Temperatur nicht exakt einhält, kriegt man neben dem gewollten trimeren APX auch die dimere Variante, die noch empfindlicher ist. Er schreibt es sei so gut wie ausgeschlossen, dass jemand da in der Garage ein paar hundert Kilo von herstellt, ohne dabei in die Luft zu fliegen, zumal das ja keine entsprechend vorgebildeten Leute waren.
Update: Mir schreibt gerade jemand anderes, daß man Aceton schon auch legal kaufen kann (im Baumarkt z.B.), die Regulierung betrifft wohl eher den Export.
Mendoza said Marines under Wuterich's command began clearing nearby houses suspected of containing insurgents responsible for the bombing.At one house Wuterich gave an order to shoot on sight as Marines waited for a response after knocking on the door, said Mendoza.
"He said 'Just wait till they open the door, then shoot,'" Mendoza said.
Mendoza then said he shot and killed an adult male who appeared in a doorway.
In dem Haus finden sie dann einen Raum mit sieben Frauen und Kindern drin, die angsterfüllt auf dem Boden kauern. Was macht man in solchen Fällen? Klar, eine Massenerschießung!When I opened the door there was just women and kids, two adults were lying down on the bed and there were three children on the bed … two more were behind the bed," Mendoza said."I looked at them for a few seconds. Just enough to know they were not presenting a threat … they looked scared." […]
"I told him there were women and kids inside there. He said 'Well, shoot them,'" Mendoza told prosecutor Lieutenant Colonel Sean Sullivan.
Und dann haben sie die Leute erschossen, wie man das halt macht im Militär.Aber das ist alles nicht der gruselige Teil. Der gruselige Teil ist das hier:
Defense lawyers will argue that Wuterich followed established combat zone rules of engagement.
Leute, wer obiges nicht selber erklärend und der expliziten Ansage nicht würdig findet, der soll bitte weg gehen und sich professionelle Hilfe suchen. Ich bin Hacker, keine Nervenheilanstalt.
Es taugte den Innenpolitikern der Union hervorragend dazu, den politischen Gegner zu drangsalieren. Zur Kriminalitätsbekämpfung taugte der Lauschangriff viel weniger, wie Regierungsvertreter viel später vor dem Bundesverfassungsgericht einräumen mussten. Die Lauschangriff-Kampagne war vor allem ein Propaganda-Instrument zur politischen Profilierung auf Kosten der Grundrechte.Genau wie heute. Denn inhaltliche Punkte oder gar eine erwähnenswertes Parteiprogramm kriegt die CDU ja nicht zustande, und auf die Selbstzerstörung der SPD warten ist ihnen offenbar zu unsicher.
Mein Lieblingszitat:
Es wird nicht deutlich hervorgehoben, dass Sicherheitslücken existieren, die bisher unveröffentlicht sind. Den Behörden sind solche Lücken bekannt, aber sie veröffentlichen sie nicht.Aha, unsere Superbehörden wissen alles, haben alles, und können alles. Klaaaaaar.
Laßt es mich mal ganz klar und deutlich sagen: das BKA ist eine Behörde. Die zahlen Behördengehälter. Man arbeitet da an veralteter Hardware, in gruseligen öffentlichen Behörden-Räumen, mit ruckligem Internet und schlechter Luft, klapperigen Stühlen und Linoleumboden, und kriegt dafür ein völlig unzureichendes Gehalt. Behörde! Da arbeitet genau niemand, der auch nur ein Quäntchen Ahnung von irgendwas hat und auch auf dem freien Markt etwas werden kann. Wenn es jemanden gibt, bei dem ich mir sicher bin, daß die keine 0days haben, dann ist es das BKA.
Stellt sich nur die Frage, wieso der Pohl so einen Blödsinn verbreitet. Vielleicht braucht der Verfassungsschutz auch mehr Mittel, um sich gegen die ganzen 0days der Chinesen (!1!!) zu wehren? Unklar. Also lasst euch mal von sowas nicht verarschen. Ich frage mich ja, wieso die GI so jemanden in ihrem Namen reden läßt. Haben die keine Angst um ihren Ruf?
Nachtrag: Der Begriff "less than zero day" ist nicht nur Bullshit, der ist ein Bullshit-Bingo-Sofortgewinn. Wenn ihr jemand diesen Begriff in den Mund nehmen seht, lacht ihn laut und öffentlich aus, weil er gerade sämtliche Glaubwürdigkeit als IT-Security-Mensch verloren hat. Das ist als wenn ein Germanist "Der Einzigste" sagt.
Denkt da mal drüber nach. Die Interviewpartner waren ja nun nicht gerade der Völkische Beobachter sondern ganz normale, unverdächtige Mainstreammedien. Der Ziercke hat ja öffentlich gesagt, pro Jahr könnten sie überhaupt nur höchstens 10 Einsätze für den Bundestrojaner haben, weil das so aufwendig sei und sie da so viel anpassen müssten und so weiter. Da existiert ja offensichtlich ein gewaltiges Bedrohungsgefühl in der Bevölkerung, und das von Leuten, die nun sicher nicht in der Liste der Top 10 Terrorismus-Verdächtigen sind.
Ich schließe daraus:
Ziercke meinte zudem: "Wir wollen mit dem Instrument Online-Durchsuchung den internationalen Terrorismus bekämpfen und nicht den einzelnen User, der sich irgendwann einmal Musik aus dem Netz runtergeladen hat."Ah SO sieht der das also. Wer etwas gegen den Bundestrojaner hat, der muss etwas zu verbergen haben. Nur Kriminelle könnten etwas gegen seine tollen Ermittlungswerkzeugen haben, wie? Nee, klar. Abtreten. Sofort. Rente auf Null kürzen. Leute mit so einer Einstellung haben im öffentlichen Dienst nichts verloren, und schon gar nicht im BKA, oder gar in gehobener Position. Unglaublich.
Im Übrigen behauptet er, der Trojaner würde ja für jeden Einsatz neu geschrieben, und daher könnten sie das gar nicht auf breiter Bahn einsetzen. Tja, schöne Argumentation, wenn sie ihre Restglaubwürdigkeit nicht durch die Mautbrückendaten-Nummer vollständig zerstört hätten. Im Übrigen hat die Russenmafia ja das gleiche Problem, die kümmern sich ja nicht nur um die gleichen inhaltlichen Felder (Menschenhandel, organisierte Bandenkriminalität, Bankkartenbetrug in großem Stil), sie setzen auch die gleichen Werkzeuge ein (Schußwaffen, Trojaner). Und die Russenmafia hat kein Problem damit, ihre Trojaner auf Millionen von Wirtsrechner zu verteilen. Wieso sollten wir dem BKA glauben, wenn sie sich schon auf die gleichen Methoden einlassen, daß sie dann technisch weniger gut skalieren könnten?
Gut, niemand bestreitet ernsthaft, daß das BKA technisch nicht so kompetent ist wie die Russenmafia, sonst würden sie da ja gelegentlich mal jemanden festnehmen, anstatt immer nur uns Bürger zu drangsalieren mit ihren Maßnahmen, aber das läßt sich ja über die Jahre aufholen. Und hey, vielleicht fangen sie ja doch mal einen, blindes Huhn und so, und dann können sie das ja zwecks Wahrheitsermittlung einem US-Folterknast übergeben, da gibt es ja auch Präzedenzfälle für, und dann können sie aus dem raus pressen, wie man das macht mit den Trojanern! Oder wir machen das auf dem Verhandlungswege, vielleicht kriegt die Merkel das Know-How ja aus China extrahiert.
Tja, liebes BKA, so ist das halt. Wenn ihr euch einmal auf dieses Niveau herab läßt, dann erwartet man von euch auch nie wieder die Einhaltung von Menschenrechten oder gar "das sind doch die Guten". Die Amis haben da ein schönes Sprichwort. "If it looks like a duck, and it walks like a duck, and it quacks like a duck… it probably IS a duck." Ich für meinen Teil habe von mehr Fällen gehört, wo jemandem vom BKA das Haus durchwühlt worden ist, als von der Russenmafia. Seit den 129a-Durchsuchungen "um mal zu gucken, wie die Szene aussieht", sind die in meinem Weltbild auf der dunklen Seite der Macht.
Die Tage lief im WDR eine Sendung namens "Die Hartz IV Schule", in der es um einen Rektor in einer Schuld im Ruhrpott geht, wo die ganzen Problemkinder gelandet sind, deren Zukunftsaussicht seiner Meinung nach "arbeitslos mit Hartz IV" ist. Also hat er angefangen, den Jugendlichen zu erzählen, wie viel ihre Wohnung kosten darf, wieviel Geld man kriegt, wo man was beantragen muss. Und das TV-Team begleitet den Unterricht ein bißchen. Wenn da nicht Dokumentation dran stünde, müsste man es für eine Reality-TV-Soap halten. Ich denke mal, daß das noch mal wiederholt wird, und es war auch erst der erste Teil einer Reihe, da könnt ihr mal Ausschau nach halten, das ist echt übel.
Update: Der WDR hat Auszüge davon online (Danke, Peter)
Bisherige Ideen: Cyberzecke, Datenegel, Mielke-Bandwurm. Wer da noch einen "Mielke-" oder so unterbringen kann, ist herzlich eingeladen. Es muss aber griffig sein, und es soll auch von der Omi ohne weitere Erklärungen grob verstanden werden, daß es sich um etwas parasitäres, fürchtenswertes, unerlaubt und ungefragt eingreifendes handelt. Also: Vorschläge bitte!
Vorschläge bisher: "Schäublekokken", "Schäuphilis".
Wenn man sich nach sowas umguckt, kann man an sich auch gleich ein Gerät kaufen, das 1080p abspielen kann, fand ich. Ich habe im Moment noch keinen HDTV-Empfang, aber werde mir über kurz oder lang ein HD-DVD oder Blu-Ray Laufwerk für den PC holen, und würde den Stream dann gerne mit einem externen Player abspielen können, falls der PC zu lahm/laut/beschäftigt ist. Meine Zielvorstellung ist ein Gerät, wo man per USB / eSATA Platten anstöpseln kann, oder per Ethernet Daten hinstreamen kann, oder ne HD-DVD/Blu-Ray Disk einlegen kann, und der spielt das dann. Von mir aus auch Wifi.
In der Tat hat sich HD soweit durchgesetzt, für $1000 kriegt man heutzutage einen fetten 1080i-Camcorder mit AC3-Sound und Leica-Linse. Um so klarer, daß ich ein HD-fähiges Gerät haben will. Interessanterweise ist der Markt heute offenbar vollständig auf Warez-Leute ausgelegt, die sich ihre Streams aus dem Internet ziehen, denn Geräte wie dieses aus Korea oder dieses aus China haben als Eingänge Ethernet oder IDE-Platten. Keinen Anschluß für HD-DVD oder Blu-Ray. Die Koreaner bieten immerhin einen Sat-Tuner-Anschluß an. Aber die Chinesen haben offenbar den Markt analysiert und gesehen, daß niemand Geld für diesen ganzen DRM-Bullshit ausgeben will, daher bieten sie jetzt ein Gerät an, das nur Material abspielen kann, das man entweder selbst gefilmt hat, oder das man irgendwo illegal rausgerippt hat, oder vielleicht gibt es irgendwo auf der Welt auch unverschlüsselt Zugriff auf HD-Streams, die man dann auch legal rippen darf. Ich bin jedenfalls fasziniert von diesem Markt.
Auch die Codec-Wahl ist interessant, spielen die doch beide Vorbis-Streams und H.264 im Matroska-Container ab, was es sicher nirgendwo außer in der Warez-Szene gibt. Der Vollständigkeit halber sei gesagt, daß das Koreaner-Gerät einen älteren Sigma Designs Chip hat, der offenbar nicht alle H.264 Features unterstützt, und bei den Chinesen recherchiere ich noch. Es gibt da auch eine US-Firma namens Syabas in dem Markt. In Foren findet man dann Sätze wie "Blu-Ray Backups work great". Soso, Backup. Nee, klar.
In westlichen Ländern wie den USA könnten die Menschen nicht einmal telefonieren, Briefe schreiben oder Einkaufen gehen, ohne die Furcht, überwacht zu werden. "Was für eine Freiheit ist das", fragte Ahmadinejad, der wieder rhetorische Breitseiten gegen die USA und Israel abfeuerte. In den "Lagern der Tyrannen" gebe es keine Spur der Liebe, der Gerechtigkeit oder der Menschenrechte, sagte er in offensichtlicher Anspielung auf das US-Gefangenencamp Guantanamo.Und, naja klar, der Koran ist die Lösung. Seufz.
Ich glaube das nicht.
Dem Mehdorn kann der Papierwert der Bahn egal sein, der kriegt ja weiter sein Gehalt. Das sind eher die Politiker, die sich da über den Tisch ziehen lassen, auch wenn der Mehdorn da vermutlich nach Kräften mitmacht.
Meine Theorie, was da gerade passiert, ist folgende: die Bahn versucht gerade mit Gewalt, die Lokführer loszuwerden und durch billige "Aushilfen" und Minijobber zu ersetzen, weil die starke Gewerkschaft bindende Tarifverträge geschlossen hat. Also wenn ich der Mehdorn wäre, würde ich folgendes versuchen:
Für den Mehdorn ist der Streik also keine Bedrohung sondern im Gegenteil eine prima Gelegenheit, die Gewerkschaft in die Pleite zu treiben.
Im Moment heißt es in den Medien immer, wir hätten viel zu wenig Lokführer, und daher sei die Bahn erpressbar. Überlegt mal selber, wie wahrscheinlich das ist. Die Bahn hat ja die Hälfte ihrer Strecken zugemacht, wo sind die denn alle hin, die Lokführer? Frühpension? Meint ihr nicht, die könnte man alle reaktivieren, wenn man ihnen ein bißchen mehr Kohle verspricht, als ihre Pension auszahlt? Ich weiß ja nicht, wie viel Pension die da kriegen, aber viel wird es nicht sein.
Eine solche Geschichte ist diese: Zwei Mitarbeiter von Abgeordneten sitzen in Haft, weil sie Details eines Meetings zwischen Blair und Bush geleakt hatten. Bush soll vorgeschlagen haben, doch einfach Al Jazeera zu bombardieren. Das wollte die britische Regierung dann nicht öffentlich sehen und hat die daher inhaftieren lassen.
Nun haben da diverse Medien drüber berichtet, und denen ist eine einstweilige Verfügung reingekloppt worden, daß sie das nicht erwähnen dürfen. Dagegen haben sie geklagt und jetzt Recht bekommen. Sie dürfen zwar nicht aus dem Papier zitieren, aber… na lest selbst:
The judges also said the media could not publish a particular phrase uttered in open court by Keogh when he was asked about the document. The media can, however, say Keogh was said to have described the contents as "abhorrent" and "illegal", and that he believed the memo exposed Mr Bush as a "madman".
Die am Montag bekannt gewordene Schieflage der IKB Deutsche Industriebank hätte sowohl weitere Kreditinstitute als auch die Finanzmärkte in Turbulenzen stürzen können, verlautete aus informierten Kreisen. Es habe die Gefahr bestanden, dass "alles ins Rutschen gerät", hieß es. Die Bundesregierung und die staatliche Finanzaufsicht Bafin vereinbarten daher, dass die Staatsbank KfW bei der notleidenden Bank einspringt.Au weia. Der Steuerzahler hat also schnell ein paar Banknoten in den Schwelbrand geworfen, weil das hilft eigentlich immer beim Brandlöschen.
Die IKB war durch Fehlspekulationen mit schlecht abgesicherten amerikanischen Hypothekenkrediten in erhebliche Schwierigkeiten geraten. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung stand das IKB-Institut, das eigentlich auf die Finanzierung des deutschen Mittelstandes spezialisiert ist, Ende vergangener Woche praktisch vor dem Aus.Und wieso hat der Steuerzahler da eingegriffen? Man hätte die ja auch einfach pleite gehen lassen können. Stellt sich raus, daß die Bank eh schon zu 38% dem Steuerzahler gehört, und daß da Ausfälle von bis zu 1,1 Milliarden Euro drohten. Und mit NICHTS kriegt man Bürokraten besser zum Geld Ausgeben als mit "aber wir haben da doch schon soooo viel investiert, und das wäre dann ja alles weg und wir würden wie Vollidioten aussehen".
Gut, immerhin, ein bedauerlicher Einzelfall, oder?
Die Bundesregierung und die staatliche Finanzaufsicht befürchteten zudem, dass die Krise auf weitere Banken überschwappen könnte. Einzelne Institute hatten der IKB Kreditrahmen in jeweils dreistelliger Millionenhöhe zur Verfügung gestellt, andere Banken sind selbst auf dem schwächelnden US-Immobilienmarkt tätig.Hups.
Update: Oh übrigens, vor den deutschen Medien haben schon die New York Times und der Guardian über IKB berichtet. Ich vermute mal, sonst hätten wir da nie drüber erfahren Die Financial Times hatte am 30. was. Interessant auch (aus dem Guardian):
HSBC, the world's third largest bank, suffered a 63% rise in bad debts, fuelled mainly by the bank's heavy exposure to sub-prime mortgage lending and resulting in a 43% drop in US profits.
In reaching their verdict on Tuesday, jurors decided that an inmate's cell was "a limited access public place" where exposing oneself was against the law.Soso, limited access public place. Unglaublich."Did you call a Swat team?""I wish I had," the deputy replied.
Ms Veal, who has charged seven other inmates with the same offence, said she was not against masturbation, but she objected to Alexander performing it so blatantly. She told the court that most inmates masturbated in bed, under the blankets.
Die Vogelgrippe wird jetzt auch noch genutzt, um mit einem "Aufstallungsgebot" die Freilandhaltung für Geflügel loszuwerden. Und wenn das FLI 10 Mio Euro für die Vogelgrippeforschung kriegt, dann wird es da schon auch Druck geben, daß die Resultate zeigen müssen. (Danke, Uwe)
Es fängt damit an, daß eine unseriöse Abzocker-Firma Leuten Hypotheken verkauft, bei denen weitgehend klar ist, daß sie sie nie zurück zahlen können werden. Dann packen diese Firmen diese Müll-Hypotheken mit 80% soliden Hypotheken zusammen und verkaufen das als Paket. Damit sind sie das Risiko los und können so lange weiter operieren, bis der Markt abgestürzt ist. Das ist genau, was gerade passiert in den USA.
Stellt sich die Frage, wer die Pakete kauft. Das Paper beschreibt drei Methoden. Die erste ist: man gründet einen Hedge Fund. Dem gibt man Kapital, sagen wir ne Milliarde, und damit kauft er Hypothekenpakete. Dann geht der Häusermarkt hoch. So lief das die letzten 20 Jahre. Daraufhin sinkt das Risiko, daß die Hypotheken alle platzen. Der Hedge Fonds erhöht damit den Papierwert der Hypotheken und leiht sich mit diesen Hypotheken als Sicherheit bei einer Bank noch eine Milliarde. Mit der kauft der dann neue Hypotheken. Ein riesiges Pyramidenschema. Das läuft solange gut, wie die Häuserpreise steigen. Die Fonds-Manager verdienen sich dankt des steigenden Papierwertes des Fonds jährlich einen fette Bonus. Alles ist gut. Die Hedge Fonds, die da gerade kaputt gegangen sind, haben das 5 und 15 Mal durchgezogen, d.h. der eine hatte auf eine Milliarde Kapital 4 Milliarden von Banken geborgt, und der andere 14 Milliarden. Den mit den 4 Milliarden haben sie jetzt "gerettet":
Clearly, there were no cash assets in the hedge funds. The banks tool hold of the CDOs — their collateral — and went to sell them. The first ouf of the door, rumoured to be Merrill Lynch, mostly got the collateral it was owed, but it exhausted the CDO market of buyers. The rest found no bigs and quickly stopped trying to sell for fear of advertising the worthlessness of something which now sits in many portfolios at investment banks and funds all over the world.Der Hammer: die Fonds haben gar nicht in Müll-Hypotheken investiert, sondern nur in die soliden Hypotheken. Und da ist jetzt schon der Markt kaputt. Weia.Die zweite Variante scheinen in großem Stil Altersvorsorge- und Versicherungs-Fonds zu sein. Und deren Manager haben ja nun überhaupt gar kein Interesse daran, den Wert ihrer Einlagen nach unten zu korrigieren. Daher schweigen die alle.
Die dritte Variante ist besonders übel. Da baut man eine Art Risiko-Versicherung, d.h. man behält die Hypothekenverträge und kassiert bei denen, die zahlen, aber das Risiko übernimmt jemand anderes, und den bezahlt man dafür wie mit einer Versicherungsprämie. Für denjenigen ist das toll, solange die Verträge nicht platzen, weil er Geld kriegt, ohne dafür etwas investieren zu müssen. Daher haben das wohl viele Fondsmanager gemacht, wenn ihr Fonds mal in einem Quartal nicht so toll performt hat.
Aber der absolute Hammer: jemand hat gemerkt, daß man diesen Versicherungs-ähnlichen Deal auch abschließen kann, ohne tatsächlich eine Hypothek zu halten. Das sind dann also Spekulanten, die quasi eine Schuldverschreibung sehen, die kränklich aussieht, und auf die eine Versicherung abschließen. Er hat sogar ein praktisches Beispiel. Als Delphi (die hier) mit ihren Bonds Konkurs anmeldeten, gab es dann bei den Underwritern Faktor 10 (!!) des Nominalwertes der Bonds als Versicherungsforderung. Wow. Das ist als wenn man auf der Straße einen kränkelnden alten Mann sieht, und dann auf den eine Risikolebensversicherung abschließt. Unglaublich.
Diesen Versicherungs-Markt muss man sich wie ein Derivat vorstellen, das hat genau wie Optionsscheine bei Aktien einen starken Hebel, so daß es da immenses Interesse und Wachstum gab. Der Großteil der Nachfrage kam von Pensionsfonds, weil die nach dem Dot-Com Bust plötzlich aus Aktien wenig Gewinn extrahieren konnten, aber regelmäßige Zahlungen rausgehen haben, und daher unter großem Druck waren, neue Investmentarten zu finden, ruhig auch spekulative, Hauptsache es kommt kurzfristig Kohle rein.
Interessantes Detail am Rande: diesen Versicherungs-Sachen und dem Risiko kann man sehr schwer einen Wert zuweisen, und der Markt ist unreguliert, daher taucht das nicht in der Buchführung auf. Niemand kann sagen, wer da in welcher Höhe investiert hat.
Inhaltlich ist die Idee, daß Arbeitgeber einen Teil des Gehaltes nicht an den Angestellten auszahlen, sondern in einen Fonds einzahlen. Der Staat schießt Geld zu, um den Arbeitgebern die Sache schmackhaft zu machen (?!?). Und damit der Bürger nicht merkt, was für eine Verarschung das ist, doktert man an den Definitionen herum:
In den Fonds sollen nach den Vorstellungen der SPD keine Gehaltsbestandteile fließen, sondern Bonus- oder Extrazahlungen der Firmen.Aha. Soso. Bonus-Zahlungen. Die sonst an die Arbeitnehmer gegangen wären. Ich nenne das mal beim Namen: Gehalt. Genau so eine unseriöse Augenwischerei wie das Wortgeklaube beim Arbeitgeberanteil. Das ist natürlich auch Teil des Gehaltes, auch wenn man es anders nennt, damit der Prozentsatz der Abgaben am Gehalt nicht so groß aussieht.
Nun, wozu das ganze? Weil die Wirtschaftsexperten der SPD sich vorstellen, daß Fonds grundsätzlich Gewinn machen. Man läßt das professionell managen, und dann bringt das immer Gewinn. Da hat offensichtlich jemand Volkswirtschaft nicht verstanden, denn Fonds drucken kein Geld neu. Die machen Gewinn, indem sie anderen das Geld wegnehmen. Üblicherweise läuft das über einen stabilen Anteil von Staatsanleihen plus einen Anteil an spekulativeren Investments, wie Aktien oder Risikokapital. Selbstverständlich haben auch schon Fonds Verlust gemacht, aber das hat offensichtlich bei der SPD noch keiner gehört. Und Staatsanleihen sind ja auch so eine Volksverarschung, wo der Staat darauf spekuliert, daß er das Geld schnell genug entwertet kriegt, daß am Ende die Zinsen von der Inflation aufgefressen werden. Wie garantieren sie, daß das jemand macht, der weiß, was er tut?
"Wir wollen ihn ausschreiben", sagte der SPD-Vorsitzende. "Das könnten private Banken machen, aber auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau."Aha, soso, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die ja im profitablen Geldanlegen keine Erfahrung haben. Und Ausschreiben, das heißt ja, daß der Billigste genommen wird. Ganz klar, ein Garant für Qualität und Kompetenz.
Aber gucken wir mal aus einem anderen Winkel darauf. Was schlägt der Beck denn da vor?
Die Beteiligung am Fonds könne Teil von Tarifverträgen sein.D.h. die Gewerkschaften sollen das verhandeln. Schuld ist das Fondsmanagement — das hilft den Opfern dann auch nichts. Die Arbeitgeber sollen da einzahlen, aber sollen bitte den Arbeitnehmern vorlügen, es sei "Bonus" und kein Teil des Gehaltes. Der Staat will dazu buttern, aber kriegt die Kohle ja über die Quellensteuer zurück, und vermutlich werden auch Steuern auf die Auszahlungen fällig. Am Ende hat da genau einer was von, nämlich derjenige, der die Ausschreibung gewinnt. Der kann wunderbar Insider-Geschäfte und Kickback-Deals machen, mit Geld, das garantiert reinkommt, weil es in den Tarifverträgen drin steht.
Das Gefasel mit dem "insolvenzsicher" ist natürlich auch Unfug, denn wenn man das Gehalt direkt auszahlt, ist das Geld beim Arbeitnehmer und bleibt auch nach einer Insolvenz dort. Im Übrigen sind auch im Moment übliche Altersvorsorge-Modelle insolvenzsicher (mal von Ausnahmen wie konzerninternen schattigen Deals bei Monsterkonzernen abgesehen). Meiner Ansicht nach ist der einzige Hintergedanke hier, daß der Beck simulieren kann, er habe sich Gedanken gemacht. Schade nur, daß das wieder mal so eine Lachnummer geworden ist. Wobei, merken wird das eh keiner. Wer hat schon Lust, sich Becks Geseier mal genauer anzugucken, der hat ja eh nichts zu sagen (Gott sei Dank). Und sie haben sich die Hintertür aufgehalten, daß sie ja keinerlei Umsetzungsdetails oder gar Zahlen genannt haben, damit sie bei Kritik immer sagen können, SO sei das ja gerade NICHT gemeint gewesen.
Bei EU-Abstimmungen soll künftig die neue "doppelte Mehrheit" gelten. Dies wird aber nicht schon 2009 eingeführt, sondern auf polnischen Druck erst ab 2014. Außerdem können sich Staaten, die dies wünschen, in Streitfällen bis 2017 noch auf den jetzt geltenden Vertrag von Nizza berufen und zusammen mit anderen den Aufschub einer unliebsamen Entscheidung fordern, selbst wenn sie keine Sperrminorität haben ("Kompromiss von Ioannina"). Auch dies ist ein Zugeständnis an Polen, das damit seinen bisherigen Einfluss in der EU faktisch noch zehn Jahre lang wahren kann. Unter dem System der "doppelten Mehrheit" versteht man, dass die Stimmen der EU-Staaten nicht mehr wie bisher "gewichtet" werden. Stattdessen gilt ein Beschluss in der EU künftig als angenommen, wenn 55 Prozent der Staaten zustimmen und diese mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren.Ganz groß. Auch die Briten, der alte EU-Sabotage-Proxy der Amis, haben ganze Arbeit geleistet, nachdem sie Euro und Schengen nicht mitmachen, haben sie jetzt noch mal nachgelegt:
Staaten wie Großbritannien können aus EU-Beschlüssen über engere Zusammenarbeit in Fragen der Justiz- und Polizeizusammenarbeit aussteigen. Auch in der Sozialpolitik können Staaten aus der gemeinsamen Politik ausscheren.und bezüglich der Außenpolitik haben sie den EU-Außenminister unverfänglich "Hoher Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik" genannt. Interessanterweise hat der Rest der EU offenbar keinen Bock mehr auf diese Scheiße, denn die folgende Neuregelung liest sich wie ein Wink mit dem Zaunpfahl an Polen und die Türkei:
Erstmals erlaubt der EU-Vertrag offiziell den freiwilligen Austritt eines Staates - inoffiziell war dies schon bisher möglich (Beispiel Grönland). Beitrittswillige Staaten müssen die Werte der EU respektieren und sich verpflichten, diese zu fördern. Mit diesen Formulierungen wird Forderungen aus Frankreich und den Niederlanden nach strikteren Beitrittskriterien entsprochen.Die Briten haben sich dann auch noch von den EU-Grundrechten ausnehmen lassen (?!?) und Hymne und Fahne der EU rausgeschmissen. Ganz groß.
Nur die Vorbereitung eines Angriffskrieges ist nach deutschem Recht strafbar, nicht allerdings das Führen des Angriffskrieges selber. Diese Rechtsauffassung vertritt der Generalbundesanwalt in seiner Antwort auf eine Strafanzeige von Friedensorganisationen gegen den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und andere Politiker. Weil der Angriffskrieg selbst nicht strafbar sei, sei auch "die Beteiligung an einem von anderen vorbereiteten Angriffskrieg nicht strafbar", heißt es in dem ngo-online vorliegenden Schreiben. Die Friedensorganisationen bezeichneten die Entscheidung als "hanebüchene Rechtsauffassung".
Schäuble wird Störer schicken, Undercover-Polizisten, die dann randalieren, um euch zu diskreditieren. Das haben noch alle fiesen Unterdrückungsstaaten so gemacht, um ihre Polizei-Gewaltexzesse zu begründen. Will sagen: es wird auch ohne eure explizite Gewaltausübung von eurer Seite hart genug, nicht wie totale Arschlöcher auszusehen. Wir Deutschen haben das schon mal geschafft mit friedlichen Montagsdemos. Wir schaffen das auch nochmal.
PS: Wenn das jetzt gerade so aussieht, als kriegt ihr auffallend wenig Gegenwind, liegt das daran, daß der Schäuble wartet, bis das Volk mehr Angst vor euch hat.
Bluehat bestand aus 5 Vorträgen in einem Saal, und dann einem Haufen Lightning Talks. Die Vorträge haben mich jetzt nicht so vom Hocker gehauen, bis auf den über Hardware-Hacken von Bunnie und Felix Domke. Ich geh mal der Reihe nach durch.
"Your Underground Vulnerability Economy" war von einem hyperaktiven Typ, der da irgendwelche IRC-Kanäle zitiert hat, und da Preise genannt hat, was man angeblich wo kaufen kann, und daß die Leute da mit Datensätzen handeln. Na was für ein Schocker. Von der Seriosität kam der Typ mir ein bißchen wie eine Kreuzung aus Gebrauchtwagenverkäufer und Megachurch-Pfarrer vor.
"Breaking Into Microsoft Security Tools" war ziemlich lahm (und inzwischen habe ich noch ein paar Leute herzhaft über die Vortragenden herziehen hören, was das Bild vervollkommnete). Als Inhalt hatten sie da Windows Defender (Microsofts Antimalware-Produkt), und sie haben da als großen Hack gezeigt, daß man dem ein Signatur-Update geben kann, und der dann seine eigene Engine löscht. Also bei dem Titel hatte ich mindestens Code Execution erwartet.
Der Windows Mobile Vortrag stellte sich als Bluetooth-Vortrag heraus. Die beiden Vortragenden wirkten ein bißchen wie Zeugen Jehovas, mit Dauergrinsen im Konfirmationsanzug. Also nicht unsympathisch, aber irgendwie auch nur bedingt überzeugend. In dem Vortrag hatten sie dann eine Man-in-the-Middle Angriff auf Bluetooth. Ansonsten platzierten sie da die Botschaft, daß sie schon total voll lange mit ihrer Firma am Start sind, also mindestens anderthalb Jahre, und wie toll sie mit den ganzen Vendors zusammenarbeiten würden.
"Death by 1000 Cuts" hab ich erst für einen Scherz gehalten. Es ging da wohl um Browser-Angriffe, aber der Vortrag bestand im wesentlichen aus "künstlerischen" Videoclips, wo irgendwelche Buzzword-Scheiße über den Bildschirm rotierte, so wie man sich einen Flash-Screensaver vorstellen würde, während eine Frauenstimme zusammenhanglos Dinge wie "HTML", "Tags", "Web 2.0" und "AJAX" murmelte, und er erzählte da eine Geschichte, wie jemandem seine Daten geklaut wurden. Ich glaube, dieser Typ hat sich in der Veranstaltung geirrt. Das war eher peinlich.
Bei den Lightning Talks hat das Office Security Team (u.a. David LeBlanc, den man ja von seinen Büchern kennt) ihre Sandbox vorgestellt, mit der sie ihren Code zum Importieren von alten Office-Dokumenten absichern wollen, indem sie ihn mit Dingen wie einem restricted Token und einem separaten Desktop in einem separaten Binary starten. In der Praxis hilft das alles natürlich gar nichts, aber immerhin raucht dann nur der Import-Prozeß ab, nicht das ganze Office. Ein Angreifer kriegt immer noch Code Execution, kann Netzwerk-Kram machen (auch zu localhost) und Kernel-Bugs ausnutzen. Highlight war eine Demo, wo sie nach einigen kaputten Dokumenten auch mal ein Powerpoint-File geöffnet haben, das nicht korrupt war, um zu zeigen, daß das auch geht, und die bestand im Wesentlichen aus diesem großartigen Bild hier. Soll noch mal jemand sagen, Microsoft habe keinen Humor! :-)
Darin sprechen sich die Grünen unter anderem für den Aufbau einer Antiterrordatei sowie für die Videoüberwachung von öffentlichen Einrichtungen aus. "Wir Grüne bekennen uns dazu, dass der Staat die Sicherheit seiner Bürger gewährleisten muss", sagte Fraktionschefin Renate Künast in einem Interview der in Berlin erscheinenden Tageszeitung 'Die Welt' (Samstagsausgabe). Zu dem von der Fraktionsspitze erarbeiteten Papier sagte sie: "Darin bekennen wir uns zu einer Politik der inneren Sicherheit, die die Gefahren terroristischer Anschläge gezielt und differenziert vermindert, ohne aber unsere Grundrechtsordnung anzutasten."(Danke, Marcel)
Ist schon hart, wie die westliche Presse immer Saddam anklagt, weil er die Chemiewaffen, die die Amis ihm verkauft haben, eingesetzt hat. Und der Iran, der Chemiewaffen nur vom damit beschossen werden kennt, das sind die Bösen. Na klar. Wie lange erzählen die Israelis jetzt schon das Märchen von den Chemiewaffen?
What's important here, I think, is that we've taken another bad individual that wants to do harm not only to coalition forces and the United States, but our allies around the world, off the streets, and is no longer able to plan, conduct and coordinate attacks.Und das ist doch die Hauptsache. Wir brauchen keine Beweise mehr, Hörensagen ist auch OK, aber glaubt uns, wir wissen aus sicherer Quelle, daß der Mann ein Übeltäter ist! Und überhaupt, die doofen Europäer, sollen sich mal an der Koalition der Willigen ein Beispiel nehmen, die freuen sich noch, wenn wir ihnen die Kriminellen abnehmen.
Becker hat sich nach ihrem Rendezvous mit den Verfassungsschutz schon kurze Zeit später einer ebenfalls in Köln-Ossendorf einsitzenden RAF-Terroristin offenbart. Die eben noch zur Kooperation bereite Becker soll danach verzweifelt gewesen sein, dass ihrer ursprüngliche Hoffnung auf vorzeitige Freilassung vom Verfassungsschutz abschlägig beschieden wurde. Ihr sei stattdessen angetragen worden, die im Knast sitzenden Staatsfeinde zu bespitzeln.Und da sieht man mal, worum es bei Geheimdiensten geht. Im CCC-Umfeld ist das ja spätestens seit Karl Koch klar. Unter Leuten, die mit Geheimdiensten zusammen arbeiten, kann es nie Gewinner geben.
Der TV-Sender NBC berichtet auf seiner Website, Steele würden "Hilfe für den Feind, das Zurückbehalten klassifizierter Dokumente, Beziehungen zu einer irakischen Dolmetscherin und einer Irakerin, Gehorsamverweigerung gegenüber einem Vorgesetzten" und der "Besitz pornografischen Materials" zur Last gelegt.Da scheint es ja für den Rest der Anklage nicht viele Beweise zu geben, wenn sie ihn wegen Pornobesitz anklagen wollen… Erinnert mich irgendwie an Al Capone, den sie am Ende wegen Steuerhinterziehung drangekriegt haben.
Vielleicht sollte ich da mal selber ein paar strategische Wahlkampfspenden machen, anstatt hier immer über Korruption zu meckern :-(
Und wenn wir schon beim Kabinett sind: wieso kriegt eigentlich die von der Leyen so viel Kloppe? Die Frau bemüht sich immerhin. Ich finde auch ihre Vorstöße gar nicht so schlecht. Wenn man das mit Totalschäden wie der Schmidt oder dem Schäuble vergleicht, oder Nattern wie der Zypries, dann ist die Frau geradezu der Silberstreifen am Horizont unserer Junta.
Doch beim Berliner Verfassungsschutz will die offenbar schwer überlastete Pressesprecherin Frau Kalbitzer weder einen Gesprächspartner vermitteln, noch eine Stellungnahme abgeben oder Fragen beantworten. Sie verweist lediglich auf einen "§ 51" im Berliner Verfassungsschutzgesetz, der Abgeordnete von Beobachtungen freistelle — und Schäuble ist ja auch Bundestagsabgeordneter. Die angegebene Vorschrift gibt es zwar nicht, aber vielleicht steht sie ja in einem geheimen Zusatzprotokoll zum Berliner Verfassungsschutzgesetz, und so lassen wir die offenbar vielbeschäftigte Frau Kalbitzer in Ruhe und wenden uns der Bundesbehörde zu.
"Das ist an Schäbigkeit nicht zu überbieten", knurrte er vergangene Woche, als er sich zwischen zwei Physiotherapien mit Getreuen über den Lauf der Dinge austauschte.
Der lustigste Teil des Artikels ist dieser hier:
Meanwhile, Mr Putin's greatest rival, the London-based oligarch Boris Berezovsky, has suggested he was misrepresented in an interview with The Guardian in which he allegedly called for the violent overthrow of the Russian government."I do support direct action," Mr Berezovsky said in a statement. "I do not advocate or support violence".
Hat er wohl kalte Füße gekriegt, daß er demnächst an einer exotischen Erkrankung sterben könnte.
Update: heißt offenbar bloß, daß er nicht genug Saft rein kriegt
Update: Habe ein paar Zuschriften gekriegt, die sich alle eher skeptisch äußern. Mal unabhängig von den anderen Dingen finde ich bemerkenswert, daß das ein Kommerz-Gerät ist, kein Militär-GPS. Das hieße, daß der genau so von GPS-Fälschung betroffen wäre wie die Iraner. Dann fiel jemandem auf, daß das Gerät oben in Fuß rechnet, unten in Metern.
Update: Hier eine beispielhafte Gegendarstellung (Danke, Andreas)
Ich weiß nicht, wie sie sich das konkret vorgestellt haben, daher hier meine Vorschläge:
Das Erstaunliche daran ist nicht, daß der Iran dem zustimmt, sondern daß die Saudis sie dazu gekriegt haben. Die Saudis und der Iran vertreten die schiitischen und sunnitischen Richtungen des Islam und sind an sich nicht gerade befreundet. Daher werte ich das mal so, daß der Iran dem eh zustimmen wollte, aber der Achmedinedschad noch nach einer Möglichkeit sucht, wie er das dem Volk sagen kann, ohne das Gesicht zu verlieren, und die Saudis haben das jetzt ausgeplaudert, um ihn zu ärgern. Die Meldung kommt von den Saudis, der Iran hat bisher nicht mal bestätigt, daß sie überhaupt über den Friedensplan geredet haben.
Und wieso sage ich, daß das schlecht für Israel ist? Weil Israel bisher die Unterdrückung der Palästinenser und die ständigen Kriege gegen ihre Nachbarn damit begründet, daß das irre Fanatiker sind, mit denen man nicht verhandeln kann. Das Argument ist nicht sehr stark angesichts der üblen Dinge, die Israel dann anstellt (ich will nur mal die Phosphorgranaten im Libanon erwähnen), und wenn die Araber jetzt demonstrieren, daß sie keine irren Fanatiker sind, dann könnte die EU das Pendel langsam zu Gunsten der Araber schwingen lassen. Ich denke mal, die beste Strategie für Israel ist jetzt, Opfer eines feigen Anschlags zu sein, oder von offenen Militäraktionen auf Mossad-Exekutionen umzusteigen. Oder sie ziehen sich noch ein paar Bedingungen aus dem Arsch, denen die Araber unmöglich zustimmen können. Das hat schließlich die letzten 50 Jahre prima funktioniert. (via) (Danke, Jörg)
Mhh. Die Sache hat mehrere Winkel: 1. ist der Emissionshandel EU-weit, d.h. betrifft alle Fluglinien gleich, und die können nicht alle in die Schweiz ausweichen. 2. das haben wir jetzt davon, die Lufthansa privatisiert zu haben. Haben die gleich Allüren gekriegt und meinen, auf die Politik Einfluß ausüben zu können. Im Übrigen: Deutschland kann da ja vermutlich eh nur den Teil über Deutschland besteuern, oder? Und wenn ich solche Aussagen lese:
Die EU-Kommission will ab 2011 mit einem Emissionsrechte-Handel für innereuropäische Flüge beginnen. Von 2012 an sollen auch Flüge mit außereuropäischen Zielen einbezogen werden. Diese Pläne führen laut Mayrhuber dazu, dass es für Fluggäste attraktiver werde, von Hamburg über Tokio - und nicht mehr über Frankfurt - nach Dubai zu fliegen.… dann kann ich mir schon vorstellen, wie ernst zu nehmen die Gesamtaussage von diesem Typ ist.
Verärgert zeigte sich Ziercke über die Aussage von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), die vor staatlichen Hackern gewarnt habe. "Dann müsste man auch Polizisten, die mit richterlichem Beschluss eine Wohnung durchsuchen, als Einbrecher bezeichnen", sagte er.Stimmt genau. Wenn Polizisten meine Wohnung durchwühlen, ist das für mich das selbe wie wenn das Einbrecher tun. Und ich bin entsetzt, wenn ich lese, mit was für trivialen Vorwänden das heutzutage gemacht wird. Der Mann faselt hier was von richterlichem Beschluß, aber in der Realität ist es erstens einfacher für den Richter, das einfach zu unterschreiben, als es abzulehnen (weil er das dann ausführlich begründen muss), und zweitens können Polizisten sich einfach ein "Gefahr im Verzug" aus dem Arsch ziehen und auch ohne richterlichen Beschluß durchsuchen. Ich frage mich ja, wie der BKA-Chef das fände, wenn bei ihm eine "Gefahr im Verzug" Durchsuchung stattfände. Wird wahrscheinlich nicht passieren, weil das ein klassischer "career limiting move" ist, aber gönnen würde ich es ihm. Und zwar zweimal die Woche. Montags und Donnerstags.
Update: Markus schreibt mir gerade, daß eine Hausdurchsuchung sogar schlimmer als ein Einbruch ist, weil man beim Einbruch die dabei entstandenen Schäden von der Versicherung wieder kriegt, bei Hausdurchsuchungen muss man die selber tragen. Gut zu wissen.
Tja, grundsätzlich stimmt das natürlich. Aber eine Sache, die offenbar der eine oder andere noch nicht so verinnerlicht hat: unsere Zeiten als Rechtsstaat sind eh vorbei, wenn wir denn jemals einen hatten. Was wir ja z.B. hier nicht haben, was die Amis aber haben: wenn sie bei jemandem eine sich später als illegal herausstellende Hausdurchsuchung wegen Raubkopien machen, und dann Drogen finden, dann können sie den Drogenfund trotzdem gegen den Bürger verwenden. Insofern macht euch da mal keine Illusionen, sondern guckt euch mal das Udo-Vetter-Video vom 23C3 an.
Wenn euch ein Polizist nicht mag, dann macht der mal eben eine "Gefahr im Vollzug" Durchsuchung wegen organisierter Bandenkriminalität und Drogenschmuggel, findet ein paar selbstgebrannte CDs, und dann kriegt man euch halt damit dran. Ob da ein Tracker eure IP raustut oder nicht, erhöht das Risiko m.E. nicht. Daher ist in Diktaturen immer der erste Schritt, daß man die gesamte Bevölkerung kriminalisiert. Dem dienen ja auch Kryptographie-Verbote, Verbote von weichen Drogen, "Haßrede"-Gesetze und Staaten, wo Kritik am Staat illegal ist. Oder Blasphemie-Gesetze natürlich. In Deutschland ist die Raubkopien-Problematik nur der zweite, neue Teil. Traditionell ist die Hauptwaffe des Staates die Steuergesetzgebung, die so unklar und komplex ist, daß man sie im Grunde nicht einhalten kann. Mein Steuerberater hat mir mal im Vertrauen gesagt, daß da auch kein Steuerberater mehr durchblickt. Und so behaupte ich mal, daß die bestimmt 80% der Bevölkerung abgedeckt haben. Die älteren mit Steuern, die jüngeren mit Raubkopien, die Arbeitslosen mit Hartz IV und "Schwarzarbeit". Von dem Rest behauptet man dann eben, er sei Terrorist, und kann ihn unbegrenzt wegsperren. Wenn man bei jemandem eine Hausdurchsuchung macht, wird man im Allgemeinen etwas finden, womit man denjenigen anpinkeln kann. Im Moment können sich Raubkopierer noch mit Plattenverschlüsselung schützen, aber da gab es ja auch schon Ansätze, Key Escrow zu etablieren. Schon Scheiße, in so einem Staat zu leben. Schlimmer noch, wenn die anderen Staaten um einen herum noch übler sind.
Daher: niemand kann verhindern, daß jemand bei euch eine Hausdurchsuchung macht. Aber das mit den Fake-IPs kann, wenn es richtig gemacht wird (daß sich die Fake-IPs z.B. nicht rausmitteln, wenn man mehrfach IPs abruft), dazu führen, daß der Wert der Vorselektion über Tracker-Fragen gesenkt wird, so daß es sich am Ende eher lohnt, einfach bei allen Politikern mal eine Hausdurchsuchung zu machen, weil die statistisch signifikant krimineller sind als Normalbürger, oder so.
Also ich bin ja fast zu wetten gewillt, daß das irgendeine DRM- oder Copyright-Enforcement-Kacke ist, an dem das wieder hängt. Irgendein Antidebug-Scheiß vielleicht? Mann Mann Mann. Das ist selbst für Apple-Verhältnisse schlecht, und hey, das heißt was.
Update: Oh, hier ist noch was schönes:
In light of the recent extremely long article about how cool Macs are, I figured I would provide instructions on how to wreck a brand spankin' new not-even-off-the-shelf Apple Macintosh computer.
- Go to the Apple store.
- Get on a brand new computer.
- Run the Calculator widget.
- Type 99999999*99999999 in the widget.
- Hold down the Enter key until the numbers stop changing.
Voila.
Ich würde das ja mal so deuten, daß diese ganzen IP-Listen funktionieren. Der Trend bei P2P-Clients ist, daß man da Blocklisten einträgt, mit IP-Ranges, von denen irgendjemand glaubt, daß da "die Bösen" sitzen. Und wenn die nirgendwo mehr connecten können, dann haben sie schlicht keine weiteren Beweise als daß der Tracker die IP zurück geliefert hat.
Zumindest die inländische Antivirusindustrie ist ja voll aus dem Rennen, wenn sie ausgerechnet diesen Trojaner nicht entfernen darf. Na, liebe Politiker, dieses Knistern, das ihr da gerade hört, das sind die Arbeitsplätze, die ihr gerade verbrennt. Hoffe es wärmt schön, denn nach eurer Abwahl habt ihr euch alle mal eine Runde Hartz IV verdient.
Das ist mal wie der so ein WTF-Moment. Wie habe ich mir das vorzustellen? "Klar haben wir Israel diese international geächteten unmenschlichen Kindervernichtungswaffen verkauft, aber wir konnten doch nicht ahnen, daß sie dich auch einsetzen würden!1!!" oder wie? Nicht zu fassen.
Also habe ich mich heute entschieden, ein paar Makros zu machen, mit denen man unabhängig vom Integer-Typ Addieren und Subtrahieren kann, und der sagt einem dann, ob das überläuft oder nicht. Nun, das ist leichter gesagt als getan. Meine Anforderung ist, daß ich dem Makro nicht die Typen der beteiligten Variablen sagen will, weil das fehlerträchtig wäre. Mein API sieht so aus:
int a;Man sieht schon, wieso das ein Makro werden soll, sonst müsste man da immer Adressen nehmen und übergeben, und es soll ja auch möglichst effizient werden. Das Makro muss jetzt folgendes tun:
if (add_of(a,17,23)) handle_overflow();
if (INT_MAX-23 <= 17)Nur, woher weiß das Makro, daß es INT_MAX nehmen muss? Bei gcc gibt es eine typeof Extension für sowas, mit der kann man typunabhängige MIN und MAX Makros bauen. Das ist auch komplizierter, als es klingt, weil man dabei erkennen muss, ob der Typ vorzeichenbehaftet ist oder nicht, und dann darf man auch selber keinen Integer-Overflow verursachen, falls gcc noch renitenter wird als es heute schon ist. Hier ist mein Code:
return 1;
else
dest=23+17;
#define __MIN_UNSIGNED(type) ((type)0)Ich vergleiche in dem Makro mit 1 statt mit 0, weil gcc sonst bei unsigned-Typen eine Warnung wirft, daß da immer 0 rauskommt, und der 0-Fall mit beiden Code-Varianten funktioniert.
#define __MIN_SIGNED(type) (((type)-1)<<(sizeof(type)*8-1))#define __MAX_UNSIGNED(type) (((type)-1))
#define __MAX_SIGNED_TEMP(type) (((type)1)<<(sizeof(type)*8-2))
#define __MAX_SIGNED(type) (__MAX_SIGNED_TEMP(type)+(__MAX_SIGNED_TEMP(type)-1))#define __MAX(type) ((type)-1 < 1?__MAX_SIGNED(type):__MAX_UNSIGNED(type))
#define __MIN(type) ((type)-1 < 1?__MIN_SIGNED(type):__MIN_UNSIGNED(type))
Nachdem das vom Tisch ist, brauchen wir noch ein Makro, das erkennt, ob eine Zuweisung legal ist. Konkret, wenn man einem unsigned int -5 zuweist, dann will man das mitkriegen. Selbst wenn wir integer overflow in der Arithmetik abfangen, kann ja jemand 1 zu -5 addieren, und das einem unsigned int zuweisen wollen, oder mit 64-bit Zahlen rechnen. Hier ist mein Code dafür:
#define assign(dest,src) ({ typeof(src) __x=(src); typeof(dest) __y=__x; (__x==__y && ((__x<1) == (__y<1))?(int)((dest)=__y),0:1); })Dieser Typeof-Kram dient dazu, daß src nur einmal evaluiert wird (könnte ja sein, daß da was mit Seiteneffekten steht, sagen wir "*i++". Er dient auch dazu, daß ich die Variable einmal dem neuen Typ zuweise. Man sollte denken, wenn man danach _x==__y guckt, ist alles gesagt, aber: "(unsigned int)-23 == (signed int)-23". Daher müssen wir auch gucken, ob das Vorzeichen gleich ist.Wir nähern uns langsam dem eigentlichen Addieren. Mein Code sieht so aus:
#define add_of(c,a,b) ({ typeof(a) __a=a; typeof(b) __b=b; (__b)<1?((__MIN(typeof(c))-(__b)<=(__a))?assign(c,__a+__b):1) : ((__MAX(typeof(c))-(__b)>=(__a))?assign(c,__a+__b):1); })#define sub_of(c,a,b) ({ typeof(a) __a=a; typeof(b) __b=b; (__b)<1?((__MAX(typeof(c))-(__b)>=(__a))?assign(c,__a-__b):1) : ((__MIN(typeof(c))+(__b)<=(__a))?assign(c,__a-__b):1); })
Warum blogge ich das hier? Um zu zeigen, wie Scheiße C ist? Nein, um zu zeigen, was für bekloppte Fanatiker die gcc-Leute sind. Denn dieser unles- und -wartbare Haufen Code ist der Ersatz für folgendes:if ((c=a+b)<b) handle_overflow()Könnt ihr euch ja selber mal überlegen, ob das eine schlaue Entscheidung der gcc-Leute war, diesen Weg zuzumachen. Ich kann mich da jetzt drüber aufregen und privat auf den Intel-Compiler umsteigen, aber das ist ja trotzdem Scheiße, wenn jemand von euch geownt wird, weil ihr gcc genommen habt.
Also, wer gerade Zeit und Lust hat: geht auf die gcc-Mailingliste, und erzählt den gcc-Leuten, wie sehr sie das gerade verkackt haben. Ohne eure Hilfe verstehen sie das offenbar nicht.
BTW: ich bin zwar gut, aber nicht unfehlbar, schon gar nicht um diese Tageszeit. Wer einen Fehler in diesen Makros sieht, meldet ihn bitte. Dieser Code landet in libowfat und dort kriegt ihr dann auch Credit. Ist schon eingecheckt, inklusive einer Testsuite (test/range.c). Viel Spaß.
assert(len+100 > len);len ist ein int. Hier sind zwei Beispielprogramme: int.c (signed) und unsignedint.c (unsigned). Nicht zu fassen. Das betrifft konkret den gnupg-Patch. FINSTER. Probiert das mal bei euch aus. Ich habe hier amd64 und x86 und kann das mit gcc 4.1.1 bei beiden nachvollziehen. Sehr gruselig. Was jetzt? Ich werde mal einen Bug bei gcc einreichen, aber ich fürchte ja, daß da wieder irgendein Language Lawyer kommt und mir sagt, daß man das formaljuristisch so auslegen kann in C.
Update: Hier ist der Bug, und wie ihr sehen könnt, findet der gcc-Typ, der an dem Problem Schuld ist (das gibt er in dem anderen Code-Stück zu), daß das in Ordnung ist, wenn Leute geownt werden, weil er eine Optimierung formaljuristisch rechtfertigen kann. Krank. Da fragt man sich ja schon, für was man eigentlich Audits macht, wenn man dann so torpediert wird. Oh, übrigens: mit icc (dem Intel-Compiler) kriegt man korrekt eine Assertion.
Update: Der Kracher: das macht so viel Software kaputt, daß die autoconf-Leute darüber nachdenken, -fwrapv zu den Default-Optimierungen zu tun, was das alte Verhalten wieder anschalten. Way to go, GNU! Macht ja nichts, wenn euer Schweinecompiler anderer Leute Software kaputt macht, solange ihr einen Workaround für eure eigene Software habt!1!!
Update 2: Offenbar optimieren auch gewisse gcc 2.95.* und gcc 3 Versionen (3.4.6 auf MirBSD und 3.4.3 auf Dragonfly BSD) diesen Code weg, aber der offizielle Workaround (-fwrapv) existiert nicht bei diesen gcc-Version. Die Antwort des gcc-Typen, der an dem ganzen Problem Schuld ist (Andrew Pinski) ist: gcc 2 und 3 sind nicht mehr supported und im Übrigen "why should we support older GCC when we can barrely support the current ones".
Update 3: Und Florian Weimer hat schon 2002 gesagt, daß das mal passieren würde. (Danke, Sebastian)
Während die Versicherungsbeiträge für 50 Millionen Kassenpatienten zum Jahreswechsel schon mal kräftig anstiegen, wurden Einschnitte zu Lasten von Ärzten, Apothekern und Pharmakonzernen nun in letzter Minute abgewendet. Krankenhäusern und Rettungsdiensten - Ministerin Schmidt hatte diese vor wenigen Wochen noch der Verschwendung geziehen - werden entgegen der ursprünglichen Planung keine allzu großen Sparbeiträge abverlangt. Der Wettbewerb zwischen den privaten Krankenversicherungen wird, abweichend von der bisherigen Planung, auf ein Mindestmaß begrenzt.Für alle noch mal ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk für alle. Außer die Patienten natürlich. Und eine Maßnahme ist härter als die nächste!
Wann war eigentlich das letzte Mal mit dem Wort "Reform" etwas positives gemeint? Das ist ja NUR noch zum Reinhauen alles.
Jetzt kündigt die Gesundheitsministerin an, dass es auf ein paar hundert Millionen Euro mehr oder weniger nicht ankomme.Na priiiiima. Ist ja nicht ihr Geld. Ich würde da noch mehr drüber meckern, aber der Spiegel macht das schon nicht schlecht an der Stelle. KOTZ!!!
Kleines Schmankerl noch, falls jemand noch Substanz zum Rauskotzen hat:
Viele Fragen der Reform müssen durch Folgegesetze erst noch geregelt werden. So ist offen, wie künftig die Ärztehonorare berechnet werden sollen. Ebenso wenig ist geklärt, was mit einer Krankenkasse geschieht, die in Zahlungsschwierigkeiten gerät. Die von der CSU duchgesetzte Klausel, wonach kein Bundesland mehr als 100 Millionen Euro im Jahr durch den neuen Gesundheitsfonds verlieren soll, muss ebenfalls noch ausformuliert werden.Und wenn man dann noch hört, daß die CSU fordert, Länder müssten nicht für insolvente regionale Krankenkassen haften, dann weiß man auch schon, wo der Dampfer hinfährt.
The man who does not read good books has no advantage over the man who cannot read them.Klar könnt ihr euch jetzt hinsetzen, denken, der Fefe hat geguckt, der wird da schon alles Wichtige gefunden haben. Aber ihr seid dann genau so weit wie vorher, ihr vertraut immer noch anderer Leute Urteil, und gelernt habt ihr auch nichts dabei. Lernt mal Code lesen, und lest dann auch Code. Das ist der wichtigste Schritt zur Emanzipierung und Aufklärung im Digitalzeitalter. Das wird alles immer nur noch komplizierter! Je länger ihr wartet, desto größer die Hürden.
Und ja, es geht hier um Wegsperren, nicht um eine Geldstrafe. Da drohen 40 Jahre Knast.
Soweit business as usual. Aber nun gibt es tatsächlich Leute, die glauben, Apple würde sie für ihr Telefon Anwendungen bauen lassen (wie das bei allen anderen Mobiltelefonen ja auch geht). Nun guck mal einer schau:
"You don't want your phone to be an open platform," meaning that anyone can write applications for it and potentially gum up the provider's network, says Jobs. "You need it to work when you need it to work. Cingular doesn't want to see their West Coast network go down because some application messed up."Soviel zum iPhone. Liebe Apple-Fanboys, lasst mich euch ins Gesicht sagen: HAHAHAHAHAHA.Und noch was: Cingular kriegt gerade so tolle Presse wegen des iPhone, da muss man doch was tun: AT&T (Eigentümer von Cingular) will die Marke auflösen und wieder zu AT&T umbenennen. Das haben sie letztes Mal mit SBC Communications gemacht, und das hat sie ne Milliarde Dollar gekostet. Ich denke mir immer, wenn ich so was lese: eine Milliarde hier, eine Milliarde dort, nach einer Weile summiert sich das zu richtig Geld! :-)
if (*p == '*')Sieht ja an sich OK aus, außer man beschäftigt sich mal mit der Zahlendarstellung in Computern. Im Zweierkomplement gibt es eine negative Zahl (0x80000000 auf 32-bit Systemen), für die es keine Positiv-Darstellung gibt. Wenn man diese Zahl negiert, kommt sie wieder selbst raus. Für abs() bedeutet das:
{
++p;
total_width += abs (va_arg (ap, int));
}
abs(0x80000000) == 0x80000000 == -2147483648Für diesen Code heißt das, daß die offensichtlich unterliegende Annahme falsch ist, daß dieser Code immer nur Zahlen drauf addiert. Insbesondere kann man so den Code dazu kriegen, weniger Platz zu allozieren, als dann am Ende reingeschrieben wird.
Was mich ja besonders irritiert: dieser Code kommt von libiberty, das ist Teil von gcc/binutils/gdb. Das ist noch keinem aufgefallen?
Und als ich gerade dabei war, dachte ich mir, mhh, printf liefert die Anzahl der Zeichen zurück, die er hätte schreiben wollen. Als int. Was, wenn das so groß wird, daß es negativ wird? Sollte printf das abfangen? -1 zurück geben? Mal gucken, was die glibc macht:
#include <stdio.h>Wenn man das Programm aufruft, frißt er ein Gig RAM, läuft 17 Sekunden (auf meinem fetten Athlon 64), und schreibt dann -2147483647.int main() {
printf("%d\n",snprintf(0,0,"%*d %*d",0x40000000,1,0x40000000,1));
}
Ich hab das jetzt für die dietlibc so gemacht, daß *printf dann -1 zurück gibt. Offenbar ist das unter Solaris jetzt schon so, und wenn ich nicht der erste bin, der das so macht, dann trifft mich auch keine Schuld wegen der Kompatibilitätshölle :-)
Ich habe auch gerade eine Mail vom mirBSD-Projekt gekriegt, da hat jemand den Eintrag hier gesehen und nen Patch eingespielt, die liefern jetzt auch -1 zurück. Das war fix, keine zwei Stunden Turnaround!
Die Wahlversprechen der SPÖ werden zum großen Teil ausfallen: Aus der von Gusenbauer angekündigten Abschaffung der von der Vorgängerregierung eingeführten Studiengebühr wird nichts. Allerdings können Studenten Stipendien erhalten und die Gebühr künftig durch Sozialarbeit während des Studiums abbauen.
Nicht nur das, das Gericht will die Verträge der Labens mit ihren 12 größten Kunden einsehen. Da könnten noch üble Preistricksereien und -Absprachen rauskommen, und wenn alles gut läuft, wird dieser ganze korrupte und kriminelle Haufen einmal ordentlich ausgeräuchert.
Und dann gibt es da noch einen anderen Uhl, von der SPD, der gerade wegen der VW-Affäre in die Fresse kriegt. Wo man auch hin greift bei den Politiker, einer korrupter als der nächste.
Update: Ich bin offenbar nicht der einzige, der sich über den Uhl aufregt. Hier sind ein paar Zitate von einem Live-Treffen. Achtung: Heise-Forum-Link! :-)
Danach hab es von Honk einen Vortrag über seine Erfahrungen mit Security-Audits in der Kreditkartenindustrie, und da waren eine echte Schenkelklopfer dabei. Tja, Schadenfreude ist doch die schönste Freude.
Den Lawrence Lessig Talk habe ich mir gespart, da war ich mit ein paar alten Kumpels essen. Ich hätte mir sonst vermutlich den PocketPC-Talk angehört.
Im nächsten Slot lagen sehr unglücklich "Automated Exploit Detection in Binaries" von einem mir vorher Unbekannten, "Pornography and Technology" von Tina, "Sie haben das Recht zu schweigen" von Udo "lawblog.de" Vetter und "Rootkits as Reversing Tools" von einem anonymen Vortragenden parallel. Jeden davon hätte ich gerne gesehen, aber ich bin am Ende zu der Exploit Detection gegangen. War ein Fehler. Das Konzept ist, Binaries zu disassemblieren, Basic Blocks hinterher zu laufen, über Wertebereiche Buch zu führen, und dann Schreibzugriffe von vergifteten (vom Angreifer kontrollierbaren) Daten außerhalb des gültigen Buffers. Klang alles nach Star Trek, und statt einer Vorführung gab es den Hinweis auf irgendwelche Sourceforge-Sachen und einen Exploit in Trillian, den sie offenbar unabhängig gefunden haben. Nicht beeindruckend.
Das lustige an dem 4. Vortrag war, daß der Vortragende gar nicht körperlich anwesend war, sondern per VoIP und TOR-Tunnel vortragen wollte. Ob das geklappt hat weiß ich nicht, aber das finde ich einen enorm coolen Stunt.
Am Abend lagen dann wieder drei coole Dinge nebeneinander, "Hacker Jeopardy" (da mußte ich meinen Titel verteidigen), "Powerpoint Karaoke" (dort war ich verpflichtet worden), und "Schlossöffnung bei der Staatssicherheit der DDR" (hätte ich auch brennend interessiert). Ich bin dann anfangs zum Karaoke gegangen, habe dort eine absolut furchtbare Foliensammlung gekriegt, und bin mit wehenden Fahnen untergegangen bei der Präsentation :-) Es ging offenbar um Zitate aus einem Buch (jeweils ein Satz oder Satzfragment, sowas wie "Anton errötete alsdann jungenhaft" und darunter ein Bild, das mit dem Zitat darüber so gut wie keinen Zusammenhang hatte. Es gab auch keinen roten Faden, keine tatsächliche Aussage, und so gelang es mir nicht, da sonderlich viel raus zu holen.
Dann wurde ich rausgewunken aus dem Raum und mußte zu Hacker Jeopardy rüber, das dieses Jahr auch in Englisch gehalten wurde. Zur Begeisterung des Publikums gab es eine Kategorie "Things Fefe Doesn't Know", mit furchtbaren Fragen wie welche DECT-Nummer man anrufen muss, um das Labyrinth zu kriegen (ich habe kein DECT-Phone und bin mit genau dieser Frage schon letztes Jahr baden gegangen), welche Tastenkombination auf einer Apple-Tastatur das @-Zeichen ergibt (WTF?!), was Windows-Taste+D tut (?!?) und noch zwei Fragen aus dieser Kategorie. Ich war zu dem Zeitpunkt eh unter Einfluß von Wodka (den sie uns beim Karaoke zur Auflockerung gegeben hatten) und vom Schlafentzug verlangsamt, und habe so ziemlich versagt, konnte kaum was beantworten. Eine Kategorie war ASCII-Ports, da haben sie dann sowas wie "n" gehabt, man mußte dazu den ASCII-Wert wissen (110), und dann "Was ist POP3?" fragen. Kann ich gar nicht, denn in C kann man sowas wie return i-'a' schreiben, da muss man keinen Integer-Wert nachgucken. Nicht nur das, bei vielen Ports hätte ich nicht mal mit der richtigen Umrechnung den Dienst dazu gewußt :-)
In der Mitte des Jeopardy stand es dann -500, 0, -200, 0 (die letzte 0 war ich, der ich noch nichts hatte beantworten können), und ich wollte mich schon entspannt zurück lehnen, und mal die anderen gewinnen lassen. Ein bißchen Gegenwehr wollte ich aber schon simulieren, und so habe ich zwei Fragen beantwortet, hatte dann 500 Punkte, und es waren als letzte Felder die 100-400 Fragen von "Things Fefe Doesn't Know" frei. Ich wußte in der Tat keine einzige der Sachen aus der Kategorien, aber die anderen auch nicht. Und die fühlten sich offenbar genötigt, da dann lieber was zu riskieren und falsch zu antworten, wodurch ich am Ende doch noch gewonnen habe. Meine Siegprämie war eine große Flasche Humppa-Bier und ein Plüsch-Puffy, über den sich mein Jüngster freuen wird.
Ich hatte noch auf dem Gang ein lustiges Gespräch mit Wim, der meinte, man könnte ja zu FreeBSD nicht mehr Free sagen, weil sie so viele BLOBs im Kernel haben, und daher würden die OpenBSDler sie jetzt Ersatz-FreeBSD nennen :-) Hach ja, friendly fire wärmt einem doch das Herz zur Winterzeit…
Morgen früh haben sie den armen Ilja um 11:30 in den Saal 1 gelegt, hoffentlich ist der um die Zeit schon wach. Guckt euch das mal an, er hat mir schon mal verraten, daß es einen schönen OpenBSD-0day gibt.
Alle Betroffenen im Gesundheitswesen müssten die Bereitschaft aufbringen, mit IT in Berührung zu kommen, betonte Merkel. Auch wenn dies bedeute, dass es "nicht mehr möglich ist, eine Rechnung zweimal abzurechnen". Generell ist Deutschland laut Merkel in diesem Bereich "dicht daran, in Europa wieder Standards zu setzen." Dies sei wichtig, denn "wer die Schnittstellen definiert, kann über Jahre hinweg Marktanteile sichern."Um Innovation oder gar Patienten Helfen geht es hier nicht, es geht um Marktanteile für ihre Cronies. Na ganz prima. Da hat sich ja in Kohls Hintern die richtigen Lektionen aufgeschnappt.
Merkel versicherte: "Dieser Gipfel ist nicht folgenlos."Hoffentlich nicht. Jetzt wären mal ein paar Arsch- und Rücktritte indiziert.
Oh und ich hoffe, ihr habt alle mitgekriegt, was die Merkel da unterstellt hat mit dem Rechnungen zweimal abrechnen? "Wer gegen die Gesundheitskarte ist, ist ein korruptes Schwein, der Rechnungen zweimal abrechnen will".
Die Spezialexperten in der Texanischen Pantex-Bombenzerleg-Einrichtung haben aber zu viel Druck gegeben und ihnen hätte das Teil um die Ohren fliegen können (und hätte wohl größere Teile von Texas mitgenommen). Dafür haben sie jetzt 110 Kilodollar Strafe aufgedrückt gekriegt.
Es gibt auch schon eine Vermutung, wie es dazu kommen konnte. Die Techies da müssen bis zu 72 Stunden die Woche arbeiten. WTF!?!? (Danke, Oliver)
Also die Meldung ist ja an sich schon hart genug bis hier, aber wartet, wird noch besser. Sie wollen das jetzt nicht neu ausschreiben, sondern an (festhalten!) T-Systems übergeben, oder an EADS. OMFG! Ich finde das ja großartig, sind wir weiter zu Albanien kompatibel.
Die Gewerkschaft der Polizei vergleicht das Projekt schon mit Inpol-Neu und Tollcollect, so kraß haben die da im Treibsand geparkt.
Also ich bin ja mal gespannt, wer das Projekt jetzt kriegt. Sowohl T-Systems als auch EADS sind große Firmen, die ohne staatliche Zuwendung nicht überlebensfähig sind. Da wird jetzt wahrscheinlich über die Schmiergeldhöhe bzw die Ausstattung des Bordells entschieden, in das die Entscheider eingeladen werden, oder vielleicht über die Koks-Qualität? Es bleibt jedenfalls spannend.
Ich bin ja fassungslos, wie schlimm die das versägt haben müssen, wenn die den Auftrag entzogen kriegen. Das ist ja selbst für T-Systems-Verhältnisse außergewöhnlich.
Heimliche Vaterschaftstests ohne Zustimmung der Frau will die Zypries jetzt strafbar machen. Ich finde das ja hart genug, daß eine Frau verhindern kann, daß ihr zum Unterhalt verpflichteter Mann nachweisen kann, daß er nicht der Vater ist. Wo ist denn da bitte die Gerechtigkeit? Die Begründung ist, daß sie "den Familienfrieden" schützen will.
Im Übrigen sei das ein Erbguteingriff und damit müsse die Mutter zustimmen. Ich kann das ja nur zynisch so deuten, daß die Meinung des Vaters nichts zählt, weil es ja eh um Fälle geht, wo am Ende rauskommt, daß er nicht der Vater ist? Also mich betrifft das ja nicht, aber ich finde das vergleichbar damit, daß man jemanden wegen Vergewaltigung wegsperrt, und ihm den ihn entlastenden Gentest verweigern würde. Denn für Vergewaltigung zahlt man unter dem Strich weniger (wenn man die zugegeben wenig nachvollziehbaren Gelder rechnet, die man als Entschädigung kriegt, wenn sich nach 10 Jahren rausstellt, daß man unschuldig im Knast saß) als ein Vater so ein Leben lang an Unterhalt zahlt.
Der Hammer ist ja, was für Hürden die Richter bisher aufsetzen, damit überhaupt ein Anfangsverdacht besteht, der einen Test rechtfertigen könnte:
Tatsächlich sind die Voraussetzungen bislang ziemlich streng, damit eine gerichtliche Vaterschaftsanfechtung überhaupt in Gang kommt. "Laienhafte Ähnlichkeitsvergleiche" reichen den Richtern für einen "Anfangsverdacht" ebenso wenig aus wie anonyme Hinweise oder der Umstand, dass die Frau während der Empfängniszeit mit anderen Männern im Urlaub war. Selbst ein so merkwürdiger Vorgang, dass die Mutter von einer schweren Erbkrankheit des angeblichen Vaters erfährt und trotzdem nicht untersuchen lässt, ob das Kind dieses Gen geerbt hat, soll einem Urteil des Oberlandesgerichts Celle zufolge kein Verdachtsmoment begründen.
Der Vertrag wird ein Auftragsvolumen von rund sieben Milliarden Euro haben und soll über zehn Jahre laufen. Er sieht vor, dass eine eigenständige Gesellschaft die Informationstechnik- und Telekommunikationsinfrastruktur der Bundeswehr übernehmen und modernisieren wird. Die öffentliche Hand soll mit 49,9 Prozent an der Gesellschaft beteiligt sein. SBS wird 50,05 Prozent und IBM 0,05 Prozent übernehmen.Nur, damit das jeder mitkriegt. Die geben die IT unserer Streitkräfte an eine profitorientierte Firma ab. Die IT. Unserer Streitkräfte. An eine profitorientierte Firma. Hallo? Haben die einen Schaden? Und die Geheimdienste der Bundeswehr machen sie bei der Gelegenheit auch gleich zu, oder wie? Nein, besser, die werden dem BND eingegliedert. Das ist schlimmer als der Tot, das ist Untot :-)
Aber halt, es kommt noch härter. Was passiert normalerweise, wenn man eine Aufgabe privatisiert, die man vorher selber gemacht hat? Richtig, es wird gleich deutlich teurer.
Nach einem Bericht von ddp hat der Bundesrechnungshof kritisiert, dass "Herkules" unter Leitung des Bundesverteidigungsministeriums um rund eine Milliarde Euro billiger geworden wäre.Also mal völlig abgesehen von der Tatsache, daß die da überhaupt die IT unserer Streitkräfte outsourcen, und damit ausländischen Spionen Tür und Tor öffnen… sie geben bei der Gesellschaft auch noch die Mehrheit aus der Hand, und wundern sich dann, als sie prompt abgezockt werden. Unglaublich.
Aber nicht unglaublich genug, daß man da nicht noch ein bißchen Zynismus anbringen könnte. Andreas hat die Vermutung, daß sie die Bundeswehr komplett zumachen wollen, und das versicherungstechnisch günstiger ist, die in Afghanistan erschießen zu lassen, als sie hier zu entlassen. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr muss ich dem zustimmen.
Oh, noch was. Wieso heißt das eigentlich Herkules, wird sich der eine oder andere fragen. Meine Theorie: weil sie einen echten Spindoktor-Helden brauchten, um die Notwendigkeit des Projekts zu begründen.
Dann nimmt das Gutachten diesen Wert, um die Anzahl der benötigten Server zu berechnen, indem sie TPC-Werte nehmen und die Verordnungen durch die TPC-Werte teilen. Sie haben als typische TPC-Werte 100-200 Transaktionen pro Sekunde bestimmt, diese Werte kommen wohl von IBM und Sun, also geben sie als Ergebnis an, daß man dann ja 70-140 Server bräuchte. Mhh. Also wenn ich ihre 28.000 Verordnungen nehme, komme ich auf 140-280 Server, und wenn ich meine 15.500 Verordnungen nehme, komme ich auf 78-155 Server.
Wieso erwähne ich das mit den TPC-Werten? Das sind Hardware-Benchmarks, die Hersteller benutzen (wie ehemals die MIPS-Angaben bei CPUs), um ihre Hardware gut aussehen zu lassen. Die TPC-Werte haben mit real erreichbaren Transaktionen so gut wie nichts zu tun. Da hat der Hersteller unter Laborbedingungen tiefergelegt mit Spezial-Builds, besonders viel Cache, handgetunetem OS usw. versucht, maximale Marketing-Zahlen zu erreichen. Das für ein reales Server-Sizing zu nehmen ist hanebüchen.
Ist geplant, über die Pflicht- und freiwilligen Anwendungen hinaus noch weitere Anwendung über die eGK zu realisieren (z.B. Bonusprogramme, usw.)?"
Update: Eine Sache ist noch auffällig: bei mehreren Punkten ignorieren sie Kosten mit dem Hinweis, daß das ja bei den Kosten für die Karten schon drin sei — diese Kosten werden aber anscheinend den Bürgern aufgedrückt, und zählen deshalb nicht als Projektkosten. Noch was: der Krypto-Punkt bezieht sich auf das MPLS. Da ist VPN-Hardware mit IPsec im Einsatz, allerdings nur von dem Arzt zum Backbone, und der läuft per MPLS und hat ~50 Endpunkte, daher denke ich nicht, daß das bloß das LAN im Rechenzentrum sein soll.
Update: offenbar haben sie da von Dual Opterons gestreamt und die Xserve waren nur FC-Interfaces…!? Und die haben jeweils 2 Gigabit-Interfaces, das hatte ich übersehen. Damit haben sie in der Tat von 12 GBit Nenndurchsatz gut die Hälfte erreicht. Für so eine "Glanz"leistung würde ich ja keine Presseerklärung raushauen.
Bundestag will 870.000 Euro von der NPD zurück, weil sie falsche Spendenbescheide ausgestellt hatten. Gelegentlich gibt es eben doch noch eine gute Nachricht.
Oh, noch einer: Die NPD hat Probleme, ihren Bundesparteitag durchzuführen — keiner will das hosten. Mehrere Gerichte haben sich jetzt in Eilverfahren damit beschäftigt und … ach lest die Details selber, ist zum Totlachen!
Jetzt ist ein Militärdokument geleaked (Original-URL: http://www.ice.gov/graphics/dro/endgame.pdf, ging gestern noch, heute nicht mehr; ice.gov ist Immigration and Customs Enforcement). Endgame.pdf heißt das auch im Original, und es beschreibt einen Plan namens ENDGAME, von 2003. Sie möchten gerne die Option haben, auf einen Schlag alle möglichen Leute wegsperren zu können, sie schreiben da "all removable aliens", und in feinster Schill/Schönbohm/Beckstein-Manier geht es um "illegal economic migrants, aliens who have committed criminal acts, asylum-seekers or potential terrorists".
Den Auftrag hat natürlich Halliburton gekriegt, speziell KBR, ihre aus dem Irak bekannte Tochter.
Update: Noch ein Dokument (falls die URL auch verschwindet: lokale Kopie)
Großartig, da kriegen beide, was sie verdient haben. BT kriegt Bruce "Common Sense" Schneier und Bruce muss jetzt für BT arbeiten.
Dort kann man den Verwaltungsvorgang einsehen, der zum Kauf der Wahlmaschinen geführt hat. Erste Überraschung: der gesamte Vorgang ist von Mitte September. 2006. Inhaltliche Argumente pro/contra Wahlmaschinen gibt es keine. Der Kauf wird damit begründet, daß Anmietung teurer wäre.
Offenbar hat die Stadt Köln (die in ähnlicher Funktion schon mehrfach unangenehm aufgefallen ist) ursprünglich Cottbus Wahlmaschinen geliehen, damit sie Erfahrungen sammeln konnten. Und hey, klar, wenn man die geborgt kriegt, fällt einem der Anschaffungspreis nicht so auf.
Als Kontext: Cottbus ist in einer furchtbaren Finanzmisere. Die machen da eine Schule nach der anderen zu, in den Stadtverordnetenversammlungen werden ständig Grundstücke und Beteiligungen verhökert, der Haushalt für 2006 hat knapp doppelt so viel Ausgaben wie Einnahmen — ein Desaster. Diese Stadt ist am Rande des finanziellen Kollaps, und sie haben kürzlich in einem Bürgerbegehren ihre Oberbürgermeisterin verloren. Das ist da offenbar eine Station vor russischen Zuständen.
Und in so einer desolaten Finanzlage geben die Geld für Wahlmaschinen aus. Ein echter Brüller: Anlage 2, eine Grafik, mit der sie überzeugt wurden, daß Kaufen billiger ist als Mieten. Und die stehen offenbar so mit dem Rücken zur Wand, daß die nicht gefragt haben, ob es vielleicht besser wäre, das mit den Wahlmaschinen ganz sein zu lassen. In der Grafik deutet sich schon an, wie viel Geld die da ausgeben für Wahlmaschinen: rund 270.000 Euro. Für 74 Wahlmaschinen. Für 74 gebrauchte Wahlmaschinen. Und so beschränken sich die finanziellen Überlegungen auch darauf, wann man kaufen soll (Anlage 1), nicht ob.
Woher weiß ich denn, daß die Geräte gebraucht gekauft werden? Und wieso wäre später kaufen teurer gewesen? Überhaupt, stehen da Preise bei? Besser noch, da liegt das Angebot von Nedap/HSG bei (Anlage 3). Da habe ich ja nicht schlecht gestaunt, denn in dem Angebot steht, daß die Systemkosten 214.600 Euro sind, und daß das der Discount-Preis ist, weil die Geräte gebraucht sind. Der Neupreis liegt bei 4100 Euro pro Gerät, und das versteht sich zuzüglich Mehrwertsteuer. Oh, und bei so einem großzügigen Preis, da läßt sich HSG nicht lumpen, und schickt die Geräte unfrei raus, d.h. Transportkosten kommen noch dazu.
Was sind die Highlights des Angebots?
Das funktioniert so, daß Cottbus dann ein PDF zu Nedap emailt, das sie mit Nedap-Design-Software gemacht haben, und die drucken dann eine Schablone aus und verkaufen die Cottbus für 16 Euro das Stück zurück. Die paßt dann genau unter die Tasten. Ja, unter die Tasten. D.h. wenn es jemand in drei Jahren schafft, Smart Paper zu bauen, das wie Paper aussieht, aber den Druckkontakt mißt und per RFID ausstrahlt, ist das gesamte System kompromittiert. Von sicherer Lieferung des Papiers steht da nichts. Aber hey, dafür bräuchte man kriminelle Energie, das findet Nedap sicher völlig undenkbar.
Als ich das gesehen habe, habe ich mich natürlich spontan gefragt, wie das jemals billiger als eine Papierwahl sein kann. Und weil ich so neugierig bin, habe ich mal gegoogelt, was so Wahlzettel kosten. Ihr werdet lachen, das kann man sich im Internet klicken, und kommt auf 2 Cent pro Wahlzettel (und das halte ich sogar noch für vergleichsweise teuer eingekauft, aber sei's drum). Cottbus hat etwas über 100.000 Einwohner. Wir sind also bei rund 2000 Euro Druckkosten für Wahlzettel. Demgegenüber stellt sich die Frage, wie viel Wert so eine Nedap-Maschine pro Wahl verliert. Dazu gucken wir einfach in das Angebot. Neuwert: 4100 Euro, Wert für die Gebrauchtmaschinen nach sechs Wahlen: 214.600 Euro für 74 Maschinen oder 2900 Euro pro Maschine. Differenz: 1200 Euro für sechs Wahlen, d.h. 200 Euro pro Wahl. 200 Euro Wertverlust pro Wahl. D.h. alle 74 Maschinen zusammen verlieren pro Wahl 14.800 Euro an Wert. Dem stehen 2500 Euro Druck- und Verteilkosten für Wahlzettel gegenüber (ich runde das mal auf, damit man Reserve hat und ich glatte Zahlen habe).
Fassen wir zusammen: Cottbus hat sich einen Wertverlust von 14.800 Euro pro Wahl gegenüber Druckkosten für eine Papierwahl von 2500 Euro pro Wahl als Kostensenkung verkaufen lassen, die sich nach weniger als 20 Jahren amortisiert (das Angebot sagt, daß die Hardware 20 Jahre hält).
Nun hat mich schon interessiert, wie sie das schönrechnen in ihrem Haushalt. Auf der e-Government Site findet man irgendwann 2005 den Haushalt für 2006, und da gibt es zwei Seiten mit konkreten Zahlen, die Wahlen betreffen. Einmal diese tabellarische Übersicht, wo die Wahlen einen Punkt unter vielen ausmachen, und einmal diese Seite mit Details zu den Wahlein- und -ausgaben. Ich bin ehrlich gesagt damit überfordert, das richtig zu interpretieren. Wenn mir das einer erklären kann, bitte ich um Emails. Für mich sieht das so aus, als hätten die 2004 127.000 Euro für Laptop-Miete ausgegeben, und fast 52.000 Euro für Post- und Fernmeldegebühren. Aber das kann ich so nicht glauben. Ein guter neuer Firmenlaptop kostet 2000 Euro, d.h. für 127 Kiloeuro hätten die da 63 Neulaptops kaufen können. Wahrscheinlich hätten sie noch Rabatt gekriegt und 100 neu kaufen können für das Geld. WTF? Und 50 Kiloeuro für Fernmeldegebühren? Für eine Wahl?! Haben die da für die Anbindung der Wahllokale einen vergoldeten Satelliten ins All geschossen!? Machen da 50% der Bevölkerung Briefwahl!? Aber man sieht, daß die für Druck- und Vervielfältigungen um die 3000 Euro ausgegeben haben, da lag ich mit meiner Schätzung ja in der richtigen Größenordnung.
So, das ist im Moment Stand meiner Ermittlungen. Wenn das hier jemand von der Presse mitliest: jetzt wäre der richtige Moment, darüber eine Story zu drucken. Bitte auch gerne von euren Blogs verlinken. Unser Zeitfenster ist knapp.
Oh, kurzer Hinweis noch: wenn ihr 74 EPROMs mit drei Lesegeräten auslesen sollt, was schätzt ihr, wie lange das dauert? Ist das wirklich so viel schneller als das tabellieren der dezentral gezählten Papierstimmzettel?
Update: Es gibt die ersten Erklärungen. Für eine Wahl müssen an alle Bürger Wahlbenachrichtigungen verschickt werden, das erklärt bei 100.000 Bürgern (gehen wir mal von 60.000 Wahlberechtigten aus) zu normalen Postkonditionen (gehen wir mal davon aus, daß die Regierung da zu inkompetent ist, bessere Konditionen auszuhandeln) zumindest Portokosten von 27.000 Euro (1 Postkarte == 45 Cent). Bleiben immer noch 25.000 Euro unklar im Postbudget. Dann vermutet jemand, die 127.000 Euro seien nicht für Notebooks, sondern für Wahlmaschinen ausgegeben worden. Das liegt natürlich nahe, die Vermutung, aber ich glaube da aus mehreren Gründen nicht dran:
Seit die c't berichtet hat, daß die GVU Warez-Server betrieben hat, um dann die Benutzer abmahnen zu können, kann man m.E. ruhigen Gewissens von einer kriminellen Vereinigung reden, und diese Leute werden von meinen GEZ-Steuern bezahlt? Das ist ja unfaßbar. Man kann gar nicht so viel fressen, wie man kotzen muss.
Aber das ist nicht das einzige Detail an der Geschichte, das mir Gallensteine verursacht. Die Geschichte geht so: eine in Deutschland lebende Chinesin stellt einer Freundin in China ihr Konto zur Verfügung. Die Freundin in China kauft bei einer Amazon-Tochter (!) dort DVDs, inseriert die hier auf Ebay, und wickelt die Zahlungen über besagtes Konto ab. Nun kommt die GVU, behauptet einfach mal pauschal, es handele sich um Raubkopien, und dient sich bei der Staatsanwalt als einziger verfügbarer Gutachter an, was die Staatsanwaltschaft dankend annimmt. Die Frau wird verhaftet (!), kommt dann gegen 25 Kiloeuro Kaution frei (!!), aber der Haftbefehl läuft dann insgesamt 8 Monate. Eine unglaubliche Zumutung, und das alles, weil die GVU für ihr "unabhängiges Gutachten" so lange braucht. Das geht dann plötzlich ganz schnell, als die Presse nachfragt, und dann stützt sich deren Behauptung, es handele sich um Raubkopien, auf eine DVD, auf der "Language" falsch geschrieben ist. Diese DVD, kommt dann raus, kam gar nicht von dieser Chinesin. Die Polizei hat während dessen die Kunden der Frau angeschrieben, um ihnen mitzuteilen, daß ihre DVDs Raubkopien sind, und auch nicht zurückgegeben werden könnten, aber die Kunden sollen doch gegenüber der Chinesin Schadensersatz geltend machen.
Natürlich ist auch das Verhalten der Staatsanwaltschaft ein Skandal, aber von unseren tollen Beamten erwartet man ja schon gar keine Rechtsstaatlichkeit oder Kompetenz mehr. Nur daß die GVU da reingelassen wird, und auch noch mit zwangsweise von mir eingezogenen Geldern finanziert wird, das ist ein Skandal sondergleichen. Ich gucke ja an sich gerne arte und zahle auch meine GEZ-Gebühren immer brav, aber da muss ich ja jetzt echt mal drüber nachdenken, ob ich nicht die Glotze abschaffe, um diese Verbrecher nicht finanzieren zu müssen. Unfaßbar.
General Rick Hillier, chief of the Canadian defence staff, said on Thursday that Taliban fighters were using the forests as cover. In response, the crew of at least one armored car had camouflaged their vehicle with marijuana."The challenge is that marijuana plants absorb energy, heat very readily. It's very difficult to penetrate with thermal devices … and as a result you really have to be careful that the Taliban don't dodge in and out of those marijuana forests," he said in a speech in Ottawa.
"We tried burning them with white phosphorous — it didn't work. We tried burning them with diesel — it didn't work. The plants are so full of water right now … that we simply couldn't burn them," he said.
Also mir würde da spontan eine andere Möglichkeit einfallen, das da kurzfristig weg zu kriegen. Kurz ne Anzeige auf kiffer.de schalten und gut ist.Am Ende haben sie das dann doch noch angezündet gekriegt, mit vorhersagbaren Folgen:
[…]a section of soldiers that was downwind from that had some ill effects and decided that was probably not the right course of action.
"This bill gives an administration that lobbied for torture exactly what it wanted," said Senator John Kerry.Republican Senator Kit Bond responded by accusing the Democrats of being soft on terrorism.
"Now some want to tie the hands of our terror fighters," he said. "They want to take away the tools we use to fight terror. To handcuff us. To hamper us in our fight to protect our families."
Nun betrifft mich das mehr als andere, denn ich bin beruflich Hacker, der bei anderen Leuten die Sicherheit prüft und verbessert. Und wenn man mir da die Werkzeuge wegnimmt, ist das ein handfester Wettbewerbsnachteil.
Nun stellt sich schon wirtschaftlich gesehen die Frage, was das soll. Immerhin hat der Schily mit großem Aufwand der inländischen Sicherheitsindustrie Kohle zugesteckt, mit sinnfreiem RFID/Smartcard/PKI/Biometrie-Blödsinn. Und jetzt treiben sie die inländische Sicherheitsindustrie ins Ausland? Nun könnte man argumentieren, daß die ja vielleicht nur ihre Hacker-Abteilung ins Ausland schieben, die Unternehmen. Aber mal ehrlich, wenn man schon die hochbezahlten Hacker ins Ausland schiebt, vermutlich in eine Niedriglohn-Steueroase, wieso dann nicht auch die Verwaltung dort hin schieben? Wenn ich hier nicht arbeiten kann, wieso sollte ich denn dann meine Firma hier weiter laufen lassen? Um den armen Politikern mehr Steuern zu geben? Meine Firma ist hier, weil ich hier bin. Wenn sie mich hier nicht arbeiten lassen, ist auch meine Firma weg. Ist doch klar.
Nun habe ich mich gefragt, wie man am besten klar machen kann, wieso kriminelle Intention wichtig ist. Ich bin an sich libertär eingestellt und finde auch, daß Kriminelle Hackertools haben dürfen sollten, denn richtige Sicherheit ergibt sich ja nicht, wenn man dem Gegner die Waffen verbietet (da scheißt der Gegner aus dem fernen Ausland drauf), sondern wenn man seine Installationen gegen Angriffe immunisiert hat, und dann ist es wurscht, ob der Gegner ein Tool hat oder nicht.
Aber mir kam die Idee: was ist eigentlich ein Virus anderes als ein Hackertool? Es ist ein Stück Software, mit dem ein Angreifer bei anderen Leuten Schaden machen kann. Wenn wir jetzt also den Besitz von Hackertools unter Strafe stellen, dann kriminalisieren wir die Opfer von Viren, nicht die Täter (denn die sind ja eh unbekannt und werden in den meisten Fällen nie erwischt). Wir helfen also den Opfern nicht, wir bedrohen sie noch mit Freiheitsentzug. Das ist ja schon mal eine tolle Wurst, aber denkt mal weiter. Wie soll denn jemand einen Antivirus schreiben, wenn er den Virus nicht besitzen darf, mit dem er prüfen könnte, ob sein Antivirus funktioniert. Gut, meine Meinung zu Antiviren kennt ihr ja vermutlich, ich halte da nicht viel von, aber wir haben in Deutschland einige bekannte Antivirenhersteller, das ist ein Wirtschaftsfaktor. Und denen erteilt dieses Gesetz ein Berufsverbot.
Was meint ihr, ist das ein stichhaltiges Argument? Kapiert das ein Politiker? Oder muss man erst damit drohen, daß man die Abgeordneten wegen Besitzes von Hackertools anzeigt, sobald sie sich das nächste Mal einen Virus einfangen?
Update: Nicht der Besitz soll unter Strafe gestellt werden, sondern das Sich Verschaffen, daher müsste man bei den Viren auf das Weiter-Infizieren abheben, nicht auf das bloße Haben eines Virus. Und offenbar ist auch das eher wackelig als Argumentation, weil da der Vorsatz fehlt.
Ich habe ja mal eine Suchmaschine für Webseiten gehackt vor ein paar Jahren, und damals habe ich gelernt, was für ein armseliger Haufen diese ganzen Online-Angebote so sind. Zu 80% ist das ein Abdruck von DPA-Meldungen, dann ein paar belanglose Lokalnachrichten, und dann der eigentlich wichtige Teil, die Anzeigen. Denn das ist ja, womit die Zeitungen außerhalb des Internets ihr Geld verdienen, also haben sie gedacht, da müsste im Internet genau so weiter laufen. Im realen Leben ist das so, daß die Zeitung nicht mitkriegt, wenn keiner an ihren "Inhalten" interessiert ist, und es ist so, daß ich als Kunde, wenn ich denen schon Geld in den Rachen werfe, auch geneigt bin, da ein bißchen rumzublättern. Aber im Internet ist das eine knallharte Konkurrenz um meine Aufmerksamkeit. Und da muss dann halt mehr sein als DPA-Meldungen. Daher gehen die Zeitungen gerade alle ein, und aus meiner Warte haben sie es auch alle verdient. Ich habe als Kind mal Zeitungen ausgetragen für Madsack, ein Verlagshaus in Hannover. Die haben in Hannover die beiden Zeitungen rausgebracht, die sich dann eine Pseudo-Konkurrenz geliefert haben. Und die machen das nicht nur in Hannover, die haben auch im Umland zig Postillen, die alle pseudo-konkurrieren, aber letztlich doch den selben Kram abdrucken. Und diese Art von Verarschung läßt sich der Kunde halt im Internet nicht mehr bieten, da ist es zu einfach, sich den Inhalt woanders her zu holen. Und im Internet gibt es auch keine künstliche Knappheit, weil der lokale Kiosk nur das lokale Wurstblatt führt, oder weil der Spiegel teurer als die Bild-"Zeitung" ist. Die haben den Untergang alle verdient. Möge es langsam und qualvoll sein. Am Ende brauchen wir drei-vier Online-Quellen, die sich anständig Konkurrenz machen, der Rest ist überflüssig, und das Blocken von Suchmaschinen wird das eher noch beschleunigen.
Was habt ihr denn erwartet? Daß es noch ein zweites Geheimblog gibt, mit den wirklich wichtigen Meldungen, die wir erst zum Congress bekannt geben? Also, liebe Leser, wenn ihr zum Kongress kommt, und euch den Fnord-Rückblick anguckt, und nicht damit umgehen könnt, das schon mal hier gelesen zu haben, dann kommt da lieber nicht hin. Der Platz ist da eh immer eng. :-)
An Bahnhöfen sollen die Kontrollen mit Sprengstoffspürhunden ausgeweitet werden, und, der Hammer, er will auch die Gleise besser kontrollieren, und zwar durch Hubschraubereinsatz, und er fordert Videoüberwachung an "Brennpunkten öffentlicher Kommunikation" (Telefonzellen? Biergärten? Die Toiletten im Bundestag? Also letzteres fände ich ja mal richtig gut, dann würden wir auch den Kokainmißbrauch mal wirksam eindämmen).
Und der Verfassungsschutz kriegt 50 Mio Euro, um das Internet zu überwachen. Was für eine Farce. Wenn der Verfassungsschutz seinen Namen zu Recht tragen würde, würden sie erst mal Schäuble aus dem Verkehr ziehen.
Excel kommt mir nicht ins Haus, also mal Open Office probiert. Erster Hammer: wenn man da "30:45" eingibt, ergänzt er das zu "30:45:00" (dabei ist natürlich 30:45 gemeint, sonst hätte ich da 30:45:00 eingegeben!). Das Chart-Modul funktioniert, kann aber nicht als PDF ausgeben, oder zumindest habe ich es nicht gefunden. Klar, ich kann einen Screenshot machen, und den dann in das PDF pasten. Ganz groß. Ab in die Tonne.
Nächster Versuch, gnuplot. Sieht scheiße aus. Kann man vermutlich was machen, aber so tolle New Economy stylige 3d Barcharts mit Gradientenhintergrund, das kann man vergessen.
Also mal bei Google nen Account geclickt und deren Web Spreadsheet ausprobiert. Kann gar keine Charts. Zwei-drei andere probiert, die können Charts, aber das sieht Scheiße aus.
Ich spielte schon mit dem Gedanken, mit das selber mit povray oder so zu rendern, da kam mir als letzte Idee gnumeric, der Gnome-Spreadsheet. Aufgerufen, tut nicht. Installation verkackt. Nochmal kompiliert (WTF, dieser Gnome-Sondermüll, das gehört doch alles in die Sonne gestürzt!) und schon kommen da Charts raus, und die kann man auch als Vektorgraphik exportieren: SVG. Mhh, SVG. Mal getan, im Konqueror angeguckt, kommt korrekt raus. Das ist ja schon mal die halbe Miete. Aber wie kriegt man SVG jetzt nach PDF gewandelt, damit ich das einbetten kann? Ich weiß es auch noch nicht, im Moment installiere ich inkscape, in der Hoffnung, daß der das kann.
[…] But I think civilian casualties are also part of the battlefield play for both sides here. One of the things that is going on, according to some U.S. military analysts, is that Israel purposely has left pockets of Hezbollah rockets in Lebanon, because as long as they're being rocketed, they can continue to have a sort of moral equivalency in their operations in Lebanon.KURTZ: Hold on, you're suggesting that Israel has deliberately allowed Hezbollah to retain some of it's fire power, essentially for PR purposes, because having Israeli civilians killed helps them in the public relations war here?
RICKS: Yes, that's what military analysts have told me.
Und der Reporter hat natürlich gleich dafür auf die Fresse gekriegt:KURTZ: One other note. On RELIABLE SOURCES two weeks ago, "Washington Post" Pentagon reporter Tom Ricks said he'd been told by U.S. military analysts that Israel was leaving some Hezbollah rocket launchers intact because the killing of Israeli civilians provided an image of moral equivalency in the war."Post" editor Len Downie, responding to a letter from former New York mayor, Ed Koch, says he told Ricks he should not have made those statements.
Ricks told the "New York Sun" that he accurately reported the comments from analysts but that, quote, "I wish I hadn't said them, and I intend from now on to keep my mouth shut about it."
(Danke, Jörg)
Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks ist Kuba die Industrie zusammengebrochen, insbesondere die Agrarindustrie, weil sie ihr Öl und ihre Maschinen immer subventioniert von den Russen gekriegt haben. Sie haben ihren Zucker und ihre Milch und den Rest ihrer Landwirtschaft genau so gemacht, wie wir es immer noch machen, indem sie 12 Kalorien an Öl und Ölprodukten pro Kalorie in Essen ausgeben. Dann hatten sie kein Öl mehr, und so haben sie ihre Landwirtschaft umgestellt, und heute haben sie das Verhältnis umgekehrt.
Der Staat verleiht Land kostenlos an Farmer, solange die dort Nahrung anbauen.
Das Bildungsniveau ist auf Kuba offenbar sehr hoch, höher als in Lateinamerika. Das US-Handelsembargo hat dafür gesorgt, daß die Kubaner keinen Zugang zu westlichen Medikamenten haben, also haben sie eine starke Biomedizin aufgebaut. Ihren Dünger stellen die Kubaner mit Regenwürmern her, und ihr Ungeziefer werden sie auch natürlich los - die haben da für die häufigen Schadinsekten die natürlichen Feinde gelagert und lassen die dann bei Bedarf los, und werden Pilzbefall über Extrakte aus Zwiebeln und Knoblauch los. Sie planzen dann auch zwischen den Nutzpflanzen andere Pflanzen an, die bestimmte Insekten abstoßen oder anziehen, und haben keine Monokultur.
Die Preise sind auf den Märkten völlig frei bestimmt, von Angebot und Nachfrage. Von Kommunismus keine Rede. Die Agrarbetriebe sind zwar Kommunen in dem Sinne, daß sie den Mitarbeitern gehören, aber eben nicht staatlich kontrolliert. Die Arbeiter kriegen einen Anteil am Absatz, wer mehr arbeitet, verdient auch mehr. Und so können Bauern doppelt so viel verdienen wir Ärzte in Havanna. Faszinierender Stoff. Vielleicht sollte man sich damit mal näher beschäftigen.
Es ist zwar illegal, Teile des Hauses weiter zu vermieten, aber da Kuba zu wenig Häuser für die Bevölkerung hat, wird dieses Gesetz eben im Moment nicht durchgesetzt.
Wenn man das so alles sieht, sieht man, wieso die USA so eine Angst vor Kuba haben, insbesondere davor, daß das Modell Schule macht, und die Länder merken, daß "Freihandel" mit den USA keine Vorteile bringt.
Da gibt es noch mehr coole Infographiken, z.B. diese hier über Regierungsausgaben in den USA: ein Patent Administrator kriegt drei Mal soviel Gehalt wie ein Polizist. Krass. Feuerwehrmänner sind ähnlich schlecht bezahlt. Botaniker kriegen mehr Geld. Bibliothekare kriegen doppelt so viel wie Polizisten und Feuerwehrleute. So eine Zusammenstellung hätte ich auch gerne mal über Deutschland.
Komisch, kaum noch junge Menschen? Wo kann man das sehen? Kindergartenplätze in Berlin schrumpfen offenbar noch schneller als der Nachwuchs ausbleibt, jedenfalls sind sie im Moment so knapp, daß man praktisch nachweisen muss, daß beide Eltern berufstätig sind, damit man einen kriegt. Schulklassen sind auch nicht meßbar kleiner geworden seit meiner Kindheit.
Und: nehmen wir an, man macht die Altersvorsorge privat — was ändert das an der Demographie? Dann haben wir immer noch das Problem, daß wir viele alte Menschen haben. Lassen wir die dann verhungern oder wie? Die Leute, die jetzt in private Altersvorsorge investieren, werden eines Tages merken, daß sie trotzdem auch noch die Renten der Alten zahlen müssen. Je mehr ich darüber nachdenke, desto offensichtlicher ist diese ganze Riester-Geschichte eine gewaltige Verarsche der Bevölkerung. Da müssen ja unglaubliche Gelder geflossen sein, um korrupte Politiker dazu zu bringen, den Generationenvertrag madig zu machen und der Versicherungsbranche Kunden zuzutreiben.
Nach Auffassung Annans kann von einem versehentlichen Beschuss keine Rede sein, denn "General Alain Pelligrini, Kommandeur der Uno-Streitkräfte im Südlibanon, hatte während des ganzen Tages wiederholt Kontakt zu israelischen Offizieren aufgenommen und dringend darauf hingewiesen, just diese Uno-Stellung nicht anzugreifen."Ein von der Uno angelegtes Protokoll weist aus, dass die erste Bombe gesternmittag gegen 13.20 Uhr rund 200 Meter vom Uno-Posten einschlug. Die Blauhelme riefen daraufhin bei einem israelischen Verbindungsoffizier an, der ihnen zugesichert habe, die Angriffe einzustellen.
Doch das Bombardement ging weiter. Innerhalb der nächsten Stunden schlugen neun weitere Bomben im Umkreis von 100 bis 400 Metern nahe dem Posten ein. Jedes Mal hätten die Blauhelme die Israelis über ihre Gefährdung unterrichtet. Der letzte Anruf ist um 19.40 Uhr verzeichnet - möglicherweise die Zeit, als der Volltreffer der Israelis in das Uno-Lager einschlug.
Die andere Sache: das hat nicht viel mit Sport zu tun. Das ist eher ein Familienfest. Das Spiel hat eh ständig Pausen, wo aber trotzdem die Spieler alle auf dem Spielfeld stehen und sich den Ball zuwerfen, so daß man schon hingucken muss, um zu sehen, ob da gerade gezählt wird oder nicht. Die Regeln sind kraß konfus und deutlich komplexer als ich mir das gedacht hatte ("so ähnlich wie Brennball"). Man kann jederzeit rauslaufen und sich nen Hotdog holen, und die Hotdog-Preise sinken während des Spiels. Am Ende kriegt man einen für einen Dollar nachgeworfen. Vor dem Spiel stehen alle auf und halten sich die Faust vor die Brust, und ein kleines Mädchen (8? 9?) singt die Nationalhymne. Nach dem Spiel stehen wieder alle auf und halten sich die Faust vor die Brust, und ein größeres Mädchen (17?) singt American Idol mäßig (Das Vorbild für "Deutschland sucht den Superstar") "God Bless America", als sei sie eine Schwarze. Dann gibt es noch ein fettes Feuerwerk (und dazu spielen sie, das kann man sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausdenken als Europäer, die Titelmusik von "Star Wars" und dann "Indiana Jones". American Culture, Freunde. Ich habe mich prima amüsiert, das muss ich sagen. Das Maskottchen des einen Teams war ein Hot Dog. Da mußte tatsächlich ein Typ im Hot Dog Kostüm rumlaufen und winken. Der muss da einen Hitzschlag gekriegt haben in dem Kostüm…
Schon drei Jahre später sparte man sich das Verfahren und ermordete die Gegner einfach. Das ist in meinen Augen unakzeptabel, aber trotzdem: damals war es ihnen möglich, nur die Ingenieure zu töten, und nicht gleich das ganze Haus zu sprengen und Frauen und Kinder mit umzubringen. Und heute? Heute machen sie gleich den ganzen Stadtteil platt.
Ich dachte, das sei klar, aber ich habe eine Mail gekriegt, daher noch mal in deutlich: die haben da Graphit als Moderator. GRAPHIT. Dieses Design ist fundamental scheiße, weil sich die Kettenreaktion nicht von alleine runterfährt, wenn es heiß wird, und das ist einer der Hauptgründe, wieso die Gegend um Tschernobyl heute so dünn besiedelt ist.
A prominent Republican senator backed away on Tuesday from his pledge to question executives from telecommunications companies that have allegedly been cooperating with the government's secret wiretapping program. […]Specter said he was willing to suspend the inquiry largely because Vice President Dick Cheney had provided assurances that the White House would be more receptive to pending legislation
Kurz gesagt: der Senator kriegt jetzt seinen Pork zugesagt (d.h. er schafft Gelder in seinen Wahlbezirk), und dafür protestiert er nicht mehr. So funktioniert das.
Eroll Morris wollte eigentlich einen Film über Vietnam machen, und hatte ein 20 Minuten Segment mit McNamara geplant, aber als der losredete, war das so spannend, und er wollte gar nicht mehr aufhören, daß Morris stattdessen einen Film über McNamara daraus gemacht hat. Und ein Glück, denn dieser Film ist atemberaubend gut. McNamara war beim Drehen 85 Jahre alt, und das ist so eine Art Lebensbeichte. Er äußert sich zu Vietnam, und geht auch immer wieder darauf ein, wie er das alles moralisch vor sich rechtfertigt. Und das ist, was diesen Fiml so einzigartig macht. McNamara bricht an einer Stelle im Film fast in Tränen aus, und zwar als er beschreibt, wie die Amis die Bomber über Tokio umfunktioniert haben, so daß die aus der halben Höhe bombten, dadurch viel genauer trafen, aber einer der US-Piloten starb. In der einen Nacht haben sie 100000 Japaner getötet, Zivilisten, Frauen und Kinder, in ihrem Schlaf. Denen weint McNamara keine Träne nach. Aber der eine Pilot, der bringt ihn außer Fassung.
Viele der Sachen tut er ab, indem er davon spricht, daß Menschen eben Fehler machen, und er habe halt seinen Anteil an Fehlern gemacht. Und er fängt auch richtig zu rechtfertigen an, aber halt in die andere Richtung. Den einen toten Piloten, das müsse man schon hinnehmen im Krieg, wenn man die Japaner nicht abgeschlachtet hätte, dann hätte man eine Invasion machen müssen, und dabei wären womöglich US-Soldaten gestorben. Dieser Film ist (wie viele meiner Empfehlungen) sehr harter Tobak, und man muss sich Zeit dafür nehmen. Dafür wird einen dieser Film über Jahre begleiten. Sehr eindrucksvoll auch seine Ausführungen zur Kubakrise. Fidel Castro hat ihm später erzählt, daß da nicht nur Raketen auf Kuba waren, sondern auch 162 Atomsprengköpfe, und daß er, Fidel, damals Chruschtschow aufgefordert habe, diese Atomraketen auf die Amis abzufeuern, obwohl klar ist, daß Kuba dabei komplett zerstört würde. Eine Schlüsselszene in dem Film ist, wie McNamara gerade am erzählen ist, und da wirft Morris aus dem Off ein, die USA hätten ja auch gerade eine Invasion versucht, woraufhin McNamara leicht aus dem Konzept gerät, und auspackt, daß es mehrere Attentatsversuche auf Castro gegeben hatte.
Sie haben an dem einen Schlüsseltag dann zwei Meldungen von Chruschtschow gekriegt. Die eine war von einem "betrunkenen oder sehr stark unter Streß stehendem Mann" und war eher versöhnlich, die andere von Hardlinern, die auf Konfrontation gingen. Das war alles so eine Haaresbreite damals, da will man gar nicht tief drüber nachdenken müssen.
Anderes Detail, wo ich froh war, daß das mal jemand anspricht: bei dem Atomwaffensperrvertrag mit den Russen war der Hintergrund, daß die Amis zu dem Zeitpunkt viel mehr Atombomben als die Russen hatten, und sie hatten 10 Mal so viele Atomtests gemacht, und die Amis fühlten sich daher deutlich überlegen, und wollten den Status Quo so festschreiben. Er zitiert dann lustigerweise einen Hardliner, der den Vertrag mit der Begründung ablehnte, die Russen würden dann bescheißen, indem sie ihre Tests auf der dunklen Seite des Mondes durchführen würden! Unfaßbar, wie die Leute damals drauf waren! Naja, was soll ich sagen. Guckt euch den Film an. Macht es am besten an einem Freitag abend oder Samstag, damit ihr das am nächsten Tag verarbeiten könnt, was ihr da gesehen habt.
Subject: %_SUBJ_ENZOSpam ist übrigens nicht neu, im Gegenteil ist die Idee dahinter das Grundkonzept des Kapitalismus — man nennt es Externalisierung von Kosten. Könnt ihr ja mal Googeln. Selbes Konzept wie Umweltverschmutzung.Wenn Sie sich fur diese Stelle interessieren, gehen Sie bitte zu unserer
Internetseite: www.%_RND_DOMAIN . Hier konnen Sie mehr Information finden
und den Antrag ausfullen.
Also, Sie konnen das Antragsformular ausfullen und uns es per E-Mail
schicken: support@%_RND_DOMAIN
Sie meinte dann was von ob ich wenigstens Emails hätte (äh, "klar, Moment, schreibe ich mir kurz") und bot an, daß ich mich von ihrem Windows-PC aus da irgendwo einlogge und Emails abrufe. Was der Frau vermutlich nicht so klar war: die Emails wären, wenn ich sie ihr gezeigt hätte, auf Deutsch gewesen. Die wirkte irgendwie verspannt, und hatte dann auch keine Lust mehr, sich mit dem Fall zu beschäftigen, wollte eh nach Hause, Feierabend und so.
Sie verwies mich dann an einen anderen Cop, der mich in einen Hinterraum brachte, und der zog sich dann grüne Latex-Handschuhe an. Glücklicherweise wollte er damit keine Analprobe durchführen, sondern "nur" Gepäck und Portemonnaie filzen, wollte dann wissen, was das so für Karten sind, die ich da hatte, ob ich mein Gepäck selber gepackt habe, was er denn jetzt finden würde, wenn er das aufmacht, wollte fünf Mal wissen, wie meine Firma denn jetzt genau heißt, ob ich Frau und Kinder habe, und ich hatte insgesamt den Eindruck, daß der normalerweise eher nach Drogen und Schußwaffen in Gepäckstücken sucht. Die Antworten hat er auch praktisch alle nicht aufgeschrieben, so daß ich eher das Gefühl hatte, der wollte gucken, ob ich mich da in Widersprüche verwickele, als daß es da wirklich um die Antworten ging. Tja, wieder um eine Erfahrung reicher. Am Ende haben sie mich reingelassen.
Auf der anderen Seite muss man sich bei der Entwicklung von freier Software im Klaren sein, daß man da kein Geld für kriegt, außer man findet ein Modell, bei dem man schon für die Entwicklung bezahlt wird. Ich habe mich ein paar Mal von Firmen einstellen lassen, die dann sogar wollten, daß ein bestimmtes Projekt weiter entwickelt wird in der Zeit, oder die aktiv einverstanden damit waren, daß ich da Zeit investiere. So muss das m.E. laufen. Goldgräber-Geschäftsmodelle, wo alle darben und einer von 100000 dann einen Millionen-Payout kriegt, sind scheiße. Lieber jeden der 100000 überleben lassen und keiner wird superreich.
Aber, um das mal ganz klar zu sagen: Die OpenBSD-Leute haben Spenden verdient.
Und dann war da noch eine andere Geschichte, die ich hier mal frecherweise weitererzähle, obwohl nicht klar ist, ob ich das weiter erzählen darf… Ihr wißt es nicht von mir, OK? Also, der Foebud-Shop verkauft ja diese großartigen RFID-Schutzhüllen für Personalausweise, um unbefugte RFID-Kommunikation mit dem Ausweis zu verhindert. Und jetzt kriegt Foebud da ernsthaft eine Anfrage. Über 100 Stück. Von der US-Botschaft!! Die haben erst gedacht, da will sie jemand verarschen, und haben da hinterher telefoniert, aber es war wohl wirklich die US-Botschaft. (Oder war das das US-Außenministerium? Ich hoffe, ich gebe das gerade korrekt wieder, es war spät und ich hatte ein paar Gläser Sekt und Wein getrunken…) Ich finde das zu schön, um das nicht weiter zu erzählen :-) Aber, um das mal ganz klar zu sagen: das ist jetzt Desinformation und Lüge und überhaupt frei erfunden, und von mir habt ihr das ja eh nicht gehört. Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen.
Das Kammergericht Berlin hatte dem Bayern vor vier Jahren bestätigt, dass er in Deutschland gegenüber der Russischen Föderation Ansprüche in Höhe von 2,35 Millionen Dollar plus 10 Prozent Zinsen seit November 1996 geltend machen könne. Einen entsprechenden Schiedsspruch hatte ein Stockholmer Schiedsgericht 1998 erlassen — noch unter Berufung auf das Investitionsschutzabkommen zwischen Deutschland und der Sowjetunion.
"I deeply apologize if my actions tarnished the soldiers serving in Iraq," Welshofer said during his sentencing hearing. "It was never my intent to cast aspersions on their tremendous accomplishments."Welshofer was convicted Saturday of negligent homicide and negligent dereliction of duty for stuffing the Iraqi general headfirst into a sleeping bag and sitting on his chest.
Schon die Anklage hat ihn nur als "rogue interrogator" befragt, ein verrückter Einzeltäter also.
Doch wie berichtet, ist auch die Polizei mit ihren 9000 Rechnern seit dem 4. Oktober vom Melderegister abgekoppelt. Mindestens bis zum Jahreswechsel sind alle Suchabfragen der Polizei nur von 25 speziellen Computern möglich, weil versäumt wurde, eine Schnittstelle zwischen der Polizeisoftware und dem Landesamt für Bürgerdienste und Ordnungsaufgaben zu entwickeln. Ermittler müssen ihre Anfragen deshalb telefonisch stellen. Die Polizei betonte gestern allerdings, dass keine Fahndungen oder Ermittlungen verzögert worden seien. In der Woche seit der Abschaltung seien über die 25 Spezialrechner 1117 Abfragen erfolgt, die Geräte seien damit keineswegs überlastet.
Der Chaos Computer Club begrüßt im Namen der Völkerverständigung und Jugendkultur den sportlichen Wettstreit zwischen Antifa-Steinewerferbrigaden und Nazi-Schlägern im Internet, denn dort kann man sich prima streiten, ohne anderen körperliche Schäden zuzufügen. Wir möchten an der Stelle aber ausdrücklich auf Artikel 8 der Hackerethik hinweisen: Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen. Wir rufen daher dazu auf: bitte keine persönlichen Daten von Unbeteiligten veröffentlichen! Vielen Dank für die Beachtung aller Sicherheitsmaßnahmen.
Der Unix-Ansatz ist, daß man die Sockets alle auf "non-blocking" setzt. Wenn man dann read aufruft, aber nichts da ist zum Lesen, blockt der Prozeß nicht, sondern man kriegt "probier später nochmal" als "Fehler"-Meldung. Dann benutzt man ein Event Notification API, um sich sagen zu lassen, auf welchen Sockets gerade Daten reingekommen sind.
Unter Windows ist der Ansatz umgekehrt: es gibt keinen Non-Blocking Mode für Sockets. Man startet ein read mit fixem Zielpuffer, und das Event Notification Framework von Windows sagt einem dann nicht, wenn es was zu lesen gibt, sondern wenn es was zu lesen gab, d.h. zu dem Zeitpunkt ist das schon gelesen. Das Problem dabei: Wie macht man Timeout-Handling? Man kann nicht unterwegs fragen, wie weit der Datei-Rausschieben-Job schon gekommen ist! Also kann man auch nicht wissen, ob die Verbindung seit 10 Minuten hängt, oder ob da nur ein sehr langsames Modem auf der Gegenseite ist.
Und dann schreiben die Man-Pages was von Background-Threads, … also kurz gesagt: der Windows-Ansatz ist: "gib mal her, der Kernel macht das schon". Nur leider macht der Kernel das nicht besonders gut. Kernel-Threads, das erweckt eine Vision von einem Thread pro ausstehendem I/O-Request, anstelle einer anständigen State Machine.
Ein anderes Problem ist, wie man Handles alloziert. Man macht einen Socket oder eine Datei auf, und kriegt ein Handle vom System. Unter Unix ist das traditionelle Problem, daß das ein Integer ist, und das man die kleinste unbelegte Zahl als Integer kriegt. Linux und die BSDs haben sich da unglaubliche Algorithmen überlegt, um das schnell zu erledigen (einfach ist es jedenfalls nicht). Windows liefert einfach nicht den kleinsten Integer aus, sondern irgendeinen. Man sollte denken: Problem erledigt. Aber dann stößt man auf Funktionen wie AcceptEx, wo man einen Deskriptor wiederverwenden kann, weil es offenbar unter Windows immer noch immens teuer ist, ein Handle zu allozieren. WTF?!
Schlimmer noch: der Normalfall bei TransmitFile (dem sendfile-Ersatz unter Windows) ist, daß das ganze File am Stück gesendet wird, und man kann dann per Flag sagen: "mach danach mal die Verbindung zu". Kurzum: Timeout-Handling, nein danke. Und dieses Handle-Wiederverwerten legt die Vermutung nahe, daß typische Server, selbst wenn sie dieses Ultra-Skalierbarkeits-API verwenden, trotzdem nur n Verbindungen parallel haben können, weil man die Handles unter Windows halt vorher als Pool alloziert und mehr geht dann halt nicht. Oder wie?
Man darf gespannt sein, wie sich das dann unter realen Gesichtspunkten mißt. Aber ich mache mir da keine großen Hoffnungen, wenn ich Formulierungen wie "The server optimizes the TransmitFile function for high performance. Workstations optimize the function for minimum memory and resource utilization." lese. Ich hab hier "nur" Windows XP Professional zum Testen, und da performt das ja offensichtlich absichtlich scheiße, damit die Leute lieber die Advanced Datacenter Ultra Monster HeadShot Edition kaufen. Überhaupt ist TransmitFile der Kludge des Jahres. Man sendet immer Chunks aus einer Datei, als Länge maximal 32 Bit. Dateien mit mehr als 4 Gigabyte schickt man dann, indem man halt mehrfach TransmitFile aufruft. Womit wir dazu kommen, wie man sagt, ab welchem Offset in der Daten TransmitFile schicken soll. TransmitFile sendet ab der aktuellen Byteposition im File, aber die Man Page rät einem, man möge die Overlapped-Struktur (die für alle anderen Fälle opak ist und interne Fortschrittsinformationen für asynchrones I/O für den System-Thread ablegt, der es bearbeitet) manipulieren, um das Offset zu setzen. Es ist Pfusch wie dieser, der das alles nicht schön aussehen läßt. Na mal gucken.